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Staat Informationen : Israel

Informationen:


Israel (hebrĂ€isch Ś™Ś©ŚšŚŚœ Jisra'el), amtlich Staat Israel (hebrĂ€isch Medinat Jisra'el), ist ein Staat in Vorderasien an der OstkĂŒste des Mittelmeers. Israel ist der einzige Staat der Welt mit mehrheitlich jĂŒdischer Bevölkerung und gemĂ€ĂŸ eigenem SelbstverstĂ€ndnis Nationalstaat des jĂŒdischen Volkes. Israel gehört geographisch zum Maschrek und grenzt an den Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten sowie an den Gazastreifen und das Westjordanland. Die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt Israels ist Jerusalem; jedoch erkennen die Vereinten Nationen und die Mehrheit ihrer Mitgliedstaaten Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt an. Der grĂ¶ĂŸte Ballungsraum ist Gusch Dan um die am Mittelmeer gelegene Metropole Tel Aviv-Jaffa.

Das Gebiet des heutigen Israel gilt als Wiege des Judentums sowie spĂ€ter auch der beiden jĂŒngeren abrahamitischen Religionen. Es stand seit 63 v. Chr. nacheinander unter römischer, byzantinischer, arabischer, osmanischer und britischer Herrschaft. Die dort seit rund 3.000 Jahren ansĂ€ssigen Juden (biblisch: Israeliten, HebrĂ€er) wurden im Laufe der Geschichte mehrmals vertrieben oder zur Emigration gedrĂ€ngt (jĂŒdische Diaspora). Vom ausgehenden 19. Jahrhundert an bestanden unter europĂ€ischen Juden, nicht zuletzt aufgrund der in Europa zunehmenden Judenverfolgung, Bestrebungen, im damals osmanischen PalĂ€stina wieder einen jĂŒdischen Staat zu errichten (Zionismus, benannt nach Zion, dem Tempelberg). Ein erster Grundstein wurde dafĂŒr beim ersten Zionistenkongress (1897 in Basel) unter der FĂŒhrung Theodor Herzls gelegt; der Plan einer StaatsgrĂŒndung nahm durch die britische Balfour-Deklaration von 1917 konkretere Formen an. Von 1920 bis 1948 bestand das Völkerbundsmandat fĂŒr PalĂ€stina, das nach der Auflösung des Osmanischen Reiches Großbritannien ĂŒbertragen worden war. Eine verstĂ€rkte jĂŒdische Einwanderung und der Aufbau protostaatlicher Strukturen fĂŒhrten in dieser Zeit zu ersten Konflikten mit der arabischen Bevölkerung. Der UN-Teilungsplan fĂŒr PalĂ€stina von 1947 hatte das Ziel, diese beizulegen, doch wurde er von arabischer Seite abgelehnt. Dennoch erfolgte am 14. Mai 1948 die israelische UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung, und unmittelbar danach begann der erste PalĂ€stinakrieg durch den militĂ€rischen Angriff der arabischen Nachbarstaaten auf den jungen Staat. Die folgenden Jahrzehnte der Geschichte Israels sind vom andauernden arabisch-israelischen Konflikt entscheidend geprĂ€gt.

Das politische System Israels basiert auf einem parlamentarischen Regierungssystem. Regierungschef ist der von der Knesset eingesetzte MinisterprĂ€sident; das Staatsoberhaupt ist der StaatsprĂ€sident, der ĂŒberwiegend reprĂ€sentative Aufgaben erfĂŒllt. Israel ist als freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat mit einem ausgeprĂ€gten Sozialstaat verfasst; das Land wird oft als die „einzige Demokratie im Nahen Osten“ bezeichnet. Der ĂŒberwiegend zentralistisch verwaltete israelische Staat ist in sechs Bezirke unterteilt, und diese sind wiederum in 71 StĂ€dte, 141 Gemeinden und 53 RegionalverbĂ€nde (ZusammenschlĂŒsse kleinerer Ortschaften zu Verwaltungsgemeinschaften) gegliedert.

