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Staat Informationen : Nordmazedonien

Informationen:


Nordmazedonien (mazedonisch –°–Ķ–≤–Ķ—Ä–Ĺ–į –ú–į–ļ–Ķ–ī–ĺ–Ĺ–ł—ė–į Severna Makedonija, albanisch¬†Maqedonia e Veriut; amtlich Republik Nordmazedonien, mazedonisch –†–Ķ–Ņ—É–Ī–Ľ–ł–ļ–į –°–Ķ–≤–Ķ—Ä–Ĺ–į –ú–į–ļ–Ķ–ī–ĺ–Ĺ–ł—ė–į Republika Severna Makedonija, albanisch¬†Republika e Maqedonis√ę s√ę Veriut; bis 2019: Republik Mazedonien) ist ein Binnenstaat in S√ľdosteuropa. Er befindet sich im Nordwesten der historischen Region Makedonien.

Seit dem 27. März 2020 ist Nordmazedonien Mitglied der NATO sowie bereits seit 2005 ein Beitrittskandidat der Europäischen Union (EU). Nordmazedonien hat eine der schwächsten Volkswirtschaften Europas und befindet sich in einem Transformationsprozess, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Das Land hat mit hohen Arbeitslosenzahlen und einer schwachen Infrastruktur sowie fehlenden Investitionen zu kämpfen.

Neben slawischen Mazedoniern, die etwa 64¬†% der Gesamtbev√∂lkerung stellen, gibt es eine gro√üe Minderheit an Albanern (25¬†%). Auch kleinere Minderheiten von T√ľrken (3,85¬†%), Roma (2,66¬†%), Serben (1,78¬†%), Bosniaken (0,84¬†%) und Aromunen/Meglenorum√§nen (0,48¬†%) sowie anderen Ethnien (1,04¬†%) sind vorhanden. Durch diese Situation gab und gibt es immer wieder ethnisch motivierte Konflikte, vor allem zwischen Mazedoniern und Albanern. Nach den b√ľrgerkriegs√§hnlichen Zust√§nden 2001 und dem danach unterschriebenen Friedensvertrag hat sich die Gesamtlage im Land deutlich verbessert. Eine gesellschaftliche Gleichstellung aller Ethnien ist jedoch immer noch nicht erreicht.

Name und internationale Mitgliedschaften

Der Staat wurde 1991 als Republik Mazedonien im Folge des Zerfalls Jugoslawiens aus der s√ľdlichsten Teilrepublik des sozialistischen Jugoslawiens gegr√ľndet. Aufgrund des Namensstreits mit dem s√ľdlichen Nachbarn Griechenland wurde der Staat international als ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (EJRM; englisch former Yugoslav Republic of Macedonia, abgek√ľrzt FYROM) bezeichnet, um eine offizielle Benennung zu vermeiden. Bei der NATO und in einigen anderen Kontexten wurde das Dreibuchstabenk√ľrzel FYR Macedonia benutzt.

Die Einigung mit der griechischen Regierung am 12. Juni 2018 leitete die √Ąnderung des Staatsnamens in –†–Ķ–Ņ—É–Ī–Ľ–ł–ļ–į –°–Ķ–≤–Ķ—Ä–Ĺ–į –ú–į–ļ–Ķ–ī–ĺ–Ĺ–ł—ė–į/Republika Severna Makedonija (deutsch Republik Nordmazedonien) ein. Im Gegenzug erkl√§rte sich Griechenland bereit, Beitrittsverhandlungen Nordmazedoniens mit der EU und der NATO nicht mehr zu blockieren. Bei einem Referendum am 30. September 2018, das jedoch nur beratende Funktion hatte, bef√ľrworteten 91¬†% der abgegebenen Stimmen die NATO-Mitgliedschaft und die damit verbundene Namens√§nderung in ‚ÄěNordmazedonien‚Äú. Das Quorum von 50¬†% wurde bei einer Beteiligung von 36¬†% aber verfehlt, so dass das Referendum ung√ľltig blieb. Da die Parlamente in Skopje und Athen jedoch die Vereinbarung ratifizierten, wurde die Umbenennung in Nordmazedonien dennoch wirksam. Daf√ľr wurde im Januar 2019 die Verfassung ge√§ndert.

Bei der Abstimmung im mazedonischen Parlament sprach sich am 11. Januar 2019 eine knappe Zweidrittelmehrheit von 81 der 120 Stimmen f√ľr die √Ąnderung aus. Bei der Abstimmung im griechischen Parlament stimmte die absolute Mehrheit von 153 der 300 Abgeordneten f√ľr das Abkommen mit dem Nachbarstaat. Der neue Staatsname wurde damit am 12. Februar 2019 wirksam.

Das Land ist seit dem 8. April 1993 Mitglied der Vereinten Nationen (bis zur am 14. Februar 2019 registrierten Namens√§nderung unter dem Namen ‚Äěehemalige jugoslawische Republik Mazedonien‚Äú), der CEFTA sowie Teilnehmerstaat der Organisation f√ľr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, des Europarats und des Kooperationsrats f√ľr S√ľdosteuropa. Weiterhin ist Nordmazedonien Mitglied der Welthandelsorganisation, des Internationalen W√§hrungsfonds, der Weltbank und der NATO.

Geographie

Nordmazedonien ist ein Binnenstaat und liegt zentral auf der Balkanhalbinsel. Es grenzt im Norden an Serbien, im Osten an Bulgarien, im S√ľden an Griechenland, im Westen an Albanien und im Nordwesten an das Kosovo. Die l√§ngste Ausdehnung von Norden nach S√ľden betr√§gt 188¬†km, von Westen nach Osten 216¬†km. Die Landesgrenze zu Serbien ist 62¬†km lang, die zu Bulgarien 148¬†km, die zu Griechenland 246¬†km, die zu Albanien 151¬†km und die zum Kosovo 159¬†km. Somit ist die Staatsgrenze insgesamt 766¬†km lang.

Nur entlang der gr√∂√üeren Fl√ľsse und in den Beckenlandschaften ist das Land relativ flach. Diese Hoch- und Tiefebenen machen 19,1 Prozent der Landesfl√§che aus (4.900 Quadratkilometer). Gew√§sser nehmen 2,11 Prozent (551 Quadratkilometer) der Staatsfl√§che ein; das √ľbrige Land (20.262 Quadratkilometer) besteht aus Bergen und H√ľgeln. Die h√∂chsten Berge befinden sich im Westen des Landes an der Grenze zu Albanien und dem Kosovo. Der h√∂chste Gipfel ist der Golem Korab (alb. Maja e Korabit) mit 2764¬†m.¬†i.¬†J., der zugleich Albaniens h√∂chster Berg ist. Rund 3,8 Prozent der Staatsfl√§che sind durch Nationalparks gesch√ľtzt. Sie liegen im Westen und S√ľdwesten des Landes.

Die Republik Nordmazedonien nimmt einen Teil der geographischen Region Makedonien ein. Sie teilt sie vor allem mit Griechenland.

Gelände

Die westlichen Gebirge Nordmazedoniens sind Ausl√§ufer des Dinarischen Gebirges, des wichtigsten Gebirges des Westbalkans. Die h√∂chsten Gipfel sind der 2764¬†m hohe Golem Korab auf der Grenze zu Albanien sowie der 2747¬†m hohe Titov Vrv im Massiv der ҆ar Planina (alb. Malet e Sharrit). Weitere Gebirge sind das im S√ľdwesten des Landes liegende Jablanica-Gebirge, das dort teilweise die Grenze zu Albanien bildet, das Osogovo-Gebirge zu Bulgarien, das Galińćica-Massiv zwischen Ohrid- und Prespasee und das Pelister-Massiv zwischen Prespasee und Bitola.

Die gr√∂√üten Hoch- und Tiefebenen bilden das Ovńće Pole nordwestlich von ҆tip, die Pelagonien-Ebene zwischen Prilep und Bitola, die Skopje- und Kumanovo-Ebene sowie die Polog-Ebene zwischen Tetovo und Gostivar. Dar√ľber hinaus bilden die breiten Flusst√§ler weitere landwirtschaftlich nutzbare Fl√§chen.

Gewässer

Der Fluss Vardar entspringt in der ҆ar Planina und durchflie√üt das gesamte Land zuerst in Richtung Osten und dann nach Skopje in Richtung S√ľdosten, bevor er schlie√ülich als Axi√≥s (neugriechisch őĎőĺőĻŌĆŌā) durch die griechische Region Makedonien in den Thermaischen Golf m√ľndet. Er bildet die Hauptorientierungsachse des Landes und hat vier gr√∂√üere Nebenfl√ľsse. Der Schwarze Drin entspringt dem Ohridsee und durchflie√üt die s√ľdwestliche Region des Landes, bis er bei der Stadt Debar nach Albanien weiterflie√üt und ins Adriatische Meer m√ľndet.

Im S√ľdwesten an der Grenze zu Albanien hat Nordmazedonien je etwa zu zwei Dritteln Anteil am Ohrid- und Prespasee. Diese Seen (700 Meter beziehungsweise 900¬†m.¬†i.¬†J.) sind etwa 400 Quadratkilometer gro√ü und durch Tektonik in einer geologischen Schw√§chezone der Erdkruste entstanden. Der Ohridsee hat eine maximale Tiefe von 287 Metern; er ist reich an endemischen Arten. Beide Seen, die Stadt Ohrid und der Nationalpark Galińćica z√§hlen zum UNESCO-Welterbe.

Nordmazedonien liegt im Blauen Herz Europas.

Klima

Das Klima Nordmazedoniens ist im gebirgigen Landesinneren relativ rau. Generell liegt es im √úbergangsgebiet zwischen dem mediterranen und dem kontinentalen Klima. Im Winter ist es meist sehr niederschlagsreich und kalt, im Sommer hingegen sehr niederschlagsarm und warm. Die Jahreszeiten Herbst und Fr√ľhling sind schwach ausgepr√§gt, d.¬†h. die Sommer und Winter dauern relativ lang an.

Flora

Viele von Menschenhand unber√ľhrte Regionen und eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt kennzeichnen die Flora und Fauna Nordmazedoniens. Die Flora im Land ist mit rund 210 Familien, 920 Gattungen und 3700 Pflanzenarten vertreten. Davon geh√∂ren 3200 Arten zu den Bedecktsamern, 350 Arten zu den Laubmoosen und 42 Arten zu den Farnen. Ein Drittel des Landes sind von Mischw√§ldern bedeckt, in denen Buchen, Eichen und Kastanien vorherrschen. In den Ebenen besteht die Vegetation insbesondere aus Macchien und Weidefl√§chen, die von Landwirtschaft und Viehzucht verwendet werden. Rund um die gr√∂√üeren Seen wachsen Zypressen, Walnuss- und Feigenb√§ume. Ab 1300¬†m.¬†i.¬†J. gedeihen Bergkiefern und Tannen. Und ab 2000¬†m.¬†i.¬†J. kommen vor allem Wacholderb√ľsche und Pflanzenarten vor, die sich dem rauen Bergklima angepasst haben.

Laut WWF und der digitalen Karte der europ√§ischen √∂kologischen Regionen der Europ√§ischen Umweltagentur kann das Territorium des Landes in vier √Ėkoregionen eingeteilt werden: Mischw√§lder des Pindos, Mischw√§lder der Balkanhalbinsel, Mischw√§lder der Rhodopen und Mischw√§lder mit Hartlaubvegetation des √Ąg√§ischen Meers.

