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Staat Informationen : Sudan

Informationen:


Die Republik Sudan ([zuˈdaːn], auch [ˈzuːdan], englisch Republic of the Sudan, arabisch ŰŹÙ…Ù‡ÙˆŰ±ÙŠŰ© Ű§Ù„ŰłÙˆŰŻŰ§Ù†, DMG ÇŠumhĆ«riyyat as-SĆ«dān) ist ein Staat in Nordost-Afrika mit Zugang zum Roten Meer. Er grenzt im Norden an Ägypten, im Osten an Eritrea, im SĂŒdosten an Äthiopien, im SĂŒden an den SĂŒdsudan, im SĂŒdwesten an die Zentralafrikanische Republik, im Westen an den Tschad und im Nordwesten an Libyen. Mit einer FlĂ€che von mehr als 1,8 Millionen Quadratkilometern ist das Land etwa fĂŒnfmal so groß wie Deutschland und drittgrĂ¶ĂŸter FlĂ€chenstaat des afrikanischen Kontinents. Von den 43,8 Millionen Einwohnern lebt ĂŒber ein FĂŒnftel in der Hauptstadtregion um Khartum, das mit den StĂ€dten Omdurman und Bahri ein dichtbesiedeltes Dreieck bildet.

Die Republik Sudan ist seit dem 1. Januar 1956 unabhĂ€ngig vom Vereinigten Königreich (Anglo-Ägyptischer Sudan). Am 30. Juni 1989 kam Umar al-Baschir durch einen MilitĂ€rputsch an die Macht und regierte das Land fortan als PrĂ€sident mit repressiven Mitteln. Am 11. April 2019 wurde al-Baschir nach 30-jĂ€hriger Amtszeit nach einem weiteren MilitĂ€rputsch verhaftet und abgesetzt sowie der Ausnahmezustand verhĂ€ngt. MilitĂ€rfĂŒhrung und zivile Opposition einigten sich nach langem Ringen auf eine Übergangsregierung.

Seit dem Referendum vom 9. Juli 2011 ist der SĂŒdsudan vom Sudan unabhĂ€ngig. Bis zur UnabhĂ€ngigkeit des SĂŒdsudan war der Sudan der grĂ¶ĂŸte afrikanische FlĂ€chenstaat.

Amtssprachen im Sudan sind Englisch und Arabisch.

Landesname

Der Landesname ist eine KĂŒrzung der mittelalterlichen arabischen Bezeichnung Bilād as-SĆ«dān, „Land der Schwarzen“, womit im konkreten Fall die christianisierten Reiche in Nubien gemeint waren. Grammatisch leitet man das Wort von der weiblichen Form von aswad (arabisch ŰŁŰłÙˆŰŻ, DMG aswad ‚schwarz‘) ab. Als Sudan wird auch die Savannenzone Westafrikas sĂŒdlich der Sahara von der AtlantikkĂŒste bis in den Norden Nigerias bezeichnet; im Osten gehören hierzu unter anderem Teile des Tschad und Darfurs im Sudan und SĂŒdsudan.

„Sudan“ hat im Deutschen ein mĂ€nnliches Genus (‚der Sudan‘, ‚im Sudan‘). Der StĂ€ndige Ausschuss fĂŒr geographische Namen sieht bei der Verwendung der Kurzform des Landesnamens keinen Artikel vor. In der Schweiz wie auch in Österreich wird jedoch auch offiziell die Kurzform des Landesnamens mit mĂ€nnlichem Geschlecht und Artikel verwendet. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist im Nominativ, Dativ und Akkusativ auch in Deutschland die Benutzung des Maskulinums ĂŒblich.

Geographie

Topografie

Der Sudan liegt im nordöstlichen Afrika. Mit einer FlĂ€che von 1.861.484 kmÂČ bedeckt das Staatsgebiet etwas mehr als sechs Prozent des Kontinents. Unter den afrikanischen Staaten sind nur Algerien und die Demokratische Republik Kongo flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸer.

Insgesamt verfĂŒgt der Sudan ĂŒber eine Staatsgrenze von 6819 km LĂ€nge. Im Norden grenzt er 1276 km an Ägypten, wobei der Grenzverlauf weitgehend dem 22. Breitengrad Nord entspricht. Davon weichen drei Gebiete ab, deren Besitz jeweils umstritten ist: das Hala’ib-Dreieck, das Gebiet um Bir Tawil und das Wadi Halfa Salient. Im Nordosten hat der Sudan einen 853 km langen Zugang zum Roten Meer und damit eine Verbindung zum Indischen Ozean.

Im Osten grenzt der Sudan an Eritrea (682 km), im SĂŒdosten an Äthiopien (744 km), im SĂŒden an den SĂŒdsudan (2158 km), im SĂŒdwesten an die Zentralafrikanische Republik (174 km), im Westen an den Tschad (1403 km) und im Nordwesten an Libyen (382 km). An der SĂŒdgrenze ist die Zugehörigkeit des Abyei-Gebietes zwischen dem Sudan und dem SĂŒdsudan umstritten.

Relief

Sein Relief wird von der Beckenlandschaft des Nils und seinen Randgebirgen bestimmt. So erhebt sich im Nordosten das Bergland des Dschibal al-Bahr al-ahmar am Roten Meer, das eine Höhe bis 2259 m erreicht. Den sĂŒdwestlichen Beckenrand stellen die NordĂ€quatorialschwelle und die Zentralafrikanische Schwelle dar, die auch die Wasserscheide zwischen Nil- und Kongosystem bilden. Im Westen erhebt sich ein Basaltgebirge auf dem Marra-Plateau, dessen höchste Erhebung mit 3088 Meter der Berg Marra, gleichzeitig der höchste Berg des Sudans, ist und die geographische Grenze zum Tschadbecken bildet. Im Zentrum erheben sich die Nuba-Berge, die zwischen 500 Meter und 1325 Meter hoch sind. Im Norden geht das Land beiderseits des Nils in die Sahara ĂŒber, wobei der Teil westlich des Nils als Libysche WĂŒste und der Teil östlich des Nils als Nubische WĂŒste bezeichnet werden. In der Region um Khartum, wo Weißer Nil und Blauer Nil zum eigentlichen Nil zusammenfließen, breiten sich weite, flache Tonebenen aus.

Klima

Hohe Temperaturen und Sommerregen besonders im SĂŒden kennzeichnen das tropische Klima des Sudan. In der Regenzeit von April bis November verteilen sich die Niederschlagsmengen von 1500 Millimeter im SĂŒden auf weniger als 100 Millimeter im Norden. Die mittleren Monatstemperaturen liegen zwischen 24 Grad Celsius und 32 Grad Celsius. Dabei können die Temperaturen aufgrund des WĂŒstenklimas im Norden 41 Grad Celsius am Tag und 4 Grad Celsius in der Nacht erreichen.

Hydrologie

Aus hydrologischer Sicht ist der Sudan ĂŒberwiegend vom Nil beeinflusst. Der grĂ¶ĂŸte Teil des ostafrikanischen Landes befindet sich in seinem Einzugsgebiet. Allerdings verliert der Nil im Sudan in erster Linie auf Grund des WĂŒstenklimas Wasser. An den Nilufern wird BewĂ€sserungsfeldbau betrieben. Die Überschwemmungskatastrophe im Sommer 2020 wurde durch starke RegenfĂ€lle am Oberlauf des Blauen Nils verursacht. Fast alles Flusswasser kommt entweder aus dem Ă€quatorialen Afrika oder Äthiopien. Daneben gibt es einige KĂŒstenflĂŒsse, die aber zumeist auf Grund der hohen AriditĂ€t trocken sind. Im Westen des Landes gibt es Verbindungen zum Tschadbecken und zu anderen endorheischen Becken.

Flora und Fauna

Die Vegetation reicht von spĂ€rlichstem Pflanzenwuchs in den nördlichen WĂŒsten und HalbwĂŒsten ĂŒber Dornstrauchsavannen in der Sahelzone, Trockensavanne mit Hochgras bis zu Feuchtsavannen. Der Waldbestand hat zwischen 1990 und 2000 um 1,4 Prozent abgenommen. Die vielfĂ€ltige Tierwelt umfasst vor allem im Zentralsudan Elefanten, BĂŒffel, Giraffen, Antilopen, HyĂ€nen, Löwen, Flusspferde und Krokodile sowie zahlreiche Greif- und Wasservögel.

Nationalparks

Im Sudan gibt es zehn Nationalparks (Stand 2006). Das Schutzgebietssystem umfasst dabei aber auch Naturschutz- und Vogelschutzgebiete. Der Berg Barkal mit der historischen Stadt Sanam gehören zum Welterbe der UNESCO und beide zusammen bilden die antike Hauptstadt Napata des Königreiches von Kusch.

Bevölkerung

Alle Angaben zur Bevölkerung bis 2011 beziehen sich auf den Sudan vor der Abspaltung des SĂŒdsudan am 9. Juli 2011. Hierzu gibt es unterschiedliche Angaben. Sie reichen von 35.847.407 (Berechnung 2006, World Gazetter), ĂŒber etwa 38 Millionen (SchĂ€tzung 2006, AuswĂ€rtiges Amt) bis 45.047.502. Letztgenannte Zahl ist fĂŒr den Juli 2011 ebenfalls vor der UnabhĂ€ngigkeit des SĂŒdsudan berechnet. FĂŒr 2016 berechnet das CIA World Fact Book die Einwohnerzahl fĂŒr den ehemals gesamten Sudan auf 49,2 Millionen und deren Zahl nur fĂŒr den SĂŒden auf 12,5 Millionen. FĂŒr den Norden verblieben damit nach der Abspaltung knapp 36,7 Millionen Einwohner.