Das dicht besiedelte Land hat 2019 etwa 9 Mio. Einwohner, davon ca. 6,7 Mio. Juden (74,2 %), 1,9 Mio. nichtjĂŒdische Araber (20,9 %) und einige weitere traditionell im Land beheimatete Minderheiten wie christliche AramĂ€er, Samaritaner, Armenier, Tscherkessen und Roma. Das RĂŒckkehrgesetz gestattet es allen Juden der Welt, sich in Israel niederzulassen. Seit etwa 1990 leben auch zunehmend legale asiatische und osteuropĂ€ische Arbeitsmigranten sowie illegale Einwanderer aus Afrika im Land.

Die jĂŒdische Bevölkerung setzt sich aus Aschkenasim, Misrachim, Sephardim, Falaschen und jemenitischen Juden zusammen, doch ist eine zunehmende Verschmelzung dieser Gruppen zu beobachten. Die Mehrheit der arabischen Israelis sind Muslime, eine MinoritĂ€t bilden arabische Christen und Drusen.

Trotz widriger Ă€ußerer UmstĂ€nde (exponierte geografische Lage, Kriege mit den arabischen Nachbarstaaten, Mangel an Wasser und Rohstoffen, AbhĂ€ngigkeit von auslĂ€ndischem Kapital) ist es Israel gelungen, einen hoch entwickelten Wirtschafts- und Wissenschaftssektor zu entwickeln. Die israelische Wirtschaft ist von einer fortschrittlichen Landwirtschaft und einer spezialisierten, stark exportorientierten Industrie geprĂ€gt. Wichtige Industriesektoren sind die Diamantenverarbeitung, die chemische und pharmazeutische Industrie sowie die Halbleitertechnik; im Dienstleistungssektor sind vor allem die Finanzwirtschaft, die Softwareentwicklung und der Tourismus nennenswert. Von wachsender Bedeutung ist die High-Tech-Industrie; das Land hat die höchsten Ausgaben fĂŒr Forschung und Entwicklung pro Einwohner und die höchste Dichte an Start-ups weltweit.

AusgeprĂ€gt ist jedoch die hohe soziale Ungleichheit, die hauptsĂ€chlich durch die unzureichende wirtschaftliche Integration der arabischen und ultraorthodoxen Bevölkerungsteile bedingt ist. Das Land ist seit 2010 Mitglied der Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nach dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) befindet sich Israel auf Platz 22 (Platz 1 im Nahen Osten, Platz 4 in Asien, Stand 2017) und zĂ€hlt damit zu den sehr hoch entwickelten Volkswirtschaften.

Name

Den Ă€ltesten Beleg fĂŒr die Bezeichnung „Israel“ enthĂ€lt die Ă€gyptische Merenptah-Stele, die sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo befindet. Sie beschreibt einen Feldzug des Pharaos gegen Israel im Lande Kanaan und wird auf das Jahr 1211 v. Chr. datiert. Die Bibel erzĂ€hlt von den „Kindern Israels“, die mit den ebenfalls von ihr erwĂ€hnten „HebrĂ€ern“ gleichgesetzt werden, und den Königreichen Israel und Juda, die bis zur Eroberung durch Assyrien (Zerstörung Israels 722 v. Chr.) bzw. bis zum Babylonischen Exil des Königs von Juda und seiner Bevölkerung (ab 597 v. Chr.) zwei Kleinstaaten bildeten, die in zahlreiche politische Allianzen und Konflikte mit ihren Nachbarn verwickelt waren und einander bekĂ€mpften. Die Herrscherdynastie von Juda leitete sich vom gesamtisraelitischen König David (10. Jh. v. Chr.) ab.

Die Volksetymologie des Alten Testaments deutet „Israel“ als „Gottesstreiter“ (Gen 32,29 ). Jakob bekam diesen Beinamen, nachdem er mit einem geheimnisvollen Gegner gerungen hatte. Seine Nachkommen, die zwölf StĂ€mme, wurden als „Kinder Israels“, „Israeliten“ oder kurz „Israel“ bezeichnet. Der Name entspricht einer weit verbreiteten semitischen Namensform, die ein Verb im Imperfekt und das theophore Element El als Subjekt enthĂ€lt. Das verbale Element wird in dieser Deutung als von der semitischen Wurzel Ś©ŚšŚ” sarah = „ringen, kĂ€mpfen“ abgeleitet angesehen. Möglich ist allerdings auch eine Ableitung von der Wurzel Ś©ŚšŚš sarar = „herrschen“. Das hebrĂ€ische Imperfekt kann im Deutschen mit dem PrĂ€sens oder der Wunschform wiedergegeben werden, so dass sich als mögliche Übersetzungen ergeben: „Gott streitet (fĂŒr uns)“ oder „Gott möge (fĂŒr uns) streiten“ und „Gott herrscht“ oder „Gott möge herrschen“.

