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Staat Informationen : Philippinen

Informationen:


Die Philippinen ([filÉȘˈpiːnən], amtlich Republik der Philippinen, Filipino Republika ng Pilipinas [ˌpÉȘlÉȘˈpinɐs], englisch Republic of the Philippines, spanisch RepĂșblica de Filipinas) sind ein Staat und Archipel mit 7.641 Inseln im westlichen Pazifischen Ozean und gehören zu SĂŒdostasien. Sie bilden den fĂŒnftgrĂ¶ĂŸten Inselstaat der Welt (nach Indonesien, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Japan). Die Philippinen sind neben Osttimor (Timor-Leste) der einzige asiatische Staat mit katholischer Bevölkerungsmehrheit. Ihren Namen erhielten sie von dem Entdecker Ruy LĂłpez de Villalobos, der die Inseln zu Ehren des spanischen Infanten Philipp Las Islas Filipinas nannte.

Geographie

Allgemein

Das SĂŒdchinesische Meer trennt die Inselgruppe im Westen von Vietnam, die Sulusee im SĂŒdwesten von Malaysia, die Celebessee im SĂŒden von Indonesien. Im Osten erstreckt sich die Philippinensee.

Der Archipel erstreckt sich von 5 bis 21 Grad nördlicher Breite und von 117 bis 125 Grad östlicher LÀnge.

Die Philippinen bestehen aus insgesamt 7641 Inseln, von denen 3144 mit einem Namen benannt und etwa 880 bewohnt sind. Von den Inseln haben 13 Inseln eine FlĂ€che von mehr als 1000 kmÂČ, 47 Inseln haben eine FlĂ€che von mehr als 100 kmÂČ und 357 Inseln sind grĂ¶ĂŸer als 2,5 kmÂČ. Von den Inseln haben lediglich elf eine FlĂ€che von mehr als 2500 kmÂČ; die grĂ¶ĂŸten sind Luzon, Mindanao, Samar, Negros, Mindoro, Panay und Palawan. Auf den Inseln fließen insgesamt 421 grĂ¶ĂŸere FlĂŒsse, und es gibt 79 natĂŒrliche Seen. Die KĂŒstenlĂ€nge der Philippinen betrĂ€gt 36.289 Kilometer.

Der Archipel wird allgemein in drei Großregionen unterteilt:

  • die Inselgruppe Luzon im Norden und Westen, die maßgeblich aus den Inseln Luzon, Masbate, Mindoro und Palawan besteht
  • die Inselgruppe der Visayas in der Mitte, die unter anderem die Inseln Panay, Negros, Cebu, Leyte, Samar und Bohol umfasst
  • die Inselgruppe Mindanao im SĂŒden, die sich unter anderem aus der Insel Mindanao, der Insel Basilan sowie dem Sulu-Archipel mit der Insel Jolo zusammensetzt.

Im Kern sind die Inseln die Spitzen von ĂŒber den Meeresspiegel aufragenden submarinen Gebirgsketten, an der Grenze zweier Kontinentalplatten, der Philippinischen und der Eurasischen. GroßrĂ€umig gesehen sind die Philippinen Teil des Pazifischen Feuerrings mit Erdbeben und Vulkanismus als hĂ€ufigen Begleiterscheinungen dieser Lage an der Plattengrenze. Es existieren derzeit etwa 20 aktive Vulkane, von denen der Mayon und der Taal – beide auf Luzon gelegen – in den letzten Jahren besondere AktivitĂ€t zeigten. Der Ausbruch des Pinatubo 1991 war der weltweit zweitstĂ€rkste des 20. Jahrhunderts. Die höchste Erhebung der Philippinen ist der Berg Apo. Östlich der Inselgruppe verlĂ€uft der Philippinengraben, mit einer Tiefe von bis zu 10.540 m einer der tiefsten TiefseegrĂ€ben der Erde. Als Folge von Seebeben können riesige Flutwellen, die Tsunamis, an den Außenriffen der Philippinen entstehen.

Zwischen den Inseln befindet sich eine Vielzahl von Binnenmeeren und Golfen, die durch Meerstraßen verbunden sind. Die wichtigsten Binnenmeere sind Sibuyan-See, Samar-See, Visayas-See, Mindanaosee und Camotes-See.

Inseln

Es werden hier nur die Inseln aufgelistet, die grĂ¶ĂŸer als 200 kmÂČ sind. Die Tabelle ist vorsortiert nach der LandflĂ€che.

Klima

Das Klima der Philippinen wird vor allem durch die NĂ€he zum Meer geprĂ€gt, denn kein Ort ist weiter als 200 km von der KĂŒste entfernt. Das Klima der Philippinen lĂ€sst sich als zumeist tropisch und in den höheren Lagen der Gebirge als subtropisch bezeichnen. Am Berg Pulag fĂ€llt in den kalten Jahreszeiten gelegentlich sogar Schnee. Die durchschnittliche Jahrestemperatur auf den Philippinen wird mit 26,5 °C angegeben. Die Effektive Klimaklassifikation der Philippinen wird in dem von Wladimir Peter Köppen entwickelten System als Tropische Klimate charakterisiert.

Taifune und tropische StĂŒrme treten in den Philippinen das gesamte Jahr auf, wobei hier eine klare Zweiteilung des Landes erkennbar ist. Der nördliche und östliche Teil der Inselgruppe wird in den Monaten Juli bis September regelmĂ€ĂŸig von zum Teil heftigen Taifunen heimgesucht, die Windgeschwindigkeiten von ĂŒber 250 km/h erreichen können (der Taifun Haiyan im November 2013 beispielsweise hatte Spitzenwerte von 315 km/h). Der Rest der Inselgruppe wird ĂŒber das Jahr von zum Teil heftigen tropischen StĂŒrmen heimgesucht, die zum Teil große Regenmengen ĂŒber den Landmassen niedergehen lassen. Die jĂ€hrlichen Niederschlagsmengen fallen sehr unterschiedlich aus. Die niedrigsten Niederschlagsmengen fallen in der Region um General Santos mit 965 mm und höchsten in der Region um Infanta mit 4.064 mm und in den zentralen und östlichen Teilen der Insel Luzon.

Klimazonen

Um die regionalen Klimata zu bestimmen wurde 1921 die Corona-Klassifikation eingefĂŒhrt. Diese umfasst vier unterschiedliche regionale Klimatypen:

Typ I erlaubt die Unterscheidung in eine Regen- und eine Trockenzeit. Die Regenzeit wird hierbei von Mai bis November festgelegt, wobei die stĂ€rksten NiederschlĂ€ge von Juni bis September fallen. Dieses umfasst die Regionen Ilocos-Region, den westlichen Teil der Mountain-Provinz, westlichen Teil der Region Central Luzon und CALABARZON, Metro Manila, Occidental Mindoro, die sĂŒdlichen Gebiete der Inseln Panay und Negros und den Nordwesten der Insel Palawan.

Im Klimatyp Typ II gibt es keine Trennung von Trocken- und Regenzeit, NiederschlĂ€ge fallen das gesamte Jahr, wobei die Hauptniederschlagsperiode von Dezember bis Februar ist und die geringsten NiederschlĂ€ge von MĂ€rz bis Mai fallen. Klimatyp Typ II gilt fĂŒr die Regionen Cagayan Valley, den sĂŒdwestlichen Teil der Region CALABARZON, den Polillo-Archipel, Bicol-Region, den Nordosten der Insel Samar, das sĂŒdliche Leyte, Teile der Region Caraga (Nordost-Mindanao) und den Nordosten der Zamboanga-Halbinsel.

Im Klimatyp Typ III gibt es keine Trennung von Trocken- und Regenzeit, NiederschlĂ€ge fallen das gesamte Jahr, wobei es keine Hauptniederschlagsperiode gibt, jedoch eine niedrige NiederschlagsintensitĂ€t von Dezember bis MĂ€rz oder von MĂ€rz bis Mai gibt. Dieses umfasst die Regionen des nordöstlichen Luzons, Teile der Region Cagayan Valley, die Provinz Bulacan, die östlichen Teile der Region CALABARZON, Oriental Mindoro, Romblon, Marinduque, den Norden und Nordosten der Insel Panay, Negros Occidental, Siquijor, Zamboanga del Sur, die zentralen und sĂŒdlichen Teile der Insel Mindanao und des Sulu-Archipels.

Im Klimatyp Typ IV gibt es keine Trennung von Trocken- und Regenzeit, NiederschlĂ€ge fallen das gesamte Jahr, wobei sich die NiederschlĂ€ge gleichmĂ€ĂŸig ĂŒber das Jahr verteilen.

Klimawandel

Die Philippinen gelten als eines der LÀnder, die am stÀrksten von den Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels betroffen sein werden.

Laut Angaben der United Nations University Institute for Environment and Human Security standen die Philippinen 2011 auf Platz drei auf der Gefahrenskala fĂŒr die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen, weltweit. Das Land steht an Platz zehn fĂŒr die Wahrscheinlichkeit von der vom Klimawandel ausgehenden Bedrohungen fĂŒr die BiodiversitĂ€t und der Bevölkerung, wiederum weltweit und es steht auf Platz fĂŒnf der LĂ€nder die am stĂ€rksten vom Meeresspiegelanstieg betroffen sein werden.

Tier- und Pflanzenwelt

Vor 175.000 Jahren, im Mittleren PleistozĂ€n, war der Meeresspiegel so niedrig, dass eine oder mehrere durchgehende LandbrĂŒcken in die umliegenden Regionen Asiens bestanden, die insbesondere von Tieren intensiv genutzt wurden, aber auch vom Homo erectus und seit ca. 70.000 Jahren vom modernen Menschen. Nach Wiederanstieg des Meeresspiegels wurden viele Lebewesen von den ĂŒbrigen Arten isoliert, so dass sich die vielfĂ€ltige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln konnte. Biogeographisch gehören die Philippinen jedoch zum Malaiischen Archipel, da die bekannte Wallace-Linie sĂŒdlich des Archipels verlĂ€uft. Die frĂŒher gebrĂ€uchliche Bezeichnung Huxley-Linie, die von Nord-Luzon ausgehend im SĂŒden im Bereich zwischen Borneo und Sulawesi an die bekanntere Wallace-Linie anschließt, trennte die Insel Palawan von dem ĂŒbrigen Archipel, was die Verteilung unterschiedlichen Tierarten nicht restlos erklĂ€rte. Heute wird mikrobiogeographisch von dem Palawan–Busuanga–Mindoro Archipel und dem nördlichen Luzon, Visayas–Mindanao, Halmahera, Molukken und Sulawesi Archipel unterschieden, so dass die Philippinen zusammenfassend zur Indo–Malaiisch–Philippinen BiogeosphĂ€renzone gezĂ€hlt werden.

Land

Die philippinische Tierwelt ist der indonesischen sehr Ă€hnlich. Auf den Philippinen existieren insgesamt ĂŒber 5000 verschiedene Tier- und unzĂ€hlige Insektenarten sowie 14.000 verschiedene Pflanzen. Darunter sind das Tamarau, Carabao, Papageien, Flughörnchen, Delfine, Krokodile, Schlangen, Koboldmakis, Schildkröten, Echsen und andere.

Auf den Philippinen lebt eine Vielzahl endemischer Tiere, darunter allein auf Palawan das Palawan-Schuppentier Manis (Paramanis) culionensis, der Rotsteißkakadu (Cacatua haematuropygia), die hauskatzengroße Bengalkatze (Prionailurus bengalensis), der Palawan-Pfaufasan, die Palawan-Ratte und das Palawan-Bartschwein. Nur auf den Philippinen verbreitet ist die Philippinenente, eine Art aus der Stockenten-Gruppe. Weitere Tiere sind das Philippinen-Spitzhörnchen, die Mammutschnecke (Ryssota otaheitanader), der Philippinenadler und die Philippinen-Schwarzstrichtaube.

Meer

Im kĂŒstennahen Meer findet man auch heute viele Korallenriffe mit einer weltweit einzigartigen BiodiversitĂ€t an Fischen, Krustentieren und Weichtieren. 2010 waren jedoch viele Korallenriffe stark von der Korallenbleiche betroffen. Es waren laut dem DENR nur 4 % der philippinischen Korallenriffe nicht von der Korallenbleiche betroffen. An den weltweit bekannten Korallenriffen, wie dem Tubbataha, Apo-Riff und im Cagayan-Archipel – und auch an anderen Orten, haben in der Vergangenheit die Cyanid- und Dynamitfischerei große SchĂ€den angerichtet. Die meisten Korallenriffe der Philippinen sind jedoch touristisch nicht erschlossen worden. Die grĂ¶ĂŸte Artenvielfalt der Meeresfauna und -flora finden sich in der Isla-Verde-Passage, diese gilt als das Zentrum der BiodiversitĂ€t in den Meeren und Wasserstraßen der Philippinen.

Umweltschutz

Die Philippinen gehören zu den MegadiversitĂ€tslĂ€ndern dieser Erde, in denen neben einer sehr großen Artenvielfalt und BiodiversitĂ€t ausgesprochen viele endemische Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren vorkommen und ĂŒberdies vielfĂ€ltige Ökosysteme vorhanden sind. Aufgrund der GefĂ€hrdung dieser Vielfalt gelten die gesamten Philippinen zu Lande und zu Wasser zudem als Hotspot der BiodiversitĂ€t. Doch das schnelle Bevölkerungswachstum und der damit verbundene Siedlungsdruck fĂŒhren zum Raubbau an den natĂŒrlichen Ressourcen. Der Zustand der philippinischen Umwelt hat sich so sehr verschlechtert, dass die Regierung darauf mit anspruchsvollen Umweltgesetzen reagierte. Von diesen ist das Republikgesetz 7586, auch bekannt unter dem Namen National Integrated Protected Area System (NIPAS), das anspruchsvollste bei der Durchsetzung. Insgesamt wurden rund 35.000 kmÂČ der FlĂ€che der Philippinen als Naturschutzgebiete gemĂ€ĂŸ den Richtlinien des NIPAS-Gesetzes ausgewiesen. Von diesen sind rund 21.300 kmÂČ terrestrische und 12.700 kmÂČ marine Schutzzonen.

Die Schutzzonen umfassen folgende Klassifikationen:

  • Strict nature reserve (National park)
  • Natural park
  • Natural monument
  • Wildlife sanctuary
  • Protected landscapes and seascapes
  • Ressource reserve
  • Natural biotic areas

Weitere Schutzzonen sind:

  • Protected areas
  • Buffer zones
  • Indigenous cultural community areas

Die Umweltgesetze der Philippinen sollen den Regenwald ebenso schĂŒtzen wie das Meer mit seinen Korallenriffen, die BestĂ€nde an Fisch, die endemischen Tierarten sowie die zur Eigenversorgung notwendigen FlĂ€chen der örtlichen Bevölkerung. So wurden in den letzten Jahren, aufgrund des Bevölkerungsdruckes, die Klassifikation von 37 Nationalparks in Protected Landscapes und Natural Parks umgewandelt, so dass es oftmals eine Vielzahl von Bezeichnungen fĂŒr die Naturschutzgebiete in der Literatur gibt. Auch soll u. a. durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs die Luft in den StĂ€dten sauberer werden. Des Weiteren soll die KlĂ€rung der AbwĂ€sser gefördert werden, dafĂŒr wird jedes Jahr ein Preis fĂŒr den saubersten Fluss der Philippinen vergeben. Bei der Abfallentsorgung stehen die Philippinen noch immer vor gewaltigen Problemen, da sich die Mehrzahl der Bevölkerung eine geregelte Abfallentsorgung nicht leisten kann. Trotz aller Probleme gehören die Philippinen zu den wenigen LĂ€ndern der Erde, die ihre Kohlendioxid-Emissionen signifikant senken konnten.

Verwaltungsgliederung

Grundlagen

Die niedrigste Verwaltungsebene auf den Philippinen ist das Barangay. So setzt sich jede Stadt (insgesamt 138 StĂ€dte) und jede eigenstĂ€ndig verwaltete Gemeinde (insgesamt 1.496 Gemeinden) aus mehreren Barangays (insgesamt 38.957 Barangays) zusammen, die somit als Ortsteile angesehen werden können. Die nĂ€chsthöhere Ebene sind die 81 Provinzen (Stand 2015) des Landes. Diese wiederum sind in 17 Regionen gruppiert, um die Verwaltung zu vereinfachen. Jede Provinz wird von einem Gouverneur und einem Vizegouverneur geleitet; wohingegen jeder Stadt und Stadtgemeinde jeweils ein BĂŒrgermeister und ein Stadtrat vorstehen.

Die Barangays können in sogenannte Puroks (auf Deutsch „Zonen“) eingeteilt sein. Ein solcher Purok hat einen Vorsteher, der unter anderem die Zahl der lebenden Personen in den jeweiligen Haushalten zĂ€hlt, eine BestĂ€tigung gibt, dass eine Person tatsĂ€chlich in seinem Purok lebt und andere Verwaltungsaufgaben bekleidet. Der Purok-Vorsteher arbeitet ehrenamtlich. Allerdings sind in Metro Manila Puroks weitgehend verschwunden und beschrĂ€nken sich auf lĂ€ndliche Gebiete und kleinere StĂ€dte.

Die meisten RegierungsbĂŒros der Regionen besitzen ein Regionalamt, um die einzelnen Provinzen zu unterstĂŒtzen. Mit Ausnahme der ARMM besitzen die Regionen aber keine eigene Regierung wie die Provinzen und StĂ€dte.

Die Philippinen beanspruchen mehrere der westlich von Palawan gelegenen Spratly-Inseln.

