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Staat Informationen : Montenegro

Informationen:


Montenegro (montenegrinisch bzw. bosnisch/kroatisch/serbischÂ ĐŠŃ€ĐœĐ° Đ“ĐŸŃ€Đ°/Crna Gora [ˈtÍĄsrÌ©naː ˈɡɔra], albanisch Mali i Zi) ist eine Republik an der sĂŒdöstlichen AdriakĂŒste in SĂŒdosteuropa. Das montenegrinische Staatsgebiet grenzt im Nordwesten an Kroatien (25 km), Bosnien und Herzegowina (225 km) und im Nordosten an Serbien (124,4 km), im SĂŒdosten an den Kosovo (78,6 km) und im SĂŒden an Albanien (172 km). Am 3. Juni 2006 wurde Montenegro erneut unabhĂ€ngig; zuvor hatte es seit 1920 zu Jugoslawien gehört.

Der Balkanstaat ist mit etwa 625.000 Einwohnern und einer FlĂ€che von 13.812 Quadratkilometern einer der kleineren Staaten Europas – etwas kleiner als Schleswig-Holstein. Die Hauptstadt und grĂ¶ĂŸte Stadt ist Podgorica, zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt ist NikĆĄić. Hauptwirtschaftszweige sind der Dienstleistungssektor und der Tourismus, vor allem an der montenegrinischen KĂŒste.

Montenegro ist Mitglied der Vereinten Nationen, der WTO, der OSZE, des Europarates und der NATO. Montenegro ist Beitrittskandidat der EuropÀischen Union; es verwendet den Euro als WÀhrung.

Land

Etymologie

Montenegro, von venetisch montagna negra, bedeutet „Schwarzer Berg“. Die Selbstbezeichnung Crna Gora kann „schwarzes Gebirge“, „schwarzes bewaldetes Gebirge“ oder „schwarzer Wald“ bedeuten.

Geographie

Montenegro ist ein im europĂ€ischen Vergleich relativ dĂŒnn besiedeltes, waldreiches Gebirgsland im sĂŒdöstlichen Teil des Dinarischen Gebirges. Die unzugĂ€nglichen Hochgebirge werden durch steile abweisende Canyons zerteilt. Darunter gilt die Tara-Schlucht als tiefste Schlucht Europas. Daher ist nur das durch zahlreiche Verbreiterungen geprĂ€gte Tal des Lims dichter besiedelt.

Nur im SĂŒdosten wird Montenegro durch Niederungen geprĂ€gt. In der Kryptodepression des Skutarisees und der Niederung der unteren Morača und Cijevna liegen seine fruchtbarsten Gebiete; dort wird unter anderem der landestypische Rotwein Vranac angebaut.

Besondere Bedeutung haben die zahlreichen Poljen. Das Polje von NikĆĄić ist das grĂ¶ĂŸte und am dichtesten besiedelte. Neben den typisch mitteleuropĂ€isch geprĂ€gten Buchen-, Tannen- und FichtenwĂ€ldern Zentralmontenegros, die insbesondere mit ihrem Baumreichtum zu den artenreichsten WĂ€ldern Europas zĂ€hlen (u. a. finden sich in den BergwĂ€ldern Montenegro die endemisch-reliktischen Baumarten Griechischer Ahorn, Schlangenhaut-Kiefer, Rumelische Kiefer und Baum-Hasel), sind auch mediterrane HartlaubwĂ€lder mit Stein- und Mazedonischer Eiche vertreten. Am Skutarisee gibt es typische AuwĂ€lder mit Stieleichen und Weichholzauen. Die UrwĂ€lder der Nationalparks am Durmitor sowie Biogradsko jezero in der Belasica sind RĂŒckzugs- und Lebensraum fĂŒr Raubtiere wie Wolf, BraunbĂ€r und Luchs.

Das Land lĂ€sst sich von SĂŒdwest nach Nordost in drei hauptsĂ€chliche LandschaftsrĂ€ume gliedern:

  • die steil abfallende und durch Buchten (z. B. Bucht von Kotor) gegliederte SteilkĂŒste am Mittelmeer (Adria) mit den historischen mediterranen KĂŒstenorten,
  • das karge und wasserlose Karsthochplateau Altmontenegros (Rudine, Banjani und die Katunska nahija mit dem höchsten KĂŒstengebirge Dalmatiens, dem Orjen mit dem Zubački kabao (1894 m) sowie dem Lovćen). Hier bieten nur wenige Poljen etwas landwirtschaftlich nutzbaren Boden (Grahovo, Cetinje),
  • sowie das durch Canyons (Tara-Canyon, Piva-Canyon) tief zerteilte, abweisende nordmontenegrinische Hochgebirgsland. Hier befinden sich die höchsten Erhebungen Montenegros und des gesamten Dinarischen Gebirges das Prokletijemassiv mit der höchsten Erhebung des Landes, dem Zla Kolata (2534 m) sowie das Durmitor-Massiv mit dem Bobotov Kuk (2522 m). Als einzigem Gebirge der Balkanhalbinsel halten sich im Durmitor (Gletscher Debeli namet) und insbesondere im Prokletije (Jezerce Spitze, Zla Kolata, Karanfil) noch ganzjĂ€hrig zahlreiche Firnfelder und kleinere Gletscher (maximal bis 350 m lang und 300 ha Ausdehnung). In den pleistozĂ€nen Kaltphasen war Montenegro das am stĂ€rksten vergletscherte Gebiet SĂŒdeuropas. Neue QuartĂ€rforschungen zu geologischen Ereignissen wĂ€hrend der Eiszeit in den SĂŒdostdinariden haben eine schon frĂŒher vermutete massive Vergletscherung Montenegros wĂ€hrend der Mindel-Eiszeit belegt. Selbst im subadriatischen Orjen wurde fĂŒr die Mindel-Epoche ein Eisschild von bis zu 400 m MĂ€chtigkeit und das Vorhandensein zahlreicher Auslassgletscher, die bis zum Rand der Bucht von Kotor an der AdriakĂŒste reichten, belegt. Als Ergebnis der Großvergletscherung sind die Hochgebirge Montenegros typischerweise von Formen der Glazialmorphologie wie Glazialseen, MorĂ€nen, TrogtĂ€lern, SteilwĂ€nden und Karlingen geprĂ€gt. Bis heute sind sie auch ein RĂŒckzugsgebiet der Eiszeitflora wie den eiszeitlichen Relikten Silberwurz (Dryas octopetala) und Edelweiß (Leontopodium alpinum). Das Vorkommen von Dryas wurde selbst noch auf der Bijela gora unweit der AdriakĂŒste belegt, in dem sonst ĂŒberwiegend mediterrane Hochgebirgspflanzen vorgefunden werden.

