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Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Ardennen

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

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Die Ardennen (auch Ardenner Wald, von keltisch Arduenna ‚Hochland‘) sind der Westteil des Rheinischen Schiefergebirges.

Das mit der Eifel zusammenhĂ€ngende, ausgedehnte Waldgebirge erstreckt sich grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒber den SĂŒdosten der belgischen Region Wallonie, in kleineren Teilen auch auf die Staatsgebiete von Luxemburg (Ösling) und Frankreich (DĂ©partement Ardennes). Im Osten und SĂŒden ein raues Bergland, flachen die Ardennen nach Westen und Norden hin sanft ab.

Abgrenzung und Nachbargebiete

Im Osten gehen die Ardennen ohne deutliche geologische Grenze in die (West-)Eifel ĂŒber. Namensgrenze ist eher die innerbelgische deutsch-französische Sprachgrenze. Das Hohe Venn kann beiden Gebirgen zugerechnet werden. Höchste Erhebung ist die Botrange in der Provinz LĂŒttich mit 694 m ĂŒber Peil bei Ostende. SĂŒdlich davon kann das Tal der Our als Grenze zwischen Eifel und Ardennen angesehen werden. Die höchste nur den Ardennen zuzurechnende Erhebung ist der Baraque de Fraiture im Norden der Provinz Luxemburg (Belgien) mit 652 m ĂŒber Meeresspiegel. Der luxemburgische Teil der Ardennen wird Ösling genannt.

Nördliche Begrenzung der Ardennen ist das Tal der Sambre und der anschließende Anschnitt des Maastales zwischen Namur und LĂŒttich. Die niedrigere HochflĂ€che nördlich davon wird im östlichen Teil Hesbaye genannt.

Die sĂŒdliche Begrenzung der Ardennen bilden die TĂ€ler von Chiers, Maas (im Abschnitt zwischen Sedan und Charleville-MĂ©ziĂšres), Sormonne und Gland. Der SĂŒdwesten der Ardennen bildet zusammen mit den dort angrenzenden VorlĂ€ndern die ThiĂ©rache. Dazu gehören ausgedehnte HöhenwĂ€lder (300 bis fast 400 m) nahe der Maas westlich von Fumay ebenso wie die CrĂȘtes PrĂ©ardennaises (KĂ€mme der Vorardennen), die sich sĂŒdlich der Linie Sedan – Charleville-MĂšziĂšres – Hirson ĂŒberwiegend in Ostwestrichtung erstrecken, zum Nordfranzösischen Schichtstufenland gehören und neben Wald viel Land- und Weidewirtschaft aufweisen, eine Heckenlandschaft (Bocage). Westlich der MĂŒndung des Gland in die Oise bei Hirson rechnen die Collines de la ThiĂ©rache (HĂŒgelland der ThiĂ©rache) dazu, die sich bis an die fĂŒr den Canal de la Sambre Ă  l’Oise genutzte Furche erstrecken.

Landschaft

Das Gebirgsplateau der Ardennen ist am höchsten im Osten (hohes Venn bis 694 m ĂŒber dem Meer, bei Bastogne 500 bis knapp unter 550 m). Nach Nordwesten nimmt die Höhe ab, liegt nahe der MĂŒndung der Semois in die Maas bei 400 m, sĂŒdwestlich und sĂŒdöstlich von Namur bei 200 bis 250 m. Zwischen den höheren Teilen des Plateaus im Osten und SĂŒden und den weniger hohen im Nordwesten ist eine Reihe kleiner Becken eingeschlossen, eines um Mariembourg, eines um Givet, eines zwischen Beauraing und Rochefort und eines zwischen Marche-en-Famenne, Hotton und Durbuy. Das Gebirgsplateau wird von FlusstĂ€lern durchzogen, die oft tief und schluchtartig mit steilen AbstĂŒrzen von 200 m Höhe eingeschnitten sind und an vielen Stellen kaum Platz fĂŒr Bewirtschaftung oder Besiedlung bieten. An den HĂ€ngen der grĂ¶ĂŸeren FlusstĂ€ler sind durch die Erosion von Kalkgestein zahlreiche bizarre Felsformationen entstanden, welche manche Teile der Ardennen zu einem Kletterparadies machen.

