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Staat Informationen : Dschibuti

Informationen:


Dschibuti [d íiňąbuňźti] (arabisch ō¨Ŕäō®Ŕąō™Ŕä DschńębŇętńę, franz√∂sisch Djibouti, Somali Jabuuti, Afar Gabuuti) ist eine Republik in Ostafrika an der Meerenge Bab al-Mandab. Sie grenzt im Norden an Eritrea, im Westen und im S√ľden an √Ąthiopien und im S√ľdosten an Somalia bzw. das international nicht anerkannte Somaliland sowie im Osten an den Golf von Aden und das Rote Meer. Der Jemen liegt wenige Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Roten Meeres. Mit einer Fl√§che von 23.200 km¬≤ ist der Staat etwa so gro√ü wie Mecklenburg-Vorpommern.

Dschibuti wurde 1977 von Frankreich unabhängig. Die Bevölkerung besteht zu etwa 60 % aus Somali und zu 35 % aus Afar.

Geographie

Naturraum

Die vielgestaltige W√ľstenlandschaft Dschibutis umschlie√üt hufeisenf√∂rmig die weit ins Land reichende Bucht von Tadjoura. Einst lag das Land unterhalb des Meeresspiegels, worauf zahlreiche Korallenriffe hinweisen. Die K√ľste und die ihr vorgelagerten Inseln, Korallenriffe und Unterwasservulkane gelten als Taucherparadies. Dschibuti ist in starkem Ma√üe vulkanisch gepr√§gt; der Vulkan Ardoukoba ist erst 1978 entstanden. Landschaftlich besteht das Territorium zum Teil aus dem gro√üen Senkungsfeld der ariden Afar-Tiefebene, die sich teilweise weit unter das Niveau des Meeresspiegels hinabsenkt. Die gr√∂√üte Tiefe liegt im Assalsee bei 155 m unter dem Niveau des Meeresspiegels. Wenige Kilometer √∂stlich davon geht der See Ghoubet in den Golf von Tadjoura √ľber.

Die Danakil-Berge im Norden bestehen aus kristallinen Massengesteinen und j√ľngeren Basaltdecken. Sie erreichen ihre gr√∂√üte Erhebung an der Grenze zu √Ąthiopien und Eritrea im Mousa Alli mit 2028 m. Im S√ľden des Landes sind Ebenen und Basaltdecken vorherrschend. In seinen abflusslosen Senken und Salzpfannen verdunstet das nur zeitweilig zustr√∂mende Wasser der Wadis; bizarre Salz- und Gipsformationen s√§umen die Ufer des Assalsees (57¬†km¬≤) und des Abbe-Sees. Er wird √ľber den Gamarisee von dem √§thiopischen Fluss Awash gespeist, der sich ‚Äď von Westen her kommend ‚Äď in einem System von mehreren unbesiedelten Salzbecken verliert.

Klima

Da das Land relativ klein ist, befindet es sich in einer einheitlichen Klimazone und kennt keine gro√üen Klimaunterschiede. Die einzigen nennenswerten Schwankungen gibt es bez√ľglich der H√∂henlage des jeweiligen Ausgangspunktes. Hierbei gibt es im Wesentlichen zwei Unterscheidungen: die K√ľstenlinie und die Depressionen sowie die etwas h√∂her gelegenen Regionen im Norden und S√ľden.

An der K√ľste herrscht das ganze Jahr √ľber f√ľr europ√§ische Begriffe Hochsommer, Dschibuti-Stadt ist eine der hei√üesten St√§dte Afrikas. Im Januar bewegen sich die Temperaturen in der Gegend um Dschibuti zwischen 27 und 30¬†¬įC, w√§hrend es in der Nacht auf ca. 20‚Äď22¬†¬įC abk√ľhlt. Ab April beginnen die Temperaturen sprunghaft zu steigen, um von Juni bis August 39‚Äď42¬†¬įC zu erreichen. In der Nacht sinkt die Temperatur in der Regel nicht unter 30¬†¬įC. Erst ab Oktober beginnen sich die Temperaturen wieder um die 30-¬įC-Marke einzupendeln. Die Hitzerekorde in Dschibuti betragen 45,9¬†¬įC f√ľr die Monate Juni und Juli und 45,8¬†¬įC f√ľr August. Absolutes Minimum sind 16¬†¬įC, die in Januar- und Februarn√§chten gemessen wurden.

