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Staat Informationen : Nicaragua

Informationen:


Nicaragua [nikÉ‘ËˆÉŸÉ‘ÉŁwɑ] (seltener auch Nikaragua) ist ein Staat in Zentralamerika. Er grenzt im Norden an Honduras und im SĂŒden an Costa Rica sowie im Westen an den Pazifik und im Osten an die Karibik.

Der Landesname leitet sich aus dem Nahuatl ab (nican ‚hier‘, arĂĄhuac ‚Menschen‘). Andere Autoren fĂŒhren den Landesnamen auf die Begegnung des spanischen Konquistadors Gil GonzĂĄlez DĂĄvila mit dem Kaziken Nicarao zurĂŒck, die am 15. Oktober 1523 bei San Jorge/Rivas stattfand.

Geographie

Landschaften

Nicaragua wird parallel zur PazifikkĂŒste von einer Kette aktiver Vulkane durchzogen, weshalb es auch das Land der tausend Vulkane genannt wird. Der Kratersee Laguna de Apoyo hat vor kurzem BerĂŒhmtheit erlangt. Hier konnte an Buntbarschen nachgewiesen werden, dass sich eine Art zu zwei verschiedenen Arten auch ohne deren rĂ€umliche Isolierung entwickeln kann (sogenannte sympatrische Artbildung).

An der PazifikkĂŒste liegen auch die Zentren und wichtigsten SiedlungsrĂ€ume des Landes, wĂ€hrend die östlichen und sĂŒdlichen Landesteile dĂŒnn besiedelt sind. Zwei große Binnenseen prĂ€gen die Geographie – der grĂ¶ĂŸere Nicaraguasee (Lago Cocibolca) im SĂŒdwesten mit mehreren Inseln und der kleinere Managuasee im Westen. Aus dem Nicaraguasee entspringt der Fluss RĂ­o San Juan, der die SĂŒdgrenze des Landes bildet und in die Karibik mĂŒndet.

Der Osten des Landes bis zur KaribikkĂŒste ist eine große Regenwaldregion. Der nördliche Teil der KaribikkĂŒste wird auch MiskitokĂŒste genannt.

Die höchste Erhebung ist der Pico Mogotón an der Nordgrenze mit 2438 Metern.

Nicaragua hat zwei Nachbarstaaten: im Norden Honduras mit 922 km GrenzlĂ€nge und im SĂŒden Costa Rica mit 309 km GrenzlĂ€nge. Die gesamte LĂ€nge der Landesgrenzen betrĂ€gt 1231 Kilometer.

StÀdte

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand: 30. Juni 2016): Managua 1.033.622 Einwohner, LeĂłn 169.362 Einwohner, Tipitapa 127.618 Einwohner, Masaya 125.824 Einwohner, Chinandega 111.256 Einwohner, Ciudad Sandino 110.083 Einwohner, EstelĂ­ 105.709 Einwohner, Matagalpa 103.860 Einwohner und Granada 100.496 Einwohner.

Klima

Hurrikan Mitch

Ende Oktober 1998 wĂŒtete Hurrikan Mitch in Mittelamerika und richtete auch in Nicaragua schwere SchĂ€den an. Durch die von Dauerregen ausgelösten Überschwemmungen und Erdrutsche starben mehr als 4000 Menschen. Es kam zu einem Ausbruch von Seuchen.

Nach der Katastrophe gab es vielfÀltige internationale Hilfe und Hilfszusagen. Allerdings nutzte die damalige Regierung unter Alemån einen Teil der Gelder, um sich und den ihr nahestehenden Gruppen einen Vorteil zu verschaffen.

Tierwelt

Die Artenvielfalt in Nicaragua ist groß. In den RegenwĂ€ldern leben unter anderem Jaguare, Pumas, Ozelote sowie verschiedene Affenarten und Reptilien wie Alligatoren und Schlangen. Zudem gibt es eine Vielzahl an Vogelarten, zu nennen sind hier Papageien, Tukane, Pelikane und Kolibris.

Bevölkerung

Demografie

In Nicaragua leben etwa 6,15 Millionen Menschen (Stand: 2016), von denen etwa 90 % in der Pazifikregion und im Managua-Gebiet leben. Die Bevölkerung besteht zu 69,7 % aus Mestizen, 17,6 % sind Weiße (meist spanischer Abstammung). 9,2 % sind afrikanischer Herkunft, die zu 95 % in der Atlantikregion leben, allerdings stellen auch dort inzwischen Mestizen und Weiße mit knapp 59 % die Mehrheit. 3,2 % sind IndĂ­genas, mehrheitlich Miskito sowie die kleineren ethnischen Gruppen Sumo (Mayangna) und Rama, deren Siedlungsgebiete im Landesinneren und an der AtlantikkĂŒste liegen. Hinzu kommen etwa 30.000 Araber (hauptsĂ€chlich Syrer, Libanesen und PalĂ€stinenser). In Managua existiert eine Gemeinde von rund 8000 chinesischen Einwanderern.

Sprachen

Spanisch ist die Amtssprache Nicaraguas und wird von ĂŒber 97 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Weitere Sprachen sind Kreolisch (Karibisches Englisch), das besonders an der OstkĂŒste Nicaraguas verbreitet ist, und die Indiosprachen Miskito. Die Miskito-Sprache ist die am hĂ€ufigsten gesprochene indigene Sprache in Nicaragua. Dies liegt daran, dass die Miskito-Bevölkerung auch die höchste Einwohnerzahl der Ureinwohner im Land hat. Weitere Indiosprachen sind Sumu (Mayangna), Rama und GarĂ­funa (Igñeri).

Religion

Unmittelbar nachdem die Spanier das Land Nicaragua erobert hatten (um 1530), kamen spanische Missionare in das Land. Bis auf wenige Ausnahmen wurde die indigene Bevölkerung zum katholischen Glauben bekehrt, allerdings gab es immer wieder AufstĂ€nde gegen die Spanier; aus diesem Grund wurden auch zahlreiche Nicaraguaner nach Peru deportiert, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen in Minen und Bergwerken arbeiten mussten und die meisten starben. Ein spanischer Mönch schĂ€tzte damals, dass in dem Land wohl kaum mehr als 5000 Menschen leben dĂŒrften.

Nur noch rund 47 Prozent der Nicaraguaner sind heute römisch-katholisch. Die katholische Kirche umfasst acht Diözesen. In den letzten Jahren haben protestantische Freikirchen zunehmend an Einfluss gewonnen, aber auch die Religionsfreien haben um rund 8 auf 12 Prozent zugenommen. Die Herrnhuter BrĂŒdergemeine kam im 19. Jahrhundert aus Deutschland, um die Mission an der englischsprachigen MiskitokĂŒste zu beginnen. Fast alle Miskito- und Rama-Indianer gehören dieser evangelischen Kirche an. Auf Spanisch heißt sie Iglesia Morava und auf Englisch Moravian Church. Eine andere christliche Kirche im Land ist die Neuapostolische Kirche, die dort nach eigenen Angaben etwa 2000 Mitglieder betreut. DarĂŒber hinaus sind weitere Glaubensgemeinschaften wie Mormonen oder Zeugen Jehovas (20.000 Mitglieder) aktiv.

Die katholische Kirche hatte in der ganzen jĂŒngeren Geschichte des Landes eine große Bedeutung. So wendete sich bereits Anfang der siebziger Jahre der damalige Erzbischof Obando y Bravo (Erzdiözese Managua) gegen die Somoza-Diktatur. In der katholischen Kirche fand der demokratische Widerstand starken Halt. WĂ€hrend der Regierungszeit der Sandinisten in den 1980er Jahren jedoch wurde Obando y Bravo zu einer Leitfigur der Opposition. GlĂ€ubige und Priester, die politisch im Sinne der Revolution aktiv waren, sahen sich starken Repressionen durch die Kirche ausgesetzt. Zugleich versuchte die Regierung unter Daniel Ortega, durch Installation einer sogenannten „Volkskirche“ (iglesia popular) die eigene Politik christlich zu rechtfertigen und propagandistisch zu stĂŒtzen. Ihr prominentester Vertreter war Ernesto Cardenal. Diese Bewegung wurde von Vertretern der Befreiungstheologie und von den Regierungen von Kuba, der Deutschen Demokratischen Republik und der Sowjetunion unterstĂŒtzt. Papst Johannes Paul II. rĂŒgte sie wĂ€hrend seines vielbeachteten Nicaragua-Besuchs im Jahr 1983 öffentlich und erhob 1985 Obando y Bravo zum ersten Kardinal Nicaraguas.

Landfrage

Als die Sandinisten 1979 ihre Landreform durchfĂŒhrten und das Land an Kleinbauern, Kooperativen und Staatsbetriebe verteilten, hatte man es unterlassen, die neuen EigentĂŒmer offiziell im Grundbuch einzutragen. Man sagt, dass die Sandinisten es vergessen hĂ€tten, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass sie nicht die Kontrolle ĂŒber so viele LĂ€ndereien verlieren wollten. Diese UmstĂ€nde fĂŒhrten zur großen Landfrage in den 1990ern.

