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Staat Informationen : Kuba

Informationen:


Kuba (spanisch Cuba [ˈkuÎČa], amtliche Bezeichnung RepĂșblica de Cuba) ist ein realsozialistischer Inselstaat in der Karibik. Er grenzt im Nordwesten an den Golf von Mexiko, im Nordosten an den Atlantischen Ozean und im SĂŒden an das Karibische Meer. Hauptstadt des Landes ist Havanna, die zweitgrĂ¶ĂŸte Metropole der Karibik.

Landesname

Kolumbus nannte die Insel bei ihrer Entdeckung zunÀchst Juana nach dem Prinzen Don Juan. Im Jahr 1515 ordnete dessen Vater Fernando II., König von Spanien, die Umbenennung in Fernandina an, denn nach ihm war bisher nur eine Insel der Bahamas (heute: Long Island) benannt worden.

Der Name „Cuba“ stammt wahrscheinlich aus der Sprache der Kariben oder der TaĂ­no. Die Wörter coa (= Ort) und bana (= große) bedeuten so viel wie „großer Platz“. Kolumbus schrieb, er sei an einem Ort gelandet, den die indigenen Einheimischen Cubao, Cuban oder Cibao nannten. Diese Bezeichnungen bezogen sich offensichtlich auf eine Bergregion in der NĂ€he des Landungsortes im Osten Kubas.

Der kubanische Schriftsteller und Etymologe JosĂ© Juan Arrom beschrieb 1964 folgende Wortherkunft: Demnach existiert in der Sprache der Arawak der Begriff kuba-annakan bzw. cubanacĂĄn, was so viel wie „Land oder Provinz in der Mitte“ bedeutet. Damit sei quasi als gesichert anzunehmen, dass „Cuba“ so viel wie „Land“ oder „Provinz“ in der Sprache der Einheimischen hieß.

Eine weitere Namensgebungs-Theorie rĂŒckt den Ort Cuba im Alentejo in Portugal in den Vordergrund; hier sei Kolumbus als unehelicher Spross der portugiesischen Königsfamilie geboren worden.

Geographie

Übersicht

Der Archipel gehört zu den Großen Antillen. Es besteht neben der gleichnamigen Hauptinsel Kuba, der grĂ¶ĂŸten der Karibik, aus der Isla de la Juventud (frĂŒher Isla de Pinos) und rund 4195 kleineren und kleinsten Inseln mit einer GesamtflĂ€che von 109.884 kmÂČ.

Die maximale Ausdehnung der Hauptinsel betrĂ€gt von West (Cabo San Antonio) nach Ost (Punta MaisĂ­) 1250 Kilometer. Die schmalste Nord-SĂŒd-Ausdehnung betrĂ€gt 31 Kilometer. Der Abstand zum amerikanischen Festland betrĂ€gt 154 Kilometer nach Key West (USA) und 210 Kilometer nach YucatĂĄn (Mexiko). Da die Umrisse entfernt an ein Krokodil erinnern, wird Kuba auch gern als der „grĂŒne Kaiman“ (spanisch: caimĂĄn verde) bezeichnet.

Die kubanischen FeuchtwĂ€lder sind eine Ökoregion tropischer RegenwĂ€lder auf Kuba und der Isla de la Juventud.

Der höchste Punkt ist der Pico Turquino (1974 m ĂŒ. NN) in der Sierra Maestra.

Die Hauptstadt Havanna ist mit circa zwei Millionen Einwohnern die grĂ¶ĂŸte Stadt Kubas, gefolgt von Santiago de Cuba, CamagĂŒey und HolguĂ­n.

Im SĂŒdosten der Insel, an der GuantĂĄnamo-Bucht, befindet sich die Guantanamo Bay Naval Base, ein MarinestĂŒtzpunkt der US-Marine. Rechtsgrundlage ist ein Vertrag von 1934, dessen GĂŒltigkeit zwischen Kuba und den USA strittig ist.

Die Zeitzone Kubas ist UTC−5, wĂ€hrend der Sommerzeit UTC−4.

Klima

Das Klima ist tropisch und wird vom Nordostpassat geprÀgt. Es gibt eine trockenere Jahreszeit von November bis April und eine regnerische Jahreszeit von Mai bis Oktober.

Kuba liegt im Einzugsgebiet von tropischen WirbelstĂŒrmen, die sich jĂ€hrlich von Juni bis November ĂŒber dem Atlantik und in der Karibik bilden. Nicht selten trifft dabei ein schwerer Hurrikan kubanisches Festland und richtet schwere VerwĂŒstungen an, welche das wirtschaftlich schwache Kuba besonders hart treffen. Insbesondere die meist in Leichtbauweise errichteten PrivathĂ€user sind den starken Winden schutzlos ausgeliefert. Jedoch besitzt Kuba einen sehr gut funktionierenden Katastrophenschutz, so dass es, im Gegensatz zu den Nachbarinseln, selten zu einer grĂ¶ĂŸeren Anzahl von TodesfĂ€llen kommt.

Die Hurrikansaison 2008 mit drei schweren Hurrikanen, die Kuba trafen, – Gustav, Ike und Paloma – war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in den letzten 50 Jahren. Es wurden hunderttausende Wohnungen zerstört, die Infrastruktur stark beschĂ€digt und große Teile der Ernten vernichtet. Die GesamtschĂ€den werden auf um die zehn Milliarden US-Dollar geschĂ€tzt, rund zwanzig Prozent des kubanischen Bruttoinlandsproduktes von 2007. Sieben Menschen kamen ums Leben.


Verwaltungsgliederung

Kuba ist seit der Verwaltungsreform von 1976 und ihrer im Januar 2011 in Kraft getretenen Novellierung in 15 Provinzen und das Sonderverwaltungsgebiet Isla de la Juventud unterteilt:

  1. Isla de la Juventud
  2. Pinar del RĂ­o
  3. Artemisa
  4. La Habana
  5. Mayabeque
  6. Matanzas
  7. Cienfuegos
  8. Villa Clara
  9. Sancti SpĂ­ritus
  10. Ciego de Ávila
  11. CamagĂŒey
  12. Las Tunas
  13. Granma
  14. HolguĂ­n
  15. Santiago de Cuba
  16. GuantĂĄnamo

Diese Provinzen sind, mit Ausnahme des Municipio especial Isla de la Juventud, wiederum in insgesamt 168 Municipios untergliedert, die in etwa einem Landkreis in Deutschland entsprechen. Meist sind sie nach der Stadt benannt, in der sich der Verwaltungssitz des Municipio befindet.

Vor der Reform der Verwaltungsgliederung von 1976 gab es in Kuba sechs Provinzen: Pinar del RĂ­o, Havanna und Matanzas im Westen sowie Las Villas, CamagĂŒey und Oriente in Zentral- und Ostkuba. Die danach entstandene Provinz La Habana wurde 2011 in die neuen Provinzen Artemisa und Mayabeque aufgespalten. Die Neueinteilung der Provinzen war Teil einer Verwaltungsreform, welche auch eine klarere Arbeitsteilung der Poder Popular und eine Erweiterung der Kompetenzen der einzelnen Provinzen vorsieht. Außerdem sollte durch die Schaffung neuer regionaler Zentren das ZugehörigkeitsgefĂŒhl der dort lebenden Kubaner gestĂ€rkt und die QualitĂ€t der staatlichen Dienste effizienter gestaltet werden.

StÀdte

Der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Ballungsraum in Kuba und der ganzen Karibik ist Havanna mit einer Einwohnerzahl von 2.581.619 (Stand 1. Januar 2005). Damit konzentriert sich ein Viertel der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadtregion.

Die zehn grĂ¶ĂŸten StĂ€dte Kubas sind:

Bevölkerung

Demografie

In Kuba leben derzeit (Stand 2016) etwa 11,24 Millionen Menschen, davon ĂŒber zwei Millionen in der Hauptstadt Havanna. Insgesamt leben 76,8 Prozent der Kubaner in stĂ€dtischen Gebieten. Die Inselbevölkerung wuchs in der Vergangenheit kontinuierlich um eine Million Menschen je Jahrzehnt. Ursachen fĂŒr das hohe Bevölkerungswachstum sind die hohe Lebenserwartung und die mit 4,9 FĂ€llen je 1000 Geburten geringe Kindersterblichkeit. Aufgrund zurĂŒckgehender Geburtenrate (1,5 Kinder pro Frau) und Emigration hat sich die Bevölkerungsentwicklung inzwischen verlangsamt. Der sich abzeichnende demographische Wandel wird in Kuba deutlich langsamer einsetzen als beispielsweise in Deutschland, wo bereits heute knapp 26 % der Bevölkerung 60 Jahre und Ă€lter sind. Den Angaben des letzten Zensus von 2012 zufolge betrĂ€gt die Bevölkerung 11.167.325 Menschen.

Durch ein spanisches Gesetz, das Ley de Memoria HistĂłrica (Gesetz des Historischen Gedenkens), von dem Kinder und Enkel von FlĂŒchtlingen des Spanischen BĂŒrgerkrieges profitieren, haben 150.000 bis 200.000 Kubaner das Anrecht auf die spanische StaatsbĂŒrgerschaft.

Im Jahre 2017 waren 0,1 % der Bevölkerung Migranten. Kuba hat damit einen der niedrigsten AuslÀnderanteile der Welt.

Die kubanische Bevölkerung teilt sich laut Eigenangaben der beim Zensus 2012 befragten Personen wie folgt auf:

  • 64,1 Prozent Weiße
  • 9,3 Prozent Schwarze
  • 26,6 Prozent Mulatten und Mestizen.

AuffĂ€llig sind dabei die großen regionalen Unterschiede: WĂ€hrend sich in den westlichen Provinzen durchschnittlich 70–80 Prozent als Weiße bezeichnen, sind es in den östlichen Provinzen des Landes deutlich weniger. In Santiago de Cuba bezeichnen sich beispielsweise nur 25,6 Prozent der Einwohner als Weiße, 60 Prozent als Mulatte oder Mestize und 14,4 Prozent als Schwarze. In Havanna ergibt sich ein differenziertes Bild: Dort bezeichnen sich 58,4 Prozent als Weiße, 26,6 als gemischt und 15,2 Prozent als Schwarze.

Das prÀkolumbische Volk der Taíno, das die Insel vor der Ankunft der Spanier besiedelte, ist ausgestorben.

Sprache

In Kuba wird Spanisch gesprochen. Jedoch weist die dort gesprochene Variante einige Besonderheiten zur in Spanien gesprochenen Hochsprache und auch zu den im ĂŒbrigen Hispanoamerika gesprochenen spanischen Dialekten auf. Ein Großteil dieser VarietĂ€ten findet sich jedoch auch in anderen spanischsprachigen LĂ€ndern der Karibik, insbesondere in der Dominikanischen Republik, Puerto Rico und karibischen KĂŒstengebieten von Kolumbien und Venezuela. Minderheitensprachen, wie beispielsweise indianische Sprachen, existieren praktisch nicht.

Die grammatikalische Besonderheit, welche die Sprache mit dem ĂŒbrigen Lateinamerika gemeinsam hat, ist die Nutzung von ustedes (Sie) als 3. Person Plural anstatt von vosotros (ihr – 2. Person Plural).

Die Aussprache ist Ă€hnlich den ĂŒbrigen spanischsprachigen LĂ€ndern in der Karibik und hat ihre historischen Wurzeln wohl hauptsĂ€chlich in den Regionen Spaniens, aus denen die erste grĂ¶ĂŸere Einwanderungswelle stammte, nĂ€mlich den Kanaren und aus SĂŒdspanien, und zeichnet sich unter anderem durch den sogenannten Seseo aus. So werden die im Hochspanisch unterschiedlichen Laute /Ξ/ (engl. th) und /s/ immer wie /s/ ausgesprochen. Das Verschlucken einiger Konsonanten, wie des /s/ am Silben- und Wortende sowie des /d/ und /b/ zwischen Vokalen ist ebenfalls typisch. Auch wird (vor allem von Ostkubanern) hĂ€ufig statt /r/ am Silbenende /l/ ausgesprochen: puerta (TĂŒr) gerĂ€t dann zu puelta und por favor (bitte) zu pol favol.

Religion

1992 wurde Kuba durch VerfassungsÀnderung von einem atheistischen Staat zu einem sÀkularen, wodurch GlÀubigen die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei (PCC) ermöglicht wurde.

Als Kubas Hauptreligionen gelten der Katholizismus und die SanterĂ­a, eine Mischreligion (Synkretismus). Sie basiert auf der traditionellen Religion der westafrikanischen Yoruba und ist stark mit christlichen Elementen vermischt. Als unpolitische und unorganisierte Form der ReligionsausĂŒbung erhĂ€lt die SanterĂ­a seit einigen Jahren eine staatliche Förderung. SchĂ€tzungen zufolge sind etwa 35 Prozent der Kubaner katholisch getauft, darunter auch viele SanterĂ­a-AnhĂ€nger. Nach Angaben des Vatikans seien 60 Prozent der Bevölkerung Katholiken. Schutzpatronin Kubas ist die Virgen de la Caridad del Cobre (Barmherzige Jungfrau von El Cobre), die in der SanterĂ­a auch fĂŒr die Göttin der FlĂŒsse und der Liebe OchĂșn steht.

Neben der katholischen Kirche sind in den letzten Jahren zahlreiche kubanisch-protestantische Gemeinden entstanden, auch mehr als 96.000 Zeugen Jehovas werden inzwischen gezÀhlt. Bereits seit 1492 gibt es das Judentum in Kuba, etwa 1500 Kubaner zÀhlen sich dazu.

Geschichte

Spanische Kolonialzeit

Kuba und die dort lebenden Arawak gerieten in der ersten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts unter spanische Kontrolle. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die indigenen Völker durch Gewalt und Krankheit praktisch ausgerottet. Zur DurchfĂŒhrung des sehr arbeitsintensiven Zuckerrohranbaus setzten die spanischen Pflanzer im 17. und 18. Jahrhundert zehntausende Sklaven ein, die vorwiegend aus Westafrika verschleppt worden waren.

UnabhÀngigkeitskampf

Die KÀmpfe der Kolonie um UnabhÀngigkeit begannen 1868 und dauerten mit Unterbrechungen bis zum Abzug der Spanier im Jahr 1898 an, als die USA intervenierten (Spanisch-Amerikanischer Krieg).

Im ZehnjĂ€hrigen Krieg (1868–1878) und im Kleinen Krieg (1878–1879) um die UnabhĂ€ngigkeit waren die Kubaner noch gescheitert. Am 10. Dezember 1898 erklĂ€rte Spanien im Friedensvertrag von Paris den Verzicht auf Kuba und die Philippinen. Zuvor kĂ€mpften der kubanische Nationalheld JosĂ© MartĂ­ und die Oberbefehlshaber MĂĄximo GĂłmez und Antonio Maceo im UnabhĂ€ngigkeitskrieg seit 1895 mit einer sehr kleinen Armee gegen ĂŒber 200.000 Spanier.

Intervention der USA und SouverÀnitÀt

Die Verfassung von 1901, die 1928 in wesentlichen Teilen reformiert wurde, etablierte das allgemeine MĂ€nnerwahlrecht. Nach dem Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges besetzten die USA die Insel, bis sie schließlich 1902 die formale UnabhĂ€ngigkeit erlangte.

Die SouverÀnitÀt war bis 1934 jedoch durch das Platt Amendment eingeschrÀnkt, das den USA bei BeeintrÀchtigung US-amerikanischer Interessen ein jederzeitiges Interventionsrecht in Kuba gab.

Wie auch in anderen LĂ€ndern kam in Kuba das Frauenwahlrecht mit einer Revolution: Die Entmachtung des Diktators Gerardo Machado fĂŒhrte dazu, dass Kuba das vierte lateinamerikanische Land mit Frauenwahlrecht wurde. Nach der Erlangung der formalen UnabhĂ€ngigkeit sah bereits die (provisorische) Ley Constitucional vom 2. Januar 1934 das allgemeine MĂ€nnerwahlrecht vor. Am 3. Februar 1934 wurde das Frauenwahlrecht in die vorlĂ€ufige Verfassung aufgenommen. Aber erst mit der Annahme der Verfassung von 1940 wurde das Frauenwahlrecht wirksam; die ĂŒbrigen provisorischen Verfassungstexte Ă€nderten am Frauenwahlrecht nichts.

Ein Überrest der US-amerikanischen Sonderrechte aus dem Platt Amendment ist der gegen den erklĂ€rten kubanischen Willen noch heute von den USA aufrechterhaltene MarinestĂŒtzpunkt BahĂ­a de GuantĂĄnamo (GuantĂĄnamo Bay), dessen MilitĂ€rgefĂ€ngnis infolge der TerroranschlĂ€ge am 11. September 2001 internationale Bekanntheit erlangte.

Revolution 1959

Anfang 1959 stĂŒrzten die kubanischen RevolutionĂ€re unter der FĂŒhrung von Fidel und RaĂșl Castro, Camilo Cienfuegos und des Argentiniers Ernesto Guevara, genannt Che, den kubanischen Diktator Fulgencio Batista und errichteten ab 1961 (Deklaration von Havanna) einen sozialistischen Staat. Die damit verbundenen Enteignungen von US-Firmen und US-BĂŒrgern fĂŒhrten zu einem dauerhaften Embargo der USA und weiterer westlicher Staaten gegen Kuba. Kuba suchte und fand UnterstĂŒtzung bei den sozialistischen Staaten Osteuropas, insbesondere der damaligen Sowjetunion.

Aufgrund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise. Noch heute leidet Kuba unter wirtschaftlichen Sanktionen und ist als eines von wenigen LĂ€ndern nicht Mitglied in supranationalen BĂŒndnissen.

In mehreren FlĂŒchtlingswellen verließen tausende Kubaner ihre Heimat, von denen sich ein Großteil in Florida, insbesondere in Miami (siehe Little Havana), ansiedelte.

„Sonderperiode“

Mit dem Ende der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa nach den Revolutionen im Jahr 1989 fielen Kubas wichtigste Handelspartner und Geldgeber (Sowjetunion und ĂŒbrige RGW-Staaten) weg und Kuba erlebte zu Beginn der 1990er-Jahre eine schwere Wirtschaftskrise, die 1993 ihren Höhepunkt erreichte. Hatte Kuba zuvor fast seine gesamte Zuckerernte in die sozialistischen Staaten Osteuropas verkauft und im Gegenzug zwei Drittel seiner Nahrungsmittel, fast das gesamte Öl und 80 Prozent seiner Maschinen und Ersatzteile von dort bezogen, so waren auf einmal 85 Prozent seines Außenhandels weggebrochen. Die Industrie und das Transportwesen kamen wegen Ölmangels zum Erliegen und infolge drastischer Nahrungsmittelrationierungen kam es erstmals seit vielen Jahren zu UnterernĂ€hrung auf der Insel. 1992 beschloss die Regierung, als Ersatz fĂŒr den verlorengegangenen Außenhandel die Tourismusindustrie zu entwickeln. Unter der FĂŒhrung von Carlos Lage wurde die Wirtschaft dezentralisiert und privatwirtschaftliche TĂ€tigkeit und Devisenhandel in einigen bestimmten Segmenten des Wirtschaftslebens zugelassen. Joint-Venture-GeschĂ€fte im Tourismussektor, die Zusammenarbeit mit neuen Außenwirtschaftspartnern (unter anderem Spanien, Italien, Kanada, Brasilien, Volksrepublik China, Venezuela), die Entdeckung von neuen Erdölvorkommen und die Vermarktung der bedeutenden Nickelvorkommen trugen zur Stabilisierung der kubanischen Wirtschaft bei. Allerdings entstanden auch soziale DisparitĂ€ten.

Nachdem durch die notwendig gewordene Wiedereingliederung Kubas in den karibischen Wirtschaftsraum ein gewisser wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen war, fĂŒhrten die Hurrikans von 2008, die sich zeitlich mit dem Höhepunkt der globalen Wirtschaftskrise ĂŒberschnitten, zu einer erneuten VerschĂ€rfung der Krise. Die kubanische Bevölkerung spricht von ihr seitdem als der segunda crisis de los 90 (zweiten Krise der 90er). 2006 angekĂŒndigte Wirtschaftsreformen wurden fĂŒnf Jahre spĂ€ter von der kubanischen Nationalversammlung als neue „Leitlinien der Wirtschafts- und Sozialpolitik“ (lineamientos de la polĂ­tica econĂłmica y social) gebilligt. 2012 war die Versorgungskrise aus den Jahren um 2008 ĂŒberwunden. Die AtmosphĂ€re ist laut dem Spiegel-Korrespondenten Jens GlĂŒsing „offener und entspannter“, der wirtschaftliche Aufschwung sei ĂŒberall zu spĂŒren. Die inflationsbereinigten GehĂ€lter erreichten 2011 jedoch weiterhin lediglich 51 % des Wertes von 1989.

Im Mai 2013 bestĂ€tigte der FAO-Generaldirektor JosĂ© Graziano da Silva in einem GesprĂ€ch mit RaĂșl Castro, dass Kuba das 1996 beim Weltgipfel der FAO in Rom definierte Ziel der Halbierung der Zahl der unterernĂ€hrten Personen vorzeitig erreicht habe. Kuba befindet sich unter den 16 LĂ€ndern, die weltweit bei der BekĂ€mpfung des Hungers die grĂ¶ĂŸten Fortschritte vorzuweisen hĂ€tten. Die Öffnung der zentralistischen Staatswirtschaft erfolgte jedoch so zurĂŒckhaltend, dass keine belebenden Effekte auftraten und sich das Land 2017 gar in einer Rezession befand. Die neue Verfassung, welche Ende Februar 2019 angenommen wurde, erlaubte Privateigentum und in begrenztem Maße auch auslĂ€ndische Investitionen.

