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Staat Informationen : Peru

Informationen:


Peru ([peňąruňź], spanisch Per√ļ [peňą…ĺu]; amtlich Republik Peru, spanisch Rep√ļblica del Per√ļ, Aymara Piruw Republika, Quechua Piruw Suyu) ist ein Staat im westlichen S√ľdamerika und grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im S√ľdosten an Bolivien, im S√ľden an Chile und im Westen an den Pazifik. Die Etymologie des Landesnamens wird in der etymologischen Liste der L√§ndernamen erl√§utert.

Geografie

Peru ist nach Brasilien und Argentinien fl√§chenm√§√üig das drittgr√∂√üte Land in S√ľdamerika. Die L√§nge der Landesgrenze mit Ecuador betr√§gt 1420¬†km, mit Kolumbien 1626¬†km, mit Brasilien 2995¬†km, mit Bolivien 900¬†km und mit Chile 160¬†km. Die Gesamtl√§nge der Landesgrenzen betr√§gt 7101¬†Kilometer.

Landschaftszonen

Peru liegt in drei unterschiedlichen Landschaftszonen mit ihren klimatischen Besonderheiten:

  • Costa (K√ľste) ‚Äď ca.¬†12¬†% der Staatsfl√§che,
  • Sierra (Anden, Hochland) ‚Äď ca.¬†28¬†%,
  • Selva (Regenwald, Wolken- und Nebelwald) ca.¬†60¬†%.

Costa

Die Costa steht unter dem Einfluss des Humboldtstroms und ist weitgehend eine K√ľstenw√ľste, in der nur entlang der aus den Anden kommenden Fl√ľsse in Flussoasen Landwirtschaft m√∂glich ist.

Im S√ľden Perus, an der Grenze zu Chile beginnt die trockenste W√ľste der Erde, die Atacamaw√ľste. Im s√ľdlichen Bereich der Costa bis zur Hauptstadt Lima, die ungef√§hr auf der H√§lfte des peruanischen K√ľstenstreifens liegt, sind Regenf√§lle im gesamten Jahresverlauf sehr selten.

N√∂rdlich von Lima nehmen Bodenqualit√§t und Regenf√§lle etwas zu, sodass Landwirtschaft dort auch au√üerhalb von Flussoasen m√∂glich ist. Die Temperaturen schwanken zwischen 12¬†¬įC im Winter und 35¬†¬įC im Sommer.

Gr√∂√üere St√§dte an der K√ľste, neben Lima, sind (eine Auswahl, von Norden nach S√ľden): Tumbes, Sullana, Piura, Chiclayo, Trujillo, Chimbote, Huaral, Pisco, Ica, Nazca und Ilo.

Sierra

Hinter der schmalen K√ľstenregion beginnt die Sierra. Sie besteht aus mehreren Bergz√ľgen der Anden, die von L√§ngst√§lern (span. callej√≥n oder valle) unterbrochen werden. Typisch f√ľr die gesamte Andenregion sind dazu tief eingeschnittene T√§ler (Canyons) und Durchbr√ľche der Gebirgsketten (span. Pongo) durch gro√üe Fl√ľsse, an der West- und Ostseite der Kordillere.

Ein typischer Querschnitt der Anden zeigt sich in der zentralen Region Ancash: Von West nach Ost sind das die ‚ÄěSchwarzen Kordilleren‚Äú (Cordillera Negra, bis ca. 5000¬†m), gefolgt vom Callej√≥n de Huaylas (um 3000¬†m). Der n√§chste Bergzug sind die ‚ÄěWei√üen Kordilleren‚Äú (Cordillera Blanca), hier befindet sich der h√∂chste Berg Perus, der Huascar√°n (6768¬†m). Weiter Richtung Osten erstreckt sich das Callej√≥n de Conchucos (mit dem Fluss Mara√Ī√≥n, einem Quellfluss des Amazonas), abgel√∂st von weiteren Bergketten.

Die höchsten Berge sind Nevado Huascarán (6768 m), Yerupaja (6634 m), Coropuna (6425 m).

W√§hrend im Norden des Landes die Anden nicht bis zur Schneegrenze reichen und sehr vegetationsreich sind (klimatische Zone des P√°ramo), zeigen sie sich im zentralen Gebiet sehr steil, teilweise mit breiteren T√§lern und hohen Bergen mit ewigem Schnee und Eis (Gletscher). Im mittleren S√ľden Perus (ab dem Breitengrad der Hauptstadt Lima) zeigt sich die Landschaft eher h√ľgelig zwischen 3000 und 4000¬†Metern, mit wenigen markanten schneebedeckten Bergmassiven √ľber 5000¬†Metern.

Ab diesem Breitengrad Richtung S√ľden treten ebenfalls Vulkankegel mit teilweise sporadischer vulkanischer Aktivit√§t auf (Ubinas), und die Andenkette verbreitert sich stark, mit Auspr√§gung von wenigen steilen Gebirgsketten und dazwischenliegenden h√ľgeligen Hochebenen. Im S√ľden des Landes (in den Regionen Arequipa, Puno, Moquegua und Tacna) zeigt sich insbesondere eine gewisse Abflachung der Hochebene. Es bildet sich der sogenannte Altiplano, der seine typische Auspr√§gung um den Titicacasee erh√§lt.

Die mittlere Jahrestemperatur in 3300¬†m H√∂he liegt bei 11¬†¬įC. Mitunter gibt es in der eher niederschlagsarmen Region heftige Regenf√§lle von Oktober bis April. Gr√∂√üere St√§dte in dieser Region sind (eine Auswahl, von Norden nach S√ľden): Cajamarca, Huaraz, Cerro de Pasco, Huancayo, Ayacucho, Cusco, Puno, Arequipa.

In der Nähe Cuscos liegt auch die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu.

Selva

√Ėstlich der Anden beginnt die Regenwaldregion (‚ÄěSelva‚Äú). Der √úbergang ist dabei flie√üend, da es einen tropischen Bergwald gibt, in dem ein milderes Klima herrscht.

In der durch Tageszeitenklima bestimmten Region betr√§gt die Jahresmitteltemperatur ca. 26¬†¬įC und der Jahresniederschlag erreicht bis zu 3800¬†mm. Dort entspringen auch weitere Quellfl√ľsse des Amazonas, der durch das Amazonasbecken in Richtung Brasilien flie√üt.

Der peruanische Regenwald ist dicht und fast undurchdringlich. Die Fl√ľsse, die von den Ketten der Anden in weiten Flussschlingen zum Amazonas str√∂men, sind die einzigen Verkehrsadern durch die weiten Waldgebiete.

Die einzigen gr√∂√üeren und auch f√ľr den Tourismus wichtigen St√§dte in dieser Region sind Iquitos und Puerto Maldonado. Iquitos ist von Lima aus nicht auf dem Landweg erreichbar, sondern nur mit dem Flugzeug oder dem Boot. Puerto Maldonado kann per Boot, Flugzeug (1¬†¬Ĺ¬†h bis Lima; ¬Ĺ¬†h von Cusco) und per Lkw (24‚Äď60¬†h) von Cusco erreicht werden. Weitere gr√∂√üere St√§dte in dieser Region sind (eine Auswahl, von Norden nach S√ľden) Tarapoto, Tingo Mar√≠a und Pucallpa. Bedeutend ist das gr√∂√üte Naturschutzgebiet Perus Pacaya-Samiria.

Gewässer

Die gr√∂√üten Fl√ľsse in Peru sind der Amazonas und seine Quellfl√ľsse R√≠o Apur√≠mac, R√≠o Urubamba, R√≠o Ucayali und R√≠o Mara√Ī√≥n, au√üerdem die Amazonas-Nebenfl√ľsse Napo, Putumayo und Huallaga.

Die größten Seen Perus sind der Titicacasee und der Lago Junín zwischen den Andenketten.

Flora und Fauna

Die Flora Perus ist sehr abwechslungsreich und vielf√§ltig. Mit einer besonders gro√üen Artenvielfalt und Biodiversit√§t, ausgesprochen vielen endemischen Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren sowie vielf√§ltigen √Ėkosystemen wird Peru zu den Megadiversit√§tsl√§ndern dieser Erde gerechnet. Aufgrund der gro√üen Gef√§hrdungslage f√ľr die Natur wird zudem die √Ėkoregion der tropischen Anden international als Hotspot der Biodiversit√§t gelistet.

In den trockenen und sandig-w√ľstenhaften K√ľstenebenen wachsen nur Trockenpflanzen (Xerophyten) wie etwa Kakteen und Mesquiten. In den Regenwaldregionen bis hinauf in die Nebelwaldstufe der Gebirge findet man hingegen eine gro√üe F√ľlle an Pflanzen. Vertreter dieser Vegetation sind unter anderem Kautschuk- und Mahagonib√§ume sowie Vanille. In der alpinen Stufe der Hochgebirge liegt auf Grund der nat√ľrlichen Bedingungen nur eine sp√§rliche Pflanzenvielfalt vor. Hier in den √Ėkoregionen Puna und P√°ramo wachsen haupts√§chlich Gr√§ser und Bodendecker.

Perus Nationalpflanze ist die Cantua (Cantua buxifolia), ein zwei bis drei Meter hoher Strauch mit langen, glockenf√∂rmigen Bl√ľten aus der Familie der Sperrkrautgew√§chse, der in 1200 bis 3800¬†Metern H√∂he w√§chst.

Ebenso wie die Flora hat auch die Tierwelt Perus eine gro√üe Artenvielfalt zu bieten. In der K√ľstenebene und auf den K√ľsten vorgelagerten Inseln leben M√∂wen und Seeschwalben, Eidechsen, Skorpione, Robben und Pinguine. In den peruanischen K√ľstengew√§ssern findet man unter anderem Sardinen, Hummer, Makrelen sowie etwa 30 Wal- und Delfinarten. Der Peruanische Schnabelwal (Mesoplodon peruvianus), wurde hier 1991 entdeckt. Tiere der fruchtbareren Regionen im Osten sind beispielsweise G√ľrteltiere, Alligatoren, Jaguare, Pumas, Papageien und Flamingos. In der Gebirgsregion leben die h√∂ckerlosen Kamele wie z.¬†B. das Lama und Alpaka. Das Nationaltier Perus, den roten Felsenhahn (Rupicola peruviana), findet man im Manu-Nationalpark.

Avifauna

Peru gilt als das Land mit der gr√∂√üten Diversit√§t an V√∂geln weltweit. √úber 1800¬†Arten (mehr als in Europa und Nordamerika zusammen) sind in Peru heimisch, etliche sind endemisch. In allen Teilen Perus ist die Vogelfauna sehr vielf√§ltig. Selbst in der Millionenstadt Lima werden Perutauben und Morgenammern gesichtet. In den Salzseen des S√ľdens und an der bolivianischen Grenze kommen verschiedene Arten von Flamingos vor. Im Hochland leben verschiedene Ibisarten, Uferwippern sowie Andeng√§nse, Andenspechte, Andenzeisige und Andenschwalben. Diverse Arten Kolibris kommen bis hinauf an den Titikaka-See und auf dessen Inseln vor.

Trotz der großen Vogelvielfalt gibt es in Peru keine Vogelschutzorganisation.

Nationalparks, Schutzgebiete

Die Verfassung von Peru von 1993 erkennt die nat√ľrlichen Ressourcen und die Vielfalt der √Ėkosysteme dieses Landes als nationales Erbe an. Schon im Jahre 1992 wurde das Instituto Nacional de Recursos Naturales als Abteilung des Landwirtschaftsministeriums gegr√ľndet. Ihm unterliegt das Sistema Nacional de √Āreas Naturales Protegidas por el Estado welches eine Liste von allen Schutzgebieten Perus f√ľhrt. Betreut werden die Gebiete vom Servicio Nacional de Areas Naturales Protegidas por el Estado.

Insgesamt 40 Prozent des peruanischen Territoriums hat die Regierung an private, gewinnorientierte Unternehmen zur Erschlie√üung nat√ľrlicher Ressourcen und dem gro√üfl√§chigen Anbau von Agrarprodukten abgetreten. 74¬†Gebiete mit insgesamt 222.297,005¬†km¬≤ oder 17,3¬†% der Landesfl√§che Perus werden durch die Regierung gesch√ľtzt:

  • 15¬†Nationalparks (Parques Nacionales (PN)),
  • 15¬†Naturreservate (Reservas Nacionales (RN)),
  • 9¬†Schutzgebiete (Santuarios Nacionales (SN)),
  • 4¬†historische Schutzgebiete (Santuarios Hist√≥ricos (SH)),
  • 3¬†Schutzgebiete f√ľr die Waldfauna (Refugios de Vida Silvestre (RVS)),
  • 2¬†Landschaftsschutzgebiete (Reservas Paisaj√≠sticas (RP)),
  • 6¬†Waldschutzgebiete (Bosques de Protecci√≥n (BP)),
  • 8¬†kommunale Schutzgebiete f√ľr indigene V√∂lker (Refugios Comunales (RC)),
  • 2¬†Jagdschutzgebiete (Cotos de Caza (CC)) und
  • 13¬†weitere Schutzgebiete (Zonas Reservadas (ZR)).

Eines der bedeutendsten Schutzgebiete ist das Man√ļ-Biosph√§renreservat, das zum UNESCO-Welterbe z√§hlt und sowohl tropische Tieflandsw√§lder als auch Berglebensr√§ume der Anden einschlie√üt.

Bevölkerung

Landflucht bedingt die starke Zuwanderung von Peruanern in die Hauptstadt, in der derzeit rund ein Viertel der Bevölkerung des Landes lebt. Ein erheblicher Teil vor allem der indigenen Bevölkerung lebt unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze. Regional betrachtet befinden sich die meisten Armen in den Randzonen Limas und in den ländlichen Gebieten der Sierra und der Selva. 2016 lebten 78,9 % der Bevölkerung in Städten.

