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Staat Informationen : Luxemburg

Informationen:


Das Großherzogtum Luxemburg (luxemburgisch Groussherzogtum LĂ«tzebuerg [ˈgʀəʊsˌhɛχtsoːktuːm ˈlətsəbuəɕ], französisch Grand-DuchĂ© de Luxembourg [ÉĄÊÉ‘Ìƒ dyʃe də lyksɑ̃buʁ]) ist ein demokratischer Staat in Form einer parlamentarischen Monarchie im Westen Mitteleuropas. Das Land hatte Ende 2019 rund 630.000 Einwohner. Das Großherzogtum gehört zum mitteldeutschen Sprachraum. Nationalsprache ist Luxemburgisch, zusĂ€tzliche Verwaltungs- und Amtssprachen sind Standarddeutsch und Französisch.

Historisch gehörte Luxemburg zum Heiligen Römischen Reich und zum Deutschen Bund. Im Zuge der Luxemburgkrise fĂŒhrte der Zweite Londoner Vertrag 1867 mit einer Festschreibung der luxemburgischen NeutralitĂ€t zum Ausscheiden aus dem Verbund deutscher Staaten. Bis 1890 wurde das Großherzogtum in Personalunion vom niederlĂ€ndischen König regiert und wĂ€hrend der beiden Weltkriege vom Deutschen Reich besetzt. In der Folge nahm es nach dem Zweiten Weltkrieg eine fĂŒhrende Rolle bei der europĂ€ischen Integration ein und wurde zum GrĂŒndungsmitglied der NATO, UNO und der EuropĂ€ischen Union.

Gemeinsam mit seinem Nachbarstaat Belgien und den Niederlanden bildet Luxemburg die Benelux-Staaten. Zusammen mit dem Saarland, der französischen Region Lothringen sowie der Wallonischen Region in Belgien und dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz gehört es zur „Großregion (Saar-Lor-Lux)“, in der etwa 11,6 Millionen Menschen leben. Die Region verzeichnet die höchste grenzĂŒberschreitende MobilitĂ€t von Arbeitnehmern innerhalb der EuropĂ€ischen Union.

Landesname

Die Bezeichnung Luxemburg ist wahrscheinlich abgeleitet vom Namen der Burg Lucilinburhuc, spĂ€ter LĂŒtzelburg („lĂŒtzel“ = „klein“; vgl. niederdeutsch und friesisch „lĂŒtt“, englisch „little“), der „Kleinen Burg“, die im Jahr 963 fĂŒr Siegfried, den damaligen Grafen der Ardennen, als Stammsitz errichtet wurde, und um die sich die gleichnamige (Haupt-)Stadt Luxemburg heranbildete. Der Name Lucilinburhuc wiederum soll auf das Wort „Letze“ zurĂŒckgehen, das einen befestigten Felsvorsprung bezeichnet. TatsĂ€chlich liegt die Stammburg auf einem Felssporn, dem sogenannten Bockfelsen.

Das Land ist als Grafschaft im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation entstanden. Im deutschen Sprachraum wurde noch im 17. Jahrhundert der Name LĂŒtzenburg bzw. LĂŒtzelburg verwendet, beispielsweise in der Topographia des MatthĂ€us Merian zu sehen. SpĂ€ter wurde dieser Name dann durch Luxemburg ersetzt, was nichts anderes ist als die eingedeutschte französische Namensform Luxembourg. 1354 wurde die Grafschaft Luxemburg ein Herzogtum. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde das Herzogtum Luxemburg zum Großherzogtum erhoben; Wilhelm I. von Nassau-Oranien, König der Vereinigten Niederlande, wurde in Personalunion der erste Großherzog. Die Personalunion endete 1890 mit dem Herrschaftsantritt der jetzigen Dynastie Luxemburg-Nassau, die bis 1964 offiziell Nassau-Weilburg hieß. Inzwischen ist das Land das letzte Großherzogtum.

Geografie

Geografische Lage

Luxemburg grenzt im SĂŒden ĂŒber 73 Kilometer an Frankreich, im Westen ĂŒber 148 Kilometer an Belgien und im Osten ĂŒber 135 Kilometer an Deutschland. Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird (das) Ösling genannt. Dieser Teil liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel. Die Landschaft im Ösling ist geprĂ€gt von bewaldeten Bergen, HĂŒgeln und tiefen FlusstĂ€lern, zum Beispiel dem Tal der Sauer. Mit 560 m ist der HĂŒgel „Kneiff“ in Huldingen die höchste Erhebung des Landes. Im Norden Luxemburgs werden 358 Quadratkilometer des Landes durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark geschĂŒtzt.

Gliederung

Im SĂŒden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland gehört. Dieses Gebiet weist eine höhere Bevölkerungs- und Industriedichte als das Ösling auf. EntwĂ€ssert wird das Land durch die westöstlich verlaufende Sauer, mit Klerf und Our im Norden und Alzette im SĂŒden. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 m), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig.

FlĂŒsse

Wichtige FlĂŒsse Luxemburgs sind die Mosel, die im SĂŒdosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette.

Klima

Luxemburg hat ein gemĂ€ĂŸigtes mitteleuropĂ€isches Klima, das durch atlantische Meereswinde beeinflusst wird und sich durch milde Winter und gemĂ€ĂŸigte und deshalb angenehme Sommer auszeichnet. Die Luft ist meist mild und feucht; die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt 782,2 mm; Temperaturen im Jahresmittel 9 °C, im Januar 0,8 °C, im Juli 17,5 °C. So liegen die im Januar, dem kĂ€ltesten Monat, gemessenen Durchschnittstemperaturen bei etwa 2 °C. Die höchsten Temperaturen werden ĂŒblicherweise wĂ€hrend der Sommermonate Juli und August gemessen. Zu dieser Zeit betrĂ€gt die Durchschnittstemperatur etwa 15 bis 25 °C. Im Norden des Landes, dem Ösling, ist es meist etwas kĂŒhler und es kommt auch hĂ€ufiger zu NiederschlĂ€gen.

Flora und Fauna

Das Ösling im Norden des Landes, ein Teil der Ardennen, ist durch bewaldete MittelgebirgszĂŒge und tiefe FlusstĂ€ler geprĂ€gt. Die am stĂ€rksten verbreiteten Baumarten sind Rotbuchen, Eichen, Ahorn und Fichten. Dabei nehmen Eichen-NiederwĂ€lder, die so genannten Lohhecken, immer noch einen großen Teil der WaldflĂ€che ein. FĂŒr unbewaldete FlĂ€chen sind unter anderem die Glockenheide und Stechpalme charakteristisch. Die LippenblĂŒtler Echter und Trauben-Gamander sind mediterrane Pflanzen, die im SĂŒdosten Luxemburgs vorkommen. Es gibt eine Vielfalt von Wiesentypen; die extensiv genutzten, artenreichen Magerwiesen gehen allerdings zurĂŒck (20 % der erhobenen Graslandarten stehen auf der Roten Liste der GefĂ€ĂŸpflanzen Luxemburgs). Die Vegetation des tiefer gelegenen sĂŒdlichen Teil des Landes (ca. 300 m), im sogenannten Gutland, ist durch die landwirtschaftliche Nutzung und den Weinanbau an der Mosel geprĂ€gt.

Die FichtenwĂ€lder Luxemburgs, die immerhin 30 % der bewaldeten FlĂ€che des Landes einnehmen, sind als naturfern anzusehen. Sie sind das Resultat einer nach dem Zweiten Weltkrieg in Mode gekommenen Aufforstung von NiederwĂ€ldern und wenig rentabler FlĂ€chen mit dieser schnellwachsenden Art. Mit Ausnahme der Waldkiefer befinden sich aber sĂ€mtliche Nadelhölzer in Luxemburg außerhalb ihrer natĂŒrlichen Areale.

Die Tierwelt entspricht der fĂŒr mitteleuropĂ€ische LĂ€nder ĂŒblichen Fauna. Allerdings beeindruckt das Ösling durch große BestĂ€nde an Rot- und Schwarzwild sowie Greifvögeln und durch seltene Vogelarten wie den Schwarzstorch oder das Haselhuhn. Bei anderen Arten ist dagegen ein deutlicher BestandsrĂŒckgang zu verzeichnen. So kamen vom Steinkauz in den 1960er Jahren noch 3400 bis 4200 Brutpaare in Luxemburg vor. Im Jahr 2006 war der Bestand auf 15 bis 20 Brutpaare zurĂŒckgegangen. Luxemburg ist bekannt fĂŒr seinen Fischreichtum, es gibt Forellen, Hechte, Zander, Aale, Karpfen und viele andere Fischarten. Besonders im milden Moseltal, aber auch an vielen anderen Orten (z. B. entlang von Bahnstrecken) hat sich die Mauereidechse angesiedelt, ein sonst eher in mediterranen LĂ€ndern vorkommendes Tier.

Die Jagd in Luxemburg ist untrennbar mit dem Grundeigentum verbunden und in einem Revierjagdsystem organisiert. Das nach Wert des Wildbrets sowie aufgrund der im Wald und der Feldflur verursachten WildschÀden bedeutsamste Jagdwild sind Reh und Wildschwein. Weitere jagdlich relevante Wildarten sind u. a. Rothirsch, Stockente und Feldhase.

54,8 % der SĂ€ugetierarten, 41,5 % der Vogelarten, 33 % der Reptilienarten, 71,4 % der Amphibien und 62 % der Fischarten in Luxemburg sind bedroht. Dies verlautet vom Observatoire de l’Environnement Naturel (OEN), der den Plan National Protection Nature aktualisiert hat.

Es existiert eine Reihe von geplanten oder bereits umgesetzten Naturschutzprojekten: so zum Beispiel der Bongert Altenhoven, die Halbtrockenrasen bei Junglinster, der Naturlehrpfad Deiwelskopp, der Neibruch bei Grosbous, das Naturschutzgebiet Prënzebierg, das Naturreservat Sonnebierg, der Canecher Wéngertsbierg oder das Feuchtgebiet Cornelysmillen.

Verwaltungsgliederung

Das Land wurde, von 1843 bis zu deren Abschaffung am 3. Oktober 2015, in drei Distrikte (Grevenmacher, Luxemburg, Diekirch) unterteilt, mit zwölf Kantonen und seit 2015 aufgrund von Fusionen nur noch 105 Gemeinden. Zwölf dieser Gemeinden besitzen den Status einer Stadt. Die Gemeinden sind Selbstverwaltungskörperschaften, die der Rechtsaufsicht der vom Großherzog ernannten Distriktskommissare unterliegen. Die Stadt Luxemburg ist Hauptstadt des Großherzogtums und Sitz der Regierung.

Distrikte und Kantone

Die Distrikte und Kantone Luxemburgs waren bzw. sind Gebietseinteilungen, die den Ministerien zur Organisation ihres Regierungshandelns dienten bzw. dienen. Eine besondere Aufgabe als Gebietskörperschaft, etwa zur demokratischen Willensbildung, fiel und fĂ€llt ihnen nicht zu. Im Gegensatz zu den 2015 abgeschafften Distrikten sind die Kantone im Artikel 2 der Luxemburgischen Verfassung festgeschrieben. Je Kanton befinden sich an den jeweiligen Hauptorten (in der Regel) staatliche Einrichtungen wie Melde- und StraßenbauĂ€mter, Steuer- und Erbschaftsbehörden. DarĂŒber hinaus sind hier weiterfĂŒhrende Schulen und Polizeizentralen zweiter Ordnung vorzugsweise angesiedelt. Auch die Grundschulaufsicht und viele andere staatliche und halbstaatliche Einrichtungen orientieren sich an der Einteilung nach den Kantonen.

Den Distrikten waren in ihren Hauptorten Luxemburg, Diekirch und Grevenmacher die Distriktkommissare zugeordnet (siehe oben). Durch ihre Aufgabe, die TĂ€tigkeiten der Gemeinden zu ĂŒberprĂŒfen und gegebenenfalls zu genehmigen oder zu verbieten, bildeten diese eine Art Distriktregierung. Höhere staatliche Anlaufstellen wie GrundbuchĂ€mter und Polizeizentralen erster Ordnung sind noch heute vorzugsweise an diesen ehemaligen Distrikthauptorten zu finden.

Nicht immer decken sich die Kantons- und ehemaligen Distriktgrenzen mit der realen staatlichen Einteilung. So geht die maßgebliche Verwaltung fĂŒr den Kanton Vianden in der von Diekirch auf. Esch an der Alzette hat anstatt Grevenmacher unter anderem Klinikum, Gericht und Finanzaufsicht aufzuweisen.

Gemeinden

An der Spitze der luxemburgischen Gemeinde steht der Buergermeeschter (deutsch BĂŒrgermeister, französisch Maire). Er fĂŒhrt als Verwaltungsbeamter die GeschĂ€fte der Gemeinde. Ihm zur Seite gestellt sind die SchĂ€ffen (deutsch Schöffen, französisch Echevins) sowie der demokratisch nach Mehrheits- oder VerhĂ€ltniswahl gewĂ€hlte Gemeinderat, aus dem BĂŒrgermeister und Schöffen hervorgehen sollen (§ 107 der Verfassung). Der BĂŒrgermeister hat bei Sitzungen den Vorsitz inne und muss sich in allen wichtigen Angelegenheiten mit dem Schöffenrat einigen. Die Schöffen (und der Gemeinderat) können auch den BĂŒrgermeister zum Handeln auffordern.

In Luxemburg dĂŒrfen sich beliebig viele Gemeinden frei zu Syndikaten (etwa „ZweckverbĂ€nde“ oder „Vereine“) zusammenschließen, um die Vielzahl ihrer Aufgaben gemeinsam zu bewĂ€ltigen. So gibt es etwa Syndikate zur Grundversorgung der Bevölkerung oder fĂŒr Musikschulen.

SIGI (Syndicat Intercommunal de Gestion Informatique) und LuxTrust haben fĂŒr das Gemeinde-Portal macommune.lu die elektronische Signatur eingefĂŒhrt, wodurch die BĂŒrger der SIGI angeschlossenen Gemeinden von ihrer Verwaltung Dokumente online unterzeichnen können.

StÀdte

Das Großherzogtum Luxemburg weist rein rechnerisch nur eine Großstadt (mindestens 100.000 Einwohner) auf. Der statistische Urbanisierungsgrad ist in Luxemburg insgesamt gesehen sehr hoch. Etwa 92 Prozent der Einwohner leben in StĂ€dten (2003), die jedoch ĂŒberwiegend nur Land- und KleinstĂ€dte sind. Die bevölkerungsreichste Stadt ist die Hauptstadt Luxemburg (luxemburgisch LĂ«tzebuerg) mit ĂŒber 100.000 Einwohnern (Großraum 142.000). Da sich ein Ort im Großherzogtum nur per Gesetz als „Stadt“ bezeichnen darf, hat Luxemburg nur zwölf StĂ€dte, denen die Stadtrechte oft bereits im Mittelalter verliehen wurden. Das im Osten gelegene Echternach (5.617, gleichnamiger Kanton ĂŒber 19.000) ist die Ă€lteste Stadt Luxemburgs. Die grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte liegen im SĂŒdwesten in der Minette-Region, in der sich die Eisen- und Stahlindustrie des Großherzogtums konzentriert. Dies sind unter anderem Esch an der Alzette (34.000, Großraum ĂŒber 70.000), Differdingen (24.800) und DĂŒdelingen (20.000). Im Norden Luxemburgs gibt es hingegen mehrere kleine StĂ€dte, die meist Hauptorte eines Kantons sind. Um die beiden StĂ€dte Diekirch (6900) und EttelbrĂŒck (8500) bildet sich die Nordstad (insgesamt rund 23.000), der grĂ¶ĂŸte Ballungsraum im Norden Luxemburgs, der neben der Hauptstadt und Esch an der Alzette als dritter Entwicklungspol des Großherzogtums gilt.

Bevölkerung

Demografie

Zum 1. Januar 2018 zĂ€hlte das Großherzogtum Luxemburg 602.005 Einwohner.

Es hat in den letzten Jahrzehnten sein Wirtschaftswachstum und den sich damit vergrĂ¶ĂŸernden Arbeitsmarkt ein fast stetiges Bevölkerungswachstum aufgewiesen, das vor allem durch Einwanderung zustande kam. In der Politik wurde daraufhin lebhaft die optimale BevölkerungsgrĂ¶ĂŸe fĂŒr Luxemburg diskutiert. Eine Studie kommt zu der Aussage, dass es keine lineare Beziehung zwischen dem Bevölkerungswachstum und den Belastungen von Infrastrukturen und Umwelt gebe; ein Bevölkerungswachstum mĂŒsse nicht notwendigerweise die LebensqualitĂ€t im Lande verschlechtern.

Am 1. Januar 2018 betrug der AuslĂ€nderanteil 47,9 % (= 288.234). 16,9 % (= 96.554) der Gesamtbevölkerung sind portugiesische, 7,6 % (= 45.822) französische, 3,6 % (= 21.962) italienische, 3,3 % (= 20.212) belgische, 2,2 % (= 13.146) deutsche StaatsbĂŒrger. Kleinere Einwanderergruppen bilden etwa Briten, Serben, NiederlĂ€nder, Spanier, Polen, Bosniaken, Griechen, Russen und TĂŒrken.

In Luxemburg leben ca. 2500 Jenische als Minderheitenvolk ohne besonderen Status und mit unterschiedlicher Staatszugehörigkeit. Am bekanntesten hierfĂŒr ist der Luxemburger Stadtteil Weimerskirch, wo seit Generationen jenische Familien ihren Hauptwohnsitz haben.

Im MÀrz 2015 lag die Zahl der GrenzgÀnger, die nach Luxemburg einpendeln, bei 167.000. Zeitgleich betrug die Zahl der auspendelnden GrenzgÀnger 11.500. Im Jahr 1961 lag der Anteil an GrenzgÀngern bei 3 Prozent, im Jahr 2010 bei 44 Prozent. Rund die HÀlfte der GrenzgÀnger stammt aus Frankreich.

16,4 % der Einwohner sind unter 15 Jahre alt (davon mÀnnlich 48.773, weiblich 46.118), 69,3 % sind zwischen 15 und 64 Jahre alt (davon mÀnnlich 203.988, weiblich 195.413), 14,2 % sind 65 und Àlter (davon mÀnnlich 36.432, weiblich 45.525). (Stand: 2016) Das Durchschnittsalter betrÀgt 38,51 Jahre (Stand: 2010).

Die Lebenserwartung in Luxemburg betrĂ€gt fĂŒr MĂ€nner, die 2016 geboren wurden, durchschnittlich 79,8 Jahre und fĂŒr Frauen, die zeitgleich geboren wurden, 84,9 Jahre.

Sprachen

Die Sprachensituation in Luxemburg ist vielschichtig. Die Muttersprache der meisten einheimischen Luxemburger ist Luxemburgisch („LĂ«tzebuergesch“), ein moselfrĂ€nkisches Idiom, das bis in das 20. Jahrhundert als Mundart des Deutschen und noch nicht als eigenstĂ€ndige Sprache betrachtet wurde. In diesem Sinne gehört Luxemburg zum mitteldeutschen Sprachraum. Spezifisch fĂŒr das Luxemburgische ist jedoch von altersher, dass es einen sehr viel höheren Anteil französischer Lehnwörter als das Standarddeutsche oder andere deutsche Mundarten enthĂ€lt. Luxemburgisch wurde erst aufgrund des Sprachengesetzes von 1984 zur Nationalsprache und Co-Amtssprache des Landes neben Französisch und Deutsch und wird laut Umfrage der EuropĂ€ischen Union (2005) von 73 Prozent der Bevölkerung als Muttersprache angegeben.

Unter den drei offiziellen Amtssprachen Französisch, Deutsch und Luxemburgisch ist Französisch diejenige mit dem höchsten Prestige. Seit 1944 wurde in den Verwaltungen und Ministerien sowie an höheren Schulen vorwiegend Französisch als Schriftsprache verwendet, doch hatte Französisch auch in den zurĂŒckliegenden Jahrhunderten neben Deutsch bereits eine mindestens gleichberechtigte Rolle als Amts- und Kanzleisprache gespielt, nicht zuletzt aufgrund der engen politischen und kulturellen Verbindung Luxemburgs zu Brabant und den hauptsĂ€chlich von BrĂŒssel aus regierten sĂŒdlichen Niederlanden sowie insbesondere der Tatsache, dass Luxemburg bis 1830 auch die französisch/wallonischsprachigen Gebiete der heutigen belgischen Provinz Luxemburg umfasste und somit in einen romanisch- und einen germanischsprachigen Teil zerfiel. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem Luxemburg vom Deutschen Reich annektiert worden war, wurde der offizielle Landesname französisiert und fortan in der Regel „Luxembourg“ geschrieben. Seither werden auch sĂ€mtliche Gesetze nur auf Französisch veröffentlicht, obwohl die Debatten im Parlament ĂŒberwiegend auf Luxemburgisch abgehalten werden.