Ableitungen vom Namen Israel lauten: Israeli, israelisch (bezogen auf den heutigen Staat) und Israelit, israelitisch (im Sinne von Jude, jĂŒdisch, bezogen insbesondere auf das biblische Volk Israel).

Andere NamensvorschlĂ€ge vor der StaatsgrĂŒndung (1948), die jedoch verworfen wurden, waren: Eretz Israel (Land Israel), Zion, Juda und Neues Juda.

Geographie

Israel liegt auf einer LandbrĂŒcke zwischen Asien und Afrika am östlichen Rand des Mittelmeeres. Damit zĂ€hlt es geographisch zu Vorderasien, geologisch aber zu Afrika, da es auf der afrikanischen Kontinentalplatte liegt. Im Osten liegt die Arabische Platte und die Grenze dazu bildet das Jordantal, welches Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ist. Im Norden grenzt Israel an den Libanon, im Nordosten an Syrien, im Osten an Jordanien, im SĂŒdwesten an den Gazastreifen und Ägypten und im SĂŒden ans Rote Meer.

FlÀche

Das Gebiet Israels innerhalb der sogenannten GrĂŒnen Linie, der Waffenstillstandslinie von 1949, betrĂ€gt 20.991 kmÂČ, davon sind 20.551 kmÂČ Land und 440 kmÂČ Wasser. Das entspricht etwa der GrĂ¶ĂŸe Hessens. Durch das Jerusalemgesetz 1980 und die Annexion der Golanhöhen 1981 hat Israel aus israelischer Sicht eine FlĂ€che von 22.380 kmÂČ und ist damit etwa doppelt so groß wie der Libanon. In der LĂ€nge misst das Land von Norden bis SĂŒden 470 km. An seiner breitesten Stelle misst das Land 135 km, an der schmalsten nur 15 km.

Die im Sechstagekrieg von 1967 von Israel eroberten Gebiete haben eine FlĂ€che von ĂŒber 67.000 kmÂČ, wobei rund 60.000 kmÂČ auf die 1982 an Ägypten zurĂŒckgegebene Sinai-Halbinsel entfallen. Die FlĂ€che des von Israel annektierten Golan betrĂ€gt 1150 kmÂČ, diejenige Ostjerusalems und Umgebung 70 kmÂČ. Das Westjordanland, historisch und in Israel amtlich als JudĂ€a und Samaria bezeichnet, umfasst 5879 kmÂČ, 220 kmÂČ davon Wasser, und der Gazastreifen misst 360 kmÂČ.

Im Zuge des Ersten Libanonkriegs im Jahr 1982 okkupierte Israel kurzfristig etwa 6500 kmÂČ des Libanons und rĂŒckte bis nach Beirut vor, zog sich dann aber wieder bis zum SĂŒdlibanon zurĂŒck und besetzte bis 1985 ein 3058 kmÂČ umfassendes Gebiet. Die danach eingerichtete Sicherheitszone sĂŒdlich des Flusses Litani wurde im Mai 2000 gerĂ€umt.

Landschaft

Israel lĂ€sst sich in vier Regionen einteilen: Die MittelmeerkĂŒste, die HĂŒgellandschaft im Zentrum, das Jordantal und die Negev-WĂŒste.

Das Tote Meer ist mit 418 m unter dem Meeresspiegel der niedrigste Punkt Israels und der Erde, der höchste Punkt des Landes ist der Berg Meron in GalilÀa mit 1208 m, beziehungsweise aus israelischer Sicht ein 2248 m hoher Vorgipfel des Hermon.

