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Staat Informationen : Burundi

Informationen:


Burundi (deutsch [buňą Ā ändi], franz√∂sisch [bu Ā änňądi], rundisch Republika y‚ÄôUburundi) ist ein Binnenstaat in Ostafrika. Er grenzt im Norden an Ruanda, im Osten an Tansania und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Der gr√∂√üte Teil der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo liegt im Tanganjikasee. Das Land belegte mit einem BIP von gesch√§tzt rund 270 US-Dollar pro Kopf Rang 1 der L√§nder mit dem niedrigsten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf weltweit.

Geographie

Burundi ist einer der kleinsten Staaten Afrikas, aber ‚Äď ebenso wie der n√∂rdlich gelegene Nachbarstaat Ruanda ‚Äď dicht besiedelt. Zwischen dem Victoriasee und dem Tanganjikasee gelegen wird das Land von einem Hochplateau (1400‚Äď1800 Meter) durchzogen, das allm√§hlich ansteigt und im Mont Heha mit 2684 Metern die h√∂chste Erhebung erreicht. Dieses Randgebirge des markanten Ostafrikanischen Grabens f√§llt schlie√ülich zum Inneren der vom Tanganjikasee gef√ľllten Grabensenke steil ab. Im Gebirge entspringt der Luvironza, der in den Ruvuvu m√ľndet und den l√§ngsten und s√ľdlichsten Quellfluss des Nils darstellt. Die Nilquelle befindet sich etwa 45¬†Kilometer √∂stlich des Tanganjikasees zwischen Bururi und Rutana.

Das Klima ist tropisch-wechselfeucht mit zwei Regenzeiten. Die Temperaturen werden durch die H√∂henlage gemildert. Niederschlag f√§llt durchschnittlich 1000¬†mm im Jahr. Zur artenreichen Tierwelt z√§hlen Leoparden, L√∂wen, Paviane, Zebras und Antilopen¬≠arten, in den Fl√ľssen leben Krokodile und Flusspferde.

Burundis Wald¬≠fl√§che wies zwischen 1990 und 2000 mit 9¬†% weltweit den gr√∂√üten prozentualen R√ľckgang auf.

Bevölkerung

Demographie

Burundi hat eine sehr junge Bev√∂lkerung. 45,4¬†% der Bev√∂lkerung waren 2019 j√ľnger als 15¬†Jahre, das Medianalter betrug 17,3¬†Jahre. Dies liegt an einer sehr hohen Fertilit√§tsrate von 5,3 Kindern pro Frau im Jahr 2019, wenngleich diese seit den 1980er Jahren r√ľckl√§ufig ist. Vor 40 Jahren lag der Wert noch √ľber 7 Kinder pro Frau. Die Bev√∂lkerung w√§chst mit j√§hrlich √ľber 3¬†% vergleichsweise stark. F√ľr das Jahr 2050 wird laut der mittleren Bev√∂lkerungsprognose der UN mit einer Bev√∂lkerung von √ľber 25¬†Millionen gerechnet, womit sich die Bev√∂lkerungszahl mehr als verdoppeln w√ľrde.

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt lag 2019 bei 61,6 Jahren. Die Kindersterblichkeitsrate lag 2019 bei 40 von 1000 Geburten.

Bevölkerungsgruppen

In Burundi gibt es entgegen g√§ngigen Vorstellungen keine verschiedenen V√∂lker oder ethnischen Gruppen der Hutu und Tutsi, sondern ein Volk mit einer Sprache: die Rundi. Sie teilen eine Geschichte und Kultur und geh√∂ren dem gleichen sozialen und politischen Gef√ľge an. 85¬†% z√§hlen sich zu den Hutu, die haupts√§chlich die ‚Äěeinfache‚Äú, vorwiegend b√§uerliche, Bev√∂lkerung stellen. Zirka 14¬†% der Bev√∂lkerung bezeichnen sich als Tutsi, den Rest bilden die Twa (Pygm√§en) mit 1¬†% Einwohneranteil. Im Jahre 2017 waren 2,8¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren. Der gr√∂√üte Teil davon waren Fl√ľchtlinge aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo.