Bevölkerung

Ethnien

Die Bevölkerung Montenegros ist wie die vieler Staaten SĂŒdosteuropas multiethnisch. Bei der VolkszĂ€hlung 2011 bezeichneten sich 278.865 Personen oder 44,98 % der Bevölkerung als Montenegriner, 178.110 oder 28,73 % als Serben, 53.605 oder 8,65 % als Bosniaken, 30.439 oder 4,91 % als Albaner, 20.537 oder 3,31 % als Muslime (im ethnischen Sinn), 6251 oder 1,01 % als Roma, 6021 oder 0,97 % als Kroaten und 47.513 oder 7,68 % gaben eine andere oder keine NationalitĂ€t an bzw. gaben gar keine Daten an.

Die Serben stellen die Bevölkerungsmehrheit besonders in Gebieten im Norden Montenegros an der Grenze zu Serbien sowie an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. In der KĂŒstenstadt Herceg Novi stellen sie die Bevölkerungsmehrheit. Die Bosniaken und die Slawischen Muslime leben vor allem im Nordosten, um Plav und RoĆŸaje im DreilĂ€ndereck von Serbien, dem Kosovo und Albanien. Eine weitere Minderheit bilden die Albaner, die vor allem in den Gebieten lĂ€ngs der Grenze zu Albanien und zum Kosovo leben. In der Gemeinde Ulcinj stellen sie die Bevölkerungsmehrheit mit 71 Prozent (VolkszĂ€hlung 2011).

Des Weiteren leben in Montenegro Heimatvertriebene, die in der VolkszĂ€hlung nicht berĂŒcksichtigt sind, weil sie den FlĂŒchtlingsstatus haben. Dabei handelt es sich um 6.926 meist serbische FlĂŒchtlinge aus Bosnien und Herzegowina und 16.137 FlĂŒchtlinge aus dem Kosovo (meist Roma und Serben).

Die Lebenserwartung in Montenegro betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 laut UN 76,4 Jahre (MĂ€nner: 74,0 Jahre, Frauen: 78,8 Jahre).

Sprachen

Die Amtssprachen Montenegros sind laut der Verfassung vom 19. Oktober 2007 Montenegrinisch, Serbisch, Bosnisch, Albanisch und Kroatisch. Artikel 11 des am 11. Mai 2006 verabschiedeten Minderheitengesetzes erlaubt dagegen die Verwendung von Minderheitensprachen als Amtssprachen nur in Gemeinden, in denen die betreffende Minderheit die Bevölkerungsmehrheit oder einen bedeutenden Teil der Bevölkerung stellt, was den montenegrinischen Behörden einen gewissen Spielraum bietet. Das 2002 beschlossene Minderheitengesetz des Staatenbundes Serbien und Montenegro schrieb dagegen vor, dass der Anteil einer Minderheit an der Gesamtbevölkerung einer Gemeinde mindestens 15 Prozent nach der letzten VolkszĂ€hlung betragen mĂŒsse, um ihre Sprache als Amtssprache auf Gemeindeebene anzuerkennen.

Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet sind in Gebrauch. Besonders in den touristischen KĂŒstenregionen wird die kyrillische zunehmend von der lateinischen Schrift abgelöst.

Hinsichtlich des Namens der Sprache gibt es ebenso wie hinsichtlich der NationalitÀtenbezeichnung unterschiedliche Meinungen unter der Bevölkerung. In der VolkszÀhlung von 2011 gaben 42,9 Prozent der Bevölkerung Serbisch und 37,0 Prozent Montenegrinisch als ihre Muttersprache an. Bosnisch und Albanisch machten als Muttersprache je 5,3 Prozent aus.

GemĂ€ĂŸ einer Umfrage von 2014, an der 1001 Menschen beteiligt waren, nannten die Befragten die von ihnen gesprochene Sprache wie folgt:

  • 41,1 % Montenegrinisch
  • 39,1 % Serbisch
  • 11,5 % Montenegrinisch und Serbisch (selbe Sprache, egal wie sie genannt wird)
  • 3,7 % Bosnisch
  • 3,5 % Serbokroatisch
  • 1,1 % Kroatisch

Religionen

72 Prozent der Einwohner Montenegros gehören der serbisch-orthodoxen Kirche an, deren Metropolit Amfilohije Radović ist. (→ Liste der Bischöfe von Montenegro) Daneben existiert noch die 1993 gegrĂŒndete ökumenische und von der orthodoxen Kirche kanonisch nicht anerkannte autokephale Kirche Montenegros. Neben den orthodoxen GlĂ€ubigen gibt es eine rund 16 Prozent der Bevölkerung umfassende muslimisch-sunnitische Minderheit und vor allem in den KĂŒstenstĂ€dten einige Tausend Katholiken, vorwiegend Kroaten und Albaner. Die Angehörigen verschiedener protestantischer Gemeinschaften zĂ€hlen jeweils weniger als 1000 Mitglieder. Seit Anfang 2012 gilt das Judentum als vierte offizielle Religion des Landes. Es gibt eine jĂŒdische Gemeinde mit etwa zweihundert Mitgliedern.

