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Gebirge Karte: Ampezzaner Dolomiten

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » Alpen » Ostalpen » SĂŒdliche Ostalpen » Dolomiten » Ampezzaner Dolomiten
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Ampezzaner Dolomiten

Informationen zur Lage und Bezeichnung:
Östlich liegende Untergruppe der Dolomiten

ausführliche Beschreibung:
Wikipedia (zz. nur italienisch),
Teilgebiet auf Deutsch: Cristallogruppe.

Grenzen noch in Arbeit !

Die Ampezzaner Dolomiten (italienisch Dolomiti Ampezzane) sind eine Untergruppe der Dolomiten in Italien. Sie befinden sich in der italienischen Region Venetien. Teile der Ampezzaner Dolomiten gehören als Teil der von der UNESCO unter „Nördliche Dolomiten“ zusammengefassten Dolomitengruppen seit 2009 zum UNESCO-Welterbe Dolomiten. Die Abgrenzung und die zu den Ampezzaner Dolomiten zĂ€hlenden Berggruppen werden in der Literatur unterschiedlich behandelt.

Geographie

Lage

Die Gebirgsgruppe liegt in der Provinz Belluno im oberen Valle del Boite und erstreckt sich um den Talkessel von Cortina d’Ampezzo, auch als Ampezzaner Becken bezeichnet.

Abgrenzung

Die Abgrenzung der Ampezzaner Dolomiten folgt der unter anderem nach SOIUSA vorgeschlagenen Untergliederung der Gruppe. Im Osten grenzt der Übergang Col Sant’Angelo am Misurinasee, der das Val d’Ansiei mit dem Val Popena und dem Höhlensteintal verbindet die Ampezzaner Dolomiten von den Sextner Dolomiten ab. Im Norden bildet der Pass Im GemĂ€rk die Grenze zu den Pragser Dolomiten. Nordwestlich grenzt die Gruppe im Val Travenanzes und der Forcella Bois sowie am westlich davon gelegenen Passo di Falzarego zur Fanesgruppe, die nach SOIUSA zu den östlichen Gadertaler Dolomiten zĂ€hlt.

Im SĂŒdwesten bildet das Val Fiorentina mit dem gleichnamigen Torrente die Grenze zur Civettagruppe und den Zoldiner Dolomiten. Die östlich davon gelegene Forcella Forada und der nach Osten ĂŒber das Val Forada in den Boite abfließende Rio Orsolina stellen die Grenze zum Monte Pelmo dar. Auf der gegenĂŒberliegenden Ostseite des Valle del Boite bildet die Forcella Grande und das vom Übergang in Richtung Osten in das Val d’Ansiei verlaufende Val di San Vito die Grenze zu den sĂŒdlich davon gelegenen Cadorischen Dolomiten.

Administrativ teilen sich die Ampezzaner Dolomiten auf die fĂŒnf Belluneser Gemeinden Auronzo di Cadore, Colle Santa Lucia, Cortina d’Ampezzo, Livinallongo del Col di Lana und San Vito di Cadore auf. Ein kleiner im Nordosten gelegener Teil in der Cristallogruppe gehört zur SĂŒdtiroler Gemeinde Toblach.

Gliederung

Die Ampezzaner Dolomiten setzen sich aus mehreren Berggruppen zusammen. Die Zuordnung der Gruppen ist dabei nicht einheitlich. In der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE) werden offiziell keine Untergruppen der Dolomiten unterschieden. In einigen FĂ€llen, insbesondere in der deutschsprachigen Literatur, wird auch der Antelao zu den Ampezzaner Dolomiten gezĂ€hlt, zugleich aber die nördlich des Antelao gelegene Marmarole-Gruppe nicht dazu gezĂ€hlt. Nach SOIUSA und de Battaglia – Marisaldi gehören beide zu den Cadorischen Dolomiten. Auch Avoscan und Francescon zĂ€hlen weder Antelao noch Marmarole zu den Ampezzaner Dolomiten. Die höchste Erhebung ist je nach Abgrenzung die Tofana di Mezzo mit 3244 m s.l.m. oder der Antelao mit 3264 m s.l.m.

Einhellig werden folgende sechs Gruppen den Ampezzaner Dolomiten zugeordnet. Nach SOIUSA lassen sich diese noch in östliche und westliche Ampezzaner Dolomiten untergliedern, je nachdem, ob sie östlich oder westlich des Flusses Boite liegen.