Die Luftfeuchtigkeit ist ganzj√§hrig eher hoch, mit 70‚Äď75¬†% in den Wintermonaten und einem kleinen Einbruch auf ca. 45¬†% im Hochsommer. Die Hitze wird dadurch h√§ufig unertr√§glich. Der Niederschlag h√§lt sich das ganze Jahr √ľber in Grenzen, im Schnitt gibt es an nur 15 Tagen im Jahr Regen, der sich auf 140‚Äď170¬†mm insgesamt bel√§uft. Der sp√§rliche Regen f√§llt am ehesten im Winter oder bei Gewittern.

Die Meerestemperaturen bewegen sich im Winter bei 25‚Äď27¬†¬įC, im Sommer erreichen sie oft 30¬†¬įC. An den K√ľsten gibt es h√§ufig morgendliche Winternebel. √Ąhnliche klimatische Bedingungen weisen die Depressionen und die Salzpfannen, vor allem rund um den Assalsee auf. Das zum Teil 500 bis knapp 2000¬†m hoch gelegene Hinterland (z.¬†B. Danakilberge) ist etwas feuchter, Niederschl√§ge gibt es aber auch hier nur in der Form seltener Platzregen. Die Temperaturen sinken in der Nacht weiter, am Tag herrschen au√üer in gr√∂√üerer H√∂he ungef√§hr dieselben Werte wie an der K√ľste.

Flora und Fauna

Aufgrund der Regenarmut bedecken Dornbuschsavannen, Halb- und Vollw√ľsten den gr√∂√üten Teil des Landes. Nur in H√∂hen √ľber 1200 m findet man Akazien, Thujen, Wacholderstr√§ucher, wilde Feigen und √Ėlb√§ume. Ein Dornbaum- und Sukkulentenwald erstreckt sich in den Hanglagen des Mousa Alli. Im Naturpark For√™t du Day konnten sich viele der sonst verschwundenen Pflanzenarten erhalten.

Wie in anderen trockenen Regionen in Afrika leben in Dschibuti Gazellen, Antilopen, Zebras, Hy√§nen und Schakale. Der Abbe-See im S√ľdwesten ist bekannt f√ľr die hier zahlreich vorkommenden Ibisse, Pelikane und vor allem Flamingos.

Bevölkerung

Die beiden Hauptvolksgruppen Dschibutis sind die Somali (60¬†% der Gesamtbev√∂lkerung) im S√ľden und die Afar (35¬†%) im Norden und Westen des Landes. Die meisten dschibutischen Somali geh√∂ren zu den Unterclans der Issa und Gadabursi, die beide zum Clan der Dir geh√∂ren; einen kleineren Anteil stellen die Isaaq. Die Afar sind eine Volksgruppe, deren Gebiet zwischen Dschibuti, √Ąthiopien und Eritrea aufgeteilt ist. Zwischen beiden Volksgruppen gibt es gelegentlich ethnische Spannungen; die Issa dominieren seit der Unabh√§ngigkeit das Land politisch, w√§hrend sich manche Afar marginalisiert f√ľhlen.

Europ√§er (gr√∂√ütenteils Franzosen) und Araber (besonders Jemeniten) bilden eine Minderheit von etwa 5¬†% der Bev√∂lkerung. Zus√§tzlich halten sich einige Zehntausend Menschen aus Somalia, √Ąthiopien und Eritrea im Land auf. Die Somalier erhalten in der Regel Asyl, da in ihrem Land B√ľrgerkrieg herrscht; unter den √Ąthiopiern (vor allem aus den Regionen Oromia, Somali und aus dem ehemaligen W√§llo) und den Eritreern sind sowohl Fl√ľchtlinge aufgrund von Menschenrechtsverletzungen als auch Einwanderer aus wirtschaftlichen Gr√ľnden. Das UNHCR betreibt in Ali Adde ein Fl√ľchtlingslager. Im Jahre 2017 waren 12,1¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren.

2016 lebten 77 % der Bevölkerung in Städten. Die Lebenserwartung lag bei 63 Jahren, und 31,7 % waren unter 15 Jahre alt. Das Bevölkerungswachstum lag 2016 bei schätzungsweise 2,2 %. Eine Frau bekam in ihrem Leben im Durchschnitt 2,35 Kinder. Die Amtssprachen sind Arabisch und Französisch, die wichtigsten gesprochenen Sprachen sind jedoch Somali und Afar, die beide zu den tieflandostkuschitischen Sprachen gehören. 94 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime. Die kleine christliche Minderheit ist größtenteils äthiopisch-orthodox; es existiert jedoch auch ein katholisches Bistum Dschibuti.