Eines der ersten Ziele, die nach 1990 verfolgt wurden, war es, die Landreform der Sandinisten rĂŒckgĂ€ngig zu machen. ZunĂ€chst wurden Staatsbetriebe zu je 25 % zwischen den einstigen Großgrundbesitzern, Landarbeitern, ehemaligen Angehörigen der sandinistischen Armee sowie den ehemaligen Contras aufgeteilt. Doch mit dem Ende der Revolution kamen auch die mit Somoza geflohenen Reichen aus ihrem Exil in Miami zurĂŒck und forderten „ihr“ Land. Sie hatten im Gegensatz zu den Bauern und Kooperativen noch ihre Besitztitel. Auf juristischem Wege ließen sich einige FĂ€lle „klĂ€ren“, wobei die Richter oftmals bestochen wurden, um zugunsten der ursprĂŒnglichen Besitzer zu entscheiden. Es folgten harte Auseinandersetzungen, denn das durch die Revolution politisierte Volk ließ sich nicht sein Land wegnehmen. Es kam zu zahlreichen Protesten in der Bevölkerung, die auch zu einigen Erfolgen fĂŒhrten. So musste AlemĂĄn die geplante Neuordnung des Bodenbesitzes 1997 ĂŒberarbeiten, nachdem es zu großen Demonstrationen und Blockaden gekommen war.

Doch die Besitzfrage bleibt in vielen FĂ€llen ungeklĂ€rt, und die Gerichte schieben den Klagenberg vor sich her. Um die Situation endgĂŒltig zu klĂ€ren, werden seit lĂ€ngerem spezielle Agrargerichte gefordert, doch diese wurden bisher nicht gegrĂŒndet. Eine Folge dieser unklaren BesitzverhĂ€ltnisse ist Landflucht.

Migration

Wegen der hohen Arbeitslosigkeit gibt es in Nicaragua eine ausgeprĂ€gte Landflucht. Dabei ist die Hauptstadt Managua das wichtigste Ziel. Allerdings ist auch hier die wirtschaftliche Situation nicht wesentlich besser, und die VerstĂ€dterung bringt ihre eigenen Probleme mit sich. Viele zieht es weiter ins Ausland, wo sie Arbeit suchen. SchĂ€tzungen zufolge lebt rund jeder fĂŒnfte BĂŒrger Nicaraguas im Ausland, hauptsĂ€chlich in Costa Rica und in den USA. Dort leben und arbeiten sie meist illegal und sind durch ihre Überweisungen an Freunde und Verwandte die Hauptdeviseneinbringer des Landes.

Geschichte

Kolonialzeit

Bei seiner vierten Reise landete Christoph Kolumbus im Juli 1502 auf der Insel Guanaja, die zu den honduranischen Islas de la BahĂ­a gehört. Von der MĂŒndung des RĂ­o Coco, dem Cabo Gracias a Dios, folgte er der KĂŒste Nicaraguas und ankerte an der MĂŒndung des RĂ­o San Juan, um schwere StĂŒrme zu ĂŒberstehen.

Von Panama aus unternahm der Konquistador Pedrarias DĂĄvila 1519 RaubzĂŒge nach Costa Rica und Nicaragua. Obwohl die unmittelbare Beute relativ hoch war, wurde im Verlauf des Eroberungszuges klar, dass auf Dauer die Quelle des Reichtums in den Menschen bestand. In den 1520er-Jahren wurde das Gebiet von Spanien als Kolonie besiedelt, um die Encomienda in Gang zu setzen. Nahe der PazifikkĂŒste wurden die ersten spanischen KolonialstĂ€dte in Nicaragua gegrĂŒndet: Granada (1523), LeĂłn (1524) und Bruselas, das nach wenigen Jahren wieder verödete. WĂ€hrend der Kazike Nicarao sein Land fĂŒr den kastilischen König requirieren ließ, sich zum Christentum bekehrte und den Spaniern wertvolle Geschenke machte, wiegte der Kazike DiriangĂ©n die Spanier durch seine Taufe in Sicherheit, um sie dann mit einigen tausend IndĂ­genas auf dem Schlachtfeld anzugreifen.

Jeglicher Widerstand gegen die Unterwerfung galt den Konquistadoren als Rebellion, die prinzipiell mit Krieg und Versklavung beantwortet wurde. Die wirtschaftlich und kulturell sehr hoch entwickelten Völker der Pipil, Nicarao und Choroteguas wurden verschleppt und versklavt, Nicaragua wurde entvölkert. Der Mönch BartolomĂ© de Las Casas schrieb 1552: „Im gesamten Nicaragua dĂŒrften heute 4000 bis 5000 Einwohner leben. FrĂŒher war es eine der am dichtesten bevölkerten Provinzen der Welt.“

Der Hauptmann Francisco HernĂĄndez de CĂłrdoba grĂŒndete 1523 am Nordufer des Nicaraguasees Granada und drang im Auftrag von Pedrarias durch Nicaragua bis nach Honduras vor. Als er dort auf Leute von HernĂĄn CortĂ©s stieß, witterte Pedrarias 1526 bei seinem engen Vertrauten, dem Leiter seiner Gouverneurswache, Verrat und köpfte de CĂłrdoba – so, wie er bereits seinen Schwiegersohn Vasco NĂșñez de Balboa umgebracht hatte. Der Leichnam wurde bei Ausgrabungen im FrĂŒhjahr 2000 freigelegt.

CortĂ©s’ Hauptmann Pedro de Alvarado eroberte 1523 bis 1535 Guatemala und El Salvador. 1524 erreichten sie San Salvador. Dabei stießen die beiden Herrschaftsgebiete von CortĂ©s einerseits und Pedrarias andererseits in der Region Nicaragua/Honduras zusammen. Gil GonzĂĄlez DĂĄvila und AndrĂ©s Niño eroberten 1524 Honduras. Als der von Pedrarias entsandte CapitĂĄn DĂĄvila mit einer in Spanien erworbenen eigenen CapitulaciĂłn an der KaribikkĂŒste landete, wurde er von CortĂ©s Leuten in Ketten nach Spanien zurĂŒckgeschickt. Da wegen des indigenen Widerstandes in Honduras und PanamĂĄ Gouverneure von der spanischen Krone direkt eingesetzt wurden, blieb Nicaragua Pedrarias ĂŒberlassen. Ein bedeutender Teil der Bevölkerung des heutigen Nicaragua wurde 1538 versklavt und in die Silberminen PerĂșs und Boliviens deportiert.

Bereits 1539 entdeckte Diego Machuca den RĂ­o San Juan als Wasserstraße zwischen der Karibik und dem Nicaragua-See. 1551 Ă€ußerte sich bereits der spanische Chronist Francisco LĂłpez de GĂłmara: „Man fasse nur den festen Entschluss, die Durchfahrt [zum Pazifik] auszufĂŒhren, und sie kann ausgefĂŒhrt werden. Sobald es am Willen nicht fehlt, wird es auch nicht an Mitteln fehlen“. Doch der spanische König Felipe II. sah in der LandbrĂŒcke zwischen den beiden Ozeanen Gottes Schöpfung, die zu verbessern dem Menschen nicht zustĂŒnde. Deshalb wurde der Plan eines interozeanischen Nicaragua-Kanals vorlĂ€ufig nicht weiter verfolgt.

Die spanische Kolonialherrschaft beschrĂ€nkte sich lange Zeit nur auf die PazifikkĂŒste und ihr Hinterland am Nicaragua-See und dem kleineren Managua-See. Die KaribikkĂŒste (MiskitokĂŒste), die vom Rest des Landes durch gebirgige und unwegsame Regionen getrennt blieb und von den Miskito-IndĂ­genas bewohnt wurde, geriet von Jamaika aus fĂŒr lange Zeit mit dem Territorium des heutigen Belize unter den Einfluss Großbritanniens.

1725 brach in LeĂłn ein Aufstand der IndĂ­genas gegen die Spanier aus. 1777 erhoben sich die Boaco-IndĂ­genas unter FĂŒhrung ihres Kaziken Yarince gegen die Spanier. Volkserhebungen infolge der französischen Revolution und NapolĂ©ons I. Besetzung Spaniens mĂŒndeten 1811/12 in der gesamten Pazifikregion Mittel- und SĂŒdamerikas in den Beginn des UnabhĂ€ngigkeitskrieges, erste Forderungen nach Amtsenthebung des spanischen Statthalters wurden erhoben.

UnabhÀngigkeit

Am 15. September 1821 rief das Generalkapitanat Guatemala, zu dem Nicaragua gehörte, seine UnabhĂ€ngigkeit von der spanischen Krone aus. Noch heute ziert die JakobinermĂŒtze der französischen Revolution ĂŒber den fĂŒnf Vulkanen des Landes seine Flagge. Zwei Jahre spĂ€ter wurden daraus die Vereinigten Provinzen Mittelamerikas, aus denen die zentralamerikanische Föderation hervorging, der neben Nicaragua Honduras, Guatemala, Costa Rica und El Salvador angehörten.

Die Geschichte Nicaraguas ist durch den langen Gegensatz zwischen der liberalen Elite aus LeĂłn und der konservativen Elite aus Granada geprĂ€gt. Managua als Hauptstadt liegt nicht zufĂ€llig dazwischen. Als die GegensĂ€tze innerhalb der nicaraguanischen Oligarchie 1856 in einen BĂŒrgerkrieg umschlugen, riefen die „Liberalen“ den nordamerikanischen Abenteurer William Walker mit einer kleinen Privatarmee gegen ihre konservativen Kontrahenten zur Hilfe. Walker strebte jedoch die Unterwerfung ganz Zentralamerikas an, rief sich selbst zum PrĂ€sidenten Nicaraguas aus und ließ die 1824 abgeschaffte Sklaverei wiedereinfĂŒhren. Erst 1857 wurde er von der vereinigten Armee zentralamerikanischer Staaten geschlagen und floh.

1878 gab es eine deutsche MilitĂ€rintervention in Nicaragua nach einem Übergriff auf den Konsul in LeĂłn, die sogenannte Eisenstuck-AffĂ€re.

