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Staat Informationen : Salomonen

Informationen:


Die Salomonen ([zaloˈmoːnən], amtlicher deutscher Name; engl. Solomon Islands, auch Salomoninseln) sind ein Inselstaat in der SĂŒdsee. Die Inselgruppe zĂ€hlt zum Kulturraum von Melanesien und liegt östlich von Neuguinea. Sie wird zum grĂ¶ĂŸten Teil aus den sĂŒdlichen Salomon-Inseln sowie den Ontong-Java-Inseln und den weiter östlich liegenden Santa-Cruz-Inseln gebildet. Die nördlichen Salomon-Inseln gehören zum Staat Papua-Neuguinea.

Die Salomonen sind Mitglied des Commonwealth of Nations. Zu den umliegenden Inselstaaten zĂ€hlen neben Papua-Neuguinea außerdem Nauru, Kiribati, Tuvalu, Fidschi und Vanuatu.

Geographie

Die Salomonen umfassen eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs, deren grĂ¶ĂŸte Inseln Guadalcanal (höchste Erhebung Mount Popomanaseu mit 2335 Metern), Santa Isabel, Makira, Malaita, New Georgia und Choiseul sind. Des Weiteren zĂ€hlen schĂ€tzungsweise 992 kleinere Inseln und Atolle zum Staatsgebiet. Die Vegetation der Inseln ist geprĂ€gt von bewaldeten HĂŒgellandschaften. 79 % der LandflĂ€che der Salomonen sind bewaldet.

Das tropische Klima ist vom Ozean gemildert. Die Lufttemperaturen an den KĂŒsten sind ĂŒbers Jahr ziemlich konstant und variieren zwischen 28 °C und 32 °C. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 23 °C und 28 °C. Die NiederschlĂ€ge bewegen sich im Jahr zwischen 3000 und 5000 mm, die Regenzeit liegt zwischen Dezember und MĂ€rz.

Im Vergleich zu frĂŒheren Jahren (1975–1989) ist es im Zeitraum von 1990 bis 2004 zu einer Verdoppelung der Anzahl der StĂŒrme der Kategorien 4 und 5 gekommen. Als Folge der globalen ErwĂ€rmung könnte es nach einigen Klimasimulationen zu einem hĂ€ufigeren Auftreten der El-Niño-Wetterlagen kommen. Dies könnte zu einer HĂ€ufung von DĂŒrresituationen und auch einer Erhöhung der IntensitĂ€t tropischer Zyklone im Pazifik fĂŒhren. Allerdings bestehen hierzu wissenschaftliche Unsicherheiten.

Bevölkerung

Die indigene Bevölkerung der Salomonen besteht zu 94,5 % aus Melanesiern, 3,0 % aus Polynesiern und zu 1,2 % aus Mikronesiern. Andere Volksgruppen machen 1,1 % der Gesamtbevölkerung aus: Neben der indigenen Bevölkerung gibt es chinesische, indische, australische und europÀische Zuwanderer. Die Hauptstadt Honiara zÀhlte 2017 84.520 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung

Quelle: UN

Religion

Vor der Christianisierung der Salomonen im 19. Jahrhundert war die Religion auf den Inseln geprĂ€gt von der Einhaltung bestimmter Tabus, von Ahnenverehrung sowie dem Glauben an Geister, die man durch bestimmte Rituale wie z. B. der Opferung von Schweinen gnĂ€dig zu stimmen versuchte. 32,8 % der Salomoner sind heute AnhĂ€nger der anglikanischen Kirche von Melanesien, 19,0 % sind Katholiken, 17,0 % gehören der SĂŒdsee-Evangelikalen Kirche an, 11,2 % sind Adventisten, 10,3 % Methodisten, 2,4 % sind AnhĂ€nger des Christian Fellowship und 4,4 % gehören anderen Kirchen an. 2,4 % der Bevölkerung sind AnhĂ€nger sonstiger Religionen und 0,2 % haben offiziell keine Religion.

Sprache

Fast alle Bewohner der Salomonen sprechen als Muttersprache eine der etwa 120 autochthonen Sprachen, die vor allem zur ozeanischen Sprachgruppe, teilweise aber auch zu den östlichen Papuasprachen gehören: 94,5 % sprechen melanesische, 3,0 % polynesische und 1,2 % mikronesische Sprachen.

