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Staat Informationen : Senegal

Informationen:


Die Republik Senegal (franz√∂sisch R√©publique du S√©n√©gal [seneňągal]) ist ein Staat in Westafrika. Er erstreckt sich von den Ausl√§ufern der Sahara im Norden, wo das Land an Mauretanien grenzt, bis an den Beginn des tropischen Feuchtwaldes im S√ľden, den Nachbarn Guinea und Guinea-Bissau, sowie von der k√ľhlen Atlantikk√ľste im Westen in die hei√üe Sahel-Region an der Grenze zu Mali im Osten. Die s√ľdlichen Landesteile des franz√∂sischsprachigen Senegal, die Casamance, werden durch den tief in den Osten reichenden, englischsprachigen Kleinstaat Gambia getrennt.

Die Hauptstadt ist die Millionenstadt Dakar, weitere bedeutende St√§dte sind Pikine, Touba, Gu√©diawaye und Thi√®s. Unter der Regierung von Staatspr√§sident Macky Sall f√ľhren Pl√§ne, die verkehrsg√ľnstig am Eingang der Cap-Vert-Halbinsel gelegene junge Stadt Diamniadio neben Dakar zu einem zweiten Regierungssitz auszubauen, seit 2014 zu ersten Ergebnissen.

Das Gebiet des Senegal ist bereits seit dem 12. Jahrhundert ein Teil der islamischen Welt. Heute bekennen sich mehr als 90 % der Einwohner des Landes zum Islam. Nachdem die Region von mehreren afrikanischen Reichen beherrscht wurde, wurde sie im Jahre 1895 zu einer französischen Kolonie in Afrika. Am 20. August 1960 wurde die Republik Senegal unabhängig, behielt seitdem ein Mehrparteiensystem bei und wurde zu einem der wenigen demokratischen Staaten auf dem afrikanischen Kontinent.

Die Abh√§ngigkeit von wenigen Exportg√ľtern wie Erdn√ľssen, Phosphaten und Fisch, rasches Bev√∂lkerungswachstum und Staatsverschuldung f√ľhrten ab den 1980er Jahren im vormals wohlhabenden Senegal jedoch zu Verarmung und wachsenden sozialen Spannungen, zu denen seit 1982 auch die Abspaltungsbestrebungen der Casamance kamen. In der Folge machte sich Senegal abh√§ngig von Krediten der Industrie- und Erd√∂ll√§nder sowie von Entwicklungshilfe. Die wirtschaftliche Erholung geht allm√§hlich vonstatten.

Geographie

Senegal liegt als K√ľstenstaat an der Atlantikk√ľste rund um Cap Vert im √§u√üersten Westen Afrikas. Im Norden und Nordosten grenzt Senegal mit dem Grenzfluss Senegal an Mauretanien und im Osten bildet der linke Senegal-Nebenfluss Fal√©m√© die Grenze zum Nachbarland Mali. Im S√ľden f√ľhrt eine ziemlich genau in Ost-West-Richtung verlaufende Landgrenze mit den Nachbarstaaten Guinea und Guinea-Bissau zur√ľck zum Atlantik. Ausgenommen von dieser so umschriebenen Grenze ist im S√ľden vom Atlantik her ein Landstreifen beiderseits der M√ľndung und des schiffbaren Unterlaufs des Gambiaflusses. Dieser 300 Kilometer tiefe Einschnitt bildet das Staatsgebiet von Gambia. Die Grenze zwischen Gambia und Senegal erschwert die Verbindung der senegalesischen S√ľdwestregion Casamance zum Rest des Landes.

Senegal liegt, bedingt durch regionale Unterschiede in der Ergiebigkeit von Niederschl√§gen, im √úbergang der kargen Vegetation der Sahelzone im Norden zu den fruchtbareren Tropen im S√ľden.

Landschaftsbild

Die h√∂chste Erhebung des Landes (12¬į¬†22‚Ä≤¬†N, 12¬į¬†33‚Ä≤¬†W) ist mit 645¬†Meter H√∂he der Gipfel der Nepen-Diakha-Berge. Diese liegen in der Region K√©dougou auf der Grenze zu Guinea, 126¬†km westlich des Dreil√§nderecks mit Mali und Guinea. Die K√ľste ist 531¬†Kilometer lang. Die Landschaft besteht aus Ebenen, die langsam zu den Gebirgsausl√§ufern im S√ľdosten ansteigen. Im S√ľden des Landes ‚Äď bei V√©lingara ‚Äď liegt der V√©lingara-Krater.

Gewässer

Der Senegalstrom ist der bedeutendste Fluss des Landes. Er entspringt als Bafing im Bergland von Fouta Djallon in Guinea. Nach dem Zusammenfluss mit dem Bakoy√© in Mali nimmt er als Grenzfluss zwischen Mali und Senegal den Fal√©m√© auf. Von da an bildet der Senegal auf einer L√§nge von etwa 500¬†km die Nordgrenze Senegals zu Mauretanien. Weitere bedeutende Fl√ľsse des Landes sind Casamance, Gambia und sein Nebenfluss Koulountou, Sine und Saloum. Allen diesen Gew√§ssern ist gemeinsam, dass sie aufgrund des sehr flachen Oberfl√§chenprofiles des Landes ein sehr geringes Gef√§lle aufweisen. Alle Hauptstr√∂me m√ľnden in ausgedehnten Deltas in den Atlantischen Ozean. Die Wasserf√ľhrung ist ausgepr√§gten jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. In der Trockenzeit kann einerseits Meerwasser mit der Flut mehrere hundert Kilometer flussaufw√§rts dringen (am Senegal-Fluss wurde diesem Gezeitenstrom durch den Bau des Diama-Damms eine Grenze gesetzt), w√§hrend der Regenzeit sind andererseits Hochwasser und √úberflutungen h√§ufig.

Der gr√∂√üte See des Landes ist der flache Lac de Guiers mit einer Nord-S√ľd-Ausdehnung von 80¬†km und einer Ost-West-Ausdehnung von bis zu 12¬†km. W√§hrend der Regenzeit kann sich der See betr√§chtlich in Richtung S√ľden in den Ferlo ausdehnen. Der Lac de Guiers hat f√ľr die Trinkwasserversorgung der Region wie auch Dakars gro√üe Bedeutung. Der Salzsee Lac Retba unweit Dakars ist wegen seiner rosa Verf√§rbung aufgrund der Aktivit√§t von Organismen im Wasser ber√ľhmt. Er ist bedeutend f√ľr die Salzgewinnung und den Tourismus; die UNESCO hat ihn zum Welterbe erkl√§rt.

Die etwa 500¬†km lange Atlantikk√ľste des Senegal ist gepr√§gt durch das Aufeinandertreffen des k√ľhlen Kanarenstromes, des warmen √Ąquatorialstromes und von kaltem Auftriebswasser. Der Kanarenstrom dominiert in der Trockenzeit zwischen Dezember und April. Die Wassertemperatur des Kanarenstromes, die unter 20¬†¬įC liegt, und das kalte Auftriebswasser machen die senegalesische K√ľste im Winterhalbjahr zu einer Kaltwasserk√ľste. In der Regenzeit zwischen Juni und November dominiert hingegen der √Ąquatorialstrom mit Wassertemperaturen von 27‚Äď28¬†¬įC. Die Kombination von n√§hrstoffreichem Tiefenwasser und der hohen Produktion von Phytoplankton im Oberfl√§chenwasser f√ľhrt zu sehr gro√üen Fischvorkommen; der jahreszeitliche Wechsel der Wassertemperatur f√ľhrt zu weitr√§umiger Migration der Fischarten, so z.¬†B. des Thunfisches.

Klima

Das Klima des Senegal ist charakterisiert durch einen ausgeprägten Wechsel zwischen trockenem Nord-Ost-Passat und den feuchten Luftmassen des westafrikanischen Monsuns und dem damit verbundenen markanten Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit.

W√§hrend der Sommermonate von April bis Oktober liegt das Land in der Einflusszone des westafrikanischen Monsuns, der in Richtung Norden vordringt. Dieser beschert dem S√ľden des Senegal ergiebige Niederschl√§ge, w√§hrend er im Norden zu Schauert√§tigkeit f√ľhrt. In den Wintermonaten zwischen Oktober und April dringt trockene, kontinentale Luft aus Nordosten in Richtung S√ľden vor; es weht der Harmattan, ein trockener, teilweise staubbeladener Wind. An der K√ľste herrschen gleichzeitig feucht-k√ľhle passatische Luftmassen vor.

Die j√§hrliche Niederschlagsmenge variiert von 1500 Millimeter im S√ľden bis unter 350 Millimeter im Norden und Nordosten. Entscheidend f√ľr das Land ist jedoch die Ver√§nderlichkeit des Niederschlages. So f√ľhrte ein Absinken der durchschnittlichen Jahresniederschl√§ge zwischen 1968 und 1973 zu einer langj√§hrigen D√ľrre. Kurze D√ľrreperioden innerhalb einer Regenzeit sind ebenfalls ein erhebliches Risiko f√ľr die Landwirtschaft und k√∂nnen gravierende Ernteausf√§lle verursachen.

Die Temperaturen liegen zwischen 22 und 27¬†¬įC im Winter an der K√ľste und √ľber 40¬†¬įC am Ende der Trockenzeit im Landesinneren. Schw√ľle kommt nur kurzzeitig im M√§rz und April vor.

Wechsel zwischen Feucht- und Trockenphasen waren in den letzten 20.000 Jahren normal; so war lange Zeit unklar, ob der R√ľckgang der Niederschl√§ge, der in den letzten 50 Jahren verzeichnet wurde, durch den Menschen verursacht ist oder nicht. Die langsame Aridisierung des Landes hat jedoch verheerende Auswirkungen auf Natur, Menschen und Wirtschaft.

Nationalparks

  • Nationalpark Basse-Casamance (gegr√ľndet 1970)
  • Nationalpark Delta du Saloum (gegr√ľndet 1976): mit S√ľmpfen und Mangrovenw√§ldern; V√∂gel und auch S√§ugetiere
  • Nationalpark Djoudj (gegr√ľndet 1971): Weltnaturerbe der Unesco; eines der gr√∂√üten Vogelreservate in Westafrika mit zirka 330 Vogelarten; von November bis April Aufenthaltsst√§tte europ√§ischer Zugv√∂gel
  • Nationalpark √éles de la Madeleine (gegr√ľndet 1976)
  • Nationalpark Langue de Barbarie (gegr√ľndet 1976): zirka 20¬†Quadratkilometer; an der Senegalm√ľndung gelegen; Wasserv√∂gel und europ√§ische Zugv√∂gel
  • Nationalpark Niokolo-Koba (gegr. 1954): Weltnaturerbe der Unesco; 9500¬†Quadratkilometer; 80 S√§ugetierarten darunter die letzten Elefanten des Senegals und 300 Vogelarten

Bevölkerung

Die Bev√∂lkerung z√§hlt 2020 nach Sch√§tzung des nationalen Statistikamtes ca. 16,71 Mio. Menschen, davon sind etwa 42,8 Prozent unter 15 Jahre alt. Die Bev√∂lkerungszahl hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Die Fertilit√§tsrate sinkt zwar kontinuierlich, lag aber 2019 immer noch bei 4,56 Kindern pro Frau. In den fr√ľhen 2000er Jahren betrug die Fruchtbarkeitsrate noch 5,2. Das Bev√∂lkerungswachstum betr√§gt j√§hrlich etwa 2,7 Prozent. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug 2019 67,9 Jahre. Das Land hat damit eine der h√∂chsten Lebenserwartungen in Afrika.

Ein Gro√üteil der Bev√∂lkerung lebt an der Westk√ľste; dort vor allem im Einzugsgebiet der Hauptstadt Dakar. 51 Prozent der Bev√∂lkerung leben in eher l√§ndlichen Gegenden. Hunderttausende Senegalesen leben im Ausland, vor allem in Frankreich.

