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Staat Informationen : Costa Rica

Informationen:


Costa Rica ([ˈkostɑ ˈrikɑ], spanisch fĂŒr „reiche KĂŒste“, deutsch frĂŒher auch Kostarika) ist ein Staat in Zentralamerika, der im Norden an Nicaragua und im SĂŒden an Panama grenzt. Im Osten ist er durch die Karibik und im Westen durch den Pazifik begrenzt. Das Land gilt als eines der fortschrittlichsten Lateinamerikas. So wurde die Armee bereits 1948 zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abgeschafft, das Land gewinnt knapp 100 % seines Strombedarfs aus regenerativen Quellen und der Ökotourismus wird stark gefördert. Rund 27 % der LandesflĂ€che stehen unter Naturschutz.

Im internationalen Vergleich zeichnet sich Costa Rica durch eine erfolgreiche politische und wirtschaftliche Transformation aus. Im Gegensatz zu vielen anderen LĂ€ndern der Region ist es seit den 1950er Jahren eine stabile Demokratie und blieb durch frĂŒhzeitige sozialpolitische Maßnahmen von der in Lateinamerika des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Problematik der sozialen Unruhen, BĂŒrgerkriege und Diktaturen verschont. Angesichts damaliger bewaffneter Konflikte in benachbarten LĂ€ndern erklĂ€rte es 1983 seine „dauerhafte und aktive unbewaffnete NeutralitĂ€t“ und wird auch als „die Schweiz Zentralamerikas“ bezeichnet.

Geographie

Topographisch lĂ€sst sich Costa Rica in fĂŒnf GroßrĂ€ume gliedern.

  • die vulkanischen Bergketten der Cordilleras, speziell die Cordillera de Talamanca
  • das Valle Central mit der Hauptstadt San JosĂ©
  • die Schwemmlandebenen der KaribikkĂŒste
  • die zentrale PazifikkĂŒste
  • die trockene Halbinsel Guanacaste im Nordwesten

In den Cordilleras gibt es eine Vielzahl noch aktiver und auch erloschener Vulkane, darunter der Turrialba. Die drei am meisten besuchten sind der VolcĂĄn PoĂĄs (2704 Meter), der Arenal (1633 Meter) und der IrazĂș (3432 Meter). Der ChirripĂł Grande (3820 Meter) ist der höchste Berg des Landes.

Geologie

Geologisch ist Costa Rica vor relativ kurzer Zeit geformt worden. Durch die Subduktion (Unterschiebung) der Cocos-Platte unter die Karibische Platte am Mittelamerikanischen Graben formte sich vor etwa 140 bis 65 Millionen Jahren eine Kette von Vulkaninseln. Diese Inseln verbanden sich allmĂ€hlich durch Anhebungen des Meeresbodens, durch Abtragung der VulkanhĂ€nge und die Anschwemmungen der FlĂŒsse untereinander. Diese Bewegungen halten bis heute an, so dass es fast tĂ€glich zu leichten Erdbeben kommt.

Parallel zum Mittelamerikanischen Graben gliedert sich Costa Rica in mehrere geologische Einheiten:

  • im Westen und Osten besteht die Kruste aus angehobener, ozeanischer Kruste und Sedimenten, welche heute von vulkanischen Ablagerungen ĂŒberdeckt sein können.
  • Im Landesinneren ĂŒberwiegen die Ablagerungen von im TertiĂ€r und QuartĂ€r aktiven Vulkanketten. Zur aktiven Vulkankette gehört die Kordillere Guanacaste mit den Vulkanen RincĂłn de la Vieja und Arenal. Ebenfalls zu diesen Erscheinungen wird die Zentralkordillere mit den Vulkanen PoĂĄs und IrazĂș gerechnet.

Klima

Aufgrund seiner Lage zwischen 8° und 11° nördlicher Breite befindet sich Costa Rica in den Tropen. Allerdings differieren die NiederschlĂ€ge erheblich: In San JosĂ© fallen im Jahr 1867 mm, in Puerto LimĂłn an der KaribikkĂŒste mit 3518 mm fast doppelt so viel. In Costa Rica sind zwei der tropischen Klimatypen anzutreffen. Die Abgrenzung der beiden Typen wird durch die von Nordwest nach SĂŒdost verlaufende Gebirgskette bewirkt. Das wechselfeuchte Klima der PazifikkĂŒste ist durch zwei Jahreszeiten gekennzeichnet: eine Regen- und eine Trockenzeit. Die Regenzeit erstreckt sich im Zentraltal und im nordwestlichen Landesteil von Mai bis November, die Trockenzeit von Dezember bis April. Im niederschlagsreicheren SĂŒden und der zentralen PazifikkĂŒste des Landes setzt die Trockenzeit ein bis zwei Monate spĂ€ter ein und endet ebenfalls im April. Der im zentralen Norden (östlich der großen Gebirgskette) liegende Landesteil liegt in einer klimatischen Übergangszone, in der die NiederschlĂ€ge wĂ€hrend der Trockenzeit der Pazifikregionen Costa Ricas etwas zurĂŒckgehen, aber nicht völlig ausbleiben. An der KaribikkĂŒste herrscht durch die vorwiegend aus Nordost wehenden Winde, die ĂŒber der karibischen See Feuchtigkeit aufnehmen, ein Ă€quatoriales Klima mit NiederschlĂ€gen zu jeder Jahreszeit vor, wobei die Monate Februar und MĂ€rz sowie September und Oktober trockener ausfallen.

Ökologie

Costa Rica liegt in den Neotropen. Mit einer besonders großen Artenvielfalt und BiodiversitĂ€t, ausgesprochen vielen endemischen Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren sowie vielfĂ€ltigen Ökosystemen wird Costa Rica zu den MegadiversitĂ€tslĂ€ndern dieser Erde gerechnet.

Die pazifischen GebirgshĂ€nge Costa Ricas beinhalten zusammen mit dem kolumbianischen Departamento del ChocĂł die grĂ¶ĂŸte BiodiversitĂ€t der Erde. Zudem gehört das Land mit einer LandflĂ€che von rund 51.100 Quadratkilometern und einem Gebiet von 589.000 Quadratkilometern an territorialen GewĂ€ssern aufgrund der großen GefĂ€hrdungslage zum BiodiversitĂ€ts-Hotspot Mesoamerika.

Die beiden KĂŒsten und die Bergregionen weisen eine Vielzahl verschiedener Mikroklimata auf, die mit ein Grund fĂŒr die FĂŒlle verschiedener Ökosysteme des Landes sind. Die nachgewiesenen 500.000 Arten des Staates sind vier Prozent der weltweit angenommenen Arten. 300.000 der insgesamt 500.000 Arten sind Insekten.

Naturschutz

Klimaschutz, Naturschutz und Waldschutz werden als wichtiger Bestandteil der staatlichen Umweltpolitik angesehen und werden konsequent umgesetzt. Hatten HolzfĂ€ller in den 1970er und 1980er Jahren rund 80 % des Regenwaldes gerodet, sind heute wieder mehr als 50 % des Landes von Wald bewachsen. Zum Schutz des Waldes setzt Costa Rica erfolgreich auf den Ökotourismus, von dem sowohl Einheimische als auch umweltbewusste Reisende profitieren. So geben rund 1,5 Millionen Touristen jĂ€hrlich fast 1,5 Milliarden Dollar fĂŒr einen Besuch der RegenwĂ€lder und anderer ökologischer Ziele Costa Ricas aus. Der Wanderweg Camino de Costa Rica fĂŒhrt ein Mal quer durch das Land von der AtlantikkĂŒste zur PazifikkĂŒste. Er wurde geschaffen, um den Ökotourismus und zugleich die lĂ€ndliche Bevölkerung zu unterstĂŒtzen.

Rund 27 % der FlÀche Costa Ricas steht unter Naturschutz. 2012 gab es 160 Schutzgebiete wie biologische Reservate, Nationalparks und Naturschutzgebiete.