Post-Fidel-Castro-Ära

Ende Juli 2006 ĂŒbertrug der bis dahin langjĂ€hrige StaatsfĂŒhrer Fidel Castro krankheitsbedingt die PrĂ€sidentschaft, zunĂ€chst vorĂŒbergehend, an seinen Bruder RaĂșl. Im Februar 2008 fand die endgĂŒltige MachtĂŒbergabe statt. RaĂșl galt, im Gegensatz zu seinem Bruder, als wenig charismatisch, dafĂŒr umso pragmatischer. Auf dem darauffolgenden Parteitag wurden zahlreiche Wirtschaftsreformen auf den Weg gebracht, welche besonders Erleichterungen fĂŒr die Privatwirtschaft bringen sollte. Deren Umsetzung erfolgte jedoch nur halbherzig, sodass die großen Effekte ausblieben. Gleichzeitig schwĂ€chelte in den 2010er Jahren die venezolanische Wirtschaft zusehends, was zu AusfĂ€llen bei den subventionierten Öllieferungen aus dem Bruderstaat fĂŒhrte. 2014 wurden, unter der PrĂ€sidentschaft von Barack Obama nach monatelangen Geheimverhandlungen diplomatische Beziehungen mit den USA aufgenommen. Zahlreiche Embargobestimmungen wurden gelockert. Obamas Nachfolger im Amt, Donald Trump, nahm diese Lockerungen grĂ¶ĂŸtenteils wieder zurĂŒck und verschĂ€rfte die Embargobestimmungen an anderen Stellen weiter. Außerdem wurden in vielen lateinamerikanischen Staaten befreundete linke Regierungen abgewĂ€hlt. Eines der devisenbringenden GeschĂ€ftsmodelle, der Export von Gesundheitspersonal in Dritt-Welt-LĂ€nder, geriet ins Stocken. Dies alles zusammengenommen fĂŒhrte zu zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Gleichzeitig nahm die Reformfreudigkeit unter PrĂ€sident Miguel DĂ­az-Canel, der im April 2018 RaĂșl Castro im PrĂ€sidentenamt ablöste, zuvor wurde die Begrenzung auf zwei Amtszeiten bei höheren Ämtern beschlossen, weiter ab. Ab Anfang 2020 kam die weltweite COVID-19-Pandemie auf, die auch Kuba schwer zu schaffen machte. Nachdem im MĂ€rz dieses Jahres bei den ersten Touristen die Corona-Erkrankung diagnostiziert wurde, schloss man fĂŒr mehrere Monate die Grenzen. Erst ab November 2020 wurden wieder touristische und Familienbesuchs-Reisen zugelassen. Mit dem Jahreswechsel 2020/2021 wurde die lang erwartete WĂ€hrungsreform durchgefĂŒhrt, wodurch der Peso convertible (CUC) abgeschafft und der Peso Cubano als alleiniges Barzahlungsmittel galt. Dies ging mit einer Lohn- und Preisreform daher. Zuvor wurden im Oktober 2020 jedoch, als Ersatz fĂŒr die vormaligen CUC-LĂ€den, ein neuer Ladentyp geschaffen, in denen man nur, bargeldlos, in frei konvertierbaren Devisen einkaufen konnte. Entsprechend wurde die neue PseudowĂ€hrung Moneda Libremente Convertible (MLC – frei konvertierbare WĂ€hrung) genannt und hat den Nennwert eines US-Dollars. Entsprechende Bankkonten lassen sich nur mit auslĂ€ndischen Devisen-WĂ€hrungen aufladen. Da viele Grundbedarfswaren fast nur noch in diesen MLC-LĂ€den verfĂŒgbar waren, aber man seine kubanischen Pesos, die man als Lohn erhĂ€lt, offiziell nicht in Devisen tauschen konnte, entwickelte sich ein blĂŒhender Schwarzmarkt fĂŒr solche TauschgeschĂ€fte, wo deutlich mehr als das Doppelte des offiziellen Tauschkurses geboten wurde. Im Juli 2021 kam es dann zu einem der grĂ¶ĂŸten Proteste in der jĂŒngeren kubanischen Geschichte. Beginnend in Havannas Vorort San Antonio de los Baños begannen am 11. Juli 2021 landesweite Proteste gegen die Regierung und die aktuelle Situation.

Politik

Kuba gilt in der Politikwissenschaft als bĂŒrokratisch-autoritĂ€rer Staat. Gewaltenteilung existiert hier faktisch nicht. GemĂ€ĂŸ der marxistisch-leninistischen Ideologie der herrschenden Kommunistischen Partei Kubas handelt es sich um deren positiv besetzte AusprĂ€gung einer Diktatur des Proletariats. Da der Bevölkerung keine Auswahlmöglichkeiten ĂŒber eventuelle politische Alternativen zur VerfĂŒgung stehen, kann ĂŒber die Zustimmungsrate nur spekuliert werden.

Politisches System

Legislative und Regierung

Formal ranghöchstes und gesetzgebendes Organ ist das Parlament (Asamblea Nacional del Poder Popular), welches den Staatsrat (Consejo de Estado) und den Ministerrat wĂ€hlt. TatsĂ€chlich ist das nur zweimal im Jahr zusammentretende Parlament relativ einflusslos und hat vor allem die Aufgabe, Entscheidungen abzusegnen und die Regierung formal zu entlasten. Seit EinfĂŒhrung des Parlaments 1976 gab es bis auf eine Ausnahme in keiner der vielen Abstimmungen von Seiten der rund 600 Abgeordneten eine einzige Gegenstimme zu einem von der politischen FĂŒhrung vorgelegten Entwurf, auch wenn der neue PrĂ€sident RaĂșl Castro die im kubanischen politischen System ĂŒbliche Einstimmigkeit in einer programmatischen Rede 2008 als „fĂŒr gewöhnlich fiktiv“ kritisierte, was er seitdem bei mehreren Gelegenheiten wiederholt hat. Im Dezember 2013 stimmte die LGBT-Aktivistin und PrĂ€sidententochter Mariela Castro gegen den Regierungsentwurf eines neuen Arbeitsgesetzbuchs, weil sie darin die Rechte von HIV-Infizierten und Transgendern nicht ausreichend gewĂŒrdigt sah.

Die eigentliche politische Entscheidungsmacht liegt ausschließlich im Staats- und Ministerrat. Dadurch, dass in diesen Gremien in der Regel dieselben Personen sitzen, die zugleich auch noch die höchsten Posten in der einzig zugelassenen kommunistischen Partei bekleiden, beschrĂ€nkt sich die MachtausĂŒbung auf wenige Personen. Ihre Legitimationsquelle bezieht die kubanische Regierung vor allem aus einem aus Jahrhunderten von Fremdbestimmung herrĂŒhrenden Nationalismus und der Feindschaft gegenĂŒber den USA, welche dieses GefĂŒhl durch ihre Embargo- und Einmischungspolitik weiter verstĂ€rken. Der Versuch der USA, oppositionelle Gruppen aufzubauen, setzt kritische Stimmen sofort des Verdachts der Konterrevolution und des Landesverrats aus und legitimiert somit deren repressive Verfolgung.

Wahlen finden unter Kontrolle der Regierung statt: Der Staatsrat setzt fĂŒr deren Organisation, Ablauf und Auswertung die Nationale Wahlkommission ein, die wiederum die Wahlkommissionen der Provinzen besetzt – eine Kontrollkette, die sich bis zu den fĂŒr die einzelnen Wahlbezirke verantwortlichen Kommissionen fortsetzt. Jeder Kubaner ab einem Alter von 16 Jahren darf wĂ€hlen (aktives Wahlrecht) und gewĂ€hlt werden (passives Wahlrecht). FĂŒr Abgeordnete der Nationalversammlung gilt das Mindestalter von 18 Jahren. Auf der untersten Ebene der Munizipialparlamente stehen zwischen zwei und acht Kandidaten pro Parlamentssitz zur Auswahl. Die Wahl zwischen den Kandidaten findet in vom örtlichen CDR organisierten Einwohnerversammlungen offen per Handzeichen statt. FĂŒr die Wahl der Provinzparlamente und der obersten Nationalversammlung gibt es pro Parlamentssitz genau einen Kandidaten. Dabei werden jeweils 50 Prozent von der jeweils untergeordneten Volksversammlung bestimmt, die restlichen 50 Prozent direkt vom Volk gewĂ€hlt.

Die Abgeordneten werden von einem Ausschuss der PCC bzw. der Massenorganisationen ausgewĂ€hlt. Sie dĂŒrfen keinen Wahlkampf betreiben und mĂŒssen sich gemĂ€ĂŸ der Verfassung dem sozialistischen System verpflichten. Den WĂ€hlern werden nur wenige Grunddaten der Kandidaten zur Kenntnis gegeben: Name, Alter, Beruf, formales Bildungsniveau. Der Frauenanteil im kubanischen Parlament ist mit 48 % im Jahr 2014 (2000: 28 %) der höchste aller LĂ€nder Lateinamerikas und der Karibik. Im PolitbĂŒro, dem höchsten Entscheidungsgremium der Kommunistischen Partei, das die politischen Leitlinien des Staates vorgibt, ist unter den 15 beim VI. Parteitag 2011 gewĂ€hlten Mitgliedern jedoch nur eine einzige Frau vertreten, was einem prozentualen Anteil von 6,6 entspricht. UngefĂ€hr fĂŒnf Prozent der Stimmen werden regelmĂ€ĂŸig als weiß (gegen alle Kandidaten) markiert.

Über fast 50 Jahre vereinigte RevolutionsfĂŒhrer Fidel Castro die zentralen politischen Ämter in seiner Person. Er war zuletzt StaatsprĂ€sident, Vorsitzender des Staats- und des Ministerrates, GeneralsekretĂ€r des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas und auch Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte. Die Posten des StaatsratsprĂ€sidenten, des Oberbefehlshabers der StreitkrĂ€fte und des KP-GeneralsekretĂ€rs ĂŒbergab er am 1. August 2006 wegen einer lebensbedrohlichen Darmerkrankung an seinen Bruder RaĂșl Castro.

Am 24. Februar 2008 wurde RaĂșl Castro vom Parlament zum Staats- und MinisterprĂ€sidenten gewĂ€hlt und vertritt seitdem eine Linie der politischen KontinuitĂ€t bei gleichzeitiger Konzentration auf Maßnahmen zur Behebung der extrem kritischen wirtschaftlichen Lage. Im April 2011 ĂŒbernahm RaĂșl Castro auch das Amt des KP-GeneralsekretĂ€rs. Neben dem Personalwechsel sehen manche Beobachter auch eine Änderung des Systems von einem "charismatischen Sozialismus" unter Fidel hin zu einem "bĂŒrokratischen Sozialismus" unter RaĂșl Castro, der weniger auf die Mobilisierung der Bevölkerung setzt und mehr administrative Effizienz und wirtschaftliche Reformen verspricht. Im Jahr 2013 war fĂŒr das FrĂŒhjahr 2018 ein Wechsel des Staats- und Regierungschefs angekĂŒndigt worden; RaĂșl Castro wĂŒrde demnach nur das (mĂ€chtige) PrĂ€sidium der KP verbleiben. Nach seiner Teilgenesung und seinem erklĂ€rten Verzicht auf eine RĂŒckkehr in die FĂŒhrungsverantwortung trat Fidel Castro seit Juli 2010 bis zu seinem Tod im November 2016 gelegentlich wieder in der Öffentlichkeit auf.

Im Dezember 2019 wurde ein neuer Ministerrat ernannt.

Judikative

Gerichtswesen

Bei einfachen Zivil- und Strafverfahren auf den unteren Ebenen stellen Laien-, sonst Berufsrichter die Mehrheit. Alle Richter werden von der Volksvertretung ihrer jeweiligen Ebene gewĂ€hlt. Gerichte und Anwaltschaft sind nicht unabhĂ€ngig. Das kubanische Rechtssystem entspricht nicht westlichen Standards, insbesondere in politischen Verfahren, gewĂ€hrleistet aber eine funktionierende Gerichtsbarkeit. Das höchste Gericht ist das „Oberste Volksgericht“, dessen PrĂ€sident vom Staatsratsvorsitzenden nominiert und von der Nationalversammlung gewĂ€hlt wird. Seit 1998 ist RubĂ©n Remigio Ferro PrĂ€sident des Obersten Volksgerichts, nachdem er seit 1997 als dessen VizeprĂ€sident und zuvor als Kader im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei und in von ihr abhĂ€ngigen Massenorganisationen tĂ€tig war.

Die RechtsanwĂ€lte, die direkten Rechtsbeistand fĂŒr Privatpersonen leisten, d. h. nicht in Behörden oder Unternehmen angestellt sind, sind in Kuba in Anwaltskollektiven (spanisch Bufetes Colectivos, ‚kollektive Anwaltskanzleien‘) organisiert. Diese entstanden zu Beginn der sozialistischen Herrschaft auf Betreiben von mit den egalitĂ€ren Zielen der Revolution sympathisierenden AnwĂ€lten, um einen öffentlichen Zugang zu Rechtsdienstleistungen zu gewĂ€hrleisten. Durch ein Gesetz von 1973 wurden diese Kollektive institutionalisiert, wodurch AnwĂ€lten, die nicht auf diese Weise organisiert sind, nur noch in AusnahmefĂ€llen eine Vertretung von Privatpersonen möglich ist. Diese Kollektive besitzen eine gewisse organisatorische UnabhĂ€ngigkeit, Einnahmen und Ausgaben werden jedoch zentral ĂŒber die OrganizaciĂłn Nacional de Bufetes Colectivos abgewickelt, welche auch gewisse administrative Vorgaben macht. Diese wird von gewĂ€hlten Vertretern der Kollektive geleitet, untersteht jedoch der Aufsicht des Justizministeriums. ErklĂ€rtes Ziel der Kollektive ist, mit ihrer TĂ€tigkeit zur sozialistischen Entwicklung beizutragen, was in Konflikt mit dem Auftrag, die Interessen der Klienten zu vertreten, stehen kann. Einem 1998 erschienenen Fachaufsatz zufolge ist allerdings kein Fall bekannt, in dem ein Ausschluss aus dem System der Kollektive aus ideologischen GrĂŒnden erfolgt sei.

Die Todesstrafe existiert nur noch formal, sie wurde zuletzt 2003 fĂŒr die bewaffnete EntfĂŒhrung einer PersonenfĂ€hre ausgesprochen und vollstreckt. Ende Dezember 2010 wurde die letzte zur Vollstreckung anstehende Todesstrafe von Kubas Oberstem Gerichtshof in eine Haftstrafe umgewandelt. Des Weiteren darf die Todesstrafe nicht an unter 20-JĂ€hrigen vollzogen werden sowie an Frauen, die zum Tatzeitpunkt oder zum Zeitpunkt des Strafvollzugs schwanger sind.

Haftbedingungen

Die Situation in den kubanischen GefĂ€ngnissen gilt als unbefriedigend. Insbesondere politische Gefangene berichten regelmĂ€ĂŸig von unzumutbaren Haftbedingungen. Nach Berichten ehemaliger GefĂ€ngnisinsassen sind primitivste Lebensbedingungen, verweigerte medizinische Versorgung, Isolationshaft, Misshandlungen und teilweise Folter an der Tagesordnung. Die Regierung verweigert internationalen Menschenrechtsgruppen und einheimischen unabhĂ€ngigen Organisationen Zugang zu den GefĂ€ngnissen. Zwar behauptet die kubanische Regierung, dass Kuba – abgesehen vom US-Gefangenenlager Guantanamo – frei von Folter sei, unabhĂ€ngige Beobachter wie Amnesty International, das Internationale Rote Kreuz oder den UN-Sonderberichterstatter ĂŒber Folter lĂ€sst man aber seit Jahren nicht ins Land, um die Situation in den GefĂ€ngnissen zu inspizieren.

Im Mai 2012 machte die kubanische Regierung ĂŒber einen Artikel der Tageszeitung Granma erstmals Angaben ĂŒber die Gesamtzahl der HĂ€ftlinge: 57.337. Dies bedeutet einen extrem hohen Anteil von Gefangenen in Relation zur Gesamtbevölkerung (510 pro 100.000), der nach weltweiten Vergleichsstudien nur von sechs Staaten ĂŒbertroffen wird, darunter die USA und Russland. Mögliche GrĂŒnde fĂŒr die hohe Zahl der Gefangenen gab die Regierung nicht an, stattdessen lobte der Zeitungsartikel das kubanische Strafvollzugssystem als vorbildlich: So bilde die Resozialisierung ein zentrales Element des Systems. Die Regierung betreibt hierzu Programme, die es den GefĂ€ngnisinsassen ermöglichen sich fortzubilden, Sport zu betreiben und sich kulturell zu betĂ€tigen. Nach Regierungsangaben nehmen im Jahr 2012 mit etwa 27.000 GefĂ€ngnisinsassen knapp die HĂ€lfte aller Gefangenen des Landes diese Bildungsprogramme in Anspruch, 24.000 besuchen spezialisierte Kurse. Nach diesen Angaben verrichten auch 23.000 Insassen soziale Arbeit auf freiwilliger Basis. Auch Konzerte finden in den GefĂ€ngnissen statt. Nach 49 Jahren des Verbots genehmigte die kubanische Regierung der katholischen Kirche 2008 erstmals die Abhaltung von Weihnachtsgottesdiensten in mehreren GefĂ€ngnissen. Jugendliche zwischen 16 und 18, die straffĂ€llig werden, werden nur in speziellen JugendgefĂ€ngnissen untergebracht, in denen ihnen Bildung zusteht um ihre soziale Reintegration zu fördern. Seit 2007 investiert die kubanische Regierung verstĂ€rkt in die GefĂ€ngnisinfrastruktur, mit dem Ziel, die Haftbedingungen bis 2017 zu verbessern.

Kommunistische Partei Kubas (PCC)

GemĂ€ĂŸ der Verfassung ist die fĂŒhrende Rolle im Staate der Kommunistischen Partei Kubas (Partido Comunista de Cuba) zugewiesen, welche sie gemeinsam mit den Massenorganisationen ausĂŒbt. Sie versteht sich als Avantgarde der kubanischen Nation. Andere Parteien sind nicht zugelassen.

Der PCC hat ĂŒber 600.000 Mitglieder. Die Parteizugehörigkeit fördert den beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg. FĂŒr höhere Positionen in Wirtschaft, MilitĂ€r und Staat ist eine Mitgliedschaft in der Partei Voraussetzung. Am 28./29. Januar 2012 tagte die I. Nationale Parteikonferenz der PCC in Havanna. Grundlage der Konferenz war ein Entwurf vom Oktober 2011, der in ĂŒber 65.000 Treffen der Parteimitglieder diskutiert worden war. Dabei wurden 78 von 96 Punkten modifiziert und fĂŒnf neue in das Dokument aufgenommen. Inhaltlich ging es bei der Konferenz, die sich als Fortsetzung der Politik des VI. Parteitages verstand, um die zukĂŒnftige Rolle der PCC in der kubanischen Gesellschaft sowie um ihren internen Arbeitsstil. Die mehr als 800 Delegierten bekrĂ€ftigten das Festhalten am Einparteiensystem, beschlossen aber gleichzeitig eine Ausweitung der internen Demokratie. Es wurde entschieden, dass die Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe oder religiöser Anschauung bekĂ€mpft werden soll. Außerdem werden hohe Regierungsposten auf eine Amtszeit von zweimal fĂŒnf Jahren beschrĂ€nkt. RaĂșl Castro schloss sich hierbei ausdrĂŒcklich mit ein. Zudem werden Partei- und RegierungsĂ€mter stĂ€rker getrennt werden. Die Partei soll die politische, nicht die juristische FĂŒhrung des Landes sein. Die Medien sollen mit mehr Informationen versorgt werden und die Verbindung zur Jugend gestĂ€rkt werden. In den nĂ€chsten Jahren sollen 20 % der ZK-Mitglieder jungen NachwuchskrĂ€ften Platz machen. Auch wurde der Korruption der Kampf angekĂŒndigt, die ein viel grĂ¶ĂŸerer Feind fĂŒr die Revolution sei als die Sabotageakte der USA.

Versammlungen der Volksmacht

Das parlamentarische System in Kuba besteht aus den sogenannten Versammlungen der Volksmacht (Asamblea del Poder Popular). Sie sind in drei Ebenen aufgeteilt: die Nationalversammlung (Asamblea Nacional del Poder Popular), den Volksversammlungen auf Provinzebene sowie auf der Ebene der Municipios (Landkreise). Die Wahlen dazu bezeichnet die kubanische Regierung als „frei, geheim und gleich“. Kubanische BĂŒrger dĂŒrfen ab einem Alter von 16 Jahren wĂ€hlen und ab 18 Jahre gewĂ€hlt werden.

Auf den beiden oberen Ebenen werden die Kandidaten fĂŒr das jeweilige Parlament durch eine Wahlkommission, gebildet aus Vertretern der sechs Massenorganisationen, ausgewĂ€hlt. Diese stehen gemĂ€ĂŸ Verfassung unter direkter Kontrolle der Kommunistischen Partei (PCC), der die FĂŒhrungsrolle der Gesellschaft zukommt. Die Wahl selbst sollte nach Willen der kubanischen Regierung per Einheitsstimme fĂŒr alle Kandidaten (voto unido) – auf ein Parlamentssitz kommt genau ein Kandidat – stattfinden. Eine weiße Wahl (voto en blanco), also die Wahl keiner der auf dem Stimmzettel stehenden Kandidaten, ebenso wie Streichungen oder Anmerkungen werden als ungĂŒltig gewertet.

Auf kommunaler (munizipialer) Ebene erfolgt die Kandidatenwahl in BĂŒrgerversammlungen, die durch die Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) organisiert werden. Jeder BĂŒrger hat dort das Recht, Kandidaten vorzuschlagen. Abgestimmt ĂŒber diese Kandidaten wird in offener, nicht geheimer Wahl. Nur wer mindestens 50 % der Stimmen in so einer BĂŒrgerversammlung erhĂ€lt, wird als Kandidat bei der Wahl zur Versammlung der Volksmacht zugelassen. Oppositionelle Kandidaten sind praktisch chancenlos.

Die Legislaturperiode betrĂ€gt fĂŒnf Jahre auf nationaler und Provinzebene sowie zweieinhalb Jahre auf kommunaler Ebene. Die gewĂ€hlten Volksvertreter mĂŒssen ihren WĂ€hlern regelmĂ€ĂŸig Rede und Antwort stehen; das Mandat kann ihnen jederzeit wieder entzogen werden. Die WĂ€hler können den Kommunalparlamenten jederzeit VorschlĂ€ge oder Probleme ihrer Gegend unterbreiten. Laut Angaben des kubanischen Parlaments wurden in der Wahlperiode 2010–12 insgesamt 209.000 dieser Eingaben eingereicht, fĂŒr mehr als 60 % konnten Lösungen gefunden werden.

Wahlwerbung ist nur den staatlichen Medien erlaubt, nicht jedoch dem einzelnen Kandidaten. Von ihm werden nur Passfoto und Kurzlebenslauf bekannt gegeben, nicht jedoch seine politischen Positionen oder seine PlĂ€ne in der Politik. Laut kubanischer Regierung soll dies sicherstellen, dass nicht der Kandidat mit dem meisten Geld gewinnt, sondern die gesamte Bevölkerung entsprechend ihrem Anteil sich in den Parlamenten reprĂ€sentiert sieht. Dennoch sind vor allem in höheren Volksvertretungen „Arbeiter, Bauern, Schwarze und niedrige Dienstleitungsberufe“ eher unterreprĂ€sentiert. Und obwohl nur fĂŒnf Prozent der kubanischen Bevölkerung Parteimitglieder sind, liegt deren Anteil bei den Abgeordneten der Asamblea Nacional bei fast einhundert Prozent. TatsĂ€chlich dient das Wahlsystem dazu, die Herrschaft der Revolutionselite um die Castro-BrĂŒder zu sichern.

Die UN-Menschenrechtskommission bewertete die Wahlen in Kuba als undemokratisch, da die Ergebnisse praktisch vorher feststehen.