F√ľr das Jahr 2050 wird laut der mittleren Bev√∂lkerungsprognose der UN mit einer Bev√∂lkerung von ca. 34 Millionen gerechnet.

Entwicklung der Bevölkerung

Städte

St√§dte im Senegal sind ein relativ neues Ph√§nomen. Anders als in den Nachbarl√§ndern wurden hier keine Handelsst√§dte gegr√ľndet, da das Land abseits der Handelsrouten durch die Sahara lag. So gab es 1920 auch nur vier Orte mit einer Bev√∂lkerung von √ľber 5000 Einwohnern. Stadtgr√ľndungen geschahen w√§hrend der Kolonialzeit vor allem entlang der Eisenbahnlinie, die das Erdnussbecken erschloss.

Ein rasches Wachstum der St√§dte ist ab 1955 zu verzeichnen. Im Unterschied zu zahlreichen L√§ndern des Globalen S√ľdens ist die Urbanisierung jedoch nicht nur auf die Hauptstadt begrenzt. Das Wachstum speist sich einerseits aus Arbeits- und Ausbildungsmigration nach Dakar, aber auch in die sekund√§ren Zentren, in denen mittlerweile aus Mittelst√§dten Gro√üst√§dte geworden sind. Entlang von Versorgungsadern findet auch in Kleinst√§dten eine rasche Urbanisierung statt, die vor allem bei D√ľrren durch zahlreiche Fl√ľchtlinge vom Land vorangetrieben wird. Ein weiteres Charakteristikum der Urbanisierung in Senegal sind die schnellwachsenden Heiligen St√§dte, in denen sich zahlreiche Gl√§ubige ansiedeln, um n√§her am Heiligtum sein zu k√∂nnen. So wuchs die Bev√∂lkerung von Touba von 3000 Einwohnern im Jahre 1961 auf mehr als 500.000 Menschen an.

In St√§dten, deren Wachstum sich haupts√§chlich von Landfl√ľchtlingen speist, bilden sich Viertel, die von Menschen aus derselben Region oder derselben ethnischen Herkunft besiedelt werden. Dort bilden sich Netze der Solidarit√§t; gleichzeitig bleibt das Hauptinteresse der neuen St√§dter jedoch in ihrer alten Heimat. So wird die Familie in Krisenzeiten oder auch in den Schulferien zur√ľck in das Heimatdorf geschickt, weil dort in der Gro√üfamilie das √úberleben einfacher ist. Transferleistungen und neue Ideen aus der Stadt f√ľhren zugleich zu schnellen Modernisierungsprozessen auf dem Land.

Mit 47 % lebt fast die Hälfte der Bevölkerung mittlerweile in Städten oder städtischen Räumen. Viele Städte in Senegal wachsen rasant an. Die größten Städte sind (Stand Zensus 2013):

  1. Dakar (einschl. Pikine und Guédiawaye): 2.647.000 Einwohner
  2. Touba: 753.000 Einwohner
  3. Thiès: 318.000 Einwohner
  4. Kaolack: 234.000 Einwohner
  5. M’bour: 233.000 Einwohner
  6. Rufisque: 221.000 Einwohner
  7. Saint-Louis: 210.000 Einwohner
  8. Ziguinchor: 205.000 Einwohner

Volksgruppen

Das bedeutendste Volk des Senegal sind die Wolof. Die Wolof gr√ľndeten zwischen dem 15. und dem 19.¬†Jahrhundert mehrere feudalistische K√∂nigt√ľmer, deren Spuren bis heute in der Gesellschaft des Landes sichtbar sind. In der Kolonialzeit kam die Mehrzahl der Bewohner der Kolonialst√§dte von den Wolof, auch die Beamten rekrutierten sich vornehmlich aus dieser Ethnie. Trotz der Zusammenarbeit mit den Franzosen haben sich die Wolof eine eigenst√§ndige Kultur erhalten. Die Wolof sind gr√∂√ütenteils Muslime. Die L√©bou sind ein kleines, den Wolof sehr nahestehendes, Volk von etwa 50.000 Menschen. Sie leben entlang der K√ľste von Cap Vert, an der sie Fischerei und Gartenbau betreiben. Auch sie sind Muslime und geh√∂ren gr√∂√ütenteils der Lay√®ne-Br√ľderschaft an.

Die Serer sind ein Bauernvolk im Zentrum und Westen des Senegal. Sie √ľbernahmen den Islam erst sehr sp√§t und lehnten die √úbernahme von franz√∂sischen Kulturelementen ab. Trotzdem existiert heute eine Minderheit an katholischen Serern, z.¬†B. der fr√ľhere Pr√§sident L√©opold S√©dar Senghor.

Die Toucouleur sind ebenfalls ein Bauernvolk. Sie besiedeln die Region entlang des Flusses Senegal. Sie wurden bereits im 12.¬†Jahrhundert islamisiert und spielten sp√§ter bei der Verbreitung des Islam in den s√ľdlich angrenzenden Landesteilen eine bedeutende Rolle. Die Toucouleur leben in einer Art Symbiose mit den Fulbe, die nomadisch oder halbnomadisch leben und Gro√üviehzucht betreiben; viele Fulbe leben jedoch mittlerweile auch als Handwerker oder H√§ndler in den St√§dten.

Die Diola leben im S√ľden des Landes, in der Casamance und sind vor allem Reisbauern. Im Gegensatz zu den anderen V√∂lkern des Senegal haben die Diola ihre Gro√üfamilien-Strukturen weitgehend erhalten und keine feudalen Reiche gegr√ľndet. Sie sind wenig islamisiert, unter den Diola herrscht das Christentum vor. Die Unabh√§ngigkeitsbewegung in der Casamance rekrutiert sich ma√ügeblich aus Diola, die die Dominanz der Wolof, der Hauptstadt Dakar und des Islam bek√§mpfen wollen.

Die Mandinka, Bambara und Soninke sind Ethnien, die starke grenz√ľberschreitende Verbindungen, vor allem nach Mali, haben.

Zu den bedeutenden Minderheiten geh√∂ren die Franzosen, die 1904‚Äď1958 die Kolonialverwaltung innehatten; nach der Unabh√§ngigkeit des Senegal wurde diese zwar aufgel√∂st, tausende Franzosen befinden sich jedoch als Fachleute oder Entwicklungshelfer im Land. Die Mauren hatten fr√ľher als Weise und Sufi-Scheichs eine hohe Stellung in der senegalesischen Gesellschaft, die sie jedoch mittlerweile verloren haben. Heute leben sie als Viehhirten oder Gemischtwarenh√§ndler in den St√§dten. Die Pogrome von 1989 haben zwar viele Mauren dazu gezwungen, das Land zu verlassen, die alten Strukturen sind jedoch mittlerweile weitgehend wiederhergestellt. Die libanesische Minderheit lebt vor allem als H√§ndler, Transporteure und Importeure. Sie sind in der Regel sehr wohlhabend und haben sich mit der F√ľhrung des Landes durch Geschick und Korruption verzahnt. Bis zur Kolonisierung Westafrikas waren noch die M√©tis von hoher Bedeutung. Diese Nachkommen europ√§ischer H√§ndler und deren afrikanischer Frauen bzw. M√§tressen √ľbernahmen die Funktion von Mittelsleuten zwischen Europa und Afrika.

Sprachen

In Senegal wird, wie in den meisten Staaten Afrikas, eine Vielzahl von Sprachen gesprochen. Die sechs wichtigsten Sprachen Wolof, Serer, Diola, Pulaar, Soninke und Mandinka gehören alle zur Niger-Kordofanischen Sprachfamilie. Sie sind somit miteinander eng verwandt, wenngleich sich ihre Sprecher in ihren Muttersprachen nicht gegenseitig verstehen können.

Es gibt keine offiziellen Statistiken, wie viele Menschen in Senegal welche Sprachen sprechen. Wolof ist unbestritten die wichtigste Sprache; sie ist die Muttersprache von etwa 50¬†% der Bev√∂lkerung des Landes und weitere 20‚Äď30¬†% sprechen es als Zweitsprache. Somit ist es die Lingua Franca des Senegal, wie auch des benachbarten Gambia. Seine Bedeutung zieht es aus der Dominanz des Volkes der Wolof in den historischen Staaten der Region. Das moderne Wolof der St√§dte verf√ľgt √ľber zahlreiches franz√∂sisches Vokabular und wird in Pop- und Rapmusik verwendet. Das traditionelle Wolof der Griot-Musik wird nur mehr in l√§ndlichen Gebieten gesprochen. Serer ist die Muttersprache von 15¬†% der Bev√∂lkerung; diese Sprache ist nah mit dem Wolof verwandt.

Pulaar (auch Fulbe) ist die Muttersprache von etwa einem Viertel der Einwohner des Senegal, vor allem den Toucouleur und den Peul. Die Sprecher dieser Sprache √ľbernahmen die arabische Schrift als erste in der Geschichte des Landes. Sie blicken auf eine lange Geschichte zur√ľck, die teils schriftlich, teils m√ľndlich √ľberliefert wurde.

Im oberen Senegal-Tal und in Bundu gibt es etwa eine Million Sprecher von Mande-Sprachen: Die Pr√§senz der heute etwa 200.000 Soninke-Sprecher geht auf die Herrschaft des Ghana-Reiches in der Region zur√ľck, w√§hrend die Vorfahren der heute etwa 600.000 Menschen umfassenden Mandinka-Gruppe in der Kolonialzeit im heutigen Senegal angesiedelt wurden. Die etwa 350.000 Sprecher von Diola geh√∂ren zu einer Gruppe von miteinander verwandten V√∂lkern und leben im Westteil der Casamance.

Die meisten traditionellen Sprachen des Senegal werden mit einem lateinischen Alphabet geschrieben, gleichzeitig gibt es jedoch arabisierte Varianten. Die arabische Schrift ist die √§lteste Schrift des Senegal, und sie wird in den zahlreichen Koranschulen weiterhin gelehrt. Wolofal ist beispielsweise die in arabischer Schrift geschriebene Version des Wolof, die in religi√∂sen Texten Anwendung findet, unter Muriden jedoch h√§ufig auch f√ľr profane Texte benutzt wird.

Die Amtssprache des Landes ist Franz√∂sisch. Die Republik Senegal war eines der Gr√ľndungsmitglieder der Francophonie; die moderne Literatur, Printmedien und das Kino dr√ľcken sich fast ausschlie√ülich auf Franz√∂sisch aus, und auch die √∂ffentliche Bildung bedient sich dieser Sprache. Neben der Amtssprache sind einige andere Sprachen als Nationalsprachen anerkannt. Zu diesen z√§hlen Balanta-Ganja; Hassania; Diola; Mandinka; Mandjak; Mankanja; Noon (Serer-Noon); Fulfulde; Seereer-Siin; Soninke und Wolof.

Religionen

Senegal ist ein islamisch dominiertes Land: Zwischen 90¬†% und 94¬†% der Bewohner des Landes bekennen sich zum sunnitischen Islam; hier wiederum ist die Rechtsschule der Malikiten vorherrschend. Obwohl es gem√§√ü seiner Verfassung ein laizistischer Staat ist und gegen√ľber anderen Religionen weitgehende Akzeptanz herrscht, spielen religi√∂se W√ľrdentr√§ger im politischen Tagesgesch√§ft eine gro√üe Rolle.

Die Islamisierung des Senegal begann vom Maghreb ausgehend zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert im Norden des Landes. Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert breitete er sich unter der Wolof-Aristokratie aus, blieb jedoch weiterhin die Religion einer Minderheit. Seinen heutigen Einfluss erreichte der Islam erst im 18. und 19. Jahrhundert, als er sich als antikoloniale Bewegung profilieren konnte und großen Zulauf bekam.