Es gibt 26 Nationalparks ĂŒber das Land verstreut mit ganz unterschiedlichen charakteristischen Merkmalen. In dem 1969 erlassenen Gesetz zur Erhaltung des Waldes wurde Santa Rosa im Nordwesten des Landes an der PazifikkĂŒste als erster Nationalpark eingerichtet. Gleichzeitig wurde eine Nationalparkverwaltung geschaffen, die aber zunĂ€chst weder genĂŒgend finanzielle Mittel noch Personal besaß, um den Park wirksam vor Bauern und Neusiedlern zu schĂŒtzen. Dank der Privatinitiative Regenwald der Österreicher ist inzwischen die Situation deutlich besser geworden.

Die zu Costa Rica gehörende unbewohnte Cocos-Insel (Isla del Coco) liegt 500 Kilometer vor der KĂŒste im Pazifischen Ozean und darf nur mit besonderer Genehmigung betreten werden. Sie ist wie auch die Nationalparks La Amistad und Guanacaste von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklĂ€rt worden.

Vor Puerto Viejo (Puerto Viejo de Talamanca) befindet sich der Nationalpark Cahuita mit Vögeln, Schlangen, Echsen und Schmetterlingen. In den Baumwipfeln findet man MantelbrĂŒllaffen. Auf der kĂŒstennahen Strecke in Richtung Manzanillo herrscht in den meisten Abschnitten dichter Wald. Im Nationalen Tierschutzgebiet Gandoca-Manzanillo sind Pflanzen, Meer und Tiere geschĂŒtzt. Auf der Strecke bewegen sich Tukane, Faultiere und Herden von Affen mit krĂ€ftigem Greifschwanz, die sich von BlĂ€ttern ernĂ€hren. Ebenfalls hĂ€ufig in diesem Teil Costa Ricas sind Weißschulterkapuzineraffen. Die seltenen RotrĂŒcken-TotenkopfĂ€ffchen hingegen können nur noch im sĂŒdwestlichen Raum Costa Ricas, beispielsweise in den Nationalparks Manuel Antonio und Corcovado, beobachtet werden. Die vierte Affenart Costa Ricas, der Geoffroy-Klammeraffe, bevorzugt dichte Waldgebiete und ernĂ€hrt sich von Insekten und kleinen FrĂŒchten.

Eine wichtige Grundlage der staatlichen Umweltpolitik war die „Initiative Frieden mit der Natur“ des PrĂ€sidenten Oscar Arias, mit der er der Umweltzerstörung ein radikales Ende setzen wollte. Im Dezember 2007 wurde das Gesetz verabschiedet. Arias erklĂ€rte 2007, dass bis zum Jahr 2021, Costa Ricas 200. Geburtstag, das Land als erster Staat der Erde eine ausgeglichene Bilanz beim Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) erreichen wolle.

2011 bezeichnete der ehemalige deutsche BundesprĂ€sident Christian Wulff bei seinem Staatsbesuch in Costa Rica das Land als „ökologisches Vorbild“.

Die Energieversorgung Costa Ricas wird fast ausschließlich aus erneuerbaren Energien gesichert.

Bevölkerung

Costa Rica hatte 2020 5,1 Millionen Einwohner. Das jÀhrliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,9 %. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2020 bei 33,5 Jahren. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2020 statistisch bei 1,7.

Die Bevölkerung setzt sich aus 94 % Mestizen („Mischlingen“) und Weißen, 3 % Schwarzen, 1 % Indios, 1 % Chinesen und 1 % Sonstigen zusammen. Umgangssprachlich werden die Einwohner Ticos und Ticas genannt. Im Jahre 2017 waren 8,2 % der Bevölkerung Migranten. HĂ€ufigste HerkunftslĂ€nder waren Nicaragua (290.000 Personen), Kolumbien (20.000) und El Salvador (10.000).

Unter den Costa-Ricanern mit afrikanischer Abstammung an der AtlantikkĂŒste sind viele Nachkommen eingewanderter Arbeiter von den westindischen Inseln, die daher zumeist ein englisches Kreol sprechen.

Costa Rica hat den geringsten Anteil rein indigener Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten. Der grĂ¶ĂŸte Teil der costa-ricanischen GuaymĂ­ lebt heute zurĂŒckgezogen und in Restgruppen in der Cordillera de Talamanca, die aber dennoch einem starken Assimilationsdruck ausgesetzt sind.

Im Jahr 2020 lebten 81 Prozent der Einwohner Costa Ricas in StĂ€dten. Zwei Drittel der etwa fĂŒnf Millionen Einwohner des Landes leben im klimatisch begĂŒnstigten Hochland, Siedlungsschwerpunkt ist das Valle Central, in dem die bedeutenden StĂ€dte San JosĂ©, Heredia, Cartago und Alajuela liegen. Wichtige KĂŒstenstĂ€dte sind Puerto LimĂłn (KaribikkĂŒste) und Puntarenas (PazifikkĂŒste). Liberia ist das wirtschaftliche Zentrum der Nordwestregion Guanacaste und verfĂŒgt neben San JosĂ© als einzige weitere Stadt Costa Ricas ĂŒber einen internationalen Flughafen.

Entwicklung der Bevölkerung

Quelle: UN

Religion

GemĂ€ĂŸ einer Umfrage von 2018 ist die Bevölkerung ĂŒberwiegend christlich (52 % römisch-katholisch, 22 % Protestanten, inkl. evangelikaler Gruppierungen). Der Anteil der Nicht-Religiösen lag bei 17 % (2013 noch 8,4 %). 3 % hatten andere Religionen. Die römisch-katholische Konfession ist Staatsreligion des Landes. Die Indigenen – insbesondere in abgelegenen Regionen – pflegen noch heute ihre traditionellen mesoamerikanischen Religionen, hĂ€ufig synkretistisch vermischt mit christlichen Elementen.

Sprache

Die offizielle Landessprache ist Spanisch mit einigen costa-ricanischen Eigenarten. An der AtlantikkĂŒste sind auch Englisch und eine englisch-basierte Kreolsprache weit verbreitet, die dem Jamaika-Patois Ă€hnlich ist.

Das in Costa Rica gesprochene Spanisch weist einige Unterschiede zum Standard-Spanisch auf.

  • Keine Unterscheidung zwischen „vos“, „tĂș“ und „usted“. So spricht der Moderator von ÂżQuiĂ©n quiere ser millonario? (die costa-ricanischen Variante von „Wer wird MillionĂ€r?“) Ignacio Santos in der Sendung vom 8. September 2009 Kandidaten im Kindesalter mal mit „usted“, mal mit „vos“ oder auch „tĂș“ an. Die Form „tĂș“ gehört nach Aussagen der Mehrzahl der Costa-Ricaner nicht zu den landestypischen Formen. Unbewusst wird sie jedoch verwendet. Die hĂ€ufigste Anrede ist „usted“, „vos“ wird wiederum hauptsĂ€chlich in der Region Cartago benutzt. Besonders unter Jugendlichen und unter MĂ€nnern spricht man sich hĂ€ufig mit dem umgangssprachlichen Ausdruck „mae“ an, was man mit dem deutschen „Alter“ oder „Mann“ ĂŒbersetzen kann. Oft wird „mae“ auch zusammenhangslos als LĂŒckenfĂŒller (wie „Àhm“) verwendet. Dies stellt eine der grĂ¶ĂŸten Besonderheiten des costa-ricanischen Spanisch dar.
  • FĂŒr die Bezeichnung eines Zeitpunkts wird in Costa Rica die PrĂ€position „hasta“ verwendet. Üblicherweise wird dieses Wort jedoch zur Beschreibung eines Zeitraumes verwendet. Beispiel: „Vuelvo de Nicoya hasta el martes“ anstatt „Vuelvo de Nicoya el martes“. (?)
  • ZusĂ€tzlich gibt es viele eigene Wortkreationen. Zu den bekanntesten costa-ricanischen AusdrĂŒcken gehören folgende: „Tico / Tica“, die umgangssprachliche Eigenbezeichnung der Costa-Ricaner. Diese leitet sich von der besonders beliebten Verkleinerungsform -tico ab. „Pura vida“ (deutsch wörtlich „Pures Leben“), ein Ausdruck fĂŒr Begeisterung, ist oft zu hören. Eine landestypische Form fĂŒr „cool“ lautet „tuanis“ (angeblich abgeleitet von engl. „too nice“).

