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Gebirge Karte: Ligurische Alpen

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Ligurische Alpen

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Die Ligurischen Alpen (ital. Alpi liguri / frz. Alpes ligures, dt. auch italienische Seealpen, ligurische Meeralpen) sind eine ĂŒber 2600 m hohe Gebirgsgruppe im nordwestlichen Italien zwischen der Riviera und Turin. Sie gehören zu den Westalpen und setzen bei der französischen Grenze die Seealpen nach Osten fort. Nach der klassischen französisch-italienischen Einteilung (Partizione delle Alpi) werden die Ligurischen Alpen manchmal als Untergruppe zu den Seealpen gezĂ€hlt.

Die Ligurischen Alpen bilden das Ende des Alpenbogens, der sich an der Italienischen Riviera nach Osten Richtung Ligurien krĂŒmmt und nach einer Senke westlich von Genua in den ligurischen Apennin ĂŒbergeht.

Lage und Landschaft

Den grĂ¶ĂŸten Anteil an den Ligurischen Alpen hat Italien mit den Regionen Piemont und Ligurien. Auf das französische DĂ©partement Alpes-Maritimes entfallen 9 % der GebirgsflĂ€che.

Höchste Erhebung ist mit 2651 m die Punta Marguareis zwischen Piemont und dem Département Alpes-Maritimes.

Die entlang des Golf von Genua verlaufenden Ligurischen Alpen bilden auch die klimatische Scheide zwischen der Poebene und der Italienischen Riviera. Dominante Landschaftsformen sind senkrechte FelswĂ€nde und große, karstige HochflĂ€chen. Die Ligurischen Alpen gelten als Paradies fĂŒr Botaniker. Aufgrund der NĂ€he zum Meer kommen hier sowohl mediterrane als auch alpine Arten vor.

Die wichtigsten FlĂŒsse verlaufen nach Norden in Richtung Poebene – als Hauptfluss der Tanaro sowie seine etwa parallelen NebenflĂŒsse Pesio und Ellero.

Die nach SĂŒden – direkt zum Meer – entwĂ€ssernden FlĂŒsse sind naturgemĂ€ĂŸ kĂŒrzer. Die grĂ¶ĂŸeren von ihnen sind Argentina und Arroscia. Deutlich lĂ€nger ist nur die Roia am Rande zu den Seealpen.

Umgrenzung und Gliederung

Die Ligurischen Alpen werden im Westen am Col de Tende (1871 m) von den Seealpen begrenzt und erstrecken sich entlang des Hauptkammes der Alpen (Hauptwasserscheide Po – Ligurisches Meer) bis zum Colle di Cadibona (459 m) im Osten, der den Übergang zum Ligurischen Apennin darstellt – diese Grenze ist eine geologische Störzone, die die nahe verwandten alpinen und apenninischen Gesteine im Verlauf bricht.

Gegliedert wird die Gruppe im Allgemeinen in:

  • Marguareis-Mongioie-Kette mit dem Punta Marguareis als Hauptgipfel der ganzen Gruppe, und dem Monte Mongioie, auch „Kleine Dolomiten“ genannt
  • Saccarello-Gruppe an der KĂŒste im SĂŒden mit dem Monte Saccarello als Hauptgipfel
  • Ligurische Voralpen, der Ostteil, mit den Gruppen von Monte Settepani, Monte Carmo di Loano, Monte Galero und Monte Armetta.

FrĂŒhe Siedlungsformen

Aufgrund der frĂŒheren stĂ€ndigen Bedrohung vom Meer her, trifft man besonders hĂ€ufig auf strategisch gĂŒnstig gelegene Siedlungen auf Graten, PĂ€ssen oder Gipfeln, die in Frankreich „Village perchĂ©â€œ, in Italien „Nid d’Aigle“ genannt werden. Diese Siedlungen sind heute besonders stark vom „spopolamento“ (Entsiedlung und wirtschaftlicher Zusammenbruch) bedroht und so bildet das Ligurische Hinterland, das kulturell alpin geprĂ€gt ist, einen starken Kontrast zur ligurischen KĂŒste. Neben der okzitanischen Minderheit im Pesio-, Ellero-, Corsaglia- und Tanaro-Tal hat sich hier noch eine wenig bekannte Minderheit der Alpen erhalten: die Brigasker. Ihre Orte liegen rund um den Monte Saccarello herum, ein Gebiet wo große Alpweiden zur VerfĂŒgung stehen, denn die Wirtschaftsstruktur der Brigasker beruhte auf der transhumanten Viehwirtschaft. Dabei lagen die Winterweiden im Rhone-Delta und an der Riviera, die Sommerweiden in den Cottischen-, See- und Ligurischen Alpen. 1979 stellte der letzte Brigasker-Hirte seine Arbeit ein.