StÀdte

2016 lebten 44,3 % der Bevölkerung in StĂ€dten oder stĂ€dtischen RĂ€umen. Die mit Abstand grĂ¶ĂŸte Stadt auf den Philippinen ist Manila, die das uneingeschrĂ€nkte politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes darstellt. Mit einer Einwohnerzahl von 23 Millionen Menschen ist Manila einer der grĂ¶ĂŸten BallungsrĂ€ume weltweit und gehört zu den am dichtesten besiedelten FlĂ€chen der Erde. Die grĂ¶ĂŸten Agglomerationen sind (Stand 2017):

  1. Metro Manila: 23.371.436 Einwohner
  2. Cebu: 2.476.708 Einwohner
  3. Davao City: 1.439.598 Einwohner
  4. Angeles City: 1.332.870 Einwohner
  5. Cagayan de Oro: 716.057 Einwohner

Bevölkerung

Überblick

Filipino (m.) und Filipina (f.) ist im Tagalog (beziehungsweise der Amtssprache, dem Filipino), wie auch dem lokalen Englisch und Spanisch die Bezeichnung fĂŒr die Einwohner. Die umgangssprachliche Form lautet Pinoy bzw. Pinay (Tagalog, Umgangssprache). Im Deutschen kann man ebenfalls Filipino/Filipina sagen. Auf der Seite des AuswĂ€rtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland wird jedoch Philippiner bzw. Philippinerin empfohlen.

Die Gesamtbevölkerung lag laut ZĂ€hlung im Jahr 2020 bei 109.035.343. Die Bevölkerung ĂŒberschritt 2015 die 100 Millionen. Das hohe Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte wurden vor allem durch die hohe FertilitĂ€tsrate verursacht, die erst in den letzten Jahren zu sinken begann und 2015 noch bei 3,1 Kindern pro Frau lag. Eine ErklĂ€rung dafĂŒr ist, dass die katholische Kirche auf den Philippinen sich gegen Geburtenkontrolle ausspricht. Die Bevölkerung ist sehr jung und im Schnitt 23,4 Jahre alt (Stand 2016). Einige Inseln der Philippinen zĂ€hlen zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt und die Bevölkerung wĂ€chst weiter um rund 2 Millionen Einwohner pro Jahr.

Die Philippinen sind ein Auswanderungsland. 2017 belief sich die Anzahl der ausgewanderten Personen auf 5,7 Millionen. HÀufigste ZiellÀnder waren die Vereinigten Staaten (2,1 Mio.), Saudi-Arabien (580.000), Vereinigte Arabische Emirate (540.000), Kanada (530.000) und Japan (240.000). Mit nur 0,2 % der Bevölkerung zÀhlt die AuslÀnderquote auf den Philippinen selbst zu den geringsten der Welt.

Entwicklung der Bevölkerung

Quelle: UN, Zahlen fĂŒr 2030 und 2050 sind Prognosen.

Volksgruppen

Der Ausdruck Filipino bezeichnet die Staatsangehörigkeit und Bevölkerung im Allgemeinen, keine Ethnie. Die Bevölkerung setzt sich in der Mehrheit (95 %) aus ethnischen Gruppen zusammen, die austronesische Sprachen sprechen, in sukzessiven Wellen aus Taiwan eingewandert sind und sich mit spĂ€teren Einwanderern aus SĂŒdchina vermischten. Sie können in drei große Gruppierungen unterteilt werden:

  • Christen, die durch die spanische Kolonialherrschaft geprĂ€gt wurden. Sie bilden mehr als 90 % der philippinischen Bevölkerung.
  • Muslime, die erst Anfang der US-amerikanischen Kolonialzeit unterworfen wurden. Etwa 5 % der philippinischen Bevölkerung gehören dazu.
  • StĂ€mme, die kaum vom Islam und den Spaniern beeinflusst wurden.

Ethnisch gemischte Bevölkerungsgruppen machen weitere 1 % der Bevölkerung aus und spielen aufgrund der Kolonialgeschichte weiterhin eine wirtschaftlich wichtige Rolle auf den Philippinen, obwohl die Chinesen ihnen ab 1900 Konkurrenz bereiten. Neben malaiisch-spanischen (diese leben vorwiegend im SĂŒden Mindanaos und sprechen eine spanische Kreolsprache, nĂ€mlich Chavacano), gibt es auch etwa 300.000 chinesische und rund 20.000 japanisch-malaiische Filipinos. Offiziell leben nur noch 17.000 spanischstĂ€mmige Filipinos im Lande.

Tieflandvölker

Die Idee einer philippinischen IdentitĂ€t entstand zuerst bei den christlichen Tieflandbewohnern, die unter spanischer Kolonialherrschaft standen und im Konflikt mit dieser Macht ein Nationalbewusstsein als Filipinos entwickelten. Dabei wurden zunĂ€chst die Moslems und Hochlandbewohner nicht einbezogen. Noch heute gibt es Spannungen zwischen den in allen Bereichen dominierenden christlichen Tieflandbewohnern einerseits, und den ĂŒberwiegend muslimisch geprĂ€gten Hochlandbewohnern andererseits, die sich teilweise in bewaffneten Konflikten entladen.

Unter den christlichen Tieflandbewohnern bilden die Tagalen, welche auf der Insel Luzon leben, die zahlenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Gruppe. Sie machen 28,1 % der Bevölkerung aus und ihre Sprache, das Tagalog, bildet die Grundlage fĂŒr das Filipino, die Amtssprache der Philippinen.

Weitere Gruppen sind die Cebuano und Sugboanon (13,1 %), die Ilokano (9 %), die Bisaya/Binisaya (7,6 %), Hiligaynon oder Ilonggo (7,5 %), die Bikolano (6 %), die Waray (3,4 %), die Pangasinån, die Kapampangan, die Waraynon, die Masbatenyo, die Ibanag und die Butuanon.

Die Maranao, Maguindanao, Samal, Yakan, Badjo, TausĆ«g und die Jama Mapun zĂ€hlen zu den muslimischen Tieflandbewohnern, die vorwiegend im SĂŒden und Westen Mindanaos und auf dem Sulu-Archipel leben.

Traditionelle Volksgruppen

Diese indigene Gemeinschaften leben in unzugĂ€nglichen HochlĂ€ndern, aber auch in abgelegenen Tieflandgebieten und auf entlegenen Inseln. Sie wurden nicht oder nur wenig von Spaniern oder Muslimen beeinflusst. Folgende Gruppierungen können unterschieden werden – insgesamt gibt es mehr als 100 StĂ€mme:

  • Auf Luzon leben die Apayao, Tingguian, Kalinga, Bontok, Kankanai, Ifugao, Ibaloy und die I-wak, die auch zusammenfassend Igorot genannt werden. Sie leben in Nordluzon an den HĂ€ngen der 2.022 bis 2.702 Meter hohen Berge und erbauten die legendĂ€ren Reisterrassen.
  • Die Ilongot leben ebenfalls auf Luzon.
  • Auf Mindoro leben die Mangyan in sieben StĂ€mmen, Iraya, Alangan, Batangan, Tadyawan, Buhid, Hanunoo und Ratagnon, hauptsĂ€chlich im Landesinneren der Insel.
  • Auf Palawan leben die StĂ€mme der Palawanvölker: die Kagayanen in der Gemeinde Cagayancillo, die Molbog auf Balabak und anderen Inseln vor Palawan, die Tagbanuwa, die Batak und die Tau't Batu. Dabei wird fĂŒr all diese StĂ€mme auch zusammenfassend die Bezeichnung „die Palawan“ verwendet. Ihre Siedlungsgebiete werden durch Straßenbau und eine Vielzahl von Minenprojekten bedroht.
  • In Mindanao leben die Mamanwa, Manobo, Manobo Bilit, Manobo Tasaday, Mandaya, Mansaka, Kalagan, T'boli und die Subanu. Sie werden zusammenfassend auch Lumad genannt.
  • Die Badjao auf dem Sulu-Archipel, von denen viele in den letzten 50 Jahren nach Malaysia gewandert sind. Sie werden gerne mit den indonesischen Badjo verwechselt, da beide Gruppen als Seenomaden leben.
  • Die Tumandok auf Panay.

Bis auf die BergstÀmme in Luzon, die von den Amerikanern christianisiert wurden, behielten diese StÀmme ihre ethnischen Religionen. Durch den Einfluss der Zivilisation und der Mehrheitsgesellschaft ist ihre kulturelle IdentitÀt akut bedroht.

Die Aeta (auf Luzon), Mamanwa (auf Leyte und Mindanao in Surigao del Norte), Ati (auf Panay) und andere negritischen Ureinwohner der Philippinen sind genetisch mit den Bewohnern der Andamanen verwandt. Von ihnen gibt es nur noch etwa 30.000. Sie leben in grĂ¶ĂŸeren Gemeinschaften auf verschiedenen Inseln, u. a. Luzon, Panay und Negros.

Chinesen

Daneben besteht das Volk zu 1,5 % aus Chinesen, die seit dem 9. Jahrhundert auf den Philippinen eine wirtschaftliche Rolle gespielt haben. Heute haben zirka 10–12 % aller Filipinos in irgendeiner Form chinesische Vorfahren. Sie sind, im Gegensatz zu den Chinesen in Indonesien und Malaysia, stĂ€rker in die philippinische Gesellschaft integriert und bezeichnen sich als Tsinoys.

Sprachen

Laut Ethnologue werden auf den Philippinen 171 Sprachen gesprochen; praktisch jede Region hat ihre eigene Sprache oder ihren eigenen Dialekt. Die meisten Sprachen auf den Philippinen sind malayo-polynesische Sprachen, die einen Zweig der austronesischen Sprachen darstellen.

Philippinische Sprachen

Filipino (frĂŒher Pilipino), das auf dem Tagalog basiert, ist die Amtssprache der Philippinen. Als Teil der austronesischen Sprachen ist Tagalog direkt verwandt mit dem Indonesischen und Malaiischen, Fidschianischen, Maori, Hawaiischen, Malagasy, Samoanischen, Tahitianischen, Chamorro, Tetum und den austronesischen Sprachen von Taiwan.

Tagalog wird vorwiegend auf der Insel Luzon gesprochen. Etwa 25 % der Filipinos sprechen es als Erstsprache. Das auf Tagalog basierende Filipino wird von etwa 80 % verstanden und gesprochen. Es wird im allgemeinen Sprachgebrauch, in Zeitungen, dem Fernsehen und dem Radio verwendet; in offiziellen Ansprachen werden oft Filipino und Englisch gemischt oder abwechselnd gebraucht. Teilweise werden auch noch spanische Wörter verwendet; zur Rolle des Spanischen siehe unten.

Weitere elf Sprachen werden auf den Philippinen von mindestens einer Million Menschen gesprochen: Cebuano, Iloko, Hiligaynon oder Ilonggo, Bikol, Waray-Waray, Kapampangan, Pangasinan, Kinaray-a, Maranao, Maguindanao und Tausƫg. Mehr als 90 % der Bevölkerung des Landes sprechen eine dieser zwölf Sprachen.

Cebuano, nach Tagalog die wichtigste philippinische Regionalsprache, wird von 15 % der Bevölkerung vorwiegend im SĂŒden (in Zentral-Visaya sowie im Norden und Westen Mindanaos) gesprochen. Gemeinsam mit Hiligaynon, Waray-Waray (mit 9 % Sprachanteil) und anderen zĂ€hlt Cebuano zu den Visayassprachen. Eine weitere wichtige Regionalsprache ist Iloko (12 %).

Spanisch

Spanisch war bis 1973 eine Amtssprache der Philippinen und bis 1987 Pflichtfach an Schulen. Es wurde nach einer SchÀtzung zwischen 1890 und 1940 von etwa 10 % der Bevölkerung als Muttersprache und von weiteren 60 % als Zweit- bzw. Drittsprache gesprochen. Die meisten Spanischsprechenden waren Mestizen oder kamen aus der Oberschicht. An UniversitÀten wurde meist auf Spanisch unterrichtet, und auch die meisten Zeitungen (wie u. a. La Vanguardia, La Opinión, La Estrella de Manila, La Democracia, El Renacimiento, El Pueblo) erschienen bis um 1930 in dieser Sprache.

Um 1901 wurden die Philippinen eine amerikanische Kolonie. Die Amerikaner fĂŒhrten Englisch als erste Amtssprache ein. So verlor Spanisch an Bedeutung, und der Unterricht in vielen Schulen des Landes fand bald nicht mehr auf Spanisch, sondern auf Englisch statt. Zur Erhaltung und Regulierung der spanischen Sprache wurde daher am 25. Juli 1924 die Academia Filipina de la Lengua Española (Deutsch: philippinische Akademie der spanischen Sprache) gegrĂŒndet.

Chavacano ist eine spanischbasierte Kreolsprache mit etwa 1.200.000 Sprechern in Zamboanga, Cavite und Ternate.

Englisch

Das Englische gelangte erstmals 1898 auf die Inseln. Durch US-amerikanischen Einfluss ist Englisch neben dem Filipino heute die zweite Amtssprache und wird von etwa 125.000 Menschen (meist Amerikanern) als Muttersprache gesprochen. FĂŒr mehr als 50 % der Filipinos ist Englisch eine wichtige Zweitsprache.

Das Englische ist in Schulen ab der dritten Klasse und in Hochschulen die Unterrichtssprache und die Arbeitssprache in der GeschÀftswelt. In der Regel ist es nicht Muttersprache der Einheimischen.

Chinesisch

Die chinesische Minderheit auf den Philippinen stammt zu 90 % aus der Provinz Fujian und spricht Hokkien, wobei auch Hochchinesisch, Taiwanisch und Kantonesisch gesprochen werden. Aufgrund der Philippinisierungspolitik von Diktator Ferdinand Marcos, die die Nutzung des Hochchinesischen in chinesischen Schulen verbot, spricht die jĂŒngere Generation bereits Tagalog untereinander.

Arabisch

In der Autonomous Region in Muslim Mindanao wird das Arabische teilweise offiziell verwendet. So findet es z. B. auf Wahlzetteln Verwendung.

Religion

Statistik

Religionszugehörigkeit laut der VolkszÀhlung im Jahr 2000: Katholiken 81,04 %, Muslime 5,06 %, Lutheraner 2,82 %, Iglesia ni Cristo 2,31 %, UnabhÀngige Philippinische Kirche (Iglesia Filipina Independente/Aglipayan) 1,98 %, Siebenten-Tags-Adventisten 0,80 %, United Church of Christ 0,55 %, Zeugen Jehovas 0,50 %.

Zu den kleineren Religionen, die nicht mehr eigens im Ergebnis der VolkszĂ€hlung angefĂŒhrt wurden, zĂ€hlen Mormonen (laut Eigenangaben – die bei den Mormonen ĂŒber der VolkszĂ€hlung liegen – 0,6 %). Dazu kommen ethnische Religionen (besonders bei den indigenen StĂ€mmen), Buddhisten (meist Chinesen, wenige Filipinos) und Hindus (Inder).

Anders als Malaysia und der Westen Indonesiens wurden die Philippinen kaum vom Buddhismus oder Hinduismus geprĂ€gt. Es gab allerdings Handelsbeziehungen zu den Großreichen Srivijaya und Majapahit sowie einen regen Handel mit dem Kaiserreich China. Die alte Baybayin-Schrift Ă€hnelt der Kawi-Schrift aus Indonesien, die wiederum indische Vorbilder hatte.

Christentum

Römisch-katholische Kirche

Die Mehrzahl der Filipinos (81 Prozent, andere SchĂ€tzungen 83 Prozent) sind Katholiken. Das Land ist das grĂ¶ĂŸte christlich geprĂ€gte Land in SĂŒdostasien und das bevölkerungsmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte katholische Land in Asien. Der Katholizismus entstand auf den Philippinen mit der Ankunft der Spanier 1521 und der Konvertierung von 800 Einheimischen auf Cebu, wo am 31. MĂ€rz 1521 die erste Messe auf philippinischem Boden zelebriert wurde. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts waren jedoch nur wenige Filipinos zum Katholizismus ĂŒbergetreten. Um den aus dem SĂŒden vordringenden Islam zu schwĂ€chen, beschlossen die Spanier, das ganze Land zu christianisieren; dazu kamen ab 1590 spanische und mexikanische Missionare des Jesuitenordens und anderer katholische Orden auf die Inseln. Zur Erleichterung der Mission wurden Gottesdienste meist in der jeweiligen Landessprache abgehalten. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Philippinen mit Ausnahme des SĂŒdens und einiger Bergregionen vollstĂ€ndig christianisiert.

Die katholische Kirche auf den Philippinen hat insbesondere in lĂ€ndlichen Gebieten einen großen Einfluss auf die Politik und die philippinische Gesellschaft. Unter anderem deshalb sind die Philippinen neben dem Vatikan das einzige Land, das kein Scheidungsrecht hat. Der Schutz des Lebens Ungeborener ist in der Verfassung verankert.

Evangelisch-lutherische Kirche

Die Lutherische Kirche in den Philippinen (Lutheran Church in the Philippines (LCP)) wurde im Jahre 1946 von dem philippinischen Pastor Alvaro Carino gegrĂŒndet. Die GrĂŒndung geht zurĂŒck auf die Missionsarbeit von Lutheranern der Missouri-Synode. Bald standen arme, weit abgelegene Dörfer in der Bergkette der Kordilleren im Mittelpunkt der lutherischen Missionsarbeit.

Heute zĂ€hlen von den etwa 27.000 Mitgliedern der LCP fast 60 % zu den Angehörigen nördlicher BergstĂ€mme der Insel Luzon. Die Kirche ist untergliedert in vier Diözesen: Mindanao, Nördlicher Raum, Nordluzon, SĂŒdluzon. An der Spitze steht jeweils ein RegionalprĂ€sident. PrĂ€sident der Gesamtkirche ist derzeit Antonio del Rio Reyes. Sitz des Kirchenamtes ist Manila. Die LCP ist Vollmitglied im Lutherischen Weltbund sowie im Nationalen Christenrat der Philippinen.

