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Gebirge Karte: La Palma

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: La Palma

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

La Palma (vollständiger Name: La Isla de San Miguel de La Palma) ist die nordwestlichste der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Zusammen mit den westlichen Kanarischen Inseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro bildet sie die spanische Provinz Santa Cruz de Tenerife. Die östlichen Inseln bilden die Provinz Las Palmas (namengebend hier ist die Hauptstadt Las Palmas der Insel Gran Canaria). Die autonome Gemeinschaft Canarias (Comunidad Autónoma de Canarias) besteht aus diesen beiden Provinzen.

La Palma ist eine der geologisch j√ľngsten Inseln der Kanaren, deren Vulkanismus an vielen Kratern und Lavastr√∂men entlang der Vulkanroute auf der Cumbre Vieja und dem gro√üen Krater der Caldera de Taburiente noch sichtbar ist. Sie ist mit 40¬†% Waldbedeckung im Vergleich zu den anderen Kanarischen Inseln die waldreichste und wird daher auch Isla Verde (‚ÄěGr√ľne Insel‚Äú) genannt.

Geografie

La Palma hat bei einer Fl√§che von etwa 708¬†km¬≤ eine Nord-S√ľd-Ausdehnung von 45,2¬†km und eine West-Ost-Ausdehnung von 27,3¬†km. Sie ist mit einem Anteil von 9,45¬†% an der Gesamtfl√§che die f√ľnftgr√∂√üte Insel des Archipels. La Palma liegt 417¬†km vor der marokkanischen K√ľste, 1371¬†km vom spanischen Festland entfernt und 86,2¬†km westlich von Teneriffa.

Geologie

La Palma ist, wie alle Kanarischen Inseln, vulkanischen Ursprungs. Ihre Entstehung wird auf einen Hotspot im Erdmantel zur√ľckgef√ľhrt, der auf dem ‚Äď vom Atlantik √ľberdeckten ‚Äď Teil der Afrikanischen Platte die Kette der Kanarischen Inseln aufgebaut hat. W√§hrend die Afrikanische Platte √ľber den station√§ren Hotspot nach Nordosten driftet, wuchsen in mehreren Millionen Jahren in anhaltenden Eruptionsserien Schildvulkane empor, die heute die Kanarischen Inseln bilden. Der vor etwa 2‚Äď4 Millionen Jahren aus 4000¬†m Tiefe des Kanarischen Beckens aufsteigende Schildvulkan erreichte vor 1,7 Millionen Jahren die Meeresoberfl√§che und lie√ü die Insel La Palma entstehen. Heute befinden sich Kissenlava aus der Zeit des fr√ľhesten Vulkanismus vor rund 3 Millionen Jahren in den untersten Abschnitten der Caldera de Taburiente. Diese wurden durch nachdr√§ngendes Magma mitsamt der Insel um rund 2¬†km angehoben. Auch weisen eisenhaltige Gesteine, in der Phase nach den Eruptionen durch hei√üen Wasserdampf oxidiert und rotgef√§rbt, auf die fr√ľhen Vulkanaktivit√§ten hin. Noch deutlichere Spuren finden sich in den unterirdischen Bew√§sserungssystemen, den Galer√≠as, die das Massiv durchziehen.

Das Bergmassiv von La Palma wurde durch drei gro√üe, sich √ľberlagernde Vulkane, den Garafia-Vulkan, den Unterer- und den Oberer-Taburiente-Vulkan, aufgebaut. Der Garafia-Vulkan hatte einen Durchmesser von etwa 23¬†km an der Basis und eine H√∂he von etwa 2500 bis 3000¬†m. Der steil aufsteigende Vulkankegel (0,8¬†mm/Jahr) kollabierte vor etwa 1,2¬†Millionen Jahren in s√ľdwestliche Richtung und lie√ü ein ausgedehntes Tr√ľmmerfeld entstehen, das mit ‚ÄěPlaya de la Veta‚Äú bezeichnet wird. Anhand von Untersee-Sonarmessungen wurden eine Fl√§che von 2000¬†km¬≤, eine Ausdehnung von 80¬†km und ein Sch√ľttvolumen von 650¬†km¬≥ ermittelt. Die Topografie des Feldes zeigt auch eine zweite Sch√ľttlage, die der Cumbre Nueva (s. u.).

Auf der Ostseite der Insel ereignete sich vor etwa 1 Million Jahren ein Vulkaneinsturz mit dem Tr√ľmmerfeld Santa Cruz (Ausdehnung: 50¬†km, Fl√§che: 1000¬†km¬≤), dessen Ursprung nicht n√§her bestimmt ist.

Vor etwa einer Million Jahren setzte sich der Vulkanismus mit dem Unterer-Taburiente-Vulkan fort, der √ľber dem Krater des Garafia-Vulkans aufstieg (mehr als 6 mm/Jahr) und diesen mit einer etwa 400¬†m dicken Lavaschicht √ľberdeckte. Radiometrische Datierungen und Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung des Lavagesteins weisen auf einen zweiten Vulkan hin, den Oberer-Taburiente-Vulkan, der vor 0,8 bis 0,4 Millionen Jahren eine H√∂he von 2500 bis 3000¬†m erreichte und die Lavaschicht des Garafia-Vulkan vollst√§ndig √ľberdeckte.

Der Vulkanismus auf der Insel verlagerte sich s√ľdw√§rts und baute einen nach S√ľden hinziehenden l√§nglichen Vulkankegel mit einer H√∂he von 3000¬†m auf. Dessen Westflanke st√ľrzte vor etwa 500.000 Jahren ein und lie√ü die Caldera de Taburiente und die Cumbre Nueva entstehen. Die Tr√ľmmerlawine Cumbre Nueva mit einem Volumen von 95¬†km¬≥ √ľbersch√ľttete das Tr√ľmmerfeld der Playa de la Veta √ľber eine Fl√§che von 780¬†km¬≤ und reicht bis in eine Meerestiefe von 2500 bis 4000¬†m.

In der Mitte der Caldera setzte sich vor 580.000 bis 490.000 Jahren mit dem Bejenado-Vulkan der Vulkanismus fort, welcher in relativ kurzer Zeit bis zu 1864 m anstieg (12 mm/Jahr).

Die Entstehung der Caldera de Taburiente mit einem Durchmesser von etwa 9¬†km und einem Umfang von etwa 28¬†km wird heute als ein Produkt folgender geologischer Ereignisse angesehen: Der Cumbre Nueva-Tr√ľmmerlawine, mit der Abrisskante am nord√∂stlichen Rand der Caldera de Taburiente und dem Cumbre Nueva-R√ľcken, der sp√§teren Verf√ľllung durch den Bejenado-Vulkan und der bis heute anhaltenden Erosion der Caldera und des Barranco de Las Angustias. Am n√∂rdlichen Kraterrand liegt die h√∂chste Erhebung der Insel, der 2426¬†m hohe Roque de los Muchachos.

An die Cumbre Nueva schlie√üt sich ein in Nord-S√ľd-Richtung verlaufender H√∂henzug, die Cumbre Vieja, an. Der Gebirgskamm erhebt sich bis auf rund 2000¬†m H√∂he und teilt die Insel in zwei klimatisch unterschiedliche H√§lften. Die Vulkanaktivit√§t der Cumbre Vieja begann vor 150.000 Jahren und h√§lt bis heute an. Der vorletzte vulkanbildende Ausbruch fand 1971 an der S√ľdspitze der Insel bei Los Canarios statt, wobei der Vulkan Tenegu√≠a entstand. Am 19. September 2021 begann ein Ausbruch in der N√§he der Cabeza de Vaca in der Cumbre Vieja in der Gemeinde El Paso. Der Lavastrom flie√üt nach Westen ab.

Die Vulkanausbr√ľche waren auch immer mit einer Serie von Erdbeben begleitet, die diesen zeitlich voran liefen und sie damit auch ank√ľndigten. Die seismischen Aktivit√§ten auf den Kanarischen Inseln werden durch den noch anhaltenden Vulkanismus bestimmt. Tektonische Beben sind aufgrund der geografischen Lage der Inseln auf der ozeanisch-afrikanischen Platte dagegen gering.

Das Vulkanrisiko auf La Palma leitet sich aus den sieben Vulkanausbr√ľchen ab, die seit der Eroberung La Palmas im Jahr 1492, dem Beginn der Aufzeichnungen, stattfanden (siehe Tabelle). Sie traten in den zur√ľckliegenden 523 Jahren in Abst√§nden von 31 bis 237 Jahren ohne erkennbaren Trend √ľber zuk√ľnftig k√ľrzere oder l√§ngere Intervalle auf. Der durchschnittliche Abstand zwischen Vulkanausbr√ľchen auf La Palma liegt danach bei 73 Jahren, entsprechend einer mittleren H√§ufigkeit von 0,014 pro Jahr. Das Vulkaninstitut der Kanarischen Inseln sch√§tzte im Jahr 2018 das Ausbruchsrisiko innerhalb der n√§chsten 50 Jahre auf 48¬†%. Die Schadensauswirkungen der Vulkanausbr√ľche auf die Bev√∂lkerung waren mit Ausnahme des 83 Tage andauernden Tajuya-Ereignisses von 1585 mit einer strombolianischen Eruption jedoch gering. Sie waren auf den Bereich der Cumbre Vieja, dem geologisch j√ľngsten Teil der Insel, und dort weitgehend auf deren Kammlage beschr√§nkt. Die Vulkaneruptionen bestanden √ľberwiegend aus langsam flie√üenden Lavastr√∂men.

Im Unterschied zum Vulkanrisiko stellt sich das Erdbebenrisiko weitr√§umiger dar und betrifft den gesamten Bereich der Insel. So ereigneten sich im Zusammenhang mit dem San-Juan-Vulkan Erdbebenersch√ľtterungen der Intensit√§t VIII im Zentrum des Vulkans bei Jedey, und in den weit entfernten Orten Santa Cruz und Barlovento waren es noch Intensit√§ten IV bzw. III. Im Dezember 2013 war das unterseeische Erdbeben westlich von El Hierro bis Santa Cruz deutlich sp√ľrbar.

2017 trat der erste gr√∂√üere Erdbebenschwarm auf La Palma auf, der seit der Inbetriebnahme des √úberwachungsnetzes nach der Teneguia-Eruption Anfang der 1970er Jahre registriert wurde. Er f√§llt in die Kategorie vulkanotektonische Beben, die durch eine horizontale Verschiebung des Magmas Spannungen im Gesteinsuntergrund hervorrufen und Beben in einem engbegrenzten Bereich und Zeitraum mit √§hnlicher Magnitude ausl√∂sen. Derart vulkanische Beben in relativ gro√üer Tiefe und geringen Magnituden deuten nicht auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch hin. In den vorangegangenen Jahren von 2000 bis 2016 wurden im Bereich La Palma lediglich acht Erbebenereignisse registriert, wohingegen im S√ľden von Teneriffa und der Meerenge zwischen Teneriffa und Gran Canaria zwischen dem 1.¬†Januar 2000 bis 1.¬†Dezember 2017 insgesamt 2352 Ereignisse gemessen wurden. In dieser Periode traten nahezu in jedem Monat mehrere Ereignisse auf. Am 2.¬†Oktober 2016 fand auf Teneriffa ein Erdbebenschwarm mit 98 Ereignissen statt.