Der Nationalpark Pelister bei Bitola ist bekannt f√ľr das Vorkommen der endemischen Rumelischen Kiefer sowie f√ľr 88 Pflanzenarten, die 30 Prozent der Baumflora in Nordmazedonien ausmachen. Die Kiefernw√§lder des Pelister sind in zwei Gruppen eingeteilt: Kiefernw√§lder mit Farnen und Kiefernw√§lder mit Wacholdern.

Zu den am h√§ufigsten anzutreffenden Laubb√§umen geh√∂ren die Mazedonische Eiche, der Berg-Ahorn, die Trauerweide, die Kopfweide, die Erle, Pappeln, Ulmen und die Gemeine Esche. Eine weitere Nordmazedonien pr√§gende Pflanzenart ‚Äď vor allem in der ҆ar Planina und in der Bistra ‚Äď ist der Mohn. An unber√ľhrten Seeufern wachsen Schilfrohre.

Fauna

Nordmazedonien weist eine reiche Tierwelt auf. Die Arten reichen von B√§ren, Wildschweinen, Dachsen, W√∂lfen und Rotf√ľchsen bis hin zu Eichh√∂rnchen, Mardern, G√§msen und Rothirschen. Rothirsche sind in der Region von Demir Kapija anzutreffen, w√§hrend die seltenen Balkanluchse (Lynx lynx martinoi) fast nur noch in den Gebirgen im Westen und Norden leben. Von der stark gef√§hrdeten Unterart gibt es in Nordmazedonien ‚Äď insbesondere im Mavrovo-Nationalpark¬†‚Ästund im angrenzenden Albanien nur noch etwa 40 Exemplare. Das Berggebiet um Mavrovo beherbergt zudem einen gro√üen Bestand an G√§msen, die viele J√§ger anlocken.

Der Ohridsee z√§hlt zu den √§ltesten Seen der Welt und ist bekannt f√ľr seine Ohridforellen, Felchen, Gr√ľndlinge, Rotaugen und Schlangen. √Ąhnliche Arten k√∂nnen nur im Baikalsee gefunden werden. Der ebenfalls im See vertretene Europ√§ische Aal schwimmt Tausende Kilometer von der Sargassosee bis in den Ohridsee, um dort f√ľr zehn Jahre zu verweilen und nach Erlangung der Geschlechtsreife zu seinem Geburtsort im Atlantik zur√ľckzukehren.

Der ҆arplaninac (albanisch Deltari Ilir) ist der bekannteste Sch√§ferhund des Landes.

Gro√üe Teile Nordmazedoniens liegen im Gr√ľnen Band Europas.

Bevölkerung

Nordmazedonien hatte laut der letzten Volksz√§hlung 2002 genau 2.022.547 Einwohner. 2011 wurde eine neue Z√§hlung durchgef√ľhrt, die jedoch bei der Sammlung der Resultate aus technischen und politischen Gr√ľnden scheiterte.

Insgesamt wurden außerdem 564.296 Privathaushalte und 698.143 Behausungen gezählt. Dies entspricht pro Haushalt rund 3,6 Personen.

Beim Streit um den Namen Mazedonien wurde mit Griechenland ein Abkommen, das sogenannte Prespa-Abkommen, vereinbart und verabschiedet. Darin wurde unter anderem das Recht selbst einger√§umt, dass die Staatsb√ľrger der Republik Nordmazedonien weiterhin als Mazedonier/in bzw. als mazedonische [Staatsb√ľrger/in] bezeichnet werden d√ľrfen. Das Adjektiv ‚Äěnordmazedonisch‚Äú ist daf√ľr nicht vorgesehen gewesen.

Altersstruktur

Nordmazedonien hat eine ziemlich ausgeglichene Altersstruktur in seiner Gesellschaft. Die Bienenstockform ist sehr ausgepr√§gt, das hei√üt, dass jede Altersstufe bis zum 59. Lebensjahr den etwa gleichen Anteil an der Gesamtbev√∂lkerung hat, obschon die j√ľngeren Menschen zwischen 0 und 29 Jahren ein wenig √ľberwiegen.

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Altersverteilung in der Bevölkerung laut der Volkszählung 2002.

Bevölkerungsdichte

Die Bev√∂lkerungsdichte liegt bei etwa 78 Einwohnern pro Quadratkilometer und ist damit auf der gleichen H√∂he wie Griechenland und Kroatien (siehe hierzu Liste der Staaten der Erde). Die dichtesten von Menschen bewohnten Regionen sind der obere Lauf des Flusses Vardar, also die Regionen zwischen Gostivar, Tetovo, Skopje, Kumanovo und Veles. Zu den weiteren Gebieten, die relativ stark bev√∂lkert sind, z√§hlen die Ebenen um Struga, Ohrid, Prilep, Bitola, ҆tip und Strumica.

Ethnien

Die Bev√∂lkerung Nordmazedoniens ist nicht homogen. √úber neun Ethnien leben im Land. Aus diesem Grund gab es in der Vergangenheit, aber auch heute noch Konflikte zwischen den einzelnen Volksgruppen. 2001 entkam das Land knapp einem B√ľrgerkrieg. Die Volksgruppen leben weitgehend getrennt voneinander und pflegen kaum Kontakte miteinander. Beispielsweise gab es nach der offiziellen Statistik im Jahr 2011 7313 Eheschlie√üungen zwischen ethnischen Mazedoniern und 4940 zwischen ethnischen Albanern, aber nur 127, bei denen ein Partner der jeweils anderen Ethnie angeh√∂rte.

Mazedonier

64,18 Prozent bezeichneten sich in der letzten Volksz√§hlung 2002 als ethnische Mazedonier. In absoluten Zahlen waren das 1.297.981 Personen. Somit bilden sie die Mehrheit in der ethnischen Struktur des Landes. Die Mazedonier leben haupts√§chlich im Osten, im Zentrum und im S√ľden des Landes. Im Westen und Norden bilden sie teilweise die Minderheit. Der Gro√üteil von ihnen geh√∂ren dem orthodoxen Christentum an, eine gro√üe Minderheit aber z√§hlt sich zum Islam. Diese muslimischen Mazedonier werden auch Torbeschen genannt.

Albaner

Die gr√∂√üte Minderheit ist die albanische Volksgruppe, die vor allem in der Westh√§lfte des Landes und auch im Norden lebt. Sie stellte im Jahr 2002 25,17 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung (absolute Zahl: 509.083 Personen). Infolge gro√üer Auswanderung dieser Volksgruppe leben sch√§tzungsweise zwischen 200.000 und 300.000 Albaner im Ausland. Die Albaner in Nordmazedonien sind fast ausnahmslos Gegen, nur im S√ľdwesten des Landes, in der Region um die Stadt Bitola, gibt es einige D√∂rfer mit einer toskischen Bev√∂lkerung.

T√ľrken

Neben diesen beiden gro√üen Volksgruppen gibt es viele andere ethnische Minderheiten, die zusammen knapp √ľber 10 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung stellen. Zu diesen Minorit√§ten z√§hlen auch die T√ľrken. Sie stellten im Jahr 2002 mit 3,85 Prozent die drittgr√∂√üte Volksgruppe. In absoluten Zahlen waren das 77.959 Personen. Die t√ľrkische Bev√∂lkerung verteilt sich vor allem in den St√§dten des Westens und der Mitte Nordmazedoniens. In den beiden Gemeinden Plasnica und Centar ŇĹupa bilden sie die Mehrheit.

Roma

Die Zahl der Roma wurde im Jahr 2002 mit 53.879 angegeben. Das sind 2,66 Prozent der Landesbev√∂lkerung. Andere Quellen berichten von 80.000 bis zu 260.000 Roma in Nordmazedonien. Laut dem Berlin-Institut f√ľr Bev√∂lkerung und Entwicklung leben rund 185.000 Roma in Nordmazedonien. Wegen der hohen Armut unter ihnen leben auch die Roma meist in St√§dten, da sie sich dort ein besseres Leben erhoffen. Sie stellen nur im Bezirk ҆uto Orizari der Hauptstadt Skopje die Mehrheit der Einwohner. Dieser Bezirk ist der einzige auf der ganzen Welt, in der die Roma eine Mehrheit bilden. Der B√ľrgermeister des Bezirks, Elvis Bajram, ist ethnischer Rom.

Andere

Zu den kleineren Minorit√§ten Nordmazedoniens z√§hlen die Serben (1,78¬†% oder 35.939), die Bosniaken (0,84¬†% oder 17.018) und die Walachen/Aromunen (0,48¬†% oder 9695, davon etwa 1000 Meglenorum√§nen). Daneben existieren mit 1,04 Prozent oder 20.993 Personen noch weitere Minderheiten. Die slawischen Muslime Nordmazedoniens ordnen sich ‚Äď ungeachtet ihres slawischen Idioms ‚Äď verschiedenen Gruppen zu, zumeist den T√ľrken, in geringerem Ma√üe auch den Albanern, Mazedoniern und neuerdings den Bosniaken.

Heute lebt offiziell nur eine kleine Anzahl von Bulgaren in Nordmazedonien. So haben sich bei der letzten Volksz√§hlung 2001 nur 1444 als Bulgaren im Land bekannt, obwohl seit dieser Zeit mehr als 100.000 B√ľrger Nordmazedoniens aufgrund ihrer Abstammung die bulgarische Staatsb√ľrgerschaft erhalten haben. Bulgaren stellten bis zum Balkankrieg 1912/13 eine der gr√∂√üeren Bev√∂lkerungsgruppen der Region Makedonien, jedoch nahm ihre Zahl durch mehrere Auswanderungswellen und staatlicher Verfolgung in den Jahrzehnten danach kontinuierlich ab. Ab 1918, als das Gebiet der heutigen Republik Nordmazedonien integraler Teil des serbischen K√∂nigreiches wurde, wurde die gesamte Bev√∂lkerung vom Staat als S√ľdserben betrachtet und bulgarische Bildungs- und Kulturinstitutionen geschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Sozialistischen Republik Mazedonien mit dem Gesetz zum Schutz der mazedonischen nationalen Ehre, die Selbstbestimmung und Bezeichnung der Bulgaren und der Gebrauch der Bulgarische Sprache verboten und unter Strafe gestellt. Durch die starken Repressionen in der Zeit des Kalten Kriegs und den w√§hrend Titos Regierungszeit verbreiteten beh√∂rdlichen Hass wurden antibulgarische Ressentiments ein wichtiger Bestandteil des mazedonischen Nationalismus. Damit sollte nicht zusetzt die Promulgation der neuen mazedonischen Nation auf Kosten der Bulgaren unterst√ľtzt werden. Noch heute sind Personen im Nordmazedonien, die sich √∂ffentlich zu den eigenen bulgarischen Wurzeln bekennen, staatlicher Schikanen, Arbeitslosigkeit, Anfeindungen seitens der √Ėffentlichkeit und Medien, Druck der Sicherheitskr√§fte und Shitstorm in den sozialen Netzwerken ausgesetzt.

Sprachen

Mazedonisch ist Amtssprache und zugleich die am meisten verbreitete Sprache.