Opposition

Eine der Regierung und der Kommunistischen Partei gegenĂŒberstehende, organisierte Opposition ist im politischen System Kubas nicht vorgesehen, nicht regierungskonforme Parteien oder Organisationen der Zivilgesellschaft sind illegal.

Die innerkubanische Opposition versucht grundsĂ€tzlich, eine Transformation auf Kuba zu erreichen, dabei bestehen jedoch teilweise große ideologische und strategische Meinungsverschiedenheiten unter konkurrierenden Gruppierungen. Zudem besitzt die Regierung wirksame Instrumente der Kontrolle und Repression (siehe Abschnitt Menschenrechtssituation).

Zu den prominentesten Vertretern der Opposition gehören gegenwĂ€rtig die Menschenrechtsgruppe „Damen in Weiß“, die Organisation UniĂłn PatriĂłtica de Cuba (UNPACU, zu deren FĂŒhrungsmitgliedern die ehemaligen politischen Gefangenen Guillermo Fariñas und JosĂ© Daniel Ferrer gehören) und die vor allem im Ausland beachtete Journalistin und Bloggerin Yoani SĂĄnchez. Eine große Zahl von Regierungsgegnern ist im Exil aktiv, das durch die von der Regierung nicht mehr behinderte Auswanderung kubanischer Oppositioneller weiter Zulauf erhĂ€lt. Politische Äußerungen oder Aktionen von Kubanern im Ausland sind jedoch auf der Insel kaum wahrzunehmen.

Als einzige kubanische Institution hat sich die Katholische Kirche Kubas wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaft RaĂșl Castros in wenigen EinzelfĂ€llen als Vermittlerin zwischen Regierung und Opposition eingesetzt. Das wichtigste Beispiel hierfĂŒr war die Entlassung Dutzender politischer Gefangener, die 2010 in großer Mehrheit gemeinsam mit ihren Familien ins Exil nach Spanien ausgeflogen wurden. Die Kirche bietet innerhalb der eigenen GebĂ€ude, Veröffentlichungen und Veranstaltungen einen eingeschrĂ€nkten Freiraum fĂŒr politische MeinungsĂ€ußerungen, die von der Regierungsposition abweichen können. Diese Äußerungen reichen von geduldeten Demonstrationen der „Damen in Weiß“ auf KirchengelĂ€nde ĂŒber eigene Hirtenbriefe der Bischofskonferenz bis zur Ausrichtung gesellschaftswissenschaftlicher Kolloquien.

Massenorganisationen

Gewerkschaften unter FĂŒhrung der Zentralgewerkschaft Central de Trabajadores de Cuba, Komitees zur Verteidigung der Revolution (ComitĂ©s de Defensa de la RevoluciĂłn, CDR), der Frauenverband und JugendverbĂ€nde, wie die Pionierorganisation JosĂ© MartĂ­, die Jungen Kommunisten und die Föderation der Hochschulstudenten, bilden Massenorganisationen, welche fast jeden Kubaner in das staatliche System einbinden und zugleich sein Sozialverhalten kontrollieren („Augen und Ohren der Revolution“). Die Massenorganisationen sind wie die PCC hierarchisch aufgebaut.

Die Regierung erreicht mit Hilfe der Massenorganisationen eine starke Mobilisierung der Bevölkerung. Bei wochenlangen Demonstrationskampagnen bringt sie beinahe jeden erwachsenen Kubaner mindestens einmal auf die Straße (Rekord: sieben Millionen Teilnehmer). FĂŒr das Verfassungsreferendum 1976 zur Festschreibung des Sozialismus haben die CDR die Unterschriften von fast 93 Prozent der Bevölkerung gesammelt.

Arbeitnehmerorganisationen außerhalb des staatlichen Gewerkschaftsbundes sind verboten.

Politische Indizes

Innenpolitik

Menschenrechtssituation

Viele bĂŒrgerliche und politische Rechte, insbesondere die auf freie MeinungsĂ€ußerung, Presse-, Vereinigungs-, Versammlungs- und Bewegungsfreiheit, werden massiv beschnitten. Es gibt keine unabhĂ€ngige Gerichtsbarkeit. Menschenrechtsvereinigungen sind nicht zugelassen. Die kubanische Verfassung garantiert viele Grundrechte, etwa die Kunstfreiheit, die Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit, nur mit der EinschrĂ€nkung, dass ihre AusĂŒbung nicht gegen die Revolution oder die sozialistischen Ziele gerichtet sein darf. Kuba war und ist das einzige sozialistische Land, in dem die Freimaurerei nicht verboten ist. Es gibt hier etwa 30.000 Freimaurer.

HIV-Infizierte und Homosexuelle wurden in Kuba lange Zeit diskriminiert und HIV-Infizierte unter Haft gewalttĂ€tigen Repressalien ausgesetzt. Zwar habe sich die Situation in den letzten Jahren stark verbessert, dennoch beklagen Betroffene weiterhin Übergriffe der Polizei gegen sexuelle Minderheiten.

Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International dokumentieren insbesondere die politisch motivierte Verhaftung und Verurteilung von Regierungskritikern. Von 75 politischen Dissidenten, die nach ihrer Inhaftierung 2003 zu 28 Jahren Haft verurteilt wurden, saßen 2008 noch 55 in den GefĂ€ngnissen, unter schlechter medizinischer Versorgung und unter Misshandlungen leidend. Mitte 2010 erreichte die Katholische Kirche in Kuba unter VerhandlungsfĂŒhrung von Kardinal Jaime Ortega die Zusage der kubanischen Regierung, alle bis dahin verbliebenen 52, von Amnesty International als gewaltfreie politische Gefangene gefĂŒhrten HĂ€ftlinge freizulassen. Bis Ende 2010 kamen 41 politische Gefangene frei. Bis auf einen wurden alle zusammen mit den engsten Familienangehörigen nach Spanien ausgewiesen, welches sich zur Aufnahme der Dissidenten bereit erklĂ€rte. Ende MĂ€rz 2011 wurden die restlichen Gefangenen der im Rahmen des Schwarzen FrĂŒhlings 2003 festgenommenen Gruppe der 75 freigelassen. Zwei von ihnen wurde gestattet, in Kuba zu bleiben. Am 24. Dezember 2011 kĂŒndigte PrĂ€sident RaĂșl Castro eine Amnestie an, die rund 3000, vor allem nicht politische Gefangene betreffen sollte. Seitdem setzt die kubanische Regierung verstĂ€rkt auf Kurzfestnahmen von Regierungsgegnern. FĂŒnf von Amnesty International als gewaltfreie Gewissensgefangene anerkannte politische Gefangene wurden im Januar 2015 entlassen, drei davon auf BewĂ€hrung. Ein politischer Gefangener saß zu dieser Zeit noch seine einjĂ€hrige Haftstrafe wegen „öffentlicher Störung“ ab. Die Repressionen gegen Oppositionelle gingen jedoch weiter.

UnabhĂ€ngige Journalisten und Menschenrechtsaktivisten werden regelmĂ€ĂŸig belĂ€stigt, eingeschĂŒchtert und vorĂŒbergehend festgenommen. Es wird von Misshandlungen durch Fußtritte und SchlĂ€ge berichtet. Die Haftbedingungen sind hart und fĂŒhren zum Teil zu körperlichen Problemen bei den HĂ€ftlingen. Oppositionelle werden darĂŒber hinaus regelmĂ€ĂŸig sogenannten Actos de Repudio ausgesetzt. Dabei zieht ein organisierter Mob vor dem Haus des Oppositionellen auf und beschimpft ihn und seine Familie stundenlang und lautstark als „WĂŒrmer“ (spanisch: gusanos) und VerrĂ€ter. Teilweise geht dies bis zur straffreien Zerstörung von Eigentum der Betroffenen.

Der institutionelle Rassismus des frĂŒheren Kubas wurde nach dem Sieg der Revolution abgeschafft. Jedoch wurden rassistische Denkweisen und latente Benachteiligung des schwarzen Bevölkerungsteils seitdem nicht ĂŒberwunden. In prestigetrĂ€chtigen FĂŒhrungspositionen oder in Berufen, welche Deviseneinkommen versprechen, beispielsweise im Tourismus, sind Weiße ĂŒberproportional vertreten. Auch bei der Zulassung fĂŒr privates Kleingewerbe oder bei GeldĂŒberweisungen von emigrierten Verwandten im Ausland sind Schwarze indirekt benachteiligt. Die sozialistische FĂŒhrung zögert, dieses Problem anzugehen, da dieses einen Kernaspekt ihrer revolutionĂ€ren LegitimitĂ€t berĂŒhrt. Infolgedessen veröffentlicht das nationale Statistikamt (ONE) Kubas nur wenig Daten ĂŒber die zunehmende sozioökonomische Kluft. Eine wissenschaftliche Umfrage belegt jedoch die strukturelle Benachteiligung der afro-kubanischen Bevölkerung.

Seit Ende 2007 wird vereinzelt öffentliche Kritik an den ZustĂ€nden geduldet. So hatte RaĂșl Castro, damals noch Interimsstaatschef, dazu aufgerufen, ĂŒber die zukĂŒnftige Entwicklung des Landes zu diskutieren, die Kubanerin Yoani SĂĄnchez berichtet in einem Blog aus Kuba öffentlich ĂŒber die Alltagsprobleme der Kubaner. Dennoch habe sich die Menschenrechtssituation gemĂ€ĂŸ Amnesty International in einer Stellungnahme vom August 2013, in der sie fĂŒnf neue Kubaner als gewaltlose Gewissensgefangene benannte, unter RaĂșl Castro nicht signifikant verbessert. Die namentlich bekannten politischen Gefangenen stellten nur „die Spitze des Eisberges“ alltĂ€glicher staatlicher Repressionen dar. Die einzige positive Ausnahme sei das im Januar 2013 in Kraft getretene Migrationsgesetz, welches nun auch Regierungskritikern das Reisen ins Ausland erlaube.

Die sozialen Menschenrechte sind in Kuba teilweise gut umgesetzt. So gilt zum Beispiel das Recht auf Bildung fĂŒr die Region als vorbildlich, ebenso die Gesundheitsversorgung. Der allgemeine Lebensstandard ist hingegen, gemessen nach dem Standard industrialisierter LĂ€nder, auf niedrigem Niveau. Dies betrifft vor allem die Wohnsituation und die Versorgung mit GĂŒtern des tĂ€glichen Bedarfs. Daran trage laut Amnesty allerdings auch das US-Embargo gegen Kuba eine Mitschuld. Der internationale Programmkoordinator des Bevölkerungsfonds der UNO (UNFPA) in Kuba, JesĂșs Robles, hat im Juli 2011 die Arbeit der kubanischen Regierung bei der Förderung und dem Schutz von Frauen, Jugendlichen und Kindern hervorgehoben. Der Staat garantiert MĂŒttern einen Mutterschaftsurlaub mit Lohnausgleich und dem Recht zur anschließenden RĂŒckkehr in den Beruf. Eltern von Neugeborenen bekommen fĂŒr das erste Jahr pro Monat einen voll bezahlten Tag freigestellt, um die Gesundheit des Kindes in der Kinderklinik zu ĂŒberprĂŒfen.

Eines der obersten Ziele der Revolution war die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Im Jahr 1953 gingen 13,9 % der Frauen einer Arbeit nach, im Jahr 1980 waren es 31,1 %, im Jahr 2008 bereits 38 % (siehe Diagramm). Der Frauenanteil bei technischen Berufen betrĂ€gt 65,7 %, der Anteil an weiblichen FĂŒhrungskrĂ€ften 39,1 %. 65 % der Hochschulabsolventen sind weiblich. Dennoch gibt es auch hier einen Unterschied zwischen offiziellem Regierungsdiskurs und gelebter Praxis. Die meisten Frauen sind der belastenden Doppelrolle zwischen Beruf und Haushalt ausgesetzt. Je höher die FĂŒhrungsebene in der Arbeitswelt oder innerhalb der Regierung, desto niedriger wird der Frauenanteil. Im 15-köpfigen PolitbĂŒro war 2012 nur eine einzige Frau vertreten. Unter den einflussreichsten Personen Kubas befindet sich vermutlich keine einzige Frau. Frauenrechtlerinnen beklagen noch heute vorherrschende „Entscheidungsinstanzen, in denen noch immer patriarchale und machistische Muster vorherrschten.“ Diese und andere Probleme werden zwar regelmĂ€ĂŸig auf Konferenzen und Tagungen der Massenorganisationen, beispielsweise des Frauenverbandes FMC, angesprochen und diskutiert, jedoch sind die Möglichkeiten, tatsĂ€chliche tiefgreifende VerĂ€nderungen herbeizufĂŒhren, eng begrenzt. Im Zweifel hat insbesondere auf FunktionĂ€rsebene die Staats- bzw. ParteirĂ€son Vorrang vor der Interessenvertretung.

Am 21. Juni 2010 wurde Kuba in das VizeprĂ€sidium des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen gewĂ€hlt. Der Botschafter Havannas bei der UNO, Rodolfo Reyes RodrĂ­guez wurde fĂŒr das Amt bestimmt.

Im Januar 2013 trat eine international beachtete Reisegesetznovelle in Kraft, die bisher von hohen bĂŒrokratischen HĂŒrden behinderte Auslandsreisen von Kubanern grundsĂ€tzlich stark vereinfachte. Die Maßnahme war lange erwartet worden, seit die Regierung im Mai 2011 bekannt gegeben hatte, die bisherigen restriktiven Bestimmungen zu ĂŒberprĂŒfen. Mit der Reform wurde die fĂŒr Kubaner bisher fĂŒr jede einzelne Auslandsreise notwendige und mit hohen Kosten verbundene Ausreisegenehmigung abgeschafft, fĂŒr die zudem jeweils eine Einladung aus dem Ausland erforderlich war. Außerdem wurde erstmals auch MinderjĂ€hrigen die Möglichkeit zu Auslandsreisen eingerĂ€umt, der zulĂ€ssige Höchstaufenthalt im Ausland auf 24 Monate erweitert und zahlreichen aus Kuba geflohenen Kubanern die bisher verbotene Heimreise nach Ablauf gewisser Fristen grundsĂ€tzlich gestattet. Auch mehrere bisher an der Ausreise gehinderte Oppositionelle konnten das Land ab Februar 2013 fĂŒr zeitweise Auslandsaufenthalte verlassen, wĂ€hrend allerdings anderen die Ausstellung eines Reisepasses auch weiterhin aus politischen GrĂŒnden verweigert wurde. Ein grundsĂ€tzliches Recht auf Ausreise besteht weiterhin nicht. Das Gesetz gab den Behörden die ausdrĂŒckliche Möglichkeit, die Ausreise aus nicht nĂ€her definiertem „öffentlichen Interesse“ zu versagen. Ein Reisepass ist fĂŒr weite Teile der Bevölkerung unerschwinglich: Er kostet 100 CUC, rund fĂŒnf durchschnittliche MonatsgehĂ€lter, und muss alle zwei Jahre zum gleichen Preis verlĂ€ngert werden.

Emigration

Eine legale Ausreise aus Kuba, egal ob zu touristischen Zwecken oder zur Auswanderung, war nur nach einem aufwĂ€ndigen Genehmigungsverfahren möglich, das jedoch mit einer Mitte Januar 2013 in Kraft getretenen Novellierung des Migrationsgesetzes fĂŒr die meisten Kubaner stark vereinfacht und verbilligt wurde. Das kubanische Strafgesetzbuch sieht Haftstrafen von ein bis drei Jahren oder Geldstrafen bei ungenehmigten Ausreisen oder Ausreiseversuchen vor. Bevorzugtes Auswanderungsziel sind die USA.

Insgesamt sind in den Jahren nach dem Sieg der Revolution hunderttausende Kubaner in die USA geflohen. Dies waren in der ersten Welle bis ca. 1962 zu einem hohen Teil Familien der Oberschicht und oberen Mittelschicht Kubas. Danach folgen aber auch viele Angehörige der Mittelschicht und der Arbeiterklasse.

Zu einer großen Emigrationswelle kam es 1980, als ĂŒber US-amerikanische Sender die Nachricht verbreitet wurde, dass die peruanische Botschaft in Havanna Visa fĂŒr die Ausreise nach Peru ausstelle, mit denen eine Weiterreise in die USA möglich sei. In Anbetracht des Ansturms von zehntausenden Ausreisewilligen, die zum Teil seit langem ĂŒber PĂ€sse verfĂŒgten, forderte der peruanische Botschafter Polizeischutz an. Als eine Gruppe diesen Polizeischutz durchbrach, in der Botschaft politisches Asyl beantragte und von den Peruanern nicht ausgeliefert wurde, hob die kubanische Regierung die Abriegelung der peruanischen Botschaft auf. Die unhaltbaren ZustĂ€nde auf dem BotschaftsgelĂ€nde wurden am 17. April dadurch beendet, dass Fidel Castro in einer Rede die Möglichkeit eröffnete, auch ohne Visum mit dem Schiff vom Hafen Mariel aus in die USA auszureisen. Die Schiffe wurden bis zur 12-Meilen-Zone vor die US-amerikanische KĂŒste eskortiert. Bis zum 31. Oktober 1980 verließen ca. 125.000 Kubaner das Land. In einer Rede anlĂ€sslich des 1. Mai 1980 bezeichnete Fidel Castro, unterstĂŒtzt durch entsprechende Sprechchöre des Publikums, die BotschaftsflĂŒchtlinge als arbeitsscheuen Abschaum. Juan Carlos ZaldĂ­var verarbeitete die damaligen Ereignisse im Dokumentarfilm 90 Miles.

Um diese Einwanderungswelle zu beenden, schloss die US-Regierung unter dem PrĂ€sidenten Carter mit der kubanischen Regierung ein Abkommen, das die legale Einreise ĂŒber festgelegte Quoten regeln sollte, aber von der nachfolgenden Reagan-Regierung nicht mehr eingehalten wurde.

Zur bislang letzten großen Auswanderungswelle kam es im August 1994. Am 5. August kam es aufgrund der schwierigen Versorgungssituation wĂ€hrend der Spezialperiode, die im Sommer des Jahres 1994 ihren Höhepunkt erreichte, in Havanna zu den als Maleconazo bekannt gewordenen Unruhen. Zwar deeskalierte die Situation wieder relativ rasch, unter anderem weil der immer noch hochgeachtete und charismatische Regierungschef Fidel Castro persönlich erschien, um die Situation zu beruhigen, jedoch wies Castro am 7. August die Aufhebung der KĂŒstenĂŒberwachung an und löste damit erneut eine große Massenflucht aus Kuba aus, die auch als Balsero-(FlĂ¶ĂŸer-)Krise bekannt ist und wĂ€hrend der wohl mehr als 33.000 Kubaner in die USA flĂŒchteten.

Die Vereinigten Staaten unter der Regierung von Bill Clinton handelten daraufhin mit Kuba ein Migrationsabkommen aus. Die USA erklĂ€rten sich bereit, jedes Jahr 20.000 Visa auszustellen, die eine legale Einwanderung ermöglichen. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA, alle illegalen FlĂŒchtlinge, die sie auf See aufgreifen, unverzĂŒglich wieder nach Kuba abzuschieben (wet feet, dry feet policy). Die tatsĂ€chliche Zahl der ausgestellten Visa lag jedoch meist deutlich darunter. 2007 waren es 15.000.

Seit 1962 durften kubanische Auswanderer den grĂ¶ĂŸten Teil ihres Besitzes weder verkaufen noch ins Ausland mitnehmen, auch bei Überschreitung der genehmigten Dauer eines vorĂŒbergehenden Auslandsaufenthaltes wurde zurĂŒckgelassenes Eigentum verstaatlicht. Diese Bestimmungen erloschen mit Inkrafttreten des novellierten Migrationsgesetzes Mitte Januar 2013.

Insgesamt verließen ĂŒber eine Million Kubaner seit der Revolution ihre Heimat.

Außenpolitik

VerhÀltnis zu den USA

Die USA unterstĂŒtzten gegen Ende der 1950er Jahre eine Gruppe von Exil-Kubanern, welche die neue Regierung militĂ€risch beseitigen wollte, und im April 1961 die erfolglose Invasion in der Schweinebucht durchfĂŒhrten. In Folge wurde seitens der USA eine umfassende Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen Kuba durchgesetzt, die als Reaktion auf Enteignung von US-BĂŒrgern in Kuba dargestellt wurde. Mit dem 1992 erlassenen Torricelli Act wurde eine VerschĂ€rfung der Sanktionen vorgenommen, gefolgt von dem 1996 in Kraft getretenen Helms-Burton Act.

Das Embargo wird von den Vereinten Nationen verurteilt. Die UN-Generalversammlung verabschiedet seit 1992 jĂ€hrlich eine Resolution, welche die Aufhebung aller Sanktionen gegen Kuba fordert – zuletzt im Oktober 2011: 186 Stimmen dafĂŒr, zwei Gegenstimmen (USA und Israel), drei Enthaltungen (die Marshall-Inseln, Mikronesien, und Palau).

Im Jahr 2000 wurde von US-Seite das Embargo hinsichtlich des Verbots des Nahrungsmittel- und Medikamentenexport durch den Trade Sanctions Reform and Export Enhancement Act (Gesetz zur Reform der Handelssanktionen und Exportverbesserungen) stark gelockert. Viele andere HandelsbeschrĂ€nkungen blieben jedoch bestehen. Die bisher fĂŒr Kuba durch die Blockade entstandenen SchĂ€den werden von Kubas Regierung mit ca. 89 Mrd. US-Dollar angegeben. Von kubanischen Oppositionellen und anderen Kritikern der kubanischen Regierung wird die Wirkung des US-Handelsembargos jedoch stark bezweifelt. Es diene im Gegenteil nur als Vorwand, um die „völkerrechtswidrigen VerhĂ€ltnisse“ zu rechtfertigen, deren Hauptursache in der „kollektiven Produktionsweise“ liege. Der Historiker Michael Zeuske geht davon aus, dass die kubanische Regierung, trotz der massiven wirtschaftlichen SchĂ€den, nicht an einer Aufhebung des Embargos interessiert sei, sonst wĂŒrde es wohl schon lĂ€ngst nicht mehr existieren. TatsĂ€chlich sichere es durch eine Polarisierung des Nationalbewusstseins der kubanischen Bevölkerung bis heute das Überleben der Castro-Regierung. Auch RaĂșl Castro lehnt eine einseitige Schuldzuweisung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Kubas an die „Blockade“ ab. Vielmehr seien strukturelle Probleme der staatlichen Zentralwirtschaft dafĂŒr verantwortlich, wie er zum Beispiel im Dezember 2010 in einer Rede vor der Nationalversammlung anmerkte.

Trotz des Embargos sind die USA inzwischen ein wichtiger Handelspartner Kubas, bei den Importen liegen sie inzwischen an sechster Stelle. Der kubanische Staat importiert jĂ€hrlich Nahrungs- und Futtermittel im Wert einer halben Milliarde Dollar aus den USA. Durch Geldsendungen exilkubanischer Gemeinden in den USA an ihre Familienangehörigen fließen der kubanischen Volkswirtschaft jĂ€hrlich ca. eine Milliarde US-Dollar zu, was in etwa den Einnahmen der kubanischen Tourismusindustrie entspricht. FrĂŒhere, zuletzt von PrĂ€sident George W. Bush abgesenkte Obergrenzen fĂŒr Geldsendungen von US-BĂŒrgern an direkte Familienangehörige in Kuba wurden 2009 von PrĂ€sident Obama aufgehoben.