Historisch belegte Vulkanausbr√ľche und Erdbeben

Vulkanausbruch-Erdrutsch-Tsunami-Theorie

Eine Untersuchung in den 1990er Jahren ergab, dass die Cumbre Vieja in ihrem Inneren wasserdurchtr√§nkte, vertikale Schichten aus por√∂sem Vulkangestein aufweist. Britische Geologen stellten die Theorie auf, dass die westliche Flanke der Cumbre Vieja bei einem erneuten Vulkanausbruch instabil werden und ins Meer abrutschen k√∂nnte. Dieser gewaltige Erdrutsch w√ľrde einen Megatsunami ausl√∂sen. Diese Theorie wurde in einer Dokumentation der BBC im Jahr 2000 verbreitet. Eine eingehende Untersuchung der TU Delft aus dem Jahr 2006 h√§lt einen Bergsturz hingegen fr√ľhestens in 10.000 Jahren f√ľr wahrscheinlich und geht zudem von einem Abrutschen in mehreren Sch√ľben aus, was einen Tsunami vom angenommenen Ausma√ü der BBC-Dokumentation unwahrscheinlich macht.

Klima

Das ganzjährig milde Klima auf La Palma wird entscheidend durch den Nordostpassat und den Kanarenstrom bestimmt.

Die Passatwolken treffen in einer H√∂he zwischen 600 und 1700¬†m im Nordosten der Insel auf die mit Kiefern bewaldeten Bergh√§nge von Barlovento, wo die bis zu 30¬†cm langen Nadeln der Kanarischen Kiefer die Wolken ausk√§mmen (Nebelkondensation) und so Niederschlagsmengen zwischen 1000 und 1500¬†mm im Jahr erzeugen. Die dem Boden zugef√ľhrte Wassermenge betr√§gt ca. das Zwei- bis Dreifache der Niederschl√§ge, die ohne die Wirkung der Nebelkondensation anfallen w√ľrden. Das stetig zu Boden tropfende Wasser sickert durch das por√∂se Lavagestein und sammelt sich in gro√üen H√∂hlen im Inselinnern, die als nat√ľrliche Wasserspeicher fungieren. Der gro√üe Kiefernbestand der Insel tr√§gt damit erheblich zum Gesamtwasserhaushalt La Palmas bei.

Ein charakteristisches Bild vom Strom der Passatwolken entsteht an der Cumbre Nueva in einer H√∂he von etwa 1450¬†m, wo sich die Wolken √ľber den Bergkamm w√§lzen und auf der Westseite aufl√∂sen. Das Ph√§nomen wird als Cascada de nubes (‚ÄěWolkenwasserfall‚Äú) bezeichnet.

Auf der Ostseite der Insel betragen die durchschnittlichen j√§hrlichen Niederschlagsmengen beispielsweise in Barlovento 900¬†mm und in Santa Cruz 507¬†mm. Im vom Passat abgewandten S√ľdwesten fallen dagegen deutlich geringere Jahresmengen an, in Tazacorte sind es 284¬†mm.

Die zweite klimabestimmende Gr√∂√üe ist der Kanarenstrom, eine k√ľhle bis m√§√üig warme Meeresstr√∂mung. Er sorgt auf der Insel f√ľr ein ausgeglichenes Temperaturniveau √ľber das Jahr. Am Flughafen La Palma betr√§gt beispielsweise die durchschnittliche Jahrestemperatur 20,3¬†¬įC, wobei die niedrigsten Werte in den Monaten Januar und Februar mit 17,6¬†¬įC und die h√∂chsten Werte im August und September mit 23,5¬†¬įC anfallen.

Die Temperaturen auf der Insel variieren erheblich abhängig von der Höhenlage, da die Temperatur mit der steigender Höhe fällt. Weiterhin spielt der Fön-Effekt ein Rolle, die auf der Westseite abgeregnete, trockenere Luft ist wärmer als die Luft auf der Ostseite.

Der mit Calima bezeichnete Wind, der √ľber der Sahara entsteht, f√ľhrt sehr trockene, hei√üe Luft und feinsten Sandstaub mit. Im Sommer kann er die Temperaturen bis auf 45¬†¬įC ansteigen lassen. Der Sandstaub f√§rbt die Luft gelblich, setzt sich als Staubschicht ab, verschlechtert die Luftqualit√§t und beeintr√§chtigt die Sichtverh√§ltnisse, was den Flugverkehr beeintr√§chtigen kann. Eine solche Wetterlage tritt auf La Palma mehrmals j√§hrlich f√ľr jeweils etwa drei bis f√ľnf Tage auf.

Waldbrände

Waldbr√§nde, die auf den Kanarischen Inseln immer wieder aufgetreten sind, trugen wesentlich zur biologischen Evolution bei, wie durch Stimulation des Pflanzenwachstums, nat√ľrliche Verj√ľngung und Biodiversit√§t. Nach einem Brand regeneriert sich der kanarische Kiefernwald in 8 bis 10 Jahren. Bereits nach einem Jahr treiben junge Kiefernnadeln aus den verkohlten Baumrinden der Kiefern. Nur eine H√§ufung der Br√§nde (in Zeitabschnitten <6 bis 8 Jahre) w√ľrde die Regeneration des Waldes verhindern.

Waldbr√§nde finden auf den Kanaren insbesondere in der trockenen Sommerzeit und bei dem hei√üen W√ľstenwind Calima statt. 2012 brachen ‚Äď gef√∂rdert durch den Calima ‚Äď etwa zeitgleich auf Teneriffa, La Gomera und La Palma heftige Waldbr√§nde aus. Die reichlich am Waldboden vorhandenen, trockenen Kiefernnadeln wirkten dabei wie Brandbeschleuniger. Die gemeinsam genutzten L√∂sch-Hubschrauber und L√∂sch-Flugzeuge auf den West-Kanarischen Inseln waren bei ihrem Einsatz auf den drei Inseln an ihrer Kapazit√§tsgrenze.

Von 1988 bis 1998 traten auf La Palma vier großflächige Waldbrände mit Ausdehnungen von 8 bis 55 km² auf.

Einer der folgenschwersten Waldbrände ereignete sich im Juli/August 2000 in Garafía, als 39,12 km² Wald- und Buschland vernichtet wurden. Ein nicht vollständig gelöschtes Feuer bei einem Grillfest wurde als Brandauslöser ermittelt. In Tijarafe mussten zahlreiche Bewohner ihre Häuser verlassen.

Im September 2005 fielen einem sechs Tage andauernden Waldbrand in Garaf√≠a etwa 20¬†km¬≤ Wald zum Opfer, bevor er durch den Einsatz von acht L√∂sch-Hubschraubern, zwei Flugzeugen und einer hohen Zahl von Helfern beendet wurde. Dichte Wolkenb√§nke √ľber der Zone der Waldbr√§nde hatten die L√∂scharbeiten aus der Luft immer wieder behindert.

Im August 2009 brannte der Kiefernwald in der Gemeinde Mazo. Tausende Anwohner mussten evakuiert werden, etwa 50 Wohnhäuser brannten nieder und mehrere Weinberge wurden zerstört. Etwa 20 km² Wald und Ackerland fielen dem Brand zum Opfer.

Im Juli 2012 brannte ein Waldgebiet oberhalb El Paso bis Las Manchas und einen Monat sp√§ter der Wald in der Gemeinde Mazo, wobei 7,52 bzw. 20,28¬†km¬≤ Wald sowie einige H√§user vernichtet wurden. Die Bewohner zweier Orte in Mazo mussten vor√ľbergehend evakuiert werden.

In den Sommermonaten 2013 (in Tajarafe) und 2014 (in El Paso, Bre√Īa Alta und Garaf√≠a) kam es bei Temperaturen bis zu 40‚ÄĮ¬įC erneut zu Waldbr√§nden, deren Ausbreitungen jedoch deutlich geringer waren als in den genannten Vorjahren.

Am 3. August 2016 brach in der Region Tamanca unterhalb von Jedey ein Waldbrand aus, der sich wegen starker Winde und Temperaturen von 37‚ÄĮ¬įC in n√∂rdlicher Richtung nach El Paso und sp√§ter nach S√ľden, nach Fuencaliente und Mazo schnell ausbreitete und mehrere Tage andauerte. Ein 27-j√§hriger Deutscher, der den Brand fahrl√§ssig verursacht hatte ‚Äď nach eigenen Angaben durch Verbrennen von Toilettenpapier, um seine illegale Anwesenheit zu verbergen ‚Äď, wurde verhaftet. Im Mai 2017 wurde er vom Landgericht in Santa Cruz de Tenerife zu dreieinhalb Jahren Haft sowie zu Entsch√§digungszahlungen verurteilt. Zur Brandbek√§mpfung kamen die 300 Mann starke Feuerl√∂schtruppe La Palmas und die beiden Insel-Helikopter zum Einsatz. Zus√§tzlich wurden von den Nachbarinseln Soldaten einer Spezialeinheit gegen Umweltkatastrophen mit 26 gel√§ndeg√§ngigen Fahrzeugen sowie zus√§tzliche L√∂schflugzeuge eingesetzt. Ein Mitarbeiter des Inselumweltamtes, der bei den L√∂scharbeiten geholfen hatte, kam in den Flammen um. Die L√∂scharbeiten in Mazo und Fuencaliente wurden dadurch erschwert, dass aufgrund der extremen Hitze des Waldbrandes mehrere Wasserleitungen platzten, die √ľber einen 82¬†km langen Wasserkanal aus dem wasserreichen Nordosten der Insel gespeist werden. Aus den vom Feuer bedrohten Gemeinden mussten insgesamt etwa 4000 Bewohner ihre H√§user verlassen. Durch den Brand wurde der Kiefernwald √ľber ein Gebiet von etwa 40 km¬≤ infolge diverser Brandschneisen erheblich zerst√∂rt.

Natur und Landschaft

Flora und Vegetation

La Palma zeichnet sich geologisch im Vergleich zu den anderen kanarischen Inseln durch seine steilen Hanglagen aus, die sich aus der relativ kleinen Inselfl√§che von 708¬†km¬≤ und dem Gebirgsmassiv mit dem 2426¬†m hohen Roque de los Muchachos ergeben. Auf den verschiedenen H√∂henlagen haben sich im Laufe der Entstehungsgeschichte der Insel, isoliert vom Festland und menschlichem Einfluss, vielf√§ltige Vegetationsformen entwickelt, indem sie sich ihre eigenen Strategien f√ľr das √úberleben schufen. Von den etwa 800 verschiedenen freiwachsenden Pflanzen gelten 45 als insel-endemisch, d.¬†h. sie wachsen nur dort. Der palmerische Botaniker Arnoldo Santos nennt 70 lokalendemische Pflanzenarten.