Beginnend in der Stadt Matagalpa kam es 1881 zu einem Aufstand der indigenen Bevölkerung in der Pazifikregion. Auslöser war die Privatisierung des bis dahin in Gemeinbesitz befindlichen Landes, in deren Folge sie in Lohn- oder Zwangsarbeit gedrÀngt worden waren, meist auf den expandierenden Kaffeeplantagen.

Mit dem Regime des Generals JosĂ© Santos Zelaya kam 1893 die ökonomisch bedeutend gewordene Kaffeeoligarchie der „Liberalen“ an die Macht. Zelaya setzte die Trennung von Staat und Kirche und die zentralisierte Kontrolle des ganzen Landes durch, förderte den Kaffeeanbau und ließ die Verkehrswege ausbauen. Mit dem Dekret der Wiedereingliederung der MiskitokĂŒste ließ 1894 seine Regierung die MiskitokĂŒste durch den General Cabezas militĂ€risch besetzen. Den Miskitos wurde die Aufrechterhaltung einer Reihe von Steuerprivilegien zugesagt. Eine MilitĂ€rrebellion an der KaribikkĂŒste und der Druck der USA zwangen General Zelaya 1909 zum RĂŒcktritt.

Der neue konservative PrĂ€sident Adolfo DĂ­az, bis zu seiner Wahl Buchhalter eines nordamerikanischen Bergbauunternehmens in Nicaragua, nahm 1911 bei US-Banken Millionenkredite auf und ĂŒberließ als Sicherheit der US-Regierung die direkte Kontrolle der nicaraguanischen Zolleinnahmen. Ein Jahr spĂ€ter musste die Regierung DĂ­az gegen ein aufstĂ€ndisches Heer des bisherigen Kriegsministers LuĂ­s Mena durch US-Marines gerettet werden, die am 14. August 1912 in Nicaragua landeten und die StĂ€dte Managua, Granada und LeĂłn besetzten. Die Marines blieben bis 1933 im Land und unterstĂŒtzten meist die konservative Regierung gegen liberale Rebellen (siehe auch Guerra Constitucionalista).

Aufstieg der Somozas

1927 entflammte der BĂŒrgerkrieg erneut zwischen der konservativen Regierung und den Liberalen, zu deren GenerĂ€len auch Augusto CĂ©sar Sandino zĂ€hlte. Nachdem der persönliche Abgesandte des US-PrĂ€sidenten Calvin Coolidge dem AnfĂŒhrer der Liberalen, General JosĂ© MarĂ­a Moncada die PrĂ€sidentschaft versprochen hatte, erzwang er den Pakt von Espino Negro, in dem die Entwaffnung der Liberalen festgeschrieben wurde. Lediglich Sandino und 30 seiner Soldaten ließen sich nicht entwaffnen, sondern zogen sich in die Berge im Norden des Landes zurĂŒck. Dort stellte Sandino von neuem eine kleine Truppe auf, kĂ€mpfte gegen die Regierung und brachte den seit 1927 im Lande stationierten US-Marines im Laufe von sechs Jahren eine Reihe empfindlicher Niederlagen bei.

1932/33 zogen die USA ihre Truppen ab, nachdem sie eine nicaraguanische Nationalgarde aufgestellt und ausgebildet hatten, deren Oberbefehl bei ihrem Vertrauten, Anastasio Somoza GarcĂ­a lag. Diese Nationalgarde, fĂŒr die formal eine (tatsĂ€chlich inaktive) Wehrpflicht existierte, ĂŒbte gleichzeitig die Armee- und die Polizeifunktion aus. Zum PrĂ€sidenten kĂŒrte man seinen Onkel, den Liberalen Juan Bautista Sacasa. Er wurde am 1. Januar 1933 in sein Amt eingefĂŒhrt. Einen Tag spĂ€ter verließen die letzten Einheiten der US-Marines das Land. Nach dem Abzug der USA legten Sandino und seine Truppe die Waffen nieder. Somoza lud Sandino und seine engsten Offiziere zu einem feierlichen Bankett, bei dem sie auf seine Veranlassung am 21. Februar 1934 ermordet wurden (Sandino selbst wurde durch einen Schuss in den RĂŒcken ermordet).

Drei Jahre spĂ€ter putschte Somoza gegen Sacasa und ließ sich zum PrĂ€sidenten wĂ€hlen. Bis 1979 gab die Familie Somoza den Oberbefehl ĂŒber die Nationalgarde nicht mehr aus der Hand, sondern errichtete eines der grĂ¶ĂŸten Wirtschaftsimperien Lateinamerikas. Sie weitete ihren wirtschaftlichen Einfluss in der sich modernisierenden Wirtschaft stĂ€ndig aus, unterdrĂŒckte innere Unruhen und leitete den Wiederaufbau des durch ein Erdbeben 1931 zerstörten Landes so ein, dass sie bei dieser Gelegenheit auch ihren Grundbesitz betrĂ€chtlich vermehren konnte. Auch ein Großbrand, der 1936 die Hauptstadt Managua zerstörte, bot dazu weiteren Anlass.

Trotz seiner bisherigen Sympathien fĂŒr deutsche und italienische Faschisten stellte sich Anastasio Somoza GarcĂ­a im Zweiten Weltkrieg sofort auf die Seite der USA und erklĂ€rte am 9. Dezember Japan sowie am 11. Dezember 1941 Deutschland und Italien den Krieg. In der Folge nutzte er die Gelegenheit, um die deutschstĂ€mmigen Bewohner Nicaraguas zu internieren, zu enteignen und das Gros ihres Vermögens und ihrer Kaffeeplantagen an sich zu reißen.

Der jĂŒngere Sohn Anastasio Somoza Garcias, Anastasio Somoza Debayle wurde 1946 von seinem Vater zum Befehlshaber der ganz auf die Interessen der Familie eingeschworenen Nationalgarde ernannt. Grenzkonflikte mit Costa Rica 1948/49 sowie 1955 und mit Honduras 1957 wurden mit RĂŒckendeckung der USA ĂŒberwunden. In diesem Zusammenhang steht eine Operation von ehemaligen Nationalgardisten, die 1948 von Costa Rica aus mit Hilfe von Teilen der Karibischen Legion versuchten, die Somoza-Herrschaft zu beenden, doch das Unternehmen scheiterte bereits in Costa Rica selbst.

Von Februar bis Juni 1954 wurden die von der CIA im Rahmen der Operation PBSUCCESS gegen Guatemala benötigten Söldner in Nicaragua ausgebildet; u. a. auf einem Privatbesitz Somozas, El Tamarindo.

Die Verfassungen von 1939, 1948 und 1950 hatten die EinfĂŒhrung des Frauenwahlrechts an eine qualifizierte Mehrheit in der Legislative gebunden. Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde am 21. April 1955 eingefĂŒhrt. Es durften bei den Wahlen von 1957 unter denselben Altersvoraussetzungen wie MĂ€nner erstmals Frauen wĂ€hlen. Nach der Revolution von 1979 erhielten alle nicaraguanischen StaatsbĂŒrger ĂŒber 16 Jahre das Wahlrecht.

Der Dichter Rigoberto LĂłpez PĂ©rez ermordete 1956 den Diktator Anastasio Somoza GarcĂ­a auf einem Bankett, woraufhin er selbst von Somozas LeibwĂ€chtern erschossen wurde. Somozas Sohn, Oberst LuĂ­s Somoza Debayle wurde PrĂ€sident und hielt das Amt bis 1963 inne. Ein Versuch der Konservativen Partei, Somoza im Mai 1959 mit der Guerilla von Olama und Mollejones zu stĂŒrzen, scheiterte.

WĂ€hrend der Baumwollanbau an der PazifikkĂŒste zur wichtigsten Devisenquelle des Landes wurde, zogen sich die US-Firmen allmĂ€hlich aus der Karibikregion zurĂŒck. Ihre Bananenplantagen, die ausgelaugten Gold- und Silberminen und der Raubbau an Edelhölzern hinterließen tiefe Spuren und ein riesiges abgeholztes Urwaldgebiet im Nordosten als unfruchtbare Steppe. Einstmals 933 km Eisenbahnnetz (bei einem damaligen Straßennetz von 350 km) der Bananen- und Holzfirmen verfielen, nicht zuletzt weil Somoza „verdienten“ Offizieren Lizenzen fĂŒr Autobuslinien parallel zur Eisenbahn schenkte, die dann bei ihm, dem Generalvertreter von Mercedes-Benz, Busse kaufen konnten. Heute existieren nur noch geringe Reste dieses Netzes in einem erbĂ€rmlichen Zustand, die kaum noch genutzt werden.

1961 wurde in Puerto Cabezas an der AtlantikkĂŒste ein Invasionsheer aus Exilkubanern und lateinamerikanischen Söldnern unter der Leitung der CIA aufgestellt, das in der Schweinebucht in Kuba landete und von den kubanischen Truppen geschlagen wurde.

1967 kam Anastasio Somoza Debayle, bis dahin Chef der Nationalgarde, als Kandidat der Liberalen durch Wahlbetrug an die PrĂ€sidentschaft. Seine Regierungsmethoden widersprachen liberalen GrundsĂ€tzen, aber er genoss großzĂŒgige US-Wirtschafts-, Finanz- und MilitĂ€rhilfe. Nach Ausarbeitung einer neuen Verfassung mit Sondervollmachten fĂŒr den PrĂ€sidenten und der Zwischenregierung einer Junta in den Jahren 1972 bis 1974 ließ er sich wieder zum PrĂ€sidenten wĂ€hlen.