Französisch ist die einzige Sprache der Gesetzgebung und ist im Allgemeinen die bevorzugte Sprache der Regierung und der Verwaltung. Offizielle schriftliche Mitteilungen der Regierung sowie schriftliche Entscheidungen der Verwaltungsbehörden sind meistens auf Französisch verfasst, wĂ€hrend die mĂŒndlichen Mitteilungen entweder auf Französisch oder auf Luxemburgisch und in geringerem Maße auf Deutsch ausgesprochen sind.

Im Alltagsleben spielt jede der drei Amtssprachen eine dominante Rolle in bestimmten TĂ€tigkeitsfeldern, ohne exklusiv zu sein: Luxemburgisch dominiert als mĂŒndliche Sprache der lokalen Bevölkerung; Französisch dominiert im Handel und als Arbeitssprache des privaten Sektors, Deutsch ist in den Druckmedien bevorzugt. Obwohl die ISBN vieler in Luxemburg veröffentlichter BĂŒcher mit „2“ (fĂŒr Französisch) beginnt, sind auch solche BĂŒcher meist in deutscher oder luxemburgischer Sprache verfasst.

Die Mehrsprachigkeit des Landes ist z. B. durch die Druckmedien illustriert: In vielen Zeitungen werden die Presseberichte abwechselnd auf Französisch, auf Deutsch oder manchmal auf Luxemburgisch verfasst, ohne Übersetzung in die zwei anderen Sprachen.

Die Aufwertung der luxemburgischen Volkssprache gegenĂŒber dem Hochdeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und ihr allmĂ€hlicher Ausbau zu einer Schriftsprache mit standardisierter Orthografie diente dazu, die kulturelle IdentitĂ€t der Luxemburger weiter zu stĂ€rken. In diesem Kontext wird auch versucht, fremdsprachige Immigranten mittels luxemburgischen Sprachunterrichts in die Gesellschaft des Landes zu integrieren.

Aufgrund der Bedeutung des Französischen und des Deutschen als internationale Kultur- und Bildungssprachen und des nicht abgeschlossenen Ausbaus des Luxemburgischen zur Literatur- und Wissenschaftssprache lernen die luxemburgischen GrundschĂŒler zunĂ€chst Hochdeutsch und vom zweiten Schuljahr an auch Französisch. Da luxemburgische Kinder bei der Einschulung in der Regel kein Hochdeutsch beherrschen, wird zunĂ€chst auf Luxemburgisch unterrichtet und eine BrĂŒcke zur deutschen Schriftsprache geschlagen, in der die meisten SchulbĂŒcher gedruckt sind. In der Sekundarstufe wird Französisch sukzessive zur vorherrschenden Unterrichtssprache, insbesondere in den naturwissenschaftlichen FĂ€chern. Bis zur GrĂŒndung der UniversitĂ€t Luxemburg im Jahre 2003 waren luxemburgische Studenten darauf angewiesen, im Ausland zu studieren; gute Französisch- und/oder Deutschkenntnisse waren dafĂŒr sehr von Vorteil.

Die Verwendung der Landessprachen im öffentlichen Dienst gesetzlich geregelt: Wendet sich ein BĂŒrger in einer der drei Amtssprachen an eine amtliche Stelle, soll die Antwort in der von ihm benutzten Sprache erfolgen. Vor Gericht herrscht sprachliche FlexibilitĂ€t: Der allgemeinen VerstĂ€ndlichkeit wegen wird ĂŒberwiegend Luxemburgisch verwendet, wĂ€hrend das Sitzungsprotokoll auf Hochdeutsch erstellt und die Gesetzestexte auf Französisch zitiert werden. In Banken und GeschĂ€ften wird oft Französisch gesprochen.

Seit MĂ€rz 1970 ist Luxemburg Mitglied der Organisation internationale de la Francophonie (Internationale Organisation der Frankophonie). Laut mehreren soziologischen Erhebungen, sind die von der Bevölkerung meistgesprochenen Sprachen Französisch (99 %), Luxemburgisch (82 %), Deutsch (81 %) und Englisch (72 %). Luxemburg beteiligte sich nicht an der Zwischenstaatlichen Kommission fĂŒr deutsche Rechtschreibung, die zur Betreuung der deutschen Rechtschreibreform von 1996 ins Leben gerufen wurde. Das Großherzogtum entsendet lediglich einen Beobachter ohne Stimmrecht zum Rat fĂŒr deutsche Rechtschreibung. Trotzdem wurde die neue deutsche Rechtschreibung auf Anordnung der Regierung in den Schul- bzw. Deutschunterricht eingefĂŒhrt. DarĂŒber hinaus nimmt der luxemburgische Großherzog seit 2014 an den jĂ€hrlichen Treffen der deutschsprachigen Staaten teil.

Eine Orthografie fĂŒr die luxemburgische Sprache Letzeburgisch ist offiziell eingefĂŒhrt; jedoch gibt es dialektale Unterschiede in der Phonetik und der grafischen Umsetzung einzelner Wörter (z. B. fĂŒr das Wort uns benutzt man in Luxemburg-Stadt ons und sonst eis).

Eine weitere Sprache in Luxemburg ist die jenische Sprache, die von einigen Sprachgelehrten als eigenstÀndiges Idiom anerkannt und vor allem in Luxemburg-Pfaffenthal und Luxemburg-Weimerskirch noch von den dort ansÀssigen Jenischen gesprochen wird. Des Weiteren sind fast 20 Prozent der Bevölkerung Luxemburgs portugiesische Einwanderer oder deren Nachkommen, die untereinander zumeist noch Portugiesisch sprechen.

Als GebĂ€rdensprache wird vorwiegend die Deutsche GebĂ€rdensprache (DGS) verwendet, als Laut- und Schriftsprache verwenden gehörlose Menschen meist nur die deutsche Sprache, da Französisch und LĂ«tzebuergesch an Schulen fĂŒr Gehörlose nicht unterrichtet wird.

Religionen

Laut Datenschutzgesetz zĂ€hlen u. a. Angaben ĂŒber die religiösen oder philosophischen Überzeugungen einer Person zu den sensiblen Datenarten, die grundsĂ€tzlich nicht erhoben werden dĂŒrfen. Demzufolge liegen von amtlicher Seite keine Angaben ĂŒber die Anzahl der AnhĂ€nger der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften vor, sondern lediglich bezogen auf sowohl religiös bestimmte wie auch standesamtlich relevante Ereignisse.

Traditionell ist Luxemburg römisch-katholisch geprÀgt. Laut einer im Jahr 2011 veröffentlichten Studie waren im Jahr 2008 rund 68,7 % der Bevölkerung katholisch. Neben den Katholiken gibt es die beiden vom Staat konventionierten Evangelischen Kirchen, die Evangelische Kirche von Luxemburg seit 1817 mit dem Hauptsitz in Luxemburg-Stadt und landesweiter Verbreitung und die Protestantisch-Reformierte Kirche von Luxemburg H. B. mit Sitz in Esch, sowie eine Vielzahl kleinerer protestantischer, evangelikaler und orthodoxer Kirchen und Kirchengemeinden, die gemeinsam rund 3,7 % der Bevölkerung reprÀsentieren. Nichtchristliche Religionsgemeinschaften wie etwa Juden und Muslime haben demnach gemeinsam einen Anteil von rund 2,6 %, der Anteil der Konfessionslosen betrÀgt mit 24,9 % rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung Luxemburgs.

1988 wurde das katholische Bistum Luxemburg von Papst Johannes Paul II. zum Erzbistum erhoben. Am 13. MÀrz 1973 wurde der sonntÀgliche Kirchenbesuch ausgezÀhlt. Gelegenheit zu einer Beurteilung der Anziehungskraft der katholischen Kirche war auch ein Papst-Besuch.

Der Staat hat bislang Konventionen mit der Evangelischen Kirche von Luxemburg, der Protestantisch-Reformierten Kirche von Luxemburg, dem jĂŒdischen Konsistorium, der griechisch-orthodoxen, der römisch-katholischen und der Anglikanischen Kirche abgeschlossen, mit der römisch-katholischen Kirche zudem eine Konvention ĂŒber den Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen. Somit kann ein SchĂŒler oder eine SchĂŒlerin in Luxemburg bisher nur zwischen dem katholischen Religionsunterricht und dem „Moral“ genannten Ethikunterricht wĂ€hlen. FĂŒr die anderen Religionen fehlt eine solche Konvention. Damit der Staat mit den AnhĂ€ngern des Islam ebenfalls eine Konvention abschließen kann, wurde eine Vertretung („Shoura“) gewĂ€hlt. Von den 2.500 Personen, die sich in die Wahllisten eingetragen hatten, wĂ€hlten schließlich 650 hierzu ihre zwölf Vertreter aus. Im Zuge der Verfassungsreform werden die Konventionen mit den Religionsgemeinschaften grundlegend ĂŒberarbeitet. Die Details wurden im Jahre 2015 zwischen der Regierung und den Religionsgemeinschaften vertraglich festgelegt. Zu Beginn des Schuljahres 2016/17 wurde in der Sekundarschule der katholische Religionsunterricht durch einen einheitlichen Werteunterricht ersetzt. Eine Reform des Religionsunterrichts in der Primarschule soll zu einem spĂ€teren Zeitpunkt folgen.

Laut einer TNS-Ilres-Umfrage aus dem Jahr 2012 sprechen sich 67 Prozent der Bevölkerung fĂŒr eine Trennung von Kirche und Staat aus.

Geschichte

Vorgeschichte, Römer

Die ersten Siedlungsspuren auf dem Gebiet des heutigen Luxemburgs stammen aus der Altsteinzeit. Das Neolithikum beginnt mit der Linearbandkeramischen Kultur um 4900 v. Chr. Siedlungen der Kelten stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. UngefÀhr einhundert Jahre spÀter drangen Römer in das Land ein, als Caesar um 58 bis 51 v. Chr. Gallien und einen Teil von Germanien bis zur Rheingrenze eroberte. Das Gebiet des heutigen Luxemburgs wurde Teil des Imperium Romanum.

Im 5. Jahrhundert n. Chr. – zur Zeit der Völkerwanderung – drĂ€ngten die germanischen Franken die Römer zurĂŒck. Wandermönche missionierten die Menschen zum Christentum und bauten Klöster. Das Kloster Echternach wurde vom angelsĂ€chsischen Missionar Willibrord im Jahre 698 gegrĂŒndet.

Grafschaft Luxemburg innerhalb des FrÀnkischen Reiches

Im Jahre 963, als das Land zum ostfrĂ€nkischen Reich gehörte, erwarb Graf Siegfried I. durch einen Tauschhandel mit der Abtei St. Maximin in Trier den kleinen Bockfelsen im Alzettetal mit der Burg Lucilinburhuc. Damit legte er den Grundstein fĂŒr das Adelsgeschlecht der Luxemburger und die Grafschaft Luxemburg.

Herzogtum Luxemburg innerhalb des Heiligen Römischen Reiches

1308 wurde Graf Heinrich von Luxemburg zum römisch-deutschen König gewĂ€hlt. Er und sein Sohn Johann, der 1310 König von Böhmen wurde, begrĂŒndeten die Machtstellung der Luxemburger im mittelalterlichen Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich). 1354 wurde die Grafschaft Luxemburg von Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben. Erster Herzog wurde Wenzel I. Mit dem Tod des römisch-deutschen Kaisers Sigismund 1437 starb die Hauptlinie des Hauses Luxemburg aus, die Herrschaft der Luxemburger im Reich endete. Im Jahr 1441 verkaufte die letzte Herzogin aus dem Haus Luxemburg das Land an das französische Haus Burgund, doch blieb es staatsrechtlich ein Lehen des Reiches. Nach dem Tod des letzten Burgunderherzogs Karl der KĂŒhne 1477 fiel Luxemburg mit dem ĂŒbrigen burgundischen Erbe an Karls Tochter Maria von Burgund und ihren Ehemann, den spĂ€teren römisch-deutschen Kaiser Maximilian I. von Habsburg. So gelangte es 1482 unter die Herrschaft der Habsburger und 1555 an deren spanische Linie. Seit der Verbindung des Herzogtums mit dem Haus Burgund und spĂ€ter mit den Habsburgern, die beide auch in Brabant, Flandern und Holland herrschten, ist die Geschichte Luxemburgs eng mit der der nördlichen und sĂŒdlichen Niederlande (vgl. Burgundische Niederlande) verknĂŒpft.

1659 fĂŒhrte der PyrenĂ€enfrieden zwischen dem Königreichen Frankreich und dem von den Habsburgern regierten Königreich Spanien, dem die ehemals burgundischen Niederlande (einschl. Luxemburg) unterstanden, zur ersten Teilung Luxemburgs, der Abtretung des SĂŒdens des Landes von Diedenhofen bis MontmĂ©dy an Frankreich. Von 1684 bis 1697 war das Land infolge des Reunionskrieges von 1683/84 Ludwigs XIV. gĂ€nzlich unter französischer Herrschaft.

Im Spanischen Erbfolgekrieg 1713 fiel Luxemburg an die Österreichischen Niederlande und wurde somit erneut ein von Habsburg regiertes Territorium innerhalb des römisch-deutschen Reiches. Von 1795/1801 bis 1814 geriet das Land nach dem Einzug der französischen Revolutionstruppen abermals unter französische Herrschaft.

Großherzogtum Luxemburg innerhalb des Deutschen Bundes

Das römisch-deutsche Reich, dem das Herzogtum angehört hatte, wurde 1806 aufgelöst. Luxemburg fiel wie die linksrheinischen deutschen Gebiete an Frankreich, bis das Kaiserreich Napoleons I. unterging. Der Wiener Kongress legte 1815 fest, dass das nun zum Großherzogtum erhobene Land ein Bundesstaat des neu gegrĂŒndeten Deutschen Bundes wurde. Gleichzeitig fĂŒhrten die KongressbeschlĂŒsse zu einer Personalunion mit dem Königreich der Vereinigten Niederlande, sodass die Niederlande, das spĂ€tere Belgien und Luxemburg von 1815 an einen einheitlichen Staatsverband bildeten; Belgien schied infolge der Belgischen Revolution 1830 aus. Mit den BeschlĂŒssen des Wiener Kongresses wurde die zweite Teilung Luxemburgs bewirkt, eigentlich jedoch nur eine nicht vollstĂ€ndige Wiederherstellung des status quo ante: Einige nördliche Gebiete des alten Luxemburg fielen von Frankreich unmittelbar an die Niederlande, östliche an die preußische Rheinprovinz. 1830 schloss sich Luxemburg der Belgischen Revolution an. 1839 kam es zur dritten und letzten Teilung, in der das „Französische Quartier“, nĂ€mlich die französischsprachige WesthĂ€lfte, neben Gebieten um die StĂ€dte Arlon und Martelingen als Provinz Luxemburg, an Belgien fiel; seither verblieb dem Großherzogtum Luxemburg nur noch das „Germanische Quartier“, die moselfrĂ€nkischsprachige OsthĂ€lfte.

Im deutschen Bundestag ĂŒbte bis zur Auflösung des Deutschen Bundes 1866 das Königreich der Niederlande die Virilstimme fĂŒr Luxemburg aus.

Die Luxemburgkrise

1867 kam es zur Luxemburgkrise: Napoleon III. versuchte, Luxemburg von König Wilhelm III. der Niederlande zu kaufen. Die Öffentlichkeit im Großherzogtum und anderen Gebieten des Deutschen Bundes stellte sich empört gegen diesen Plan: Luxemburg, das Heimatland der Dynastie der Luxemburger, die vier römisch-deutsche Kaiser gestellt hatte, sollte nicht an Frankreich fallen. Eine Protestbewegung plĂ€dierte mit einer Petition an den König-Großherzog Wilhelm III. fĂŒr den Status quo. Damals wurde der spĂ€tere Wahlspruch Luxemburgs „Mir wĂ«lle bleiwe wat mir sinn“ (Wir wollen bleiben, was wir sind) in der luxemburgischen Bevölkerung populĂ€r. Die Krise mĂŒndete in den zweiten Londoner Vertrag von 1867, in dem das Land als Kompromiss als „fĂŒr immer neutral“ erklĂ€rt wurde. Die Festung Luxemburg als Festung des Deutschen Bundes in Luxemburg wurde daraufhin geschleift.

VollstÀndige UnabhÀngigkeit Luxemburgs

Die vollstĂ€ndige EigenstĂ€ndigkeit erreichte Luxemburg nach dem Tod des niederlĂ€ndischen Königs Wilhelm III. im Jahr 1890: Wegen des Aussterbens des niederlĂ€ndischen Königshauses Oranien-Nassau im Mannesstamm ĂŒbernahmen aufgrund eines privatrechtlichen Erbvertrags zwischen den Prinzen des Hauses Nassau (Nassauischer Erbverein) die nĂ€chsten mĂ€nnlichen Verwandten, die Herzöge von Nassau-Weilburg, die Regierung in Luxemburg. Damit erhielt Luxemburg seine eigene erbliche Dynastie, wĂ€hrend in den Niederlanden die Erbfolge der Oranier durch eine Thronfolgerin, die Tochter Wilhelms III., Wilhelmina, weitergefĂŒhrt wurde.

Nach Entstehung des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Kaiserreiches blieb das Großherzogtum bis 1919 Mitglied im Deutschen Zollverein.

Luxemburg im 20. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wurde die vertragliche NeutralitĂ€t Luxemburgs von den kaiserlich-deutschen Truppen verletzt, indem Luxemburg dem Durchmarsch nach Frankreich diente und besetzt wurde. Es kam zur Staatskrise von 1918/19: Wegen ihrer (angeblich) pro-deutschen Haltung im Krieg geriet Großherzogin Marie Adelheid unter innenpolitischen Druck und dankte zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab.

Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde 1919 dadurch eingefĂŒhrt, dass die konstituierende Versammlung am 8. Mai 1919 beschloss, das Wahlrecht auf alle Frauen und MĂ€nner mit luxemburgischer NationalitĂ€t ĂŒber 21 auszudehnen. Am 15. Mai 1919 trat die ĂŒberarbeitete Verfassung in Kraft. Frauen durften im September 1919 erstmals abstimmen, nĂ€mlich beim Referendum ĂŒber die FortfĂŒhrung der Monarchie, und im folgenden Monat bei den Parlamentswahlen.

Die Union Économique Belgo-Luxembourgeoise wurde 1922 gegrĂŒndet. Dieses Vertragswerk regelte u. a. die ParitĂ€t zwischen der belgischen und der luxemburgischen WĂ€hrung. Fortan war der belgische Franken in Luxemburg als Zahlungsmittel anerkannt.

In den 1920er Jahren erstarkten neue politische Strömungen, etwa die aus der Arbeiterbewegung entstandene Lëtzebuerger Sozialistesch Aarbechterpartei (LSAP) und die katholisch orientierte Chrëschtlech Sozial Vollekspartei (LCV), die allmÀhlich die Vorherrschaft der Liberalen ablösten.

Die deutschen Nationalsozialisten sahen Luxemburg wie Elsass-Lothringen und Ostbelgien als genuin deutsches Territorium mit deutschsprachiger, arischer Bevölkerung an. Seit der Machtergreifung 1933 drohte dem Großherzogtum die Annexion durch das Nachbarland.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg und der Besetzung Luxemburgs durch Deutschland war Antisemitismus in Luxemburg verbreitet. Er artikulierte sich vor allem in national-populistischen Bewegungen, aber auch in katholisch-konservativen Kreisen um die Tageszeitung „Luxemburger Wort“. Ab 1936 wurden die Einreisebestimmungen fĂŒr jĂŒdische FlĂŒchtlinge aus dem Deutschen Reich verschĂ€rft. Die NĂŒrnberger Gesetze wurden von Luxemburg 1935 dahingehend ĂŒbernommen, dass in Luxemburg lebenden Deutschen die Eheschließung mit Juden verboten wurde. Nach Luxemburg geflĂŒchtete Juden wurden separat registriert. Juden wurden unter anderem bei der Arbeitssuche diskriminiert.

Im Mai 1940 besetzen deutsche Truppen Luxemburg. Die Regierung und die Großherzogin flohen ins Exil nach London. Nach vorĂŒbergehender MilitĂ€rverwaltung wurde eine Zivilverwaltung unter Gustav Simon, NSDAP-Gauleiter des angrenzenden Gaues Moselland, eingesetzt. Luxemburger wurden zur deutschen Wehrmacht und zum Kriegsdienst eingezogen, und jĂŒdische BĂŒrger wurden in deutsche Konzentrationslager deportiert. Im August 1942 annektierte Deutschland das besetzte Land und formte aus den Distrikten Landkreise.