Der vulkanische Ursprung mit der Ausbildung des Lavabodens und die geographische Lage der Insel im Strom der Passatwolken sind wesentlich mitbestimmend f√ľr diese Entwicklung. Mit der spanischen Eroberung der Insel im 15. Jahrhundert wurden zus√§tzliche Pflanzen durch den Menschen eingef√ľhrt, die sogenannten Adventivpflanzen.

Aufgrund der H√∂henunterschiede auf La Palma werden f√ľnf Vegetationsstufen (auch H√∂henstufen) unterschieden, in denen sich unterschiedliche Vegetationsformen ausgebildet haben:

  • K√ľstenzone (bis 500¬†m): Die K√ľstenvegetation wird von Zwergstr√§uchern wie dem Kammf√∂rmigen Strandflieder bestimmt. Vor allem auf der Westseite, die durch Trockenheit, Hitze und Sonneneinstrahlung gekennzeichnet ist, findet man in H√∂hen bis etwa 800¬†m h√§ufig die Kanaren-Wolfsmilch und die Balsam-Wolfsmilch. Weit verbreitet ist auch der Drachenbaum.
  • Lorbeerw√§lder (500‚Äď1000¬†m): Der Lorbeerbaum kommt in bis zu 20 verschiedenen Str√§ucher- und Baumarten vor und wird bis zu 30¬†m hoch. Typisch f√ľr die Ostseite sind die Lorbeerw√§lder, insbesondere im Biosph√§renreservat von Los Tilos.
  • Baumheide (1000‚Äď1500¬†m): Hier wachsen die Baumheide (Brezo) und der Gagelbaum (Faya), der bis zu 20¬†m hoch wird.
  • Kiefernwald (1500‚Äď2000¬†m): In diesem H√∂henbereich dominieren die Kiefernw√§lder. In ihrem Unterholz w√§chst unter anderem die Beinwellbl√§ttrige Zistrose. Durch Nebelkondensation tr√§gt die Kanarische Kiefer mit ihren langen Nadeln √ľber ihren Eigenbedarf hinaus erheblich zum Wasserhaushalt La Palmas bei (siehe Klima). Mit der kork√§hnlich dicken Rinde der Kanarischen Kiefer ist sie gegen√ľber den wiederholt auftretenden Br√§nden weitgehend resistent. Beim Brand verkohlt lediglich die Rinde, der eigentliche Stamm bleibt unbesch√§digt. Aus der verkohlten Rinde treiben bereits nach einem halben Jahr wieder gr√ľne Kiefernspr√∂sslinge.
  • Subalpine Hochgebirgsformen (ab 2000¬†m): In dieser H√∂he, wo keine B√§ume mehr wachsen, wechseln die Wetterverh√§ltnisse zwischen Frost, heftigem Eisregen, intensiver H√∂henstrahlung und extremer Trockenheit. Dort wachsen einzigartige Pflanzen, wie der Klebrige Dr√ľsenginster, ein spezieller Sch√∂terich, der Enzianartige Natternkopf und Wildprets Natternkopf. Diese Arten kommen nur in H√∂henlagen der Kanarischen Inseln vor.

Eine Besonderheit unter den Kanarischen Kiefern stellt die El Pino de la Virgen in der Gemeinde El Paso dar. Mit einem Durchmesser von etwa 240 cm und eine Höhe von etwa 32 m zählt sie zu den größten und ältesten ihrer Art; ihr Alter wird auf 800 Jahre geschätzt.

Neben den einheimischen Pflanzen gibt es zahlreiche vom Menschen eingef√ľhrte freiwachsende Pflanzen auf der Insel. Weit verbreitet sind in l√§ndlichen Regionen der Feigenkaktus (auf dem bis in das 19. Jahrhundert die Schildl√§use gez√ľchtet wurden, um den roten Farbstoff zu gewinnen). Seine roten, mit feinen Stacheln versehenen Fr√ľchte sind sehr s√ľ√ü und genie√übar. Haupts√§chlich in St√§dten w√§chst der Indische Lorbeer. Der Weihnachtsstern aus der Familie der Wolfsmilchgew√§chse w√§chst als meterhoher Strauch und kommt urspr√ľnglich aus Mexiko. Der Feigenbaum w√§chst √ľberwiegend in Bergregionen. Als freiwachsende Zierpflanzen sind unter anderem Hibiskus, Oleander und Strelitzien anzutreffen.

Der Vielfalt und der ‚Äď zumindest im Nordosten ‚Äď ganzj√§hrig gr√ľnen Vegetation verdankt La Palma die Beinamen La Isla bonita (‚ÄěDie sch√∂ne Insel‚Äú) und La Isla verde (‚ÄěDie gr√ľne Insel‚Äú).

Fauna

Die Tierwelt wird auf La Palma ‚Äď wie auf den √ľbrigen Kanarischen Inseln ‚Äď haupts√§chlich von Reptilien und V√∂geln bestimmt.

Die La-Palma-Rieseneidechse, die Kanareneidechse, der Kanarengecko, Meeresschildkr√∂ten, die Graja, der Kanarenpieper, der Kanarengirlitz, das Kanarengoldh√§hnchen, die Kanarentaube und die Lorbeertaube sind f√ľr La Palma typisch. Eine Unterart des M√§usebussard (Buteo buteo ssp. insularum) br√ľtet auch in der N√§he der Menschen; oft wird sie als Adlerbussard falsch bestimmt.

In den eher feuchten Regionen im Nordosten der Insel leben der Mittelmeer-Laubfrosch und der Iberische Wasserfrosch. Auch der bis zu 15 cm lange kanarische Riesenläufer (Scolopendra valida) bevorzugt eine feuchtes Milieu; seine Bisse können sehr schmerzhaft sein.

Schmetterlinge, u.¬†a. der Kanaren-Wei√üling, der Kanarische Admiral und das Kanaren-Waldbrettspiel, sind ebenso h√§ufig anzutreffen wie Libellen. Die Cochenilleschildlaus wurde zur Herstellung von rotem Farbstoff eingef√ľhrt (siehe auch Abschnitt Geschichte) und ist heute weit verbreitet.

Schutzgebiete

Auf La Palma gibt es 21 Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz:

  • ein Strenges Naturreservat (Reserva Natural Integral, IUCN-Kategorie I)
  • ein Nationalpark (Parque Nacional, IUCN-Kategorie II)
  • zwei Naturparks (Parque Natural, IUCN-Kategorie II)
  • acht Naturdenkm√§ler (Monumento Natural, IUCN-Kategorie III)
  • ein Artenschutzgebiet (Reserva Natural Especial, IUCN-Kategorie IV)
  • drei Gebiete von wissenschaftlicher Bedeutung (Sitio de Inter√©s Cient√≠fico, IUCN-Kategorie IV)
  • vier Gesch√ľtzte Landschaften (Paisaje Protegido, IUCN-Kategorie V)
  • ein Meeresreservat (Reserva Marina)

Von der UNESCO wurden zwei Schutzgebiete besonders zertifiziert, die jeweils die gesamte Insel umfassen:

  • das Biosph√§renreservat La Palma (Reserva de la Biosfera)
  • das La Palma Starlight Reserve (Reserva Starlight)

Weiterhin sind neun Natura-2000-Schutzgebiete ausgewiesen, die sich gr√∂√ütenteils mit den oben angegebenen Schutzgebieten √ľberschneiden.

Nat√ľrliche Symbole der Insel

Nat√ľrliche Symbole der Insel La Palma sind: Pyrrhocorax pyrrhocorax barbarus und Pinus canariensis.

Geschichte

Erste Besiedlung

Die ersten durch arch√§ologische Funde belegten Spuren f√ľr die Anwesenheit von Menschen auf den Kanarischen Inseln, stammen aus dem Beginn des 1.¬†Jahrtausends¬†v.¬†Chr. Eine dauerhafte Besiedlung scheint erst ab dem 3.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. stattgefunden zu haben. Die √§lteste Funde auf der Insel La Palma stammen aus der Cueva de La Palmera (Tijarafe). Sie wurden auf die Zeit um das 3.¬†Jahrhundert¬†v.¬†Chr. datiert. √úber l√§ngere Zeit scheinen immer wieder Siedler aus dem Gebiet um die Meerenge von Gibraltar auf die Kanarischen Inseln gekommen zu sein. Im 1.¬†Jahrhundert n.¬†Chr. gab es enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen dem R√∂mischen Reich bzw. den romanisierten Staaten Nordafrikas und den Kanarischen Inseln. Mit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts n.¬†Chr. brachen die Verbindungen zwischen der Insel La Palma und dem mittelmeerischen Kulturkreis ab. Da die Ureinwohner weder Werkzeuge zum Bau seet√ľchtiger Schiffe noch nautische Kenntnisse besa√üen, konnten sie auch die Verbindungen zu den anderen Inseln nicht aufrecht erhalten. In den folgenden rund 1000¬†Jahren bis zum 14.¬†Jahrhundert entwickelten die Benahoaritas, die Ureinwohner der Insel, auf La Palma eine eigene Kultur.

Wiederentdeckung der Kanarischen Inseln im 14. Jahrhundert

Bei der Wiederentdeckung der Kanarischen Inseln im 14.¬†Jahrhundert lag die Insel La Palma nicht im Zentrum des Interesses der Europ√§er. Niccoloso da Recco, der Berichterstatter einer 1341 vom portugiesischen K√∂nig Alfons IV. ausgeschickten Forschungsreise berichtet, dass es auf der Insel hohe felsige Berge und reichlich Regenf√§lle gab und die Ureinwohner an der K√ľste siedelten. Niccoloso da Recco hat La Palma und Teneriffa vermutlich nicht betreten. Die Karte, die von den Gebr√ľdern Francesco und Domenico Pizzigano im Jahr 1367 in Venedig gezeichnet wurde, zeigt die Insel La Palma. Auf der Darstellung des Katalanischen Weltatlas des Mallorquiners Abraham Cresques aus dem Jahr 1375 fehlt diese Insel.