Eine Besonderheit des senegalesischen Islam ist, dass fast jeder Gl√§ubige Mitglied einer Bruderschaft ist. Diese von charismatischen Denkern des Sufismus gegr√ľndeten und von einem Kalifen gef√ľhrten Bewegungen bestimmen das gesellschaftliche Leben des Landes in vielerlei Hinsicht. Die einflussreichsten Orden sind

  • die Tidschani, eine im 18.¬†Jahrhundert in F√®s gegr√ľndete Bruderschaft, die etwa 50¬†% der Muslime vereint
  • die Muriden, eine bedeutende Bruderschaft, die im Senegal selbst 1883 von Scheich Amadou Bamba Mback√© gegr√ľndet wurde. Sie wurde von der franz√∂sischen Kolonialherrschaft aktiv gef√∂rdert und z√§hlt vor allem Wolof-Bauern zu ihren Anh√§ngern; etwa 30¬†% der senegalesischen Muslime geh√∂ren den Muriden an.
  • die Qadiriyya, einer der √§ltesten Sufi-Orden; ihm geh√∂ren 10‚Äď15¬†% der Muslime an, vor allem Mauren und andere Minderheiten.
  • der Lay√®ne-Orden; er ist ein relativ kleiner Orden, der nur 20.000‚Äď30.000 Mitglieder z√§hlt; er wurde von Seydina Mouhammadou Limamou Laye gegr√ľndet und ist unter den L√©bou der Halbinsel Cap Vert dominant.

Sufi-Schreine und Abbildungen der Gr√ľnder der Bruderschaften sind allgegenw√§rtig; um bedeutende Schreine sind Siedlungen oder gar St√§dte entstanden. Die heiligen St√§dte wie Touba, wo Amadou Bamba begraben ist, oder M√©dina-Gounass existieren fast ausschlie√ülich zur Verehrung der F√ľhrer der Bruderschaften und werden von diesen auch verwaltet; sie entziehen sich der regul√§ren Staatsmacht fast vollst√§ndig.

Das Christentum gelangte bereits mit der Ankunft der ersten portugiesischen Entdecker in den Senegal. Die christliche Gemeinschaft im Senegal bestand in der Folge haupts√§chlich aus den portugiesischen Lan√ßados und deren Abk√∂mmlingen, den M√©tis. Die franz√∂sischen Missionierungsbem√ľhungen w√§hrend der Kolonialzeit beschr√§nkten sich, um den sozialen Frieden zu wahren, auf die noch nicht islamisierten V√∂lker. Die Christen des Senegal sind somit vor allem unter den Serern und den Diola im S√ľden des Landes zu finden. Im Allgemeinen ist das Verh√§ltnis zwischen Christen und Muslimen in Senegal von gegenseitigem Respekt gepr√§gt.

Traditionelle afrikanische Religionen kommen im √§u√üersten S√ľden des Landes vor. Statistiken geben in der Regel den Anteil der diesen Glaubensformen nachgehenden Senegalesen mit 1¬†% an. Spuren des Animismus und des Geisterglaubens sind jedoch landesweit unabh√§ngig von der Religionszugeh√∂rigkeit vorhanden.

Migration

Jahreszeitliche Wanderungen sind in der Sahel-Zone, wo Teile der Bevölkerung nomadisch leben, ein traditioneller Bestandteil der Kultur. Die Viehhirten suchen während der Trockenzeit die Regionen um die Flussläufe auf, während sie in der Regenzeit in das Landesinnere ziehen.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonialzeit f√ľhrte zu Arbeitsmigration. Die navetanes waren Saisonarbeiter aus den Nachbarl√§ndern Senegals, die im Erdnussbecken Arbeit fanden. W√§hrend diese Art von Migration l√§ngst zum Erliegen gekommen ist, ist die Urbanisierung, der Zuzug in die St√§dte, allen voran in die Metropolregion Dakar, ungebrochen. Ausbildung und Arbeitspl√§tze f√ľr Menschen mit h√∂herer Bildung sind fast ausschlie√ülich hier verf√ľgbar.

Im Jahre 2017 waren 1,7 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Die häufigsten Herkunftsländer waren Mauretanien, Guinea, Mali und Guinea-Bissau.

Die Auswanderung aus dem Senegal, bevorzugt nach Frankreich, begann schon im 19.¬†Jahrhundert. Heute sind neben Frankreich auch die restliche EU, in geringerem Ma√üe auch die USA und andere westafrikanische Staaten, Ziel der Auswanderer. Von den Hunderttausenden Senegalesen, die bereits in Frankreich wohnen, haben viele neben der franz√∂sischen Lebensart auch die franz√∂sische Staatsb√ľrgerschaft angenommen. Sie haben einen nicht zu vernachl√§ssigenden Einfluss auf die Kultur des Senegal und ihre √úberweisungen stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

Gesundheit

Die Gesundheitsversorgung der Bev√∂lkerung ist sehr schlecht, insbesondere au√üerhalb der Hauptstadt Dakar, wo drei Viertel der √Ąrzte praktizieren. Daraus resultiert eine starke Diskrepanz zwischen st√§dtischen und l√§ndlichen Regionen. In den fr√ľhen 2000er Jahren gab es sechs √Ąrzte pro 100.000 Einwohner. Krankenhausbetten sind auf dem Land kaum vorhanden.

Folge der unzureichenden Gesundheitsversorgung sind unter anderem eine hohe M√ľttersterblichkeitsrate bei Geburten (315 Todesf√§lle bei 100.000 Geburten, 2015) und eine hohe S√§uglingssterblichkeit. Diese ist jedoch wie in fast allen Staaten Afrikas r√ľckl√§ufig. Betrug sie 1996 noch 71 pro 1000 Lebendgeburten, ist sie bis 2019 auf 33 pro 1000 gesunken. Die Kindersterblichkeit ist von 139 pro 1000 Lebendgeburten im Jahre 1996 auf 45 im Jahre 2019 gesunken. Eine der Hauptursachen der Kindersterblichkeit sind Durchfallerkrankungen wie Cholera. In den Jahren 2004 und 2005 h√§uften sich landesweite Choleraepidemien. Hierzu tragen auch der ungen√ľgende Zugang der Bev√∂lkerung zu sauberem Trinkwasser (78,5¬†%, 2015) und zu einer Sanit√§rversorgung bei. Eine weitere weit verbreitete Krankheit ist Malaria, wenngleich staatliche Kampagnen zur Benutzung impr√§gnierter Moskitonetze und weitere Vorsorgema√ünahmen einen drastischen R√ľckgang der Malaria-Pr√§valenz bewirkten.

Die HIV-Pr√§valenzrate lag bei Erwachsenen zwischen 15 und 49 Jahren im Jahr 2019 bei 0,4¬†%. Damit geh√∂rt Senegal zu den am wenigsten betroffenen L√§ndern in Afrika, was u.¬†a. auf die fr√ľhe und umsichtige Einf√ľhrung eines nationalen Anti-AIDS-Programms Mitte der 1980er zur√ľckzuf√ľhren ist. Da die Prostitution im Senegal erlaubt ist, k√∂nnen Sexarbeiterinnen sich untersuchen lassen. Dennoch ist die Infektionsquote besonders bei ihnen steigend und variiert innerhalb dieser Risikogruppe mittlerweile zwischen 11 und 30¬†%.

Der Senegal versucht, die gef√§hrlichsten Krankheiten zu bek√§mpfen. Staatliche Impfkampagnen zeigen erste Wirkungen und 2012 lag die Durchimpfungsrate bei Kindern f√ľr g√§ngige Infektionskrankheiten bei durchschnittlich 80¬†%. 2018 gab der Senegal knapp 4¬†% seines Bruttoinlandproduktes f√ľr das Gesundheitssystem aus. Neben der westlichen Schulmedizin ist die traditionelle Medizin weit verbreitet.

Bildung

2017 waren 48,1¬†% der Bev√∂lkerung Analphabeten. Die durchschnittliche Schulbesuchsdauer der √ľber 25-J√§hrigen liegt bei 3,2 Jahren. F√ľr die nachwachsende Generation wird aber eine Schulbesuchsdauer von 8,6 Jahren erwartet. Beide Werte sind im internationalen Vergleich niedrig.

Artikel 21 und 22 der im Januar 2001 eingef√ľhrten Verfassung garantieren Zugang zur Bildung f√ľr alle Kinder. Die Schule ist bis zum Alter von 16 Jahren verpflichtend und kostenlos. Es gibt einen gro√üen Unterschied zwischen dem hohen Bildungsstandard einer kleinen Elite und dem niedrigen der Mehrheit der Bev√∂lkerung. Seit 2002/2003 wird dem durch Einf√ľhrung der nationalen Sprachen in den ersten beiden Grundschuljahren und verst√§rkte Alphabetisierung Erwachsener entgegengewirkt. Das senegalesische Arbeitsministerium jedoch hat ge√§u√üert, dass das √∂ffentliche Schulsystem nicht in der Lage sei, die vielen Kinder zu bew√§ltigen, die jedes Jahr aufgenommen werden m√ľssen.

Geschichte

Vorgeschichte

Arch√§ologische Funde auf der Halbinsel Kap Verde und vom oberen Senegal-Tal beweisen, dass der heutige Senegal bereits im Acheul√©en besiedelt wurde. Es werden im ganzen Land zahlreiche Hinterlassenschaften der fr√ľhesten Bewohner des Landes vermutet, insgesamt ist die Vorgeschichte des Senegal jedoch wenig erforscht. Aus dem Neolithikum und der Eisenzeit sind Megalithen, H√ľgelgr√§ber und Muschelinseln an den K√ľsten erhalten. Die m√ľndlich √ľberlieferte Geschichte der Wolof und Serer schreibt dies einem Volk namens Soose zu, das die Region damals besiedelt haben soll. Fest steht, dass die damalige Bev√∂lkerung in D√∂rfern lebte, Landwirtschaft und Viehzucht sowie Fischerei betrieb.

Die westafrikanischen Königreiche

Die Einf√ľhrung der Eisenbearbeitung brachte auch soziale Umw√§lzungen mit sich. In deren Folge entstanden Staaten; der erste historisch belegte Staat auf dem Gebiet des heutigen Senegal war Takrur. Er entstand etwa zeitgleich mit den √∂stlich gelegenen Gao und Ghana; Letzteres entwickelte sich im 9.¬†Jahrhundert zu einem Reich, das sich bis an den Senegal-Fluss ausdehnte. Takrur blieb jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach unabh√§ngig. Um 1050 begannen die Almoraviden im heutigen Mauretanien religi√∂s motivierte Feldz√ľge. Sie schufen ein Reich, das sich von Spanien bis an den S√ľdrand der Sahara erstreckte. Ob Takrur Teil dieses Reiches wurde, ist nicht gekl√§rt. Der Einfluss der Almoraviden st√§rkte jedoch die Verbindungen zum Islam; der erste K√∂nig von Takrur, der sich zum Islam bekannte, war War Jaabi.

Im 13.¬†Jahrhundert entstand im unteren Senegal-Delta der Staat Jolof. Dieser Staat war deutlich st√§rker zentralisiert als Takrur und expandierte schnell in Richtung S√ľden. Die Vorherrschaft in der Region ging jedoch wenig sp√§ter an das Malireich verloren. Takrur und Jolof wurden Mali tributpflichtig, die Casamance und das heutige Gambia wurden als Provinzen direkt Teil des Mali-Reiches. Sie erlaubten dem Reich K√ľstenhandel und vielleicht sogar Erkundungsfahrten auf dem Ozean. Das Mali-Reich erlebte den H√∂hepunkt seiner Macht im 14.¬†Jahrhundert; danach formierten sich die westlichen Teile des Mandinka-Reiches im Staat Gabu, w√§hrend Jolof sich n√∂rdlich des Gambia-Flusses behauptete.

Im Jahre 1444 erreichte das erste portugiesische Schiff die K√ľste vor dem heutigen Senegal. Die Portugiesen waren vor allem daran interessiert, unter Umgehung der Araber afrikanisches Gold zu handeln. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Handel von Lan√ßados, also Nachkommen portugiesischer Seefahrer und afrikanischer Frauen, betrieben. Gemeinden von Lan√ßados gab es an zahlreichen Orten entlang der afrikanischen K√ľste; dies waren jedoch zun√§chst keine Kolonien. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts fand eine starke Nordmigration von Tukulor statt, die den Staat Takrur endg√ľltig zerst√∂rten und Jolof zum Zerfall in mehrere K√∂nigreiche brachte, n√§mlich Waalo, Cayor, Baol, Sine und Saloum. Diese Staaten waren alle instabil; Adelige, K√∂nige und Angeh√∂rige der Krieger-Kaste des alten Mali-Reiches k√§mpften um Einfluss.

