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Region Informationen Gemeinde: Vaduz

Informationen:


Vaduz (ausgesprochen [faˈdʊtÍĄs] oder [faˈduːtÍĄs], im Ortsdialekt [faˈdotÍĄs]) ist eine Gemeinde im Oberland sowie der Hauptort und der Residenzort des FĂŒrstentums Liechtenstein. Vaduz ist Sitz der Staatsregierung und des Erzbistums Vaduz. Besonders bekannt ist Vaduz in seiner Eigenschaft als internationaler Finanzplatz. Die Gemeinde hat sechs Exklaven und ist somit eine siebengeteilte Verwaltungseinheit.

Geographie

Die Gemeinde hat eine FlĂ€che 17,284 kmÂČ, umfasst das Dorf Vaduz und dessen unmittelbare Umgebung sowie sechs Exklaven. Das Gebiet mit dem Dorf Vaduz grenzt im Norden an Schaan, im Osten an Triesenberg, im SĂŒden an Triesen und im Westen an die auf der anderen Seite des Rheins gelegenen Schweizer Gemeinden Sevelen und Buchs SG. Höchstgelegener Punkt des Gemeindegebiets ist mit 2150 mÂ ĂŒ. M. das Silberhorn.

Vier Exklaven liegen im Rheintal. Es handelt sich um das landwirtschaftlich genutzte Vaduzer Riet zwischen dem Schaaner Industriegebiet und Eschen/Nendeln, die WĂ€lder Forst am Fuss des Dreischwesternmassivs sowie RĂŒttistein und Dachsegg oberhalb von Planken. Die Waldparzellen befinden sich im Eigentum der BĂŒrgergenossenschaft Vaduz, deren Mitglieder Anspruch auf das jĂ€hrliche Losholz haben. Auf der rund 900 mÂ ĂŒ. M. gelegenen Dachsegg wurden Spuren einer prĂ€historischen Besiedlung gefunden.

Alpen

Zwei Exklaven befinden sich im Berggebiet; einerseits die Genossenschaftsalpen Pradamee und Hahnenspiel und andererseits die Alp Hintervalorsch. Die Alpen Pradamee und Hahnenspiel im Hochtal Malbun wurden frĂŒher als Vaduzer Malbun bezeichnet. 1781 wurde die Alpnutzung zwischen dem Vaduzer Ober- und Unterdorf aufgeteilt und getrennte AlpgebĂ€ude auf der Under Pradamee (1500 mÂ ĂŒ. M.) und der Ober Pradamee (1700 mÂ ĂŒ. M.) errichtet. Seit 1930 bezieht die Gemeinde Vaduz jĂ€hrlich etwa eine Million Kubikmeter Trinkwasser von Pradamee. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts endete der getrennte Sennereibetrieb. Ein Teil der Milch wird seither auf der Ober Pradamee verkĂ€st. 1962 wurde auf dem Gebiet der Alp Pradamee der erste Skilift im Malbun gebaut, der 2006 zusammen mit anderen alten Liften durch neue Sesselbahnen ersetzt wurde. Die Alp Hahnenspiel wird als Galtalp genutzt. Eine auf ca. 2000 mÂ ĂŒ. M. gelegene kleine Höhle diente wĂ€hrend der frĂŒhen Bronzezeit als BegrĂ€bnisstĂ€tte fĂŒr einen Toten.

Die Alp Hintervalorsch wurde 1643 wegen eines Streits zwischen Vaduz und Schaan von Vorder- und Mittlervalorsch abgetrennt und gehört seither zu Vaduz.
→ Hauptartikel: Valorsch

Die 1952 von der Gemeinde Vaduz gekaufte Alp Gaflei befindet sich auf Triesenberger Gemeindegebiet. Obwohl seit 2006 die AlpgebÀude abgebrochen sind, werden die Alpweiden weiterhin genutzt.
→ Hauptartikel: Gaflei

Geschichte

Herkunft des Namens

Vaduz wurde 1175/1200 als de Faduzes erstmals erwĂ€hnt, zwei Nennungen von 1021 sind spĂ€tere FĂ€lschungen. Der Name ist, wie viele andere im Rheintal, romanischen Ursprungs und geht auf altrĂ€toromanisch auadutg «Wassergraben; Kanal fĂŒr MĂŒhlen und SĂ€gereien; MĂŒhlgerinne» zurĂŒck, das seinerseits von lateinisch aquaeductus stammt.

