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Gebirge Karte: Dinarisches Gebirge

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » Dinarisches Gebirge
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Dinarisches Gebirge

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Das Dinarische Gebirge (auch als Dinarische Alpen oder Dinariden bezeichnet) geh√∂rt zu den jungalpidischen Faltengebirgen in S√ľdosteuropa und ist ein Teilabschnitt des den Mittelmeerraum umspannenden Faltungsg√ľrtels. Es erstreckt sich √ľber 600 Kilometer entlang des Ostufers der Adria von den Julischen Alpen in Nordostitalien und Slowenien √ľber Nordwest-Kroatien, Bosnien-Herzegowina, S√ľdwest-Serbien und Montenegro bis Nordalbanien, wo es im Querriegel des Prokletije (Albanische Alpen) abschlie√üt.

Das gro√üteils verkarstete Gebirge stellt alle Typformen des au√üertropischen Karstformenschatzes. Aufgrund starker (neo-)tektonischer Aktivit√§t der adriatischen Mikroplatte verf√ľgt es wegen seiner treppenartig angeordneten Relieffolge tektonisch angelegter Gro√ü-Poljen ‚Äď sogenannten Poljentreppe ‚Äď √ľber eines der komplexesten Karstreliefs der Erde. Aus den in den dinarischen L√§ndern gebr√§uchlichen regionalen Landschafts- und Relief-Toponymen hat sich ein Gro√üteil der geologischen und geomorphologischen Begriffe zur Karstterminologie entlehnt.

Zusammenfassung

Durch seine bedeutende Ausdehnung von mehr als 600 Kilometern bilden die Dinariden das dominante Gebirge S√ľdosteuropas und sind zugleich Klima-, Kultur- und Landschaftsgrenze zwischen Mittelmeerraum und Binnenland. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die ausgepr√§gte Barrierewirkung des Gebirges in der Kommunikation zwischen den europ√§ischen Gro√ü-Landschaften der Donauebene und dem Mittelmeer vermindert werden: Verkehrsprojekte erforderten in diesem verkehrsfeindlichen Raum, der √ľberwiegend durch sohlenlose Kerben wasserreicher Karstfl√ľsse canyonartig zerteilt ist, einen beispiellosen technischen Aufwand.

Der Bauplan des Gebirgssystems ist verh√§ltnism√§√üig einfach. Mehr oder minder geradlinig in nordwest-s√ľd√∂stlicher Richtung verlaufende Reliefbestandteile spiegeln seine Struktur wider. Die H√∂henverh√§ltnisse allerdings weichen betr√§chtlich voneinander ab: in innere und √§u√üere Dinariden unterschieden, grenzen die abweisend und steil aufragenden, geologisch j√ľngeren und stark verkarsteten √Ąu√üeren Dinariden (K√ľstenketten des Velebit 1757‚ÄĮm in Kroatien, Orjen 1894‚ÄĮm in Montenegro) an die schmale K√ľste der Ostadria zwischen Triest und der Bojanam√ľndung; an diese schlie√üen im S√ľdosten die alpine Hochzone der Dinariden mit H√∂hen √ľber 2500‚ÄĮm an (Jezerca mit 2694‚ÄĮm im Prokletije in Nordalbanien, Bobotov Kuk mit 2522‚ÄĮm im Durmitor in Montenegro). Nach Osten flacht sich das Gebirge in den mittelgebirgsartigen niedrigeren Inneren Dinariden allm√§hlich zur pannonischen Tiefebene im Bosnisch-Westserbischen Erzgebirge ab (Golija 1833‚ÄĮm, Vranica 2112‚ÄĮm). Das dadurch resultierende ausgesprochen asymmetrische Querprofil beeinflusst wesentlich die Klimaverh√§ltnisse. Angesichts des bastionartigen Anstiegs in unmittelbarer Adrian√§he kann sich mediterraner Einfluss nur in einem verh√§ltnism√§√üig schmalen k√ľstenparallelen Randbereich durchsetzen, und auch dort nur in abgeschw√§chter (submediterraner) Form und beschr√§nkt auf hohe Niederschl√§ge: Meist werden Betr√§ge zwischen 1500 und 2500‚ÄĮmm gemessen, im Extremfall fast 5000‚ÄĮmm ‚Äď der h√∂chste in Europa registrierte Niederschlagswert.

Durch einf√∂rmige wasserlose Plateaufl√§chen und einen aus dem √ľberwiegender Aufbau aus mesozoischen Kalken bedingten ausgepr√§gten Karstcharakter sind nur wenige gangbare P√§sse und Quert√§ler ausgebildet. Hier und insbesondere am Gebirgsrand haben sich die gr√∂√üeren St√§dte gebildet. In den inneren Hochbecken der Karst-Poljen liegen vereinzelte Siedlungen, in denen Viehwirtschaft, in den baumlosen Hochgebirgen Almwirtschaft betrieben wird. Auf Grund seiner zentralen Lage bewirkt der dinarische Gebirgsblock eine r√§umliche Isolierung der um ihn gruppierten Aktivlandschaften (Pannonische Niederung und Adriak√ľste).

Ein verkehrsfeindlicher Reliefcharakter als physisches Haupthindernis zur Verkehrsdurchdringung ist durch streckenweise schluchtartige, sohlenlose Kerben der Flusst√§ler sowie der quer zu Verkehrsrichtung angeordneten Gebirgsketten gegeben. In der Scheitelzone m√ľssen √ľber 1000 Meter hohe P√§sse und Hochkarstverebnungen erklommen werden, die aufgrund der auf die vorwiegende auf die kalte Jahreszeit konzentrierte Niederschlagst√§tigkeit durch enorme Schneeh√∂hen und eine bis weit ins Fr√ľhjahr hineinreichende Schneebedeckung im Winterhalbjahr oft eine lang anhaltende Behinderung oder Unterbrechung des Verkehrs bedingen. Die h√∂chsten P√§sse √ľber 700 Meter sind w√§hrend dieser Zeit zumeist blockiert; nur zwei √úberg√§nge, die Pforte von Postojna (609 Meter) und der Kaldrmapass (666 Meter), sind eigentlich st√§ndig passierbar und beschr√§nken sich auf den Nordwesten. Zu einer Abschw√§chung der Trennwirkung des Dinarischen Gebirges ist es erst in j√ľngerer Zeit gekommen (1965‚Äď1976). Die eigentlichen Br√ľckenschl√§ge √ľber das Dinarische Gebirge wurden durch die seit 1965 verwirklichten, gro√ür√§umig konzipierten Verkehrsprojekt im sozialistischen Jugoslawien vollzogen. Die transversale Erschlie√üung durch die in seiner ganzen Breite durchmessenden neuen Eisenbahnstrecken Sarajevo‚ÄďPlońće und Belgrad‚ÄďBar sowie sechs relativ moderne Stra√üenbauten konnten zum Abbau der Sperrwirkung des Dinarische Gebirges bedingt beitragen. Heute ist das Gebirge f√ľr Wanderer auf der Via dinarica zug√§nglich.

Wortherkunft

Benannt sind sie nach dem Gebirgszug Dinara im Mittelabschnitt in S√ľdkroatien und Bosnien.

Lage

Die Dinariden bilden den zentralen Teil der westlichen Balkanhalbinsel. Sie grenzen im Nordwesten an die S√ľdostalpen, im S√ľdosten an die Albaniden. Die konventionelle Abgrenzung gegen die Alpen wird am Adelsberger Sattel gezogen.

Aus geologischer Sicht geh√∂ren auch die S√ľdalpen wie die Julischen Alpen zum dinarischen Bogen, da alle Gebirge, die s√ľdlich der St√∂rungslinie Gailtal ‚Äď Eisenkappel, die der sogenannten alpin-dinarischen Narbe folgen, was fast die ganzen S√ľdalpen betrifft, zu einem System geh√∂ren. Sie werden der klassischen geografischen Tradition und terminologisch zu den Alpen geordnet. Der Begriff ‚ÄěAlpen‚Äú ist im allgemeingeographischen Sinne als geologisch-tektonischer Begriff hier jedoch nicht mehr stimmig.

Sie bilden nicht nur das ausgedehnteste, sondern durch Unzugänglichkeit und Schroffheit auch das unwegsamste Gebirge der Balkanhalbinsel. Charakteristisch sind zahlreiche Durchbruchstäler in Form von unzugänglichen Canyons, denen bedeutende Quertäler fehlen. Da diese Steiltäler nur begrenzte Möglichkeiten zur Kommunikationsdurchdringung boten, stellte das Dinarische Gebirge eine wirkungsvolle geographische Barriere zwischen den mediterranen und balkanischen Kulturregionen dar.

Der Gebirgszug erstreckt sich keilf√∂rmig, in NNW‚ÄďSSO streichender Richtung zwischen 46¬į‚Äď42¬į¬†N auf 700¬†km L√§nge. Die Breite nimmt dabei von 50¬†km in Nordwesten auf maximal 350¬†km im S√ľdosten zu. Im Nordwesten, beim Krainer Schneeberg (Notranjski SneŇĺnik, 1795¬†m) und Gorski Kotar (Veliki Risnjak 1535¬†m) hat er nur Mittelgebirgscharakter. Mit der Zunahme der M√§chtigkeit des Gebirges von Nordwest nach S√ľdosten gewinnt er bedeutend an H√∂he und kulminiert im Plateau-Hochland des Durmitor und den Hochgebirgslandschaften im ‚ÄěScharnier‚Äú der Prokletije (Nordalbanische Alpen).