33,8 Prozent der Sudanesen lebten 2015 in StĂ€dten, das grĂ¶ĂŸte Ballungsgebiet ist Khartum. Die Bevölkerung ist sehr jung, im Jahr 2015 waren 39,4 Prozent der Einwohner jĂŒnger als 15 Jahre. Die Bevölkerung wĂ€chst wuchs bei der letzten ZĂ€hlung (2016) um 1,69 Prozent pro Jahr.

Bevölkerungsentwicklung:

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung betrĂ€gt 19,6 Jahre (Stand: 2016). Die FertilitĂ€tsrate pro Frau betrug 2016 3,7 Kinder. Nur 12 % aller Frauen hatten Zugang zu VerhĂŒtungsmitteln. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrĂ€gt 64,1 Jahre, wobei sie bei MĂ€nnern 62,0 Jahre und bei Frauen 66,3 Jahre betrĂ€gt (Stand 2016).

FĂŒr das Jahr 2050 wird laut der mittleren Bevölkerungsprognose der UN mit einer Bevölkerung von ĂŒber 80 Millionen gerechnet und fĂŒr das Jahr 2100 mit ca. 138 Millionen.

Völker

Die Prozentzahlen beziehen sich noch auf den Sudan einschließlich des im Juli 2011 abgespaltenen SĂŒdsudan. 36 % der Bevölkerung waren vor dieser Zeit arabischer Abstammung (Sudanaraber).

Die zweitgrĂ¶ĂŸte Volksgruppe des Landes waren mit 12 % die Dinka, welche die dominierende Bevölkerungsgruppe im SĂŒdsudan darstellen. Daneben leben im Norden am Nil die Nubier mit 9 %, die seit Jahrtausenden auch jenseits der Landesgrenze im sĂŒdlichen Ägypten lebten. Das drittgrĂ¶ĂŸte Volk waren die Nuer mit 6 % Gesamtbevölkerungsanteil. Die Azande mit 5 % waren historisch die politisch einflussreichste Volksgruppe des SĂŒdens, bis sie unter der tĂŒrkischen Herrschaft im 19. Jahrhundert wie die anderen Schwarzafrikaner marginalisiert wurden und teils als Basis fĂŒr den Sklavenhandel dienten. Eine Minderheit waren die Bari im SĂŒdosten mit 3 %. Insgesamt waren 52 % der Bevölkerung des ungeteilten Landes Schwarzafrikaner.

9 % gehörten vor der Teilung zu den kuschitischen Völkern, von denen die Bedscha mit 8 % die ĂŒberwĂ€ltigende Mehrheit bilden.

2 % waren zuvor AuslĂ€nder – zumeist FlĂŒchtlinge vor diversen Kriegen in Afrika sowie EuropĂ€er – und 1 % anderer Zugehörigkeit.

Sprachen

Englisch ist als Amtssprache verbreitet. Rund die HĂ€lfte der Sudanesen spricht Arabisch, welches vor allem im Norden gesprochen wird (davon sprechen es 42 Prozent als Muttersprache, im SĂŒden dient Sudanarabisch als Verkehrssprache). In der sĂŒdlichen HĂ€lfte spricht man ĂŒberwiegend nilosaharanische Sprachen, darunter die nilotischen Sprachen Nuer-Dinka (12 Prozent Dinka, 6 Prozent Nuer; werden vor allem im SĂŒden gesprochen) und Bari (3 Prozent; im SĂŒdosten) sowie Nubisch (9 Prozent; am mittleren Nil). Die drittgrĂ¶ĂŸte Sprachgruppe sind die kuschitischen Sprachen, von denen mit Abstand am meisten das Bedscha (8 Prozent; im Nordosten) gesprochen wird. Weiterhin werden auch ubangische Sprachen gesprochen – die bedeutendste ist Azande (5 Prozent; im SĂŒdwesten), eine kleine Bevölkerungsgruppe spricht auch Ndogo.

Religionen

Im bis Juli 2011 auch den SĂŒdsudan umfassenden Sudan waren etwa 70 % der Bevölkerung sunnitische Muslime, 25 % AnhĂ€nger ethnischer Religionen und 5 % Christen. Die Nichtmuslime leben hauptsĂ€chlich im SĂŒden des Landes und in Khartum. Mit dem Übertritt zum Islam oder Christentum ist gleichermaßen ein sozialer Aufstieg verbunden. Die selbst eingeschĂ€tzte Zuschreibung zu einer Religion entspricht daher im SĂŒden auch einer gesellschaftlichen Einordnung. Verschiedene Afrikanische Religionen haben in unterschiedlichem Maße die beiden abrahamitischen Religionen beeinflusst.

Der sunnitische Islam ist im Sudan die deutlich dominierende Religion, wurde aber nicht in den Status einer verfassungsmĂ€ĂŸigen Staatsreligion erhoben. Zugleich wird der Islam jedoch seit 1989 von der Regierung bevorzugt und wie eine Staatsreligion behandelt. Die geltenden Scharia-Gesetze sind Teil eines staatlichen Islamisierungsprozesses, dem die MuslimbrĂŒder unter Hasan at-Turabi zustimmen. Die AnhĂ€nger von Muhammad Ahmad, der sich selbst zum Mahdi ausrief, gerieten nach der UnterdrĂŒckung des Mahdi-Aufstandes politisch in den Hintergrund. Unter der muslimischen Bevölkerung haben sich verschiedene Sufi-Orden (Tariqa) weit verbreitet. Dazu zĂ€hlen die Qadiriyya, die im 19. Jahrhundert eingefĂŒhrten Bruderschaften der Sammaniya und vor allem der Khatmiyya. Gegen den offiziellen Islam behaupten sich in der traditionell liberalen sudanesischen Gesellschaft volksislamische Rituale wie der Zar-Kult.

Die Christen sind mehrheitlich AnhĂ€nger der römisch-katholischen Kirche im Sudan, die im SĂŒden um 1900 in der Region um Wau gleichzeitig mit den britischen Anglikanern um Bor zu missionieren begannen. Die amerikanische Presbyterian Church fand bei den Nuer am Oberen Nil ihr BetĂ€tigungsfeld. Seit Ende des BĂŒrgerkriegs breiten sich im SĂŒden verstĂ€rkt amerikanisch-evangelikale Gruppierungen aus. Es gibt einige Kopten im Norden, die zum Teil auch aus Ägypten stammen.

Im afrikanischen Vergleich sind im SĂŒdsudan traditionelle Religionen wie die der Dinka noch ĂŒberdurchschnittlich verbreitet. Nichtreligiöse Weltanschauungen sind selten.

Soziale Lage

Der Sudan verfĂŒgt ĂŒber kein ausreichendes soziales Sicherungssystem. Die soziale Absicherung und die medizinische Versorgung sind unzureichend. 4,6 Millionen Menschen sind auf humanitĂ€re Hilfe angewiesen. Die UnabhĂ€ngigkeit der Republik SĂŒdsudan im Juli 2011 und der dort immer wieder entflammende BĂŒrgerkrieg lĂ€sst zudem zahllose SĂŒd-Sudanesen Zuflucht im Sudan suchen. In dieser politisch instabilen Situation fehlen dem Staat die Ressourcen, um elementare Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung sowie SanitĂ€reinrichtungen ausreichend zur VerfĂŒgung zu stellen. ZusĂ€tzlich erschweren wiederkehrende DĂŒrren im Osten des Landes die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Wasser.

Quelle: Weltbank

Bildung

Die Analphabetenrate liegt bei 31,4 % unter Frauen und 16,7 % unter MĂ€nnern. Die Ă€lteste sudanesische UniversitĂ€t ist die UniversitĂ€t Khartum, die 1956 aus dem im Jahr 1902 gegrĂŒndeten Gordon Memorial College entstand.

Binnenmigration

Mehr als zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der Khartumer Regierung und der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) 2005, das den 21 Jahre wĂ€hrenden BĂŒrgerkrieg beendet hat, wird die Anzahl der intern Vertriebenen immer noch auf fĂŒnf Millionen Menschen geschĂ€tzt, davon nahezu zwei Millionen in der Darfur-Region. Nach dem Abkommen waren es vor allem Vertriebene aus dem SĂŒden des Landes, denen sich neue Möglichkeiten zur RĂŒckkehr eröffnet haben. Dennoch bleibt der Sudan das Land mit den meisten Binnenvertriebenen weltweit, so das Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) in Genf.

Sklaverei

Die Sklaverei im Sudan lĂ€sst sich bis in alt-Ă€gyptische Zeiten mit Quellen belegen. Auch im 20. Jahrhundert war sie noch anzutreffen, trotz der Abschaffungs-BemĂŒhungen der Briten im Anglo-Ägyptischen Sudan im 19. Jahrhundert.

Geschichte

Die Geschichte des Sudan reicht bis in die Pharaonenzeit zurĂŒck. FĂŒr das alte Ägypten war Nubien als Lieferant von Gold und Sklaven von Bedeutung; mit Beginn der 12. Dynastie (1991–1785 v. Chr.) wurde es dem Ă€gyptischen Kernland einverleibt. Als Folge der Auflösung des Neuen Reiches vom 12. Jahrhundert v. Chr. an entstand in Nubien im 9. Jahrhundert v. Chr. der Staat Kusch, der bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. bestand. In den Jahren 712–664 v. Chr. beherrschte Kusch die „kuschitische Dynastie“ von ganz Ägypten.