Gesundheit

Schon wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges war in Costa Rica ein kostenloses Gesundheitssystem eingerichtet worden, zusammen mit einem Rentensystem. Das System geriet nach 75 Jahren seines Bestehens in den 2010er-Jahren in finanzielle Schieflage, auch wegen der gestiegenen Lebenserwartung. In öffentlichen KrankenhĂ€usern war darum meist mit langen Wartezeiten zu rechnen. Private KrankenhĂ€user machen der Gesundheitsversorgung in lukrativen Bereichen Konkurrenz, sind allerdings aufgrund der hohen Kosten fĂŒr viele nicht bezahlbar.

In Costa Rica gab es im Jahr 2005 etwa 6800 Ärzte, das waren etwa 1,69 pro 1000 Einwohner. FĂŒr Gesundheitsaufgaben gab das Land etwa 689 Mio. $ jĂ€hrlich aus. Die tĂ€gliche Nahrungsaufnahme pro Kopf betrug etwa 2610 kcal. Die Lebenserwartung der Einwohner Costa Ricas ab der Geburt lag 2020 bei 80,5 Jahren (Frauen: 83,1, MĂ€nner: 78,0). Die Bewohner der Halbinsel Nicoya zĂ€hlten 2016 sogar zu den Langlebigsten der Welt.

Entwicklung der Lebenserwartung in Costa Rica

Quelle: UN

Bildung

Die erste UniversitĂ€t wurde 1843 gegrĂŒndet, aber 1888 wieder geschlossen. Die heute grĂ¶ĂŸte und renommierteste Hochschule ist die UniversitĂ€t von Costa Rica, gefolgt von der 1973 gegrĂŒndeten Universidad Nacional de Costa Rica (UNA) in Heredia. Seit Abschaffung der Armee im Jahr 1948 nutzt Costa Rica einen Großteil des dafĂŒr angelegten Budgets fĂŒr die Weiterentwicklung des Ausbildungssektors. Mit den fĂŒnf öffentlichen und mehr als 50 privaten UniversitĂ€ten soll sichergestellt werden, dass sich die Zahl der StudienabgĂ€nger im Bereich Technologie und Wissenschaft erhöht. Viele Absolventen sprechen ein ausgezeichnetes Englisch.

Das Land hat ein hohes Bildungsniveau, die Analphabetenquote ist mit 4,2 Prozent nach Kuba (mit 3 %) die zweitniedrigste Mittelamerikas und eine der niedrigsten sowohl in den Industrie- als auch in den EntwicklungslĂ€ndern. Es gilt eine sechsjĂ€hrige Schulpflicht. Bereits 1940 wurde die erste Behindertenschule von Fernando Centeno GĂŒell eröffnet.

Eine der bedeutendsten Bibliotheken des Landes ist die 1888 gegrĂŒndete Nationalbibliothek von Costa Rica „Miguel ObregĂłn Lizano“ im Zentrum San JosĂ©s, in der sĂ€mtliche costa-ricanischen Druckschriften bibliographiert werden und Tageszeitungen und Zeitschriften eingesehen werden können.

Geschichte

Erste Besiedelung

Die Àltesten archÀologischen Funde, die eine menschliche Besiedlung Costa Ricas dokumentieren, werden der Zeit zwischen 12.000 und 8000 vor Christus zugerechnet. Bis zur Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert n. Chr. lebten vermutlich 400.000 Menschen im heutigen Staatsgebiet.

Spanische Eroberung

1502 landete Christoph Kolumbus als erster EuropĂ€er an der AtlantikkĂŒste des heutigen Costa Rica. Die ersten Erkundungen der KĂŒstenregion und des Inlands fanden erst 1510 unter Diego de Nicuesa statt. Zwischen 1519 und 1523 wurde dann der Großteil des heutigen Costa Ricas im Namen der spanischen Krone erobert. Die von Kolumbus vorgenommene Bezeichnung Costa Rica y Castillo de Oro (dt.: Reiche KĂŒste und Goldene Burg) sollte sich als Wunschvorstellung herausstellen: Das Land ist arm an mineralischen Rohstoffen und Edelmetallen. Erst ab 1560 wurde Costa Rica systematisch kolonisiert; spanische Konquistadoren grĂŒndeten 1563 Cartago, das bis 1823 Hauptstadt Costa Ricas war. Im 17. Jahrhundert festigten die Spanier ihre Herrschaft in Costa Rica, das jedoch wegen seiner Rohstoffarmut und unbedeutenden strategischen Lage eine nachrangige und unterentwickelte Kolonie blieb.

UnabhÀngigkeit

Am 15. September 1821 erhielt Costa Rica die UnabhĂ€ngigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Spanien. Die Geschichte Costa Ricas ist fĂŒr mittelamerikanische VerhĂ€ltnisse eine Erfolgsgeschichte. Seit dem spĂ€ten 19. Jahrhundert gab es nur zwei kurze Perioden der Gewalt, die die Demokratisierung des Landes beeintrĂ€chtigten.

In der Nationalkampagne von 1856/57, die gegen den US-amerikanischen Filibuster William Walker gerichtet war, kamen durch das Einschleppen der Cholera aus dem Kriegsgebiet in Nicaragua nach der Zweiten Schlacht von Rivas 10 % der Bevölkerung ums Leben. An die Vertreibung Walkers erinnert seit 1895 das Nationalmonument von Costa Rica im Stadtzentrum von San José.

Von 1917 bis 1919 ĂŒbte Federico Alberto Tinoco Granados eine MilitĂ€rdiktatur aus, die jedoch von den Vereinigten Staaten nicht als legitime Regierung anerkannt wurde, aber die UnterstĂŒtzung der in Costa Rica einflussreichen United Fruit Company besaß. Letztlich sah sich Tinoco gezwungen, ins Exil nach Frankreich zu gehen.

Im Februar/MĂ€rz 1921 eskalierte ein seit langem andauernender Grenzkonflikt mit Panama im so genannten Guerra de Coto, in dem costa-ricanische Truppen die Grenze ĂŒberschritten. Daraufhin wurden panamaische Polizisten – die Republik Panama besaß zu diesem Zeitpunkt keine StreitkrĂ€fte – gegen die Invasoren eingesetzt. Nach einigen ScharmĂŒtzeln wurde der Konflikt durch das Erscheinen des US-amerikanischen Schlachtschiffs USS Pennsylvania im Rahmen der Kanonenbootpolitik beendet und der Status quo ante wiederhergestellt.

Von 1936 bis 1940 amtierte in Costa Rica der autoritĂ€re PrĂ€sident LeĂłn CortĂ©s, dem Sympathien fĂŒr den Nationalsozialismus nachgesagt wurden. Umstritten ist dabei insbesondere die Rolle des deutschen Einwanderers Max Effinger, der unter CortĂ©s das Amt des Direktors fĂŒr öffentliche Arbeiten ausĂŒbte. Unter seinem Nachfolger, Rafael CalderĂłn Guardia, vollzog das Land einen außenpolitischen Kurswechsel und orientierte sich nun stĂ€rker an den USA. Im Dezember 1941, nach dem Angriff auf Pearl Harbor, trat Costa Rica als erstes zentralamerikanisches Land in den Zweiten Weltkrieg ein. Deutsche, italienische und japanische StaatsbĂŒrger wurden nun ĂŒberwacht und ihr Vermögen unter staatliche Kontrolle gestellt.