Der Zweite Weltkrieg wurde zu einer BewĂ€hrungsprobe fĂŒr die junge Nation und fĂŒhrte dazu, dass sich nationale Symbole wie die Monarchie und die luxemburgische Sprache im Bewusstsein der luxemburgischen Gesellschaft fest verankerten. Am 10. September 1944 wurde Luxemburg von US-amerikanischen Truppen erstmals befreit. Im Dezember folgte jedoch die deutsche Ardennenoffensive, nach deren Scheitern Luxemburg Ende Januar 1945 vollstĂ€ndig in die HĂ€nde der Alliierten geriet und somit vom Joch der Nazi-Herrschaft befreit wurde.

Die Deportation von Juden aus Luxemburg erfolgte in sieben Transporten vom 16. Oktober 1941 bis zum 17. Juni 1943. Luxemburg wurde von internationalen Historikern dafĂŒr kritisiert, dass keine objektive Aufarbeitung dieses Kapitels der Geschichte erfolgt sei und sich Luxemburg fĂ€lschlich nur als Opfer darstelle. Die daraufhin eingeleiteten Untersuchungen der luxemburgischen Historiker Denis Scuto und Vincent Artuso ergaben, dass die luxemburgische Verwaltungskommission, die als Ersatzregierung tĂ€tig gewesen war, sich aktiv an der Deportation beteiligt hatte. Sie habe nicht nur kollaboriert, sondern jĂŒdische Erwachsene und Kinder aus eigenem Antrieb an die Nazis ausgeliefert. Sie habe dabei aktiv und nicht nur als BefehlsempfĂ€nger gehandelt. Luxemburg hat im Juni 2015 fĂŒr dieses Fehlverhalten offiziell bei den jĂŒdischen Gemeinden um Entschuldigung gebeten. Luxemburg hat jedoch auch heute noch keine RĂŒckgabe der enteigneten Vermögen, Immobilien und Firmen durchgefĂŒhrt oder EntschĂ€digung und finanzielle Wiedergutmachung geleistet. In Luxemburg gab es auch kaum eine Entnazifizierung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die WĂ€hrungsunion Luxemburgs mit Belgien wiederhergestellt und die Zoll- und Wirtschaftsunion auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). Luxemburg wurde 1945 Mitglied der Vereinten Nationen. 1948 hob das Land die „immerwĂ€hrende NeutralitĂ€t“, die seit 1867 bestanden hatte, formell auf. Luxemburg wurde 1952 Sitz der EuropĂ€ischen Gemeinschaft fĂŒr Kohle und Stahl (EGKS, Montanunion). 1957 war Luxemburg eines der sechs GrĂŒndungsmitglieder der EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Luxemburg ist Vertragspartei des 1985 mit vier weiteren EU-Staaten geschlossenen, nach dem luxemburgischen Moselort benannten Schengener Übereinkommens. 1986 kam es zur Verleihung des Karlspreises an das gesamte luxemburgische Volk wegen besonderer Verdienste um die EuropĂ€ische Einigung. 1990 wurde das Schengener DurchfĂŒhrungsĂŒbereinkommen geschlossen, das am 26. MĂ€rz 1995 zwischen den Vertragsparteien zum Wegfall der Grenzkontrollen fĂŒhrte; es entstand der Schengen-Raum. Anfang 2002 wurde der Euro als Nachfolger des Luxemburgischen Francs als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr eingefĂŒhrt; seit Anfang 1999 war er bereits BuchwĂ€hrung.

Politik

Das Großherzogtum Luxemburg ist seit der Zweiten Londoner Konferenz von 1867 ein souverĂ€ner und unabhĂ€ngiger Staat. Staatsform ist eine parlamentarische Monarchie, deren Krone innerhalb der Familie Nassau erblich ist.

Die Gesetzgebung ist Aufgabe der Abgeordnetenkammer (Chambre des DĂ©putĂ©s), die alle fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt wird.

Am Ausgangspunkt Luxemburgs (Verfassung von 1868) hatte der monarchistische Beamtenstaat gestanden (regierender Großherzog und „seine“ von ihm ernannten Minister und Beamten). Aus dieser Tradition stammen die Bezeichnung Staatsminister statt Premierminister fĂŒr den Regierungschef Luxemburgs, die Unverletzlichkeit der Person und (theoretische) MachtfĂŒlle des Großherzogs (Verfassung §§ 4, 33 ff.) oder auf Gemeindeebene das Nebeneinander von Bourgmestre (als großherzoglichem Verwaltungsbeamten) und den „aus dem Volk“ stammenden Schöffen, also Nichtbeamten (siehe auch: Verwaltungsgliederung).

Heute kann der Großherzog seine Rechte weitgehend nur formal ausĂŒben (siehe auch Staatsoberhaupt), „Luxemburg ist ein demokratischer 
 Staat“ (Verfassung § 1). Dies garantieren die direkt vom Volk gewĂ€hlte Abgeordnetenkammer, aus der die Regierung hervorgeht, die Wahl des Bourgmestre aus dem Gemeinderat heraus und nicht zuletzt die Möglichkeit der Volksabstimmung.

Verfassung

Die Verfassung des Großherzogtums Luxemburg vom 17. Oktober 1868, die am 22. Oktober 1868 im deutschen Originaltext mit französischer Übersetzung im Amtsblatt des Großherzogtums Luxemburg (MĂ©morial) veröffentlicht wurde, ist die trotz zwischenzeitlichen mehrfachen VerĂ€nderungen bis heute gĂŒltige Verfassung des Großherzogtums Luxemburg.

Wahlspruch

Der Wahlspruch des Großherzogtums Luxemburg lautet: Mir wĂ«lle bleiwe wat mir sinn („Wir wollen bleiben, was wir sind“). Anlass war die Luxemburgkrise 1867, der von Napoleon III. beabsichtigte, nicht realisierte Erwerb des Großherzogtums Luxemburg, das Teil des Deutschen Bundes und dessen Staatsoberhaupt Wilhelm III. der Niederlande war.

Hoheitssymbole

Das Großherzogtum Luxemburg hat eine Flagge, eine Wappenflagge sowie ein kleines, mittleres und großes Wappen.

Flagge

Die luxemburgische rot-weiß-blaue Trikolore besteht in der jetzigen Form seit 1972. Das Blau der Flagge des Großherzogtums ist himmelblau, im Unterschied zu der niederlĂ€ndischen Flagge, deren Blau ultramarin ist.

Seit 2006 wird vor allem aufgrund dieser Verwechslungsgefahr ĂŒber einen Flaggenwechsel diskutiert. Nach einem von der Regierung eingebrachten Gesetzentwurf soll kĂŒnftig neben der dreifarbigen Fahne auch die Wappenflagge mit dem roten Löwen (Roude LĂ©iw) auf dem Luxemburger Territorium zulĂ€ssig sein. Diese Variante wird bereits seit 1972 auf luxemburgischen Schiffen verwendet. Die EinfĂŒhrung als alleinige Nationalflagge lehnt die Regierung derzeit ab.

Wappen

Nach mehrfachen Änderungen wurde das Luxemburger Wappen in seinem Inhalt durch Heinrich V., Graf von Luxemburg, weitgehend festgelegt.

Nationalhymne

Die erste und die letzte Strophe des Liedes Ons Heemecht (Unser Heimatland; luxemburgischer Originaltext: Michel Lentz, Musik: Johann-Anton Zinnen) aus dem Jahre 1864 stellen die Nationalhymne Luxemburgs dar.

Das Wappen und die Flagge stehen seit 1972 unter Gesetzesschutz, die Nationalhymne ist gegen jeden nicht autorisierten Gebrauch seit 1993 geschĂŒtzt.

Staatsoberhaupt

Artikel 3 der aktuellen Verfassung des Großherzogtums Luxemburg legt fest: „Die Krone des Großherzogtums ist erblich in der Familie Nassau, und zwar in GemĂ€ĂŸheit des Vertrages vom 30. Juni 1783, des Art. 71 des Wiener Traktates vom 9. Juni 1815 und des Londoner Vertrags vom 11. Mai 1867.“

Der Vertrag vom 30. Juni 1783 ist der Nassauische Erbverein, durch den das Großherzogtum Luxemburg bis heute jeweils innerhalb der Familie Nassau vererbt wird.

Staatsoberhaupt und Großherzog von Luxemburg ist seit 7. Oktober 2000 Henri von Nassau. Er ist verheiratet mit Maria Teresa. Der Großherzog verfĂŒgt formal ĂŒber weitreichende exekutive und legislative Befugnisse; er ernennt und entlĂ€sst die Regierung, vollzieht alle Gesetze, nimmt aber faktisch nahezu ausschließlich reprĂ€sentative Aufgaben wahr. Der Großherzog ist ĂŒberparteilich. Von seinem Recht, die Abgeordnetenkammer (das Parlament) aufzulösen, hat er noch keinen Gebrauch gemacht. Ihm ist es nicht erlaubt, eigene Verlautbarungen ohne Zustimmung der Regierung Luxemburgs zu veröffentlichen.

2008 weigerte Henri sich, ein Gesetz die Sterbehilfe betreffend zu unterzeichnen. Um die Staatskrise rasch zu beheben, wurde der Großherzog durch VerfassungsĂ€nderung davon entbunden, Gesetze zu sanktionieren. Seine Aufgabe beschrĂ€nkt sich seitdem nur noch auf das „Promulgieren“ der Gesetze. Nach Auffassung des Verfassungsrechtlers Francis DelpĂ©rĂ©e hĂ€tte der Großherzog nur mit EinverstĂ€ndnis eines Regierungsmitgliedes die Befugnis gehabt, das Inkrafttreten eines Gesetzes zu verhindern. Zuletzt war der großherzogliche Hof, insbesondere Großherzogin Maria Teresa, Kritik ausgesetzt, da laut dem Bericht eines von der luxemburgischen Regierung eingesetzten Sonderermittlers die finanziellen VerhĂ€ltnisse und die Personalpolitik am Hof als ungeregelt und intransparent galten.

Wappen des Monarchen

Regierung und Staatsrat

Die exekutive Gewalt wird vom Großherzog und der Regierung ausgeĂŒbt. Die Regierung setzt sich zusammen aus dem Premierminister, der den traditionellen Titel Staatsminister fĂŒhrt, sowie fĂŒnfzehn Ministern und drei StaatssekretĂ€ren.

Seit dem 4. Dezember 2013 ist Xavier Bettel von der Demokratischen Partei (DP) Staats- und Premierminister. Er fĂŒhrt eine Koalition aus seiner DP mit der LSAP und den GrĂŒnen. Jean Asselborn (LSAP) ist Außenminister, Pierre Gramegna (DP) Finanzminister. Siehe Regierung Bettel-Schneider/Kersch-Braz/Bausch.

Siehe auch: Liste der Premierminister von Luxemburg, Liste der Außenminister Luxemburgs, Liste der Verkehrsminister Luxemburgs, Liste der Verteidigungsminister Luxemburgs

Der Staatsrat ist ein beratendes Organ, das aus 21 Mitgliedern besteht. Das Nominierungsverfahren ist nicht in der Verfassung geregelt, sondern lediglich in einem Gesetz. Der Staatsrat wirkt bei der Gesetzgebung mit. Seine Opposition formelle bei GesetzentwĂŒrfen hat eine auf drei Monate begrenzte aufschiebende Wirkung. Seit 2016 steht Georges Wivenes an der Spitze.

Parlament

Die Abgeordnetenkammer (Chambre des DĂ©putĂ©s, auf Luxemburgisch „Chamber“) hat 60 Sitze. Ihr PrĂ€sident ist zurzeit Fernand Etgen (DP). Die Deputierten werden in nationalen Wahlen auf die Dauer von fĂŒnf Jahren bestellt.

Seit der Wahl zur Abgeordnetenkammer vom 14. Oktober 2018 setzt sich diese wie folgt zusammen (Sitzzahl von 2013 in Klammern):

CSV 21 (23), LSAP 10 (13), DP 12 (13), Déi Gréng 9 (6), ADR 4 (3), Déi Lénk 2 (2), Pirate 2 (0).

Politische Indizes

Wahlen

Die Wahlen zum nationalen Parlament finden alle fĂŒnf Jahre nach dem VerhĂ€ltniswahlrecht statt. Das Land ist in vier Wahlbezirke mit unterschiedlicher Abgeordnetenzahl eingeteilt, um so der Bevölkerungsverteilung des Landes gerecht zu werden (Norden [9], Osten [7], Zentrum [21] und SĂŒden [23]). Die Grenzen der Wahlbezirke sind fast identisch mit denen der drei Distrikte, mit dem Unterschied, dass der Distrikt von Luxemburg-Stadt noch einmal unterteilt ist (Distrikt Diekirch = Nord, Distrikt Grevenmacher = Ost, Distrikt Luxemburg [Kanton Luxemburg-Stadt und Mersch] = Zentrum und Distrikt Luxemburg [Kanton Esch und Capellen] = SĂŒden). Die WĂ€hler haben entsprechende Stimmenzahlen und können ihre Stimmen entweder kumulieren (alle Stimmen an eine Partei) oder panaschieren (Personenwahl, maximal zwei Stimmen pro Kandidat). Seit 1919 besteht Wahlpflicht fĂŒr alle BĂŒrger ĂŒber 18 Jahre. Dies gilt auch fĂŒr jeden, der in das luxemburgische WĂ€hlerverzeichnis eingetragen ist und in Luxemburg wohnt.

Schon der FontagnĂ©-Bericht hatte es als unausweichlich befunden, um das Land aus der Reform-Sackgasse zu fĂŒhren, die Frage der doppelten Staatsangehörigkeit sowie der Ausweitung der politischen Beteiligung auf die politische Tagesordnung zu setzen. Nach einer ASTI-Studie aus dem Jahr 2009 schĂ€tzen 79 % der luxemburgischen sowie der auslĂ€ndischen Wohnbevölkerung Luxemburg als ihr bevorzugtes Wohnland. Doch wĂ€hrend 90 % der befragten AuslĂ€nder fĂŒr das kommunale Wahlrecht sind, befĂŒrworten es nur 68 % der Luxemburger. Dies ungeachtet der Tatsache, dass das kommunale Wahlrecht fĂŒr ansĂ€ssige EU-AuslĂ€nder schon lĂ€ngst gesetzlich verankert ist. Noch weniger, nĂ€mlich nur 48 % der befragten Luxemburger, können sich ein Wahlrecht fĂŒr auslĂ€ndische Einwohner auf nationaler Ebene vorstellen. 66 % derselben sind sogar bereit, sich einem Szenario zu widersetzen, wonach auslĂ€ndische MitbĂŒrger in das nationale Parlament gewĂ€hlt werden könnten. Seit 2011 können auch AuslĂ€nder ein Amt im Schöffenrat bekleiden und somit auch BĂŒrgermeister werden.

Am 7. Juni 2015 fand ein konsultatives Verfassungsreferendum ĂŒber die Frage, ob auslĂ€ndische MitbĂŒrger unter bestimmten Bedingungen zu Wahlen zum nationalen Parlament mitwĂ€hlen dĂŒrfen, statt. Außerdem wurde ĂŒber eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahren und ĂŒber die Begrenzung der Amtszeit von Ministern auf 10 Jahren abgestimmt. In einer reprĂ€sentativen Umfrage im Mai 2015 lehnte eine Mehrheit der befragten Luxemburger ein AuslĂ€nderwahlrecht sowie ein Wahlrecht ab 16 Jahren ab. Die Begrenzung der Amtszeit fĂŒr Minister befĂŒrwortete dagegen eine knappe relative Mehrheit. Alle drei Referendumsfragen wurden von einer deutlichen Mehrheit der WĂ€hler abgelehnt: 81 % waren gegen die Absenkung des Wahlalter, 79 % gegen ein AuslĂ€nderwahlrecht und 70 % gegen die Amtszeitbegrenzung fĂŒr Minister.

Politische Parteien

Seit dem 4. Dezember 2013 regieren die liberale Demokratische Partei (DP) (DĂ©i Blo), die Luxemburger Sozialistische Arbeiterpartei (LSAP) (DĂ©i Roud) und die GrĂŒnen (DĂ©i GrĂ©ng) in einer Koalition. In der Opposition befindet sich die langjĂ€hrige konservative Regierungspartei Christlich Soziale Volkspartei (CSV) (DĂ©i Schwaarz), die rechtskonservative Alternative Demokratische Reformpartei (ADR) sowie Die Linke (DĂ©i LĂ©nk). Die Kommunistische Partei Luxemburgs (KPL), die Partei fĂŒr Integrale Demokratie (PID) und die Konservativen (DĂ©i Konservativ) sind nicht im Parlament vertreten.

Seit den Legislativwahlen am 14. Oktober 2018 sind auch die Piraten (Piratenpartei) mit 2 Sitzen vertreten. Die PID hatte vorher beschlossen, mit der Piratenpartei zusammen auf einer Liste anzutreten.

Rechtsordnung und Justiz

Das luxemburgische Privatrecht wurzelt in dem unter Napoleon Bonaparte entstandenen französischen Code civil. Zusammen mit dem französischen und belgischen Recht gehört es zu den am engsten an das napoleonische Zivilrecht angelehnten System des romanischen Rechtskreises. Auch das Strafrecht ist stark vom französischen Vorbild beeinflusst. Hingegen entsprechen das Verwaltungsrecht und das Einkommensteuerrecht eher dem deutschen Vorbild. Die Rechtssprache ist Französisch; Gerichtssprachen Luxemburgisch, Deutsch und/oder Französisch, je nach dem einzelnen Fall.

Im Großherzogtum gibt es drei Friedensgerichte (in Esch an der Alzette, Luxemburg und Diekirch), zwei Bezirksgerichte (in Luxemburg und Diekirch) und einen Obersten Gerichtshof, der den Berufungsgerichtshof und den Kassationshof umfasst. In Straf- und Zivilsachen ist der Kassationshof die höchste Rechtsprechungsinstanz im Land. Des Weiteren gibt es ein Verwaltungsgericht und einen Verwaltungsgerichtshof, sowie einen Verfassungsgerichtshof. Das Verwaltungsgericht sowie der Verwaltungsgerichtshof sind auf dem Kirchberg angesiedelt worden, die restlichen Gerichte in der Stadt Luxemburg haben ihren Sitz in der CitĂ© judiciaire, auf dem Heilig-Geist-Plateau.

Staatshaushalt

Dank höher ausgefallener Steuereinnahmen konnte Luxemburg sein globales Defizit der öffentlichen Kassen im Jahr 2010 auf 709 Millionen Euro zurĂŒckfahren. Die Staatsverschuldung liegt somit noch bei 18,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit ist Luxemburg eines der am niedrigsten verschuldeten LĂ€nder Europas.

Bei den gesamten öffentlichen Haushalten – also fĂŒr Staat, Gemeinden und Sozialversicherung – ergab sich im Jahr 2010 ein Defizit von 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit hĂ€lt Luxemburg die Maastricht-Kriterien ein, die maximal drei Prozent Defizit erlauben.

Neben verschiedenen Verkehrssteuern erzielt der Staat einen Großteil seiner Einnahmen aus den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag: Hierzu zĂ€hlen die Einkommen-, die Körperschaft- sowie die Gewerbesteuer.

Investmentfonds sind in Luxemburg von Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Vermögenssteuer befreit. Die Vermögenssteuer ist seit dem Jahr 2006 außerdem fĂŒr natĂŒrliche Personen abgeschafft. Erbschaftssteuer wird nur beim Tod eines Einwohners des Landes fĂ€llig. GebietsansĂ€ssige zahlen auf KapitalertrĂ€ge außerdem zehn Prozent Quellensteuer.

Mit einem Spitzensteuersatz von 42 % fĂŒr natĂŒrliche Personen hat Luxemburg einen ĂŒberdurchschnittlichen privaten Einkommensteuersatz innerhalb der EuropĂ€ischen Union (zum Vergleich hat beispielsweise Bulgarien einen Einheitssteuersatz von 10 %).

Der Körperschaftsteuersatz ist mit 17 % (bzw. 15 % bei UmsĂ€tzen bis 175.000 €) sowie einem Zuschlag von 7 % fĂŒr den Arbeitslosenfonds auch ĂŒber den Durchschnitt der EuropĂ€ischen Union.

Zum 1. Januar 2015 wurde der regulÀre Mehrwertsteuersatz von 15 auf 17 Prozent erhöht.