Etwa zeitgleich mit der Christianisierung der Region bildeten sich bis zum sechsten Jahrhundert n. Chr. die drei nubischen Königreiche Nobatia, Makuria und Alodia heraus. 651 schloss das inzwischen von muslimischen Arabern beherrschte Ägypten mit Nubien einen Friedensvertrag; er begrĂŒndete bis zum 14. Jahrhundert relativ stabile Beziehungen. Im Zentralsudan entstanden die Sultanate Darfur und Sannar, die bis ins 18. Jahrhundert Bedeutung hatten. Nach der Christianisierung und der Entstehung christlicher Königreiche wurde der Sudan – mit Ausnahme des SĂŒdens – zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert islamisiert.

Im frĂŒhen 19. Jahrhundert begannen die osmanischen Vizekönige von Ägypten, den Sudan zu erobern. Gegen die Ă€gyptische Besetzung fand von 1881 bis 1899 unter dem islamisch-politischen FĂŒhrer Muhammad Ahmad, dem selbsternannten Mahdi, der Mahdi-Aufstand statt. Dieser gilt als der erste erfolgreiche Aufstand eines afrikanischen Landes gegen den Kolonialismus und fĂŒhrte am Ende des 19. Jahrhunderts zur Bildung eines eigenen Staates. Das sog. Kalifat von Omdurman existierte 15 Jahre und wurde 1898 durch eine anglo-Ă€gyptische Streitmacht in der Schlacht von Omdurman zerstört. Nach der RĂŒckeroberung des Sudan wurde 1899 ein britisch-Ă€gyptisches Kondominium errichtet. Faktisch blieb der Sudan bis 1953 britische Kolonie.

Nach dem Sturz König Faruqs von Ägypten 1952 und einer Phase der vorbereitenden MachtĂŒbergabe war fĂŒr den Sudan der Weg in die UnabhĂ€ngigkeit frei. Am 1. Januar 1956 wurde nach einer Volksabstimmung die Republik Sudan ausgerufen. Aus den Parlamentswahlen ging die Nationale Unionspartei (Umma-Partei, kurz UP) als Siegerin hervor und ihr Vorsitzender Ismail al-Azhari wurde erster MinisterprĂ€sident des Landes. Aufgrund innerparteilicher Differenzen wurde noch im selben Jahr sein Rivale Abdullah Chalil neuer MinisterprĂ€sident. Wegen der weiteren InstabilitĂ€t der Koalitionsregierung und einer angeblich drohenden Ă€gyptischen Invasion wandte sich Chalil 1958 mit der Bitte an den Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte, General Ibrahim Abbud, zu intervenieren. Nach dem MilitĂ€rputsch wurde Abbud zunehmend mit Revolten, Komplotten und dem BĂŒrgerkrieg im SĂŒdsudan konfrontiert. Da er mit diesen Problemen nicht fertig wurde, trat er aufgrund öffentlicher Proteste 1964 zurĂŒck und ĂŒbergab die AmtsgeschĂ€fte an eine Zivilregierung unter MinisterprĂ€sident Sirr al-Chatim al-Chalifa. Ismail al-Azhari wurde Vorsitzender eines als Staatsoberhaupt fungierenden SouverĂ€nitĂ€tsrates. Im November 1964 wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht eingefĂŒhrt.

In den Folgejahren war keine politische StabilitÀt zu erreichen. 1965 wurde Muhammad Ahmad Mahdschub, 1966 Sadiq al-Mahdi, 1967 erneut Muhammad Ahmad Mahdschub und 1969 Babikar Awadullah MinisterprÀsident.

Diese Situation nutzte Oberst Dschafar an-Numairi 1969 zu einem weiteren MilitĂ€rputsch. Numairis Politik orientierte sich an seinem Ă€gyptischen Vorbild Gamal Abdel Nasser und so wurden einige sozialistische und panarabische Reformen durchgefĂŒhrt. Die Sudanesische Sozialistische Union (SSU) wurde als alleinige Partei im Staat installiert. 1971 wurde er kurz durch einen kommunistischen Putsch entmachtet, danach aber wieder eingesetzt. Daraufhin wurde er zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt, und es gelang ihm 1972, einen 17 Jahre andauernden BĂŒrgerkrieg zwischen der sudanesischen Regierung und den Rebellen des SĂŒdsudan (SPLA) mit dem Addis-Abeba-Abkommen zu beenden. 1981 vollzog er eine Hinwendung zu einer islamistischen Regierung. 1983 fĂŒhrt er die Scharia im ganzen Land, auch im jetzt autonomen SĂŒdsudan, ein. Das Addis-Abeba-Abkommen verletzend löste er die sĂŒdsudanesische Regierung auf. Dadurch trieb er die Erneuerung des BĂŒrgerkriegs voran. Die politische Unruhe im Land nahm die Armee unter General Swar ad-Dahab 1985 zum Anlass fĂŒr einen weiteren MilitĂ€rputsch und die Abhaltung von Wahlen. Die Scharia blieb aber weiterhin in Kraft. Sadiq al-Mahdi wurde 1986 erneut zum MinisterprĂ€sidenten gewĂ€hlt.

1989 kam es aufgrund einer zunehmenden politischen InstabilitĂ€t zu einem MilitĂ€rputsch unter Generalleutnant Umar al-Baschir, der zur Politik Numairis zurĂŒckkehrte. Obwohl er seitdem unangefochten als Vorsitzender des „Nationalen Kommandorates zur Errettung der Nation“ das Land beherrscht, versuchte er vergeblich, die Regierungsgewalt ĂŒber den SĂŒden zurĂŒckzugewinnen. Von 1983 bis 2005 befand sich der Sudan ununterbrochen im BĂŒrgerkrieg. 2005 wurde ein Friedensabkommen zwischen der Regierung in Khartum und der SPLA, der wichtigsten sĂŒdsudanesischen Rebellengruppe, unterzeichnet. Es gewĂ€hrt dem SĂŒdsudan Autonomie und sah ein Referendum ĂŒber die UnabhĂ€ngigkeit des SĂŒdsudan fĂŒr 2011 vor, welches vom 9. Januar bis 15. Januar durchgefĂŒhrt wurde und schließlich 2011 zur UnabhĂ€ngigkeit des SĂŒdsudan fĂŒhrte.

Am 11. April 2019 wurde Umar al-Baschir nach 30-jĂ€hriger Amtszeit bei einem MilitĂ€rputsch verhaftet und abgesetzt sowie der Ausnahmezustand verhĂ€ngt. MilitĂ€rfĂŒhrung und zivile Opposition rangen bis zur Einigung ĂŒber die Bildung einer gemeinsamen Übergangsregierung im Juli 2019 um die Macht.

Am 25. Oktober 2021 putschte das MilitĂ€r erneut. Die Junta versucht, Proteste dagegen mit Gewalt niederzuschlagen. Am 21. November 2021 wurde der durch den Putsch gestĂŒrzte Abdalla Hamdok wieder MinisterprĂ€sident.

Politik

Politisches System

Nach dem MilitĂ€rputsch am 11. April 2019 wurde der amtierende PrĂ€sident abgesetzt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Bis zur vorgesehenen Neuwahl im Jahr 2022 soll ein „SouverĂ€ner Rat“ aus jeweils fĂŒnf MilitĂ€rs und Zivilisten sowie einer elften Person, deren Benennung beide Seiten zugestimmt haben, das Land regieren. Im August 2019 wurde Abdalla Hamdok als Premierminister vereidigt, im September stellte er sein Kabinett vor.

Der Sudan ist gemĂ€ĂŸ der ehemaligen Verfassung von 1998 eine föderale Republik und wird seit 1989 von einer MilitĂ€rregierung regiert. Staatsreligion ist der Islam. Die islamische Scharia gilt nach Artikel 65 der Verfassung als erste Rechtsquelle. Der PrĂ€sident wird alle fĂŒnf Jahre direkt vom Volk gewĂ€hlt. Bei den Wahlen zwischen dem 13. und 22. Dezember 2000 gewann die Nationale Kongresspartei (NCP) die absolute Mehrheit der Sitze, wĂ€hrend die Oppositionsparteien die Wahl boykottierten. Auch die Wahlen 2005, an denen sich auch die Oppositionsparteien beteiligten, gewann die NCP unter al-Baschir. Alle Sudanesen im Alter ab 17 Jahren besitzen das Wahlrecht.

Ab 2005 regierten die Nationale Kongresspartei (NCP) und die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) gemeinsam in der Regierung der Nationalen Einheit. Diese Machtaufteilung wurde im Friedensabkommen von 2005 vereinbart und sollte nach den freien Wahlen im April 2010 das Referendum im Januar 2011 vorbereiten. Die Nationale Kongresspartei kam mit dem MilitĂ€rputsch 1989 unter Umar Hasan Ahmad al-Baschir an die Macht und ĂŒbte bis 2005 die Alleinherrschaft aus, wĂ€hrend die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung bis 2005 fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit des SĂŒdsudan kĂ€mpfte. Mit dem Friedensabkommen wurde die autonome Region SĂŒdsudan geschaffen, die die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung allein verwaltete. Der Regierungschef der Autonomen Region SĂŒdsudan war gleichzeitig VizeprĂ€sident des Gesamtstaates. Am 9. Juli 2011 wurde der SĂŒdsudan als Republik SĂŒdsudan unabhĂ€ngig.

Das nach dem Putsch 1989 abgeschaffte Amt des MinisterprĂ€sidenten wurde im MĂ€rz 2017 wieder eingefĂŒhrt.