Entwicklung der Bevölkerung

Quelle: UN

Urbanisierung und Städte

Das urspr√ľnglich nomadisch gepr√§gte Land hat seit der Kolonialzeit eine rasante Urbanisierung durchlaufen. Bereits 1960 lebten mehr Einwohner in St√§dten als auf dem Land. Heute leben je nach Berechnungsmethode zwischen 70¬†% und 88¬†% der Bev√∂lkerung in St√§dten; das offizielle Resultat des Zensus von 2009 ergab, dass von 818.159 Einwohnern 577.000 in st√§dtischem Gebiet wohnen.

Die mit riesigem Abstand größte Stadt des Landes ist Dschibuti-Stadt, die von 40.000 Einwohnern im Jahre 1960 auf mittlerweile etwa 600.000 Einwohner angewachsen ist. Trotz aller Probleme, die das schnelle Wachstum von Dschibuti-Stadt mit sich bringt, gilt sie als dynamischste und reichste Stadt am Horn von Afrika, vor allem wegen des modernen und aktiven Hafens und der Kaufkraft der dschibutischen Währung. Die kleineren Städte sind in den ersten 20 Jahren nach der Unabhängigkeit langsamer gewachsen als der Landesdurchschnitt, erst seit Ende der 1990er Jahre wächst der Anteil der kleinen Städte an der Gesamtbevölkerung und erreicht heute etwa 10 %.

Die f√ľnf Regionen des Landes sind nur sehr schwach urbanisiert, keine der Regionen hat eine Stadtbev√∂lkerung von mehr als 50¬†%. In der Regel stellen nomadisch lebende Menschen au√üerhalb der Hauptstadt die Mehrheit der Bev√∂lkerung.

Soziale Lage

Dschibuti ist ein hochgradig unterentwickeltes Land; die Arbeitslosenquote lag 2005 bei offiziell 60¬†%. Die ausgepr√§gte Landflucht nach Dschibuti-Stadt l√§sst die st√§dtische Arbeitslosigkeit weiter ansteigen, und etwa die H√§lfte der Stadtbev√∂lkerung lebt in Slums. Zwar sterben in Dschibuti kaum Menschen an Hunger, aber in Slums wie Arhiba haben die meisten Einwohner nicht ausreichend zu essen. Ein Hafenarbeiter verdient 500 dschibutische Franc (DJF) am Tag, was etwa 2,05 Euro entspricht (Stand: November 2010). Ein Laib Brot kostet 20 DJF, im Gegensatz dazu m√ľssen andere Lebensmittel (z.¬†B. Fr√ľchte) und G√ľter teuer importiert werden. Beim Index der menschlichen Entwicklung 2019 steht Dschibuti auf dem 166. Platz.

Das autokratisch regierte Dschibuti gilt dennoch als politisch ‚Äěstabil‚Äú, so dass mehrere Staaten Milit√§rpr√§senzen aufbauten, darunter die Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien, Spanien, Japan und die T√ľrkei. Auch bundesdeutsche Soldaten sind im Rahmen der Anti-Piraterie-Mission Atalanta zeitweise in Dschibuti stationiert. Neben Saudi-Arabien baut zuletzt auch China eine Milit√§rbasis auf. China investiert Milliarden in die Infrastruktur Dschibutis, etwa in die Bahnstrecke Addis Abeba‚ÄďDschibuti von √Ąthiopien nach Dschibuti. Die Bahn wurde im Oktober 2016 er√∂ffnet.

Bildung

Das Bildungswesen Dschibutis ist stark von Frankreich beeinflusst. Obwohl Bem√ľhungen von offizieller Seite in den 1990er Jahren zu einer Erh√∂hung der Sch√ľlerzahl f√ľhrten, ist das Bildungswesen weiterhin unterhalb der Erwartungen der Bev√∂lkerung und den Bed√ľrfnissen eines sich entwickelnden Landes. Das Schulsystem orientiert sich am franz√∂sischen Vorbild, eine Schulpflicht besteht jedoch weiterhin nicht. 2007 gab es in Dschibuti 81 √∂ffentliche Grundschulen, 24 registrierte private Grundschulen, 12 weiterf√ľhrende Schulen und 2 Berufsschulen. Die Analphabetenrate lag bei rund 30¬†% (22¬†% f√ľr M√§nner und 42¬†% f√ľr Frauen).

