Gebirge Gebirge und Gebirgsgruppen » Europa » Alpen » Ostalpen » SĂŒdliche Ostalpen » Dolomiten

Gebirge Karte: Dolomiten

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » Alpen » Ostalpen » SĂŒdliche Ostalpen » Dolomiten
Untergruppen:
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Dolomiten

Informationen zur Lage und Bezeichnung:
AVE 52 reicht im Südwesten noch bis zum Passo Brocòn (> Fleimstaler Alpen, AVE 53).

ausführliche Beschreibung:
Interessante Links:
Wikipedia  *  GeoFinder  *  OSM
Orographische Einteilung nach SOIUSA
Minialp  *  ProLopMent  *  Panoramabild
Untergruppen nach Bergalbum (nicht ganz vollständig)#
Da diese Einteillung umstritten ist, wird sie teilweise noch geändert.

Die Dolomiten, italienisch Dolomiti, ladinisch Dolomites, sind eine Gebirgsgruppe der sĂŒdlichen Kalkalpen, werden aber auch den SĂŒdalpen zugerechnet. Sie verteilen sich auf die Regionen Venetien und Trentino-SĂŒdtirol in Italien bzw. – zu etwa gleichen Teilen – auf die Provinzen Belluno, Bozen – SĂŒdtirol und Trient. Seit 2009 gehören Teile der Dolomiten zum UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten.

Höchster Berg der Dolomiten ist die Marmolata mit 3343 Metern Höhe (siehe auch Liste der Dreitausender in den Dolomiten). Weitere bekannte Gipfel oder Massive sind die Civetta, der Monte Pelmo, der Antelao, die Drei Zinnen, die Sella, der Rosengarten, der Schlern, die Geisler und der Langkofel.

Abgrenzung

Die Abgrenzung der Dolomiten wird verschieden gehandhabt. Nach herkömmlichem VerstĂ€ndnis werden sie im Norden durch das Pustertal, im Osten durch das Sextental, den Kreuzbergpass und Piave, im SĂŒden wiederum durch den Piave, die Linie Feltre-Genebe/Enego und das Valsugana, und im Westen durch die TĂ€ler von Etsch und Eisack begrenzt.

Nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen zĂ€hlen die westlichen, zur Etsch hin gelegenen Gebirgsgruppen der Fleimstaler Alpen und Vizentiner Alpen nicht mehr zu den eigentlichen Dolomiten. DafĂŒr umfasst diese Gruppe auch Berge bis zum sĂŒdlichen Alpenrand, die sonst entweder zu den Vizentiner oder den Belluneser Voralpen zĂ€hlen.

Daneben werden auch die Berge und TÀler östlich des Piave, wie Friauler Dolomiten, Val Montanaia, Cima dei Preti, Monte Duranno oder Col Nudo, zu den Dolomiten gezÀhlt. Teilweise auch die Kalkberge westlich der Etsch, welche als Brenta (Dolomiti di Brenta, Brentaner Dolomiten) bezeichnet werden. Im Folgenden wird der Begriff aber auf die Berge zwischen Etsch und Piave beschrÀnkt.

Weder die nahen Lienzer Dolomiten, die Aroser Dolomiten noch die Unterengadiner Dolomiten, gehören zu den hier beschriebenen Dolomiten: Sie sind nur aufgrund der morphologischen Ähnlichkeit so benannt, gehören aber zu anderen Deckensystemen.

Gliederung

Die Dolomiten werden in diverse Gruppen unterteilt, die sich teils in weitere Untergruppen (eingerĂŒckt) unterteilen lassen:

Bilder

TĂ€ler

Die Dolomiten werden im Westen durch das Eisacktal und sĂŒdlich von Bozen durch das Etschtal begrenzt. Nach Norden grenzen sie an das Pustertal, mit der Rienz, die bei Brixen ins Eisacktal mĂŒndet.

Westlich von Bruneck im Pustertal liegt der Eingang zum Gadertal (Val Badia), das nach SĂŒden bis zum Sellastock fĂŒhrt. Über das Grödner Joch im Norden der Sella ist es mit dem Grödner Tal verbunden, das nach Westen zum Eisacktal fĂŒhrt. SĂŒdlich des Grödnertals befinden sich das Gebiet der Seiser Alm und der Naturpark Schlern-Rosengarten.