Als Verkehrssprache ist die auf dem Englischen basierende Kreolsprache Pijin verbreitet, vergleichbar mit Tok Pisin und Bislama der NachbarlÀnder Papua-Neuguinea und Vanuatu.

Die alleinige Amtssprache des Landes ist jedoch Englisch. Englisch wird von ein bis zwei Prozent der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen.

Gesundheit

Im Zeitraum 2010 bis 2015 betrug die weibliche Lebenserwartung bei der Geburt 71,7 Jahre und die mÀnnliche 68,3 Jahre.

Die Fruchtbarkeitsrate des Zeitraums 2010 bis 2015 lag bei 4,1 Geburten pro Frau. 2006 wurden seitens des Staates 99 US$ (KaufkraftparitĂ€t) pro Kopf fĂŒr die Gesundheit verwendet. Die Erwartung gesunden Lebens betrĂ€gt etwa 60 Jahre.

COVID-19-Pandemie:

Geschichte

Wann die Inselgruppe der Salomonen, die vor etwa 25 Millionen Jahren durch vulkanische AktivitĂ€ten entstanden, erstmals besiedelt wurde, ist nicht bekannt. Man vermutet jedoch, dass Neuguinea vor etwa 60.000 Jahren von Indonesien aus, als wĂ€hrend des PleistozĂ€ns der Meeresspiegel erheblich tiefer lag als heute, von den Vorfahren der heutigen Melanesiern besiedelt wurde, und dass die Menschen von dort aus mit Kanus immer weiter nach Osten in den pazifischen Raum vordrangen. Vermutlich waren die Salomonen bereits von Neuguinea aus besiedelt worden, als vor rund 10.000 Jahren der Meeresspiegel am Ende der Eiszeit wieder anstieg. Ackerbau und Landwirtschaft entwickelten sich in SĂŒdostasien etwa in der Zeit um 7000 – 5000 v. Chr. Einiges spricht dafĂŒr, dass sich um 4000 v. Chr. Menschen auf den Salomonen niederließen, die Ackerbau und Schweinezucht sowie neue Techniken beim Bau von Kanus und Segelbooten einfĂŒhrten. Australische ArchĂ€ologen ermittelten, dass die Poha Höhle auf der Hauptinsel Guadalcanal bereits vor ĂŒber 6.000 Jahren bewohnt war, und auf der kleinen Insel Tikopia im Ă€ußersten Osten der Salomonen, deren Bevölkerung polynesischer Herkunft ist, fand man Reste von Keramik, die der Lapitakultur zuzurechnen sind und ein Alter von etwa 3.500 Jahren aufweisen. Die Polynesier, die in den nachchristlichen Jahrhunderten auf ihren Seefahrten zahlreiche Inseln des Pazifiks besiedelten, hatten nicht die Möglichkeit, sich auf den Salomonen niederzulassen, da die Inseln bereits von Melanesiern bevölkert waren. Nur auf einigen der Santa-Cruz-Inseln im Ă€ußersten Osten der Salomonen, die noch unbewohnt waren, ließen sich zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert Polynesier nieder.

Der Spanier Alvaro de Mendaña de Neyra entdeckte die Inselgruppe fĂŒr Europa 1568. Seine Expedition erforschte den sĂŒdlichen Teil des Archipels und benannte die Inseln San Cristoval, Guadalcanal und Ysabel. Durch den Tod Mendañas gingen die Positionsdaten der Inseln verloren. Philipp Carteret landete 1767 an der OstkĂŒste von Gower Island im Norden, jedoch ohne festzustellen, dass die Insel zu der alten spanischen Entdeckung gehörte. Im folgenden Jahr erkundete Louis Antoine de Bougainville den nördlichen Bereich der Salomonen und benannte Bougainville, Buka und Choiseul. Zudem bereiste er den Seefahrtsweg zwischen den Inseln. Der Franzose Jean François Marie de Surville war der erste EuropĂ€er, der eine lĂ€ngere Zeit auf der Inselgruppe verbrachte. Surville gab einigen Inseln den französischen Namen, den sie bis heute tragen. ZurĂŒckgekehrt nach Frankreich, berichtete er von seinem Aufenthalt im „Land der Mörder“ (Terre des Arsacides). 1788 ging der Brite John Shortland an der OstkĂŒste einer Archipelinsel vor Anker. Da er annahm, eine grĂ¶ĂŸere Landmasse entdeckt zu haben, benannte er die Insel New Georgia.