Islam

Der Islam erreichte die sĂŒdlichen Philippinen erstmals Ende des 14. Jahrhunderts und breitete sich bis zum 16. Jahrhundert auf den ganzen Philippinen aus. Die Verbreitung des Islams endete mit der Ankunft der Spanier. Heute ist er nur noch im Westen von Mindanao und den Inseln in der Sulusee verbreitet. Etwa vier Millionen Filipinos gehören dem Islam an.

1968 praktizierten nur knapp 20 Prozent der philippinischen Muslime den Islam. Seitdem erfuhr er jedoch einen Aufschwung. Viele philippinische Muslime wie auch ihre malaysischen und indonesischen Nachbarn wurden konservativer und nahmen die islamischen Regeln ernster. Zahlreiche Muslime wanderten wegen des seit Ende der 1960er Jahre laufenden Konflikts zwischen muslimischen KĂ€mpfern und Regierungstruppen nach Malaysia aus.

Einheimische Religionen

Die ursprĂŒnglichen Religionen werden noch von vielen indigenen StĂ€mmen gepflegt. HĂ€ufig haben sich auch alte Glaubensvorstellungen mit Christentum und Islam verschmolzen (→ Synkretismus). Volksglaube, Animismus („Allbeseeltheit“) und Schamanismus werden auch durch Personen vertreten wie dem Albularyo (auch Hilot, Manghihilot oder Manggagamot), einem Heiler oder Medizinmann, oder dem Babaylan (auch Mammalian), einem religiösen FĂŒhrer.

Geschichte

Vorkoloniale Zeit

Die archĂ€ologischen AusgrabungsstĂ€tten im Cagayan Valley, die im Norden der Insel Luzon liegen, widerlegten die frĂŒhere Annahme, dass die Philippinen ein weitestgehend isolierter Inselarchipel waren. Die Ă€ltesten Artefakte wurden auf ein Alter von 709.000 Jahren datiert und stammen von Homo erectus. Die Ă€ltesten Fossilien des anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) wurden auf ein Alter von etwa 67.000 Jahren datiert. Eine weitere bedeutende AusgrabungsstĂ€tte liegt in Central Luzon; sie wird Arubo genannt. Bei den Ausgrabungen konnten Faustkeile geborgen werden, die in das Kulturzeitalter des AcheulĂ©en in der Altsteinzeit datiert wurden.

Seit prĂ€historischer Zeit bewohnen „Negritos“, wie die Aeta und die Ati, als ursprĂŒnglichste Bevölkerung die Philippinen. In der Zeit von 3.000 bis 2.500 v. Chr. wanderten austronesische StĂ€mme von Taiwan her kommend sĂŒdwĂ€rts ins Land und verteilten sich von dort aus weiter Richtung SĂŒden. Diese Siedler schufen auf dem Gebiet der Philippinen die Ă€ltesten bisher bekannten kĂŒnstlerischen Darstellungen, welche als Petroglyphen von Angono bekannt sind.

Vom 7. bis zum 13. Jahrhundert beeinflussten die Thalassokratien Srivijaya und spĂ€ter Majapahit Teile der Philippinen. Bis heute sind Sanskrit-Wörter in den philippinischen Sprachen erhalten. 1917 wurde in Mindanao eine indisch-malaiische Goldstatue aus der Majapahit-Zeit gefunden. Einen noch wichtigeren Beleg fĂŒr die kulturelle Verbindung zum malaiischen Kulturraum stellt die Laguna-Kupferplatte dar, die aus dem 9. Jahrhundert stammt und mit einer Mischung aus Sanskrit, Altjavanisch, Altmalaiisch und altem Tagalog beschrieben wurde; die verwendete Schrift Ă€hnelt der javanischen Kawi-Schrift. SĂŒdchinesische HĂ€ndler hatten auf die Region ebenfalls einen großen Einfluss, was sich an zahlreichen Porzellanfunden aus der Zeit der chinesischen Song-Dynastie zeigt. Sie grĂŒndeten bereits im 9. Jahrhundert Tondo als Handelsniederlassung; die Stadt wurde ab 1279 die Hauptstadt des Luzon-Reiches, das bis 1571 bestehen sollte. Der Fund eines Wrack chinesischer Bauart, der Lena Shoal Dschunke, mit Waren verschiedener Herkunft vor der Insel Busuanga unterfĂŒttert die aktuelle Einstufung Tondos als bedeutendes Zentrum fĂŒr den Dschunkenhandel des Mittelalters und als Drehkreuz fĂŒr den Handel mit China. Die philippinischen Kaufleute nutzten Balangay-Boote auf ihren Handelsrouten, mit denen sie Malakka, Borneo, Ternate und Myanmar/Birma erreichten. Weitreichende und langanhaltende Handelskontakte der Region Butuan zu verschiedenen anderen Regionen, zu Persien ebenfalls bereits im 9. Jahrhundert, offenbart die archĂ€ologische AusgrabungsstĂ€tte Butuan im nördlichen Mindanao.

Den Buddhismus brachten wahrscheinlich chinesische HĂ€ndler auf die Philippinen; hier mischte er sich mit lokalen Traditionen. Arabische HĂ€ndler und sie begleitende malaiische Einwanderer brachten im Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert den Islam auf die sĂŒdlichen Philippinen. Sie etablierten dort neben Kultur, Religion und Bildungswesen auch ein politisches Herrschaftssystem. Einer der ersten nachweislich missionarisch tĂ€tigen Immigranten war Raja Baginda, der um 1390 das Sulu-Archipel erreichte. Er stammte aus dem Adel der Minangkabau. Im 15. Jahrhundert missionierte Serif Kabungsuan aus der Region Johor vor allem auf der Insel Mindanao. In der Folge entstanden verschiedene Sultanate, deren Herrscher sich als Rajas bezeichneten. Am bedeutendsten war das Sultanat von Sulu mit einer Hauptstadt auf der Insel Jolo, das um 1450 durch die Krönung von Abu Bakr entstand, der der Überlieferung nach die Tochter des Raja Baginda heiratete. Abu Bakr selbst stammte aus Palembang auf der Insel Sumatra. Im Gefolge weiterer Einwanderungswellen aus dem malaiischen Raum ab Mitte des 15. Jahrhunderts verbreitete sich der Islam bis in die KĂŒstenregionen der Insel Luzon. Um 1530 wurde Maynilad (Manila) als Palisadenfestung an der MĂŒndung des Flusses Pasig in die Manilabucht gegrĂŒndet. Die GrĂŒnder von Manila, malaiische Rajas aus Brunei, wĂ€hlten einen bislang unbesiedelten Ort, der bis zur spanischen Eroberung im Jahr 1571 auf 10.000 Einwohner wuchs.

Vorkoloniale Gesellschaft

Die kleinste zu verwaltende Einheit einer Siedlung war das Barangay, ursprĂŒnglich eine verwandtschaftlich verbundene Gruppe, der ein Datu vorstand. Die Gesellschaftsstruktur der Philippinen variierte jedoch von Region zu Region. Das kastenĂ€hnliche System der Tagalog kannte die aristokratischen Maginoo, aus denen sich Datus, Rajas und Lakans rekrutierten. Deren Gefolgsleute waren die timawa (freie Grundbesitzer) und die Kriegerkaste der maharlika. Diesen folgten verschuldete AbhĂ€ngige, die alipin. Die Zugehörigkeit zu einer Kaste war erblich, Aufstieg durch Geldzahlung möglich. Kriegsgefangene standen als Nicht-Personen außerhalb des Systems, konnten jedoch integriert werden. In einigen Gesellschaften, etwa den Kalinga, Ifugao oder Bontoc, tragen Stammesmitglieder traditionell (wenn auch aktuell nur noch selten) ihren Rang innerhalb der Gesellschaft darstellende rituelle TĂ€towierungen.

Spanische Kolonialzeit

Christianisierung

Als die Spanier 1565 die Philippinen als ihre Kolonie beanspruchten und es somit Neuspanien angliederten, war der Islam noch nicht tief verwurzelt, so dass es ihnen nicht schwerfiel, auch die muslimische Bevölkerung zum Christentum zu bekehren. Außerdem wurde die Christianisierung der Philippinen weitgehend friedlich durchgefĂŒhrt, unter anderem wurden animistische Praktiken weitgehend geduldet, von denen einige bis heute ĂŒberlebt haben. Der Buddhismus, der vermutlich neben dem Islam im 16. Jahrhundert die vorherrschende Religion auf den Philippinen war, wurde bald nur noch von der chinesischen Minderheit praktiziert.

Angesichts ihrer Niederlage gegen die Spanier im Jahr 1571 konvertierten die Rajahs von Manila, Rajah Sulayman, Rajah Lakandula und Rajah Matanda zum Katholizismus. DafĂŒr durften sie einige Privilegien behalten und wurden ins koloniale Herrschaftssystem integriert. Durch die weitgehende Einbindung der einheimischen HĂ€uptlinge in das koloniale Herrschaftssystem entstand die soziale Schicht der principalĂ­a, die als MittelsmĂ€nner und Nutznießer des Kolonialsystems jenes ĂŒber Jahrhunderte festigten.

Der andere wichtige Machtfaktor in der philippinischen Kolonie waren spanische Mönche und Priester. Aufgrund ihrer Rolle in der Missionierung und in den spÀteren Gemeinden waren sie oft die einzigen Spanier, die eine einheimische Sprache sprechen konnten. Sie lebten im Gegensatz zu den Kolonialbeamten, die nur auf Zeit im Lande waren, mehrere Jahrzehnte im Land. Sie wurden als Vermittler unverzichtbar und somit sehr mÀchtig.

Im SĂŒden der Philippinen war der Islam zum Zeitpunkt der Ankunft der Spanier bereits tiefer verwurzelt, so dass die dortigen Moslems, von den Spaniern Moros genannt, das Christentum nicht annahmen.

Koloniale Wirtschaft

In der frĂŒhen Kolonialzeit bildete der Galeonenhandel zwischen Manila und Acapulco die wichtigste Einnahmequelle fĂŒr die Kolonie. Silber aus den Minen der neuen Welt wurde von Acapulco nach Manila verschifft und dort benutzt, um chinesische Waren wie Seide und Porzellan zu kaufen. Da bis zum 18. Jahrhundert nur die Portugiesen mit Macao das Recht hatten, die chinesische KĂŒste direkt anzusteuern, war man auf chinesische HĂ€ndler angewiesen, die sich in einem eigenen Viertel vor Manila ansiedelten, dem heutigen Binondo, wo sich auch heute die Chinatown von Manila befindet.

Im frĂŒhen 19. Jahrhundert Ă€nderte sich die wirtschaftliche und politische Situation. Mexiko wurde unabhĂ€ngig, so dass die Philippinen nicht mehr zu Neuspanien gehörten, sondern zum ersten Mal direkt von Spanien aus verwaltet wurden. Der Galeonenhandel nach Acapulco war nicht mehr möglich und wurde 1815 eingestellt. Die Philippinen wurden nach und nach dem Welthandel geöffnet, so dass fĂŒr Teile der einheimischen principalĂ­a sowie Mestizen sowohl spanischer als auch chinesischer Herkunft Wohlstand ermöglicht wurde, so dass einige ihren Kindern ein Studium, oftmals sogar in Europa, finanzieren konnten. Es entstand die Schicht der ilustrados, die durch neue, freiheitliche Ideen aus Europa beeinflusst wurden.

Reformen und Revolution

Die erste große ZĂ€sur in der spanischen Kolonialherrschaft auf den Philippinen war die britische Invasion im Jahr 1762, die bis 1764 andauern sollte. In deren Folge entwickelten sich AufstĂ€nde in der Ilocos-Region und Pangasinan. Diego Silang fĂŒhrte einen Aufstand an und es gelang ihm 1763 die bedeutende Stadt Vigan einzunehmen. Er verbĂŒndete sich mit den Briten, doch hielten sich diese nicht an ihre Zusagen, so dass er am 28. Mai 1763 ermordet wurde. Seine Frau Gabriela fĂŒhrte den Aufstand fort, wurde jedoch im September verhaftet und ermordet, was als Hinrichtung dargestellt wurde. Im Jahr 1762 brach in der Provinz PangasinĂĄn der Palaris-Aufstand aus, der zunĂ€chst ebenfalls erfolgreich war und erst 1765 niedergeschlagen werden konnte. In der Folge dieser Ereignisse wurde vielen Filipinos klar, dass die spanische Oberhoheit nicht ewig dauern könne.

Von besonderer Bedeutung fĂŒr die Philippinen war die SĂ€kularisierungsbewegung innerhalb der katholischen Kirche, die von Pedro Pelaez in den 1850er Jahren begrĂŒndet wurde. Die Bewegung forderte die Philippinisierung der Kirche und eine BeschrĂ€nkung der Macht der spanischen Ordensgemeinschaften. Die Bewegung war von liberalen Ideen geprĂ€gt, die die Gleichberechtigung von Filipinos und Spaniern forderte.

1868 fand in Spanien eine Revolution statt, so dass der liberale Gouverneur Carlos Maria dela Torre auf die Philippinen geschickt wurde, der liberale Reformen durchfĂŒhrte und unter anderem die Pressezensur abschaffte. 1871 war diese Phase jedoch vorbei. Insbesondere die spanischen Mönchsorden auf den Philippinen entfalteten wieder ihre Macht. Am 20. Januar 1872 brach im Fort San Felipe die Cavite-Meuterei aus, die jedoch schnell niedergeschlagen wurde. In der Folge der Meuterei wurden jedoch die Priester Mariano GĂłmez, JosĂ© Burgos und Jacinto Zamora inhaftiert. Die spanischen Kolonialbehörden nutzten das Ereignis, um sich unliebsamer Zeitgenossen, die fĂŒr ihre fortschrittlichen Ideen bekannt waren, zu entledigen. Drei Priester wurden am 17. Februar 1872 hingerichtet, was einen Aufschrei des Entsetzens in der Bevölkerung auslöste und zur Bewegung der Ilustrados fĂŒhrte. Die drei Priester sind bis heute als GOMBURZA ein Begriff im GedĂ€chtnis der Filipinos.

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden die Rufe der Ilustrados nach Reformen immer lauter. Die Bezeichnung Filipino, die frĂŒher nur fĂŒr spanische Kreolen benutzt wurde, wurde auf alle Einwohner des Landes ausgeweitet. Die Propagandabewegung, die aus Europa von philippinischen Studenten und Exilanten betrieben wurde, sowie die kurzlebige La Liga Filipina, die kurz nach ihrer GrĂŒndung durch JosĂ© Rizal in Manila sofort von den dortigen Behörden verboten wurde, hatten zunĂ€chst nicht die UnabhĂ€ngigkeit der Philippinen zum Ziel, sondern Gleichberechtigung der Filipinos und philippinische Sitze in den spanischen Cortes. Doch fĂŒr einige ging dies nicht weit genug.

Von 1896 bis 1898 fand unter der FĂŒhrung des Katipunan die Philippinische Revolution statt, die in ihrer Endphase praktisch in den Spanisch-Amerikanischen Krieg ĂŒberging. Im Verlauf der Revolution wurde im Juli 1897 die erste provisorische Republik ausgerufen, die Republik von Biak-na-Bato, und am 1. November die erste provisorische Verfassung der Philippinen verabschiedet, die am 15. November in Kraft trat. Die Republik wurde jedoch am 15. Dezember 1897 wieder aufgelöst mit der Unterzeichnung des Vertrages von Biak-na-Bato in San Miguel zwischen der philippinischen und der spanischen Partei.

Bereits zu Beginn dieser Auseinandersetzung zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten wurde die spanische Flotte durch amerikanische Schiffe in der Schlacht in der Bucht von Manila vernichtet. Ein Großteil des Landes war jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits unter philippinischer Kontrolle, worauf am 12. Juni 1898 die philippinische UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung erfolgte, welche weder von der alten noch der neuen Kolonialmacht anerkannt und vom Rest der Welt gar nicht erst wahrgenommen wurde. 1899 folgte die Konstitution der ersten philippinischen Republik.

Amerikanische Kolonialzeit

Die USA erkannten die junge philippinische Republik nicht an und bekĂ€mpften sie im Philippinisch-Amerikanischen Krieg von 1899 bis 1902 massiv. Etwa eine Million Filipinos (20 % der Gesamtbevölkerung) kamen wĂ€hrend dieser Zeit ums Leben, und das Land wurde zur amerikanischen Kolonie. UnterstĂŒtzung erhielten die RevolutionĂ€re lediglich vom Hongkong-Komitee, das internationale Verbindungen knĂŒpfte und fĂŒr die materielle UnterstĂŒtzung der Filipinos sorgte.

Bereits am 20. Januar 1900 wurde die Schurman-Kommission von US-PrĂ€sident William McKinley berufen. Sie sollte VorschlĂ€ge fĂŒr einen Übergang zu einer zivilen Kolonialverwaltung ausarbeiten, diese Ergebnisse wurden im Januar 1901 vorgelegt. Im MĂ€rz 1901 wurde daraufhin der spĂ€tere US-PrĂ€sident William Howard Taft zum Vorsitzenden der nach ihm benannten Taft-Kommission berufen und auf die Philippinen entsandt, um eine zivile Kolonialverwaltung zu etablieren. Er baute den Obersten Gerichtshof der Philippinen auf, zu dessen erstem Vorsitzenden Cayetano Arellano 1901 berufen wurde, und es wurde ein öffentliches Bildungswesen etabliert. Es wurden auch Vorbereitungen getroffen, um eine Zweikammer-Legislative zu schaffen. Die Taft-Kommission bildete nach Vorbild des US-Systems das Oberhaus und die Philippinische Versammlung das Unterhaus, erste Wahlen zu Letzterer wurden am 30. Juni 1907 durchgefĂŒhrt und am 16. Oktober im Manila Grand Opera House konstituiert.