Sprachen

Die Menschen sprechen als Muttersprache die zu den Bantusprachen geh√∂rende Landessprache Kirundi, die zugleich auch eine der Amtssprachen Burundis ist. Kirundi ist mit der im Nachbarland Ruanda gesprochenen Sprache Kinyarwanda so nah verwandt, dass die beiden Sprachen zuweilen verwechselt werden. In der Zeit des V√∂lkerbundmandates fungierte die Fremdsprache Franz√∂sisch unter Einbeziehung von Swahili als Sprache der Verwaltung. Swahili diente w√§hrend der deutschen Kolonialzeit in Burundi als Lingua franca, wurde aber unter belgischer Verwaltung als Unterrichtssprache zugunsten von Kirundi immer weiter zur√ľckgedr√§ngt und verschwand in der postkolonialen Zeit schlie√ülich ganz aus dem Schulunterricht. Entlang des Tanganjikasees und in der Region der ehemaligen Hauptstadt Bujumbura ist sie jedoch immer noch als Verkehrssprache verbreitet.

Im Jahr 2005 erfolgte dann allerdings in der Sprachpolitik ein Kurswechsel. Dieser sah zunächst einmal vor, dass in Zukunft Englisch und Kiswaheli bereits ab dem ersten Schuljahr in der Grundschule unterrichtet werden.

Im August 2014 stimmte die Nationalversammlung einstimmig √ľber einen Gesetzentwurf zur Einf√ľhrung von Englisch als Amtssprache in Burundi ab. Dieser Gesetzentwurf wurde jedoch vom Pr√§sidenten der Republik nie verk√ľndet.

Religion

Rund 62 % der Burundier sind Katholiken, 5 % Protestanten (vor allem Anglikaner), 10 % sunnitische Muslime und 23 % Anhänger afrikanischer Religionen.

Geschichte

Monarchie und Kolonialgeschichte

Burundi hat eine jahrhundertealte Geschichte als eigenst√§ndige Monarchie, das K√∂nigreich Burundi. Am Ende des 19.¬†Jahrhunderts wurde es im Rahmen der Aufteilung Afrikas unter den europ√§ischen Gro√üm√§chten Deutschland zugeschlagen und zusammen mit ‚ÄěRuanda‚Äú als ‚ÄěUrundi‚Äú der Kolonie Deutsch-Ostafrika unterstellt. Die Deutschen beschr√§nkten sich auf die indirekte Herrschaft in Gestalt einer Residentur; der deutsche Resident stand √§hnlich wie in britischen Protektoraten dem einheimischen Machthaber kontrollierend und beratend gegen√ľber. Parallel begann die Missionierung, bei der die Katholiken sich durchsetzten. Im Ersten Weltkrieg wurde das Land von belgischen Streitkr√§ften erobert und danach vom V√∂lkerbund Belgien als Teil des Mandatsgebietes Ruanda-Urundi zugesprochen.

1959, w√§hrend Ruanda-Urundi auf die Unabh√§ngigkeit vorbereitet wurde, kam es zu einem Fl√ľchtlingsstrom von vertriebenen Tutsi aus Ruanda, was in der Folge durch immer wiederkehrende Konflikte im Grenzgebiet auch innerhalb Burundis zu einem verst√§rkten Rassendenken (vor allem zwischen Tutsi und Hutu) f√ľhrte. Die politische Geschichte Burundis ist aber auch von massiven Spannungen, Rivalit√§ten und Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Tutsi-Fraktionen gepr√§gt. Im November 1959 kam es erstmals zu schweren Unruhen zwischen Hutu und Tutsi, die von den Belgiern unterdr√ľckt wurden.

Nach der Unabhängigkeit

Der UPRONA-Gr√ľnder und Ganwa-Prinz Louis Rwagasore wurde 1961 Regierungschef und sollte das Land in die Unabh√§ngigkeit f√ľhren. Seine Ermordung wenige Wochen nach der Wahl war der Auftakt f√ľr jahrzehntelange Machtk√§mpfe, die jedoch die Unabh√§ngigkeit, die das K√∂nigreich Burundi 1962 als konstitutionelle Monarchie unter K√∂nig Mwambutsa IV. erhielt, nicht verhinderte. Rwagasores Nachfolger, darunter sowohl Hutu als auch Tutsi, wurden gest√ľrzt oder ermordet. Im Oktober 1965 wurde ein Hutu-Aufstand blutig niedergeschlagen; es gab rund 5000 Tote.

