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Moldawien
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Nachbarstaaten: (3)
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Informationen : MoldawienMoldau (rumĂ€nisch ; auch Moldawien genannt; in der Schweiz amtlich Republik Moldova) ist ein Binnenstaat in Ost- bzw. SĂŒdosteuropa. Er grenzt im Westen an RumĂ€nien. Im Norden, Osten und SĂŒden wird die Republik Moldau vollstĂ€ndig von der Ukraine umschlossen, denn zwischen Moldau und dem Schwarzen Meer liegt die ukrainische Region Budschak, die von Bessarabien abgetrennt wurde.
Historisch gehörte das Territorium ab der GrĂŒndung des FĂŒrstentums Moldau zu diesem Staat, ab 1812 zum Russischen Kaiserreich, nach dem Ersten Weltkrieg groĂteils zu RumĂ€nien und ab 1940 / 1944 zur Sowjetunion. Als eigenstĂ€ndiger Staat existiert die Republik Moldau seit 1991, als sich die Moldauische SSR wĂ€hrend der Auflösung der Sowjetunion fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rte. Seit jener Zeit behindert der Transnistrien-Konflikt erheblich die politische Entwicklung des Staates; der Staatsteil Transnistrien steht nicht unter Kontrolle der moldauischen Regierung. Moldau ist seit dem 23. Juni 2022 EU-Beitrittskandidat.
Der offizielle Staatsname in der Amtssprache RumĂ€nisch als auch im Englischen lautet Moldova. Er geht zurĂŒck auf den Fluss Moldova (deutsch: Moldau; nicht zu verwechseln mit der Moldau in Tschechien), auch wenn das heutige Staatsgebiet nicht mehr von diesem Fluss berĂŒhrt wird.
Die offizielle Bezeichnung in Deutschland und Ăsterreich lautet Republik Moldau; in der Schweiz Republik Moldova. In deutschsprachigen LĂ€ndern wird der Staat nichtamtlich hĂ€ufig Moldawien genannt.
Die StaatsbĂŒrger werden demzufolge im Deutschen als Moldauer, Moldawier oder Moldovaner bezeichnet, im Englischen Moldovan, auch Moldavian.
Die Republik Moldau erstreckt sich in Nord-SĂŒd-Richtung ĂŒber 350 Kilometer und west-östlich ĂŒber 150 Kilometer auf einer GesamtflĂ€che von 33.843 Quadratkilometern. Damit zĂ€hlt der Staat im weltweiten Vergleich zu den kleineren. Das Kerngebiet liegt zwischen den beiden gröĂten FlĂŒssen Dnister (moldauisch/rumĂ€nisch Nistru) und Pruth (Prut) und damit in der historischen Landschaft Bessarabien. Der Norden grenzt an die Podolische Platte der Westukraine.
Der sĂŒdlichste Punkt der Republik Moldau ist GiurgiuleÈti, wo der Staat auf 600 m LĂ€nge linksufrig Zugang zur Donau hat. Die sĂŒdöstliche Landesspitze reicht fast â bis auf gut zwei Kilometer â an den Dnister-Liman heran, den MĂŒndungsarm des Flusses Dnister in das Schwarze Meer. Ein kleinerer Teil des Staates mit etwa 17 % der Bevölkerung auf 12 % der FlĂ€che liegt östlich (= links) des Dnister und hat sich 1992 im Zuge des Transnistrien-Konflikts unter dem Namen Transnistrien abgespalten.
Der Pruth mĂŒndet nahe der SĂŒdgrenze der Republik Moldau in die Donau. Die gröĂeren NebenflĂŒsse (BĂźc, RÄut und Botna) verlaufen groĂteils parallel und entwĂ€ssern zum Dnister.
Die Landschaft ist flachwellig (zwischen 30 m und 430 m) und zu 80 % Kulturland, was der fruchtbaren Schwarzerde in der Steppe des SĂŒdens zu verdanken ist. Im Norden ziehen sich hĂŒgelige Ebenen mit lichten EichenwĂ€ldern und Baumsteppen. Die höchste Erhebung der Republik Moldau ist der Dealul BÄlÄneÈti (430 m). Das warme, trockene Klima ermöglicht Wein- und Obstbau in groĂem MaĂstab.
Einheimische Tiere sind beispielsweise Reh, Wildschwein, Hase, Fuchs, Wolf, Wiesel, Iltis und Luchs, zudem Nagetiere. Der zentrale Teil des Staates, umgangssprachlich als Codrii (âdie WĂ€lderâ) bekannt, ist ĂŒberwiegend mit Eichen- und BuchenwĂ€ldern bedeckt.
189.385,9 Hektar sind als Schutzgebiete ausgewiesen, das entspricht 5,61 % der StaatsflĂ€che (Stand: 2018). Seit 2013 besteht mit dem 33.792,09 ha groĂen Parcul NaÈional Orhei sĂŒdlich von Orhei der erste Nationalpark der Republik Moldau. Das 2018 geschaffene BiosphĂ€renreservat Prutul de Jos am Beleu-See umfasst 14.771,04 ha. Ein zweiter Nationalpark, Parcul NaÈional Nistrul de Jos, wurde am 31. MĂ€rz 2022 durch Parlamentsbeschluss gebildet. Das Gebiet umfasst 61.883,99 ha. Am 20. Oktober 2000 trat die Republik Moldau der Ramsar-Konvention bei, einem Ăbereinkommen zum Schutz international bedeutsamer Feuchtgebiete. Die GesamtflĂ€che der drei Ramsar-Gebiete des Staates betrĂ€gt 94.705 ha und ĂŒberschneidet sich teilweise mit dem Gebiet des BiosphĂ€renreservates bzw. einem der Nationalparks.
Laut einer weltweiten Studie der University of Leeds vom Februar 2018 ist die Republik Moldau der einzige Staat Europas, dessen Entwicklung sich innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen vollzieht.
2023 lebten 43 Prozent der Einwohner Moldaus in StĂ€dten. Die gröĂten StĂ€dte des Staates sind:
Die Republik Moldau hatte zum 1. Januar 2025 2,4 Millionen Einwohner. Die Einwohnerzahl sank um 2,1 %. Zum BevölkerungsrĂŒckgang trug ein SterbeĂŒberschuss (Geburtenziffer: 12,1 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 16,6 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,61, die der Region Europa und Zentralasien betrug 1,7. Die Lebenserwartung der Einwohner Moldaus ab der Geburt lag 2022 bei 68,6 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 36,1 Jahren. Im Jahr 2023 waren 19,1 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, wĂ€hrend der Anteil der ĂŒber 64-JĂ€hrigen 12,7 Prozent der Bevölkerung betrug.
Die Bevölkerung der Republik Moldau ist unterschiedlicher ethnischer Herkunft: Die gröĂte Gruppe machten zur VolkszĂ€hlung 2024 (ohne Transnistrien) die rumĂ€nischsprachigen Moldauer mit 77,2 % aus, darauf folgten RumĂ€nen (7,9 %), Ukrainer (4,9 %), Gagausen (4,2 %), Russen (3,2 %), Bulgaren (1,6 %), Roma (0,4 %) sowie einige Juden, Deutsche, Polen, Belarussen, Tataren, Ungarn usw.
Sowohl in der gesamten Republik Moldau als auch jeweils östlich sowie westlich des Dnister machen die drei groĂen Volksgruppen der Moldauer, Ukrainer und Russen zusammen ĂŒber 91 % der Bevölkerung aus. Getrennt betrachtet ist die Verteilung jedoch unterschiedlich: WĂ€hrend in Transnistrien von 555.347 Einwohnern 31,9 % Moldauer (gegenĂŒber 40,1 % zu Sowjetzeiten 1989), aber 30,3 % Russen und 28,9 % Ukrainer sind, machen in der restlichen Republik Moldau die rumĂ€nischen Moldauer 77,2 % und 7,9 % RumĂ€nen (bei 4,9 % Ukrainern und 3,2 % Russen) der 2.401.200 Einwohner aus.
2017 waren 3,5 % der Bevölkerung im Ausland geboren. HÀufigste Herkunftsstaaten waren die Ukraine und Russland mit jeweils 60.000 Personen.
Die Amtssprache ist RumĂ€nisch. Als Ausdruck eines sprachlichen Separatismus hatte die Regierung 1994 dafĂŒr in der Verfassung zwischenzeitlich die Bezeichnung âmoldauische Spracheâ durchgesetzt. Diese Bezeichnung war bereits in der Zeit der Moldauischen SSR verwendet worden, die allerdings keinen Status als Amtssprache besaĂ. Seit 2013 wird die Bezeichnung âmoldauische Spracheâ nicht mehr offiziell verwendet.