Das Hochland ist nur dĂŒnn besiedelt, was grĂ¶ĂŸtenteils am rauen Klima liegt, aber durch wiederholte kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und den einstigen burgundisch-habsburgischen Niederlanden verstĂ€rkt wurde. Wetterbedingungen und Bodennutzung variieren nach Höhenlage. Die höchsten Lagen sind durch reichliche NiederschlĂ€ge stark versumpft (Hohes Venn); nicht ganz so hohe Partien waren frĂŒher großenteils mit Heide bedeckt, von der durch Aufforstung nur noch kleine FlĂ€chen erhalten sind. Typisch fĂŒr das französisch-belgische Grenzgebiet sind ausgedehnte EichenwĂ€lder. Im Gegensatz zu kaum oder nur nach aufwĂ€ndiger Kultivierung landwirtschaftlich nutzbaren Höhen sind die Muldenlagen der HochflĂ€che und die Becken fruchtbar. Hier wird Ackerbau und Viehzucht betrieben; ein bekanntes Erzeugnis ist der ArdennenkĂ€se. In den engen TĂ€lern ist der Boden zwar auch fruchtbar, aber es ist oft nur wenig Platz.

Das pultartige Bodenrelief vieler Flussschleifen zeigt, wie die Windungen der TĂ€ler durch die unterschiedliche HĂ€rte aufgeworfener Gesteinsschichten zustande gekommen sind. Das bedeutendste Ardennental ist das Durchbruchstal der Maas zwischen Charleville-MĂ©ziĂšres und Namur, besonders tief eingeschnitten zwischen Charleville und Dinant. Der Wasserspiegel der Maas liegt in Charleville 142 m ĂŒber dem Meer, an der MĂŒndung der Sambre in Namur 78,35 m, an der MĂŒndung der Ourthe in LĂŒttich 60,0 m. Die Ardennen gehören jedoch nicht vollstĂ€ndig zum Einzugsgebiet der Maas; ein großes Gebiet im SĂŒdosten entwĂ€ssert ĂŒber die Sauer (französisch SĂ»re) in die Mosel, ein kleines im Westen ĂŒber die Oise in die Seine. Die TĂ€ler der in den Ardennen entspringenden FlĂŒsse beginnen am Oberlauf als flache Mulden und sind am Unterlauf tief eingeschnitten. Dazwischen befinden sich Bereiche mit besonders starkem GefĂ€lle, Erosionszonen, die in Jahrtausenden langsam flussaufwĂ€rts gewandert sind.

Die wichtigsten im östlichen Teil der Ardennen entspringenden GewĂ€sser sind die rechten MaaszuflĂŒsse Semois, Lesse und Ourthe mit AmblĂšve (Amel) sowie die Sauer samt einigen NebenflĂŒssen. Die wichtigsten FlĂŒsse aus dem westlichen Teil des Gebirges sind die Oise, die rechten NebenflĂŒsse der im Ardennenvorland entspringenden Sambre sowie die linken MaasnebenflĂŒsse Viroin und Hermeton.

Geologie

Die Ardennen sind Teil der rhenoherzynischen Zone der mitteleuropÀischen Varisziden und stehen in einem engen geologischen Zusammenhang mit dem auf deutschem Gebiet liegenden Rheinischen Schiefergebirge. Ihre Gesteine werden dem kaledonischen und dem variszischen Gebirgsbildungs-Zyklus zugerechnet.

Die Ă€ltesten, nur stellenweise vorkommenden Gesteine der Ardennen sind kambrische, ordovizische und silurische Tonschiefer und Quarzite mit einigen Lagen vulkanischer Gesteine, die schon vor dem Devon gefaltet und teilweise erodiert wurden. Diese Schichten des AltpalĂ€ozoikums bilden das Grundgebirge der Ardennen. AltpalĂ€ozoische Gesteine sind aufgeschlossen in der so genannten Schwelle von Condroz, im Rocroi-Massiv und in den kleineren Massiven von Givonne und Serpont. Das flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Gebiet mit AltpalĂ€ozoikum ist der teilweise schon auf deutschem Gebiet liegende Stavelot-Venn-Sattel, welcher einen Großteil des Hohen Venns aufbaut.