Die KĂŒstenebene verlĂ€uft von der libanesischen Grenze nach Gaza im SĂŒden, nur vom Karmelkap in der Bucht von Haifa unterbrochen. Um Gaza ist sie etwa 40 km breit, wird gegen Norden immer schmaler und hat an der libanesischen Grenze nur noch eine Breite von fĂŒnf Kilometern. Sie ist subtropisch und wird fĂŒr den Anbau von Wein und ZitrusfrĂŒchten genutzt. Der am dichtesten bevölkerte Teil ist der Großraum Tel Aviv (Gusch Dan). Ebenfalls sehr dicht besiedelt ist die nördlich angrenzende Scharonebene. Die Ebene wird von mehreren kurzen FlĂŒssen durchzogen, von denen nur zwei, der Yarkon und der Kischon, ganzjĂ€hrig Wasser fĂŒhren.

Östlich der KĂŒste, im Zentrum des Landes, schließt sich eine HĂŒgellandschaft an. Im Norden liegen die Berge und HĂŒgel des oberen und unteren GalilĂ€a, weiter im SĂŒden schließen sich im politisch umstrittenen Westjordanland die HĂŒgel des biblischen Samaria mit ihren fruchtbaren TĂ€lern an, die sĂŒdlich von Jerusalem vom judĂ€ischen Bergland mit seinen recht unfruchtbaren HĂŒgeln abgelöst werden. Das HĂŒgelland liegt im Durchschnitt 610 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel und erreicht in GalilĂ€a mit dem Berg Meron (1208 m) seinen höchsten Punkt. Viele TĂ€ler durchschneiden die Landschaft in Ost-West-Richtung. Das grĂ¶ĂŸte ist die Jesreelebene (biblisch als Tal Esdrelon bezeichnet), welches sich von Haifa aus 48 km in sĂŒdöstlicher Richtung bis zum Jordantal erstreckt. Es ist an seiner breitesten Stelle 19 km weit.

Östlich der HĂŒgellandschaft liegt das Jordantal, welches einen kurzen Abschnitt des 6500 km langen Großen Afrikanischen Grabenbruchs bildet. Der Jordan, mit 322 km Israels lĂ€ngster Fluss, wird aus den QuellflĂŒssen Dan, Banijas und Hasbani im Norden gespeist. Der Jordan fließt sĂŒdlich durch die Chulaebene in den See Genezareth (hebrĂ€isch Ś™Ś Ś›Ś ŚšŚȘ Jam Kinneret). Der See hat eine FlĂ€che von 165 kmÂČ und liegt etwa auf 213 m unter dem Meeresspiegel. Mit einem Speichervermögen von drei Kubikkilometern ist er das wichtigste Wasserreservoir des National Water Carrier. Der Jordan fließt im SĂŒden des Sees Genezareth ab und endet schließlich im Toten Meer, welches ein extrem salzhaltiger und abflussloser See ist. Das Tote Meer, das sich Israel mit den palĂ€stinensischen Gebieten und Jordanien teilt, ist der tiefste Punkt der ErdoberflĂ€che. Es liegt 418 m unter dem Meeresspiegel und hat eine FlĂ€che von 1020 kmÂČ. SĂŒdlich des Toten Meeres fĂŒhrt der Grabenbruch mit der Arava-Senke, die ĂŒber 170 km keinen dauerhaften Wasserfluss besitzt, bis zum Golf von Akaba. Die Arava-Senke bildet die Grenze zu Jordanien.

Der Negev bedeckt mit einer FlĂ€che von rund 12.000 kmÂČ mehr als die HĂ€lfte der LandflĂ€che Israels. Geographisch gehört er zur Sinai-WĂŒste. Die WĂŒstenregion beginnt im Norden etwa auf der Höhe von Be’er Scheva und endet bei Eilat, der sĂŒdlichsten Stadt Israels.

FlĂŒsse und Meere

Israel grenzt an zwei Meere: an das Mittelmeer im Westen und an das Rote Meer im SĂŒden. In Haifa, Ashdod und Eilat gibt es teils große HĂ€fen, die ein wichtiger Teil der israelischen Wirtschaft sind. Die wichtigsten Wasserquellen Israels sind die QuellflĂŒsse des Jordans: Der Hasbani, der Dan im nördlichen Israel und der Banyas (auch Hermonfluss genannt) in den nördlichen Golanhöhen entspringen im Gebiet um das Hermongebirge. Sie vereinigen sich in der Gegend um Sede Nehemija zum Jordan, der danach in Nord-SĂŒd-Richtung die Huleebene NordgalilĂ€as durchquert, bevor er bei Bethsaida in den See Genezareth mĂŒndet. SĂŒdlich des Sees tritt er in den Jordangraben ein und nimmt in seinem weiteren Verlauf linksseitig die beiden einzigen grĂ¶ĂŸeren ZuflĂŒsse Jarmuk und Jabbok auf. SĂŒdöstlich von Jericho mĂŒndet er in das Tote Meer, einen abflusslosen Endsee.