Als ein starkes Erdbeben am 23. Dezember 1972 die Hauptstadt Managua zerstörte und etwa 10.000 Menschenleben forderte, nutzte die Familie Somoza die Katastrophe zur eigenen Bereicherung: Große Teile der internationalen Hilfsgelder leitete sie auf ihre Konten um, geschenkte HilfsgĂŒter wurden von ihren Firmen verkauft und sie rissen das durch die Katastrophe aufblĂŒhende Bau- und Bankgewerbe an sich. Noch heute sind große Teile der Innenstadt und die Kathedrale nicht wiederhergestellt.

Trotz Beibehaltung eines formalen Mehrparteiensystems wurde jede echte Opposition durch die Nationalgarde unterdrĂŒckt, Gewerkschafter drangsaliert, Kleinbauern durch Gewaltanwendung von ihren Parzellen in die verödeten Gebiete des Nordostens oder die entlegenen, verkehrsmĂ€ĂŸig nicht erschlossenen Gebiete des SĂŒdwestens vertrieben. Die oppositionellen Konservativen erwiesen sich als inaktiv und machtlos. Ihr Interesse richtete sich ausschließlich auf die BedĂŒrfnisse ihrer Klientel.

Die Sandinisten

Ausgelöst durch Korruption und staatlichen Machtmissbrauch des Diktators Anastasio Somoza Debayle kam es 1977 zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die in einen BĂŒrgerkrieg mĂŒndeten und das ganze Land erfassten. Am 17. Juli 1979 floh Somoza nach Florida; am 19. Juli des Jahres zogen die Guerilleros in Managua ein, die Nicaraguanische Revolution hatte gesiegt.

Nach Erlangung der Macht verfolgten die Sandinisten unter Daniel Ortega eine breit angelegte Bildungskampagne. Dies fĂŒhrte bei Erwachsenen zu einer deutlichen Senkung der Analphabetenrate, indigene und bĂ€uerliche Kunst und Kultur wurden gepflegt. Ausdruck hierfĂŒr war die Ernennung des weltbekannten Dichters und Priesters Ernesto Cardenal zum Kulturminister. Schulen wurden im ganzen Land gegrĂŒndet, wobei diese oft in einfachen HĂŒtten untergebracht waren; Lehrer wurden in Schnellkursen geschult, weil unter Somoza fĂŒr die Lehrerbildung nicht genĂŒgend Mittel zur VerfĂŒgung gestellt worden waren. Das Gesundheitswesen wurde entwickelt, auch hier gelang es, auf dem Lande Krankenstationen zu etablieren, die erstmals ein wenigstens notdĂŒrftiges Hygieneprogramm verbreiteten.

Ein weiteres innenpolitisches Vorhaben war die Entwicklung der Frauenrechte. Dieses Programm knĂŒpfte an die Bekanntheit von sandinistischen Heldinnen an – in Nicaragua ein bemerkenswerter Vorgang, der möglicherweise auch zum spĂ€teren Wahlerfolg von Violeta Chamorro beigetragen hat. Aber auch der Welterfolg der BĂŒcher von Gioconda Belli (Bewohnte Frau) ist in diesem Zusammenhang zu nennen.

Unter der Sandinistenherrschaft kam es 1982 zu Zwangsumsiedlungen von 8.500 Miskito-Indianern. Sie mussten die KĂŒstenregion verlassen und wurden ins Landesinnere deportiert. UngefĂ€hr 10.000 Miskito flohen in das benachbarte Honduras.

US-PrĂ€sident Ronald Reagan unternahm in den 1980er-Jahren den Versuch, die sandinistische Regierung zu stĂŒrzen, die in vielen westlichen Medien als kommunistisch bezeichnet wurde. Unter Anleitung bzw. Beteiligung der CIA wurden der einzige nicaraguanische Pazifikhafen Corinto vermint und die Contras finanziell und militĂ€risch unterstĂŒtzt, paramilitĂ€rische Gruppen, die vorwiegend von Honduras aus operierten und unter denen sich auch Soldaten der frĂŒheren somozistischen Nationalgarde befanden. Das Geld zur UnterstĂŒtzung stammte aus geheimen WaffenverkĂ€ufen der USA an den Iran (siehe auch Iran-Contra-AffĂ€re). Die Contras versuchten, die Infrastruktur zu zerstören, unternahmen terroristische ÜberfĂ€lle auf die Landbevölkerung, legten Minen, verbrannten die Ernte, stahlen Vieh, um die Situation im Lande zu destabilisieren und die Bevölkerung zu verunsichern. Reagan nannte diese Gruppen „FreiheitskĂ€mpfer“. Gleichzeitig schĂŒrten die USA Auseinandersetzungen zwischen der sandinistischen Regierung und den Miskito-IndĂ­genas an der KaribikkĂŒste. Die ersten freien Wahlen in Nicaragua im Jahr 1984 erbrachten eine BestĂ€tigung der sandinistischen Regierung. Internationale Wahlbeobachter, darunter der ehemalige US-PrĂ€sident Jimmy Carter, attestierten damals einen fairen Verlauf. Der Contra-Krieg hatte eine extreme Militarisierung des Landes zur Folge. Im Oktober 1983 wurde die allgemeine Wehrpflicht eingefĂŒhrt, die im Sandinistischen Volksheer abgeleistet werden musste. Hinzu kamen Spezialeinheiten des Innenministeriums MINT und der freiwillige Dienst in der Sandinistischen Volksmiliz, in der schließlich zehntausende Frauen und MĂ€nner dienten. Die Abschaffung der Ă€ußerst unbeliebten Wehrpflicht war daher ein zentrales Wahlkampfthema in der PrĂ€sidentschaftswahl 1990.

Die UnterstĂŒtzung der sandinistischen Revolution durch linke Bewegungen der westlichen Welt erreichte in diesen Jahren ihren Höhepunkt, so dass zeitweise mehrere Hundert vorwiegend junge Erwachsene freiwillig bei Aufbau und Ernte halfen.

Die USA wurden fĂŒr militĂ€rische und paramilitĂ€rische Aktionen in und gegen Nicaragua vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu einer Zahlung von 2,4 Milliarden US-Dollar verurteilt. Sie erklĂ€rten aber den Gerichtshof fĂŒr unbefugt, ĂŒber die USA zu urteilen, obwohl sie selbst Richter an den Gerichtshof entsendet hatten. In einer Resolution forderte die UN-Generalversammlung die USA auf, dem Urteil nachzukommen. Nur die USA, Israel und El Salvador stimmten gegen die Resolution. Dennoch weigerten sich die USA bisher, die Zahlung an Nicaragua zu leisten. Stattdessen stockten sie die Hilfe fĂŒr die Contras auf.

1988 wurde als Ergebnis der Friedensverhandlungen der mittelamerikanischen Staaten untereinander das Abkommen Esquipulas II von den zentralamerikanischen StaatsprĂ€sidenten unterzeichnet. In diesem Abkommen hatten sich die StaatsprĂ€sidenten auf die Demobilisierung aller irregulĂ€ren Truppen, die Umwandlung und Verkleinerung der sandinistischen Armee sowie freie und geheime Wahlen geeinigt. Das noch sandinistisch beherrschte Nicaragua war allerdings der einzige beteiligte Staat, der die ÜbereinkĂŒnfte erfĂŒllt hat. Die darauf folgenden Wahlen von 1990 wurden mit EinverstĂ€ndnis der sandinistischen Regierung von den Vereinten Nationen ĂŒberwacht.

Nicaragua nach 1990

Bei den Wahlen am 25. Februar 1990 siegte ĂŒberraschend das antisandinistische WahlbĂŒndnis UNO (UniĂłn Nacional Opositora) mit 55,2 % der Stimmen; die Partei der Sandinisten, die FSLN (Frente Sandinista de LiberaciĂłn Nacional), erhielt 40,8 %. Die UNO bestand aus 14 konservativen und antisandinistischen Parteien; sie versprach mit UnterstĂŒtzung der USA Frieden, Wohlstand und das Ende des US-Embargos. Kandidatin der UNO war die Zeitungsverlegerin Violeta Chamorro, Witwe des unter Somoza ermordeten Zeitungsverlegers Pedro Chamorro und Mitglied der politisch einflussreichen Chamorro-Familie.

HintergrĂŒnde

Zum Zeitpunkt der Wahlen hatte der Krieg gegen die durch die USA finanzierten Contras mehr als 29.000 Tote gefordert. Seit 1980 lĂ€hmte die von den USA verhĂ€ngte Wirtschaftsblockade die Entwicklung Nicaraguas. Die Regierung versuchte durch eine strikte Sparpolitik, die Wirtschaft vor dem Zusammenbruch zu retten, der sich durch die kriegsbedingten AufrĂŒstungen und die Wirtschaftssanktionen westlicher LĂ€nder, insbesondere der USA, abzeichnete. Zwischenzeitlich hatte die Inflation einen Höhepunkt von 3000 Prozent pro Jahr erreicht. Die Arbeitslosigkeit war hoch und der Lebensstandard niedrig. Gleichwohl wurden im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie in der Landreform große Fortschritte erzielt.

Der wirtschaftliche Zustand, die offene Drohung der USA, den Boykott und den Krieg fortzufĂŒhren, sowie die Verluste in der Bevölkerung gelten gemeinhin als GrĂŒnde des Wahlsiegs der UNO. Dieser beendete zwar den Krieg und die Blockade, westliche IndustrielĂ€nder traten auch als Kreditgeber auf, allerdings weit geringer, als die Nicaraguaner es wĂŒnschten.