Im Januar 2018 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, mit dem Albanisch landesweit zur zweiten Amtssprache werden soll. Albanisch, mit der zweitgr√∂√üten Anzahl an Muttersprachlern, gilt bis anhin bereits in einigen Gemeinden als zweite Amtssprache; zudem haben einige Staatsorgane Albanisch neben Mazedonisch als Arbeitssprache eingef√ľhrt, wie beispielsweise das Parlament.

Daneben wird regional auch T√ľrkisch, Romani und Serbisch gesprochen. Die T√ľrken genie√üen einige Minderheitenrechte und d√ľrfen ‚Äď wie alle Ethnien ‚Äď in Gemeinden, in denen mindestens 20 Prozent der Einwohner ihrer Ethnie angeh√∂ren, T√ľrkisch als Amtssprache festlegen.

Viele Angeh√∂rige der Roma haben die Sprache des jeweiligen Wohngebietes √ľbernommen.

Religion

Das Orthodoxe Christentum und der Islam pr√§gen zusammen seit Jahrhunderten das Gebiet des heutigen Nordmazedoniens. Mit der Eroberung der Region durch die sunnitischen Osmanen verbreitete sich auch deren Religion. Die Gr√ľnde der Konversion vieler Menschen zum neuen Glauben w√§hrend vieler Jahrhunderte mochten unterschiedlich sein: Sympathie, Befreiung von Steuern, bessere Stellung in der Gesellschaft, Karriere in Verwaltung und Milit√§r usw. Einer der Hauptgr√ľnde warum haupts√§chlich Albaner und Mazedonier zum Islam konvertierten, war die kurz zuvor gewaltsame und grausame Eroberung dieser Gebiete durch den serbischen K√∂nig Stefan DuŇ°an. Viele mazedonische und mazedonisch-albanische Muslime sind beim Abzug der Osmanen, in die T√ľrkei ausgewandert (freiwillig oder auch vertrieben), die Auswanderung hat bis in das Jahr 1967 gedauert. Die meiste Zeit lebten die Anh√§nger beider Religionen friedlich miteinander. Mit dem Aufkommen des Nationalismus und der wiederholten Eroberung durch die Serben im 19.¬†Jahrhundert verschlechterten sich zunehmend die Beziehungen. W√§hrend der Zugeh√∂rigkeit zum sozialistischen Jugoslawien wurde die Religion gezielt aus der √Ėffentlichkeit verdr√§ngt und das religi√∂se Bekenntnis verlor f√ľr viele Menschen an Wichtigkeit. Seit der Unabh√§ngigkeit ist die Rolle der Religion als identit√§tsstiftendes Element wieder gestiegen und es nahmen zudem nationalistische √úbergriffe auf Kirchen und Moscheen immer mehr zu.

Bei der letzten Volkszählung von 2002 waren 64,8 Prozent der Bevölkerung orthodoxe Christen, von denen sich die Mehrheit zur Mazedonisch-Orthodoxen Kirche bekannte. Der Islam war mit 33,3 Prozent vertreten; die große Mehrheit davon Sunniten. Weitere 1,5 Prozent gehörten anderen Religionsgemeinschaften an, wie beispielsweise der römisch-katholischen Kirche.

Städte

Heute lebt √ľber die H√§lfte der Bev√∂lkerung Nordmazedoniens in St√§dten. Im Jahr 2010 waren laut einer Berechnung 59 Prozent der Bev√∂lkerung in den urbanen Zentren des Landes wohnhaft.

Auswanderung

Nordmazedonien ist ein typisches Auswanderungsland. Erste gro√üe Auswanderungswellen fanden in dem Zeitraum zwischen 1912 und 1944 statt, als Bulgaren und T√ľrken die Region verlie√üen, nachdem sie dem K√∂nigreich Jugoslawien zugesprochen worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg, im f√∂derativen System Jugoslawiens, war die neu gegr√ľndete Sozialistische Teilrepublik Mazedonien neben dem Kosovo, als Resultat von Auswanderung, Militarisierung und fehlenden Investitionen in den Jahren zuvor, die wirtschaftlich r√ľckst√§ndigste. Dies f√ľhrte vor allem dazu, dass w√§hrend der 1970er Jahre zahlreiche Gastarbeiter (vor allem Angeh√∂rige der albanischen Volksgruppe) nach Mitteleuropa (Schweiz, Deutschland und √Ėsterreich) emigrierten, um dort den Lebensunterhalt ihrer Familie zu verdienen. Nach der Unabh√§ngigkeit folgten die Familien oftmals ihren Familienoberh√§uptern, dies vor allem in den 1990er Jahren. Laut einer Sch√§tzung leben etwa 200.000 bis 300.000 Mazedonier albanischer Abstammung im Ausland. Die Zahl der slawischen Mazedonier im Ausland ist dagegen wesentlich niedriger.

Verwaltungsgliederung

Am 11. August 2004 trat ein neues Territorialverwaltungsgesetz in Kraft, das den Staat in nunmehr acht Statistische Regionen (mazedonisch –°—ā–į—ā–ł—á–ļ–ł —Ä–Ķ–≥–ł–ĺ–Ĺ–ł, albanisch¬†Rajone statistike) und 84 Gemeinden (maz. –ě–Ņ—ą—ā–ł–Ĺ–ł, alb. Komuna) untergliedert. Die bisherigen 123 Gemeinden wurden teilweise zusammengefasst, jedoch wurden im Gro√üraum Skopje die bisherigen acht Gemeinden auf zehn erh√∂ht. Seit 2013 liegt die Anzahl der Gemeinden Nordmazedoniens bei 80.

Geschichte

Die Mazedonien-Frage

Im Jahr 1465 gab es erste Aufst√§nde gegen das Osmanische Reich, weitere folgten in den Jahren 1565, 1689 und 1876. Am 3. M√§rz 1878 trat der Frieden von San Stefano in Kraft, der den Russisch-Osmanischen Krieg beendete. Laut Abkommen fiel die Region vom heutigen Nordmazedonien bis nach Thessaloniki an Bulgarien. Nach dem Berliner Kongress 1878 fiel das Gebiet jedoch wieder an das Osmanische Reich, und eine Folge von Aufst√§nden ersch√ľtterte viele St√§dte. Die Albaner organisierten sich in der im selben Jahr gegr√ľndeten Liga von Prizren. Bei den Bulgaren war der Kresna-Raslog-Aufstand von Bedeutung. Ende des 19. Jahrhunderts entstand zunehmender Widerstand gegen die osmanische Herrschaft, und zugleich nahmen die benachbarten Nationalstaaten Bulgarien, Serbien und Griechenland Einfluss. Es folgte bei den Bulgaren die Gr√ľndung der Bulgarischen Makedonien-Adrianopeler Revolution√§ren Komitees (BMARK), 1919 entstand die Innere Mazedonische Revolution√§re Organisation (IMRO).

Vom Balkankrieg bis zum Ende des Kalten Krieges

Am 2. August 1903 brach der Ilinden-Aufstand aus, der von der BMARK organisiert wurde. In den Jahren 1912 und 1913 wurden die Balkankriege gef√ľhrt, die das Ende der osmanischen Herrschaft zur Folge hatten. Die geographische Region Makedonien wurde zwischen Griechenland, Serbien und Bulgarien aufgeteilt. Der serbische Teil Makedoniens wurde daraufhin zu S√ľdserbien umbenannt und die Bev√∂lkerung wurde als S√ľdserben betrachtet. Zus√§tzlich wurden alle bulgarischen Institutionen geschlossen, probulgarische Einwohner der Region verfolgt und Diskriminierungen ausgesetzt sowie die westbulgarischen Dialekte als Teil der serbischen Sprache proklamiert (siehe Panserbismus). Damit wandelte sich die anti-osmanische Bewegung in eine anti-serbische um. So brachen 1913 die von der BMARK gef√ľhrten Ohrid-Debar-Aufstand und TikveŇ°-Aufstand aus, und 1934 wurde mit ihrer Hilfe der jugoslawische K√∂nig Alexander I. ermordet. Albanische Nationalisten forderten ihrerseits die Vereinigung aller von Albanern besiedelten Gebiete (Gro√üalbanien), doch bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 konnten sie nicht einmal die Eingliederung der mehrheitlich albanischen Gebiete an das Mutterland Albanien erreichen und wurden bei den Aufteilungspl√§nen v√∂llig ignoriert.

W√§hrend des Ersten Weltkrieges war Vardar-Mazedonien seit Ende 1915 von Bulgarien besetzt, im Grenzgebiet zu Griechenland verlief die Salonikifront. Bei der personellen Besetzung der Administration st√ľtzte sich Bulgarien auf die vorhandenen Strukturen der BMARK. So √ľbernahmen vielerorts sowohl lokale Komitadschis der BMARK, die zuvor gegen die serbische Herrschaft gek√§mpft hatten, als auch zur√ľckkehrende Emigranten (siehe Makedonische Bulgaren) zentrale Posten in der bulgarischen zivilen und milit√§rischen Administration. Zwischen 1918 und 1941 war Vardar-Mazedonien Teil des K√∂nigreich Jugoslawiens. Dieses f√ľhrte zur Reaktivierung des antiserbischen Kampfes, seit 1919 durch die neugegr√ľndete IMRO, die Gro√üenteils auf Strukturen der BMARK zur√ľckgriff, so dass zeitweise bis zu 70 Prozent der jugoslawischen Gendarmerie in Vardar-Mazedonien stationiert waren. Von 1929 bis 1941 bildete das heutige Nordmazedonien zusammen mit Teilen des s√ľdlichen Serbiens aufgrund innenpolitischer Zwistigkeiten administrativ die Vardarska banovina (Banschaft Vardar).

Als der Jugoslawische Putsch vom M√§rz 1941 den Balkanfeldzug nach sich zog und Makedonien von der Wehrmacht besetzt wurde, ordnete Adolf Hitler die √úberlassung der Verwaltung gro√üer Teile Makedoniens an Bulgarien. Die bulgarische Administration w√§hrend des Zweiten Weltkrieges st√ľtze auf die vorhandenen Strukturen der IMRO und zur√ľckkehrende Emigranten. 1943 erkannten die kommunistischen Partisanen Jugoslawiens (ohne Vertreter aus Mazedonien) die Existenz einer eigenst√§ndigen mazedonischen Nation an und planten die Errichtung einer ‚ÄěRepublik Makedonien‚Äú in einem zuk√ľnftigen f√∂deralen Jugoslawien. Am 2. August 1944 fand die erste Sitzung der mazedonischen Kommunisten (ASNOM) im serbischen Kloster des Heiligen Prochor Pńćinjski statt. Am selben Tag erfolgte die Gr√ľndung der jugoslawischen sozialistischen Teilrepublik Mazedonien. In der realsozialistischen √Ąra wurde die weitere Nationsbildung der Mazedonier und damit die st√§rkere Abgrenzung von Serben und vor allem Bulgaren auf sprachlicher, kultureller und politischer Ebene massiv gef√∂rdert. Personen und Entwicklungen, die zuvor als bulgarisch gegolten hatten, wurden als Teil der mazedonischen Geschichte umgedeutet.

Die volle rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Geschlechter und damit das aktive und passive Frauenwahlrecht wurden erstmals in der Verfassung von 1946 garantiert.

Im Jahr 1963 ersch√ľtterte ein Erdbeben die Stadt Skopje.