Die dem Gebirge vorgelagerte schmale kroatische K√ľste mit den k√ľstenparallelen kroatischen Inseln (Krk, Brańć, Hvar etc.) ist durch den postpleistoz√§nen eustatischen Meeresspiegelanstieg und Ingression als Canale-K√ľste, das √ľberflutete Flusstal der Bucht von Kotor an der Montenegrinischen K√ľste als Rias-K√ľste ausgebildet.

Durch starke neotektonische Aktivität aus der Rotation der adriatischen Platte treten insbesondere hier starke Erdbeben gehäuft auf.

Klima

Die Dinariden teilen sich klima√∂kologisch in zwei Varianten, den mediterran beeinflussten K√ľstengebirgen und den kontinental beeinflussten zentralen Ketten. Vom regionalen geographischen Aspekt (als regionaler tellurischer Wirkung) sind die Adria, und die NW-SO streichenden hohen Gebirgsketten wirksame Komponenten f√ľr die mesoskalige Luft-Zirkulation. Durch die Barriere der litoralen Dinariden als effektiver Klimascheide zwischen dem mediterranen K√ľstensaum und dem gem√§√üigt kontinentalen inl√§ndischen Bereichen, wird eine wirksame √∂kologische Zweiteilung geschaffen, doch ist die pluviometrische Verteilung mit mediterranen Winterregen k√ľstenparallel noch 90‚Äď130¬†km weit ins Landesinnere messbar. Eine mikroklimatische Differenzierung erfolgt noch durch Beckenlandschaften und das stark gekammerte Relief. Insbesondere sind hygrische und ventilatorische Bedingungen dadurch modifiziert und winterliche Kaltluftseen bilden sich in den zahlreichen Poljen und gr√∂√üeren Becken.

Besondere Bedingungen herrschen wegen des direkten mediterranen Einflusses in den s√ľd√∂stlichen litoralen Dinariden. Hier ist der Untertyp eines speziellen submediterran-oromediterran-perhumid-s√ľdadriatischen Variante auf einen engen litoralen Bereich vom Velebit, Orjen, Lovńáen und Rumija beschr√§nkt. Grunds√§tzlich ist bei dieser Variante des (oro)mediterranen Klimas die sehr hohe j√§hrliche Niederschlagsmenge, die zwischen 4500 und 6500¬†mm/a liegt und damit zu den h√∂chsten Niederschlagssummen in Europa f√ľhrt (meteorologische Station Crkvice in Montenegro).


Da Niederschl√§ge auch im Sommer nicht selten sind, bleibt die Trockenperiode, die f√ľr das mediterrane Klima charakteristisch ist, hier aus und wird von einer Halbtrockenzeit gepr√§gt. Die mittleren Jahrestemperaturen variieren zwischen 5 und 7¬†¬įC, und die mittleren Januartemperaturen liegen um ‚ąí2¬†¬įC. Nur die h√∂chsten Teile der k√ľstenl√§ndischen Dinariden sind durch eine kurze Frostperiode (ein bis drei Monate) gekennzeichnet.

Geologie und Tektonik

Geologische Großeinheiten

Das Zentrum des Dinarischen Gebirges zwischen dem Becken des Adriatischen Meeres zur Pannonischen Ebene oder Donautiefebene wird zwar strukturell von der einförmigen und äußerst mächtigen Karbonatplattform der äußeren Dinariden, als der Hochkarstzone, oder auch als Hochdinariden bezeichnet, bestimmt, doch ist die geologische Struktur in den nordöstlichen inneren Dinariden im Mittelbosnisch-Westserbischen Raum von komplexen geologischen Verhältnissen geprägt und die strukturelle Grenze zum Rhodopenmassiv im hochkomplexen Morava-Vardar-Graben entsprechend kompliziert.

Randadriatisch grenzen die Dinariden zum Mittelmeer in der schmalen S√ľdadriatisch-Ionischen Zone sowie an die Donautiefebene im komplexen, neogenen verf√ľllten pannonischen Basin (Tiefebene).

Die Dinariden setzten sich aus vier haupts√§chlichen geologischen Einheiten zusammen, deren Alter von der K√ľste (au√üen) ins Landesinnere (innen) zunimmt. Der Hauptteil der dinarischen Geosynklinale wird aber fast ausschlie√ülich von karbonatischen und dolomitischen Sedimenten (devonisch bis neuzeitlich) gebildet.

Die Verbreitung der Karbonate und Position zu Nicht-Karbonaten variiert als Konsequenz unterschiedlicher Sedimentationsbedingungen, wie der unterschiedlichen geologischen Evolution individueller Teile der dinarischen Geosynklinale.

Den √§u√üersten Rand bestimmen dabei die durch die starke neotektonische Aktivit√§t (Erdbebenzone) stark gest√∂rten relativ weichen und flachen kreidezeitlichen Kalksteine im adriatisch-ionischen Falteng√ľrtel. In Montenegro und im angrenzenden Albanien tritt noch die Pindos-Cukali-Zone mit stark schuppigen Kalken und Flysch-Sedimenten auf. Den schmalen, stark gefalteten und wenig m√§chtigen √§u√üersten Einheiten sitzt die m√§chtige und fl√§chenm√§√üig ausgedehnte einf√∂rmige Hochkarstdecke als die morphologisch pr√§gende Struktur der gesamten Dinariden auf.

Die M√§chtigkeit der kretazischen und jurassischen Kalke betr√§gt hier bis √ľber 4¬†km. Die Verkarstung der √§u√üerst reinen und harten Kalke reicht bis unter das Meeresniveau hinab und ist durch eine gut ausgebildete Karsthydrologie gekennzeichnet.

Außerhalb der Hochkarst-Zone, im Bereich der Durmitordecke, sind Werfener Schiefer als Schichtgesteine mit Kalken vergesellschaftet, das östliche Prokletije ist sogar großteils aus Schiefern aufgebaut. Zudem finden sich noch Sand- und Eruptivgesteine, die aber selten massig entwickelt sind. Neben paläozoische Schiefern, sind triasische Kalke nur linsenförmig, zumeist in den höchsten Partien vom Komovi und Zentralprokletije, verbreitet.

Entstehung

Das Dinarische Gebirge entstand ebenso wie die Alpen durch die Kollision der afrikanisch-arabischen Platte und der eurasischen Platte im Oligoz√§n, die sich bis heute fortsetzt. Durch die pal√§ogeografische und strukturelle Einheit mit den Helleniden, die im Pindos ihre gr√∂√üten H√∂hen erreichen, werden sie zu einem Orogen zusammengefasst, dem dinarisch-hellenidischen Orogen. Das strukturelle System der Dinariden (serbo-kroat. Dinarsko gorje, Dinaridi) ist so Teil der perimediterranen alpinen und damit auch ein Teilst√ľck der jungalpidischen Eurasischen Gebirgssysteme, deren Kontinuit√§t aufgrund vom Plioz√§n bis ins Quart√§r anhaltender neotektonischer Aktivit√§t, als Generator der heutigen geologischen Strukturen, unterbrochen ist.

Urspr√ľnglich bestand an Stelle des heutigen Mittelmeeres ein Tethys genannter Ozean. Die Tethys entstand zu Anfang des Jura, als der Superkontinent Pangaea in die zwei Superkontinente Laurasia und Gondwana zerbrach. W√§hrend des Mesozoikums wurde die Tethys durch die nordw√§rtsgerichtete Bewegung Gondwanas eingeengt, dadurch zerfielen Gondwana und die Tethys allm√§hlich in kleinere Einheiten, die eine Vorwegnahme der physischen Geographie des heutigen Mittelmeeres stellten. Durch kontinentale Ann√§herung, Kollision und andere Verlagerungen der tektonischen Platten ver√§nderte sich das Aussehen der Tethys. Mit der √Ėffnung des Atlantischen Ozeans im Jura und der Kreide sowie der weiteren Entfernung Eurasiens von Nordamerika und der Ann√§herung Afrikas begann in der sp√§ten Kreidezeit sowie im fr√ľhen Terti√§r die alpine Orogenese. Eine zweite Hebung setzte w√§hrend des Plioz√§ns und Pleistoz√§ns ein. Durch das Zusammenspiel der Eurasischen und Afrikanischen Platte hatte sich der Tethys-Ozean stark verkleinert. W√§hrend des K√§nozoikums schloss sich die Tethys vollst√§ndig, als indische und arabische Platte mit Eurasien kollidierten. Als letzter Rest der Tethys blieben so das Mittelmeer, Schwarze Meer, Kaspische Meer und der Aral-See √ľbrig. Mit Beginn des Terti√§rs komplizierten sich die individuellen Bewegungen von verschiedenen Mikro-Platten im Mittelmeer, unter denen die Apulische Platte mit dem Nordteil der adriatischen Platte f√ľr die Genese der Dinariden ausschlaggebend wurde. Die Apulische Platte ist eine kontinentale Kruste, die Afrika mit Eurasien verbindet und das westliche vom √∂stlichen Mittelmeer-Basin trennt. Als sie ab dem Eoz√§n vor etwa 53 Millionen Jahren durch eine direkt nordgerichtete Bewegung Afrikas mit dem n√∂rdlichen Sporn der adriatischen Platte in den s√ľdlichen Bereich von Europa hineindrang, begann die eigentliche Hebung der Alpen wie Dinariden.

Gliederung und Relief

Geotektonische Relieftypen

Von der Ausprägung von Relief und Morphologie her können die Hochdinariden in die Gruppe der:

  • Falten oder Kettengebirge im Nordwesten (Slowenien, Kroatien, Bosnien)
  • Plateau- oder Deckengebirge im S√ľdosten (Herzegowina, Montenegro, Nordalbanien) unterteilt werden.

Kettengebirge

Zu den Kettengebirgen z√§hlen alle dinarischen Gebirgsz√ľge nordwestlich der Neretva. Sie sind als typische Faltengebirge durch lineare Gebirgsr√ľcken, die in der sogenannten dinarischen Streichrichtung (von Nordwesten nach S√ľdosten) liegen, gekennzeichnet. Typisch in der Dinara und Velebit ausgepr√§gt.