Gesundheit

Eine Sozialgesetzgebung existiert nicht, auch das Gesundheitssystem ist schwach entwickelt. Insgesamt gab Dschibuti 2014 8,5¬†% der Wirtschaftsleistung f√ľr Gesundheit aus. Die Lebenserwartung bei der Geburt lag im Zeitraum von 2010 bis 2015 f√ľr Neugeborene bei 61,6 Jahren (Frauen: 63,2 Jahre, M√§nner: 60,0 Jahre). Die Fruchtbarkeitsrate betr√§gt etwa f√ľnf Kinder pro Frau. Die √Ąrztedichte betr√§gt 18 √Ąrzte pro 100 000 Einwohner. 2016 waren knapp 1,5¬†% der Bev√∂lkerung mit HIV infiziert, womit Dschibuti eine der niedrigeren Raten in Afrika hatte. Knapp 29,5¬†% der Kinder unter 5 Jahren waren unterern√§hrt.

2016 betrug die Kindersterblichkeit in Dschibuti 6,4 %. 1990 lag sie bei 11,8 % und 1976 noch bei 17,3 %.

Entwicklung der Lebenserwartung

Quelle: UN

Geschichte

Zur vorkolonialen Geschichte der Afar siehe: Sultanat Adal

Ebenso wie Somalia geriet das heutige Dschibuti zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert unter die Herrschaft arabischer Sultane, die die nomadische Hirtenbev√∂lkerung islamisierten. Das strategische Interesse der Franzosen an dem Gebiet war durch den Bau des Sueskanals (1859‚Äď1869) erwacht. 1862 hatte Frankreich das Gebiet von Obock sowie das K√ľstenland erworben. Damit wollte es ein Gegengewicht zum britischen Milit√§rhafen in Aden schaffen. 1892 nahm Frankreich Besitz von den bis dato autonomen Sultanaten der Stadt Dschibuti. 1896 wurde Dschibuti zur franz√∂sischen Kolonie Franz√∂sische Somalik√ľste mit Dschibuti als Hauptstadt erkl√§rt. 1917 erfolgte die Fertigstellung einer 781¬†Kilometer langen Bahnlinie nach Addis Abeba (siehe Schienenverkehr in √Ąthiopien). Damit war das Gebiet f√ľr Frankreich auch von wirtschaftlichem Interesse, denn Dschibuti wurde zum wichtigsten Ausfuhrhafen des Nachbarlandes √Ąthiopien. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Landesinnere erschlossen.

Im Jahre 1946 erfolgte die Umwandlung der Kolonie in ein franz√∂sisches √úberseeterritorium. Entsprechend dem Gesetz Loi Lamine Gu√®ye von 1946 hatten alle B√ľrgerinnen und B√ľrger der √úberseeischen Territorien das Wahlrecht f√ľr Wahlen zum Franz√∂sischen Parlament, sodass f√ľr die Wahl dieses Gremiums ein Frauenwahlrecht bestand. Gew√§hlt wurde jedoch in zwei Klassen (coll√®ges).

1956 bekam Dschibuti begrenzte Autonomie durch die loi-cadre Defferre. Erst dieses Gesetz garantierte das allgemeine Wahlrecht. 1957 wurde ein eigenes Kabinett und Territorialparlament gebildet. W√§hrend die Afar diesen Status mehrheitlich beibehalten wollen, strebten viele Issa die Unabh√§ngigkeit und den Anschluss Dschibutis an ein Gro√ü-Somalia an. Vor allem der Issa-F√ľhrer Mahamoud Harbi setzte sich f√ľr diese Ziele ein. 1958 sprach sich die Bev√∂lkerung in einem Referendum mehrheitlich f√ľr einen Verbleib bei Frankreich aus. Das hie√ü f√ľr die Afar eine Beg√ľnstigung durch die franz√∂sische Kolonialherrschaft. Ein neues Referendum am 19. M√§rz 1967 f√ľhrte zu Spannungen zwischen den Nachbarstaaten √Ąthiopien und Somalia. Die Afar sympathisierten mit Frankreich und √Ąthiopien, die Issa mit Somalia. Durch den Druck der franz√∂sischen Beh√∂rden entspannte sich die Situation wieder und das Gebiet nannte sich seither ‚ÄěFranz√∂sisches Afar- und Issa-Territorium‚Äú (Territoire Fran√ßais des Afars et des Issas).