Unterwerfungsversuche durch Europäer

Jean de Béthencourt und Gadifer de La Salle

Der aus der Normandie in Frankreich stammende Jean de Béthencourt hatte 1403, nachdem er den kastilischen König Heinrich III. als seinen Oberherren anerkannt hatte, das Recht auf die Eroberung und die Regierung aller Inseln des kanarischen Archipels erhalten. Bis in das Jahr 1405 konnten Jean de Béthencourt und Gadifer de la Salle die Bevölkerung der Inseln Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro unterwerfen. Sie landeten zwischen 1402 und 1405 mehrfach auf der Insel La Palma. Dabei kam es zu Kontakten mit der Bevölkerung. Es gibt keine Hinweise auf gewaltsame Auseinandersetzungen. Ein längerer Aufenthalt der beiden Franzosen auf der Insel gilt eher als unwahrscheinlich.

1405 verlie√ü Jean de B√©thencourt die Inselgruppe und setzte seinen Verwandten Maciot de B√©thencourt als Stellvertreter ein. Der wurde 1418 gen√∂tigt alle Anspr√ľche auf die Herrschaft √ľber die Inseln auf Enrique de Guzm√°n, Graf von Niebla zu √ľbertragen. Im Verlauf der n√§chsten Jahre gingen die Rechte mehrfach auf andere Personen √ľber.

Diego García de Herrera y Ayala

Im Jahr 1445 √ľbertrug Guill√©n de Las Casas seine Rechte an den Kanarischen Inseln an Hern√°n Peraza (el Viejo) und dessen Kinder In√©s und Guillen Peraza de Las Casas. Ende 1447 landete Guill√©n Peraza de las Casas mit f√ľnfhundert M√§nnern aus Sevilla, Lanzarote und Fuerteventura in der N√§he der der heutigen Stadt Tazacorte. Das Ziel des Angriffes auf die Ureinwohner war vermutlich nicht, die Herrschaft √ľber das Gebiet zu gewinnen. Es handelte sich vielmehr um einen der vielen Piratenakte, die zur Zeit der Herrschaft der Familie Peraza auf den Inseln stattfanden. Dabei wurden Ureinwohner gefangen und auf der spanischen Halbinsel als Sklaven verkauft. Die Soldaten, die auf dem bergigen Gel√§nde nicht zurechtkamen und nicht in ihrer gewohnten Schlachtordnung k√§mpfen konnten, wurden von den Benahoaritas von allen Seiten mit Speeren und Steinen angegriffen. Nachdem Guill√©n Peraza durch einen Stein t√∂dlich am Kopf verletzt worden war, wurde der Angriff abgebrochen.

Vorbereitung der Eroberung

1476 beauftragten K√∂nigin Isabella I. und K√∂nig Ferdinand V. von Kastilien eine Gruppe von Juristen ein Gutachten √ľber die Rechtsverh√§ltnisse im Bezug auf die Kanarischen Inseln zu erstellen. In dem Gutachten wurde festgestellt, dass Diego Garc√≠a de Herrera y Ayala und seiner Frau In√©s Peraza de las Casas die Eigentums- und Herrschaftsrechte an den vier Inseln Lanzarote, Fuerteventura, La Gomera und El Hierro zust√ľnden und sie dar√ľber hinaus auch die Rechte auf die Eroberung der Inseln Gran Canaria und Teneriffa und La Palma h√§tten. 1477 traten Diego Garc√≠a de Herrera y Ayala und In√©s Peraza de las Casas diese Eroberungsrechte gegen eine Abfindung an die Krone von Kastilien ab. In der Zeit zwischen 1478 und 1483 wurde die Insel Gran Canaria im Auftrag der Krone von Kastilien erobert. Im Vertrag von Alc√°√ßovas wurden 1479 die Kanarischen Inseln als Interessengebiet der Krone von Kastilien anerkannt. Die Konzentration der Mittel auf die Eroberung Granadas rief in den Jahren 1482 bis 1492 ein vollkommenes Fehlen einer Initiative von Seiten der Krone von Kastilien im Bezug auf die Eroberung der Inseln La Palma und Teneriffa hervor. Um die Unterwerfung der Bev√∂lkerung dieser Inseln vorzubereiten, nahm der Gouverneur von Gran Canaria Francisco Maldonado zu Beginn des Jahres 1492 Kontakt zu den Herrschern der St√§mme der Insel La Palma auf, mit dem Ziel, sie zu √ľberzeugen, dass ein Widerstand gegen die Kastilier nicht sehr erfolgreich sein w√ľrde.

Eroberung der Insel

Im Jahr 1491 nahm Alonso Fern√°ndez de Lugo am Hof von K√∂nigin Isabella und K√∂nig Ferdinand, der sich zu dieser Zeit im Feldlager von Santa Fe niedergelassen hatte, Verhandlungen √ľber die Eroberung der Insel La Palma auf. Er traf dort auch mit Christoph Kolumbus zusammen, der √ľber die Bedingungen der Kapitulation von Santa Fe verhandelte. Nach einer Einigung zwischen Alonso Fern√°ndez de Lugo und den Vertretern der Krone von Kastilien erlie√üen K√∂nigin Isabella und K√∂nig Ferdinand im Juni 1492 eine Capitulaci√≥n in der Alonso Fern√°ndez de Lugo mit der Eroberung der Insel La Palma beauftragt und ihm das Amt eines Gouverneurs versprochen wurde.

1492 landete Alonso Fernandez de Lugo mit einem Heer von etwa 900 Mann in der N√§he der heutigen Stadt Tazacorte. Die Truppe konnte ohne K√§mpfe in den S√ľden der Insel vorsto√üen. Dieser fehlende Widerstand wird darauf zur√ľckgef√ľhrt, dass die Herrscher der Bezirke Aridane, Tihuya, Tamanca und Ahenguareme in Las Palmas de Gran Canaria getauft worden waren und daher mit den Kastiliern kooperierten. Es gab einen bewaffneten Zusammensto√ü mit den Ureinwohnern in der N√§he der heutigen Stadt Villa de Mazo, bei dem sich die Ureinwohner geschlagen zur√ľckziehen mussten. Die Besetzung der Insel wurde ohne Zwischenf√§lle gr√∂√üerer Bedeutung fortgesetzt. Am Ende des Winters blieb nur noch der Bezirk Acer√≥, in der Caldera de Taburiente unter der Herrschaft der Ureinwohner.

Ein milit√§rischer Sieg √ľber die Acer√≥s, unter ihrem ‚ÄěK√∂nig‚Äú Tanaus√ļ war den Kastiliern aufgrund der Kessellage des Stammesgebietes nicht m√∂glich. Eine Belagerung erschien wirkungslos, da die Bev√∂lkerung der Caldera de Taburiente nahezu autark war. Daher war Lugo auf Verhandlungen angewiesen. Durch einen Verrat gelang es, Tanaus√ļ und seine Leute gefangen zu nehmen. Damit war der letzte Widerstand auf der Insel gebrochen. Am 3. Mai 1493 erkl√§rte Alonso Fern√°ndez de Lugo die Eroberung f√ľr abgeschlossen. Als zuk√ľnftige Hauptstadt gr√ľndete er die heute Santa Cruz de La Palma genannte Ortschaft an der Ostk√ľste der Insel.

Verteilung der Land- und Wasserrechte

Nach Abschluss der Eroberung der Insel La Palmas im Mai 1493 reiste Alonso Fern√°ndez de Lugo nach Gran Canaria mit dem Ziel, die Eroberung der Insel Teneriffa zu organisieren. Im Herbst 1493 verhandelte er am Hof, der sich zu der Zeit in Saragossa aufhielt, √ľber die Bedingungen f√ľr die Eroberung Teneriffas. Durch die ‚ÄěCapitulaciones de Zaragoza‚Äú wurde er verpflichtet die Insel Teneriffa mit von ihm aufgebrachten Mitteln zu erobern. Das f√ľhrte dazu, dass Alonso Fern√°ndez de Lugo seine Aufgaben als Gouverneur der Insel La Palma in den n√§chsten Jahren nicht pers√∂nlich wahrnehmen konnte. Sein Neffe, Juan Fern√°ndez de Lugo Se√Īorino, den er als Stellvertreter benannt hatte, wurde erst 1499 erm√§chtigt auch die Verteilung der Land- und Wasserrechte vorzunehmen. √úber die Entscheidungen in diesem Bereich sind keine Originaldokumente vorhanden. Sie k√∂nnen nur aus sp√§teren Urkunden wie Kaufvertr√§gen und Testamenten rekonstruiert werden. Die Verteilung von Land- und Wasserrechten verlief in der ersten Zeit etwas unsystematisch. Die Anspruchsberechtigten schufen durch die Besetzung und die Nutzung der Landfl√§chen sowie den Bau von Verarbeitungsbetrieben Fakten, die sp√§ter meist best√§tigt wurden. Am Ende des Jahres 1501 kehrte Alonso Fern√°ndez de Lugo nach La Palma zur√ľck und begann offiziell mit der Zuteilung von Land- und Wasserrechten, wobei er und sein Stellvertreter Juan Fern√°ndez de Lugo Se√Īorino die gr√∂√üten Nutznie√üer waren.

Eingliederung La Palmas in die Reiche der Krone von Kastilien

La Palma wurde als eine der Kanarischen Inseln in die Reiche der Krone von Kastilien eingegliedert. Die Stadt Santa Cruz de La Palma erhielt, wie die Hauptst√§dte der anderen Inseln, die direkt der k√∂niglichen Herrschaft unterstanden (Las Palmas de Gran Canaria und San Crist√≥bal de La Laguna), eine Verwaltung die nach dem Vorbild der Stadt Sevilla organisiert war. Die erste Sitzung des Cabildos der Insel bzw. der Stadt Santa Cruz de La Palma fand am 26. April 1495 statt. Er bestand aus sechs Mitgliedern (Regidores), zwei Richtern (Alcaldes) und einem Schriftf√ľhrer (Escribano).

Kolonialzeit und Entwicklung bis ins 18. Jahrhundert

Der Anbau von Zuckerrohr ‚Äď zur damaligen Zeit das am meisten gewinnbringende Ackerbauprodukt ‚Äď stand am Anfang der wirtschaftlichen Entwicklung von La Palma. Europ√§ische Kaufleute, Handwerker, Wein- und Ackerbauern wurden auf die Insel gerufen, um Kapital und Arbeitskraft in Zuckerverarbeitungsanlagen zu investieren. Die Besitzt√ľmer und L√§ndereien wechselten in dieser Aufbauphase wiederholt ihre Eigent√ľmer: 1508 verkaufte Juan Fern√°ndez de Lugo, der Neffe des spanischen Eroberers Alonso Fern√°ndez de Lugo, seine Zuckerverarbeitungs- und -Bew√§sserungsanlage von Tazacorte und Argual an den Andalusier Dinarte; dieser ver√§u√üerte sie ein Jahr sp√§ter an die Augsburger Welser; wiederum ein Jahr sp√§ter (1510) gelangten sie in den Besitz des Antwerpener Kaufmannes Jakob Groenenberch (hispanisiert: Jacomo Monteverde), von dem sie schlie√ülich das Br√ľsseler Handelshaus Van de Valle erwarb.