Auf die Mitte des 15. Jahrhunderts geht auch der erste sichere Beleg des Namens Senega sowohl f√ľr den Fluss als f√ľr das daran gelegene Land zur√ľck, der m√∂glicherweise mit der Bezeichnung der berberischen Stammesgruppe der SanhńĀdscha identisch ist.

Kolonialzeit

Die Instabilit√§t der Staaten des heutigen Senegal wurde durch den Sklavenhandel noch verst√§rkt. Ab dem 17.¬†Jahrhundert wurde das portugiesische H√§ndlernetzwerk durch befestigte franz√∂sische, niederl√§ndische und britische Kolonien, meist auf dem Festland vorgelagerten Inseln ersetzt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Staaten hatten nun zunehmend den Erwerb von Gefangenen zum Ziel. Obwohl die Sklaverei ein Merkmal der traditionellen Gesellschaften war, hatte die Anzahl der Menschen, die in Richtung Amerika verschleppt wurde, auf die Demographie der Region eine verheerende Wirkung. Als der Sklavenhandel zum Erliegen kam, hatten die Herrschenden wiederum Schwierigkeiten, den Einnahmeausfall zu kompensieren. Die Folge war eine Serie von islamischen Revolutionen von 1673 bis 1888, die die K√∂nige st√ľrzten und islamische Staaten zu errichten versuchten. Die meisten dieser Revolutionen scheiterten, da die Monarchen von den Franzosen mit Feuerwaffen unterst√ľtzt wurden.

Die Franzosen hatten vor allem in Saint Louis und Gor√©e Kolonien eingerichtet, die formell Gouverneuren der Handelskompanien unterstellt waren. Die Umst√§nde verhinderten es jedoch, dass administrative Strukturen aufgebaut wurden. Die eigentliche Macht in diesen Zentren wurde so langsam von M√©tis √ľbernommen, die den Handel mit dem Hinterland kontrollierten. So weigerten sich die M√©tis, das in der Folge der franz√∂sischen Revolution erlassene Verbot der Sklaverei umzusetzen; dies geschah offiziell erst 1848. Die M√©tis entwickelten auch neue Handelsaktivit√§ten, etwa zun√§chst den Gummi- und sp√§ter massiv den Erdnussexport.

Bis zum Jahr 1891 kam das gesamte Gebiet des heutigen Senegal unter franz√∂sische Kontrolle. Die K√∂nigreiche wurden durch Kantone ersetzt, denen Adelige nach traditionellem System vorstanden, die aber wenig Einfluss aus√ľben konnten. Den bedeutend st√§rkeren Einfluss der aufstrebenden Sufi-Orden nutzten die Franzosen f√ľr die Zwecke der Verbreitung des Erdnuss-Anbaus in ihrem Sinne aus. Die quatre communes Saint Louis, Gor√©e, Rufisque und Dakar waren seit 1848 Gemeinden mit vollem franz√∂sischen B√ľrgerrecht. Hier entwickelte sich die Gesellschaft nach franz√∂sischem Vorbild: Es entstanden Zeitungen, politische Parteien und Gewerkschaften; es wurden Wahlen abgehalten und 1914 wurde Blaise Diagne zum ersten afrikanischen Vertreter der Vier Kommunen im franz√∂sischen Parlament gew√§hlt. 1902 wurde Dakar Hauptstadt der 1895 gegr√ľndeten Konf√∂deration Afrique Occidentale Fran√ßaise (AOF).

Die entstehenden Emanzipationsbewegungen wurden durch die beiden Weltkriege, in denen senegalesische Truppen auf franz√∂sischer Seite eingesetzt waren, noch verst√§rkt. Am 19. Februar 1945 wurde unter der franz√∂sischen Kolonialverwaltung ein Dekret erlassen, das festlegte, dass es zwischen Senegalesinnen und Franz√∂sinnen beim aktiven und passiven Frauenwahlrecht keinen Unterschied gebe; sie seien unter denselben Bedingungen W√§hlerinnen und w√§hlbar. 1956 wurde, noch unter franz√∂sischer Kolonialherrschaft, die loi-cadre Defferre eingef√ľhrt, die das allgemeine Wahlrecht f√ľr Erwachsene garantierte. Als das Land 1960 unabh√§ngig war, wurde dieses Recht best√§tigt.

Der Politiker, der die Gegens√§tze der Menschen in den europ√§isch orientierten St√§dten und der religi√∂s-konservativen Landbev√∂lkerung am besten vereinen konnte, war L√©opold S√©dar Senghor. Er schaffte es, eine Koalition zu bilden, die die Sozialisten von Lamine Gu√®ye bis hin zum Kalif des Muriden-Ordens, Falilou Mback√©, verband. Als 1960 die AOF aufgel√∂st wurde, lehnten zahlreiche f√ľhrende Pers√∂nlichkeiten den Zerfall Westafrikas in kleine Nationalstaaten ab. Konsequenterweise erreichte das Land seine Unabh√§ngigkeit zusammen mit dem heutigen Mali als Mali-F√∂deration am 20. Juni 1960. Bereits 2 Monate sp√§ter zerstritten sich Senghor und Modibo Keita jedoch und beide Staaten gingen getrennte Wege. Senghor wurde am 5. September 1960 zum ersten Pr√§sidenten des Landes gew√§hlt.

Seit der Unabhängigkeit

Nach der Unabh√§ngigkeit wurde in der Republik Senegal ein Regierungsmodell eingef√ľhrt, das sich sehr stark an Frankreich orientierte: Bis heute ist Senegal eine stark zentralisierte Pr√§sidialrepublik. Die drei Pers√∂nlichkeiten, die die ersten Jahre der Unabh√§ngigkeit dominierten, waren Pr√§sident L√©opold S√©dar Senghor, Parlamentspr√§sident Lamine Gu√®ye und Premierminister Mamadou Dia. Letzterer begann ein ehrgeiziges Reformprogramm in wirtschaftlichen und politischen Belangen; er wurde jedoch bereits 1962 der Planung eines Putsches beschuldigt und verhaftet.

Nach dieser politischen Krise wurde 1963 eine neue Verfassung angenommen, die die Rechte des Pr√§sidenten st√§rkte; gleichzeitig wurde aus dem Senegal faktisch ein Einparteienstaat, so dass 1965 nur noch die Union progressiste s√©n√©galaise des Pr√§sidenten zugelassen war. Senghor verfolgte vor allem eine vision√§re Kulturpolitik, in welcher der Staat Festivals, Studios und Museen finanzierte. In der gleichen Zeit begann jedoch ein Preisverfall beim wichtigsten Exportgut des Landes, den Erdn√ľssen, und eine Serie von D√ľrren brachte einen weiteren R√ľckgang der Produktion. Der dadurch verursachte Einnahmenr√ľckgang des Staates f√ľhrte zu ernsthaften sozialen Spannungen. Angesichts der Krise wurde das politische System wieder liberalisiert, 1974 wurde die Oppositionspartei Parti D√©mocratique S√©n√©galais zugelassen und 1980 dankte Senghor als erster afrikanischer Staatschef ab und √ľbergab das Amt an Abdou Diouf.

In die Amtszeit von Diouf fallen vor allem bewaffnete Konflikte im Inneren wie im √Ąu√üeren sowie ein stetiger wirtschaftlicher Abstieg. Die Umsetzung der Reformen, die von den Gl√§ubigern des Senegals verlangt wurden, brachte Privatisierungen und das Ende von Subventionen, was die Lebenshaltungskosten der Menschen scharf ansteigen lie√ü. 1981/82 entsandte Senegal seine Armee nach Gambia, um Pr√§sident Dawda Jawara in einem Milit√§rputsch beizustehen. Die in der Folge gegr√ľndete Konf√∂deration Senegambia hatte jedoch keine lange Lebensdauer. Weiter brach 1982 der Casamance-Konflikt aus, mit der Separatistenbewegung Mouvement des forces d√©mocratiques de la Casamance an dessen Spitze. Streitigkeiten um Weide- und Wassernutzungsrechte am Senegal-Fluss f√ľhrten schlie√ülich 1989 zu einem Grenzkrieg mit Mauretanien, der 400 Todesopfer forderte und zahlreiche Menschen auf beiden Seiten der Grenze zur R√ľckkehr in ihr Heimatland zwang. Nach einem Milit√§rputsch im benachbarten Guinea-Bissau entsandten Senegal und Guinea im Juni 1998 Truppen.

Nachdem alle Wahlg√§nge in den 1980er und 1990er Jahren zu starken innenpolitischen Spannungen gef√ľhrt hatten, wurde im Jahr 2000 der erste friedliche Machtwechsel s√ľdlich der Sahara vollzogen: Abdoulaye Wade gewann die Pr√§sidentschaftswahlen und, ein Jahr sp√§ter, gewann seine Partei auch die Parlamentswahlen. Im Januar 2001 wurde die Verfassung per Referendum ge√§ndert. Die Amtszeit des Pr√§sidenten wurde auf maximal zwei Mandate √† 5 Jahre begrenzt. Die Politik Wades zielte auf Liberalisierung, Investitionsfreundlichkeit und F√∂rderung von Telekommunikation und Tourismus ab, der Erfolg l√§sst jedoch nach wie vor auf sich warten. Gleichzeitig wurde Wade in zunehmendem Ma√üe Klientelismus und Verschwendung vorgeworfen; die Kaufkraft der Senegalesen sank nach wie vor und vor allem junge Menschen wandten sich von seiner Politik ab.

Bei den Präsidentschaftswahl in Senegal 2012 setzte sich der Herausforderer Macky Sall in einer Stichwahl gegen den Amtsinhaber Wade durch.

Politik

Politisches System

Nach der Verfassung Senegals ist die Republik Senegal eine pr√§sidentielle Republik. An der Spitze der Regierung steht der f√ľr maximal zwei Amtszeiten direkt gew√§hlte Pr√§sident. Seit einem Verfassungsreferendum 2016 betr√§gt diese f√ľnf Jahre, zuvor waren es sieben. Nach einer Verfassungs√§nderung im Mai 2019 ist der Pr√§sident zugleich Regierungschef. Er ernennt die Minister.

2012 wurde Macky Sall von der Alliance pour la République (APR) zum Präsidenten gewählt. Er setzte sich auch bei den Wahlen im Februar 2019 gegen seine Bewerber durch.

Die Legislative ist die Assembl√©e nationale (Nationalversammlung), bestehend aus 165 Mitgliedern, die alle f√ľnf Jahre gew√§hlt werden.

Verwaltungsgliederung

Mit der Unabh√§ngigkeit √ľbernahm Senegal zun√§chst aus der Kolonialzeit die Gliederung in Kreise (‚ÄėCercles‚Äô). 1962 wurden die Kreise in Arrondissements unterteilt und 1964 wurden die Kreise zu D√©partements. Im Jahr 1976 wurde durch das Gesetz Nr. 76-61 vom 26. Juni 1976 eine dreistufige Gliederungsstruktur geschaffen mit Regionen, D√©partments und Arrondissements. Regionen gab es zwar schon 1960, sieben an der Zahl, jedoch waren deren Kompetenzen noch sehr gering. Dies √§nderte sich nach und nach, und 1976 wurde eine achte Region Louga durch Teilung der Region Diourbel geschaffen. 1984 wurde die Zahl der D√©partments durch das Gesetz Nr. 84-22 vom 24. M√§rz 1984 auf drei je Region begrenzt und vier neue Regionen wurden geschaffen (Kolda, Ziguinchor, Fatick und Kaolack). 2002 wurde das D√©partment Matan aus der Region St. Louis ausgegliedert und in den Status einer Region erhoben. Mit dem Gesetz Nr. 2008-14 vom 18. M√§rz 2008 wurden schlie√ülich weitere drei Regionen geschaffen aus den bisherigen D√©partments Kaffrine, K√©dougou und S√©dhiou, die aus den Regionen Kaolack, Tambacounda und Kolda ausgegliedert wurden.