Auf Grund der Gegens√§tze in den ethnischen Kulturen, soziopolitischer Disparit√§ten und der Misswirtschaft und B√ľrokratie kommt es zu einer ungen√ľgenden Versorgung der Bev√∂lkerung. Nahrungsmittelimporte und somit hohe Devisenausgaben folgen. Rund zweieinhalb Millionen peruanische Staatsb√ľrger leben durch eine anhaltende Auswanderung im Ausland, vor allem in den USA, Europa und Japan.

Verschiedene Kulturwissenschaftler haben sich mit der typisch peruanischen Mentalität befasst, Selbstbild und Fremdbilder verglichen und daraus sogenannte Kulturstandards des Verhaltens formuliert.

Perus Bev√∂lkerung wuchs von 7,7 Millionen im Jahre 1950 auf 32,1 Millionen im Jahre 2017 an. Das Medianalter der Bev√∂lkerung betrug 2016 27,7 Jahre. Eine Frau bekam im Laufe ihres Lebens im Durchschnitt 2,15 Kinder. F√ľr die Zukunft wird davon ausgegangen, dass sich das Bev√∂lkerungswachstum verlangsamt und die Bev√∂lkerung altert.

Ethnien

Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei L√§nder Lateinamerikas mit einem gro√üen Anteil indigener Bev√∂lkerungsgruppen. 37¬†Prozent der Einwohner sind Mestizen, etwa 47¬†Prozent Ureinwohner. Letztere geh√∂ren √ľberwiegend zu den Quechua und Aymara sprechenden V√∂lkern. 15¬†Prozent sind europ√§ischer Abstammung und auf vier Prozent wird der Anteil der Afroperuaner gesch√§tzt. Die √ľbrigen drei Prozent sind asiatischer Abstammung, haupts√§chlich Chinesen und Japaner; Peru weist den gr√∂√üten Anteil an chinesischst√§mmiger Bev√∂lkerung in ganz Lateinamerika auf. In Pozuzo und Oxapampa im Departement Pasco lebt seit dem 19. Jahrhundert eine Minderheit von Rheinl√§nder und Tiroler Siedlern, welche sich √ľberwiegend in der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts ansiedelten.

Obwohl Migration eine wichtige Rolle in der Geschichte Perus spielte, waren 2017 nur 0,3 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Im Regenwald des peruanischen Amazonasgebietes leben einige isolierte V√∂lker. Zu ihnen geh√∂ren (vermutlich) 5000 Menschen, die sich in 12 nicht sesshafte Ethnien aufteilen. Daneben weitere 1500, die bereits Kontakt mit der peruanischen Zivilgesellschaft haben. In Ucayali wurden besondere Schutzgebiete f√ľr sie geschaffen, so jene der Murunahua (470,305¬†ha), Mascho Piro (816,057¬†ha) und Isconahua (298,487¬†ha). Sie werden durch die AIDESEP (Asociaci√≥n Inter√©tnica de Desarrollo de la Selva Peruana), vertreten. Das Anlegen von Reservaten kommt nur schleppend voran. Es wurden bislang nur diese erw√§hnten drei Schutzgebiete verwirklicht und f√ľnf warten seit 20 Jahren auf ihre staatliche Anerkennung. Die indigenen V√∂lker werden in ihrer Existenz durch Stra√üenbau, Abholzen der W√§lder und dem Abbau von Bodensch√§tzen (Erd√∂l, Gold) bedroht. Peru ist Mitunterzeichner der ILO-Konvention 169 f√ľr den Schutz bedrohter V√∂lker.

Sprachen

Die am weitesten verbreitete Sprache ist Spanisch, das von 82,9¬†% der Bev√∂lkerung als Muttersprache gesprochen wird. Es weist vielf√§ltige regionale F√§rbungen auf. Allen gemein ist jedoch der in ganz S√ľdamerika verbreitete Seseo. An zweiter und dritter Stelle stehen die indigenen Sprachen Quechua (13,6¬†%) und Aymara (1,6¬†%). Quechua hat in der Region Apur√≠mac mit 69,7¬†% den h√∂chsten Anteil an Muttersprachlern, und Aimara in der Region Puno an der Grenze zu Bolivien (26,6¬†%). Im Juni 2017 wurde die Gr√ľndung einer Aimara-Universit√§t (Universidad Nacional Aut√≥noma Pluricultural Aimara (Unapa)) beschlossen.

Religionen

Beim 2017 durchgef√ľhrten Zensus gaben die √ľber zw√∂lf Jahre alten Einwohner Perus an, welcher Konfession bzw. Religion sie angeh√∂ren:

  • katholisch: 76,0¬†%
  • evangelisch beziehungsweise evangelikal: 14,1¬†%
  • Adventisten 1,5¬†%
  • Zeugen Jehovas 0,8¬†%
  • Sonstige christliche Kirchen: 1,6¬†%
  • Mormonen 0,5¬†%
  • Andere Religionen (darunter die indigenen Religionen): 0,4¬†%
  • Als nicht religi√∂s bezeichneten sich 5,1¬†% der Bev√∂lkerung.

Dies ist eine Folge der christlichen Missionierung in der Folge der Eroberung durch die Spanier und nach der Unabhängigkeit durch Mission von Missionsgruppen aus Peru selbst, aus Deutschland, den USA, Italien und anderen Ländern. Während des Verlaufes der Konquista wurden Idole und religiöse Objekte fortwährend weiter nach Osten verlagert, um sie den Spaniern zu entziehen. Ausgehend vom Inkanat Vilcabamba kam es noch einmal zu einem Aufflackern der alten Kulte. Die spanische Verwaltung unter Francisco de Toledo reagierte darauf mit der Umsiedlung in Jesuitenreduktionen. An der Missionstätigkeit waren vor allem Mönche beteiligt, unter anderem Dominikaner und Franziskaner, später auch Jesuiten (in Maynas, heute Bistum Chachapoyas). Trotz jahrhundertelanger Bekämpfung indigener Überlieferungen sind nicht zuletzt in ländlichen Gebieten die katholisch-christlichen Riten mit ethnischen Religionen aus präkolumbischer Zeit vermischt (Synkretismus), was sich besonders bei religiösen Festen zeigt.

Wichtige religi√∂se Ereignisse sind das katholische Fest der Verehrung des Se√Īor de los Milagros in Lima und in Cusco das Sonnenfest Inti Raymi. Dieses urspr√ľnglich inkaische Fest wurde im Zuge einer wachsenden R√ľckbesinnung im Jahr 1944 wieder eingerichtet.

Die Indígenas des Amazonas-Tieflands haben weiterhin ihre eigenen Religionen und Vorstellungen, zum Beispiel die Religion der Asháninka.

Wie in vielen lateinamerikanischen L√§ndern erleben auch in Peru seit einigen Jahrzehnten evangelikale und charismatische Kirchen und Glaubensgemeinschaften wie Siebenten-Tags-Adventisten, Assemblies of God und die Evangelikale Kirche von Peru, aber auch andere Gruppierungen wie Zeugen Jehovas und Mormonen einen gro√üen Zulauf, die ‚Ästteilweise finanziell aus den USA unterst√ľtzt¬†‚Äď aktiv und manchmal auch aggressiv um Mitglieder werben.

Geschichte

Präkolumbische Zeit

Die ersten Einwanderer kamen etwa 20.000 bis 10.000 v. Chr. in das heutige Peru. Die √§ltesten bisher bekannten Monumentalbauten stammen aus der Zeit um 3200 v. Chr. Stufenf√∂rmige Pyramiden, Prozessionsstra√üen und eingefasste H√∂fe fanden sich in Sech√≠n Bajo im Casmatal, 370 Kilometer n√∂rdlich der Hauptstadt Lima. Die 1992 entdeckte St√§tte wird seit 2003 von deutschen Arch√§ologen untersucht. Als gesichert kann gelten, dass Mais, Erdn√ľsse, Maniok und K√ľrbisse angepflanzt und k√ľnstliche Bew√§sserungssysteme angelegt wurden.

In Grabungsschichten aus der Zeit um 1700 v. Chr. fanden sich zudem zahlreiche Ritzzeichnungen. Sie stellen Mischwesen aus Kaiman und Mensch dar. Da franz√∂sische Arch√§ologen im Osten Ecuadors √úberreste einer Kultur fanden, die gleichfalls den Kaiman darstellte, und die auf 2450 v. Chr. datiert wurden, k√∂nnten kulturelle Einfl√ľsse aus dem Dschungelgebiet die Kultur von Sechin inspiriert haben. In den Anden konnten jedenfalls keine Kaimane leben, daher liegt in jedem Fall der Verdacht nahe, dass diese Kultur aus den Niederungen am Ostrand der Anden stammte.

Die Hochkultur von Chav√≠n de Hu√°ntar wurde zun√§chst auf die Zeit von 800 v. Chr. bis 300 v. Chr. datiert. Neue Untersuchungen haben inzwischen eine Existenz bereits um 1200 v. Chr. nachgewiesen. Die Nazca-Kultur, heute vor allem durch die Nazca-Linien bekannt, entwickelte sich von ca. 200 v. Chr. bis rund 600 n. Chr. in der Gegend um Nazca. Um den Titicacasee l√§sst sich die Tiahuanaco-Kultur nachweisen, deren √§lteste Spuren aus der Zeit um 1500 v. Chr. stammen. An der K√ľste entstanden im Bew√§sserungsgebiet der Andenfl√ľsse im ersten Jahrtausend n. Chr. differenzierte Kulturen wie die der Moche in der Region um Lambayeque. Vor dem Inkareich war Chan Chan als Hauptstadt der Chim√ļ eine Gro√üstadt mit entwickelter st√§dtischer Kultur. 2018 wurden Spuren gefunden von mehr als 100 Kindern, die von den Chim√ļ rituell get√∂tet und aufgebahrt, also geopfert wurden.

Das Reich der Inka entstand um 1200 und umspannte bis 1532 große Teile der heutigen Staaten Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile. Die auf den Hochebenen Perus gelegene Stadt Cusco war die Hauptstadt. Am 24. Juli 1911 entdeckte eine Expedition unter Leitung von Hiram Bingham in den Anden die Ruinenstadt Machu Picchu.

Spanische Eroberung im 16. Jahrhundert

Die Spanier eroberten ab 1532 dieses Land und gr√ľndeten f√ľr die spanische Krone das Vizek√∂nigreich Peru, das zur Zeit seiner gr√∂√üten Ausdehnung vom heutigen Panama bis zum √§u√üersten S√ľden des Kontinents reichte. Im 18. Jahrhundert wurde es aber durch die Ausgliederung der Vizek√∂nigreiche Neugranada und La Plata verkleinert.

Repression gegen Indios im 18. Jahrhundert

Im Jahr 1780 entwickelte sich aus Protesten gegen aufgezwungene Arbeit und Warenk√§ufe (reparto) eine Aufstandsbewegung, deren F√ľhrung der Indigene Jos√© Gabriel Condorcanqui √ľbernahm. Unter Berufung auf seine Abstammung vom letzten Inka-Herrscher nannte er sich Tupac Amaru II. Condorcanqui richtete sich mit der Bewegung eigentlich nicht gegen die herrschende spanische Krone und spanische Institutionen, sondern gegen Missbr√§uche der Aufsehenden. Er versuchte ein B√ľndnis der Indios und der in Peru geborenen Spanier zu schlie√üen und betonte, dass sowohl Wei√üe, Mestizen, Indigene als auch Schwarze von der Unterdr√ľckung ber√ľhrt seien. Anf√§nglich wurde die Bewegung auch von st√§dtischen Wei√üen und Priestern unterst√ľtzt, diese gingen zu den vergleichsweise radikalen Zielen jedoch schnell auf Distanz. Der Aufstand wurde niedergeworfen, Condorcanqui, seine Frau und seine engsten Mitstreiter wurden in Cusco √∂ffentlich gefoltert und hingerichtet. Anschlie√üend beraubten die Spanier die indigene Aristokratie ihrer letzten Privilegien und verboten den Gebrauch indigener Sprachen und Symbole. Die Befreiung von der Kolonialherrschaft konnte deshalb nur von den Wei√üen (Criollos) vorgenommen werden und kam von au√üen.

Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert

Viele Bewohner Perus f√ľhlten sich nach wie vor Spanien zugeh√∂rig. Allerdings war Ende des 18. Jahrhunderts von den Zugewanderten nur noch einer von acht spanischer Herkunft. Dass die Criollos nicht an der Verwaltung des Landes beteiligt wurden, empfanden diese als Herabsetzung. Spanien bestimmte dazu Abgesandte, die nicht aus ihren Reihen stammten. Auch hatten die Criollos in Madrid keine Stimme. Die politische Lage ‚Äď in Spanien war ein liberales Regime an die Macht gekommen ‚Äď schaffte eine Umbruchstimmung, eine Unabh√§ngigkeitsbewegung bildete sich jedoch nicht. Erst eine Intervention durch R√≠o de la Plata, dem heutigen Argentinien, sowie Chile f√ľhrte zur Unabh√§ngigkeit, da die beiden Staaten an einem unabh√§ngigen Nachbarstaat interessiert waren. R√≠o de la Plata war vor allem an den Hochebenen Boliviens interessiert, die damals noch zu Peru geh√∂rten, w√§hrend Chiles Interessen haupts√§chlich √∂konomische Gr√ľnde hatte. Der argentinische General San Mart√≠n landete 1820 mit einem gemischten chilenisch-argentinischen Heer in der Bucht von Paracas (Expedition von San Mart√≠n). Der Vizek√∂nig, Repr√§sentant Spaniens, zog sich daraufhin nach Cusco zur√ľck. San Mart√≠n versuchte das Machtvakuum auszunutzen und durch verschiedene Ma√ünahmen die Bedingungen f√ľr eine Unabh√§ngigkeit zu verbessern. Er konnte nicht umhin, sich selbst zum Oberhaupt des neuen Staates zu ernennen, und lie√ü dann Wahlen zu einer Volksvertretung abhalten. Doch bekam er bei Sim√≥n Bol√≠var nicht die Unterst√ľtzung, die notwendig gewesen w√§re, um die immer noch in Zentralperu (Hochebenen der Anden) verschanzten Truppen des Virrey auszuschalten. Als San Mart√≠n Peru verlie√ü, sagte Sim√≥n Bol√≠var der neuen Volksvertretung eine Intervention zu. Ihm gelang es 1824 die spanientreuen Armeen zu schlagen, er hatte allerdings keinen R√ľckhalt in der nachkolonialen Gesellschaft Perus. Erst in den kommenden Jahrzehnten gab es Fortschritte, so hinsichtlich der Integration der Indios, die 60¬†% der Bev√∂lkerung ausmachten. Zudem wurde die Abschaffung der Sklaverei durchgesetzt.