Ab 1553 lohnte der Zuckerrohranbau auf La Palma immer weniger. In Mittel- und S√ľdamerika wurde preisg√ľnstiger produziert. Viele nicht mehr rentable Zuckerrohrplantagen wurden in Weinfelder umgewandelt. Der vor allem im S√ľden der Insel auf jungvulkanischem Boden gedeihende s√ľ√üe Malvasia wurde das wichtigste Exportprodukt von La Palma. Hauptabnehmer des palmerischen Weines war England. Bis Mitte des 19.¬†Jahrhunderts dauerte der Siegeszug der palmerischen Malvasier, dann f√ľhrte ein sich √§ndernder Konsumentengeschmack zum Niedergang des Weinbaus. Heute wird wieder mit zunehmendem Erfolg Wein angebaut.

La Palma wurde f√ľr die Spanier zu einer wichtigen Zwischenstation auf dem Weg nach Westindien. Im 16.¬†Jahrhundert bekam La Palma nach Antwerpen und Sevilla das Privileg, mit Amerika Handel zu treiben. Schnell entwickelte sich Santa Cruz de La Palma zu einem der wichtigsten H√§fen des spanischen Reiches. So lockte Santa Cruz de La Palma im Laufe des 16.¬†Jahrhunderts immer wieder Piraten an, die sich der Reicht√ľmer der Stadt bem√§chtigen wollten. Unter dem Befehl von Fran√ßois Le Clerc pl√ľnderten Franzosen 1553 die Hafenstadt. Was sie nicht mitnehmen konnten, brannten sie nieder. Nach dieser Katastrophe wurden Kirchen, Kl√∂ster und H√§user gr√∂√üer und pr√§chtiger wieder aufgebaut.

Neue Verteidigungsanlagen wurden errichtet, die aus mehreren Bastionen und Mauern bestanden. Von den alten Befestigungsanlagen in Santa Cruz sind nur noch das Castillo de Santa Catalina (1951 unter Denkmalschutz gestellt) und das Castillo des Barrio de Santa Cruz n√∂rdlich der M√ľndung des Barranco de Las Nieves erhalten.

So konnte 1585 der Angriff des Engl√§nders Francis Drake erfolgreich abgewehrt werden. Der Handel mit Amerika beg√ľnstigte das Aufkommen weiterer Erwerbszweige wie Schiffbau sowie der Herstellung von Segeltuch. Zahlreiche Kaufleute aus aller Welt kamen nach Santa Cruz und verliehen dem Ort ein internationales Flair; viele fremdl√§ndisch klingende Stra√üennamen zeugen noch heute von dieser Epoche. Der Niedergang setzte jedoch bereits Mitte des 17.¬†Jahrhunderts ein. Nach einem Erlass aus dem Jahre 1657 mussten alle Schiffe auf dem Weg nach Amerika auf Teneriffa registriert werden und dort ihre Abgaben entrichten. Der Handelsverkehr im Hafen von Santa Cruz de La Palma kam damit nahezu zum Erliegen. Zwar gab K√∂nig Carlos III. 1778 den Amerikahandel f√ľr alle spanischen H√§fen frei, doch konnte sich Santa Cruz nie v√∂llig von der Wirtschaftskrise erholen.

Nach diesem wirtschaftlichen R√ľckgang wurde in neue Produkte wie Bienenwachs und -honig, Tabak und Seide investiert. Mit der Anpflanzung von Maulbeerb√§umen war La Palma f√ľhrend in der Seidenherstellung auf den Kanaren. Um 1830 wurde die aus Mexiko stammende Cochenille-Laus eingef√ľhrt, eine Schildlaus, die einen begehrten karmesinroten Farbstoff liefert. Mit der Entwicklung von Anilinfarbe um 1880 war diesem Wirtschaftszweig jedoch nur ein kurzer Gewinn beschert.

Ab 1878 wurde der Bananenanbau von den Gesellschaften Elder Dempster aus England und Fyffes aus Irland in großem Stil auf die Kanaren gebracht, der bis heute ein wesentlicher und zunehmender Wirtschaftsfaktor auf der Insel ist.

Die Landbev√∂lkerung La Palmas profitierte vom erwirtschafteten Reichtum der Insel kaum. Da auf der Insel vorwiegend Monokulturen angebaut wurden, reichte die verbleibende Ackerfl√§che f√ľr den Anbau von Getreide und anderen Landwirtschaftserzeugnissen nicht aus. Schon im 16.¬†Jahrhundert musste Getreide zu hohen Preisen importiert werden. Als das Domkapitel von La Palma einmal seinen Zehnten in Form von Weizen aus dem Getreidespeicher forderte, weigerte sich die Bev√∂lkerung, auf diese Art ihre Steuern zu begleichen, woraufhin der Inquisitor √ľber die Insel einen Kirchenbann verh√§ngte und einige Jahre lang niemand christlich beerdigt wurde.

19. und 20. Jahrhundert

Noch im 19.¬†Jahrhundert lebten die meisten Inselbewohner in strohgedeckten Holzh√ľtten oder in niedrigen Bruchsteinh√§usern. Um die Wirtschaft der Kanarischen Inseln zu st√§rken, wurde die Inselgruppe 1852 durch Beschluss der K√∂nigin Isabella II. zur Freihandelszone erkl√§rt. Die wirtschaftliche Not in der zweiten H√§lfte des 19.¬†Jahrhunderts und der ersten H√§lfte des 20.¬†Jahrhunderts f√ľhrte auf La Palma zu einer hohen Auswanderung der Palmeros. Kuba und Venezuela waren die bevorzugten Ziele. Viele palmerische Familien haben heute noch starke famili√§re Verbindungen zu diesen L√§ndern. In den 1920er und 1950er Jahren kehrten viele nach La Palma zur√ľck (‚ÄěDie Heimkehr der Emigranten‚Äú, siehe Abschnitt Regionale Feste, Karneval).

1860 wurde auf La Palma mit der Stra√üenbauplanung begonnen, indem notwendige Verbindungsstra√üen zwischen den Ortschaften hergestellt werden sollten. Hierzu z√§hlten Verbindungen zwischen Santa Cruz de la Palma √ľber Bre√Īa Baja nach Fuencalient, von Fuencaliente nach Tazacorte und Los Llanos de Aridane sowie von Santa Cruz √ľber Puntallana nach San Andr√©s. Im Jahr 1879 wurde die erste 7¬†km lange Strecke zwischen Santa Cruz de La Palma und Risco de la Concepci√≥n, die zur Gemeinde Bre√Īa Alta geh√∂rt, provisorisch aufgenommen. Die Stra√üenarbeiten im S√ľden der Insel begannen 1874 und endeten 1910.

Schon 1880 begannen der Canario Pedro Reid und der Brite L. Jones mit dem Bananenanbau auf La Palma, der den R√ľckgang des Anbaus von Zuckerrohr kompensieren sollte. Das f√ľhrte um 1900 zu einem kurz anhaltenden Wohlstand, doch kam durch die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges der Au√üenhandel zum Erliegen. 1927 wurde die kanarische Inselgruppe in eine West- und Ostprovinz aufgeteilt. La Palma bildet zusammen mit Teneriffa, La Gomera und El Hierro die Westprovinz ‚ÄěSanta Cruz de Tenerife‚Äú. W√§hrend des Spanischen B√ľrgerkriegs (1936‚Äď1939) stand La Palma mehrheitlich an der Seite der Republikaner und bildete mit der kommunistischen Partei der Hauptort des Widerstands gegen das Franco-Regime auf den Kanaren.

Die privilegierte Lage der kanarischen Inseln veranlasste die deutsche Marine w√§hrend des Zweiten Weltkriegs ‚Äď wie bereits im Ersten Weltkrieg, den die deutsche Viermastbark Pamir in Santa Cruz de La Palma verbrachte ‚Äď U-Boote in ihrer N√§he zu positionieren. Sie sollten US-amerikanische Schiffe angreifen, die zur Unterst√ľtzung des Vereinigten K√∂nigreichs den Atlantik √ľberquerten. Am 26. Oktober 1942 griffen deutsche U-Boote einen Konvoi aus 37 Schiffen nordwestlich der Kanaren an und versenkten drei Schiffe, darunter den britischen Frachter Pacific Star. Seine √úberlebenden erreichten am 31. Oktober in einem Rettungsboot La Palma beim Leuchtturm Punta Cumplida. Am 29. Mai 1944 wurde etwa 100 Seemeilen s√ľdwestlich der Kanarischen Inseln der Flugzeugtr√§ger Block Island vom deutschen U-Boot U 549 schwer besch√§digt und nach erneutem Angriff versenkt. Sechs Crew-Mitglieder und vier Piloten von den 957 Besatzungsangeh√∂rigen der Block Island fanden den Tod. Zwei Piloten erreichten mit ihren Maschinen La Palma, in der N√§he von Tijarafe.

Bis in die fr√ľhen 1960er Jahre wurde die kanarische Wirtschaft noch von der Landwirtschaft bestimmt. Die Liberalisierung im Jahr 1960 durch das Franco-Regime f√ľhrte zu einer wirtschaftlichen Belebung durch Exporte von Bananen (130.000 Tonnen pro Jahr), Tabak und Produkten aus der Forstwirtschaft. Als wichtigster Wachstumsmotor entwickelte sich der Tourismus; im Jahr 1960 waren es noch 73.240 Touristen, im Jahr 1975 bereits √ľber zwei Millionen.

1984 erhielten beide Provinzen zusammen den Status einer autonomen Region (Provinz Santa Cruz de Tenerife und Provinz Las Palmas de Gran Canaria). Mit dem Beitritt Spaniens 1986 in die Europäische Gemeinschaft und dem 1989 vollzogenen Beitritt der autonomen Kanarischen Region in die EG wurden den Kanaren auch die EU-Subventionen zuteil, die im Wesentlichen in den Aufbau der Infrastruktur der Inseln flossen.

Kultur und Wissenschaft

Religionen

Der √ľberwiegende Teil der Bev√∂lkerung ist r√∂misch-katholisch. In regelm√§√üigen Abst√§nden werden deren Heilige aus bestimmten Kirchen mit Prozessionen geehrt. Diese Veranstaltungen verlaufen √ľber mehrere Tage und werden durch ein Rahmenprogramm und ausgelassene Feiern begleitet.

Regionale Feste

√úber das Jahr verteilt gibt es mehrere, teils regional begrenzte Feste. Mit dem Mandelbl√ľtenfest im Februar oder M√§rz in Puntagorda, wo die meisten Mandelb√§ume der Insel anzutreffen sind, beginnt der Reigen der Feste auf der Insel. Am 3.¬†Mai wird in der Fiesta de la Cruz die Eroberung der Insel und Gr√ľndung der Hauptstadt Santa Cruz gefeiert. Hierzu werden auf der ganzen Insel Kreuze in wertvolle Stofft√ľcher und Papier geh√ľllt und mit Blumen und Kerzen geschm√ľckt.