Bevölkerungsentwicklung

Quelle: UN

Geschichte

Als FĂŒrstentum und Königreich

Vom Ende des 15. Jahrhunderts an residierten in Cetinje die FĂŒrsten aus der Familie Crnojević. Ab 1516 regierten FĂŒrstbischöfe (Vladika) das FĂŒrstbistum Montenegro. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren sie sowohl das geistliche als auch das weltliche Oberhaupt der Montenegriner. Große Teile des heutigen Montenegro gehörten bis 1878 zumindest formal zum Osmanischen Reich. Mit den BeschlĂŒssen des Berliner Kongresses entstand das international anerkannte unabhĂ€ngige FĂŒrstentum Montenegro, das 1910 zum Königreich Montenegro aufgewertet wurde. Der seit 1860 als FĂŒrst regierende König Nikola stand bei Beginn des Ersten Weltkriegs im Sommer 1914 auf Seiten Serbiens und damit der Entente. Im Januar 1916 eroberte Österreich-Ungarn in einem kurzen Feldzug Montenegro, worauf eine zweijĂ€hrige Besetzungszeit folgte.

Gliedstaat Jugoslawiens

Als die MittelmĂ€chte im Herbst 1918 zusammenbrachen und der Erste Weltkrieg endete, wurde der König durch Beschluss der Nationalversammlung im November 1918 gestĂŒrzt und Montenegro in das neu entstandene Königreich Jugoslawien eingegliedert, zunĂ€chst als Provinz Montenegro, ab 1929 als Teil der Banschaft Zeta. Im Zweiten Weltkrieg wurde Montenegro nach der militĂ€rischen Zerschlagung Jugoslawiens durch deutsche Truppen ab 1941 als italienischer Marionettenstaat UnabhĂ€ngiger Staat Montenegro wiedererrichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Montenegro (jetzt unter Einschluss des Gebietes um die Bucht von Kotor, aber ohne das ab 1913 kurzzeitig zu Montenegro gehörende Gebiet um die Stadt Peć im Kosovo) eine der sechs Teilrepubliken der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Die Verfassung Jugoslawiens, zu dem Montenegro damals gehörte, von 1946 garantierte erstmals die volle rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Geschlechter, auch das Frauenwahlrecht.

Weg zur UnabhÀngigkeit

Das im Jahr 1992 nach dem Austritt Kroatiens und Sloweniens aus dem Staatsverbund abgehaltene Referendum ĂŒber den zukĂŒnftigen Status Montenegros entschied ĂŒber den Verbleib Montenegros in der Bundesrepublik Jugoslawien. Dabei sprachen sich 95,65 % oder 266.273 WĂ€hler fĂŒr einen Verbleib in Jugoslawien und 3,14 % oder 8.755 WĂ€hler fĂŒr eine Loslösung aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,04 % oder 278.382 von insgesamt 421.529 Wahlberechtigten.

Nach den Jugoslawienkriegen in den 1990er Jahren wuchsen die Differenzen zwischen Montenegro und Serbien, weil die Bevölkerung Montenegros die Isolation und die Last des Krieges nicht mehr mittragen wollte. Die Regierung des seit Anfang der 1990er Jahre regierenden Premiers Đukanović strebte eine Ablösung von Serbien an. Nur auf Druck der EuropĂ€ischen Union sah Montenegro 2002 noch einmal von der Sezession ab und einigte sich mit Serbien auf die GrĂŒndung eines losen Verbundes zweier eigenstĂ€ndiger Staaten namens Serbien und Montenegro.

Mit Bezug auf die Jugoslawienkriege hat sich der damalige montenegrinische PrĂ€sident Milo Đukanović mehrmals fĂŒr die Teilnahme montenegrinischer Soldaten am Kroatienkrieg entschuldigt. Im Jahr 2005 wurden erste Zahlungen als EntschĂ€digung fĂŒr PlĂŒnderungen und VerwĂŒstungen in Kroatien vereinbart (siehe auch: Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens).

Am 21. Mai 2006 wurde schließlich eine Volksabstimmung ĂŒber die UnabhĂ€ngigkeit des Staates Montenegro abgehalten. Darauf hatten sich die Regierung und die Opposition nach lĂ€ngerem Streit geeinigt. Zuletzt nahmen beide den Vorschlag der EU an, der eine 55-Prozent-Mehrheit der Wahlbeteiligten bei einer Wahlbeteiligung von mindestens 50 Prozent fĂŒr eine UnabhĂ€ngigkeit erforderlich machte. Bei einer Wahlbeteiligung von 86,39 % oder 419.240 von insgesamt 485.280 im Jahr 2006 eingetragenen Wahlberechtigten wurde die notwendige 55-Prozent-Mehrheit mit einem Ergebnis von 55,49 % (230.661) knapp ĂŒberschritten. 44,51 % oder 185.002 votierten mit Nein und waren fĂŒr den Verbleib Montenegros an der Seite von Serbien in der Staatenunion Serbien und Montenegro.

Wahlbeobachter der OSZE bezeichneten die gesetzlichen Rahmenbedingungen fĂŒr den Ablauf des Referendums als „weitgehend ĂŒbereinstimmend mit internationalen Standards fĂŒr WahlvorgĂ€nge“. Die Opposition bemĂ€ngelte jedoch, dass das Wahlrecht mit dem Hauptwohnsitz des potenziellen WĂ€hlers verknĂŒpft war, wodurch etwa 250.000 Montenegriner mit stĂ€ndigem Wohnsitz in Serbien vom Referendum ausgeschlossen waren, bei insgesamt lediglich 484.718 registrierten WĂ€hlern.

Kroatien und die UNO gratulierten bereits am Tag nach der entscheidenden Wahl Montenegro zur UnabhĂ€ngigkeit. Am 3. Juni 2006 wurde diese durch die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung des montenegrinischen Parlaments vollzogen. Die Republik Serbien erkannte als Rechtsnachfolgestaat von Serbien und Montenegro am 15. Juni 2006 Montenegro als unabhĂ€ngigen Staat an, bereits am 5. Juni 2006 hatte sich Serbien selbst formal fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rt.