Plateaugebirge und Horste

Die dinarischen Gebirge s√ľd√∂stlich der Neretva sind durch sogenannte Altfl√§chen (oft nach der Ostalpinen Raxlandschaft benannt), die den Typus einer seit dem Terti√§r wenig ver√§nderten Plateaufl√§che kennzeichnet und horstartige Heraushebungen, sowie weitl√§ufige Hochfl√§chen gepr√§gt. Typisch f√ľr Hochfl√§chen und Horste des Prenj, der Zelengora, Maglińá, Biońć, Durmitor, Sinjajevina, Morańćke Planine, Orjen (KrivoŇ°ije, Bijela Gora Rudine), Westliche und Zentrale Prokletije (Maja Radohines-Gruppe, Jezerca-Gruppe, Bjelińá).

Klimageographische Unterteilung

Klima- und Regionalgeografisch ist eine Einteilung aufgrund klimatischer-, sowie kulturgeografischer- und wirtschaftsgeografischer Kennzeichen in:

  • Litorale (K√ľsten-) Dinariden
  • (Binnen-) oder Hochdinariden
  • Nordostdinariden m√∂glich.

Subadriatische Dinariden

Die adriatischen Faltengebirgsg√ľrtel der √§u√üeren Dinariden der dalmatinischen subadriatischen Dinariden (auch litorale Dinariden) verwehren als steil aufragende Mauer den Zugang zum Binnenland und sind eine wirkungsvolle Klimascheide. Die Hochplateaus wurden fr√ľher vor allem in Form der Transhumanz bewirtschaftet.

Hochdinariden

Die waldreichen zentralen Hochdinariden der westmontenegrinisch-bosnisch-kroatischen Hochkarst-Zone sowie der bosnisch-westserbischen und nordmontenegrinischen Kalk- und Schieferzone sind d√ľnnbesiedelte Hochl√§nder mit ausgepr√§gter Almwirtschaft.

Nordostdinariden

Den innerbosnischen und serbischen Kalk- und Serpentingebirge sind erzreiche Gebirge. In Ihnen herrscht Almwirtschaft vor.

Geomorphologische und hydrographische Relieftypen

F√ľr die m√§chtig entwickelte Karstplattform der √§u√üeren Dinariden der litoralen- und Hoch-Dinariden sowie der Fluss- und wasserreichen Inneren Dinariden lassen sich aufgrund ihrer hydrologischen Auspr√§gung dann auch Drei hydrogeographische Zonen, von denen Zwei karstologische Typen bilden, vornehmen:

  • die Zone des dinarischen Holokarstes (abflusslose Zone),
  • die fluviokarst Zone des Hochkarstes oder Merokarst (Zone der Schluchten und Canyons, u.¬†a. Neretva-Canyon, Tara-Canyon, Moraca-Canyon etc.)
  • die fluviale Zone (normal entwickelte fluviale Relieftypen).

Dinarischer Holokarst

Die einf√∂rmigen und wenig gegliederten, zum abflusslosen und daher am st√§rksten entwickelten Karst des Mediterraneums geh√∂renden dinarischen Gebirge Kroatiens, S√ľdbosniens, der Herzegovina und Altmontenegros werden dem sogenannten Holokarst zugez√§hlt. Sie haben durch Gro√üpoljen, Dolinenfelder, Trockent√§ler und Sickerfl√ľsse alle Komponenten eines entwickelten unterirdischen Karstabflusses. Durch Karenfelder sind sie schwer zug√§nglich und abweisend.

Der dinarische Holokarst wird durch Rumpfflächen gegliedert, die im mitteldalmatinisch-bosnischen Bereich eine sogenannte Rumpftreppe bilden. In der treppenförmigen Staffelung der Rumpfflächen in Form der großen dinarischen Poljen, die als zentrale hydrologische Knoten den Zu- und Abfluss, der je nach den hydrologischen Bedingungen wechselnden Karstgrundwasserspiegel, bestimmen, bilden sie die wichtigsten agronomisch nutzbaren Räume im dinarischen Holokarst.

Merokarst oder fluvialer-Karst der Hochdinariden

Die aus Karbonaten aufgebauten Hochdinariden S√ľdostbosniens, Nordmontenegros und Nordalbaniens werden durch Einsch√ľbe von Schiefermassen durch Canyon-T√§ler (Cetina, Krka, Neretva, Morańća, Cijevna, Valbona, Tara, Piva) gegliedert. Sie haben daher zumindest in den montanen und planaren Stufen oberfl√§chliche Abfl√ľsse. Nur in den hochalpinen Zonen sind Quellen relativ selten, da auch hier Karstformen pr√§gend ausgepr√§gt sind. Da Poljen und Dolinen nicht so zahlreich auftreten wie im dinarischen Holokarst, dominieren unter den Karst-Gro√üformen Glaziokarstformen und von Eiswirkung √ľberformte Karstplateaus, die sich in Form von Rundh√∂ckerlandschaften ausgestalten oder in den durch Eiswirkung √ľberformten Karen auftreten.

Fluvialer dinarischer Relieftyp

Die wasserreichen dinarischen Gebirge Mittelbosniens, Nordost-Montenegros, S√ľdwestserbiens haben gut ausgebildete Gew√§ssernetze (Kupa, Una, Vrbas, Bosna, Lim, Drina, Westliche Morava, Ibar) und entsprechen dem fluvialen dinarischen Relieftyp.

Geomorphologie

Hydrologie und Fluvialmorphologie

Aufgrund des Niederschlagsreichtums sind die Dinariden insbesondere in den zentralen Teilen ein wasserreiches Gebirge. Die bedeutendsten Fl√ľsse sind von Norden nach S√ľden: Kupa, Una, Sana, Vrbas, Bosna und Drina, die alle √ľber die Save ins Schwarze Meer entw√§ssern. Zur Adria flie√üen nur vier Flusssysteme: Krka, Cetina, Neretva und Morańća. F√ľr alle dinarischen Fl√ľsse sind Schluchten, Klammen und Canyons pr√§gend. Darunter sind zum Beispiel die tiefste und l√§ngste Schlucht Europas, die Tara-Schlucht sowie die in einem Schluchtabschnitt gelegenen bekannten Plitvicer Seen.

Neben den normalen fluvialen Relieftypen sind noch Karstfl√ľsse ausgepr√§gt. Diese als Ponornica bezeichneten Sickerfl√ľsse sind durch stark sch√ľttende Karstquellen (zum Beispiel die Buna-Quelle in der Herzegowina) und karsthydrologische Versickerung in Schluckl√∂chern (Ponor) gekennzeichnet. Die bekanntesten Sickerfl√ľsse sind zum einen die Reka in Slowenien, die Gacka in Kroatien, sowie die TrebiŇ°njica in Bosnien.

Karst

Insbesondere die √§u√üeren Dinariden sind durch seine starke Verkarstung gekennzeichnet, die in Kroatien (in den historischen Regionen Lika, und entlang der kroatischen K√ľstenregion), der Herzegowina in Bosnien und Montenegro besonders hervortritt. Durch die karsthydrologische Besonderheit quert daher auch nur ein Flusssystem den dinarischen Hochkarst, die Neretva. Die m√§chtige Hochkarstdecke der √§u√üeren Dinariden wird aus √ľber vier Kilometer m√§chtigen jurassischen und kretazischen Kalksteinen gebildet. Die damit verbundenen karstgeomorphologischen und karsthydrologischen Ph√§nomene des Dinarischen Karstes machten das Gebirge zum klassischen Prototypen und ersten Untersuchungsgebiet der Karstlandschaften und begr√ľndeten im sp√§ten 19.¬†Jahrhundert die Entwicklung der Karstologie als wissenschaftliche Disziplin.

√úber den Geographen Jovan Cvijińá wurden nicht nur die geomorphologischen Fachbegriffe von Landschaftsformen im Dinarischen-Karst aus den lokalen Bezeichnungen weltweit √ľbernommen, sondern vielmehr auch die Pionierarbeit f√ľr die Erkl√§rung der geologischen Entwicklung von Karstlandschaften geschaffen. Dabei wusste man Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht, dass sich die Dinariden als geologisch komplexeste Karst-Landschaft der Erde nicht durch ein einfaches wissenschaftliches Modell erkl√§ren lassen. Der Dinarische-Karst hat durch plattentektonische Stauchung und Deformation und der unterschiedlich starken Hebung eine treppenartige Gro√üreliefstruktur mit abgeschlossenen Basins, die sich stufenweise von der Adriak√ľste ins Landesinnere verfolgen lassen. In vielen dieser Basins finden sich Poljen, die aufgrund ihrer Gr√∂√üe die Karst Morphologie und Hydrologie dominieren. In keiner anderen Landschaft der Erde findet sich ein vergleichbares Muster einer gro√üen Anzahl komplex verbundener gro√üer tektonischer Poljen. Sie pr√§gen das Gro√ürelief der Dinariden, sind aber im engeren Sinn nur hier typisch verbreitet. Die von Alfred Grund (1903) und Jovan Cvijińá (1918) erarbeiteten geomorphologischen Zyklenmodelle des Karstes anhand in den Dinariden vorgefundenen Befunde erwiesen sich daher global nicht √ľbertragbar, bereicherten aber die Diskussion in der die geomorphologische Forschung zur Reliefgenese √ľber mehrere Jahrzehnte dominierenden Epoche der Klima-Geomorphologie. Innerhalb der Vertreter dieser Forschungsrichtung versuchte Julius B√ľdel (1973) die komplexen Rumpftreppen in der s√ľdostdinarischen Poljentreppe innerhalb klimageographischer Muster zu deuten. Heute wird f√ľr die geomorphologische Komplexit√§t des dinarischen Karstes jedoch neben den erw√§hnten tektonischen Befunden auch auf die Wirkung der Messinischen Salinit√§tskrise, den Meeresspiegeloszillationen im Pleistoz√§n und den fluvialen, glazialen oder periglazialen klastischen Sedimenttransporten angrenzender Flysch-Landschaften angef√ľhrt.