Jahre des nachkolonialen Aufbaus

Durch die Unabh√§ngigkeit wurden die dezentralen Kr√§fte gest√§rkt. In den einzelnen Regionen waren die Caziques die tats√§chlichen Machthaber, sei es weil sie gro√üe L√§ndereien besa√üen oder etwa ehemalige Gener√§le mit Einfluss in der Armee. Peru war innerlich zerrissen. Es kam zu einem B√ľrgerkrieg zwischen dem Norden, der protektionistisch gestimmt war und die Zustimmung Chiles hatte, sowie dem S√ľden, der eine bolivisch-peruanische Koalition zustande brachte. Der Norden siegte schlie√ülich und es folgten Jahre politischer Instabilit√§t mit einem Dutzend Pr√§sidenten und mehreren Verfassungen. Um das Jahr 1841 wurde der aus den Exkrementen der Seev√∂gel der K√ľste gewonnene Guano als D√ľnger entdeckt und zuerst in England eingesetzt, dann nach ganz Europa exportiert. Der Guano wurde f√ľr viele Jahre das wichtigste Exportgut der peruanischen Wirtschaft. Die Eink√ľnfte aus dessen Verkauf wurden dazu verwendet die Verwaltung des Landes zu modernisieren. Durch den Guano hatte der Staat auch eine Einnahmequelle, die ihn von der Binnenkonjunktur unabh√§ngig machte, die Notwendigkeit des Erhebens von Abgaben zur Finanzierung staatlicher Ausgaben ging zur√ľck. Die Caziques verloren an Einfluss und die Indios brauchten keine Kopfsteuer mehr zu bezahlen, die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Wissenschaft wurde gef√∂rdert. Es kam zur Gr√ľndung der ersten Partei, der Partido Civil, welche den Bau von Eisenbahnstrecken als Voraussetzung f√ľr die Entwicklung anderer Wirtschaftszweige wie des Bergbaus ansah. Allerdings konnten dieses Vorhaben nur teilweise umgesetzt werden. Es wurden zwar Strecken gebaut, diese blieben jedoch untereinander ohne Verbindung.

Der Salpeterkrieg

Anlass f√ľr den 1879 ausgebrochenen Salpeterkrieg war, dass Bolivien entgegen vertraglicher Vereinbarungen die chilenischen und englischen Unternehmen, welche die Salpetervorkommen ausbeuteten, besteuern wollte. Peru besa√ü ebenfalls mehrere Guano- und Minenunternehmen im umstrittenen Gebiet, Bolivien bot Peru im Falle eines B√ľndnisses wirtschaftliche Privilegien in Antofagasta an. Au√üerdem sah Peru seine politische und wirtschaftliche Vormachtstellung, die das Land aus Kolonialzeit als ehemaliges Vizek√∂nigreich Spaniens √ľbernommen hatte, durch Chile im S√ľdpazifik gef√§hrdet. 1874 wurde mit Bolivien ein Geheimpakt gegen Chile geschlossen. Diese Allianz konnte jedoch den Sieg Chiles nicht verhindern. Bolivien zog sich 1880 nach mehreren verlorenen Schlachten aus dem Krieg zur√ľck und verzichtete vollst√§ndig auf seinen Anspruch auf die Region Antofagasta.

Chile war inzwischen nordw√§rts in die peruanische Region Tarapaca einmarschiert und bot Peru den Waffenstillstand und einen Friedensvertrag an. Peru weigerte sich jedoch, Tarapaca an Chile abzutreten. Chile startete in den folgenden Jahren einen Invasionskrieg und marschierte 1881 nach der Vernichtung des peruanischen Heeres in die Hauptstadt Lima ein. Die offizielle Regierung wurde aufgel√∂st und der chilenische General Patricio Lynch als Gouverneur des Landes eingesetzt. Jedoch waren einige peruanische Gener√§le wie Miguel Iglesias und Andr√©s Avelino C√°ceres entkommen und versuchten, aus der √∂stlichen und n√∂rdlichen Sierra einen organisierten Guerillakrieg zu f√ľhren, mit eher zweifelhaftem Erfolg. C√°ceres schaffte es im Juli 1883 noch, eine konventionelle Division von 1500 Mann zu stellen, um einen letzten Befreiungsschlag anzustreben. Allerdings wurden die letzten Hoffnungen in der Schlacht von Huamachuco vom chilenischen Colonel Alejandro Gorostiaga zerst√∂rt; der Krieg war endg√ľltig verloren.

Im Vertrag von Anc√≥n im Oktober 1883 wurde das Ende des Krieges besiegelt, Tarapaca und Tacna wurden an Chile abgetreten (Tacna wurde 1929 zur√ľckgegeben), und das chilenische Heer zog sich aus Peru zur√ľck. Grund f√ľr die Niederlage war auch das Fehlen eines funktionsf√§higen Staatsapparats in Peru. Der Krieg erh√∂hte die Auslandsverschuldung, die durch Verkauf von Rohstoffkonzessionen und Land an ausl√§ndische Banken und Konzerne abgebaut wurde.

Das Wahlgesetz von 1896 gestand allen peruanischen M√§nnern, die mindestens 21 Jahre alt waren, lesen und schreiben konnten und h√∂here Steuern zahlten, das Wahlrecht zu. 1931 wurde das Zensuswahlrecht abgeschafft und zugleich die Wahlpflicht eingef√ľhrt. Alle M√§nner √ľber 21, sofern sie lesen und schreiben konnten, waren nun wahlberechtigt.

Oligarchische Herrschaft und politische Erneuerung

Peru hatte an den Folgen des Krieges noch ungef√§hr 20 Jahre zu leiden. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Einnahmen des Staates durch Verbrauchssteuern wieder auf das Doppelte von dem, was am Ende des Krieges mit Chile eingenommen wurde, angewachsen. Die Wirtschaftsstruktur wandelte sich, es kamen neue Erzeugnisse hinzu, im Bergbau verdr√§ngte Kupfer das Silber von der ersten Stelle. Im Export lagen nun landwirtschaftliche Erzeugnisse wie der Zucker, Kautschuk oder auch sp√§ter die Baumwolle vorn. Herkunftsl√§nder der wichtigsten Investoren waren die Vereinigten Staaten und England. Ursache des verlorengegangen Krieges war nicht nur die Desorganisation der Armee. Die indigene Mehrheit des Landes hatte an dieser Auseinandersetzung nicht wirklich teilgenommen. Peruanische Intellektuelle wiesen auf die Gefahr der Vernachl√§ssigung dieser Bev√∂lkerungsschicht hin und forderten dazu auf, das indianische Erbe zum Bestandteil einer peruanischen Identit√§t zu machen, es entstand die Bewegung des Indigenismus. Das Wahlrecht schloss Analphabeten und Frauen von den Wahlen aus, sodass die Regierung nur von einem kleinen Anteil der Bev√∂lkerung gew√§hlt wurde. Auch hatten sich die politischen Organisationen vorher bereits auf einen Kandidaten geeinigt, sodass bereits vor der Abstimmung der Wahlsieger feststand. Mit der Wahl des Pr√§sidenten Augusto B. Legu√≠a (1919‚Äď1930) setzte sich dann erstmals ein Kandidat durch, der auch Angeh√∂rige der neuen Mittelschichten repr√§sentierte.

Leguía verlor im Verlauf der Wirtschaftskrise die Macht. Das neugeordnete Wahlrecht machte die Beteiligung an den Wahlen obligatorisch, sie räumte auch Minderheiten ein Recht auf Vertretung ein.

Es bildeten sich neue Oppositionsbewegungen, zum einen die 1924 von V√≠ctor Ra√ļl Haya de la Torre gegr√ľndete APRA. Diese organisierte ihre Anh√§nger auch au√üerhalb des politischen Bereichs in Berufsverb√§nden und Abendschulen und schuf mit ihren ‚ÄěVolksh√§usern‚Äú soziale Einrichtungen, womit es ihr gelang, ihre Organisation im ganzen Land zu verankern. Sie wollte Lateinamerikas Abh√§ngigkeit von den USA durch Sozialreformen und Verstaatlichungen √ľberwinden. De la Torre betrachtete als Vorstufe zum Sozialismus die Entwicklung einer eigenen Mittelklasse als unabdinglich.

Dies im Gegensatz zu Jos√© Carlos Mari√°tegui, der die Kommunistische Partei gr√ľndete. Er sah in der Geschichte Perus, in den indigenen Elementen der gemeinschaftlichen Wirtschaft, bereits Keime einer sozialistischen Gesellschaft. Mari√°tegui gab ab 1924 die Zeitschrift Amauta heraus, die als intellektuelles Forum f√ľr ganz Lateinamerika bedeutsam war.

In den Wahlen 1931 standen sich die apristische Partei und der Kandidat der Rechten, Sanchez Cerro, gegen√ľber. Selbst bei diesen Wahlen nahmen nur 392.363 Stimmberechtigte teil (bei einer Gesamtbev√∂lkerung von ca. 6 Millionen). Dem Sieger Cerro wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Es kam zu b√ľrgerkriegs√§hnlichen Zust√§nden. Nach einem Aufstandsversuch im Jahr 1932 lie√ü Pr√§sident Cerro in der N√§he der Stadt Trujillo etwa 1000 Anh√§nger der APRA vom Milit√§r erschie√üen. Milit√§r und APRA standen sich seitdem in unvers√∂hnlicher Feindschaft gegen√ľber. Cerro selbst fiel 1933 einem Attentat zu Opfer.

Es kam zu einer Regierung unter dem General Benavides, der bis 1939 an der Macht blieb. Er hatte eine deutschlandfreundliche Politik verfolgt, die sein Nachfolger Manuel Prado (1939‚Äď1945) nicht weiterf√ľhrte. Peru unterst√ľtzte die Alliierten im Zweiten Weltkrieg mit Rohstofflieferungen. Der Kriegseintritt erfolgte erst am 12. Februar 1945, was aber doch zur Folge hatte, dass sich alle Deutschen f√ľr ein paar Monate nur noch in Lima aufhalten durften, darunter auch Maria Reiche, die Dresdner Kartografin der Nazca-Linien. Zuvor jedoch, im Jahr 1941, marschierte die peruanische Armee in den S√ľden von Ecuador ein und l√∂ste damit den Peruanisch-Ecuadorianischen Krieg aus. Das peruanische Milit√§r brannte die Stadt Santa Rosa nieder, besetzte den wichtigen Bananenhafen Machala und bedrohte Guayaquil. Ecuador musste daraufhin 1942 im Vertrag von Rio de Janeiro die H√§lfte seines verbliebenen Territoriums an Peru abgeben, zum gro√üen Teil Gebiete vor allem im Osten und S√ľdosten am Amazonas um Iquitos.

Der letzte Grenzkrieg mit Peru um das Gebiet der Cordillera del C√≥ndor am R√≠o Cenepa, entz√ľndete sich 1995 an Streitigkeiten um die Auslegung dieses Vertrages und wurde offiziell erst 1999 durch einen nunmehr als ‚Äěendg√ľltig‚Äú bezeichneten Grenz- und Friedensvertrag beendet.

Auf dem Weg zu einem modernen Staat

Schon w√§hrend der Jahre der Wirtschaftskrise gab es Anstrengungen, die Wirtschaft von den Exporten unabh√§ngiger zu machen. Diese Politik wurde w√§hrend des Zweiten Weltkriegs fortgesetzt. Die Importsteuern halfen mit, eine bescheidene Industrieproduktion aufzubauen. Aus Agrarerzeugnissen wurden Fertigprodukte wie etwa Textilien aus Baumwolle hergestellt. Schon unter Manuel Prado war eine Sozialgesetzgebung eingef√ľhrt worden.

1945 wurde der von der APRA unterst√ľtzte Jos√© Luis Bustamante y Rivero Pr√§sident, der soziale Reformen und Hilfsprogramme f√ľr die st√§dtischen Armen umsetzte. Die Politik einer staatlichen Intervention (Devisenkontrolle, Preisstopp) f√ľhrte zu einer hohen Inflationsrate und einem Schwarzmarkt. Bustamante wurde nach einem apristischen (von Linksabweichlern der APRA) Rebellionsversuch 1948 von General Manuel Odr√≠a gest√ľrzt. Dieser verbot die APRA und andere linke Organisationen, verfolgte im wirtschaftlichen Bereich aber ein Programm der importsubstituierenden Industrialisierung.

Frauen wurden 1955 auf Gehei√ü von General Manuel Apolinario Odr√≠a Amoretti, der seit 1948 als Diktator herrschte, wahlberechtigt. Seine Frau Maria Delgado de Odr√≠a und er wollten den Erfolg der Per√≥ns wiederholen, und das Frauenwahlrecht war Teil ihrer Strategie. Somit wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht am 7. September 1955 eingef√ľhrt. Frauen, die nicht lesen und schreiben konnte, die meisten von ihnen Indianerinnen, waren jedoch bis in die 1980er Jahre vom Wahlrecht ausgeschlossen. Aus diesem Grund war die Wahlbeteiligung der Frauen an den Wahlen von 1956 deutlich niedriger als die der M√§nner, und der Plan des Generals endete mit einer Wahlniederlage.