1904 wurde im SĂŒden der Philippinen, der von den Spaniern nie ganz unterworfen worden war, von den Amerikanern die Moro Province gegrĂŒndet und militĂ€risch kontrolliert. Dadurch kam es zum Moro-Amerikanischen Krieg, der von 1904 bis 1913/16 andauerte und durch den US-General John Pershing beendet wurde. So wurde aus der in spanischer Zeit eher formellen Zugehörigkeit der Moslemgebiete zu den Philippinen eine faktische. Auf der Insel Mindanao wurden große Monokulturen amerikanischer Konzerne angelegt, wie zum Beispiel Ananasplantagen. Es kam in den 1920er und 1950er Jahren außerdem zu staatlich geförderten Siedlungsprogrammen, bei denen Christen aus dem Norden und aus der Mitte der Philippinen in den SĂŒden gebracht wurden. Der heutige Konflikt im SĂŒden der Philippinen hat seine Wurzeln in dieser Zeit.

Mit Inkrafttreten des Philippine Autonomy Acts 1916 wurde den Filipinos mehr Aufgaben ĂŒbertragen, dazu löste die Philippinische Legislative das bisherige Parlamentssystem ab, so dass man ab diesem Zeitpunkt von einem halbautonomen Status der Philippinen sprechen kann. In diesem Zweikammersystem waren nunmehr nur noch Filipinos vertreten.

1935 wurde eine Teilautonomie fĂŒr die Philippinen mit dem Ziel der UnabhĂ€ngigkeit bis 1945 beschlossen. Kurz darauf wurde die Einwanderung von Filipinos in die USA erheblich eingeschrĂ€nkt. Manuel Quezon wurde PrĂ€sident des Commonwealth der Philippinen. Das Parlament wurde auf ein Einkammersystem reduziert, die Nationalversammlung. 1940 verstĂ€ndigte man sich wieder auf ein Zweikammersystem und der Commonwealth-Kongress entstand.

Quezon holte sich spĂ€ter Douglas MacArthur als MilitĂ€rberater hinzu, der beim Aufbau eigener philippinischer StreitkrĂ€fte half. 1941/42 kĂ€mpften philippinische und amerikanische Soldaten vergeblich gegen die eindringende japanische Armee (→ Schlacht um die Philippinen). Am 8. Mai 1942 kapitulierten die letzten philippinischen und amerikanischen Einheiten.

Von 1942 bis 1945 wurden die Philippinen im Zuge des Zweiten Weltkriegs von Japan besetzt. Etwa eine Million Filipinos starben durch das brutale Besatzungsregime der japanischen Armee, etliche StÀdte wurden in Schutt und Asche gelegt.

Am 4. Juli 1946 wurden die Philippinen offiziell in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen. Die USA behielten einige Jahrzehnte lang wirtschaftliche Sonderrechte und militĂ€rische StĂŒtzpunkte auf den Philippinen. Sie spielen bis heute eine wichtige Rolle in der philippinischen Politik.

Frauenwahlrecht

1933 wurde im ReprĂ€sentantenhaus ein Gesetz verabschiedet, das ab Januar 1935 das Frauenwahlrecht vorsah. Dieses Gesetz war eine ErgĂ€nzung zum Abschnitt 431 des Verwaltungsgesetzbuches. Diese ErgĂ€nzung war mit dem Hare-Hawes-Cutting-UnabhĂ€ngigkeitsgesetz (Hare–Hawes–Cutting Act) verknĂŒpft, das bei der Abstimmung keine Mehrheit fand.

Bevor Frauen tatsĂ€chlich wĂ€hlen konnten, wurde die Entscheidung von 1933 durch eine Verfassunggebende Versammlung 1934 widerrufen, die eine neue Verfassung ausarbeitete, die den verĂ€nderten Status der Philippinen als eines Commonwealth innerhalb der USA widerspiegeln sollte. Diese Versammlung entschied, die EinfĂŒhrung des Frauenwahlrechts an eine erfolgreiche Volksabstimmung ĂŒber diese Frage zu knĂŒpfen. Wahlberechtigt waren bei dieser Abstimmung nur Frauen, mindestens 300 000 Stimmen brauchte es fĂŒr einen Erfolg. Über eine halbe Million Frauen ließen sich fĂŒr die Abstimmung registrieren und 447 725 Frauen stimmten am 30. April 1937 dafĂŒr, Frauen das aktive und passive Wahlrecht auf derselben Ebene wie MĂ€nnern zu geben. Dies geschah vor der UnabhĂ€ngigkeit, noch unter US-amerikanischer Verwaltung, durch das Plebiscite Law, Commonwealth Act No. 34. Es wurde bei der UnabhĂ€ngigkeit 1946 bestĂ€tigt.

Philippinische Republik

Nach der UnabhĂ€ngigkeit galt zunĂ€chst einmal die Verfassung von 1935 weiter, in der die Philippinen eine PrĂ€sidialrepublik nach amerikanischem Muster waren. Der Einfluss der USA blieb weiterhin sehr groß, unter anderem ließen sich die USA am 14. MĂ€rz 1947 fĂŒr die Dauer von 99 Jahren die Hoheitsrechte ĂŒber 23 MilitĂ€rstĂŒtzpunkte garantieren. Die Philippinen entsandten wiederum 1951 fĂŒnf Bataillone in den Koreakrieg, um den USA zu helfen.

Gegen AufstĂ€nde durch die kommunistischen Hukbalahap, einer ehemaligen Widerstandsbewegung gegen die japanische Besatzung, gab es von den USA AusrĂŒstung und amerikanische MilitĂ€rberater, unter anderem der CIA-Agent Edward Lansdale, der spĂ€ter in Vietnam eine wichtige Rolle spielen sollte. Um den Aufstand zu entschĂ€rfen, wurde in den 1950er Jahren die Umsiedlung armer Bauern in den SĂŒden der Philippinen verstĂ€rkt gefördert.

Im Jahr 1963 kam es zu einem Konflikt mit Malaysia, da die Philippinen Sabah als frĂŒheren Bestandteil des Sultanats von Sulu beanspruchten. Diese Problematik ist bis heute offen. So verordnete die philippinische PrĂ€sidentin Gloria Macapagal-Arroyo, dass Sabah nicht als Teil Malaysias anerkannt wird, 2013 erinnerte das philippinische Außenministerium an die Verordnung.

Aufgrund von Konflikten zwischen christlichen Siedlern und muslimischen Einheimischen kam es in den 1960er Jahren immer mehr zu Konflikten im SĂŒden der Philippinen. 1968 wurden einige muslimische Armee-Rekruten erschossen, die sich weigerten, an einer Geheimoperation zur RĂŒckeroberung Sabahs teilzunehmen. Als Reaktion auf dieses Massaker bildeten sich die ersten separatistischen Bewegungen auf den SĂŒdphilippinen.

Im Jahr 1965 wurde der populĂ€re junge Politiker Ferdinand E. Marcos zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. 1971 wurde Marcos als erster PrĂ€sident der Philippinen wiedergewĂ€hlt, wobei die Wahl als solche sehr umstritten war. Im selben Jahr ließ Marcos eine verfassungsgebende Versammlung einberufen, um die veraltete Verfassung von 1935 zu ersetzen. Gegner von Marcos verdĂ€chtigten ihn deshalb des Versuches, die BeschrĂ€nkung auf zwei Wahlperioden umgehen zu wollen. Ab 1970 hatte es Marcos außerdem sowohl mit dem First Quarter Storm zu tun, einer linken Studentenbewegung, die unter anderem seine AmtsfĂŒhrung, den pro-amerikanischen Kurs geißelte, als auch mit einer neuen maoistischen kommunistischen Guerilla, der New People’s Army (NPA) und der Alex Boncayao-Brigade (ABB).

Marcos-Diktatur

Im Jahr 1972 gab es „Probleme in den muslimischen Gebieten“ und eine Serie von BombenanschlĂ€gen, von denen man heute vermutet, dass sie von MilitĂ€rs durchgefĂŒhrt wurden, um Marcos einen Vorwand fĂŒr das Kriegsrecht zu liefern. Am 21. September 1972 erklĂ€rte Marcos den Ausnahmezustand, ließ Oppositionszeitungen und -sender schließen und veranlasste die Inhaftierung zahlreicher Oppositioneller. 1973 ließ er eine neue parlamentarische Verfassung ratifizieren. Das Kriegsrecht wurde zwar 1980 aufgehoben und es kam 1981 sogar zu einer Parlamentswahl, bei der aber massive WahlfĂ€lschung vermutet wurde.

WĂ€hrend der Marcos-Diktatur kam es zu massiven Repressalien gegen Oppositionelle. Manche wurden jahrelang in Untersuchungshaft gehalten, unter anderem der prominente Marcos-Rivale Benigno Aquino, Jr. Im Zuge der BekĂ€mpfung der NPA kam es in manchen Provinzen zu Repressalien gegen die Landbevölkerung. Etliche Oppositionelle oder vermutete Kommunisten verschwanden entweder spurlos oder wurden schwer verstĂŒmmelt aufgefunden, eine Praxis, die vom MilitĂ€r „salvaging“ genannt wurde. Unterdessen bereicherten sich Marcos, seine Frau Imelda und seine Freunde, wĂ€hrend die Auslandsschulden der Philippinen immer weiter stiegen. Es wurde viel Geld fĂŒr Prestigeprojekte ausgegeben, unter anderem fĂŒr eine Herzklinik und einen Filmpalast.

Am 21. August 1983 wurde der OppositionsfĂŒhrer Benigno Aquino bei dem Versuch, das Land am Flughafen von Manila zu betreten, ermordet. Daraufhin entwickelte sich eine breite Oppositionsbewegung gegen Marcos, der dieser mit vorgezogenen Neuwahlen zu begegnen versuchte. Nach der gefĂ€lschten vorgezogenen PrĂ€sidentschaftswahl vom Februar 1986 demonstrierten mehr als eine Million Filipinos auf der EDSA-Avenue in Manila und forderten Marcos RĂŒcktritt. Die katholische Kirche unterstĂŒtzte die Demonstranten, woraufhin die Demonstrationen sich ĂŒber das gesamte Land ausweiteten und als EDSA-Revolution in die Geschichte eingingen. Durch die Weigerung des MilitĂ€rs, die Demonstration gewaltsam aufzulösen, sah sich Marcos am 25. Februar 1986 gezwungen, in das US-amerikanische Hawaii zu fliehen. Die Witwe des ermordeten Benigno Aquino und OppositionsfĂŒhrerin, Corazon Aquino, wurde am selben Tag als die neue PrĂ€sidentin vereidigt.

Politik

GrundsÀtze, Wahlen, Mitgliedschaften

Am 11. Februar 1987 trat eine neue Verfassung in Kraft und seit 1987 sind die Philippinen wieder eine PrÀsidialrepublik. Der PrÀsident hat weitreichende exekutive Befugnisse. Er beruft das Kabinett ein. Der Kongress besteht aus ReprÀsentantenhaus und Senat. Es besteht de jure Wahlpflicht.

Vom 20. Januar 2001 bis zum 30. Juni 2010 war Gloria Macapagal-Arroyo (* 1947) Staatsoberhaupt (zuvor VizeprĂ€sidentin); sie wurde am 30. Juni 2004 trotz verschiedener VorwĂŒrfe massiver WahlfĂ€lschungen, die in der Folgezeit noch bestĂ€tigt wurden (Tonbandmitschnitt der FĂ€lschungsvereinbarungen, im weiteren Verlauf auch prĂ€zise Aussagen von reuigen Mitgliedern der Wahlkommission) erneut vereidigt. Am 18. November 2011 wurde gegen sie ein Haftbefehl erlassen. Ihr wurde vorgeworfen, die Ergebnisse der Senatswahl 2007 manipuliert zu haben. Macapagal Arroyo ist Nachfolgerin von Joseph E. Estrada, der nach Verlust seiner Machtbasis als Folge von KorruptionsvorwĂŒrfen und des Drucks von Demonstrationen seinen Amtssitz vorzeitig verlassen hatte. Die erst 2006 durchgefĂŒhrten Vernehmungen entlasteten ihn jedoch weitgehend und wiesen vielmehr auf einen engen Vertrauten Arroyos, Chavit Singson, Gouverneur von Ilocos Sur, der fĂŒr seine GeschĂ€fte im Bereich des illegalen GlĂŒcksspiels schon bekannt war. Nach seiner Verurteilung gewĂ€hrte ihm Arroyo ein „bedingungsloses Pardon“.

Eine sinnvolle Politik war deshalb zwischenzeitlich kaum möglich. Die Regierung musste sich stÀndig gegen neue Beweise ihrer IllegitimitÀt wehren. Gleichzeitig war sie mit der Abwehr vermeintlicher oder tatsÀchlicher Putschversuche beschÀftigt. Um beispielsweise eine öffentliche Ansprache an das Volk in Manila (SONA) zu halten, benötigte die PrÀsidentin 2006 etwa 13.000 Polizisten/Soldaten.

Am 10. Mai 2010 wurden Wahlen (u. a. fĂŒr das PrĂ€sidentenamt) auf den Philippinen durchgefĂŒhrt. Dabei wurde in hohem Maß auf Computertechnik zurĂŒckgegriffen, um keinen Zweifel an den Ergebnissen der Wahl zuzulassen. Gleichwohl wurde die Bekanntgabe des endgĂŒltigen amtlichen Endergebnisses auch dieses Mal durch VorwĂŒrfe der Wahlmanipulation ĂŒberschattet. Techniker der beteiligten Firma haben die einfachen Eingriffsmöglichkeiten an den Wahlcomputern detailliert dargelegt. Am 30. Juni 2010 wurde Benigno Aquino III. als PrĂ€sident vereidigt.

Die philippinische Politik ist sehr personenbezogen, so dass Parteien keine so große Rolle spielen. Viele philippinische Politiker gehören einer politischen Dynastie an: So ist zum Beispiel Macapagal-Arroyo die Tochter des ehemaligen PrĂ€sidenten Diosdado Macapagal oder der Sohn von Ferdinand Marcos, Ferdinand Marcos Jr., auch Bong-Bong genannt, Gouverneur der Heimatprovinz seines Vaters, Ilocos Norte, und der Sohn des ehemaligen PrĂ€sidenten Ramon Magsaysay, Ramon Magsaysay jr., ist Senator. PopularitĂ€t und regionale ZugehörigkeitsgefĂŒhle zĂ€hlen oft viel mehr als Sachthemen. In den letzten Jahren sind viele Schauspieler, ehemalige Basketballstars und Ă€hnliche Medienpersönlichkeiten in die Politik gegangen.

Die Philippinen sind Mitglied im Sicherheitsrat der UN, ASEAN, APEC und der Lateinischen Union. Das Land steht seit 2003 auf der Liste der Major non-NATO ally und gehört damit zu den engsten diplomatischen und strategischen Partnern der USA außerhalb der NATO.

2006 wurden die Philippinen fĂŒr ein Jahr in den UN-Menschenrechtsrat (englisch Council on Human Rights) aufgenommen. Eine Wiederwahl ist möglich, allerdings auch eine Abwahl wegen massiver Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land. Der im Dezember 2006 in Cebu geplante ASEAN-Gipfel wurde kurzfristig angeblich wegen des Wetters abgesagt. Von der Opposition wurde jedoch auch die Angst vor Massenprotesten gegen Versuche, die Verfassung ohne entsprechende Verfahren zu Ă€ndern, angefĂŒhrt. Anfang 2007 informierte sich der UN-Beauftragte Philip Alston ĂŒber die umstrittene Menschenrechtslage. Nach anfĂ€nglichem Widerstand erhielt er den unveröffentlichten vorlĂ€ufigen Bericht der sogenannten „Melo-Kommission“. Hier wird zum ersten Mal auch von offizieller Seite die Verwicklung des MilitĂ€rs, besonders des Generals Palparan, in die politischen Morde an Linken belegt.

Politische Kultur

Politische Indizes

Demokratiesituation

Seit dem Ende der Marcosdiktatur hat es immer wieder politische Unruhen auf den Philippinen gegeben, sodass keineswegs von einer stabilen Demokratie die Rede sein kann. Im August 1987 und Dezember 1989 gab es Putschversuche des Oberst Gregorio „Gringo“ Honasan. Im Jahr 2003 kam es zu einer Meuterei von Marinesoldaten unter Leutnant Antonio Trillanes, bei der ein Hotel besetzt wurde. Die Soldaten gaben jedoch friedlich auf und wurden vor ein MilitĂ€rgericht gestellt. Im Jahr 2006 gab es einen angeblichen Putschversuch, der zur Ausrufung eines Notstandes durch PrĂ€sidentin Arroyo und zu einigen Verhaftungen fĂŒhrte (siehe Artikel Putschversuch auf den Philippinen 2006).

Sowohl Arroyo als auch Aquino kamen jeweils 2001 und 1986 aufgrund von Demonstrationen und durch Überlaufen fĂŒhrender MilitĂ€rs an die Macht, so dass formal gesehen die Rechtsstaatlichkeit verletzt wurde. Im Jahr 2001 kam es zu Demonstrationen und zu Krawallen von Estrada-AnhĂ€ngern, die die neue PrĂ€sidentin durch MilitĂ€r niederschlagen ließ. Es gab Tote und Verletzte. Bis heute ist die politische Situation sehr stark polarisiert. Die offensichtlich gefĂ€lschten Wahlen von 2004 und in der Folge zahlreiche politisch motivierte Morde an „Linken“, aber auch Menschenrechtsaktivisten und Ähnliches haben die Situation zusĂ€tzlich erschwert.

Die Wahlen 2007 brachten trotz massiver EinschĂŒchterungs- und FĂ€lschungsversuche einen Erdrutschsieg fĂŒr die Opposition. Der wegen des Putschversuchs immer noch inhaftierte Trillanes gewann ohne jeden Wahlkampf einen Senatssitz.