Politische Indizes

Innenpolitik

Entwicklungen

Der langjĂ€hrige FĂŒhrer der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM), John Garang, kam am 30. Juli 2005 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Die Nachricht vom Tod des erst am 9. Juli vereidigten VizeprĂ€sidenten der Zentralregierung löste zunĂ€chst BefĂŒrchtungen ĂŒber einen erneuten Ausbruch des BĂŒrgerkrieges im SĂŒdsudan aus, als nach Bekanntwerden der Nachricht bei gewaltsamen Ausschreitungen in Khartum, Malakal und Dschuba 130 Personen getötet und mehr als 400 verletzt wurden. Am 5. August wurde Garangs langjĂ€hriger Stellvertreter Salva Kiir Mayardit zum neuen Chef der SPLM bestimmt und am 11. August auch als neuer VizeprĂ€sident des Sudan vereidigt.

In der am 20. September vorgestellten Regierung der nationalen Einheit, die 29 Minister umfasste, behielt die Nationale Kongresspartei (NCP) von Staatschef Umar Hasan Ahmad al-Baschir vier von fĂŒnf SchlĂŒsselministerien: Inneres, Verteidigung, Energie und Finanzen. Lediglich das Außenministerium wurde dem SPLM-Politiker Lam Akol anvertraut. Die SPLM hatte auch das Erdölministerium beansprucht, um die Erdöleinnahmen (und den verfassungsrechtlich zugesicherten Anteil des SĂŒdens) kontrollieren zu können. Mayardit gab schließlich nach, um die Einsetzung der Regierung nicht weiter zu verzögern. DafĂŒr erntete er heftige Kritik aus der SPLM, da die Regierung in dieser Form der vertraglich gesicherten Machtteilung kaum mehr entspreche. Auch die gesamte Verwaltung und alle anderen politischen Institutionen blieben vollstĂ€ndig in der Hand der NCP. Die Opposition im Norden des Landes zog ihre Minister aus der Regierung zurĂŒck, da sie sich in der Anzahl und Verteilung von Ressorts nicht angemessen berĂŒcksichtigt sah.

Mayardit stellte am 21. Oktober 2005 die erste Regierung der Autonomen Region SĂŒdsudan vor, der er als Regierungschef vorstand.

Stellung der Frauen in Gesellschaft und Rechtssystem

Neben der Auslegung des Islam, die vom islamistischen Regime im Sudan eingefĂŒhrt wurde und Frauen eine untergeordnete Rolle zuschreibt, gibt es traditionelle kulturelle Ausdrucksformen wie den Zar-Kult oder den Einfluss der Hakamat-SĂ€ngerinnen in Darfur, in denen Frauen eine wichtige spirituelle Rolle einnehmen, und die auch heute noch praktiziert werden. Daneben spielen Frauen im privaten Bereich sowie in vielen Formen des öffentlichen Lebens eine bedeutende Rolle.

Ende der 1940er Jahre formierten sich dann die ersten Frauenvereine im Sudan, aus denen 1951 die Sudanese Women’s Union hervorging. Seither ist eine Vielzahl von Frauenorganisationen entstanden, unter anderem die New Sudan Women Federation (NSWF) und die Sudan Women’s Voice for Peace (SWVP) und die Women Action Group (WAG), die auch versucht haben, den Friedensprozess im Sudan voranzubringen.

Die Positionierung dieser Organisationen gegenĂŒber der auf der Scharia basierenden Gesetzgebung fĂ€llt je nach ihrer religionspolitischen Ausrichtung unterschiedlich aus. Einerseits werden Frauen im islamischen Familienrecht eine MĂ€nnern untergeordnete Rolle und beschrĂ€nkte Rechte zugeschrieben, andererseits garantiert das Gesetz gleiche Rechte bezĂŒglich Wahlrecht, Arbeitsrecht sowie Bildung und Gesundheit. Laut dem LĂ€nderbericht von UNICEF Sudan fĂŒr die Jahre 2018–21 verzeichnet die Bildungspolitik im Sudan zwar auf einigen Gebieten Fortschritte; insbesondere stellt jedoch z. B. die schulische Ausbildung von MĂ€dchen bereits im Grundschulbereich und besonders im lĂ€ndlichen Bereich eine weitere Form der geschlechtsspezifischen Benachteiligung dar.

Eine weitere Diskriminierung stellt die weiterhin verbreitete Weibliche GenitalverstĂŒmmelung (FGM) dar. GemĂ€ĂŸ den Vereinten Nationen sind immer noch neun von zehn MĂ€dchen davon betroffen (Stand 2020). Diese wurde Anfang Juli 2020 unter Strafe gestellt: Wer solch einen Eingriff vornimmt, kann eine GefĂ€ngnisstrafe von bis zu drei Jahren erhalten. Mitte Juli 2020 folgte eine weitere Verbesserung fĂŒr Frauen: Sie können nun mit ihren Kindern verreisen, ohne zuvor die Einwilligung mĂ€nnlicher Verwandter einholen zu mĂŒssen. Die Kleidungsvorschriften fĂŒr Frauen und andere EinschrĂ€nkungen, z. B. bei der AusĂŒbung von Sport wurden liberalisiert. Diese VerĂ€nderungen werden auch im Zusammenhang damit gesehen, dass Frauen wĂ€hrend der Massenproteste 2018/2019 gegen den gestĂŒrzten LangzeitprĂ€sidenten Omar al-Baschir eine tragende Rolle spielten.

Eine wichtige Institution fĂŒr universitĂ€re Bildung ist die private Ahfad UniversitĂ€t fĂŒr Frauen in Omdurman. Diese bietet ausschließlich Studentinnen aus dem Sudan sowie anderen afrikanischen LĂ€ndern StudiengĂ€nge nach internationalen MaßstĂ€ben. Als eine der wenigen UniversitĂ€ten im arabisch-islamischen Raum weisen ihre Lehrangebote einen Schwerpunkt durch gender-orientierte Lehre und Forschung auf. Neben den natur-, sozial-, agrarwissenschaftlichen und medizinischen FakultĂ€ten besteht auch ein regionales Institut fĂŒr 'Gender, Diversity, Peace and Rights', das unter anderem mit der Humboldt-UniversitĂ€t in Berlin kooperiert.

Menschenrechte

Trotz des Friedensabkommens von 2006 zwischen der regierenden Nationalen Kongresspartei (National Congress Party – NCP) und der im SĂŒdsudan regierenden Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (Sudan People’s Liberation Movement – SPLM) kommt es weiterhin zu Konflikten und Menschenrechtsverletzungen. Die Zivilbevölkerung in Darfur leidet besonders an den Folgen des Völkermordes. Die StreitkrĂ€fte der Regierung und die mit der Regierung verbĂŒndeten Milizen und militante Gruppen begehen weiterhin Verbrechen an der Zivilbevölkerung. Sie morden, vergewaltigen und bombardieren ganze Wohngebiete. Angriffe und KĂ€mpfe der Lord’s Resistance Army (LRA) im SĂŒden des Landes forderten schĂ€tzungsweise 2500 Todesopfer und vertrieben 359.000 Menschen im Laufe des Jahres 2009. Insgesamt, so schĂ€tzt man, sind seit dem Ausbruch des Konflikts im Jahre 1983 bis heute 3,5 Millionen Menschen im SĂŒdsudan auf der Flucht.

Nach Angaben der UNO sind heute ca. 2,7 Millionen Zivilisten innerhalb des Landes auf der Flucht und mehr als 250.000 Menschen sind bereits in den benachbarten Tschad geflohen. Laut UNO sind im Jahr 2006 schÀtzungsweise 200.000 Menschen als Folge des Konflikts gestorben, bis zum Jahr 2008 könnten bis zu 100.000 mehr sterben.

Am 4. MĂ€rz 2009 stellte der Internationale Strafgerichtshof (ICC) einen Haftbefehl gegen PrĂ€sident al-Bashir wegen Kriegsverbrechen in zwei FĂ€llen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in fĂŒnf FĂ€llen aus. Der Haftbefehl gegen PrĂ€sident al-Bashir war der dritte, den der ICC im Zusammenhang mit Darfur ausgestellt hatte. Ebenfalls am 4. MĂ€rz 2009, unmittelbar nachdem der ICC Haftbefehl gegen PrĂ€sident al-Bashir erlassen hatte, verwies die Regierung 13 internationale humanitĂ€re Organisationen des Landes und ordnete die Schließung von drei nationalen Menschenrechtsorganisationen und Organisationen der humanitĂ€ren Hilfe an. Journalisten waren nach wie vor EinschĂŒchterungsversuchen und Festnahmen durch den Geheimdienst ausgesetzt.

Das Justizsystem wird als unfair eingestuft. Zwischen Juli 2008 und Juni 2009 wurden 103 Personen von Sondergerichten zur Verhandlung terroristischer Straftaten zum Tode verurteilt. Laut Amnesty wurden auch 2009 nach wie vor grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafen wie etwa Auspeitschungen verhĂ€ngt und vollstreckt. Es kam zu willkĂŒrlichen Festnahmen, Folter und anderen schweren Misshandlungen. Internationale Aufmerksamkeit erregte im Mai 2014 das Todesurteil gegen die Christin Maryam Yahya Ibrahim Ishaq.