1956 kehrte der fr√ľhere Pr√§sident Prado mit stillschweigender Duldung der APRA an die Macht zur√ľck. In diesen Jahren entwickelte sich eine Fischereiindustrie, in der bald ebenso viel Besch√§ftigte t√§tig waren wie im Bergbau, der fest in der Hand der ausl√§ndischen Investoren war. Die Agrarindustrie im Norden an der K√ľste verlor an Bedeutung. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zog ein immer gr√∂√üerer Teil der Bev√∂lkerung von den Bergen in die St√§dte. Eine Mittelschicht hatte sich entwickelt, die sich nicht mehr mit den revolution√§ren Doktrinen der APRA identifizierte. Sie strebte nach mehr Rechten und lehnte die autorit√§ren Regimes, die an der Macht waren, ab. Sie f√ľhlten sich durch die Acci√≥n Popular und ihren F√ľhrer Fernando Bela√ļnde Terry, der als Sieger aus den 1963 abgehaltenen Pr√§sidentschaftswahlen hervorging, vertreten. Reformen auf dem Land schienen schon unter Prado notwendig, konnten aber nicht durchgesetzt werden. Die Agrarreform von Belaunde traf einen kleinen Teil der Gro√ügrundbesitzer und umfasste nicht die Landg√ľter an der n√∂rdlichen K√ľste. Am Ende seiner Regierung stand die 1967 ausbrechende Wirtschaftskrise und in ihrer Folge die Devisenknappheit (der Sol musste drastisch abgewertet werden). √Ėffentliche Auftr√§ge an die Industrie wurden ausgesetzt und die Arbeitslosigkeit stieg deutlich an.

Militärregierung ab 1968

Unzufriedenheit unter den j√ľngeren Milit√§rs mit der Bela√ļnde-Regierung, vor allem √ľber die Kontrolle des Erd√∂ls durch eine nordamerikanische Gesellschaft, f√ľhrte 1968 zu einem neuen Staatsstreich. Eine Milit√§rjunta unter Juan Velasco Alvarado √ľbernahm die Regierung.

Bisher hatte die sich aus den Gro√ügrundbesitzern des Hochlands und der K√ľste rekrutierende peruanische Elite √ľber Jahrhunderte das Land regiert. Durch die Agrarreform von 1969 unter General Juan Velasco Alvarado wurde ihr ihre Machtgrundlage entzogen. Die Milit√§rregierung versuchte, durch Boden- und Wirtschaftsreformen ein gemischtwirtschaftliches System zu etablieren. Zur Nationalisierung der Erd√∂lvorkommen wurde die noch heute existierende Gesellschaft Petroper√ļ gegr√ľndet, ausl√§ndische Unternehmen wurden teilweise enteignet, aber entsch√§digt und bei Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den staatlichen Institutionen sogar zu Investitionen ermutigt. Der Aufbau einer Grundstoffindustrie wurde vom Staat in die Hand genommen. Der Arbeitsschutz wurde verbessert, mit einer Landreform die Eigentumsverh√§ltnisse auf dem Land radikal ver√§ndert. Der enteignete Gro√ügrundbesitz wurde in genossenschaftliches Eigentum √ľberf√ľhrt. Weil der Gro√ügrundbesitz im Hochland aber oft den Dorfgemeinschaften geraubt worden war, wurden die Genossenschaften dort nicht akzeptiert, sondern als Fortsetzung des Landraubs aufgefasst.

Ziel der Milit√§rs war ein Dritter Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Das Schulwesen wurde ausgebaut, die Medien wurden enteignet und in die Hand von Volksorganisationen gegeben. Das indigene Erbe wurde popularisiert, Ziel war die Entwicklung eines am Mestizentum orientierten gesellschaftlichen Bewusstseins. Quechua wurde zweite Amtssprache, damit war Peru ein Vorreiter in S√ľdamerika. Au√üenpolitisch engagierte sich Peru in der Bewegung der Blockfreien, was zu Spannungen mit den USA f√ľhrte.

General Velasco wurde 1975 durch General Francisco Morales Berm√ļdez gest√ľrzt, der wieder einen konservativeren politischen Kurs einschlug.

Demokratisierung ab 1980

1980 √ľbernahm in freien Wahlen der 1968 gest√ľrzte Fernando Bela√ļnde Terry als Pr√§sident erneut die Macht und √ľbergab die verstaatlichten Unternehmen teilweise wieder in Privatbesitz. Ihm folgte 1985 Alan Garc√≠a.

In den 1980er-Jahren begann die linksgerichtete Guerilla-Organisation Sendero Luminoso (‚ÄěLeuchtender Pfad‚Äú) unter der F√ľhrung des Philosophieprofessors Abimael Guzm√°n einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung. Von Ayacucho ausgehend kontrollierte die Organisation zwischenzeitlich gro√üe Gebiete des Landes. Beide Seiten ver√ľbten im Zusammenhang mit der Bek√§mpfung des politischen Gegners Massaker an der Zivilbev√∂lkerung. Die Aktivit√§t der Sendero Luminoso dauerte bis in die 1990er-Jahre. Die andere linke Guerilla des Landes, Movimiento Revolucionario T√ļpac Amaru, lehnte Gewalt gegen die Zivilbev√∂lkerung ab.

Bei den Wahlen von 1990 standen sich die Rechte unter F√ľhrung des Schriftstellers Mario Vargas Llosa (FREDEMO), eine uneinigen Linke, die Regierungspartei APRA unter Alan Garc√≠a, der die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes angelastet wurden, und der unabh√§ngige Kandidat Alberto Fujimori gegen√ľber. Fujimori hatte die von kleinen Unternehmern und Freiberuflern unterst√ľtzte Koalition Cambio 90 gebildet. Im zweiten Wahlgang trug der populistische Kandidat Fujimori einen deutlichen Sieg davon. Zuerst setzte Fujimori drastische wirtschaftliche Ma√ünahmen durch; hohe Preissteigerungen und eine vermehrte Arbeitslosigkeit waren die Folge. Ziel war eine R√ľckzahlung der Staatsschulden und damit die Reintegration Perus in die Weltwirtschaft.

Innenpolitisch begann unter Au√üerkraftsetzung der verfassungsm√§√üigen Rechte ein intensiver Kampf gegen die marxistische Guerilla. Auch politische Gegner Fujimoris, die keine Verbindung mit der Guerilla hatten, wurden in diesem Zusammenhang nicht geschont. Ein gro√üer Erfolg war die Gefangennahme des F√ľhrers des Sendero Luminoso, Guzm√°n, der zu einem Waffenstillstand aufrief. Dies und die wirtschaftliche Erholung brachten Fujimori die Zustimmung breiter Volksschichten. Andererseits lastete auf seiner Regierung der Druck des Auslandes, das die Unterdr√ľckung der demokratischen Opposition verurteilte und wirtschaftliche Sanktionen verh√§ngte. Fujimori konnte dies nicht ignorieren und konnte nicht umhin, oppositionelle Gruppierungen zuzulassen. Schlie√ülich fand sich die gesamte politische Opposition in Peru zur gemeinsamen Aktion zusammen. Ihr F√ľhrer war Alejandro Toledo, der im Jahre 2001 mit seiner Organisation Per√ļ Posible an die Macht kam.

Zwischen 1996 und 2001 ver√ľbte die Regierung des Pr√§sidenten Fujimori schwerste Menschenrechtsverletzungen gegen die gr√∂√ütenteils indigene Landbev√∂lkerung Perus. Hinter der Fassade eines "Nationalen Familienplanungsprogrammes" zwangssterilisierten die staatlichen Beh√∂rden √ľber 270.000 Frauen und √ľber 20.000 M√§nner. Die Jahre der Diktatur Fujimoris wurden in einem Gerichtsprozess aufgearbeitet und der fr√ľhere Pr√§sident wegen besagter Menschenrechtsverletzungen zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Dezember 2017 wurde Fujimori allerdings von dem damaligen Staatspr√§sidenten Pablo Pedro Kuczynski begnadigt.

Politik

Die Regierung ist repräsentativ, dezentralisiert und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung aufgebaut. Zu den vorrangigen Interessen des Staates gehören die Verteidigung der staatlichen Souveränität, der Schutz der Bevölkerung vor Bedrohung ihrer Sicherheit sowie die Förderung des Allgemeinwohls. In der Realität jedoch bestehen trotz einiger außenwirtschaftlicher Erfolge schwerwiegende politische, soziale und wirtschaftliche Probleme.

Im Demokratieindex 2019 der britischen Zeitschrift The Economist belegt Peru Platz 58 von 167 L√§ndern und gilt als eine ‚Äěunvollst√§ndige Demokratie‚Äú.

Staatspräsident

Nach der Verfassung von 1993 wird alle f√ľnf Jahre ein Staatspr√§sident vom Volk gew√§hlt, der nicht direkt nacheinander wiedergew√§hlt werden kann. Zu den weitreichenden Aufgabengebieten des Pr√§sidenten geh√∂ren die Vertretung des Staates nach innen und au√üen, die F√ľhrung der allgemeinen Regierungspolitik, die Einberufung der Wahlen zum Amt des Pr√§sidenten und des Kongresses sowie die Erf√ľllung und Wahrung der Verfassung und der Gesetze. Vom M√§rz 2018 bis zum November 2020 war Mart√≠n Vizcarra Pr√§sident der Republik Peru. Nach seiner Amtsenthebung r√ľckte gem√§√ü den Bestimmungen der Verfassung der Parlamentspr√§sident Manuel Merino de Lama (* 1961) als √úbergangspr√§sident nach. Nach seiner Ernennung kam es zu massiven Protesten der Bev√∂lkerung, denen die Polizei mit Gewalt und dem Einsatz von Reizgas und Gummigeschossen entgegentrat. Dabei kam es vereinzelt auch zu Todesf√§llen unter den Demonstranten. Bereits am 15. November 2020 trat er wieder zur√ľck. Nachdem eine erste Kompromisskandidatin im Parlament zun√§chst gescheitert war, wurde am 16. November 2020 der Zentrumspolitiker Francisco Sagasti zum neuen Parlamentspr√§sidenten gew√§hlt, der somit verfassungsgem√§√ü bis zum 28. Juli 2021 ins Amt des peruanischen Pr√§sidenten aufr√ľckte.

Ministerpräsident und Regierung

Der Ministerpr√§sident (Premier oder Premierministerin) ist der Koordinator im Ministerkabinett. Rechtlich gesehen ist Peru eine semipr√§sidiale Republik, da die Verfassung die Position eines Regierungschefs vorsieht, der vom Parlament durch ein Misstrauensvotum gest√ľrzt werden kann. Diese Regelung wurde jedoch bisher nicht angewandt und die Realit√§t entspricht somit eher einer pr√§sidialen Republik. Der Staatspr√§sident ist auch Regierungschef.

Wahlen

In Peru herrscht Wahlpflicht. Erscheint ein wahlberechtigter B√ľrger nicht zu den Pr√§sidentschaftswahlen, so muss er im Nachhinein ein Bu√ügeld zahlen. Da es sich jedoch um geheime Wahlen handelt, kann die Abgabe nicht verwertbarer Stimmzettel nicht bestraft werden.

2001

Am 8. April 2001 wurden Pr√§sidentschafts- und Kongresswahlen abgehalten. Alejandro Toledo, hartn√§ckiger Widersacher Alberto Fujimoris, gelang es, 36,51¬†% der Stimmen auf sich zu vereinigen, gefolgt √ľberraschenderweise vom Ex-Pr√§sidenten Alan Garc√≠a (25,78¬†%) und der Kandidatin der rechtsstehenden Christlichen Volkspartei PPC, Lourdes Flores Nano (24,30¬†%). Aus diesem Grunde wurde am 3. Juni 2001 eine Stichwahl zwischen Toledo und Garc√≠a abgehalten. Der aus armen Verh√§ltnissen stammende Toledo besiegte seinen Kontrahenten Garc√≠a mit sechs Prozentpunkten Unterschied. Die Partei Toledos, Per√ļ Posible, hat sich als eine politische Alternative etabliert. Im Kongress hat Per√ļ Posible 45, die APRA 26, Unidad Nacional 17 und FIM 11 der 120 zur Verf√ľgung stehenden Sitze erhalten. Der Wahlsieger hat die Unterst√ľtzung des FIM (11), der Volksaktion AP (3), SOMOS PERU (4), UPP (6) und Renacimiento Andino (1) erhalten, womit die Regierungspartei eine Mehrheit von 70 Sitzen im Kongress besitzt. Toledo musste auf die wachsende Kritik seiner Regierung mehrmals mit einer Kabinettsumbildung reagieren (zuletzt im August 2005, nach dem R√ľcktritt des Ministerpr√§sidenten Ferrero). Hervorzuheben sind die Benennungen von Kuczynski als Finanzminister (im 1. Kabinett Toledos bereits Finanzminister) und von Carlos Ferrero als Premier, das Ausscheiden von Jaime Quijandra und Silva Ruete sowie die Ernennung von Fernando Olivera zum Au√üenminister, was den R√ľcktritt Ferreros ausl√∂ste.

Bei den Kommunal- und Regionalwahlen von November 2002 gelang es der APRA, die erste politische Kraft im Lande zu werden. In zwölf der 25 Regionen und in zehn Großstädten des Landes stellt nun die APRA die politischen Spitze.

2006

Am 9. April 2006 fanden die Pr√§sidentschaftswahlen statt. Dabei erhielt Ollanta Humala 30,9¬†% der Stimmen. Ihm folgte mit 24,7¬†% der fr√ľhere Staatspr√§sident Alan Garc√≠a. Auf Platz 3 (nur knapp ein Prozent hinter Garc√≠a) lag die rechtskonservative Politikerin Lourdes Flores Nano, die noch wenige Monate zuvor als sichere Gewinnerin gehandelt worden war. Da keiner der Kandidaten √ľber die notwendige absolute Mehrheit verf√ľgte, kam es am 4. Juni 2006 zu einer Stichwahl zwischen Ollanta Humala und Alan Garc√≠a. Dabei gewann Garc√≠a mit 52,625¬†% der Stimmen. Ollanta Humala gewann zwar in der Mehrheit der Departamentos, Garc√≠a konnte jedoch insgesamt einen h√∂heren Anteil der Bev√∂lkerung f√ľr sich gewinnen. Vor allem in der Hauptstadt und in den Departamentos an der K√ľste, wo die wirtschaftliche Situation der Bev√∂lkerung besser ist, wurde Garc√≠a mit Mehrheit gew√§hlt. Ollanta erhielt hingegen die Stimmen der √§rmeren Teile des Landes in der Selva und der Sierra.