Nach wiederholten Unruhen 1972 gew√§hrte Frankreich eine weitgehende Selbstverwaltung. 1974 forderten die UNO und mehrere afrikanische Staaten die Unabh√§ngigkeit. Nach einer erneuten Volksabstimmung kam es unter weitgehender Stimmenthaltung der Afar am 27. Juni 1977 (Nationalfeiertag) zur Unabh√§ngigkeit von Frankreich. Erster Pr√§sident des Landes wurde Hassan Gouled Aptidon. Der Issa-Politiker bildete zwar ein Kabinett mit allen ethnischen Gruppen ‚Äď der Ministerpr√§sident und der Au√üenminister waren Afar ‚Äď, dennoch √§u√üerten Afar immer wieder Unmut √ľber ihre zweitrangige politische Situation, was zu diversen Regierungskrisen und -umbildungen f√ľhrte. Das allgemeine Wahlrecht unabh√§ngig vom Geschlecht wurde 1977 best√§tigt.

Nach seinem deutlichen Wahlsieg 1981 entschloss sich Gouled zu einer entschiedenen Haltung, erkl√§rte Dschibuti zum Einparteienstaat unter seiner Issa-gef√ľhrten Partei Rassemblement Populaire pour le Progr√®s (RPP) und verbot alle anderen Parteien.

In den folgenden Jahren konsolidierte sich die innenpolitische Lage. Am 21. M√§rz 1981 unterzeichnete der Pr√§sident einen Freundschaftsvertrag mit dem Nachbarland √Ąthiopien mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Seit 1986 agierte Dschibuti als Friedensvermittler zwischen √Ąthiopien und Somalia. Ab 1988 wurde Dschibuti Aufnahmeland f√ľr somalische Fl√ľchtlinge, woraufhin sich die Beziehungen zu Somalia verschlechterten. 1989 zerst√∂rte eine √úberschwemmungskatastrophe 70¬†% von Dschibuti-Stadt.

1991 setzten im Norden des Landes Kampfhandlungen zwischen Afar-Rebellen und Regierungstruppen ein. Die Erfolge der Rebellen bewogen die Regierung, 1992 wieder ein Mehrparteiensystem einzuf√ľhren. Der B√ľrgerkrieg wurde mit einem Friedensabkommen im Dezember 1994 weitgehend beendet, ein Teil der Rebellen war noch bis 2001 aktiv. Pr√§sident Gouled trat 1999 aus gesundheitlichen Gr√ľnden zur√ľck. Sein Nachfolger wurde Ismail Omar Guelleh von der RPP.

Mitte 2008 kam es im umstrittenen Grenzgebiet um Ras Doumeira mehrfach zu Zusammenstößen dschibutischer Truppen mit Truppen Eritreas. Die USA und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschuldigten Eritrea der militärischen Aggression gegen Dschibuti.

Politik

Politisches System

Gem√§√ü der Verfassung von 1992 ist Dschibuti eine Pr√§sidialrepublik. Staatsoberhaupt ist der f√ľr f√ľnf Jahre direkt vom Volk gew√§hlte Staatspr√§sident, der zugleich Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte ist. Er ernennt den Regierungschef und dessen Kabinett. Erster Pr√§sident des Landes wurde Hassan Gouled Aptidon, der das Land von 1977 bis 1999 regierte. Sein Nachfolger wurde sein Neffe Ismail Omar Guelleh. 2016 wurde er nach offiziellen Zahlen mit 87¬†% f√ľr eine dritte Amtszeit gew√§hlt. Bei den Wahlen am 9. April 2021 erhielt Guelleh 97,44¬†% der Stimmen. Die Opposition boykottierte diese gr√∂√ütenteils.

Die legislative Gewalt liegt bei der Nationalversammlung mit 65 f√ľr f√ľnf Jahre direkt gew√§hlten Abgeordneten. Die regierende Partei Rassemblement Populaire pour le Progr√®s (RPP) war von 1981 bis 1992 die einzig legale Einheitspartei und dominiert bis heute die Politik des Landes. Kritiker betrachten Dschibuti deshalb als De-facto-Einparteienstaat und werfen der Regierung autorit√§re Tendenzen vor. Bei den Parlamentswahlen 2003 gewannen die in der Union pour l‚ÄôAlternance D√©mocratique vereinigten Oppositionsparteien fast 37¬†% der Stimmen, aber s√§mtliche 65 Sitze gingen durch das Mehrheitswahlsystem an die von der RPP gef√ľhrte Union pour la Majorit√© Pr√©sidentielle (UMP) mit 62,7¬†% Stimmenanteil. Die anschlie√üenden Parlamentswahlen 2008 und 2013 wurden daher von den meisten Oppositionsparteien boykottiert. 2014 schlossen diese zwar ein Abkommen mit der Regierung zur Umsetzung von Wahlreformen, jedoch wurde dieses nicht eingehalten, so dass auch die Wahlen 2018 gr√∂√ütenteils boykottiert wurden. Die regierende UMP erh√∂hte ihre Mehrheit auf 57 von 65 Sitzen. Die oppositionelle Union f√ľr Demokratie und Gerechtigkeit ‚Äď Dschibutische Demokratische Partei (UDJ-PDD) gewann sieben Sitze, und das Zentrum der Einheitlichen Demokraten (CDU) einen.