MilitÀr

Nach dem Londoner Vertrag 1867 sollte das Großherzogtum Luxemburg nicht nur neutral, sondern auch unbewaffnet sein. Aufgrund der Erfahrungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg – Luxemburg wurde trotz seines Status der immerwĂ€hrenden NeutralitĂ€t in beiden Kriegen von deutschen Truppen besetzt – gab es diese Position im Jahr 1948 auf. Eine großherzogliche Verordnung, die am 30. November 1944 die NeutralitĂ€t fĂŒr beendet erklĂ€rte und eine allgemeine Wehrpflicht eingefĂŒhrt hatte, wurde 1948 durch das Parlament bestĂ€tigt. Die allgemeine Wehrpflicht wurde jedoch 1967 wieder abgeschafft und durch einen freiwilligen Wehrdienst ersetzt.

Die StreitkrĂ€fte Luxemburgs bestehen heute aus der rund 1000 Mitglieder starken LĂ«tzebuerger ArmĂ©i (Luxemburger Armee), die in ein Infanteriebataillon und zwei AufklĂ€rungskompanien gegliedert ist. See- oder LuftstreitkrĂ€fte gibt es nicht, lediglich die AWACS-AufklĂ€rungsflotte der NATO ist in Luxemburg registriert. Jeder EU-BĂŒrger, der seit mindestens drei Jahren in Luxemburg lebt und die Nationalsprache Luxemburgisch wenigstens versteht, kann in Luxemburg zur Armee gehen, ohne seine NationalitĂ€t wechseln zu mĂŒssen. Wer sich freiwillig zur Ableistung des Wehrdienstes entscheidet, hat erleichterten Zugang zum unteren Staatsdienst, beispielsweise Polizei, Zoll oder Strafvollzug.

Luxemburg beteiligt sich an diversen internationalen Friedensmissionen:

  • NATO-Einsatz KFOR im Kosovo mit 29 Soldaten
  • EUFOR in Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Kongo und im Tschad
  • ISAF-Mission in Afghanistan mit neun Soldaten
  • UNIFIL-Mission im Libanon

Im Jahr 2003 hatte die Luxemburger Regierung zusammen mit Belgien je zur HĂ€lfte einen MilitĂ€r-Airbus A400M bestellt, der ursprĂŒnglich nach dem Gesetz vom 21. MĂ€rz 2005 120 Millionen Euro kosten sollte. Zurzeit ist mit einer Verteuerung um 25 % zu rechnen. Auch der Liefertermin ist drei Jahre hinausgeschoben worden. Dennoch sind im Finanzplan der Regierung fĂŒr 2009 1,9 Millionen Euro und fĂŒr 2010 1,6 Millionen Euro zur Anschaffungsfinanzierung vorgesehen. Der Bau eines eigenen Hangars oder einer militĂ€rischen Startbahn wird im Großherzogtum Luxemburg nicht erfolgen – stattdessen soll die Maschine im Königreich Belgien stationiert werden.

Polizei

Die Police grand-ducale (auch Police LĂ«tzebuerg genannt) ist als Organ der Exekutive fĂŒr die innere Sicherheit, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und die Durchsetzung der Gesetze verantwortlich. Es gibt Circonscriptions rĂ©gionales (Polizeidirektionen) in Luxemburg-Stadt, Diekirch, Esch/Alzette, und Grevenmacher. DarĂŒber hinaus gibt es die nationalen Sondereinheiten Service de Police Judiciaire (Kriminalpolizei), UnitĂ© Centrale de Police de la Route (Verkehrs- und Autobahnpolizei sowie motorisierte Eskorte), UnitĂ© Centrale de Police Ă  l’AĂ©roport (Flughafenpolizei), UnitĂ© de Garde et d'Appui OpĂ©rationnel (Bereitschaftspolizei), École de Police (Polizeischule) und UnitĂ© SpĂ©ciale (Spezialeinheit). Die Spitzeneinheit der Polizei ist die Direction GĂ©nĂ©rale.

Seit Ende 2010 ist ein Großteil der nationalen Sondereinheiten und die Direction GĂ©nĂ©rale der Police Grand-Ducale in neue RĂ€ume im Findel Business Center nahe dem Flughafen Luxemburg umgezogen. Bis dahin waren die Polizisten in GebĂ€uden auf Verlorenkost untergebracht, die teilweise aus den 1950er-Jahren stammten und von der ehemaligen Gendarmerie unter anderem auch als Kasernen genutzt wurden. Die RĂ€ume im Findel Business Center liegen auf KalchesbrĂŒck und sind auf bis zu 400 Personen ausgelegt.

Nachrichtendienst

Der Service de Renseignement de l’État (SRE) ist der Nachrichtendienst Luxemburgs. Er soll Informationen sammeln und auswerten, um einer Bedrohung des luxemburgischen Territoriums, seiner VerbĂŒndeten oder internationaler Einrichtungen, die ihren Sitz in Luxemburg haben, vorzubeugen. Dazu gehört auch die GefĂ€hrdung kritischer Infrastruktur, insbesondere der Energie- und Wasserversorgung, des Straßenverkehrs und der Informationstechnik.

Außenpolitik

Luxemburg ist Sitz wichtiger europĂ€ischer Institutionen wie des EuropĂ€ischen Gerichtshofs, des EuropĂ€ischen Rechnungshofs, der EuropĂ€ischen Investitionsbank und des Sekretariat des EuropĂ€ischen Parlaments und gehört ebenfalls zu den GrĂŒnderlĂ€ndern der EuropĂ€ischen Union.

Luxemburg ist aktiver Mitgestalter der Politik der EuropĂ€ischen Union. Es legt auch EU-intern großen Wert auf eine angemessene Beteiligung der kleineren EU-Mitgliedstaaten, sowie an Reformen als auch an der Weiterentwicklung der EU-Institutionen. Das Land ist leidenschaftlicher BefĂŒrworter der europĂ€ischen Zusammenarbeit und ratifizierte als erster Staat den Vertrag von Maastricht.

Im Jahr 1986 wurde das „Volk Luxemburgs“ mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Damit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu ĂŒberzeugten EuropĂ€ern der ersten Stunde zĂ€hlen und luxemburgische Politiker wichtige BeitrĂ€ge zur europĂ€ischen Einigung geleistet haben. Der Text auf der Medaille, die Großherzog Jean stellvertretend fĂŒr seine StaatsbĂŒrger ĂŒberreicht wurde, lautet: „Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.“

Politische Beziehungen zu Deutschland

Die Pflege guter Nachbarschaft mit Deutschland, Frankreich und Belgien hat fĂŒr Luxemburg PrioritĂ€t. Luxemburg versteht sich dabei als Gravitationszentrum der kulturell und wirtschaftlich florierenden Großregion Saar-Lor-Lux, zu der auch Trier und die belgische Wallonie zĂ€hlen. 150.000 GrenzgĂ€nger aus Lothringen, Wallonien, dem Saarland, der Region Trier und der Eifel (insgesamt 36.000 aus Deutschland) arbeiten in Luxemburg. Die wichtigsten Bereiche der grenzĂŒberschreitenden Kooperation sind Raumordnung, Arbeitnehmermigration, Zivilschutz, Kultur, Tourismus und Verkehr. Auf europĂ€ischer Ebene sind die politischen Interessen Luxemburgs ebenso zu großen Teilen eng mit den deutschen verzahnt.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Luxemburg und Deutschland sind intensiv: Deutschland ist fĂŒr Luxemburg der grĂ¶ĂŸte Abnehmer luxemburgischer Exportwaren und zugleich einer der wichtigsten Lieferanten des Großherzogtums fĂŒr ImportgĂŒter: circa 25 Prozent der Einfuhren kommen aus Deutschland. Von den 149 Luxemburger Banken sind 45 Niederlassungen deutscher Kreditinstitute. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Großregion Saar-Lor-Lux nimmt stetig zu.

Kulturelle Beziehungen zu Deutschland

Deutschland und Luxemburg verbinden vielfĂ€ltige Kulturbeziehungen. Luxemburg mit der Großregion war 2007 EuropĂ€ische Kulturhauptstadt: Zahlreiche Projekte unterstrichen die engen kulturpolitischen Beziehungen. Die Zusammenarbeit in der Großregion wird auch nach dem Kulturjahr fortgesetzt. Auf den Gebieten Kunst, Theater, Literatur, Musik, Forschung und Wissenschaft gibt es regen Austausch. Die luxemburgischen Medien berichten regelmĂ€ĂŸig ĂŒber kulturelle Veranstaltungen in Deutschland. Aufgrund des problemlosen sprachlichen Zugangs finden das deutsche Fernsehen und die deutschen Printmedien in Luxemburg eine große Verbreitung. Am 27. August 2007 wurde das deutsch-luxemburgische Schulprojekt, „Schengen-Lyzeum“, im grenznahen, saarlĂ€ndischen Perl eröffnet. Über 300 SchĂŒler in fĂŒnf Klassen erhalten in Deutsch, Französisch und Luxemburgisch Unterricht von LehrkrĂ€ften aus beiden LĂ€ndern.

Großregion

Luxemburg sieht sich im Mittelpunkt einer großstĂ€dtischen, wirtschaftlichen sowie verkehrsgeografischen Agglomeration, die weit ĂŒber die nationalen Grenzen hinausreicht. Der unverkennbaren Tatsache wurde politisch durch die GrĂŒndung von Formen der grenzĂŒberschreitenden Zusammenarbeit wie der Großregion Rechnung getragen. Die wirtschaftliche Interdependenz dieses Ballungsraumes wird insbesondere durch die auf das Lohn- bzw. PreisgefĂ€lle relativ schnell reagierende MobilitĂ€t auf dem Arbeitsmarkt und dem Wohnungsmarkt sichtbar.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

  • Benelux
  • Übereinkommen der Vereinten Nationen zur BekĂ€mpfung der WĂŒstenbildung (UNCCD)
  • EuropĂ€ische Union (EU)
  • Europarat
  • EuropĂ€ische Patentorganisation (EPO)
  • ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO)
  • Internationale Arbeitsorganisation (IAO)
  • Internationale Atomenergieorganisation (IAEA)
  • Internationale Fernmeldeunion (ITU)
  • Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO)
  • Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO)
  • Internationaler WĂ€hrungsfonds (IWF)
  • Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO)
  • Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
  • Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
  • Organisation der Vereinten Nationen fĂŒr Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO)
  • Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)
  • Vereinte Nationen (UNO)
  • Weltbank
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO)
  • Welthandelsorganisation (WTO)
  • Weltorganisation fĂŒr Meteorologie (WMO)
  • Weltpostverein (UPU)

Bildung

Schulsystem

In Luxemburg besteht eine Schulpflicht von zwölf Jahren, vom 4. bis zum 16. Lebensjahr:

  • Grundschule von drei bis elf Jahre, unterteilt in vier Zyklen:
    • Zyklus 1: drei bis fĂŒnf Jahre; dies beinhaltet die fakultative frĂŒhkindliche Erziehung (Ă©ducation prĂ©coce) sowie die Vorschule (Ă©ducation prĂ©scolaire);
    • Zyklus 2: sechs bis acht Jahre;
    • Zyklus 3: acht bis zehn Jahre;
    • Zyklus 4: zehn bis zwölf Jahre; die Zyklen 2 bis 4 entsprechen der PrimĂ€rschule (enseignement primaire);
  • Sekundarunterricht (enseignement postprimaire) bis mindestens 16 Jahre.

Der Alphabetisierungsgrad betrĂ€gt 100 Prozent. Das luxemburgische Schulwesen kennt mehrere Probleme wie beispielsweise den großen Aufwand fĂŒr den Sprachunterricht in Deutsch, Französisch und Englisch sowie einen hohen Anteil auslĂ€ndischer SchĂŒler, besonders aus romanischen LĂ€ndern, die am Deutschunterricht scheitern.

Seit 1999 gibt es die fakultative einjĂ€hrige frĂŒhkindliche Erziehung (Ă©ducation prĂ©coce) vor der obligatorischen zweijĂ€hrigen Vorschule (Ă©ducation prĂ©scolaire); dieser erste Zyklus der Grundschule soll eine bessere Sozialisation sowie eine sprachliche, soziale und schulische Integration ermöglichen.

Nach dem vierten Zyklus entscheidet eine Orientierungskommission ĂŒber den avis d’orientation. Sind die Eltern damit nicht einverstanden, können sie das Kind zu einem examen de recours anmelden. Es stehen zwei mittlere Bildungswege offen:

  • Das (allgemeinbildende oder klassische) Lyzeum (enseignement secondaire classique) (33 Prozent der SchĂŒler). Der Abschluss nach sieben Jahren (7.–13. Klasse) besteht aus dem diplĂŽme de fin d’études secondaires, das den Zugang zum UniversitĂ€tsstudium ermöglicht. Die letzten drei Jahre werden hier in sogenannten Sektionen, die fachrichtungsspezialisierten Unterricht bieten, absolviert. Es gibt sieben Sektionen (section A: Sprachen, section B: Mathematik-Informatik, section C: Naturwissenschaften-Mathematik, section D: Wirtschaft-Mathematik, section E: Kunst, section F: Musik, section G: Geistes- und Sozialwissenschaften), die die SchĂŒler nach Belieben (und Qualifikation) auswĂ€hlen können.
  • Das technische Lyzeum (Enseignement secondaire technique) (67 % der SchĂŒler), das sich aufteilt in:
    1. das RĂ©gime technique, das in der Regel sieben Jahre dauert (7.–13. Klasse), und zur allgemeinen Hochschulreife fĂŒhrt. SchĂŒler, in der Fachrichtung Division des professions de santĂ© et des professions sociale machen gleichzeitig eine Ausbildung zum Krankenpfleger oder zum Erzieher und schließen erst in der 14. Klasse ab.
    2. die Formation professionnelle initale endet je nach belegten Modulen mit einem berufsqualifizierenden Diplom, dem DAP (DiplĂŽme d’aptitude professionnelle) (10.–12. Klasse) oder einem Technikerdiplom (DiplĂŽme de Technicien) (10.–13. Klasse) ab. Das Technikerdiplom fĂŒhrt je nach abgeschlossenen Modulen zur Fachhochschulreife.
    3. die Formation professionnelle de base fĂŒhrt zu einem berufsqualifizierenden Zertifikat, dem CCP (Certificat de capacitĂ© professionnelle) (10.–12. Klasse).
    4. das RĂ©gime prĂ©paratoire, vergleichbar mit der Hauptschule in Deutschland, bereitet die SchĂŒler von der siebten bis zur neunten Klasse auf eine Berufsausbildung in der Formation professionnelle de base oder Formation professionnelle initale vor.

Es ist relativ schwer, von einer Schulform in die nĂ€chsthöhere ĂŒberzuwechseln, sei es vom RĂ©gime prĂ©paratoire in die allgemeinbildenden Klassen des technischen Lyzeums, sei es vom technischen Lyzeum ins klassische Lyzeum.

In der Abitur-Endnote der SchĂŒler im klassischen Lyzeum und der SchĂŒler im RĂ©gime Technique des technischen Lyzeums sind die Noten des letzten Jahres zu einem Anteil von einem Drittel und die Noten der AbiturprĂŒfungen zu einem Anteil von zwei Dritteln enthalten. Die AbiturprĂŒfungen werden typischerweise innerhalb von zwei Wochen in allen im letzten Schuljahr belegten FĂ€chern (je nach Sektion zwischen 9 und 14) geschrieben und sind vom Datum her die spĂ€testen in der EU.

Das Bildungswesen hĂ€lt nach dem sogenannten „Sozialbudget“ mit 11,5 Prozent den zweitgrĂ¶ĂŸten Anteil des Staatshaushaltes. Dennoch hat Luxemburg in der PISA-Untersuchung schlechter abgeschnitten als z. B. Deutschland.

2004/2005 waren ungefĂ€hr 33,3 % aller SchĂŒler in der sechsten Klasse der Grundschule AuslĂ€nder. Die Verteilung der obersten Grundschulklasse beim Wechsel ins enseignement secondaire war wie folgt:

Überweisung ins lycĂ©e classique (Gymnasium; 1945 SchĂŒler)

  • AuslĂ€nder: 19,7 %
  • Luxemburger: 80,3 %

Überweisung ins lycĂ©e technique (Realschule/Hauptschule; 2349 SchĂŒler; ohne Modulaire)

  • AuslĂ€nder: 41,5 %
  • Luxemburger: 58,5 %

Überweisung ins modulaire (Hauptschule/Sonderschule; 295 SchĂŒler)

  • AuslĂ€nder 56,3 %
  • Luxemburger 43,7 %

Wiederholung der 6. Grundschulklasse (34 SchĂŒler)

  • AuslĂ€nder 44,1 %
  • Luxemburger 55,9 %

Die Tatsache, dass es nur wenige AuslĂ€nder in die höheren Schullaufbahnen schaffen und dass es offensichtliche Integrationsprobleme in der Schule gibt, wurde ab den 1970er Jahren erkannt, jedoch waren Gegenmaßnahmen bis jetzt nicht erfolgreich. In den meisten Schulen existiert eine große Kluft zwischen den luxemburgischen SchĂŒlern sowie Deutschen, NiederlĂ€ndern und EnglĂ€ndern mit der Hauptsprache Deutsch und den auslĂ€ndischen SchĂŒlern mit der Hauptsprache Französisch; das sind vor allem Portugiesen, Franzosen, Italiener und Kapverdianer.

Nach einer positiven Entwicklung zwischen 2003 und 2007 ist die Zahl der Schulabbrecher wiederum angestiegen. Genau 1928 SchĂŒlern gelang es im Schuljahr 2007/08 nicht, die Sekundarstufe mit einem Zeugnis abzuschließen. Nicht mehr als ein Zehntel von ihnen hat einen Arbeitsplatz gefunden. WĂ€hrend der Schuljahre 2008 bis 2010 ist die Abbruchquote auf 9 % der GesamtschĂŒlerzahl zurĂŒckgegangen.

Hochschulwesen

Seit 2003 gibt es in Luxemburg eine eigenstĂ€ndige UniversitĂ€t, die sich als mehrsprachig, international und forschungszentriert versteht und zum Wintersemester 2012/2013 rund 6200 Studenten zĂ€hlte. In den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Recht, Wirtschaft sowie Sozial- und Erziehungswissenschaften, Geschichte, Politikwissenschaften, Philosophie und Mehrsprachigkeit werden inzwischen in drei FakultĂ€ten Studenten ausgebildet. Die UniversitĂ€t Luxemburg bietet Bachelor- und MasterstudiengĂ€nge an und betreut Doktoranden. Der Großteil der StudiengĂ€nge kann mittlerweile vollstĂ€ndig bis zum Abschluss in Luxemburg studiert werden. FĂŒr Bachelor-Studenten ist jedoch ein mindestens einsemestriger Auslandsaufenthalt obligatorisch. Dabei spielen besonders belgische, französische und deutsche UniversitĂ€ten eine wichtige Gastgeberrolle. Mittlerweile unterhĂ€lt die UniversitĂ€t Luxemburg allerdings Partnerschaftsabkommen fĂŒr den Austausch von Studenten und Forschern mit rund 50 Hochschulen in 15 LĂ€ndern, darunter China, den USA und Kanada.

In Kooperation der UniversitÀt Luxemburg mit dem Luxembourg Institute of Health (LIH) sind Forschung und Promotion in Medizin, unter anderem im Bereich der modernen Molekularmedizin, möglich.

Weiterhin wurde im Jahr 2012 die staatlich anerkannte und akkreditierte private UniversitĂ€t eufom (European University for Economics & Management) eingerichtet. Das europĂ€isch konzipierte Studium der eufom University richtet sich gezielt an BerufstĂ€tige und Auszubildende der Großregion und des Großherzogtums Luxemburg, die sich neben ihrer unternehmerischen oder betrieblichen TĂ€tigkeit akademisch qualifizieren wollen. Unterrichtssprachen sind Deutsch (Bachelor) und Englisch (Master).

Im September 2016 haben die luxemburgische Handelskammer (Chambre de Commerce) und die luxemburgische Handwerkskammer (Chambre des Métiers) die ISEC Hochschule der Wirtschaft als eigenstÀndige universitÀre Nachfolgeinstitution der eufom ins Leben gerufen. Die ISEC ist staatlich anerkannt und akkreditiert.

Die DTMD University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry, eine ISO-zertifizierte private Hochschule luxemburgischen Rechts, hat ihren Hauptsitz im Schloss in Wiltz, einen zweiten Campus in Echternach und ein Studentensekretariat in Luxemburg. Sie wurde von AndrĂ© Reuter (PrĂ€sident), Ralf Rössler (Dekan) und Daniel Grubeanu (Prodekan Lehre und QualitĂ€tsmanagement) gegrĂŒndet und bietet dezidierte postgraduale, berufsbegleitende StudiengĂ€nge fĂŒr Ärzte, ZahnĂ€rzte und Zahntechniker sowie Curriculare Weiterbildungen fĂŒr Zahntechniker und Ă€rztliches Assistenzpersonal an.