Glazialmorphologie

Pleistozäne Vereisung

Die pleistoz√§ne Vergletscherung war in den Dinariden in ganz S√ľdeuropa am intensivsten. Zahlreiche Glazialseen der Hochdinariden sind neben den √ľbersteilten Karen und Graten deren eindringlichste Zeugnisse.

Die quart√§re Schneegrenze lag insbesondere in den Dinariden im Ri√ü und W√ľrm zirka 1000¬†m unterhalb der rezenten, die heute bei √ľber 2900¬†m angenommen wird und damit deutlich oberhalb der h√∂chsten Erhebung des Gebirges liegt. Alle bedeutenden Gebirgsgruppen waren w√§hrend der Eiszeiten auch vergletschert gewesen.

Neben Kargletschern bildeten sich vereinzelt gr√∂√üere Talgletscher, die bei g√ľnstigen topographischen und klimatischen Gegebenheiten auch √ľber 10¬†km L√§nge erreichten. Bedeutende Ausma√üe hatten Gletscher der Dinariden insbesondere im Prenj, Durmitor, Prokletije und dem Orjen.

Ging Jovan Cvijińá noch Anfang des 20.¬†Jahrhunderts von einer massiven, die heutige Vergletscherung der Alpen deutlich √ľbersteigenden Vereisung aus, zeigen neuere Untersuchungen zur Quart√§rgeschichte im Durmitor und Prokletije, das hier die maximalen Gletscherl√§ngen 15¬†km betrugen.

Eine besondere Anomalie der mediterranen Hochgebirgsvergletscherung in der Eiszeit ereignete sich aber in den s√ľdlichen K√ľstengebirgen der Dinariden. So fiel die Schneegrenze lagebeg√ľnstigt im Orjen im Pleistoz√§n auf unter 1200¬†m und eine Fl√§che von bis zu 150¬†km¬≤ war zum glazialen H√∂chststand vom Eis bedeckt.

Heutige Gletscher und Firnfelder

Zwar liegen alle dinarischen Gebirge deutlich unter der klimatischen Schneegrenze, jedoch sind auch rezent kleinere Gletscher und Firnflächen ausgebildet. Sie liegen immer in steilen und abgeschirmten nordwest- und nordostseitigen Mulden unter mikroklimatischer Gunst weit unterhalb der eigentlichen klimatischen Schneegrenze.

So existiert im Durmitor der Debeli namet Kargletscher auf 1750¬†m H√∂he, sowie im Prokletije ein Gletscher im Tal Buni e Jezerc√ęs sowie zwei kleiner Kargletscher √∂stlich der Jezerca-Spitze sowie ein Lawinenkesselgletscher oberhalb des Grbaja Tales in der Karanfil-Gebirgsgruppe.

Diese kleinen Kargletscher sind nur 200 bis 500 m lang, zeigen aber die typischen Akkumulationsformen einer Endmoräne und sind damit als aktive Gletscher von Firnflächen deutlich unterschieden.

Allgemein gelten die Gletscher der Dinariden als die am tiefsten liegenden der submediterranen Gebirge. Neuere Untersuchungen zeigen, dass sie auch durch die Klimaerw√§rmung nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, da sie durch reichliche Winterschneef√§lle und einer Reliefbeg√ľnstigung nicht so stark von den allgemeinen Temperaturtrends betroffen sind. Jedoch blieb im Vergleich zur Kleinen Eiszeit von neun ehemaligen Gletschern im Durmitor bis heute nur noch einer √ľbrig.

Biogeographie ‚Äď Phytogeographie

Entwicklung der dinarischen Flora

Die Genese der dinarischen Flora vollzog sich √ľber lange geologische Zeitr√§ume und klimageologische Ver√§nderungen w√§hrend terti√§rer, glazialer und postglazialer Phasen. Rezent werden keine alten mesozoischen Vertreter der pal√§otropischen Vegetation vorgefunden (wie zum Beispiel in den Floren Ostasiens oder Argentiniens). Der Basisbestand insbesondere der im europ√§ischen Raum besonders reichen Waldflora ist dennoch seit der Kreide bekannt (zum Beispiel Quercus, Fagus, Castanea, Alnus, Salix). Die zu heutigen Verh√§ltnissen w√§rmeliebendere (thermophilere) terti√§re europ√§ische ‚ÄěTropenflora‚Äú war an tropischen Elementen viel reicher als heute, wo nur eine kleine Zahl reliktischer Arten (Adiantum capillusveneris), Gattungen (Dioscorea) und Familien (Gesneriaceae) √ľberdauert hat.

Außertropische tertiäre Formen sind dagegen in hoher Artenzahl vertreten (zum Beispiel Scopolia, Sibiraea, Thelygonum, Picea omorika, Pinus peuce, Forsythia europaea, Syringa vulgaris). Die im europäischen Vergleich größere Artenvielfalt der Dinariden zu Alpen und Pyrenäen wird durch eine stärkere petrographische Heterogenität als in den Pyrenäen und gegen die Alpen durch die Einbettung zwischen artenreichen Florenzentren der subtropischen Mittelmeerregionen zu einem auffälligen Endemitenreichtum mit hohem Artenpotential gefördert.

Pflanzengeografische Einteilung, Endemismus und Höhenstufen

Die Vegetation gro√üer √Ėkosysteme und die Entwicklung von Vegetationszonen, sowie die Ausbildung sogenannter floristische Regionen ist florengeschichtlich Resultat der regionalen Florenevolution, die insbesondere auch durch bio√∂kologisch pr√§gende Komponenten im Klima und der Landschaftsausstattung gef√∂rdert wurde.

Innerhalb solcher floristischer Regionen (florengeografisch als Biom bezeichnet) ergibt sich daher durch Relief und die Beziehungen, die sich aus der Lage, insbesondere zu den Meeren ergeben, eine aus den klimatischen Faktoren und den Aspekten des Naturraumes differenzierte Unterteilung. F√ľr die Dinariden sind diese sogenannten tellurische Faktoren, die pr√§genden Einfluss auf die Vegetation besitzen, die Entfernung zum Mittelmeer, sowie die Ausgestaltung im Relief, die Einfluss auf geo√∂kologische Komponenten von Boden- und Wasserhaushalt und dar√ľber auf die Standortanspr√ľche der Pflanzen wirken.

Grunds√§tzlich sind insbesondere die geologischen mit den klimatischen Komponenten im dinarischen Lebensraum verbunden. So liegen die w√§rmsten und regenreichsten Lebensr√§ume in Regionen mit ausgepr√§gter Karstnatur. Durch die daraus bedingte Oberfl√§chentrockenheit und wenig tiefgr√ľndige B√∂den sind sie typische Standorte f√ľr trockenheitsresistente Arten wie auch geophytische oder annuelle Lebensformen. Hier dominieren daher oftmals Lippenbl√ľtler und Euphorbien, sowie zahlreiche Grasarten (Stipa, Bromus, Sesleria, Festuca, Nardus).

Die noch immer regenreichen, jedoch auch winterkalten Zentralen Dinariden besitzen dagegen tiefgr√ľndige B√∂den auf abwechslungsreichen geologischen Substraten und sind durch eine geschlossene Waldvegetation gepr√§gt. Daher sind alle typischen Arten der montanen Waldflora artenreich vertreten. Die Hochregionen werden dann zunehmend allgemein von Kalk- und Dolomitgestein aufgebaut. Hier wie in den Felspartien finden sich wieder die dinarischen Kalkmagerrasen und Felsarten mit hohem Anteil an dinarischen- oder balkanischen (teils amphiadriatischen) Endemiten. In diesen Hochlagen sind Arten der Gattungen Edraianthus (B√ľschelglocken, u.¬†a. Edraianthus serpyllifolius), Gentiana (Enziane, hier u.¬†a. Gentiana dinarica), Heliosperma (Strahlensame, u.¬†a. Heliosperma pusillum), Scabiosa (Skabiosen, u.¬†a. Scabiosa silenifolia) sowie den Arten der Gattung Sesleria (Blaugr√§ser, u.¬†a. Sesleria robusta) am auff√§lligsten. Einige dieser Gattung besitzen hier teils ihre globalen Verbreitungsschwerpunkte.