Bei der Unabhängigkeit 1960 hatte Senegal etwa 30 Städte (communes). Und eine Verordnung von 1957 gab den Inhabern von traditioneller Territorialgewalt die Vollmacht, Landgemeinden (Communautés rurales) als Körperschaften mit einer gewissen finanziellen Eigenständigkeit zu schaffen. Ausgehend von der Region Thiès wurden im Sinne einer Dezentralisation zwischen 1972 und 1996 nach und nach in allen Regionen Regierungen geschaffen. Seitdem gibt es im Land drei Arten von Selbstvertretungskörperschaften, nämlich Regionen, Landgemeinden (Communautés rurales) und Kommunen (communes d’arrondissement als Stadtbezirke in den Großstädten und communes als städtische Kommunen). Nach Abschluss der territorialen Verwaltungsreform gliederte sich Senegal im Jahr 1996 in 10 Regionen, 30 Départments, 91 Arrondissements, 60 Communes, 43 Communes d’arrondissement sowie 320 Communautés rurales. Diese Verwaltungseinteilung wurde seitdem einige Male modifiziert.

Seit 2008 ist Senegal in 14 Regionen (régions) gegliedert, die ihrerseits in insgesamt 45 Départements unterteilt sind:

Im Jahr 2013 wurde die Verfassung der Gebietsk√∂rperschaften (Code g√©n√©ral des Collectivit√©s locales) grundlegend neu gefasst mit dem erkl√§rten Ziel, M√§ngel und Schw√§chen zu beheben, die sich bisher bei der Umsetzung der Dezentralisation gezeigt hatten, indem auf Dauer lebensf√§hige organisatorische Gebietseinheiten geschaffen werden, die eine nachhaltige Entwicklung gew√§hrleisten k√∂nnen. Diese Reform ist bekannt unter dem Namen "l‚ÄôActe III de la d√©centralisation". Wegen ihrer Kompliziertheit und wegen ihrer grundlegenden Bedeutung f√ľr die Zukunft des Landes wird diese Reform nur schrittweise und in zwei Phasen verwirklicht werden.

In einer ersten Phase sollen die Regionen ihren Status als Gebietsk√∂rperschaften verlieren und die D√©partments sollen eben diesen Status erlangen. Ferner sollen die Communaut√©s rurales und die Communes d‚Äôarrondissement in den Status der Communes erhoben werden. Die Gro√üst√§dte (Villes) sollen mit den in ihren Grenzen geschaffenen Communes die Zust√§ndigkeiten gemeinsam nutzen k√∂nnen. Schlie√ülich sollen die Zust√§ndigkeiten zwischen den Communes und den D√©partments neu abgegrenzt werden. Diese Reform ist durchaus umstritten, wirft Fragen auf und wird nicht durchweg als zielf√ľhrend gesehen.

Demokratie und Menschenrechte

Senegal zeichnet sich durch rechtsstaatliche und demokratische Strukturen aus, grundlegende Freiheitsrechte, insbesondere Religions-, Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit, sind gewährleistet.

Ein Problem der Innenpolitik war lange Jahre der Casamance-Konflikt in dem s√ľdlich von Gambia gelegenen Landesteil. Die Rebellenbewegung MFDC k√§mpfte um dessen Unabh√§ngigkeit, da die Region historisch, wirtschaftlich, ethnisch und religi√∂s anders gepr√§gt ist als das Kernland. Infolge einer au√üenpolitischen Verst√§ndigung mit den Nachbarl√§ndern Gambia und Guinea-Bissau hat sich der Konflikt bis 2015 nach und nach beruhigt. Der Untergang der Le Joola, der nahezu eine ganze Studentengeneration der Casamance das Leben gekostet hatte, f√ľhrte im November 2002 zum Sturz der Regierung der Premierministerin Mame Madior Boye.

Trotz garantierter Presse- und Meinungsfreiheit war kritische Berichterstattung nicht immer uneingeschr√§nkt m√∂glich. Besonders in der zweiten Amtsperiode von Staatspr√§sident Abdoulaye Wade zwischen 2007 und 2012 wurde der ‚Äěber√ľchtigte Artikel 80 des Strafrechts‚Äú (Schutz der nationalen oder √∂ffentlichen Sicherheit) auch gegen die Presse und deren Vertreter angewandt, obwohl Wade noch 2004 angek√ľndigt hatte, den Paragraphen zu streichen. Das Institut Giga meldete in diesem Zusammenhang: ‚ÄěErst im Mai 2009 wurde das seit Jahren schwebende Verfahren gegen den bekannten Journalisten, Madiambal Diagne, Eigent√ľmer des ‚ÄöLe Quotidien‚Äė, eingestellt. Die Zeitung hatte √ľber Korruption beim Zoll und die direkte Einmischung der Exekutive in die Justiz berichtet.‚Äú Durch bezahlte Schl√§ger der Regierungspartei Parti D√©mocratique S√©n√©galais (PDS) seien nach einer Verleumdungsklage Redaktionsr√§ume des Internetportals 24 Heures Chrono verw√ľstet worden.

Außenpolitik

In der Au√üenpolitik dominiert die Beziehung zu Frankreich. Die senegalesische Regierung pflegt Diplomatie auf hohem Standard. Dabei bem√ľht sie sich, eine Balance zwischen Schwellen- und Industriel√§ndern zu wahren, hat also eine Vermittlerrolle.

Senegal unterh√§lt Auslandsvertretungen in 48 Staaten, darunter auch in Deutschland und der Schweiz. 72 Staaten unterhalten diplomatische Vertretungen in Senegal, auch Deutschland, die Schweiz und √Ėsterreich sind darunter.

Die afrikanische Einheit ist das wichtigste Anliegen des Präsidenten. Die CEDEAO (Communauté Economique des Etats de l’Afrique de l’Ouest) ist ein erster Schritt in diese Richtung. Des Weiteren hat Senegal als eines der wenigen mehrheitlich islamisch geprägten Länder Israel anerkannt und unterhält auch diplomatische Beziehungen zu diesem Staat.

Seit 2008 hat Senegal Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP). Hintergrund sind insbesondere die sprachliche und kulturelle Geschichte der Casamance-Region und die historischen portugiesisch-senegalesischen Beziehungen.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti 2010 bot der Pr√§sident des Senegal, Abdoulaye Wade, den Opfern an, sich hier anzusiedeln. Bei entsprechenden Einwanderungszahlen k√∂nne den Haitianern eine ganze Region angeboten werden. Begr√ľndet wurde der Vorschlag damit, dass die Haitianer als Nachkommen afrikanischer Sklaven auch ein Recht auf ihr ‚Äěafrikanisches Erbe‚Äú h√§tten.

Militär

Die Forces arm√©es du S√©n√©gal haben eine Personalst√§rke von 17.000 Soldaten. Sie wurden 1960 gegr√ľndet und gliedern sich in

  • Gendarmerie
  • Heer (Arm√©e de terre)
  • Marine (Marine nationale)
  • Luftwaffe (Arm√©e de l'air), diese betrieb bis 2019 keine Jets, sondern √úberwachungsflugzeuge (CN-235MP NC-212) und Transport- sowie Kampfhubschrauber Mi-17 und Mi-24. In den Jahren 2020/2021 sollten laut Meldungen im Jahr 2019 vier Jets des Typs L-39 f√ľr erweitertes Training in Dienst gestellt werden.

Senegal gab 2017 knapp 1,9 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 305 Millionen US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Wirtschaft

Grunds√§tzlich hat Senegal den Status eines Entwicklungslandes, ist jedoch im Vergleich zu anderen westafrikanischen L√§ndern weiter entwickelt, was aber seine Produkte im Regionalvergleich √ľberteuert wirken l√§sst. Die Nationalparks ziehen einige Touristen an, wobei die Regierung darauf bedacht ist, Massentourismus zu vermeiden. 2016 besuchten knapp 1 Mio. Touristen das Land. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich 2015 auf 368 Mio. US-Dollar.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Fischerei- und Landwirtschaft, Tourismus sowie der Bausektor. Die meisten Exporteinnahmen stammen aus dem Abbau von Phosphaten und der Landwirtschaft. Das Land ist zudem stark von Entwicklungshilfe und R√ľck√ľberweisungen der Auslandssenegalesen abh√§ngig. Dank wirtschaftlichem Wachstum konnte die Armut in den letzten Jahren gesenkt werden. 2016 lag das Wachstum der Wirtschaft bei 6,6¬†%, womit das Land eines der weltweit wachstumsst√§rksten ist.

Mit dem "Emerging Senegal Plan" der Regierung von Macky Sall soll das Wachstum weiter angekurbelt werden und die Industrialisierung des Landes eingeleitet werden. Der Plan sieht vor, mit Infrastrukturprojekten im ganzen Land die Wettbewerbsfähigkeit des Senegal zu verbessern und die sehr hohen Energiekosten zu senken. Das Haushaltsjahr 2016 sieht die Verwirklichung bzw. den Beginn von 19 Projekten vor, darunter eine Autobahn von Thiès nach Touba und ein neuer Flughafen. Hauptgeldgeber sind die USA.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Senegal Platz 106 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2019 Platz 117 von 180 L√§ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Landwirtschaft

In Senegal sind 78 Prozent der Erwerbstätigen im Agrarsektor tätig, der allerdings weniger als 20 Prozent am BIP ausmacht (60 Prozent stammen inzwischen aus dem Dienstleistungssektor, zum Beispiel Tourismus). Gleichzeitig hat das Land mit 47 Prozent eine der höchsten Urbanisierungsraten Afrikas.

Aufgrund des weithin semiariden Klimas k√∂nnen nur 16 Prozent der Landfl√§che f√ľr landwirtschaftlichen Anbau genutzt werden, lediglich in der Schwemmlandebene der Senegalniederung und in dem Feuchtgebiet der Niayes entlang der Grande-C√īte, dem n√∂rdlichen K√ľstenstreifen, gibt es Bew√§sserungslandwirtschaft. Die Ferlo, die ausgedehnte wasserarme Savannenlandschaft, die sich s√ľdlich der Senegalniederung erhebt, erlaubt haupts√§chlich nur halbnomadische Viehzucht. Die wichtigsten agrarischen Devisenbringer sind Erdn√ľsse und Baumwolle: Senegal geh√∂rte weltweit zu den gr√∂√üten Erdnussproduzenten, allerdings seit den 1970er Jahren mit stark abnehmender Tendenz. Die Nutzfl√§che f√ľr den Erdnussanbau in dem sogenannten Erdnussbecken hat sich seitdem halbiert. Ackerbau konzentriert sich auf den niederschlagsreicheren S√ľden des Landes um Sine-Saloum und Casamance. Den Eigenbedarf an Grundnahrungsmitteln kann die Landwirtschaft gleichwohl nicht decken. Daher werden gro√üe Mengen (vor allem Reis und Weizen) importiert, was zu einem entsprechenden Devisenverbrauch f√ľhrt. Die Compagnie Sucri√®re S√©n√©galaise hat einen beachtlichen agro-industriellen Komplex in und um Richard Toll entwickelt und ist Marktf√ľhrer der Zuckerindustrie Westafrikas.

Die kombinierten Effekte aus D√ľrreperioden sowie Bodendegradation durch zunehmende Landnutzung (auch √úberweidung und Abholzung) beeintr√§chtigen hier, am Rande der Sahelzone, landesweit das √∂kologische Gleichgewicht. Senegal beteiligt sich deshalb, mit bis 2017 noch bescheidenem Erfolg, an Gegeninitiativen wie Afrikas Gr√ľne Mauer im Sahel.