Die Alltagssprache in ChiÈinÄu und den Zentren der Rajons entspricht der moldauisch gefĂ€rbten Variante des RumĂ€nischen (moldoveneasca). Es gibt einige aus dem Russischen entlehnte Neologismen, an deren Stelle im mehr westlich orientierten rumĂ€nischen Nachbarstaat englische oder französische Entlehnungen verwendet werden.
In der Republik Moldau wird jĂ€hrlich der offizielle Feiertag Limba NoastrÄ cea RomĂąnÄ begangen, der an den 31. August 1989 erinnert, an dem RumĂ€nisch in der Moldauischen SSR Amtssprache wurde.
Ab 1940/1944 wurde in der Moldauischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik das kyrillische Alphabet (wieder-)verwendet. Mit dem Zerfall der Sowjetunion ab 1989 und der UnabhĂ€ngigkeit 1991 wurde schlieĂlich die EinfĂŒhrung der lateinischen Schrift beschlossen (siehe HintergrĂŒnde zur moldauischen Sprache). In der von der Republik Moldau abtrĂŒnnigen Region Transnistrien wird Moldauisch offiziell nach wie vor in kyrillischer Schrift geschrieben.
Bedingt durch die lange Zugehörigkeit zum Russischen Reich und spĂ€ter zur Sowjetunion kommt der russischen Sprache eine Sonderrolle zu. Das Russische ist im Alltag besonders in den gröĂeren StĂ€dten und in der Wirtschaft prĂ€sent. Einen offiziellen Status als Amtssprache besitzt es jedoch nur in den Staatsteilen Gagausien (neben dem Gagausischen) und in Transnistrien (neben dem Ukrainischen). Einer Studie aus dem Jahr 2011 zufolge besitzen 99 % der Bevölkerung Kenntnisse des Russischen. FĂŒr 11,1 % der Bevölkerung ist es die Muttersprache. In mehreren gröĂeren StĂ€dten gibt es russischsprachige Mehrheiten, insbesondere in BÄlÈi, wo Russisch de facto auch auf offizieller Ebene verwendet wird.
Die Republik Moldau ist ein christlich geprĂ€gter Staat. Ăber 90 % der Bevölkerung gehören verschiedenen orthodoxen Konfessionen an. Zudem gibt es katholische und jĂŒdische (0,05 %) Minderheiten, zunehmend auch Baptisten und Zeugen Jehovas. Bei den Muslimen in der Republik Moldau (etwa 3.000) sind besonders Zuwanderer aus ehemaligen Sowjetrepubliken vertreten.
Die Republik Moldau hat eine reiche Religionsgeschichte. Die 500-jĂ€hrige Kirchenarchitektur ist auch ein wichtiger Faktor fĂŒr den Tourismus. In der Zeit der Zugehörigkeit zur UdSSR hat sich christliches Brauchtum neben althergebrachten Sitten und BrĂ€uchen erhalten, darunter FamilienbrĂ€uche und Feste. Auf dem Land sind Glaube und Traditionen viel ursprĂŒnglicher erhalten als beispielsweise in der urban geprĂ€gten Hauptstadt ChiÈinÄu.
In den Jahren nach der Perestroika und seit der UnabhĂ€ngigkeit sind in der Republik Moldau viele alte Kirchen, Konvente, Felsenklöster, Kathedralen und kleine Dorfkirchen wiedererrichtet oder neu gegrĂŒndet worden. Aber das geistliche und kirchliche Leben verlĂ€uft nicht in ruhigen Bahnen. Historisch waren viele ortsfremde Religionen auf moldauischem Territorium aktiv und es gab Auseinandersetzungen zwischen der Bessarabischen Eparchie und dem Moskauer Patriarchat, die bis heute nicht gelöst sind. 2001 gab der EuropĂ€ische Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte wegen EinschrĂ€nkung der Religionsfreiheit einer Klage der bessarabischen Eparchie gegen die Republik Moldau recht.
Die Zahl der russisch-orthodoxen Kirchen ist in den ersten zwölf Jahren der UnabhĂ€ngigkeit von 280 auf ĂŒber 1000 sprunghaft angestiegen.
Bei der VolkszÀhlung 2024 bekannten sich 95 Prozent der moldauischen Bevölkerung zum orthodoxen Christentum.
Das katholische Bistum ChiÈinÄu umfasst (Stand: 2019) 20 Pfarreien mit ca. 20.000 Katholiken, die ĂŒberwiegend polnischer, rumĂ€nischer und deutscher Abstammung sind. Bischof der 2001 gebildeten Diözese ist Anton CoÈa.
Heutzutage gibt es noch etwa 25.000 Juden in der Republik Moldau. Andere SchĂ€tzungen gehen gar von nur noch 1.000 praktizierenden Juden aus. Nach der UnabhĂ€ngigkeit der Republik Moldau wanderten viele Juden nach Israel und in die Vereinigten Staaten aus. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in der damaligen Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik einen bedeutenden jĂŒdischen Bevölkerungsanteil. Die heutige Hauptstadt ChiÈinÄu war zudem bereits um 1900 ein Zentrum jĂŒdischen Lebens im Russischen Kaiserreich. So bildeten Juden mit einem Anteil von 45,9 % laut einer ZĂ€hlung aus dem Jahr 1897 die gröĂte Bevölkerungsgruppe in der Stadt. Allerdings gab es auch in der Republik Moldau Antisemitismus. Schon in der Zarenzeit 1903 gab es das Pogrom von Kischinjow. WĂ€hrend der deutschen und rumĂ€nischen Besatzung 1941 bis 1944 fielen schlieĂlich weite Teile der jĂŒdischen Bevölkerung dem Holocaust zum Opfer.
In der Republik Moldau haben SchĂŒler, die Minderheiten angehören, das Recht auf Unterricht in ihrer Muttersprache. Das Einkommensniveau der LehrkrĂ€fte an Schulen und Hochschulen ist niedrig. Der Staat besitzt zahlreiche UniversitĂ€ten und Hochschulen. Mehr als ein Dutzend öffentlicher und privater Hochschulen befinden sich in ChiÈinÄu, daneben gibt es UniversitĂ€ten in BÄlÈi, Cahul, Comrat, Taraclia und Tiraspol.
Traditionell hat die französische Sprache im Bildungssystem der Republik Moldau einen hohen Stellenwert. Die Sprache wird bereits ab dem Alter von acht Jahren in der Grundschule gelehrt. Gut 40 % aller SchĂŒler in der Sekundarstufe wĂ€hlen Französisch als erste Fremdsprache. Im gesamten Staat gibt es acht zweisprachige Gymnasien, die etwa 3000 SchĂŒler bis zum BaccalaurĂ©at fĂŒhren. Eine Vertretung der Hochschulagentur der Frankophonie (Agence universitaire de la Francophonie, AUF) in ChiÈinÄu unterstĂŒtzt sechs französischsprachige StudiengĂ€nge an mehreren moldauischen UniversitĂ€ten (Stand: 2018).
Die Gesundheitsausgaben des Staates betrugen 2021 7,8 % des Bruttoinlandsprodukts. Im Jahr 2020 praktizierten in Republik Moldau 40,6 Ărztinnen und Ărzte je 10.000 Einwohner. Die Sterblichkeit bei unter 5-jĂ€hrigen betrug 2022 14,2 pro 1000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung der Einwohner Moldaus ab der Geburt lag 2022 bei 68,6 Jahren (Frauen: 73,3, MĂ€nner: 64,2). Die Lebenserwartung stieg von 66,4 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 3 %.
Die HIV-Infektionsrate in der erwachsenen Bevölkerung betrĂ€gt 0,6 %. In Moldau gibt es im europĂ€ischen Vergleich die höchste HIV/AIDS-Infektionsrate. 2022 traten 929 neue FĂ€lle auf. In den letzten Jahren mĂŒssten es 16.000 gewesen sein. Nur 67 % wissen davon. 2022 wurden 16.000 intravenös DrogensĂŒchtige und 8000 Prostituierte auf HIV getestet. Bis 2030 soll die AIDS-Krise in Moldau im Griff sein.