1966 st√ľrzte Ministerpr√§sident Hauptmann Michel Micombero (Tutsi) den erst kurz zuvor selbst durch einen Staatsstreich an die Macht gelangten K√∂nig Ntare V. Ndizeye und schaffte die Monarchie ab. Micombero vereinigte die Posten von Staats- und Regierungschef in den n√§chsten zehn Jahren in seiner Person. In diese Zeit fallen viele Unruhen und K√§mpfe zwischen Hutu und Tutsi, wovon die schwerwiegendsten sich 1972 bis 1973 ereigneten; vermutlich zwischen 150.000 und 200.000 Hutu fielen ihnen zum Opfer. Dabei verfolgte die Armee gezielt gut ausgebildete Hutu. Teilweise werden die T√∂tungsaktionen als ‚Äěan V√∂lkermord grenzend‚Äú bezeichnet.

Viele Hutu flohen in Nachbarl√§nder, vor allem nach Ruanda und Tansania, aber auch nach Zaire (heute DR Kongo). Sie gr√ľndeten dort politische Bewegungen, darunter TABARA, aus der 1980 die PALIPEHUTU hervorging. Diese interpretierte die politischen Konflikte in Burundi rein ‚Äěethnisch‚Äú ‚Äď als Repression gegen Hutu ‚Äď und optierte f√ľr den bewaffneten Kampf. In den Fl√ľchtlingslagern in West-Tansania wurde der bewaffnete Fl√ľgel von PALIPEHUTU ausgebildet. Im Laufe der Jahre hatten sich mehrere Parteien mit bewaffneten Fl√ľgeln gebildet (vor allem FRODEBU und PALIPEHUTU-FNL, sp√§ter auch CNDD-FDD), die die Interessen der Hutu zu vertreten beanspruchten. Sie wurden nach und nach in die Verhandlungen einbezogen, soweit sie dazu bereit waren. Aufspaltungen innerhalb der Rebellengruppen erschwerten den Verhandlungsprozess.

Im Zuge eines Milit√§rputsches gelangte 1976 zun√§chst Oberst Jean-Baptiste Bagaza (Tutsi), sp√§ter durch einen neuerlichen Milit√§rputsch 1987 Major Pierre Buyoya (Tutsi) an die Macht. Buyoya suchte anfangs den Ausgleich mit den Hutu. Im August 1988 kam es nach einem Mord an zwei Hutu erneut zu einem Hutu-Aufstand, der abermals zur√ľckgeschlagen wurde und 24.000 bis 50.000 Tote forderte. Anschlie√üend wurde eine Einheitsregierung gebildet, die je zur H√§lfte aus Tutsi und Hutu bestand. Buyoya lie√ü 1993 erstmals Wahlen zu, die den Hutu Melchior Ndadaye mit der Partei FRODEBU ins Pr√§sidentenamt brachten. Nach dessen Ermordung im gleichen Jahr, die wiederum von blutigen Ausschreitungen gegen Tutsi wie Hutu und Flucht von 300.000 Hutu begleitet war, trat sein Parteifreund Cyprien Ntaryamira (Hutu) die Pr√§sidentschaft an. Im selben Jahr wurde die Hutu-dominierte Forces pour la Defense de la Democratie (FDD) gegr√ľndet.

Ntaryamira kam bereits 1994 bei einem Attentat auf das Flugzeug des ruandischen Pr√§sidenten Juv√©nal Habyarimana ums Leben, der den V√∂lkermord in Ruanda ausl√∂ste. Sein Nachfolger Sylvestre Ntibantunganya wurde 1996 durch den fr√ľheren Pr√§sidenten Buyoya gest√ľrzt. In der Folge kam es zu internationalem Druck auf das Land. Verhandlungen unter Leitung des S√ľdafrikaners Nelson Mandela und des Tansaniers Julius Nyerere brachten im Jahr 2000 den Friedensvertrag von Arusha, der unter anderem den Rebellengruppen der Hutu den Zugang zur Armee √∂ffneten. 2001 wurde eine √úbergangsregierung gebildet, der anfangs Buyoya vorstand. Ein Teil der FDD unter Pierre Nkurunziza spaltete sich als CNDD-FDD ab und ging in die Opposition. Vereinbarungsgem√§√ü l√∂ste der Hutu Domitien Ndayizeye (FRODEBU) 2003 Pr√§sident Buyoya ab und regierte bis zu den Wahlen 2005.