Im Juli 2020 wurden infolge der Revolution gegen Omar al-Baschir einige Gesetze aus dem Strafgesetzbuch gekippt: So sind nun öffentliche Auspeitschungen verboten und die Todesstrafe fĂŒr Homosexuelle sowie das Apostasiegesetz, das den Abfall vom Glauben mit dem Tod bestrafte, wurde abgeschafft. GenitalverstĂŒmmelung wurde unter Strafe gestellt. Auch das Alkoholverbot fĂŒr Nicht-Muslime besteht nun nicht mehr. Als großer Schritt wurde bewertet, dass das Ende der mĂ€chtigen Takfir-Praxis angekĂŒndigt wurde: Durch sie konnten Menschen bislang wegen eines vermeintlichen Regelbruchs zu UnglĂ€ubigen abgestempelt werden. Dies wurde hĂ€ufig von Fundamentalisten als Vorwand benutzt, um Menschen zu unterschiedlichsten Strafen zu verurteilen.

Im Zuge von Angriffen auf Dörfer und Gebiete in der NĂ€he von Lagern fĂŒr BinnenflĂŒchtlinge waren Vergewaltigungen und andere GewalttĂ€tigkeiten gegen Frauen nach wie vor weit verbreitet. Durch den BĂŒrgerkrieg werden viele Kinder als Kindersoldaten zwangsrekrutiert. Es herrscht ein Klima der Diskriminierung und Gewalt gegen sexuelle Minderheiten. HomosexualitĂ€t wird vom Staat kriminalisiert. Aus dem Jahre 2010 wurden mehrere FĂ€lle von Auspeitschungen bekannt. Ein Fall beschreibt, wie mĂ€nnliche Transvestiten fĂŒr das Tragen von Frauenkleidern und Make-up bestraft wurden, ein anderer eine Gruppe junger Frauen in Khartum, die ausgepeitscht wurden, weil sie Hosen trugen. Im Rahmen einer Justizreform wurde im Juli 2020 zwar die Todesstrafe fĂŒr gleichgeschlechtlichen Sex abgeschafft, doch immer noch drohen Homosexuellen bis zu sieben Jahre Haft. Die LGBT-Organisation Bedayaa (arabisch fĂŒr Anfang) spricht von einem „großen Schritt in Richtung einer Reform des Justizsystems“.

Konfliktgebiete

Abyei

Darfur

Darfur wurde 2003 zum Schauplatz einer blutigen Rebellion gegen die arabisch-dominierte sudanesische Regierung mit zwei schwarzafrikanischen Rebellengruppen – der Sudanesischen Befreiungsarmee (Sudan Liberation Army, SLA) und der Bewegung fĂŒr Gerechtigkeit und Gleichheit (Justice and Equality Movement, JEM), die die Regierung beschuldigen, Schwarzafrikaner zugunsten der Araber zu unterdrĂŒcken. Im Gegenzug begann die Regierung einen Feldzug mit Luftbombardements und Bodenangriffen, durchgefĂŒhrt von einer arabischen Miliz, den Dschandschawid. Die sudanesische Regierung wies jedoch eine Mitschuld an den Verbrechen der Milizen in Darfur zurĂŒck. Am 8. April 2004 wurde aufgrund des internationalen Drucks ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, fĂŒr dessen Einhaltung die Friedensmission African Union Mission in Sudan (AMIS) mit logistischer UnterstĂŒtzung der NATO sorgen sollte.

Im September 2005 kam es allerdings zu neuen KĂ€mpfen in der Region. Hintergrund waren die am 15. September wieder aufgenommenen FriedensgesprĂ€che in Abuja. Eine Splittergruppe der SLA boykottierte die Verhandlungen und ĂŒberfiel Hilfslieferungen und RegierungsgebĂ€ude. Am 29. September starben 30 Personen nach Attacken der Dschandschawid auf ein FlĂŒchtlingslager in Nord-Darfur, am 9. Oktober entfĂŒhrte eine Fraktion der JEM 38 AMIS-Soldaten, die spĂ€ter wieder freigelassen wurden. SLA-Rebellen töteten am 7. Oktober vier Soldaten der AMIS-Friedenstruppe, die nur ĂŒber einen Beobachterstatus verfĂŒgen und nicht einmal bei Vergewaltigungen einschreiten dĂŒrfen. Ein von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am 12. Dezember veröffentlichter Bericht erneuerte die bereits seit 2004 erhobenen VorwĂŒrfe gegen die sudanesische Regierung, bis in die höchsten Ebenen in Planung und DurchfĂŒhrung der Kriegsverbrechen in Darfur verwickelt zu sein, was von der Regierung zurĂŒckgewiesen wurde. Seit MĂ€rz 2005 ermittelt der Internationale Strafgerichtshof (ICC) gegen Kriegsverbrecher im Darfur-Konflikt.

Anfang Februar 2006 intensivierten sich die bewaffneten Auseinandersetzungen erneut. Der Befehlshaber der AMIS-Mission machte die Rebellenbewegungen hierfĂŒr verantwortlich. Sie hĂ€tten durch Angriffe auf die beiden in Regierungshand befindlichen StĂ€dte Shearia und Golo Gegenangriffe der Dschandschawid auf FlĂŒchtlingslager ausgelöst. Als Reaktion auf diese Angriffe hatten bis zu 70.000 Personen die FlĂŒchtlingslager verlassen. Nach unabhĂ€ngigen Angaben waren es jedoch weiterhin hauptsĂ€chlich die mit der sudanesischen Regierung verbĂŒndeten MilizionĂ€re, die gegen FlĂŒchtlinge und die auslĂ€ndischen Hilfsorganisationen vorgingen. Am 5. Mai 2006 unterzeichnete die sudanesische Regierung und die bedeutendere Fraktion der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) unter Minna Minnawi ein Friedensabkommen in Abuja. Die andere Fraktion der SLA unter Abdelwahid al-Nur und die Bewegung fĂŒr Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) lehnen eine Zustimmung zum Abkommen ab, da sie ihre Hauptforderungen der sofortigen Schaffung einer Region Darfur anstatt der drei Bundesstaaten und die Einrichtung eines zweiten VizeprĂ€sidenten fĂŒr Darfur nicht berĂŒcksichtigt sehen.

Die meisten Rebellen, die das Abkommen ablehnten, schlossen sich zur Nationalen Erlösungsfront (engl.: National Redemption Front, kurz NRF) zusammen und erklĂ€rten den Waffenstillstand fĂŒr beendet. Neue KĂ€mpfe in Darfur zwangen Mitte Juni 2006 das WelternĂ€hrungsprogramm, seine Arbeit einzustellen, wodurch 400.000 Menschen von einer Hungersnot bedroht waren. Die Dschandschawid hatten bereits in der Woche nach der Unterzeichnung des Abkommens ihre ÜberfĂ€lle wieder aufgenommen. Daraufhin entsandte die sudanesische Regierung zusĂ€tzliche Truppen nach Darfur und startete eine seit dem 28. August 2006 andauernde Offensive in Nord-Darfur mit UnterstĂŒtzung der Minnawi-SLA, um die Rebellen der NRF zurĂŒckzudrĂ€ngen.

Am 31. August 2020 wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet.

Ostsudan

Der Osten des Sudan, der hauptsĂ€chlich von den Ethnien der Bedscha und Rashaida bewohnt wird, ist eine arme und unterentwickelte Region, deren Bewohner kaum von der Förderung der dortigen BodenschĂ€tze oder von den Einnahmen aus dem Erdölexport profitieren. Viele Bedscha und Rashaida fĂŒhlen sich daher von der Zentralregierung in Khartum marginalisiert und unterdrĂŒckt. Die in der Eastern Front zusammengeschlossenen Widerstandsorganisationen verĂŒbten immer wieder Angriffe auf Regierungseinrichtungen. Bei den ab Anfang 2006 in Eritrea stattfindenden Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den Rebellen des Ostsudan wurde am 26. Juni 2006 ein Waffenstillstands-Abkommen und am 14. Oktober 2006 ein Friedensvertrag unterzeichnet.

Außenpolitik

Beziehungen zu den vorderasiatischen Staaten

Als eines der wenigen arabisch-sunnitischen LĂ€nder unterhielt der Sudan engste Beziehungen zum Iran. Auch wenn die Bevölkerung im Iran schiitisch ist, sah man trotzdem den Islam als Verbindung zueinander. So ist die staatliche RĂŒstungsfirma Military Industry Corporation dem Verteidigungsministerium des Sudan unterstellt, aber gehörte zu 35 % einem iranischen Investor und versorgte Gruppierungen wie die Hisbollah, oder die Hamas mit Waffen. In der Vergangenheit fungierte der Sudan als Vermittler zwischen Saudi-Arabien, den sunnitisch-arabischen Staaten und dem Iran. Nachdem aber die meisten arabischen Staaten die Muslimbruderschaft als Terrororganisation eingestuft hatten, waren die Beziehungen zu den ĂŒbrigen arabischen Staaten schlecht. Diese Organisation war Teil der herrschenden Nationalen Kongresspartei, weswegen der Sudan MuslimbrĂŒdern aus Ägypten und anderen Staaten Asyl gewĂ€hrte. Saudi-Arabien warf 2014 dem Sudan vor, iranische Waffen schiitischen Rebellen im Jemen zu liefern.