Weg der euro-atlantischen Integration

Seit der UnabhĂ€ngigkeit bemĂŒht sich Montenegro um die Aufnahme in die EuropĂ€ische Union. Als erster Schritt wurde dazu am 15. Oktober 2007 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU unterzeichnet. Am 15. Dezember 2008 wurde offiziell die Bewerbung um eine EU-Mitgliedschaft durch den montenegrinischen Premierminister Milo Đukanović in BrĂŒssel eingereicht.

Nachdem im November 2010 die EuropĂ€ische Kommission die Voraussetzungen als erfĂŒllt bestĂ€tigt hatte, beschlossen am 17. Dezember 2010 die europĂ€ischen Staats- und Regierungschefs, Montenegro den Kandidatenstatus zu verleihen. In ihrem jĂ€hrlichen Fortschrittsbericht zu den KandidatenlĂ€ndern vom 12. Oktober 2011 schlug die EU-Kommission vor, Beitrittsverhandlungen mit Montenegro aufzunehmen. FĂŒr einen EU-Beitritt mĂŒsse Montenegro seine Reformen vorantreiben, die Pressefreiheit stĂ€rken und sich um bessere Zusammenarbeit in der Balkan-Region bemĂŒhen. Insbesondere der Status des Kosovo mĂŒsse einheitlich bewertet werden. Am 26. Juni 2012 wurde die Aufnahme konkreter Beitrittsverhandlungen durch den EuropĂ€ischen Rat beschlossen, die drei Tage spĂ€ter offiziell aufgenommen wurden. Die EuropĂ€ische Kommission hĂ€lt (Stand Februar 2018) einen Beitritt bis 2025 fĂŒr möglich.

Außerdem bemĂŒhte sich Montenegro um Aufnahme in die NATO. Im April 2008 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitgliedstaaten auf ihrem Gipfeltreffen in Bukarest Beitrittsverhandlungen mit Montenegro aufzunehmen. Am 3. Dezember 2009 erklĂ€rten die Außenminister der NATO-Mitgliedstaaten bei ihrem Treffen in BrĂŒssel Montenegro offiziell zum Beitrittskandidaten; sie nannten dabei noch kein mögliches Beitrittsdatum. Die NATO erklĂ€rte auf ihrem Gipfeltreffen 2014 in Wales, spĂ€testens Ende 2015 ĂŒber einen Beitritt zu entscheiden. Am 2. Dezember 2015 lud die NATO Montenegro offiziell dazu ein, ihr beizutreten. Das Beitrittsprotokoll wurde am 19. April 2016 unterzeichnet; am 5. Juni 2017 wurde Montenegro der 29. Mitgliedsstaat der NATO. Noch am 16. Oktober 2016 war in Podgorica eine bewaffnete Gruppe von Serben und Russen in das GebĂ€ude der Regierung eingedrungen; 2019 erhielten die Angreifer Haftstrafen bis zu 15 Jahren. Nach dem NATO-Beitritt von Albanien und Kroatien war Montenegro das einzige nicht NATO-gebundene Land an der Adria und deshalb fĂŒr Russland strategisch wichtig.

Politik

Im Demokratieindex 2019 belegt Montenegro Platz 84 von 167 LĂ€ndern, womit es als ein „Hybridregime“, d. h. als Staat, dessen politisches System sowohl demokratische als auch autoritĂ€re Elemente enthĂ€lt, gilt. Als Probleme gelten Korruption und die Unterwanderung der Politik durch kriminelle Strukturen.

Administrative Gliederung

Montenegro ist in 24 Gemeinden (opĆĄtine, Sg. opĆĄtina) gegliedert, wobei NikĆĄić nach FlĂ€che und Podgorica nach Bevölkerung die grĂ¶ĂŸten sind.

Siehe auch: Liste der Gemeinden Montenegros

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

  • Podgorica – Hauptstadt; 143.718 Einwohner (2008)
  • NikĆĄić – 58.649 Einwohner (2008)
  • Pljevlja – 21.337 Einwohner (2003)

Wahlen

Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen im Oktober 2002 ging das BĂŒndnis „Demokratische Liste fĂŒr ein europĂ€isches Montenegro“, welches von der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten Montenegros (DPS) angefĂŒhrt wurde, als Sieger hervor. Es erhielt knapp 48 % der Stimmen und damit die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament von Montenegro. Die Sozialistische Volkspartei (SNP), die sich fĂŒr die Beibehaltung des StaatsbĂŒndnisses mit Serbien aussprach, kam mit ihrem BĂŒndnis „Koalition fĂŒr VerĂ€nderungen“ auf gut 38 %.

Am 12. Juli 2004 beschloss die montenegrinische Regierung die bisherige Flagge Montenegros durch eine traditionelle auszutauschen, sowie die EinfĂŒhrung der neuen Nationalhymne Oj svijetla majska zoro. Der Text der neuen Hymne, der fĂŒr Kontroversen sorgt, stammt von Sekula Drljević und wurde 1937 verfasst.

Spitzenpolitiker der regierenden Partei DPS plĂ€dierten seit langem fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit Montenegros, was von Serbien und der EuropĂ€ischen Union abgelehnt wurde. Auf massiven Druck der EU kam im Jahre 2003 eine Einigung zustande, der zufolge Montenegro bis 2006 in einem gemeinsamen Staatenbund mit Serbien verbleiben sollte, dann aber eine Volksabstimmung ĂŒber die Auflösung des Staatenbundes abhalten könne.