Gröden und das Gadertal bilden gemeinsam mit Fodom und Fassatal sowie der Gemeinde Cortina d’Ampezzo das Gebiet, in dem noch die Ladinische Sprache gesprochen wird. Vom Pordoijoch sĂŒdlich der Sella fĂŒhrt das Fodom nach Osten, das Fassatal hingegen nach SĂŒdwesten. WĂ€hrend das Fassatal durch den Oberlauf des Avisio gebildet wird, durchfließt dessen Unterlauf das Fleimstal bis zum Etschtal bei Trient (it. Trento), die Namensunterscheidung der beiden TĂ€ler hat historische GrĂŒnde.

Weitere SeitentĂ€ler des Eisacktals sind das VillnĂ¶ĂŸtal im Norden (zwischen Pustertal und Gröden), das ĂŒber das WĂŒrzjoch mit dem Gadertal verbunden ist, sowie das Tierser Tal sĂŒdlich des Schlernmassivs, das zum Rosengarten fĂŒhrt und ĂŒber den Nigerpass mit dem Eggental verbunden ist. Das Eggental beginnt am Karerpass sĂŒdlich des Rosengartens und fĂŒhrt ebenfalls nach Westen zum Eisacktal bei Bozen. Die Ostseite des Karerpasses fĂŒhrt ins Fassatal.

Weitere SeitentĂ€ler des Pustertals sind das Höhlensteintal und das Sextental. Das Höhlensteintal trennt die Pragser Dolomiten von den Sextner Dolomiten im Osten und fĂŒhrt zum Monte Cristallo hinauf. Das Sextental ist Teil der östliche Grenze der Dolomiten ĂŒberhaupt. Über den Kreuzbergpass ist es mit dem östlichen Cadore und dem Tal der Piave verbunden.

SĂŒdlich des Cristallo liegt Cortina d’Ampezzo im Valle del Boite, dem westlichen Teil des Cadore, der ebenfalls zum Piave fĂŒhrt.

Das Valle Agordina ist der Unterlauf des Cordevole, der nach seiner Quelle am Pordoijoch zunĂ€chst das westliche Fodom durchfließt und sĂŒdwestlich von Belluno in den Piave mĂŒndet. Das Valle Agordina wird im Westen von Marmolata und Pala sowie im Osten von der Civetta ĂŒberragt. Östlich der Civetta liegt das Val di Zoldo, das bereits nördlich von Belluno das Tal des Piave (Valbelluna) trifft.

Geomorphologie

Charakteristisch fĂŒr die Dolomiten ist der abrupte Wechsel zwischen sanft gewellten Almen und den darauf sitzenden steilen Riffen aus Kalkstein und Dolomit. Die Riffe ragen zum Teil bis in eine Höhe von etwa 3000 bis 3200 m. Interessant ist hierbei eine deutliche Terrassierung bei etwa 2300 m (Schlern) und 2800 m (Sella-Massiv). Auch die Fanes-HochflĂ€che oder die Gardenaccia-Crespaina-HochflĂ€che zĂ€hlen zu diesen Terrassen. Im Kontrast dazu stehen die stark zerklĂŒfteten Massive wie etwa Langkofel, Sextner Dolomiten und Rosengarten. Ursachen dieser unterschiedlichen Erscheinungsformen sind u. a. der stark gegliederte Schichtaufbau (gut zu sehen an der Rosengarten-Westflanke), die abwechselnde Hebung und Senkung ganzer Gesteinsblöcke mit unterschiedlichen Überflutungsphasen (sichtbar z. B. am Sellastock) sowie das Aufbrechen der geschlossenen Formationen durch MagmagĂ€nge.

Das Gebirge besteht zu großen Teilen aus Sedimentgestein, das deutlich typische Schichtungen aufweist. Dazwischen sind auch Lagen aus versteinerten Korallenriffen zu finden, die in der Tethys der Trias gewachsen waren. Dieses Gestein wird als Dolomit bezeichnet, dabei wird zwischen verschiedenen lithostratigraphischen Einheiten wie beispielsweise Schlerndolomit und auflagerndem Hauptdolomit differenziert. Auch vulkanische Spuren (Eruptivgestein) lassen sich entdecken. So findet man im Latemar tiefe Einschnitte in den Hauptkamm – nur wenige Meter breit, aber bis zu 200 Meter tief –, an deren Grund dunkles und kissenartig abgerundetes Lavagestein zutage tritt. Der kleine Padonkamm zwischen Sella und Marmolata besteht zur GĂ€nze aus Lavagestein. Gegen das Etschtal hin finden sich ganze HochflĂ€chen aus Porphyr (Porphyrplateau von Bozen, die Fleimstaler Alpen und sĂŒdlichen Sarntaler Alpen).