2005 wurde Pierre Nkurunziza durch beide Parlamentskammern als Pr√§sident gew√§hlt. 2010 wurde er nach einer Wahlrechts√§nderung direkt vom Volk gew√§hlt. Laut Verfassung durfte er 2015 nicht erneut kandidieren, verwies aber darauf, dass seine erste Wahl durch das Parlament und nicht als Direktwahl erfolgt war. Ein Putschversuch am 13. Mai 2015 wurde durch die Armee zur√ľckgeschlagen; erneut flohen rund 170.000 Menschen ins Ausland. Bei den nachfolgenden Parlaments- und Pr√§sidentenwahlen im Juli, die von der Opposition boykottiert wurden, siegten Nkurunziza und seine Partei. Die Wahlen wurden von Beobachtern als nicht frei und nicht glaubw√ľrdig bewertet.

Politik

Seit Beginn der Untersuchungen 2006 hat sich die Situation kontinuierlich verschlechtert. Bis 2011 galt Burundi im Demokratieindex noch als "Hybridregime". Auch in der Rangliste der Pressefreiheit ist das Land immer weiter abgerutscht. 2002 belegte es hier noch Rang 72, 2020 schlie√ülich Rang 160. Im Fragile States Index geh√∂rt Burundi zu den 20 Staaten, die sich in der Dekade 2010‚Äď20 am meisten verschlechtert haben.

Politisches System

Burundi ist eine Pr√§sidialrepublik, der Pr√§sident ist Staatsoberhaupt und bis 2020 auch Regierungschef. Von 2005 bis zum 8. Juni 2020 war dies Pierre Nkurunziza, ab dem 9. Juni √ľbernahm Pascal Nyabenda kommissarisch (beide CNDD-FDD). Nkurunziza wurde 2010 und 2015 direkt gew√§hlt, zuvor durch die beiden Parlamentskammern. Der Pr√§sident ernennt zwei Vizepr√§sidenten. Seit Juni 2020 gibt es wieder einen Premierminister.

Im Juni 2020 starb Nkurunziza im Amt. Bei der Pr√§sidentschaftswahl im Mai 2020 war zuvor sein Parteifreund √Čvariste Ndayishimiye im ersten Wahlgang als sein Nachfolger gew√§hlt worden; Nkurunzizas Amtszeit h√§tte im August geendet.

Das Parlament ist ein Zweikammersystem, das aus der Nationalversammlung und dem Senat besteht. Die Legislaturperiode betr√§gt jeweils f√ľnf Jahre. Die mindestens 100¬†Mitglieder der Nationalversammlung sind zu mindestens 60¬†% Hutu, 30¬†% Tutsi und 30¬†% Frauen. Mindestens drei Twa-Abgeordnete sind vertreten, weitere Abgeordnete werden zur Erf√ľllung der Quoren ernannt; seit 2015 gibt es 121¬†Parlamentarier. In der 2015 gew√§hlten Nationalversammlung hat die CNDD-FDD die absolute Mehrheit. Der Senat besteht aus 36 bis 54¬†Mitgliedern, 36¬†Mitglieder werden durch Wahlm√§nner in den Provinzen gew√§hlt; aus jeder Provinz stammt ein Hutu und ein Tutsi. Weitere Senatsmitglieder k√∂nnen ernannt werden, darunter Frauen, so dass deren Anteil wie in der Nationalversammlung mindestens 30¬†% betr√§gt. Ehemalige Pr√§sidenten sind ebenfalls Mitglieder des Senats.

Die Einf√ľhrung des Frauenwahlrechts begann schon vor der Unabh√§ngigkeit: Allgemeines Wahlrecht erhielten Frauen erstmals f√ľr die Kommunalwahlen von 1960. Bereits vor der Unabh√§ngigkeit garantierte das von der belgischen Verwaltung des UN-Trust-Territoriums am 17. August 1961 ausgestellte Legislative Decree of Rwanda - Urundi (L.D.R.U.) N¬į 02/269 Frauen das allgemeine aktive und passive Wahlrecht auch auf nationaler Ebene. Bei der Unabh√§ngigkeit 1962 wurde es best√§tigt.