Die UniversitĂ€t Innsbruck und die UniversitĂ€t Wien tragen bereits seit der Zeit Maria Theresias, die damals auch Luxemburgische Herzogin war, den Titel einer „LandesuniversitĂ€t fĂŒr Luxemburg“. Luxemburger Studenten erwerben ihre akademischen AbschlĂŒsse traditionell im Ausland. Etwa 19,6 Prozent der Studenten sind an deutschen Hochschulen (insbesondere technische Fachrichtungen und Naturwissenschaften) eingeschrieben, jeweils 22,6 Prozent sind in Belgien und Frankreich immatrikuliert.

Durch den Aufbau der UniversitĂ€t Luxemburg soll der Forschungsstandort Luxemburg gestĂ€rkt und der Wirtschaftsstandort Luxemburg gefestigt werden. Außerdem sollen vermehrt auslĂ€ndische Studenten nach Luxemburg gelockt werden. Gleichwohl tut sich Luxemburg mit der Anerkennung einiger auslĂ€ndischer AbschlĂŒsse schwer und hat insbesondere mit Absolventen deutscher Fachhochschulen und Berufsakademien Probleme, die zum Beispiel die in der EG-Architekturrichtlinie geforderte vierjĂ€hrige Berufspraxis in Deutschland nicht nachweisen können. Luxemburg hatte mit dem Institut SupĂ©rieur de Technologie eine eigene Fachhochschule, die 2003 in die neu gegrĂŒndete UniversitĂ€t integriert wurde.

FĂŒr die Studienförderung von luxemburgischen Studenten ist die CEDIES zustĂ€ndig. Im Wintersemester 2010/11 fĂŒhrte die Regierung eine elternunabhĂ€ngige Studienförderung ein. Jeder Student, dessen Eltern in Luxemburg arbeiten oder wohnhaft in Luxemburg sind, erhielt jĂ€hrlich 13.000 Euro (davon die HĂ€lfte als Kredit zu zwei Prozent Zinsen). Im Juli 2014 beschloss das Parlament eine Novellierung des Gesetzes. Die neue Förderung besteht aus fĂŒnf Komponenten: eine Basisbeihilfe fĂŒr jeden Studenten (2000 Euro); eine MobilitĂ€tsbeihilfe fĂŒr Studenten, die im Ausland studieren und Miete bezahlen (2000 Euro); eine Sozialbeihilfe, gekoppelt an das Einkommen der Eltern des Studierenden (bis zu 2500 Euro); eine Familienbeihilfe, wenn noch ein Geschwisterteil neben dem Studenten studiert (500 Euro), und ein Kredit in Höhe von bis zu 7000 Euro.

Berufsausbildung

Die Formation professionnelle initale besteht aus drei bis vier zunehmend spezialisierten Orientierungsjahren, gefolgt von zwei AusbildungsgÀngen:

  • Die dreijĂ€hrige handwerkliche und gewerbliche Berufsausbildung erfolgt sowohl nach dem dualen System im Betrieb und im LycĂ©e Technique wie auch auf rein schulischer Basis. Als Abschluss gibt es das technische und berufliche BefĂ€higungsdiplom DAP. Diese Art der Berufsausbildung ist durch einen Mangel an Lehrlingen in vielen Berufszweigen gekennzeichnet.
  • Eine vierjĂ€hrige Technikerausbildung mit Technikerdiplom.

Die Formation professionnelle de base schließt mit einem Zertifikat, dem CCP, ab. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Dieser Ausbildungsweg ist fĂŒr SchĂŒler gedacht, die kein Technikerdiplom oder DAP auf direktem Weg erreichen. Nach dem Erreichen des CCP können die SchĂŒler eine Berufsausbildung in ihrem Handwerk beginnen mit dem Ziel, ein DAP zu erlangen.

Der Enseignement secondaire technique division des professions de santĂ© et des professions sociale (Bildungsweg der technischen Sekundarstufe fĂŒr Berufe des Gesundheits- und Erziehungswesens) bietet unter anderem die Möglichkeit:

  • den Beruf des Erziehers sowie den BAC zu erwerben.
  • den Beruf des Krankenpflegers zu erwerben.

FĂŒr diese muss neben der 13iĂšme noch eine 14iĂšme absolviert werden. FĂŒr den Beruf des Krankenpflegers muss zusĂ€tzlich noch eine 15iĂšme absolviert werden.

Die MeisterprĂŒfung wie die entsprechenden Vorbereitungskurse zum Erwerb des brevet de maĂźtrise werden durch die Handwerkskammer (Chambre des MĂ©tiers) durchgefĂŒhrt.

Wirtschaft

Das durchschnittliche Einkommen ist gemĂ€ĂŸ einer Studie des Statistischen Amts der EuropĂ€ischen Union (Eurostat) zweieinhalbfach so hoch wie jenes des durchschnittlichen EuropĂ€ers. Das durchschnittliche Vermögen eines Haushalts in Luxemburg betrĂ€gt 570.000 Euro, auslĂ€ndische AnsĂ€ssige sind tendenziell deutlich wohlhabender. Dies trifft fĂŒr eine Minderheit der auslĂ€ndischen BĂŒrger zu, da die mit Abstand grĂ¶ĂŸte auslĂ€ndische Gemeinde, die der Portugiesen, zum hohen auslĂ€ndischen Durchschnittsvermögen wenig beitrĂ€gt. Der Kaufkraftstandard eines Luxemburgers liegt bei 253 Prozent des EU-Durchschnitts (Deutschland: 116 Prozent). Das luxemburgische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist, abgesehen von den FĂŒrstentĂŒmern Liechtenstein und Monaco, das höchste weltweit. Der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb des Jahres 2009 in der luxemburgischen Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen, betrĂ€gt 104.512 US-Dollar pro Kopf. Damit liegt Luxemburg in dieser Platzierung deutlich vor Norwegen (79.085 US-Dollar), Katar (68.872 US-Dollar) und der Schweiz (67.560 US-Dollar). Das Bruttoinlandsprodukt der Stadt Luxemburg betrĂ€gt 213 Prozent des EU-Durchschnitts. Nur Greater London (315 Prozent) und die Region BrĂŒssel-Hauptstadt (234 Prozent) weisen höhere Werte auf. Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Luxemburg Platz 19 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 14 von 180 LĂ€ndern.

Die meisten Statistiken bezĂŒglich Luxemburg sind um den Faktor zwei respektive 0,5 verfĂ€lscht. Grund hierfĂŒr ist, dass im Großherzogtum Luxemburg circa die HĂ€lfte aller BeschĂ€ftigten GrenzgĂ€nger und somit Nicht-Einwohner sind, die zusammen mit den Einwohnern das Bruttosozialprodukt in Luxemburg erwirtschaften und die gleichen Steuern und Sozialabgaben wie die Einwohner zahlen. Folglich ergeben sich in solchen FĂ€llen entsprechend verfĂ€lschte Resultate, z. B. beim Bruttosozialprodukt pro Kopf oder der Kaufkraft pro Kopf etc., bei denen nur die eine HĂ€lfte, nĂ€mlich die Einwohner, berĂŒcksichtigt wird, jedoch nicht die andere HĂ€lfte, nĂ€mlich die GrenzgĂ€nger.

Eurostat meldete zum 15. Dezember 2009:

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung wird in Kaufkraftstandards gemessen, um den internationalen Vergleich unter Ausschaltung der Unterschiede im Preisniveau zu ermöglichen. Dieser Quotient ist im Falle Luxemburgs verzerrt, weil ein hoher Anteil der ErwerbstĂ€tigen zwar zur Wertschöpfung des Landes beitrĂ€gt, jedoch als NichtansĂ€ssige nicht im Nenner des Quotienten verbucht sind. Im Jahr 2009 wohnten von den 335.700 im Lande BeschĂ€ftigten nur 188.300 im Lande selbst, die restlichen 147.400 als GrenzgĂ€nger außerhalb des Landes. Noch aus einem anderen Grunde ist diese VerhĂ€ltniszahl nur bedingt brauchbar, um eine Aussage ĂŒber den tatsĂ€chlichen Lebensstandard der luxemburgischen Bevölkerung zu machen: Das Bruttoinlandsprodukt enthĂ€lt Ausgaben wie Bruttoinvestitionen (Produktionsmittel, staatliche Dienstleistungen, 
), die nicht direkt etwas mit dem Verbrauch der privaten Haushalte zu tun haben.

Ein realistischeres Bild ergibt ein Vergleich der BIP pro Kopf der Bevölkerungsstatistik bezogen auf Wirtschaftsregionen, nicht auf Staaten. Auch bei dieser statistischen Vergleichsplatzierung verfÀlschen die Pendlerströme das Bild, weil hier ebenfalls die produktive Leistung der Pendler den Wirtschaftszentren zugeschlagen wird.

Jeweils zum 1. Januar veröffentlicht der amtliche Statistikdienst Statec eine jĂ€hrliche Bestandsaufnahme der Luxemburger Unternehmen, zum einen in alphabetischer Reihenfolge, zum anderen nach Wirtschaftsbranche sortiert. Die American Chamber of Commerce in Luxembourg ASBL (AMCHAM) ist eine Organisation auf freiwilliger Basis, die eine BrĂŒcke zwischen US-amerikanischen Unternehmen und luxemburgischer Wirtschaft schlagen will.

Die Einkommensungleichheit, gemessen anhand des Gini-Koeffizienten, der 2005 gemĂ€ĂŸ der OECD-Untersuchung rund 0,26 betrug, lag (2007?) ĂŒber der von DĂ€nemark und Schweden und unter der Ungleichheit im EU- und OECD-Durchschnitt.

Im Herbst 2008 begann in vielen IndustrielÀndern der Welt eine Wirtschaftskrise. Sie wurde ausgelöst oder verursacht durch die Finanzkrise ab 2007. Diese Wirtschaftskrise verschÀrfte die Staatsschuldenkrise im Euroraum, weil viele EU-Staaten jeweils Milliarden Euro in ihren Bankensektor pumpten, um Bankenpleiten abzuwenden. Die Krise zeigt(e) auf, wie sehr die luxemburgische Wirtschaft vom Finanzsektor abhÀngig ist.

Dienstleistungen

Luxemburg hat aufgrund seiner gĂŒnstigen steuerlichen Rahmenbedingungen und der geographischen NĂ€he zu Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden eine hohe AttraktivitĂ€t fĂŒr internationale Unternehmen im tertiĂ€ren Sektor, insbesondere fĂŒr Banken und Versicherungen. Der Sektor „Finanzdienstleistungen“ trug 2008 etwa 24,9 % (1995: 22,1 %, 2000: 25 %) zur nationalen Bruttowertschöpfung bei; der Sektor „Immobilien, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen“ 20,6 % (1995: 17,2 %; 2000: 18,7 %).

Die meisten der in Luxemburg niedergelassenen großen Unternehmen bieten ihre Dienstleistungen nicht oder nur in geringem Umfang in Luxemburg an, sondern sind vor allem ĂŒber den frei möglichen Dienstleistungsverkehr in anderen Staaten der EuropĂ€ischen Union tĂ€tig.

Als Sitz mehrerer Behörden der EuropÀischen Union hat das Land auch Bedeutung als internationales Verwaltungszentrum.

Finanzplatz

Schwerpunkt der Luxemburger Volkswirtschaft ist der Finanzsektor. Die Entstehung des Finanzplatzes Luxemburg wurde in erster Linie durch vorteilhafte gesetzliche Rahmenbedingungen, eine internationale Ausrichtung und attraktive SteuersĂ€tze begĂŒnstigt („Nischenstrategie“). Seit 1963 hatte die Banco Ambrosiano eine Holdinggesellschaft in Luxemburg. Bereits 1970 war das Gewicht des Finanzsektors in der luxemburgischen Wirtschaft leicht höher als anderswo, doch in der Folgezeit wurde der Finanzsektor zum wichtigsten Motor der luxemburgischen Volkswirtschaft sowie der Großregion.

Die Deutsche Bank grĂŒndete 1970 als erste Auslandstochter die Deutsche Bank Luxembourg S.A., weitere deutsche Geldinstitute wie die Postbank, aber auch internationale Banken folgten und boten spezielle Finanzierungsinstrumente an. 1972 wurde die Bank of Credit and Commerce International (BCCI) gegrĂŒndet.

Am 30. Juni 2010 waren in Luxemburg 149 Banken registriert, fast ausschließlich Tochtergesellschaften oder Niederlassungen großer auslĂ€ndischer Banken aus 25 LĂ€ndern. Die Banken deutscher Provenienz stellten dabei mit 44 Einheiten die bei weitem grĂ¶ĂŸte Gruppe dar. Einer der Hauptpfeiler des Finanzplatzes Luxemburg sind die Fonds. Ende Mai 2010 hatten in Luxemburg mehr als 3500 Investmentfonds (organismes de placement collectif oder kurz „OPC“) ihren GeschĂ€ftssitz. Diese verwalteten insgesamt Anlagegelder in Höhe von ĂŒber 2 Billionen Euro. Damit ist Luxemburg der grĂ¶ĂŸte Fondsstandort Europas; weltweit belegt er hinter den USA den zweiten Platz. Den grĂ¶ĂŸten Marktanteil, gemessen am Anlagevolumen, haben Fondsanbieter aus den USA, Deutschland und der Schweiz. Luxemburg stand 2011 im Schattenfinanzindex des Tax Justice Network auf dem dritten Platz hinter den Cayman Islands und der Schweiz und galt somit als Steueroase.

Die AbhĂ€ngigkeit von den Finanzinstituten stellt zugleich ein großes Risiko fĂŒr die luxemburgische Wirtschaft dar, da im Falle einer Krise des Finanzsektors dadurch auch die Gesamtvolkswirtschaft in grĂ¶ĂŸere Mitleidenschaft gezogen wird. Die EuropĂ€ische Zentralbank und die EuropĂ€ische Kommission warnten Luxemburg bereits deswegen am 1. Oktober 2010. WĂ€hrend 2009 trotz der Finanzkrise seit 2007 die Gewinne der Luxemburger Banken weiter stiegen, nahm die Anzahl der Mitarbeiter und der in Luxemburg tĂ€tigen Banken allerdings ab. Nach Angabe des Zentralbank-Chefs sind die Gewinne im Bankensektor in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 hingegen um 19 Prozent eingebrochen und es habe rund 1000 Entlassungen gegeben.

Luxemburg ist ein Standort fĂŒr RĂŒckversicherungsgesellschaften, der in internationaler Relation keine wichtige Rolle spielt.

Einer Analyse des ComitĂ© pour le dĂ©veloppement de la place financiĂšre zufolge hatte der Finanzsektor im Jahre 2008 einen Anteil von 25 Prozent am Bruttoinlandsprodukt des Landes. Der Finanzplatz beschĂ€ftigte direkt rund 47.700 Mitarbeiter – das entsprach 14 Prozent der GesamtbeschĂ€ftigung – und trug direkt 25 Prozent zum Steueraufkommen des Staates bei.

Im November 2014 gelangten in dem sogenannten Luxemburg-Leaks-Skandal 28.000 Seiten vertraulicher Dokumente im Original an die Öffentlichkeit, welche die Steuervermeidungsmodelle globaler Konzerne dokumentieren. Die Veröffentlichung war von 80 Journalisten in 26 LĂ€ndern monatelang vorbereitet worden.

Logistik

Um die Zusammenarbeit der Akteure in diesem Bereich zu koordinieren, wurde am 2. Dezember 2009 die Vereinigung Cluster for Logistics Luxembourg asbl. gegrĂŒndet.

Der Ausbau des Logistikzentrums Eurohub in Bettemburg kĂ€mpft wie die gesamte Branche mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Diskutiert werden neue Marktnischen, wie eine Freihandelszone oder die Beförderung biomedizinischer Materialien; letzteres auch im Hinblick auf die neugegrĂŒndete Integrated Biobank of Luxembourg (IBBL).

Informations- und Kommunikationstechnik, Medien

2001 wurde von der Regierung der Aktionsplan eLuxembourg verabschiedet, um Luxemburg den Weg in die Informationsgesellschaft zu ebnen. Im Rahmen der seit Mitte der 1970er Jahre betriebenen Diversifikationspolitik hat sich Luxemburg erfolgreich um die Ansiedlung von Spitzentechnologie-Unternehmen bemĂŒht, wie die SES Global (ASTRA-Satelliten) in Betzdorf. Private und öffentliche Forschung werden mit erheblichen Mitteln vom Staat gefördert.

2008 hat der japanische E-Commerce-Gigant Rakuten eine zentrale Koordinationseinheit nach Luxemburg gelegt. Der US-amerikanische Satellitenbetreiber Intelsat hat im Dezember 2009 seinen Unternehmenssitz nach Luxemburg verlegt.

Neben mehreren Einzelunternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche haben Multinationale wie Amazon, eBay, iTunes, PayPal und Skype in Luxemburg ihre Niederlassungen angesiedelt. AOL hat nach zehn Jahren PioniertĂ€tigkeit in Luxemburg diesen Standort 2010 endgĂŒltig aufgegeben.

Artec 3D, ein professioneller Hersteller von 3D-Scanlösungen, ist ein weiteres Unternehmen, das seine GeschÀftstÀtigkeit in Luxemburg aufgenommen hat. Es eröffnete seine Niederlassung im Jahr 2011.

Im MĂ€rz 2009 wurde LU-CIX (LUxembourg Commercial Internet eXchange) zur Entwicklung einer Plattform fĂŒr den elektronischen Handel geschaffen. Die branchenspezifischen Gesetze und Regelungen wurden unter dem Titel „E-Commerce“ versammelt.

LuxConnect S. A. wurde auf Initiative der Regierung Oktober 2006 geschaffen, um eine direkte, redundante Hochgeschwindigkeitsverbindung in Fiberoptik-Breitbandtechnik mit London, Amsterdam, Frankfurt, BrĂŒssel, Paris und Straßburg zu schaffen. Ende 2008 waren die Glasstrecken ins europĂ€ische Ausland in Betrieb.

Um den Zugang existierender und zukĂŒnftiger Internetfirmen zu decken und den Kundenanforderungen zu genĂŒgen, hat P&T Luxembourg Anfang 2007 die Arbeiten an seiner eigenen neuen internationalen Breitbandverbindung TERALINK abgeschlossen. TERALINK verbindet mit mehr als 4500 Kilometer LĂ€nge die Backbones in Amsterdam, BrĂŒssel, London, Paris, Frankfurt am Main, Straßburg und Luxemburg und erlaubt eine Geschwindigkeit von 88 × 100 Gbit/s (ungefĂ€hr 9 Terabit/s). TERALINK basiert auf dem Dichten WellenlĂ€ngen-Multiplex (DWDM) und setzt dazu „Reconfigurable Optical Add-Drop-Multiplexer“ (ROADM) ein. Luxemburg ist mittels Teralink direkt an die wichtigsten Internet-Netzknoten in Europa wie AMS-IX, DE-CIX, BNIX, France IX und LINX angeschlossen. Auf Grundlage dieser Erweiterung wurden die Geschwindigkeitsraten fĂŒr das Herunter- und Hochladen von Daten fĂŒr die Privatnutzer ab Mai 2007 kostenfrei erhöht.

Luxemburg beherbergt derzeit (2011) ungefĂ€hr 20 Datenzentren. Davon sind zwei Datenzentren von ebrc als Tier IV zertifiziert. Das Zertifikat Tier IV ist die höchste Auszeichnung, die es fĂŒr ein Datazentrum gibt.

Als erster Staat der EuropÀischen Union hat Luxemburg die Direktive zur elektronischen Unterschrift umgesetzt. Hierzu wurde LuxTrust SA als Zertifizierungsinstanz geschaffen.

Schwerindustrie und verarbeitende Industrie

Die noch bis in die 1970er Jahre dominierende Schwerindustrie, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem auch mit deutschem Kapital gegrĂŒndet worden war, war der Grundstein zu Luxemburgs Wohlstand und stĂŒtzte sich auf die reichen Erzvorkommen im SĂŒdwesten des Landes. Seit der großen Strukturkrise in den 1970er Jahren macht sie nur noch etwa 30 Prozent der Industrieproduktion aus und hat kontinuierlich an Bedeutung verloren. Eisen- und Stahlindustrie erarbeiten nur mehr 2,7 Prozent der Bruttowertschöpfung. Hauptarbeitgeber war der Stahlkonzern ARBED, der die Stahlkrise um den Preis der Verkleinerung der Belegschaft (von 27.000 in den frĂŒhen 1970er Jahren auf ca. 6700) und rigoroser Modernisierung ĂŒberstehen konnte. Arbed hatte im Januar 2002 mit Usinor (frz.) und Aceralia (span.) eine Fusion zum seinerzeit zweitgrĂ¶ĂŸten Stahlkonzern der Welt Arcelor vollzogen, der 2006 mit Mittal Steel zu dem weltweit grĂ¶ĂŸten Stahlhersteller ArcelorMittal fusionierte.