Anfang des 19. Jahrhunderts wanderten die ersten europĂ€ischen HĂ€ndler und Missionare ein. Das Deutsche Reich ĂŒbernahm 1886 den Nordteil der Inselgruppe mit den relativ großen Inseln Choiseul und Santa Isabel sowie die Insel Bougainville, die heute zu Papua-Neuguinea gehört, als Deutsches Schutzgebiet (Deutsch-Neuguinea). Das deutsche Wort „Haus“ dient noch heute in Papua-Neuguinea und auf den Salomonen zur Bezeichnung eines wichtigen GebĂ€udes, wobei die deutsche und nicht die englische Schreibweise „house“ verwendet wird. Die Verwendung der deutschen Schreibweise erklĂ€rt sich durch die Tatsache, dass wĂ€hrend der deutschen Kolonialzeit (in Papua-Neuguinea bis 1918) einige deutsche Begriffe als Lehnwörter in die Sprachen Melanesiens Eingang fanden. Auch einige Restaurants und öffentliche GebĂ€ude in Honiara verwenden bis heute in ihrem Namen die deutsche Schreibweise „Haus“.

Deutschland tauschte 1899 seine Besitzungen auf dem Gebiet der Salomonen gegen Westsamoa, das es von England erhielt, behielt aber Bougainville, das ein Teil von Deutsch-Neuguinea blieb. Damit waren alle Inseln der Salomonen ab 1899 eine britische Kolonie.

Nach Ausbruch des Pazifikkriegs besetzten japanische Truppen Mitte 1942 die Inselgruppe. Die Vereinigten Staaten begannen im August 1942 mit ihrer Salomonen-Kampagne, der ersten US-Offensive im Pazifik. Allein die Schlacht um Guadalcanal wÀhrte bis zum 9. Februar 1943. Erst nach der Schlacht bei Kap St. George am 26. November 1943 galten die Inseln als befreit.

Nach Kriegsende wurden die Salomonen wieder britisches Protektorat. Unter der britischen Verwaltung wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht im April 1974 garantiert.

Die innere Autonomie erlangten die Salomonen 1976. Sie wurden 1978 unter dem Namen Salomonen ein unabhÀngiger Staat. Das Frauenwahlrecht wurde bestÀtigt.

Die Salomonen blieben Mitglied des Commonwealth of Nations. 1983 nahmen sie diplomatische Beziehungen zu Taiwan auf. Von 1998 bis 2003 gab es große ethnische Konflikte auf den Inseln. 2003 wurde der Schutz der Bevölkerung durch herbeigerufene australische Einheiten wiederhergestellt, da die Salomonen ĂŒber kein eigenes MilitĂ€r verfĂŒgen. Mindestens 200 Menschen starben bei den Unruhen, 4000 wurden verhaftet. Die Australier blieben auf Bitten der Regierung der Salomonen bis im Juni 2017 im Land. Danach blieb das Land fast vollstĂ€ndig von australischer Finanzhilfe abhĂ€ngig.

Beim Seebeben bei den Salomonen 2007 der StĂ€rke 8,0 wurde am 2. April 2007 ein Tsunami mit bis zu fĂŒnf Meter hohen Wellen ausgelöst. Das Hypozentrum wurde rund 350 Kilometer west-nordwestlich der Hauptstadt Honiara in zehn Kilometern Tiefe geortet. Auf der Inselgruppe wurden mindestens 43 Menschen getötet und 900 HĂ€user zerstört, rund 5000 Menschen wurden obdachlos. MinisterprĂ€sident Manasseh Sogavare rief daraufhin den Notstand aus. Ein ebenso starkes Beben am 6. Februar 2013 bei den Salomonen verursachte mit einer einen Meter hohen Tsunamiwelle zumindest fĂŒnf Tote auf den Santa Cruz-Inseln.