Die US-Regierung unterstĂŒtzt Teile der Opposition in Kuba. Im Jahr 2006 waren 15 Millionen US-Dollar im Haushalt zur UnterstĂŒtzung von kubanischen Oppositionsgruppen und exilkubanischen Organisationen in Miami vorgesehen (Quelle: USAID Kuba-Programm), die zum Teil unmittelbar von der US-amerikanischen Interessenvertretung in Havanna an die Zielorganisationen ausgezahlt werden oder ĂŒber die Exilorganisationen in Miami verteilt werden. Im Jahr 2014 wurde bekannt, dass die USA zwischen 2010 und 2012 mittels des Mikroblogging-Dienstes ZunZuneo versuchten, ein von der kubanischen Regierung nicht kontrolliertes Kommunikationsnetzwerk aufzubauen, das langfristig auch als Werkzeug zur Koordination regierungsfeindlicher Aktionen geplant war.

Im Dezember 2014 wurde eine neue Phase der bilateralen Beziehungen eingeleitet. Man vereinbarte einen Gefangenenaustausch unter anderem zwischen dem USAID-Mitarbeiter Alan Gross und den drei noch verbliebenen Miami Five. Des Weiteren wurde eine Neuaufnahme der diplomatischen Beziehungen angekĂŒndigt.

Ende Mai 2015 gab man bekannt, dass die USA in Havanna in KĂŒrze eine Botschaft eröffnen werden. Kuba wird von der Liste der Terrorismus unterstĂŒtzenden Staaten gestrichen, auf der es bislang stand. Damit entfallen zahlreiche Sanktionen gegen das Land. Am 20. Juli 2015 nahmen beide LĂ€nder wieder offizielle diplomatische Beziehungen auf. Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Havanna wurde am 14. August 2015 offiziell wieder eröffnet. Seit dem 17. September hat Kuba mit dem bisherigen Leiter der kubanischen Interessenvertretung wieder offiziell einen Botschafter in den USA.

BĂŒndnispartner und Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Kuba steht in einem engen BĂŒndnis mit dem vom verstorbenen PrĂ€sidenten Hugo ChĂĄvez geprĂ€gten Venezuela. Das Land liefert Öl unter Weltmarktpreisen an Kuba. DafĂŒr schickt Kuba medizinisches Personal und Helfer fĂŒr die Alphabetisierung nach Venezuela. 2006 wurden wĂ€hrend der Operation Milagro tausende Venezolaner in Kuba operiert. Ein gemeinsames Projekt ist auch die Bolivarianische Alternative fĂŒr Amerika (ALBA). Gute Beziehungen verbinden Kuba auch mit dem in der Vergangenheit von Evo Morales regierten Bolivien und mit der Volksrepublik China. Am 29. April 2006 unterzeichneten die PrĂ€sidenten der Staaten Kuba, Venezuela und Bolivien den Handelsvertrag der Völker. Im Dezember 2008 trat Kuba der Rio-Gruppe bei. Kuba ist auch Mitglied der CELAC. Ebenfalls pflegt Kuba freundschaftliche Beziehungen mit Vietnam und Nordkorea, mit letzterem insbesondere auch auf militĂ€rischem Gebiet.

Kuba ist Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten.

Kubanische Auslandsengagements

Von Anfang an waren die kubanischen RevolutionĂ€re internationalistisch und global ausgerichtet und wollten die Revolution auf möglichst viele andere LĂ€nder ausbreiten. Obwohl Kuba noch selbst ein Entwicklungsland war, engagierte sich die Regierung in afrikanischen, lateinamerikanischen und asiatischen LĂ€ndern auf militĂ€rischem, medizinischem und pĂ€dagogischem Gebiet. Ab Mitte der 1960er-Jahre rĂŒckte Afrika ins Zentrum der außenpolitischen AktivitĂ€ten, wo afrikanische RevolutionĂ€re wie Patrice Lumumba, AmĂ­lcar Cabral und Agostinho Neto (siehe auch Kubanischer MilitĂ€reinsatz in Angola) die Kubaner um UnterstĂŒtzung fĂŒr ihre Bewegungen baten. So unterstĂŒtzten sie diplomatisch und mit militĂ€rischen Mitteln auch z. B. die sĂŒdafrikanischen Befreiungstruppen beim Sturz des Apartheidregimes.

Trotz eigener wirtschaftlicher Probleme unterstĂŒtzt Kuba andere Entwicklungsnationen insbesondere im medizinischen Bereich. Im Rahmen der OperaciĂłn Milagro („Wunder“) werden Augenoperationen fĂŒr Menschen aus EntwicklungslĂ€ndern auf Kuba durchgefĂŒhrt. Bis Mai 2009 wurden 24.000 ukrainische Kinder, Opfer des Atomunfalls in Tschernobyl, in Kuba kostenlos behandelt. Die Kosten dafĂŒr werden auf etwa 350 Millionen US-Dollar allein fĂŒr die Medikamente geschĂ€tzt.

Im Auslandseinsatz waren bzw. sind kubanische Ärzte und Krankenschwestern in der Regel fĂŒr zwei Jahre (unter UmstĂ€nden auch per Jahresvertrag) tĂ€tig, vor allem in anderen lateinamerikanischen LĂ€ndern, u. a. in Haiti, Venezuela, Bolivien, Zentralamerika und seit 2013 – im Rahmen des Programmes „Mais MĂ©dicos“ (mehr Ärzte) zur Versorgung lĂ€ndlicher Regionen – in Brasilien. Dazu kommen EinsĂ€tze zur Katastrophenhilfe, u. a. nach den Erdbeben 2005 in Kaschmir und 2008 in Pakistan. Nach der Erdbebenkatastrophe von 2010 und zur BekĂ€mpfung der Cholera-Epidemie wurden rund 1200 kubanische Mediziner und Helfer nach Haiti entsandt. Im Oktober 2014 schickte Kuba 165 Ärzte und Krankenpfleger nach Sierra Leone, um die Ebola-Seuche zu bekĂ€mpfen. Jedoch wird die QualitĂ€t der kubanischen Massenausbildung an Medizinern international zunehmend infrage gestellt.

Kubanische Auslandsengagements stellen eine wichtige Quelle fĂŒr Deviseneinnahmen dar. Die jĂ€hrlichen Einnahmen werden auf rund 4,6 Milliarden US-Dollar geschĂ€tzt. Normalerweise verlangt Kuba fĂŒr einen im Ausland tĂ€tigen Arzt vom Gastgeberland rund 2500 Dollar pro Monat; Brasilien zahlt rund 4000 Dollar monatlich. Die Löhne der kubanischen BeschĂ€ftigten werden unmittelbar an die kubanische Regierung ĂŒberwiesen, die bis zu 93 % der Zahlungen einbehĂ€lt, so eine Studie der Ärzteorganisation „Solidaridad Sin Fronteras“ (SolidaritĂ€t ohne Grenzen). In Brasilien verbleiben den kubanischen Ärzten und Pflegern gut 10 % ihres Lohnes. Infolgedessen „desertieren“ mehr und mehr kubanische Mediziner in Brasilien und vor allem aus Venezuela, wo mehr als 10.000 von ihnen eingesetzt sind (Stand 2015). Hunderte, wenn nicht mehr als 1000 von ihnen sind aus dem Dienst in Venezuela nach Kolumbien geflĂŒchtet. Auch die wĂ€hrend der COVID-19-Pandemie in etwa 60 LĂ€nder entsandten Ärzte arbeiten unter sklavenĂ€hnlichen Bedingungen, da nur ein winziger Teil des von den Gastgebern bezahlten Geldes in ihre Taschen fließt. Die UN bewerten die EinsĂ€tze deshalb potenziell als „moderne Sklaverei“.

Haiti sei einer der wenigen Staaten, die fĂŒr Kubas medizinische Dienstleistungen nicht bezahlen mĂŒssen. Insofern die kubanischen Ärzte in Haiti durchweg in von auslĂ€ndischen Hilfswerken finanzierten Projekten arbeiten, sind es dort jene Hilfswerke, die fĂŒr die Kosten aufkommen.

Kubas medizinisches Hilfsprogramm wurde 2015 von John Kirk, Professor fĂŒr lateinamerikanische Studien der Dalhousie University Halifax in Kanada, fĂŒr den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Bildung

Bildung ist in Kuba kostenlos und es besteht eine 9-jÀhrige Schulpflicht. Kuba hat ein dreigeteiltes Bildungssystem, das aus Grund-, Mittel- und Oberschule besteht.

Kubas Bildungssystem gehört zu den besten in Lateinamerika und dies sowohl vor als auch nach der Revolution. 2001 lagen die kubanischen SchĂŒler der vierten und fĂŒnften Klasse bei einem Test der UNESCO weit vor den anderen lateinamerikanischen LĂ€ndern. Die Einschulungsquote liegt bei 100 Prozent, Analphabetismus geht gegen null. Nach dem UNESCO-Education for All Development Index gehört Kuba zu den hochentwickelten LĂ€ndern der Welt im Bildungsbereich mit einer gut ausgebildeten Bevölkerung.

In den letzten Jahren herrscht jedoch ein immer akuter werdender Lehrermangel. Viele Lehrer arbeiten, trotz ihrer guten Ausbildung, genauso wie zahlreiche Ärzte und andere Hochqualifizierte, lieber im Tourismussektor, weil allein das Trinkgeld ein Vielfaches eines kubanischen Gehalts betrĂ€gt. Auch verleiht Kuba viele Lehrer, als Ausgleich fĂŒr verbilligtes Öl aus Venezuela, an verschiedene befreundete Staaten Lateinamerikas, um dort beim Aufbau eines funktionierenden Bildungssystems zu helfen. Diesen Lehrermangel versucht die kubanische Regierung mit sogenannten „Nothilfelehrern“, 16- bis 18-jĂ€hrigen SchulabgĂ€ngern, die in Schnellkursen auf ihre Aufgaben vorbereitet werden, und durch Teleklassen, also Unterricht per Videokassette, zu kompensieren. Außerdem sollen schon pensionierte Lehrer wieder in den aktiven Schuldienst gelockt werden. Der Anteil der jungen Notstandslehrer sei inzwischen auf knapp 50 Prozent gestiegen, was einen qualifizierten Unterricht nahezu unmöglich mache. Dennoch gibt es auch in jĂŒngster Zeit immer wieder AnsĂ€tze, das Bildungssystem zu erhalten und effizienter zu gestalten.

Durch eine Initiative zur Förderung der Kultur werden im Zeitraum 2011–2012 mehr als zwei Millionen SchĂŒler Theater-, Musik-, Zeichen- und anderen kĂŒnstlerischen Unterricht erhalten. Zudem gab es in den letzten Jahren Lohnerhöhungen fĂŒr die LehrkrĂ€fte des Landes.

Das Schulwesen steht fĂŒr Jungen auch im Dienst vormilitĂ€rischer Ausbildung, Ă€ltere SchĂŒler lernen den Umgang mit Waffen. Die Lehrer mĂŒssen jĂ€hrlich jeden SchĂŒler und auch dessen Eltern nach der politischen Ausrichtung und den politischen AktivitĂ€ten schriftlich beurteilen.

Das Studium auf Kuba ist kostenlos, allerdings mĂŒssen alle Studenten nach ihrem Abschluss drei Jahre lang fĂŒr den Staat einen Sozialdienst ableisten. In Kuba ist der Frauenanteil unter den Studenten höher als in jedem anderen lateinamerikanischen Land. Ebenso schneiden kubanische Studenten in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Sprachen besser ab als ihre Kommilitonen in Lateinamerika.

Teil des kubanischen Bildungswesens ist auch, dass SchĂŒler und Studenten regelmĂ€ĂŸig in Landinternate geschickt werden, wo sie neben ihrer Ausbildung unbezahlt in der Landwirtschaft arbeiten.

Gesundheitswesen

Der kubanische Staat garantiert jedem kubanischen BĂŒrger eine medizinische Versorgung. Die medizinische Behandlung ist fĂŒr Kubaner grundsĂ€tzlich kostenlos, fĂŒr Medikamente aus der Apotheke mĂŒssen die Patienten eine Zuzahlung leisten. Viele Arzneimittel sind nur gegen Dollar erhĂ€ltlich.

Das kubanische Gesundheitssystem zeichnet sich durch eine gute Vorsorge, eine hohe Ärztedichte (theoretisch 160 Einwohner je Arzt, ein Drittel davon ist jedoch im Ausland tĂ€tig) und eine hohe Integration (Polikliniken) aus. Jede Siedlung verfĂŒgt ĂŒber einen sogenannten „Familienarzt“. FamilienĂ€rzte residieren in GebĂ€uden, die im gesamten Land einem identischen Bauplan folgen. In diesen befinden sich sowohl die Praxis als auch die Wohnung des Arztes, was eine VerfĂŒgbarkeit von 24 Stunden gewĂ€hrleisten soll.

Die SĂ€uglingssterblichkeit ist eine der niedrigsten (2010, 4,5 SĂ€uglinge pro 1000 Geburten) und die Lebenserwartung eine der höchsten auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Laut dem kubanischen Arzt und Dissidenten Darsi Ferrer wird diese Zahl allerdings durch eine außerordentlich hohe Zahl von Abtreibungen von Risikoschwangerschaften erreicht. 99,9 % der kubanischen Kinder werden in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitssystems geboren. Nach Angaben von UNICEF entspricht die Abdeckung und QualitĂ€t von kinder- und mĂŒtterfreundlichen KrankenhĂ€usern in Kuba den weltweit höchsten Standards. Die UN-Kinderrechtskonvention ist laut dem UNICEF-Vertreter fĂŒr Kuba, JosĂ© Juan Ortiz BrĂș, in diesem Land am besten umgesetzt.

Nach einem Bericht der WHO aus dem Jahr 2012 gehört Kuba zu den LĂ€ndern mit der weltweit niedrigsten Tuberkuloserate, es kommen 7 FĂ€lle auf 100.000 Einwohner. Auch wurde weiter in den Arbeitsschutz investiert. So sank die Anzahl der ArbeitsunfĂ€lle pro 1000 Arbeiter in Kuba von 5,2 im Jahr 1999 auf 1,6 im Jahr 2011 (Deutschland: 25,8 pro 1000 Arbeiter). Laut einem Ranking der NGO Save the Children ist Kuba das lateinamerikanische Land, das MĂŒttern die besten Bedingungen bietet. Die Studie berĂŒcksichtigte Faktoren wie die allgemeinen Bedingungen des Gesundheitswesens, das Bildungsniveau sowie den wirtschaftlichen und politischen Status der MĂŒtter. Des Weiteren wurde der Wohlstand der Kinder beachtet, die Sterblichkeitsrate unter fĂŒnf Jahren und der prozentuale Anteil der unterernĂ€hrten Kinder.

Jedoch gibt es Probleme: Zwar hat Kuba theoretisch eine der höchsten Ärztedichten der Welt, aber viele medizinische Einrichtungen sind baufĂ€llig und die medizinischen GerĂ€te oft veraltet und in schlechtem Zustand. Auch fehlen hĂ€ufig wichtige Medikamente, und die hygienischen VerhĂ€ltnisse lassen zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Es kommt in den Polikliniken zu langen Wartezeiten, weil etwa 40.000 Ärzte im Ausland arbeiten und dem Staat damit pro Jahr 6 Milliarden Euro bringen. Die Zahl der FamilienĂ€rzte sank zwischen 2009 und 2014 um 62 %, von ĂŒber 32.000 auf unter 13.000. Die Ärzte sind nicht höher bezahlt als andere Arbeiter und Angestellte und erhalten nur einen Bruchteil dessen, was sie das Ausland kosten, als Lohn ausbezahlt. Ein verlĂ€sslicher Rettungsdienst existiert nicht. Außerdem mangelt es an Medikamenten wie Antibiotika und an medizintechnischer AusrĂŒstung in Chirurgie und Zahnmedizin. Vorhandene medizinische Infrastruktur ist nur bedingt nutzbar. In der Ausbildung der Ärzte an moderner High-Tech-Medizin gibt es große Defizite.

Die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus in Kuba stellt das Gesundheitssystem der sozialistischen Karibikinsel auf die Probe. UrsprĂŒnglich von Touristen und aus dem Ausland zurĂŒckreisenden Kubanern auf die Insel gebracht, hat sich das Virus rasch ĂŒber die ganze Insel verbreitet; Mitte April wurden rund 1.000 FĂ€lle von Infizierungen gezĂ€hlt. Das Land verfĂŒgt ĂŒber ein breites Gesundheitssystem mit einer sehr hohen Ärztedichte (COVID-19-Pandemie in Kuba). Die oben genannten Probleme werden durch die aktuelle Lage verschĂ€rft. Hinzu kommen teils dramatische VersorgungsengpĂ€sse, auch bei sanitĂ€ren Produkten oder der Wasserversorgung. Aufgrund der hohen Altersstruktur gilt rund ein Viertel der Bevölkerung als Risiko-Gruppe. Trotz der kritischen Lage auf der Insel selbst hat Kuba Ärzte-Brigaden zur BekĂ€mpfung der COVID-19-Epidemie in eine Reihe von LĂ€ndern entsandt, unter anderem nach Norditalien und in zahlreiche Karibikstaaten. FĂŒr diese Hilfe haben hunderte Akademiker und Parlamentarier sowie Dutzende Menschenrechts- und Hilfsorganisationen diese so genannte Henry-Reeve-Brigaden fĂŒr den Friedensnobelpreis 2021 nominiert.

MilitÀr und Zivilverteidigung

Die RevolutionĂ€ren StreitkrĂ€fte Kubas (Fuerzas Armadas Revolucionarias – FAR) umfassten 2019 ca. 50.000 Mann. Es besteht Wehrpflicht fĂŒr MĂ€nner. Die Zahl der Angehörigen der regulĂ€ren StreitkrĂ€fte ist seit dem Ende des Kalten Krieges stark gesunken. Damals betrug deren StĂ€rke rund 300.000 Mann. Allein im Angola-Konflikt wurden 430.000 kubanische Soldaten eingesetzt. Kein anderes lateinamerikanisches Land engagierte sich militĂ€risch derart stark außerhalb des eigenen Kontinents.

Weiterhin gibt es die rund eine Million Mann starken paramilitĂ€rischen Milizen zur Territorialverteidigung (MTT – Milicias de Tropas Territoriales). Deren Angehörige sind Zivilisten und haben in ihren Wohn- und Arbeitsgebieten Zugang zu Waffen. Sie sind fĂŒr einen Guerillakrieg gegen mögliche Invasoren ausgebildet und bilden in Kriegszeiten einen Teil der militĂ€rischen StreitkrĂ€fte, mit der Aufgabe die gegnerischen KrĂ€fte zu binden und damit den Einheiten der regulĂ€ren Armee Zeit zur Mobilmachung zu geben.

Der Armee untersteht ebenfalls die Zivilverteidigung. Eigentlich zur Organisation der Bevölkerung im Verteidigungsfall eingerichtet, bestehen die heutigen Hauptaufgaben darin, die Bevölkerung vor den Folgen von Naturereignissen, insbesondere den jĂ€hrlich auftretenden Hurrikanen zu schĂŒtzen. Dies geschieht sehr effizient, so dass trotz teilweise immenser SachschĂ€den normalerweise kaum Menschen zu Schaden kommen.

Wirtschaft

Allgemeines

Kuba zĂ€hlte vor der Revolution, gemĂ€ĂŸ Pro-Kopf-BIP, zu den reichsten LĂ€ndern Lateinamerikas. Seit den 1870er Jahren waren die Einkommen unter den höchsten in SĂŒdamerika. Seine Infrastruktur, wie zum Beispiel das Verkehrs- und Telekommunikationsnetz, war auf dem modernsten Stand. Auch das Gesundheits- und Schulwesen konnte sich mit den Staaten der Ersten Welt messen. Kuba war der weltweit grĂ¶ĂŸte Exporteur von Zucker, und die Vereinigten Staaten kauften jĂ€hrlich eine große und garantierte Menge Zucker zu festgesetzten Preisen auf. Jedoch herrschten riesige Ungleichgewichte hinsichtlich der Verteilung des Volksvermögens sowohl zwischen den sozialen Schichten als auch zwischen Stadt und Land, insbesondere zwischen der Hauptstadt Havanna und den östlichsten Teilen des Landes. Der Einfluss von US-Direktinvestoren auf die kubanische Volkswirtschaft war zwar nach wie vor recht groß, jedoch stetig rĂŒcklĂ€ufig.

Heute ist Kuba eine der letzten bestehenden sozialistischen Volkswirtschaften. Nach dem Ende der Sowjetunion kam es mit dem Wegfall des wichtigsten Handelspartners Kubas 1991 zu einer ökonomischen Krise (genannt perĂ­odo especial en tiempo de paz = besondere Periode in Friedenszeiten; kurz: perĂ­odo especial/Sonderperiode), die bis heute andauert. Die RGW-Staaten hatten Kubas landwirtschaftliche Produkte ĂŒber dem Marktpreis gekauft und Finanzhilfen geleistet, allein die Sowjetunion zahlte zuletzt 5 Milliarden Dollar jĂ€hrlich.

Wegen der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde der US-Dollar ab 1993 offizielles Zahlungsmittel neben dem Peso. Seit dem 8. November 2004 war der US-Dollar durch den Peso convertible ersetzt, bis dieser 2021 abgeschafft wurde.

Die desolate Wirtschaftslage zwang die Regierung zu marktwirtschaftlichen Reformen, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Es entstand neben der Planwirtschaft ein zweiter Wirtschaftsbereich mit marktwirtschaftlichen Elementen. Erstmals wurden Familien- und Einpersonenbetriebe (trabajo de cuenta propia – Arbeit auf eigene Rechnung) zugelassen, einige Staatsbetriebe wurden nach betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen gefĂŒhrt und Bauern durften einen Teil ihrer produzierten Waren selbst verkaufen. SpĂ€ter wurden diese vorsichtigen Reformen Richtung Marktwirtschaft zwar nicht vollstĂ€ndig rĂŒckgĂ€ngig gemacht, jedoch wurde die Vergabe von Lizenzen deutlich restriktiver gehandhabt. Auch viele bestehende Familienbetriebe konnten die zunehmend restriktiveren Auflagen nicht mehr erfĂŒllen und mussten schließen.