Im Parlament erhielt Humalas UPP 44 Sitze, Garc√≠as APRA 35 Sitze. Das Mitte-rechts-B√ľndnis Nationale Einheit (Unidad Nacional) von Lourdes erhielt 19 Mandate.

2011

Bei den Wahlen am 10. April 2011 erzielten im ersten Wahlgang Ollanta Humala und Keiko Fujimori die meisten Stimmen. Im zweiten Wahlgang erzielte Humala die Mehrheit der Stimmen und wurde am 28. Juli neuer Staatspräsident.

2016

Die Pr√§sidentschaftswahlen am 10. April 2016 ergaben in der ersten Runde f√ľr Keiko Fujimori 40¬†% vor Pedro Pablo Kuczynski mit 21¬†% und der linken Politikerin Ver√≥nika Mendoza mit rund 19¬†%. Da keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreichen konnte, kam es am 5. Juni 2016 zur Stichwahl zwischen dem als Au√üenseiter gehandelten Kuczynski und der politikerfahrenen Fujimori. Mit Unterst√ľtzung der im ersten Wahlgang unterlegenen Mendoza konnte schlie√ülich Pedro Pablo Kuczynski mit 50,12¬†% der Stimmen die Wahlen f√ľr sich entscheiden. Er trat sein Amt am 28. Juli 2016 an. Im M√§rz 2018 trat er nach Korruptionsvorw√ľrfen zur√ľck; Nachfolger wurde Vizepr√§sident Mart√≠n Vizcarra.

Ende September 2019 eskalierte zwischen Vizcarra und dem Kongress ein Streit um die Besetzung von Richterposten am peruanischen Verfassungsgericht. Er l√∂ste daraufhin zun√§chst den Kongress auf und k√ľndigte Neuwahlen an. Daraufhin beschloss der Kongress im Gegenzug, Vizcarra zu suspendieren, und ernannte Vizepr√§sidentin Mercedes Ar√°oz zur √úbergangspr√§sidentin, die jedoch einen Tag darauf zur√ľcktrat. Vizcarra kehrte ins Amt zur√ľck.

2020

Nachdem im September 2019 das Parlament aufgel√∂st worden war, wurde zur Beendigung der angebrochenen Legislaturperiode im Januar 2020 √ľber die neue Zusammensetzung des Parlaments abgestimmt. Da ein neues Wahlgesetz die Wiederwahl von Abgeordneten jedoch verhindert, waren viele etablierte Politiker und Politikerinnen nicht zu dieser Wahl angetreten. Im April 2021 stehen erneut Pr√§sidial- und Kongresswahlen an.

Korruptionsbekämpfung

Im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) der Transparency International belegte das Land gemeinsam mit Niger, Philippinen, Gabun, Trinidad und Tobago, Thailand und Osttimor Platz 101 von 176 Ländern (Stand 2016).

Außenpolitik

Die Beziehungen zu den USA haben f√ľr Peru traditionell au√üenpolitische Priorit√§t. Entsprechend hat der peruanische Pr√§sident Pedro Pablo Kuczynski als einer der ersten ausl√§ndischen Staatsoberh√§upter Ende Februar 2017 den neuen US-Pr√§sidenten Donald Trump in Washington besucht. Gleichzeitig ist Peru an einer Vertiefung seiner Beziehungen zu den lateinamerikanischen Staaten ‚Äď insbesondere zu den Mitgliedstaaten der auf wirtschaftliche Integration ausgerichteten Pazifikallianz ‚Äď, zur EU, zu Russland und zu den Staaten des pazifischen Raums interessiert. Die √úbernahme der pro-tempore-Pr√§sidentschaft der Pazifikallianz (von Juli 2015 bis Juli 2016), die Unterzeichnung des Transpazifischen Partnerschaftsabkommens (TPP) im Februar 2016 sowie die Ausrichtung des APEC-Gipfels im November 2016 unterstreichen dies.

Der Ausbau der Beziehungen zu Brasilien hat f√ľr Peru einen hohen Stellenwert. Mehrere interozeanische Stra√üenverbindungen sind entstanden. Zudem wird der Bau einer biozeanischen Eisenbahnstrecke gepr√ľft. Brasilianische Investoren haben sich vermehrt an gro√üen Infrastrukturvorhaben beteiligt, ein Engagement, das in j√ľngster Zeit wegen zahlreicher Korruptionsvorw√ľrfe von der √Ėffentlichkeit allerdings zunehmend kritisch gesehen wird.¬†

Peru ist mit Kolumbien, Ecuador und Bolivien Mitglied der Andengemeinschaft (CAN), deren Bem√ľhungen um politische und wirtschaftliche Integration der Region jedoch nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen politischen Ausrichtungen der Regierungen der beteiligten Staaten gegenw√§rtig schleppend vorankommt.

Am 8. Dezember 2004 wurde in Cusco/Peru die Gemeinschaft der s√ľdamerikanischen Staaten (CNS) gegr√ľndet, deren Mitglied Peru ist. Im April 2007 wurde sie in Union S√ľdamerikanischer Staaten (UNASUR) umbenannt.

Wirtschaftlich am bedeutendsten ist die Mitgliedschaft des Landes in der Pazifik-Allianz (Alianza del Pac√≠fico). Sie ist eine vorwiegend auf Freihandel und wirtschaftliche Integration ausgerichtete Gruppierung. Auf dem Gipfeltreffen im Februar 2014 in Cartagena/Kolumbien beschlossen die Mitgliedstaaten, 92¬†% der G√ľter von Z√∂llen zu befreien.

Verwaltungsgliederung

Peru ist in 25 Departamentos, 196 Provinzen (Provincias) und 1828 Bezirke (Distritos) gegliedert. Allerdings gibt es bei den Bezirken nur 15¬†% mit einem genauen Grenzverlauf und bei den Provinzen sind es nur 12. Seit der Regionalisierung des Landes im Jahre 2002 sind die Departamentos Selbstverwaltungseinheiten mit einem Gobernador an der Spitze der durch direkte Wahl bestimmt wird. Die ersten landesweiten Regionalwahlen fanden im November 2002 statt. Geplant war auch die Gliederung des Landes in Regionen (Regiones). Bei einem Referendum am 30. Oktober 2005 sprachen sich 78 Prozent der Bev√∂lkerung von 16 Departamentos gegen ihre Zusammenlegung zu f√ľnf Regionen (Norte, Nor Centro Oriente, Ica-Huancavelica-Ayacucho, Cusco-Apur√≠mac und Arequipa-Puno-Tacna) aus.

Städte

Die größten Städte sind Lima (7.363.069 Einw.), Trujillo (861.044), Arequipa (860.000), Callao (824.329), Chiclayo (634.600), Iquitos (400.000) und Huancayo (350.000).

Militär

Die peruanischen Streitkr√§fte bestehen aus den Teilstreitkr√§ften Heer (Ej√©rcito del Per√ļ), Marine (Marina de Guerra del Per√ļ) und Luftwaffe (Fuerza A√©rea del Per√ļ).

Peru hat die viertgr√∂√üten Streitkr√§fte in Lateinamerika (nach Brasilien, Mexiko und Argentinien). und verf√ľgt aktuell etwa √ľber 120.660 Soldaten und √ľber ca. 272.000 Reservisten (Stand: 2016). Das Land hat derzeit 85 Kampfpanzer. Die Luftstreitkr√§fte verf√ľgen √ľber 94 Kampfflugzeuge. Die Marine kann auf etwa 60 Schiffe zur√ľckgreifen, darunter 7 Fregatten und 6 U-Boote. Der Milit√§rhaushalt belief sich im Jahre 2017 auf 5.560 Millionen $.

Wirtschaft

Vor allem die zahlreichen indigenen Bevölkerungsgruppen Perus leben vielfach noch von unabhängiger Subsistenzwirtschaft mit traditionellen Methoden: etwa tropischen Gartenbauformen in der Selva sowie in den Anden Feldbau und Alpaka-Fernweidewirtschaft.

Volkswirtschaftliche Lage

Gemessen an wirtschaftlichen Indikatoren zählt Peru laut Weltbank zur Gruppe der Schwellenländer (Upper-middle-income economies).

Im Oktober 2015 tagten die Weltbank und der IMF in Lima, Peru. Auf diesen Anlass hin erstellte die Weltbank eine Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes, welches als Vorzeigeland bei Entwicklungsorganisationen gilt. So ist die Wirtschaft während der letzten zehn Jahre durchschnittlich um 6,4 % gewachsen, das zweitbeste Resultat aller Länder in Lateinamerika und der Karibik. Im selben Zeitraum verdoppelte sich das Pro-Kopf-Einkommen auf 6370 USD. Dabei sind die Einkommen der ärmsten 40 % aller Haushalte stärker gestiegen als der Durchschnitt. Auch ist es gelungen, die Sparquote von 10 % des BIP in den 1990er-Jahren auf 22 % im Jahr 2014 zu steigern.

Peru ist eines der wirtschaftsliberalsten L√§nder Lateinamerikas. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Peru Platz 72 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Seit dem Jahr 2013 geht die Wettbewerbsf√§higkeit Perus zur√ľck. Dies vor allem deswegen, weil andere L√§nder in dieser Hinsicht viel aufgeholt haben. Von allen lateinamerikanischen Staaten konnte nur Chile seine Position um einen Rang verbessern. Weiter liegt es an geringeren ausl√§ndischen Investitionen, der Steuerpolitik und rechtlichen Bestimmungen, die wirtschaftliche Aktivit√§ten behindern.

Nach der offiziellen Statistik ist die Einkommensungleichheit und Armut in den letzten Jahren gesunken und betr√§gt aktuell rund 34,8¬†% (2009), die extreme Armut 11,5¬†%. Mit einem R√ľckgang von knapp 20 Prozentpunkten seit 2001 ist die Armut in Peru nach Argentinien und Venezuela in Lateinamerika demnach am st√§rksten gesunken. Experten allerdings zweifeln daran, dass die aktuelle Statistik die Armutszahlen Perus ad√§quat abbildet (so ist z.¬†B. der Hunger laut derselben Statistik gestiegen). Kinderarbeit ist vielerorts anzutreffen: 1.650.000 Kinder unter 14 Jahren arbeiten.

Staatshaushalt, Steuern und Finanzen

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 66,4 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 60,8 Milliarden US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 1,9¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2017 24,5¬†% des BIP. F√ľr 2018 ist vorgesehen, die Staatsausgaben mit dem Ziel, die Binnenkonjunktur zu st√§rken, um 7¬†% zu steigern. Was die pro Kopf Verschuldung betrifft (US$ 1600), so hat Peru die drittniedrigste in Lateinamerika und liegt noch vor Chile und Mexiko (nur Paraguay und Bolivien sind weniger verschuldet).

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,4¬†%
  • Bildung: 2,5¬†%
  • Milit√§r: 1,5¬†%

In Peru fällt bei allen finanziellen Transaktionen eine Steuer von 18 % an (Impuesto General a las Ventas (IGV), Stand 24/01/2018).

Insgesamt betrugen die Steuereinnahmen im Jahre 2017 90.706 Millionen Soles, das sind 1179 Millionen Soles weniger als im Vorjahr. Die staatliche Steuerverwaltung SUNAT ermittelte, dass sich 2017 die ausstehenden Steuern auf 58 Milliarden Soles summierten, davon entfallen auf die Mehrwertsteuer 22 Milliarden Soles und die Einkommensteuer 35 Milliarden Soles. Die großen Unternehmen schulden dem Staat 7 Milliarden Soles an Steuern. Weiter entgehen den Zollbehörden durch Schmuggel jährlich umgerechnet 600 Millionen US-Dollar.

Beschäftigung

Im Jahre 2015 wurden 5,1 Millionen Arbeitsverh√§ltnisse gez√§hlt, davon waren 64¬†% in der Privatwirtschaft t√§tig, 35¬†% arbeiten im staatlichen Bereich und 2¬†% waren als Selbst√§ndige f√ľr den Staat t√§tig. Von den 3,4 Millionen vertraglich abgesicherten Arbeitnehmern hat die H√§lfte einen befristeten Vertrag. Die Lohnnebenkosten sind die h√∂chsten in Lateinamerika und liegen bei 59¬†%. Das Durchschnittseinkommen eines Arbeitnehmers in Lima liegt bei 1673 Soles (438,79¬†Euro) pro Monat, das hei√üt 1,97 mal das gesetzliche Mindesteinkommen von 850¬†Soles (222,93¬†Euro). L√∂hne ab 29.050¬†Soles m√ľssen versteuert werden. Allerdings k√∂nnen Sonderausgaben geltend gemacht werden. 72¬†% der peruanischen Arbeitnehmer sind nicht vertraglich abgesichert. Der peruanische Arbeitnehmer wechselt durchschnittlich alle vier oder f√ľnf Jahre den Arbeitgeber, sei es, weil er entlassen wurde oder gek√ľndigt hat. Den Arbeitnehmern stehen im Jahr 43 arbeitsfreie Tage zu, allerdings liegt die Wochenarbeitszeit bei 48¬†Stunden. Die 43 arbeitsfreien Tage setzen sich zusammen aus 30¬†Urlaubs- und 13¬†Fest- und Feiertagen.

Mehr als die Hälfte der Peruaner sind Freiberufler.