Ein mit Bauxit beladenes Frachtschiff ist am 5. Februar 2019 auf Grund gelaufen. Bisher sind 75 Tonnen Schweröl ausgeflossen. Die Ölpest droht East Rennell zu erreichen.

Am 16. September 2019 brachen die Salomonen die seit 1983 bestehenden diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab und nahmen fĂŒnf Tage spĂ€ter diplomatische Beziehungen mit der Volksrepublik China auf.

Politik

Das Parlament des Landes, das Nationalparlament der Salomonen, orientiert sich an dem Westminster-Modell (Mehrparteiensystem). Es kandidieren jedoch prominente lokale Persönlichkeiten, weil es keine dominierende politische Gruppe oder eigentliche Parteipolitik gibt.

Es gibt immer neue Koalitionen, weil die Parlamentarier stÀndig wechseln.

Aufgrund des Konflikts im Juni 2000 auf Guadalcanal stĂŒrzte die Regierung; der Konflikt wurde im Oktober 2000 mit einem Friedensvertrag beendet. FĂŒr StabilitĂ€t soll ein neues Staatssystem sorgen, das den Regionen grĂ¶ĂŸere Autonomie verleiht.

Die Parlamentswahl am 5. April 2006 ergab folgende Aufteilung der 50 Parlamentssitze:

  • National Party – 6,9 % (4 Sitze)
  • SIPRA – 6,3 % (4 Sitze)
  • PAP (People’s Alliance Party) – 6,3 % (3 Sitze)
  • Liberal – 5 % (2 Sitze)
  • Democratic – 4,9 % (3 Sitze)
  • SOCRED – 4,3 % (2 Sitze)
  • LAFARI – 2,8 % (2 Sitze)
  • andere – 60,3 % (30 Sitze)

Die GNUR (Group for National Unity and Reconciliation) ist im neuen Parlament nicht mehr vertreten.

Die Salomonen sind Mitglied der folgenden internationalen Organisationen: ACP, ADB, AOSIS, Commonwealth of Nations, EITI (Kandidat), ESCAP, FAO, G-77, IBRD, ICAO, ICRM, IDA, IFAD, IFC, ILO, IMF, IMO, IOC, ITU, MIGA, OPCW, PIF, Sparteca, SPC, Vereinte Nationen, UNCTAD, UNESCO, UPU, WFTU, WHO, WMO, WTO.

Verwaltungsgliederung

Die Salomonen gliedern sich in neun Provinzen und den Hauptstadtbezirk Honiara:

Die Provinzen und der Hauptstadtbezirk gliedern sich in insgesamt 183 wards. Innerhalb der wards der Provinzen gibt es die einzelnen Dörfer.

Wirtschaft

Die Salomonen sind einer der Ă€rmsten Staaten Ozeaniens. Die grĂ¶ĂŸte SchwĂ€che der Wirtschaft ist die durch die ethnischen Konflikte 1998 weitgehend zerstörte Infrastruktur. Die Hauptgoldmine – Gold Ridge Mine – wurde von Milizen stillgelegt und die Gold-, Fisch-, Kopra- und Palmöl­einnahmen aufgebraucht. Durch die Unsicherheit werden potenzielle Investoren abgeschreckt. Auch spĂŒrt man hier noch die Folgen der Asienkrise.

Nur 3,9 % der LandesflĂ€che werden landwirtschaftlich genutzt, wĂ€hrend 78,1 % bewaldet sind. Damit liegen die Salomonen bezĂŒglich der von Wald bedeckten FlĂ€che weltweit an neunter Stelle. Ein großes Problem der Landwirtschaft auf den Salomonen ist die außerordentlich geringe Mechanisierung.