Cristallogruppe

Die Cristallogruppe liegt nordöstlich von Cortina d’Ampezzo und gehört zu den östlichen Ampezzaner Dolomiten. Sie grenzt im Norden an die Pragser und im Osten an die Sextner Dolomiten.

Sorapissgruppe

Östlich von Cortina und sĂŒdlich der Cristallogruppe gelegen und Teil der östlichen Ampezzaner Dolomiten. Die Sorapiss-Gruppe grenzt im SĂŒden an die Cadorischen und im Osten an die Sextner Dolomiten.

Pomagagnongruppe

Nördlich von Cortina zwischen Cristallogruppe im Osten und Boite im Westen gelegen. Die Pomagagnongruppe, auch Pomagagnonzug, wird zum Teil auch als Untergruppe der Cristallogruppe angesehen.

Tofane

Westlich des Boite und nordwestlich von Cortina gelegen. Die Tofane werden im Westen vom Val Travenanzes von der Fanesgruppe abgegrenzt.

Nuvolaugruppe

SĂŒdwestlich von Cortina und sĂŒdlich der Tofane gelegen. Die Nuvolaugruppe grenzt im Nordwesten und Westen an die Fanesgruppe sowie im SĂŒdwesten an die Marmolatagruppe.

Croda-da-Lago-Gruppe

SĂŒdlich von Cortina gelegene Gruppe. Die Croda-da-Lago-Gruppe grenzt im Nordwesten am Passo di Giau an die Nuvolaugruppe und sĂŒdlich an den Monte Pelmo. Im Osten grenzt das Boitetal die Gruppe vom Sorapiss und im SĂŒdosten vom Antelao ab.

Gipfel

  • Tofana di Mezzo, 3244 m – Tofane
  • Monte Cristallo, 3221 m – Cristallogruppe
  • Punta Sorapiss, 3205 m – Sorapissgruppe
  • Cima d’Ambrizzola, 2715 m – Croda-da-Lago-Gruppe
  • Monte Averau, 2649 m – Nuvolaugruppe
  • Pomagagnon, 2450 m – Pomagagnongruppe

GewÀsser

FlĂŒsse

Die Ampezzaner Dolomiten liegen zum grĂ¶ĂŸten Teil im Einzugsgebiet des Piave. Lediglich der zwischen den Wasserscheiden Im GemĂ€rk und Col Sant’Angelo gelegene nordöstliche Bereich mit der Nord- und Ostseite der Cristallogruppe entwĂ€ssert ĂŒber ZuflĂŒsse der Rienz in die Etsch. Der Großteil der Gruppe entwĂ€ssert ĂŒber den Boite einem linken Zufluss des Piave. Die Nuvolaugruppe und die Croda-da-Lago-Gruppe zum Teil auch ĂŒber den Cordevole und die Cristallogruppe teilweise ĂŒber den Ansiei, der ebenfalls ein linker Nebenfluss des Piave ist.

Seen

In den Ampezzaner Dolomiten gibt es zahlreiche kleinere Bergseen. Über 1900 m Höhe finden sich sieben, darunter zehn Seen. Daneben gibt es noch eine unzĂ€hlige Anzahl von Feuchtgebieten, in denen sich nach der Schneeschmelze und nach lĂ€ngeren Regenperioden oder stĂ€rkeren RegenfĂ€llen WasserflĂ€chen bilden, die in Trockenperioden wieder verschwinden. Der grĂ¶ĂŸte See, der vollstĂ€ndig in den Ampezzaner Dolomiten liegt, ist der Lago di Federa in der Croda-da-Lago-Gruppe mit einer FlĂ€che von etwa 3,4 ha. Der zweitgrĂ¶ĂŸte der Lago di Sorapiss mit einer FlĂ€che von etwas mehr als 3 ha. Am Col Sant’Angelo an der Grenze zwischen den Ampezzaner Dolomiten und den Sextner Dolomiten liegt der Misurinasee mit einer FlĂ€che 14 ha.