Von direkten Kriegshandlungen blieb Costa Rica praktisch verschont. Die einzige Ausnahme bildete die Versenkung des panamaischen Frachtschiffs San Pablo am 2. Juli 1942 vor dem Hafen von Puerto LimĂłn durch das deutsche U-Boot U 161. Die Versenkung löste in Costa Rica Empörung aus und fĂŒhrte zu Krawallen, die vorzugsweise gegen die GeschĂ€fte von italienischen und deutschen Residenten bzw. Einwanderern gerichtet waren.

1948 erfolgte nach gewaltvollen Wahlen und Wahlbetrug ein sechswöchiger BĂŒrgerkrieg mit etwa 2000 Toten.

1949 wurde nach einem Friedensvertrag eine neue Verfassung eingefĂŒhrt und das MilitĂ€r abgeschafft.

Das Wahlrecht war wĂ€hrend des gesamten 19. Jahrhunderts durch Besitz- und Bildungsqualifikationen beschrĂ€nkt gewesen. Frauen waren bis 1847 implizit, seither explizit vom Wahlrecht ausgeschlossen. Die EinfĂŒhrung des Frauenwahlrechts erfolgte 1949. Die Verfassung von 1949 schrieb zunĂ€chst das allgemeine aktive und passive Wahlrecht fĂŒr alle MĂ€nner und Frauen ab 20 Jahren fest. Am 20. Juni 1949 wurde ein Gesetz eingefĂŒhrt, das StaatsbĂŒrgerschaft als einen Komplex von Pflichten und politischen Rechten definierte, der fĂŒr alle Staatsangehörigen ĂŒber 18 Jahre unabhĂ€ngig vom Geschlecht galt. Dieses Gesetz wurde mit einem Abstimmungsergebnis von 33 zu 8 angenommen.

In den folgenden Jahrzehnten war Costa Rica von Frieden und Wohlstand geprĂ€gt. Es wurde ein umfassendes Sozialpaket geschnĂŒrt, ein vorbildliches Bildungssystem wurde eingerichtet.

Politik

Politisches System

Costa Rica ist eine PrĂ€sidialrepublik. Das Frauenwahlrecht wurde 1949 eingefĂŒhrt. Der PrĂ€sident wird alle vier Jahre vom Volk direkt gewĂ€hlt und kann nach einer Legislaturperiode zunĂ€chst nicht wiedergewĂ€hlt werden. Bis zu den Wahlen im Februar 2010 hatte Óscar Arias SĂĄnchez dieses Amt inne, der bereits zwischen 1986 und 1990 PrĂ€sident Costa Ricas war. Bei den Wahlen am 7. Februar 2010 wurde zum ersten Mal in der Geschichte Costa Ricas eine Frau als Staatsoberhaupt gewĂ€hlt. Laura Chinchilla Miranda von der sozialdemokratisch-liberalen Regierungspartei Partido LiberaciĂłn Nacional (PLN) wurde mit 46,78 Prozent der Stimmen eindeutig an die Spitze des Landes gewĂ€hlt. Nachdem sich sein Gegenkandidat vor der Stichwahl der PrĂ€sidentschaftswahl 2014 zurĂŒckgezogen hatte, wurde Luis Guillermo SolĂ­s am 6. April 2014 mit 77,8 Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. Bei der Stichwahl der PrĂ€sidentschaftswahl am 1. April 2018 gewann Carlos Alvarado. Er trat am 8. Mai 2018 sein Amt an.

Das Einkammer-Parlament besteht aus 57 Abgeordneten und wird alle vier Jahre nach VerhÀltniswahl gewÀhlt.

Das deutsche AuswĂ€rtige Amt schreibt: „In Zentralamerika stellt Costa Rica einen StabilitĂ€tsanker dar, achtet Presse-, Meinungsfreiheit und Menschenrechte.“

Administrative Gliederung

Regionen

Costa Rica ist außerdem in sechs Regionen (regiones) unterteilt: Central, Chorotega, PacĂ­fico Central, Brunca (auch PacĂ­fico Sur), Huetar AtlĂĄntica und Huetar Norte. Diese Regionen sind im Gegensatz zu den Provinzen keine Verwaltungseinheiten, sondern die Unterteilung wurde zum Zweck sozioökonomischer Untersuchungen vorgenommen. Jede Region umfasst mehrere Kantone verschiedener benachbarter Provinzen. Die Namen Chorotega, Brunca und Huetar sind abgeleitet von den gleichnamigen indigenen Völkern.

Provinzen

Costa Rica gliedert sich in sieben Provinzen (provincias).
Die Hauptstadt von Guanacaste ist Liberia, die anderen sechs Provinzen sind jeweils nach ihrer Hauptstadt benannt.

Die Provinzen sind in Kantone (cantones) untergliedert, von denen jeder wiederum in eine unterschiedliche Anzahl Distrikte (distritos) aufgeteilt wird. Genauso wie die Provinzen sind alle Kantone und Distrikte innerhalb ihrer nÀchsthöheren Verwaltungseinheit durchnummeriert. Insgesamt gibt es 81 Kantone und 470 Distrikte.

StÀdte

2016 lebten 77,7 % der Bevölkerung in StĂ€dten oder stĂ€dtischen RĂ€umen. Die 5 grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand 30. Juni 2020):

  1. San José: 1.453.500 Einwohner
  2. Heredia: 367.900 Einwohner
  3. Cartago: 232.300 Einwohner
  4. Alajuela: 196.900 Einwohner
  5. Puntarenas: 87.500 Einwohner

Die vier grĂ¶ĂŸten StĂ€dte liegen dicht beieinander im Valle Central in der Landesmitte.

Menschenrechte

Indigene Bevölkerungsgruppen

Indigene Gruppen wehrten sich seit den 1990er Jahren gegen den geplanten Staudamm im bewaldeten TĂ©rraba-Tal im SĂŒden Costa Ricas. 2006 wurde das Projekt ohne ihre Zustimmung beschlossen. Das El-Diquis-Wasserkraftwerk soll 680 Megawatt Strom produzieren, wovon 90 Prozent fĂŒr den Export bestimmt sind. FĂŒr den Stausee wurden 2200 Hektar WaldflĂ€che in technische NutzflĂ€che umgewandelt, wobei das geschlagene Tropenholz zusĂ€tzlich zur weiteren wirtschaftlichen ProsperitĂ€t des Landes beitrug. Der restliche Wald im TĂ©rraba-Tal ist das geschĂŒtzte Reservat der Teribe, einer indigenen Gruppe von noch 750 Personen (Stand 2011). Die Teribe siedeln seit Jahrhunderten in dem Gebiet, das einst 9000 Hektar umfasste. Dem Stamm sind noch 10 Prozent geblieben. Auf dem Rest siedelten nach costa-ricanischem Recht illegal nicht-indigene Siedler. Der costa-ricanische Staat ließ sie gewĂ€hren.

Prostitution

Prostitution wird nach costa-ricanischem Gesetz geduldet. In grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten wie San JosĂ© sind Prostituierte in einigen Zonen auf der Straße anzutreffen, und Sextourismus insbesondere durch nordamerikanische Touristen ist ĂŒblich. Prostitution ist in einigen Touristenhotels geduldet. Kinderprostitution wird seit Jahren von der Regierung bekĂ€mpft. Die Kinderschutzorganisation ECPAT versucht mit einem Code of Conduct fĂŒr Angestellte von Tourismusunternehmen, Hotels, Autoverleihen, Taxi-Firmen, Schiffs-Betreibern und anderen im TourismusgeschĂ€ft TĂ€tigen ebenso die Aufmerksamkeit fĂŒr das Problem zu erhöhen.

Medien

Die Presse des Landes zÀhlt zu den freiesten der Welt und ist, vor Jamaika, die freieste des amerikanischen Kontinents.