Die wirtschaftlichen StĂ€rken der Salomonen sind die großen Mineralien­vorkommen. Auf der Insel San Jorge wird Nickelerz fĂŒr den Export abgebaut, dessen Erlös in absehbarer Zeit bis zu 15 % des Bruttoinlandsproduktes entsprechen könnte. Außerdem sind LagerstĂ€tten von Gold, Kupfer, Bauxit, Zink, Phosphate, Blei, Cobalt und Silber bekannt. Von Bedeutung sind ebenfalls die landwirtschaftlichen Ressourcen (etwa 53.400 Tonnen Fisch im Jahr, 58.000 Schweine, 185.000 HĂŒhner und 10.000 Rinder). BezĂŒglich der Landwirtschaft ist der Anbau von Taro (2017: 45.901 t), von Reis (2017: 2.789 t), Yams (2017: 44.940 t) und von Bananen (2017: 313 t) fĂŒr den lokalen Bedarf erwĂ€hnenswert.

Wichtigster Exportartikel ist Holz, gefolgt von Fisch, Palmöl, Kopra und Kakao. 2017 exportierten die Salomonen 3,156 Mio. mÂł Holz – nur unwesentlich weniger als das erheblich grĂ¶ĂŸere Nachbarland Papua-Neuguinea – und lagen damit weltweit an 12. Stelle. Agrarprodukte und Rohstoffe entsprechen 92 % des gesamten Exports. 2017 wurden auf 20.000 ha insgesamt 285.721 t Palmöl produziert, wobei die Salomonen an 24. Stelle der Palmöl produzierenden Staaten lagen. FĂŒr die Gewinnung von Kopra wurden 2017 auf 53.000 ha AnbauflĂ€che 2017 insgesamt 317.682 t KokosnĂŒsse geerntet, so dass die Salomonen unter 91 Kokosnuss produzierenden LĂ€ndern den 18. Platz einnahmen. Der Export von Kopra – vor allem auf die Philippinen – macht insgesamt 24 % des gesamten Exports aus. 2017 wurden – vor allem auf den Inseln Guadalcanal, Malaita und Makira – 4.940 t Kakao geerntet, damit lagen die Salomonen an 27. Stelle der kakaoproduzierenden Staaten. Produktion und Export von Kakao und Kopra stagnieren jedoch wegen des relativ hohen Alters der meisten KakaobĂ€ume und der meisten Kokospalmen.

FĂŒr den lokalen Bedarf werden auch Tabak (2017: 118 t), GewĂŒrze (2017: 217 t) und Bananen (2017: 313 t) angebaut.

Das Land zĂ€hlt zu der Gruppe der am wenigsten entwickelten LĂ€nder. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung leben von Subsistenzwirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fĂŒr 2017 wird auf 1,28 Milliarden US-Dollar geschĂ€tzt. In KaufkraftparitĂ€t betrĂ€gt das BIP 1,32 Milliarden US-Dollar oder 2160 US-Dollar je Einwohner. Das reale Wachstum betrug 3,2 Prozent. FĂŒr 2019 wird mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 2,4 % und fĂŒr 2020 um 2,3 % gerechnet, und die Inflation wird sowohl 2019 als auch 2020 voraussichtlich bei 2,5 % liegen.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Fremdenverkehr

Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr, insbesondere der Tauch- und Angeltourismus, wenn er auch nicht so entwickelt ist wie in anderen Staaten des SĂŒdpazifik. FrĂŒher kamen die Touristen hauptsĂ€chlich wegen der Bedeutung Guadalcanals im Zweiten Weltkrieg, um DenkmĂ€ler und ehemalige Schlachtfelder zu besichtigen. Etwa 25 km westlich von Honiara ist das Freilichtmuseum Vilu War Museum eine viel besuchte SehenswĂŒrdigkeit, denn hier wurde viel zurĂŒckgelassenes KriegsgerĂ€t – wie z. B. Flugzeugwracks, FlugabwehrgeschĂŒtze u. a. – zusammengetragen und ist inmitten von eindrucksvoller tropischer Vegetation ausgestellt. Auch bei Tetere östlich von Honiara befindet sich ein bekanntes Freilichtmuseum, in dem etwa 30 zurĂŒckgelassene amerikanische Landungsfahrzeuge zu sehen sind. Die StrĂ€nde auf den Salomonen bestehen teilweise aus dunklem, vulkanischem Sand und sind z. T. KiesstrĂ€nde und damit nicht so spektakulĂ€r wie die in einigen anderen Staaten des SĂŒdpazifik. Bekannt ist der Strand Bonegi Beach westlich der Hauptstadt Honiara, an dem die Überreste eines japanischen U-Bootes zu sehen sind.