Reichsunmittelbarkeit

Am 3. Mai 1342 wurde das damalige Herrschaftsgebiet der Grafen von Bregenz geteilt, so dass die Grafschaft Vaduz entstand. 1392 erlangte diese unter den Grafen Heinrich V. (I.) und Hartmann IV. (II.) von Werdenberg-Sargans-Vaduz durch ein Privileg König Wenzels die Reichsunmittelbarkeit. In den nachfolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten wurde die Grafschaft immer wieder Schauplatz von Kriegen und PlĂŒnderungen, z. B. im Alten ZĂŒrichkrieg (1444–1446) oder im Schwabenkrieg (1499–1500).

Im Laufe der Zeit verschuldeten sich die Herrscher von Hohenems zunehmend, so dass sie schliesslich gezwungen waren, die Grafschaft Vaduz und die benachbarte Herrschaft Schellenberg zu verkaufen. Im Jahr 1699 erwarb FĂŒrst Hans Adam von Liechtenstein die Herrschaft Schellenberg und im Jahr 1712 die Grafschaft Vaduz. Am 23. Januar 1719 vereinigte ein Diplom von Kaiser Karl VI. die Grafschaft Vaduz mit der Herrschaft Schellenberg und erhob es zu einem ReichsfĂŒrstentum mit dem Namen Liechtenstein. Vaduz gewann dadurch zunehmend an Bedeutung.

1806 grĂŒndete Napoleon Bonaparte den Rheinbund, in dem Liechtenstein ebenfalls aufgenommen und dadurch faktisch unabhĂ€ngig wurde. Beim Wiener Kongress wurde diese UnabhĂ€ngigkeit bestĂ€tigt und Liechtenstein wurde in den Deutschen Bund aufgenommen.

Zollvertrag mit Österreich

Liechtenstein – und damit auch Vaduz – blieb aber lange Zeit sehr rĂŒckstĂ€ndig. Erst der im Jahr 1852 geschlossene Zollvertrag mit Österreich ermöglichte einen Aufschwung der wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse, und eine konstitutionelle Verfassung von 1862 brachte politische VerĂ€nderung, so dass der FĂŒrst nicht mehr uneingeschrĂ€nkt herrschen konnte.

Im Ersten Weltkrieg kam es zur Verarmung der Bevölkerung, und zu Kriegsende wurde der Zollvertrag mit dem Kriegsverlierer Österreich-Ungarn aufgelöst.

Zollvertrag mit der Schweiz und Wirtschaftswachstum

Nach der Auflösung des Zollvertrags mit Österreich 1919 nĂ€herte sich Liechtenstein zunehmend der Schweiz an, und im Jahr 1923 wurde der bis heute bestehende Zollvertrag mit der Schweiz unterzeichnet. Nachdem Österreich im MĂ€rz 1938 an das Deutsche Reich angeschlossen worden war, entschied sich der neu regierende FĂŒrst Franz Josef II. als erster FĂŒrst Liechtensteins – wegen der Ablehnung des Nationalsozialismus –, seinen Wohnsitz nach Liechtenstein auf Schloss Vaduz zu verlegen. Liechtenstein blieb im Zweiten Weltkrieg neutral und wurde nie in direkte Kriegshandlungen verwickelt. Stattdessen konnte das FĂŒrstentum seine Standortvorteile nutzen (keine AusfĂ€lle von Armeeangehörigen, zentrale Lage, Zollunion mit der Schweiz, steuerliche Vorteile, politische StabilitĂ€t), sodass viele neue Industriebetriebe in Vaduz, aber auch im weiteren FĂŒrstentum gegrĂŒndet wurden und der Fortschritt im Land schnell voranzuschreiten begann.

Wappen

1932 wurde Vaduz vom FĂŒrsten als erster Liechtensteiner Gemeinde ein Wappen verliehen, das 1978 durch das jetzige ersetzt wurde. Es versinnbildlichte das Schloss Vaduz und den Weinbau.