Staatsgr√ľndung und erste Jahre nach der Unabh√§ngigkeit

1991 trat die staatliche Unabh√§ngigkeit infolge des Zerfalls Jugoslawiens ein. Bulgarien erkannte als erstes Land noch im selben Jahr die Republik Mazedonien (amtlich Republik Mazedonien bzw. Republik Makedonien; mazedonisch –†–Ķ–Ņ—É–Ī–Ľ–ł–ļ–į –ú–į–ļ–Ķ–ī–ĺ–Ĺ–ł—ė–į Republika Makedonija, albanisch¬†Republika e Maqedonis√ę) unter deren verfassungsgem√§√üem Namen an. Auf Grund des Namens- und Symbolstreit mit dem s√ľdlichen Nachbarn Griechenland wurde der Staat international h√§ufig als ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (EJRM; englisch former Yugoslav Republic of Macedonia, abgek√ľrzt FYROM) bezeichnet, um eine offizielle Benennung zu vermeiden. Im April 1993 wurde der Staat in die Vereinten Nationen aufgenommen. Gleichzeitig erfolgte eine konkludente Anerkennung durch die meisten EG-Staaten. 1999 nahm das Land tausende albanische Fl√ľchtlinge aus dem Kosovo auf und versorgte sie (Kosovokrieg).

Ab Anfang 2001 kam es vor allem im Nordwesten des Landes zu b√ľrgerkriegs√§hnlichen Zust√§nden, als albanische Guerilla-K√§mpfer einige D√∂rfer milit√§risch besetzten und sich K√§mpfe mit Polizei und Armee lieferten. Ihr Ziel war eine Erlangung st√§rkerer Minderheitenrechte. Im August 2001 wurde das Rahmenabkommen von Ohrid geschlossen, das eine Entwaffnung der paramilit√§rischen Gruppen beinhaltete und mehr Rechte f√ľr die albanische Volksgruppe in Nordmazedonien bereithielt.

2004 trat das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der Europ√§ischen Union in Kraft. Im Dezember 2005 wurde dem Land der Status eines offiziellen EU-Beitrittskandidaten verliehen. Die Chronologie der Beziehungen zwischen Nordmazedonien und der EU beginnt 1996 mit der Einsetzung des ersten Vertreters Nordmazedoniens in Br√ľssel.

Gruevski: Konservative in der Regierung

Am 5. Juli 2006 fanden Parlamentswahlen statt. Sieger wurde mit rund 32 Prozent der abgegebenen Stimmen die Koalition F√ľr ein besseres Mazedonien, die von der christdemokratischen VMRO-DPMNE angef√ľhrt wurde. Die bisher regierenden Sozialdemokraten erreichten mit ihren B√ľndnispartnern nur 23 Prozent. Das B√ľndnis der beiden gro√üen Albanerparteien erreichte 12 Prozent. Neuer Ministerpr√§sident wurde der Vorsitzende der VMRO-DPMNE Nikola Gruevski. Am 14. M√§rz 2008 schied die bis dahin mitregierende Albanische Demokratische Partei (albanisch¬†Partia demokratike shqiptare, kurz PDSH) aus der bestehenden Koalition aus. Sie begr√ľndete dies einerseits mit der Weigerung der st√§rksten Partei VMRO-DPMNE, den im Februar 2008 als unabh√§ngig ausgerufenen Staat Kosovo anzuerkennen, andererseits mit der schleppenden Verabschiedung vereinbarter Gesetze zur St√§rkung der Rechte der albanischen Minderheit. Vorerst blieb aber Ministerpr√§sident Nikola Gruevski im Amt und f√ľhrte nun eine Minderheitsregierung. Diese Situation f√ľhrte schlie√ülich am 12. April 2008 zur Aufl√∂sung des Parlaments. Daraufhin wurden vorgezogene Neuwahlen f√ľr den 1. Juni 2008 anberaumt. Die Neuwahlen wurden √ľberschattet von Gewaltausbr√ľchen, die mindestens einen Menschen das Leben kosteten. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni 2011 wurde die Regierung f√ľr eine dritte Legislaturperiode best√§tigt.

Am 3. April 2008 nahm Nordmazedonien mit einer Delegation am NATO-Gipfel in Bukarest teil. Die Delegation erhoffte eine Einladung zum Milit√§rb√ľndnis, die aber wegen eines Vetos von Griechenland aufgrund des immer noch dauernden Namensstreites nicht ausgesprochen wurde.

Politische Krise 2015‚Äď2017

Ab Februar 2015 ver√∂ffentlichten der Parteivorsitzende der Sozialdemokratische Liga Mazedoniens (SDSM), Zoran Zaev, und seine Parteikollegen auf Pressekonferenzen politisch und strafrechtlich brisante Inhalte, welche die Regierungspolitik der VMRO-DPMNE mit ihrem Vorsitzenden und aktuellen Ministerpr√§sidenten Nikola Gruevski diskreditieren. Es wurden Telefonate zwischen VMRO-DPMNE-Mitgliedern abgeh√∂rt, in denen sie sich rassistisch gegen√ľber der albanischen Minderheit √§u√üern. In weiteren Enth√ľllungen wird der Regierung Korruption und Beeinflussung der Justiz vorgeworfen. Alle Informationen wurden der Staatsanwaltschaft √ľbergeben, die aber bisher noch keine Anklage erhoben hat.

Am 9. und 10.¬†Mai 2015 war ein gro√ües Aufgebot von Sicherheitskr√§ften in Schie√üereien im mehrheitlich von Albanern besiedelten Stadtteil Lagjja e Trimave von Kumanovo verwickelt. Eine zun√§chst anonym gegen nordmazedonische Sicherheitskr√§fte agierende Gruppe wurde am zweiten Tag der Auseinandersetzungen von der Regierung als ‚Äěterroristisch‚Äú bezeichnet. W√§hrend die Wohnbev√∂lkerung in absoluter Ungewissheit √ľber die Geschehnisse war, wurden wichtige Stra√üenverbindungen zur Stadt und die nahe Autobahn A1 blockiert beziehungsweise geschlossen. Zeitweise war der nahe Grenz√ľbergang Tabanovce zu Serbien gesperrt. Mehrere Zivilisten wurden verhaftet, auch Kinder, Alte und Frauen. Am 10.¬†Mai beruhigte sich die Lage wieder; die Schie√üereien h√∂rten auf und zuvor aus dem Stadtteil evakuierte Bewohner durften am Abend wieder in ihre Wohnungen zur√ľckkehren. In einem vom mazedonischen Innenministerium ver√∂ffentlichten Video treten die T√§ter mit U√áK-Uniformen auf. Eine albanischsprachige Zeitung ver√∂ffentlichte zudem eine ‚ÄěErkl√§rung‚Äú einer sich als U√áK bezeichnenden Gruppierung. Bei den K√§mpfen kamen acht Polizisten und 14 bewaffnete Gruppenmitglieder ums Leben. 37 Sicherheitskr√§fte wurden verletzt. Zudem kapitulierten rund 30 bewaffnete ‚ÄěTerroristen‚Äú und wurden verhaftet. W√§hrenddessen rief die mazedonische Regierung f√ľr den 10. und 11.¬†Mai die Staatstrauer aus.

Ab 2015 wurde Nordmazedonien zu einem Brennpunkt der Fl√ľchtlingskrise auf der Balkanroute, in der befremdlichen Situation, dass hier die Migranten an der griechischen Grenze versuchen, illegal die EU zu verlassen, um dann √ľber Ungarn oder Kroatien wieder einzureisen. F√ľr das kleine Land war der massive Migrationsdruck aus der Union heraus besonders schwierig, und es gab anfangs kaum Unterst√ľtzung durch die EU. Mit der Eskalation der Lage Ende des Sommers 2015 wurde zeitweise der Notstand ausgerufen, und es kam zu Tumulten. Ende des Jahres wurde nach ungarischem Vorbild ein Grenzzaun errichtet, danach verringerte sich die Zahl der Durchreisenden erheblich. Bei der Kontingentierung der √úbertrittszahlen nach der Westbalkankonferenz im Februar 2016 (√Ėsterreichische Initiative) kam es durch den R√ľckstau abermals zu Krawallen.

Siehe auch: Fl√ľchtlingskrise ab 2015

Nach einer Vermittlung seitens des EU-Nachbarschaftskommissars Johannes Hahn Anfang Juni 2015 einigten sich die Chefs der vier größten Parteien auf vorgezogene Parlamentsneuwahlen am 24. April 2016. Die geplanten Wahlen wurden jedoch auf den 5. Juni 2016 verschoben und Mitte Mai schließlich abgesagt, da notwendige Vorbereitungen immer noch nicht getroffen waren: So hatte sich außer der VMRO-DPMNE keine Partei zur Wahl aufstellen lassen, wodurch ein Wahlkampf und eine faire Wahl unmöglich waren und Wahllisten waren immer noch veraltet.

Neuwahlen 2016 und Neuanfang in der Politik

Am 11. Dezember 2016 fanden schlie√ülich Neuwahlen statt, die die politische Krise Nordmazedoniens jedoch nicht beenden konnten. Es kam zu einem dichten Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Gro√üparteien. Die konservative VMRO-DPNE erhielt 38,06¬†% der Stimmen und 51 Parlamentssitze, die sozial-demokratische SDSM 36,7¬†% und damit 49 Parlamentssitze. F√ľr eine sichere Mehrheit wurden 62 Sitze ben√∂tigt. Die Regierungsbildung gestaltete sich schwierig, da es zu keiner Einigung in Koalitionsverhandlungen zwischen VMRO-DPNE und DUI kam. Am 29. Januar sollte die Regierungsbildung abgeschlossen sein. Dazu kam es jedoch nicht und nach Verstreichen einer 10-t√§gigen Frist musste der Regierungsbildungsauftrag laut Verfassung an den Zweitplatzierten weitergegeben werden. Nach Verhandlungen zwischen SDSM und BDI zeichnete sich die Regierungsbildung durch die ehemalige Opposition ab. Die Abgeordneten der VMRO-DPNE versuchten das Parlament durch Dauerreden lahmzulegen und so eine Regierungsbildung zu verhindern. Als Talat Xhaferi (BDI) zum neuen Parlamentspr√§sidenten gew√§hlt wurde, st√ľrmten Anh√§nger von Nikola Gruevski am 27. April das Parlament und griffen die Abgeordneten der SDSM und BDI an, dabei wurde auch der designierte Ministerpr√§sident Zoran Zaev am Kopf verletzt. Am 31. Mai wurde Zoran Zaev vom Parlament zum neuen Regierungschef gew√§hlt.

Nach erheblichen Verlusten seiner sozialdemokratischen Partei SDSM bei der landesweiten Kommunalwahlen am 17. Oktober 2021, bei der sich Zarev, Nikola Dimitrov und weitere F√ľhrungspolitiker der SDSM anti-bulgarischer Ressentiments der Kommunismuszeit bedienten, k√ľndigte Zarev ‚Äď wie von ihm f√ľr diesen Fall angek√ľndigt ‚Äď am Abend der am 31. Oktober erfolgten Stichwahlen sein R√ľcktritt von seinen √Ąmtern als Ministerpr√§sident und Parteivorsitzender an. Da Zaev sein R√ľcktritt bis zum 8. November nicht ins Parlament einbrachte, brach die gr√∂√üte oppositionelle Partei, die VMRO-DPMNE ein Misstrauensvotum ein. Am Tag darauf, entschied die SDSM Parteif√ľhrung die R√ľcktritte Zaevs als Ministerpr√§sident und Parteivorsitzender zu verschieben um die Mehrheit der Partei im Parlament nicht zu gef√§hrden.