Zur Nutzung auslĂ€ndischen Investitionskapitals wurden Joint Ventures mit kubanischen Staatsunternehmen gegrĂŒndet, wobei letztere ihrerseits aufgrund der strategischen Wichtigkeit vom MilitĂ€r kontrolliert werden. Die Joint-Ventures mit auslĂ€ndischen Firmen unterliegen BeschrĂ€nkungen. Sie dĂŒrfen ihre kubanischen Mitarbeiter nicht selbst aussuchen und mĂŒssen deren Lohn in Dollar an die Regierung zahlen. Die Mitarbeiter erhalten den normalen kubanischen Lohn in Pesos. Ein Großteil des Lohnes wird so abgefĂŒhrt.

Im September 2010 kĂŒndigte die kubanische Regierung umfassende Reformen an, um mit einer graduellen Ausweitung von Marktmechanismen und selbstĂ€ndiger Arbeit den strukturellen Wirtschaftsproblemen zu begegnen. Dieser von RaĂșl Castro als alternativlos dargestellte Kurs, der an die Reformpolitik Chinas und Vietnams erinnert, wurde von der Nationalversammlung im Dezember 2010 bekrĂ€ftigt. Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem die Entlassung von 500.000 Staatsbediensteten, mehr als zehn Prozent des im Staatssektor beschĂ€ftigten Personals, bis MĂ€rz 2011. Arbeitslosengeld in Höhe von bis zu 60 % des Basismonatslohns gibt es nur fĂŒr langjĂ€hrig BeschĂ€ftigte, jedoch je nach BeschĂ€ftigungsdauer maximal fĂŒnf Monate. Insgesamt gebe es laut RaĂșl Castro beim Staat einen Überhang von gut einer Million BeschĂ€ftigten. Dennoch fehlen insbesondere in der Landwirtschaft, im Bauwesen und in der Industrie zahlreiche Arbeiter. Auch bei den Akademikern gebe es Fehlentwicklungen. Es wurde zu viel gegen den volkswirtschaftlichen Bedarf ausgebildet, was nun korrigiert werden mĂŒsse. Der Zugang zu UniversitĂ€ten soll erschwert, das Niveau des Hochschulstudiums angehoben werden. Jedoch wird der Mangel an qualifizierten Lehrern beklagt, um FachkrĂ€fte bedarfsgerecht auszubilden. Weiterhin hofft die Regierung, dass zahlreiche der Entlassenen nun in der Privatwirtschaft Anstellung finden. Dazu wurden die Bedingungen fĂŒr das Arbeiten auf eigene Rechnung gelockert – es dĂŒrfen jetzt auch familienfremde Angestellte beschĂ€ftigt werden – und die möglichen Branchen auf zum Beispiel Schönheitssalons und Friseure erweitert. Mit Genehmigung der Regierung haben sich bis Mitte 2011 rund 310.000 BeschĂ€ftigte selbstĂ€ndig gemacht, die meisten davon in Lebensmittelproduktion und -verkauf. FĂŒr den aufstrebenden privatwirtschaftlichen Sektor dienen vor allem RĂŒckĂŒberweisungen von Familienangehörigen aus dem Ausland als Startkapital. Dadurch ergibt sich eine strukturelle Benachteiligung der Afro-Kubaner, welche deutlich weniger Familienangehörige im Ausland haben. So werden die lukrativsten GeschĂ€ftszweige wie Restaurants und UnterkĂŒnfte insbesondere von "Weißen" gefĂŒhrt. WĂ€hrend die offizielle Arbeitslosenquote bei rund 2,5 Prozent liegt, schĂ€tzen selbst regierungsnahe Gewerkschafter, dass die tatsĂ€chliche Erwerbslosenquote beim Zehnfachen, nĂ€mlich bei rund 25 Prozent liegen dĂŒrfte. WĂ€hrend der halbjĂ€hrlich stattfindenden Parlamentssitzung im Juli 2014 zeigte sich die Regierung jedoch enttĂ€uscht von den bisherigen Ergebnissen. Das Wirtschaftswachstum hatte nicht ihren Erwartungen entsprochen.

An den geplanten Wirtschaftsreformen gab es von Seiten der Experten zahlreiche Bedenken. Zum einen wurde bezweifelt, dass diese nur halbherzige Öffnung in Richtung Marktwirtschaft bei möglichst gleichbleibender zentralstaatlicher Kontrolle auf Dauer funktioniert. Außerdem stand der geplanten Freisetzung von bis zu 50 Prozent der staatlichen ArbeitsplĂ€tze kein adĂ€quates Angebot im Privatsektor gegenĂŒber, in dem sich die entlassenen Arbeiter und Angestellten eine neue BeschĂ€ftigung suchen sollen. Dort blieben nĂ€mlich nur rund 180 relativ einfache BetĂ€tigungsfelder erlaubt, sodass dort MĂ€nner wie Frauen zum großen Teil weit unter ihrer Qualifikation arbeiten wĂŒrden.

Kuba ist auf Betreiben der USA aus dem von IWF und Weltbank beherrschten internationalen Finanzsystem praktisch ausgeschlossen. Auch ein Kooperationsabkommen mit der EU ist bisher nicht zustande gekommen. Kuba hatte 1999 entsprechende Verhandlungen einseitig abgebrochen. Dennoch blieb die EU zunÀchst einer der wichtigsten Handelspartner Kubas. Im Jahre 2000 stammten mehr als die HÀlfte sowohl der Direktinvestitionen als auch der Importe von EU-LÀndern. Inzwischen sind Venezuela und China die wichtigsten Handelspartner und Kreditgeber Kubas.

Kuba befindet sich seit etwa 2009 in einer extremen Wirtschaftskrise, bedingt durch die Hurrikansaison 2008 und Kubas ineffiziente Wirtschaft. Im Unterschied zu frĂŒher werden seit dem Amtsantritt von RaĂșl Castro auch in offiziellen Diskursen der kubanischen Regierung, insbesondere vom Regierungschef selber, nicht mehr externe UmstĂ€nde wie US-Blockade oder ungĂŒnstiger Weltmarkt als Hauptursache der wirtschaftlichen Probleme genannt, sondern es wird mehr auf strukturelle Probleme der zentral gelenkten Staatswirtschaft verwiesen. Vor allem gelte es, Misswirtschaft und Korruption in den staatlichen Betrieben zu bekĂ€mpfen. Durch die 2018 auch von RaĂșl Castro angestrebte und 2019 vom Volk gebilligte VerfassungsĂ€nderung sollte es in Kuba im begrenzten Rahmen wieder Formen des Privateigentums geben, zudem sollte damit die Ehe fĂŒr alle geöffnet werden.

WĂ€hrung

In Kuba gab es bis Ende 2020 zwei offizielle WĂ€hrungen, der Peso Cubano (CUP oder MN fĂŒr Moneda Nacional) als die ursprĂŒngliche WĂ€hrung, in der die staatlichen Löhne ausgezahlt und die wesentlichen einheimischen Grundnahrungsmittel und einfachen Dienstleistungen bezahlt werden, sowie den Peso convertible (CUC), der als Ersatz-DevisenwĂ€hrung direkt an den Wert des US-Dollars gekoppelt ist und insbesondere fĂŒr importierte Waren und höherwertige Dienstleistungen erforderlich ist. Seit dessen EinfĂŒhrung nimmt die Zahl der Artikel des tĂ€glichen Gebrauchs zu, die nur noch in CUC und damit zu Preisen verkauft werden, die fĂŒr Verbraucher ohne direkten Zugang zu Devisen schwer erschwinglich sind. Die Nachfrage nach Waren des tĂ€glichen Bedarfs fĂŒr nationale WĂ€hrung ĂŒbersteigt auch nach offiziellen Angaben deutlich das Angebot.

Das seit MĂ€rz 2005 staatlich festgelegte TauschverhĂ€ltnis war 1:24 beim Kauf von kubanischen Pesos fĂŒr CUC und umgekehrt 25:1 wenn man kubanische Pesos in Pesos convertibles eintauschen will. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird jedoch eine Relation von 1:1 zwischen beiden nationalen WĂ€hrungen angesetzt. Ende Juli 2013 kĂŒndigte RaĂșl Castro an, die beiden WĂ€hrungen zusammenzufĂŒgen, da deren DualitĂ€t die Wirtschaftsreformen behindere. Das Kabinett hat am 22. Oktober 2013 dazu einen Zeitplan fĂŒr einen Übergangsprozess gebilligt.

Im Laufe des Jahres 2020 wurden LĂ€den eingefĂŒhrt, in denen man lediglich bargeldlos in frei konvertierbarer WĂ€hrung einkaufen kann. Im Kuba-Jargon heißen sie „MLC-LĂ€den“, wobei „MLC“ fĂŒr „moneda libremente convertible“, also „frei konvertierbare WĂ€hrung“ steht. Dazu muss sich ein Kubaner eine Art Girokarte bei einer kubanischen Bank oder vom American International Services (AIS) besorgen, wo lediglich in Devisen-WĂ€hrungen, wie US-Dollar oder Euro eingezahlt werden können. Das Angebot in den ehemaligen CUC-LĂ€den, welche noch nicht in MLC-LĂ€den umgewandelt wurden, wurde entsprechend zurĂŒckgefahren. Die Preise in den MLC-LĂ€den entsprechen, wenn auch offiziell nicht ausgewiesen, dem US-Dollar. AuslĂ€ndische Kreditkarten werden entsprechend in dieser WĂ€hrung belastet. Somit ist der US-Dollar die quasi-offizielle ParallelwĂ€hrung in Kuba, wenn auch bargeldlos. Da es fĂŒr Kubaner ohne Auslandskontakte keinerlei Möglichkeit gibt, legal an Devisen zu kommen, um in den MLC-GeschĂ€ften einkaufen zu können, existiert ein Schwarzmarkt fĂŒr den Tausch von Bargeld von kubanischer WĂ€hrung in Devisen, dessen Kurs deutlich höher ist, als der offizielle Tauschkurs von 1:24.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2021 wurde der CUC offiziell abgeschafft.

Die Reform wurde mit einer Lohn- und Preisreform verbunden.

Wirtschaftswachstum

Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erholte sich seit der Wirtschaftskrise von 1993 (0,7 Prozent) auf drei Prozent im Jahre 2004. Nach staatlichen Angaben wuchs die Wirtschaft im Jahre 2005 um 11,8 Prozent (SchĂ€tzung der CEPAL: 3 %), im Jahr 2006 um 12,5 %. FĂŒr das Jahr 2007 gab das kubanische Wirtschaftsministerium ein Wachstum von 7,5 % an, fĂŒr 2008 werden 8 % prognostiziert. Die offiziellen Zahlen sind fĂŒr Vergleiche mit anderen LĂ€ndern ungeeignet, da Kuba zur Berechnung des BIP eine eigene, international nicht anerkannte, Berechnungsmethode, das „PIP Social Sostenible“ (Nachhaltiges Soziales BIP), anwendet, das freie oder stark subventionierte Leistungen des Staates besonders mit einrechnet. Andere Quellen schĂ€tzen das Wirtschaftswachstum im Jahr 2006 geringer ein (7,6 %, 8 % und 9,5 %).

Die Produktion ist bis 2009 auf 48 % des Wertes von 1989 gesunken. Kubas Außenhandelsbilanz ist stark negativ, das Land muss mehr GĂŒter importieren, als es exportieren kann. Im ersten Quartal 2009 entfielen insgesamt 80 Prozent des Außenhandels auf Importe. Die Auslandsverschuldung und das Handelsdefizit sind 2009 die höchsten Lateinamerikas. Verbindlichkeiten bei auslĂ€ndischen Staaten und Investoren können nur teilweise bedient werden.

Letztendlich dĂŒrften die hohen offiziellen Wachstumsraten seit der Jahrtausendwende hauptsĂ€chlich den hohen Subventionen aus Venezuela und dem bis 2008 hohen Nickelpreis geschuldet sein. Julio Borges benannte den Umfang der Subventionen aus Venezuela mit 35 Milliarden Dollar innerhalb von 15 Jahren, zu deren Höchststand sie laut Carmelo Mesa-Lago 12 Prozent des Bruttoinlandproduktes erreichten. Im privaten Konsum der Kubaner kam das Wirtschaftswachstum jedoch kaum an. 2011 arbeitete Kuba an der Überarbeitung der Statistik, um in Zukunft vergleichbare Daten liefern zu können.

BodenschÀtze

Inzwischen gewinnt die Nickelproduktion an Bedeutung, hier wirken sich die aktuell hohen Stahlpreise gĂŒnstig aus. Außerdem werden folgende Rohstoffe in grĂ¶ĂŸeren oder kleineren Mengen abgebaut: Chrom, Kobalt, Kupfer, Eisen, Mangan, Gold und Silber sowie geringe Mengen an Erdöl und Erdgas.

Nach SchĂ€tzungen der staatlichen Ölgesellschaft CUPET verfĂŒgt Kuba vor seinen KĂŒsten ĂŒber Ölvorkommen von bis zu 20 Milliarden Barrel, was ungefĂ€hr den noch vorhandenen Reserven der USA entspricht und fast das Doppelte der Reserven Mexikos ausmacht. Der Geologische Dienst der USA schĂ€tzt Kubas Ölreserven auf rund 9 Milliarden Barrel sowie rund 60 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Trotz betrĂ€chtlicher Investitionen – darunter 2012 in den Einsatz einer Bohrinsel mit ĂŒber 3,6 Kilometern Bohrtiefe – haben bisherige Probebohrungen verschiedener auslĂ€ndischer Ölfördergesellschaften noch keine Möglichkeit einer rentablen Förderung des Öls ergeben, weswegen nun wieder verstĂ€rkt in die Förderung auf dem Festland investiert wird. Die geschĂ€tzte Erdölproduktion lag 2014 unter 30 Prozent des Verbrauchs.

Landwirtschaft

In der Landwirtschaft ist der Zucker immer noch das wichtigste Exportgut, gefolgt vom Tabak. Im Jahr 2000 exportierte Kuba 2,9 Mio. Tonnen Zucker, von denen die Hauptabnehmer Russland mit 42 %, die westlichen Industriestaaten mit 31 % und China mit 9 % waren. Die Zuckerproduktion sank jedoch von 9 Millionen Tonnen 1987 auf 2,5 Millionen Tonnen 2006. 2010 hatte Kuba die schlechteste Zuckerrohrernte seit mehr als 100 Jahren, es wurde etwa eine Million Tonnen Zucker produziert. Theoretisch ist Kuba ein fruchtbares Land, wo dreimal jĂ€hrlich geerntet werden könnte. Die Geographie des Landes mit vorwiegend flachem oder hĂŒgeligem Land und gĂŒnstiger Bodenbeschaffenheit bietet fast ideale Bedingungen. Viel Land liegt jedoch brach und Kuba importiert mehr als die HĂ€lfte seiner Lebensmittel, in manchen Jahren sogar Zucker aus Brasilien. Kuba gab jĂ€hrlich bis 2,5 Milliarden US-Dollar fĂŒr den Lebensmittelimport aus. Im Jahr 2008 mussten 84 % der Lebensmittel importiert werden, auch rund 80 % der Grundnahrungsmittel im Wert von ca. einer Milliarde Dollar, welche ĂŒber das Libreta-System fĂŒr rationierte und subventionierte Waren verteilt werden, darunter Reis, Kartoffeln, Bohnen und Fleisch.

Die vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem damit einhergehenden Ausfall von Treibstoffen und finanziellen Mitteln hochmechanisierte und mit chemischer UnterstĂŒtzung arbeitende zentralistisch gesteuerte industrielle Landwirtschaft musste sich Anfang der 1990er Jahre komplett umorientieren. Es fehlte plötzlich sowohl an Treibstoff fĂŒr die Landmaschinen als auch an DĂŒngemitteln und Pestiziden. Die staatliche Produktion landwirtschaftlicher GĂŒter brach ein. Der Not gehorchend, bildete sich zunĂ€chst eine zunehmend besser funktionierende, auf privater Basis arbeitende urbane Landwirtschaft heraus. Sie versorgte 80 % der Bevölkerung mit weitgehend lokal erzeugten Bioprodukten und machte Kuba damit unbeabsichtigt zum weltweiten FĂŒhrer der Ökologischen Landwirtschaft. Die 1992 gegrĂŒndete AsociaciĂłn Cubana de Agricultura OrgĂĄnica (ACAO – deutsch: Kubanische Vereinigung fĂŒr Organische Landwirtschaft) wurde 1999 fĂŒr ihre dementsprechende Pionierarbeit mit dem als Alternativen Nobelpreis bekannten Right Livelihood Award ausgezeichnet. Wenige Monate spĂ€ter ließ die kubanische Regierung die inzwischen 30.000 Personen umfassende ACAO verbieten. Die weitgehend ökologische Landwirtschaft blieb jedoch bis heute bestehen und könnte als Vorbild fĂŒr die Anpassung der Landwirtschaft in anderen LĂ€ndern mit Erdölknappheit dienen.

Das randtropische Klima sorgt fĂŒr gute Voraussetzungen, bereitet allerdings auch erhebliche Probleme: Durch die vermehrt auftretenden Hurrikane mit hoher IntensitĂ€t und durch die immer wieder vorkommenden DĂŒrreperioden werden oft große Teile der Ernte vernichtet. Die Nahrungsmittelproduktion Kubas war insgesamt von 2001 bis 2007 rĂŒcklĂ€ufig. Die GeflĂŒgelproduktion beispielsweise hatte sich nach der Überwindung der Hauptschwierigkeiten der Sonderperiode fast halbiert. Nach einem Minus von 6 % im Jahr 2006 konnte sich der Landwirtschaftssektor aber im Jahr 2007 wieder erholen, er war im Jahr 2007 mit einem Wachstum von 22,4 % der am stĂ€rksten gewachsene Wirtschaftssektor Kubas bei einem Gesamtwirtschaftswachstum von 7 %. Dies war offensichtlich auf die ergriffenen Maßnahmen zur Reduzierung des ZahlungsrĂŒckstandes des Staates gegenĂŒber den Erzeugern, die Anhebung der Abnahmepreise fĂŒr deren Produkte und gĂŒnstigen klimatischen Bedingungen zurĂŒckzufĂŒhren.

Von den 3,5 Millionen Hektar Land wird rund die HĂ€lfte nicht oder mangelhaft genutzt. Nur 32 Prozent der FlĂ€chen werden von Kooperativen bearbeitet, der Rest von privaten Bauern. Rund 900.000 Menschen arbeiten als Bauern oder in Kooperativen und es gab um 2015 nur einen Traktor auf fast 15 BeschĂ€ftigte. Neben meist 30-jĂ€hrigen Traktoren kommen auch noch 2016 Ochsen und Pferde zum Einsatz. Um die landwirtschaftliche Produktion anzukurbeln und die AbhĂ€ngigkeit von den teuren Einfuhren zu mindern, wurden seit September 2008 ungenutzte landwirtschaftliche FlĂ€chen an landlose Arbeiter und Bauern vergeben. FĂŒr Privatleute gelten die PachtvertrĂ€ge ĂŒber zehn Jahre und fĂŒr Kooperativen 25 Jahre. Die Nutzungsrechte können weder vererbt, noch verkauft werden. Kubanische Experten halten die bisher durchgefĂŒhrten punktuellen Reformen fĂŒr unzureichend und fordern stattdessen strukturelle Reformen in Richtung mehr Marktwirtschaft. Die landwirtschaftliche Produktion konnte bis 2012 nicht wesentlich gesteigert und die ImportabhĂ€ngigkeit nicht verringert werden.

Im Jahr 2011 wuchs die landwirtschaftliche Produktion (ohne die Zuckerindustrie) um 8,7 %, nach einem RĂŒckgang um 2,5 % im Vorjahr, lag aber weiterhin unter dem Niveau von 2005. Der Plan fĂŒr die urbane Landwirtschaft wurde mit 105 % ĂŒbererfĂŒllt. Es wurden 1.052.000 Tonnen GemĂŒse geerntet. FĂŒr 2012 war eine Produktion von 1.055.000 Tonnen geplant.

Wohl mehr als die HĂ€lfte der landwirtschaftlichen AnbauflĂ€che lagen um jene Zeit brach. Das bedeutete auch, dass bis 85 Prozent der Nahrungsmittel eingefĂŒhrt werden mussten, oft aus den USA.

Bis zum Jahr 2016 hatte, trotz der seit acht Jahren gewĂ€hrten Erlaubnis fĂŒr Kleinbauern, Ackerland fĂŒr 20 Jahre zu pachten, die Lebensmittelproduktion kaum zugenommen. Den Bauern fehlte es an Saatgut, Maschinen und DĂŒnger um die brach liegenden FlĂ€chen zu bearbeiten, dazu mussten sie weiterhin den grĂ¶ĂŸten Teil der ErtrĂ€ge unter Marktpreisen dem Staat verkaufen, dies laut Carmelo Mesa-Lago im Gegensatz zu Vietnam, welches durch eine konsequentere Privatisierung mit 50-jĂ€hrigen Pachtzeiten und freien Preisen seine ImportabhĂ€ngigkeit beenden konnte. Gut 70 Prozent alleine der Grundnahrungsmittel wurden im Jahr 2016 immer noch importiert.

Tourismus

Der Beginn des Massentourismus auf Kuba wurde Anfang der 1920er-Jahre durch die Prohibition in den Vereinigten Staaten ausgelöst. Kuba wurde ein beliebtes Reiseziel der US-Amerikaner, da es nah an Florida lag und keinen BeschrĂ€nkungen des GlĂŒcksspiels und der Prohibition wie in den USA unterlag. Der NobelpreistrĂ€ger Ernest Hemingway, der von 1939 bis 1960 auf Kuba lebte, hat stark zum "Mythos Kuba" beigetragen, noch heute dient er als Tourismusmagnet.

Nach dem Sieg der Revolution 1959 reisten in den folgenden dreißig Jahren nur eine geringere Zahl von GĂ€sten, besonders aus der Sowjetunion und den Ostblockstaaten, nach Kuba. Aufgrund des Embargos ist US-BĂŒrgern, die vor der Revolution den Großteil der Besucher ausmachten, Tourismus in Kuba verboten. Viele US-Amerikaner umgehen dieses Verbot, indem sie ĂŒber DrittlĂ€nder nach Kuba reisen. Es gibt nur sehr wenige direkte Verkehrsverbindungen zwischen den USA und Kuba, die hauptsĂ€chlich von Exilkubanern fĂŒr Verwandtenbesuche benutzt werden, die jedoch ebenfalls reglementiert sind.

Nach der Auflösung des Ostblocks und der wirtschaftlichen Krise in Kuba suchte die Regierung neue Devisenquellen fĂŒr Kuba. Mit Hilfe international tĂ€tiger Tourismusunternehmen wurden seit Anfang der 1990er-Jahre Joint Ventures gegrĂŒndet, die Hotels und touristische Einrichtungen hauptsĂ€chlich in den Haupttourismusgebieten errichteten und betreiben. Die hohen Trinkgelder in Devisen lockten viele hochqualifizierte Kubaner in Jobs des Tourismusgewerbes. Touristikmitarbeiter werden auch speziell an UniversitĂ€ten des Landes mit eigens eingerichteten StudiengĂ€ngen ausgebildet.