Jedoch treten auch Hochstaudenfluren, Schneet√§lchen-Gesellschaften (Schneeboden-Gesellschaften) und allgemein zahlreiche Elemente mit gr√∂√üeren Anspr√ľchen an den Wasserhaushalt hinzu. In Schneet√§lchen-Gesellschaften, die sich an beschatteten Nordlagen auf Kalkschutt und Blockhalden als auf Periglazialb√∂den angepasste schuttdeckende und schuttstauende arkto-alpine Pflanzenformationen entwickeln, finden sich wichtige Zentren der glazialen Reliktflora. Schneet√§lchen auf Kalk geh√∂ren zu einem eigenst√§ndigen pflanzensoziologischen dinarischen Verband, dem Salicion retusae (nach der Stumpfbl√§ttrigen Weide). In Karstgebirgen ist hierin die Assoziation Drepanoclado uncinati-Heliospermetum pusilla angeschlossen, die durch starke Temperaturinversion in tieferen Depressionen des Glaziokarstes bedingt, insbesondere im k√ľhleren und regenreichen NW in Slowenien und Kroatien durch eine st√§rkerer Mischung an Wald-, Hochstauden- und Kalkmagerrasen-Elementen sich von den klassischen Kalk-Schneet√§lchen der Alpen deutlich unterscheidet. Schneet√§lchen auf Silikat entsprechen vollst√§ndig den alpinen Typ im Salicetum herbacea, der durch die Kraut-Weide charakterisiert wird. Sie beschr√§nken sich hier jedoch ausschlie√ülich auf die vulkanische Vranica in Bosnien und ist auf der Balkanhalbinsel ansonsten erst wieder in der ҆ar Planien sowie im Pirin und Rila verbreitet. Allgemein sind Arten der eurasisch-(zirkum)polaren-arkto-alpinen disjunkten Gebirgspflanzen auch in den Dinariden zahlreich. Von ihren Verbreitungs-Zentren im Prokletije und Durmitor verarmen sie zu den R√§ndern, werden aber erst an den sommertrockenen windgepr√§gten subadriatischen Gipfeln in Dalmatien und der Montenegrinischen K√ľste (insbesondere Biokovo, Lovńćen, Rumija) durch oro-Mediterrane Hochgebirgsfloren-Typen verdr√§ngt.

Pflanzengeografisch f√§llt die dinarische Region in die Holarktis und wird in eine submediterrane und eine mediterrane Florenregion unterschieden: damit geh√∂ren alle syn√∂kologischen Elemente (pflanzensoziologische Gesellschaften), Bioz√∂nosen (Lebensgemeinschaften) und Zonobiome (dem Klima entsprechende Pflanzenformationen) der Dinariden mit gem√§√üigten Klima zur balkanischen subtropischen Pflanzenregion. Die Dinariden stehen darin als Kernraum der illyrischen Florenunterregion (nach der r√∂m. Provinz Illyria) der √∂stlichen balkanischen (oft auch m√∂sisch nach der r√∂m. Provinz Moesia) gegen√ľber.

Die adriatische K√ľstenzone, die den mehr oder minder breiten Raum Dalmatiens, das s√ľdwestliche Montenegros und Albaniens einnimmt, wird als Bestandteil der Mediterranen Florenregion als sogenannte adriatische Region ausgewiesen.

Die klimazonalen Höhenstufen der Dinarischen Gebirge lassen sich aus ihrer Lage zum Mittelmeer damit in zwei ökologische Typen und eine Übergangszone unterteilen: die oro-Mediterrane Höhenstufung, sowie die alpine Höhenstufung.

Die adriatische Florenprovinz

Die adriatische Florenprovinz entspricht dem nordmediterranen Typus. Kennzeichnend f√ľr die n√∂rdliche Adriatische K√ľste sowie der Niederungsk√ľste Albaniens ist insbesondere das Fehlen typischer Hartlaubgeh√∂lze. Es sind vielmehr laubwerfende Eichen die in Istrien, dem Kvarner-Golf, sowie die albanische Nierderungsk√ľste pr√§gen. Die dalmatinische K√ľste, wie die montenegrinische Riviera geh√∂ren dann zur Hartlaubzone mit urspr√ľnglichen Stein-Eichen W√§ldern. Durch Auftreten episodischer st√§rkerer Fr√∂ste aufgrund von Kaltlufteinbr√ľchen und periodischer Bora-Ereignisse, sind aber auch diese an w√§rmeliebenden und frostempfindlichen Arten verarmt. So kann beispielsweise Viburnum tinus regional fehlen (z.¬†B. in der Bucht von Kotor).

Nur die w√§rmsten dalmatinischen Inseln Mittel- und S√ľddalmatiens, u.¬†a. Hvar und Mljet, sind der eumediterranen Zone zuzurechnen. Auf den sehr trockenen zentraladriatischen Inseln um PalagruŇĺa ist eine extreme Trockenvegetation mit w√ľstenhaftem Gepr√§ge entwickelt. Diese geh√∂rt daher schon zur xeromediterranen H√∂henstufe. Als Kontrast zu diesen im Regenschatten des Apennin liegenden Inseln der Zentraladria treten an den durch Steigungsregen bevorteilten Rivieren im Kvarner-Golf, sowie der Bucht von Kotor, Reste von Lorbeerwald-Formationen auf. Hier sind auch in ihrer Wasserversorgung anspruchsvolle Kastanienw√§lder entwickelt.

Oromediterrane dinarische Höhenstufung

Die am st√§rksten ozeanischen, jedoch aufgrund des mediterranen Rhythmus auch sommertrockenen und vom Karst gepr√§gten adrianahen Gebirgsz√ľge entsprechen der √Ėkologischen H√∂henstufe des Mediterraneums, deren zahlreiche w√§rme- und trockenheitsliebende Arten Entwicklungsgeschichtlich auch √ľberwiegend in der adriatischen Provinz der mediterranen Florenregion und vergleichbaren zirkummediterranen Entwicklungszentren der Gebirgsvegetation entstanden sind. Die adriatische Vegetationsprovinz umfasst nur den schmalen Streifen der litoralen Gebirgsz√ľge mit den reich gegliederten K√ľsten Kroatiens, K√ľsten Montenegros sowie der Niederungsk√ľste Albaniens, ist jedoch nur n√∂rdlich der Bojanam√ľndung mit den charakterisierenden w√§rmeliebenden W√§ldern und artenreichen Geb√ľschformationen typisch ausgebildet. In den unteren Zonen ist die immergr√ľne mediterranene Hartlaubregion mit dem dominierenden Landschaftstyp der Macchie charakteristisch; die urspr√ľnglichen Hartlaubw√§lder sind praktisch g√§nzlich durch anthropogene Ersatzgesellschaften verdr√§ngt worden. Seestrand-Kiefer sowie die insbesondere an der S√ľdostadria aus der Levante eingef√ľhrte Italienische Zypresse sind augenf√§llig. An den feuchtesten Stellen der Adriak√ľste im Kvarnergolf und der Bucht von Risan treten Lorbeerw√§lder aus Oleander und Lorbeer auf; ab etwa 250¬†m Meeresh√∂he im Norden und 400¬†m Meeresh√∂he im S√ľden √ľbernehmen laubwerfende Geb√ľschformationen, die floristisch als ҆ibljak-Formation bezeichnet werden, auf. Der ҆ibljak ist eine Degradatinsform lauwerfender Eichen- (insbesondere Ungarische Eiche), Hopfenbuchen- oder von Orientalische Hainbuchen-W√§lder und damit eine anthropogene Ersatzgesellschaft. Durch ehemals weit verbreitete Brandlegung und Weidedruck waren die ҆ibljak-Gesellschaften f√ľr die herdentierhaltende Bev√∂lkerung Dalmatiens, Montenegros, Albaniens bis Makedoniens agronomische von gro√üer Bedeutung (insbesondere Eichenweide, sowie Schneiteln von Eichenlaub als Viehfutter).

Auch f√ľr die oromediterrane Waldvegetation sind w√§rmeliebende, laubwerfende Baumarten kennzeichnend (Flaumeiche, Makedonische Eiche, Edelkastanie, Hopfenbuche). Die Waldgrenze wird hier √ľberwiegend von trockenresistenten Nadelb√§umen gebildet; dies sind die typischen oromediterranen Waldgrenz-Trockenw√§lder, die im S√ľdosten von endemischen Schlangenhaut-Kiefern und insbesondere in Kroatien sowie der Herzegowina und dem S√ľdwestlichen Montenegro von der Weisstanne (im Nordwesten auch mit Fichte) aufgebaut werden; ein niedriges Geb√ľsch aus Zwerg-Bergwacholder leitet oberhalb der letzten W√§lder zu den artenreichen altimediterranen Kalkmagerrasen √ľber.

Die oromediterranen Gebirge, die auch eine sogenannte altimediterrane (analog der alpinen Stufe der gem√§√üigten Zone) baumlose Stufe mit trockenheitsangepassten Rasengesellschaften (vor allem Sesleria robusta) haben, sind mit dem Velebit, Biokovo und Orjen besonders artenreich. Gemeinsam ist ihnen, dass die H√∂henstufen von orkanartigen Winterst√ľrmen der Bora Winde und mediterranen Winterzyklonen stark beeintr√§chtigt werden (als kennzeichnend gelten daher sogenannte boragene Pflanzengesellschaften mit √§u√üerst sch√ľtterer Vegetationsdecke).

Als beispielhaft der eu-mediterranen H√∂henstufung der Dinariden gilt der H√∂chst Gipfel Dalmatiens im Orjen, auf dem sich alle mediterranen Vegetationsformationen von der K√ľstezone bis zur altimediterranen Stufe finden lassen. Viele endemische Arten der Waldvegetation der Balkanhalbinsel haben ihre n√§chsten vikariierenden Verwandten in den kolchischen, pontischen oder auch hyrkanischen Florenprovinzen und Waldtypen Kleinasiens oder der kaukasischen Ostk√ľste des Schwarzen Meers. Dazu geh√∂ren Krim-Pfingstrose oder der Griechische Ahorn. Durch die zahlreichen auff√§lligen verwandten Arten haben auch die Vegetationsstufen im Kaukasus mit den S√ľdost-Dinariden zahlreiche √Ąhnlichkeiten wie Oleg Sergeevińć GrebenŇ°ńćikov in einem interessanten Vergleich zeigen konnte. Dabei sind jedoch insbesondere die unteren Waldstufen deutlich √§hnlicher, w√§hrend die subalpine- wie alpinen H√∂henstufen st√§rker unterschieden sind und nur noch wenige arkot-alpine Arten gemeinsam aufweisen.