Staat und Politik

Verfassung

Nordmazedonien ist eine Republik mit dem Regierungssystem einer parlamentarischen Demokratie. Die Verfassung wurde ma√ügeblich vom deutschen Pr√§sidenten des Bundesverfassungsgerichts und sp√§terem Bundespr√§sidenten Roman Herzog und dem franz√∂sischen Pr√§sidenten des Verfassungsrats, dem ehemaligen Justizminister Robert Badinter, ausgearbeitet und am 17.¬†November 1991 vom mazedonischen Parlament verabschiedet. Seither schrieb man sie einige Male fort: so 1992, um ausdr√ľcklich zu erkl√§ren, dass das Land keine territorialen Anspr√ľche gegen√ľber Nachbarstaaten erhebt und nicht in die Souver√§nit√§tsrechte anderer Staaten oder in ihre internen Angelegenheiten eingreift (im Zusammenhang mit den Verhandlungen mit Griechenland wegen des Streits um den Namen des Landes und seine internationale Anerkennung) und 2001 zwecks Einf√ľhrung eines verfassungsrechtlichen Rahmens f√ľr die Umsetzung des Rahmenabkommens von Ohrid vom 13.¬†August 2001 (Status der albanischen Sprache).

Legislative

Die Legislative wird verfassungsgem√§√ü vom Parlament (mazedonisch –°–ĺ–Ī—Ä–į–Ĺ–ł–Ķ Sobranie, albanisch¬†Kuvendi) √ľbernommen. Die maximal 123¬†Abgeordneten werden durch allgemeine Direktwahl f√ľr eine Legislaturperiode von vier Jahren gew√§hlt.

Exekutive

Exekutive Aufgaben √ľbernehmen die Regierung (maz. Vlada –í–Ľ–į–ī–į; alb. Qeveria) und der Pr√§sident (maz. Pretsedatel –ü—Ä–Ķ—ā—Ā–Ķ–ī–į—ā–Ķ–Ľ; alb. Kryetari i Shtetit). Die Regierung wird durch den Ministerpr√§sidenten (maz. Pretsedatel na Vladata –ü—Ä–Ķ—ā—Ā–Ķ–ī–į—ā–Ķ–Ľ –Ĺ–į –í–Ľ–į–ī–į—ā–į; alb. Kryeministri) geleitet. Dieser geht als vom Pr√§sident erw√§hlter Kandidat ins Parlament, wo er die Mehrheit der Stimmen erreichen muss, um eine Regierung zu bilden. Staatsoberhaupt ist der Pr√§sident, der vor allem repr√§sentative Aufgaben hat. Er wird vom Stimmvolk auf f√ľnf Jahre gew√§hlt.

Parteienlandschaft

Das nordmazedonische Parteiensystem ist durch eine doppelte Polarität gekennzeichnet: einerseits eine ethnisch-nationale (mazedonisch und albanisch) und andererseits eine politische (sozialdemokratisch und konservativ). Das konservative Lager wird jedoch nur von der VMRO-DPMNE vertreten. Ebenfalls ist die VMRO-DPMNE die einzige Partei, die eine enge Anlehnung an den östlichen Nachbarn Bulgarien anstrebt. Die SDSM vertritt das sozialdemokratische Lager. Zu den größten albanischen Parteien gehören (nach Anzahl Parlamentssitze) die BDI, die PDSH und die RDK.

Politische Indizes

Innenpolitik

Die Innenpolitik ist stark durch den Konflikt zwischen den beiden gr√∂√üten Nationalit√§ten gepr√§gt, den Mazedoniern und den Albanern. Nordmazedonien hatte auf internationalen Druck im Kosovokonflikt 1999 rund 380.000 Fl√ľchtlinge aus dem Kosovo aufgenommen, was das br√ľchige ethnische Gef√ľge im Land f√ľr eine Weile √§nderte. Seit dem Fr√ľhjahr 2001 verst√§rkte sich der Konflikt nach der Bildung einer neuen militanten albanischen Organisation (Ushtria √álirimtare Komb√ętare). Durch das Engagement des Pr√§sidenten Boris Trajkovski, der Europ√§ischen Union und der Vereinigten Staaten konnte im Rahmenabkommen von Ohrid vertraglich ein Ausgleich zwischen den Volksgruppen und eine Entwaffnung der militanten Albaner erreicht werden.

Ein wesentlicher Streitpunkt ist unter anderem die gesetzliche Regelung zur Verwendung der albanischen Sprache. Mit dem Rahmenabkommen von Ohrid, das die bewaffneten Auseinandersetzungen im Jahr 2001 beendete, waren die Grundlagen f√ľr eine solche gesetzliche Regelung gelegt worden. Nach sieben Jahren wurde dann ein Gesetz verabschiedet, das Albanisch als (zweite) Amtssprache in den Gemeinden festlegt, in denen mindestens 20 Prozent Albaner leben. Zudem werden alle Unterlagen des Parlaments ins Albanische √ľbersetzt, allerdings finden die Aussprachen im Parlament immer noch nur auf Mazedonisch statt. Nachdem dieses Gesetz zun√§chst auf gro√üe Zustimmung stie√ü, forderten im Sommer 2009 zwei oppositionelle Albanerparteien die vollst√§ndige Gleichberechtigung des Albanischen als Amtssprache im ganzen Land (als Vorbild gilt die Schweiz).

Wegen des Namensstreits verhinderte Griechenland im April 2008 die von Nordmazedonien erw√ľnschte Beitrittszusage der NATO. Es kam zu einer Koalitionskrise und zur Aufl√∂sung des Parlaments. Bei der Parlamentswahl am 1. Juni 2008 errang die VMRO-DPMNE mit 48 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit der Mandate, sie regiert zusammen mit dem albanischen Koalitionspartner Demokratische Union f√ľr Integration (albanisch¬†Bashkimi demokratik p√ęr integrim, BDI), der 10 Prozent der Stimmen erhielt. Der bisherige Koalitionspartner der VMRO-DPMNE, die sich ebenfalls als Partei der Albaner verstehende Albanische Demokratische Partei (albanisch¬†Partia demokratike shqiptare, PDSH), ging in die Opposition. Das Parlament w√§hlte am 26. Juli 2008 Nikola Gruevski wieder zum Ministerpr√§sidenten.

Immer wieder kommt es auf beiden Seiten zu gewaltt√§tigen √úbergriffen und Sabotage-Akte auf Moscheen und orthodoxe Kirchen. In der Region von Struga flammte der Konflikt auf, nachdem beim Karneval im Dorf Vevńćani die Umziehenden mit Kost√ľmen, Gesten und Parolen den Islam und dessen Br√§uche in dieser Region beleidigten. Am Abend des 30. Januar 2012 wurde die Heiligen Nikolaus Drimeni im ethnisch gemischten Ort LabuniŇ°ta im Brand gesetzt. Einige Zeugen berichteten, dass ethnische Mazedonier das Feuer gelegt h√§tten. Die muslimische Gemeinschaft reagierte am folgenden Tag mit einem friedlichen Protest in der Innenstadt von Struga, wo √ľber Tausend Menschen teilnahmen. Neben dem Mufti war auch der B√ľrgermeister der Gemeinde Struga zugegen, welche die beleidigenden Aktionen in Vevńćani verurteilten. Im Januar 2012 entflammte wieder eine Serie von Propaganda-Aktivit√§ten, als Umziehende beim Karneval in Vevńćani den Islam beleidigten. Am 31. Januar 2012 wurde an eine Moscheewand in Bitola ein Graffiti mit der Aufschrift ‚ÄěTod den Albanern‚Äú gemalt. Am selben Abend z√ľndeten albanische Extremisten in einem Dorf in der N√§he von Tetovo eine orthodoxe Kirche an, doch sie blieb vor einem g√§nzlichen Abbrennen verschont, nachdem albanische Dorfbewohner und die √∂rtliche Feuerwehr zur L√∂schung eintrafen.

Außenpolitik

Die Au√üenpolitik Nordmazedoniens ist stark durch die Bem√ľhungen gepr√§gt, Mitglied der Europ√§ischen Union zu werden. Allerdings widersetzte sich der Nachbar Griechenland der Aufnahme Nordmazedoniens unter dem Namen ‚ÄěRepublik Mazedonien‚Äú. Kennzeichnend ist das Verfolgen innenpolitischer Ziele durch au√üenpolitische Mittel, was insbesondere eine Folge des nach 1945 mit Erfolg betriebenen Projekts der mazedonischen Nationenbildung ist. So nutzen fast alle Parteien das Thema der ‚Äěgro√übulgarischen Aspirationen‚Äú und die bulgarische Besatzungsherrschaft von 1941 bis 1944 (in der die VMRO die Verwaltung in der Region stellte) als ein Mittel, um die Macht der nationalistischen VMRO-DPMNE in Grenzen zu halten.

Einer der Gr√ľnde war die Verfassung von Nordmazedonien: In Artikel 49 wurde erkl√§rt, dass sich die Republik f√ľr den Status und die Rechte der Mazedonier in den Nachbarl√§ndern einsetzt, einschlie√ülich der ehemaligen mazedonischen Volksgruppen (Expatriats). Dieser Artikel verpflichtete Nordmazedonien, alle Mazedonier in ihrer kulturellen Entwicklung zu f√∂rdern und ihre Bindungen an die alte Heimat zu f√∂rdern. Griechenland interpretierte dies als Ermutigung zum Separatismus gegen√ľber seiner Minderheit der mazedonischen Slawen und bef√ľrchtete potenzielle territoriale Anspr√ľche durch Nordmazedonien. Nach einer Handelsblockade durch Griechenland √§nderte Nordmazedonien seine Verfassung und erkl√§rt nun ausdr√ľcklich, dass es keine territorialen Anspr√ľche gegen√ľber den Nachbarstaaten hat. Ebenso hat Nordmazedonien aufgrund der Handelsblockade seine Flagge ge√§ndert, die urspr√ľnglich den sechzehnstrahligen Stern von Vergina (Vergina-Sonne) zeigte, das Symbol des antiken makedonischen Staates.

1980 gab es zwischen dem damaligen Jugoslawien und Bulgarien propagandistische Auseinandersetzungen um den ethnischen Ursprung der Mazedonier. Bulgarien glaubte, sich propagandistisch gegen jugoslawische Anspr√ľche auf die mazedonische Provinz Bulgariens wehren zu m√ľssen. Es handelte sich aber nur um lokale Propaganda √ľber Radio und Zeitung, die international kaum wahrgenommen wurde. Im Zusammenhang mit diesen Spannungen wurden 1980 auch zwei bulgarische Angler von jugoslawischen Grenzsoldaten an einem Grenzbach erschossen.