Nach Einsch√§tzung des Weltfriedensdienst e.V. sind ‚ÄěFruchtbarkeit und Wasserhaltverm√∂gen der B√∂den gering, Erosion ist weit verbreitet, die Artenvielfalt sinkt, w√§hrend der Befall mit Sch√§dlingen zunimmt. Der traditionelle Landbau ist klar an seine Grenzen gestossen. Verantwortlich sind aber auch die F√∂rderung von Monokulturen und der intensive Einsatz von Pestiziden und Kunstd√ľnger in der Vergangenheit. Versch√§rft wird die Situation durch die weitgehende Beendigung staatlicher Beratung.‚Äú

Fischerei

Die Fischerei ist inzwischen der wichtigste Wirtschaftszweig, da die K√ľstengew√§sser des Senegal reiche Fischfanggr√ľnde aufweisen. Die senegalesischen Kleinfischer k√∂nnen die lokalen und regionalen M√§rkte ausreichend versorgen. Die Fangrechte f√ľr Hochseefischerei sind jedoch an Japan und S√ľdkorea verkauft. Insgesamt stellt der Fischfang heute das wichtigste Exportgut Senegals dar (28,5 Prozent) und hat den fr√ľher dominierenden Erdnussanbau abgel√∂st.

Industrie und Bergbau

Senegal hat eine verh√§ltnism√§√üig weit entwickelte verarbeitende Industrie (allerdings nur in den Gro√üst√§dten), aber das Industriekapital ist in ausl√§ndischer Hand. Wichtige Industriezweige sind Lebensmittel- (√Ėl, Fisch, Zucker), chemische Industrie und Textilverarbeitung.

Als Bodensch√§tze sind Phosphat und Gold zu nennen, ebenso Eisenerz und Erd√∂l. Ein im Februar 2007 zwischen ArcelorMittal und dem Senegal abgeschlossenes Abkommen zur Erschlie√üung der Eisenerzvorkommen von Fal√©m√© im D√©partement Saraya im S√ľdosten des Landes am Fal√©m√©-Fluss ist gescheitert.

Energie

In Senegal hat die staatliche Senelec ein Monopol auf die Erzeugung, Verteilung und Abrechnung von elektrischer Energie. Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 2,875 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie (2875 GWh). Knapp 75 Prozent des Stromes stammten aus ölbefeuerten Wärmekraftwerken. 2017 lancierte die Organisation pour la mise en valeur du fleuve Gambie (OMVG) das Projekt eines Netzverbundes der Stromnetze der vier Mitgliedsstaaten Senegal, Gambia, Guinea und Guinea-Bissau sowie den Bau eines Wasserkraftwerkes am Gambia-Fluss in der Region Kédougou.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 4,4 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,8 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von ca. 4¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 8,5 Mrd. US-Dollar oder 57,4¬†% des BIP.

Verkehr

Mit dem Transport von Personen oder G√ľtern wurden im Jahr 2009 3,5¬†% des Bruttoinlandsproduktes des Senegal erwirtschaftet. Die Stra√üe dominiert diesen Wirtschaftszweig: 99¬†% des gesamten Personenfernverkehrs und 95¬†% des Transportvolumens werden auf der Stra√üe abgewickelt. Drei Viertel aller √∂ffentlichen Investitionen in Infrastruktur werden f√ľr den Stra√üenverkehr aufgewendet. Er bietet etwa 300.000 Personen Arbeit, in meist informellen Besch√§ftigungsverh√§ltnissen.

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Senegal 2018 den 141. Platz unter 160 Ländern.

Straßenverkehr

Das Stra√üennetz Senegals hat nach dem Stand von 2008 eine Gesamtl√§nge von 14.825¬†km, an klassifizierten Stra√üen, das sind 23,1¬†km pro 1000¬†km¬≤. Gegen√ľber dem Jahr 1992, als das Land √ľber 14.280¬†km verf√ľgte, ist es somit kaum gewachsen. Befestigt sind 4806¬†km, besonders in den Bev√∂lkerungszentren des Westens, und 10.019¬†km unbefestigt. Selbst 15¬†% oder 507¬†km der h√∂chsten Stra√üenkategorie, der Nationalstra√üen, sind unbefestigt. F√ľr das Jahr 2008 wurde angegeben, dass weniger als 40¬†% der Stra√üen in gutem Zustand seien. Dies ist immerhin eine Verbesserung gegen√ľber 2001, als nur 30¬†% in gutem Zustand waren.

Nach wie vor sind 30¬†% der Landbev√∂lkerung weiter als 5¬†km von einer befahrbaren Stra√üe entfernt, besonders im Osten des Landes, wo auf 1000¬†km¬≤ nur 10‚Äď20¬†km Stra√üe kommen. In den letzten Jahren hat die Regierung das Ziel, Verkehr und Transport f√ľr die Landbev√∂lkerung zug√§nglich zu machen und ihnen damit einen Ausweg aus der Armut zu bieten, konstant verfehlt.

Im Jahr 2008 waren in Senegal 293.800 Fahrzeuge registriert, davon drei Viertel in Dakar, zwei Drittel waren Pkw, 80¬†% sind als Gebrauchtwagen ins Land gekommen und 60¬†% waren mit Dieselmotoren ausgestattet. Der Altersdurchschnitt der Fahrzeuge lag bei 10,8 Jahren, was auf ein nach wie vor sehr hohes Alter vieler Fahrzeuge hindeutet, jedoch gegen√ľber 2001 eine Verbesserung darstellt. Dies ist auf das Verbot des Imports von Fahrzeugen, die √§lter als f√ľnf Jahre alt sind, zur√ľckzuf√ľhren. Im Jahr 2008 kamen 237 Menschen bei Unf√§llen ums Leben, was f√ľr ein Land mit so geringer Motorisierung ein bemerkenswert hoher Wert ist.

Staatlich organisierten öffentlichen Verkehr gibt es nur in der Hauptstadt Dakar, wo der Busverkehr seit dem Jahr 2000 von Dakar Dem Dikk abgewickelt wird. Dieses Unternehmen, das zu 70 % dem Staat gehört, kämpft aufgrund des hohen Alters seines Fahrzeugparkes und der damit verbundenen hohen Instandhaltungskosten mit chronischen Finanzproblemen. Ansonsten wird der öffentliche Verkehr von einer Vielzahl kleiner Unternehmen abgewickelt, die so genannte Cars rapides, Ndiaga Ndiaye oder Sammeltaxis (sept-places, taxi-brousse) betreiben.

F√ľr die verkehrstechnische Anbindung des S√ľdteils des Landes stellt der Staat Gambia, dessen Territorium tief in das Gebiet des Senegal hineinreicht, eine Herausforderung dar. S√§mtliche Transporte aus oder in die Casamance m√ľssen entweder einen langen Umweg √ľber Tambacounda im Osten nehmen oder auf der Transgambienne zwei Grenz√ľbertritte und eine F√§hrfahrt √ľber den Gambia-Fluss in Kauf nehmen. Seit Januar 2019 steht die neben den F√§hrterminals errichtete und mautpflichtige Senegambia Bridge zur Verf√ľgung. Die mit dem Transitverkehr durch Gambia verbundenen Kosten und Zeitaufw√§nde waren immer wieder Anlass zu √Ąrgernissen.

Das Fernstraßennetz des Senegal ist beteiligt an drei transkontinentalen Straßenbauprojekten, den Trans-African Highways

  • Kairo-Dakar
  • Dakar-N‚ÄôDjamena und
  • Dakar-Lagos

Eisenbahnverkehr

Infrastruktur

Das Bahnnetz des Senegal hat auf dem Papier eine Länge von 906 km. Dazu gehören eine 70 km lange zweigleisige Strecke zwischen Dakar und Thiès, die 574 km lange Strecke von Thiès nach Kidira, die 193 km lange Strecke von Thiès nach Saint-Louis sowie drei kleinere Zweiglinien. Die erste Eisenbahn des Landes wurde bereits im Jahr 1885 zwischen Dakar und Saint-Louis geöffnet, seit 1968 wurde das Netz jedoch nicht mehr erweitert und lange Abschnitte wurden seit ihrer Inbetriebnahme nicht mehr erneuert. In der Realität ist der Verkehr nach Saint-Louis bereits seit 1999 eingestellt, zwischen Dakar und Thiès ist nur ein Gleis benutzbar.

Rettungsversuche

Die bis 2003 durch die Soci√©t√© Nationale des Chemins de Fer du S√©n√©gal betriebene Strecke von Dakar nach Bamako, die 1287¬†km lang ist, wird seit ihrer Privatisierung durch das Unternehmen Transrail betrieben, das sich f√ľr einen Preis von 24 Millionen Euro und eine Zusage zu Investitionen von 50 Millionen Euro die Konzession f√ľr 25 Jahre gesichert hat. Transrail befindet sich derweil in gro√üen finanziellen Schwierigkeiten, um eine Rettung des Unternehmens wird gerungen.

Betrieb

Der inl√§ndische G√ľtertransport auf der Schiene ist seit der Privatisierung um zwei Drittel gesunken, das auf der Schiene von und nach Mali transportierte Volumen ist hingegen ann√§hernd gleich geblieben und macht mit 310.000¬†t pro Jahr etwa die H√§lfte des mit dem Nachbarland ausgetauschten Volumens aus.

Mit dem Petit train de banlieue gibt es in Dakar einen schienengebundenen Vorortverkehr, der im Jahr 2009 4,9 Millionen Passagiere transportieren konnte, dessen Anteil am gesamten Fahrgastvolumen der Hauptstadt jedoch weniger als ein Prozent ausmacht.

Der letzte schwere Eisenbahnunfall ereignete sich am 31. Dezember 1969 bei Thi√®s, als ein Personenzug und ein G√ľterzug zusammenstie√üen. Mehr als 20 Menschen starben.

Luftverkehr

Der regelm√§√üige Luftverkehr in Senegal begann zur Zeit von Franz√∂sisch-Westafrika namentlich durch die Einrichtung eines Luftpostverkehrs von Frankreich √ľber Westafrika nach S√ľdamerika durch die Compagnie g√©n√©rale a√©ropostale, die f√ľr Zwischenlandungen in Senegal Ende der 1920er Jahre die Hydrobase Saint-Louis eingerichtet hatte. Sie war f√ľr den legend√§ren Flugpionier Jean Mermoz am 12. Mai 1930 Startplatz des Erstflugs √ľber den S√ľdatlantik nach Natal (Brasilien) mit dem Wasserflugzeug Comte de la Vaulx und mit 130¬†kg Post an Bord. Eine weitere Basis f√ľr den S√ľdatlantikverkehr war damals der Flugplatz Ouakam bei Dakar, wo schon 1937 Air France, Lufthansa, Ala Litoria, Imperial Airways und British Airways regelm√§√üig Zwischenstopps einlegten. Da diese Basis dem zunehmenden Luftverkehr nicht mehr gewachsen war, wurde 1944 der Flughafen Dakar-Yoff in Betrieb genommen, der bis 2017 als der internationale Flughafen Senegals diente, zuletzt unter dem Namen A√©roport international L√©opold-S√©dar-Senghor, wenige Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dakar.

Der neue, moderne Flughafen Dakar-Blaise Diagne befindet sich etwa 45¬†km √∂stlich von Dakar in der Gemeinde Diass und ist seit Dezember 2017 in Betrieb. In Saint Louis, Cap Skirring und Ziguinchor gibt es Flugpl√§tze, die internationalen Standards entsprechen, zahlreiche weitere St√§dte haben eigene Landebahnen. Im Jahr 2009 wurden in Senegal 1,6 Millionen Flugpassagiere gez√§hlt, was gegen√ľber 2007 und 2008, als es noch 1,9 Millionen Passagiere waren, einen deutlichen R√ľckgang darstellt. Dies wird vor allem auf den Bankrott der nationalen Fluglinie Air S√©n√©gal International zur√ľckgef√ľhrt, die 2009 ihren Flugbetrieb einstellen musste. Im Januar 2011 nahm S√©n√©gal Airlines den Betrieb auf. Die neue senegalesische Fluglinie flog mit vier Flugzeugen mittlerer Gr√∂√üe diverse Ziele in Afrika an. 2018 l√∂ste Air S√©n√©gal den 2016 eingestellten Flugbetrieb der S√©n√©gal Airlines ab. Dem Luftverkehr wird keine bedeutende Entwicklung vorhergesagt. Als Hauptgrund daf√ľr wird die mangelnde Rentabilit√§t angesehen, die sich aufgrund der geringen Gr√∂√üe des Landes und des niedrigen Durchschnittseinkommens erwarten l√§sst.