Gletscher

Im Kataster der italienischen Gletscher sind 2016 fĂŒr den Bereich der Ampezzaner Dolomiten insgesamt zwölf kleinere Gletscher oder Gletscher Ă€hnliche FlĂ€che ausgewiesen. Diese verteilen sich auf die drei Gruppen Cristallo (drei Gletscher), Tofane (vier Gletscher) und Sorapiss (fĂŒnf Gletscher). Die drei GletscherflĂ€chen des Antelao sind unter dem nach SOUISA aufgegliederten Ampezzaner Dolomiten nicht erwĂ€hnt. Der grĂ¶ĂŸte Gletscher ist der Cristallo-Gletscher, der 2009 eine FlĂ€che von 24 ha besaß. Im Vergleich zum vorherigen in den 1960er Jahren erstellten Kataster hat sich die Anzahl der Gletscher in den oben genannten Gruppen sogar erhöht, da sich einige grĂ¶ĂŸere Gletscher aufgeteilt haben und keine durchgehende GletscherflĂ€che mehr bilden. Insgesamt ist die GletscherflĂ€che in den Ampezzaner Dolomiten seit den 1960er Jahren in der Cristallo-Gruppe und in den Tofanen um 34 %, im Sorapiss um 28 % zurĂŒckgegangen.

Natur

Flora

Die unterschiedlichen Vegetationsstufen der Ampezzaner Dolomiten, die von der nivalen Hochgebirgsstufe bis zur Montanstufe reichen, bilden den Lebensraum fĂŒr etwa 1160 Arten von GefĂ€ĂŸpflanzen. Den grĂ¶ĂŸten Anteil haben die BlĂŒtenpflanzen mit ĂŒber 1000 Arten, wovon um die 150 in Venetien oder Italien auf der roten Liste stehen. Zahlreiche Arten stehen unter Schutz, darunter allein 35 OrchideengewĂ€chse, wie der Gelbe Frauenschuh.

Die alpinen HochwĂ€lder weisen teilweise einen jahrhundertealten Baumbestand an Zirbelkiefern und LĂ€rchen auf, wobei einzelne BĂ€ume sogar ĂŒber 500 Jahre alt sind. Einige WaldflĂ€chen, die sich im Gemeinschaftsbesitz der Regole befinden, werden seit 300 Jahren nicht bewirtschaftet. In den tieferen Lagen finden sich MischwĂ€lder mit Weißtannen und Buchen.

Bergwiesen und alpine Matten sind der Lebensraum fĂŒr einige seltene Pflanzen, wie dem KĂ€rntner TauernblĂŒmchen oder dem Berg-Pippau. Auf Feuchtwiesen kommen der Große Wiesenknopf und das Nordische Labkraut vor, die in Venetien lange Zeit als ausgestorben galten. Anzutreffen sind auch die seltene Einknollige Honigorchis und die Sibirische Schwertlilie.

Da im letzteiszeitlichen Maximum die Hochlagen der Ampezzaner Dolomiten eisfrei blieben, finden sich hier einige geobotanische Reliktarten wie das Dolomiten-FelsenblĂŒmchen oder Facchinis Steinbrech, der in Venetien nur in den westlichen Ampezzaner Dolomiten in den Tofane vorkommt.

Fauna

Trotz anthropogener EinflĂŒsse bedingt durch die touristische Bedeutung und Erschließung der Ampezzaner Dolomiten, kann die Gruppe aufgrund der vielen unterschiedlichen LebensrĂ€ume eine reichhaltige und vielseitige Fauna aufweisen. Einen bedeutenden Einfluss auf die Erhaltung der LebensrĂ€ume ĂŒbt die seit Jahrhunderten gemeinschaftlich geregelte Nutzung der Weide- und WaldflĂ€chen durch die Regole d’Ampezzo.

In den Ampezzaner Dolomiten kommen fast alle in den Alpen vorkommenden Arten vor. Zur BiodiversitĂ€t tragen 160 Wirbeltierarten bei, darunter 31 SĂ€ugetier-, 113 Vögel- sowie 16 auf Amphibien, Reptilien und Fischen aufgeteilte Spezies. GrĂ¶ĂŸere Raubtiere, wie der BraunbĂ€r, Eurasischer Luchs, Goldschakal oder Greifvögel wie der Bartgeier und GĂ€nsegeier haben sich bislang nur zeitweise in den Ampezzaner Dolomiten aufgehalten.