Die Bajada de la Virgen de las Nieves ist eines der herausragenden Feste auf La Palma. Es geht auf das Jahr 1676 zur√ľck, in dem auf der Insel gro√üe D√ľrre herrschte. Um eine drohende Missernte abzuwenden, ordnete der kanarische Bischof Jimenez an, die auf der ganzen Insel verehrte Statue der Jungfrau vom Schnee (Virgen de las Nieves) von Las Nieves in einer Prozession in die Hauptstadt zu tragen. Der langersehnte Regen stellt sich danach ein. Die Prozession wird seitdem alle f√ľnf Jahre zu jeweils den 0er und 5er-Jahrg√§ngen wiederholt. Die Feierlichkeiten ziehen sich jeweils im Sommer √ľber mehr als einen Monat hin. Ein H√∂hepunkt der Fiesta ist der Tanz der Zwerge in Santa Cruz.

Ein weiterer H√∂hepunkt der Feierlichkeiten auf La Palma ist der Karneval, dessen Umz√ľge und Veranstaltungen in den Hochburgen Santa Cruz und Los Llanos an s√ľdamerikanischen Karneval erinnern. Am Karnevalsmontag wird in Santa Cruz ‚Äědie Heimkehr der Emigranten‚Äú gefeiert. Die Palmeros kleiden sich dann ganz in wei√ü ‚Äď als Parodie auf die seinerzeit in Lateinamerika zu Wohlstand gekommenen und werfen mit Babypuder um sich.

Kultureinrichtungen und K√ľnstler

Zum kulturellen Angebot auf La Palma geh√∂ren die arch√§ologischen Zentren, Parque Arqueologico in La Zarza, Gemeinde Garafia und Cueva Belmaco in Mazo, mehrere Bibliotheken (jeweils in den gr√∂√üeren Orten der Insel), das Theater Circo de Marte, ein Kino (Teatro Chico ) in Santa Cruz und ein Kino in Los Llanos sowie diverse Musik- und Kunstveranstaltungen, die √ľberwiegend in der jeweiligen Casa de Cultura der Orte stattfinden. Zu den Museen der Insel z√§hlen Museo Insular und Museo Naval (Schifffahrtsmuseum in der nachgebauten Karavelle Santa Maria von Christoph Kolumbus) in Santa Cruz, Museo Arqueol√≥gico Benahorita (Arch√§ologisches Museum) in Los LLanos, Museo del Platano (Bananenmuseum) in Tazacorte und Museo del Vino (Weinmuseum) an der Plaza de La Glorieta in Las Manchas, das Museo de la Seda in El Paso und das Museo del Tabaco in Bre√Īa Alta.

Luis Morera (* 10. Oktober 1946) ist einer der bekanntesten K√ľnstler auf La Palma. Seine Werke sind unter anderem die Plaza de La Glorieta in Las Manchas, der Park El Jard√≠n de las Delicias in Los LLanos, der Brunnen mit der Bronzefigur San Miguel de La Palma vor dem Rathaus Tazacortes, die Bronzefigur ‚ÄěDer Zwerg‚Äú (Enano) in Santa Cruz sowie eine Vielzahl von Bildern von Natur und Bev√∂lkerung der Insel.

Manuel Pereda de Castro (* 1949 in Santander; ‚Ć 27. November 2018 auf La Palma) war ein spanischer Bildhauer, Maler und B√ľhnenbildner, der sich 1986 auf La Palma nieder lie√ü. Zu Beginn waren seine Arbeiten noch sehr fig√ľrlich, das 6¬†m hohe Denkmal an die Mutter (Monomento a la Madre) gilt als repr√§sentatives Monument der Stadt Los Llanos. Sp√§ter schuf er diverse m√§chtige abstrakte Stahlfiguren, die sich in die Landschaft der Insel einf√ľgten. Sein baulich gr√∂√ütes Werk, das Monumento a la Naturaleza befindet sich zwischen El Paso und dem Tunnel, das die Palmeros Arbol de la Graja (Kr√§henbaum) nennen. Am 30. November 2018 wurde dem K√ľnstler posthum der Titel des Ehrenb√ľrgers der Insel La Palma (Hijo Adoptivo de la Isla de La Palma) verliehen.

Palmerische K√ľche

Die palmerische K√ľche unterscheidet sich wenig von der der anderen Kanarischen Inseln.

Bis in die 1960er Jahre bestand f√ľr die meisten palmerischen Familien ‚Äď insbesondere in den l√§ndlichen Gebieten ‚Äď das Essen aus den von ihnen gewonnenen Produkten wie Kartoffeln, Gofio (ger√∂stetes und dann gemahlenes Getreide), Schweine- und Ziegenfleisch, Ziegenk√§se, Mojo (pikante Sauce), Milch, Fisch sowie einigen Gem√ľse- und Obstsorten. Zu festlichen Gelegenheiten wurden spezielle Gerichte zubereitet: S√ľ√üspeisen aus Brot, Honig und Milchreis, ger√∂stete Kastanien und Biskuit. Ziegenk√§se mit Mojo z√§hlt noch heute ‚Äď auch im touristischen Bereich ‚Äď zu den besonderen palmerischen Gerichten.

Sternwarten

F√ľr die Wahl La Palmas als Standort f√ľr ein Observatorium waren die H√∂henlage auf dem Roque de los Muchachos und eine geringe ‚ÄěLichtverschmutzung‚Äú des Nachthimmels sowie eine k√ľrzere Entfernung zu Europa gegen√ľber Standorten wie S√ľdamerika oder Hawaii (mit 4200¬†m H√∂he) ausschlaggebend.

Die Gr√ľndungsmitglieder Spanien, Schweden, D√§nemark und das Vereinigte K√∂nigreich beschlossen als erste Schritte f√ľr die Errichtung des Observatoriums das Anlegen einer Zufahrtsstra√üe und der Wasser- und Stromversorgung sowie das Etablieren eines Trainingsprogramms f√ľr spanische Astronomen. Im Jahr 1985 wurde das Observatorium offiziell eingeweiht. Zum Schutz der n√§chtlichen Dunkelheit wurde im Jahr 1988 das sogenannte Ley del Cielo (‚ÄěHimmelsgesetz‚Äú) erlassen. Ein Test, bei dem 1995 nachts eine Stunde lang auf der ganzen Insel das Licht ausgeschaltet wurde, ergab keinen gro√üen Unterschied mehr. 2012 wurde La Palma als weltweit erstes Starlight Reserve zertifiziert.

Im Jahr 2009 wurde das Gran Telescopio Canarias (GRANTECAN, auch GTC) durch den spanischen König Juan Carlos und Königin Sophia eingeweiht. Es ist auch noch 2018 das größte aus einem einzigen (allerdings segmentierten) Spiegel bestehende Teleskop der Welt.

M√ľhlen auf La Palma

Die ersten M√ľhlen auf La Palma wurden mit dem Zuckerrohranbau im 16. Jahrhundert errichtet und dienten der Entsaftung des Zuckerrohrs. Das aus den Bergen La Palmas gewonnene Wasser zur Bew√§sserung Zuckerrohrplantagen diente auch zum Antrieb der M√ľhlen. Dort, wo nicht gen√ľgend Wasser zur Verf√ľgung stand, kamen Windm√ľhlen zum Mahlen von Getreide zum Einsatz. Von den zehn auf der Insel verbliebenen Windm√ľhlen wurden die El Molino de Las Tricias in Garaf√≠a und El Molino de Mazo vollst√§ndig renoviert, der Rest befindet sich in einem bauf√§lligen Zustand.

Die noch existierenden Wasser- und Windm√ľhlen La Palmas z√§hlen zu den gesch√ľtzten ethnographischen Verm√∂genswerten der Kanarischen Inseln.

Sport

Historische Sportarten

Lucha Canaria ist ein kanarischer Ringkampf, der bereits unter den Guanchen ausgetragen wurde. 1420 berichtete der Chronist Alvar Garcia de Santa Maria √ľber diese Sportart der Kanaren. Es wird vermutet, dass durch diese K√§mpfe Streitigkeiten unter der Urbev√∂lkerung unblutig entschieden wurden.

Lucha z√§hlt auch heute ‚Äď neben Fu√üball ‚Äď zu den beliebtesten Sportarten der Kanaren. Es ist ein Mannschaftssport, der von zw√∂lf K√§mpfern ausgetragen wird. Es ringen immer zwei miteinander. Verloren hat derjenige, dessen Oberk√∂rper zuerst den Boden ber√ľhrt. Ein Kampf geht √ľber 3 Runden von maximal 2 Minuten Dauer.

Hirtensprung (Spanisch: Salto del pastor) ist ein auf den Kanarischen Inseln verbreiteter Volkssport, der seine Wurzeln im regionalen Brauchtum hat und wahrscheinlich auf die Ureinwohner, die Guanchen, zur√ľckgeht. Um in m√∂glichst kurzer Zeit im gebirgigen Gel√§nde H√∂henunterschiede schnell und sicher zu √ľberwinden, benutzten die Viehhirten einen mehrere Meter langen Holzstab, den ‚ÄěRegat√≥n‚Äú, um auf tiefer gelegenes Gel√§nde zu gelangen.

Transvulcania

Der Transvulcania ist ein international besetzter Ultramarathon, der seit 2009 j√§hrlich auf La Palma stattfindet. Die 73,3¬†km lange Laufstrecke beginnt am Leuchtturm von Fuencaliente, f√ľhrt √ľber die Vulkanroute, die Cumbre Nueva, auf die Bergkette der Caldera de Taburiente mit dem 2426¬†m hohen Roque de los Muchachos, hinab zum Puerto Tazacorte und wieder hinauf nach Los Llanos, dem Ziel des Ultramarathons. Insgesamt ist ein H√∂henunterschied von 8525¬†m zu √ľberwinden (davon 4415¬†m bergauf und 4110¬†m bergab).

Verwaltung

Innerhalb der spanischen Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln gehört La Palma zur Provinz Santa Cruz de Tenerife. Die Amtssprache ist Spanisch, die Einheimischen sprechen eine Varietät mit lateinamerikanischem Einfluss.

Inselrat

Der Inselrat (Cabildo Insular) regelt Angelegenheiten, die eine individuelle L√∂sung f√ľr die Insel fordern und daher nicht von der Autonomen Gemeinschaft entschieden werden sollen, die aber auf der Ebene der Gemeinden nicht entschieden werden k√∂nnen, weil sie die ganze Insel betreffen.

Pr√§sident des Inselrates ist derzeit (2018) Anselmo Pestana. Daneben gibt es weitere elf Mitglieder der Inselregierung (davon sieben Vizepr√§sidenten), die f√ľr die verschiedenen Ressorts zust√§ndig sind.