Die flĂ€chenmĂ€ĂŸig vorherrschenden Gesteinsarten der Ardennen sind jĂŒngere devonische und karbonische Tonschiefer, Sandsteine und Kalke. Diese Abfolge beginnt mit Schichten des Gedinne, die im Synklinorium von NeufchĂąteau (Belgien) und am Nordrand des Synklinoriums von Namur und des Synklinoriums von Dinant (Dinant-Mulde) vorkommen. Diese Schichten haben sich auf dem gefalteten AltpalĂ€ozoikum ablagert. Verbreitet sind im unteren Teil des Gedinne konglomeratische und grobsandige Gesteine ausgebildet, die von der nach von SĂŒden nach Norden ausgreifenden Transgression des Meeres zeugen, das die SĂŒdkĂŒste des Old-Red-Kontinents langsam ĂŒberflutete. Die MeereskĂŒste lag etwas nördlich des heutigen Synklinoriums von Namur. Der Boden des Devonmeeres sank an großen Abschiebungen sĂŒdlich des heutigen Stavelot-Venn-Sattels stetig weiter ab. Es vertiefte sich jedoch nur allmĂ€hlich, da die Sedimentation mit der Absenkung Schritt hielt. Vor allem im Bereich der sĂŒdlichen Ardennen wurden mĂ€chtige Folgen von sandigen Schiefern und Sandsteinen abgelagert, wĂ€hrend die gleich alten Sedimente im Norden deutlich weniger mĂ€chtig sind. Im Mitteldevon bildete sich ein RiffgĂŒrtel im Schelf des Old-Red-Kontinents und es lagerten sich (teils mĂ€chtige) Riffkalke ab. Im Bereich des Dinant-Synklinoriums lĂ€sst sich ein regelrechtes Barriereriff des Mitteldevons rekonstruieren.

Zu Beginn des Karbons verlor sich der Gegensatz zwischen Kontinent im Norden und Meeresbecken im SĂŒden. Das nun gleichmĂ€ĂŸig flache Meer griff weit nach Norden aus und im gesamten Gebiet der Ardennen kam es zur Bildung des Kohlenkalkes. Im Oberkarbon stellten sich die Bedingungen vollstĂ€ndig um: im SĂŒden erhob sich langsam das variszische Gebirge aus dem Meer, und im Norden wurden auf die stetig absinkende Kohlenkalk-Plattform mehr als 3.500 m Konglomerate, Sandsteine und Tonschiefer geschĂŒttet, welche als Vorland-Molasse der variszischen Gebirgsbildung zu verstehen sind. In flachen Meeresbereichen entstanden ausgedehnte SĂŒmpfe, die spĂ€ter zur Bildung von Kohlenflözen fĂŒhrten. Die ĂŒberlieferte Gesteinsfolge endet mit Sedimentgesteinen unterschiedlichen Alters: Namur A (bis etwa 319 Mio. Jahre vor heute) im Synklinorium von Dinant, Westfal C (bis etwa 308 Mio. Jahre vor heute) im Synklinorium von Namur.

Die gesamte Schichtenfolge wurde im Oberkarbon gefaltet, verschuppt und an großen Überschiebungen aufeinander ĂŒberschoben. Die grĂ¶ĂŸte dieser Überschiebungen ist die Faille du Midi, die sich nach Nordosten in die Eifler Überschiebung und die Aachener Überschiebung fortsetzt. An ihr sind Gesteine der Mulde von Dinant und der Stavelot – Venn – Sattel mehrere Zehner Kilometer auf die Mulde von Namur ĂŒberschoben worden. Im so genannten Fenster von Theux ist die ÜberschiebungsflĂ€che von der Erosion noch einmal angeschnitten worden, so dass die ĂŒberschobenen Gesteine der Mulde von Namur wieder ans Tageslicht kommen.

Die Hauptstreichrichtungen der Ardennen sind W-E im Westteil und SW-NE im Ostteil der Ardennen. Fast alle Strukturen der Ardennen lassen sich nach Nordosten auf deutsches Gebiet verfolgen, wo sie jedoch teilweise andere Namen tragen. So setzt sich das Synklinorium von NeufchĂąteau in das Eifel-Synklinorium fort, das Dinant-Synklinorium bis in die Inde-Mulde im Aachener Gebiet und das Synklinorium von Namur in die Aachener Wurm-Mulde.

Die jĂŒngsten palĂ€ozoischen Gesteine sind im Graben von Stavelot/Malmedy erhalten geblieben, es handelt sich um Reste permischer Sedimente, die sich nach der Faltung der Ă€lteren Gesteine in neu gebildeten Bruchstrukturen erhalten haben.