Am 29. November 2007 gelang es den Verantwortlichen des Putschversuches von 2003, wĂ€hrend einer Anhörung das GerichtsgebĂ€ude von Manila zu verlassen und sich nach einem Marsch durch die Innenstadt von Makati in einem Hotel zu verschanzen. AngefĂŒhrt wurde die Gruppe von Antonio Trillanes und dem Brigadegeneral Danilo Lim. Ein Aufruf an Soldaten, sich ihnen anzuschließen, blieb aber ohne Wirkung, und die Putschisten ergaben sich schließlich den SicherheitskrĂ€ften, als diese drohten, das Hotel zu stĂŒrmen.

Am 23. November 2009 kam es in der Provinz Maguindanao zu einem Massaker an Zivilisten, bei dem 57 Menschen ermordet wurden. Das Massaker stand im Zusammenhang mit den Wahlen vom 10. Mai 2010. Der HauptverdĂ€chtige aus dem Ampatuanclan hatte angeblich fĂŒr die damalige PrĂ€sidentin Macapagal Arroyo in den Jahren 2004 (PrĂ€sidentschaftswahlen) und 2007 (Senatswahlen, Zubiri) die Wahlen massiv gefĂ€lscht bzw. fĂ€lschen lassen. Die Opposition bekam jeweils 0 Stimmen.

Der frĂŒhere Botschafter der Philippinen in den USA, Ernesto Maceda, verweist in einem Beitrag der oppositionellen Zeitung „The Daily Tribune“ vom 11. Dezember 2009 darauf, dass schon zuvor 200 Morde und andere GrĂ€ueltaten von den Ampatuans in der Gegend verĂŒbt wurden, ohne bisher juristische Konsequenzen zu haben.

Der Regierung Arroyo wurde 2006 vorgeworfen, ĂŒber 800 politisch motivierte Morde nicht aufgeklĂ€rt zu haben.

Die Folge dieser politischen Situation war, dass in den PrÀsidentschaftswahlen von 2016 der Kandidat der Partei PLP, Rodrigo Duterte, eine Mehrheit erhielt. Er hatte in erster Linie mit einer drakonischen Verfolgung und Bestrafung der DrogenkriminalitÀt geworben.

Minderheitenkonflikte

Vor der Ankunft der Spanier bestanden die Philippinen aus Barangays (Gemeinden) verschiedener Völker und StĂ€mme, die vielfĂ€ltig untereinander vernetzt waren. Spanien kolonisierte den grĂ¶ĂŸten Teil des Archipels und in 300 Jahren entstand eine Philippinische MehrheitsidentitĂ€t. In einigen Gebieten, wie in den Philippinischen Kordilleren mit den StĂ€mmen der Igorot im Norden und den Gebieten der Moro und Lumad im SĂŒden, wurden die Menschen kaum beeinflusst.

Die spanische Kolonialzeit prĂ€gte die unter ihrer Kontrolle stehenden Menschen: die erlittene Ausbeutung, das feudale Wirtschaftssystem, spĂ€ter das halbfeudale Hazienda-System, die zentralisierte Regierung, die christlichen und spanischen EinflĂŒsse. Und sie schaffte die Minderheiten: die Menschen, die an der Peripherie der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen VerĂ€nderungen lebten und ihre indigenen Traditionen bewahrten.

Terror und Konflikt

Vor allem im SĂŒden Mindanaos kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Rebellen der separatistischen MNLF (Nationale Befreiungsfront der Moros), der islamistischen MILF (Islamische Befreiungsfront der Moros) und Regierungstruppen. Die MNLF regiert heute die Autonomous Region in Muslim Mindanao (deutsch: autonome Region im muslimischen Mindanao), wĂ€hrend die islamistische MILF sich weiter fĂŒr einen eigenstĂ€ndigen Moslem-Staat einsetzt, der aus den Inseln Mindanao, Palawan, Basilan und dem Sulu-Archipel bestehen soll. Die Abu Sajaf sind wiederum eine terroristische Gruppe, die durch EntfĂŒhrungen und AnschlĂ€ge bekannt wurde.

Im Zuge dieser Auseinandersetzungen kommt es auch immer wieder zu terroristischen Angriffen, wie etwa den BombenanschlĂ€gen auf den internationalen Flughafen in Davao City im FrĂŒhjahr 2003 sowie auf ein Hafenterminal in Davao etwa zur selben Zeit. Beide AnschlĂ€ge forderten mehrere Todesopfer. Des Weiteren kommt es immer wieder zu religiös begrĂŒndeten AnschlĂ€gen auf christliche Kirchen. Aufgrund dieser GefĂ€hrdungssituation wurden unter anderem vom deutschen AuswĂ€rtigen Amt in der Vergangenheit mehrmals Reisewarnungen fĂŒr die Philippinen herausgegeben und es wurde insbesondere von Reisen nach Mindanao abgeraten.

Es handelt sich nur oberflĂ€chlich betrachtet um einen reinen Religionskonflikt. Eine andere der zugrunde liegenden Ursachen ist beispielsweise das von den Vereinigten Staaten durchgesetzte Landgesetz von 1903, das Christen gestattete, bis zu 23 ha Land zu besitzen, wĂ€hrend der Landbesitz fĂŒr die muslimische und nichtchristliche Bevölkerung auf 10 ha begrenzt war. Dieses Gesetz bildete nur einen Baustein einer andauernden systematischen Enteignungskampagne. In den 1950er Jahren wurde die systematische Einwanderung christlicher Siedler nach Mindanao durch die philippinische Zentralregierung in Manila gefördert. Die muslimischen Einwohner wurden damit in ihren angestammten Gebieten zur Minderheit.

Diese Faktoren fĂŒhrten letztlich zu einem der grĂ¶ĂŸten vergessenen Kriege unserer Zeit: Der BĂŒrgerkrieg auf Mindanao forderte von den 1970er Jahren bis 2002 nach Angaben der Weltbank mindestens 120.000 Opfer, die Mehrzahl von ihnen Zivilisten. Zahlreiche Versuche zu ernsthaften FriedensabschlĂŒssen zu gelangen scheiterten bisher, unter anderem an einer fehlenden langfristigen Perspektive fĂŒr die Region, die einen fairen Interessenausgleich aller Beteiligten und Betroffenen bietet.

Am 27. MĂ€rz 2014 unterzeichneten die philippinische Regierung und die islamische Befreiungsfront der Moros (MILF) das Friedensabkommen zur Schaffung der politisch selbstĂ€ndigen Region Bangsamoro im SĂŒden der Philippinen.

Ende Mai 2017 verhĂ€ngte PrĂ€sident Duterte das Kriegsrecht ĂŒber Mindanao, nachdem in der Stadt Marawi etwa 100 islamistische Rebellen Angriffe durchgefĂŒhrt hatten. (Siehe hierzu auch: Schlacht um Maute 2017). Dieser Konflikt fĂŒhrte zu einem stĂ€rkeren Engagement Chinas, das der Regierung Duterte im Sommer 2017 MilitĂ€rhilfe im Wert von mehreren Millionen Dollar zukommen ließ.

Menschenrechte

Seit Ende der 1960er Jahre schwelt in den Philippinen ein bewaffneter Konflikt zwischen muslimischen Guerillatruppen (insbesondere MILF, MNLF, Abu Sajaf), linksgerichteten Guerillatruppen (insbesondere New People’s Army (NPA)), ParamilitĂ€rs insbesondere den legalen Citizen Armed Force Geographical Unit (CAFGU) und der regulĂ€ren philippinischen Armee. SĂ€mtliche beteiligte Parteien machten und machen sich schwerster Menschenrechtsverletzungen schuldig. Die Opfer stammen mehrheitlich aus der Zivilbevölkerung. Besonders gefĂ€hrdet sind Umweltaktivisten, Journalisten, Menschenrechtler, Gewerkschaftsvertreter, Kleinbauern, indigene Gemeinschaften und vermeintlich linksgerichtete NGOs. Sehr viele Menschen wurden wĂ€hrend dieser Konflikte aus ihren angestammten Orten gewaltsam vertrieben, insbesondere aus Mindanao, dort mussten rund eine halbe Million Menschen wĂ€hrend der letzten großen militĂ€rischen Auseinandersetzung 2008/2009 aus ihren Dörfern fliehen.

Die philippinische Regierung verabschiedete 2011 einen „Internal Peace and Security Plan“ (IPSP) oder „Operationsplans Nachbarschaftshilfe“ (Oplan Bayanihan), um die AufstandsbekĂ€mpfung weiter voranzutreiben. Die Erfolge sind jedoch mager, fĂŒhrten vielmehr zu einer verstĂ€rkten Militarisierung der Gesellschaft.

Die Lage der Menschenrechte verbesserte sich deutlich nach dem Ende der Marcos-Diktatur. Unter der PrĂ€sidentin Macapagal-Arroyo (2001 bis 2010) verschlechterte sich die Situation erheblich und erreichte das Niveau der ĂŒberwundenen Diktaturzeit. Insbesondere erreichte die Anzahl von außergerichtlichen Hinrichtungen und dem erzwungenen Verschwindenlassen einen Negativrekord, dazu kommt die ĂŒbliche Folterpraxis von Regierungsgegnern. WĂ€hrend ihrer Amtszeit dokumentierte die philippinische Menschenrechtsorganisation Karapatan 1.206 FĂ€lle politischer Morde, 206 weitere Personen wurden Opfer von erzwungenem Verschwindenlassen. Diese Entwicklung wurde von nationalen und internationalen staatlichen und nicht-staatlichen Organisation sowie der UN dokumentiert und scharf kritisiert. Die Interpretationen unterscheiden sich sehr stark zwischen der Bewertung der nationalen Melo-Kommission und dem UN-Sonderberichterstatter.

Unter dem prĂ€sidialen Nachfolger Aquino III (Mai 2010 bis Juni 2016) verbesserte sich die Lage der Menschenrechte ein wenig. Doch die in ihn gesetzten Hoffnungen als Sohn der ehemaligen PrĂ€sidentin Corazon Aquino und des ermordeten vormaligen Senators Benigno Aquino, Jr. blieben aus, nach wie vor kommt es zu schweren Menschenrechtsverletzungen: Karapatan zĂ€hlt seit der AmtsĂŒbernahme von Aquino III 238 außergerichtliche Hinrichtungen (davon knapp die HĂ€lfte sind Vertreter von Organisationen), 26 Mal erzwungenes Verschwindenlassen und 110 Folteropfer. Weiterhin kennzeichnend fĂŒr die problematische Menschenrechtslage ist das Klima der Straflosigkeit, die Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidigern und dem Red-Baiting von zivilgesellschaftlichen Gruppen (Stigmatisierung als vermeintliche Kommunisten, die verfolgt werden). Die Anzahl an ermordeten Journalisten ist hoch, trotz formaler Pressefreiheit: Reporter ohne Grenzen fĂŒhren seit 2013 die Philippinen in der Liste der fĂŒnf gefĂ€hrlichsten LĂ€nder. „Auf den Philippinen schießen immer öfter Bewaffnete von MotorrĂ€dern aus Journalisten auf offener Straße nieder, ohne Strafen fĂŒrchten zu mĂŒssen.“ 2013 wurden acht Journalisten getötet. Seit dem Massaker in Maguindanao 2009 mit allein 30 getöteten Journalisten sind weitere 33 ermordet worden.

PrĂ€sident Rodrigo Duterte bekrĂ€ftigte bereits in seinem Wahlkampf, dass er die KriminalitĂ€t auf den Philippinen ausrotten und Drogendealer erschießen lassen will. Er befĂŒrwortete auch eine Lynchjustiz gegen DrogenabhĂ€ngige. Menschenrechtler werfen Duterte vor, zahlreiche Todesschwadronen geduldet zu haben, die Hunderte Drogendealer umbrachten. Zahlreiche Medien berichteten, dass seit dem Amtsantritt von Duterte bereits 465 mutmaßliche RauschgifthĂ€ndler umgebracht worden seien. Mehr als 160 Richtern, Polizisten, und MilitĂ€rs wirft Duterte unter anderem MittĂ€terschaft vor, da sie, laut seinen Angaben, direkte Verbindungen zur Drogenmafia pflegen. In einer Rede, die er am 7. August 2016 in Davao hielt, nannte er namentlich neun Richter sowie mehr als 50 amtierende oder ehemalige Abgeordnete, BĂŒrgermeister und andere Politiker, die angeblich in den Rauschgifthandel verwickelt seien. Auch im Ruhestand befindliche Polizisten und MilitĂ€rs wurden aufgefordert, sich beim Obersten Gericht oder ihren Vorgesetzten zu melden. In seiner Rede gab er in derselben Weise bekannt, dass er mit zahlreichen Beschuldigungen auch falsch liegen könnte. Der SekretĂ€r der Presidential Communications Group, Martin Andanar, gab bekannt, dass gegen die VerdĂ€chtigen Strafverfahren eingeleitet werden wĂŒrde.

Pressefreiheit

In der Medienbranche dĂŒrfen nur Medien betrieben werden, deren Firmen zu 100 Prozent Eigentum von philippinischen StaatsbĂŒrgern sind. Dem kritischen Nachrichtenportal Rappler drohte deswegen im Januar 2018 die Schließung. Es gibt im Land gut 600 Radiosender, welche sich einem erhöhten Druck der Regierung Duterte gegenĂŒbersahen.

Im Jahr 2020 verweigerte PrÀsident Rodrigo Duterte dem regierungskritischen Sender ABS-CBN Corporation eine weitere Sendelizenz.

MilitÀr

Die philippinischen StreitkrĂ€fte wurden nach der UnabhĂ€ngigkeit 1950 neu strukturiert; es bildeten sich die TeilstreitkrĂ€fte Armee, Marine, Luftwaffe und eine paramilitĂ€rische Gendarmerie. Die heutige moderne Berufsarmee ohne Wehrpflicht hatte 2021 eine StĂ€rke von 125.000 Soldaten, zuzĂŒglich 130.000 Reservisten.

Das Land gab 2020 knapp 1,0 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 4,25 Milliarden Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Wirtschaft

Überblick

  • WĂ€hrung: 1 Philippinischer Peso = 100 Centavos
  • 1 EUR = 57,271 PHP (30. November 2021)
  • BIP: 304 Milliarden US-Dollar (2016)

Obwohl die Philippinen zu den aufstrebenden Next Eleven gerechnet werden, gehören sie zu den, aus europĂ€ischer Sicht gesehenen, Ă€rmeren LĂ€ndern. Es herrscht ein starker wirtschaftlicher Gegensatz zwischen einer kleinen reichen Oberschicht und der breiten Bevölkerungsmehrheit. In der Metropolregion Manila etwa gibt es einerseits die saubere und sichere Wolkenkratzerstadt Makati City mit zahlreichen internationalen Unternehmen, auf der anderen Seite aber auch viele ausgedehnte Slums ohne ausreichende Wasser- und Stromversorgung. Weiterhin lĂ€sst sich ein deutliches Nord-SĂŒd-GefĂ€lle im Einkommen feststellen. WĂ€hrend auf der Hauptinsel Luzon (im Norden) eine exportorientierte Industrie (vor allem im Bereich der Textil-, Automobil- und Elektronikindustrie) prĂ€sent ist, herrscht im sĂŒdlichen Mindanao weitgehend die Landwirtschaft (Reisanbau) vor. Die wichtigsten Handelspartner sind die Volksrepublik China, die Vereinigten Staaten und Japan. ExportgĂŒter sind vor allem Elektronik, Maschinen und Transportmittel. Die Wirtschaftsleistung der Philippinen legte in den letzten Jahren konstant um 6 bis 7 Prozent jĂ€hrlich zu, was es zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt macht.

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei 5,7 %, allerdings sind viele BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse informeller Natur und UnterbeschĂ€ftigung ist weit verbreitet. 2017 arbeiteten 25,4 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 18,3 % in der Industrie und 56,3 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 42,8 Millionen geschĂ€tzt; davon sind 39,9 % Frauen.

Ein großes wirtschaftliches Hemmnis stellt die Versicherung von Geldeinlagen bei philippinischen Banken dar. Nur BetrĂ€ge bis 250.000 Peso (ca. 5.000 EUR) sind versichert. Dies gilt auch, wenn die Einlagen auf verschiedenen Konten bei derselben Bank hinterlegt sind. Ein weiteres Hemmnis ist die verbreitete Korruption.

Die Philippinen haben aufgrund der weitverbreiteten Englischkenntnisse einen sehr starken Dienstleistungssektor. Vor allem Callcenter, die fĂŒr amerikanische Firmen arbeiten, sind auf den Philippinen sehr zahlreich. GegenĂŒber indischen Callcenter-Mitarbeitern haben Filipinos fĂŒr den amerikanischen Markt den Vorteil, dass sie einen verstĂ€ndlicheren Akzent sprechen und mit amerikanischen AusdrĂŒcken besser vertraut sind.

Weitere Dienstleistungszweige sind Buchhaltung und Softwareentwicklung, da philippinische Hochschulabsolventen in diesen Bereichen sehr gut ausgebildet sind, aber trotzdem recht niedrige GehÀlter haben.

Der Tourismussektor wĂ€chst stark. 2016 wurde das Land von ca. 6 Millionen Touristen besucht, die Ausgaben in Höhe von 5,1 Milliarden US-Dollar machten. Seit 2010 haben sich TouristenankĂŒnfte damit fast verdoppelt.

Der GrundstĂŒckserwerb ist ausschließlich durch philippinische StaatsbĂŒrger möglich, AuslĂ€nder können nur unter bestimmten Voraussetzungen GrundstĂŒcke erwerben. Hintergrund ist der hĂ€ufige Missbrauch, wie zum Beispiel in internationalen Versteigerungen. Es ist allerdings möglich, als AuslĂ€nder die philippinische Staatsangehörigkeit zu erwerben.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegen die Philippinen Platz 56 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018).