Das Gebiet der heutigen Republik Moldau wurde im Altertum von verschiedenen Völkern besiedelt. Im 2. Jahrhundert kamen römische Siedler aus dem westlich gelegenen Dakien hinzu, es bildete sich eine dako-romanische, spĂ€ter rumĂ€nische Kultur. Nachdem der Einfluss des römischen Reiches geschwunden war und seine Truppen im Jahr 271 die Region verlieĂen, zogen wĂ€hrend der Völkerwanderung verschiedene Volksgruppen durch das Gebiet und lieĂen sich auch teilweise hier nieder, darunter Hunnen, Ostgoten und Ostslawen (Anten), spĂ€ter Protobulgaren, Magyaren, Petschenegen, Kumanen und die Goldene Horde (Mongolen). Die Region stand unter ungarischer Oberhoheit und wurde um 1350 von Siedlern rumĂ€nischer Sprache und Kultur aus der Region Maramuresch besiedelt, die unter dem FĂŒrsten Bogdan I. 1359 ein unabhĂ€ngiges FĂŒrstentum Moldau grĂŒndeten. Wichtigster Herrscher im 15. Jahrhundert war Ètefan cel Mare, der in zahlreichen Schlachten gegen Invasionen des Osmanischen Reichs, Polens und der Tataren kĂ€mpfte. 1512 musste sich das FĂŒrstentum den Osmanen unterwerfen und blieb fĂŒr die nĂ€chsten 300 Jahre ein Vasallenstaat.
Nach dem Russisch-tĂŒrkischen Krieg 1787â1792 musste das Osmanische Reich alle Besitzungen östlich des Dnister an Russland abtreten. Ein erweitertes Bessarabien wurde nach dem Russisch-tĂŒrkischen Krieg von 1806 bis 1812 in das Russische Reich integriert. Das Gebiet wurde als Gouvernement Bessarabien organisiert. Nach Russlands Niederlage im Krimkrieg von 1853 bis 1856 wurde das FĂŒrstentum Moldau im Vertrag von Paris und die Walachei unter die Kollektivgarantie der sieben Unterzeichnerstaaten, darunter das Osmanische Reich, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Sardinien und Russland gestellt. Mit der Vereinigung der DonaufĂŒrstentĂŒmer Moldau und Walachei 1859 kam das Gebiet unter verstĂ€rkten rumĂ€nischen Einfluss. Nach dem Berliner Kongress 1878 musste die rumĂ€nische Regierung das als Budschak bezeichnete sĂŒdliche Bessarabien an Russland abgeben.
Nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland konstituierte sich am 21. Dezember ein moldauisch-bessarabischer Landesrat, der Sfatul ÈÄrii. Dieser proklamierte am 2. Dezember 1917 die Moldauische Demokratische Republik, zunĂ€chst als Teilrepublik eines neuen, föderal organisierten Russlands. Im Januar 1918 besetzten rumĂ€nische Truppen das Gebiet westlich des Dnister. Der Widerstand des Rumtscherod gegen die Besetzung wurde niedergeschlagen und das Parlament erklĂ€rte unter dem Druck der Besatzung die UnabhĂ€ngigkeit von Russland bzw. der Ukraine. Am 27. MĂ€rz 1918 stimmte eine Mehrheit des Parlaments fĂŒr die Vereinigung mit RumĂ€nien und legalisierte damit nachtrĂ€glich die faktisch bereits vollzogene Eingliederung Bessarabiens in den rumĂ€nischen Staat. Im Gegensatz zu den Staaten des Völkerbunds erkannten die Bolschewiki die RechtmĂ€Ăigkeit dieser Abstimmung und des Anschlusses nicht an. Auch die 1922 gegrĂŒndete Sowjetunion erkannte die Abtretung Bessarabiens nicht an. In den mehrheitlich rumĂ€nischsprachigen Gebieten der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik östlich des Dnister wurde 1924 eine Moldauische Autonome Oblast gebildet, die sieben Monate spĂ€ter zur Moldauischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik erhoben wurde. Offizielle Hauptstadt war ChiÈinÄu â aufgrund der ârumĂ€nischen Besetzungâ wurde jedoch Balta (heute Ukraine), nach 1929 Tiraspol zum Regierungssitz bestimmt.
Ab 1929 durften Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen; jedoch wurde das Frauenwahlrecht von ihrem Bildungsgrad, der sozialen Stellung und besonderen Verdiensten gegenĂŒber der Gesellschaft abhĂ€ngig gemacht. Die Verfassung von 1938 stellte MĂ€nner und Frauen in wahlrechtlicher Hinsicht gleich, und das Wahlgesetz von 1939 fĂŒhrte aus, dass Frauen und MĂ€nner, die lesen und schreiben konnten, ab 30 zu den Wahlen zugelassen waren.
Das zu RumĂ€nien gehörige Gebiet Bessarabiens wurde zusammen mit der nördlichen Bukowina im Juni 1940 mit deutscher Zustimmung als Konsequenz des geheimen Zusatzprotokolls des Hitler-Stalin-Pakts von der Roten Armee besetzt und von der Sowjetunion annektiert. Am 2. August 1940 wurde die Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik (MSSR) mit ChiÈinÄu (russisch Kischinjow) als Hauptstadt errichtet, indem man Bessarabien mit dem westlichen Teil der Moldauischen ASSR vereinigte. Die deutsche Bevölkerung in Bessarabien, deren Vorfahren der russische Kaiser Alexander I. 1813 als Kolonisten ins Land gerufen hatte, wurde von der Volksdeutschen Mittelstelle fast vollstĂ€ndig in das Deutsche Reich umgesiedelt. Das allgemeine Wahlrecht fĂŒr Frauen und MĂ€nner wurde eingefĂŒhrt.
Nach dem 22. Juni 1941 besetzten deutsche und rumĂ€nische Truppen im Rahmen des Unternehmens Barbarossa auch die Moldauische SSR. RumĂ€nien konnte dadurch im Sommer 1941 Bessarabien und die nördliche Bukowina zurĂŒckerobern. Das Land zwischen den FlĂŒssen Dnister und SĂŒdlichem Bug â nördlich vom ukrainischen Bar â verwaltete RumĂ€nien dann unter dem Namen Transnistria. Nach dem Zweiten Weltkrieg fielen mit dem Friedensvertrag von 1947 Bessarabien, das Herza-Gebiet und die nördliche Bukowina an die Sowjetunion, und die frĂŒheren sowjetischen Verwaltungseinheiten und russischen Ortsnamen wurden erneut eingefĂŒhrt.
Seit Mitte der 1980er-Jahre entwickelte sich eine Nationalbewegung der RumĂ€nen in der Moldauischen SSR. Sie bekam politisch ein immer gröĂeres Gewicht, ĂŒbernahm schlieĂlich noch vor dem Zerfall der Sowjetunion die Macht und spielte eine wichtige Rolle bei der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung des Staates. 1989 wurde daher Russisch als zweite Amtssprache abgeschafft und die RĂŒckkehr zur rumĂ€nischen Sprache in lateinischer Schrift beschlossen. Dem widersetzten sich die ukrainischen, russischen und gagausischen Minderheiten. Auch gab es starke Bestrebungen, das Land mit RumĂ€nien zu vereinigen.
Die Moldauische SSR wurde 1991 schlieĂlich zur vollstĂ€ndig unabhĂ€ngigen Republik Moldau und RumĂ€nisch (kurzzeitig Moldauisch) zur Amtssprache erklĂ€rt. Nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung wurde das allgemeine Wahlrecht 1993 bestĂ€tigt.
Aufgrund der neuen, von vielen Bevölkerungsgruppen als nationalistisch empfundenen Politik der Republik Moldau kam es schon ab 1989 zu gröĂeren Konflikten zwischen der Zentralregierung in ChiÈinÄu und den ĂŒberwiegend von ethnischen Minderheiten bewohnten Gebieten, insbesondere Transnistrien und Gagausien. Letztere Regionen riefen 1990 die UnabhĂ€ngigkeit von der Republik Moldau aus, auch in anderen Staatsteilen kam es zu Massenprotesten. In Transnistrien eskalierte die Situation ab 1992, es kam zu einem Krieg mit ĂŒber 1000 Toten, der schlieĂlich mit der De-facto-UnabhĂ€ngigkeit dieses Staatsteils endete. Die KĂ€mpfe wurden erst durch das Eingreifen der auf transnistrischem Territorium stationierten russischen 14. Armee unter FĂŒhrung von General Alexander Lebed beendet. Verhandlungen zur Lösung des Transnistrien-Konflikts fĂŒhrten bislang zu keinem Erfolg, so dass sich beide Konfliktparteien inzwischen mit dem Status quo weitgehend arrangiert haben.