Das heutige Wappen ist viergeteilt: In den zwei roten, diagonal gegenĂŒber liegenden Feldern (Felder zwei und drei) ist eine silberne Montfortsche Kirchenfahne (mit drei HĂ€ngel und drei Ringen) dargestellt. Diese sind vom Wappen der Werdenberger abgeleitet. Die anderen beiden Felder eins und vier zeigen auf Silber den roten «FĂŒrstenhut» – eine stilisierte Krone, als Zeichen der Eigenschaft als Residenzort.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Museen

  • Kunstmuseum Liechtenstein: Das im Jahr 2000 eröffnete Kunstmuseum Liechtenstein ist das staatliche Museum fĂŒr moderne und zeitgenössische Kunst in Vaduz. Der moderne Museumsbau der Schweizer Architekten Meinrad Morger, Heinrich Degelo und Christian Kerez beherbergt gleichzeitig die staatliche Kunstsammlung des FĂŒrstentums Liechtenstein. Die Fassade, ein eingefĂ€rbter und fugenlos gegossener Beton aus vorwiegend schwarzem Basaltgestein und farbigem Flusskies, ist so behandelt, dass ein lebendiges Spiel auf der reflektierenden OberflĂ€che entsteht.
  • Liechtensteinisches Landesmuseum: Hier wird die Kultur- und Naturgeschichte Liechtensteins prĂ€sentiert. Das Museum umfasst dabei zwei Altbauten und einen Neubau in Vaduz. Zudem sind das Postmuseum in Vaduz und ein bĂ€uerliches Wohnmuseum in Schellenberg dem Landesmuseum zugeordnet.
  • «EnglĂ€nderbau» mit Postmuseum: Der «EnglĂ€nderbau» ist in den Jahren 1933/1934 im Auftrag einer englischen Gesellschaft als GeschĂ€ftsbau errichtet worden. Heute stellt es ein AusstellungsgebĂ€ude dar, das wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zeigt. Ausserdem beheimatet es seit 2002 das zum Landesmuseum gehörige Postmuseum, das wichtige Dokumente und Artefakte der liechtensteinischen Philatelie und Postgeschichte sammelt, konserviert und der Öffentlichkeit zugĂ€nglich macht.
  • Uhrenmuseum Kurt Beck: Das im MĂ€rz 2018 in der Lettstrasse 39 eröffnete und privat gefĂŒhrte Museum zeigt rund 250 antike Uhren des Sammlers Kurt Beck.

Mittelalterliche Bauten

  • Schloss Vaduz: Das Wahrzeichen von Vaduz wurde im 12. Jahrhundert errichtet und schliesslich im 16. und 17. Jahrhundert erweitert. Seit dem Jahr 1712 ist das Schloss im Besitz der FĂŒrsten von Liechtenstein, war jedoch lange Zeit nicht bewohnt und verfiel zunehmend. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es umfassend renoviert, und schliesslich verlegte FĂŒrst Franz Josef II 1938 als erster FĂŒrst Liechtensteins seinen stĂ€ndigen Wohnsitz aufs Schloss. Seither ist es der Öffentlichkeit nicht mehr zugĂ€nglich.
  • Ruine Schalun: Die mittelalterliche Burgruine Schalun (auch «Wildschloss» genannt) wurde im 12. Jahrhundert errichtet und im Laufe der Zeit durch weitere GebĂ€udeteile ergĂ€nzt. Die Ruine befindet sich ĂŒber dem Schloss Vaduz auf einer Höhe von ca. 850 mÂ ĂŒ. M. Heute noch erhalten sind weite Teile der Grundmauern, insbesondere der Kern der Burg mit bis zu zehn Meter hohen GebĂ€uderesten. Die Burg ist seit 1933 im Besitz der Gemeinde Vaduz.
  • «Rotes Haus»: Es ist ein denkmalgeschĂŒtztes mittelalterliches Treppengiebelhaus im Vaduzer Mitteldorf. Es gehörte zwischen 1400 und 1500 den Vaistli: Das Haus wurde von einem Erben der Vaistlis im Jahre 1525 vom Kloster St. Johann im Thurtal erworben, und der dazugehörige Weinberg (Wingert) hat seine hierdurch entstandene Bezeichnung Abtswingert bis heute behalten.