Zu den besonders schĂŒtzenswerten Arten, die in den Ampezzaner Dolomiten vorkommen, gehören der in Italien seltene Wachtelkönig und der BaumschlĂ€fer.

Schutzgebiete

Der nördliche Bereich der Ampezzaner Dolomiten ist Teil des Naturparks Dolomiti d’Ampezzo. Darunter fallen vollstĂ€ndig die Tofane und Teile der Cristallo-Gruppe sowie weitere Gruppen, wie beispielsweise die Fanesgruppe, die nicht zu dem Ampezzaner Dolomiten zĂ€hlen. Seit 2003 ist der Park zusĂ€tzlich als Natura 2000 Schutzgebiet ausgewiesen. Im FFH-Gebiet Dolomiti d’Ampezzo (WDPA-ID 555580642) sind auf Basis des Anhang I der FFH-Richtlinie insgesamt 17 Lebensraumtypen verzeichnet. Unter den schĂŒtzenswerten Vogelarten werden 29 Spezies aufgelistet.

Die Sorapiss-Gruppe bildet mit den Marmarole und dem Antelao das FFH-Gebiet Gruppo Antelao - Marmarole - Sorapis (WDPA-ID 555540205), das in Teilen ebenfalls in die Ampezzaner Dolomiten fĂ€llt. In das FFH-Gebiet Monte Pelmo - Mondeval - Formin (WDPA-ID 555528630) fallen Teile der Nuvolau- und der Croda-da-Lago-Gruppe im SĂŒdwesten der Ampezzaner Dolomiten.

Tourismus

SchutzhĂŒtten

  • Rifugio Camillo Giussani, 2580 m s.l.m., CAI, Tofane
  • Rifugio Nuvolau, 2574 m s.l.m., CAI, Nuvolaugruppe
  • Rifugio Averau, 2413 m s.l.m., privat, Nuvolaugruppe
  • Rifugio Capanna Tondi, 2327 m s.l.m., privat, Sorapiss
  • Rifugio Scoiattoli, 2255 m s.l.m., privat, Nuvolaugruppe
  • Rifugio Son Forca, 2235 m s.l.m., privat, Cristallogruppe
  • Rifugio Cinque Torri, 2137 m s.l.m., privat, Nuvolaugruppe
  • Rifugio Faloria, 2132 m s.l.m., privat, Sorapiss
  • Rifugio Duca d’Aosta, 2098 m s.l.m., privat, Tofane
  • Rifugio Croda da Lago, 2046 m s.l.m., CAI, Croda-da-Lago-Gruppe
  • Rifugio Dibona, 2083 m s.l.m., privat, Tofane
  • Rifugio Vandelli, 1926 m s.l.m., CAI, Sorapiss

BiwakhĂŒtten

  • Bivacco Baracca degli Alpini, 2600 m s.l.m., Tofane
  • Bivacco Slataper, 2600 m s.l.m., CAI, Sorapiss
  • Bivacco Comici, 2050 m s.l.m., CAI, Sorapiss

Wintersportgebiete

Mit den Tofane, der Nuvolau-, der Cristallo- und der Sorapiss-Gruppe sind der Großteil der zu den Ampezzaner Dolomiten gehörenden Berggruppen fĂŒr den alpinen Skilauf erschlossen. Lediglich in der Croda-da-Lago-Gruppe und auf dem Pomagagnonzug finden sich weder Aufstiegsanlagen noch Pisten. Die Skigebiete gehören zum Verbund Dolomiti Superski.

Alpinismus

Die alpinistische Erschließung der Ampezzaner Dolomiten begann nach 1835 mit der Eröffnung der Fahrstraße zwischen Toblach und Anpezo. Bis dahin war Ampezzo nur ĂŒber schlechte Karrenwege erreichbar. Der Pionier unter den Bergsteigern war der Wiener Paul Grohmann, der 1863 zusammen mit dem Ampezzaner Francesco Lacedelli die Tofana di Mezzo bestieg. Bis 1865 folgten nach zum Teil mehrmaligen AnlĂ€ufen die Besteigungen der beiden anderen Gipfel der Tofane, der Punta Sorapiss und des Monte Cristallo.