Im Gegensatz zu Transnistrien konnte die Region Gagausien 1994 erfolgreich und friedlich wieder in die Republik Moldau eingegliedert werden. Zuvor war ein umfangreiches Autonomieabkommen ausgehandelt worden, das schlieĂlich von Gagausien akzeptiert wurde.
1997 wurde Mircea Ion Snegur von Petru Lucinschi als PrĂ€sident abgelöst. Seit 1997 ist die Republik Moldau Mitglied der GUAM-Allianz. 2009 trat der Staat der von der EU initiierten Ăstlichen Partnerschaft bei.
2001 folgte Lucinschi Vladimir Voronin als dritter PrÀsident der Republik Moldau. Seit dem 30. November 2005 gibt es die EUBAM, eine Grenzkontrollmission der EuropÀischen Union an der moldauisch-ukrainischen Grenze zur Unterbindung des Waffen-, Menschen- und Drogenschmuggels von und nach Transnistrien.
Nach dem RĂŒcktritt Voronins 2009 und einer Phase kommissarischer PrĂ€sidenten wurde am 16. MĂ€rz 2012 Nicolae Timofti zum PrĂ€sidenten der Republik Moldau gewĂ€hlt. Die EuropĂ€ische Union und Moldau unterzeichneten am 27. Juni 2014 ein Assoziierungsabkommen, das eine vertiefte und umfassende Freihandelszone umfasst und im Juli 2016 in Kraft trat.
Im Februar 2014 fand in Gagausien ein mit der Zentralregierung in ChiÈinÄu nicht abgestimmtes Referendum statt, bei dem 94 % der WĂ€hler den Beitritt der Republik Moldau zur russisch dominierten Zollunion befĂŒrworteten und fast 70 % der Beteiligten sich fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit Gagausiens aussprachen, sollte die Republik Moldau durch eine Vereinigung mit RumĂ€nien ihre SelbstĂ€ndigkeit verlieren.
Vom 23. Dezember 2016 bis 24. Dezember 2020 war Igor Dodon von der Partei der Sozialisten der Republik Moldau (PSRM) PrĂ€sident der Republik Moldau. Der Oligarch Vladimir Plahotniuc, der zwar kein Regierungsamt innehatte, aber seit Ende 2016 Chef der mitregierenden Demokratischen Partei (PDM) war, verlor seinen bis dahin groĂen Einfluss auf die moldauische Politik und Wirtschaft mit der verlorenen Parlamentswahl im Februar 2019 und flĂŒchtete in der Folge ins Ausland. Das Verfassungsgericht suspendierte am 9. Juni 2019 PrĂ€sident Dodon zwischenzeitlich von seinem Amt und setzte den bisherigen Regierungschef Pavel Filip als Interim-StaatsprĂ€sidenten ein. Dodon verlor letztlich sein Amt bei der PrĂ€sidentschaftswahl am 15. November 2020, Nachfolgerin im Amt ist die pro-europĂ€ische Politikerin Maia Sandu.
Ende September 2021 lief ein Gaslieferungsvertrag zwischen Moldau und Gazprom aus. Gazprom forderte einen sehr hohen Gaspreis; Moldau rief den Notstand aus. Der Konflikt konnte Anfang November 2021 bereinigt werden. Offensichtlich bot Russland dem russlandhörigen Ilan Èor einen separaten Gasvertrag fĂŒr dessen Region an.
Aufgrund des Russischen Ăberfalls auf die Ukraine 2022 erfuhr Moldau einen Zustrom vieler Ukrainer; im VerhĂ€ltnis zur Einwohnerzahl war die Republik zeitweise der am stĂ€rksten betroffene Staat in Europa. Viele westliche Staaten sicherten Moldau Hilfen in Form von finanzieller UnterstĂŒtzung, AusrĂŒstung und Umsiedlung von FlĂŒchtlingen zu. Beispielsweise holten Ăsterreich und Liechtenstein rund 2500 ukrainische FlĂŒchtlinge aus dem Staat.
AuĂerdem sperrte die Regierung den Luftraum des Staates fĂŒr mehrere Tage und öffnete ihn am 21. MĂ€rz 2022 nur in Richtung RumĂ€nien. Russland und seine Interessensvertreter setzten Moldau mit verringerten Gaslieferungen â die staatliche Gasgesellschaft Moldovagaz gehört zu 51 Prozent Gazprom â und bezahlten Demonstrationen gegen die Regierung unter Druck.
Mit der Zeit war auch die Republik Moldau indirekt vom Krieg in der benachbarten Ukraine betroffen. So trafen russische Raketenteile ein grenznahes Dorf im Norden Moldaus. Nach starken Luftangriffen Russlands auf die Ukraine kam es in einigen Regionen der Republik Moldau zu StromausfÀllen.
Im September 2022 drohte Russland der Republik Moldau mit militĂ€rischen MaĂnahmen, sollte die Sicherheit der russischen Truppen in der Separatistenregion Transnistrien bedroht werden. Laut dem Russischen AuĂenminister Sergei Lawrow riskiere Moldau damit einen militĂ€rischen Konflikt mit Russland, da jede GefĂ€hrdung der Sicherheit russischer Truppen nach internationalem Recht als Angriff auf Russland gewertet wird.
Im Januar 2026 erklĂ€rte die moldauische PrĂ€sidentin Maia Sandu, im Falle eines Referendums fĂŒr den Zusammenschluss mit RumĂ€nien zu stimmen.
Seit 1994 definiert sich die Republik Moldau als neutraler Staat.
Am 24. Februar 2019 fand eine Parlamentswahl statt. Plahotniuc und seine Demokratische Partei wurden von einem RegierungsbĂŒndnis der Partei der Sozialisten und dem Parteienblock ACUM entmachtet.
Diese Regierung unter MinisterprĂ€sidentin Maia Sandu scheiterte am 12. November 2019 bei einem Misstrauensvotum der mitregierenden Sozialisten, das die Demokratische Partei unterstĂŒtzte.
Bei den PrÀsidentschaftswahlen im November 2020 und am 3. November 2024 wurde Maia Sandu mit Mehrheiten von 57,74 % bzw. 55 % der Stimmen gewÀhlt, als Nachfolgerin von Igor Dodon.
Ein die moldauische Politik beherrschendes Thema ist der Umgang mit den separatistischen Regionen Transnistrien und Gagausien. WĂ€hrend Gagausien einen von der moldauischen Regierung angebotenen Autonomiestatus akzeptierte, gestalten sich die Verhandlungen mit Transnistrien wesentlich schwieriger. Nach dem Transnistrien-Konflikt 1992 etablierte sich in Tiraspol ein De-facto-Regime um Igor Smirnov, das das Gebiet jenseits des Dnister kontrolliert und dort eigene Verwaltungsstrukturen aufgebaut hat.
Der Transnistrien-Konflikt ist nicht nur eine Auseinandersetzung zwischen Eliten in ChiÈinÄu und Tiraspol oder zwischen verschiedensprachigen Bevölkerungsteilen; er hat daneben auch eine geostrategische Dimension um den Einfluss der GroĂmĂ€chte USA und Russland in SĂŒdosteuropa. Diese internationale Dimension erschwert es bedeutend, den Konflikt zu lösen. Die VerhandlungsbemĂŒhungen in den letzten 20 Jahren scheiterten trotz â oder wegen â internationaler VermittlungsbemĂŒhungen Russlands, der Ukraine, der USA, der EuropĂ€ischen Union oder der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) immer wieder daran, dass jede Seite bemĂŒht war, nicht zu viel nachzugeben, und daher mit Hilfe von VerbĂŒndeten eine Konfliktlösung blockierte. So bei den Verhandlungen ĂŒber die als Kozak-Plan bekannte Initiative der Russischen Föderation, welche die Bildung eines Bundesstaates auf dem Territorium der Republik Moldau vorsahen, die im November 2003 scheiterten. Moldauische Regierungskreise sahen in dem Abkommen zu viele Vorteile fĂŒr Transnistrien. Manche Beobachter vermuteten 2001, dass die Eliten auf beiden Seiten nicht an einer Konfliktlösung interessiert sind, sondern am Erhalt des Status quo, der beiden Seiten Einnahmequellen erschlieĂt.