Als Dauerpionier-Gesellschaften sind Kalkfelsen Standorte besonders endemitenreicher Gesellschaften in denen reliktische Arten wie die Neumayer-Krugfrucht ‚Äď Amphoricarpos neumayerianus, Felsen-Moltkie ‚Äď Moltkia petraea sowie die besonders zahlreichen Arten der Lippenbl√ľtler, mit der hier artenreichen Arten aus der Unterfamilie der Nepetoideae. Unter diesen h√§ufig √§u√üerst aromatischen und als Medizinalpflanzen gesch√§tzten Lippenbl√ľtlern sind die Gattungen der Felsenlippen und den Bohnenkr√§utern mit vielen Endemiten vertreten. Charaktergesellschaft der oro-Mediterranen Kalkfelsen im Nordwesten ist das Micromerion croaticae H-at, dass im S√ľdosten durch die Klasse Amphoricarpetalia LkŇ°ińá (nach der Charakterart des Terti√§rendems der Neumayer-Krugfrucht benannt) abgel√∂st wird. In beiden sind Felsenlippen charakteristisch. Als √§u√üerst aromatisch gilt insbesondere die Quendelbl√§ttrige Bergminze (Clinopodium thymifolium) sowie das Bergbohnenkraut (Satureja montana) mit den nah verwandten Endemiten Satureja horvatii und Satureja orjenii.

Die Illyrische Florenprovinz

Die augenf√§lligste Besonderheit der Illyrischen Florenprovinz ist der besondere Artenreichtum der Waldflora. Selbst in den aus Mitteleuropa bekannte Waldtypen wie den Buchen- und Hainbuchenw√§ldern finden sich in den viel diverseren analogen dinarischen W√§ldern andere Charakterarten. So ist beispielsweise die zu den Rosengew√§chsen geh√∂rende Nelkenwurz (Aremonia agrimonoides) so typisch, dass dinarische Buchenw√§lder den Verband Aremonio-Fagion, die Hainbuchenw√§lder mit der w√§rmeliebenden Einkeimbl√§ttrigen Hunds-Zahnlilie (Erythronium dens-canis) den Verband Erythronio-Carpinion bilden. Entsprechende dinarische Charakterarten sind aus Mitteleuropa nicht bekannt, finden sich aber in etwas verarmter Ausf√ľhrung noch auf der Apennin-Halbinsel, mit der die dinarische Flora und Vegetation florenhistorisch viele Gemeinsamkeiten besitzt.

  • Die illyrische Provinz besitzt vier endemische Gattungen: Petteria, Halacsya, Haberlea, Jankaea. Endemiten sind: Picea omorika (Serbien, Bosnien), Pinus peuce (Gebirge zwischen 41¬į-43¬į N), Saxifraga ferdinandi-coburgii, Degenia velebitica (Velebit), Petteria ramentacea (Dalmatien, Herzegowina, Montenegro, Nord Albanien), Daphne malyana (Montenegro, Albanien), Ramonda serbica, Ramonda nathaliae (Montenegro), Dinarischer Spitzkiel Oxytropis dinarica (Kroatien, Herzegowina, Montenegro, Albanien, Makedonien mit 3 Unterarten), Prenj Spitzkiel Oxytropis prenja (Prenj-Gebirge, Herzegowina), Griechischer Ahorn Acer heldreichii ssp. visianii (Herzegowina, Montenegro, Albanien), Forsythia europaea (Nord Albanien, Kosovo), Felsen Moltkie Moltkia petrea, K√§rntner Wulfenie Wulfenia carinthiaca ssp. blecicii (Montenegro, Nord Albanien), Hellschuppige Margerite (Leucanthemum chloroticum), Portenschlagiella ramossissima (Montenegro), Amphoricarpos neumayerianus (Orjen), Cicerbita pancicii, Lilium jankae, Dioscorea balcanica (Montenegro, Nord Albanien), Iris orjenii (Montenegro).
  • Terti√§re Reliktarten der illyrisch-balkanischen Provinz sind: Ostrya carpinifolia, Juglans regia, Syringa vulgaris, Corylus colurna etc. Solche terti√§rreliktische Pflanzengesellschaften finden sich zumeist in Schluchten, die der Flora in den Kaltphasen der Eiszeit als Refugium dienten: u.¬†a. Neretva, Drina, Tara, Cijevna, Morańća.
  • Arkto-alpine Glazialrelikte sind f√ľr die h√∂chsten Gebirgsgruppen im Durmitor, Komovi, Prokletije/Nordalbanische Alpen kennzeichnend. Sie besiedeln schneereiche Habitate die oft in N√§he von Schnee- und Eisfeldern, sowie abgeschirmten Felsw√§nde.

Die Hauptmasse der Dinariden geh√∂rt der sogenannten Mitteleurop√§ischen Florenregion als illyrischer Florenprovinz an und wird von sommergr√ľnen, laubwaldreichen Eichen-Orienthainbuchenw√§ldern, Kalkbuchenw√§ldern sowie Gebirgsnadelw√§ldern bestimmt. Die montane Stufe, wie die Baumgrenze dieser ozeanischen und schneereichen Hohen Dinariden Sloweniens, Kroatiens, Bosniens und der Herzegowina, Nordmontenegros und Nordalbaniens, wird dabei nur von optimal entwickelten, besonders artenreichen (sowohl was die Kraut- und Baumflora betrifft) und vorratsreichen Tannen-Buchenw√§ldern gebildet. Mit Baumh√∂hen von Fichte und Tanne von auch √ľber 60¬†m, stehen sowohl die h√∂chste bekannte Fichte Europas (63¬†m, Nationalpark Sutjeska, Bosnien), wie die h√∂chste bekannte Tanne Europas (60¬†m, Nationalpark Biogradska Gora, Montenegro) in Urw√§ldern der Dinariden.

In den Kalkhochgebirgen vom Prenj bis in die Nordalbanischen Alpen tritt insbesondere auf den Sonnseiten oberhalb der Buchenstufe die klimaharte und √§u√üerst gen√ľgsame Schlangenhaut-Kiefer auf. Da sie park√§hnliche Offenw√§lder bildet, haben diese durch den stark l√ľckigen Kronenschluss daher einen Unterwuchs aus alpinen oder altimediterranen Arten, in denen unter anderen die lichtliebenden Arten Sesleria robusta, Viola chelmea, die Echte Schl√ľsselblume, der Schildbl√§ttrige Hahnenfu√ü und die Zarte Schachbrettblume auffallen.

Die ozeanischen und Gro√üteils auch sommerfeuchten zentralen und hohen Dinariden zeigen eine √∂kologische Analogie zu mitteleurop√§ischen Gebirgen, insbesondere den Alpen. Mit einem alpinen Floreninventar das √ľberwiegend den eiszeitlichen Floren entstammt, sind sie aber durch den gro√üen Reichtum an balkanischen endemischen Arten von den analogen alpinen Vegetationstypen unterschieden (insbesondere finden sich in den Rasen- und Felsgesellschaften der zentralen Dinariden Zentren der Radiation (damit werden Artenentstehungszentren bezeichnet) endemischer Pflanzenarten ‚Äď Verbascum, Edraianthus, Aquilegia etc.). Die Dinariden sind auch das globale Entwicklungszentrum f√ľr die Gattungen Heliosperma (Caryophyllaceae) sowie Edraianthus (Campanulaceae). Von zehn Arten der Gattung Heliosperma sind sieben in den Dinariden anzutreffen. Wie bei der Gattung Edraianthus treten bei Heliosperma auch nur auf einzelnen Gebirgsmassive vorkommende lokale Endemiten auf.

Während die Waldvegetation borealen und mitteleuropäischen Baum- und Waldtypen der holarktischen Region entspricht, unterscheidet hier ein expliziter Baumartenreichtum von den eiszeitlich stark verarmten mitteleuropäischen Bergwäldern (auffallend sind Baumhasel, Griechischer Ahorn, Sturzblatt Ahorn, Orienthainbuche, Ungarische Eiche, Zerreiche).

Die sogenannte Kampfzone des Waldes wird von subalpinen Ahorn-Buchenw√§ldern beherrscht. In diesen nimmt von den S√ľdost-Dinariden bis zum Parnass der Griechische Ahorn eine bedeutende Stellung ein, der den weniger hoch steigenden Berg-Ahorn in subalpinen Waldzonen ersetzt. Er ist der klimah√§rteste Laubbaum der Balkanhalbinsel und als einziger Laubbaum kann er mit Gebirgskiefern oder im Norden mit der Fichte an der Wald- und Baumgrenze konkurrieren. Durch eine fr√ľhe Mannbarkeit und eine fast j√§hrliche hohe Samenbildung k√∂nnen sich Griechische Ahorne auch unter schwierigen Umweltbedingungen und starker wie h√§ufiger Schneeaktivit√§t gut behaupten. Sie finden sich selbst in trockeneren Karst-Gebirgen in Schneemulden oder besiedeln kluftreiche Felshabitate offener H√§nge.

Im Prokletije treten auch erstmals endemische Grenzw√§lder der f√ľnfnadeligen Mazedonischen Kiefer auf, die zu den Fichtengrenzw√§ldern der kontinentalen Dinariden √ľberleiten. F√ľr die alpine Stufe der Hohen Dinariden sind auch ein gro√üer Bestand an Glazialrelikten wie Silberwurz und Edelweiss kennzeichnend.

Zwischen den Nordwestdinariden- und S√ľdostdinariden tritt ein sogenannter Vikariismus auf. So findet sich beispielhaft die kalk-felsspaltenbewohnende Kitaibel-Akelei ausschlie√ülich im Nordwestdinarischen Raum zwischen Velebit und Dinara, w√§hrend an vergleichbaren Standorten der S√ľdostdinariden zwischen ńĆvrsnica und dem Orjen die verwandte Dinarische Akelei gefunden wird. Zahlreiche Arten sind entweder nur auf die Nordostdinariden beschr√§nkt wie beispielsweise Crocus malyii, Primula kitaibeliana oder Degenia velebetica oder auf die S√ľdostdinariden wie Daphne malyana, Lilium albanicum, Iris reichenbachii oder Amphoricarpos neumayerianus.