Wirtschaftsdaten

Haupthandelspartner der Philippinen (2016), Quelle: GTAI

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 48,7 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 45,5 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 0,9 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 105,5 Milliarden US-Dollar oder 33,7 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,7 % (2014)
  • Bildung: 2,5 % (2005)
  • MilitĂ€r: 0,9 % (2005)

Auslands-Filipinos

Einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor stellen die Filipinos dar, die im Ausland als sogenannte Overseas Filipino Worker (OFW) arbeiten. Die Überweisungen dieser Gastarbeiter betrugen im Jahr 2016 ca. 30,6 Milliarden US-Dollar was knapp 10 % der Wirtschaftsleistung war.

Etwa acht Millionen Filipinos (ca. 9 % der Gesamtbevölkerung von 89.468.677 Einwohnern) arbeiten stĂ€ndig im Ausland, philippinische Frauen besonders hĂ€ufig in Hongkong, Singapur, Taiwan und arabischen LĂ€ndern, vor allem als Haus- oder KindermĂ€dchen, aber auch in einfachen TĂ€tigkeiten, etwa als Kassiererin. In den USA lebt allerdings die grĂ¶ĂŸte Anzahl an Auslands-Filipinos mit knapp 4 Millionen Menschen philippinischer Abstammung 2015. Auch die Heirat mit einem „Foreigner“ aus einem wohlhabenden Staat ist sehr beliebt und wird hĂ€ufig zum Anlass genommen, das Land zu verlassen und eine neue Existenz im Ausland zu beginnen. Mit den EinkĂŒnften in harter WĂ€hrung können bei verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringem Aufwand große Projekte in der Heimat verwirklicht werden. Die monatlichen Zahlungen von Filipinos nach Hause machen eine große Summe aus und lassen die Bevölkerung im eigentlichen Sinn einen besseren Standard erreichen.

Aufgrund der guten Ausbildung und guter Englischkenntnisse finden sich philippinische Auswanderer in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Europa (Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz) gut zurecht. Sie arbeiten hĂ€ufig im Gesundheitswesen, meistens als Techniker und Technologen, aber auch als Mediziner und Krankenpfleger sowie als Erzieher, Hauspersonal und in der Gastronomie. Philippinische MĂ€nner sind auf großen Kreuzfahrtschiffen weltweit zu finden, hauptsĂ€chlich in WĂ€schereien, als Musiker oder als Dienstpersonal. Auf Frachtschiffen dienen sie als Besatzungsmitglieder oder auch als Schiffsmeister und -offiziere. Da viele gut ausgebildete Filipinos ins Ausland ziehen, leidet die einheimische Wirtschaft unter dem Verlust von FachkrĂ€ften (Talentabwanderung); auch der Heiratsmarkt wird dadurch ausgetrocknet. Andererseits kommen durch die AuslandstĂ€tigkeit Devisen ins Land.

Die Regierung erwĂ€gt die WiedereinfĂŒhrung einer fĂŒnfprozentigen Einkommensteuer fĂŒr alle im Ausland beschĂ€ftigten Filipinos, um Geld in den Staatshaushalt fließen zu lassen. Dieses Vorhaben stĂ¶ĂŸt jedoch auf großen Widerstand der Betroffenen.

Infrastruktur

Energiesektor

Zur Energieerzeugung werden Öl, Erdgas, Holz, Kohle und in zunehmendem Maße auch regenerative EnergietrĂ€ger, wie Wasserkraft und Geothermie, verwendet. In den letzten Jahrzehnten wurden große Wasserkraftwerke am Agus (418 MW), Angat- (246 MW), Magat- (381 MW), Pantabangan-Stausee (100 MW) und am Caliraya-See errichtet. Die Philippinen sind weltweit der zweitgrĂ¶ĂŸte Nutzer von Geothermiekraftwerken. Große Geothermiekraftwerke sind zum Beispiel die Geothermie-Kraftwerke Bacon-Manito I und II, in den Pocdolbergen, das Palinpinon Geothermalfeld am Cuernos de Negros und die Naglabong- und Tiwi-Thermalquellenfelder am Vulkan Malinao. Die Gesamtenergieleistung des Landes aus geothermalen Quellen betrug 2007 1,931 GW. Die Philippinen haben aufgrund ihrer Insellage ein großes Potenzial der Erzeugung elektrischen Stromes aus Windenergie. Das von der United States Department of Energy wind mapping survey erstellte Datenmaterial legt ein Potenzial von ĂŒber 70 GW nahe. Ein 40 MW großer Windpark wurde in Ilocos Norte 2002 in Betrieb genommen.

Solarenergie soll vor allem fĂŒr den lokalen Bedarf genutzt werden. So wurden in 150 abgelegene Dörfer Solaranlagen installiert. Es ist geplant insgesamt 15.000 Solaranlagen fĂŒr den hĂ€uslichen Bedarf zu installieren. Biogas wird auf den Philippinen bislang nur selten genutzt. Seit 2005 entstand lediglich in Victorias City ein Pilotkraftwerk, das ausgelegt ist fĂŒr die Produktion von 51 MW elektrischen Stroms; es werden hierfĂŒr AbfĂ€lle aus der Zuckerrohrproduktion verwendet. FĂŒr die Nutzung der Meeresströmungen sollen zwei Meeresströmungskraftwerke in der San-Bernardino-Straße und der Straße von Surigao getestet werden.

Durch die Entdeckung des Malampaya-Erdgasfeldes, vor der KĂŒste Palawans, konnten die Philippinen ihre AbhĂ€ngigkeit von den Importen wie Kohle und Erdöl verringern. Die Förderung von Erdgas wurde 2001 aufgenommen, hierfĂŒr war der Bau einer 501 km langen Pipeline nach Batangas City die Voraussetzung. Insgesamt wurden im Großraum Manila sechs Kraftwerke neu gebaut oder umgerĂŒstet. Sie erbrachten 2007 zusammen eine Leistung von 4,88 GW; bis 2012 soll dieser Wert bis auf ca. 8 GW gesteigert werden. Es ist vorgesehen, eine weitere Pipeline in die Visayas und auf die Insel Mindanao zu verlegen.

Der Mix der PrimĂ€renergietrĂ€ger auf den Philippinen sah 2003 folgendermaßen aus: 40 % Erdöl, 11 % Kohle, 9 % Geothermie, 6 % Erdgas, 4 % Wasserkraft und ca. 30 % andere EnergietrĂ€ger. Der Anteil der erneuerbaren EnergietrĂ€ger lag 2003 bei 43 % an der Gesamtenergieerzeugung und soll weiter ausgebaut werden. Die der erneuerbaren Energien lag bei 15 %. Im Jahr 2007 wurden auf den Philippinen 59.612 GWh elektrischer Strom erzeugt. Bei deren Erzeugung verteilte sich der EnergietrĂ€germix wie folgt: Erdgas 31,5 %, Kohle 28,2 %, Geothermie 17,1 %, Wasserkraft 14,4 %, Erdöl 8,6 % und 0,1 % andere Energien. Der primĂ€re Verbrauch von Erdöl beschrĂ€nkt sich weitestgehend auf den Transportsektor, dieser betrug 2007 ca. 74 % des Gesamtverbrauchs. Die Philippinen gehören zu den kleineren Emittenten von klimaschĂ€dlichen Treibhausgasen. Ohne die Montanindustrien, wie der Agro- und Waldwirtschaft, betrugen die Emissionen ca. 142 Millionen Tonnen im Jahr 2005. Der Ausstoß der erzeugten Treibhausgase erreichte in den Jahren 1997 bis 2005 ihren Höhepunkt und nahm seitdem signifikant ab, trotz des wirtschaftlichen Wachstums von durchschnittlich 4 %. Er lag im Jahr 2007 auf einem Niveau der dem der frĂŒhen 1980er Jahre entsprach.

Verkehr

Das Verkehrswesen des Inselstaates basiert ĂŒberwiegend auf Schifffahrt, Luftfahrt und Straßenverkehr.

Auf den großen Inseln verkehren zwischen den großen StĂ€dten Reisebusse im regelmĂ€ĂŸigen Linienverkehr, die ĂŒberwiegend klimatisiert sind. In der Hauptstadt Manila verkehrende Busse werden „ordinary“ genannt. Fast im ganzen Land dominieren in den StĂ€dten die Jeepneys im Kurzstreckenverkehr, gefolgt von der Autorikscha und dem Fahrradtaxi fĂŒr den Ultrakurzstreckenverkehr.

Das gesamte Straßennetz umfasste 2014 etwa 216.387 km, wovon 61.093 km asphaltiert sind.

Im ĂŒberregionalen Verkehr dominiert die Schifffahrt, gefolgt vom Luftverkehr. Die grĂ¶ĂŸte Schifffahrtsgesellschaft im Personenverkehr ist die SuperFerry Cooperation, gefolgt von Negros Navigation. Beide Gesellschaften bieten auf den ganzen Philippinen FĂ€hrverbindungen, auch im Langstreckenverkehr, an. Regional in den Visayas arbeitet die Trans Asia Shipping, daneben bieten zahlreiche kleinere Gesellschaften regionale FĂ€hrverbindungen an.

Das Flugzeug ist das schnellste Transportmittel auf den Philippinen. GrĂ¶ĂŸte Fluggesellschaft des Landes ist die Philippine Airlines, die internationale Strecken in die Regionen Nordamerika, Ostasien, SĂŒdostasien und den Mittleren Osten anbietet. Ihr Inlandsableger ist die Airphil Express. GrĂ¶ĂŸte Inlandsfluggesellschaft ist die Cebu Pacific, sie bietet FlĂŒge in alle Regionen des Landes an. Kleinere Fluggesellschaften sind die Zest Airways und die Tigerair Philippines. Die beiden wichtigsten internationalen FlughĂ€fen auf den Philippinen sind der Ninoy Aquino International Airport in Manila und der Flughafen Mactan-Cebu.

Das Eisenbahnwesen ist wenig entwickelt und besteht im Wesentlichen aus einer einzigen Bahnstrecke der Philippine National Railways (PNR) in die Bicol Region. Die Verbindung nach San Fernando und San Jose City soll nach dem Willen der Regierung wieder aufgebaut werden. Weitere Bahnprojekte existieren auf der Insel Panay und Mindanao. In Manila besteht ein modernes Stadtbahnsystem (in Hochbahn-AusfĂŒhrung), die Mass Rapid Transit Manila (auf der Trasse der EDSA-Avenue), und die Light Rapid Transit (direkte Nord-SĂŒd-Verbindung). Die Preise lagen im April 2013 unter 0,30 Euro fĂŒr die volle StreckenlĂ€nge.

Gesundheitswesen

Auf den Philippinen gibt es 90.000 registrierte Ärzte und 2.400 KrankenhĂ€user, davon 1.700 öffentliche. Über 60 % der Bevölkerung sind in der gesetzlichen Krankenversicherung Philippine Health Insurance Corporation (PhilHealth) versichert, aber nur etwa 50 % der Bevölkerung haben Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Generell sind die staatlichen KrankenhĂ€user unterfinanziert und dementsprechend prekĂ€r ausgestattet. Die Behandlung erfolgt kostenlos, Medikamente hingegen mĂŒssen selber bezahlt werden. Wohlhabende Filipinos und AuslĂ€nder bevorzugen die großen und hervorragend ausgestatteten KrankenhĂ€user in Manila (Makati Medical Center, Philippine Heart Center of Asia).

Der grĂ¶ĂŸte Teil der Bevölkerung besitzt keinerlei Impfschutz. Tetanusprophylaxe ist nur sporadisch verbreitet. Der Tollwut-Durchseuchungsgrad, unter anderem unter Haustieren, ist sehr hoch.

Die Lebenserwartung auf den Philippinen betrug 2016 69,2 Jahre. Im regionalen Vergleich stieg sie in den letzten Jahrzehnten nur sehr schleppend an.

Seit 1996 besteht der Philippinische Gehörlosenbund.

Bildungswesen

2005 wurden 2,5 % des BIP fĂŒr Bildung verwendet. Ein großer Teil der Schulen besteht aus Privatschulen. Die Analphabetenrate auf den Philippinen ist niedrig.

Kultur

GrundsÀtze

Das, was gemeinhin unter philippinischer Kultur verstanden wird, ist die Kultur der christlichen Tieflandbewohner, die die Mehrheit bilden und unter spanischer Herrschaft standen. Die Hochlandbewohner sowie philippinische Muslime und philippinische Chinesen unterscheiden sich in ihren Sitten und BrĂ€uchen zum Teil erheblich von der Mehrheitsgesellschaft. Ansonsten ist auf den Philippinen ĂŒberall der amerikanische Einfluss spĂŒrbar, auch wenn dieser nicht so tiefgreifend war wie der Einfluss von mehr als dreihundert Jahren spanischer Kolonialherrschaft und Katholizismus.

Die Philippinen sind eines der wenigen LÀnder, in denen Ehescheidungen verboten sind. Unter bestimmten Voraussetzungen und komplizierten Verfahren kann eine Ehe nachtrÀglich annulliert werden. Aus diesem Grund lassen sich viele philippinische Ehepaare in der Dominikanischen Republik scheiden. Ehebruch steht ebenfalls unter Strafe.

Bei Heirat eines philippinischen Staatsangehörigen im Land ist zuvor eine „EhefĂ€higkeitsbescheinigung“ (englisch: Legal Capacity) vom BrĂ€utigam vorzulegen. Dieses Dokument wird vom zustĂ€ndigen Standesamt im Ursprungsland ausgestellt und muss von der jeweiligen Botschaft bestĂ€tigt werden. Wegen der zahlreichen FĂ€lschungen erkennt die Deutsche Botschaft in Manila mittlerweile (seit 2001) keinerlei philippinische Dokumente ohne aufwĂ€ndige persönliche NachprĂŒfungen an.

Spanischer Einfluss

Auswirkung von Fremdzugehörigkeiten

Die spanische Sprache konnte sich in der Mehrheit der Bevölkerung nicht durchsetzen, obwohl die Spanier rund 330 Jahre die Insel beherrschten, weil sie – anders als in Mittel- und SĂŒdamerika – auf den Philippinen mehr am Handel und weniger an der Vermischung zweier Kulturen interessiert waren. Spanisch wurde den Einheimischen anfangs nicht beigebracht, vielmehr lernten die spanischen Priester und Mönche die einheimischen Sprachen und bildeten einige wenige Einheimische, sogenannte ladinos, als Übersetzer aus. Am 20. Dezember 1863 unterzeichnete Königin Isabella II. von Spanien ein Königliches Dekret, welches die notwendigen Bestimmungen fĂŒr die Schaffung eines Grundschulsystems von öffentlichem, universellem und kostenlosen Charakter festlegte. Seit der Implementierung dieses verpflichteten Schulsystems wurde auch die spanische Sprache von der Grundschule an in vielen Schulen landesweit gelehrt. Nach einigen Jahrzehnten und dem Bau hunderter weiterer neuer Schulen sprach bereits ein erheblicher Anteil der Einheimischen die spanische Sprache.

In der amerikanischen Kolonialzeit wurde allerdings das Englische sehr stark zu Lasten des Spanischen gefördert. Daher sprechen nunmehr weniger als 5.000 Filipinos Spanisch als Muttersprache, allerdings sprechen etwa 1.200.000 Filipinos Chavacano, eine spanische Kreolsprache.

Das Spanische – sowie die Aussprache spanischer Lehnwörter – ist auf den Philippinen eher mexikanisch als spanisch geprĂ€gt, da die Philippinen bis zur UnabhĂ€ngigkeit von Mexiko aus regiert wurden und die beiden LĂ€nder durch den Galeonenhandel mit Acapulco in regem Austausch standen. Als die Philippinen nach der UnabhĂ€ngigkeit Mexikos unter direkte spanische Herrschaft kamen, gab es Konflikte zwischen den auf den Philippinen geborenen Spaniern (Insulares) und den Spaniern aus Europa (Peninsulares). Nicht wenige Insulares schlugen sich bei der philippinischen Revolution von 1896 auf Seiten der Einheimischen, auch wenn nationalistische Historiker auf den Philippinen dies gerne verdrĂ€ngen.

FĂŒr viele alltĂ€gliche Begriffe – unter anderem Zeit und Zahlenangaben, Bezeichnungen von Hausabteilen, Haushalts- und Kleidungsartikeln und Fahrzeugteilen – werden spanische Begriffe oder Wörter benutzt. Auch diese wurden teilweise umgewandelt oder entfremdet, erinnern jedoch immer noch sehr an die spanischen Begriffe. Zum Beispiel bedeutet das Wort „siempre“ im spanischen „immer, ewig“, auf den Philippinen wird dieses Wort eher fĂŒr „natĂŒrlich, na klar“ verwendet. Es existieren teilweise eigene Tagalog-AusdrĂŒcke fĂŒr die oben genannten Begriffe, diese werden jedoch kaum verwendet. Es sind jedoch BemĂŒhungen im Gange, in Anlehnung an den Nationalhelden und Literaten JosĂ© Rizal, die historisch ĂŒberlieferte Sprache wiederzubeleben. Von Spaniern gegrĂŒndete Schulen wie Colegio de San Juan de Letran, University of Santo Tomas, Colegio de Santa Catalina und anderen Organisationen, wie zum Beispiel Circulo Cervantino und Casino Español lehren noch Spanisch als Fremdsprache, verwenden allerdings wie alle anderen philippinischen Hochschulen Englisch als Hauptunterrichtssprache.

Namensgebung

Die meisten Filipinos – aber auch Inseln, Landesteile und Ortschaften – tragen als Folge der rund 330 Jahre dauernden spanischen Kolonialzeit spanische Namen. Bis 1849 hatten die meisten Filipinos nur einen Vornamen; einige benannten sich auch nach katholischen Heiligen (zum Beispiel San Pedro, del Pilar, San Buenaventura).