Schiffsverkehr

√úber den Seeweg wickelt Senegal 95¬†% seines gesamten Au√üenhandels ab. Der mit Abstand wichtigste Hafen ist der Port autonome de Dakar. Er erreichte im Jahr 2009 einen Umschlag von 9,5 Millionen Tonnen, von denen 7,4 Millionen gel√∂scht und 2,1 Million Tonnen geladen wurden. 700.000 t wurden im Transitverkehr durch den Senegal in ein anderes westafrikanisches Land bef√∂rdert, davon 600.000 t von und nach Mali. Weitere H√§fen befinden sich in Kaolack und Ziguinchor. Letzterer erreichte 2009 einen Umschlag von 85.000 t und wurde k√ľrzlich f√ľr ca. 6 Millionen Euro saniert. F√ľr die Anbindung der Casamance an den Rest des Landes ist der F√§hrverkehr zwischen Dakar und Ziguinchor von besonderer Bedeutung. Nach dem Untergang der F√§hre Le Joola im Jahr 2002 besitzt man seit M√§rz 2008 eine um 25 Millionen ‚ā¨ aus Deutschland beschaffte F√§hre namens Aline Sitoe Diatta, mit der 2009 86.000 Passagiere bef√∂rdert wurden.

Kultur

Nationale Symbole

Die drei panafrikanischen Farben sind nach dem Vorbild der Trikolore angeordnet. Der f√ľnfzackige Stern symbolisiert die Freiheit und den Fortschritt. Die Flagge besteht seit 1960. N√§heres √ľber das Staatswappen findet sich im Artikel Wappen des Senegal.

Die Nationalhymne mit dem Text von L√©opold S√©dar Senghor lautet: Pincez Tous vos Koras, Frappez les Balafons ‚Ķ. Auf Deutsch: ‚ÄěZupft alle eure Koras, schlagt die Marimbas, der rote L√∂we hat gebr√ľllt ‚Ķ‚Äú

Presse, Rundfunk und Kommunikation

Bereits im Jahr 1856 nahm die Zeitung Moniteur du S√©n√©gal et d√©pendances (sinngem√§√ü: Senegalesische Nachrichten aus den Bezirken) mit Sitz in St.¬†Louis ihre Arbeit auf. Die meisten senegalesischen Presseorgane sind jedoch erst im 20. Jahrhundert w√§hrend der Kolonialzeit entstanden. Ein Missionssender, vor allem von protestantischen Missionsstationen im fr√ľhen 20. Jahrhundert gegr√ľndet, verbreitete die biblische Botschaft. Kritik daran wurde nicht geduldet.

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten sich, parallel zur Gr√ľndung der Gewerkschaften, die ersten Zeitschriften f√ľr die senegalesischen Arbeiter, beispielsweise Voice of Workers of Senegal (1938 gegr√ľndet). Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Kontinent Zugang zu modernen aktuellen Informationsmedien. In den 1950er Jahren entwickelte die Zeitschrift Pr√©sence africaine, 1947 von Alioune Diop gegr√ľndet, die Idee einer panafrikanischen Informationsfreiheit.

1959 wurde die senegalesische Presseagentur Agence de presse senegalaise (APS) gegr√ľndet. Sie ist eine autonome Einrichtung und hat das Monopol auf die Verbreitung von Informationen im Senegal √ľber andere Nachrichtenagenturen weltweit. In der Weltrangliste der Pressefreiheit, erstellt von Reporter ohne Grenzen, belegt Senegal den 86. Platz im Jahr 2008 (von insgesamt 173 L√§ndern), was im Vergleich aller westafrikanischen L√§nder einer √ľberdurchschnittlich guten Platzierung entspricht.

Die wichtigsten aktuellen Presseorgane sind
  • Tageszeitungen: Le Soleil (Die Sonne) gegr√ľndet 1970 als regierungsnahe Zeitung, Sud Quotidien, eine unabh√§ngige Zeitung, das Boulevardblatt Wal Fadjri oder die umsatzstarke neutrale Zeitung l‚ÄôObservateur und andere
  • Eine Besonderheit des senegalesischen Pressewesens ist die Existenz satirischer Zeitschriften wie Le Cafard lib√©r√© (Die befreite K√ľchenschabe), gegr√ľndet unter expliziter Anspielung auf eine franz√∂sische Zeitschrift, Le Canard enchain√© (Die gefesselte Ente) oder Le Politicien (Der Politiker)
  • Es gibt verschiedene Sport- und Frauen- bzw. Wellnesszeitschriften (Amina, Magazin f√ľr afrikanische und karibische Frauen) und mit zunehmender Beliebtheit Kinder- und Jugendzeitschriften (Plan√®te Enfants oder Plan√®te Jeunes)
  • Zu den panafrikanischen Zeitschriften geh√∂ren die w√∂chentlich erscheinende Jeune Afrique, gegr√ľndet 1960 und beliebt vor allem in der Oberschicht, sowie Titel der internationalen franz√∂sischen Presse, wie Le Monde, Le Figaro, International Herald Tribune oder der englischsprachige The Guardian
  • Auch in Senegal ist die Presse wie anderswo zunehmend der Konkurrenz durch andere Medien unterworfen, wie z.¬†B. den Onlineplattformen Rewmi, Nettali oder Politicosn et Leral
Rundfunk

Aus wirtschaftlichen Gr√ľnden und wegen der einfachen Handhabung ist das Radio das einzige wirkliche Massenmedium f√ľr die breite Bev√∂lkerungsmehrheit in Senegal. Obwohl die Medien in Senegal eine im Vergleich zu anderen afrikanischen L√§ndern relativ starke Position genie√üen, f√ľhrt die Abh√§ngigkeit von Energie gelegentlich zu gesellschaftlichen Unruhen.

  • Zwei H√∂rfunkprogramme des √∂ffentlich-rechtlichen Senders Radio-T√©l√©vision s√©n√©galaise (RTS) sind √ľber UKW nahezu fl√§chendeckend (11 bis 14 Stationen) zu empfangen. Das nationale Programm Cha√ģne Nationale und 11 regionale UKW-Stationen (mit nationalem Mantelprogramm) bieten Sendungen in den verschiedenen Sprachen ihres Sendegebiets an. Hinzu kommt das Programm Radio S√©n√©gal International, das auch √ľber Satellit (Eutelsat 7 Grad Ost) ebenfalls nur in den Landessprachen empfangbar ist und dessen franz√∂sische Sendungen sich neben der inl√§ndischen Bev√∂lkerung auch an ein internationales Publikum richten. Kurz- und Mittelwellensender wurden abgeschaltet.
  • Es gibt zahlreiche beliebte Programme in den regional verbreiteten Sprachen. Darunter auch einige weltweit √ľber das Internet empfangbar.
  • International in Senegal vertretene Radiostationen sind Radio Africa No.¬†1 aus Gabun oder Radio France Internationale.

Fernsehen gibt es in Senegal seit 1963. Es wurde mit Hilfe der UNESCO gegr√ľndet, regelm√§√üige Sendungen gibt es aber erst seit 1965. √úber Satellit sind zahlreiche internationale private Sender verf√ľgbar, allerdings aus Kostengr√ľnden unter Ausschluss der breiten Bev√∂lkerungsmehrheit. Fernsehen ist beliebt, muss aber oft kollektiv von mehreren Haushalten gemeinsam genutzt werden.

  • Der √∂ffentlich-rechtliche Sender RTS bot lange Zeit das einzige empfangbare Fernsehprogramm an. Er ist ebenfalls u.¬†a. √ľber Eutelsat empfangbar. Terrestrischen Empfang gibt es nicht mehr.
  • Ein nationales privates Fernsehvollprogramm ist 2sTV. Daneben gibt es noch einige Spartenprogramme und Bezahlfernsehen.
Internet und Telekommunikation

Nach Angaben der les Syst√®mes d‚ÄôInformation, les R√©seaux et les Inforoutes au S√©n√©gal (Beobachtungsstelle f√ľr Informationssysteme, Netzwerke und Informations√ľbertragung in Senegal, OSIRIS), gab es im September 2007 650.000 Internetnutzer und 34.907 Teilnehmeranschl√ľsse, darunter 33.584 mit einer ADSL-Verbindung. Sch√§tzungen gehen derzeit f√ľr Senegal von 800 Zugangsknoten zum Internet aus. Im April 2007 waren 1921 Domains unter der Top Level Domain ‚Äě.Sn‚Äú gemeldet, aber nur 540 Seiten waren tats√§chlich online. 2016 nutzten 23,4¬†% der Bev√∂lkerung das Internet.

In einem Land, in dem Freundlichkeit und m√ľndliches Verhandeln im Mittelpunkt famili√§ren und gesellschaftlichen Lebens stehen, hat Mobiltelefonie schnell Marktanteile gewonnen. Die beiden Betreiber, die sich den senegalesischen Markt aufteilen, sind derzeit Sonatel (deren Leistungen seit 2006 unter der Marke Orange vertrieben werden) und Tigo. Zusammen hatten sie im Dezember 2007 4.122.867 registrierte Nutzer. Zeitgleich wurden 269.088 Festnetztelefonate am selben Tag gez√§hlt, hinzu kommen Gespr√§che aus den 17.000 √∂ffentlichen Telefonen im gesamten Gebiet.

Film

Der senegalesische Schriftsteller und Filmemacher Ousmane Semb√®ne gilt als ‚ÄěVater‚Äú des afrikanischen Films.

Zu den bedeutendsten Regisseuren des afrikanischen Kinos zählte auch Djibril Diop Mambéty.

Traditionelles Leben

Da die Muslime, insbesondere die Muriden, den Hauptteil der Bev√∂lkerung stellen, sind auch die islamischen Feiertage von besonderer Bedeutung. Einer der wichtigsten von ihnen ist der Maouloud, der Geburtstag des Propheten Mohammed, der ‚Äď nach christlicher Zeitrechnung ‚Äď im Jahr 570 stattfand. So finden in Senegal Wallfahrten zu bestimmten Orten statt, so zum Beispiel seit 150 Jahren nach Tivaouane im Nordosten des Landes oder nach Kaolack, auch der Staatspr√§sident nimmt manchmal teil.

In drei schwer zug√§nglichen Bergl√§ndern der Region K√©dougou im S√ľdosten Senegals liegen die Kulturlandschaften der Bassari, Fula und Bedik. Sie wurden als Bassari-Land in das UNESCO-Welterbe aufgenommen, weil dort die Landnutzungs- und Siedlungsmuster, die traditionelle Architektur, die heiligen W√§lder und Heiligt√ľmer zusammen mit den alt√ľberlieferten landwirtschaftlichen und sozialen Praktiken, Ritualen, √úberzeugungen und der traditionelle Bildung der Volksgruppen dazu beigetragen haben, die menschliche Besiedlung durch den respektvollen und nachhaltigen Umgang mit den knappen Ressourcen dauerhaft zu sichern. Die Bewohner haben in landwirtschaftlicher, sozialer, ritueller und spiritueller Hinsicht urspr√ľngliche Br√§uche bewahrt, die auf die gegebenen Umweltbedingungen nachhaltig abgestimmt sind.