Hinzugekommen sind mittlerweile seit Mitte der 70er Jahre andere Industrien wie Chemie, insbesondere Autoreifen (Goodyear) und andere Kautschukerzeugnisse, sowie Kunststoffe und Kunstfasern, Maschinen- und Fahrzeugbau, keramische Industrie, Glas, Textilerzeugung und Lebensmittelproduktion. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung belĂ€uft sich auf 6,6 Prozent. Hauptstandort der verarbeitenden Industrie ist immer noch das frĂŒhere Schwerindustrierevier im SĂŒdwesten des Landes mit dem Zentrum bei Esch an der Alzette („Minette“).

Baugewerbe

Mit 6,3 % (im Jahre 2008; 2000: 5,7 %; 1995: 6,5 %) Anteil an der Bruttowertschöpfung ist das Baugewerbe als Wirtschaftszweig von nachgeordneter Bedeutung. Im Konjunkturablauf profitiert es zum einen von der Ansiedlung neuer Industrien, Banken und Versicherungen und der damit einhergehenden Nachfrage nach BĂŒro- und Wohnraum. Zum anderen sind fĂŒr die Branche die staatlichen Investitionen in das Straßen- und Autobahnnetz sowie die weiteren zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes von grundlegender Bedeutung.

Mit dem Institut de formation sectoriel du bĂątiment SA (ISFB) verfĂŒgt dieser Wirtschaftssektor ĂŒber eine spezifische Fortbildungseinrichtung fĂŒr die Berufe innerhalb der Baubranche.

Landwirtschaft

Die Bedeutung der Landwirtschaft (Anteil an der Bruttowertschöpfung: 0,5 Prozent) ist rĂŒcklĂ€ufig, die Zahl der auf dem Lande lebenden Bevölkerung nimmt wie die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe kontinuierlich ab (1980: 5173; 1990: 3803; 2003: 2450; 2010: 2201). DafĂŒr steigt die durchschnittliche BetriebsgrĂ¶ĂŸe (1980: 29,63 ha; 1990: 38,37 ha; 2002: 57,18 ha; 2010: 59,6 ha). Dennoch dominiert der Familienbetrieb. Auf den Bauernhöfen und WeingĂŒtern arbeiten 4489 Menschen (Eurostat 2009); gegenĂŒber 2000 ist dies ein RĂŒckgang um 20 Prozent.

Von der gesamten landwirtschaftlichen NutzflĂ€che von 128.157 ha (2003) werden 43,8 % fĂŒr Acker- und Gartenbau und 50,7 % als Weideland genutzt. Das landwirtschaftliche Einkommen wird ĂŒberwiegend aus Milcherzeugung und Rinderzucht erzielt. FĂŒr den Weinbau werden nur 1,0 % der landwirtschaftlichen FlĂ€che genutzt.

Forschung, Umwelt, Gesundheit

Die Umwelt- und Infrastrukturpolitik der luxemburgischen Regierung ist nach eigenen Angaben auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Der nationale Plan zum Schutz der Umwelt stĂŒtzt sich auf drei Pfeiler:

  • BiodiversitĂ€t, Wald, Boden, Wasser, AtmosphĂ€re, Abfall
  • Wirtschaftliche Effizienz (Industrie, Landwirtschaft, Energie, Transport)
  • Soziale KohĂ€sion (Erhaltung des sozialen Friedens, nationale und internationale SolidaritĂ€t)

Ein WasserGIS wurde im Rahmen des europÀischen Projektes AquaFil durch das Programm InterregIIIC co-finanziert.

Vor dem Verzehr von Fischen aus heimischen GewĂ€ssern wird wegen zu hoher PCB-Belastung gewarnt. Im SĂŒden des Großherzogtums, insbesondere um Esch an der Alzette, gibt es weiterhin erhebliche GefĂ€hrdungsrisiken durch Schadstoffbelastung des Bodens und der Luft, insbesondere mit Blei und mit Dioxinen. Der Verzehr von GemĂŒse aus den betroffenen Gebieten wird des Öfteren behördlich untersagt. In den meisten FlĂŒssen darf wegen fehlender oder unzureichender KlĂ€ranlagen nicht gebadet werden, und es befinden sich lediglich 7 % der nationalen luxemburgischen GewĂ€sser in einem guten Zustand. Luxemburg ist deswegen 2013 vom EuropĂ€ischen Gerichtshof zu einer hohen Geldbuße verurteilt worden.

Laut dem OECD-Bericht Health at a Glance 2011 zĂ€hlt Luxemburgs Gesundheitssystem nach den Ausgaben pro Kopf der Versicherten zu den teuersten aller OECD-Staaten. Die Lebenserwartung bei der Geburt liegt bei 80,7 Jahren. An der Spitze liegt Luxemburg mit der niedrigsten SĂ€uglingssterblichkeit. Stark rĂŒcklĂ€ufig ist die Selbstmordrate (−42 % zwischen 1995 und 2009). Die Sterblichkeit bei Herzinfarkt liegt bei den MĂ€nnern dreimal so hoch wie bei den Frauen. Im Jahre 2009 wurden die Kosten fĂŒr Zahnbehandlung zu 35 % von Patienten getragen; dies ist eine höhere Quote als in den NachbarlĂ€ndern und in der Schweiz.

Am 25. Februar 2010 wurde die Integrated Biobank of Luxembourg (IBBL) eröffnet. Die unabhĂ€ngige, nicht gewinnorientierte Stiftung soll in den nĂ€chsten Jahren bis zu fĂŒnfzig Forscher im Bereich Biomedizin beschĂ€ftigen. Auf sie entfallen 55 Millionen Euro von den 140 Millionen insgesamt, die ĂŒber die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre in diesem Bereich investiert werden sollen.

Das Luxembourg Institute of Health (LIH) in Strassen, nahe der Hauptstadt, erforscht Krankheiten mit dem Ziel, neue, patientenspezifische Therapien sowie innovative AnsÀtze in PrÀvention und Diagnostik zu entwickeln.

Energie

2016 hatte Luxemburg einen Endenergieverbrauch von 4.042.000 Tonnen ÖlĂ€quivalent, der zu 60,3 % fĂŒr den Transportsektor verwendet wurde. Die Industrie benötigte hiervon 16,7 %, Haushalte 12,2 % und der Dienstleistungssektor 10,7 %. Der Rest von knapp 1,5 % entfiel auf die Landwirtschaft. Zur Energiegewinnung setzt Luxemburg noch stark auf Ölprodukte, die 2016 64,2 % des Endenergiebedarfs deckten.

Der Strombedarf wurde 2019 zu 84 % aus Importen, hauptsÀchlich aus Deutschland, gedeckt. Weitere 12 % des Bedarfs wurden in Luxemburg durch erneuerbaren Energien erzeugt.

Außenhandel

Die wichtigsten AusfuhrgĂŒter sind Metalle und Metallerzeugnisse, Maschinen und GerĂ€te, Kunststoff- und Gummierzeugnisse, Transportmaterial, Erzeugnisse aus Stein, Glas, Keramik, chemische Erzeugnisse.

Wichtigste EinfuhrgĂŒter sind Maschinen und Apparate, Erzeugnisse der Eisen- und Stahlindustrie, Transportmaterial, Mineralstoffe einschließlich Mineralölprodukten, chemische Erzeugnisse, Textilerzeugnisse und Bekleidung, Kunststoff- und Gummierzeugnisse.

Die wichtigsten Handelspartner Luxemburgs sind Belgien, Deutschland und Frankreich. In diese LĂ€nder werden rund 60 Prozent exportiert und fast 80 Prozent aus diesen LĂ€ndern importiert. Die Handelsbilanz ist zwar negativ, die Dienstleistungsbilanz dafĂŒr grĂ¶ĂŸer als der Negativsaldo der Handelsbilanz, sodass die Leistungsbilanz positiv ist.

Arbeitsmarkt

Im Vergleich zu seinen NachbarlĂ€ndern weist der Arbeitsmarkt in Luxemburg starke Besonderheiten auf. Er ist gesellschaftspolitisch orientiert am sogenannten „Luxemburger Modell“ von sozialem Dialog und weitgehend durch das geltende Arbeitsrecht geregelt. Durch die Kleinheit und Offenheit der Volkswirtschaft sowie die Mehrsprachigkeit ergeben sich vom europĂ€ischen Durchschnitt abweichende Strukturen, die sich vielfach in einer Segmentierung von Wirtschaft und Gesellschaft Ă€ußern. In Luxemburg ist seit dem 1. Januar 2009 die arbeits- und sozialrechtliche Unterscheidung zwischen „Arbeitern“ (ouvriers) und „Angestellten“ (employĂ©s privĂ©s) aufgehoben; es gibt fortan nur noch „GehaltsempfĂ€nger“ (salariĂ©s). FĂŒr alle BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse ist ein Mindestlohn per Gesetz vorgeschrieben. Seit dem 1. August 2018 betrĂ€gt der Mindestlohn fĂŒr GehaltsempfĂ€nger ab dem Lebensalter von 18 Jahren im Monat 2.048,54 € (unqualifiziert) bzw. 2458,25 € (qualifiziert). Anfang 2018 gab das Statistikamt das monatliche Gehalt mit 4079 Euro an, das man als Familie mit zwei Kindern in Luxemburg braucht, um menschenwĂŒrdig leben zu können.

Das Großherzogtum Luxemburg war der einzige Staat des EuropĂ€ischen Binnenmarkts aus EuropĂ€ischer Union, EuropĂ€ischem Wirtschaftsraum und Schweizerischer Eidgenossenschaft, der bei seiner Arbeitslosenquote die GrenzgĂ€nger nicht berĂŒcksichtigte. Daher lag die Arbeitslosenquote des Großherzogtums Luxemburg aufgrund der vielen GrenzgĂ€nger weit höher als in der offiziellen Arbeitslosenquote des Großherzogtums Luxemburg angegeben. Seit Mai 2012 muss auch das Großherzogtum Luxemburg wie alle anderen Staaten des EuropĂ€ischen Binnenmarkts in seiner Arbeitslosenquote die GrenzgĂ€nger mitberĂŒcksichtigen. Ende 2018 betrug die Arbeitslosenquote 5 %, die Jugendarbeitslosenquote des Großherzogtums Luxemburg im Jahr 2015 betrug 12 %.

Unternehmen

Die grĂ¶ĂŸten Arbeitgeber des Landes nach Anzahl der BeschĂ€ftigten sind (zum 1.1.) 2018: öffentlicher Dienst (27.716), Post Luxembourg (4.480), ArcelorMittal (4.120), Cactus (4.200), CFL (Bahn) (4.260), Stadtverwaltung Luxemburg (4.123), BGL BNP Paribas (3.660), Dussmann Gruppe (3.880), Goodyear (3.450), PwC (2.870), Luxair (2.820), Amazon (2.250), Fondation HĂŽpitaux Robert Schuman (2.240) und Groupe Deloitte (2.140).

Gewerkschaften

Im Jahre 2010 waren geschĂ€tzt ca. 41 % der ansĂ€ssigen BeschĂ€ftigten Mitglied einer Gewerkschaft. Immigranten sind im Vergleich hierzu weniger gewerkschaftlich organisiert; zum einen arbeiten sie in den weniger von den Gewerkschaften erfassten Branchen, zum anderen beteiligen sie sich ĂŒberhaupt weniger am Luxemburger Vereinsleben.

GemĂ€ĂŸ dem Gesetzbuch zum Arbeitsrecht (Code du travail) kann eine Gewerkschaft auf dreierlei Ebenen als „reprĂ€sentativ“ anerkannt werden: a) auf nationaler Ebene, b) in einem wichtigen Wirtschaftssektor, c) in einem Betrieb, falls mindestens 50 % der BeschĂ€ftigten der betreffenden Gewerkschaft einen Auftrag zur Aushandlung eines Tarifvertrags erteilt haben. Im November 2008 erfĂŒllten fĂŒr die folgenden fĂŒnf Jahre sowohl der OGBL und wie der LCGB die Bedingung der nationalen ReprĂ€sentativitĂ€t; die ALEBA die ReprĂ€sentativitĂ€t fĂŒr den Finanzsektor. Nur diese drei Gewerkschaften können fĂŒr den Bereich der Privatwirtschaft KollektivvertrĂ€ge aushandeln, unterzeichnen und einklagen. Da die Gewerkschaften in der so genannten Tripartite mit Regierung und Patronat bei der Wirtschafts-, Sozial- und BeschĂ€ftigungspolitik des Landes zusammenwirken, sollten Gewerkschaften bzw. ihre Spitzenvertreter zur bestmöglichen Interessenvertretung ihrer Mitglieder von Parteien und Regierung unabhĂ€ngig sein, was der OGBL neulich so ausdrĂŒcklich in die Statuten aufgenommen hat.

Die Chambre des SalariĂ©s ist nach der EinfĂŒhrung des Einheitsstatuts (statut unique) aus der Fusion von Chambre du Travail und Chambre des EmployĂ©s PrivĂ©s hervorgegangen. Insgesamt 60 Vertreter auf der Vollversammlung verteilen sich auf neun sozio-professionelle Gruppen. Die Mitglieder der Vollversammlung nach Gewerkschaftszugehörigkeit ergeben sich aufgrund der von den BeschĂ€ftigten der Unternehmen vorgenommenen Sozialwahlen. Acht effektive Sitze entfallen auf die Finanzbranche; davon werden vier von der ALEBA entsandt. Die ĂŒbrigen Gewerkschaften entsenden: OGBL 38, LCGB 15, FNCTTFEL zwei und Syprolux einen Vertreter. Die nach einem besonderen Statut im öffentlichen Dienst BeschĂ€ftigten gehören einer eigenstĂ€ndigen Berufskammer an, der Chambre des fonctionnaires et employĂ©s publics.

Die Liste der Gewerkschaften:

  • Association Luxembourgeoise des EmployĂ©s de Banque et d’Assurance (ALEBA)
  • ConfĂ©dĂ©ration GĂ©nĂ©rale de la Fonction Publique (CGFP)
  • FĂ©dĂ©ration ChrĂ©tienne du Personnel des Transports (FCPT)
  • FĂ©dĂ©ration des EmployĂ©s PrivĂ©s (FEP)
  • FĂ©dĂ©ration GĂ©nĂ©rale de la Fonction Communale (FGFC)
  • FĂ©dĂ©ration Nationale des Cheminots, Travailleurs du Transport, Fonctionnaires et EmployĂ©s Luxembourgeois (FNCTTFEL)
  • GrenzgĂ€nger-Gewerkschaft
  • LĂ«tzebuerger ChrĂ«schtleche Gewerkschafts-Bond (LCGB)
  • Neutralen Handwierker Verband (NHV)
  • Neutralen Zuchpersonal Verband (NZV)
  • Neutral Gewerkschaft LĂ«tzebuerg (NGL-SNEP)
  • OnofhĂ€ngege Gewerkschaftsbond LĂ«tzebuerg (OGBL)

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt sieht fĂŒr 2018 Ausgaben von 25,042 Milliarden Euro vor, dem stehen Einnahmen von 25,689 Milliarden gegenĂŒber. Daraus wird sich ein HaushaltsĂŒberschuss in Höhe von 1,2 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 58,494 Mrd. ergeben.

Die Staatsverschuldung betrĂ€gt fĂŒr 2018 13,296 Mrd. € oder 22,7 % des BIP.

Das Wachstum wird fĂŒr 2018 auf 4,6 % geschĂ€tzt bei einer Inflation von 1,4 %.

Rankings

Das Forschungszentrum GenerationenvertrĂ€ge an der Albert-Ludwigs-UniversitĂ€t in Freiburg, unter der Leitung von Bernd RaffelhĂŒschen, veröffentlicht im Auftrag der Stiftung Marktwirtschaft seit 2006 regelmĂ€ĂŸig eine Generationenbilanz.

Die folgende Tabelle stellt einen internationalen Vergleich der mit Nachhaltigkeitsranking gerechneten Staatsschulden dar, nÀmlich Staatsschuld inklusive der verdeckten Staatsschuld (Basisjahr 2010).

Luxemburg gehört darin zu den Schlusslichtern und belegt den vorletzten Platz, noch hinter Griechenland.

In der Pressemitteilung „EuropĂ€isches Nachhaltigkeitsranking: Italien hui, Luxemburg pfui“ vom 7. Dezember 2011 plĂ€diert die Stiftung Marktwirtschaft angesichts der hohen Gesamtverschuldung der meisten LĂ€nder der Eurozone dafĂŒr, kĂŒnftig auch die verdeckte Staatsschuld in die Liste der StabilitĂ€tskriterien aufzunehmen.

Seit 2011 hat sich das Nachhaltigkeitsdefizit Luxemburgs weiter verschlechtert und ist nun circa dreimal so groß wie das Nachhaltigkeitsdefizit Griechenlands.

Quelle: EU-Kommission, AMECO Database, Eurostat, eigene Berechnungen der Stiftung Marktwirtschaft

Verkehr

Straße

Luxemburg verfĂŒgt ĂŒber ein dichtes Netz von Nationalstraßen (Route Nationale, RN) von 2.908 km LĂ€nge (2015), davon 161 km Autobahnen. Zur KameraĂŒberwachung des Verkehrsflusses auf den Autobahnen ist das Telematik-System CITA installiert; die Echtzeit-Kamerabilder sind samt aktuellen Verkehrsinfos online verfĂŒgbar.

Der Autobahnanschluss zur A 8 nach SaarbrĂŒcken wurde 2003 fertiggestellt (luxemburgisch: A 13). Weiter nördlich fĂŒhrt die deutsche A 64 von Trier nach Luxemburg; sie wird dort als A 1 fortgefĂŒhrt.

Die Nordstrooss genannte A7, die das Gutland und die Minette-Region mit dem Ösling (ÉislĂ©ck) verbindet, wurde im September 2015 eröffnet.

Wegen der gĂŒnstigen Treibstoffpreise ist ein schwunghafter Tanktourismus ĂŒber die Grenzen hinweg entstanden. Dabei wird nicht selten gegen die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (Code de la Route) ĂŒber die maximal zulĂ€ssige Menge an mitgefĂŒhrtem Treibstoff verstoßen.

Eisenbahn

Infrastruktur und Verkehr

Das gesamte Streckennetz Luxemburgs betrĂ€gt 274 km. Der Personenverkehr wird hauptsĂ€chlich von der SociĂ©tĂ© Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL) betrieben. Im GĂŒterfrachtverkehr ist die CFL Cargo als eigenstĂ€ndige Gesellschaft im Verband xrail tĂ€tig. Seit dem 29. Februar 2020 ist der staatlich betriebene öffentliche Verkehr in Luxemburg im Prinzip fĂŒr jedermann in der 2. Klasse kostenfrei nutzbar. Das Großherzogtum ist damit der erste Staat weltweit, der das eingefĂŒhrt hat. Bisher wurden bereits 90 % der Kosten fĂŒr den öffentlichen Verkehr vom Staat getragen, so dass die Mehrausgaben fĂŒr die EinnahmeausfĂ€lle mit jĂ€hrlich 41 Millionen Euro vergleichsweise gering ausfallen. Ausgenommen davon bleibt das Nutzen der 1. Klasse in der Eisenbahn.

2002 wurde mit Frankreich ein Abkommen zur Anbindung an das TGV-Netz unterzeichnet. Demnach beteiligt sich Luxemburg mit 117,4 Millionen Euro am Neubau der TGV-Strecke von Paris nach Metz. Gleichzeitig wurde die Strecke zwischen Metz und Luxemburg ertĂŒchtigt. Seit Juni 2007 fahren tĂ€glich fĂŒnf, seit Dezember 2009 sechs TGV-ZĂŒge ĂŒber die neue TGV-Trasse („LGV Est europĂ©enne“). Somit verkĂŒrzte sich die Fahrzeit zwischen der luxemburgischen und der französischen Hauptstadt von etwa dreieinhalb Stunden auf nur noch etwa zwei Stunden und 15 Minuten.

Nach Deutschland bestehen keine Verbindungen im Fernverkehr mehr. Die Verbindungen im Nahverkehr sind seit Dezember 2019 verdichtet worden. Es verkehren grundsĂ€tzlich stĂŒndlich sowohl ein Regionalexpress Luxemburg – Trier – Koblenz (ein Zugpaar tĂ€glich weiter als Intercity nach DĂŒsseldorf) als auch eine Regionalbahn Luxemburg – Trier (werktags weiter bis Wittlich). Zudem besteht statt einer Bahnverbindung unter der Verantwortung der CFL eine Busverbindung Luxemburg – SaarbrĂŒcken.