Auf Grund der ethnischen Konflikte 1998 und Warnungen vor der Einreise kam der Tourismus fast zum Stillstand und erholt sich aufgrund fehlender Mittel nur mĂŒhsam. Zurzeit kommen etwa 40 % der Touristen aus Australien, 13 % aus Neuseeland und 5 % aus den USA. 2017 kamen 25.400 Besucher auf die Salomonen, die damit auf der Liste der am wenigsten besuchten LĂ€nder weltweit den sechsten Platz einnahmen. Im Vergleich dazu wurden 2017 die NachbarlĂ€nder Vanuatu von 109.000 und Fiji von 843.000 Touristen besucht. Die Regierung hoffte 2019, die Zahl der auslĂ€ndischen Besucher bis Ende 2019 auf 30.000 und bis 2025 auf 60.000 pro Jahr steigern zu können. Zur Förderung des Fremdenverkehrs wurde von Solomon Airlines 2019 eine direkte Flugverbindung wöchentlich einmal zwischen Brisbane und Munda, einem bei Tauchern beliebten Ort auf der Insel New Georgia, eingerichtet.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 75,1 Millionen US-Dollar sowie Einnahmen von umgerechnet 49,7 Millionen US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben am BIP folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 5,1 %
  • Bildung: 3,3 %
  • MilitĂ€r: 3,0 %

Infrastruktur

Flugverkehr

Solomon Airlines verbindet Honiara in Zusammenarbeit mit anderen Fluggesellschaften mit Nadi in Fidschi, Port Vila in Vanuatu und Brisbane in Australien. Im Land werden ĂŒber 20 Ziele in allen Provinzen angeflogen. Virgin Australia fliegt zweimal wöchentlich von Brisbane nach Honiara. Die meisten nationalen FlughĂ€fen besitzen allerdings keine asphaltierten Landebahnen, sondern nur Graspisten. Dementsprechend wird der Flugverkehr mit kleinen Propellermaschinen durchgefĂŒhrt.

Straßen

Das Straßennetz ist auf den Salomonen, auf denen es keine Eisenbahnlinien gibt, unzureichend ausgebaut. Zu den lĂ€ngsten und wichtigsten Straßen des Landes zĂ€hlen an der NordkĂŒste der Insel Guadanalcanal die asphaltierte Straße von Honiara nach Lambi (58 km) im Westen der Insel sowie die asphaltierte Straße nach Aola (75 km) im Osten.

FĂ€hren

Die meisten der Inseln können mit langsamen FĂ€hren von Honiara aus erreicht werden. Es gibt inzwischen aber auch eine tĂ€gliche Verbindung mit einem schnellen Katamaran von Honiara ĂŒber Tulaghi nach Auki und zurĂŒck.

Telekommunikation

Satellitentelefone sind in der Bevölkerung weit verbreitet mit zwei Anbietern beMobile und Our Telekom. Lokal begrenzte Telefone sind bereits ab 180 Salomon Dollars erhĂ€ltlich, funktionieren jedoch nur mit der ursprĂŒnglichen SIM-Karte. 2001 wurde das Projekt PFnet (People First) mit Hilfe der UNO gestartet, um die Inseln ĂŒber Funkverbindungen mit E-Mail zu versorgen. Bis Juli 2004 gab es 17 Stationen mit Internet-CafĂ©s. Durch die langsame Anbindung war das Herunterladen von Webseiten ein Geduldsspiel, jedoch waren Recherchen im Internet möglich.

Inzwischen gibt es auf fast allen Inseln Mobilfunknetze, u. a. in Honiara, Tulaghi und Auki. Im Februar 2020 ging das im Dezember 2019 fertiggestellte Seekabel Coral Sea Cable System (CSÂČ) in Betrieb, das die Inseln Guadalcanal, Malaita und Western mit Sydney (Australien) verbindet. In Verbindung mit dem gleichzeitig fertiggestellten Solomon Islands Domestic Network erhielten die Salomonen damit erstmals Breitband-Internet.