2017 lag die Arbeitslosigkeit offiziellen Quellen zufolge bei 4,1¬†%. 68,6¬†% der Arbeitnehmer sind nicht vertraglich abgesichert, ein h√∂herer Prozentsatz als in anderen L√§ndern Lateinamerikas. (siehe Artikel Peru ‚Äď Schattenwirtschaft) In Kleinbetrieben sind 79¬†% der Arbeitnehmer ohne Vertrag und 65,3¬†% haben keinen regul√§ren oder abgerechneten Verdienst.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer ist in keiner Rentenversicherung. Nur sechs von zehn Peruanern erhalten eine Rente. Eine Arbeitslosenversicherung gibt es nicht.

Kennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Der Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit der Einkommen misst, lag nach der Schätzung aus dem Human Development Report des UNDP von 2010 bei 0,505.

Schattenwirtschaft

Ein gro√üer Teil der peruanischen Wirtschaft unterliegt keiner staatlichen Kontrolle (informeller Sektor). Besonders ausgepr√§gt ist dies im Bausektor. Zwischen 10¬†% und 15¬†% der f√ľr Investitionen und Eink√§ufe bestimmten Haushaltsmittel des Staates gehen durch Korruption verloren. √Ąhnlich stark von Korruption betroffen ist auch die √∂ffentliche Auftragsvergabe. Nach einer Studie des Internationalen Wirtschaftsforums √ľber Schmiergelder f√ľr den Zeitraum zwischen 2017 und 2018 liegt Peru gleichauf mit Brasilien und Kolumbien an 89. Stelle. (Die Studie umfasst 137 Staaten.) J√§hrlich entgehen dem Staat dadurch Einnahmen in H√∂he von 12.974 Millionen Soles.

Der Umsatz im Drogenhandel betr√§gt zwei Prozent des Bruttosozialproduktes. Peru ist nach Kolumbien zweitgr√∂√üter Kokaproduzent weltweit. Die Anbaufl√§che im Jahre 2016 belief sich auf 55.000 ha, etwas weniger als 2008, der Ertrag liegt bei 410¬†Tonnen j√§hrlich. Es werden 96.000¬†Tonnen Kokabl√§tter geerntet, davon kauft der Staat 1820¬†Tonnen auf. Elf Prozent entfallen auf den lokalen Konsum: Die Kokapflanze dient der indigenen Bev√∂lkerung als gesetzlich erlaubtes Genuss- und Nahrungserg√§nzungsmittel, weil das Kauen der Bl√§tter Hunger, M√ľdigkeit, K√§lte und H√∂henkrankheit verdr√§ngt.

Außenhandel

Im Jahre 2017 f√ľhrte Peru ‚Äď so die Sch√§tzung der Asociaci√≥n de Exportadores (ADEX), des Verbandes der peruanischen Exportindustrie ‚Äď Waren im Wert von 44.435 Millionen US-Dollar aus. Die Importe beliefen sich 2017 auf 39.714 Millionen US-Dollar. Im Jahre 2018 stiegen die Importe um 9,7¬†%, die Exporte um 7,1¬†%.

Ausfuhren 2018 nach Wirtschaftsbereichen (in % der Warenwerte):

  • Bergbau (Erze und Minerale, vor allem Phosphate) 59¬†%
  • Landwirtschaftsprodukte 14¬†%
  • Erd√∂l und Erdgas 8¬†%
  • Fisch und Fischmehl 7¬†%
  • Sonstiges (Chemieprodukte, Textilien, Maschinen unter anderes) 12¬†%

Peru hat Freihandelsabkommen mit 53 Ländern abgeschlossen. Sie umfassen 90 % des zollfreien Handels des Landes.

Das Abkommen mit der EU wurde am 13.¬†April 2011 unterzeichnet. Durch das Freihandelsabkommen wurde der Export von Autos und Produkten der chemischen Industrie seitens Europa gef√∂rdert, f√ľr die lateinamerikanischen L√§nder erleichterte sich die Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte und von Bodensch√§tzen. Dadurch wurden Z√∂lle in H√∂he von 500 Millionen Euro abgebaut. Im Jahre 2017 schuf der Freihandelsvertrag 474.261 Arbeitspl√§tze, vor allem in der Landwirtschaft (Ausfuhr von Trauben, Mangos, Avocados etc.). Die Europ√§ische Union exportierte 2010 Waren f√ľr 2.300 Millionen Euro nach Peru. Dies entspricht einer Steigerung von 31¬†% im Vergleich zum Vorjahr. Wichtigster Handelspartner Perus innerhalb der Europ√§ischen Union ist Deutschland, wohin 2011 Waren im Gesamtwert von 1,9 Milliarden US-Dollar exportiert wurden. 11¬†% aller Importe Perus kommen aus Europa.

Abnehmer der traditionellen Ausfuhrg√ľter sind China (Kupfer und Fischmehl), die Vereinigten Staaten (Gold, Benzin, Trauben, Spargel und Molybd√§n), Japan (Kupfer und Zink) und Spanien (Naturgas). China, Perus wichtigster Handelspartner, nahm 2017 Waren f√ľr 11.455 Millionen US-Dollar ab. Das sind 36¬†% mehr als im Vorjahr und entspricht 26¬†% der gesamten Exporte. Exportiert werden haupts√§chlich Kupfer und Fischmehl, Eisenerze und Silber. Weitere wichtige Handelspartner sind die USA mit einem Anteil an den Ausfuhren von 16¬†Prozent. Was den Handel mit den USA betrifft so exportierte Peru 2016 Waren im Werte von 6185 Millionen US-Dollar. Die Importe beliefen sich auf 7083 Millionen US-Dollar. Dieses Ungleichgewicht bestand schon vor dem Freihandelsabkommen. Die Europ√§ische Union mit 15¬†% Anteil nimmt Kupfer (56¬†%), Naturgas (125¬†%), Zink (12¬†%) und Avocados (24¬†%) ab. Der Anteil der Schweiz ist von 11¬†% auf 5¬†% zur√ľckgegangen (Abnehmer von Gold). 56¬†% der Exporte gingen in die L√§nder der APEC (Bodensch√§tze und Fischmehl, aber auch Textilien und Agrarprodukte).

Infrastruktur

Gesundheitsversorgung

Die meisten Peruaner, ca. 36¬†%, sind √ľber den Servicio Integral de Salud (SIS ‚Äď staatliche Gesundheitsvorsorge, Minimalversorgung) versichert, gefolgt von Essalud. Die restlichen 30¬†%, das hei√üt 9 Millionen Peruaner, haben keine Krankenversicherung.

Essalud, die staatliche Krankenversicherung, wurde unter der Regierung Fujimori gegr√ľndet. 2016 meldete sie einen Verlust von 1464 Millionen Soles (ca. 450 Millionen Euro). 26,7¬†% der peruanischen Bev√∂lkerung sind bei ihr versichert. Finanziert wird sie durch Abgaben des Arbeitgebers, der 9¬†% des Einkommens des Arbeitnehmers an Essalud abf√ľhrt.

In Peru gibt es 19.779 Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (Stand: 2018), davon werden 10.811, mehr als die H√§lfte, privatwirtschaftlich betrieben. Der nationale Zensus √ľber die indigene Bev√∂lkerung hat 2007 gezeigt, dass fast 60 Prozent der erfassten Gemeinden keinen Zugang zu gesundheitlichen Einrichtungen haben. Im Jahre 2010 wurde aufgrund dessen eine allgemeine Krankenversicherung eingef√ľhrt. Peru hat eine der h√∂chsten M√ľttersterblichkeitsraten Amerikas. Die S√§uglingssterblichkeit liegt bei 17 von 1000 Lebendgeborenen (zum Vergleich: f√ľr Chile liegt die Sterblichkeitsrate bei 5). Ein Drittel der peruanischen Bev√∂lkerung hat kein flie√üendes Wasser, f√ľr 40¬†% gibt es keine Kanalisation und nur 20¬†% der Abwasser werden behandelt. Die Lebenserwartung betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 74,2 Jahre (M√§nner: 71,5, Frauen: 76,8).

Mit Wirkung vom 16. M√§rz 2020 bis zum 12. April 2020 erkl√§rte die peruanische Regierung wegen der durch das Coronavirus verursachten COVID-19-Pandemie den nationalen Notstand und verh√§ngte eine ‚Äěobligatorische soziale Isolierung (Quarant√§ne)‚Äú.

Bildungswesen

2015 betrug die Alphabetisierungsrate der erwachsenen Bev√∂lkerung 94,5¬†% (Frauen: 91,7¬†%, M√§nner: 97,3¬†%). 2013/14 studierten in Peru rund 1,06 Millionen Studenten an den Hochschulen (331.000 an staatlichen, 729.000 an privaten Hochschulen). Es gibt in Peru 142 Bildungseinrichtungen die den Titel Universit√§t beanspruchen. Seit 1980 hat sich ihre Zahl vervierfacht und ihre Zahl stieg zwischen 2000 und 2010 um 66¬†%. Von den 30 staatlich anerkannten Universit√§ten befinden sich die meisten in Lima (57), gefolgt von Jun√≠n (8), La Libertad (8), Arequipa (7), Lambayeque (7), Cusco (5), Loreto (5), √Āncash (4), Cajamarca (4), Puno (4), Amazonas (3), Apur√≠mac (3), Ayacucho (3), Huancavelica (3), Hu√°nuco (3), Ica (3), Piura (3), Tacna (3) und sonstige (10). Es gibt in Peru 66 private Universit√§ten, mit den Filialen sind es 92. An den Privatuniversit√§ten fallen Studiengeb√ľhren von j√§hrlich ca. 3000 bis 6000 Euro an, nach Abschluss verdienen die Studierenden ca. 1600 Euro/Monat.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen peruanische Sch√ľler Platz 63 von 72 L√§ndern in Mathematik, Platz 65 in Naturwissenschaften und Platz 64 beim Leseverst√§ndnis.

Straßennetz

Peru besitzt rund 72.900¬†km Stra√üen. Durch die gro√üen H√∂henunterschiede der Anden bestehen weiterhin infrastrukturelle Probleme vor allem bei allen in die oder √ľber die Anden f√ľhrenden Achsen. Der Ausbau erfolgt rapide; innerhalb weniger Jahre stieg der Anteil asphaltierter Stra√üen an diesen Achsen von ca. 15 auf fast 50 Prozent. Stra√üen in Berggegenden bleiben trotz des steten Ausbaus sehr unterhaltsanf√§llig (st√§ndige Erdrutsche). St√§dte und Gemeinden verbinden Busse und Taxis.

Insgesamt kommen auf 1000 Einwohner 70 Autos, das ist weniger als in den Nachbarländern.

Peru liegt in der Verkehrsopferstatistik in Lateinamerika an siebter Stelle. Auf 100.000 Einwohner kommen 13,9 Verkehrstote. Zwischen 2007 und 2016 wuchs die Anzahl der Busse von 4437 auf 6038 Einheiten an (32,47¬†% mehr). Im gleichen Zeitraum wuchs die Anzahl der Lastwagen von 96.267 auf 277.422 Einheiten (Zuwachs von 115,05¬†%) Allerdings ging die Anzahl der Verkehrstoten von 859 auf 812 zur√ľck. Die Zahl der Schwerverletzten stieg von 5466 auf 6461.

F√ľr Fahrzeughalter gibt es zwei verschiedene Versicherungen¬†: SOAT und AFOCAT. Die AFOCAT Versicherung gilt nur f√ľr eine bestimmte Region. Die SOAT tritt auch nur in begrenzter Hoehe f√ľr die bei einem Unfall anfallenden Kosten ein. Tatsaechlich haben diese Versicherung nur 2 Millionen von 5 Millionen Fahrzeugen, das sind 40¬†%. 25¬†% der Fahrzeuge verf√ľgen √ľber eine Vollkaskoversicherung.

Die Anzahl der Verkehrsunf√§lle stieg zwischen 2006 und 2016 um mehr als ein Viertel an ‚Äď siehe nachfolgendes Diagramm.

Luftverkehr

Der Aeropuerto Internacional Jorge Ch√°vez befindet sich in Callao bei Lima und bew√§ltigt beinahe alle Auslandsfl√ľge. Au√üerdem gibt es in jeder Stadt kleinere Flugh√§fen f√ľr den Inlandsverkehr, 40 davon mit Hartbelagpisten, weitere 100 mit Naturpiste. In der Urwaldregion (Selva) gibt es Orte, welche nur auf vom Milit√§r angelegten Flugpisten erreicht werden k√∂nnen.

Der inl√§ndische Flugverkehr wuchs zwischen 2015 und 2016 um 8,2¬†%. J√§hrlich werden 10 Millionen Passagiere transportiert. 47¬†% des inl√§ndischen Flugverkehrs werden √ľber den Flughafen Jorge Ch√°vez von Lima abgewickelt, auf ihn folgt der Flughafen Cusco mit einem Anteil von 14,7¬†%.

Eisenbahn

Das peruanische Schienennetz besteht aus mehreren nicht miteinander verbundenen Teilnetzen. Derzeit sind zwischen 2200 und 2300¬†Kilometer in Betrieb. Etwa ebenso viele Bahnkilometer wurden irgendwann stillgelegt. Die drei gr√∂√üten Netze wurden jahrzehntelang von der staatlichen Bahngesellschaft ENAFER betrieben, in den 1990er-Jahren aber gr√∂√ütenteils privatisiert. Derzeit gibt es vier private Betreiber: Ferrocarril Central Andino (480¬†Kilometer Strecke von Callao nach Huancayo sowie von Oroya nach Cerro de Pasco), PeruRail bzw. das von Orient Express Hotels angef√ľhrte Konsortium FTSA (1000¬†Kilometer Strecke zwischen Puno, Cusco und Machu Picchu), Southern Copper Corporation (230¬†Kilometer Strecke zwischen H√§fen Matarani, Mollendo und Ilo und Bergbaugebieten) und GyM Ferrov√≠as (21¬†Kilometer Metrolinie¬†1 in Lima). Der Bau einer die meisten Einzelstrecken verbindenden Bahnlinie entlang der K√ľste wurde einmal begonnen, macht aber kaum Fortschritte. Eine der bekanntesten Bahnstrecken Perus und eine der wenigen profitablen ist die Strecke der Peruanischen S√ľdbahn (Ferrocarril del Sur) ins Urubamba-Tal nach Machu Picchu.