Am 10. September 2006 fanden die ersten Parlamentswahlen nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung statt, die die Koalition von DPS (33 Sitze, Demokratische Partei der Sozialisten)/SDP (fĂŒnf Sitze, Sozialdemokratische Partei)/BP (drei Sitze, Bosniakische Partei)/LDP (drei Sitze, albanische Partei) mit 44 der insgesamt 80 Parlamentssitze fĂŒr sich entscheiden konnte. Auf die Oppositionsparteien entfielen: Serbische Liste mit SNS (Serbische Volkspartei), SRS (Serbische Radikale Partei, Vojislav Ć eĆĄelj), DSJ (Demokratische Einheitspartei) und NSS CG (Volkssozialistische Partei Montenegros) zwölf Parlamentssitze. SNP (Sozialistische Volkspartei) acht Sitze, Listenvereinigung NS (Volkspartei) und DSS (Demokratisch-Serbische Partei) drei Sitze, PZP (Bewegung fĂŒr VerĂ€nderungen) – NebojĆĄa Medojević elf Sitze, Demokratischer Bund der Montenegriner und Albanische Alternative verfĂŒgen ĂŒber jeweils einen Sitz. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 70 %.

Am 19. Oktober 2007 wurde erstmals seit 1905 wieder eine Verfassung fĂŒr einen unabhĂ€ngigen montenegrinischen Staat beschlossen und drei Tage darauf feierlich verkĂŒndet. Ihr Beschluss war einer der wichtigsten Punkte, die dem Balkanstaat von europĂ€ischer Seite fĂŒr eine weiterfĂŒhrende Integration in die euro-atlantischen Strukturen auferlegt worden war. Sie regelt nicht nur den Gebrauch der Amtssprachen, sondern entflechtet auch die Probleme um die doppelte Staatsangehörigkeit der Bewohner zu Montenegro bzw. Serbien.

Am 6. April 2008 fanden die ersten PrĂ€sidentschaftswahlen seit der UnabhĂ€ngigkeit statt. Wahlsieger wurde der bisherige Amtsinhaber Filip Vujanović. Er wurde am 7. April 2013 wiedergewĂ€hlt.

In der Parlamentswahl vom 16. Oktober 2016 wurde die regierende DPS erneut stĂ€rkste Kraft, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit klar. Am 29. November 2016 trat die neue Regierung Marković zusammen.

PrÀsidenten

(Amtssitz in Cetinje)

  • Momir Bulatović (Dezember 1990 bis Januar 1998)
  • Milo Đukanović (Januar 1998 bis November 2002)
    • Filip Vujanović (geschĂ€ftsfĂŒhrend; November 2002 bis Mai 2003)
    • Rifat Rastoder und Dragan Kujović (geschĂ€ftsfĂŒhrend; Mai 2003)
  • Filip Vujanović (Mai 2003 bis Mai 2018)
  • Milo Đukanović (seit Mai 2018)

Premierminister

  • Milo Đukanović (Februar 1991 bis Februar 1998)
  • Filip Vujanović (Februar 1998 bis Januar 2003)
  • Milo Đukanović (Januar 2003 bis November 2006)
  • Ćœeljko Ć turanović (November 2006 bis Februar 2008)
  • Milo Đukanović (Februar 2008 bis Dezember 2010)
  • Igor LukĆĄić (Dezember 2010 bis Dezember 2012)
  • Milo Đukanović (Dezember 2012 bis November 2016)
  • DuĆĄko Marković (November 2016 bis Dezember 2020)
  • Zdravko Krivokapić (seit Dezember 2020)

Staatshaushalt

Die Staatsverschuldung betrug 2009 ca. 1,66 Mrd. US-Dollar oder 36 % des BIP.

2011 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Bildung: 4,3 %
  • Gesundheit: 9,1 % (2010)
  • MilitĂ€r: 1,9 %

Sicherheit

MilitÀr

Die montenegrinischen StreitkrĂ€fte bestehen aus dem Heer, der Marine und der Luftwaffe. Die Montenegrinische Armee ist im Mai 2006 aus dem in Podgorica stationierten Armeekorps der gemeinsamen Serbisch-Montenegrinischen Armee hervorgegangen. Die gemeinsame Marine wurde von Montenegro ĂŒbernommen, soll aber zu einer kleinen KĂŒstenwache reduziert werden. Die Montenegrinische Armee verfĂŒgt ĂŒber 61 T-55 Panzer, die aus KostengrĂŒnden stillgelegt worden sind, und ca. 300 ArtilleriegeschĂŒtze. Die PersonalstĂ€rke liegt bei 6500, weitere KĂŒrzungen sind zu erwarten. Die deutsche Bundeswehr bildet u. a. auch montenegrinisches MilitĂ€r aus.

Polizei

Die Polizei Montenegros wurde mit dem Zerfall Jugoslawiens durch die montenegrinische Regierung zu einem paramilitĂ€rischen Ersatzheer ausgebaut. Die Zahl der Polizisten war noch im FrĂŒhjahr 1999 von 10.000 auf 15.000 Mann erhöht worden. Heute hat die von einer Polizeidirektion (Uprava policije) in Podgorica geleitete Zivilpolizei in Montenegro ca. 5200 Mitarbeiter.

KriminalitÀt

Montenegro galt seit den 1990er Jahren unter anderem als Zentrum des internationalen Zigarettenschmuggels. Die Opposition sieht in den Verwicklungen des ehemaligen MinisterprĂ€sidenten Ðukanović in den Schmuggel einen Grund fĂŒr dessen UnabhĂ€ngigkeitskampagne. DiesbezĂŒglich stellte sich der Premierminister Montenegros Milo Đukanović nach seinem erneuten Amtsantritt Ende MĂ€rz 2008 freiwillig den ermittelnden Beamten in Bari in Italien. Die Befragung umfasste etwa 80 Fragen. Eine Einigung mit dem Gericht in Bari, die der freiwilligen Beantwortung der Fragen durch Đukanović vorausgegangen war, verhindert die Veröffentlichung des Inhalts der Befragung. Die Befragung hĂ€tte schon im Sommer zuvor im Jahr 2007 stattfinden sollen, wurde jedoch erst Ende MĂ€rz nach der Wiederernennung Milo Đukanovićs zum Premier, nachdem sein Parteikollege wegen Krankheit nach nur einem Jahr ausscheiden musste, durchgefĂŒhrt.