Nach der Unabh√§ngigkeit Nordmazedoniens am 15. Januar 1992 erkannte Bulgarien als erstes Land die ‚ÄúRepublik Mazedonien‚ÄĚ an, und zwar unter ihrem verfassungsm√§√üigen Namen. Bulgarien hatte zun√§chst abgelehnt, die Existenz einer separaten mazedonischen Sprache anzuerkennen. Dies f√ľhrte bei der Vertragsunterzeichnung zwischen beiden L√§ndern zu einigen Komplikationen. Bulgarien argumentierte, dass es sich bei der mazedonischen Sprache um eine k√ľnstliche Erhebung eines bulgarischen Dialektes handele und sie mit der heutigen bulgarischen Sprache in einem sprachlichen Kontinuum stehe. Bulgarien gibt den Nordmazedoniern das Recht, die bulgarische Staatsb√ľrgerschaft zu erhalten, sofern sie eine bulgarische Herkunft nachweisen k√∂nnen. Davon haben bisher ungef√§hr 10 Prozent der Berechtigten Gebrauch gemacht, darunter der ehemalige Ministerpr√§sident Ljubńćo Georgievski. Historisch gesehen war das Gebiet des heutigen Staates Mazedonien, seine Bev√∂lkerung, seine Traditionen und seine Sprache eng mit der bulgarischen Geschichte verbunden.

Im Jahr 1999 legten die bulgarische und die nordmazedonische Regierung ihren jahrelangen Sprachenstreit bei, der die bilateralen Beziehungen schwer belastet hatte. Bulgarien erkannte die Eigenst√§ndigkeit der mazedonischen Sprache an, und Mazedonien verzichtete im Gegenzug auf jegliche Einflussnahme auf die mazedonische Minderheit in Bulgarien. 2009 schlug der bulgarische Au√üenminister Nikolaj Mladenow vor, ein Freundschafts- und Nachbarschaftsabkommen zwischen den beiden Staaten zu unterschreiben. Sein Vorschlag wurde jedoch in Skopje bis heute nicht aufgegriffen. Stattdessen wurde im Mai 2012 eine bulgarische Delegation, angef√ľhrt vom bulgarischen Botschafter, in Skopje bei einer Kranzniederlegung angegriffen. Wegen des frostigen Verh√§ltnisses der beiden Staaten zueinander kommt auch die grenz√ľbergreifende Zusammenarbeit nicht voran. Bulgarien beklagt eine mangelnde Kommunikation Skopjes und wirft nordmazedonischen Beh√∂rden vor, bereits ausgehandelte EU-Projekte in H√∂he von 6,3 Millionen Euro nicht umgesetzt zu haben. Auch der Ausbau des Paneurop√§ischen Verkehrskorridors VIII wird von mazedonischer Seite immer wieder verschoben. Des Weiteren sprechen offiziellen Politiker, Wissenschaftler und weitere f√ľhrende mazedonische Pers√∂nlichkeiten von 200.000 Angeh√∂rigen einer in der Umgebung von Blagoewgrad, bis 750.000 in gesamten Land lebenden ‚ÄěMazedonische Minderheit‚Äú, obwohl sich 2011 bei der letzten der Volksz√§hlung nur 1654 Bewohner (weniger als 1¬†% der gesamte Bev√∂lkerung) Bulgariens als Mazedonier bekannten. Im August 2012 erkl√§rte der Vorsitzende des Mazedonischen Weltkongresses, Todor Petrov, in einem Interview, dass es in Bulgarien keine ‚ÄěMazedonische Minderheit‚Äú, sondern eine ‚ÄěMazedonische Mehrheit‚Äú g√§be. Weiter f√ľhrte er die gemeinsamen Historischen Ereignisse nur auf die Errungenschaft des mazedonischen Volkes, bezeichnete die bestehende Staatsgrenzen als k√ľnstlich und das Fundament des Bulgarischen Staates als von Grund aus Mazedonisch. Im September des gleichen Jahres mahnte der EU-Kommissar f√ľr Erweiterung ҆tefan F√ľle die mazedonischen Politiker wegen der zunehmenden Probleme und fehlenden Zusammenarbeit mit Bulgarien an. Im Dezember des gleichen Jahres entzog die bulgarische Regierung Nordmazedonien wegen der fehlenden Zusammenarbeit, des Projektes Skopje 2014 und dem Umgang mit der bulgarischen Minderheit in Nordmazedonien die Unterst√ľtzung und sprach sich gegen ein konkretes Datum f√ľr den Beginn von EU-Beitrittsgespr√§chen aus. Am 1. August 2017 wurde der Freundschaftsvertrag mit dem Nachbarland unterzeichnet.

Serbien sieht seinen s√ľdlichen Nachbarn kritisch, weil sich Nordmazedonien von Jugoslawien abspaltete und im Kosovo-Konflikt auf Seiten der NATO stand. Wegen dieser Umst√§nde ist die nordmazedonische Politik vor allem auf Beschwichtigung ausgelegt. Neben einer Heranf√ľhrung des Landes an einen Beitritt zur Europ√§ischen Union hat das Land wichtige Beziehungen zu den USA hergestellt. So war Nordmazedonien mit einem kleinen Truppenkontingent am Irakkrieg beteiligt. Die US-Regierung erkannte das Land kurz nach den US-amerikanischen Pr√§sidentschaftswahlen im November 2004 daraufhin unter dem Namen ‚ÄěRepublik Mazedonien‚Äú an. Dies f√ľhrte sofort zu einem Eklat in Griechenland und der US-Botschafter in Athen wurde ins griechische Au√üenministerium einbestellt. Die EU hat allerdings Griechenland zugesichert, dem US-amerikanischen Beispiel nicht folgen zu wollen. Im Oktober 2019 verhinderte ein Veto Frankreichs die Aufnahme von Beitrittsgespr√§chen mit Nordmazedonien und Albanien.

Albanien verlangt seit der Unabhängigkeit Nordmazedoniens die Wahrung der Rechte der albanischen Minderheit in Nordmazedonien. In Albanien wiederum existiert eine mazedonische Minderheit im Gebiet des Prespa-Sees mit einer mazedonischsprachigen Schule. Die Mazedonier Albaniens sind in einer eigenen politischen Partei organisiert.

Seit 2019 diskutiert Nordmazedonien mit Serbien und Albanien √ľber einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, der ab 2023 unter dem Namen Open Balkan Realit√§t werden soll.

Militär

Nordmazedonien unterhält ein Freiwilligenheer mit rund 10.000 Soldaten, das durch Mobilmachung der Reserve um weitere 21.000 Mann verstärkt werden kann. Der Verteidigungsetat betrug 2012 rund 130 Millionen Euro. Am 6. Februar 2019 unterzeichneten Außenminister Dimitrow und Vertreter der NATO-Staaten das Beitrittsprotokoll. Seit dem 27. März 2020 ist Nordmazedonien das 30. NATO-Mitglied.

Wirtschaft

Die damalige SR Mazedonien war innerhalb der SFR Jugoslawien eines der wirtschaftlich r√ľckst√§ndigsten Gebiete mit nur wenigentwickelter Industrie und geringen Rohstoffvorkommen. Im Jahr 2000 wurden immer noch 9,7¬†% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in der Landwirtschaft erwirtschaftet und 31,6¬†% in der Industrie. Die Arbeitslosenquote, die 2014 noch bei rund 28¬†% gelegen hatte, sank bis Juli 2020 auf 16,7¬†%. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes betrug im Jahr 2015 laut Sch√§tzungen zirka 8,9 Milliarden Euro, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf rund 4270 Euro. Die Inflation lag 2016 bei ‚ąí0,2¬†%. F√ľr das Jahr 2017 wird von 1,7¬†% ausgegangen. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Nordmazedonien Platz 82 von 141 L√§ndern (Stand 2019). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2020 Platz 41 von 180 L√§ndern.

Das Land litt unter den typischen Problemen eines postsozialistischen Staates, z. B. einer ausgeprägten Korruption, einem zu großen Beamtenapparat und der Ineffizienz der industriellen Betriebe sowie der wirtschaftlichen Blockade durch Griechenland. Nach Ansicht der EU-Kommission in ihrem Fortschrittsbericht 2009 sind diese Probleme durch die Reformpolitik behoben.

Die Arbeitslosenquote wird 2017 mit 23,7¬†% angegeben und liegt damit sehr hoch. F√ľr Jugendliche betrug sie sogar 46,9¬†%. Die hohe Arbeitslosigkeit stellt eines der wirtschaftlichen Hauptprobleme dar. Das Handelsbilanzdefizit ist hoch, die Einfuhren √ľbertreffen die Ausfuhren um √ľber 70¬†%. Ausgeglichen wird das Handelsbilanzdefizit √ľberwiegend durch Transferzahlungen der im Ausland lebenden Albaner und Mazedonier.

Gr√∂√üter Direktinvestor im Lande ist Griechenland, dann folgen die Republik Zypern und Bulgarien. Im Prozess der Privatisierung wurden die gr√∂√üten und profitabelsten Unternehmen des Landes bereits verkauft. Verblieben sind zahlreiche unrentable Unternehmen und Sanierungsf√§lle. Um ausl√§ndische Investoren dennoch anzulocken, f√ľhrte Nordmazedonien zum 1. Januar 2007 eine sogenannte Flat Tax nach dem slowakischen Vorbild ein. Der Steuersatz betr√§gt f√ľr nat√ľrliche Personen und K√∂rperschaften einheitlich 12¬†% und wird ab 2008 auf 10¬†% gesenkt. Thesaurierte (also einbehaltene) Gewinne werden √ľberhaupt nicht besteuert.

Wichtige Exportprodukte sind Nahrungsmittel, Getränke (v. a. Wein) und Tabak sowie Eisen und Stahl. Die bedeutendsten Zielländer sind Serbien (31,4 %), Deutschland (19,9 %), Griechenland (8,9 %) und Kroatien (6,9 %). Den größten Anteil am Import nach Nordmazedonien haben Griechenland (15,4 %), Deutschland (13,1 %), Serbien (10,4 %), Slowenien (8,6 %) und Bulgarien (8,1 %).

Der Staatshaushalt 2016 sieht umgerechnet Einnahmen von 2,889 Mrd. Euro und Ausgaben von umgerechnet 3,199 Mrd. Euro vor. Das Defizit w√ľrde dann 309 Mio. Euro bzw. 3,2¬†% des f√ľr 2016 erwarteten Bruttoinlandsproduktes betragen.

Im Jahr 2016 betrug die Staatsverschuldung 4,0 Mrd. US-Dollar oder 36,7 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 8,0¬†%
  • Bildung: 3,5¬†% (2002)
  • Milit√§r: 6,0¬†% (2005)

Energie

Der gr√∂√üte Stromerzeuger Nordmazedoniens ist die Firma Elem AD. Die beiden Kohlekraftwerke in Bitola und Oslomej decken mit ihren Kapazit√§ten von 675 und 125 Megawatt etwa 80¬†% der Stromerzeugung ab, 16¬†% entfallen auf die Wasserkraftwerke in Raven, Vrutok, Kozjak, Vrben, Spilje, Globocica und Tikves mit einer gemeinsamen Kapazit√§t von 530 Megawatt. Zu Spitzenverbrauchszeiten kommt zus√§tzlich das √Ėlkraftwerk Negotino mit einer Leistung von 210 Megawatt zum Einsatz.

Verkehr

Schiene

Hauptverkehrsachse ist das in Richtung S√ľdost-Nordwest verlaufende breite Vardar-Tal mit der wichtigsten Eisenbahnstrecke der staatlichen Eisenbahngesellschaft Makedonski ŇĹeleznici (MŇĹ), die von Tabanovce an der serbischen Grenze √ľber Skopje nach Gevgelija an der griechischen Grenze f√ľhrt. Von dieser Hauptader zweigen drei nicht elektrifizierte Linien ab. Die L√§nge des normalspurigen Eisenbahnnetzes betr√§gt 925¬†km, hinzu kommen zwei kleine Schmalspurbahnen.