Energiewirtschaft

Im Jahre 2017 wurden in Peru 52.499 GWh Energie erzeugt, 1,6¬†% mehr als 2016, √∂ffentlich verf√ľgbar waren 50.417 GWh (+1,5¬†%). 56,6¬†% dieser Energie stammte von Wasserkraftwerken, 40,7¬†% von thermoelektrischer Energie und bei 2,7¬†% gab es andere Energiequellen. Das nach installierter Leistung und Jahreserzeugung gr√∂√üte Kraftwerk in Peru ist der Kraftwerkskomplex Mantaro (Stand M√§rz 2015).

Peru hat Kapazitäten zur Generation von 11 Gigawatt und einen tatsächliche Nachfrage von 6 Gigawatt Strom. Hauptenergiequelle ist die Wasserkraft. Methoden alternativer Energieerzeugung spielen noch keine große Rolle. Der Anteil an Biomasse beläuft sich auf 0,4 %, die Solarenergie kommt auf 0,6 %. Im Jahr 2018 nahm Enel die größte peruanische Anlage zur Gewinnung von Solarenergie in Betrieb. Sie soll jährlich 440 Gwh generieren, genug um 351.177 Haushalte mit Strom zu versorgen. Eine erste Windenergieanlage wird im Jahr 2014 ihren Betrieb aufnehmen.

Seit den 1980er-Jahren betreibt das Instituto Peruano de Energia Nuclear in Huarangai einen 10 MW Versuchsreaktor, der der Herstellung von Radiopharmaka zur Krebsbehandlung dient. Die Anlage, urspr√ľnglich ein Gemeinschaftsprojekt mit Argentinien, ist die leistungsf√§higste in Lateinamerika.

In den letzten 20 Jahren ist der Energiesektor j√§hrlich 8¬†% gewachsen, d.¬†h. Angebot und Nachfrage haben sich alle neun Jahre verdoppelt. F√ľr 2016 ist vorgesehen, dass 96¬†% des Landes mit elektrischen Strom versorgt wird (gegen√ľber 87¬†% gegenw√§rtig (2013)). Seit 2011 gibt es auf Bestrebung von Chile Bestrebungen die Energienetze zu verkn√ľpfen. Ein erster Schritt dazu soll eine Leitung sein, die Peru mit Ecuador verbindet. Diese soll 2021 einsatzf√§hig sein, danach soll eine Anbindung an das Stromnetz von Chile erfolgen.

Der durchschnittliche Strompreis lag 2009 bei 8,26 US-cent je kWh, variiert aber je nach Region und Kundengruppe: Der niedrigste Preis lag bei 4,09 US-Cent f√ľr Industriekunden in der Region Cusco, der h√∂chste bei 16,63 US-Cent f√ľr Privatverbraucher in der Region Huancavelica.

Die meisten Energieversorgungsunternehmen sind private Unternehmen, ein kleiner Anteil der Energiegewinnung ist in staatlicher Hand. Mit fast 1,4 Millionen Kunden ist Enel Distribuci√≥n Per√ļ das wichtigste Stromversorgungsunternehmen des Landes. Es versorgt 57 Distrikte von Lima, Callao und die Provinzen von Huaura, Huaral, Barranca und Oy√≥n.

Telekommunikation

Im Jahre 2016 verf√ľgten 71¬†% der Peruaner √ľber ein Mobiltelefon, 2020 werden es voraussichtlich 84¬†% sein. 31¬†% (Studie der GSMA, nach IPSOS sind es 40¬†%) der Peruaner verf√ľgen √ľber ein Smartphone, f√ľr 2020 werden es 56¬†% sein. Die wichtigsten Betreiber der Mobilfunknetze sind Movistar, Claro und Entel. Bei insgesamt 9 Millionen Mobiltelefonen sind 47¬†% Kunden von Movistar, 32¬†% Kunden von Claro, 13¬†% entfallen auf Entel und 8¬†% auf Bitel. Insgesamt sind 42.051 Gemeinden mit dem Mobiltelefon zu erreichen. 2016 nutzten 41,0¬†% der Bev√∂lkerung das Internet und 15 Millionen Einwohner haben einen Zugang.

Als im Jahre 2012 damit begonnen wurde, mit Breitbandnetzen auch jene Gebiete zu versorgen, wo es noch keine privaten Anbieter gab, bestanden 8897¬†km Glasfasernetz, dies vor allem an der K√ľste. Heute (2017) gibt es nach Angaben des Ministeriums f√ľr Telekommunikation (MTC) ein Netz von 59.991¬†km, davon sind 76¬†% privat und 24¬†% wurden vom Staat finanziert. Allerdings wird das Angebot vor allem auf Grund der Kosten nicht angenommen. So hat der wichtigste Serviceprovider Azteca nur 26 Kunden. Gut 500 w√§ren m√∂glich. In 188 der 196 Provinzen gibt es ein Glasfasernetz (2017). Nur die Netze im Amazonasgebiet sind damit nicht verbunden. Und 70¬†% der Haushalte haben kein Internet mit Kabelanschluss.

Kultur

Das kulturelle Leben ist vornehmlich auf wenige große Städte konzentriert, vor allem auf die Hauptstadt Lima. Weite Bereiche der Kultur sind heute geprägt durch die importierte Kultur der spanischen Eroberer und der von ihnen repräsentierten Religion.

Kunst

Die Stadt Cusco, in der viele indianische K√ľnstler lebten, war in der spanischen Kolonialzeit ein wichtiges Zentrum der religi√∂sen Malerei f√ľr ganz S√ľdamerika. Gold- und Silberschmiede arbeiteten dort und in Lima vor allem f√ľr den europ√§ischen Markt. Die Maler kopierten zun√§chst europ√§ische Werke. Sie entwickelten jedoch einen eigenen Stil, indem sie vor allem Heilige, die in Begleitung von Tieren dargestellt wurden, wie Johannes den T√§ufer mit dem Lamm oder St. Markus mit dem L√∂wen, mit Szenen aus dem Leben der Hirten des Andenhochlands kombinierten. Diese Bilder wurden von den Hirten bei wichtigen Anl√§ssen (z.¬†B. Schafschur) mitgef√ľhrt. Mit √§hnlichen Motiven wurden auch Figuren aus Stein oder Gips hergestellt (retablos) und in kleinen Holzk√§stchen, den cajas de Sanmarcos, aufgestellt.

Ein anderer Schwerpunkt der peruanischen Volkskunst war die K√ľrbisschnitzerei. Sie erlebte im 19. Jahrhundert eine Bl√ľte: Schmuckk√§stchen, Puder- und Zuckerdosen wurden mit Szenen aus dem st√§dtischen Leben dekoriert. Zentrum der Herstellung von Schnitzereien und retablos war die Stadt Ayacucho. In ihrer Region wurden als Schutzsymbole kleine Kirchen aus Ton auf den Hausd√§chern angebracht. Daraus entwickelte sich, besonders im Ort La Quina, ein eigener keramischer Stil: Rote T√∂pferware wurde nicht glasiert und ausschlie√ülich mit wei√üer Farbe bemalt. Aus der pr√§kolumbischen Zeit hielt sich die Herstellung kleiner Opfertiere aus Ton, der conopas, meist Lamas oder Alpakas, denen Alkohol oder Kokabl√§tter in eine Vertiefung auf den R√ľcken gelegt wurde.

Peru hat eine alte Tradition der Textilherstellung, meist in Heimarbeit. Zur Kolonialzeit dienten die Verzierungen und Muster auf den Kleidern und Wandbehängen auch als Priestern und Behörden nicht verständliche Geheimsprache. Nach dem Aufstand Tupac Amarus II. im Jahr 1781 wurden indianisch aussehende Kleidungs- und Gebrauchsgegenstände von den Spaniern verboten. Durch die Bewegung des Indigenismus wurden viele präkolumbische Kunstfertigkeiten seit Beginn des 20. Jahrhunderts neu belebt; später kam Nachfrage durch Touristen hinzu.

Auch zwei bekannte peruanische Maler der Gegenwart, Amilcar Salom√≥n Zorilla und Florentino Laime Mantilla verwenden indianisch beeinflusste Motive. Die Volkskunst dient auch dem Ausdruck politischer Konflikte: Nicario Jim√©nez und andere K√ľnstler schufen in den 1980er-Jahren retablos, Skulpturen und Wandbeh√§nge, in denen die von beiden Seiten ver√ľbte Gewalt des Krieges mit dem Sendero Luminoso dargestellt wurde, √ľber die zu sprechen zu diesem Zeitpunkt lebensgef√§hrlich sein konnte.

Literatur

Musik

Musik ist ein wichtiger Bestandteil der peruanischen Kultur. Die Quena (auch Andenfl√∂te genannt), die Panfl√∂te (Zampo√Īa oder Ziku), der Caj√≥n und die klassische Gitarre sind weit verbreitet.

Das bekannteste Lied Perus ist El C√≥ndor Pasa des peruanischen Komponisten Daniel Alom√≠a Robles (1913 komponiert), das durch zahlreiche Coverversionen, unter anderem von Simon & Garfunkel, international beliebt wurde. An der Nordk√ľste Perus wird die Marinera getanzt. Neben traditionellen Musikgattungen wie die Musik der Gruppe Cantos del Pueblo ist Rockmusik seit den 1950er-Jahren sehr popul√§r. L√≠bido ist ein Beispiel f√ľr eine peruanische Pop/Rockband. Derzeit beliebte peruanische Metal/Grunge/Punk/Rockbands sind etwa Ni Voz Ni Voto, Por Hablar, Leuzemia, La Sarita. In Peru sehr weit verbreitete Musikrichtungen sind auch noch der Huayno und der Cumbia Andina, auch unter dem Namen Chicha bekannt.

Bekannte Musiker und S√§nger sind beispielsweise Yma Sumac, Susana Baca, Chacal√≥n, Chabuca Granda, Lucha Reyes, Cantos del Pueblo, Ra√ļl Garc√≠a Z√°rate, Sonia Morales, Eva Ayll√≥n, Zambo Cavero, Nos√©qui√©n y Los Nos√©cu√°ntos, Pedro Su√°rez-V√©rtiz, Los Shapis und Agua Marina.

Das Orquesta Sinf√≥nica Nacional wurde am 11. August 1938 gegr√ľndet. Die Geschichte dieses Orchesters ist mit der deutschen Geschichte verflochten. Sein erster Dirigent bis 1960 war Theo Buchwald der viele Musiker die vor dem Anschluss √Ėsterreichs fl√ľchteten nach Lima holte. Weitere Dirigenten waren unter anderem Fritz Busch, Aaron Copland, Erich Kleiber, Igor Markevitch, Hermann Scherchen und Igor Stravinsky. Die Wirtschaftskrisen der neueren Zeit bedingten einen Niedergang auch im Schaffen dieses Orchesters. Der heute wichtigste Repr√§sentant der klassischen Musik Perus ist Juan Diego Fl√≥rez.

Film

In den 1920er- und 1930er-Jahren entstanden durch Regisseure wie Ricardo Villar√°n einige Stumm- und Schwarzwei√ü-Filme, die jedoch √ľber die nationalen Grenzen hinaus meist kein Publikum fanden. Auch im restlichen 20. Jahrhundert erhielten peruanische Filme international nur wenig Beachtung.

In den fr√ľhen 1980er-Jahren schlossen sich mehrere Filmemacher zur Grupo Chaski zusammen. Ihr Ziel war, mit sozialkritischen Dokumentar- und Spielfilmen die Realit√§t des Landes zu schildern und eine Alternative zu kommerziellen Produktionen aus dem Ausland zu schaffen. Zu ihren auch international erfolgreichen Filmen geh√∂ren Gregorio (1985) √ľber einen Jungen, der aus den Anden nach Lima kommt, und Juliana (1988) √ľber ein M√§dchen, das in Lima auf der Stra√üe lebt. Die Regisseurin Maria Barea arbeitete nach dem Zerfall der Gruppe in der Frauenfilmgruppe Warmi weiter. Die in den Niederlanden lebende Peruanerin Heddy Honigmann verfilmte in Metall und Melancholie 1993 das Leben von Limaer Taxifahrern und -fahrerinnen. Das deutsche Paar Christine und Kurt Rosenthal lebte und arbeitete 26 Jahre in Peru und drehte zahlreiche Filme √ľber Peru und Lateinamerika, u.¬†a. Die Br√ľcke aus Gras (1979) und Traditionelle Medizin in Lateinamerika (1992/93).

Perus Filmindustrie ist vergleichsweise klein. W√§hrend in den Vorjahren meist zwei Filme pro Jahr produziert wurden, stieg die Anzahl der Produktionen jedoch 2004 auf f√ľnf und 2005 auf acht Filme. Francisco Jos√© Lombardi gilt als der bedeutendste moderne Filmregisseur Perus. 1991 gewann er f√ľr sein Drama Der Himmel √ľber Lima den Goya. Seine Literaturverfilmung No se lo digas a nadie war bei internationalen Filmfestivals erfolgreich. Ebenso Josu√© M√©ndez‚Äô D√≠as de Santiago (2006).

2009 ging der Goldene B√§r der Berlinale nach Peru an den Film Eine Perle Ewigkeit (engl.: The Milk Of Sorrow) von Claudia Llosa. Der Film behandelt ein politisches Thema: die Folgen des peruanischen B√ľrgerkriegs, in dem von 1980 bis 2000 Regierungstruppen und Paramilit√§rs gegen die maoistische Guerilla k√§mpften. Ihr Onkel Luis Llosa hatte in den 1990er-Jahren mit teils in Peru, teils in den USA produzierten Thrillern einigen Erfolg.