Die alpinistische Entdeckung der Ampezzaner Dolomiten ließ mit dem BergfĂŒhrer ein ganz neues Berufsbild in Ampezzo entstehen. 1871 war es Fulgenzio Dimai, der mit Grohmann 1864 die Marmolata-SĂŒdwand bezwungen hatte, der vom Gerichtsbezirk Ampezzo die erste Lizenz eines BergfĂŒhrers ausgestellt bekam. Zu den ersten BergfĂŒhrern zĂ€hlte neben Lacedelli und den BrĂŒdern Angelo und Fulgenzio Dimai auch Santo Siorpaes, der 1870 mit dem Briten Edward R. Whitwell den Piz Popena in der Cristallogruppe, 1872 mit dem Schotten William Edward Utterson Kelso den Becco di MezzodĂŹ in der Croda-da-Lago-Gruppe und 1874 mit Richard Issler den Monte Averau bestieg. 1874 war es die 21-jĂ€hrige Hotelierstochter Anna Ploner aus Schluderbach, die als erste Frau den Monte Cristallo bestieg und damit die Tore fĂŒr nachfolgende Bergsteigerinnen in den Dolomiten öffnen sollte.

Nachdem die höchsten Berge bestiegen waren, begann in der zweiten HĂ€lfte der 1870er Jahre die Besteigung von alpinistisch schwierigeren Gipfeln. 1878 wurde die Cima di Ambrizzola in der Croda-da-Lago-Gruppe von P. Fröschels und F. Silberstein mit den FĂŒhrern Arcangelo und Pietro Dimai bestiegen. 1884 fĂŒhrte Michael Innerkofler Baron Roland von Eötvös auf die Croda da Lago. Zu diesem Zeitpunkt hatten die BrĂŒder Emil und Otto Zsigmondy bereits die Periode der Besteigungen ohne auf die Hilfe von BergfĂŒhrern zurĂŒckzugreifen eingeleitet.

Zur Erschließung der Ampezzaner Dolomiten trug wesentlich der Deutsche und Österreichische Alpenverein (DÖAV) bei. 1883 wurde durch die ein Jahr zuvor gegrĂŒndete Sektion Ampezzo des DÖAV auf dem Monte Nuvolau mit der Sachsendank-HĂŒtte, die erste SchutzhĂŒtte in den Ampezzaner Dolomiten eröffnet. 1886 folgte mit der Tofana-HĂŒtte eine weitere HĂŒtte. 1891 eröffnete die Sektion Pfalzgau des DÖAV die Pfalzgau-HĂŒtte im Sorapiss und 1903 erwarb die Sektion Reichenberg eine HĂŒtte in der Croda-da-Lago-Gruppe. Die 1907 im Val Travenanzes von der Sektion Dresden des Österreichischen Touristenklubs eröffnete Wolf-Glanvell-HĂŒtte wurde im Ersten Weltkrieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Anschluss Ampezzos an das Königreich Italien wurde alle DÖAV-HĂŒtten enteignet und dem Club Alpino Italiano (CAI) ĂŒbergeben.

Mit Georg Winkler und Robert Hans Schmitt tauchten zwischen 1886 und 1887 zwei weitere bedeutende Alpinisten ihrer Zeit in den Ampezzaner Dolomiten auf, die zu den Pionieren im Alpinklettern zĂ€hlen. Schmitt durchkletterte als Erster die SĂŒdwand des Monte Cristallo. Anfang der 1890er Jahre begann das systematische Studium einzelner Berggruppen. In den Ampezzaner Dolomiten war es Wenzel Eckerth, der die Cristallo-Gruppe detailliert beschrieb. Der wĂŒrttembergische General Theodor Wundt leitete zugleich die Winterbesteigungen in den Bergen rund um Ampezzo ein. Unter anderem bestieg er die Tofane und den Cristallo. Seinem Beispiel folgte die NiederlĂ€nderin Jeanne Immink mit der ersten Winterbesteigung der Croda da Lago im Dezember 1891.

1893 entdeckte der Komponist und Hobby-Bergsteiger Leone Sinigaglia die Ampezzaner Dolomiten fĂŒr die italienischen Alpinisten. Er eröffnete unter anderem einige neue Kletterrouten in der Croda-da-Lago- und in der Cristallo-Gruppe. Bis zum Ersten Weltkrieg waren es Antonio Berti, Angelo Dibona, Antonio Dimai, Wolf von Glanvell, Sepp Innerkofler, Tita Piaz, GĂŒnther von Saar, Adolf Witzenmann, deren Namen mit den Ampezzaner Dolomiten verbunden sind.