Das Rechtswesen orientiert sich am islamischen Recht; höchste Instanz ist der Oberste Gerichtshof.

Militär und Sicherheit

Die Streitkr√§fte Dschibutis haben eine Truppenst√§rke von ungef√§hr 4000 Mann. Die Landstreitkr√§fte als gr√∂√ütes Kontingent bestehen aus 3500 Soldaten, sieben Regimentern und 48 gepanzerten Fahrzeugen. Die Marine verf√ľgt √ľber sechs Patrouillenboote. Die Luftwaffe besitzt zwei Transportflugzeuge (Cessna 208 und Let L-410) und drei Hubschrauber (1 Eurocopter AS 355 und 2 Mil Mi-8/17).

Neben den Truppen Dschibutis sind ausl√§ndische Kontingente im Land stationiert, so auch das 5e R√©giment interarmes d‚Äôoutre-mer (5e RIAOM) der franz√∂sischen Armee de Terre. Neben Frankreich, im Rahmen der Forces fran√ßaises stationn√©es √† Djibouti (FFDj) (mit etwa 2000 Soldaten; 2012), und den USA (Camp Lemonnier) unterhalten auch Japan und Deutschland dort einen st√§ndigen St√ľtzpunkt. China hat im Dezember 2015 den Bau einer Milit√§rbasis in Dschibuti angek√ľndigt und berichtet im Juli 2017 Milit√§rpersonal zur Inbetriebnahme entsendet zu haben.

Die Deutsche Marine setzt seit 2008 am Horn von Afrika Soldaten im Rahmen der Operation Atalanta ein. Die Einheiten werden jeweils f√ľr mehrere Monate an das Bab al-Mandab verlegt, um vom s√ľdlichen Roten Meer √ľber den Golf von Aden bis in den Golf von Oman den Schiffsverkehr zu √ľberwachen.

Die deutsche Beteiligung erfolgt seit dem 22. Dezember 2008 durch einen Beschluss des Bundestags vom 19. Dezember 2008. Das Mandat wurde seitdem immer wieder verlängert. Der Bundestag hat zuletzt am 27. Mai 2020 die Fortsetzung des Einsatzes der Bundeswehr am Horn von Afrika bis zum 31. Mai 2021 bei einer Mandatsobergrenze von 400 Soldaten beschlossen.[veraltet] Die Seestreitkräfte des Marineverbandes sichern gemeinsam mit den Koalitionspartnern die Seeverbindungslinien durch Kontrolle von verdächtigen Schiffen. Ziel ist es, den Nachschub und die Fluchtwege von vermuteten Piraten bzw. Terrorgruppen abzuschneiden.

Verwaltungsgliederung und Dezentralisierung

Während der Kolonialzeit erfolgte die administrative Gliederung des Gebiets dem zentralistischen Vorbild Frankreichs. Es wurden neben dem Hauptstadtbezirk vier Militärbezirke eingerichtet. Nach der Unabhängigkeit behielt man diese Gliederung bei, an der Spitze der Bezirke standen zivile Verwalter, die die Zentralregierung in ihrem jeweiligen Bezirk vertraten. Erste Dezentralisierungsversuche wurden bereits 1979 zugunsten der nationalen Einheit aufgegeben, kurze Zeit später wurde aus Dschibuti ein Einparteienstaat, in dem Dezentralisierung keine Rolle spielte.