Zukunft

Seit einigen Jahren ist mit der sogenannten Eurocaprail eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den HauptstĂ€dten der EU BrĂŒssel, Luxemburg und Straßburg geplant. Auf belgischer Seite sind an der Strecke BrĂŒssel–Luxemburg auf einigen Abschnitten Linienverbesserungen in Bau bzw. geplant. Die EinfĂŒhrung eines Hochgeschwindigkeitsverkehrs ist nach der Eröffnung der TGV-Strecke zwischen Metz und Straßburg vorgesehen. Langfristig ist auch an eine Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsnetz Deutschlands gedacht.

Busse

Neben den ZĂŒgen und Bussen der CFL verkehren in Luxemburg außerdem Regionalbusse des RĂ©gime gĂ©nĂ©ral des transports routiers (RGTR). Diese Linien verkehren meist stĂŒndlich und binden alle Orte an. Im Kanton Esch an der Alzette verkehren Busse des Transport intercommunal de personnes dans le canton d'Esch-sur-Alzette (TICE; auf Deutsch etwa: GemeindeĂŒbergreifende Personenbeförderung des Kantons Esch an der Alzette). Die Regionalbusse werden von Subunternehmen im Auftrag dieser beiden AufgabentrĂ€ger betrieben.

In der Hauptstadt selbst verkehren die Stadtbusse des stÀdtischen Busbetriebs Autobus de la ville de Luxembourg (AVL).

Straßenbahn

Zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Hauptstadt Luxemburg ist unter der Bezeichnung Stater Tram seit Januar 2018 eine moderne Straßenbahnlinie in Betrieb, an deren beiden Enden ein StreckenverlĂ€ngerungsausbau stattfindet.

Luftverkehr

Der internationale Flughafen Luxemburg in Findel verzeichnete in den letzten Jahren einen beachtlichen Verkehrszuwachs. Findel wird von 16 Linien- und auch deutschen Chartergesellschaften angeflogen. Die luxemburgische Fluggesellschaft im Personenverkehr heißt Luxair. Ihr Pendant im Frachtbereich ist die Cargolux, deren Standort direkten Anschluss an die Autobahn besitzt und in den Flughafen Findel integriert ist.

Schifffahrt

Nach Abschluss der Moselkanalisierung und seit der Eröffnung des Moselhafens in Mertert im Jahr 1964 spielt auch die Binnenschifffahrt fĂŒr die Versorgung Luxemburgs eine tragende Rolle.

Nachdem im November 1990 das Gesetz ĂŒber die Errichtung eines luxemburgischen Schiffsregisters (pavillon maritime) verabschiedet worden ist, fahren 205 Seeschiffe mit einer Gesamttonnage von 1,6 Millionen im Jahre 2009 unter der Flagge des Großherzogtums. Eingerechnet sind hierbei die Arbeitsplattform Samson des belgischen Unternehmens Deme, die Bourbon Liberty 115 des französischen Unternehmens Bourbon sowie fĂŒnf Versorgungsschiffe der belgischen Jan de Nul-Gruppe. Freizeit-Yachten sind bei diesen Zahlen (laut Angaben des Commissariat aux affaires maritimes) nicht mitberĂŒcksichtigt. Etwa dreihundert Schifffahrtsgesellschaften haben BĂŒros in Luxemburg. Die Branche erwirtschaftet derzeit einen Jahresumsatz von vier Milliarden Euro. PrĂ€sident des cluster maritime ist Freddy Bracke.

Medien

Presse

Luxemburgs Presselandschaft bildete in ihrer politischen Vielfalt traditionsgemĂ€ĂŸ die Parteienlandschaft ab. Derzeit sind von den vier mehrsprachigen Tageszeitungen, mit einziger Ausnahme der Zeitung vum LĂ«tzebuerger Vollek, dem Zeitungsorgan der KPL, allesamt entweder der Gruppe Editpress oder dem Medienhaus Saint-Paul zugeordnet. Aufgrund der gemeinhin schwieriger gewordenen Wirtschaftslage (steigende Produktionskosten, bei den Printmedien insgesamt sinkende Leserzahlen) sind die Verlage verstĂ€rkt auf Werbeeinnahmen angewiesen, was zur Verschlechterung der journalistischen QualitĂ€t gefĂŒhrt hat. Durch das im Jahre 1976 eingefĂŒhrte System der Pressehilfe subventioniert der Staat mit ca. 1,5 Millionen Euro jĂ€hrlich die Tagespresse und mit 200.000 bis 300.000 Euro die Wochenpresse. Ein Teil davon wird proportional zur Anzahl der redaktionellen Seiten gezahlt.

Mit ungefĂ€hr 82.000 Exemplaren auflagenstĂ€rkste Zeitung ist das 1848 gegrĂŒndete, fast ausschließlich in Deutsch erscheinende Luxemburger Wort, das der römisch-katholischen Kirche sowie der CSV nahesteht. Die zweitstĂ€rkste Auflage hat das den Gewerkschaften OGBL und FNCTTFEL sowie der Partei LSAP nahestehende Tageblatt. Daneben gibt es das DP nahe LĂ«tzebuerger Journal, das neuerdings eine Kooperation mit Editpress eingegangen ist.

An Wochenzeitungen sind zu nennen die woxx sowie das unabhĂ€ngige, eher an den WirtschaftsverbĂ€nden orientierte d’LĂ«tzebuerger Land. Als Privat erscheint wöchentlich ein Boulevardblatt.

Zwei Wochenmagazine, TĂ©lĂ©cran und Revue, bieten ein ausfĂŒhrliches, auf die besonderen SprachenverhĂ€ltnisse des Landes zugeschnittenes Fernsehprogramm und widmen sich in Reportagen dem aktuellen Geschehen in Luxemburg. ZusĂ€tzlich erscheint alle zwei Wochen das Prominenten-Magazin Promi.

Die Sparte der Satire vertreten Den neie Feierkrop mit wöchentlicher Erscheinungsweise sowie in monatlichem Turnus d’WĂ€schfra. Eine beliebte Comicserie hat den Superjhemp zum Helden.

Das Forum fĂŒr Politik, Gesellschaft und Kultur ist eine Luxemburger Zeitschrift, die in elf Heften pro Jahr erscheint und sich in jedem Heft mit einem besonderen, meist gesellschaftspolitischen, Schwerpunkt beschĂ€ftigt. Auch erscheint einmal monatlich das luxemburgisch-deutsche Magazin Grenzenlos.

Die meisten luxemburgischen Zeitungen und Zeitschriften sind mehrsprachig. Der allergrĂ¶ĂŸte Teil der Artikel ist auf Deutsch geschrieben, doch vielfach auch auf Französisch und nur ein kleiner Teil auf Luxemburgisch. Seit einigen Jahren erscheinen auch rein französischsprachige Tages- und Wochenzeitungen (Le Jeudi, La Voix du Luxembourg (Sept. 2011 eingestellt), Le Quotidien). Ausschließlich in portugiesischer Sprache erscheinen Contacto und Correio.

Mit La Clef du cabinet des princes de l’Europe war bereits im Jahre 1704 die erste Zeitung in Luxemburg erschienen, die allerdings praktisch gĂ€nzlich fĂŒr den französischen Markt bestimmt war. In Anbetracht der relativ geringen Bevölkerung ĂŒberrascht, dass danach bis heute ĂŒber vierhundert verschiedene Titel erschienen; davon kann ein Drittel als Zeitung im engeren Sinn angesehen werden.

Radio

Im Jahr 2002 gab es in Luxemburg einen internationalen, zwei nationale, vier regionale und etwa 20 lokale Radiosender.

Die Liberalisierung der Radiofrequenzen begann in Luxemburg im Jahre 1992. Zum Hörfunksender RTL Radio LĂ«tzebuerg kamen neue Sender hinzu, von denen der Sender Eldoradio, das portugiesischsprachige Radio Latina sowie das freie und alternative Radio ARA und Radio Aktiv am erfolgreichsten sind. Außerdem gibt es seit 1993 mit radio 100,7 erstmals einen öffentlich-rechtlichen Radiosender mit kulturellem Programmauftrag.

Der am meisten eingeschaltete Radiosender Luxemburgs ist RTL Radio Letzebuerg mit einer Einschaltquote von 65 % aller Luxemburger ĂŒber 12 Jahren. Vor allem ‚de Journal‘, um 7:30h, 12:30h und 18:30h, mit nationalen und internationalen Nachrichten, ist sehr beliebt.

Besondere Bekanntheit ĂŒber die Grenzen Luxemburgs hinaus hat der deutschsprachige Radiosender RTL Radio 93.3 und 97.0, der terrestrisch ĂŒber UKW 93,3 MHz und 97,0 MHz mit einem Regionalprogramm fĂŒr die gesamte Großregion Saar-Lor-Lux empfangen werden kann. Der Oldie-Sender RTL Radio hat keinen Regionalbezug und ist deutschlandweit ĂŒber Satellit, Kabel und ĂŒber einen Internetstream zu empfangen. Die Sendungen ĂŒber Mittelwelle 1440 kHz wurden am 31. Dezember 2015 eingestellt.

Zwischen 2005 und 2015 wurden von Junglinster und Marnach aus DRM-Versuchssendungen ĂŒber Kurz- und Mittelwelle ausgestrahlt.

Fernsehen

Der Privatsender und MarktfĂŒhrer RTL TĂ©lĂ© LĂ«tzebuerg hatte bis 1996 keine Konkurrenz. 1996 entstand auf Wunsch der Bevölkerung aus dem Norden des Landes der eigenstĂ€ndige Fernsehsender Nordliicht TV. Seit 2001 gingen mit dem Parlamentsfernsehen Chamber TV, den oppene Kanal, den 2. RTL, Luxe TV und T.TV fĂŒnf weitere Fernsehsender an den Start, wobei letzterer im MĂ€rz 2007 den Betrieb einstellen musste. In den Hörfunk- und Fernsehprogrammen, die fĂŒr den luxemburgischen Eigenbedarf ausgestrahlt werden, ĂŒberwiegt die luxemburgische Sprache. WortĂ€ußerungen deutsch- oder französischsprachiger Personen werden allerdings im Originalton wiedergegeben; sie werden nicht ĂŒbersetzt, da Kenntnisse der deutschen und französischen Sprache beim Publikum vorausgesetzt werden.

Die meisten Luxemburger sehen zudem vor allem die deutschen TV-Sender (u. a. der RTL Group), wĂ€hrend die portugiesischen und französischen MitbĂŒrger eher Sender in ihrer Sprache bevorzugen.

Seit dem 4. April 2006 werden Fernsehsender in Luxemburg auch ĂŒber DVB-T ausgestrahlt.

Kultur

1994 hat die UNESCO das Ensemble der Luxemburger Altstadt zum Kulturerbe der Menschheit erklĂ€rt. Luxemburg war 1995 und 2007 Kulturhauptstadt Europas. Im Jahr 2007 war Luxemburg gemeinsam mit der Großregion europĂ€ische Kulturhauptstadt. Miteinbezogen war auch die rumĂ€nische Stadt Hermannstadt (Sibiu).

Im Oktober 2003 wurde in Luxemburg das trinationale deutsch-französisch-luxemburgische Kulturinstitut Pierre Werner (benannt nach dem ehemaligen luxemburgischen Premierminister) eröffnet.

Literatur

Antoine Meyer hat mit seinem E’ Schrek ob de’ Lezeburger Parnassus den Grundstein zu einer eigenstĂ€ndigen Luxemburger Literatur gelegt. Edmond de la Fontaine, genannt Dicks, tat den nĂ€chsten großen Schritt hin zu einer Luxemburger „Nationalliteratur“. Denn er war der erste Autor, der TheaterstĂŒcke auf Luxemburgisch schrieb. Am bekanntesten wurde er jedoch durch Gedichte und als Liedermacher. „Ach du mĂ€in am KamĂ€in“ oder „GĂ«ff mer eng Bees, gĂ«ff mer eng Bees fir mat op d’Rees“ gewannen rasch den Status von Volksliedern. Als Sohn eines Notablen stellt er als „erfolgreicher Versager“ (Romain Hilgert) das GegenstĂŒck zu Michel Rodange dar, den man eher als „armen Schlucker“ bezeichnen konnte, der auch von seinem „Renert“ bis zu seinem Tode nur an die hundert Exemplare verkaufte. Das Nationale Literaturarchiv wurde 1986 gegrĂŒndet, bezog 1995 das Servais-Haus in Mersch, das Mitte Oktober 2009 um das Becker-Eiffes-Haus erweitert wurde. Das Literaturarchiv dient zum einen der Forschung und zum anderen der breiten Öffentlichkeit insbesondere durch besondere Themen-Ausstellungen. Seit November 2011 ist das Luxemburger Autorenlexikon online verfĂŒgbar.

Die BibliothĂšque nationale du Luxembourg ist die grĂ¶ĂŸte wissenschaftliche Bibliothek Luxemburgs. Alle Wissenschaftsbereiche sind hier vertreten. Der Allgemeinbestand umfasst rund 750.000 BĂ€nde und 3500 internationale Zeitschriftentitel aus allen Disziplinen. In den Lese- und NachschlagerĂ€umen sind rund 30.000 BĂ€nde frei zugĂ€nglich. JĂ€hrlich wird der Allgemeinbestand um rund 10.000 BĂ€nde erweitert. Die luxemburgische Sprachensituation macht die Anschaffung von Literatur zusĂ€tzlich teuer. Die zweitbedeutendste Bibliothek ist die nur im Rahmen der Schlossbesichtigung öffentlich zugĂ€ngliche Hofbibliothek mit 30.000 BĂ€nden und bedeutenden Sammlungen. Sie ist erst zu etwa 10 Prozent erschlossen und daher noch weitgehend unbekannt.

Wichtige wissenschaftliche Bibliotheken sind die der UniversitÀt Luxemburg, einige spezialisierte Bibliotheken (Centre national de la littérature, BibliothÚque du Grand Seminaire, Statec usw.), die Bibliotheken der auslÀndischen Kulturinstitute sowie die Bibliotheken europÀischer Institutionen: die EuropÀische Kommission, das Europaparlament, der EuropÀische Gerichtshof und die EuropÀische Investitionsbank etc.

Film

Filme in luxemburgischer Sprache werden relativ wenig produziert. DafĂŒr kommen diese beim nationalen Publikum besonders gut an, wie zum Beispiel der Spielfilm Kleine Geheimnisse (2006) von Pol Cruchten. International bekannter sind die auslĂ€ndischen Filmproduktionen, die Luxemburg wegen seiner Landschaft oder den gĂŒnstigeren Herstellungsbedingungen bevorzugen. Zu diesen Produktionen zĂ€hlt u. a. der Film Das MĂ€dchen mit dem Perlenohrring (2003) mit Scarlett Johansson, der fĂŒr drei Oscars nominiert wurde, und der Film Shadow of a Vampire.

Bei den Oscars 2014 konnte eine luxemburgische Ko-Produktion erstmals einen Oscar gewinnen. Mr Hublot wurde in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm ausgezeichnet.

In den letzten Jahren haben sich einige luxemburgische Filmproduktionsgesellschaften wie Samsa Film, Delux Film, Minotaurus Film, lucil film oder Iris Production einen Namen gemacht. Im Jahr 2010 hat die staatliche Filmförderung (Fonds national de soutien Ă  la production audiovisuelle) mit 4,68 Millionen Euro insgesamt 23 Filme unterstĂŒtzt. Einen Überblick ĂŒber das Luxemburger Filmschaffen gibt das Centre national de l’audiovisuel (CNA) in DĂŒdelingen.

International bekannte luxemburgische Schauspieler sind u. a. RenĂ© Deltgen, Thierry van Werveke (als Henk in Knockin’ on Heaven’s Door), Luc Feit und AndrĂ© Jung, der vom Magazin Theater Heute zweimal (1981 und 2002) zum besten Schauspieler gewĂ€hlt wurde.

Andy Bausch, der wohl die populÀrsten Luxemburg-Filme drehte, unter anderem mit Désirée Nosbusch oder Camillo Felgen, war auch in Deutschland bei verschiedenen Serien und in Fernsehfilmen als Regisseur tÀtig. Meist drehte er in den im Lande gebrÀuchlichen drei Sprachen. Die junge luxemburgische Filmszene zeigt sich kreativ und innovativ, wie die Beispiele Filmreakter, Pyramid Pictures und Feierblumm Productions zeigen.

Musik

Die Musikszene in Luxemburg gewinnt seit den 1990er Jahren immer mehr an Bedeutung. Zwar sind die wenigsten Musikbands ĂŒber die Landesgrenzen hinaus bekannt, doch entstehen jedes Jahr viele SchĂŒler- wie Studentenbands. Insbesondere die Luxemburgische Metal-/Rock-/Hardcore-Szene gewinnt immer mehr Zuwachs (z. B. Eternal Tango).

Außerdem hat fast jede Gemeinde ihre eigene Dorfkapelle, die auf vielen Festen auftritt. Gut besuchte und in der Regel hochkarĂ€tig besetzte Konzerte gibt es im Sommer im Rahmen der Aktion „Summer in the City“. Einer der Höhepunkte ist die „Blues’n’Jazz Rallye“ in der Altstadt und ein Konzertreigen auf dem Marktplatz, ebenso das „New Orleans Jazz Festival“, das in Zusammenarbeit mit der Luxemburger Partnerstadt New Orleans jĂ€hrlich an Ostern veranstaltet wird. Eine weitere bekannte Veranstaltung ist der „Blues Express“, der jĂ€hrlich Anfang Juli im Fond-de-Gras stattfindet.

Die klassische Musik hat ebenfalls einen hohen Stellenwert im luxemburgischen Kulturleben. Das Orchestre Philharmonique du Luxembourg (ehem. Symphonieorchester von RTL) sowie das Orchester der StreitkrĂ€fte haben hier Bedeutung. Außerdem hat Luxemburg eine Reihe hervorragender Solisten hervorgebracht, die etwa mit den Solistes EuropĂ©ens unter der Leitung von Jack Martin HĂ€ndler auftreten.

Luxemburg gewann fĂŒnfmal beim Eurovision Song Contest, u. a. 1972 mit Vicky Leandros (AprĂšs toi). Im Jahr 1993 nahm das Land letztmals teil. Seit einigen Jahren wird immer wieder ĂŒber eine RĂŒckkehr zum Contest spekuliert.

Theater

Theater hat in Luxemburg eine lange Tradition. Am bedeutendsten sind das Stadttheater (Grand ThĂ©Ăątre de la Ville de Luxembourg) sowie das Kapuzinertheater in der Hauptstadt, das Theater in Esch an der Alzette und das Centre des Arts Pluriels Ed. Juncker in EttelbrĂŒck. Im ganzen Land verstreut sind in den Gemeinden zahlreiche Laienspielgruppen aktiv, deren Auftritte stets gut besucht sind.

Essen und Trinken

Beliebte landestypische Gerichte sind Judd mat Gaardebounen, gerĂ€uchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen sowie Bouneschlupp, eine Bohnensuppe mit Kartoffeln, und die sogenannten Kniddelen, große Knödel bestehend aus Mehl, Wasser, Eiern und Salz. Desserts sind zum Beispiel Quetschentaart und Omelette soufflĂ©e au kirsch. Regionale SpezialitĂ€ten sind Ardennenschinken, Schwein in Aspik, Riesling-Pasteten, Krebse und Hechte sowie gebackene Fische aus Mosel und Untersauer.

Die Weißweine der luxemburgischen Mosel (Weinbau in Luxemburg) sind der frische, dezent fruchtige Riesling, der erfrischende, leichte und trockene Elbling, der fruchtige Auxerrois, der sanfte fruchtige Rivaner, der Pinot Gris und der elegante Pinot Blanc. Der sehr wĂŒrzige Weißwein GewĂŒrztraminer und der vollmundige Rotwein Pinot Noir vervollstĂ€ndigen das Sortiment der Luxemburger Weine, welche das QualitĂ€tssiegel „Marque Nationale – Appellation ContrĂŽlĂ©e“ tragen.

Die luxemburgische Landwirtschaft trĂ€gt ihren Teil zum guten Essen bei. So wurde 1994 das QualitĂ€tsprogramm „Produit du terroir“ aufgelegt, das garantiert, dass die landwirtschaftlichen Produkte aus der Region stammen.

Eine weitere berĂŒhmte SpezialitĂ€t ist der sogenannte KachkĂ©is, ein gekochter KĂ€se, der oft mit GewĂŒrzen verfeinert wird, oft auch mit (luxemburgischem) Senf bestrichen gegessen wird.