Mit dem italienischen Kriegseintritt am 24. Mai 1915 wurden auch Teile der Ampezzaner Dolomiten mit den Tofanen und der Cristallo-Gruppe zum Frontgebiet. Der Alpinismus trat nun in den Schatten militĂ€rischer Ziele. Nach dem Krieg blieb es alpinistisch bis Anfang der 1920er Jahre ruhig in der Gruppe. Ab Mitte der 1920er Jahren begannen dann vor allem italienische Bergsteiger, die nun zum Königreich Italien gehörenden Ampezzaner Dolomiten zu erkunden. Zugleich wurden technisch immer anspruchsvollere Routen im sechsten Schwierigkeitsgrad in Angriff genommen. Unter den technisch versiertem Kletterern sind Emilio Comici, der 1929 eine neue Route auf den Dito di Dio im Sorapiss erschloss, und die Ampezzaner BrĂŒder Angelo und Giuseppe Dimai.

1939 wurde in Cortina d’Ampezzo von Ampezzaner Kletterern die Klettergilde der Scoiattoli (it. fĂŒr Eichhörnchen) gegrĂŒndet. Neben der Kletterei wurde auch der alpine Skilauf gefördert. Mitglieder der Scoiattoli, darunter Alziro Molin oder Lino Lacedelli – 1954 mit Achille Compagnoni Bezwinger des K2 – erschlossen zahlreiche Kletterrouten unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade in den Ampezzaner Dolomiten.

Geschichte

Die ersten menschlichen Spuren in den Ampezzaner Dolomiten stammen aus der Mittelsteinzeit, als aus dem SĂŒden kommende JĂ€ger sich in den Sommermonaten hier niederließen, um hier Hirsche, GĂ€msen und andere Tiere zu jagen. Die in den 1980er Jahren am Rand der Croda-da-Lago-Gruppe unter einem Abri gefundene GrabstĂ€tte Mondeval de Sora eines steinzeitlichen JĂ€gers, bekannt als Mann von Mondeval (it. Uomo di Mondeval) ist das bekannteste Zeugnis aus dieser Zeit.

Literatur

  • Carlo Avoscan, Fabrizio Francescon (Hrsg.): Rifugi della provincia di Belluno. Cenni storici, accessi, traversate, ascensioni alla ricerca delle creature piĂč belle delle Dolomiti. Provincia di Belluno, Dosson di Casier 2006.
  • Antonio Berti: Dolomiti orientali: Volume 1 – Parte 1Âș. (=Guida dei Monti d'Italia), Club Alpino Italiano/Touring Club Italiano, Mailand 1971.
  • Michele Da Pozzo, Carlo Argenti, Cesare Lasen: Atlante floristico delle Dolomiti d’Ampezzo: specie notevoli, valori ecologici e fitogeografici. Parco Naturale Regionale delle Dolomiti d’Ampezzo, Cortina d’Ampezzo 2016, ISBN 978-88-908805-2-0.
  • Franco de Battaglia, Luciano Marisaldi: Enciclopedia delle Dolomiti. Zanichelli, Bologna 2000.
  • Sergio Marazzi: Atlante orografico delle Alpi. SOUISA: Suddivisione orografica internazionale unificata del Sistema Alpino. (=Quaderni di cultura alpina. Band 82–83.), Priuli & Verlucca, Pavone Canavese 2005, ISBN 88-8068-273-3.
  • Claudio Smiraglia, Guglielmina Diolaiuti (Hrsg.): Il nuovo catasto dei ghiacciai italiani. EvK2CNR, Bergamo 2015, ISBN 978-88-94090-80-2.

Weblinks

Einzelnachweise

 

Kommentar Meinungen und Kommentare


Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Gebirge Touren in diesem Gebirge

Bücher und Karten Bücher und Karten

AVE (Alpenvereinseinteilung der Ostalpen): 52l
Synonyme / Sprachen:
Dolomiti Ampezzane (ital.)


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Italien Italien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 46.623137
südlichster Punkt: 46.397206
westlichster Punkt: 11.97196499
östlichster Punkt: 12.39781400


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
400 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
115 km
 
Ampezzaner Dolomiten: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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