Sicherheit

PrĂ€sident JosĂ© Figueres Ferrer (1948–1949, 1953–1958, 1970–1974) ließ nach dem Beitritt zum TIAR-Pakt die Armee am 8. Mai 1949 per Verfassung abschaffen und investierte die hierdurch freigesetzten Gelder in den Aufbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. Grenzschutzaufgaben hat die Polizei ĂŒbernommen. Allerdings existierte von 1949 bis 1996 eine paramilitĂ€rische Polizeitruppe, die Guardia Civil de Costa Rica mit einer StĂ€rke von zeitweise bis zu 8400 Mann.

1983 verkĂŒndete PrĂ€sident Luis Alberto Monge angesichts der VerschĂ€rfung der BĂŒrgerkriege in Zentralamerika (v. a. in Nicaragua) die dauernde, aktive und unbewaffnete NeutralitĂ€t des Landes. UnabhĂ€ngig davon bildete die Guardia Civil 1985/86 aufgrund des Contra-Kriegs eine Spezialeinheit, das Batallon RelĂĄmpago („Blitz-Bataillon“) zur Sicherung der Grenze nach Nicaragua.

PrĂ€sident Óscar Arias SĂĄnchez erhielt 1987 fĂŒr sein Engagement fĂŒr die friedliche Beilegung von Konflikten in Mittelamerika den Friedensnobelpreis.

Costa Rica wurde auch die „Schweiz Mittelamerikas“ genannt, wegen der bergigen Landschaft und auch wegen des relativen Wohlstands und der oben genannten NeutralitĂ€t, die sich im Gegensatz zur Schweiz bislang auch durch die Abwesenheit einer Armee ausdrĂŒckte.

Am 1. Juli 2010 genehmigte das Parlament Costa Ricas auf Antrag der PrĂ€sidentin des Landes, Laura Chinchilla, die Stationierung von bis zu 46 Kriegsschiffen und 7000 Soldaten der USA in Costa Rica. Diese sollen den von Kolumbien ausgehenden Drogenschmuggel bekĂ€mpfen. Die Opposition sah durch „das kriegerische Potenzial“ die nationale SouverĂ€nitĂ€t des Landes verletzt und reichte Klage beim Verfassungsgericht ein. Die Stationierung wurde zunĂ€chst auf einen Zeitraum von sechs Monaten bis zum 31. Dezember 2010 befristet. Seither wird sie um jeweils sechs Monate verlĂ€ngert. Die Journalistin Eva Golinger wies darauf hin, dass in einem offiziellen Dokument, das die amerikanische Botschaft an das Ministerium fĂŒr Sicherheit in Costa Rica geschickt hat, die uneingeschrĂ€nkte Straflosigkeit von US-Soldaten zu einer Voraussetzung des Einsatzes gemacht wird, wie das bei allen AuslandseinsĂ€tzen des US-MilitĂ€rs ĂŒblich ist: „Das Personal der Vereinigten Staaten in Costa Rica genießt Bewegungsfreiheit und das Recht, jeder TĂ€tigkeit nachzugehen, die fĂŒr die ErfĂŒllung seiner Mission notwendig ist.“

Seit 1996 ist statt der Guardia Civil die Fuerza PĂșblica de la RepĂșblica de Costa Rica fĂŒr die innere Sicherheit zustĂ€ndig. Seit 2007 gibt es in San JosĂ© eine spezielle Touristenpolizei (Notruf 911).

Das AuswĂ€rtige Amt warnt vor KriminalitĂ€t, insbesondere GewaltkriminalitĂ€t in San JosĂ© (dort insbesondere in der Umgebung der Busbahnhöfe) sowie zwischen JacĂł und Quepos, an den StrĂ€nden in der Provinz Guanacaste am Pazifik und u. a. in Cahuita und Puerto Viejo sĂŒdlich von LimĂłn. Auch vor EntfĂŒhrungen wird gewarnt.

Außenbeziehungen

Am 7. Oktober 2007 fand in Costa Rica eine Volksabstimmung (Referendum) ĂŒber ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Zentralamerika und der Dominikanischen Republik statt (Tratado de Libre Comercio con los Estados Unidos, CentroamĂ©rica y RepĂșblica Dominicana, kurz TLC), die mit einer knappen Mehrheit von 51,6 % der abgegebenen Stimmen akzeptiert wurde. Vor dem Referendum ĂŒber das TLC fanden zahlreiche Diskussionen unter breiter Anteilnahme der Bevölkerung im Fernsehen und im Radio, aber auch in Kirchen, Schulen, UniversitĂ€ten und auf öffentlichen PlĂ€tzen statt. Die Kampagne fĂŒr das TLC wurde vor allem vom damaligen PrĂ€sidenten und FriedensnobelpreistrĂ€ger Óscar Arias SĂĄnchez und seiner Partei PLN getragen, aber auch von Intellektuellen, Politikern und Wirtschaftsvertretern unterstĂŒtzt (so von dem Ex-Wirtschaftsminister Alfredo Volio). Die Kampagnen gegen das TLC wurden von der Oppositionspartei Partido AcciĂłn Ciudadana (PAC) und deren Vertretern OttĂłn SolĂ­s und JosĂ© Miguel Corrales unterstĂŒtzt. Es bildeten sich auch verschiedene private Initiativen gegen das TLC, die unter dem Slogan „¡Mi corazĂłn dice no!“ (Mein Herz sagt nein!) zusammengefasst waren. Nach dem Referendum kam es zu keinen nennenswerten Krawallen oder Zerstörungen, obwohl die Debatten zuvor teilweise recht emotional waren.

Costa Rica ist Mitglied der CELAC. Die OECD kĂŒndigte im Mai 2013 an, dass 2015 BeitrittsgesprĂ€che mit Costa Rica beginnen sollen. Am 25. Mai 2021 erfolgte der Beitritt zur OECD.

Nachhaltigkeit

Im Oktober 2019 hat die Legislative beschlossen, Plastikstrohhalme, -taschen sowie Einwegplastik zu verbieten. Alvarado hat dem Umweltschutz weiterhin grĂ¶ĂŸere PrioritĂ€t eingerĂ€umt und im November 2018 mehrere Exekutiverlasse unterzeichnet, von denen einer gebrauchte Elektrofahrzeuge im Wert von weniger als 30.000 USD von der Zahlung der Verbrauchssteuer oder der "Steuer auf den selektiven Verbrauch" bei der Einfuhr ins Land befreit.

Politische Indizes

Wirtschaft

Die Handelsbilanz Costa Ricas ist traditionell negativ.

Obwohl Costa Rica immer noch stark landwirtschaftlich geprĂ€gt ist, konnten auch andere Wirtschaftssektoren ausgebaut werden. Wichtigster Devisenbringer des Landes ist inzwischen der Tourismus, der 2009 mit 1,9 Millionen Besuchern 6,6 % des BIP ausmachte. Eine wichtige Rolle nimmt hierbei der Ökotourismus ein, zu dessen UnterstĂŒtzung u. a. der von der AtlantikkĂŒste zur PazifikkĂŒste verlaufende Camino de Costa Rica geschaffen wurde. Daneben wurde auch der High-Tech-Sektor ausgebaut; zweitwichtigster Devisenbringer des Landes ist eine Chipfabrik der Firma Intel. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2009 8,8 % (1965 noch 23,5 %) wĂ€hrend die Industrie 26 % und die Dienstleistungen 61,1 % zum Bruttoinlandsprodukt beitrugen. Die meisten Industriebetriebe konzentrieren sich auf der zentralen Hochebene um die Hauptstadt San JosĂ©. Der Bananenanbau in ausgedehnten Plantagen befindet sich traditionell an der KaribikkĂŒste um den Hafen Puerto LimĂłn und neuerdings auch an der PazifikkĂŒste um die Hafenstadt Golfito.