Dies alles Ă€nderte sich im MĂ€rz 2015, als der Sudan Teil der Saudischen Koalition im Jemen wurde und mit dem Iran brach. Die sudanesische Zeitung Sudan Tribune zeigte zu dieser Neuausrichtung eine Karikatur mit dem damaligen PrĂ€sidenten Umar al-Baschir, der mit einem Sack Geld beladen von RevolutionsfĂŒhrer Ali Chamene’i weglĂ€uft, welcher ihm hinterherschreit: „Auch du Brutus?!?“ Als Saudi-Arabien am 3. Januar 2016 die diplomatischen Beziehungen zum Iran abbrach, folgte der Sudan diesem Schritt nur einen Tag spĂ€ter. Der Sudan unterhielt damals auch gute Beziehungen zu Katar und der TĂŒrkei. Zusammen bildete man die UnterstĂŒtzer der Muslimbruderschaft in den Konflikten wĂ€hrend der Staatskrise in Ägypten 2013/2014 und im BĂŒrgerkrieg in Libyen 2014/15.

Beziehungen zum SĂŒdsudan

Nach jahrzehntelangem Sezessionskrieg im SĂŒdsudan von 1955 bis 1972 und noch einmal von 1983 bis 2005 wurde im Jahre 2005 die autonome Region SĂŒdsudan gebildet. Sie hat etwa 8,27 Millionen Einwohner in 10 Bundesstaaten.

Vom 9. bis 15. Januar 2011 wurde ein UnabhĂ€ngigkeitsreferendum durchgefĂŒhrt, nach dem sich 99 % der WĂ€hler fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit aussprachen. Am 9. Juli 2011 wurde SĂŒdsudan unabhĂ€ngig. Die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung wurde vom Sudan am 8. Juli anerkannt.

Seitdem sind die beiden Staaten erbitterte Feinde. Der Grund des Streits ist das Erdöl, welches sich im SĂŒdsudan befindet. Der SĂŒdsudan liegt aber nicht am Meer und kann so das Öl nicht ausfĂŒhren, deshalb muss es erst durch den Sudan transportiert werden, dieser verlangt Geld fĂŒr den Transport. Dies akzeptiert der SĂŒdsudan nicht. Am 4. Februar 2012 meinte der sudanesische PrĂ€sident al-Baschir, dass ein Krieg zwischen den beiden Staaten möglich sei. Am 11. Februar unterzeichneten beide Staaten in Addis Abeba einen Nicht-Angriffspakt. Jedoch werden immer wieder neue Angriffe gemeldet. Die Vereinten Nationen und die USA forderten ein Ende der Gewalt. Am 12. April 2012 erklĂ€rte die sudanesische Regierung, alle Verhandlungen mit „dem Feind“ abzubrechen, und beschloss die Generalmobilmachung.

Im Zuge der Unruhen im SĂŒdsudan begannen wieder Verhandlungen mit dem Sudan, bei welchen al-Baschir die Bildung gemeinsamer Armeeeinheiten vorschlug.

Beziehungen zum Tschad

Wegen des Konfliktes um Darfur und den damit einhergehenden RebellenaktivitĂ€ten im Grenzgebiet stellte der Tschad am 23. Dezember 2005 den Kriegszustand mit dem Sudan fest. Der Tschad erklĂ€rte aber, dass dies keine KriegserklĂ€rung sei. Im April 2006 brach der westliche Nachbarstaat die diplomatischen Beziehungen zum Sudan ab, da er diesen der UnterstĂŒtzung der oppositionellen FUC bezichtigt. Bei deren Angriff auf N’Djamena kamen zuvor bis zu 500 Menschen ums Leben.

Am 9. August 2006 gaben der PrĂ€sident Tschads, Idriss DĂ©by, und sein sudanesischer Amtskollege al-Baschir die sofortige Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und des Grenzverkehrs bekannt. Die Normalisierung der Beziehungen wurde durch die Vermittlung des libyschen FĂŒhrers Muammar al-Gaddafi und des senegalesischen PrĂ€sidenten Abdoulaye Wade erreicht.

VerhÀltnis zu Saudi-Arabien und den USA

Aufgrund der Kritik Osama bin Ladens am Königshaus von Saudi-Arabien und der saudischen Politik im Zweiten Golfkrieg wurde er von Saudi-Arabien zur persona non grata erklĂ€rt und man versuchte, seiner Person habhaft zu werden. Wegen dieser Bedrohung floh Osama bin Laden 1991 in den Sudan, der aufgrund eines MilitĂ€rputsches von 1989 durch General al-Baschir und dessen islamisch-fundamentalistische Bestrebungen international isoliert war. Hier wurde Bin Laden vor allem geschĂ€ftlich tĂ€tig: Mit seiner Baufirma nahm er den Neubau einer Autobahn von Khartum nach Bur Sudan in Angriff und grĂŒndete eine GeschĂ€ftsbank. 1994 wurde ihm aufgrund seiner internationalen terroristischen AktivitĂ€ten die saudische StaatsbĂŒrgerschaft entzogen. Auf saudischen und US-amerikanischen Druck hin verwies der Sudan 1996 Osama bin Laden des Landes, der daraufhin nach Afghanistan reiste.

Trotz des Nachgebens galt der Sudan weiterhin in den USA als Terrorstaat und 1998 kam es nach den BombenanschlÀgen auf die US-Botschaften in Nairobi, Kenia, und Daressalam, Tansania, zu einer Vergeltungsaktion seitens der USA auf die Asch-Schifa-Arzneimittelfabrik, in der eine Giftgasfabrik vermutet wurde. Eine Verstrickung in die BombenanschlÀge oder die Produktion von Giftgas in der bombardierten Fabrik konnten bis heute nicht nachgewiesen werden.

PrĂ€sident Barack Obama setzte zur Beendigung der KĂ€mpfe in Darfur auf mehr Dialog als die VorgĂ€ngerregierung: Im Gegensatz zum US-Sondergesandten der Bush-Administration fĂŒr den Sudan, Richard Williamson, plante Barack Obamas Sondergesandter Scott Gration, sowohl mit den unterschiedlichen Rebellen als auch mit der Regierung in Khartum zu verhandeln; insbesondere setzte er auf eine AnnĂ€herung der vielen Rebellengruppen. Er sprach sich fĂŒr eine Fortsetzung des US-Embargos aus.

Nach 27 Jahren entfernten die USA unter dem scheidenden PrĂ€sidenten Donald Trump den Sudan im Dezember 2020 von der Terrorliste. Vorausgegangen war ein Handel, bei dem die Regierung des Sudan zunĂ€chst die Beziehungen zu Israel normalisierte, sowie eine EntschĂ€digung fĂŒr die Familien der Opfer des AnschlĂ€ge auf die USS Cole im Jahr 2000 und auf die Botschaften in Kenia und Tansania 1998 zusicherte.

VerhÀltnis zu Israel

Die Beziehungen zwischen dem Sudan und Israel gelten als angespannt. Nachdem am 24. Oktober 2012 eine Waffenfabrik im Sudan explodiert war, beschuldigte die sudanesische Regierung Israel, dafĂŒr verantwortlich zu sein. Es gab auch andere VorfĂ€lle wie im Jahr 2009, als ein LKW-Konvoi aus der Luft bombardiert wurde, woraufhin die Regierung ebenfalls Israel fĂŒr die AnschlĂ€ge verantwortlich gemacht hatte. Es wurde spekuliert, ob der LKW Waffen an die Hamas liefern sollte. Ein Gesetz von 1958, das diplomatische und geschĂ€ftliche Beziehungen verbot, wurde im April 2021 zurĂŒckgezogen.

VerhÀltnis zu Deutschland

Im September 2019 besuchte Außenminister Heiko Maas als erster westlicher Chefdiplomat nach dem Sturz Umar al-Baschirs den Sudan. Im Februar 2020 reisten Entwicklungsminister Gerd MĂŒller und BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier nach Khartum. Bundeskanzlerin Merkel traf den sudanesischen Premierminister Abdalla Hamdok zu einem ArbeitsgesprĂ€ch in Berlin. Außerdem verabschiedete der Bundestag im selben Monat einen Beschluss, in dem er die Bundesregierung zur UnterstĂŒtzung des Sudan und zur Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit aufforderte. Deutschland unterstĂŒtzt die Übergangsregierung durch Stabilisierungsprojekte unter anderem zur Förderung der Rechtsstaatlichkeit, zum Aufbau der KapazitĂ€ten der Regierung sowie zur Friedensmediation. In Darfur war Deutschland bis Dezember 2020 an der Friedensmission der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union (UNAMID) mit Angehörigen von Polizei und Bundeswehr beteiligt.

Anfang Juni 2020 wurde im UN-Sicherheitsrat das von Deutschland und Großbritannien eingebrachte Mandat der neuen politischen Mission der Vereinten Nationen in Sudan (UNITAMS) einstimmig angenommen. UNITAMS hat den Auftrag, seit Jahresbeginn 2021 den Übergang zur Demokratie zu begleiten. Als Leiter dieser UN-Mission wurde der deutsche Politikwissenschaftler und frĂŒhere Mitarbeiter der UN-Mission in Syrien, Volker Perthes, benannt.

Grenzstreitigkeiten

Das Hala’ib-Dreieck wird von Ägypten beansprucht und seit dem Jahr 2000 verwaltet, nachdem sich die sudanesischen Truppen aus dem Gebiet freiwillig zurĂŒckgezogen haben. Eine Einigung steht aber noch aus. Das Ilemi-Dreieck wurde bereits 1950 vom Sudan aufgegeben, liegt jetzt aber an der Grenze zwischen SĂŒdsudan, Kenia und Äthiopien.