Wirtschaftliche und politische Entwicklung

In der neuen Regierung kooperierten die moderaten KrĂ€fte beider Seiten miteinander. Die Contra wurde im selben Jahr ins politisch-konstitutionelle Leben eingegliedert. Die Situation nach dem Ende der Revolution war jedoch Ă€ußerst angespannt. Die radikalen KrĂ€fte formierten sich. Es kam zu Wiederbewaffnungen, die enttĂ€uschten Contras nannten sich Recontras, die enttĂ€uschten Sandinisten Recompas.

Zwei Faktoren trugen wesentlich dazu bei, dass die Situation in Nicaragua nicht explodierte. Zum einen benannte Violeta Chamorro Humberto Ortega (den Bruder von Daniel Ortega) zum obersten Befehlshaber. So gelang es ihr, das riesige sandinistische Heer unter eine, wenn auch sandinistische, Kontrolle zu bringen. Zum anderen stand sie ĂŒber Monate hinweg in einem wöchentlichen kontinuierlichen Dialog mit den Sandinisten und vermied so, dass es zu einem bewaffneten Aufstand kam. Dabei kam ihr gewiss zustatten, dass sie Vertreterin einer einflussreichen Familie war, der nahezu die gesamte Presse (besonders La Prensa) gehörte.

Unter den Mitgliedern der Familie Chamorro waren sowohl Sympathisanten der Sandinista als auch entschiedene AnhĂ€nger der Contra. Dies ist typisch fĂŒr die nicaraguanische Gesellschaft, die trotz erbitterten bewaffneten Auseinandersetzungen vor allem wĂ€hrend der Revolution viel weniger in scharf voneinander zu trennende Gruppen (oder Parteien) zerfĂ€llt, als es von Europa aus den Anschein hat.

Die neue Regierung, in der die FSLN viele wichtige Posten innehatte, beschloss ein umfassendes Stabilisierungs- und Sparprogramm: eine kapitalistische Privatwirtschaft wurde eingefĂŒhrt, die WĂ€hrung wurde abgewertet, die Preise fĂŒr Grundnahrungsmittel stiegen, die Armee wurde drastisch reduziert, der Staatsapparat verkleinert, soziale Einrichtungen wie KindergĂ€rten wurden geschlossen, das Gesundheitssystem wurde privatisiert, Schulgeld erhoben, Agrarreform und Verstaatlichung im Wirtschaftssektor rĂŒckgĂ€ngig gemacht etc.

Um diese Entwicklung zu bremsen, wurde 1995 ein mehrjĂ€hriges Abkommen mit dem IWF und der Weltbank geschlossen, das unter anderem weitere Entlassungen im öffentlichen Dienst, Erhöhung der Steuern und GebĂŒhren, Reduzierung der Agrarkredite, Privatisierung der Banken und Unternehmen wie Post, Telefongesellschaft, Wasser- und Energieinstitute vorsah, weiterhin Reduzierung der Sozialausgaben und die Liberalisierung der gesamten Wirtschaft.

Piñata

Die politische Vokabel Piñata bezeichnet die Tatsache, dass einige sandinistische FĂŒhrungskader sich zwischen dem 25. Februar 1990 (Wahltag) und dem 25. April 1990 (AmtsĂŒbergabe) etliche Eigentumstitel ausstellten, Dienstwagen privatisierten und StaatsgĂŒter auf Privatpersonen ĂŒbertrugen. Zum Teil waren es EigentumsĂŒbertrĂ€ge von vor elf Jahren, die damals nicht vorgenommen worden waren. In mindestens 200 FĂ€llen wurden jedoch staatliche Vermögenswerte und einzelne Betriebe auf die Partei ĂŒbertragen. Die FSLN vermied es, diese FĂ€lle zu klĂ€ren, was zu einer tiefen Vertrauenskrise und einem Verlust an GlaubwĂŒrdigkeit fĂŒhrte.

1994 verließen vier Parteien die UNO, die sich fortan APO nannte (Alianza PolĂ­tica Opositora). 1996 schlossen sich die gleichen Gruppierungen jedoch wieder zur Alianza Liberal zusammen, die mit Arnoldo AlemĂĄn als PrĂ€sidentschaftskandidaten die Wahlen 1996 gewann. Insgesamt ist das Parteienwesen in Nicaragua durch viele Spaltungen und NeugrĂŒndungen gekennzeichnet.

AlemĂĄn und die Korruption

Bei der PrÀsidentschaftswahl 1996 setzte sich Arnoldo Alemån von der Alianza Liberal (AL) durch. Der Regierung unter Alemån wurde massive Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen. So wurde Alemån nach dem Ende seiner Amtszeit im Dezember 2003 zu einer 20-jÀhrigen Haftstrafe verurteilt, die er aber bisher nicht antreten musste. Er steht allerdings unter Hausarrest und darf das Departamento Managua nicht verlassen.

Zusammen mit Daniel Ortega von der FSLN trieb AlemĂĄn die Zusammenarbeit ihrer beiden Parteien voran (el pacto). Dies fĂŒhrte so weit, dass sie durch Gesetzes- und VerfassungsĂ€nderungen versuchten, einen Zweiparteienstaat zu errichten, indem der Zugang neuer Parteien erschwert und freie BĂŒrgerlisten verboten wurden. Auch hatten und haben sie einen großen Einfluss auf die Besetzung der wichtigsten Gremien (Oberster Wahlrat, staatlicher Rechnungshof, Oberster Gerichtshof) des Landes. Des Weiteren erhalten der PrĂ€sident und der VizeprĂ€sident nach ihrem Ausscheiden Abgeordnetenstatus auf Lebenszeit. Die damit verbundene ImmunitĂ€t kam AlemĂĄn in seinem Korruptionsverfahren zugute.

Wahl 2001

Trotz der Erfolge der sandinistischen Partei bei den Kommunalwahlen 2000 verlor die FSLN 2001 erneut die Wahlen. Wieder war Daniel Ortega als PrĂ€sidentschaftskandidat angetreten, obwohl sich viele in der Partei gegen seine Kandidatur gewehrt hatten. Am Ende setzte sich die Liberal–Konservative Partei (PLC) mit Enrique Bolaños mit 53 % der Stimmen gegenĂŒber 45 % der FSLN durch. Die Sandinisten begrĂŒndeten ihre erneute Niederlage mit einer Kampagne der Angst, die Bolaños gegen Daniel Ortega gefĂŒhrt habe. Bolaños habe, unterstĂŒtzt durch die USA, Ortega als Terroristenfreund dargestellt und die BefĂŒrchtung gesĂ€t, dass im Falle eines Sieges der FSLN Nicaragua isoliert werde und keine Hilfsgelder mehr empfangen werde.

Der neue PrĂ€sident hatte sich den Antikorruptionskampf auf die Fahnen geschrieben. Er forderte die Aufhebung der ImmunitĂ€t des ehemaligen PrĂ€sidenten AlemĂĄn sowie ein Ende der Korruption, die er als VizeprĂ€sident unter AlemĂĄn selbst miterlebt hatte. International machten die USA und der IWF Druck und forderten Transparenz der öffentlichen Gelder sowie die Bestrafung von Korruption als Voraussetzung fĂŒr weitere Gelder. Bolaños’ medial eingesetzte Antikorruptionskampagne wurde allerdings auch misstrauisch beobachtet. Die neuen Privatisierungsvorhaben der Regierung, in denen wieder staatliche GĂŒter zu einem Bruchteil ihres Wertes verkauft werden sollten, ließen auf neue Korruption schließen.

Im Juli 2005 verurteilten die PrĂ€sidenten der Staaten Mittelamerikas und Mexikos Aktionen der linken Sandinisten zur SchwĂ€chung des PrĂ€sidenten. Die Opposition, die die Mehrheit im Parlament hat, hatte eine Reihe von Gesetzen beschlossen, die zur Entmachtung des PrĂ€sidenten Enrique Bolaños fĂŒhren sollten.

Wahlen 2006

Der Kandidat der Linken, frĂŒherer Guerilla-FĂŒhrer und ehemaliger erster Staatschef nach der sandinistischen Revolution, Daniel Ortega, konnte sich mit 38,1 % gegen 30 % der Stimmen gegenĂŒber dem konservativen Kandidaten (Eduardo Montealegre) durchsetzen, und war nach 16 Jahren wieder an die Macht zurĂŒckgekehrt. Die Wahl war von der EU, der OAS und Delegationen weiterer Staaten beobachtet worden (mit insgesamt 11.000 Wahlbeobachtern). WĂ€hrend die US-Wahlbeobachter von nicht nĂ€her beschriebenen „Anomalien“ sprachen, sagte der Chef der EU-Mission, Claudio Fava, seine Organisation habe weder Wahlbetrug noch Versuche dazu feststellen können. Insgesamt sei die Wahl ruhig und ohne ZwischenfĂ€lle verlaufen.

Daniel Ortega war ab dem 10. Januar 2007 PrĂ€sident von Nicaragua. Gegen die Ernennung von Ehefrau Rosario Murillo zur Regierungssprecherin, zur Vorsitzenden des Rates fĂŒr Kommunikation und BĂŒrgerangelegenheiten sowie zur Koordinatorin aller sogenannten VolksrĂ€te versuchten mehrere Parteien Einspruch zu erheben: Laut Verfassung war es verboten, RegierungsĂ€mter durch Personen zu besetzen, die mit dem PrĂ€sidenten blutsverwandt sind oder in enger familiĂ€rer Beziehung stehen. Davon ließ sich das Paar nicht beeindrucken und im Volk kursierten Witze, dass keineswegs Daniel Ortega der Vorsitzende des Staates sei. Mehrere Minister wurden entlassen, weil sie gegen die strenge Regel verstießen, dass nur Ortega oder Murillo offizielle Statements abgeben durften.