Neben der Einf√ľhrung eines Mehrparteiensystems geh√∂rte auch die Dezentralisierung zu den Vereinbarungen des Friedensvertrages vom 7. Februar 2000, der den Dschibutischen B√ľrgerkrieg beendete. Auch internationale Geldgeber wie die Weltbank, der internationale W√§hrungsfonds oder das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen forderten sie. Im Jahr 2002 wurde das Gesetz √ľber die Dezentralisierung und den Status der Regionen verabschiedet. Es sieht die Gliederung des Landes in f√ľnf Regionen und die Hauptstadt Dschibuti, die einen Sonderstatus (ville) besitzt, vor; die Hauptstadt unterteilt sich ihrerseits in drei Kommunen. Am 10. M√§rz 2006 wurden die ersten Kommunal- und Regionalwahlen abgehalten, seitdem haben die Kommunen und Regionen eine gew√§hlte Volksvertretung und eine durch diese Volksvertretung bestimmte Exekutive. In die Zust√§ndigkeiten der Regionen und Kommunen fallen nun der Personenstand, das Stra√üenbauwesen, die Verwaltung der M√§rkte und die Gerichte des traditionellen Gewohnheitsrechts. Es sind jedoch Fragen zur Finanzierung dieser K√∂rperschaften offen, auch fehlt es an kompetentem Personal.

Außenpolitik

Dschibuti ist Mitglied der UNO und der Arabischen Liga. Die Intergovernmental Authority on Development (IGAD) hat ihren Sitz in Dschibuti.

Verkehr

Das unzureichend ausgebaute Stra√üennetz hat eine L√§nge von 3100¬†Kilometer, knapp 400¬†Kilometer davon sind befestigt. Die wichtigste und meistbefahrene Route f√ľhrt von Dschibuti-Stadt in die √§thiopische Hauptstadt Addis Abeba. Sie stellt die √∂konomische Lebensader des Landes dar.

Die Hauptstadt besitzt einen modernen Tiefwasserhafen mit Freihafen und Containerterminal. Dank zahlreicher Investoren von der arabischen Halbinsel konnten zuletzt bedeutende Erweiterungen der Hafenanlagen in Doraleh errichtet werden. Seit der Fertigstellung im April 2009 verf√ľgt das Land √ľber einen der gr√∂√üten Container-Terminals der Region. Der Hafen entwickelt sich zum wichtigsten in Ostafrika.

Am s√ľdlichen Rand der Hauptstadt liegt der internationale Flughafen Dschibuti, der das Land mit der Au√üenwelt verbindet. Neben dem kleinen Zivilflughafen dient er auch als wichtiger Luftwaffenst√ľtzpunkt der USA.

Die 756¬†Kilometer lange normalspurige Bahnstrecke Dschibuti‚ÄďAddis Abeba (davon 100¬†Kilometer in Dschibuti), die von der Volksrepublik China gebaut wurde, f√ľhrt seit ihrer Er√∂ffnung im Oktober 2016 wieder vom Hafen Dschibuti nach Addis Abeba. Sie ersetzt die 1917 er√∂ffnete Schmalspurstrecke, die seit 2008 jenseits von Dire Dawa stillgelegt war.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Dschibutis st√ľtzt sich vor allem auf den Dienstleistungsbereich. 80,2¬†% des gesamten BIP wurde nach Sch√§tzungen 2017 in diesem Sektor erwirtschaftet. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Dschibuti aufgrund seiner Lage an der Zufahrt zum Roten Meer ein Drehkreuz im Welthandel ist. Die Landwirtschaft hatte dagegen nur einen Anteil von 2,4¬†%, Erwerbst√§tig waren aber im gleichen Jahr 78¬†% der Bev√∂lkerung in der Landwirtschaft. Die Industrie hatte einen Anteil von 17,3¬†% am BIP. In der Industrie dominieren Kleinbetriebe, die unter anderem Nahrungsmittel, Getr√§nke, Textilien und M√∂bel herstellen. Dschibuti m√∂chte gerne mit Hilfe chinesischer Kredite zum Industriestandort werden. Investitionen flossen zum Beispiel in den Bau einer Bahnlinie von der √§thiopischen Hauptstadt Addis Abeba nach Dschibuti, in den Ausbau des Hafens und eine Sonderwirtschaftszone. Jean-Pierre Cabestan, Professor f√ľr Internationale Studien an der Hong Kong Baptist University bezweifle jedoch, "dass Dschibuti mehr als ein Transitzentrum f√ľr √Ąthiopien und die Region sein kann. Die Bev√∂lkerung ist sehr klein und es wird sehr lange dauern, gen√ľgend Menschen f√ľr die Arbeit in Industriebetrieben auszubilden."

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 885,9 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 685,7 Mio. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 10,6¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2014 40,5¬†% des BIP. Wichtigste Einnahmequelle sind die Zahlungen Frankreichs, Italiens, Japans, der USA und Chinas f√ľr die im Land stationierten Milit√§reinheiten in H√∂he von rund 120 Mio. US-Dollar.