Mitgliedschaft in Organisationen

Der Sudan ist Mitglied in folgenden internationalen Organisationen:

StreitkrÀfte

Seit der 1. Januar 1956 ausgerufenen UnabhĂ€ngigkeit des Sudan spielt das MilitĂ€r eine entscheidende Rolle in der Politik des Landes. Die heutigen Sudan People’s Armed Forces wurden nach dem MilitĂ€rputsch von 1989 offiziell im Jahre 1990 neu gegrĂŒndet und unterstehen dem PrĂ€sidenten bzw. dem Vorsitzenden des „SouverĂ€nen Rates“. Das PrĂ€sidentenamt hatte seit einem MilitĂ€rputsch 1989 der General Umar al-Baschir bis zu seinem Sturz 2019 inne, als die ArmeefĂŒhrung sich an die Spitze des Staates stellte. Seit August 2019 regiert ein „SouverĂ€ner Rat“ aus elf Mitgliedern, davon fĂŒnf MilitĂ€rs. Der Oberkommandierende ist bis auf Weiteres auch Vorsitzender dieses Rates.

Der Sudan gab 2017 knapp 3,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 4,4 Mrd. US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus. Die MilitĂ€rausgaben des Landes werden damit in Afrika nur noch von Algerien ĂŒbertroffen. Insgesamt 30,9 Prozent der Staatsausgaben wurden fĂŒr das MilitĂ€r aufgewendet, was einer der höchsten Anteile der Welt ist.

Administrative Gliederung

Der Sudan war bis zum 9. Juli 2011 in 25 (bis Ende 2005: 26) Bundesstaaten (wilayat) unterteilt, die sich wieder in insgesamt 133 Distrikte gliederten. Von den 26 Bundesstaaten bildeten die zehn sĂŒdlichsten die autonome Region SĂŒdsudan. Am 9. Juli 2011 erlangte der SĂŒdsudan als Republik SĂŒdsudan die UnabhĂ€ngigkeit. Durch die Teilung von Bundesstaaten gliedert sich der Sudan nun in 18 Bundesstaaten.

StÀdte

Die StĂ€dte mit ĂŒber einer Million Einwohner (Berechnung 2007) sind Omdurman (3.127.802 Einwohner), die Hauptstadt Khartum (2.207.794 Einwohner) und al-Chartum Bahri (1.725.570 Einwohner), die sich in enger Nachbarschaft am Zusammenfluss des Weißen Nils mit dem Blauen Nil befinden. Alle anderen StĂ€dte bleiben unter der Grenze von 500.000 Einwohnern mit Ausnahme von Nyala im SĂŒd-Darfur. Unverzichtbar fĂŒr den Außenhandel ist die Stadt Bur Sudan, die ĂŒber den einzigen Meerhafen des Landes verfĂŒgt. Entlang des Nils findet man noch folgende grĂ¶ĂŸere StĂ€dte von Nord nach SĂŒd: Wadi Halfa, Atbara, Kusti und Rabak.

Wirtschaft

Der Sudan ist nach Nigeria, SĂŒdafrika und Angola die viertgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft Subsahara-Afrikas. Das Bruttoinlandsprodukt (kaufkraftbereinigt) pro Kopf betrĂ€gt 4.447 Euro (Stand 2016), womit der Sudan zu den reicheren LĂ€ndern Afrikas gehört. Dennoch ist der Sudan vom Lebensstandard her in den unteren Kategorien weltweit anzusiedeln und das Vermögen ist Ă€ußerst ungleich verteilt. Ein weiteres Problem ist die hohe Inflation. 2017 lag sie bei 26,9 %. Der Staat nimmt lediglich 6,9 % der Wirtschaftsleistung als Steuereinnahmen ein und muss sich deshalb verschulden.

Gleichzeitig verfĂŒgt Sudan ĂŒber reiche BodenschĂ€tze sowie ein relativ gut ausgebildetes ArbeitskrĂ€ftereservoir. Die sudanesische Regierung hat aufgrund der anhaltenden Konflikte im Land betrĂ€chtliche Summen der EinkĂŒnfte aus dem Erdölexport in den RĂŒstungsetat investiert. Sudan ist infrastrukturell, insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, Wasser/Abwasser, Telekommunikation und Verkehr unzureichend erschlossen. Es besteht großer Entwicklungsbedarf in allen Bereichen.

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei 19,6 %, zudem sind die meisten BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse informeller Natur und UnterbeschĂ€ftigung ist weit verbreitet. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2007 auf 11,9 Millionen geschĂ€tzt; davon sind 25,7 % Frauen (2017).

Bedeutendster Wirtschaftszweig ist der Ölexport, gefolgt von der Landwirtschaft, die etwa ein Drittel der Wirtschaftsleistung ausmacht.

Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2017 Platz 164 von 180 LĂ€ndern. Die Wirtschaft wird im Sudan sehr stark vom Staat kontrolliert.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitĂ€t) angeben. Zahlen fĂŒr das BIP pro Kopf gelten bis 2011 fĂŒr den gesamten Sudan und ab diesem Zeitpunkt nur noch fĂŒr den Nordsudan.

BodenschÀtze und Energie

Der Sudan verfĂŒgt ĂŒber reichhaltige Vorkommen von BodenschĂ€tzen, wie zum Beispiel Erdöl, Eisen, Marmor, Gold und Uran. Nach US-SchĂ€tzungen aus den 1990er Jahren betrugen die Ölreserven rund drei Milliarden Barrel. Bis 2011 hat sich diese SchĂ€tzung auf fĂŒnf Milliarden Barrel erhöht, der Großteil davon im SĂŒdsudan, obwohl seit den 1990er Jahren mindestens zwei Milliarden Barrel gefördert worden sind. Dank moderner Technik dĂŒrfte sich diese Menge weiterhin erhöhen.

Die Ölkonzessionen fĂŒr die Gebiete Melut (Bassin im Bundesstaat A’ali an-Nil) bzw. Uwail haben sich bereits der französische Konzern Total bzw. der US-Konzern Chevron Corporation gesichert.

Bisher sind die meisten Ölfelder noch nicht erschlossen – teilweise sind sogar die Konzessionen noch nicht vergeben. Allerdings arbeitet die Greater Nile Petroleum Operating Company daran, dem abzuhelfen.

Ein Drittel des sudanesischen bzw. sĂŒdsudanesischen Erdöls geht nach China; mittlerweile deckt das afrikanische Land schĂ€tzungsweise sechs bis acht Prozent der gesamten Ölimporte Pekings. Man erwartet eine Steigerung auf 800.000 Barrel tĂ€glich. Die UnabhĂ€ngigkeit des SĂŒdsudan verĂ€nderte die Lage allerdings.

Der SĂŒdsudan hatte 2012 den Ölexport wegen andauernder Streitigkeiten mit dem Sudan ĂŒber die Höhe der TransitgebĂŒhren eingestellt. Der SĂŒdsudan verlor damit 98 Prozent seiner Staatseinnahmen, da der Export derzeit nur ĂŒber die Pipelines des Sudan möglich ist. Dem Sudan wiederum fehlen 2,4 Milliarden US-Dollar im Haushaltsjahr 2012 wegen fehlender TransitgebĂŒhren. Die Regierung in Khartum muss nun Sparmaßnahmen erlassen. 2014 einigten sich der Sudan und der SĂŒdsudan, die Ölförderung im SĂŒdsudan wieder gemeinsam zu betreiben und die dortigen Ölfelder durch gemischte VerbĂ€nde beider Armeen vor den BĂŒrgerkriegswirren im SĂŒdsudan zu schĂŒtzen.

Landwirtschaft

FrĂŒher war allgemein ein System von gemeinschaftlichen Eigentumsrechten an Weiden und Ackerbauland ĂŒblich. Einige Familien besaßen auch private Landrechte. Ein 1926 erlassenes Gesetz stellte nichtprivates Land unter Eigentumsvorbehalt des Kolonialstaates, in der Praxis wurde aber das traditionelle Bodenrecht beibehalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Briten mit der EinfĂŒhrung einer mechanisierten Landwirtschaft begonnen, mit dem ursprĂŒnglichen Ziel, die eigenen Truppen zu ernĂ€hren. GesetzesĂ€nderungen um 1970 ermöglichten freie Zugriffsmöglichkeiten auf Landressourcen. Zusammen mit der durch Weltbankkredite finanzierten Mechanisierung der Landwirtschaft in fruchtbaren Gebieten fĂŒhrte das zu Enteignungen und zur Herausbildung einer Großgrundbesitzerschicht (suitcase farmers).

Etwa sieben Prozent der FlĂ€che sind landwirtschaftlich genutzt. Eine wichtige Devisenquelle des Landes ist die Baumwolle, die vor allem in den BewĂ€sserungsgebieten der Dschazira-Ebene zwischen dem Weißen und dem Blauen Nil angebaut wird. Weitere Erzeugnisse sind ErdnĂŒsse, Sesam, Hirse, Sorghum, Weizen und Zuckerrohr. Der Sudan liefert etwa 80 Prozent der Weltproduktion von Gummiarabikum, das aus dem Harz einer Akazienart gewonnen wird. Die HĂ€lfte des produzierten Gummiarabikum stammt aus der Provinz Kurdufan, je ein Viertel aus Kassala und Darfur.

Außenhandel

Die Volksrepublik China ist der wichtigste auslÀndische Investor im Sudan. China liefert Waffen, ebenso Russland und Belarus.

HauptexportlÀnder (Stand 2016) sind die Vereinigten Arabischen Emirate (23,4 Prozent), die Volksrepublik China (23,3 Prozent) und Saudi-Arabien (20,8 Prozent).