Sakralbauten

  • Kapelle St. Florin: Die Kapelle St. Florin war ein Sakralbau in der Gemeinde Vaduz, der wahrscheinlich in der frĂŒhen Neuzeit errichtet worden war. Im Jahr 1872 wurden der Turm und die Sakristei und 1874 die restlichen GebĂ€udeteile abgebrochen, so dass die Kapelle heute nicht mehr erhalten ist. Auf den ehemaligen Standort der Kapelle verweist eine Pflasterung des Grundrisses im Zentrum von Vaduz. Ausserdem ist ein Grossteil der Ausstattung erhalten geblieben oder fand eine neue Verwendung: Die Glocken der Kapelle beispielsweise wurden beim Guss der vier Glocken der neuen Pfarrkirche St. Florin verwendet.
  • Kathedrale St. Florin: Die neugotische Kirche wurde in den Jahren 1868 bis 1873 erstellt und am 5. Oktober 1873 eingeweiht. Mit der Einweihung der Pfarrkirche wurde Vaduz zur Pfarrei erhoben, da die Gemeinde bis damals der Urpfarrei Schaan angegliedert war. Bis 1997 gehörte Liechtenstein zum Bistum Chur. Am 2. Dezember 1997 wurde das Erzbistum Vaduz von Papst Johannes Paul II. errichtet und vom Bistum Chur losgelöst. Gleichzeitig mit der GrĂŒndung des Erzbistums Vaduz wurde die Pfarrkirche St. Florin zur Kathedrale erhoben.
  • Kapelle St. Josef: Sie wurde in den Jahren 1930 und 1931 erbaut. Sie ist im Ortsteil Ebenholz gelegen und stellt eine Filialkirche der Gemeinde Vaduz dar. Die Kapelle kann als Beispiel fĂŒr einen klar gegliederten Kirchentypus angesehen werden, wie er in den 1930er Jahren hĂ€ufig erbaut wurde.
  • Die Evangelische Kirche Ebenholz ist im Ortsteil Ebenholz gelegen und wurde in den Jahren 1962 und 1963 errichtet. Der moderne Kirchenbau besitzt eine klare Strukturierung mit einem Chor und einen Turm im Norden und einer Orgelempore ĂŒber dem Haupteingang. Die drei Glocken stammen aus der Klosterkirche von Schellenberg und wurden 1880 gegossen.
  • Die Johanneskirche ist das SakralgebĂ€ude der evangelisch-lutherischen Kirche des FĂŒrstentums Liechtenstein. Das KirchengebĂ€ude wurde im Jahr 1947 als Notkirche in Stuttgart errichtet und schliesslich 1956 als Geschenk nach Liechtenstein ĂŒberfĂŒhrt. Besonders bedeutsam ist die Orgel, die aus dem frĂŒhen 18. Jahrhundert stammt.
  • FĂŒrstliche Gruft: Bis zum Zweiten Weltkrieg diente die fĂŒrstliche Gruft in Wranau der fĂŒrstlichen Familie Liechtensteins als BeisetzungsstĂ€tte. Als Franz Josef II. als erster FĂŒrst seinen Wohnsitz nach Vaduz verlegte, wurde in den Jahren 1958 bis 1960 im Park sĂŒdlich der Kathedrale eine neue GrabstĂ€tte angelegt. Als erster LandesfĂŒrst wurde FĂŒrst Franz Josef II. 1989 hier beigesetzt. Seit 1992 ist auf den FlĂŒgeln der EingangstĂŒr ein Relief angebracht, das die Auferstehung des Lazarus zeigt.