Noch heute beschĂ€ftigen Montenegro zunehmend Schmuggel von Narkotika, Zigaretten, Waffen, Menschen, gestohlene Fahrzeuge aus der EU und unaufgeklĂ€rte Auftragsmorde der organisierten KriminalitĂ€t. Ein Beispiel hierfĂŒr ist der unaufgeklĂ€rte Mord an DuĆĄko Jovanović, Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung Dan, der in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai 2004 erschossen wurde. Die Verhandlung gegen einen HauptverdĂ€chtigen wurde Ende 2006 aus Mangel an Beweisen ausgesetzt.

Im Zusammenhang mit der Ermordung von DuĆĄko Jovanović sowie der Ermordung der hohen PolizeifunktionĂ€re Goran Ćœugić und Darko Beli Rapopović wurde der leitende Untersuchungsbeamte Slavoljub Ơćekić am 30. August 2005 ermordet. Ermittlungen fĂŒhrten bisher zu keiner Spur, eine Anklage gegen denselben VerdĂ€chtigen wie im Mordfall DuĆĄko Jovanović wurde mangels Beweisen fallengelassen.

Weiterhin bemĂ€ngeln die EU und andere internationale Organisationen die erdrĂŒckende Korruption im zudem fĂŒr das kleine Land unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig großen, seit den 1990er Jahren nicht restrukturierten Staatsapparat. Laut dem jĂ€hrlich von Transparency International erhobenen Korruptionswahrnehmungsindex rangierte Montenegro 2015 auf Platz 61 (von 167) und teilte sich damit diese Position sowohl mit SĂŒdafrika als auch mit EU-GrĂŒndungsmitglied Italien Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index) von Transparency International lag Montenegro 2016 von 176 LĂ€ndern zusammen mit Oman, SĂŒdafrika, Senegal und Suriname auf dem 64. Platz, mit 45 von maximal 100 Punkten.

Am 11. September 2006 meldeten die Medien die zwei Tage zuvor in der Polizeiaktion Adlerflug (Orlov let) erfolgte Verhaftung von 15 Mitgliedern einer terroristischen und kriminellen Organisation, die ebenso in Albanien und dem Kosovo operierte, in der mehrheitlich von Albanern bewohnten Gemeinde Tuzi. Im folgenden Prozess wurde sie zu insgesamt 51 Jahren Haft verurteilt. Neben den Verhaftungen wurde in mehreren Verstecken in Höhlen und Erdgruben in der Gemeinde Tuzi eine große Menge an Handfeuerwaffen samt Munition, Handgranaten, PanzerfĂ€usten und Antipanzerminen sichergestellt. 2010 wurde der Unterschlupf fĂŒr den DrogenhĂ€ndler Darko Ć arić, welcher in Serbien flĂŒchtig ist, ausgehoben.

Menschenrechte

Die organisierte KriminalitĂ€t stellt das grĂ¶ĂŸte Menschenrechtsproblem in Montenegro dar.

Als Montenegro der Status eines offiziellen EU-Beitrittskandidaten 2010 verliehen wurde, wies die EuropĂ€ische Kommission darauf hin, es bestehe weiterhin die Notwendigkeit, das organisierte Verbrechen zu bekĂ€mpfen, die Situation der Vertriebenen zu verbessern und das Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung zu gewĂ€hrleisten. Amnesty International schĂ€tze die Menschenrechtslage 2011 immer noch als problematisch ein: Journalisten und einige Nichtregierungsorganisationen (NGO) waren von EinschĂŒchterungen betroffen. Angehörigen der Roma werden nach wie vor soziale und wirtschaftliche Rechte vorenthalten. Allerdings sei die strafrechtliche Verfolgung von Kriegsverbrechen im Gange.

Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung

Journalisten und einige NGOs waren und sind laut Amnesty International Drohungen und EinschĂŒchterungsversuchen ausgesetzt. 2010 strengten Regierungsvertreter Verleumdungsklagen gegen Journalisten an, die zur Verurteilung derselben zu hohen Geldstrafen fĂŒhrten. In einigen FĂ€llen lagen diese ĂŒber der gesetzlichen Höchstgrenze von 14.000 Euro. Im Juni 2010 wurden ErgĂ€nzungen zum Gesetz ĂŒber die Informationsfreiheit von der Regierung eingebracht. Diese schrĂ€nken nach Ansicht von NGOs und Journalisten sowohl das Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung als auch den Zugang zu Informationen ein. Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Montenegro Platz 106 von 180 LĂ€ndern. Bei der Situation der Pressefreiheit im Land gibt es laut der Nichtregierungsorganisation „erkennbare Probleme“.

Im Oktober 2010 lehnte es die GeneralstaatsanwĂ€ltin ab, die Menschenrechtsorganisation Human Rights Action ĂŒber den Fortgang von 14 strafrechtlichen Verfahren zu informieren, nach denen die Organisation sich erkundigt hatte. Dazu zĂ€hlten auch die Morddrohungen gegen Aleksandar Zekovic, einem Mitglied des Komitees zur Kontrolle der Polizei durch die BĂŒrger.

Minderheitenschutz

Angehörigen der Roma werden soziale und wirtschaftliche Rechte vorenthalten. Da angemessene UnterkĂŒnfte fehlten, leben viele von ihnen unter prekĂ€ren Bedingungen. Im Oktober 2010 kamen zwei Roma-MĂ€dchen in einer provisorischen Siedlung auf einer MĂŒllkippe bei Lovanja ums Leben, als ihr aus Dachpappe gebautes Haus Feuer fing.