Straße

Das gesamte Straßennetz umfasste 2014 etwa 14.182 km, wovon 9633 km asphaltiert sind.

Im Stra√üenverkehr verlaufen die wichtigsten Str√∂me entlang des Vardar. Die hier verlaufende Autobahn M-1 verbindet die Hauptstadt Skopje mit Belgrad und dem griechischen Hafen Thessaloniki. Die M-4 ist die neue Stadtumfahrung von Skopje und f√ľhrt dann nach Westen (Tetovo) und s√ľdlich bis Gostivar, dar√ľber lief der Nachschub der NATO nach Kosovo.

Zu Zeiten des Handelsembargos durch Griechenland und w√§hrend des Kosovokonfliktes kam es zu Einschr√§nkungen im Transitverkehr. Obwohl dadurch die Abh√§ngigkeit von den Nachbarn im Norden und S√ľden sichtbar wurde, geht der Ausbau der Ost-West-Verbindungen mit Albanien und Bulgarien nur langsam voran.

Luft

Internationale Flugverbindungen bestehen von Skopje und von Ohrid aus.

Kultur

In Nordmazedonien gibt es betr√§chtliche Unterschiede zwischen vielen Landesteilen. Vor allem ist das auf die verschiedenen Ethnien zur√ľckzuf√ľhren, die jeweils ihre eigenen Kulturen ‚Äěleben‚Äú und selbstst√§ndige Kulturr√§ume bilden. Zudem spielt die Religion eine Rolle, da das Land durch das orthodoxe Christentum und den Islam gepr√§gt ist. Doch es gibt vielerorts eine Art ‚ÄěSymbiose‚Äú, wo die Kulturen sich zum Teil vermischt oder andere beeinflusst haben. Diese Gegenden befinden sich vor allem dort, wo die Bev√∂lkerung ethnisch heterogen ist.

Aus diesem Grund kann man Nordmazedonien in folgende Kulturr√§ume unterteilen: ethnisch-mazedonisch, albanisch, t√ľrkisch, Romani, serbisch, bosniakisch und walachisch. Im Folgenden wird jedoch gr√∂√ütenteils nur auf die ethnisch-mazedonische Kultur eingegangen, f√ľr die anderen siehe albanische, Roma-, serbische und rum√§nische (walachische) Kultur.

K√ľche

Die zur Balkank√ľche geh√∂rende mazedonische K√ľche basiert auf dem in den Hoch- und Flussebenen angebauten Getreide, vor allem Weizen und Mais, im S√ľdosten des Landes auch auf Reis. Wie die K√ľchen anderer L√§nder der Balkanhalbinsel war die mazedonische K√ľche √ľber Jahrhunderte orientalischen und mediterranen Einfl√ľssen ausgesetzt.

Bei der Viehzucht spielen Rinder, Schafe und Schweine die wichtigste Rolle, au√üerdem gibt es Ziegen und Wild. Die bedeutendsten Fruchtsorten sind Apfel, Birne, Kirsche, Melone, Aprikose, Pfirsich, Feige, Wassermelone und Pflaume. Auch Esskastanien, Mandelb√§ume, Waln√ľsse, Haseln√ľsse und vor allem Trauben wachsen hier.

In den Gew√§ssern im S√ľdwesten Nordmazedoniens leben viele Fischarten, unter denen die Ohridforelle und der kleine Barbengr√ľndling zu den Spezialit√§ten der dortigen K√ľche z√§hlen.

Durch die nicht immer besten vegetativen und klimatischen Voraussetzungen wachsen im Land vor allem hitzebest√§ndige und nicht viel Wasser brauchende Gem√ľsesorten, beispielsweise Kartoffeln, Zwiebeln, Kraut, Karotten, Knoblauch, Spinat oder Erbsen. In vielen Hausg√§rten, aber auch in landwirtschaftlichen Betrieben werden auch andere Sorten kultiviert, die mehr Wasser und auch Sonnenschutz brauchen, hierzu z√§hlen Tomaten, Paprika, Gurken und Auberginen.

Fleisch ist bei vielen Gerichten eine beliebte Beilage. Oft anzutreffen sind Gerichte mit Rind, Kalb, Lamm, Schwein und regional auch Fisch. Sonnenblumen√∂l und Butter (vor allem in hohen Lagen) dominieren als Speisefett, in den Regionen im S√ľdwesten und S√ľden wird oft auch Oliven√∂l gebraucht. Zu den beliebtesten Gew√ľrzen z√§hlen Salz, Schwarzpfeffer, Zucker, Vegeta, Rosmarin, Petersilie und je nach Region auch Basilikum, Majoran und Koriander. Auch K√ľmmel, Dill und Chilipulver sind in Nordmazedonien anzutreffen.

Vorspeisen

  • Meza, Schopska-Salat, Tarator, Kaymak, Joghurt, Ajvar, Pindschur, Torshi, Leblebi

Fleischspezialitäten

  • ńÜevapńćińái, Hacksteak, Sucuk, PastńĪrma, K√∂fte, RaŇĺnjińái, Gulasch

Backwaren

  • Burek bzw. B√∂rek, Pita, Pogatschen, Sańć, Daktyla, Yufka

Eint√∂pfe und Gem√ľse-Gerichte

  • Pasulj, Pilaw, Gjuveńć, Eint√∂pfe aus Kartoffeln, Sauerkraut oder gr√ľnen Bohnen, Gef√ľllte Paprika, Kohlroulade, Dolma, Moussaka, Polenta, Bulgur

Käse

  • Salzlakenk√§se, dem bulgarischen Sirene (mazedonisch Sirenje) √§hnelnd, Kaschkawal, Ricotta, Feta

Desserts

  • Baklava, Halva, Kadaifi bzw. Kadaifi, Lokum, AŇüure, Vasina torta

Getränke

  • Boza, Rakija, Sahlep, Ayran, Skopsko pivo, Biersorte aus Skopje, verschiedene Weine (siehe Weinbau in Nordmazedonien)

Sport

Neben Fu√üball ist Handball die wichtigste Mannschaftssportart im Land. Die EHF Champions League konnte von zwei Mannschaften aus Skopje gewonnen werden, bei den Frauen 2002 von Kometal Gjorńće Petrov Skopje und bei den M√§nnern 2017 und 2019 von RK Vardar Skopje. Die Handball-Europameisterschaft der Frauen fand im Jahr 2008 in Nordmazedonien statt. Austragungsorte waren Skopje und Ohrid. Die nordmazedonische Frauen-Handballnationalmannschaft erreichte dabei den siebten Platz.

Die nordmazedonische Fu√üballnationalmannschaft konnte sich √ľberraschend f√ľr die EM 2021 qualifizieren, was die erste Teilnahme an einem gro√üen Turnier √ľberhaupt darstellt. In der Gruppe C traf das Team auf die Niederlande, √Ėsterreich und die Ukraine. Am 31. M√§rz 2021 gelang dem Team eine weitere √úberraschung, als es in der WM-Quali Deutschland mit 2:1 schlagen konnte.

Nordmazedonien nimmt seit 1996 bei den Olympischen Sommerspielen und seit 1998 bei den Winterspielen regelm√§√üig teil. Bisher konnte eine Bronzemedaille gewonnen werden ‚Äď bei den Sommerspielen 2000 in der Disziplin Ringen von Mogamed Ibragimov. Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 kam die zweite Medaille in Silber f√ľr Dejan Georgievski in der Disziplin Taekwondo hinzu.

Feiertage

Die offiziellen Feiertage im Jahr 2015 waren folgende:

  • 01. Januar: Neujahrsfest
  • 06. Januar: Tag vor Weihnachten (nur f√ľr Orthodoxe)
  • 07. Januar: (orthodoxe) Weihnachten
  • 19. Januar: Theophanie (nur f√ľr Orthodoxe)
  • 27. Januar: Gedenktag f√ľr Sava von Serbien (nur f√ľr Serben)
  • 06. April: Osterfest (nur f√ľr Katholiken)
  • 08. April: Internationaler Tag der Roma (nur f√ľr die Roma)
  • 10. April: Karfreitag (nur f√ľr Orthodoxe)
  • 13. April: (orthodoxes) Osterfest
  • 01. Mai: Tag der Arbeit
  • 23. Mai: Nationaler Tag der Aromunen (nur f√ľr Aromunen)
  • 24. Mai: ‚ÄěTag der slawischen P√§dagogen‚Äú von St.¬†Kyrill und Method
  • 25. Mai: Ruhetag nach St.¬†Kyrill und Method
  • 29. Mai: Pfingsten (nur f√ľr Orthodoxe)
  • 17. Juli: Fest des Fastenbrechens
  • 02. August: Tag der Republik
  • 03. August: Ruhetag nach Tag der Republik
  • 28. August: Mari√§ Himmelfahrt (nur f√ľr Orthodoxe)
  • 08. September: Tag der Unabh√§ngigkeit
  • 23. September: Jom Kippur (nur f√ľr Juden)
  • 24. September: Islamisches Opferfest (nur f√ľr Muslime)
  • 28. September: Internationaler Tag der Bosniaken (nur f√ľr Bosniaken)
  • 11. Oktober: Tag des Volksaufstands
  • 12. Oktober: Ruhetag nach dem Tag des Volksaufstands
  • 23. Oktober: Tag des Mazedonischen Revolution√§ren Kampfes
  • 01. November: Allerheiligen (nur f√ľr Katholiken)
  • 22. November: Tag des Albanischen Alphabets (nur f√ľr Albaner)
  • 08. Dezember: Tag von St.¬†Klement von Ohrid
  • 21. Dezember: Tag des T√ľrkischen Unterrichts (nur f√ľr T√ľrken)
  • 25. Dezember: (katholische) Weihnachten (nur f√ľr Katholiken)

Literatur

Bis 1944 wurden die slawischen Mundarten auf dem Gebiet des heutigen Nordmazedoniens als bulgarische Dialekte eingestuft. Das Erbe der von der europ√§ischen Romantik beeinflussten Br√ľder Dimitar Miladinow (1810‚Äď1862) und Konstantin Miladinow (1830‚Äď1862), die sich um die Sammlung der oralen √úberlieferung und Folklore in der Region Mazedonien im Dialekt ihrer Heimat Struga verdient gemacht haben, wird daher sowohl von der bulgarischen als auch von der mazedonischen Literatur in Anspruch genommen. Die slawophilen Br√ľder machten sich durch ihren Einsatz f√ľr die Ernennung slawischer Bisch√∂fe sowohl die griechisch-orthodoxen Bisch√∂fe als auch die osmanische Verwaltung zum Feind und starben in Istanbul im Gef√§ngnis. Die Abende der Poesie in Struga am Geburtsort der Br√ľder Miladinow geh√∂ren weltweit zu den √§ltesten und gr√∂√üten ihrer Art.