Da die erkaltete Lava wesentlich weicher ist als das umgebende Kalkgestein, sind diese Gebiete stĂ€rker verwittert und weniger hoch. Sie bildet oft das Grundgestein der weiten Almen in den Dolomiten und ist zum Teil auch verantwortlich fĂŒr die wilde ZerklĂŒftung mancher Massive (etwa des Latemar).

FrĂŒher trugen einige Berggruppen noch nennenswerte Gletscher, der einzige noch existierende grĂ¶ĂŸere Gletscher ist der Marmolatagletscher.

Der Name der Dolomiten wie auch des Dolomitgesteins leitet sich von dem französischen Geologen DĂ©odat de Dolomieu (1750–1801) ab. Bevor dieser das Dolomitgestein beschrieben hat, war die Bezeichnung Monti pallidi (‚bleiche Berge‘) verbreitet. Das eigentliche, von Dolomieu beschriebene Gestein beziehungsweise das darin enthaltene Mineral Dolomit macht jedoch nur einen kleinen Teil der Dolomiten aus. Es ist aufgrund des hohen Magnesiumgehaltes gelblich gefĂ€rbt und findet sich u. a. im Bereich der Fanes, der drei Zinnen und des Rosengartens, erkennbar an der GelbfĂ€rbung der senkrechten WandabbrĂŒche (geneigte Felspartien sind durch Verwitterung grau gefĂ€rbt). Die ĂŒbrigen Gebiete bestehen hauptsĂ€chlich aus weißlich-grauen Kalksedimenten mit geringem Dolomit-Anteil, wie man sie auch in den nördlichen Kalkalpen findet. Wegen der Ă€hnlichen Gesteinsstrukturen hat sich der Name im Sprachgebrauch auf die gesamten Dolomiten sowie auf das entsprechende Kalk-Sedimentgestein ĂŒbertragen, die Unterschiede werden dann mit anderen Bezeichnungen differenziert (siehe oben).

Stratigraphische Abfolge

Die lithostratigraphische Abfolge der Dolomiten (unvollstÀndig):

  • Bozener Vulkanitkomplex: Diese Permischen Porphyre bilden in den gesamten Dolomiten das Grundgebirge. Der Komplex hat eine MĂ€chtigkeit von 1000 bis 1300 Metern. Die Schwankungen bilden ein PalĂ€orelief.
  • Grödner Sandstein-Formation: Diese Sandsteine sind kaum verwitterungsresistent und bilden daher flache Almen.
  • Bellerophon-Formation: rund 200 m mĂ€chtig
  • im Trias: Werfener Schichten (zwischen 100 und 350 m) unterteilt in Seiser und Campiller Schichten
  • Mendeldolomit
  • Buchensteiner Schichten: wenige, bis rund 100 m hoch
  • Schlerndolomit: ĂŒber 1000 m mĂ€chtig
  • Raibler Schichten: (bilden die markante Mittelschicht der Sella-Gruppe)
  • Dachstein-/Hauptdolomit

Bevölkerung

Die Dolomiten bilden das Verbreitungsgebiet der Ladiner (vgl. Ladinische Sprache) und werden daneben von der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Italienisch durchlaufen. Die Ladiner bewohnen vor allem die vier von der Sella ausgehenden TÀler Gröden, Fassa, Buchenstein und Gadertal (Badia). In diesen TÀlern sind die Ortschaften hÀufig in allen drei Sprachen benannt. Die Friauler bewohnen vor allem die TÀler Val Vajont, Valcellina, Alta Valle del Tagliamento, Val Colvera und Alta Val Tramontina.

Geschichte

Die Dolomiten gingen aus der Völkerwanderung als ladinisches Sprachgebiet hervor, wurden aber mit der Entstehung Tirols und der Eingliederung des Trentino in das Heilige römische Reich ab dem Mittelalter durch bajuwarische Siedler teilweise germanisiert, daneben stĂ¶ĂŸt vom SĂŒden her das Italienische vor.