Am 21. November 1849 erließ der spanische Generalgouverneur Narciso ClaverĂ­a y ZaldĂșa ein Dekret, das fĂŒr alle Filipinos Familiennamen obligatorisch machte. Zu diesem Zweck wurde an alle Provinzgouverneure eine alphabetische Liste spanischer Namen verteilt. Die Provinzgouverneure sandten an die Gemeindepfarrer je einen Ausschnitt aus dieser Liste. Die Ă€lteste Person jeder Familie konnte dann fĂŒr die ganze Familie aus dieser Unterliste einen Namen fĂŒr seine Familie aussuchen. Da durch dieses System Orte nur Namen bekamen, die mit einem bestimmten Buchstaben begannen, kann man aus vielen Namen die lokale Herkunft erkennen. Die Liste, auf die alle philippinischen Familiennamen zurĂŒckgehen, ist als Claveria-Liste bekannt. Der Sinn des Dekretes war eine Vereinfachung der Verwaltung, Steuereinnahme und VolkszĂ€hlung.

Einwohner der Philippinen, die bereits vor dem Claveria-Dekret einen nicht-spanischen Nachnamen hatten, konnten diesen jedoch behalten. Bestimmte Namen wie Cojuangco (Ko Kwan-co), Tanlimco (Tan Lim-co) oder Joson (Ho Sun) deuten auf chinesische Vorfahren, wÀhrend einige Namen wie Tupas, Gatmaitan, oder Gatbonton alte einheimische Nachnamen sind. Wer beweisen konnte, dass seine Familie bereits seit mindestens vier Generationen einen spanischen Nachnamen verwendete, durfte diesen ebenfalls behalten.

Musik

Einfluss der geografischen Lage

Die Philippinen waren von den kulturellen Entwicklungen auf dem Festland und den Inseln SĂŒdostasiens vom frĂŒhen Mittelalter bis zur Neuzeit weitgehend abgeschnitten. Die seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten in der Region bedeutenden hinduistischen und buddhistischen Großreiche ĂŒbten keinen kulturellen Einfluss auf die Philippinen aus. Aus Ă€lterer Zeit bestehen vielfache kulturelle Verbindungen zwischen den philippinischen Inseln und dem ĂŒbrigen SĂŒdostasien. Hierzu gehören Formen des Hausbaus, die Kultivierung von Nassreis, die rituelle Kontaktaufnahme mit Ahnengeistern, der Genuss von Betel und die Verwendung von Bambus im Haushalt und fĂŒr Musikinstrumente. Bis zu zehn Prozent der Einwohner, die sich, abgesehen von der kleinen Minderheit der Negritos, etwa zu gleichen Teilen auf den Norden und den SĂŒden verteilen, haben noch einen Bezug zu einheimischen musikalischen Formen, die ĂŒberwiegende Mehrheit ist ausschließlich fĂŒr westliche Musikstile empfĂ€nglich. Beim Eintreffen der ersten Spanier besaßen die Philippinen noch eine reiche Instrumental- und Vokalmusiktradition, wie den frĂŒhen Reiseberichten – beginnend mit Antonio Pigafetta 1521 – zu entnehmen ist.

Indigene Ethnien im Norden

Die Ă€lteste philippinische Musiktradition wird im Norden von den Igorot und verwandten Völkern in den Kordilleren Luzons gepflegt. Die fĂŒr die Unterhaltung verwendeten Musikinstrumente werden fast ausschließlich aus Bambus hergestellt. Manche sind fĂŒr ein solistisches Spiel, andere fĂŒr kleine Ensembles vorgesehen. Dazu gehören mehrsaitige Bambusröhrenzithern, die bei den Kalinga und Bontoc kolitong genannt werden, Klappern, Gabelbecken (Ifugao: hangar) und Bambusschlaggabeln (Kalinga: balingbing, Isneg: paginggeng) aus einem geschlitzten Bambusabschnitt, Brettzithern (Ifugao: taddeng) mit drei bis vier Drahtsaiten, Stampfrohre, Xylophone, Rahmenmaultrommeln (Kalinga: ulibao, vom Typ der indonesischen genggong), Nasenflöten und Kernspaltflöten (der indonesischen suling entsprechend). Bei Hochzeiten und Totenritualen treten Chöre mit VorsĂ€nger auf (Ibaloi: badiw), die Kalinga begleiten Friedenszeremonien, welche das Zusammenleben mit benachbarten Ethnien gewĂ€hrleisten, und Hochzeiten mit formal streng festgelegten, dango und ading genannten Gesangsformen.

FĂŒr die zeremonielle Musik und zur Begleitung zeremonieller TĂ€nze werden ausschließlich Flachgongs (gangsa) und gelegentlich lange, hölzerne Röhrentrommeln verwendet. Die gangsa-Musik bildet die strukturelle Grundlage, an der sich die Unterhaltungsmusik orientiert.

Muslimische Ethnien im SĂŒden

Vorspanische Musiktraditionen haben sich ansonsten im SĂŒden vorwiegend auf Mindanao, dem Sulu-Archipel, Palawan, Negros und im Westen auf Panay und Mindoro erhalten. Die zweite, von Luzon unabhĂ€ngige Musiktradition ist durch die Verwendung von Buckelgongs charakterisiert. Sie kam ab dem 14. Jahrhundert zunĂ€chst mit muslimischen Seefahrern und HĂ€ndlern ins Land und ist in den Siedlungsgebieten der muslimischen Bevölkerungsgruppen auf den sĂŒdlichen Inseln verbreitet. Die kulintang genannten Ensembles mit mehreren waagrecht in einer Reihe gelagerten Buckelgongs (kulintang auch als Name des Instruments), einem senkrecht aufgehĂ€ngten Buckelgong (agung), einer Vierergruppe Buckelgongs (gandingan) und einer Bechertrommel (dabakan) sind besonders mit dem indonesischen gamelan verwandt. Das kulintang spielt die Melodie, wĂ€hrend die anderen Gongs und die Trommel einen Rhythmus ergĂ€nzen.

Weit verbreitet im SĂŒden ist die Bambusmaultrommel kubing, daneben kommen Bambusschlitztrommeln und Bambusxylophone vor. Zu den Saiteninstrumenten im SĂŒden gehören die zweisaitige Bootslaute kutiyapi (formverwandt mit der sape in Borneo, namensverwandt mit der javanischen kacapi), mehrere Bambusröhrenzithern und eine einsaitige Fiedel, die regional durch eine abgewandelte europĂ€ische Violine (wie in Indonesien biola) ersetzt wurde. Die muslimischen Ethnien pflegen zahlreiche, hĂ€ufig melismatische Gesangsstile, darunter die epischen GesĂ€nge baat und darangan sowie Liebeslieder (bayok).

EuropÀisch-amerikanisch beeinflusste Musik

Die am weitesten verbreitete Volksmusiktradition geht auf den Einfluss christlicher Missionare und die annĂ€hernd vier Jahrhunderte andauernde spanische Kolonialherrschaft zurĂŒck. Hierdurch wurden vielerorts einheimische Musikstile völlig verdrĂ€ngt. Die Missionare fĂŒhrten das Orgel-, Gitarren- und Flötenspiel ein. Hinzu kamen spanische UnterhaltungstĂ€nze. Ende des 19. Jahrhunderts wurden nach europĂ€ischem Vorbild Musikschulen, Sinfonieorchester und Chöre gegrĂŒndet. Regional werden heute Ensembles mit Gitarren und Gesang (in den Visayas) oder mit Flöten und Trommeln (in der Ilocos-Region) bevorzugt. In der Tagalog-Sprachregion sind die typisch spanischen Gitarrenensembles rondalla und die Blechblaskapellen banda beliebt. Hinzu kommen zu christlichen Festtagen gehörende Musik- und Gesangsformen (pasyon, epischer Gesang ĂŒber das Leben Christi).

Ein besonders geschĂ€tztes Liebesliedgenre in der Sprache Tagalog, das Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, heißt kundiman. Es geht vor allem auf die beiden Komponisten Nicanor Abelardo (1893–1934) und Francisco Santiago (1889–1947) zurĂŒck.

Die Vorbilder der modernen Popmusik stammen hauptsĂ€chlich aus den Vereinigten Staaten. In der amerikanischen Zeit (1898–1946) wurden neben europĂ€ischer Klassik auch Jazz und amerikanischer Folk eingefĂŒhrt. Seit den 1960er Jahren ist die nationale Rockmusikvariante Pinoy rock Ă€ußerst beliebt. Einige bekannte philippinische Popmusiker sind Freddie Aguilar, Pilita Corrales, Grace Nono, Imelda Papin, Lea Salonga, Randy Santiago, Gary Valenciano („Gary V“) und der in den Vereinigten Staaten lebende Rapper apl.de.ap.

In Manila und den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten finden Konzerte mit sinfonischer und anderer westlich-klassischer Musik statt. Zu den fĂŒhrenden klassischen Komponisten der Philippinen gehören Antonio Buenaventura (1904–1996), Rodolfo Soldevilla Cornejo (1909–1991), Lucrecia Kasilag (1917–2008), Felipe Padilla de Leon (1912–1992), Eliseo M. Pajaro (1915–1984), Hilarion Rubio y Francesco (1902–1985), Lucinio Tino Sacramento (1908–1984), Ramon Tapales (1906–1995), Rosendo E. Santos (1922–1994) und Amada Santos Ocampo (1925–2009).

Film

Schauspieler oder Regisseure mit ganz oder teilweise philippinischer Abstammung sind Lino Brocka, Rob Schneider, Vanessa Minnillo, Dante Basco, Tia Carrere, Lou Diamond Phillips, Bob Morley, Vanessa Hudgens und Brillante Mendoza.

Philippinische KĂŒche

Die philippinische KĂŒche vereinigt spanisch-mexikanische, chinesische, indische, japanische und amerikanische EinflĂŒsse, die auf die RegionalkĂŒchen der unterschiedlichen ethnischen Gruppen der Philippinen gewirkt haben.

Feste

Auf den Philippinen gibt es jÀhrlich viele Feste, unter anderem das Barrio Fiesta und Fiesta de Sandugo. Jede Gegend hat ihre eigenen Feste, die hÀufig mit Paraden und Feuerwerken zu Ehren des bzw. der lokalen Heiligen begangen werden.

In vorspanischer Zeit kamen viele hinduistische und buddhistische Elemente auf die Philippinen, da die Philippinen unter dem Einfluss der Sri-Vijaya- und Majapahit-Reiche standen. Infolge der 333 Jahre dauernden Kolonisation durch die Spanier flossen auch viele spanische und mexikanische Traditionen in die Kultur mit ein, und nach 1898 kamen zusĂ€tzlich noch amerikanische EinflĂŒsse auf die Insel. Etwa 60 % der philippinischen Traditionen und BrĂ€uche haben trotz der jahrhundertelangen Fremdherrschaft ihren Ursprung in vorspanischer Zeit.

Ein wichtiges Fest ist Flores de Mayo (Maiblumen), das das Ende der heißen Trockenzeit und den Beginn der Regenzeit feiert, ein fĂŒr die Landwirtschaft wichtiger Zeitpunkt.

Die christlichen Feiertage werden ausgiebig gefeiert, allerdings ganz anders als in Europa. Zu Allerheiligen und Allerseelen kampieren Familienangehörige in den Friedhöfen, es herrscht eher Partystimmung als Trauer, da man den Toten eine Freude machen möchte. Weihnachten auf den Philippinen wird vom 16. Dezember an gefeiert, es gibt bis zum 24. Dezember Messen um 4 Uhr morgens, misa de gallo (Hahnenmesse) genannt. Der Beginn der Weihnachtssaison ist am 1. September. Die Bescherung von Kindern durch ihre Taufpaten erfolgt nach spanischer Tradition erst am 6. Januar (Dreikönigstag). In der Karwoche steht das öffentliche Leben still, am Karfreitag und Karsamstag sind Kinos geschlossen. Einige MĂ€nner lassen sich am Karfreitag zur Buße ans Kreuz nageln, ein Brauch, der von der offiziellen katholischen Kirche nicht gerne gesehen wird. In Manila findet am 9. Januar das Fest des Schwarzen Nazareners statt, bei dem Mitglieder von örtlichen Gangs zur Buße eine schwere Statue des „schwarzen Christus“ durch die Straßen tragen. Bei dieser Prozession dĂŒrfen nur MĂ€nner zugegen sein.

Weitere lokale Feste sind das Ati-Atihan-Fest in Kalibo, Aklan, bei der die Eroberung der Insel und die VerdrĂ€ngung der Negritos oder Ati-StĂ€mme gefeiert wird; das Santo Nino (Christkind)-Fest in Cebu, bei der die Christianisierung der Insel gefeiert wird; oder das Penafrancia-Fest in Bikol, bei dem es zu großen Flussprozessionen kommt.

Ein großes einwöchiges Fest ist das Kadayawan in Davao City. Dort treten in den Shoppingmalls berĂŒhmte philippinische Stars und SĂ€nger auf, und am Wochenende gibt es eine große Parade (Vogelfest) mit festlich geschmĂŒckten Wagen. Am Ende wĂ€hlt eine Jury den schönsten Festwagen.

ErzÀhlungen

Legenden

Zu den Ă€ltesten ĂŒberlieferten Geschichten auf dem Gebiet der Philippinen gehört die Legende um Das Leben des Lam-Ang.

Andere bekannte populĂ€re Legenden auf den Philippinen sind die Geschichte um die Prinzessin Urduja, die Maragtas-Legende und die Legende um das Gesetzbuch von Kalantiaw; diese Legenden gehören zur PflichtlektĂŒre in den Schulen, auch wenn es eine Kontroverse um deren AuthentizitĂ€t gibt.

Mythologie

Die philippinische Mythologie ist eine Sammlung von Geschichten ĂŒber magische Wesen und Geschöpfe. Trotz starker Verwestlichung und Christianisierung glauben viele Filipinos immer noch an die Existenz solcher Wesen, besonders in den Provinzen. Es gibt auch Berichte von Sichtungen, die aber oft unbestĂ€tigt blieben.

Da das Land aus vielen Inseln besteht und von vielen ethnischen Gruppen bewohnt wird, ist die philippinische Mythologie sehr zersplittert. Es gibt jedoch Gemeinsamkeiten unter diesen Gruppen wie den Glauben an Himmel (Kaluwalhatian oder Kalangitan), Hölle (Kasanaan) und die menschliche Seele (kaluluwa).

  • Aswang: Aswang, die wohl berĂŒhmteste mythologische Gestalt der Philippinen, ist ein leichenfressender Ghul und kann – Ă€hnlich dem europĂ€ischen Werwolf – die Gestalt eines Tieres annehmen. TagsĂŒber nehmen Aswangs die Gestalt eines Menschen oder eines Tieres (meist einer Fledermaus oder eines Schweines) an. Nachts erscheinen sie bei Vollmond um Mitternacht, um Jagd auf nichtsahnende schlafende Menschen zu machen. Besonders populĂ€r ist der Mythos des Aswang in Cadiz und in Duenas, Iloilo.
  • Dila: Dila ist die Zunge eines Geistes. Dilas dringen durch den Bambusfußboden lĂ€ndlicher HĂ€user ein und lecken bestimmte Menschen zu Tode.
  • Diwatas und Engkatos: Diwatas oder Feen sollen in großen BĂ€umen wie Akazien und Baletes leben. Sie sind die Schutzgeister der Natur und bringen Segen oder Verderben ĂŒber die, die WĂ€ldern und Bergen wohltun oder schaden. Eine berĂŒhmte solche Diwata ist Maria Makiling, die WĂ€chterin des Berg Makiling in der Provinz Laguna. Engkantos (auch Encantos geschrieben) oder mĂ€nnliche Feen leben hauptsĂ€chlich im Meer. Unter philippinischen Fischern ist es Brauch, nach einem guten Fang Fleisch und andere Delikatessen als Opfer fĂŒr die Engkantos ins Meer zu werfen.
In anderen Landesteilen entsprechen Diwatas den griechischen Göttern und Göttinnen. Zu den bekanntesten Diwatas gehören: Bathala (auch bekannt als Kabunian, Malayari und Lumawig), Herrscher des Himmels; Amanikable, Herrscher ĂŒber die Meere; Dian Masalanta. Göttin der Liebe; Apolake (oder Adlaw), Sonnengott; Mayari (oder in anderen Gebieten Bulan), Mondgöttin; Tala. Göttin der Sterne; und Anitan. WĂ€chter der Blitze.
  • Dwende: Dwende ist das spanische Wort fĂŒr Zwerg. Dwendes leben hĂ€ufig in HĂ€usern oder auf BĂ€umen in lĂ€ndlichen Gebieten. Je nachdem, wie man sie behandelt, bringen sie Unheil oder GlĂŒck. Filipinos lassen oft Speisen auf dem Fußboden zurĂŒck, damit die Dwendes, die das Haus bewohnen (oder, wie sie sagen, beschĂŒtzen), nicht beleidigt sind, sondern dem Haus Segen bringen. Es gibt auch Dwendes, die in AmeisenhĂŒgeln leben, und wenn man an einen AmeisenhĂŒgel kommt, bittet man um ihre Erlaubnis, vorbeigehen zu dĂŒrfen.
  • Kapre: Kapre, ein großer und dunkler Riese, bewohnt WĂ€lder.
  • Manananggal: Eine Manananggal ist eine Zauberin, die ihren Körper in zwei Teile teilen kann. Am RĂŒcken trĂ€gt sie FledermausflĂŒgel. Kopf und Oberkörper durchstreifen das Land und fressen bettlĂ€gerige und kranke Menschen. Wird die untere HĂ€lfte ihres Körpers mit Asche und Salz bestreut, kann ihr Kopf nicht zurĂŒckkehren, und sie wird endgĂŒltig vernichtet. Manchmal wird sie mit einem Aswang verwechselt oder gleichgestellt.
  • Mangkukulam: Mangkukulam ist eine Hexe. Auf den Visayas wird sie Mambabarang genannt.
  • Matruculan: Matruculan dringt in das Haus einer Jungfrau ein und schwĂ€ngert sie. Nach einer anderen Version tötet der Matruculan eine werdende Mutter, öffnet ihren Leib und frisst den Fötus. Zur Abwehr durchschneidet der Ehemann wĂ€hrend der Wehen die Luft mit seiner Axt. Der Glaube an Matruculan ist heute nicht mehr so weitverbreitet wie in der spanischen Zeit.
  • Multo: Multo, das Wort fĂŒr Geist in Tagalog, kommt vom spanischen muerto (deutsch: Toter). Filipinos glauben, dass ein Multo, oft der Geist eines verstorbenen Verwandten, sie regelmĂ€ĂŸig besucht. Das Wort fĂŒr den Besuch eines Multo heißt minumulto oder dinadalaw.
  • Nuno sa Punso: Der Nuno sa Punso bewohnt kleine HĂŒgel im Boden. Deshalb sagen Filipinos „makikiraan lang po“ („Entschuldigung bitte“), wenn sie an einem Buckel im Boden vorbeigehen, um den Nuno nicht zu beleidigen. Oft werden sie mit den Dwende durcheinandergebracht.
  • Putol na Kamay: Putol na Kamay leben hĂ€ufig in BriefkĂ€sten oder SchrĂ€nken in lĂ€ndlichen HĂ€usern. Der Name bedeutet „abgeschnittene Hand“.
  • Santelmo: Santelmo (vom spanischen „Fuego de San Telmo“, deutsch: Elmsfeuer) ist ein Feuerball, der vor allem in den Bergen der Sierra Madre von Dutzenden Filipinos gesehen wurde. Wissenschaftlich werden diese Erscheinungen durch atmosphĂ€rische elektrische Felder erklĂ€rt, die bei herannahenden Gewitterfronten auftreten und sich an hohen, spitzen GegenstĂ€nden als Elmsfeuer entladen. Berichte ĂŒber Sichtungen gab es schon in der spanischen Ära (16. bis 19. Jahrhundert). Besonders von Seeleuten wurde Elmsfeuer an Schiffsmasten beobachtet. Auch im Gebirge kann dieses PhĂ€nomen an Bergspitzen beobachtet werden.
  • Sirena und Siyokoy: Eine Sirena (deutsch: Sirene) ist eine Meerjungfrau. Vor allem Fischer aus den StĂ€dten am Pazifik berichteten oft von Sirenen am Strand. Siyokoy ist das mĂ€nnliche GegenstĂŒck der Sirene. Er hat eine braune geschuppte Haut Ă€hnlich der der Fische und Kiemenschlitze.
  • Tikbalang: Ein Tikbalang ist ein Wesen mit dem Kopf eines Pferdes und dem Körper eines Menschen.
  • Tiyanak: Nach dem Glauben der Filipinos ist ein Tiyanak der Nachkomme einer Frau und eines DĂ€mons (vergleiche Wechselbalg). Ein Tiyanak kann auch ein abgetriebener Fötus sein, der zum Leben erwacht und UnglĂŒck ĂŒber die Mutter bringt. Er wird als haarlos mit roter Haut und glĂŒhenden Augen beschrieben.
  • Thanbucha: Nach dem Glauben der Filipinos ist ein Thanbucha der Nachkomme eines Mannes und eines Lustmolchs. Ein Thanbucha kann auch ein abgetriebener Fötus sein, der zum Leben erwacht und UnglĂŒck ĂŒber die Mutter bringt. Er wird als haarlos mit roter Haut und glĂŒhenden Augen beschrieben. Uneheliche Kinder werden direkt nach der Geburt ertrĂ€nkt.