Am 7. Oktober 2007 hat Costa Rica in einem Referendum dem Freihandelsvertrag Cafta mit den USA zugestimmt. 51,6 % der WĂ€hler stimmten mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 % von insgesamt 2,6 Millionen Wahlberechtigten. Der costa-ricanische PrĂ€sident Óscar Arias SĂĄnchez ging als Sieger aus der Abstimmung hervor. Seine Hoffnungen waren, dass mit dem Freihandelsvertrag die staatlichen Monopole fallen und Investitionen angezogen werden könnten, wodurch Arbeitsstellen geschaffen wĂŒrden. Dem Referendum waren heftige Kontroversen vorausgegangen. Die Gegner des Freihandels argumentierten, das Land sei nicht gewappnet und noch nicht reif fĂŒr die Beseitigung der Handelsschranken, da dies zur Folge habe, dass die USA Costa Rica mit Waren ĂŒberschwemmten, was zu Arbeitsplatzverlusten fĂŒhrte. Die Zustimmung zum Referendum sei auch als Verrat am eigenen Land zu werten, gehe doch die nationale SouverĂ€nitĂ€t dadurch verloren.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Costa Rica Platz 47 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte Costa Rica 2020 Platz 68 von 180 gelisteten LĂ€ndern.

Die Arbeitslosigkeit ist seit 2007 stark gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrĂ€gt offiziell ca. 8 %, liegt bei Jugendlichen jedoch weitaus höher. Viele Kinder und Jugendliche der Armenviertel in San JosĂ© sind in kriminellen Straßenbanden organisiert (sog. chapulines, „KapuzentrĂ€ger“). Raub und Drogenhandel spielen eine große Rolle. Durch die Deportation jugendlicher StraftĂ€ter aus den USA hat sich die Situation verschlechtert.

Wirtschaftsstruktur

Costa Rica importierte im Jahr 2014 fĂŒr 16,4 Mrd. US$ Waren und exportierte gleichzeitig Waren fĂŒr 11,1 Mrd. US$, hatte also eine negative Handelsbilanz. Wichtigste ImportgĂŒter im Jahr 2011 waren Rohstoffe (55 %, vor allem Erdölprodukte), KonsumgĂŒter (19 %) und InvestitionsgĂŒter (17 %, vor allem Elektronik). HauptlieferlĂ€nder 2014 waren die USA mit 47,4 %, die Volksrepublik China mit 9,8 %, Mexiko mit 6,6 % und Japan mit 2,7 %. Deutschland folgt mit 2,0 % auf Rang 7. Die wichtigsten AbnehmerlĂ€nder fĂŒr Exporte waren die USA mit 37,3 %, die Niederlande mit 6,1 % und Panama mit 5,3 %. Zu den Exportprodukten gehören vor allem integrierte Schaltungen, elektronische GerĂ€te, Bananen und tropische FrĂŒchte.

Die Arbeitslosenquote wird 2017 mit 8,1 % angegeben, dazu ist UnterbeschĂ€ftigung verbreitet. 2006 arbeiteten 14 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 64 % im Dienstleistungssektor und 22 % in der Industrie. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 2,23 Millionen geschĂ€tzt.

Das BIP betrug 2016 nominal ca. 58,1 Mrd. US$. Das durchschnittliche BIP/Kopf betrug im Jahre 2016 11.835 US$. Costa Rica ist damit, nach Panama, das zweitwohlhabendeste Land Mittelamerikas.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Energieversorgung

Die Stromerzeugung Costa Ricas wird fast ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt, wĂ€hrend fossile Energien unbedeutend sind. 2016 stammten 98,1 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen, 2015 98,9 % und 2014 94 %. Im Jahr 2013 lieferten Wasserkraftwerke ca. 68 % des Stroms, Geothermiekraftwerke knapp 15 % und Windkraftanlagen rund 5 %, zudem wurden in kleinem Umfang auch weitere erneuerbare Energien genutzt. Fossile EnergietrĂ€ger deckten im Jahr 2013 knapp 12 % des Strombedarfs. Durch diese Struktur können erneuerbare Energien Costa Rica immer wieder monatelang alleine mit Strom versorgen. Ziel von Costa Rica ist es, bis 2021 vollstĂ€ndig auf fossile Energien verzichten zu können. Im September 2016 wurde hierzu u. a. mit der Talsperre ReventazĂłn ein neues Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 305 MW in Betrieb genommen, das bei Inbetriebnahme das grĂ¶ĂŸte Wasserkraftwerk Mittelamerikas war.

Beim Klimagipfel der Vereinten Nationen im Jahr 2009 beschloss die Regierung, bis 2021 klimaneutral zu werden, d. h. auch im Straßenverkehr keine fossilen Brennstoffe mehr zu erlauben und damit einen Großteils des Verkehrs zu dekarbonisieren. DafĂŒr wurde der 200. Jahrestag der UnabhĂ€ngigkeit von Spanien von PrĂ€sident Carlos Alvarado als Zieljahr gesetzt. Ende Februar 2019 hat der PrĂ€sident den Zeitpunkt zur Erreichung dieses ambitionierten Ziels verlĂ€ngert, indem er das Jahr 2050 in einem Nationalen Dekarbonisierungsplan als Zieljahr fĂŒr die komplette KlimaneutralitĂ€t gesetzt hat.

Landwirtschaft

Costa Rica ist der zweitgrĂ¶ĂŸte Bananenexporteur der Welt. In der Produktion von Bananen liegt Costa Rica mit 2,7 Millionen Tonnen jedoch weltweit nur auf dem 7. Platz hinter Indien mit 15,1 Millionen Tonnen, Ecuador mit 7,56 Millionen Tonnen, Brasilien mit 5,5 Millionen Tonnen, China mit 5,2 Millionen Tonnen, Philippinen mit 4,5 Millionen Tonnen und Indonesien mit 3,6 Millionen Tonnen (die Angaben beziehen sich auf die Produktion im Jahr 2001).

Neben Bananen wurde in den letzten Jahren zunehmend die Ananas zu einem wichtigen Exportgut. Auf Kosten der Umwelt und der kleinbĂ€uerlichen Landwirtschaft erschlossen die wichtigsten internationalen Fruchthersteller, darunter Chiquita, Dole und Del Monte, in den vergangenen Jahrzehnten immer neue FlĂ€chen und machten Costa Rica zum weltweit fĂŒhrenden Ananasexporteur. Die ĂŒber 27.000 im Ananasanbau arbeitenden Menschen haben zumeist keinen gewerkschaftlichen Schutz und arbeiten unter katastrophalen Gesundheitsbedingungen. Ananasplantagen werden aber zunehmend durch WĂ€lder aufgelockert, damit die dort lebenden Tiere die SchĂ€dlinge der Nutzpflanzen kurz halten (Biologische SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung).

Ein weiteres Exportprodukt ist Kaffee, der hauptsĂ€chlich im Valle Central angebaut wird. Bis Ende der 1980er Jahre war Kaffee das wichtigste Exportprodukt. Weitere Agrarprodukte, die exportiert werden, sind Papaya, Melonen, MacadamianĂŒsse und Zierpflanzen. Die wirtschaftliche Bedeutung von Rinderzucht und Zuckerrohr nimmt weiterhin ab.