Übergangshöhenstufung zu den kontinentalen Klimaten

Erst in den weniger augenf√§lligen kontinentaleren Gebirgen der n√∂rdlichen Abdachung und an die Steppenregionen der Donautiefebene anschlie√üende Gebirge in Nordmontenegro, S√ľdwest-Serbien und im √∂stlichen Bosnien √ľbernehmen aber auch weitfl√§chige boreale Nadelw√§lder der Gemeinen Fichte und Waldkiefer gro√üe Fl√§chen der Gebirgszonen (u.¬†a. Zlatibor, Nationalpark Tara, Kopaonik).

F√ľr die sommerfeuchten und extrem winterkalten nord√∂stlichen kontinentalen Dinariden, die sich zur pannonischen Niederung abdachen, ist das Eindringen von Florenelementen der osteurop√§ischen Steppen sowie die Dominanz borealer Waldelemente kennzeichnend (Gemeine Fichte, Serbische Fichte, Waldkiefer).

Biogeographie ‚Äď Zoogeographie

Das Dinarische Gebirge bildet √ľber die sogenannte ‚ÄěAdamovińá Linie‚Äú eine Stauchungszone der pal√§arktische Zone zum Mittelmeer. W√§hrend der Eiszeiten wanderte die arktische, alpine und boreale Fauna bis an die unmittelbare K√ľste am Mittelmeer. Hier√ľber stellen Artenanteile endemischer bakanischer Elemente und alpiner und arkto-alpiner sowie zu diesen nah verwandte Arten die Grundlage einer hohen Diversit√§t. Die xerothemen Faunen der s√ľdlichen Balkanhalbinsel (Griechenland) erreichen in den litoralen Dinariden zumeist ihre Nordverbreitung, die bis maximal zu den Nordwestdinariden reicht. Die Fauna geh√∂rt √ľber den Bestand zur artenreichsten Region Europas. Insbesondere sind Reptilien, Amphien, Aranchide und V√∂gel artenreich. Die einzelnen L√§nder sind ebenfalls reich an Tagschmetterlingen. Im S√ľden √ľberwiegen xeromontane Arten. Im Norden kommen dagegen √ľberwiegend alpine Arten vor. In den h√∂chsten Gebirgen √ľber 2.000 m werden rein alpine Arten wie Boloria pales oder Erebia gorge beobachtet. Einige wenige arkto-alpine Schmetterlingsarten erreichen noch die Gipfel des Durmitor und Prokletije. Es sind insbesondere Erebia padnrose und Pyrgus andromedae. Selten ist Polyommatus dardanus der als Larvalhabitat auf periglaziale Lagen mit Zottiger Mannsschild (Androsace villosa) angewiesen ist. Vor wenigen Jahren konnte auch Pyrgus cacaliae f√ľr die Dinariden nachgewiesen werden. Weiter verbreitet ist unter den Edelfaltern der Rote Apollo (Parnassius apollo). Nur in den w√§rmsten K√ľstenzonen wird Papilio alexanor beobachtet, wo der tropische Erdbeerbaumfalter (Charaxes jasius) h√§ufiger zu sehen ist.

Neben den Alpen sind die Dinariden das einzige Gebirge Europas, in das die Verbreitung des Alpensalamanders (Salamandra atra subsp. prenjensis) reicht. Dieses landlebende, lebendgeb√§rende Amphibium bedarf hoher Luftfeuchtigkeit und ist in seiner Fortpflanzung nicht an offenes Wasser gebunden. Daher fehlt der Alpensalamander in den lufttrockeneren Gebirgen oder solchen mit wenigen Versteckm√∂glichkeiten. Anders als in den Alpen ist der Alpensalamander in den Dinariden daher nur unregelm√§√üig verbreitet. So bestehen zwischen den Einzelpopulationen teilweise 200 km weite Verbreitungsl√ľcken. Ein besonderer Reichtum herrscht in den Dinariden an Reptilien, die artenreichste Region ist dabei das Dreieck Prokletije ‚Äď Bojanam√ľndung ‚Äď Bucht von Kotor. Unter den Felseidechsen sind Mosoreidechse (Dinarolacerta mosorensis) und Dalmatinische Spitzkopfeidechse (Dalmatolacerta oxycephala) endemisch. Die gr√∂√üte Echse ist die Riesensmaragdeidechse (Lacerta trilineata) der k√ľstennahen Zone. In h√∂heren Lagen wird sie von der √Ėstliche Smaragdeidechse (Lacerta viridis) abgel√∂st. H√§ufigste Giftschlange ist hier die Sandotter (Vipera ammodytes). Daneben sind Kreuzotter (Vipera berus) und seltener die Wiesenotter (Vipera ursini subsp. bosniensis) verbreitet. Kreuz- und Wiesenotter sind hier an feuchtere Gebirge und h√∂here Lagen gebunden.

Die Dinariden sind in Europa ein wichtiger Lebensraum des Steinadlers. Die gr√∂√üte vorgefundene Dichte an Brutpaaren findet sich mit 2015 30-50 Brutpaaren in Montenegro (z. Vgl. Deutschland 2015 32-37), wo der Steinadler im Durmitor in den Canyon's der Tara und Piva br√ľtet. Selbst in den touristisch erschlossenen litoralen Gebirgen wie im Orjen sind Steinadler Brutv√∂gel. Gleichfalls br√ľten hier ebenfalls Schlangenadler. Die wichtigsten Feuchtgebiete sind die Niederung der Neretva sowie Skutarisee und Bojanam√ľndung. Neben Krauskopfpelikanen werden dort bis 300 Brutvogelarten gez√§hlt. Eine der wenigen rein europ√§ischen monotypischen Gattung mit Hauptverbreitung in den Dinariden, ist die paleo-endemische Martino-Schneemaus. Dieser Kleins√§uger besiedelt √ľberwiegend die Hochlagen √ľber 1500 m, wo sie vor allem in Dolinen zwischen Blockhalden vorkommt. Aufgrund der vermuteten Konkurrenz zur Schneemaus ist ihr Areal im Schrumpfen begriffen. In abgelegenen Berggebieten leben auch Gro√üs√§uger wie W√∂lfe, Luchse und F√ľchse. Rehe, Gemsen, Feldhasen und Wildschweine sind ebenfalls verbreitet.

Die Zahl der Braunbären soll sich Ende der 1990er Jahre vor allem in Albanien stark dezimiert haben.

Besiedlung und Verkehr

Besiedlung

Die Dinariden sind insgesamt sp√§rlich besiedelt. Nur wo bessere Verkehrswege und gr√∂√üere Einebnungen existieren, gibt es auch kleinere St√§dte. Die gr√∂√üeren hier ans√§ssigen Volksgruppen sind Albaner, Bosniaken, Kroaten, Montenegriner, Serben und Slowenen. Fernweidewirtschaft ist insbesondere in Montenegro und der Herzegowina, Transhumanz in den k√ľstenl√§ndischen Gebirgen (Orjen), Almwirtschaft in Bosnien entwickelt. Der Hausbau ist in den waldreichen zentralen Dinariden zumeist aus Holz mit steilen Dachfirsten, im Hochkarst wird Kalkstein benutzt.

Eisenbahn

Die Dinariden stellen wegen der von Nordwesten nach S√ľdosten quer zur Verbindung zwischen der Donautiefebene und dem Mittelmeer verlaufenden Gebirgsketten besonders schwierige Verh√§ltnisse zur kommunikativen Durchdringung der Balkanhalbinsel. Nachdem schon im 19. Jahrhundert die ersten transversalen Verbindungen im Norden fertiggestellt wurden: die k.u.k. S√ľdbahn erreichte 1857 auf der Trasse Spielfeld-Stra√ü‚ÄďTrieste Centrale die Adria, die Relation Karlovac‚ÄďRijeka wurde von den Ungarischen Staatsbahnen noch 1873 er√∂ffnet, so dauerte es noch bis 1976 das auch die s√ľdlichste Transversale der Balkanhalbinsel, die Bahnstrecke Belgrad‚ÄďBar nach 100 Jahren Planung vollendet werden konnte. Gleichfalls sind erst in der zweiten H√§lfte des 20. Jahrhunderts die Una-Bahn sowie die Strecke Sarajevo‚ÄďPlońće als Regelspurstrecken errichtet worden. Dabei hatte √Ėsterreich-Ungarn im okkupierten Bosnien die Narentabahn in Bosnischer Schmalspur als Dalmatinerbahn bis √ľber Dubrovnik und Zelenika in die Bucht von Kotor gef√ľhrt. Das bosnische Schmalspurnetz wurde auch nach dem ende der k.u.k.-Monarchie weiter ausgebaut, doch ab den 1960er Jahren nach und nach reduziert und 1977 ganz geschlossen. Die Strecken verlaufen insbesondere in den beiden s√ľdlichsten Trassen entlang der tief eingeschnittenen T√§ler, die stellenweise kaum eine Talsohle haben.