In seinem beinahe gesamten sĂŒdlichen Flussverlauf (mit Ausnahme der Strecke vom See Genezareth bis Bet Sche’an) bildet der Jordan die Grenze zwischen Israel und Jordanien. Im nördlichen Bereich fließt er entlang der israelischen Golanhöhen.

Der Jordangraben mit dem Toten Meer bildet eine geologische Senke und ist als Grabenbruch stark erdbebengefÀhrdet.

Klima

Das Klima in Israel wird durch seine Lage zwischen der subtropischen Trockenheit der Sahara und der arabischen WĂŒsten einerseits und der subtropischen Feuchtigkeit der Levante andererseits bestimmt. Obwohl Israel ein eher kleines Land ist, hat es mehrere Klimazonen. Das Klima ist von der Entfernung zum Mittelmeer, von der Höhe und der geographischen Breite abhĂ€ngig. Im Norden gemĂ€ĂŸigt und bewaldet, ist Israel im SĂŒden heiß und wĂŒst. Insgesamt sind 50 % des Landes Steppe und WĂŒste, wobei die Negev-WĂŒste die grĂ¶ĂŸte FlĂ€che darstellt. An der KĂŒste zum Mittelmeer herrscht das subtropische Mittelmeerklima, das sich durch trockene, heiße Sommer und regenreiche, milde Winter auszeichnet.

Der Januar ist der kĂ€lteste Monat mit Durchschnittstemperaturen zwischen 6 °C und 15 °C, Juli und August sind mit 22 °C bis 33 °C die wĂ€rmsten Monate. Die Sommer sind an der MittelmeerkĂŒste von hoher Luftfeuchtigkeit geprĂ€gt, im Inneren des Landes, dem Jordantal und dem Negev jedoch recht trocken. In Eilat werden oft die höchsten Temperaturen erreicht, örtlich bis zu 46 °C. Mehr als 70 % des durchschnittlichen Regens fĂ€llt zwischen November und MĂ€rz. Von Juni bis September fĂ€llt normalerweise kein Regen. Die Niederschlagsmenge nimmt von Nord nach SĂŒd stark ab, so dass ganz im SĂŒden im Durchschnitt nur 30 mm, im Norden mehr als 900 mm im Jahr erwartet werden können. Besonders im Negev variiert die Niederschlagsmenge von Jahr zu Jahr sehr stark. Im Winter kann es in den höheren Regionen zu Schnee kommen, ab und zu auch in Jerusalem. Die drei Gipfel des Hermon sind im Winter ĂŒber mehrere Monate von Schnee bedeckt.

Die Gebiete mit NiederschlÀgen von mehr als 300 mm im Jahr werden besonders intensiv landwirtschaftlich genutzt. Etwa ein Drittel des Landes kann bebaut werden.

In der regnerischen Zeit sind auch Unwetter und Hagel möglich und Wasserhosen können die MittelmeerkĂŒste treffen, richten aber nur sehr geringe SchĂ€den an. Allerdings wurde am 4. April 2006 der Westen GalilĂ€as von Gewitterzellen und einem F2-Tornado getroffen, der grĂ¶ĂŸere SchĂ€den verursachte und durch den 75 Personen verletzt wurden.

StÀdte und Ortschaften

Es gibt in Israel 68 StÀdte und hunderte kleinere Ortschaften. Der Stadtstatus wird vom israelischen Innenminister an sich bewerbende Ortschaften vergeben, in der Regel nur dann, wenn sie mehr als 20.000 Einwohner zÀhlen.