Im Juli 2010 wurde ein Antidiskriminierungsgesetz verabschiedet, das unter anderem Klauseln zum Schutz von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender-Personen enthÀlt. Das Gesetz war Ende 2010 noch nicht in Kraft getreten.

Wirtschaft

Die Dienstleistungsbranche erwirtschaftete 2011 mit 88 % den mit Abstand grĂ¶ĂŸten Anteil am BIP (bzw. 73 % der BeschĂ€ftigten), gefolgt von der Industrie mit 11 % (bzw. 23 %) und dem Agrarsektor mit 1 % (bzw. 6 % der BeschĂ€ftigten).

Zu den wichtigsten BodenschĂ€tzen zĂ€hlen Bauxit (Hauptexportgut), Eisenerz und Braunkohle; in der Industrie gehören die Tabak-, Aluminium- und Salzverarbeitung zu den bedeutenden Produktionszweigen. In der Landwirtschaft werden vor allem GemĂŒse, Getreide, Kartoffeln, Tabak, Wein, ZitrusfrĂŒchte, Oliven und Feigen angebaut.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Montenegro Platz 77 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 83 von 180 LĂ€ndern.

WĂ€hrung

Im Jahr 1999 wurde als WĂ€hrung die Deutsche Mark eingefĂŒhrt. Im Zuge der Umstellung der Deutschen Mark auf den Euro wird seit 2002 als LandeswĂ€hrung der Euro verwendet. Da das Land nicht an der EuropĂ€ischen WĂ€hrungsunion teilnimmt, hat es nicht das Recht, eigene EuromĂŒnzen zu prĂ€gen.

Ende 2005 wurden erstmals seit 1913 wieder eigene Briefmarken herausgegeben.

Tourismus

Der Tourismus spielt in Montenegro eine entscheidende Rolle. 21 % des Bruttoinlandsproduktes werden durch ihn erwirtschaftet. Montenegro ist laut World Travel & Tourism Council (WTTC) weltweit seit Jahren unter den drei wachstumsstÀrksten ReiselÀndern.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 1,63 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,56 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 1,7 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 71,3 % des BIP.

Infrastruktur

Eisenbahn

Normalspurstrecken

Durch Montenegro verlĂ€uft von Norden ĂŒber Podgorica bis zum wichtigsten montenegrinischen Hafen Bar die fĂŒr den Balkan wichtige Bahnstrecke Belgrad–Bar. Es handelt sich um eine ĂŒberwiegend eingleisige Strecke, die durchgehend elektrifiziert ist. Sie wurde erst im Jahre 1976 durchgehend in Betrieb genommen und gilt als eine der spektakulĂ€rsten Gebirgsbahnen mit zahlreichen Tunneln und BrĂŒcken, darunter das Mala-Rijeka-Viadukt, die mit 198 Metern Höhe ĂŒber Grund höchsten EisenbahnbrĂŒcke Europas und zweithöchsten der Welt.

Außerdem fĂŒhren zwei weitere Strecken von Podgorica aus nach NikĆĄić beziehungsweise ĂŒber Shkodra nach Tirana (Albanien).

Betreiber der montenegrinischen Eisenbahnen ist die Ćœeljeznica Crne Gore (ĆœCG).

Schmalspurstrecken

FrĂŒher existierte eine Schmalspurverbindung von NikĆĄić ĂŒber Trebinje (Bosnien und Herzegowina) zur Bahnstrecke Sarajevo–Mostar–Ploče. Es bestehen Überlegungen, die Verbindung in Normalspur wiederherzustellen.

Die ebenfalls nicht mehr betriebene Antivari-Bahn war die erste Bahnstrecke Montenegros. Sie war eine Schmalspurbahn (750 mm Spurweite) von Bar (ital. Antivari) am Adriatischen Meer nach Virpazar am Skutarisee.

Flugverkehr

Im Land existieren zwei internationale FlughÀfen, der Flughafen Podgorica und der Flughafen Tivat.

Die einzige in Montenegro beheimatete Linienfluggesellschaft, die Montenegro Airlines, wurde Ende 2020 liquidiert.

Schiffsverkehr

Das Land hat in Bar einen bedeutenden Seehafen. Von hier verkehren mehrmals wöchentlich FÀhren nach Bari und Ancona in Italien.

Um die Fahrtzeit um die Bucht von Kotor zu verkĂŒrzen, gibt es zwischen den Ortschaften Kamenari und Lepetane eine mehrmals tĂ€glich verkehrende FĂ€hrverbindung.

Straßenverkehr

2005 wurde mit dem 4,1 Kilometer langen Sozina-Straßentunnel (mautpflichtig) eine wichtige Verbindung zwischen Podgorica und Sutomore (sĂŒdliche KĂŒstenregion zwischen Budva und Bar) geschaffen, womit die Fahrzeit um etwa eine halbe Stunde reduziert wurde (wobei die Anfahrt ĂŒber die KĂŒstenstraße durch Stauungen sehr zeitintensiv sein kann). Von einer Ă€hnlichen Situation kann auch der Flughafen Tivat dank dem Vrmac-Tunnel profitieren. Diese zwei Projekte kommen vor allem dem Tourismus zugute, verbessern aber auch die Anbindung des KĂŒstengebietes an die Hauptstadt Podgorica. Außerdem ist mit der Verige-BrĂŒcke eine Querung der Bucht von Kotor geplant.

Das Land verfĂŒgt noch ĂŒber keine Autobahnen, es befinden sich aber drei Strecken in der Planungsphase, die Autobahn Bar–Boljare als Verbindung mit Serbien, die Autobahn Grahovo–BoĆŸaj als montenegrinischer Teil der Adriatisch-Ionischen Autobahn und die Autobahn Andrijevica–Čakor als Verbindung zum Kosovo. Außerdem sollen zwei Schnellstraßen-Verbindungen, die Schnellstraße Herceg Novi–Ulcinj und die Schnellstraße PluĆŸine–Podgorica, verwirklicht werden.