Sport

Ballsportarten, Leichtathletik, Schwimmen und Boxen

Zu den beliebtesten Sportarten gehören Basketball, Boxen und Poolbillard. Die philippinischen Basketballspieler wurden 1960, 1963, 1967, 1973 und 1986 fĂŒnfmal asiatischer Meister. Der aktuell bekannteste philippinische Sportler ist der mehrfache Boxweltmeister Manny Pacquiao. Bekannt ist auch der griechisch-philippinische Wrestler Dave Batista und der Poolbillardspieler Efren Reyes.

An den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles beteiligten sich ein Hochspringer (Simeon Toribio), zwei Schwimmer und vier Boxer. Wobei Toribio sowie der Schwimmer José Villanueva und der Bantamgewichtler Teofilo Yldefonso jeweils eine Bronzemedaille gewannen.

Kampfkunst

Die waffenlastigen Formen Arnis, Kali und Eskrima, sowie ein dem Kickboxen Ă€hnlicher Kampfstil, das Sikaran, haben ihren Ursprung auf den Philippinen. Sie sind weithin bekannt fĂŒr effektive, letale Messertechniken und extrem schnelle Doppelstockformen. Weniger bekannt sind Panantukan, ein philippinischer Boxstil, sowie Dumog, das Pendant zum Ringen.

Tauchen

Der Tauchsport auf den Philippinen hat seinen Ursprung in Anilao im SĂŒden von Luzon. Expats und Philippinos meist aus dem nahegelegenen Manila erkundeten die Unterwasserwelt an Wochenenden. Heute findet man internationale Tauchbasen und Resorts ĂŒber das ganze Archipel verteilt. Puerto Galera auf Mindoro war und ist bis heute eine Taucherhochburg. In den Visayas konzentrieren sich die TauchaktivitĂ€ten grĂ¶ĂŸtenteils auf Bohol, Moalboal und die Region um Dumaguete. Coron im Norden Palawans ist bei Wrack-Tauchern ebenso beliebt wie die Subic-Bucht im Westen Luzons. Hier kann man verschiedenen Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg betauchen. Tauchsafaris werden auch auf den Philippinen immer beliebter. Die Ziele sind unter anderem das Tubbataha-Riff in der Sulu Sea und das nördlich von Mindoro liegende Apo-Riff. Die Philippinen liegen im Korallendreieck und weisen eine ĂŒberdurchschnittliche Artenvielfalt auf. Seit Jahren wird in vielen Gebieten erfolgreich gegen Dynamit- und Cyanidfischerei angekĂ€mpft. Die meisten TauchplĂ€tze befinden sich kĂŒstennah und sind in wenigen Minuten von der jeweiligen Basis aus per Boot zu erreichen.

Die Tauchausbildung erfolgt meist nach PADI-Richtlinien. Es werden aber auch anderen Brevets von internationalen Tauchorganisationen anerkannt. Die meisten Tauchbasen verwenden den nach ISO 12209-3 genormter INT-Druckluftflaschen-Anschluss, das Mitbringen eines Adapters fĂŒr den in Europa verbreiten DIN-Anschluss ist daher ratsam.

SehenswĂŒrdigkeiten

Auf Luzon befinden sich die berĂŒhmten Reisterrassen von Banaue und Batad sowie die Vulkane Pinatubo, Taal und Mayon (den viele als den schönsten Vulkan der Welt ansehen, da er sich als nahezu perfekter Kegel aus einer flachen Ebene erhebt). Etwa zwei Stunden von Manila entfernt in der Provinz Laguna liegen die berĂŒhmten Pagsanjan-WasserfĂ€lle. Bemerkenswert sind ebenso die vielen StrĂ€nde, die die KĂŒsten der Philippinen bieten.

Wichtige SehenswĂŒrdigkeiten gehören zum Weltkultur- oder Naturerbe, wie die Barock-Kirchen auf den Philippinen San AgustĂ­n in der spanischen Stadtfestung Intramuros und in Paoay und Miagao. Weitestgehend unbekannt ist die historische spanische Altstadt von Vigan. Historisch bedeutende Sakralbauten sind die Kathedrale von Malolos und die Kathedrale von Manila. Der einzige Kirchenbau in Asien, dessen Fassade komplett aus Stahl im neugotischen Baustil erbaut wurde, ist die BasĂ­lica de San SebastiĂĄn. Eines der wenigen GebĂ€ude in Asien, das im Stil des Art dĂ©co errichtet wurde, ist das GebĂ€ude des Manila Metropolitan Theaters. Von großer nationaler Bedeutung ist der Rizal-Park. Außerhalb von Manila befindet sich die 1773 erbaute Barockkirche in Daraga, Provinz Albay (Our Lady of the Gate Parish Church), die im Jahr 2007 zum nationalen Kulturguterbe erklĂ€rt wurde. Die Kirche steht auf einem BerghĂŒgel in der Stadtgemeinde Daraga, von dem man einen Panoramablick auf den bekannten Vulkan Mayon hat.

Es finden sich zahlreiche Spanische Festungen auf den Philippinen, die zum Teil gut erhalten sind. Auf Bohol befinden sich die Chocolate Hills, die in ihrer Form an die Toblerone-Schokolade erinnern und zum National Natural Monument erklĂ€rt wurden. Insgesamt wurden 1268 HĂŒgel in dieser Form in dem Gebiet gezĂ€hlt. In Cebu City zĂ€hlt der daoistische Tempel zu den architektonischen GlanzstĂŒcken.

Zwei weltweit unter Sporttauchern bekannte Korallenriffe sind das Tubbataha-Riff in der Sulu-See und das Apo-Riff in der Mindoro-Straße. Das grĂ¶ĂŸte Korallenriff der Philippinen ist jedoch das weitgehend unbekannte Doppelriff Caubyan und Calituban. In den Nationalparks und Naturschutzgebieten werden immer wieder neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt, wie zum Beispiel im Northern Sierra Madre Natural Park. Der bekannteste Nationalpark ist der Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark, in dem sich der lĂ€ngste unterirdische Fluss der Welt befindet.

Listen

StÀdte

Inseln und Inselgruppen

Das Staatsgebiet der Philippinen umfasst ca. 7100 Inseln, davon haben circa 460 eine FlÀche von mehr als 2,6 Quadratkilometern. Die elf Hauptinseln sind Luzon, Mindanao, Samar, Negros, Palawan, Panay, Mindoro, Leyte, Cebu, Bohol und Masbate.

Nationalparks und Naturschutzgebiete

Inselgruppe Luzon:

Mindoro und Palawan:

Inselgruppe der Visayas:

Inselgruppe Mindanao:

Siehe auch

Literatur

  • Rainer Werning, Jörg Schwieger (Hrsg.): Handbuch Philippinen. Gesellschaft – Politik – Wirtschaft – Kultur. regiospectra, Berlin, 2019, 6., vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete Auflage, ISBN 978-3-9477-2906-7 (gibt tiefe Einblicke in alle Bereiche der philippinischen Gesellschaft und Geschichte)
  • Wolfgang Bethge: Die Philippinen – Einblicke in Natur, Kultur, Geschichte und Gesellschaft. Shaker, Aachen 2009, ISBN 978-3-86858-196-6.
  • Jens Peters: Philippinen. Reise-Handbuch. 18. Auflage. JPP, Bremen 2005, ISBN 3-923821-30-1 (umfassendster deutschsprachiger Philippinen-ReisefĂŒhrer)
  • Eduard Brachetto: Philippinen. Paradies im permanenten Entwicklungsnotstand. Brachetto, Kloten 2003, ISBN 3-0344-0167-1.
  • Maike Grabowski, Hannah Wolf, Johannes Icking, AktionsbĂŒndnis Menschenrechte-Philippinen (Hrsg.): Menschenrechte in den Philippinen – Anspruch und Wirklichkeit. Stiftung Asienhaus, Köln 2014, ISBN 978-3-933341-60-0. (gibt einen guten Überblick ĂŒber die aktuelle Situation der Menschenrechte)

Weblinks

Offizielle Websites:

  • Offizielle Website der Regierung der Republik der Philippinen
  • LĂ€nder- und Reiseinformationen des deutschen AuswĂ€rtigen Amtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation auf den Philippinen
  • Portal der GIZ – vielseitige PrĂ€sentation zur Landeskunde

Weitere Websites:

  • PhilippinenbĂŒro e. V. – gesellschaftspolitische Informationen, auf philippinenbuero.de
  • Philippinen Magazin – Nachrichten
  • Klimadiagramm und Klimatabellen, auf iten-online.ch
  • Center for Southeast Asian Studies, Northern Illinois University: Philippine Cuisine (englisch)

Einzelnachweise


 

Region Regionen (90)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Abra 17.967 17.156 120.467 121.128  
Agusan del Norte 9.464 8.588 125.203 125.767  
Agusan del Sur 9.213 7.995 125.231 126.291  
Aklan 11.934 11.321 121.854 122.592  
Albay 13.53 12.974 123.279 124.209  
Antique 10.91 10.817 121.018 121.095  
Antique 12.115 10.43 121.356 122.331  
Apayao 18.536 17.168 120.909 121.67  
Aurora 16.511 15.029 121.267 122.245  
Basilan 6.741 6.405 121.583 122.335  
Bataan 14.942 14.421 120.242 120.598  
Batanes 21.122 20.273 121.786 122.033  
Batangas 14.219 13.53 120.573 121.464  
Benguet 16.921 16.187 120.472 120.906  
Biliran 11.695 11.474 124.349 124.625  
Bohol 10.161 9.55 123.726 124.624  
Bukidnon 8.596 7.39 124.56 125.444  
Bulacan 15.26 14.67 120.664 121.342  
Cagayan 18.409 18.402 122.293 122.3  
Cagayan 19.577 17.518 120.957 122.325  
Camarines Norte 14.35 13.822 122.309 123.089  
Camarines Sur 14.099 13.245 122.558 123.973  
Camiguin 9.25 9.077 124.637 124.808  
Capiz 11.614 11.157 122.18 123.086  
Catanduanes 14.092 13.523 124.026 124.418  
Cavite 14.488 14.076 120.597 121.075  
Cebu 11.292 9.407 123.314 124.075  
Compostela Valley 7.997 7.047 125.675 126.293  
Davao del Norte 7.998 6.894 125.289 125.944  
Davao del Sur 7.596 5.367 125.14 125.711  
Davao Oriental 7.996 6.283 125.954 126.618  
Dinagat Islands 10.462 9.313 125.397 126.18  
Eastern Samar 12.376 10.699 125.106 125.832  
Guimaras 10.762 10.419 122.482 122.738  
Guimaras 9.645 9.576 121.211 121.259  
Ifugao 17.09 16.597 120.851 121.576  
Ilocos Norte 18.646 17.704 120.425 120.995  
Ilocos Sur 17.898 16.653 120.334 120.874  
Iloilo 11.598 10.461 122.006 123.175  
Isabela 17.543 16.396 121.335 122.529  
La Union 16.919 16.204 120.276 120.595  
Laguna 14.572 13.962 121.014 121.6  
Lanao del Norte 8.375 7.702 123.615 124.63  
Lanao del Sur 7.67 7.175 124.167 124.493  
Lanao del Sur 8.226 7.432 123.862 124.808  
Leyte 11.557 10.185 124.284 125.168  
Maguindanao 7.239 6.636 123.965 124.908  
Marinduque 13.568 13.202 121.814 122.129  
Masbate 13.153 11.725 122.944 124.072  
Metropolitan Manila 14.772 14.376 120.926 121.143  
Misamis Occidental 8.671 8.008 123.549 123.885  
Misamis Oriental 9.082 8.237 124.262 125.233  
Mountain Province 17.298 16.843 120.774 121.571  
Negros Occidental 10.996 9.438 122.395 123.576  
Negros Oriental 10.445 9.035 122.597 123.366  
North Cotabato 7.691 6.729 124.326 125.315  
North Cotabato 7.178 7.176 124.741 124.742  
Northern Samar 12.591 12.226 124.133 125.35  
Nueva Ecija 16.137 15.165 120.627 121.368  
Nueva Vizcaya 16.764 15.778 120.755 121.448  
Occidental Mindoro 11.968 11.816 120.203 120.285  
Occidental Mindoro 12.324 11.967 119.848 120.353  
Occidental Mindoro 11.981 11.664 119.854 120.083  
Occidental Mindoro 13.866 12.158 120.08 121.248  
Oriental Mindoro 13.53 12.22 120.779 121.553  
Palawan 11.521 7.798 116.955 120.011  
Pampanga 15.274 14.779 120.36 120.942  
Pangasinan 16.387 15.614 119.756 120.926  
Quezon 15.208 13.174 121.264 122.816  
Quirino 16.651 15.924 121.288 122.038  
Rizal 14.89 14.291 121.108 121.461  
Romblon 12.95 12.105 121.682 122.688  
Sabah 7.047 6.971 118.427 118.544  
Samar 12.331 11.094 124.146 125.349  
Sarangani 6.435 5.584 125.075 125.53  
Shariff Kabunsuan 7.26 7.122 124.155 124.34  
Siquijor 9.294 9.098 123.471 123.723  
Sorsogon 13.118 12.536 123.496 124.188  
South Cotabato 6.639 5.953 124.249 125.272  
Southern Leyte 10.622 9.917 124.766 125.306  
Sultan Kudarat 6.86 6.133 124.033 125.193  
Sultan Kudarat 6.213 5.859 124.37 125.112  
Sulu 6.381 5.496 120.489 121.943  
Surigao del Sur 9.492 7.899 125.727 126.466  
Tarlac 15.87 15.169 120.144 120.782  
Tawi-Tawi 5.35 4.656 119.436 120.253  
Zambales 15.853 14.756 119.867 120.46  
Zamboanga del Norte 8.727 7.14 121.904 123.556  
Zamboanga del Sur 8.232 7.369 122.914 123.704  
Zamboanga del Sur 7.945 6.896 121.898 123.096  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Philippines

Name englisch: Philippines
Hauptstadt: Manila
Kfz: RP
ISO: PH
ISO3: PHL
Fläche: 300000 km²
Tld: .ph
Wärung Einheit: PHP
Währung: Peso
Vorwahl: 63

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 19.5740241
südlichster Punkt: 4.6134443
westlichster Punkt: 116.7029193
östlichster Punkt: 126.6043837


 
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