Naturschutz

Im piemontesischen Teil der ligurischen Alpen (Marguareis-Region) ist seit dem Jahr 1978 der Parco naturale del Marguareis als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf 6770 Hektar umfasst der Naturpark ausgedehnte, auch fĂŒr Höhlenforscher interessante Karstgebiete und ist fĂŒr seine Pflanzenvielfalt bekannt.

Tourismus

SchutzhĂŒtten

In den ligurischen Alpen gibt es folgende SchutzhĂŒtten:

  • Rifugio Allavena (CAI, bewirtschaftet)
  • Rifugio Don Barbera (bewirtschaftet)
  • Rifugio Garelli (CAI, bewirtschaftet)
  • Rifugio Havis de Giorgio (CAI, bewirtschaftet)
  • Rifugio Mongioie (CAI, bewirtschaftet)
  • Rifugio San Remo (CAI)

Die bewirtschafteten HĂŒtten sind im Allgemeinen von Mitte Juni bis Mitte September eines Jahres geöffnet.

Fern-/Weitwanderwege

Der Rote Weg der Via Alpina verlÀuft mit 9 Etappen durch die Ligurischen Alpen wie folgt:

  • Etappe R149 von Limonetto zum Rifugio Garelli. Der erste Teil dieser Etappe verlĂ€uft noch durch die Seealpen, bis am Col de Tende die Ligurischen Alpen betreten werden.
  • Etappe R150 vom Rifugio Garelli zum Rifugio Mongioie
  • Etappe R151 vom Rifugio Mongioie nach Ormea im Tanarotal
  • Etappe R152 von Ormea nach Garessio
  • Etappe R153 von Garessio nach CapraĂčna
  • Etappe R154 von CapraĂčna zum Colle di Nava
  • Etappe R155 vom Colle di Nava nach San Bernardo di Mendatica
  • Etappe R156 von San Bernardo di Mendatica nach Colla Melosa
  • Etappe R157 von Colla Melosa nach Saorge/ Frankreich.

Der Alta Via dei Monti Liguri, durchquert die Gruppe in West-Ost-Richtung, entspricht im Wegverlauf zwischen Garessio und Colla Melosa teilweise der Via Alpina.

Literatur

  • Sabine Bade, Wolfram Mikuteit: Piemont. GPS-kartierte Routen – praktische Reisetipps. WanderfĂŒhrer – mit 38 Touren. Michael MĂŒller-Verlag, Erlangen 2010, ISBN 978-3-89953-566-2.
  • Sabine Bade, Wolfram Mikuteit: Auf der Via Alpina durch Seealpen und Ligurische Alpen. Teil 2: Von Garessio nach Monaco. 2. Auflage. fernwege.de, Roxheim 2008, ISBN 978-3-937304-59-5.
  • Werner BĂ€tzing, Michael Kleider: Die Ligurischen Alpen. Naturparkwandern zwischen Hochgebirge und Mittelmeer. Rotpunktverlag, ZĂŒrich 2011, ISBN 978-3-85869-432-4.

Weblinks

  • Wanderungen in den ligurischen Alpen
  • Wandern auf der Via Alpina zum Rifugio Garelli
 

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Bücher und Karten Bücher und Karten


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (2):
Italien ItalienFrankreich Frankreich

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 44.389636
südlichster Punkt: 43.777044
westlichster Punkt: 7.516708000
östlichster Punkt: 8.484879


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
3403 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
252 km
 
Ligurische Alpen: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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