Vom 7. August 2008 bis 16. August 2008 fand der Kaukasuskrieg 2008 statt: russische Truppen fielen in Georgien ein. Transnistrien fror am 12. August 2008 alle Kontakte zur Regierung in ChiÈinÄu ein, da âder klare und starke Ausdruck der Republik Moldau fehle, die Aggression Georgiens gegenĂŒber SĂŒdossetien und Abchasien zu verurteilen.â Am 26. August warnte Russlands PrĂ€sident Dmitri Medwedew den Staatschef der Republik Moldau Voronin vor einer militĂ€rischen Lösung des Konflikts nach georgischem Vorbild. âDer Krieg um SĂŒdossetien sei eine Warnung an alle.â
In Anlehnung an den Ausgang des 2006 durchgefĂŒhrten Referendums, wonach 97 % der transnistrischen Bevölkerung fĂŒr den Anschluss an Russland gestimmt hĂ€tten, wandte sich Michail Burla â Vorsitzender des Obersten Rates von Transnistrien â im April 2014 mit einer formalen Anfrage an den Kreml, die abtrĂŒnnige Provinz ins Staatsgebiet der Russischen Föderation aufzunehmen.
Reibungspunkte zwischen den Nachbarstaaten boten in der Vergangenheit sowohl die Schulden der Republik Moldau bei den rumĂ€nischen ElektrizitĂ€tswerken als auch die kulturelle IdentitĂ€t der RumĂ€nen, die in der Republik Moldau die Mehrheit stellen. Der gröĂte Teil der Republik Moldau bildete zusammen mit der heutigen rumĂ€nischen Region Westmoldau das Reich Stefans des GroĂen (siehe FĂŒrstentum Moldau) â des gemeinsamen Nationalhelden beider Staaten â und war von 1918 bis 1940/1944 rumĂ€nisches Territorium.
Eine Bewegung zur Vereinigung von RumĂ€nien und Moldau kam zwischen 1990 und 1992 auf (1991 zerfiel die Sowjetunion); ab 1993 distanzierte die Republik Moldau sich wieder von RumĂ€nien. Mit dem Staatsbesuch des rumĂ€nischen PrĂ€sidenten Traian BÄsescu in ChiÈinÄu im Januar 2005 sowie dem darauf folgenden Gegenbesuch des moldauischen PrĂ€sidenten Vladimir Voronin erreichten die moldauisch-rumĂ€nischen Beziehungen einen Höhepunkt und galten als so gut wie nie zuvor.
Nach der Parlamentswahl am 5. April 2009 kam es zu heftigen StraĂenschlachten. Der rumĂ€nische Botschafter wurde zunĂ€chst ausgewiesen und die Visumpflicht fĂŒr rumĂ€nische StaatsbĂŒrger wieder eingefĂŒhrt.
Generell unterstĂŒtzt RumĂ€nien die Republik Moldau bei der AnnĂ€herung an die EU sowie in der Transnistrien-Frage. RumĂ€nien plĂ€diert fĂŒr den Erhalt der territorialen IntegritĂ€t des Nachbarstaates und lehnt den transnistrischen Separatismus ab.
RumĂ€nische Vorfahren reichen fĂŒr Moldauer aus, um die rumĂ€nische StaatsbĂŒrgerschaft zu erhalten. Diese Möglichkeit nutzen viele, da sie von der Reisefreiheit in der EU profitieren wollen und auf bessere berufliche Möglichkeiten sowie ein höheres Einkommen hoffen.
1998 trat ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit der EuropĂ€ischen Union in Kraft. Die EU unterstĂŒtzt den Aufbau der Marktwirtschaft und einer funktionierenden Demokratie. Seit dem 30. November 2005 gibt es die EUBAM Republik Moldau/Ukraine, eine Grenzkontrollmission der EU an der Grenze zwischen der Ukraine und der Republik Moldau zur Unterbindung von Schmuggel (vor allem Waffen, Drogen und Menschen) von und nach Transnistrien.
Am 7. Mai 2009 trat die Republik Moldau mit fĂŒnf weiteren Mitgliedstaaten der Gemeinschaft UnabhĂ€ngiger Staaten (GUS) der Ăstlichen Partnerschaft bei. Im Januar 2010 wurden in ChiÈinÄu im Rahmen der EuropĂ€ischen Nachbarschaftspolitik der EU AssoziierungsgesprĂ€che mit der Republik Moldau aufgenommen. Der moldauische AuĂenminister Iurie LeancÄ sagte, langfristig sei die EU-Mitgliedschaft zwar ein Ziel, aber vorerst wolle man eine Freihandelszone schaffen, gemeinsam wirtschaftliche Probleme lösen und vor allem die Visumpflicht fĂŒr moldauische BĂŒrger abschaffen.
Am 5. Dezember 2011 kĂŒndigte die EuropĂ€ische Kommission ein umfangreiches Freihandelsabkommen mit der Republik Moldau an. Entsprechende Verhandlungen wurden als Teil des geplanten Assoziierungsabkommens aufgenommen. Die FreihandelsrĂ€ume sollen nach dem Willen der EU der langfristigen politischen Stabilisierung des Staates dienen. Derzeit (Stand 2011) gilt fĂŒr die Republik Moldau ein bevorzugter Zugang zum europĂ€ischen Markt; die EU ist Haupthandelspartner des Landes.
Am 27. Juni 2014, drei Monate nachdem Russland die Krim besetzt und annektiert hatte, wurde in BrĂŒssel das wirtschaftliche und politische Assoziierungsabkommen zwischen der Republik Moldau und der EU geschlossen. Am 2. Juli 2014 ratifizierte das moldauische Parlament das EU-Assoziierungsabkommen. Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete daraufhin: âAnhĂ€nger der EU-Integration bejubelten dieses Ereignis vor dem Parlament.â Sie behauptete, gegen Gegner der EU-AnnĂ€herung wĂŒrden Strafverfahren eingeleitet.
Allgemein wird von westlichen Beobachtern angenommen, dass Russland den moldauischen Kurs einer AnnĂ€herung an die EuropĂ€ische Union mit Argwohn verfolgt und diesen auch zu behindern versucht. Im November 2013 verhĂ€ngte Russland einen Einfuhrstopp fĂŒr moldauischen Wein, weil dort Spuren von Plastik-Weichmachern gefunden worden seien. Die gemessenen Werte lagen aber unter denen der fĂŒr russisches und europĂ€isches Trinkwasser erlaubten Grenzwerten. Da Wein mehr als 25 % der landwirtschaftlichen Exporte der Republik Moldau ausmacht und der GroĂteil der Exporte bis dahin nach Russland ging, war dies ein Schlag gegen die moldauische Wirtschaft. Westliche Beobachter vermuteten, das Embargo sei eine Warnung Russlands angesichts der AssoziierungsgesprĂ€che der Republik Moldau mit der EU. Am Tag der Ratifizierung der Assoziierungsvereinbarung mit der EU verhĂ€ngte Russland ein Importverbot fĂŒr Fleischprodukte aus Moldau.
Nach der Annexion der Krim 2014 und dem damit verbundenen Bruch des Budapester Memorandums wuchsen in ChiÈinÄu die Ăngste vor einer möglichen russischen Aggression. Vor allem im energiepolitischen Bereich besteht eine hohe AbhĂ€ngigkeit von Russland. Zwar verliert Russland als AuĂenhandelspartner sukzessive an Bedeutung; Moldau ist (Stand 2014) in mehreren SchlĂŒsselsektoren wie Landwirtschaft, Lebensmittel, Textilien etc. immer noch auf den russischen Markt angewiesen. Die moldauische Regierung befĂŒrchtete daher, der Kreml könnte in der Zukunft politische und wirtschaftliche Druckmittel verwenden, um die europĂ€ische Integration des Staates zu torpedieren.
2017 bekam Moldau den Beobachterstatus in der Eurasischen Wirtschaftsunion verliehen.
Nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine (24. Februar 2022) kamen in einer Woche ca. 70.000 FlĂŒchtlinge aus der Ukraine nach Moldau.
Am 3. MĂ€rz 2022 hat die Republik Moldau ein Eintrittsgesuch in die EuropĂ€ische Union gestellt. Dies geschah offenbar angesichts des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Zuvor hatte Georgien dies ebenfalls beantragt. Am 23. Juni 2022 erhielt Moldau auf einem EU-Gipfel in BrĂŒssel den EU-Beitrittskandidatenstatus.
Am 20. Oktober 2024 hielt das Parlament ein Referendum mit dem Ziel, den EU-Beitritt in der Verfassung zu verankern, ab. Eine knappe Mehrheit sprach sich fĂŒr die VerfassungsĂ€nderung aus.