Vom 15. Juli 2008 bis 31. Dezember 2011 war es nötig, die UmweltgebĂŒhr Eko Naknada in Form einer Vignette zu entrichten. Die Vignette fĂŒr diese De-facto-Maut war zwölf Monate ab dem Kaufdatum gĂŒltig und kostete zum Beispiel fĂŒr PKW 10 Euro.

Kultur

Als grĂ¶ĂŸter Dichter Montenegros wird immer wieder FĂŒrst Petar II. Petrović-NjegoĆĄ genannt. Dieser wird mit einem Mausoleum auf dem Berg Lovćen bis heute hoch verehrt.

Sport

Am 25. Januar 2007 wurde Montenegro als 53. Mitglied in den europĂ€ischen Fußballverband UEFA und am 31. Mai 2007 in die FIFA aufgenommen. Die Aufnahme in die EuropĂ€ische Handballföderation erfolgte am 7. August 2006.

Hohes Ansehen genießt in Montenegro die Sportart Wasserball, die vornehmlich in kleinen KĂŒstenorten gespielt wird. Bei ihrer ersten Teilnahme an einer Europameisterschaft gewann die Nationalmannschaft in MĂĄlaga am 13. Juli 2008 nach VerlĂ€ngerung mit 6:5 gegen Serbien den Titel.

Die Frauen-Handballnationalmannschaft holte am 16. Dezember 2012 bei der Europameisterschaft in Serbien ebenfalls den Titel. Im Finale bezwangen sie die jahrelang ĂŒbermĂ€chtigen Norwegerinnen in der VerlĂ€ngerung mit 34:31.

Siehe auch: Montenegrinische Fußballnationalmannschaft; Montenegrinische MĂ€nner-Handballnationalmannschaft

Seit vielen Jahren findet die Montenegrorundfahrt mit Teilnehmern aus vielen LĂ€ndern und dem montenegrinischen Team Profiline statt. Dieses Radrennen „Putevima Kralja Nikole“ bzw. „Paths of King Nikola“ ist das grĂ¶ĂŸte nationale Radsportereignis.

Feiertage

Siehe auch

Literatur

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Moses Paić, Johann Heinrich Scherb: CĂšrnagora. Eine umfassende Schilderung des Landes und der Bewohner von CĂšrnagora (Montenegro). Suppan, Agram 1851 (Digitalisat).
  • Jens Becker, Achim Engelberg (Hrsg.): Montenegro im Umbruch. Reportagen und Essays. WestfĂ€lisches Dampfboot, MĂŒnster 2003, ISBN 3-89691-546-0.
  • Walter Lukan et al. (Hrsg.): Serbien und Montenegro. Raum und Bevölkerung – Geschichte – Sprache und Literatur – Kultur – Politik – Gesellschaft – Wirtschaft – Recht. LIT, MĂŒnster 2006, ISBN 3-8258-9539-4.
  • Elizabeth Roberts: Realm of the Black Mountain. A History of Montenegro. Ithaca 2007, ISBN 978-0-8014-4601-6.
  • Reinhold Fleischhacker: Montenegro – das wiederentdeckte Paradies. Ein Reise-Almanach. USP, Oberhaching 2008, ISBN 978-3-937461-26-7.
  • Katrin Boeckh: Serbien – Montenegro. Geschichte und Gegenwart. Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2169-9.
  • Uğur Özcan: II. AbdĂŒlhamid Dönemi Osmanlı-Karadağ Siyasi Ä°liƟkileri (Osmanisch-montenegrinische politische Beziehungen in der Zeit von AbdĂŒlhamid II.). TĂŒrk Tarih Kurumu, Ankara 2013, ISBN 978-975-16-2527-4.
  • Renovabis (Hrsg.): Kleines Land mit grosser Geschichte – Montenegro. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2018, ISBN 978-3-7917-2958-9.

Weblinks

  • Offizielle Seite der montenegrinischen Regierung (montenegrinisch, englisch)
  • Offizielle Seite des PrĂ€sidenten von Montenegro (montenegrinisch, englisch)
  • Offizielle Seite der Nationalen Tourismusorganisation von Montenegro, mit allen 21 Gemeinden (deutsch/englisch/montenegrinisch)
  • Überblick ĂŒber Sprachgesetze und Verfassung Montenegros (französisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (21)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Andrijevica 42.826 42.589 19.628 19.909  
Bar 42.322 42.011 18.923 19.37  
Berane 43.021 42.689 19.671 20.13  
Bijelo Polje 43.219 42.908 19.459 20.056  
Budva 42.36 42.183 18.785 19.001  
Cetinje 42.718 42.284 18.648 19.143  
Danilovgrad 42.76 42.487 18.937 19.301  
Herceg Novi 42.599 42.366 18.436 18.66  
KolaĆĄin 42.934 42.662 19.2 19.679  
Kotor 42.629 42.272 18.506 18.794  
Mojkovac 43.051 42.882 19.331 19.699  
NikĆĄic 43.125 42.62 18.433 19.219  
Plav 42.704806 42.472717 19.753456 20.116535  
Pljevlja 43.548 43.045 18.905 19.548  
Pluzine 43.357929 42.933164 18.644353 19.042487  
Podgorica 42.739 42.198 18.956 19.658  
RoĆŸaje 42.974 42.743 20.048 20.355  
Ć avnik 43.098 42.859 18.931 19.372  
Tivat 42.477 42.358 18.645 18.735  
Ulcinj 42.107 41.852 19.138 19.375  
Zabljak 43.2612061 42.993599 18.9692688 19.4334412  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Montenegro

Name englisch: Montenegro
Hauptstadt: Podgorica
Kfz: MNE
ISO: ME
ISO3: MNE
Fläche: 14026 km²
Tld: .cs
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 381

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 43.558743
südlichster Punkt: 41.8497308
westlichster Punkt: 18.4337921
östlichster Punkt: 20.3577649


 
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