Musik

F√ľr alle V√∂lker des Senegals ist Musik, kombiniert mit Tanz und Erz√§hlung, die wichtigste k√ľnstlerische Ausdrucksform. Traditionellerweise wird Musik durch die Griots gemacht, wobei Schlag- und Saiteninstrumente zum Einsatz kommen. Die wichtigsten Instrumente sind die Lauten Xalam, Riti oder die Kora, die eigentlich aus dem benachbarten Mali stammt. Die Trommel Tama, die die Form einer Sanduhr hat und unter den Arm geklemmt geschlagen wird, ist das Schlaginstrument, das am h√§ufigsten anzutreffen ist. Alle Ereignisse im √∂ffentlichen oder privaten Leben werden traditionell von Musik, seien es Sologes√§nge, Ges√§nge mit Orchesterbegleitung oder rein instrumentale Darbietungen, begleitet.

Das 20.¬†Jahrhundert hat der senegalesischen Musik bedeutende Weiterentwicklungen gebracht. In den 1930er Jahren kam Jazzmusik durch das Radio in das Land und wurde von der urbanen Bev√∂lkerung sofort als Gegenkonzept zur franz√∂sischen Kolonialkultur aufgenommen. Die bedeutendste K√ľnstlerin dieser Zeit war Aminata Fall, die S√§ngerin von Star Jazz. Bis in die 1970er Jahre wurde die Musikszene durch afrokubanischen Jazz dominiert, der mit senegalesischen und anderen afrikanischen Elementen kombiniert wurde, hier ist das Orchestre Baobab zu nennen. In den 1980er Jahren wurde der Mbalax, bei dem das senegalesische Perkussionselement den Jazz dominiert, popul√§r. Die wichtigsten Gr√∂√üen des Mbalax sind Youssou N‚ÄôDour, Isma√ęl L√ī, Omar Pene und Baaba Maal. Urspr√ľnglich als zu vulg√§r bezeichnet, durfte er im senegalesischen Radio vor 1988 nicht gespielt werden; dies √§nderte sich erst 1988. Heute ist Mbalax omnipr√§sent in Medien und Werbung.

In den sp√§ten 1980er Jahren begannen Rap und Hip-Hop in Senegal Fu√ü zu fassen. Der entstehende Senerap wurde unter jenen Jugendlichen des Landes, die aus wirtschaftlichen Gr√ľnden von der Konsumorientierung des Mbalax ausgeschlossen waren, popul√§r. Gleichzeitig ist der senegalesische Rap nach franz√∂sischem Vorbild sehr politisch, spricht direkt soziale Konfliktpunkte an und br√ľskiert die √§ltere, konservative und islamische Generation bewusst. Die erste erfolgreiche senegalesische Rap-Gruppe war Positive Black Soul, heute ist Akon der bedeutendste Rapper des Landes.

Essen und Trinken

Die traditionellen Grundnahrungsmittel der Bev√∂lkerung des Senegal sind Hirse und Sorghum, die vorwiegend als Brei gegessen werden, sowie H√ľlsenfr√ľchte und Kuhmilch. Diese werden heute vorwiegend auf dem Land konsumiert. In den St√§dten wird Reis bevorzugt. Reis wird zwar in der Casamance seit langem angebaut und spielt dort eine gro√üe kulturelle Rolle, die Produktion reicht jedoch bei weitem nicht aus, um den Bedarf des Landes zu decken. Der Gro√üteil des Verbrauches muss daher durch Importe gedeckt werden; dies gilt auch f√ľr Weizen, der f√ľr die popul√§ren, von den Franzosen √ľbernommenen, Baguettes ben√∂tigt wird.

Zahlreiche Gem√ľsearten wie Zwiebeln, Paprika, S√ľ√ükartoffeln, Karotten, Yams und Auberginen sind durch Bew√§sserungsfeldbau ganzj√§hrig verf√ľgbar; Fr√ľchte wie Melonen, Mangos oder Zitrusfr√ľchte sind nur zu bestimmten Jahreszeiten zu haben und kommen vor allem aus den Niayes, den relativ humiden Niederungen zwischen den D√ľnen. Die wichtigste Proteinquelle sind Fische, die entlang der K√ľste frisch verzehrt, im Inland getrocknet und verarbeitet werden. Fleisch wird in der Regel nur an Festtagen konsumiert.

Die warmen Mahlzeiten werden traditionellerweise in einem großen Topf gereicht, um den die Familienmitglieder auf dem Boden sitzen. Gegessen wird mit den Fingern oder zunehmend mit Löffeln. In großen Familien essen die Frauen und Kinder von den Männern getrennt.

Den Status des Nationalgerichtes nimmt die Thieboudienne, ein Gericht aus in Tomatenso√üe gekochtem Reis, geschmortem Gem√ľse und Fisch. Yassa ist Fleisch oder Fisch, welches mariniert, gebraten und mit Reis serviert wird. Maafe ist ein Gericht, bei welchem Fleisch und Gem√ľse in Erdnussso√üe geschmort und mit Reis serviert werden.

Die bekanntesten Getr√§nke des Senegal sind Bissap und Gingembre, die aus Hibiskusbl√ľten bzw. Ingwer hergestellt werden. Man konsumiert sie s√ľ√ü und kalt. Ataya ist der senegalesische Tee, der meist in einer langen Zeremonie aus kleinen Gl√§sern getrunken wird. Obwohl Senegal ein muslimisch dominiertes Land ist, wird in Senegal Bier gebraut.

Sport

Zwei Sportarten dominieren in Senegal, n√§mlich das als Lutte s√©n√©galaise bekannte senegambische Ringen und der Fu√üball. Das Ringen ist in Senegal ein Kampfsport, der seine Wurzeln sowohl in kriegerischen Auseinandersetzungen als auch in traditionellen afrikanischen Religionen hat. Er hat sich deshalb nur in jenen V√∂lkern erhalten, die nicht oder sp√§t islamisiert wurden, also vor allem unter den Diola, Serer und L√©bou. Bei einem Ringkampf, der traditionellerweise auf dem Dorfplatz stattfindet und Mbapat genannt wird, treten nicht nur die K√§mpfer selbst, sondern auch die Schutzgeister aller Involvierten gegeneinander an. Einem Mbapat gehen deshalb langwierige rituelle Handlungen und Opfer voraus. Der Kampf selbst dauert nur kurz; wer als Erster den Boden mit einem anderen K√∂rperteil als Hand oder Fu√ü ber√ľhrt, geht als Verlierer vom Platz. Das Ringen wurde ab 1920 auch in den St√§dten popul√§r. 1959 wurde es zum Nationalsport erkl√§rt und hat seitdem in Medien und Politik Fu√ü gefasst. Speziell die Stars im Schwergewicht mit Kampfnamen wie Tyson, Bombardier oder Y√©kini haben gro√üe Anh√§ngerschaften und sind in der Klatschpresse sehr pr√§sent.

Der senegalesische Fu√üball kennt eine offizielle Liga, die zwar einerseits unter schlechter Infrastruktur und Unterbezahlung leidet, andererseits jedoch einheimischen Talenten als erstklassiges Sprungbrett in europ√§ische Clubs dient; zu den Stars, die diesen Weg gingen, geh√∂rt El Hadji Diouf. Daneben existieren zahlreiche nawetaan-Clubs, die urspr√ľnglich in Gemeinschaften von Arbeitsmigranten entstanden und so in die St√§dte kamen. Sie finanzieren sich fast ausschlie√ülich aus lokalen Quellen und spielen in den Zuwanderervierteln eine sehr hohe Bedeutung. Den gr√∂√üten Erfolg ihrer Geschichte erreichte die senegalesische Fu√üballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2002 in S√ľdkorea und Japan. Sie siegten im ersten Gruppenspiel √ľberraschend gegen die franz√∂sische Mannschaft und erreichten sp√§ter das Viertelfinale; Erwartungen von Experten wurden dabei bei weitem √ľbertroffen. Die Mannschaft des Senegal belegte im Juni 2004 mit dem 26. Platz ihre h√∂chste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste und im Dezember 1998 mit dem 95. die niedrigste (Stand: Mai 2010).

Zu den Sportarten, die durch die Franzosen in den Senegal eingef√ľhrt wurden, geh√∂ren neben Fu√üball auch Radsport, Leichtathletik, Gymnastik, Basketball und Schwimmsport. Muslimische F√ľhrer widersetzten sich anfangs dem Versuch, in Senegal eine europ√§ische Sportkultur zu etablieren. 1930 wurde Sport auch f√ľr Frauen erlaubt. Die fr√ľhesten internationalen Erfolge auf sportlichem Gebiet errang 1922 der senegalesische Boxer Battling Siki, der im Kampf gegen den Franzosen Georges Carpentier als erster Afrikaner Boxweltmeister wurde. Der senegalesische Speerwerfer Samba Cir√© nahm f√ľr Frankreich an den Olympischen Spielen 1924 in Paris teil. Ebenfalls f√ľr Frankreich gewann der 200-Meter-L√§ufer Abdoulaye Seye an den Olympischen Spielen 1960 in Rom eine Bronzemedaille. In den Jahren nach der Unabh√§ngigkeit wurde ein Nationales Olympisches Komitee gegr√ľndet und senegalesische Sportler nahmen regelm√§√üig an Olympischen Sommerspielen und manchmal auch an Winterspielen teil. Die erste olympische Medaille f√ľr den Senegal gewann der 400-Meter-H√ľrdenl√§ufer Amadou Dia Ba bei seinem zweiten Platz 1988 in Seoul. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2001 gewann Amy Mback√© Thiam den 400-Meter-Lauf.

Literatur

  • Mamadou Diouf: Une histoire du S√©n√©gal. Le mod√®le islamo-wolof et ses p√©riph√©ries. Maisonneuve & Larose, Paris 2001, ISBN 2-7068-1503-5.
  • Sheldon Gellar: Democracy in Senegal. Tocquevillian analytics in Africa. Palgrave Macmillan, New York 2005, ISBN 1-4039-7027-0.
  • Werner Glinga: Literatur in Senegal. Geschichte, Mythos und gesellschaftliches Ideal in der oralen und schriftlichen Literatur. Reimer, Berlin 1990, ISBN 3-496-00460-6 (Habilitationsschrift, Universit√§t Bayreuth 1987, 632 Seiten, 24 cm).
  • Roman Loimeier: S√§kularer Staat und islamische Gesellschaft ‚Äď die Beziehungen zwischen Staat, Sufi-Bruderschaften und islamischer Reformbewegung in Senegal im 20.¬†Jahrhundert. Lit, M√ľnster / Hamburg 2001, ISBN 978-3-8258-5039-5.
  • Brigitte Reinwald: Der Reichtum der Frauen. Leben und Arbeit der weiblichen Bev√∂lkerung in Siin/Senegal unter dem Einfluss der franz√∂sischen Kolonisation (= Studien zur afrikanischen Geschichte, Band 9), LIT, M√ľnster 1995, ISBN 3-89473-778-6 (Dissertation, Universit√§t Hamburg 1994, 417, 121 Seiten, 21 cm).
  • Paulin Soumanou Vieyra: Le cin√©ma au S√©negal. L‚ÄôHarmattan, Paris 1983, ISBN 2-85802-280-1.

Weblinks

  • Offizielle Website der Regierung Senegals
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation im Senegal
  • S√©n√©gal ‚Äď Fotosammlung aus Dakar und Kaolack, L‚ÄôAfrique
  • Liste von Sprachen in Senegal, Ethnologue.com (englisch)
  • Uni Freiburg: Die Islamizit√§t Senegals (Memento vom 19. Januar 2012 im Internet Archive) Angebot zum Download einer Word-Datei

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
SN.DK Dakar  
SN.DB Diourbel  
SN.FK Fatick  
Kaolack  
SN.KD Kolda  
SN.LG Louga  
SN.SL Matam  
SN.TC Tambacounda  
SN.TH Thiès  
SN.ZG Ziguinchor  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Senegal

Name englisch: Senegal
Hauptstadt: Dakar
Kfz: SN
ISO: SN
ISO3: SEN
Fläche: 196190 km²
Tld: .sn
Wärung Einheit: XOF
Währung: Franc
Vorwahl: 221

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 16.6930544
südlichster Punkt: 12.3072891
westlichster Punkt: -17.5298482
östlichster Punkt: -11.348607


 
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