Der heutige Pauschaltourismus konzentriert sich auf wenige Gebiete, insbesondere Varadero, die Region Havanna, das Valle de Viñales, Cayo Coco und die NordkĂŒste bei HolguĂ­n (Playa Guardalavaca). Durch die hohe Anzahl an Ärzten und ein entwickeltes Gesundheitssystem bietet Kuba gute Voraussetzungen fĂŒr Gesundheitstourismus. Touristen verbinden ihren Ferienaufenthalt mit einer medizinischen Behandlung oder Reisen fĂŒr Spezialbehandlungen wie Augenoperationen und Zahnarztbehandlungen nach Kuba.

Heute hat der Tourismus eine Spitzenstellung in der Wirtschaft des Landes bekommen und ist die wichtigste Einnahmequelle fĂŒr Devisen geworden. Um die zuletzt sinkenden Touristenzahlen wieder zu steigern, wurden verschiedene Maßnahmen, wie Senkung der LandegebĂŒhren auf den FlughĂ€fen, Senkung der Kerosinpreise auf Weltmarktniveau sowie eine schnellere Abfertigung der Touristen bei der Einreise beschlossen. Obwohl die Mehrzahl der Hotels staatlich verwaltet werden, gehen SchĂ€tzungen davon aus, dass etwa zwei Drittel der Einnahmen aus dem Tourismus direkt ins Ausland abfließen. Dies liegt u. a. daran, dass ein Großteil der touristischen KonsumgĂŒter importiert werden muss.

Im Jahr 2010 stieg die Zahl der auslĂ€ndischen Besucher gegenĂŒber dem Vorjahr um 4 % auf 2,5 Millionen (2009 2,4 Mio.) Touristen. Den mit Abstand grĂ¶ĂŸten Anteil unter den Touristen stellen die Kanadier mit 945.000 Besuchern im Jahre 2010. Danach kommen offensichtlich – von der offiziellen Statistik nicht separat ausgewiesen – Reisende aus den USA, zumeist Kubanoamerikaner auf Familienbesuch, mit rund 400.000 Besuchern, die höchste Zahl seit dem Sieg der Revolution 1959.

Industrie

Kubas Industrie ist international ĂŒberwiegend nicht wettbewerbsfĂ€hig. Der Bedarf an IndustriegĂŒtern kann nicht durch eigene Produktion gedeckt werden. Die Industrieproduktion war 2006 nur halb so groß wie 1989.

Kuba verfĂŒgt ĂŒber eine hochentwickelte Biotechnologie, die z. B. in der Landwirtschaft aus Mangel an Energie sowie synthetischen DĂŒngern und Pflanzenbehandlungsmitteln biologische Anbaumethoden fördert. Die kubanische Pharmaindustrie vermarktet weltweit zahlreiche kubanische Patente auf Medikamente. Kuba zĂ€hlt zu den ersten LĂ€ndern, in denen Impfstoffe gegen Meningitis B und C, Hepatitis B, ein therapeutischer Impfstoff gegen Lungenkrebs und ein Medikament fĂŒr die Behandlung von GeschwĂŒren des Diabetikerfußes entwickelt wurden. Medizinische Produkte sind mit einem Volumen von 350 Millionen US-Dollar (2007) zum zweitwichtigsten Exportgut Kubas geworden.

Weiterhin existiert eine moderne ProduktionsstĂ€tte fĂŒr Solarmodule.

Außenhandel

Die wichtigsten Handelspartner sind Venezuela und China.

Lebensstandard

Die Löhne und vor allem die Renten gelten fĂŒr die Masse der Kubaner als sehr gering, so dass die meisten sich bemĂŒhen mĂŒssen, im informellen Sektor etwas dazu zu verdienen oder aus der Produktion ihrer Betriebe zu stehlen. Innerkubanischen Berechnungen zufolge benötigte eine kubanische Durchschnittsfamilie im Jahr 2002 rund das Doppelte ihres regulĂ€ren Einkommens zum Überleben. Auch Kubas PrĂ€sident RaĂșl Castro bemerkte 2007 in einer Rede, dass das Gehalt eines Kubaners klar unzureichend sei, um sĂ€mtliche Notwendigkeiten des tĂ€glichen Lebens zu erfĂŒllen. Das durchschnittliche Monatseinkommen fĂŒr BerufstĂ€tige stieg von 2011 bis 2016 gemĂ€ĂŸ offiziellen Angaben von 455 Pesos auf 640 Pesos pro Monat, d. h. von rund 19 US-Dollar auf 26 US-Dollar. Dabei profitierte vor allem medizinisches Personal von krĂ€ftigen Lohnerhöhungen. Die Mindestrente fĂŒr BerufstĂ€tige betrug 2005 etwa 150 Pesos (ca. 7 US-Dollar) je Monat. Kubaner, die nicht von regelmĂ€ĂŸigen Dollar-Überweisungen ihrer Verwandten aus dem Ausland profitieren, was auf mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung zutrifft, sind von Armut bedroht.

Es existiert eine Art Bezugsscheinsystem, Libreta genannt, das den rationierten Bezug von subventionierten Waren, hauptsĂ€chlich Lebensmittel, erlaubt. Diese reichen jedoch nur fĂŒr ca. 10 bis 14 Tage eines Monats. Der Rest des tĂ€glichen Bedarfs muss auf dem freien Markt oder sogar in DevisenlĂ€den gekauft werden, was aber bei einem Durchschnittseinkommen von umgerechnet ca. 15 Euro je Monat Ă€ußerst schwierig ist.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen bezeichnete Kuba in den letzten 10 Jahren basierend auf dem Index der menschlichen Entwicklung als Land mit "hoher menschlicher Entwicklung". Insbesondere im Bereich der Bildung und Gesundheit konnte Kuba Erfolge vorweisen. Außerdem hat Kuba demzufolge im Vergleich zum Rest Lateinamerikas und Teilen der restlichen Welt eine niedrigere Kindersterblichkeitsrate (nur 5,5 von 1000 Kindern sterben), höhere Lebenserwartung (79,3 Jahre – 4,6 Jahre mehr als durchschnittlich in Lateinamerika) und praktisch keinen Analphabetismus.

Kubas hohe Einstufung im HDI, von der Regierung gerne zitiert, stĂ¶ĂŸt in der Wissenschaft auf Kritik. Kubas Berechnungsmethoden zum Bruttoinlandsprodukt sind international nicht anerkannt, vor allem weil die UmsĂ€tze in den zwei LandeswĂ€hrungen nicht korrekt verrechnet werden. Dies macht die Berechnung des kaufkraftbereinigten Bruttonationaleinkommens pro Kopf der Bevölkerung schwierig. Das UNDP, welches den HDI und den deutlich detaillierteren Human Development Report (HDR) herausgibt, hat deshalb ein eigenes Verfahren entwickelt, die KaufkraftparitĂ€t zu schĂ€tzen. Der kanadische Ökonom Archibald Ritter hĂ€lt Kubas Statistiken im HDR fĂŒr „undurchsichtig“. Der Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe Hans-JĂŒrgen Burchardt warnt davor, allein aus diesen Studien RĂŒckschlĂŒsse auf den wahren Lebensstandard der kubanischen Bevölkerung zu schließen, da die Regierung, trotz unbestreitbarer Erfolge im Sozialbereich, die darin enthaltenen Statistikwerte gezielt optimieren wĂŒrde. Auch das International Journal of Epidemiology stellte sich die Frage, warum zum Beispiel die Kindersterblichkeit auf dem Niveau der Industriestaaten sei, die Zahl der Totgeburten jedoch deutlich ĂŒber deren Niveau liege, und vermutet, dass FĂ€lle von dem einen, im HDR vertretenen Index zum anderen verschoben werden.

Ende Januar 2006 erhielt Kuba vom UN-WelternĂ€hrungsprogramm ein Zertifikat, in dem ihm bestĂ€tigt wird, das einzige Land Lateinamerikas und der Karibik ohne unterernĂ€hrte Kinder zu sein. Nur zwei Prozent wĂŒrden Eisenmangelerscheinungen zeigen. 2011 wurde das auch von UNICEF bestĂ€tigt. Dennoch ist Kuba nicht frei von Hunger. Zudem kann durch die im Land herrschende Zensur im Einzelfall nicht unabhĂ€ngig geprĂŒft werden, ob die von der Regierung gemachten Angaben auch stimmen. Insbesondere wĂ€hrend der Versorgungskrise in den 1960er-Jahren sowie wĂ€hrend der Sonderperiode in den 1990ern waren grĂ¶ĂŸere Teile der Bevölkerung von einer schlechten ErnĂ€hrungslage betroffen. Die Finanzkrise 2008 hat dieses PhĂ€nomen wieder gehĂ€ufter auftreten lassen. Vor allem Ă€ltere Menschen in den StĂ€dten mit niedrigen Renten und ohne Zugang zu Landwirtschaft oder zum Dollar gehören zum gefĂ€hrdeten Personenkreis. Insgesamt dĂŒrfte sich die Anzahl der Kubaner, die sich maximal eine Mahlzeit pro Tag leisten können, nach SchĂ€tzungen des Historikers und Kubakenners Michael Zeuske um 2012 zwischen 30 und 35 Prozent bewegen. Durchschnittlich muss eine kubanische Familie heutzutage 70 bis 90 % ihres Einkommens allein fĂŒr Lebensmittel ausgeben.

Auch in anderen Bereichen stagnierte das Wohlstandswachstum oder fiel relativ hinter andere lateinamerikanische LĂ€nder zurĂŒck (Telekommunikation, Automobilversorgung, ElektrizitĂ€ts- und Nahrungsmittelversorgung). Viele HĂ€user sind alt, renovierbedĂŒrftig und ĂŒberfĂŒllt. Es herrscht akute Wohnungsnot. Manche Wohngegenden gleichen entsprechenden Problemvierteln von StĂ€dten in anderen lateinamerikanischen Staaten, wie den brasilianischen Favelas oder den argentinischen Villas Miserias, in denen teilweise sogar die Ă€rztliche Versorgung fehlt. Marode Trinkwasserversorgungssysteme, begĂŒnstigt durch starke RegenfĂ€lle und hohe Temperaturen, fĂŒhrten im Sommer 2012 zum ersten Ausbruch der Cholera seit 130 Jahren. Die Krankheit galt in Kuba eigentlich als ausgerottet. WĂ€hrend die offizielle Berichterstattung ĂŒber das wahre Ausmaß der Epidemie sehr zurĂŒckhaltend ist, werden unabhĂ€ngige Journalisten, die sich dieses Themas annehmen, strafrechtlich verfolgt.

Noch immer sind viele KonsumgĂŒter rationiert und selbst mit den Lebensmittelkarten oft nicht verfĂŒgbar. Selten ist vor allem Fleisch. Weitaus stĂ€rker wirkt jedoch der Zugang zu Devisen vor allem ĂŒber Tourismus und Verwandte im Ausland, meist in den USA. Auch das ZweiwĂ€hrungssystem wirft große Probleme auf. Viele Waren des tĂ€glichen Bedarfs und erst recht nahezu alle höherwertigen Produkte, wie elektronische GerĂ€te, sind nur gegen den an den US-Dollar angelehnten Peso convertible (CUC) erhĂ€ltlich. Dieser muss derzeit gegen 25 Pesos Cubanos je CUC in der Wechselstube (CADECA – Casa de Cambio) umgetauscht werden. Kubaner, die keine Verwandten im Ausland haben, die sie regelmĂ€ĂŸig durch Geldsendungen unterstĂŒtzen oder auch sonst keinen Zugang zu Devisen haben, können sich dies kaum leisten. In Kuba wird dies inoffiziell als ökonomische Apartheid bezeichnet. Die tiefe Wirtschaftskrise in Folge der Corona-Pandemie hat diese Entwicklungen verschĂ€rft und die Frage nach der Anpassung der staatlichen Sozialpolitik an die neuen RealitĂ€ten nur noch dringlicher gemacht.

FĂŒr FunktionĂ€re der Kommunistischen Partei und Offiziere der StreitkrĂ€fte existieren ein unabhĂ€ngiges, privilegiertes Versorgungssystem, eigene Clubs und spezielle Urlaubsorte, wo sie und ihre Familien preiswert Urlaub machen können.

Neben dem Staat betreibt auch die katholische Kirche Kubas ein soziales Netz im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Soziale Hilfe außerhalb des Staates wird jedoch nicht gern gesehen und möglichst unterbunden. Ausnahmen gelten nur fĂŒr die politische Entwicklungshilfe der zahlreichen SolidaritĂ€tsvereine außerhalb Kubas, die bereit sind, mit dem Staat zusammenzuarbeiten.

Staatshaushalt

Zum Staatshaushalt machen die kubanischen Behörden keine international vergleichbaren Angaben. Nach veröffentlichten SchĂ€tzungen der US-amerikanischen CIA umfasste der Haushalt 2016 Ausgaben von umgerechnet 58,59 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 52,37 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 7,7 % des BIP. Kuba hat eine der höchsten Staatsquoten weltweit.

Die Staatsverschuldung betrug – ebenfalls nach CIA-SchĂ€tzung – zum Jahresende 2016 32,7 % des BIP (im Vergleich zu 34,6 % im Vorjahr). Kubas BonitĂ€t wurde von Moody’s Ende 2015 unverĂ€ndert mit Caa2 bewertet. Die letzten offiziellen Angaben zur Staatsverschuldung stammen von 2008 und sind aufgrund der Angabe in nicht-konvertierbaren kubanischen Pesos (die im Ausland keinen Wert haben) nicht verwertbar: 11,6 Mrd. Pesos oder 19,1 % des kubanischen BIP. Nach Recherchen der EuropĂ€ischen Union betrug der Schuldenstand Kubas 2008 (ohne die Schulden gegenĂŒber der ehemaligen Sowjetunion in Höhe von geschĂ€tzten 28 Mrd. US-Dollar) 31,7 Mrd. US-Dollar, von denen 20 Milliarden von Kuba nicht mehr bedient werden. BezĂŒglich der Auslandsverschuldung konnte Kuba im Jahr 2013 mit Mexiko, Russland, China und Japan eine Art Umschuldungsabkommen abschließen, wobei allein im Falle Russland rund 29 Milliarden US-Dollar Schulden erlassen wurden.

Infrastruktur

Verkehr und Transport

Die kubanische Infrastruktur wurde durch die Sonderperiode zu Beginn der 1990er Jahre schwer getroffen. Durch die Auflösung der Sowjetunion und des Ostblockes waren kurzfristig keine Ersatzteile mehr verfĂŒgbar und Treibstoff konnte nur noch auf dem Weltmarkt gegen Devisen beschafft werden. Der öffentliche Verkehr mit ZĂŒgen und Bussen musste deshalb stark eingeschrĂ€nkt werden. Durch die wirtschaftliche Erholung Kubas hat sich die Situation inzwischen wieder weitgehend normalisiert.

Schienenverkehr

Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrocarriles de Cuba betreibt das einzige noch fĂŒr den Personenverkehr in Betrieb stehende staatliche Eisenbahnnetz auf einer karibischen Insel. Es gehört zu den Ă€ltesten weltweit (seit 1836) und umfasst ĂŒber 4500 Kilometer (ohne Strecken fĂŒr Zuckertransport).

Straßenverkehr

Kuba verfĂŒgt ĂŒber ein gut ausgebautes Straßennetz, darunter eine Autobahn, die durch den geringen Motorisierungsgrad aber nur schwach befahren ist. Die Straßen sind jedoch in einem teilweise sehr schlechten Zustand. In Kuba herrscht Rechtsverkehr.

Überlandbusse werden durch das Unternehmen Astro betrieben, zu dem auch die Viazul-Busse fĂŒr Touristen gehören.

Seit der Revolution durften Kubaner privat keine Automobile besitzen; ausgenommen waren Fahrzeuge, die vor der Revolution 1959 bereits im Land waren. Bedingt durch diese besondere Lage befinden sich sehr viele Oldtimer, meist amerikanische, im Land. Im April 2011 wurde der Gebrauchtwagenhandel liberalisiert, und seit 2014 dĂŒrfen Kubaner auch Neuwagen kaufen. Der Staat behĂ€lt jedoch das Importmonopol und bietet die Fahrzeuge zu einem Vielfachen des Preises an, wie er beispielsweise in Europa ĂŒblich ist.

Flugverkehr

Die kubanischen Fluggesellschaften Cubana, Aerogaviota und Aerocaribbean betreiben vom Flughafen Havanna JosĂ© MartĂ­ als Drehkreuz aus ein dichtes Netz aus InlandsflĂŒgen, sowie AuslandsflĂŒgen z. B. nach Kanada, Mexiko und Spanien. Nach einer 55-jĂ€hrigen Unterbrechung gibt es seit dem 31. August 2016 wieder LinienflĂŒge zwischen Kuba und den USA.

Siehe auch: Liste der FlughÀfen in Kuba

Schifffahrt

Die Bedeutung der Schifffahrt beschrĂ€nkt sich auf FĂ€hrverbindungen zur Isla de la Juventud und weiteren vorgelagerten Inseln, sowie FĂ€hren ĂŒber die Hafenbuchten von Santiago de Cuba, Cienfuegos und Havanna.

Bis 2013 soll der Hafen von Mariel zum grĂ¶ĂŸten Containerhafen der Karibik ausgebaut werden. Der Bau erfolgt durch ein Joint-Venture mit dem brasilianischen Unternehmen Odebrecht und dem kubanischen Unternehmen Almacenes Universal S.A. Die Gesamtinvestitionen betragen 600 Millionen US$. Die Hafeneinfahrt soll eine Breite von 700 Metern erhalten, die es erlaubt, zwei große Containerschiffe gleichzeitig aufzunehmen. Außerdem wird der Hafen fĂŒr Schiffe mit bis zu 15 Metern Tiefgang zugĂ€nglich sein (Im Vergleich dazu: Der Hafen von Havanna ermöglicht nur 11 Meter Tiefgang). Am Ende der Ausbauarbeiten soll das Terminal eine KapazitĂ€t von 850.000 bis 1 Million Container verwalten können (Hafen Havanna: 350.000 Container). Dieser Ausbau soll es Mariel ermöglichen, große Containerschiffe zu empfangen, die ĂŒber den Panamakanal von Asien her nach Kuba fahren. Auch soll Mariel optimale Bedingungen fĂŒr US-amerikanische Container bieten. Mariel soll damit den Hafen von Havanna fĂŒr Frachtaufgaben ablösen, in Zukunft wird dieser nur noch touristisch genutzt werden.

Energie

Nationaler Energieversorger ist der Staatsbetrieb Sistema Eléctrico Nacional, an dessen Netz 96 % der kubanischen Haushalte angeschlossen sind. Die Steckdosen weisen 110 Volt auf. In vielen Bereichen (z. B. KrankenhÀuser, Touristen-Hotels) wird auch 220 Volt verwendet.

Die Energieversorgung beruht fast ausschließlich auf fossilen Brennstoffen. Nahezu die HĂ€lfte wird nur mit Schweröl erzeugt. Nimmt man die Erzeugung durch lokale Diesel- und andere Verbrennungsmotoren hinzu, steigt der fossile Anteil auf 86 %. Dazu kommen noch einmal knapp 10 % aus Gaskraftwerken. Der Anteil erneuerbarer Energie ist demnach sehr gering. Die eigene Erdölförderung war wĂ€hrend der sowjetischen Überversorgung vernachlĂ€ssigt worden, sodass diese nicht mehr wettbewerbsfĂ€hig war und Kuba auf teure Importe angewiesen war. Die Energieeffizienz leidet stark unter den veralteten Kraftwerken und Stromnetzen. Die Stromerzeugungskosten fĂŒr den kubanischen Staat liegen bei 15,75 Eurocent (Stand 2014). Zum Vergleich liegen die Stromgestehungskosten z. B. der Windenergie in Deutschland je nach StandortgĂŒte zwischen 4,5 ct/kWh auf sehr guten und 10,7 ct/kWh auf sehr schlechten Standorten.

Die maximale Gesamtleistung aller Kraftwerke Kubas betrĂ€gt 5852,5 MW, der Strombedarf zu Spitzenlastzeiten liegt bei ca. 2500 MW. Im Jahr 2010 wurden 17.395,5 GWh Strom erzeugt. Die Energieversorgung des Landes gilt als marode und veraltet, weswegen es zu regelmĂ€ĂŸigen Stromabschaltungen kommt.

Erste Projekte zur Nutzung der Windenergie, Wasserkraft und Photovoltaik laufen. Seit Februar 2007 speist eine vom französischen Windkraftanlagenhersteller Vergnet gelieferte, 3,4 Mio. Dollar teure Pilotanlage östlich von Nueva Gerona auf der Isla de la Juventud insgesamt 1,65 MW ins Netz ein. Aufgrund der hohen Gefahr durch TropenstĂŒrme können die je 275 kW starken Generatoren automatisch zu Boden gesenkt werden.

Die im Jahre 2006 ausgerufene „Energierevolution“ (RevoluciĂłn energĂ©tica) hat auch eine Senkung des Stromverbrauchs zum Ziel. DafĂŒr wurden GlĂŒhlampen durch Energiesparlampen ersetzt. Außerdem wurden ĂŒber 2,5 Mio. veraltete KĂŒhlschrĂ€nke gegen modernere Modelle ausgetauscht. Der Kaufpreis von mehr als einem durchschnittlichen Jahresgehalt kann ĂŒber einen 10 Jahre laufenden, einkommensabhĂ€ngig verzinsten Kredit abgezahlt werden. Die Zahl der StromausfĂ€lle ist seit dieser Zeit zurĂŒckgegangen. Seit Mitte 2016 treten jedoch wieder vermehrt großflĂ€chige Stromabschaltungen auf, nachdem Venezuela wegen der dort herrschenden extremen Wirtschaftskrise die Lieferung subventionierten Öls um 40 Prozent reduzierte.

Telekommunikation

Das kubanische Telefonnetz befindet sich Ă€hnlich wie nahezu sĂ€mtliche andere Infrastruktur in einem schlechten Zustand. Der Telekommunikationsverkehr unterliegt starken Kontrollen. Die Handynetzabdeckung betrug 2013 ĂŒber 75 Prozent. 2013 begann die versuchsweise Ausstrahlung von digitalem Fernsehen in der Umgebung von Havanna. Die landesweite Umstellung auf DVB-T soll 2016 beginnen und mit der Abschaltung der letzten analogen Signale 2021 abgeschlossen sein.

FĂŒr das Telekommunikationsnetz ist das staatliche Telekommunikationsunternehmen ETECSA verantwortlich. Das Mobilfunknetz wird von der Tochtergesellschaft Cubacel (Kennung C_Com) betrieben und deckt fast die gesamte Insel ab. Es werden die GSM-Frequenzen von 850 und 900 MHz sowie das vor allem in Nordamerika verbreitete TDMA verwendet. Im MĂ€rz 2017 wurde auch das UMTS-Netz in Betrieb genommen. Die Netzabdeckung umfasste zunĂ€chst hauptsĂ€chlich Havanna, die ProvinzhauptstĂ€dte und einige touristisch relevante Regionen.