Digitale Ökonomie

Digitale Produkte und Services machen bereits 24 Prozent des gesamten Landesexportes aus. Mehr als die HĂ€lfte der costa-ricanischen Internet-Firmen besitzen Standorte in mehreren LĂ€ndern Lateinamerikas, USA, Kanada und teilweise bereits auch in Europa, Asien und Afrika. In den Bereichen Mobile und Web Development gibt es eine Vielzahl von kleinen und mittelgroßen Internet-Firmen, die sich im Raum San JosĂ© angesiedelt haben und Apps fĂŒr Smartphones und Tablets als Outsourcing-Anbieter fĂŒr verschiedene Branchen entwickeln. Digital Animation Services in 2D/3D oder E-Learning Anbieter werden aufgrund der exzellenten QualitĂ€t und ĂŒberschaubarer Preise von Firmen wie Coca-Cola, Walt Disney, Autokonzernen und anderen seit langer Zeit als etablierter Serviceprovider genutzt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 11,310 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 8,115 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,5 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2017 26,7 Mrd. US-Dollar oder 48,9 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 7,7 %
  • Bildung: 6,3 % (2009)
  • MilitĂ€r: 0,6 % (Costa Rica unterhĂ€lt kein MilitĂ€r im eigentlichen Sinne.)

Schienenverkehr

Geschichte

Die erste Eisenbahnlinie fĂŒhrte in Kapspur (1067 mm) von San JosĂ© zum Atlantik, von Alajuela nach San JosĂ© und spĂ€ter weiter bis Cartago. Aus der anderen Richtung fĂŒhrte die Eisenbahn von LimĂłn bis nach Matina, doch dann ging das Geld aus. Erst Jahrzehnte spĂ€ter konnte das fehlende ZwischenstĂŒck gebaut werden, und die Strecke bis LimĂłn konnte erst im Dezember 1890 eröffnet werden.

Die erste formelle Eisenbahngesellschaft war die Costa Rica Railway Co. Ltd. Weitere Eisenbahnstrecken wurden von der United Fruit Company, heute Chiquita Brands International, im Bananen-Anbaugebiet am Atlantik zum Abtransport der FrĂŒchte gebaut. SpĂ€ter folgte die Northern Railway of Costa Rica, welche die Strecken der Costa Rica Railway ĂŒbernahm. Die Strecke vom Pazifik nach San JosĂ©, die Ferrocarril al PacĂ­fico, wurde, nach Überwindung zahlreicher baulicher Schwierigkeiten, im Juli 1910 ebenfalls mit einer Spurweite von 1067 mm (Kapspur) eröffnet. Jede dieser Linien hat in San JosĂ© eine eigene Endstation, EstaciĂłn al AtlĂĄntico und EstaciĂłn al PacĂ­fico. Die weiter unten erwĂ€hnte Stadtbahn verkehrt unter anderem zwischen diesen beiden Stationen als eine Art Straßenbahn.

Im Jahre 1930 beschloss man die Elektrifizierung der Pazifikstrecke, die Elektrifizierung erfolgte durch die deutsche Firma AEG. Die Strecke ist sehr kurvenreich und hat eine LÀnge von 130 Kilometer. Als erste Bahn in einem Tropenland wÀhlte man Einphasen-Wechselstrom von 15 kV, 20 Hertz und benötigte deshalb kein Unterwerk.

Im Jahr 1977 wurden alle noch existierenden Eisenbahnstrecken unter der Staatsbahn FECOSA (Ferrocarriles de Costa Rica) zusammengefasst. 1980 wurden dann auch die insgesamt 106 Kilometer langen, am Atlantik gelegenen Strecken fĂŒr den Bananentransport von Rio Frio nach Siquirres und Puerto LimĂłn elektrifiziert. Die damals als FECOSA benannte Staatsbahn, welche diese Strecken ĂŒbernommen hatte, betrieb die Strecken bis dahin mit Dieselloks. Da die Belastung mit ĂŒber einer Million Tonnen pro Jahr außergewöhnlich hoch war, beschloss man die Strecke grundlegend zu erneuern und zu elektrifizieren. 1985 wurde die FECOSA durch die neue Staatsbahn INCOFER (Instituto Costarricense de Ferrocarriles) ersetzt. Alle nichtelektrischen Eisenbahnlinien werden heute mit Dieseltraktion betrieben, anfangs wurde auf allen Strecken mit Dampfloks gefahren.

Durch starke Erdrutsche wurde die Strecke zwischen Cartago und Turrialba im Jahre 1988 zerstört und das Eisenbahnnetz somit in zwei Teile geteilt. Ein starkes Erdbeben beschĂ€digte dann im Jahre 1991 die Strecken entlang der atlantischen KĂŒste, die jedoch innerhalb von zwei Wochen wieder instand gesetzt wurden. Allerdings war die atlantische Bananentransportlinie schon frĂŒher wegen der Erschöpfung der Bananenfelder und der hohen Stromtarife nicht mehr konkurrenzfĂ€hig. Die Bananen werden am Abend transportiert, wenn die Tarife am höchsten sind, und die ElektrizitĂ€tswerke waren nicht zu Konzessionen zu bewegen.

Weitere GrĂŒnde waren die hohen Personalkosten (Überbemannung), und so wurden die Transporte auf LKWs umgestellt. Als Folge davon wurde der Betrieb im Jahr 1995 eingestellt.

Heutiger Zustand

In den letzten Jahren wurden diverse Routen im Zentraltal reaktiviert. Auf den meisten verkehren ausrangierte Apolo-ZĂŒge aus Spanien. WĂ€hrend im Jahr 2016 auf den bedienten Routen etwa 1,7 Millionen Passagiere befördert wurden, ging die Zahl im Jahr 2017 zurĂŒck, obwohl die zusĂ€tzliche Strecke Heredia – Alajuela aktiviert wurde. So wurden im Jahr 2017 nur noch 1,4 Million Passagiere transportiert. ZurĂŒckgefĂŒhrt wird dies auf den Ausfall diverser Triebwagen durch UnfĂ€lle. Ein Wochenendpersonenzug soll noch existieren, dieser wird von America Travel organisiert und verkehrt von der Hauptstadt San JosĂ© bis hinunter zum Pazifik nach Caldera. Von dort kann man mit dem Bus weiter nach Puntarenas fahren. Dieses eine Zugpaar verkehrt nur an Sonntagen und befördert die AusflĂŒgler aus dem Ballungsraum San JosĂ© an den Pazifik, was immer noch ein beliebter Familienausflug ist, fĂŒr welchen die Eisenbahn unersetzlich ist. Diese Fahrt dauert insgesamt rund vier Stunden, morgens hin zum Pazifik, abends zurĂŒck nach San JosĂ©. Diese Fahrten mĂŒssen vorab gebucht werden. Außerdem wurden im mittleren Teil des Landes zusĂ€tzlich einige wichtige Strecken fĂŒr den GĂŒterverkehr reaktiviert.

WĂ€hrend in den ersten Jahren nach Reaktivierung der Zugstrecken im Zentraltal noch keine gesicherten BahnĂŒbergĂ€nge existierten, sind seit Ende 2018 viele wichtige Kreuzungen mit Schranken versehen worden.

Kultur

Literatur

Musik

Costa Rica besitzt eine vielseitige Musikkultur von traditioneller einheimischer Musik ĂŒber karibische Musik und allgemein lateinamerikanische Musik bis hin zu weltweiten Strömungen und Stilen. Neben den internationalen Charts haben vor allem lateinamerikanische Tanzmusik – von Salsa bis Reggaeton – aber auch andere Stile und Gruppen aus Lateinamerika großen Einfluss. Gleichzeitig gibt es eine reiche Kultur an aktiven Musikern und zahlreiche private und öffentliche Musiker-Gruppen (zum Beispiel UniversitĂ€tsorchester). Zu den typischen Elementen traditioneller Musik zĂ€hlen unter anderen Gesang, Marimba und Gitarre.

  • Gandhi – eine Rockband
  • Malpais
  • Manuel Monestel und die Gruppe CantoamĂ©rica – Vertreter karibischer Musik

Beispiele fĂŒr traditionelle Musik

  • La Guaria Morada – besingt die Nationalblume, eine lilafarbene Orchidee
  • Ticas Lindas
  • Soy Tico – ein patriotisches Lied mit dem Titel Ich bin Costaricaner

KĂŒche

Zu den Hauptbestandteilen der costa-ricanischen KĂŒche zĂ€hlen Reis, Bohnen und hĂ€ufig auch Kochbananen. Diese Grundzutaten werden zu unterschiedlichen Gerichten verarbeitet. Vor allem in San JosĂ© haben sich Fastfood-Ketten wie McDonald’s, Pizza Hut, Burger King und Taco Bell etabliert.