Seit dem Perm sind die Ardennen im Wesentlichen Festland geblieben und unterlagen der Abtragung, bis nur noch ein weitgehend flacher Gebirgsrumpf erhalten war. Nur fĂŒr kurze Zeit und nur randlich wurde dieser vom Meer ĂŒberflutet, so in der Oberen Kreide und im TertiĂ€r. Seit dem PliozĂ€n begannen die Ardennen und das Rheinische Schiefergebirge im Vergleich zu ihrer Umgebung aufzusteigen. Dieser Aufstieg fĂŒhrte dazu, dass sich die BĂ€che und FlĂŒsse in die flachwellige Landschaft einschnitten und das heutige Gesicht des Mittelgebirges mit flachen Hochebenen und tief eingeschnittenen TĂ€lern herausbildeten.

NatĂŒrliche Ressourcen

Den Hauptreichtum des Gebirges bilden die Waldungen, die zumeist aus Eichen und Buchen mit untermischten Erlen, Birken, Eschen und anderen Baumarten bestehen. Manche Bereiche wurden mit Nadelbaum-Monokulturen bepflanzt, vor allem die Randgebiete des Hohen Venns. Das reichlich vorhandene Wasser der Ardennen ist eine Grundlage fĂŒr die Trinkwassergewinnung in zahlreichen Talsperren, die beliebte Ziele des regionalen Tourismus darstellen. Unter den reich vorhandenen MontanschĂ€tzen ist neben den in vielen, oft riesigen SteinbrĂŒchen ausgebeuteten reichen Natursteinvorkommen wie Kalkstein, Dolomit und Schiefer der Abbau von Eisen und Blei (bei Longwilly), Antimon (bei Goesdorf), Kupfer (bei Stolzemburg) und Mangan (bei Bihain) zu erwĂ€hnen, ferner die Gewinnung von plastischem Ton. Die grĂ¶ĂŸte wirtschaftliche Bedeutung hatten die fast unerschöpflichen Steinkohlenlager, die sich vom Nordrand LĂŒttichs bis Valenciennes erstrecken. Sie sind hier an der ErdoberflĂ€che aufgeschlossen und wurden von hier aus zunĂ€chst im Tagebau, spĂ€ter dann durch Bergwerke erschlossen. Der Steinkohlebergbau hat Belgiens Metallverarbeitung und bedeutende Industrien begrĂŒndet.

Seit den 1960er Jahren ist die Montanindustrie weitestgehend zum Erliegen gekommen. Der dadurch verursachte Strukturwandel war eine schwere Belastung fĂŒr die regionale Wirtschaft. Seit den 1980er Jahren nahm die Bedeutung des Tourismus stetig zu und erlangte wirtschaftliche Bedeutung. Die Ardennen sind heute Bestandteil des grenzĂŒberschreitenden Naturparks Eifel – Ardennen.

Geschichte

Vor- und FrĂŒhgeschichte

Die Menschen des PalĂ€olithikums nutzten von den Ardennen vor allem den von devonischen Kalken geprĂ€gten Teil in Belgien, wĂ€hrend sie das Tal der Maas aufgrund der Neigung zu hohen NiederschlĂ€gen und KĂ€lte mieden. Im EpipalĂ€olithikum war vor allem in den belgischen Ardennen die Kultur des Ardennien verbreitet, an die sich sĂŒdwestlich das nördliche Tardenoisien anschloss.

Von den ackerbautreibenden Kulturen wurden die Ardennen aufgrund der ungĂŒnstigen klimatischen Bedingungen ĂŒber Jahrtausende hinweg weitgehend gemieden. Lediglich im Tal der Maas und dessen Einzugsgebiet ist eine Besiedlung vom Neolithikum bis in die Ă€ltere Eisenzeit nachgewiesen. Es finden sich hier beispielsweise Hinterlassenschaften der Bandkeramik, der Michelsberger Kultur, der Seine-Oise-Marne-Kultur (Megalithanlagen bei WĂ©ris) sowie der Glockenbecherkultur.

Erst zu Beginn der La-TĂšne-Zeit am Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. wurden die gesamten Ardennen von den Kelten aufgesiedelt. Aufgrund von Verbreitung und Grabsitten sind hierbei zwei Gruppen zu unterscheiden, die auf eine unterschiedliche Besiedlungsrichtung schließen lassen: Eine sĂŒdliche Gruppe zwischen Bertrix, NeufchĂąteau und Bastogne war kulturell mit der Champagne verbunden; eine nördliche Gruppe, die östlich und nordöstlich von La Roche-en-Ardenne und Houffalize verbreitet war, neigte kulturell dem Rhein- und dem HunsrĂŒck-Eifel-Gebiet zu.