HauptimportlĂ€nder (Stand 2016) sind die Volksrepublik China (22,7 Prozent), die Vereinigten Arabischen Emirate (8,8 Prozent), Indien (8,4 Prozent), Ägypten (6,0 Prozent), Saudi-Arabien (4,6 Prozent) und die TĂŒrkei (4,3 Prozent).

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 11,48 Mrd. US-Dollar; dem standen Einnahmen von umgerechnet 7,30 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,2 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 60,6 Mrd. US-Dollar oder 64,2 % des BIP. Nach der Sezession des SĂŒdsudan ĂŒbernahm zunĂ€chst der Norden die gesamten Staatsschulden des Gesamtstaates; eine Einigung ĂŒber eine mögliche Aufteilung der Verbindlichkeiten steht noch aus.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,8 %
  • Bildung: 6,0 % (1991)
  • MilitĂ€r: 3,0 % (2005)

Infrastruktur

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die QualitÀt der Infrastruktur misst, belegte Sudan 2018 den 121. Platz unter 160 LÀndern.

Straßenverkehr

1970 bestand nur eine asphaltierte Straße zwischen Khartum und Wad Madani. Bis 1980 war in Etappen und mit Hilfe von mehreren LĂ€ndern die weitere Strecke ĂŒber Kassala bis Port Sudan asphaltiert (annĂ€hernd 1200 Kilometer). Insgesamt gab es 1990 von 20.000–25.000 Kilometer gesamtem Straßennetz etwa 3000–3500 Kilometer asphaltierte Straßen. FĂŒr 1996 werden 11.900 Kilometer unasphaltierte Fernstraßen und 4320 Kilometer Asphaltstraßen angegeben. Seit 2000 erfolgt parallel zum wirtschaftlichen Aufschwung durch den Erdölexport ein beschleunigter Ausbau aller Fernstraßen im Nordsudan. Ende 2008 waren die Straßenverbindungen zwischen den StĂ€dten im Bereich von El Obeid im Westen ĂŒber Kassala und Port Sudan im Osten neu asphaltiert. Im Norden ist eine Querverbindung von Port Sudan ĂŒber Atbara und Merowe bis Dongola asphaltiert. Mit der Fertigstellung der verbleibenden Teilstrecken nach Wadi Halfa, ĂŒber Abu Hamad und entlang des Nil, wird fĂŒr 2009 gerechnet. Eine NilbrĂŒcke bei Merowe wurde 2008 eingeweiht, zwei weitere BrĂŒcken, bei Atbara und Dongola, befinden sich im Bau.

Im SĂŒdsudan war es erst ab 2000 möglich, die Straße von Lokichoggio (Kenia) nach Dschuba zur Versorgung der vom BĂŒrgerkrieg betroffenen Bevölkerung auszubauen. Seit Beendigung des Krieges 2005 mĂŒssen die Erdstraßen in weiten Teilen zuerst von Minen gerĂ€umt werden, bevor sie mit einem allwettertauglichen Schotterbelag versehen werden können. Die wichtige Versorgungsstrecke nach Gulu (Uganda) war 2008 noch in schlechtem Zustand, dafĂŒr wurde die Fertigstellung einer durchgehenden Schotterstraße von Juba ĂŒber Wau nach Khartum gemeldet.

Schienenverkehr

Die Eisenbahn im Sudan spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle im Verkehr des Landes. Bis in die 1960er Jahre hatte sie allerdings nahezu ein Transportmonopol fĂŒr den Fernverkehr zu Land. Neben dem landesweiten Netz in Kapspur bestand auch noch ein Feldbahnnetz in 610-mm-Spur, die Dschazira-Eisenbahn, die im Zuge des Dschazira-Projekts entstand und regional bedeutend war.

Wasserverkehr

Der wichtigste Seehafen befindet sich in Port Sudan, ĂŒber den das Erdöl aus dem Landesinneren mittels einer Pipeline exportiert werden kann.

Der Sudan verfĂŒgte in seinen Staatsgrenzen vor dem 9. Juli 2011 ĂŒber etwa 4068 Kilometer Wasserstraßen, wovon 1723 Kilometer (Blauer und Weißer Nil) ganzjĂ€hrig befahrbar sind. Wichtige FlusshĂ€fen sind Juba, Khartum, Kusti, Malakal, Nimule und Wadi Halfa.

Pipelines

Das Pipelinenetz umfasst fĂŒr Erdöl 2365 Kilometer, fĂŒr Erdölprodukte 810 Kilometer und fĂŒr Gas 156 Kilometer. Seit April 2006 fördert der Sudan durch Ölpipelines 365.000 Barrel Erdöl am Tag, obwohl die KapazitĂ€ten bereits auf 500.000 Barrel am Tag erweitert wurden – aufgrund von technischen Problemen mit der von Malaysia gebauten Ölpipeline kann dieses Potenzial noch nicht ausgeschöpft werden.

Telekommunikation

Im Jahr 2017 nutzten 31 Prozent der Einwohner Sudans das Internet.

Kultur

Medien

Im Sudan existieren zahlreiche arabischsprachige Regionalzeitungen. Hinzu kommen landesweite Zeitungen auf Arabisch und Englisch.

Die staatliche Sudan National Broadcasting Corporation produziert das arabische Fernsehprogramm Sudan TV und Radioprogramme in Arabisch, Englisch, Französisch und Swahili. SĂ€mtliche Medien werden durch die sudanesische Regierung kontrolliert. Das OppositionsbĂŒndnis Nationale Demokratische Allianz produziert im englischen Bristol einige Stunden in der Woche das Programm Voice of Sudan in Englisch und strahlt es ĂŒber einen UKW-Sender und per Livestream aus.

Siehe auch

  • Liste der archĂ€ologischen StĂ€tten im Sudan

Literatur

  • Bernhard Chiari (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte. Sudan. Ferdinand Schöningh, Paderborn u. a. 2008.
  • Robert O. Collins: A History of Modern Sudan. Cambridge University Press, Cambridge 2008, ISBN 978-0-521-67495-9.
  • Mohamed Fadlalla: Sudan – der große Unbekannte am Nil. Biographie eines Landes. Tectum Verlag, Marburg 2007, ISBN 978-3-8288-9463-1.
  • Barbara Farkas: Chinas strategische Partnerschaft mit dem Sudan. Peter Lang, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-61207-1.
  • Olaf Köndgen: The Codification of Islamic Criminal Law in the Sudan. Penal Codes and Supreme Court Case Law under Numayri and al-Bashir. Brill, Leiden/ Boston 2017, ISBN 978-90-04-34743-4.
  • Ina Richter: Öl – Sudans Fluch und Segen. Tectum Verlag, Marburg 2008, ISBN 978-3-8288-9786-1.
  • Thilo Thielke: Krieg im Lande des Mahdi. Darfur und der Zerfall des Sudan. Magnus-Verlag, Essen 2006, ISBN 3-88400-505-7. (books.google.at).
  • Thomas Schmidinger: Sudan – Unvollendete Revolutionen in einem brĂŒchigen Land. Bahoe Books, Wien 2020.
  • Tobias Simon: Sudan & SĂŒdsudan: Zwei Staaten mit einer gemeinsamen Geschichte. In: Africa Positive. Nr. 43/11, Oktober 2011.

Weblinks

Regierung

  • Offizielle InternetprĂ€senz der Regierung des Sudan (Memento vom 1. Januar 2016 im Internet Archive) (englisch)
  • Botschaft der Republik Sudan in Deutschland

Überblick

  • LĂ€nder- und Reiseinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation im Sudan

Nachrichten

  • Roman Decker, Tobias Simon: »Dritte Revolution« statt Arabischer FrĂŒhling? (Memento vom 20. MĂ€rz 2013 im Internet Archive) Zenith Online, Juni 2012
  • Tobias Simon: Wir haben die Nase voll. Krise im Sudan. The European, April 2011
  • Tobias Simon: Mephistopheles in Khartoum. Krise im Sudan. The European, November 2010
  • Sudan Tribune (englisch)
  • International Crisis Group zum Sudan (Memento vom 20. Dezember 2009 im Internet Archive) (englisch)
  • RĂŒdiger Wolfrum Vortrag „Die Verfassungsgebung nach internen Konflikten am Beispiel des Sudan“ auf YouTube

Verzeichnisse

  • Sudan. Geschichte, Wirtschaft und Politik. AG Friedensforschung, Kassel
  • www.sudan.net
  • www.globalsecurity.org
  • The Library of Congress – Country Studies: Sudan (englisch)

Anmerkungen


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
Abyei  
Bahr el Ghazal  
SD.BN Blue Nile  
SD.EE Eastern Equatoria  
SD.GD Gedarif  
SD.GZ Gezira  
Junglei  
SD.KA Kassala  
Khartoum  
SD.EB Lakes  
UG.MY Moyo  
SD.NB North Bahr-al-Ghazal  
SD.KN North Kurdufan  
Northern  
Northern Darfur  
Red Sea  
SD.RN River Nile  
Sennar  
SD.SD South Darfur  
SD.KS South Kordufan  
SD.WH Unity  
SD.UN Upper Nile  
SD.WR Warap  
SD.WD West Darfur  
SD.WE West Equatoria  
West Kordofan  
SD.WN White Nile  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Sudan

Name englisch: Sudan
Hauptstadt: Khartoum
Kfz: SUD
ISO: SD
ISO3: SDN
Fläche: 2505810 km²
Tld: .sd
Wärung Einheit: SDD
Währung: Dinar
Vorwahl: 249

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 22.2249184
südlichster Punkt: 9.3472209
westlichster Punkt: 21.814939
östlichster Punkt: 38.5842192


 
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