Das typische FrĂŒhstĂŒck und zugleich das Nationalgericht Costa Ricas ist Gallo Pinto: ein Gericht aus gebratenem Reis mit schwarzen Bohnen und Zwiebeln. Dazu werden Spiegel- oder RĂŒhreier sowie Tortillas und Sauerrahm serviert. Zu Mittag werden in der Regel sogenannte Casados gegessen, bei denen ebenfalls Reis und Bohnen die Basis bilden und die mit Kochbananen und Fleisch, HĂ€hnchen oder Fisch sowie Salat und gedĂŒnstetes GemĂŒse gegessen werden können. In den Sodas erhĂ€lt man die Mittagsgerichte zum gĂŒnstigen Preis.

Auch Tamales gelten als typisch fĂŒr Costa Rica. Diese gefĂŒllten, in BananenblĂ€tter gewickelten und anschließend gekochten Maistaschen bereiten Costa-Ricaner traditionell zu Weihnachten, aber auch wĂ€hrend des Jahres zu. Sie werden hĂ€ufig zum FrĂŒhstĂŒck gegessen, oftmals auch mit salsa italiana. Zum Nachtisch werden hĂ€ufig frische FrĂŒchte oder auch SĂŒĂŸspeisen wie Kuchen, Torten oder Schokolade serviert.

Die beliebtesten GetrĂ€nke stellen neben Wasser, Limonaden und Kaffee ErfrischungsgetrĂ€nke wie Batidos (mit Wasser, Milch, Joghurt oder Eis zubereitete GetrĂ€nke aus frischen FrĂŒchten) und pipa (direkt aus der Kokosnuss getrunkenes Kokoswasser) dar. Allgemein kann gesagt werden, dass bei GetrĂ€nken sehr viel Zucker verwendet wird, auch wenn die FrĂŒchte in den Batidos viel Fruchtzucker besitzen. Bei alkoholischen GetrĂ€nken dominiert der Bier- und Schnapskonsum, Wein wird nur selten getrunken. Die am hĂ€ufigsten getrunkenen Biersorten sind die costa-ricanischen Biere Imperial, Pilsen und Bavaria.

Sport

Fußball

Der Fußball hat in Costa Rica einen hohen Stellenwert. Die costa-ricanische Fußballnationalmannschaft konnte sich bisher fĂŒr fĂŒnf Fußball-Weltmeisterschaften qualifizieren. Bei der Erstteilnahme 1990 in Italien erreichte die Mannschaft in ihrer Vorrundengruppe als Zweiter hinter Brasilien das Achtelfinale und schied dort gegen die Tschechoslowakei aus. Zwölf Jahre spĂ€ter, bei der WM 2002 in SĂŒdkorea und Japan, schied das Team in der Vorrunde aus, ebenso 2006 in Deutschland, als die Costa-Ricaner mit der deutschen Mannschaft das Eröffnungsspiel in MĂŒnchen bestritten hatten und dieses mit 2:4 verloren. Bei der nĂ€chsten Teilnahme 2014 in Brasilien gelang es der Auswahl, sich durch Siege ĂŒber die favorisierten Mannschaften aus Uruguay und Italien wie bereits 1990 erneut fĂŒr das Achtelfinale und dort durch einen Sieg nach Elfmeterschießen gegen Griechenland zum ersten Mal auch fĂŒr das Viertelfinale zu qualifizieren. Dort schied man nach Elfmeterschießen gegen die Niederlande aus.

Auf kontinentaler Ebene gewann die Nationalmannschaft dreimal den damaligen CONCACAF Nations Cup (heute CONCACAF Gold Cup), einen Wettbewerb zwischen zunĂ€chst ausschließlich mittelamerikanischen Nationalteams, an dem mittlerweile auch die Mannschaften aus Nordamerika teilnehmen. Zeitweise spielten dort auch gesondert eingeladene Mannschaften aus anderen Erdteilen mit.

Einige der costa-ricanischen Nationalspieler schafften auch den Sprung in europÀische Topligen. Herausragend ist hier Keylor Navas, der im Tor von Real Madrid dreimal die UEFA Champions League und dreimal die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft gewann.

Die nationale Fußball-Liga Primera DivisiĂłn de Costa Rica wird von zwei Klubs dominiert, zum einen vom Deportivo Saprissa aus der Hauptstadt San JosĂ©, zum anderen von dem Verein LD Alajuelense aus Alajuela. Mehrfach gewannen Vereine aus Costa Rica auch kontinentale Klubwettbewerbe.

Siehe auch

  • Nationalmonument Guayabo
  • Vulkanwappen
  • Camino de Costa Rica

Literatur

  • Andreas Maislinger (Hrsg.): Costa Rica. Politik, Gesellschaft und Kultur eines Staates mit stĂ€ndiger aktiver und unbewaffneter NeutralitĂ€t. Inn-Verlag, Innsbruck 1986, ISBN 3-85123-091-4 (Studien zur politischen Wirklichkeit, Band 3).
  • Henry Hatt: Auswandern nach Costa Rica. BĂŒcherstube Kronach, 2019, ISBN 978-3-930988-42-6 (Ein Ratgeber fĂŒr Auswanderer, 2. Auflage).
  • Bruce M. Wilson: Institutional Reform and Rights Revolutions in Latin America: The Cases of Costa Rica and Colombia, in: Journal of Politics in Latin America, 2 (2009), S. 59–85.
  • Patrick Spittler: Entwicklung und wirtschaftliches Potential der sekundĂ€ren regengrĂŒnen TrockenwĂ€lder in Costa Rica. Göttinger BeitrĂ€ge zur Land- und Forstwirtschaft in den Tropen und Subtropen. Bd. 144. Dissertation. Goltze, Göttingen 2001, ISBN 3-88452-405-4.
  • Sebastian Huhn: Die marode Musterdemokratie Costa Rica. (PDF; 404 kB) in: GIGA Focus Lateinamerika. Hamburg 2006,4. ISSN 1862-3352
  • Aviva Chomsky: West Indian workers and the United Fruit Company in Costa Rica, 1870–1940. Louisiana State University Pr., Baton Rouge [u. a.] 1996, ISBN 0-8071-1979-2
  • Carlos Caballero Jurado, Nigel Thomas: Central American Wars 1959–89. Oxford 1990, Nachdrucke 1998, 2000.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Costa Rica
  • Die amtliche Website des costa-ricanischen Instituts fĂŒr Tourismus (ICT) (auch deutsch)
  • Linkkatalog zum Thema Costa Rica bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Costa Rica Geschichte, Umwelt und Natur
  • bpb.de - Dossier Lateinamerika - Costa Rica. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, abgerufen am 16. Januar 2021. 
  • CIA World Factbook: Costa Rica (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (7)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Alajuela 11.071 9.825 -85.441 -84.158  
Cartago 10.136 9.468 -84.079 -83.319  
Guanacaste 11.21 9.725 -85.946 -84.764  
Heredia 10.79 9.946 -84.202 -83.704  
LimĂłn 10.928 9.071 -83.943 -82.564  
Puntarenas 10.332 8.035 -85.303 -82.72  
San JosĂ© 10.199 9.066 -84.592 -83.429  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Costa Rica

Name englisch: Costa Rica
Hauptstadt: San Jose
Kfz: CR
ISO: CR
ISO3: CRI
Fläche: 51100 km²
Tld: .cr
Wärung Einheit: CRC
Währung: Colon
Vorwahl: 506

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 11.2196808
südlichster Punkt: 5.4991534
westlichster Punkt: -87.0945131
östlichster Punkt: -82.5526571


 
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