Bildung

Auf den Salomonen besteht keine allgemeine Schulpflicht, und jeglicher Schulbesuch ist kostenpflichtig, so dass viele Kinder nicht eingeschult werden. Die Salomonen betreiben zusammen mit elf weiteren Inselstaaten die University of the South Pacific, deren USP Solomon Islands Campus sich in Honiara befindet. Die Alphabetisierungsrate von ĂŒber 18-JĂ€hrigen betrug 2015 insgesamt 84,1 % (Frauen: 79,2 %/ MĂ€nner 88,9 %).

Kultur

Bildende Kunst

Die Herstellung von Keramik ist nur auf wenigen Inseln der Salomonen verbreitet, da die dafĂŒr notwendigen Rohstoffe nur auf wenigen der Inseln – wie z. B. auf Choiseul – vorkommen. WĂ€hrend Stein in der bildenden Kunst der Salomonen nur von untergeordneter Bedeutung ist, stellt Holz den wichtigsten Werkstoff dar, doch ist es in dem feucht-heißen Klima der Salomonen kein sehr dauerhaftes Material. Die hĂ€ufigsten Motive traditioneller Schnitzereien sind Götter und DĂ€monen aus der Mythologie der Inseln, wobei die Figuren frĂŒher hĂ€ufig mit Perlmutt verziert wurden. Besonders eindrucksvolle Beispiele hierfĂŒr sind die nguzunguzu genannten Galionsfiguren der frĂŒheren Kriegskanus. In einigen Kirchen findet man aus Holz geschnitzte, verzierte Tauf- und Weihwasserbecken. Vor der All Saints' Church in Honiara ist außerdem eine lebensgroße, aus Holz geschnitzte Figur eines bedeutenden Bischofs zu sehen, ebenso eine hölzerne Weiße Taube, das Symbol des Heiligen Geistes. Der Altar, Tabernakel, das Taufbecken, die lebensgroßen und sehr detailreichen Statuen von Maria und Josef sowie das Kruzifix in der Heilig-Kreuz-Kathedrale wurden von dem einheimischen Holzschnitzer Frank Haikiu aus Honiara angefertigt.

Die im traditionellen Baustil ausgefĂŒhrten GebĂ€ude der University of the South Pacific in Honiara sind mit StĂŒtzen und Stelen versehen, die mit Holzschnitzereien einheimischer KĂŒnstler verziert sind. Ältere Beispiele der Holzschnitzerei sind im Nationalmuseum ausgestellt, in dessen Innenhof Wandmalereien in traditionellen Stil zu sehen sind. In der gesamten bildenden Kunst – nicht nur in der Malerei – sind Darstellungen von Schildkröten und Fischen immer wiederkehrende Motive. Viele Kirchen auf den Salomonen sind mit farbenfrohen Wandmalereien geschmĂŒckt, die Szenen aus der Bibel darstellen, wobei die abgebildeten Personen aus der Bibel durchweg die fĂŒr die Salomonen typischen GesichtszĂŒge, KleidungsstĂŒcke und Frisuren aufweisen.

Sport

Fußball und insbesondere Futsal (Hallenfußball) sind auf den Salomonen beliebte Sportarten.

Eine der grĂ¶ĂŸten Sensationen der Fußballgeschichte schafften die Salomonen, als sie in der WM-Qualifikation 2006 auf Kosten des arrivierten und sechsmal so großen Neuseeland die Play-offs gegen Australien erreichten – wozu allerdings der noch grĂ¶ĂŸere Sensationssieg von Vanuatu ĂŒber die NeuseelĂ€nder notwendig war.

Allerdings war die salomonische Fußballnationalmannschaft auch fĂŒr eine der grĂ¶ĂŸten Blamagen des ozeanischen Fußballs verantwortlich, als sie 1994 gegen Nicht-FIFA-Mitglied Nauru sensationell mit 1:2 verlor.