Erst seit 1945 wurde das Mazedonische auf Basis der westlichen Dialekte des Landes standardisiert und fixiert. Gane Todorovski (1929‚Äď2010) ver√∂ffentlichte seit 1951 Gedichtb√§nde und literaturwissenschaftliche Schriften. International bekannt und in viele Sprachen √ľbersetzt wurden nach 1990 Werke von Vlada UroŇ°evińá (* 1934) (Meine Cousine Emilia, 1994, dt. 2013). Zahlreiche Jugendb√ľcher verfasste Savo Kostadinovski (* 1950). Zu den j√ľngeren, nach 1990 aktiven Autoren geh√∂ren der in Rum√§nien geborene Erz√§hler Ermis Lafazanovski (* 1961), Lidija Dimkovska (* 1971) sowie Nikola Madzirov (* 1973) und die seit 1999 in Deutschland lebende Verica Trińćkovińá, die Lyrik und Erz√§hlungen publiziert. Petre M. Andreevski (1934‚Äď2006) verfasste mit Pirej (1980; dt. ‚ÄěQuecke‚Äú, 2017) einen stilistisch zwischen Realismus, Symbolismus und Postmoderne angesiedelten Roman √ľber das b√§uerliche Mazedonien in den Kriegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Titel soll die Hartn√§ckigkeit und den Stoizismus des makedonischen Volkes symbolisieren, das einem Unkraut gleich immer wieder wachse.

Eine Anzahl nordmakedonischer Autoren wie Kim Mehmeti (* 1955) schreiben auch in albanischer Sprache. Eine von Blagoja Risteski Platnar (1949‚Äď2004) 2001 herausgegebene Anthologie von Texten in mazedonischer und albanischer Sprache (‚ÄěDas Haus am Ende des Dorfes: Zeitgen√∂ssische Erz√§hlungen aus Mazedonien‚Äú) bietet nur eine minimale Auswahl der Arbeiten von f√ľnf Autoren.

Theater

Das erste Drama im mazedonischen Dialekt (Ilinden, 1923) verfasste der makedonisch-bulgarische Revolution√§r Nikola Kirov-Majski (1880‚Äď1962) aus KruŇ°evo im heutigen Nordmazedonien √ľber den anti-osmanischen Ilinden-Aufstand von 1903. Kirov-Majski verstand sich jedoch als Bulgare und lebte dort im Exil.

Das 1927 errichtete pr√§chtige Theater in Skopje wurde beim Erbeben 1963 zerst√∂rt und konnte 2013 wiederer√∂ffnet werden. Ein wichtiger Theater- und Drehbuchautor ist Dejan Dukovski, der auch durch Auff√ľhrungen seiner St√ľcke in Deutschland bekannt wurde.

Das Roma-Theater Pralipe wurde von Rahim Burhan (* 1949) in den 1970er Jahren in einer Zeit des Aufbruchs der Roma-Bewegung in der Roma-Siedlung Shutka in Skopje gegr√ľndet und wurde rasch bekannt. In den 1990er Jahren ging es wegen rassistischer und politischer Anfeindungen nach Deutschland, 2004 wurde es insolvent.

Medien

Die √∂ffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Nordmazedoniens, Makedonska Radio-Televizija (kurz MRT), betreibt neben zwei Fernsehsendern (MRT1 als Hauptsender und MRT2 f√ľr die ethnischen Minderheiten der Albaner, T√ľrken, Serben, Roma, Aromunen und Bosniaken) auch einige Radiostationen. Radio Skopje (gegr√ľndet 1944) ist der wichtigste unter ihnen. Radio¬†2 √ľbertr√§gt Volksmusik und andere Unterhaltungssendungen. Radio¬†3 wird von den ethnischen Minderheiten genutzt.

Die Mazedonische Informationsagentur ist die öffentliche Nachrichtenagentur des Landes.

Von Bedeutung sind weiter die privaten Fernsehsender Alfa TV, Sitel, Kanal 5, Telma, NaŇ°a TV und Alsat-M. Landesweit √ľbertragende private Radiostationen sind Buba Mara, Kanal 77, Antenna 5 und Kanal 4.

Mazedonischsprachige Tageszeitungen sind Dnevnik, Nova Makedonija (gegr√ľndet 1944), Utrinski Vesnik, Vreme und Veńćer (staatlich). Wichtige albanischsprachige Tageszeitungen sind Fakti, Koha und Lajm. Weitere Zeitungen sind unter Liste mazedonischer Zeitungen aufgelistet.

Im Jahr 2018 nutzten 79 Prozent der Einwohner Nordmazedoniens das Internet.

Film

Internationale Bekanntheit erlangten die Filme Vor dem Regen (1994) von Milńćo Manńćevski, Der Tag, als Stalins Hose verschwand (2004) von Ivo Trajkov sowie Land des Honigs (2019) von Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov.

Literatur

  • Benjamin Langer: ‚ÄěFremde, ferne Welt‚Äú. Mazedonienimaginationen in der deutschsprachigen Literatur seit dem 19.¬†Jahrhundert, transcript, Bielefeld 2019.
  • Walter Lukan (Hrsg.): Makedonien. Geographie ‚Äď Ethnische Struktur ‚Äď Geschichte ‚Äď Sprache und Kultur ‚Äď Politik ‚Äď Wirtschaft ‚Äď Recht. (= √Ėsterreichische Osthefte. 40, 1/2). Wien u.¬†a. 1998.
  • ŇĹidas Daskalovski: The Macedonian Conflict of 2001. Problems of Democratic Consolidation. Libertas Paper 56. Libertas, Sindelfingen 2004. ISBN 3-921929-16-4.
  • Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus. BoD, Norderstedt 2004. ISBN 3-8334-0977-0.
  • Hans-Lothar Steppan: The Macedonian Knot. The Identity of the Macedonians, as revealed in the Development of the Balkan League 1878‚Äď1914, Peter Lang, Frankfurt/M., 2009, ISBN 978-3-631-56067-9.
  • Heinz Willemsen: Das politische System Makedoniens. In: Wolfgang Ismayr: Die politischen Systeme Osteuropas. VS Verlag f√ľr Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 3. aktualisierte und erw. Aufl. 2010, ISBN 978-3-531-16201-0, S.¬†967‚Äď1003.
  • Henri Bohnet, Daniela Bojadzieva: Vergangenheitsaufarbeitung auf dem Balkan ‚Äď Der Lustrationsprozess in Mazedonien, KAS-Auslandsinformationen 01/2011, Berlin 2011, S.¬†62‚Äď75.

Weblinks

  • Offizielle Website der Republik Nordmazedonien
  • Berichte der Europ√§ischen Stabilit√§tsinitiative (ESI) zu Nordmazedonien

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (82)

Bezeichnung der Regionen: Opstina
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Aerodrom 41.984 41.919 21.432 21.554  
Aracinovo 42.07 41.986 21.539 21.634  
Berovo 41.807 41.517 22.62 22.985  
Bitola 41.22 40.861 21.074 21.511  
Bogdanci 41.253 41.124 22.505 22.664  
Bogovinje 41.988 41.873 20.75 20.988  
Brod 41.84 41.429 21.03 21.397  
Brvenica 41.967 41.777 20.948 21.184  
Butel 42.143 41.997 21.422 21.511  
Cair 42.052 42.007 21.389 21.426  
CaŇ°ka 41.745 41.426 21.372 21.816  
Centar 42.006 41.983 21.427 21.446  
Centar Ňĺupa 41.525 41.403 20.481 20.678  
CeŇ°inovo-ObleŇ°evo 41.95 41.789 22.188 22.391  
Cucer Sandevo 42.247 42 21.293 21.516  
Debar 41.587 41.425 20.444 20.729  
Debarca 41.429 41.171 20.687 21.032  
Delcevo 42.079 41.788 22.604 22.882  
Demir Hisar 41.387 41.126 20.954 21.293  
Demir Kapija 41.489 41.277 22.083 22.349  
Dojran 41.294 41.14 22.566 22.741  
Dolneni 41.593 41.351 21.259 21.603  
Eastern 41.869 41.789 22.356 22.449  
Gazi Baba 42.102 41.91 21.444 21.583  
Gjorce Petrov 42.099 41.985 21.241 21.359  
Gostivar 41.874 41.624 20.54 21.079  
Gradsko 41.72 41.488 21.772 22.032  
Ilinden 42.04 41.92 21.53 21.688  
Jegunovce 42.196 41.981 21.029 21.229  
Karbinci 41.866 41.709 22.123 22.447  
KarpoŇ° 42.029 41.945 21.358 21.438  
Kavadartsi 41.505 41.107 21.772 22.303  
Kicevo 41.551 41.469 20.897 21.005  
Kocani 42.102 41.847 22.256 22.518  
Konce 41.599 41.423 22.259 22.509  
Kratovo 42.165 41.99 21.922 22.354  
Kriva Palanka 42.371 42.089 22.022 22.507  
KrivogaŇ°tani 41.387 41.246 21.309 21.428  
KruŇ°evo 41.473 41.21 21.131 21.335  
Kumanovo 42.261 41.942 21.599 21.986  
Lipkovo 42.248 42.036 21.472 21.686  
Lozovo 41.835 41.646 21.816 22.014  
Makedonska Kamenica 42.149 41.94 22.417 22.627  
Mavrovo i RostuŇ°a 41.8 41.473 20.5 20.897  
Negotino 41.653 41.349 21.979 22.3  
Northeastern 42.335 42.097 21.719 22.052  
Novatsi 41.161 40.866 21.421 21.896  
Novo Selo 41.523 41.336 22.786 22.954  
Ohrid 41.169 40.905 20.634 20.808  
Ohrid 41.251 40.894 20.73 21.039  
Oslomej 41.648 41.504 20.967 21.103  
Pehčevo 41.872 41.678 22.758 23.009  
Pelagonia 41.263 41.077 21.303 21.599  
Polog 41.919 41.804 20.714 20.956  
Prilep 41.474 41.065 21.363 21.925  
Probistip 42.052 41.844 22.011 22.337  
Radovis 41.77 41.507 22.291 22.645  
Resen 41.214 40.85 20.833 21.261  
Saraj 42.104 41.878 21.138 21.36  
Skopje 41.972 41.89 21.427 21.536  
Skopje 41.984 41.802 21.567 21.813  
Sopiste 41.948 41.724 21.217 21.447  
Southeastern 41.491 41.311 22.445 22.797  
Southeastern 41.569 41.392 22.674 22.859  
Southeastern 41.378 41.114 22.208 22.586  
Southwestern 41.615 41.324 20.685 21.139  
Southwestern 41.481 41.405 21.039 21.195  
҆tip 41.869 41.542 21.937 22.401  
Studenińćani 41.928 41.661 21.332 21.586  
Sveti Nikole 42.002 41.718 21.803 22.099  
Tearce 42.16 42.014 20.903 21.131  
Tetovo 42.117 41.94 20.741 21.048  
Valandovo 41.449 41.213 22.324 22.762  
Vardar 41.556 41.43 21.81 21.985  
Vasilevo 41.634 41.457 22.5 22.732  
Veles 41.912 41.602 21.57 21.861  
Vevcani 41.428 41.083 20.477 20.76  
Vinica 41.987 41.727 22.435 22.713  
VraneŇ°tica 41.58 41.411 20.964 21.148  
Zajas 41.665 41.521 20.783 20.987  
Zelenikovo 41.895 41.74 21.467 21.637  
ŇĹelino 42.007 41.817 21.015 21.241  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Macedonia

Name englisch: Macedonia
Hauptstadt: Skopje
Kfz: MK
ISO: MK
ISO3: MKD
Fläche: 25333 km²
Tld: .mk
Wärung Einheit: MKD
Währung: Denar
Vorwahl: 389

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 42.373646
südlichster Punkt: 40.8537826
westlichster Punkt: 20.452423
östlichster Punkt: 23.034093


 
Nordmazedonien: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
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