Die Arbeitslosenquote wird 2017 mit ca. 40 % angegeben und zählt damit zu den höchsten der Welt. 2014 wurde sie noch auf 60 % geschätzt.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Landwirtschaft

Wegen des allgemein trockenen Klimas und immer wieder auftretender D√ľrren ist Landwirtschaft in Dschibuti nur sehr beschr√§nkt m√∂glich. Etwa 9¬†% der Fl√§che ist als Weideland nutzbar, die extensive Viehwirtschaft wird weitgehend von Nomaden betrieben. In bescheidenem Umfang werden Gem√ľse, Feigen und Kaffee angebaut.

Bis zu 80¬†% der Nahrungsmittel werden aus dem Ausland, insbesondere aus √Ąthiopien, eingef√ľhrt. Gem√§√ü einem Bericht der Weltbank ist Dschibuti daher neben Haiti eines der L√§nder mit der gr√∂√üten Ern√§hrungsunsicherheit und hoher Anf√§lligkeit f√ľr Nahrungsmittelpreissteigerungen.

Um seine Ern√§hrungssicherheit zu erh√∂hen, hat Dschibuti Ackerland im Sudan, in der Oromia-Region √Ąthiopiens und in Malawi erworben.

Bodenschätze und Energie

Salz aus den zahlreichen Salzseen wird traditionell als Handelsgut abgebaut und in das Hochland von √Ąthiopien verkauft (vgl. Amole); die eigene Salzversorgung Dschibutis h√§ngt allerdings von Importen ab. Ein US-amerikanisches Unternehmen plant eine Industrialisierung der Salzgewinnung.

Die Energieversorgung beruht vollständig auf importiertem Erdöl.

Tourismus

Der Tourismus steht noch am Anfang. Mit dem Ausbau der entsprechenden Infrastruktur sollen vor allem Transitreisende zu einem mehrtägigen Aufenthalt bewogen werden. Gute Entwicklungsmöglichkeiten bestehen vor allem im Bereich des Angel- und Tauchtourismus.

2010 besuchten knapp 51.000 Touristen das Land. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich 2015 auf 31 Mio. US-Dollar.

Handel

2016 importierte Dschibuti Waren im Wert von 992 Mio. USD und zwar vor allem Nahrungsmittel, Maschinen, Kleidung, Erdöl und -produkte vor allem aus China, Saudi-Arabien und Indonesien.

2015 exportierte es Waren im Wert von 146 Mio. USD und zwar vor allem Häute, Felle und andere Viehzuchtprodukte vor allem nach Somalia, die USA und Jemen.

Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 15 Prozent der dschibutischen Steuereinnahmen aus dem Handel mit der Blätterdroge Khat stammen, von denen (Stand Februar 2021) täglich 15 Tonnen nach Dschibuti importiert werden.

Literatur

  • Wegweiser zur Geschichte: Horn von Afrika. Im Auftrag des Milit√§rgeschichtlichen Forschungsamtes hrsg. von Dieter H. Kollmer und Andreas M√ľckusch. Paderborn, M√ľnchen, Wien, Z√ľrich, Ferdinand Sch√∂ningh 2007, 288 S., ISBN 978-3-506-76397-6

Weblinks

  • Offizielle Webpr√§senz der Republik Dschibuti (franz√∂sisch)
  • L√§nder- und Reiseinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu Dschibuti
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Dschibuti
  • Djibouti profile auf BBC News (englisch)
  • Karte 1:250.000 (Nordteil)
  • Karte 1:250.000 (S√ľdteil)
  • Karte mit alten Distriktgrenzen (PDF; 134¬†kB)
  • spiegel.de, 8. Februar 2018, Dietmar Pieper: How Djibouti Became China's Gateway To Africa ("Wie Dschibuti Chinas Tor nach Afrika wurde")

Einzelnachweise



 

Region Regionen (0)

Abk Name O
DJ.AS Ali Sabieh  
Arta  
DJ.DK Dikhil  
DJ.DB Djibouti  
DJ.OB Obock  
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Flagge: Djibouti

Name englisch: Djibouti
Hauptstadt: Djibouti
Kfz: DJI
ISO: DJ
ISO3: DJI
Fläche: 23000 km²
Tld: .dj
Wärung Einheit: DJF
Währung: Franc
Vorwahl: 253

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 12.7133956
südlichster Punkt: 10.9319442
westlichster Punkt: 41.7597221
östlichster Punkt: 43.4169731


 
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