Die Durchdringung der kubanischen Bevölkerung mit Telefonen oder Handys ist schwach ausgeprĂ€gt. 2007 gab es bei einer Einwohnerzahl von 11,2 Millionen nur rund 910.000 TelefonanschlĂŒsse in Privathand, Handys gab es nach offiziellen statistischen Angaben 330.000. FĂŒr Ende 2008 wurden ca. 480.000 aktive HandyvertrĂ€ge gemeldet. Mitte 2013 gab es in Kuba je 1,7 Millionen aktive Handys sowie 1,2 Millionen private TelefonanschlĂŒsse Mitentscheidend hierfĂŒr waren der Wegfall staatlicher BeschrĂ€nkungen (Kubaner können seit Ende 2008 ohne bĂŒrokratische HĂŒrden einen Mobilvertrag eröffnen), Tarifsenkungen (gĂŒnstigere SMS und kostenfreie Anrufe aus dem In- und Ausland), sowie die vereinfachte Möglichkeit, kubanische Handykarten via Internet aus dem Ausland aufzuladen.

Der Zugang zum Internet hat sich seit der Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten im Jahr 2014 stark verbessert. Im Juli 2015 wurde der Preis fĂŒr eine Stunde Internetzugang von 4,50 CUC auf 2 CUC reduziert. ZusĂ€tzlich dĂŒrfen Kubaner seitdem auch die ETECSA WiFi HotSpots nutzen und sind nicht mehr nur auf die veralteten ETECSA Internet-Terminals angewiesen. 2016 hatten offiziellen Zahlen zufolge 32,4 % der Bevölkerung Zugang zu Internetdiensten. 5 % der Haushalte haben einen Internetanschluss.

Seekabel von Venezuela

Eine seit 2008 geplante unterseeische Glasfaserkabelverbindung zwischen Venezuela und Kuba nahm Mitte 2012 ein Jahr verspĂ€tet ihren Betrieb auf. Obwohl es laut Mitarbeitern der staatlichen Telekommunikationsfirma ETECSA funktionsfĂ€hig war, wurde das venezolanischen Angaben zufolge 70 Millionen Euro teure Kabel zunĂ€chst fast zwei Jahre lang nicht genutzt. Als Grund wurde Korruption genannt. Auch ZusammenhĂ€nge mit dem Arabischen FrĂŒhling werden vermutet, wonach das kubanische Regime plötzlich wieder unregulierte InternetzugĂ€nge fĂŒrchte.

Im Januar 2013 wurde die Inbetriebnahme des Unterseekabels auch fĂŒr den Internetverkehr bestĂ€tigt, nachdem es zunĂ€chst fĂŒr die Durchleitung des internationalen Telefonverkehrs benutzt wurde. Seit dem 4. Juni 2013 können Kubaner in 118 InternetcafĂ©s der Marke Nauta Internetzugang mit einer Geschwindigkeit von mindestens 2 MBit fĂŒr 2 CUC pro Stunde in Anspruch nehmen. Der Import von WiFi-Routern wurde erleichtert.

Das Kabel hat rund 3000-fache Bandbreite der SatellitenkanĂ€le, mit denen Kuba bisher an das weltweite Datennetz angeschlossen war, verlĂ€uft zwischen der venezolanischen Stadt Camuri auf dem Meeresboden und erreicht Kuba in Siboney bei Santiago de Cuba. Es ist 1602 Kilometer lang – das Elffache der kĂŒrzestmöglichen Entfernung zum kontinentalen Festland (Florida: 144 km). Die kubanische Regierung lehnte es „aus SicherheitsgrĂŒnden“ ab, ihren Internetverkehr ĂŒber die USA zu leiten, obwohl Internet und Telekommunikation von den Embargobestimmungen ausgenommen sind.

Umwelt

Rang des Umweltschutzes

Kuba gehört zu den ersten Staaten auf der Welt, welche die Forderung nach einer umweltvertrĂ€glichen wirtschaftlichen Entwicklung in die Verfassung aufnahmen. Eine umfassende Umweltschutzgesetzgebung in Verbindung mit Umwelterziehungsprogrammen und zahlreichen Umweltschutzprojekten trugen dazu bei, dass Kuba das einzige Land war, das vom WWF im Jahr 2003 eine „nachhaltige Entwicklung“ bescheinigt bekam, das heißt, Kuba verfĂŒgte ĂŒber einen entwickelten Lebensstandard bei gleichzeitiger ökologisch nachhaltiger Entwicklung. Dennoch hat die ökonomische Entwicklung im Zweifel eindeutig PrioritĂ€t gegenĂŒber der Umweltpolitik.

Im Jahr 2011 flossen 10,4 % der Gesamtinvestitionen in den Umweltschutz, die Investitionssumme hierfĂŒr erhöhte sich von 233 Mio. Pesos im Jahr 2006 auf 452 Mio. im Jahr 2011. Hauptziele der Investitionen sind der Schutz der GewĂ€sser (68,4 %) und die Wiederaufforstung (16,5 %).

Erfolge im Umweltschutz

Bedingt durch die Ölknappheit nach der Auflösung der Sowjetunion war Kuba gezwungen, viele Rationalisierungen und Einsparungen vorzunehmen. Die starke Verringerung des Individualverkehrs, die Ersetzung von Maschinen in der Landwirtschaft durch Ochsenkarren, Austausch von veralteten Motoren in Fahrzeugen oder neue Wege bei der Energieerzeugung, zum Beispiel durch Solarenergie, haben die ökologische Bilanz stark verbessert. Die im Jahre 2005 begonnenen Einsparmaßnahmen und Verbrauchsreduzierungen von Strom, vor allem durch staatliche Kampagnen, bspw. zum Austausch von GlĂŒhlampen durch Energiesparlampen, sind erfolgreich. Hinzu kommt eine allgemeine Rohstoffknappheit, die zu einer Ă€ußerst geringen Verwendung von Verpackungsmaterialien fĂŒhrt. Der umfangreiche Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft wurde durch den Mangel an importierten DĂŒngemitteln eingeschrĂ€nkt.

Die FlĂ€che natĂŒrlichen Waldes hat entgegen dem weltweiten Trend seit 1990 zugenommen. Im Jahr 2007 pflanzten die Kubaner 136 Millionen BĂ€ume. Im Jahr 2012 sind 27,3 Prozent ihrer Insel wieder bewaldet. Bis 2015 soll die WaldflĂ€che 29,3 Prozent der Insel einnehmen. Im Jahr 1959 waren im Vergleich dazu 13,6 Prozent bewaldet.

Die ErfĂŒllung der im Protokoll von Montreal eingegangenen Verpflichtung, bis Ende 2007 50 Prozent der Substanzen zu eliminieren, die der Ozonschicht schweren Schaden zufĂŒgen, konnte im September 2007 mit 74 Prozent Abbau nachgewiesen werden.

Die Ende 1980 von den Vereinten Nationen als eine der weltweit am stÀrksten verschmutzten und nicht mehr zu rettenden klassifizierte Hafenbucht von Havanna wurde nach Angaben der kubanischen Regierung erfolgreich gesÀubert, wobei 17.000 Fass verwertbares Erdöl aus dem Wasser der Hafenbucht geborgen werden konnte.

Nickelbergbau

Besondere Umweltprobleme verursacht der Nickelbergbau im Gebiet Moa an der NordostkĂŒste durch ungenĂŒgend behandelte kontaminierte RĂŒckstĂ€nde. Das Alter vieler Betriebe bedingt einen geringen Umweltschutzstandard und eine mangelhafte Entsorgung von IndustrieabfĂ€llen.

Naturschutzgebiete

Auf Kuba stehen insgesamt 211 Gebiete unter besonderem Naturschutz. Damit sind 20 Prozent der OberflĂ€che Kubas ökologisch geschĂŒtzt. Das System der Schutzgebiete in Kuba ist gut entwickelt und in unterschiedliche Kategorien eingeteilt:

  1. Naturreservate
  2. Nationalparks
  3. ökologische Reservate
  4. besondere Naturobjekte (Elemento Natural Destacado)
  5. Reservate fĂŒr Pflanzen (Reserva Floristica Manejada)
  6. Tierschutzgebiete (Refugio de Fauna)
  7. Landschaftsschutzgebiete (Paisaje Natural Protegido)
  8. Schutzgebiete fĂŒr das Management von Ressourcen (Area Protegida de Recursos Manejados).

Insgesamt existieren in Kuba 73 Naturreservate mit unterschiedlichem Schutzstatus, wie z. B. 14 Nationalparks und sechs BiosphĂ€renreservate Der berĂŒhmteste Nationalpark Kubas, der Nationalpark Parque Nacional Alejandro de Humboldt, befindet sich im Osten Kubas in den Provinzen HolguĂ­n und GuantĂĄnamo.

Das 5000 kmÂČ große Feuchtgebiet auf der Zapata-Halbinsel mit Dutzenden endemischen Tier- und Pflanzenarten wird von Experten der UNO-Umweltbehörde fĂŒr Lateinamerika und die Karibik als das bestgehĂŒtete in der Region geschĂ€tzt.

Kultur

Musik

In Kuba sind zahlreiche Musikstile und TÀnze entstanden, die zum Teil international Verbreitung fanden. Zu ihnen gehören der Son, der Mambo, die Salsa, der Danzón, die Rumba, der Cha-Cha-Cha und die alte und neue Trova (Nueva Trova).

Durch die Übersiedlung vieler SĂŒd- und Mittelamerikaner in die USA wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges kam es sehr schnell zu einer leichten Vermischung aus kubanischen Rhythmen und dem Jazz. Nach 1945 wurde kubanische Musik auch in Westafrika sehr beliebt und beeinflusste das Highlife.

Gegen Ende der 1990er-Jahre wurde durch den Film Buena Vista Social Club von Wim Wenders eine Kuba-Welle ausgelöst. Neben der bis dahin schon international verbreiteten modernen kubanischen Musik wurde wieder die Musik der 1940er-Jahre zum Exportschlager. Der Film berichtet ĂŒber die Arbeit von Ry Cooder mit einer Gruppe von kubanischen Musikern, die fast alle bereits das Rentenalter erreicht hatten. In der Folge veröffentlichten die beteiligten Musiker teils eigene Solo-Alben, die internationale Verkaufserfolge wurden.

Um das Jahr 2005 herum hatte weltweit der Reggaeton, moderne kubanische Musik meist jugendlicher Gruppen, einen kurzen, heftigen Boom. Seinen Ursprung hat der Reggaeton in Puerto Rico und Panama. Einige dieser Hits mit meist schlĂŒpfrigen Texten tauchten seinerzeit sogar in europĂ€ischen Charts auf. Nur wenige Monate spĂ€ter war zumindest der globale Hype wieder vorbei. Stilelemente des Reggaeton wurden allerdings in der Folge immer wieder verwendet und beeinflussten vor allem in der Mitte der 2010er zahlreiche internationale Hits.

Film

Vor der Revolution gab es auf Kuba keine eigenstÀndige Filmproduktion. Die wenigen Filme, die auf Kuba produziert wurden, ahmten den Stil US-amerikanischer Produktionen nach.

1959 wurde das Kubanische Filminstitut Instituto Cubano del Arte e Industria CinematogrĂĄficos (ICAIC) gegrĂŒndet, das zunĂ€chst ĂŒberwiegend Dokumentar-, Zeichentrick- und Lehrfilme produzierte. Sein GrĂŒndungsdirektor war Alfredo Guevara, ein enger Vertrauter Castros seit gemeinsamer Studienzeiten, der bis zu seinem Tod 2013 die zentrale Figur der kubanischen Filmkultur blieb. Der poetische Kurzfilm PM, der das Nachtleben Havannas dokumentierte, wurde 1961 von der revolutionĂ€ren Zensur verboten und löste eine den gesamten Kulturbetrieb betreffende Debatte aus, die Fidel Castro mit seinen „Worten an die Intellektuellen“ beendete, in denen er ihre kĂŒnstlerische Freiheit den Interessen seiner Regierung unterordnete. Der 1964 in Kuba gedrehte Film Ich bin Kuba war eine sowjetisch-kubanische Koproduktion mit Micheil Kalatosow als Regisseur, die kubanischen Filmschauspieler und Mitarbeiter des Films begrĂŒndeten spĂ€ter einen eigenstĂ€ndigen kubanischen Filmstil. Regisseure wie TomĂĄs GutiĂ©rrez Alea (Der Tod eines BĂŒrokraten – Muerte de un BurĂłcrata, 1964) und Humberto SolĂĄs (Lucia, 1968) fĂŒhrten nicht nur unter Cineasten zu einer internationalen Anerkennung des kubanischen Films. 1977 produzierte das ICAIC innerhalb eines Jahres 10 abendfĂŒllende Filme und 61 Kurzfilme. Aufgrund der Wirtschaftskrise zu Beginn der 1990er Jahre wurde die kubanische Film- und Fernsehproduktion zurĂŒckgefahren, so dass in den 1990er-Jahren fast nur noch vom Ausland, besonders von Spanien finanzierte Filme hergestellt wurden. Bemerkenswert ist der fĂŒr einen Oscar nominierte Film Erdbeer und Schokolade (1993) nach einer Kurzgeschichte von Senel Paz, der gekonnt das Thema HomosexualitĂ€t in der kubanischen Gesellschaft thematisiert. Erst neuerdings gibt es wieder eine eigenstĂ€ndige kubanische Filmproduktion, die mit Streifen wie Suite Habana (Regie: Fernando PĂ©rez, 2003) die Traditionen des kubanischen Films fortsetzt.

Seit 1986 gibt es die von Gabriel GarcĂ­a MĂĄrquez mit begrĂŒndete Internationale Hochschule fĂŒr Film und Fernsehen in San Antonio de los Baños, an der Studenten aus aller Welt, besonders aber Lateinamerikaner und auch Kubaner ausgebildet werden.

2017 wurden ca. 3000 kubanische Filmplakate in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen

Literatur

Auswahl bekannter kubanischer Schriftsteller:

  • Reinaldo Arenas (1943–1990)
  • Miguel Barnet (* 1940)
  • Guillermo Cabrera Infante (1929–2005)
  • Onelio Jorge Cardoso (1914–1986)
  • Alejo Carpentier (1904–1980)
  • JesĂșs DĂ­az (1941–2002)
  • Pedro Juan GutiĂ©rrez (* 1950)
  • NicolĂĄs GuillĂ©n (1902–1989)
  • JosĂ© Lezama Lima (1910–1976)
  • JosĂ© MartĂ­ (1853–1895): Das Lied Guantanamera von JosĂ© Joseito FernĂĄndez Diaz nach einem Gedicht des kubanischen Nationaldichters ĂŒber ein MĂ€dchen aus der Provinz GuantĂĄnamo ist ein Klassiker der Folkmusik.
  • Leonardo Padura (* 1955)
  • ZoĂ© ValdĂ©s (* 1959)
  • Cirilo Villaverde (1812–1894)

Kunst

  • Museo Nacional de Bellas Artes in Havanna.

KĂŒche

Die kubanische KĂŒche ist eine Fusion aus spanischer, afrikanischer und karibischer KĂŒche. Die Rezepte haben viele GewĂŒrze und Techniken mit der spanischen und afrikanischen Kochkunst gemeinsam, mit einigem Einfluss aus dem Karibikraum in WĂŒrze und Aroma. Es gibt aber große Unterschiede z. B. zur mexikanischen KĂŒche. Dagegen existiert ein kleiner, aber erwĂ€hnenswerter Einfluss der chinesischen KĂŒche.

Auf Grund historischer Gegebenheiten wurde die kubanische Bevölkerung nicht gleichmĂ€ĂŸig auf der Insel verteilt. Die afrikanischen Sklaven stellten die Mehrheit in den Zuckerrohrplantagen, jedoch waren sie in den meisten StĂ€dten in der Minderheit. Die Tabakplantagen waren hauptsĂ€chlich von armen spanischen Bauern, meist von den Kanarischen Inseln, besiedelt. Im östlichen Teil der Insel siedelten außerdem eine große Zahl französischer, haitianischer und karibischer Immigranten, hauptsĂ€chlich wĂ€hrend der haitianischen Revolution, sowie Saisonarbeiter fĂŒr die Zuckerernte, wĂ€hrend dies im westlichen Teil nicht so der Fall war. Stattdessen waren bis in die 1950er-Jahre dort hauptsĂ€chlich europĂ€ische Einwanderer ansĂ€ssig. So entwickelte sich die kubanische KĂŒche unter lokalen Gegebenheiten und den spezifischen demografischen EinflĂŒssen.

Historisch bedingt sind in vielen Rezepten GewĂŒrzmischungen beschrieben. Die Grundlage der meisten Gerichte ist Reis mit schwarzen oder roten Bohnen, congrĂ­ oder moros y cristianos („Mauren und Christen“) genannt, deren Zutaten in der Regel problemlos in den staatlichen GeschĂ€ften erhĂ€ltlich sind. Die Versorgungslage mit anderen Nahrungsmitteln gestaltet sich mitunter schwierig, da die staatlichen GeschĂ€fte nur ein sehr eingeschrĂ€nktes Angebot haben und oft von EngpĂ€ssen betroffen sind, und auf den freien BauernmĂ€rkten hohe Preise verlangt werden. Viele Kubaner in den StĂ€dten versorgen sich mit knappen bzw. teuren Lebensmitteln, wie zum Beispiel Fleisch, ĂŒber Beziehungen zur Landbevölkerung oder halten sich Kleintiere auf Balkonen oder DĂ€chern. Insofern variiert die kubanische KĂŒche heute auch stark zwischen Land und Stadt.

Touristen, die in den HĂ€usern einheimischer kubanischer Familien (casas particulares) untergebracht sind, bietet sich nach Absprache die Möglichkeit, die kubanische KĂŒche zu versuchen. Kubanische Restaurants bieten in von Touristen frequentierten Gegenden oftmals eine MenĂŒkarte an, deren Preise in den zwei WĂ€hrungen CUC und Moneda Nacional ausgeschrieben sind. Dort angebotene Speisen sind öfters nicht erhĂ€ltlich und das Angebot deutlich eingeschrĂ€nkter als in der Speisekarte angegeben. Die „Standards“ moros y cristiano und diverse Varianten aus HĂŒhnchenfleisch sind aber in der Regel erhĂ€ltlich. Alternativen dazu sind Paladares (dt. „Gaumen“), privat, oftmals in Privatwohnungen, betriebene Restaurants, die reichhaltige und abwechslungsreiche KĂŒche anbieten, allerdings zu Preisen, die nur fĂŒr AuslĂ€nder bezahlbar sind und an westeuropĂ€isches Niveau heranreichen.

In kubanischen StĂ€dten sind kleine VerkaufsstĂ€nde auf Straßen verbreitet, die eine Vielzahl an belegten Brötchen, Pizza oder lateinamerikanische Snacks anbieten. Auch aus Erdgeschossfenstern von Wohnungen wird so verkauft. So bekommt man eine kleine, einfache aber Ă€ußerst sĂ€ttigende Pizza fĂŒr einen Preis von etwa 5 Pesos (ca. 20 Euro-Cent).

Sport

Der Sport hat in Kuba einen hohen Stellenwert. Sportarten wie Baseball oder Boxen waren und sind sehr populÀr. In heutigen Tagen wird der Sport staatlicherseits stark gefördert.

Kuba nimmt an zahlreichen internationalen Wettbewerben, wie den Olympischen Sommerspielen und den Panamerikanischen Spielen teil. Die medaillenversprechendsten Sportarten sind der Baseball, Judo der Frauen, Ringen (griechisch-römisch), Boxen und Leichtathletik. Beachtenswert sind außerdem die Erfolge im Volleyball, Handball, Freistilringen, Kunst- und Turmspringen, Schach, Radrennen, Taekwondo und Kanusport. Auf dem ewigen Medaillenspiegel der Panamerikanischen Spiele befindet sich Kuba auf dem 2. Platz. Die Kubanische Fußballnationalmannschaft nahm bisher erst ein Mal an einer WM-Endrunde teil.

Im April 2017 durchquerte der Österreicher Jacob Zurl als Erster die Hauptinsel Kuba in LĂ€ngsrichtung im autobetreuten Non-Stop-Langstrecken-Radrennstil.

Medien

Die kubanischen Massenmedien sind Staatseigentum nach Kapitel VI Art. 52. der Verfassung von 1976. Das gesamte Medienwesen dient entsprechend auch der Propaganda des Staates. Die Lenkung und Kontrolle der ĂŒber die Medien verbreiteten Inhalte obliegt der Abteilung fĂŒr Ideologie des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, die von Rolando Alfonso Borges geleitet wird. Durch die Wirtschaftskrise von 1993 bedingt, ist das Angebot, das es an Printmedien (Zeitungen und BĂŒcher) und Kinos auf Kuba gab, sehr stark eingeschrĂ€nkt worden, wĂ€hrend andere Medien wie Fernsehen und Internet, wenn auch nicht in gleichem Maße, zugenommen haben.

Presse

Die kubanische Presse steht unter alleiniger Kontrolle der Regierung, der Kommunistischen Partei Kubas und der kommunistischen Massenorganisationen (Gewerkschaften, Frauenföderation etc.). Den grĂ¶ĂŸten Verbreitungsgrad haben folgende kubanische Zeitungen, die alle auch ĂŒber eine teilweise mehrsprachige Internet-Version verfĂŒgen. Die Zeitungen und Zeitschriften haben trotz ihrer nur allmĂ€hlich wieder steigenden Auflagen sehr viele Leser, da sie in der Regel in der Nachbarschaft systematisch untereinander ausgetauscht werden und eine faktische Monopolstellung innehaben. Folgende Zeitungen und Zeitschriften seien genannt:

  • Granma (Zentralorgan der Kommunistischen Partei Kubas PCC)
  • Juventud Rebelde (Organ der Kommunistischen Jugend UJC)
  • Trabajadores (Zeitung des Gewerkschaftsverbandes CTC)
  • Bohemia (Wochenzeitschrift)

UnabhĂ€ngiger Journalismus wird konsequent verfolgt. Insbesondere Berichte ĂŒber die Lage auf Kuba oder deren Weitergabe an auslĂ€ndische Medien ist strengstens untersagt. Kritische unabhĂ€ngige Journalisten publizieren ihre Texte auf auslĂ€ndischen Websites wie CubaNet. Auf der anderen Seite bemĂŒht sich die Regierung auch zu verhindern, dass sich BĂŒrger aus kubakritischen Quellen informieren können, Radio MartĂ­, ein Radiosender der US-Regierung in spanischer Sprache, wird stĂ€ndig gestört und Websites werden gefiltert.

Fernsehen

Es gibt auf Kuba fĂŒnf staatliche FernsehkanĂ€le (CubavisiĂłn, die beiden BildungskanĂ€le Canal Educativo 1 und 2, Tele Rebelde und MultivisiĂłn), die per analoger Antenne von der gesamten Bevölkerung empfangen werden können. Nahezu alle kubanischen Haushalte verfĂŒgen ĂŒber, allerdings mitunter sehr alte, FernsehgerĂ€te. FĂŒr den Empfang im Ausland sendet der ĂŒber Satellit ausgestrahlte Kanal CubavisiĂłn Internacional ein 24-Stunden-Programm.