Die Vereinigten Staaten unterstĂŒtzen die SouverĂ€nitĂ€t und die territoriale IntegritĂ€t der Republik Moldau. Im Januar 2010 wurde im Beisein von Premierminister Vlad Filat in Washington, D.C. ein Abkommen der Millennium Challenge Corporation (MCC) unterzeichnet, in dem die Vereinigten Staaten (Regierung Obama) der Republik Moldau in einem Zeitraum von fĂŒnf Jahren Hilfe bei Landwirtschaft und Infrastruktur in Höhe von 262 Millionen US-Dollar zusichern.
Die Republik Moldau wurde am 21. MĂ€rz 1992 in die Vereinten Nationen aufgenommen und ist Mitglied folgender UN-Sonderorganisationen:
Als ehemalige Sowjetrepublik ist die Republik Moldau auch Mitglied der GUS. Andere politische Organisationen, deren Mitglied die Republik Moldau ist, sind:
Daneben ist die Republik Moldau Mitglied in folgenden Organisationen:
Die moldauischen StreitkrĂ€fte gliedern sich in Heer und LuftstreitkrĂ€fte. Wegen der Binnenlage des Staates hat Moldau keine Marine. In der Republik Moldau gibt es eine Wehrpflicht; der Dienst dauerte 2016 12 Monate. Moldau gab 2017 knapp 0,4 % seiner Wirtschaftsleistung oder 29,7 Millionen US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus. Das Verteidigungsbudget des Staates ist eines der kleinsten der Welt.
Transnistrien unterhÀlt eigene StreitkrÀfte.
Das Gebiet der Republik Moldau ist in fĂŒnf Munizipien (Municipii; Singular Municipiu) und 32 Rajons (Raioane; Sg. Raion) unterteilt. Daneben gibt es zwei autonome territoriale Einheiten. Zwei der Munizipien (Comrat und Tiraspol) sind de jure Teil einer autonomen territorialen Einheit (Gagausien bzw. Transnistrien), ein weiteres Munizip (Bender) wird de facto â wie Teile des Rajons CÄuÈeni â von Transnistrien kontrolliert.
Die Republik Moldau lebt vor allem von der Landwirtschaft sowie von der damit verbundenen Industrie. Das Klima begĂŒnstigt Obst- und Weinbau. Wein ist neben Branntwein und Konserven (Obst/GemĂŒse) ein Hauptexportartikel, dazu kommen Textilerzeugnisse und kleinere ElektrogerĂ€te. Die hohe LuftqualitĂ€t verdankt der Staat dem Umstand, dass er kein Industriestaat ist.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Republik Moldau betrug 2023 17 Mrd. USD. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 6642 USD. Im Global Competitiveness Index â der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Staates misst â belegt die Republik Moldau den Rang 89 von 137 Staaten (Stand: 2017â2018). Der Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 99 höchste von 176 LĂ€ndern.
Die Republik Moldau hat eine in weiten Teilen freie Marktwirtschaft. Als Teil des Assoziierungsabkommens mit der EU ist die Einrichtung einer Freihandelszone vereinbart worden. Der Agrarsektor trug 2014 12,3Â % zum BIP bei. Der Dienstleistungssektor machte 2014 (Januar bis September) insgesamt 60Â % des BIPs aus. Die Industrieproduktion hatte einen Anteil von 14Â %.
Das Land fĂŒhrt zwei Wertpapierbörsen mit der Moldova Stock Exchange und seit 2024 der ChiÈinÄu Stock Exchange.
Die Arbeitslosenquote wird 2017 mit nur 4,1 % angegeben. UnterbeschĂ€ftigung ist jedoch verbreitet und die Löhne sind sehr niedrig. Im selben Jahr arbeiteten 32,3 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 12 % in der Industrie und 55,7 % im Dienstleistungssektor. Die Republik Moldau gehört zu den letzten europĂ€ischen Staaten, in denen ein groĂer Teil der ArbeitskrĂ€fte noch im primĂ€ren Sektor beschĂ€ftigt ist. Die Gesamtzahl der ArbeitskrĂ€fte wird fĂŒr 2017 auf 1,29 Millionen geschĂ€tzt, davon sind 49 % Frauen.
Vor ihrer UnabhÀngigkeit Anfang der 1990er-Jahre war die Republik Moldau eine der wohlhabendsten Sowjetrepubliken. Seit 1992 hat sich infolge des ungelösten Transnistrien-Konflikts die wirtschaftliche Lage drastisch verschlechtert. Der durchschnittliche Monatslohn stieg von 30 Euro (ca. 465 Lei) im Februar 2003 auf 102 Euro (ca. 1695 Lei) im Jahr 2006, Pensionisten bekommen im Schnitt 12 Euro im Monat. Um das Existenzminimum zu decken, waren 2003 mindestens 100 Euro nötig. Hierbei ist aber die enorme Bedeutung der Schattenwirtschaft zu beachten, durch die das tatsÀchliche Einkommen Vieler teilweise enorm gesteigert wird. Die offiziellen Statistiken sind daher nur begrenzt aussagekrÀftig.
In der Republik Moldau gilt in der Regel eine Mehrwertsteuer von 20 %. Einige Lebensmittel, wie Brot oder Milch, aber auch Gas oder der Postversand, sind mit einer ermĂ€Ăigten Steuer von 8 % belegt. Seit 2014 dĂŒrfen sich dessen BĂŒrger visafrei in der EU bewegen. Die EuropĂ€ische Union hat der Republik Moldau umfangreiche Finanzhilfen zugesagt.
Die Republik Moldau ist einer der Ă€rmsten Staaten Europas, nach dem BIP pro Kopf der wirtschaftsschwĂ€chste Staat in Europa. Ein Viertel der Bevölkerung ist daher ins Ausland abgewandert; von dort ĂŒberweisen diese Emigranten Geld in die Republik Moldau, das in der Summe mehr ausmacht als dessen BIP.
2021 exportierte die Republik Moldau Waren im Wert von 3144,5 Mio. US-Dollar â hauptsĂ€chlich Nahrungsmittel (25,8 %), Elektrotechnik (16,6 %), Rohstoffe (ohne Brennstoffe; 11,6 %) und Textilien (11,3 %). Weitere wichtige AusfuhrgĂŒter waren GetrĂ€nke und Tabak (6,7 %), Möbel und Möbelteile (5,0 %), chemische Erzeugnisse (4,9 %), natĂŒrliche Ăle, Fette und Wachse (3,9 %), Baustoffe, Glas und Keramik (2,1 %) sowie Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile (2,0 %). Andere ExportgĂŒter machten einen Anteil von 10,1 % aus. Die wichtigsten Zielstaaten waren 2022:
58,6 % der Exporte gingen an EU-Mitgliedstaaten, wÀhrend 24,1 % auf die Gemeinschaft UnabhÀngiger Staaten (GUS) entfielen.
Die Importe der Republik Moldau beliefen sich 2021 auf 7176,8 Mio. US-Dollar. Die HaupteinfuhrgĂŒter waren chemische Erzeugnisse (14,4Â %), Nahrungsmittel (10,7Â %), Petrochemie (8,3Â %), Maschinen (7,6Â %), Elektrotechnik (7,3Â %), Textilien (7,2Â %), Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile (6,4Â %), Gas (4,2Â %), Elektronik (4,0Â %) und Metallwaren (3,0Â %). Der Anteil der sonstigen ImportgĂŒter betrug 26,9Â %. Die bedeutendsten Partner auf der Importseite waren 2022:
Am 27. MĂ€rz 2006 setzte die russische Regierung ein Verbot fĂŒr den Import von moldauischen und georgischen Weinprodukten in Kraft. Das Verbot â das offiziellen Angaben zufolge wegen zu hoher Schadstoffbelastungen erfolgt sein soll â fĂŒhrte zu heftiger Kritik seitens der betroffenen Weinproduzenten in der Republik Moldau und Georgien. Etwa 82Â % des gesamten moldauischen Weinexports ging nach Russland, das damit der wichtigste Exportpartner fĂŒr moldauischen Wein war. Gegen Ende 2006 wurde das Importverbot fĂŒr moldauische Weine wieder aufgehoben.
Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben in Höhe von umgerechnet 2,46 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von 2,29 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Das entspricht einem Defizit von 2,2 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 38,0Â % des BIP.
2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) in den folgenden Bereichen:
In der Feuerwehr in Moldau waren 2019 staatsweit 1381 Berufs- und 90 freiwillige Feuerwehrleute organisiert, die in 62 Feuerwachen und FeuerwehrhĂ€usern â in denen 163 Löschfahrzeuge und 25 Drehleitern bzw. Teleskopmasten bereitstehen â tĂ€tig sind.