Im 18. Jahrhundert wurden die Berge noch als „Bleiche Berge“ oder „monti pallidi“ bezeichnet. Der Name ‚Dolomiten‘ breitete sich aus, nachdem dem vorherrschenden Gestein der Name Dolomit gegeben worden war, zu Ehren des französischen Geologen DĂ©odat de Dolomieu (1750–1801), welcher als erster dessen Zusammensetzung analysierte. (Siehe auch: Dolomit (Gestein)#Geschichte)

Durch die Dolomiten verlief wĂ€hrend des ganzen hohen und spĂ€ten Mittelalters sowie bis in die napoleonische Zeit die Grenze zwischen Deutschland beziehungsweise Österreich und Italien. Auch zwischen 1866 und 1918 verlief hier die österreichisch-italienische Grenze. Sie folgte im Wesentlichen der heutigen Provinzgrenze zwischen Trentino-SĂŒdtirol und Venetien, wobei aber das Buchenstein (also der oberste Teil des Cordevole-Tals) und Cortina österreichisch waren.

WĂ€hrend des Gebirgskriegs 1915–1918, als Italien auf Seiten der Entente im Ersten Weltkrieg kĂ€mpfte, war die Grenze Gebirgsfront. Es gelang den Italienern allerdings im Zuge ihrer Offensive nur, Cortina und Teile des Buchensteins zu besetzen, so dass die Front nach ihrer Stabilisierung etwa vom Passo San Pellegrino ĂŒber Marmolata, Col di Lana, Lagazuoi, die Tofanen, Hohe Gaisl, Schluderbach, Monte Piana, Drei Zinnen und Paternkofel zum Kreuzbergsattel verlief. Vielerorts sind noch Kriegsspuren zu sehen, insbesondere der durch Sprengung zum Einsturz gebrachte Gipfel des Col di Lana.

Das Museum Gherdëina in St. Ulrich beherbergt eine reiche Sammlung zur Geschichte des Grödner Tals und der Dolomiten (u. a. Fossilien und Mineralien).

Wirtschaft

Der grĂ¶ĂŸte Wirtschaftsfaktor der Region ist der ganzjĂ€hrige Tourismus. Bekannte Orte sind Cortina d’Ampezzo, Rocca Pietore, St. Ulrich, Arabba, Wolkenstein, Corvara im Gadertal, San Martino di Castrozza im Primierotal und Canazei im Fassatal.

Die Almwirtschaft (hauptsĂ€chlich Viehzucht), die durch die einheimische Bevölkerung betrieben wird, ist mit ihren Traditionen zu einem bedeutenden Bestandteil des Fremdenverkehrs geworden, wiewohl ihre ursprĂŒngliche Funktion als reiner Nahrungsmittellieferant inzwischen an Bedeutung eingebĂŒĂŸt hat. In einigen Orten der Dolomiten, hauptsĂ€chlich in Gröden, hat das Kunsthandwerk, insbesondere das Holzschnitzen, eine seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesene Tradition und ist noch von hoher wirtschaftlicher Bedeutung.

Skisport

Zwölf Skigebiete in den Dolomiten haben sich im Jahr 1974 zum Verbund Dolomiti Superski zusammengeschlossen. Er umfasst 460 Aufstiegsanlagen und ĂŒber 1200 Pistenkilometer, die mit einem einzigen Skipass genutzt werden können. HerzstĂŒck des Liftverbundes sind die Sellaronda und die angrenzende Gardena Ronda.

Bergsport

Die Dolomiten können auf zehn verschiedenen Dolomiten-Höhenwegen durchwandert werden.

Einzelnachweise

Weblinks

  • Übersichtskarte: geographische Ausdehnung der Dolomiten
  • Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
  • Sigm(und) Schneider: Die SĂŒdtiroler Dolomiten. Mit zwölf photogr(aphischen) Originalaufnahmen von Karl Wipplinger. In: Österreichs Illustrierte Zeitung, Jahrgang 1903, Heft 27/1904, 3. April 1904 (XIII. Jahrgang), S. 570 f. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/oiz.


Quelle: Wikipedia
 

Kommentar Meinungen und Kommentare


Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Gebirge Touren in diesem Gebirge

Bücher und Karten Bücher und Karten

AVE (Alpenvereinseinteilung der Ostalpen): 52
Synonyme / Sprachen:
Dolomiti (ital.), Dolomites (ladin.)


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Italien Italien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 46.815907
südlichster Punkt: 45.77278
westlichster Punkt: 11.38903500
östlichster Punkt: 12.54771099


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
4936 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
379 km
 
Dolomiten: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen der Gebirgsgruppe Dolomiten an. Höchste Gipfel, höchste Hütten und Touren.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.