Seit Juli 2005 strahlt der Satellitensender telesur sein Programm fĂŒr Lateinamerika aus, an dem Kuba mit 19 % Einlage beteiligt ist. In Kuba selbst wurde zunĂ€chst nur Tageszusammenfassung des Programms auf dem Sender Canal Educativo 2 gezeigt. Seit Januar 2013 wird das Programm in zwei Zeitfenstern von 8 Uhr morgens bis 16:30 Uhr nachmittags sowie von 20 Uhr bis 1 Uhr nachts live gesendet.

Satellitenempfang und der Besitz von EmpfangsschĂŒsseln sind in Kuba fĂŒr Privatleute verboten. FĂŒr touristische Einrichtungen wie Hotels werden eine Auswahl internationaler Satellitenprogramme, darunter beispielsweise die DW-TV oder CNN, in ein nationales Fernsehkabelnetz eingespeist, das von der staatlichen Firma Telecable betrieben wird. Das spanischsprachige CNN en Español wurde im Januar 2011 aus der Senderliste gestrichen.

Radio

Neben zahlreichen Radiosendern mit gemischten Programmen und reinen Musiksendern gibt es unter anderen den nach eigenen Angaben Àltesten 24-Stunden-Nachrichtensender Radio Reloj (Radio Uhr) mit stÀndiger Zeitansage. AuslÀndische Sender können, soweit technisch möglich, frei empfangen werden (mit Ausnahme des stÀndig gestörten US-Senders Radio Martí).

Internet

Bis zum Abkommen zwischen den USA und Kuba zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahr 2014 war das Internet in Kuba, auch aus Angst vor Verlust des Medienmonopols seitens des Staates, nur unter starken Restriktionen zugĂ€nglich. Als Teil dieses Abkommens sagten die USA zu, das Embargo fĂŒr den Export von AusrĂŒstung und Dienstleistungen im Bereich der Telekommunikation zu beenden. Der Mitte 2015 im US-Kongress eingebrachte Cuba DATA Act soll die gesetzliche Basis fĂŒr das Engagement von amerikanischen Telekommunikationsfirmen in Kuba schaffen. Mit Sprint und Verizon haben seitdem bereits zwei US-Unternehmen Sprach- und Datendienste fĂŒr Kuba angekĂŒndigt.

Die AnfĂ€nge des kubanischen Internets reichen zurĂŒck ins Jahr 1994, als mit Hilfe der UNESCO ein Backbone fĂŒr die ganze Insel installiert wurde, der nur fĂŒr die Anbindung der Ärzte an nationale und internationale medizinische Datenbanken gedacht war und staatlicher Kontrolle unterliegt. Private InternetzugĂ€nge sind auch heute in Kuba praktisch nicht vorhanden. Ausnahmen bilden lediglich die schon genannten Ärzte, Wissenschaftler und regierungstreue Journalisten. Ansonsten sind die Kubaner bislang gezwungen, öffentliche Zugangsmöglichkeiten zu nutzen. Diese werden seit 2015 stark ausgeweitet. Neben den bis zu 10 Dollar pro Stunde teuren HotelanschlĂŒssen gibt es seitdem zunehmend die Möglichkeit, sich in einen der WLAN-Hotspots einzuwĂ€hlen. Deren Zahl begann bei 35 und belief sich gegen Ende 2015 auf rund 60. Bei Kosten von zwei Dollar pro Stunde liegt der Tarif jedoch weiterhin jenseits dessen, was sich ein kubanischer Durchschnittsverdiener mit 25 Dollar Monatseinkommen leisten kann.

2011 wurde Kuba ĂŒber ALBA-1 von Venezuela aus an das internationale Glasfasernetz angeschlossen. Zuvor lief die Kommunikation ĂŒber langsame Satellitenverbindungen. Offiziell in Betrieb ging das Kabel jedoch erst zwei Jahre spĂ€ter. Seitdem verbessern sich die Zugangsmöglichkeiten der Kubaner zum Internet langsam, aber stetig. War es zuvor nur in Touristenhotels möglich, fĂŒr sechs bis zehn konvertible Pesos (CUC) ins Internet zu gehen, oder fĂŒr 1,50 CUC pro Stunde an Computern der Post internationale E-Mails zu schreiben, wurden nun zahlreiche InternetcafĂ©s der staatlichen Telekommunikationsfirma ETECSA eingerichtet, in denen man fĂŒr 4,50 CUC pro Stunde ins Internet gehen konnte. 2014 wurde der mobile E-Mail-Dienst Nauta eingerichtet, der es erlaubte, via den mobilen Datendienst GPRS internationale E-Mails zu versenden und empfangen. Mitte 2015 wurde Nauta um WLAN-HotSpots in mehreren großen StĂ€dten erweitert, an denen je nach Ausbaustufe 50 bis 100 Menschen gleichzeitig online gehen können. Im Juli 2015 wurden die Zugangspreise von 4,50 CUC auf 2 CUC pro Stunde reduziert. Angesichts des kubanischen Durchschnittsverdiensts von 20 bis 25 CUC monatlich bleiben dies prohibitive Preise fĂŒr den Großteil der kubanischen Bevölkerung, die damit weiterhin vom World-Wide-Net abgeschnitten ist. Ein Angebot von Google, Kuba kostenlos mit W-LAN-Antennen zu versorgen, wurde von der Regierung abgelehnt. Ziel sei es demnach nicht, die Kubaner mit Internet zu versorgen, sondern die Revolution zu unterminieren. Trotzdem ist vor allem seit der Öffnung der WLAN-HotSpots die Zahl der Internetnutzer in Kuba stark gestiegen. Vor allem Kubaner mit Verwandtschaft in den USA sowie eine wachsende Anzahl von BeschĂ€ftigten in der Tourismusbranche haben Zugang zu Devisen und können sich den Internetzugang mit eigenen Tablets, Smartphones oder Laptops leisten.

Im Jahr 2014 hatten in Kuba basierend auf Daten der ITU 27 Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet. Der Großteil davon hat allerdings nur Zugriff auf E-Mail-Dienste und staatliches Intranet. Zugang zum internationalen World-Wide-Web hatten SchĂ€tzungen zufolge 2015 lediglich 5 % der Bevölkerung, was die mit niedrigste Rate in ganz Lateinamerika ist. Es kamen 2011 rund 7 Computer auf 100 Einwohner, die allermeisten davon stehen jedoch in staatlichen Einrichtungen und lediglich 60 % sind an das Netz angeschlossen.

Am Welttag gegen Internetzensur (12. MÀrz) listete die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen Kuba (unter anderem in den Jahren 2009, 2010, 2011, 2015) als eines der zwölf LÀnder, die als Feinde des Internets gelten.

Kuba brachte im Februar 2007 die Betaversion der eigenen Suchmaschine 2x3 heraus. Abrufbar sind 150.000 offizielle Seiten, von der staatlichen Presse bis hin zu Fidel Castros Reden. Im Dezember 2010 startete das kubanische wikibasierende Online-Lexikon EcuRed mit rund 20.000 Artikeln, die die offizielle kubanische Sicht auf die Welt zeigen.

Die Regierung unter RaĂșl Castro hat angekĂŒndigt, dass trotz der zwischenzeitlichen Aufhebung des Verbots zum Kauf von Computern fĂŒr Privatpersonen die BeschrĂ€nkungen des Internetzugangs nicht so schnell beseitigt werden. GrĂŒnde seien vor allem die beschrĂ€nkten technischen und ökonomischen KapazitĂ€ten. Die meisten Haushalte hĂ€tten ja noch nicht einmal einen Telefonanschluss. 2008 wurden die BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Kauf und die Nutzung von Mobiltelefonen gelockert.

Die kubanischen Gesetze drohen mit einer Haftstrafe von bis zu 20 Jahren fĂŒr das Posten von illegalen Inhalten auf auslĂ€ndischen Websites. Der illegale Zugang zum Internet wird mit fĂŒnf Jahren Haft bestraft. FĂŒr die praktische DurchfĂŒhrung der Internetzensur zeichnet sich die renommierte Informatik-UniversitĂ€t (UCI) verantwortlich.

Trotz aller Restriktionen entwickelte sich das Internet in den letzten Jahren zunehmend auch innerhalb Kubas zu einem Medium fĂŒr den Austausch regierungsunabhĂ€ngiger Informationen, vorwiegend per E-Mail. Gleichzeitig entwickelte sich ab ungefĂ€hr 2007 eine regimekritische Bloggerszene. Zu den international bekanntesten Bloggern gehören Yoani SĂĄnchez, ihr Ehemann Reinaldo Escobar und Claudia Cadelo. Zwar wurde seitens der kubanischen Behörden toleriert, dass diese Blogs im Ausland zu lesen sind, jedoch war der Zugriff auf diese Blogs bis Februar 2011 innerhalb Kubas gesperrt. Weitere Blogs sind Havana Times, herausgegeben vom US-Amerikaner Circles Robinson, mit zahlreichen jungen und Ă€lteren Autoren aus Kuba, Voces Cubanas, herausgegeben von Reinaldo Escobar, und La Joven Cuba.

Mit der Ausdehnung des Engagements auf die kubanische Öffentlichkeit bekamen die Blogger jedoch auch zunehmend Probleme mit dem Sicherheitsapparat. Die Spanne der Repressionen reichte von Bedrohungen, ĂŒber kurzzeitige Festnahmen, bis hin zu sogenannten Actos de Repudio (wörtlich „Akte der Ablehnung“, tatsĂ€chlich geht es jedoch um EinschĂŒchterung).

SpĂ€ter Ă€nderte sich die Strategie der kubanischen Regierung: So wurden rund tausend regierungstreue „revolutionĂ€re“ Blogger installiert, um den dissidenten Bloggern zu begegnen. Unter anderem werfen sie Yoani SĂĄnchez und ihren Kollegen vor, von der US-Regierung bezahlt zu werden. Auch werden hĂ€ufig GerĂŒchte ĂŒber das Privatleben der Blogger veröffentlicht, mit dem Ziel, diese zu schĂ€digen. Den USA wird vorgeworfen, einen sogenannten „Cyberkrieg“ gegen Kuba zu fĂŒhren. Dieser wĂŒrde nicht „Bomben und Gewehrkugeln, sondern mit Informationen, Kommunikation, Algorithmen und Bytes“ gefĂŒhrt. Dies sei „eine neue Form der Invasion, die von der entwickelten Welt ausgeht“. Die „Cyberdissidenten“ um Yoani SĂĄnchez wĂŒrden als Teil dieses Krieges aufgebaut.

Ende 2011 wurde in Kuba ein Klon von Facebook namens Red Social (soziales Netzwerk) freigeschaltet. Dieses ist ausschließlich im kubanischen Intranet erreichbar und soll vor allem Studenten eine Alternative zu auslĂ€ndischen sozialen Netzwerken im Internet wie Facebook oder Twitter bieten, die obwohl auch von offiziellen Stellen in Kuba selbst reichlich genutzt, als Teil des sogenannten „Cyberkrieges“ gegen das revolutionĂ€re Kuba bezeichnet werden. Zweck dĂŒrfte es sein, den Informationsfluss besser zu kontrollieren und den Zugang zu den in diesen Netzwerken vorhandenen freien Informationen zu erschweren bzw. zu verhindern.

Auch der als Fidel Castro nahestehend geltende Ignacio Ramonet, autorisierter Biograph Castros, kritisierte den beschrĂ€nkten Zugang der kubanischen Bevölkerung zum Internet: „Ohne eine hinreichend breite Auffahrt ins www droht die Insel den Anschluss an die internationale Entwicklung zu verlieren“, so der Herausgeber der Le Monde diplomatique.

Seit dem 9. Februar 2015 ist die US-amerikanische Online-Videothek Netflix auch in Kuba verfĂŒgbar.

Mythos Kuba

Weltweit gibt es bei vielen mit dem Sozialismus verbundenen Menschen einen „Mythos Kuba“. Das kubanische Staatswesen wird als ein(ziger) gelungener Versuch des Sozialismus gesehen, der Vorbildcharakter nicht nur fĂŒr die „Dritte Welt“ habe und den es zu verteidigen gelte. Große Sympathien hat das kubanische Modell auch in weiten Teilen SĂŒd- und Mittelamerikas. GrĂŒnde hierfĂŒr sind beispielsweise:

  • Die solidarische Hilfe Kubas fĂŒr andere LĂ€nder der Dritten Welt:
    • MilitĂ€rische Hilfe zur Verteidigung Angolas gegen die Truppen des damaligen Apartheid-Regimes SĂŒdafrika (→ Kubanischer MilitĂ€reinsatz in Angola) und anschließender medizinischer und militĂ€rischer Hilfe zur Verteidigung der demokratisch gewĂ€hlten Regierung Angolas gegen die (von den USA, bis in die Amtszeit von George Bush sen. durch Waffenlieferungen unterstĂŒtzten) Armee der Rebellenorganisation UNITA.
    • UnterstĂŒtzung von Staaten der Dritten Welt mit Spezialisten fĂŒr Alphabetisierung.
    • Engagement in der Bewegung der Blockfreien Staaten zur Zeit des Kalten Krieges.
    • Entsendung von Ärzten in andere LĂ€nder, so z. B. nach Venezuela, wo im Rahmen der MisiĂłn Barrio Adentro eine medizinische Grundversorgung in den Armenvierteln aufgebaut wird, wofĂŒr im Gegenzug Venezuela verbilligt Öl an Kuba verkauft. Anfang 2018 bestand mit 35 Staaten ein entsprechendes Entsendeabkommen und sorgte fĂŒr jĂ€hrliche Deviseneinnahmen von 11,5 Milliarden Dollar.
  • Die vergleichsweise hohen Sozial- und Bildungsstandards, die nach der kubanischen Revolution erreicht wurden.
  • Das Vorliegen einer echten Revolution, die von einer breiten Volksbewegung getragen war.
  • Der Konflikt mit den als neoliberal und imperialistisch gesehenen USA.
  • Die Tatsache, dass Kuba die allgemeine Implosion des Ostblocks ĂŒberlebt hat.

In gleichem Maße wird die kubanische Regierung gerade von vielen Nichtlinken deutlich abgelehnt. Insbesondere in den USA ist sie als eine der „letzten Bastionen des Kommunismus direkt vor der HaustĂŒr“ vielen ein Dorn im Auge. Sie argumentieren:

  • Die hohen Sozial- und Gesundheitsstandards seien vom Ostblock subventioniert worden und keine Rechtfertigung fĂŒr die Diktatur. Außerdem könnten sie nicht mehr lange von der relativ schwachen Wirtschaft aufrechterhalten werden.
  • In Anlehnung an die sowjetische Außenpolitik habe Kubas Engagement fĂŒr die dritte Welt lange Zeit zu wesentlichen Teilen aus der Entsendung militĂ€rischer Truppen bestanden.
  • Kubas Diktatur sei keineswegs human, höchstens im Vergleich zur blutigen FrĂŒhgeschichte der Revolution.
  • Die kubanische Regierung habe den Kubanern nie die Möglichkeit gewĂ€hrt, ĂŒber Grundlagen ihrer Politik abzustimmen oder gar sie abzuwĂ€hlen; ihre UnterstĂŒtzung durch die heutige Bevölkerung sei ungewiss.
  • Der Konflikt mit den USA sei durch Fidel Castro heraufbeschworen und von ihm wach erhalten worden, weil er ihn benötigt habe, um seine Repressionsmaßnahmen zu rechtfertigen.

Differenzen dieser Art tragen in entsprechenden Medien zu einer sehr ideologisierten und schwierigen Auseinandersetzung bei.

Filme

  • Der alte Mann und das Meer, 1958, Verfilmung der gleichnamigen Novelle von Ernest Hemingway
  • Bevor es Nacht wird, 2000, Filmbiografie die auf dem autobiografischen Roman (1990) des kubanischen Schriftstellers Reinaldo Arenas mit dem Titel Antes que anochezca (dt. Bevor es Nacht wird) basiert und Arenas' Leben thematisiert.
  • Buena Vista Social Club Deutschland/USA/UK/Frankreich/Kuba 1999: Dokumentarfilm von Wim Wenders ĂŒber kubanische „Soneros“-Musiker der 1930er-, 1940er- und 1950er-Jahre. Im Mittelpunkt das Konzert der gleichnamigen Truppe alter, aber eher jung spielenden MĂ€nner, die Ry Cooder wieder ins Rampenlicht gebracht hat.
  • Erdbeer und Schokolade, Mexiko/Kuba/Spanien 1994: international preisgekrönter Spielfilm. 'Prisma-online' schreibt: „Nach der gleichnamigen Kurzgeschichte des bekannten kubanischen Schriftstellers Senel Paz – der auch das Drehbuch schrieb – entstand unter der Regie von TomĂĄs GutiĂ©rrez Alea ein beeindruckendes Bild der kubanischen Gesellschaft, das eine Freundschaft zeigt, die auch sozialpolitische Tabus (dazu zĂ€hlt die HomosexualitĂ€t in Kuba immer noch) ĂŒberwinden kann.“
  • Havanna, Spielfilm 1990: Mit Robert Redford als Jack Weil, verliebter Pokerspieler in den Wirren vor der Revolution.
  • Soy Cuba – Ich bin Kuba Sowjetunion/Kuba 1964: Ästhetisch anspruchsvoller Propagandafilm von Michail Kalatosow: FĂŒnf Episoden aus dem Leiden und Kampf des kubanischen Volkes zur Zeit der Revolution.

Literatur

  • Cristina Eßer, Marieke Göttsch, Johanna Hartmann u. a. (Hrsg.): Kuba. 50 Jahre zwischen Revolution, Reform – und Stillstand? (PDF; 83 kB) Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2011, ISBN 978-3-86573-595-9.
  • Wilson Cardozo: Der ewige Kalte Krieg: Kubanische Interessengruppen und die US-Außenpolitik. VS Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17544-7.
  • Barbara Dröscher: Havanna Lektionen. Kuba zwischen Alltag, Kultur und Politik. Berlin: Ed. TranvĂ­a, 2012. ISBN 978-3-938944-51-6.
  • Ottmar Ette und Martin Franzbach: Kuba heute (Politik, Wirtschaft, Kultur). Frankfurt 2001, ISBN 3-89354-575-1.
  • Frank FernĂĄndez: Anarchismus auf Kuba. Die Geschichte einer Bewegung. Syndikat-A, Moers 2007, ISBN 3-9810846-3-2.
  • Claudia Hilb: ÂĄSilencio, Cuba! La izquierda democrĂĄtica frente al rĂ©gimen de la RevoluciĂłn Cubana. Edhasa, Buenos Aires, 2010, deutsch: http://bdroesch.userpage.fu-berlin.de/hilb_kuba.pdf
  • Bert Hoffmann: Kuba. Verlag C.H.Beck, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-406-55851-1.
  • Monika Krause-Fuchs: Cuba – meine Hölle, mein Paradies. 30 Jahre Castro und ein Ende. Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2008, ISBN 978-3-86634-623-9.
  • Landeszentrale der politischen Bildung Baden-WĂŒrttemberg (Hrsg.): Kuba (PDF; 910 kB). In: Der BĂŒrger im Staat, Heft 2/2008, ISSN 0007-3121.
  • Heinz Langer: KUBA – Die lebendige Revolution. Verlag Wiljo Heinen, Böklund 2007, ISBN 978-3-939828-06-8.
  • Fernando Mires: Kuba – Die Revolution ist keine Insel. Hamburg 1984, ISBN 3-88022-187-1.
  • Harald Neuber: Kubas unentdeckte Wende. Wie die innere Reformdebatte Fidel Castros Revolution seit 1990 verĂ€ndert hat. Frankfurt/Main, 2013, ISBN 978-3-631-62761-7.
  • Bernd Wulffen: Kuba im Umbruch – von Fidel zu RaĂșl Castro. Christoph Links Verlag, 2008, ISBN 978-3-86153-486-0.
  • Michael Zeuske: Kuba im 21. Jahrhundert. Revolution und Reform auf der Insel der Extreme. Rotbuch, Berlin 2012, ISBN 978-3-86789-151-6.
  • Tobias Hauser und Robert Fischer: Kuba. Zwischen Traum und Wirklichkeit. National Geographic Buchverlag, Hamburg 2016, ISBN 978-3-8669-0366-1.

Weblinks

  • LĂ€nder- und Reiseinformation des AuswĂ€rtigen Amtes
  • Bert Hoffmann: Kuba im LĂ€nder-Informations-Portal (LIPortal) der Gesellschaft fĂŒr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) (deutsch)
  • Website der kubanischen Regierung (spanisch/englisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Kuba
  • Cuba Country Report im Transformationsindex BTI der Bertelsmann Stiftung 2012 (englisch)
  • Yoani SĂĄnchez: GeneraciĂłn Y – Unzensierte Innenansichten aus Kuba (vielfach ausgezeichneter Blog)
  • recht vollstĂ€ndige Liste der kubanischen Zeitungen mit Links
  • Hörfunk-Dokumentation "Wie geht's, Kuba?", 60 min., zum Nachhören auf MDR KULTUR
  • Barbara Brosenbauer, Marlene Hawelka: Die soziale Infrastruktur Kubas, Technische UniversitĂ€t Wien, Wien, 2009, PDF-Datei
  • CubaNet

Einzelnachweise



 

Region Regionen (15)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
CamagĂŒey 22.437 20.518 -78.656 -76.945  
Ciego de Ávila 22.562 20.712 -79.389 -78.071  
Cienfuegos 22.587 21.825 -80.943 -80.023  
Granma 20.784 19.828 -77.737 -76.18  
GuantĂĄnamo 20.556 19.883 -75.49 -74.133  
Havanna 23.194 22.948 -82.539 -82.076  
HolguĂ­n 21.252 20.397 -76.722 -74.715  
Isla de la Juventud 21.955 21.438 -83.192 -81.369  
La Habana 23.201 22.559 -82.978 -81.596  
Las Tunas 21.458 20.678 -77.831 -76.314  
Matanzas 23.266 22.044 -82.164 -80.471  
Pinar del RĂ­o 23.021 21.767 -84.95 -82.825  
Sancti SpĂ­ritus 22.674 21.549 -80.101 -78.927  
Santiago de Cuba 20.574 19.879 -77.048 -75.375  
Villa Clara 23.155 21.939 -80.748 -79.327  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Cuba

Name englisch: Cuba
Hauptstadt: Havana
Kfz: C
ISO: CU
ISO3: CUB
Fläche: 110860 km²
Tld: .cu
Wärung Einheit: CUP
Währung: Peso
Vorwahl: 53

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 23.2767521
südlichster Punkt: 19.8258994
westlichster Punkt: -85.071256
östlichster Punkt: -74.1322231


 
Kuba: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Kuba. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

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