Menschenrechtsverletzungen

Laut Amnesty International sind die Verh√§ltnisse im Bereich des Gerichtswesens problematisch. Folter, willk√ľrliche Verhaftungen und schwere Misshandlungen sind an der Tagesordnung. Human Rights Watch erw√§hnt in einem Bericht au√üergerichtliche Hinrichtungen, politisch motivierte Angriffe und T√∂tungen, die sowohl von Regierungs- als auch Oppositionsseite w√§hrend und nach den Wahlen von 2010 stattfanden. UNICEF sieht die Situation der Kinder in Burundi als beunruhigend an. Rund 25¬†% der Kinder zwischen 10 und 14¬†Jahren verrichten Kinderarbeit. Kinder befinden sich in Gef√§ngnissen, erleben sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Die Ausbeutung und der Missbrauch von Stra√üenkindern, Waisen und behinderten Kindern zur Prostitution, Knechtschaft und als Kindersoldaten stellen eine gro√üe Herausforderung dar.

Seit 2008 steht Homosexualit√§t unter Strafe. Aufgrund des neuen Strafgesetzes wird Homosexualit√§t nun mit einer Haftstrafe zwischen drei Monaten und zwei Jahren oder einer Geldstrafe zwischen 50.000 und 100.000 BIF (Gegenwert rund 25‚Äď50 Euro) geahndet. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen versuchen mit Aktionen auf die Situation aufmerksam zu machen, darunter auch Human Rights Watch mit der Aktion ‚ÄěForbidden ‚ÄĒ Gays and Lesbians in Burundi‚Äú.

Im Zusammenhang mit den Kämpfen seit der zweiten Jahreshälfte 2015 kam es insbesondere in der ehemaligen Hauptstadt Bujumbura wiederholt zu schweren Verletzungen sowie Todesfällen in Reihen der Oppositionellen, regierungskritischen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten. Internationalen Medien zufolge handele es sich dabei um gezielte Hinrichtungen durch die Polizei, UN-Sprecher Stéphane Dujarric sprach von standrechtlichen Erschießungen.

Im Oktober 2015 informierte der US-Pr√§sident Barack Obama den Kongress, dass er Burundi vom African Growth and Opportunity Act (AGOA) ausschlie√üen werde, aufgrund der bestehenden politischen Krise im Land. Er sprach ferner von Morden, au√üergerichtlichen Hinrichtungen, willk√ľrlichen Festnahmen und Folter. Am 22. November 2015 unterzeichnete Obama die Executive Order 13712. Sie trug den Titel: Blocking Property of Certain Persons Contributing to the Situation in Burundi. Bereits im M√§rz 2015 bekr√§ftigte die Europ√§ische Union ihren Standpunkt zur Lage in Burundi. Demgem√§√ü sei die EU der Ansicht, dass eine unverg√§ngliche politische L√∂sung nur durch einen Dialog und einen daraus hervorgehenden Konsens, unter Achtung des Arusha-Abkommens und der Verfassung Burundis, gefunden werden kann. Am 18. Mai 2016 verurteilte der Rat der Europ√§ischen Union den versuchten Staatsstreich in Burundi, kontempor√§r brachte der Rat seine tiefe Besorgnis, angesichts der Lage in Burundi, zum Ausdruck. Am 22. Juni 2015 √§u√üerte sich der Rat besorgt √ľber die Zahl der Opfer und der bekannt gewordenen F√§lle schwerer Menschenrechtsverletzungen seit Beginn der Krise. Au√üerdem bekr√§ftigte der Rat seine Entschlossenheit gegen√ľber restriktiven Ma√ünahmen. Am 29. Juni 2015 berichtete der Hochkommissar der Vereinten Nationen f√ľr Fl√ľchtlinge (UNHCR), dass zahlreiche UNHCR-B√ľros in den Nachbarl√§ndern einen Anstieg an burundischen Fl√ľchtlingen feststellten. Bis Juni 2015 hatten sich den Angaben von UNHCR zufolge 127.000 Menschen in den Nachbarl√§ndern Uganda, Tansania, Ruanda und in der Demokratischen Republik Kongo als Fl√ľchtlinge registriert. Am 1. Oktober 2015 nahm der Rat den Beschluss (GASP) 2015/1763 an. Durch den Beschluss wurden die Personen:

  • Godefroid Bizimana, Stellvertretender Generaldirektor der Nationalpolizei
  • Gervais Ndirakobuca, Kabinettschef der Pr√§sidialverwaltung
  • Mathias/Joseph Niyonzima, Beamter des Nationalen Nachrichtendienstes
  • L√©onard Ngendakumana, ehemaliger ‚ÄěCharg√© de Missions de la Pr√©sidence‚Äú und ehemaliger General des Heeres

von dem Rat der Europäischen Union sanktioniert. Am 29. September 2016 verlängerte der Rat die restriktiven Maßnahmen der EU gegen Burundi bis zum 31. Oktober 2017.

Im April 2016 berichtete der Hochkommissar der Vereinten Nationen f√ľr Fl√ľchtlinge (UNHCR), dass seit Beginn der Krise in Burundi ann√§hernd 260.000 Menschen in umliegende L√§nder geflohen sind. Tansania nahm die meisten Fl√ľchtlinge auf. Der gr√∂√üte Teil von ihnen lebt im Camp Nyarugusu in der Region Kigoma, etwa 150¬†km vom Tanganjikasee entfernt. Gegenw√§rtig wird es aufgrund der hohen Anzahl an Fl√ľchtlingen als gr√∂√ütes Fl√ľchtlingscamp der Welt bezeichnet. Die Menschen, die nach Ruanda geflohen sind, leben gr√∂√ütenteils im Camp Mahama.

Einen ausf√ľhrlichen, 261¬†Seiten langen Bericht √ľber die fortw√§hrende Verletzung von Menschenrechten und √ľber Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Burundi (Rapport final d√©taill√© de la Commission d‚Äôenqu√™te sur le Burundi) legte die vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzte Commission d‚Äôenqu√™te sur le Burundi im September 2018 vor. Der Bericht schildert unter anderem die Verbrechen der von der Regierung gegen missliebige Personen eingesetzten ‚ÄěImbonerakure‚Äú-Miliz. Als Reaktion auf den Bericht k√ľndigte die burundische Regierung die Zulassung aller im Lande t√§tigen Nichtregierungsorganisationen ‚Äď mit Ausnahme derjenigen, die Krankenh√§user oder Schulen unterhalten.

Im Oktober 2016 leitete Burundi den Austritt nach Artikel 127 des Römischen Statutes aus dem Internationalen Strafgerichtshof ein. Am 27. Oktober 2017 verließ Burundi als erster Staat das Weltstrafgericht. Trotz des Austritts wird das Gericht eine im April 2016 begonnene Untersuchung zu möglichen Kriegsverbrechen fortsetzen.

Militär

Die Streitkr√§fte Burundis (Force de d√©fense nationale) haben eine St√§rke von 20.000 Mann. Dazu kommen paramilit√§rische Einheiten mit einer Personalst√§rke von 30.000 Mann. Burundi gab 2017 knapp zwei Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 64¬†Millionen US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Verwaltungsgliederung

Burundi gliedert sich in 18 Provinzen, die nach ihren Hauptstädten benannt sind. Hauptstadt der Provinzen Bujumbura Mairie und Bujumbura Rural ist jeweils Bujumbura.

Im Dezember 2018 beschloss die Regierung, die politische Hauptstadt des Landes in die zentral gelegene ehemalige Königsstadt Gitega zu verlegen.

Die Provinzen teilen sich in 116¬†Distrikte (communes), diese wiederum sind in Collines (H√ľgel) unterteilt. Die ehemalige Hauptstadt Bujumbura (entspricht der Provinz Bujumbura Mairie) gliedert sich in 13¬†Stadtteile. Die Provinzen sind:

Verkehr

Schienenverkehr

Gegenwärtig gibt es in Burundi keinen Schienenverkehr.

Zur Geschichte siehe: Hauptartikel: Schienenverkehr in Burundi

Straßenverkehr

Das gesamte Straßennetz umfasste 2016 etwa 12.322 km, wovon 1500 km asphaltiert sind.