Das Eisenbahnnetz hat eine LĂ€nge von 1190 km und ist in 1520âmm-Breitspur ausgefĂŒhrt. Es gibt keine elektrifizierten Strecken, der Verkehr wird mit Dieseltriebfahrzeugen durchgefĂŒhrt. Im Moment gibt es im internationalen Personenverkehr direkte Verbindungen nach Kiew, IaÈi und Bukarest. Der inlĂ€ndische Bahnverkehr ist wegen des sehr geringen Angebots unbedeutend.
Das gesamte StraĂennetz umfasste 2012 etwa 9352 km, wovon 8835 km asphaltiert sind. Der Strassenzustand auĂerhalb von ChiÈinÄu ist meist mangelhaft. Autobahnen gibt es keine und es sind auch keine in Planung.
Regional und national ist der Bus das wichtigste Transportmittel im Personenverkehr. FĂŒr den internationalen Verkehr gibt es Busverbindungen in zahlreiche europĂ€ische GroĂstĂ€dte.
Mit dem Zugang zu Dnister und Pruth verfĂŒgt der Staat ĂŒber wichtige BinnenwasserstraĂen. Am nur wenige hundert Meter breiten Zugang zur Donau entstand der zollfreie Hafen GiurgiuleÈti, der fĂŒr Seeschiffe bis 7 Metern Tiefgang erreichbar ist.
Der Aeroportul InternaÈional ChiÈinÄu (IATA-Code: RMO, vormals KVI) ist der einzige internationale Flughafen der Republik Moldau. Von dort gibt es DirektflĂŒge nach Wien, Istanbul, Moskau, TimiÈoara, Budapest, Bukarest, Paris, Frankfurt am Main, MĂŒnchen, Rom, Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden, Warschau und Verona.
Der erste Flug eines Verkehrsflugzeugs zwischen Frankfurt und ChiÈinÄu fand am 7. Juli 2003 statt. Es handelte sich um einen Charterflug der Lufthansa, auf dem 182 Passagiere mit einem Airbus A321 befördert wurden. Es war auch die erste Landung dieses Flugzeugtyps auf dem Flughafen ChiÈinÄu.
Ein seit Anfang 2003 andauernder Konflikt im Luftfahrtsektor konnte beigelegt werden. Die Wiederaufnahme von DirektflĂŒgen zwischen Frankfurt und ChiÈinÄu erfolgte im Juli 2005. Sie wurden von Air Moldova (IATA-Code:Â 9U) und dem deutschen Codesharing-Partner Cirrus Airlines durchgefĂŒhrt.
In der Republik Moldau erscheinen vier national verbreitete Tageszeitungen. 2017 nutzten 76,1Â % der Einwohner Moldaus das Internet.
Die staatliche Rundfunkanstalt Teleradio-Moldova (TRM) produziert die Hörfunkprogramme Radio Moldova und betreibt den Auslandsradiosender Radio Moldova InternaÈional (RMI). RMI stellt Sendungen in rumĂ€nischer, englischer, russischer, französischer und spanischer Sprache her, die ĂŒber das Internet verbreitet werden. TRM ĂŒbertrĂ€gt zudem die beiden Fernsehprogramme Moldova 1 und Moldova International (Moldova TVI). TVR Moldova ist ein rumĂ€nisches Programm fĂŒr Moldawier. Es wurde aufgrund einer Vereinbarung zwischen beiden LĂ€ndern gegrĂŒndet und zeigt ein Vollprogramm mit Sendungen aus beiden LĂ€ndern, in etwa vergleichbar mit 3sat im deutschsprachigen Raum.
Anfang 2014 Ă€uĂerten Vertreter der EU und der OSZE Bedenken zur Pressefreiheit in der Republik Moldau. Hintergrund war das plötzliche Verbot mehrerer oppositioneller Fernsehsender. Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2022, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte die Republik Moldau Platz 40 (âzufriedenstellende Lageâ) von 180 LĂ€ndern.
Die Volksmusik der Republik Moldau ist vom kulturellen Erbe verschiedener Völker seit der Zeit der Daker geprĂ€gt und Ă€hnelt in vielem der Musik RumĂ€niens, in welche durch die Lage am Rand SĂŒdosteuropas slawische Elemente gelangt sind. Die Ăberlieferung innerhalb der im Lauf der Jahrhunderte wenig verĂ€nderten ruralen Kultur lieĂ eigenstĂ€ndige Regionalstile entstehen, in denen EinflĂŒsse der bulgarischen, ungarischen, osmanischen, ukrainischen Musik und der Musik der Roma vorhanden sind. Die Volksmusik steht bis heute groĂteils im Zusammenhang mit jahreszeitlichen Festen und Ăbergangsriten. Eine weitere wesentliche Traditionslinie ist die Musik der Hirten (ciobani), die sich unter anderem im vorherrschenden solistischen Gesang â wĂ€hrend Chorgesang eher selten ist, in der engen Verbindung von Vokal- und Instrumentalmelodien, in der Verwendung bestimmter Musikinstrumente und in einer epischen Liedtradition zeigt.
Die professionellen Volksmusiker sind seit dem frĂŒhen Mittelalter als lÄutari (Singular lÄutar, abgeleitet von der verschwundenen Zupflaute lÄutÄ, von arabisch al-ÊżĆ«d) bekannt. Die Namen mancher lÄutari sind seit dem 15. Jahrhundert ĂŒberliefert. Ihr Ensemble, mit dem sie bei Festen Tanzmusik spielen, heiĂt taraf und besteht aus Flöten (allgemein fluier) und Violinen (vioara) als den fĂŒhrenden Melodieinstrumenten. Als rhythmisches Begleitinstrument tritt hĂ€ufig die Knickhalslaute cobsÄ hinzu. Weitere Instrumente eines taraf-Ensembles sind bei unterschiedlichen Besetzungen Bratsche, Kontrabass, Zymbal (Hackbrett), Klarinette, Nai (Panflöte) und cimpoi (Sackpfeife).
Zur Hirtentradition gehören die solistisch gesungenen Heldenepen, besonders die sehr alte Geschichte des Schafes MioriÈa, die von der Ermordung eines jungen SchĂ€fers erzĂ€hlt. Typische Musikinstrumente der Hirten sind verschiedene Flöten, darunter die LĂ€ngsflöte tilincÄ ohne Fingerlöcher, sowie die Langtrompete trĂąmbiĆŁÄ (entsprechend der ukrainischen trembita), die Sackpfeife und die Maultrommel drĂźmbÄ.
Zu den einstimmigen ChorgesĂ€ngen bei jahreszeitlichen Festen und Familienfeiern gehören die colindÄ in der Weihnachtszeit und die malanca am Vorabend des Neujahrstages. Die Melodien der lyrischen Lieder sind stark ornamentiert und verfĂŒgen im Unterschied zu den melodisch und rhythmisch einfach strukturierten Hirtenliedern ĂŒber einen relativ groĂen Tonumfang von ĂŒber einer Oktave. Zeremonielle und unterhaltende VolkstĂ€nze sind ein wesentlicher Teil der Musikkultur und kommen in ĂŒber 300 namentlich benannten Variationen vor. In ihrer Gestalt und rituellen Funktion stehen sie mit anderen regionalen TĂ€nzen in der Karpatenregion und auf der Balkanhalbinsel in Beziehung.
Die bulgarische Minderheit pflegt eine eigene Volksmusiktradition ihrer ostthrakischen Heimat, in der antiphonale GesÀnge vorkommen. Die Musik der Gagausen enthÀlt die meisten Elemente aus der osmanischen Musik, zu der reich ornamentierte komplexe Melodien und Rhythmen gehören.