Kulinarisches

Die geografischen Unterschiede zwischen K√ľste, Hochland und Regenwald und die damit verbundenen Ern√§hrungstraditionen der vorkolumbischen Bewohner Perus verbinden sich mit der K√ľche der spanischen Eroberer. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand durch chinesische Migranten eine peruanisch-chinesische K√ľche (Chifa). Durch schwarze Sklaven wurden auch afrikanische Elemente in die peruanische K√ľche eingebracht.

Typische Gerichte sind:

  • Ceviche (Eine Art Geschnetzeltes aus frischem rohen Fisch oder Meeresfr√ľchten, seltener auch Fleisch, das in Limonensaft mariniert und mit ebenfalls sauer marinierten Zwiebeln serviert wird.)
  • Escabeche de Pescado (gebratener Fisch an Essig-Zwiebelsauce)
  • Anticucho (am Spie√ü gegrilltes Rinderherz)
  • Arroz con Pollo (Reis mit Huhn) sowie Arroz con Pato (Reis mit Ente)
  • Aj√≠ de Gallina (H√ľhnerfleisch in einer leicht scharfen, cremigen Chili-So√üe)
  • Rocoto Relleno (sehr scharfer Paprika mit Rindfleisch gef√ľllt und K√§se √ľberbacken)
  • Estofado (ein Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln, Mais und M√∂hren mit einer scharfen K√§se-Paprika-Sauce)
  • Seco de Carne (Rindsvoressen an einer Koriandersauce)
  • Olluquito con Charqui (Knollengew√§chs Olluco mit getrocknetem Lama-Fleisch)
  • Papa a la Huancaina (Kartoffelst√ľcke mit einer scharfen K√§seso√üe)
  • Causa Lime√Īa (gew√ľrzte Kartoffelmasse als Mantel, gef√ľllt mit Thon oder Huhn oder Russischem Salat)
  • Carapulcra (Eintopf aus getrockneter Kartoffel und Fleisch)
  • Albondigas (Fleischb√§llchen)
  • Pachamanca (Quechua f√ľr ‚ÄěErdtopf‚Äú, in Erdgruben zubereitetes Fleisch und Gem√ľse)
  • Chicharr√≥n de Chancho (ger√∂stetes Schweinefleisch mit einer dicken Speckschwarte)
  • Lomo saltado (mit Zwiebeln und Paprika gebratene Rindfleischst√ľcke)
  • Chupe de Camarones (Suppe aus Garnelen, Kartoffeln und Gem√ľse)
  • Picante de Camarones (Garnelen in scharfer Tomatensauce, Spezialit√§t von Arequipa)
  • Sopa a la Criolla (landestypische Nudelsuppe mit Fleischeinlage)
  • Tacacho (Kn√∂del aus Kochbanane und Speck)
  • Choclo con queso (gekochter Maiskolben mit K√§se)
  • Cuy chactado (gebratenes Meerschweinchen)

Man verwendet gern Fisch und Meeresfr√ľchte, Fleisch (H√ľhner-, Rind-, Schweine-, auch Meerschweinchen (Cuy)), Reis und verschiedene Sorten Kartoffeln, S√ľ√ükartoffeln, Mais, Yuca, Kochbananen. Spezielle Gew√ľrze sind Koriander, vor allem Korianderbl√§tter, die h√§ufig als ‚ÄěCulantro‚Äú bezeichnet werden, Safran, Kreuzk√ľmmel (Cumin), Rocoto und Aji (Pfefferarten).

Das bekannteste alkoholische Getr√§nk Perus ist der Pisco, ein Branntwein, der u.¬†a. Bestandteil von Pisco Sour (Cocktail aus Limonensaft, aufgesch√§umtem Eiwei√ü, Zucker, mit einigen Tropfen Angostura und etwas Zimt obendrauf) und Per√ļ Libre (Longdrink aus Pisco und Cola) ist. Weitere in Peru sehr beliebte Getr√§nke sind die Chicha (eine Art Bier auf der Basis von Mais), Chicha Morada (alkoholfreies Getr√§nk aus violettem Mais, gew√ľrzt mit Zimt) und Inca Kola (knallgelbe Limonade mit Bergamotte-Geschmack).

Medien

Die wichtigen Tageszeitungen erscheinen s√§mtlich in Lima. Die √§lteste heute noch erscheinende ist El Comercio. Sie wurde 1839 gegr√ľndet und befindet sich seit √ľber 100 Jahren im Besitz der Familie Miro Quesada. Sie verfolgt eine b√ľrgerlich-konservative, aber unabh√§ngige Linie, so verteidigte sie z.¬†B. die Arbeit der Kommission f√ľr Wahrheit und Vers√∂hnung gegen Angriffe von Regierung und Armee.

Der 1961 gegr√ľndete Expreso ist ein Boulevardblatt und unterst√ľtzte zun√§chst den liberalkonservativen Pr√§sidenten Bela√ļnde, in den 1990er-Jahren dann Fujimori. Die 1981 gegr√ľndete La Rep√ļblica tendiert zum demokratisch linken Spektrum. Wichtig f√ľr die politische Meinungsbildung ist das Wochenmagazin Caretas, das fujimorikritisch berichtete und sich durch Aufdeckung vieler politischer Skandale einen Namen gemacht hat. Aufgrund ihres f√ľr viele Peruaner zu hohen Preises haben Zeitungen aber nur eine begrenzte Leserschaft.

In Lima haben fast alle Bewohner Fernsehgeräte die digitalen Empfang zulassen, im nationalen Rahmen trifft dies auf 90 Prozent zu. Gegenwärtig haben 4,1 Millionen Haushalte PayTV, 1,75 Millionen Haushalte mit einem regulären Anschluss. Von den drei Betreibern Movistar, Claro und DirecTv hat Movistar mit 1,2 Millionen Haushalten den größten Anteil.

Neben landesweiten gibt es auch lokale Rundfunkstationen, die f√ľr Ereignisse und Debatten vor Ort oft eine zuverl√§ssige Informationsquelle sind. Gesendet wird neben Spanisch auch in Quechua.

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Peru Platz 90 von 180 L√§ndern. Bei der Situation der Pressefreiheit im Land gibt es laut der Nichtregierungsorganisation noch ‚Äěerkennbare Probleme‚Äú.

Sport

Fu√üball ist Nationalsport des Landes. Die peruanische Fu√üballnationalmannschaft qualifizierte sich insgesamt f√ľnfmal f√ľr die Fu√üball-Weltmeisterschaft und erreichte 1970 und 1978 das Viertelfinale. Beide Male war Te√≥filo Cubillas in der Mannschaft, 1972 wurde er zum s√ľdamerikanischen Fu√üballer des Jahres gew√§hlt. Viele peruanische Nationalspieler (Carlos Zambrano, Claudio Pizarro, Jefferson Farf√°n, Yordy Reyna) spielen in europ√§ischen Fu√üball-Ligen. Die Massenpanik beim Olympia-Qualifikationsspiel 1964 gilt mit 350 Toten bis heute als verheerendstes Ungl√ľck der Fu√üball-Geschichte.

Neben dem Fu√üball ist auch Volleyball beliebt. Die Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen entfesselte in den 1980er-Jahren mit ihren internationalen Erfolgen einen in S√ľdamerika ungew√∂hnlichen Begeisterungssturm. 1988 gewann sie die olympische Silbermedaille. Au√üerdem erwarb Peru mehrere Medaillen in olympischen Schie√üwettbewerben, darunter eine Goldmedaille.

Eine weitere popul√§re Sportart ist das Surfen. An der Pazifikk√ľste s√ľdlich von Lima befinden sich mehrere gute Surfgebiete. Der bisher gr√∂√üte Erfolg war der Gewinn der Surfweltmeisterschaften in den Jahren 2004 und 2019 durch Sof√≠a Mul√°novich.

Feiertage

Neben lokalen Erntedank- und Patronatstagen gibt es folgende offizielle Feiertage:

  • 1. Januar: Neujahr
  • Februar/M√§rz: Carnaval (jeden Sonntag)
  • M√§rz/April: Ostern (Gr√ľndonnerstag (Jueves Santo) bis Ostersonntag)
  • 1. Mai: Dia de los Trabajadores (Tag der Arbeiter)
  • Mai/Juni: Dia del Corpus (Fronleichnam)
  • 14. Juni: Dia de los Campesinos (Tag der Bauern)
  • 29. Juni: El D√≠a de San Pedro y San Pablo (St. Peter und Paul)
  • 28. Juli: Unabh√§ngigkeitstag
  • 29. Juli: Nationalfeiertag
  • 15. August: Virgen de la Asunci√≥n (Mari√§ Himmelfahrt)
  • 30. August: Santa Rosa de Lima (Tag der Heiligen Rosa von Lima)
  • 8. Oktober: Tag der Marine
  • 1./2. November: Allerheiligen
  • 8. Dezember: Virgen de la Concepci√≥n (Fest der Unbefleckten Empf√§ngnis)
  • 25. Dezember: Weihnachten
  • 31. Dezember: Noche de San Silvestre (Silvester)

Siehe auch

  • Barriada
  • Andengemeinschaft
  • Agrarstrukturen in Lateinamerika

Literatur

  • Ulrich Goedeking, Eleonore von Oertzen: Peru. 3. v√∂llig neubearb. Aufl., Beck, M√ľnchen 2004, ISBN 3-406-50457-4.
  • Doris Kurella: Kulturen und Bauwerke des Alten Peru. Geschichte im Rucksack (= Kr√∂ners Taschenausgabe. Band 505). Kr√∂ner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-520-50501-9.
  • Iken Paap, Friedhelm Schmidt-Welle (Hrsg.): Peru heute. Politik, Wirtschaft, Kultur. Frankfurt am Main: Vervuert 2016, ISBN 978-3-95487-508-5.
  • Philip Reiser: Die Drogenindustrie in Peru ‚Äď Vom ‚Äěheiligen Bl√§ttchen‚Äú zum politischen Fluch, KAS-Auslandsinformationen 08/2011, Berlin 2011, S. 6‚Äď21.
  • Christine Rosenthal: 26 Jahre unterwegs in Peru. Geschichte einer Auswanderung. Iatros, Dienheim 2007, ISBN 978-3-937439-40-2.
  • Rafael Sevilla (Hrsg.): Peru, Land des Versprechens? Horlemann, Bad Honnef 2001, ISBN 3-89502-131-8.
  • Orin Stern (Hrsg.): The Peru Reader: history, culture, politics. 2. Aufl., Duke University Press, Durham, NC [u.¬†a.] 2005, ISBN 0-8223-3649-9.
  • Johannes Winter, Andr√© Scharmanski: Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru. In: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14 (2005), S. 30‚Äď34.
  • Carlos Contreras/Marcos Cueto: Historia del Peru Contemporaneo. 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013.
  • Fernando Rosas: Breve Historia General de los Peruanos. Ediciones El Lector, Arequipa 2009.
  • Ausstellungskatalog: PERU ‚Äď Durch die Jahrtausende, Kunst und Kultur im Lande der Inka, Ausstellungen in Villa H√ľgel, Essen und Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen. Verlag Aurel Bongers KG, Recklinghausen 1984, ISBN 3-7647-0357-1.

Weblinks

  • Offizielle Website des Staates Peru
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Peru
  • Statistische Informationen zu allen Regionen, Provinzen und Bezirken von Peru
  • Botschaft der Republik Peru in Deutschland
  • Peru-econ (Nachrichten zu Wirtschaft und Politik)
  • Infostelle Peru e.¬†V. (aktuelle Meldungen)
  • CIA ‚Äď The World Factbook
  • Goruma-√úbersichtsartikel (Memento vom 22. Februar 2007 im Internet Archive)
  • Staatliche Entwicklungsorganisation GIZ in Peru: (ehem. DED) (Memento vom 22. Oktober 2010 im Internet Archive), (ehem. GTZ) (Memento vom 10. Juli 2011 im Internet Archive), (ehem. InWent) (Memento vom 5. August 2011 im Internet Archive)

Einzelnachweise und Fußnoten



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (26)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Amazonas -2.967 -7.013 -78.775 -77.164  
Ancash -8.011 -10.748 -78.683 -76.738 Ancash  
Apur√≠mac -13.206 -14.82 -73.85 -72.082  
Arequipa -14.659 -17.318 -75.076 -70.837  
Ayacucho -12.147 -15.608 -75.132 -72.836  
Cajamarca -4.585 -7.768 -79.464 -77.754  
Callao -13.011 -17.3 -71.126 -68.834  
Callao -11.999 -12.081 -77.175 -77.108  
Cusco -11.2 -15.334 -73.961 -70.356 Cusco  
Huancavelica -11.978 -14.143 -75.802 -74.281  
Hu√°nuco -8.38 -10.444 -77.323 -74.51  
Ica -12.982 -15.438 -76.393 -74.691  
Jun√≠n -10.681 -12.687 -76.493 -73.435  
La Libertad -6.961 -8.968 -79.706 -76.856  
Lambayeque -5.547 -7.178 -80.636 -79.162  
Lima -11.553 -12.506 -77.203 -76.645  
Lima Land -10.287 -13.322 -77.892 -75.467  
Loreto -0.029 -8.645 -77.81 -69.963  
Madre de Dios -9.956 -13.347 -72.384 -68.685  
Moquegua -15.985 -17.793 -71.488 -70.021  
Pasco -9.65 -11.103 -76.75 -74.167  
Piura -4.066 -6.382 -81.355 -79.233  
San Mart√≠n -5.385 -8.735 -77.781 -75.466  
Tacna -16.817 -18.344 -71.176 -69.509  
Tumbes -3.393 -4.212 -81.061 -80.166  
Ucayali -7.32 -11.429 -75.974 -70.524  
 

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Flagge: Peru

Name englisch: Peru
Hauptstadt: Lima
Kfz: PE
ISO: PE
ISO3: PER
Fläche: 1285220 km²
Tld: .pe
Wärung Einheit: PEN
Währung: Sol
Vorwahl: 51

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -0.038777
südlichster Punkt: -18.3515803
westlichster Punkt: -81.3285041
östlichster Punkt: -68.652329


 
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