Römerzeit

Die Römer kannten die Ardennen als Arduenna silva (Ardenner Wald), verstanden darunter jedoch ein sehr viel grĂ¶ĂŸeres Gebiet. Nach CĂ€sar und Strabon umfasste es die ganze, zusammenhĂ€ngende Waldregion zwischen Rhein und Schelde. In diesem Raum wurde die keltische Jagd- und Waldgöttin Arduinna verehrt, die die Römer mit Diana gleichsetzten; viele DenkmĂ€ler dieser Göttin finden sich hier in Form von AltĂ€ren, Statuen und Inschriften. CĂ€sar schildert den Ardenner Wald als unwegsam. WĂ€hrend des Gallischen Krieges in den Jahren 54 und 53 v. Chr. diente er den Treverern unter Indutiomarus und den Eburonen unter Ambiorix als Versteck und RĂŒckzugsgebiet.

In der Römischen Kaiserzeit erstreckten sich die heutigen Ardennen ĂŒber die Provinzen Belgica und Germania inferior. Verkehrsgeografisch erschlossen wurde die Arduenna silva damals durch die auf der Tabula Peutingeriana verzeichnete Römerstraße zwischen Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) und Reims (Durocortorum), die quer durch das Waldgebirge verlief. In der NĂ€he von Bastogne kreuzten diese Trasse die Straße von Bavay (Bagacum Nerviorum) nach Trier (Augusta Treverorum) und die von Tongern (Aduatuca Tungrorum) nach Arlon (Vicus Orolaunum). Über Arlon, das ein wichtiges Zentrum fĂŒr Handwerk und Handel am SĂŒdrand der Ardennen darstellte, verlief die Straße von Trier nach Reims. StĂ€dtische Ansiedlungen gab es zu dieser Zeit nicht in den Ardennen. Sie waren jedoch mit Vici und Villae rusticae durchsetzt. Zeugnisse fanden sich beispielsweise bei Theux, Amberloup, Jamoigne, Bastogne, Chevigny, Amel und Besslingen.

Im 4. und 5. Jahrhundert siedelten sich – besonders auf Höhenbefestigungen wie z. B. in Vireux-Molhain und Furfooz – germanische Foederaten an, die zur Verteidigung der grenznahen Provinzen eingesetzt waren.

Mittelalter

Im FrĂŒhmittelalter gehörten die Ardennen zum austrischen Teil des Frankenreiches. Der Verduner Diakon Adalgisel Grimo erwĂ€hnt in seinem Testament aus dem Jahr 634 seine Besitzungen in den Ardennen (in Ardenense). Es ist nicht sicher, ob hier bereits der Ardennengau gemeint ist, also eines der Gaue, in die das Frankenreich etwa zu dieser Zeit eingeteilt wurde. Der Ardennengau bestand aus dem nördlichen Teil der Ardennen, dem nördlichen Luxemburg und der Westeifel. Es lag zwischen dem Eifelgau im Norden und dem Bidgau im Osten.

Zur Erschließung der Ardennen grĂŒndete der frĂ€nkische Hausmeier Grimoald um 648 die Benediktinerklöster Malmedy und Stablo, die von König Sigibert III. mit Grundbesitz ausgestattet wurden. Um diese Zeit verbreiteten Missionare wie Monon und Hubertus von LĂŒttich das Christentum in den Ardennen.

Seit dem 7. Jahrhundert wurden die Ardennen in den Urkunden als forestis nostra bezeichnet, worunter außerhalb der Siedlungen liegende große Wald- und ÖdlandflĂ€chen, aber auch herrenlose GewĂ€sser zu verstehen sind, die dem Forstrecht des Königs unterstellt waren. Die Nutzungsrechte innerhalb der Forste konnten nur mit königlicher Genehmigung ausgeĂŒbt werden, wofĂŒr die Bewohner bestimmte Abgaben an den König zahlen mussten. Die Verwaltung der Ardenner Forstbezirke geschah von den Königshöfen von Longlier, Mellier, Theux und Thommen aus. Nachdem schon die merowingischen Herrscher in den Ardennen gejagt hatten, wurden sie ein bevorzugtes Jagdrevier der Karolinger. So jagten Karl der Große und Ludwig der Fromme in mehreren Jahren in den Ardennen.