Persönlichkeiten unter den Residenten La Palmas

(die umf√§ngliche Liste der Palmero-Pers√∂nlichkeiten siehe bitte Abschnitt ‚ÄěPalmeros destacados‚Äú im Artikel ‚ÄěLa Palma‚Äú der spanischen Wikipedia)

  • Jack Bruce, Musiker (Cream)
  • Rose Marie D√§hncke, Pilz-Forscherin
  • J√ľrgen Fliege, Pfarrer
  • Claudia Gehrke, Schriftstellerin und Verlegerin
  • Manfred G√ľnther (Psychologe), Autor
  • Frigga Haug, Soziologin, Herausgeberin
  • Wolfgang Fritz Haug, Philosoph
  • Helmut Kiesewetter, Bildender K√ľnstler
  • Harald Welzer, Publizist
  • Christine Wittrock, Historikerin

Gemeinden und Einwohnerzahlen

La Palma gliedert sich in 14 Gemeinden, deren Flächenangaben in nachstehender Tabelle zu finden sind.

Die Einwohnerzahl La Palmas verzeichnete von 2000 bis 2010 einen moderaten Anstieg und danach eine ebenso moderate Abnahme. In Santa Cruz nahm in diesem Zeitabschnitt die Einwohnerzahl stetig ab, wohingegen die Einwohnerzahl in der an Santa Cruz grenzenden Gemeinde Bre√Īa Baja anstieg. Los Llanos hatte bis 2010 einen deutlichen Bev√∂lkerungszuwachs zu verzeichnen und √ľberstieg an Einwohnerzahl die Hauptstadt, danach ist die Zahl geringf√ľgig r√ľckl√§ufig.

Die mehr landwirtschaftlich geprägten Gemeinden Garafía, Barlovento, San Andrés y Sauces, Fuencaliente und Tazacorte verzeichnen sinkende Bevölkerungszahlen.

Allerdings lassen die Gemeinden bei einem Wegzug die Statistik oft unbereinigt, da nach der Zahl der Einwohner die Zusch√ľsse aus Madrid an die Ayuntamientos verteilt werden.

Wirtschaft

Landwirtschaft

Die Produktion von Bananen auf La Palma im Jahr 2012 trug mit 125.000 Tonnen zu √ľber 60¬†% am Gesamtumsatz der Insel und zu 35¬†% an den Gesamtausfuhren der Kanarischen Inseln bei. Der Anbau der Bananen findet auf rund 30 km¬≤ Land statt. Daneben werden zur Diversifizierung der Landwirtschaft zunehmend Wein, Avocado, Zitrusfr√ľchte und Gem√ľse angebaut.

Die kleinfr√ľchtige, aber robuste Zwergbanane dominiert zur Zeit noch den Bananenanbau auf La Palma. Sie wird zunehmend von der empfindlicheren Giant Cavendish abgel√∂st, deren Fr√ľchte gr√∂√üer sind und sich deswegen besser vermarkten lassen. Um die neue Sorte vor starken Winden zu sch√ľtzen und eine h√∂here Luftfeuchte in den Plantagen zu gew√§hrleisten, werden diese mit hohen Mauern und Kunststoffplanen umgeben.

Der gro√üfl√§chige und durch Spanien und die EU subventionierte Bananenanbau f√ľhrt aber auch zu √∂kologischen Problemen. Beispielsweise wird seit Jahren durch die Landwirtschaft mehr Wasser verbraucht, als die ohnehin nachlassenden Niederschl√§ge ausgleichen k√∂nnen. Zur Bew√§sserung werden auch wasserf√ľhrende Schichten des Vulkangesteins genutzt. Hierdurch sinkt der Grundwasserspiegel und die wenigen nat√ľrlichen Quellen versiegen.

Die Landwirtschaft wird durch ein einzigartiges Bew√§sserungssystem aus Wasserleitungen und Tunneln erm√∂glicht, die das Wasser aus den Bergen in die agrarisch genutzten Gebiete f√ľhren. Diese Tunnel sind zum Teil Hunderte von Metern durch Felsen getrieben und bringen das Wasser √ľber mehrere Kilometer in die bewohnten Gebiete an der K√ľste.

Stromversorgung

Der Strombedarf auf La Palma wird zu √ľber 90¬†% vom Kraftwerk Los Guinchos in der Gemeinde Bre√Īa Alta erzeugt. 10 Dieselgeneratoren und eine Gasturbine k√∂nnen bis zu 105,3¬†MW erzeugen. Weiterhin tragen mehrere Windparks mit einer Gesamtleistung von 7,4¬†MWPeak/2,9 MWAvg (Stand 2018) und Photovoltaikanlagen mit gesamt 4,5 MWPeak (Stand 2012) zur Stromerzeugung der Insel bei.

Industrie, Handel und Handwerk

Im Vergleich zur Landwirtschaft spielen Industrie, Handel und Handwerk auf La Palma nur eine untergeordnete Rolle. Es gibt einige Betriebe, die Landwirtschaftsprodukte weiterverarbeiten bzw. Baustoffe oder Handwerkskunst herstellen, sowie einige Bauunternehmen, die aufgrund des Tourismus einen Aufschwung zu verzeichnen hatten, jedoch infolge der Finanzkrise 2008‚Äď2012 zusammenbrachen. Dank der EU-Einordnung der Insel als ‚Äúultra-peripheral territory‚ÄĚ k√∂nnen Unternehmen bis zu 90¬†% ihrer Umsatzsteuer einsparen, wenn sie diese in Immobilien usw., reinvestieren. Hinzu kamen Mittel aus dem Investitionsprogramm Reserva para Inversiones en Canarias (RIC), das die Bauindustrie gro√üenteils rettete, jedoch in √ľberdimensionierte, z.¬†T. die Landschaft stark beeintr√§chtigende Stra√üenbau- usw. Projekte floss, die ohne dieses Programm niemals begonnen worden w√§ren. Dies wurde auch durch Korruption der lokalen Beh√∂rden erm√∂glicht.

Der Export von La Palma beschr√§nkt sich auf Agrarprodukte. Insgesamt hat die Insel eine negative Handelsbilanz. Dreiviertel der Lebensmittel m√ľssen importiert werden, auch Zitrusfr√ľchte wie Orangen und Zitronen und etwa 80¬†% des Bedarfs an tierischen Produkten. Andere wichtige Importwaren, die meist vom spanischen Festland geliefert werden, sind Roh√∂l, Konsumg√ľter, mechanische und elektrische Ger√§te sowie Kraftfahrzeuge.

Tourismus

1890 gab es auf La Palma erste kleine Hotels, die von Engl√§ndern frequentiert wurden. Bis Ende der 1980er Jahre blieb der Tourismus auf La Palma auf niedrigem Niveau. Das damals einzige gro√üe Hotel (200 Betten) entstand in Puerto Naos. In dieser Zeit gab es unter der einheimischen Bev√∂lkerung noch Vorbehalte gegen den Zustrom von Fremden, die sich damals √ľber Graffiti an Hausw√§nden (‚ÄěAlemanes fuera‚Äú ‚Äď ‚ÄěDeutsche raus‚Äú) √§u√üerten. Dass auf La Palma inzwischen der Tourismus auch f√ľr die Bev√∂lkerung eine wichtige Einnahmequelle ist, hat derartige Anfeindungen verstummen lassen.

Vom Beginn des Massen- und Chartertourismus auf Teneriffa und Gran Canaria in den 1980er Jahren profitierte La Palma dagegen nicht. Erst im Jahr 1985 mit der Vergrößerung des Flughafens auf La Palma, auf dem dann auch Chartermaschinen aus Europa landen konnten, setzte der organisierte Pauschaltourismus auf La Palma ein. Dieses löste einen verstärkten Ausbau der Feriensiedlungen im flughafennahen Los Cancajos und auf der Westseite der Insel in Puerto Naos aus. Die Anzahl ausländischer Gäste auf der Insel betrug 1992 noch 80.994. In den Folgejahren stieg die Zahl stetig, bis sie 1999 mit 135.376 Gästen den höchsten Stand erreichte.

In den 2000er Jahren entstand, abgeschieden in Las Indias an der S√ľdspitze La Palmas gelegen, eine gr√∂√üere Hotelanlage (‚ÄěPrincess‚Äú) mit 880 Betten, von denen nur 400 genutzt werden. Neben den wenigen gr√∂√üeren Hotels werden Touristen vorwiegend in Pensionen, Ferienwohnungen und -h√§usern untergebracht.

2006 betrug die G√§stezahl auf La Palma 111.328 und 2013 dann 104.953. Sie macht nur 1¬†% der gesamten G√§stezahl auf den Kanarischen Inseln aus. Eine Erhebung der G√§stezahlen 2004 weist eine Konzentration auf der Westseite der Insel mit etwa 80¬†% aus, wobei etwa 57¬†% auf die Orte Puerto Naos, La Laguna und Todoque der Gemeinde Los Llanos entfallen. Auf der Ostseite der Insel (√ľberwiegend in Los Cancajos) betrug der Anteil 13¬†%. In den anderen elf Gemeinden der Insel lag der Anteil bei 19¬†%. Die Verteilung der G√§stezahlen aus den verschiedenen Herkunftsl√§ndern im Zeitraum 2006 bis 2013 zeigt nebenstehendes Diagramm.

La Palma ist traditionell eine Insel f√ľr Wanderer. Sie wird von einem Netz von gekennzeichneten Wanderwegen √ľberzogen. Es werden drei Kategorien unterschieden, gro√üe Route (rote Markierung), kleine Route (gelbe Markierung) und lokaler Weg (gr√ľne Markierung).

Seit Ende der 1990er Jahre werden zudem weitere sportliche Aktivitäten angeboten:

  • Mountainbiketouren
  • Reitexkursionen
  • Tauchbasen
  • Gleitschirmfliegen

Die Str√§nde von Tazacorte, Puerto Naos und Los Cancajos tragen die blaue Flagge der EU und erf√ľllen somit einen gehobenen Qualit√§tsstandard.

Befragungen der Besucher 2013 nach den Aspekten, die ihre Entscheidung √ľber den Reiseort ausmachten, gibt nebenstehende Tabelle an.

Seit 1992 hat sich die Asociaci√≥n insular de Turismo Rural Isla Bonita die F√∂rderung des l√§ndlichen Tourismus auf der Insel La Palma zur Aufgabe gemacht. Hierzu z√§hlen insbesondere die F√∂rderung der l√§ndlichen Unterk√ľnfte und anderer touristischer Ressourcen, wie Management-Training, Verwaltung der Museen und Sehensw√ľrdigkeiten. Der Verein ist ein Zusammenschluss von etwa einhundert H√§uservermietern, kleinen Unternehmen und Berufsverb√§nden.