Null-Hunger-Programm

In einem Null-Hunger-Programm erhalten hunderttausende Schulkinder tĂ€glich eine unentgeltliche Mahlzeit. Gesundheitsvorsorge und Bildung sind wieder kostenlos. Um die AbhĂ€ngigkeit Nicaraguas von Nahrungsmittelimporten zu senken, erhalten kleine und mittlere Produzenten außerdem zu sehr niedrigen Zinsen Ackerland von der Regierung.

Nach den Wahlen 2011

Laut Verfassung hĂ€tte Ortega 2011 zwar eigentlich nicht mehr erneut zur PrĂ€sidentenwahl antreten dĂŒrfen, doch aufgrund einer umstrittenen Gerichtsentscheidung wurde seine Kandidatur trotzdem zugelassen. Mit 62,6 % der Stimmen gewann er die Wahl, wobei Beobachter jedoch UnregelmĂ€ĂŸigkeiten beanstandeten.

Im November 2016 wurde Ortega erneut zum PrÀsidenten gewÀhlt und am 10. Januar 2017 vereidigt. VizeprÀsidentin wurde Ortegas Ehefrau Rosario Murillo. Ferner besetzen sieben Kinder des Paares in Nicaragua wichtige Positionen in Politik, Wirtschaft und Medien.

FĂŒr FrĂ©dĂ©ric Coppens von der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit war Nicaragua ein typisches Beispiel fĂŒr nicht nachhaltige Entwicklung: Wirtschaftlich sei das Wachstum Nicaraguas seit 2008 beneidenswert gewesen. Doch Jahr fĂŒr Jahr sei das Gleichgewicht im Bereich der Menschenrechte und der Umwelt in Schieflage geraten.

Proteste gegen die Regierung Ortega 2018

Im April 2018 beschloss die Regierung PrĂ€sident Ortega per Dekret aufgrund von Forderungen des IWF, die Rechnung der Sozialversicherung mit einer fĂŒnfprozentigen KĂŒrzung der Renten zu entlasten, was umgehend Demonstrationen in praktisch allen StĂ€dten des Landes auslöste. Zu deren Niederhaltung verwendete die Polizei scharfe Munition, auch traten nĂ€chtliche Unruhestifter und FreischĂŒtzen in Aktion. Schon im April wurden mindestens 26 Menschen getötet. Auch die Studenten der fĂŒr eine DomĂ€ne der FSLN gehaltenen staatlichen Hochschulen wandten sich gegen die Regierung. Der „Volks-PrĂ€sident“ wollte daraufhin (ausschließlich) mit den Unternehmern des Landes verhandeln, was diese aufgrund der Repression ablehnten. Zunehmend kam es auch zu Demonstrationen gegen den korrupten Clan um den PrĂ€sidenten. Proteste gegen willkĂŒrliche Enteignungen bei der Vorbereitung des Nicaragua-Kanals kamen dazu. Die angekĂŒndigte Sozialversicherungsreform wurde zurĂŒckgenommen. UnabhĂ€ngigen Fernsehsendern erteilte das Regime wĂ€hrend der Unruhen ein Sendeverbot, auch Journalisten gehörten zu den Todesopfern. Die Demonstrationen hielten wochenlang an und forderten beim Angriff durch regierungsnahe Aktivisten auf die von protestierenden Studenten besetzten UniversitĂ€ten auch weitere Tote. Nach knapp einem Monat erreichte die Anzahl der Getöteten laut der Inter-American Commission on Human Rights (IACHR) 76 Todesopfer. Hunderttausende gingen am 30. Mai in verschiedenen StĂ€dten auf die Straßen und erstmals nahm Ortega deren Anliegen ĂŒberhaupt in den Mund, als er seinen RĂŒcktritt ausschloss. Wieder kam es zu Toten, dies in den StĂ€dten La Trinidad und Masaya. Amnesty International klagte die Regierung an, eine „Shoot to kill“-Strategie anzuwenden, also die Toten bewusst in Kauf zu nehmen.

Bis Mitte Juni war die Anzahl der Toten auf 180 gestiegen. Die Bischofskonferenz hatte vorgezogene Neuwahlen als Lösung fĂŒr die Krise vorgeschlagen und teilte mit, die Regierung sei â€žĂŒberraschend“ auf ihren Vorschlag einer unabhĂ€ngigen Untersuchung zur Ermittlung der Verantwortlichen der Gewaltakte eingestiegen. Die Bischöfe brachen die GesprĂ€che jedoch ab, weil Ortega die wichtige Zusage der Einladung internationaler Organisationen nicht eingehalten hatte, wofĂŒr Außenminister Denis Moncada „bĂŒrokratische“ GrĂŒnde anfĂŒhrte. Bis zum 22. Juni gab die Interamerikanische Kommission fĂŒr Menschenrechte der OAS die Anzahl der Getöteten mit ĂŒber 200 an. Alleine am 8. Juli starben nur in der Stadt Carazo 38 Menschen.

Als nach Angaben der OAS bereits 250 Menschen getötet worden waren, rief UNO-GeneralsekretĂ€r Guterres am 11. Juli das erste Mal und eine Woche danach erneut zum Ende der Gewalt auf. Die „Verschwundenen“ waren in diesen Opferzahlen nicht eingerechnet, womit die Zahl der Getöteten plausibel auch mit gegen 400 geschĂ€tzt wurde. Das Regime peitschte im Eilverfahren ein neues Gesetz durch, mit welchem gemĂ€ĂŸ der Protestnote des UNO Hochkommissariat fĂŒr Menschenrechte (UNHCHR) auch „friedlicher Protest als Terrorismus bestraft“ werden kann. Am 28. Juli 2018 nahmen tausende Menschen an einem 6,6 Kilometer langen Protestmarsch zur Kathedrale in Managua teil, um ihre SolidaritĂ€t mit Kirchenvertretern zum Ausdruck zu bringen, die zuvor bei der Vermittlung im Konflikt zwischen die Fronten geraten waren. Erstmals beteiligten sich am Protestzug neben Katholiken auch Evangelikale und Atheisten.

WĂ€hrend der gesamten Zeit des Volksaufstandes vom April bis Juli war der indigene Stadtteil MonimbĂł in Masaya verbarrikadiert gewesen. GemĂ€ĂŸ der Schriftstellerin und ehemaligen Sandinistin Gioconda Belli war die Propaganda von Ortegas Frau Rosario Murillo „eher Goebbels als Orwell“ (“This is more Goebbels than Orwell”), als sie am 17. Juli 2018 von Frieden und Aussöhnung redete, wĂ€hrend gleichzeitig die Polizei und ParamilitĂ€rs MonimbĂł mit Kalaschnikows, ScharfschĂŒtzengewehren und Artillerie angriffen.

Ein Symbol des Widerstandes wurde die Kirche la Divina Misericordia mit ihren Dutzenden von Einschusslöchern, nachdem SicherheitskrĂ€fte mit scharfer Munition gegen unbewaffnete Studenten vorgegangen waren, weltweit wurde auch ĂŒber Mitarbeiter von KrankenhĂ€usern berichtet, die offensichtlich deshalb entlassen worden waren, weil sie Demonstranten versorgt hatten. Mitglieder der sandinistischen Jugendorganisation bildeten paramilitĂ€rische Gruppen, welche die Polizei unterstĂŒtzten – die Regierung bestritt geradeaus die Existenz solcher Gruppen.

Eine Arbeitsgruppe des UNO Hochkommissariats fĂŒr Menschenrechte mit einem Mandat der UNO-Generalversammlung warf Ortega Ende August aus dem Land, weil sie die „unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige Anwendung von Gewalt“, manchmal außergerichtliche Hinrichtungen, das „Verschwindenlassen“ von Menschen sowie „Folter und Misshandlungen“ wĂ€hrend der Proteste angeprangert hatte. Nach Angaben einer lokalen Menschenrechtsorganisation starben wĂ€hrend der politischen Krise von Mitte April bis Ende September 512 Menschen und 103 der 4000 Verletzten hĂ€tten langwierige FolgeschĂ€den davon getragen. Über 1400 Personen seien verschwunden. Die Regierung gab die Anzahl der Toten mit 199 an. Ein Anfang Oktober 2018 gegrĂŒndetes BĂŒndnis von 40 oppositionellen Gruppen, die Unidad Nacional Azul y Blanco, plante gemeinsame Aktionen, um Druck auszuĂŒben und vorgezogene Neuwahlen und eine Reformation des Justizsystems zu erreichen. Umgekehrt wurden Vertreter des BĂŒndnisses zu Zielscheiben der Repression. Ortega zeige kein Interesse an einem friedlichen Ausweg, er verfolge eine „Strategie des Terrors und der EinschĂŒchterung“, sagte Juan SebastiĂĄn Chamorro, der Vertreter der Unternehmerschaft im BĂŒndnis. Vilma NĂșñez, nach der Revolution von 1979 Richterin am obersten Gericht und heute Direktorin des Zentrums fĂŒr Menschenrechte, nannte das Nicaragua von 2018 einen Polizeistaat.

Im Gegenzug fĂŒr eine Aufhebung von Sanktionen der USA und der EU wollte sich die Regierung im MĂ€rz 2019 verpflichten, alle politischen Gefangenen frei zu lassen, nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen waren ĂŒber 700 Personen unrechtmĂ€ĂŸig in Haft, im Mai 2019 waren es mehr als 800.