Sitten und GebrÀuche

In Luxemburg sind Traditionen in vielen weltlichen und religiösen Festen lebendig. Die Ende August bis Anfang September stattfindende Schueberfouer (Schobermesse) ist das bedeutendste Schaustellerfest auf dem Glacis-Platz, dessen UrsprĂŒnge ins 14. Jahrhundert zurĂŒckreichen. Bei der Éimaischen, dem traditionellen Emmaus-Fest am Ostermontag, ziehen viele Luxemburger auf den Platz beim Fischmarkt und in Nospelt, um dort eine der nur an diesem Tag erhĂ€ltlichen Keramikpfeifen in Vogelform, den PĂ©ckvillchen, zu bekommen. Am ersten Fastensonntag wird in vielen Ortschaften das Burgbrennen gefeiert.

Das wichtigste religiöse Fest in Luxemburg ist die Muttergottesoktav, die vom dritten bis fĂŒnften Sonntag nach Ostern gefeiert wird und wĂ€hrenddessen zu Unserer Lieben Frau, der Schutzheiligen von Luxemburg, gepilgert wird. Begleitet wird das Fest von einem Jahrmarkt, dem OktavmĂ€ertchen auf dem Wilhelmsplatz. Die Echternacher Springprozession ist eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten in Echternach stattfindet. Die Teilnehmer „springen“ zu Polkamelodien in Reihen durch die Straßen der Stadt bis zur Echternacher Basilika mit dem Grab des Heiligen Willibrord.

Feiertage

  • 1. Januar (Neujahr)
  • Ostermontag
  • 1. Mai (Tag der Arbeit)
  • 9. Mai (Europatag)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • 23. Juni (Luxemburgischer Nationalfeiertag)
  • 15. August (Maria Himmelfahrt)
  • 1. November (Allerheiligen)
  • 6. Dezember (Nikolaustag) (schulfrei fĂŒr alle GrundschĂŒler)
  • 25. Dezember (Weihnachtsfeiertag)
  • 26. Dezember (Hl. Stefan)

Wenn ein gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag fÀllt, so kann ein anderer Tag stattdessen freigenommen werden. Dies muss binnen drei Monaten nach dem Feiertag geschehen.

Die Hauptferienzeit geht vom 15. Juli bis zum 15. September. Da Luxemburg sehr klein ist, sind im ganzen Land zur gleichen Zeit Ferien. Jedoch kann die Ferienzeit dank verschiedener Feiertage bis zu einer Woche variieren. Beispielsweise gehen am Nikolaustag nur die SchĂŒler ab der Mittelstufe zur Schule.

Sport

Fußball

Fußball ist die beliebteste Sportart in Luxemburg.

Das 1931 eröffnete Josy-Barthel-Stadion ist das grĂ¶ĂŸte Fußballstadion des Landes (KapazitĂ€t: 8054 PlĂ€tze). Es ist Austragungsort der Heimspiele der Luxemburger Fußballnationalmannschaft (Nationalstadion). Seit 2017 ist das neue Nationalstadion Luxemburg mit 9386 PlĂ€tzen im Bau. Es soll 2021 das veraltete Josy-Barthel-Stadion ersetzen. Neben den Fußballern soll auch die Luxemburgische Rugby-Union-Nationalmannschaft die Anlage nutzen. Jeff Strasser, Spieler mit den zweitmeisten EinsĂ€tzen in der Fußballnationalmannschaft, war sieben Jahre in der ersten deutschen Bundesliga aktiv. International konnte die Nationalmannschaft in den letzten Jahren immer wieder gute Resultate erzielen (Fifa-Rangliste: 83. Platz). Der nationale Fußballverband Luxemburgs heißt FĂ©dĂ©ration Luxembourgeoise de Football (FLF).

Höchste Spielklasse im Klubfußball ist die Nationaldivision. Die erfolgreichsten Fußballmannschaften Luxemburgs sind Racing FC Union Luxemburg (28-mal Meister, 20-mal Coupe de Luxembourg) und Jeunesse Esch (28-mal Meister, 13-mal Coupe de Luxembourg).

Radsport

Radsport ist die Sportart, die in Luxemburg mit dem grĂ¶ĂŸten Erfolg betrieben wird.

Das Etappenrennen Tour de Luxembourg ist seit 1935 eines der ersten Vorbereitungsrennen zur Tour de France. Nach drei Jahrzehnten konnte mit FrĂ€nk Schleck 2009 erstmals wieder ein Luxemburger gewinnen. Zu den Siegern gehört auch Lance Armstrong, der hier seinen ersten Erfolg nach der ĂŒberwundenen Krebserkrankung erzielen konnte. Mit François Faber (1909), Nicolas Frantz (1927 und 1928), Charly Gaul (1958) und Andy Schleck (2010) stammen außerdem insgesamt vier Tour-de-France-Sieger aus Luxemburg. Faber war auch der erste Nicht-Franzose, der das bedeutendste Etappenrennen der Welt gewinnen konnte.

Derzeit sind die Rennfahrer Laurent Didier, Jempy Drucker, Ben Gastauer, Alex Kirsch und Bob Jungels im GeschĂ€ft. Bob Jungels wurde 2010 Junioren-Weltmeister im Einzelzeitfahren. Es gibt aktuell zwei grĂ¶ĂŸere Radteams aus Luxemburg: Leopard Pro Cycling (Continental Team) und Team Differdange-Losch (Continental Team). Die BrĂŒder Schleck haben den Toursieg 2011 nur knapp verpasst und beendeten das Rennen Ende Juli hinter Cadel Evans auf dem zweiten bzw. dritten Rang.

Leichtathletik

Das Großherzogtum Luxemburg brachte bis heute zwei Olympiasieger der Leichtathletik hervor. Michel ThĂ©ato holte bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris im Marathonlauf Gold. Der Sieg wird jedoch bis heute dem Medaillenspiegel Frankreichs zugerechnet. Der zweite luxemburgische Olympiasieger war der Leichtathlet Josy Barthel. Er gewann bei den XV. Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki ĂŒber 1500 m olympisches Gold.

Die Stadt Luxemburg war 2013 Austragungsort der Spiele der kleinen Staaten von Europa, einem zweijÀhrlich stattfindendes Multisportereignis, das von den Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von neun europÀischen Kleinstaaten organisiert wird.

In der Stadt Luxemburg finden außerdem jĂ€hrlich der Stadtlauf JPMorgan City Jogging und der Luxemburg-Marathon statt. Der Marathon ist – begleitet von Fackeln und bengalischer Beleuchtung – einer der wenigen Marathons weltweit, die abends ausgetragen werden.

Sonstiges

  • Das Centre National Sportif et Culturel (D’Coque) in der Hauptstadt ist das grĂ¶ĂŸte Sportzentrum des Landes. Die Hallenkonstruktion wurde erst in den 1990er Jahren als Erweiterung der Piscine Olympique Luxembourg erbaut und erinnert in ihrer Form an eine Jakobsmuschel. Neben ihrer Funktion als Sportzentrum wird sie fĂŒr Großveranstaltungen, Konzerte und als Konferenzzentrum verwendet. Die große Halle umfasst 4300 Quadratmeter und hat 8000 PlĂ€tze.
  • Mit der ConfĂ©dĂ©ration EuropĂ©enne de Volleyball (CEV), der European Table Tennis Union (ETTU) und der Ligue EuropĂ©enne de Natation sind drei europĂ€ische SportverbĂ€nde in Luxemburg ansĂ€ssig.
  • Die Luxembourg Euro Meet ist das grĂ¶ĂŸte Schwimmereignis in Luxemburg und findet jĂ€hrlich im Januar auf dem Kirchberg der Hauptstadt in D’Coque statt.
  • Der Große Preis von Luxemburg wurde von 1949 bis 1952 auf einer Motorsport-Rennstrecke in Findel direkt vor den Toren der Stadt Luxemburg ausgetragen. In den Jahren 1997 und 1998 hieß außerdem das Formel-Eins-Rennen auf dem nahegelegenen NĂŒrburgring Großer Preis von Luxemburg.
  • Der gebĂŒrtige österreichische Skirennfahrer Marc Girardelli, der die luxemburgische Staatsangehörigkeit annahm, startete zeitweise fĂŒr seine Wahlheimat und gewann in dieser Zeit bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville sowohl im Super G als auch im Riesenslalom olympisches Silber.
  • Der Tennisspieler Gilles MĂŒller befindet sich seit Mitte 2008 dauerhaft in den Top 100 der Tennis-Weltrangliste. Die Spielerin Mandy Minella befand sich in den Top 100 der Tennis-Weltrangliste.
  • Im Schachsport hat Luxemburg mit Alberto David einen Großmeister, der bei der Mannschaftseuropameisterschaft in Plowdiw 2003 eine individuelle Goldmedaille am ersten Brett gewann. Fred Berend trĂ€gt den Titel eines Internationalen Meisters; seine Ehefrau Elvira ist Großmeisterin bei den Damen.

Telekommunikation und Internet

Telefon und Mobilfunk

Die internationale Vorwahl fĂŒr Luxemburg lautet +352. Ortsvorwahlen existieren nicht. Nummern von Mobiltelefonen bestehen aus der dreistelligen Netzeinwahl, wobei die „6“ der Netzeinwahl Teil der Rufnummer ist und auch aus dem Ausland gewĂ€hlt werden muss. Dieser Netzeinwahl folgt eine sechsstellige Rufnummer. Seit September 2006 beginnen die Nummern stets mit einer „6“. Vorher war eine „0“ ĂŒblich. Die Umstellung der Netzeinwahl von „0XX“ auf „6XX“ erfolgte, um dem internationalen Abkommen ĂŒber RufnummernplĂ€ne zu entsprechen.

Regulierungsbehörde ist das Institut Luxembourgeois de Régulation.

Im Jahr 2014 existierten 271.100 FestnetzanschlĂŒsse und 883.100 MobilfunkvertrĂ€ge im gesamten Land. Die Nutzung des Mobilfunks ist in Luxemburg weit verbreitet. Nach einer Umfrage im Jahr 2006 (Statec) besitzen 93,8 Prozent der Luxemburger mindestens ein Mobiltelefon.

  • Der grĂ¶ĂŸte Betreiber ist die Post Telecom (ehemaliger Name LuxGSM) (Netzeinwahl 621).
  • Der zweitgrĂ¶ĂŸte Betreiber ist die Tele2-Tochter Tango (Netzeinwahl 691).
  • Der drittgrĂ¶ĂŸte Betreiber ist Orange (ehemaliger Name Vox) (Netzeinwahl 661).

Der Gesamtumsatz im TelekommunikationsgeschÀft aller Betreiber lag 2014 bei 534,7 Millionen Euro.

Internet

Im Jahr 2018 nutzten 97 Prozent der Einwohner Luxemburgs das Internet.

WÀhrend Luxemburg bei OnlinekÀufen durch private Personen auf einem europÀischen Spitzenplatz liegt, ist bei den Luxemburger Unternehmen Verkaufen und Kaufen im Internet wenig verbreitet.

Es wurde eine Stelle zur GewĂ€hrleistung der Netzsicherheit geschaffen (Cases) sowie fĂŒr den persönlichen Datenschutz Sorge getragen.

„Hotcity“ ist ein stadtweites WLAN in der Hauptstadt des Großherzogtums. Das Projekt wurde 2007 gegrĂŒndet, die Stadt Luxemburg ist mit 51 % der Aktienanteile am Unternehmen beteiligt, die Post Luxembourg hĂ€lt 49 % der Anteile.

Persönlichkeiten

  • Johann von Luxemburg, auch Johann der Blinde, (1296–1346), König von Böhmen, Markgraf von MĂ€hren, Graf von Luxemburg und Titularkönig von Polen
  • Peter Ernst II. von Mansfeld (1580–1626), HeerfĂŒhrer im DreißigjĂ€hrigen Krieg
  • Johann Friedrich von Elter (1645–1716), Gouverneur
  • Michel Rodange (1827–1876), Schriftsteller
  • Gabriel Lippmann (1845–1921), von französischen Eltern in Luxemburg geborener NobelpreistrĂ€ger der Physik 1908
  • Henri Tudor (1859–1928), Ingenieur und Erfinder des Bleiakkumulators
  • Jean („John“) GrĂŒn (1868–1912), Kraftmensch
  • Nikolaus Welter (1871–1951), Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Germanist, Romanist, Professor und Staatsmann
  • Edward Steichen (1879–1973), Fotograf
  • Norbert Jacques (1880–1954), Autor, Erfinder des Dr. Mabuse
  • Jemmy Becker (1884–unbek.), Fußballspieler
  • Robert Schuman (1886–1963), deutsch-französischer Politiker luxemburgisch-lothringischer Abstammung
  • Albert Wehrer (1895–1967), Politiker
  • Nicolas Frantz (1899–1985), Radrennfahrer, zweifacher Gewinner der Tour de France
  • Gustav Kilian (1907–2000), deutscher Radsportler und -trainer
  • Lucien Wercollier (1908–2002), Bildhauer
  • RenĂ© Deltgen (1909–1979), Film- und Theaterschauspieler
  • Pierre Werner (1913–2002), Politiker
  • Camillo Felgen (1920–2005), SĂ€nger, Texter, Radio- und Fernsehmoderator
  • Jean von Nassau-Weilburg (1921–2019), Großherzog von Luxemburg, Herzog von Nassau, von 1964 bis 2000.
  • Arno Joseph Mayer (* 1926), US-amerikanischer Historiker und Hochschullehrer
  • Gaston Thorn (1928–2007), Politiker, Premierminister Luxemburgs und PrĂ€sident der EuropĂ€ischen Kommission
  • Germaine Damar (* 1929), Filmschauspielerin und AkrobatikkĂŒnstlerin
  • Charly Gaul (1932–2005), Radrennfahrer (u. a. Sieger der Tour de France, zweifacher Sieger des Giro d’Italia)
  • Jacques Santer (* 1937), Politiker, Premierminister Luxemburgs und PrĂ€sident der EuropĂ€ischen Kommission
  • AndrĂ© Reuter (* 1947), Wirtschaftswissenschaftler, GrĂŒndungsrektor der eufom University und der ISEC Hochschule der Wirtschaft
  • Viviane Reding (* 1951), Journalistin und Politikerin, Mitglied des EuropĂ€ischen Parlamentes, 2010–2014 VizeprĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Kommission
  • Jean-Claude Juncker (* 1954), Politiker, Premierminister, PrĂ€sident der EuropĂ€ischen Kommission
  • Max Kohn (* 1954), Maler, Grafiker und Bildhauer
  • Frank Hoffmann (* 1954), Regisseur und Intendant der Ruhrfestspiele
  • Georges Bach (* 1955), Politiker, Abgeordneter im Europaparlament
  • LĂ©a Linster (* 1955), Spitzenköchin
  • Marco Serafini (* 1956), Fernsehregisseur
  • Elisabeth Vaupel (* 1956), Wissenschaftshistorikerin
  • Thierry van Werveke (1958–2009), Schauspieler und SĂ€nger
  • Ranga Yogeshwar (* 1959), Redakteur, Fernsehmoderator, Physiker und Wissenschaftsjournalist
  • François Besch (* 1963), KĂŒnstler, Fotograf und Journalist
  • Guy Helminger (* 1963), Schriftsteller
  • Frank Zipfel (* 1963), Literaturwissenschaftler
  • DĂ©sirĂ©e Nosbusch (* 1965), Schauspielerin und Moderatorin
  • Patrick Dondelinger (* 1966), Theologe, Historiker und Denkmalpfleger
  • Jeff Saibene (* 1968), Fußballspieler
  • HervĂ© Jeanne (* 1972), Jazzmusiker und Musikjournalist
  • Jeff Strasser (* 1974), Fußballspieler (u. a. Borussia Mönchengladbach, 1. FC Kaiserslautern, FC Metz)
  • Sascha Wagener (1977–2011), Politikwissenschaftler und Politiker
  • Kim Kirchen (* 1978), Radrennfahrer
  • Claudio da Luz (* 1979), Fußballspieler
  • FrĂ€nk Schleck (* 1980), Radrennfahrer
  • Andy Schleck (* 1985), Radrennfahrer, Sieger der Tour de France von 2010

Siehe auch

  • Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg

Literatur

Bibliografie, Dokumentation

  • Ulrich Arnswald: Außenpolitik Luxemburgs. (= Diskussionspapiere des Faches Politikwissenschaft. Rote Reihe; Nr. 51). UniversitĂ€t, GH Siegen, Siegen 2001.
  • RepĂšres bibliographiques. Bibliografie zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft Luxemburgs. Statec, wird fortlaufend ergĂ€nzt.
  • Archives nationales du Grand-DuchĂ© de Luxembourg. Nationalarchiv.
  • Centre de documentation sur les migrations humaines. Dokumentationszentrum zur Einwanderung und Auswanderung.
  • Luxembourg Expo Pavilion Shanghai 2010. Hermann & Valentiny and Partners, JOVIS Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86859-062-3.

Atlas

  • Digitale Topographische Karte von Luxemburg. Herausgeber: l’administration du cadastre et de la topographie (deutsch/englisch/französisch)
  • Der Luxemburg Atlas – Atlas du Luxembourg. Herausgeber: UniversitĂ€t Luxemburg, Emons, Köln 2009, ISBN 978-3-89705-692-3. (Karten, Fotos, deutsch/französische Texte)

Statistik

  • Annuaire statistique du Luxembourg. Statistisches Jahrbuch. ISSN 0076-1575, erscheint jĂ€hrlich.
  • The Luxembourg economy. A kaleidoscope 2008. ISBN 978-2-87988-084-6, (auch in frz. Version verfĂŒgbar; erscheint unregelmĂ€ĂŸig)
  • Portrait Ă©conomique et social du Luxembourg. ISBN 2-87988-048-3. (Deutsche, englische, spanische oder französische Version verfĂŒgbar; erscheint unregelmĂ€ĂŸig, gratis erhĂ€ltlich)
  • Luxemburg in Zahlen 2009. (PDF; 1,4 MB) ISSN 1019-6501.

Film

  • Reisewege Luxemburg – Burgen, Banken, Bastionen. – Dokumentation, 45 Min., Film von Wolfgang Felk, Erstsendung: 26. April 2006, Produktion: SaarlĂ€ndischer Rundfunk
  • Fahr mal hin – Neuerburg/Vianden. Sieben auf einen Streich – Burgentour durch Eifel und Ösling. – Dokumentation, 30 Min., Film von Wolfgang Felk, Erstsendung: 8. Juni 2000, Produktion: SĂŒdwestrundfunk
  • Heim ins Reich – WĂ©i LĂ«tzebuerg sollt preisesch ginn, Das Scheitern einer Annexion – Dokumentation, 120 Min., Film von Claude Lahr, ErstauffĂŒhrung: 2004, Produktion: Nowhere Land, Centre National de l’Audiovisuel

Gesellschaft

  • Christian Wille, Ursula Roos: GrenzĂŒberschreitende Lebenswelten an der luxemburgischen Grenze? Eine empirische AnnĂ€herung am Beispiel von Grenzpendlern und Wohnmigranten. In: Karina Pallagst, Andrea Hartz, Beate Caesar (Hrsg.): Border Futures – Zukunft Grenze – Avenir FrontiĂšre. ZukunftsfĂ€higkeit grenzĂŒberschreitender Zusammenarbeit. Arbeitsberichte der Akademie fĂŒr Raumforschung und Landesplanung 20, 2018, S. 168–189. mehr Info
  • Christian Wille (Hrsg.): Lebenswirklichkeiten und politische Konstruktionen in Grenzregionen. Das Beispiel der Großregion SaarLorLux. Wirtschaft – Politik – Alltag – Kultur. transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-2927-9.
  • IPSE (Hrsg.): Doing Identity in Luxemburg. Subjektive Aneigungen – institutionelle Zuschreibungen – sozio-kulturelle Milieus. transcript-Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1448-0.
  • Norbert Lepszy, Wichard Woyke: Belgien Niederlande Luxemburg: Politik – Gesellschaft – Wirtschaft. Leske+Budrich 1985, ISBN 978-3-8100-0377-5.

Weblinks

  • Offizielle Website des Großherzogtums Luxemburg

Einzelnachweise


 

Region Regionen (3)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Diekirch 50.175 49.706 5.714 6.295  
Grevenmacher 49.849 49.456 6.175 6.502  
Luxembourg 49.83 49.442 5.79 6.312  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Luxembourg

Name englisch: Luxembourg
Hauptstadt: Luxemburg
Kfz: L
ISO: LU
ISO3: LUX
Fläche: 2586 km²
Tld: .lu
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 352

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 50.182945
südlichster Punkt: 49.448036
westlichster Punkt: 5.735629
östlichster Punkt: 6.53097


 
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