Kulturgeschichte

Kultur und Brauchtum

Die Dinariden sind in ihrem Zentrum zumindest seit dem Mittelalter und insbesondere seit der T√ľrkenzeit Stammesgebiete, in der eine patriarchalische Lebensform in einer Gro√üfamilienorganisation ‚Äď Zadruga ‚Äď praktiziert wird. Dies waren patrilineare Verb√§nde, die auf Bluts- oder fiktiver Verwandtschaft (z.¬†B. Blutsbr√ľderschaft ‚Äď pobratimstvo) beruhten und in ihrer klassischen Form fratristische Verb√§nde, das hei√üt Zusammenschl√ľsse von Br√ľdern und deren Familien, darstellen. Im Zug der sich in S√ľdosteuropa nach der Amselfeldschlacht immer weiter ausdehnenden Osmanenherrschaft wurde die Gro√üfamilie als eine Art Selbsthilfeorganisation der christlichen Rajah in wirtschaftlich und sozial schweren, unsicheren Zeiten zum allgemein beherrschenden Prinzip der Lebensorganisation. Sie blieb in einigen Regionen bis heute erhalten.

Als Charakteristikum der dinarischen patriarchalischen Lebensform ist das soziale Ph√§nomen des ‚ÄěHeldentums‚Äú besonders ausgepr√§gt. Die Stammesverfassung in sogenannten segment√§ren Sozialgebilden war die Grundlage des Zusammenlebens der Menschen in gro√üen Teilen des dalmatinischen Hinterlandes, in Montenegro, und in den anliegenden serbischen und albanischen Landschaften. Wirtschaftliche Existenzbasis in diesen, zum gro√üen Teil unzug√§nglichen Gebirgsregionen war die Viehzucht, und im Hirtendasein liegt ein Urgrund f√ľr die ungebrochene Wehrhaftigkeit der dinarischen Bev√∂lkerung, die als ‚Äědinarische Violenz‚Äú (nach Gerhard Gesemann) bezeichnet wird.

Ein wesentliches Ausdrucksmittel dieser Geisteshaltung findet sich in der Pflege Epischen Gesangs, der zur Gusle vom Guslar vorgetragen wird. Dieser Vortrag vermittelt zwischen lebenden und den verstorbenen, besonders den verstorbenen Heroen, und hat sich am besten in den Zentren der balkanischen Patriarchalität in den dinarischen Hochländern Montenegros, der Herzegowina und Nordalbaniens erhalten. Hier haben sich die tradierten Formen des Zusammenlebens wie auch der Ahnenkult am längsten erhalten. Die Guslaren treten hier als Vermittler des Heroenkults auf, die den Lebenden die Welt der verstorbenen Helden veranschaulicht.

Viehwirtschaft

Die Entwicklungsgeschichte der Viehwirtschaft in den Dinariden l√§sst sich bis in die Antike zur√ľckgreifen. Erscheinungen und Auswirkungen auf den Naturraum S√ľdosteuropas sind kaum gesamtumfassend zu beschreiben. Die speziellen naturr√§umlichen Bedingungen des dinarischen Karstes erschweren zudem eine Beurteilung, der durch √ľberm√§√üige Weidenutzung seit historischen Zeiten im dinarischen Gebirgsraum nachweisbaren Herdenviehzucht aufgetretenen Flursch√§den. Hierauf weisen auch arch√§ologische Informationen, die noch w√§hrend des Quart√§ren/Holoz√§nen √úbergangs keine Waldbedeckung im Hochkarst feststellen lassen. Durch Industrialisierung und im Verlust traditioneller Wirtschaftsformen ist extensive Herdenhaltung im Karst stark r√ľckl√§ufig. Die karge Natur hat hier auch am ehesten zu einer Aufgabe traditioneller Wirtschaftsform und letztlich Abwandern der Bev√∂lkerung gef√ľhrt. Unter den Hirten-Tieren sind BuŇ°a, Pramenka und Bosnisches Gebirgspferd sowie zahlreiche Ziegen-Schl√§ge zu erw√§hnen. Sowohl BuŇ°a als auch das Bosnische Gebirgspony sind durch Gen√ľgsamkeit an extensive Wirtschaftsformen sowie Agilit√§t in schweren Gel√§nde gut angepasste Haustierformen. F√ľr die BuŇ°a wurde eine direkte Abstammung aus neolithischen Rinderschl√§gen dokumentiert. Es stellt die urspr√ľnglichste domestizierte Rinderrasse.

An die naturr√§umliche Ausstattung angepasste Weideformen entwickelten sich durch Fernweidewirtschaft, Nomadismus und Almwirtschaft. Daneben beeinflussten soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklungen im starken Ma√üe die Erscheinungen der Viehwirtschaft. Die nat√ľrlichen Gegebenheiten ausn√ľtzend, pr√§gte das auf Viehzucht bezogene, kulturelle Verhalten der Balkanv√∂lker einheitlich deren soziale und kulturelle Entwicklung. Ein Nebeneinander, zum Teil in unmittelbarer Nachbarschaft, und enge Verflechtung der verschiedenen weidewirtschaftlichen Formen hat eine differenzierte Raumausnutzung geschaffen die auch auf ethnischen Besonderheiten fu√üte. Die Aromunen (serb. Tsintsaren), √ľberwiegend s√ľdlich der Donau verbreitet, galten als prinzipielle Vertreter einer nomadischen Volksgruppe. Sie spielten im Fernhandel der Balkanhalbinsel im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle. Nomadische Wanderungen, waren noch bis zum 1. Weltkrieg weitverbreitet. Die Herausbildung der Nationalstaaten aus der Konkursmasse des Osmanischen Reiches nach dem Berliner Kongress 1878 und den Balkankriegen 1912/13, verlangte eine Umstellung, der innerhalb des osmanischen Reiches durch keinerlei Territorialgrenzen gehemmten, Fernweidewirtschaft. Herdenwanderungen zwischen Sommerweiden im Prokletije und Winterweiden, an die jeweiligen politischen Realit√§ten und agrarischen Entwicklungen angepasst, erfolgten beispielsweise zur Save Niederung, dem albanischen Tiefland, der Kampania von Thessaloniki, der Moravaniederung und der Metohija. Letztlich wurde solcherart Herdenwanderung mit Wanderwegen von bis zu 300 km Luftlinie durch Umstellung auf Almwirtschaft aufgegeben.

Die Grenze der urspr√ľnglichen Herdenwanderungen reichte Nordw√§rts in die Herzegowina, Montenegro, Metohija (Kosovo), S√ľdserbien und Bulgarien s√ľdlich des Balkangebirges. Nur in Regionen deren Agrarwirtschaft aufgrund der Naturraumausstattung f√ľr kaum eine andere Wirtschaftsform geeignet scheint, konnte sich diese l√§nger halten. So waren in der Herzegowina noch nach dem Zweiten Weltkrieg Formen der Transhumance und Fernweidewirtschaft festzustellen. Kontinentale Gebiete der Dinariden sind dem Bereich der alpinen Almwirtschaft zuzurechnen (Slowenien, Gorski Kotar, Bosanska Krajina, Zentralbosnien, SandŇĺak, Nordmontenegro und Westserbien). Formen der mediterranen Almwirtschaft finden sich im Velebit, der Herzegowina und Westmontenegro.

Wirtschaftlicher Passivraum

Sowohl aufgrund der Bev√∂lkerungsdichte als auch der ungen√ľgenden Erschlie√üung mit modernen Verkehrswegen sind die Dinariden nach wie vor ein wirtschaftlicher Passivraum. Migrationsbewegungen fanden und finden in Aktivr√§ume der Save-Donau Niederung, die touristisch inwertgesetzte Dalmatische K√ľste oder ins Ausland statt. Insbesondere entleerten sind nach dem Ersten und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg sowie zuletzt aufgrund der B√ľrgerkriege beim Auseinanderfallen Jugoslawiens weite Landstriche. Neben kriegsbedingter Auswanderung blieb die Wirtschaftsemigration immanentes Merkmal. W√§hrend der 1960 und 1970er Jahre wanderten auch besonders viele Jugoslawen aus dem zentralen Passivraum des Landes als Gastarbeiter nach Deutschland und andere L√§nder des Westens aus. Auch nach dem Anwerbestopp 1973 verblieben die Siedlungsgebiete der Dinariden im negativen Bev√∂lkerungssaldo. Historisch am wenigsten dicht besiedelt wurden der Hochkarst der Herzegowina und Westmontenegro. Hier sind Bev√∂lkerungsdichten von unter 20 Personen pro Quadratkilometer nicht un√ľblich. Das sehr unwirtliche Montenegro ist der am wenigsten besiedelte Fl√§chenstaat S√ľdeuropas. Auf knapp 14.000 km¬≤ leben nur etwas √ľber 640.000 Einwohner (48,7 Einwohner pro km¬≤).

Literatur

  • K. V. Petkovińá: Neue Erkenntnisse √ľber den Bau der Dinariden. Vortrag, gehalten in der Geologischen Gesellschaft, Wien 1. M√§rz 1957. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. 101, 1, 1958, ISSN¬†0016-7800, S. 1‚Äď24, (PDF); 2,58¬†MB; abgerufen am 2. August 2010.
  • Josip Ridjanovińá: Neue Beobachtungen √ľber die Eiszeitwirkungen im Orjen-Gebirge (Jugoslawien). (= W√ľrzburger Geographische Arbeiten. 20). Geographisches Institut der Universit√§t, W√ľrzburg 1967.
  • Lubomir von Sawicki: Die eiszeitliche Vergletscherung des Orjen in S√ľddalmatien. In: Zeitschrift f√ľr Gletscherkunde. 5, 1911, ZDB-ID 243658-9, S. 339‚Äď355.

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Synonyme / Sprachen:
Dinarische Alpen; Dinariden


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (6):
Slowenien SlowenienAlbanien AlbanienBosnien und Herzegowina Bosnien und HerzegowinaKroatien KroatienMontenegro MontenegroSerbien Serbien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 46.02748185
südlichster Punkt: 41.89409955
westlichster Punkt: 13.44177246
östlichster Punkt: 21.36840820


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
126430 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
1642 km
 
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