Politik

Politisches System

Seit der Verfassung von 1987 ist Nicaragua eine PrĂ€sidialrepublik. Die 93 Mitglieder der Nationalversammlung (Asamblea Nacional) werden auf fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt. Auch der PrĂ€sident wird fĂŒr fĂŒnf Jahre direkt gewĂ€hlt.

Enrique Bolaños Geyer (Partido Liberal Constitucionalista) war zwischen dem 10. Januar 2002 und dem 10. Januar 2007 StaatsprÀsident des Landes. GegenwÀrtiger StaatsprÀsident ist seit dem 10. Januar 2007 der Sandinistenchef Daniel Ortega.

Verwaltungsgliederung

Nicaragua gliedert sich in 15 Verwaltungsbezirke (Departamentos) und zwei Autonome Gebiete (Regiones Autónomas del Atlåntico). Die Departamentos sind ihrerseits wiederum in Municipios unterteilt.

MilitÀr

Die Fuerzas Armadas de Nicaragua sind die StreitkrÀfte Nicaraguas, die durch einen Transformationsprozess aus dem Sandinistischen Volksheer entstanden sind.

Die StreitkrÀfte untergliedern sich in

  • LandstreitkrĂ€fte (Fuerza Terrestre),
  • SeestreitkrĂ€fte (Fuerza Naval),
  • LuftstreitkrĂ€fte (Fuerza AĂ©rea).

Aktueller Oberbefehlshaber ist Daniel Ortega Saavedra. Comandante en Jefe ist General de Ejército Julio César Avilés Castillo.

Der Verteidigungshaushalt betrÀgt aktuell umgerechnet 000000085000000.000000000085.000.000 US$, was 0,7 % des Staatshaushalts entspricht. Insgesamt gab es 2019 rund 000000000012000.000000000012.000 Soldaten.

Sowohl AusrĂŒstung als auch Bewaffnung stammten bis in die 2010er-Jahre ĂŒberwiegend noch aus Waffenlieferungen aus dem Ostblock fĂŒr das Sandinistische Volksheer. UnverstĂ€ndnis rief dementsprechend die Beschaffung von T-72-Kampfpanzern aus Russland im Jahr 2016 hervor. Der Außenminister von Costa Rica, Manuel Gonzales, nannte die Panzer einen „Grund zur Besorgnis“.

Der russische PrĂ€sident Putin und sein Verteidigungsminister Ă€ußerten Interesse an einer Marinebasis im Land ihres treuen VerbĂŒndeten. Dabei solle die russische Marine bei der KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung und der Ausbildung behilflich sein.

Menschenrechte

Die in § 204 des Strafgesetzbuchs von Nicaragua ab 1992 kriminalisierte HomosexualitÀt wurde im Zuge einer Strafrechtsreform im MÀrz 2008 wieder straffrei gestellt.

Nicaragua ist eines der wenigen LĂ€nder der Welt, in denen ein Schwangerschaftsabbruch selbst dann verboten ist, wenn der Fötus nicht lebensfĂ€hig oder das Leben der Mutter in Gefahr oder die Schwangerschaft das Resultat einer Vergewaltigung ist. Bisher sind nach SchĂ€tzungen von Hilfsorganisationen ĂŒber 80 Frauen infolgedessen gestorben.

Wirtschaft und Infrastruktur

Allgemein

Nicaragua gehört zu den Ă€rmsten LĂ€ndern Lateinamerikas, das Pro-Kopf-Einkommen lag 2016 mit 2.120 Dollar unterhalb der Armutsgrenze nach Definition der WHO, allerdings gehört Nicaragua nicht in die Gruppe der Least Developed Countries (LDC) der WHO, da hierzu noch die (Nicht-)ErfĂŒllung weiterer Kriterien erforderlich ist. Außerdem gilt Nicaragua als Entwicklungsland. Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Nicaragua Platz 93 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 98 von 180 LĂ€ndern.

50 % der Bevölkerung leben in Armut, in der Landbevölkerung steigt dieser Anteil bis auf 70 %. In Lateinamerika ist Nicaragua heute nach Haiti das zweitĂ€rmste Land. Die GrĂŒnde der schlechten Wirtschaftslage sind vielfĂ€ltig, neben geschichtlichen Faktoren, einseitiger Wirtschaftsstruktur und jahrzehntelanger Oligarchiewirtschaft spielen auch hĂ€ufige Naturkatastrophen (Erdbeben, VulkanausbrĂŒche und WirbelstĂŒrme) eine gewichtige Rolle. Korruption ist ebenfalls ein Problem.

Die vorige Regierung unter Bolaños versuchte marktwirtschaftliche Reformen voranzutreiben und das Wirtschaftswachstum zu erhöhen. Dabei sollte Nicaragua als Wirtschaftsstandort attraktiver gemacht werden, allerdings vor allem fĂŒr auslĂ€ndische Investoren, was nicht nur Zustimmung fand. Ein ambitioniertes Dreijahresabkommen wurde im Dezember 2002 mit dem Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) abgeschlossen. Das reale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes lag mit 2,3 % auch 2003 unter der Rate des Bevölkerungswachstums von 2,6 %. 2016 betrug das Wirtschaftswachstum 4,7 % und hatte in den Jahren davor konstant zwischen 4 und 5 Prozent gelegen, was eine leichte Senkung der Armut ermöglichte.

Fast 80 % der nicaraguanischen Bevölkerung lebten 2005 von unter 2 US$ pro Tag, rund 45 % von 1 US$ oder weniger. Der Nordwesten des Landes durchlebte 2005 eine Hungersnot, die immer noch nicht ausgestanden ist. 2015 waren 17,0 % der Bevölkerung unterernÀhrt. Im Jahr 2000 lag die Rate noch bei 32,6 %.

Die Energiewirtschaft des Landes ist zu 70 % von Erdölimporten abhĂ€ngig. Als Mitglied der Bolivarianische Allianz fĂŒr Amerika erhielt Nicaragua von Venezuela Erdöl unter dem Weltmarktpreis auf Kredit mit einem Zahlungsaufschub von bis zu 25 Jahren; die ErtrĂ€ge aus dem Weiterverkauf dieses Öls waren schließlich grösser als die der eigenen Exportwirtschaft. Diese EinkĂŒnfte bescherten laut GĂŒnther Maihold dem Land ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von vier bis fĂŒnf Prozent. Venezuela musste diese Lieferungen jedoch 2015 einstellen.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Wichtige HandelsgĂŒter

  • Import: Erdölprodukte, KonsumgĂŒter, Maschinen und AusrĂŒstung, Rohmaterialien
  • Export: Bananen, Baumwolle, Gold, MeeresfrĂŒchte, Kaffee, Rindfleisch, Rum, Tabak, Zigarren, Zucker

Nicaragua ist Mitglied der International Cocoa Organization.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,5 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,3 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,2 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2009 4,0 Mrd. US-Dollar oder 63,1 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 9,6 %
  • Bildung: 3,1 % (2003)
  • MilitĂ€r: 0,6 %

Verkehr

Das gesamte Straßennetz umfasste 2014 etwa 23.897 km, wovon 3.346 km asphaltiert sind.

Die Panamericana verlĂ€uft durch Nicaragua, unter anderem durch die StĂ€dte Managua, Granada und Rivas. Am GrenzĂŒbergang Penas Blancas trifft sie auf das Staatsgebiet von Costa Rica. Das Straßennetz ist im SĂŒdwesten relativ gut ausgebaut. Neu ausgebaut und in sehr gutem Zustand ist die Straße von Lovago/Acoyapa nach San Carlos, sowie von Leon nach Poneloya an der PazifikkĂŒste.

Zwischen Managua, Bluefields, Puerto Cabezas, San Carlos und den Corn Islands verkehrt eine inlĂ€ndische Fluglinie. An der KaribikkĂŒste, im Nicaragua-See und auf dem RĂ­o San Juan gibt es regelmĂ€ĂŸige Schiffsverbindungen. Die ehemalige Eisenbahnlinie von Chinandega ĂŒber die Hauptstadt Managua nach Granada am Nicaraguasee, sowie eine Nebenstrecke von Masaya nach Diriamba sowie von LeĂłn nach El Sauce ist nicht mehr in Betrieb. In Granada kann man den ehemaligen Bahnhof und eine Dampflokomotive samt einigen Wagen noch besichtigen (Museum).

Seit Jahrhunderten bestehen PlĂ€ne zum Bau eines Kanals durch Nicaragua. Diese sind seit Ende der 1990er-Jahre wieder aktuell, da der Panama-Kanal nicht mehr fĂŒr alle Schiffe geeignet ist (siehe hierzu Nicaragua-Kanal). 2013 erteilte das Parlament einem chinesischen Unternehmer die Rechte fĂŒr den Bau. Der PrĂ€sident sprach in seiner Rede vor dem Parlament von einem „gelobten Land“ anstelle einer WĂŒste. Das Unternehmen HKND sollte fĂŒr die 100-jĂ€hrige Konzession Land enteignen können fĂŒr den Kanal, dazu einen Flughafen, eine Freihandelszone und sogar Ferienresorts. Nach Meinung von 30 Parteien und BĂŒrgerorganisationen verletzte der Vertrag die Verfassung, doch der Oberste Gerichtshof wird von der Exekutive kontrolliert. Vertreter des Staats in der Kommission, die den Fortschritt des Projekts ĂŒberwacht, ist der Sohn des PrĂ€sidenten, Laureano Ortega.