Im Jahr 2003 versuchte der heimische Fußballverband, mit der National Club Championship eine landesweite Fußballmeisterschaft zu etablieren. Diese wurde 2006 bereits wieder reformiert und von einer Ganzjahresmeisterschaft auf eine jahresĂŒbergreifende Meisterschaft umgestellt. Eine weitere Reform wurde zu Beginn des Jahres 2011 umgesetzt. Die Liga heißt seit 2011 Telekom S-League. Insgesamt bewarben sich elf Klubs fĂŒr die Liga, acht Bewerbungen wurden schließlich angenommen. Seit der Saison 2013/14 nehmen neun Vereine am Spielbetrieb teil.

Daneben konzentriert sich das Geschehen auf die Ligen in den einzelnen Regionen, wobei die Liga der Hauptstadt Honiara als wichtigster Wettbewerb gilt. Diese von der Honiara Football Association organisierte HFA League teilt sich auf in die Premier League, die Division One und die Division Two. Die Begegnungen werden in drei SpielstÀtten ausgetragen: im Lawson Tama, dem AE Soccer Ground Ranadi und dem King George VI Ground.

Im Futsal wurde die Nationalmannschaft 2008, 2009, 2010, 2011 und 2016 Ozeanienmeister und qualifizierte sich fĂŒr die Futsal-Weltmeisterschaft 2008, 2012 und 2016. Außerdem nahm man an den FIFA-Beachsoccer-Weltmeisterschaften 2008, 2009 und 2013 teil.

Medien

Auf den Salomonen gibt es einen örtlichen TV-Sender OneNews. Es gibt vier Radiostationen, die in Englisch und Pidginenglisch senden. Es gibt drei Tageszeitungen: The Solomon Star, Solomon Voice und Island Sun. Die tÀgliche Zeitungsauflage liegt bei 16 Exemplaren je 100 Insulaner.

Musik

Die Panflöte ist ein typisches Instrument der Salomonen.

Feiertage

Jede Insel der Salomonen feiert ihren eigenen Provinztag.

  • 25. Februar Choiseul
  • 8. Juni Temotu
  • 29. Juni Zentralprovinz
  • 1. bis 7. Juli Honiara
  • 7. Juli Jahrestag der UnabhĂ€ngigkeit
  • 20. Juli Renell/Bellona
  • 1. August Guadalcanal
  • 3. August Makira
  • 15. August Malaita
  • 7. Dezember Westliche Provinz

Siehe auch

Literatur

  • Warren Karle: Conflict in the ‚Happy Isles’: The role of ethnicity in the outbreak of violence in Solomon Islands. In: Monograph Series. Nr. 5. Australian Defence College, Canberra 2005. 
  • Jon Fraenkel: The Manipulation of Custom: From Uprising to Intervention in the Solomon Islands. Victoria University Press, Wellington 2004. 
  • Clive Moore: Happy Isles in Crisis: the historical causes for a failing State in the Solomon Islands, 1998–2004. Asia Pacific Press, Canberra 2005. 
  • Ben Burt, Michael Kwa’iola (Hrsg.): A Solomon Islands Chronicle, as told by Samuel Alasa’a. The British Museum Press, London 2001. 

Weblinks

  • Website der Regierung der Salomonen
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu den Salomonen
  • The Solomon Islands’ People First Network
  • Solomon Islands Historical Encyclopaedia 1893–1978
  • Clive Moore and Simeon Bouro: Solomon Islands in Pictures (manuscript, 2017)
  • Dossiers zum Thema Salomoninseln und Bismarck-Archipel in der Pressemappe 20. Jahrhundert der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft.

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
SB.GC Central  
SB.CH Choiseul  
SB.GC Guadalcanal  
SB.IS Isabel  
SB.MK Makira  
SB.ML Malaita  
SB.RB Rennell and Bellona  
SB.TE Temotu  
Western  
 

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Flagge: Solomon Islands

Name englisch: Solomon Islands
Hauptstadt: Honiara
Kfz: SOL
ISO: SB
ISO3: SLB
Fläche: 28450 km²
Tld: .sb
Wärung Einheit: SBD
Währung: Dollar
Vorwahl: 677

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -6.5892403
südlichster Punkt: -11.8616847
westlichster Punkt: 155.4862405
östlichster Punkt: 167.2830811


 
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