Neuzeitliche Bauten

  • Liechtensteinisches LandtagsgebĂ€ude: Im Jahr 2008 wurde das LandtagsgebĂ€ude nach 7-jĂ€hriger Bauzeit eröffnet. Seither dient es dem Landtag des FĂŒrstentums Liechtenstein als Plenarsaal, in dem alle Landtagsabgeordnete an einem einzigen runden Tisch Platz finden. Beim 42,2 Millionen Schweizer Franken teuren Bau wurden ĂŒber eine Million Klinkersteine, 600 Tonnen Stahl und 5800 Kubikmeter Beton verbaut.
  • RegierungsgebĂ€ude von Liechtenstein: Das RegierungsgebĂ€ude wurde von 1903 bis 1905 im neubarocken Stil erbaut. FĂŒr das damalige Ă€rmliche Liechtenstein enthielt es grosse technische Neuerungen: so wurde im RegierungsgebĂ€ude die erste liechtensteinische Zentralheizung eingebaut. Seit 1992 steht das im Volksmund auch «Grosses Haus» genannte GebĂ€ude unter Denkmalschutz.
  • Rathaus der Gemeinde Vaduz: Das Rathaus wurde in den Jahren 1932 und 1933 erbaut. Von besonderer Bedeutung ist ein Balkonfresko an der SĂŒdfassade, das den Heiligen Urban, den Patron der Weinbauern, zeigt. An der Eingangsfront ist das Wappen der Gemeinde Vaduz eingemeisselt.
  • «Rheinbergerhaus»: Das GebĂ€ude wurde um 1550 erbaut und 1613 erstmals urkundlich erwĂ€hnt. Es ist von Bedeutung, da in diesem Haus der Komponist Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901) geboren wurde. Mit zwölf Jahren verliess er seine HeimatstĂ€tte, um in MĂŒnchen eine musikalische Ausbildung zu erlangen. Er wirkte sein ganzes Leben in MĂŒnchen und verstarb auch dort. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er 1945 zusammen mit seiner Gattin nach Vaduz ĂŒberfĂŒhrt. Vor seinem Geburtshaus wurde 1939/1940 ein Bronzebildnis Josef Gabriel Rheinbergers errichtet.
  • Alte RheinbrĂŒcke: Seit 1901 verbindet die alte RheinbrĂŒcke Vaduz mit der Schweizer Gemeinde Sevelen. Bei der 135 Meter langen BrĂŒcke handelt es sich um die einzige noch bestehende liechtensteinische RheinbrĂŒcke aus Holz. Die BrĂŒcken der anderen liechtensteinischen Gemeinden wurden aufgrund von BaufĂ€lligkeiten oder BrĂ€nden aufgegeben und durch BetonbrĂŒcken ersetzt. Die aus fĂŒnf Pfeilern bestehende BrĂŒcke ist seit der Eröffnung der neuen RheinbrĂŒcke ausschliesslich fĂŒr den nicht-motorisierten Individualverkehr zugĂ€nglich. In den Jahren 2009/2010 wurde sie umfassend saniert.

Bevölkerung

Per 31. Dezember 2018 hatte Vaduz 5'625 Einwohner und war nach Schaan (mit 6'016 Einwohnern) die zweitgrösste Gemeinde in Liechtenstein. Mit rund 42 Prozent lag der AuslÀnderanteil in Vaduz höher als in allen anderen Liechtensteiner Gemeinden.

Laut der VolkszĂ€hlung 2015 sind 66,5 Prozent der Gesamtbevölkerung römisch-katholisch, wobei der Katholikenanteil unter der Bevölkerung mit liechtensteinischer StaatsbĂŒrgerschaft (mit 80,8 Prozent) wesentlich höher ist als unter der Bevölkerung mit auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit (47,1 Prozent Katholiken). 10,1 Prozent der Einwohner von Vaduz sind Protestanten, und 2,6 Prozent gehören einer anderen christlichen Kirche an (mehrheitlich christlich-orthodoxe Kirchen). 7,7 Prozent sind muslimischen Glaubens, und weitere Religionen entfallen auf 0,75 Prozent der Bevölkerung. Konfessionslose machen 9,2 Prozent der Einwohner aus – der höchste Anteil in Liechtenstein.

Wirtschaft und Infrastruktur

Liechtenstein selbst besitzt keine Autobahnen, allerdings fĂŒhrt die Schweizer A13 entlang der linken Rheinseite. Vaduz verfĂŒgt mit der Autobahnausfahrt in der St. Galler Gemeinde Sevelen ĂŒber einen Autobahnanschluss in unmittelbarer NĂ€he.

Der Bahnhof Schaan-Vaduz ist der nĂ€chstgelegene Bahnhof mit regionaler Anbindung. Die Bahnhöfe Sargans, Buchs SG und Feldkirch besitzen jeweils internationale AnschlĂŒsse und sind mit den öffentlichen Bussen des Verkehrsbetriebs LIECHTENSTEINmobil (VLM) direkt zu erreichen. Auch die restlichen Gemeinden des FĂŒrstentums sind mit dem öffentlichen Verkehrsnetz problemlos erreichbar.