Wirtschaft

Burundi ist laut Welthunger-Index zur Lage in den letzten 25 Jahren das ärmste Land der Welt. 42,6 % der Bevölkerung hungern. 2007 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auf 58 %.

In einem Welthungerindex der Welthungerhilfe steht Burundi an letzter Stelle unter 119¬†Entwicklungsl√§ndern und osteurop√§ischen Transformationsstaaten. Gr√ľnde f√ľr den Hunger sind Kriegsfolgen, √úbernutzung der B√∂den, hohe Bev√∂lkerungsdichte und der damit verbundene Landmangel. Letzterer wird durch die R√ľckkehr von Fl√ľchtlingen noch versch√§rft.

Seit Kriegsende setzt eine gewisse wirtschaftliche Erholung ein und auch die Indikatoren sozialer Entwicklung verbessern sich langsam. Laut dem Index der menschlichen Entwicklung 2019 der Vereinten Nationen liegt Burundi auf Platz 185 von 189 ausgewerteten L√§ndern, seine Armutsquote ist mit √ľber 70 Prozent extrem hoch.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Landwirtschaft

Burundi ist ein typisches Agrarland. Der Lebensunterhalt von etwa 85¬†% der Einwohner ist von der Landwirtschaft abh√§ngig. Angebaut werden vor allem Bananen, Maniok, Mais, S√ľ√ükartoffeln, Reis und Gem√ľse, aber auch Hirse ist ein wichtiges Anbauprodukt. F√ľr den Export werden insbesondere Kaffee und Tee angebaut. Kaffee hatte 1997 mit 78,5¬†% der Exporte den gr√∂√üten Anteil. Unter den niedrigen Weltmarkt-Kaffee¬≠preisen der letzten Jahre litt Burundi sehr stark.

Burundi hat einen relativ hohen Viehbestand, doch ist die Produktivität und die Verwertbarkeit gering. Exportiert werden lediglich Häute und Felle von Rindern, Ziegen und Schafen. Fischerei ist vor allem auf dem Tanganjikasee möglich; dem Fischfang kommt angesichts des großen Mangels an eiweißhaltiger Nahrung große Bedeutung zu.

Bodenschätze

Bodenschätze sind vor allem Nickel, Kobalt, Uran, Kupfer, Platin, Vanadium, Gold, Zinn, Kaolin, Niob, Tantal, Wolfram und Kalk.

Energie

2018 hatten lediglich 11 % der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität, was dem weltweit niedrigsten Wert entspricht. In den Städten hatte knapp die Hälfte der Personen Zugang zu Strom, während es auf dem Land nur 1,6 % waren. Demzufolge hat Burundi auch einen sehr niedrigen Energieverbrauch pro Kopf.

Korruption

Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) von Transparency International lag Burundi 2019 mit 19 von maximal 100 Punkten auf dem 165. Platz von 180 Ländern.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 657¬†Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 525 Mio. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 4,2¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2002 1,366¬†Mrd. US-Dollar oder 234¬†% des BIP, seitdem wurden dem Land gro√üe Teile der Staatsschulden erlassen. 2016 lag die Staatsverschuldung bei 47,2¬†% des BIP.

Weblinks

  • Offizielle Webpr√§senz der Botschaft der Republik Burundi in Berlin
  • L√§nder√ľbersicht Burundi auf Webpr√§senz Ausw√§rtiges Amt
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Burundi
  • CIA World Factbook: Burundi (englisch)
  • Burundi profile auf BBC News (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
BI.BB Bubanza  
BI.BM Bujumbura Mairie  
BI.BR Bururi  
BI.CA Cankuzo  
BI.CI Cibitoke  
BI.GI Gitega  
BI.KR Karuzi  
BI.KY Kayanza  
BI.KI Kirundo  
BI.MA Makamba  
BI.MV Muramvya  
BI.MY Muyinga  
BI.NG Ngozi  
BI.RT Rutana  
BI.RY Ruyigi  
 

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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Burundi

Name englisch: Burundi
Hauptstadt: Bujumbura
Kfz: RU
ISO: BI
ISO3: BDI
Fläche: 27830 km²
Tld: .bi
Wärung Einheit: BIF
Währung: Franc
Vorwahl: 257

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -2.309987
südlichster Punkt: -4.4692284
westlichster Punkt: 29.000993
östlichster Punkt: 30.8501728


 
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