Eine der Republik Moldau zuzuordnende klassische Musik entstand Ende des 18. Jahrhunderts, als in den Opern russischer Komponisten Elemente moldauischer Volksmusik auftauchten. Als das östliche Gebiet des FĂŒrstentums Moldau 1812 ein Teil des Russischen Kaiserreichs geworden war, wuchs der Einfluss russischer Komponisten, von denen sich einige in ChiÈinÄu niederlieĂen. Dort wurde 1919, unter rumĂ€nischer Regierung, das Unirea-Konservatorium eingerichtet, die erste höhere Bildungseinrichtung in Bessarabien, welche auch die professionelle Musikausbildung beförderte. Die in den 1930er-Jahren gegrĂŒndeten Sinfonieorchester mussten sich nach einer Zwangspause wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs in der sozialistischen Zeit der sowjetischen Kulturpolitik unterordnen. 1955 wurde in ChiÈinÄu die heutige Nationaloper eröffnet. Die vormals eher kleinen Ensembles wurden zu gröĂeren Orchestern erweitert und man integrierte die moldauischen Volksmusikkomponisten mit dem Auftrag zur kontinuierlichen Produktion neuer Lieder in einen Komponistenverband (Uniunea compozitorilor din Moldova). Volksmusikveranstaltungen und -wettbewerbe in den ĂŒber das ganze Land verteilten KulturpalĂ€sten waren integraler Bestandteil des sozialen Zusammenhalts sowjetischer Kulturpolitik. Nach der UnabhĂ€ngigkeit begann die musikalische RĂŒckbesinnung auf die Volksmusik. Manche wollten die nationale Kultur von auslĂ€ndischen EinflĂŒssen befreien; andere wollten eigene musikalische Elemente mit den Neuerungen der internationalen klassischen Musikszene zu verbinden.
Klassische moldauische Komponisten waren Alexandru Cristea (1890â1942), der Komponist der Nationalhymne Limba NoastrÄ, Ètefan Neaga (1900â1951), Vasile Zagorschi (1926â2003), Zlata Tkach (1928â2006) und Iulia Èibulschi (* 1933). Der Komponist Arkady Luxemburg (* 1939) lebt und arbeitet seit 1995 in Kalifornien.
Die KĂŒche der Republik Moldau ist eng mit der KĂŒche RumĂ€niens (besonders aus der Region Westmoldau) verwandt. Man findet auch EinflĂŒsse der russischen, griechischen und der tĂŒrkischen KĂŒche vor.
Der 1990 neu gegrĂŒndete moldauische FuĂballverband hat eine solide Grundlage fĂŒr den nationalen FuĂball geschaffen. 2006 wurde das 10.500 Zuschauer fassende Zimbru-Stadion neu eröffnet, ein GroĂteil der Ressourcen des Verbandes wurde in die Ausbildung fĂŒr Nachwuchstrainer gesteckt, staatsweite FuĂballakademien sind im Aufbau.
Die Moldauische FuĂballnationalmannschaft belegt (Stand: Februar 2022) Platz 151 der FIFA-Weltrangliste.
Moldauische Sportvereine, die gelegentlich in Wettbewerben auf europÀischer Ebene spielen, sind:
Das Nationale Olympische Komitee der Republik Moldau wurde 1991 gegrĂŒndet und 1993 mit dem LĂ€nderkĂŒrzel MDA vom Internationalen Olympischen Komitee aufgenommen. Seit 1996 nahm die Republik Moldau an vier Olympischen Sommerspielen teil. Zu den Spielen 2024 in Paris entsandte der Staat 26 Athleten. Insgesamt errangen die moldauischen Athleten zehn Medaillen bei Olympischen Spielen.
Special Olympics Moldau wurde 1990 gegrĂŒndet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.
Im Bereich Formationstanzen gehört der moldauische Club DSC Kodryanka Kishinev seit vielen Jahren zur Weltspitze. Der Club wurde mehrmals Europa- und Weltmeister.
Im Rugby (Rugby Union) spielt die Nationalmannschaft in der EM-Gruppe B1 zusammen mit Deutschland, Polen, Tschechien, den Niederlanden und Belgien. Die letzten beiden LÀnderspiele (2010) gegen Polen (36:25) und die Ukraine (28:19) wurden deutlich gewonnen. In der IRB-Rangliste steht die Republik Moldau auf Rang 30. Der Rugby-Verband umfasst sieben Vereine mit 2600 registrierten Spielern.
Aufgrund der wechselhaften Geschichte der Republik Moldau und anderer EinflĂŒsse von auĂen (Handelswege) gibt es viele Einwirkungen auf die GebĂ€udestilistik. In der christlich-orthodox geprĂ€gten Republik Moldau, in der sich Polen, Ăsterreicher und Westukrainer niederlieĂen, gibt es viele Kirchen, die nach römisch-katholischem Vorbild errichtet sind, so die Domkirche des Heiligen Nikolaus in BÄlÈi wie die katholischen Kirchen in Camenca und in ChiÈinÄu. Der Klassizismus des 19. Jahrhunderts beeinflusste die Stile ebenso wie die Arbeiten armenischer Architekten â Kirche der Grablegung in Belgorod am Dnjestr (15. Jahrhundert), die Gottesmutter-Kirche (1803) in ChiÈinÄu und die armenischen Kirchen in BÄlÈi (20. Jahrhundert) und HĂźnceÈti (19. Jahrhundert).
Unter der Herrschaft des osmanischen Imperiums vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurden Kirchen oft heimlich gebaut. Die Kirche der Gewandlegung in CÄuÈeni bildet ein Glanzlicht dieser Zeit. Zum Schutz vor Entdeckung gab man ihr ein unauffĂ€lliges ĂuĂeres. Die Kirche wurde halb in den Boden eingegraben, spĂ€ter sĂ€kularisiert und zu einem Stall umfunktioniert.
Die intensivste GrĂŒndungsperiode in der Geschichte der moldauischen Architektur ist das letzte Viertel des 18. Jahrhunderts. In groĂer Zahl wurden Kirchen, Kathedralen und Klöster gebaut, was auf die Stabilisierung der politischen Situation zurĂŒckzufĂŒhren ist. Russland war im Laufe des gesamten 19. Jahrhunderts bemĂŒht, seinen Einfluss in Bessarabien zu festigen. So war man bestrebt, den russischen Stil in der Kirchenarchitektur durchzusetzen. Das Russische Reich sparte nicht an Geld fĂŒr den Kirchenbau. Angesichts riesiger zur VerfĂŒgung stehender Geldsummen entstanden Perlen der Kirchenarchitektur, wie die Kapelle des MĂ€dchengymnasiums in ChiÈinÄu und das Ensemble auf dem ehemaligen Domplatz mit dem riesigen Kirchendom als Glockenturm.
Viele moldauische Burgen aus dem Mittelalter (historische Gebiete waren z. B. FĂŒrstentum Moldau, Bessarabien) liegen heute auf den Territorien RumĂ€niens und der Ukraine und nur noch wenige auf moldauischem Territorium, besonders zu nennen hier die Burg Soroca und die zur Festung erweiterte Burg Bender (Tighina). Viele kulturhistorisch wertvolle GebĂ€ude befinden sich in der Hauptstadt ChiÈinÄu. Einige davon könnten als Stadtpalais angesehen werden. Die moldauische Denkmalschutzbehörde AIRM weist nahezu 900 BaudenkmĂ€ler aus, darunter 49 HerrenhĂ€user von Bojaren, aber ohne moldauische Burgen, Schlösser, Festungen oder Stadtpalais gesondert aufzulisten.
Regionen (0)| Abk | Name | O |
|---|---|---|
| MD.AN | Anenii Noi | |
| MD.BT | Balti | |
| MD.BA | Basarabeasca | |
| MD.BD | Bender | |
| MD.BR | Briceni | |
| MD.CH | Cahul | |
| MD.CU | Cainari | |
| MD.CA | Calarasi | |
| MD.SD | Camenca | |
| MD.CN | Cantemir | |
| MD.CU | Causeni | |
| MD.CV | Chisinau | |
| MD.CS | Cimislia | |
| MD.CR | Criuleni | |
| MD.DO | Donduseni | |
| MD.DR | Drochia | |
| MD.DB | Dubasari | |
| MD.ED | Edinet | |
| MD.FA | Falesti | |
| MD.FL | Floresti | |
| MD.GA | Gagauzia | |
| MD.GL | Glodeni | |
| MD.DU | Grigoriopol | |
| MD.HI | HĂźncesti | |
| MD.IA | Ialoveni | |
| MD.LE | Leova | |
| MD.NI | Nisporeni | |
| MD.OC | Ocnita | |
| MD.OH | Orhei | |
| MD.RZ | Rezina | |
| MD.RZ | Rezina | |
| MD.RS | RĂźscani | |
| MD.SD | Soldanesti | |
| MD.SO | Soroca | |
| MD.SV | Stefan Voda | |
| MD.ST | Straseni | |
| MD.SI | SĂźngerei | |
| MD.TA | Taraclia | |
| MD.TE | Telenesti | |
| MD.DB | Transnistria | |
| MD.UG | Ungheni |