Kultur

Das öffentliche Schulsystem Nicaraguas sieht weiterhin keinen Unterricht in kreativ-musischen FÀchern vor.

Auf Grund der defizitĂ€ren Strukturen im Bereich Kultur initiierten Ernesto Cardenal und Dietmar Schönherr Anfang der 1990er Jahre die Stiftung Casa de los tres mundos. Diese ist eine Kultur- und Entwicklungsinstitution zur Förderung von sozial akzentuierten Kulturprojekten in Nicaragua und Zentralamerika mit Sitz in Granada, Nicaragua. Neben der kĂŒnstlerischen und musikalischen Kinder- und Jugendausbildung finanziert und koordiniert die Stiftung ein integriertes Dorfentwicklungsprojekt in Malacatoya.

Weitere Projekte sind die Deutsch-Nicaraguanische Bibliothek mit dem BĂŒcherbus Bertolt Brecht und MĂșsica en los Barrios, die beide in Managua Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen.

Diese Projekte werden von der deutschen Nichtregierungsorganisation Pan y Arte mit Sitz in MĂŒnster finanziell unterstĂŒtzt.

Literatur

Medien

Nicaragua war gemĂ€ĂŸ Radio SRF 1 der „grosse Absteiger“ auf der Rangliste zur Medienfreiheit von Reporter ohne Grenzen im Bericht vom April 2019.

Musik

Die Musik Nicaraguas basiert auf indigenen Traditionen wie auf spanischen und US-amerikanischen EinflĂŒssen. Sie nimmt Anregungen aus ganz Zentralamerika auf und verwendet die in den NachbarlĂ€ndern gebrĂ€uchlichen Instrumente, vor allem die Marimba. Typisch sind auch Chichero- und Mariachi-Gruppen, die auf vielen Festivals auftreten. An der karibischen KĂŒste ist der afrikanische Einfluss stark ausgeprĂ€gt, z. B. in Form des rituellen Tanzes Palo de Mayo.

Bekannte Musiker sind u. a.:

  • Luis Enrique, (Salsa-)SĂ€nger
  • die BrĂŒder Luis Enrique MejĂ­a Godoy und Carlos MejĂ­a Godoy
  • JosĂ© de la Cruz Mena, Komponist und Orchesterdirektor
  • Perrozompopo.

Kunst

In der Malerei dominieren farbenprĂ€chtige-naive, oft sozialkritisch ambitionierte Wandmalereien, die sog. murales. Das Kulturzentrum Casa de los tres mundos fördert die Laienmalerei, ebenso wie dies Ernesto Cardenal in der von ihm gegrĂŒndeten christlichen Genossenschaft Solentiname tat. Ein bekannter Vertreter der naiven Malerei ist Manuel GarcĂ­a Moia (* 1936), der auch Wandbilder in Ingelheim, Dietzenbach und Berlin-Rummelsburg schuf.

Sport

Der Nationalsport Nicaraguas ist Baseball. Wichtige Ligen sind die Profiliga Liga NicaragĂŒense de BĂ©isbol Profesional, eine Winterliga, die von Oktober bis Januar spielt und die Amateurliga Campeonato Nacional de Beisbol Superior, deren Saison von Februar bis Juli lĂ€uft.

Schon im 19. Jahrhundert wurde versucht Baseball in Nicaragua einzufĂŒhren. An der KaribikkĂŒste wurde den Einheimischen von Albert Addlesberg, einem EinzelhĂ€ndler aus den USA, das Baseballspielen beigebracht. Doch wirklich beliebt war es an der KĂŒste nie. Große Beachtung fand es erst 1891 als eine Gruppe College Studenten aus den Vereinigten Staaten die „Sociedad de Recreo“ grĂŒndeten, in der verschiedene Sportarten ausgeĂŒbt wurden. Baseball wurde dort schnell zur beliebtesten Sportart.

Persönlichkeiten

  • Arnoldo AlemĂĄn (* 1946), von 1997 bis 2002 StaatsprĂ€sident Nicaraguas
  • Gioconda Belli (* 1948) Schriftstellerin und Lyrikerin
  • Carlos Fonseca Amador (1936–1976), Guerillero/Commandante
  • Bianca Jagger (* 1945), Ex-Frau von Mick Jagger
  • Ricardo Mayorga (* 1973), Boxer
  • Daniel Ortega (* 1945), amtierender PrĂ€sident Nicaraguas
  • Augusto C. Sandino (1895–1934), Guerillero
  • Ernesto Cardenal (1925–2020), suspendierter katholischer Priester, sozialistischer Politiker, Dichter, ehemaliger Kulturminister
  • RubĂ©n DarĂ­o (1867–1916), Schriftsteller und Diplomat
  • Rigoberto LĂłpez PĂ©rez (1929–1956), Dichter und Guerrillero

Filmische Rezeption

  • Der Aufstand, DEU 1980 (Regie: Peter Lilienthal)
  • Under Fire, auch: Unter Feuer, USA 1983 – Ein fiktiver Film ĂŒber den Fotojournalismus zur Zeit der Revolution von 1979 (Regie: Roger Spottiswoode)
  • Walker, USA 1987 (Regie: Alex Cox)
  • Carla’s Song, GBR/ESP/DEU 1996 – Spielfilm ĂŒber eine Beziehungsgeschichte (Regie: Ken Loach)
  • Bismuna – Ein Abenteuerfilm, DEU 1999 (Regie: Uli Kick)
  • Unser America, CHE 2005 (Regie: Kristina Konrad)
  • Planet Carlos, DEU 2008 (Regie: Andreas Kannengießer)
  • La Yuma, NIC/FRA 2009 (Regie: Florence Jaguey)
  • Nicaragua - Die gestohlene Revolution, FRA 2013 (Regie: Clara Ott, Gilles Bataillon)

Siehe auch

  • Vulkanwappen

Literatur

  • Erika Harzer, Willi Volks: Aufbruch nach Nicaragua - Deutsch-deutsche SolidaritĂ€t im Systemwettstreit. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-525-6. 
  • Florence E. Babb: After Revolution: Mapping Gender and Cultural Politics in Neoliberal Nicaragua. University of Texas Press, Austin 2001, ISBN 0-292-70900-5. 
  • Thomas Fischer: Die Grenzen des „American Dream“. Hans Sitarz als ‚Gelddoktor‘ in Nicaragua 1930–1934. In: Thomas Fischer/Anneliese Sitarz (Hrsg.): Lateinamerika-Studien. Band 50. Iberoamericana/Vervuert, Frankfurt a. M. 2008, ISBN 978-3-86527-420-5. 
  • Monika Höhn: Lust auf Nicaragua − Kulinarische Reiseskizzen. Gronenburg, Wiehl 2003, ISBN 3-88265-245-4. 
  • Katherine Isbester: Still Fighting: The Nicaraguan Women’s Movement, 1977–2000. University of Pittsburgh Press, Pittsburgh 2001, ISBN 0-8229-4155-4. 
  • Matthias Schindler: Vom Triumph der Sandinisten zum demokratischen Aufstand. Nicaragua 1979-2019, Berlin: Die Buchmacherei, 2019, ISBN 9783982078304

Weblinks

Amtliches

  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Nicaragua
  • Offizielle Seite der Tourismusbehörde der Republik Nicaragua (spanisch)
  • Website des Honorarkonsulats der Republik Nicaragua in Bayern
  • Instituto NicaragĂŒense de Fomento Municipal – offizielle Website von INIFOM mit DatenblĂ€ttern zu allen municipios in (spanisch)
  • Instituto NicaragĂŒense de Estudios Territoriales (INETER)

Allgemeine Informationen

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Nicaragua
  • Volker WĂŒnderich: Nicaragua. Landeskundliche Informationen. In: LIPortal
  • InformationsbĂŒro Nicaragua Publikationen zu Gesellschaft und Politik
  • Informationen zu Geografie, Klima und Flora und Fauna Nicaraguas
  • Deutsch-Nicaraguanische Bibliothek in Managua InternetprĂ€senz der Deutsch-Nicaraguanischen Bibliothek und des Bibliobus Bertolt Brecht

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (16)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
AtlĂĄntico Norte 15.031 13.03 -85.506 -82.726  
AtlĂĄntico Sur 13.282 10.944 -85.228 -83.021  
Boaco 12.794 12.041 -85.978 -84.969  
Carazo 11.957 11.52 -86.502 -86.072  
Chinandega 13.294 12.458 -87.686 -86.655  
Chontales 12.65 11.631 -85.657 -84.575  
EstelĂ­ 13.438 12.849 -86.732 -86.1  
Granada 12.206 11.605 -86.123 -85.523  
Jinotega 14.603 12.994 -86.248 -84.835  
LeĂłn 13.122 12.001 -87.173 -86.264  
Madriz 13.66 13.2 -86.764 -86.06  
Managua 12.636 11.767 -86.671 -85.828  
Masaya 12.152 11.856 -86.281 -85.964  
Matagalpa 13.382 12.522 -86.289 -84.696  
Nicaragua 11.871 10.714 -86.175 -83.644  
Nueva Segovia 14.055 13.485 -86.775 -85.743  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Nicaragua

Name englisch: Nicaragua
Hauptstadt: Managua
Kfz: NIC
ISO: NI
ISO3: NIC
Fläche: 129494 km²
Tld: .ni
Wärung Einheit: NIO
Währung: Cordoba
Vorwahl: 505

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 15.0302755
südlichster Punkt: 10.7080549
westlichster Punkt: -87.6910686
östlichster Punkt: -82.5920716


 
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