Mit EU-Fördergeldern werden alte Häuser (Fincas) in der typischen Landschaftsarchitektur restauriert. Zu dieser Bauweise gehören beispielsweise Decken in Tea-Holz, Holzbalkone, meterdicke Steinwände und die typischen gemauerten Sitzbänke unter den Fenstern. Die Restaurierungsarbeiten fördern gleichzeitig die einheimische Handwerkerschaft. Erhalt und Vermietung der Häuser soll auch der Landflucht entgegenwirken und zum Erhalt der agrarischen Struktur beitragen.

Verkehr

Straßennetz

Das Stra√üennetz auf La Palma umfasst etwa 510¬†km. Alle Hauptstra√üen sind asphaltiert und oft landschaftsbedingt sehr kurvenreich. Um den abgelegenen Norden der Insel wirtschaftlich besser einzubinden, wurde Anfang 1992 eine Verbindungsstra√üe zwischen Garaf√≠a und Barlovento geschaffen. Abgelegene Weiler sind nur √ľber Erd- oder Betonpisten zu erreichen.

Ein etwa 157 km langer Straßenring umläuft an der Peripherie die gesamte Insel und besteht aus zwei Straßenabschnitten, Carretera General del Norte (LP-1) und Carretera General del Sur (LP-2).

Die n√∂rdliche Ringstra√üe LP-1, mit etwa 102¬†km L√§nge, verl√§uft von Santa Cruz de La Palma nach Norden √ľber Puntallana, Los Sauces, Barlovento, Garaf√≠a, Puntagorda, Tijarafe und endet in Argual/Los Llanos de Aridane. Der Nordost-Teil der LP-1 wurde mit Beginn des 21. Jahrhunderts im gesamten, sehr kurvenreichen Streckenverlauf ausgebaut und begradigt, wozu f√ľnf Tunnel im Bereich La Galga/Puntallana und die 319¬†m lange Bogenbr√ľcke, Puente de Los Tilos in San Andr√©s y Sauces geh√∂ren.

Die s√ľdliche Ringstra√üe LP-2 mit etwa 55¬†km L√§nge verl√§uft von Santa Cruz nach S√ľden √ľber Bre√Īa Baja, Villa de Mazo, Fuencaliente und endet in Argual/Los Llanos und in Tazacorte.

In der Mitte der Insel verl√§uft von Osten nach Westen die Carretera de la Cumbre (LP-3) mit einer L√§nge von etwa 26¬†km und ist mit zwei Tunneln durch die Bergkette der Cumbre Nueva angelegt. Im Osten schlie√üt sie 3¬†km von Santa Cruz entfernt an die LP-2 an und im Westen bei Tajuya in El Paso schlie√üt sie wieder an die LP-2 an. 1970 wurde der erste Tunnel durch die Cumbre Nueva auf 1.100¬†m H√∂he und einer L√§nge von 1100¬†m f√ľr 62¬†Millionen Peseten (373.000¬†Euro) erstellt. Die bisherige einzige Stra√üenverbindung zwischen Ost und West √ľber die S√ľdspitze der Insel in Fuencaliente wurde damit erheblich verk√ľrzt. 2003 wurde die Ost-West-Verbindung der LP-3 durch einen zweiten Tunnel f√ľr 26,6¬†Mio.¬†Euro ausgebaut. Mit 2703¬†m L√§nge ist er der l√§ngste Tunnel der Kanarischen Inseln. Er verl√§uft unterhalb des alten Tunnels auf einem H√∂henniveau von 700¬†m auf der Ostseite und 900¬†m auf der Westseite der Cumbre. Damit sind die Zufahrten an beiden Seiten erheblich k√ľrzer, womit sich auch die Gesamtstrecke zwischen West und Ost verk√ľrzt. Der neue Tunnel wird von West nach Ost, der alte Tunnel in entgegengesetzter Richtung befahren. F√ľr diese Richtungswahl war wesentlich, dass medizinische Notf√§lle von der Westseite schneller zum einzigen Inselkrankenhaus im Osten transportiert werden k√∂nnen. In einem Sicherheitstest des ADAC von 27 Tunneln in neun europ√§ischen L√§ndern wurde der Cumbre-Tunnel mit der Note ‚Äěsehr gut‚Äú bewertet. Nach der Renovierung und dem Umbau des alten Tunnels von zwei auf eine Fahrspur im Februar 2019 verringerte sich die Unfallgefahr im Tunnel deutlich. Waren es vor dem Umbau durchschnittlich 6 Unf√§lle pro Jahr, so ereignete sich im ersten Jahr nach dem Umbau des Tunnels kein Unfall. Durch beide Tunnel fahren t√§glich etwa 4.000 Fahrzeuge.

Im n√∂rdlichen Teil der Insel besteht eine weitere Ost-West-Verbindung, die LP-4 (Roque-Stra√üe) mit etwa 48¬†km L√§nge. Sie f√ľhrt hinauf zum astrophysikalischen Observatorium von Roque de los Muchachos und bindet auf der Ostseite in Hoya Grande in Garaf√≠a an die LP-1 an.

Die LP-5 (Flughafenstra√üe) mit etwa 4¬†km L√§nge zweigt in Bre√Īa Baja von der LP-2 ab und endet am Flughafen von La Palma.

Die LP-20 ist eine etwa 4¬†km lange Umgehungsstra√üe von Santa Cruz de La Palma. Sie wurde zur Entlastung der Hauptstadt in das angrenzende Bergmassiv mit 5 Tunneln (Gesamtl√§nge von 1831¬†m) eingef√ľgt.

√Ėffentliche Verkehrsmittel

Es gibt Linienbusse, mit denen alle größeren Orte zu erreichen sind. Nicht alle Linien verkehren im Halb- bzw. Stundentakt.

Schiffsverkehr

Die Bucht der Hauptstadt wird seit der Eroberung der Insel durch die Spanier als Hafen genutzt. Von Santa Cruz de La Palma werden diverse F√§hrverbindungen zu den Nachbarinseln und (w√∂chentlich) zum spanischen Festland, mit Zwischenstopps auf Lanzarote, Gran Canaria und Teneriffa, angeboten. Seit Januar¬†2008 verkehrt die F√§hre El Fortuny der Gesellschaft Trasmediterr√°nea auf der fr√ľher von der Juan J. Sister bedienten Route nach C√°diz auf dem spanischen Festland.

Seit 2008 verkehrt eine F√§hre der Naviera Armas, die Volc√°n de Tijarafe, zwischen Portim√£o, Portugal via Funchal, Madeira nach Santa Cruz de Tenerife von wo aus man La Palma im Anschluss erreichen kann. Der gro√üz√ľgig ausgebaute Hafen an der Westk√ľste in Puerto de Tazacorte war 2005/2006 kurzzeitig mit einer Verbindung zur Insel Teneriffa √ľber Santa Cruz de La Palma dem F√§hrverkehr angeschlossen.

Mit √úbernahme der Trasmediterr√°nea durch Naviera Armas wird zur Vermeidung einer Monopolstellung die Verbindung von Huelva aus zu den Kanarischen Inseln an die Naviera FRS √ľbergeben

Flugverkehr

La Palmas erster Flughafen wurde in der Gemeinde Bre√Īa Alta in 350¬†m H√∂he √ľber dem Meeresspiegel mit einer Start- und Landebahn mit einer L√§nge von 1000¬†m errichtet und 1955 in Betrieb genommen. Er erhielt den Namen Buenavista. Die Fluggesellschaft Iberia f√ľhrte von hier regelm√§√üige Fl√ľge nach Santa Cruz de Tenerife durch. Wegen der N√§he der Berge bestand das Problem der wechselnden Winde aus unterschiedlichen Richtungen, wiederholt auftretender Nebelb√§nke und Regenf√§lle, die in den folgenden Jahren √ľber 15¬†% Flugausf√§lle verursachten. Diese Umst√§nde zwangen zu einer Neuplanung des Flughafenstandortes. Der Flughafen Buenavista, dessen Start- und Landebahn noch rudiment√§r existiert und von der Hauptverbindungsstra√üe von der Ostseite der Insel zur Westseite √ľberquert wird, wurde 1970 mit der Inbetriebnahme des neuen Flughafens stillgelegt.

Der neue Flughafen von La Palma (IATA-Code: SPC) wurde in der Gemeinde Mazo entlang des K√ľstenstreifens mit einer Start- und Landebahn mit einer L√§nge von 1700¬†m errichtet. Aufgrund des zunehmenden Verkehrsaufkommens wurde 1980 die Start- und Landebahn durch Aufsch√ľttung eines Damms im angrenzenden Meer auf 2200¬†m verl√§ngert. Seit 1987 ist er der sechste internationale Flughafen der Kanarischen Inseln, der regelm√§√üig von mehreren europ√§ischen Fluggesellschaften angeflogen wird. Es bestehen Linienverbindungen zur spanischen Hauptstadt Madrid und zu den Nachbarinseln, die durch die Fluggesellschaften Iberia, Binter Canarias und Canaryfly bedient werden. Ein neues Flughafenterminal mit gro√üer Tiefgarage wurde 2011 trotz stetig sinkender Fluggastzahlen in Betrieb genommen, deren Entwicklung 2013 einen Tiefpunkt erreichte. Entwicklung der Fluggastzahlen:

Literatur

  • Juan Carlos Carracedo, Simon Day: Canary Islands. Classic Geology in Europe 4. Terra, Harpenden 2002, ISBN 1-903544-07-6, S. 239‚Äď276.
  • Irene B√∂rjes, Hans-Peter Koch: La Palma. 7. Auflage. M√ľller, Erlangen 2010, ISBN 978-3-89953-456-6.
  • Peter Echevers H.: Stete Kanaren. Verlag LULU Press Enterprises, 2011, ISBN 978-1-105-06365-7.
  • Izabella Gawin: La Palma. 7. Auflage. Reise-Know-How, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8317-1957-0.
  • Harald Kl√∂cker: La Palma. Travel House Media, M√ľnchen 2011, ISBN 978-3-8342-1037-1.
  • Dieter Schulze: La Palma. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-9566-4.
  • Rainer Olzem, Timm Reisinger: Geologischer Wanderf√ľhrer La Palma. RT Geologie Verlag, Aachen, 2. Auflage 2018, ISBN 978-3-00-059133-4.
  • Kirsten Lux, Lisa Graf-Riemann: 111 Orte auf La Palma die man gesehen haben muss. Emons Verlag, 1. Auflage M√§rz 2018, ISBN 978-3-7408-0345-2.

Weblinks

  • Website des Inselrates (spanisch)
  • Video zum Ausbruch des VulkansTenegu√≠a 1971
  • La Palma im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Spanien Spanien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 28.89879
südlichster Punkt: 28.425222
westlichster Punkt: -18.0436710
östlichster Punkt: -17.6742550


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
1281 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
129 km
 
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