Ende 2014 gab es in der Gemeinde Vaduz ĂŒber 10'000 ArbeitsplĂ€tze. In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Vaduz den 69. Platz (Stand: 2018). International bekannt ist Vaduz vor allem als Finanzplatz, dabei wird oft vergessen, dass viele international tĂ€tige Industrieunternehmen aus Vaduz oder aus dem ĂŒbrigen Liechtenstein stammen. Dazu zĂ€hlen u. a. die Hilti AG oder die Hoval AG. ZusĂ€tzlich haben viele staatliche Institutionen ihren Hauptsitz in Vaduz, z. B. die Liechtensteinische Landespolizei, das Liechtensteinische Gymnasium oder die UniversitĂ€t Liechtenstein.

Im Ort befindet sich das Maschinenhaus des Kraftwerks Samina.

Politik

BĂŒrgermeister von Vaduz ist seit Mai 2019 Manfred Bischof (FBP). Im zweiten Wahlgang der Gemeindewahl 2019 am 14. April 2019 erhielt er 50,.6 % der gĂŒltigen Stimmen.

Der Gemeinderat besteht aus dreizehn Sitzen (einschliesslich BĂŒrgermeister) und setzt sich seit Mai 2019 aus fĂŒnf Abgeordneten der Fortschrittlichen BĂŒrgerpartei (FBP) und dem BĂŒrgermeister sowie fĂŒnf Abgeordneten der VaterlĂ€ndischen Union (VU) und zwei Abgeordneten der Freie Liste (FL) zusammen.

Sport

Der bedeutendste Sportverein ist der FC Vaduz. Bis 2019 gewann er 47-mal den Liechtensteiner Cup und spielt in der zweithöchsten schweizerischen Spielklasse Challenge League. SpielstÀtte des FC Vaduz ist das Rheinpark Stadion, in dem auch die Liechtensteinische Fussballnationalmannschaft ihre Heimspiele austrÀgt.

Klimatabelle

Die Jahresmitteltemperatur betrĂ€gt 10,1 °C, wobei im Januar mit 0,8 °C die kĂ€ltesten und im Juli mit 19,0 °C die wĂ€rmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 80 Frosttage, und 19 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 49, wĂ€hrend im Schnitt 6,7 Hitzetage zu verzeichnen sind. Die MeteoSchweiz-Wetterstation liegt auf einer Höhe von 457 mÂ ĂŒ. M.

Persönlichkeiten

Rezeption

Clemens Brentano spielt mit seinem fiktiven Ort Vadutz auf den Stadtnamen an.

Literatur

  • Pierre Raton: Liechtenstein Staat und Geschichte. Liechtenstein-Verlag, Vaduz 1969
  • Paul Vogt: BrĂŒcken zur Vergangenheit. Ein Text- und Arbeitsbuch zur liechtensteinischen Geschichte 17. bis 19. Jahrhundert. Amtlicher Lehrmittelverlag, Vaduz 1990
  • Adulf Peter Goop: Brauchtum Liechtenstein. Alte BrĂ€uche und neue Sitten. Alpenland Verlag, Schaan 2005, ISBN 3-905437-09-0
  • Mario F. Broggi (Hrsg.): Alpenrheintal – eine Region im Umbau. Analysen und Perspektiven der rĂ€umlichen Entwicklung. Historisch-Heimatkundliche Vereinigung der Region Werdenberg, Fontnas 2006, ISBN 3-033-00977-8
  • Cornelia Herrmann: Die KunstdenkmĂ€ler des FĂŒrstentums Liechtenstein. Das Oberland. In: Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK: Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Bern 2007, ISBN 978-3-906131-85-6

Weblinks

  • Website der Gemeinde Vaduz
  • Ulrike Mayr, Patrick Sele: Vaduz (Gemeinde). In: Historisches Lexikon des FĂŒrstentums Liechtenstein.
  • Arthur Brunhart: Vaduz (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Offizielle Website Das FĂŒrstenhaus von Liechtenstein

Einzelnachweise


 

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auch:
Wappen/Flagge: Vaduz

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Gemeinde

Fläche ca.: km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 47.1635
südlichster Punkt: 47.08703
westlichster Punkt: 9.49515
östlichster Punkt: 9.61181

 
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