Im Jahre 840 entstand die Grafschaft Ardennen, die in der ersten HĂ€lfte des 11. Jahrhunderts ihr Ende fand. Im Vertrag von Verdun des Jahres 843 fielen die Ardennen an Lotharingien. Bei dessen Teilung im Vertrag von Mersen im Jahre 870 wurden sie zunĂ€chst zwischen dem OstfrĂ€nkischen Reich Ludwigs des Deutschen und dem WestfrĂ€nkischen Reich Karls des Kahlen aufgeteilt, bevor sie schließlich im Vertrag von Ribemont des Jahres 880 ganz an das OstfrĂ€nkische Reich fielen.

Auf ihren PlĂŒnderungszĂŒgen in den Jahren 881 und 882 nutzten die Wikinger die alten Römerstraßen in den Ardennen und ĂŒberfielen die Klöster Malmedy und Stablo und zerstörten die Abtei PrĂŒm in der Eifel.

WĂ€hrend das Herzogtum Bouillon und die Reichsabtei Stablo-Malmedy ĂŒber Jahrhunderte hinweg eine gewisse EigenstĂ€ndigkeit besaßen, wurden im 14. Jahrhundert große Teile der Ardennen an Luxemburg angegliedert, das 1354 zum Herzogtum erhoben wurde.

Neuzeit

WĂ€hrend der frĂŒhen Neuzeit rangen mehrere MĂ€chte um die Herrschaft ĂŒber die Region. Hiervon zeugen zahlreiche Festungsanlagen, so in Dinant, Givet, Mariembourg, Namur und Philippeville. So gehörten heute belgische Teile der Ardennen nicht nur zu den Spanischen oder Österreichischen Niederlanden, sondern mehr oder weniger lange auch zu Frankreich, Deutschland oder zum Vereinigten Königreich der Niederlande. Große Teile der Ardennen gehörten jahrhundertelang zum Herzogtum Luxemburg, bis 1839 nach der Londoner Konferenz der westliche, französischsprachige Teil des Herzogtums als Provinz Luxemburg an Belgien fiel.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges rĂŒckte die deutsche 4. Armee durch die Ardennen vor, es kam zur Schlacht bei NeufchĂąteau.

Im Zweiten Weltkrieg begann am 10. Mai 1940 in den Ardennen die Offensive des Deutschen Reiches gegen Frankreich. Die Wehrmacht umging die alliierten Hauptstellungen und vernichtete am 12. Mai die feindlichen Artillerie-Stellungen an der Maas. Dieser unvorhergesehene Angriff war ausschlaggebend fĂŒr den darauf folgenden Einmarsch der Truppen in Frankreich und lĂ€utete die Niederlage Frankreichs, Belgiens und der Niederlande ein. Einen Ă€hnlichen operativen Gedanken verfolgte die deutsche Armee bei der Ardennenoffensive, die am 16. Dezember 1944 begann. Auf einer Linie zwischen Monschau im Norden und Echternach im SĂŒden kam es zu einem Einbruch in die alliierten Linien („Battle of the Bulge“). Betroffen waren die Gebiete um die StĂ€dte Clerf, Diekirch, Vianden, Stavelot, St. Vith, Bastogne, Rochefort, La Roche, Houffalize und Saint-Hubert. Zeugnisse dieser KĂ€mpfe sind bis heute in den Ardennen zu finden.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Helga MĂŒller-Kehlen: Die Ardennen im FrĂŒhmittelalter. Untersuchungen zum Königsgut in einem karolingischen Kernland. (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts fĂŒr Geschichte 38). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1973, ISBN 3-525-35345-4.
  • Roland Walter et al.: Geologie von Mitteleuropa. 5. Auflage. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1992, ISBN 3-510-65149-9.
  • Christoph Wendt: Unterwegs in den Ardennen und angrenzenden Landschaften. StreifzĂŒge durch die Wallonie mit Abstecher nach Nordfrankreich und das Großherzogtum Luxemburg. 2., aktualisierte Auflage. Grenz-Echo-Verlag, Eupen 2006, ISBN 90-5433-170-4.

Weblinks

  • Portail luxembourgeois des sciences de la Terre Geowissenschaften-Portal Luxemburgs

Anmerkungen



Quelle: Wikipedia
 

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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (4):
Deutschland DeutschlandFrankreich FrankreichLuxemburg LuxemburgBelgien Belgien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 50.75209704
südlichster Punkt: 49.47704787
westlichster Punkt: 4.323120117
östlichster Punkt: 6.572570800


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
14560 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
517 km
 
Ardennen: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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