GrĂ¶ĂŸere StĂ€dte sind Jerusalem (901.302 Einwohner), Tel Aviv-Jaffa (443.939 Einwohner), Haifa (281.087 Einwohner), Rischon LeZion (249.860 Einwohner), Aschdod (222.883 Einwohner) und Be’er Scheva (207.551 Einwohner). In Jerusalem, Haifa, Jaffa oder Akko und Ramla lebt die arabische und jĂŒdische Bevölkerung teilweise zusammen. Die grĂ¶ĂŸte ĂŒberwiegend arabische Stadt ist Nazareth (76.551 Einwohner), gefolgt von Umm al-Fahm (54.240 Einwohner); die grĂ¶ĂŸte von Beduinen bewohnte Stadt ist Rahat im Negev (66.791 Einwohner).

Eine israelische Besonderheit sind die Kibbuzim und Moschawim. Es handelt sich dabei um Ortschaften mit einer sozialistisch-kollektiven oder genossenschaftlichen Verfassung. Im Laufe der Zeit hat aber der Grad der genossenschaftlichen Zusammenarbeit abgenommen, örtlich wurde er ganz abgeschafft.

In den besetzten Gebieten im Westjordanland gibt es etwas ĂŒber 200 israelische Siedlungen, vier davon StĂ€dte mit ĂŒber 15.000 Einwohnern und etwa 145 nicht bewilligte sogenannte „Outposts“, in Ostjerusalem befinden sich 32 und auf den Golanhöhen 42 jĂŒdische Siedlungen (SchĂ€tzung aus dem Jahre 2010).

Die israelischen Siedlungen in den im Juni 1967 von Israel eroberten Gebieten, einschließlich der von Israel annektierten, gelten fĂŒr verschiedene internationale Organisationen als illegale Siedlungen gemĂ€ĂŸ geltendem Völkerrecht, das einen Bevölkerungstransfer in besetzte Gebiete verbietet (IV. Genfer Abkommen, Art. 49). Israel bestreitet jedoch, dass es sich um Gebiete handelt, in denen das IV. Genfer Abkommen GĂŒltigkeit hat.

Flora und Fauna

Flora

Aufgrund der verschiedenen klimatischen Bedingungen in den einzelnen Landesteilen weist Israel eine große Landschaftsvielfalt auf. Dabei reicht die Pflanzenwelt Israels von der fruchtbaren Vegetation in Teilen des Nordens bis zu einigen Oasen im SĂŒden.

In Israel wachsen seit jeher OlivenbÀume, Eichen, FeigenbÀume und JohannisbrotbÀume. Seit den 50er Jahren hat man in Israel mit der Anpflanzung von NadelwÀldern, vor allem aus Aleppo-Kiefer und Mittelmeer-Zypresse, und Obstplantagen begonnen. Insgesamt wurden bis jetzt mehr als 240 Millionen BÀume gepflanzt. Heute sind etwa 3 % der FlÀche Israels (213.000 Hektar) bewaldet.

In Israel wachsen wild etwa 125 Arten von Pflanzen, die auch als Zierpflanzen kultiviert und gezĂŒchtet werden, darunter Kronen-Anemone, Sonnenaugen-Tulpe, Strauß-Narzisse und Madonnen-Lilie. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass diese Gartenpflanzen hier domestiziert wurden. In der NegevwĂŒste wĂ€chst der aus Amerika eingeschleppte Kaktus Opuntia ficus-indica. Im SĂŒden des Landes gibt es seit ungefĂ€hr 1985 auch kĂŒnstlich angepflanzte Akazien und Kastanien. An den KĂŒstengebieten und in Teilen des Negev wachsen Dattelpalmen.

In Israel gibt es zahlreiche Schutzgebiete, in denen sich 63 (Stand 2008) fĂŒr den Tourismus erschlossene Anlagen befinden, die von der Israel Nature and Parks Authority (INPA, dt. etwa „Israelische Behörde fĂŒr Natur und Parks“) als israelische Nationalparks und Naturreservate verwaltet und unterhalten werden.

Fauna

Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und verschiedener Landschaftsformen hat Israel auch eine sehr vielfĂ€ltige Tierwelt. Zahlreiche Tiere sind jedoch vom Aussterben bedroht und Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts starben bereits das Nordöstliche Nilkrokodil (Crocodylus niloticus niloticus), der Syrische BraunbĂ€r (Ursus arctos syriacus), der Asiatische Gepard (Acinonyx jubatus venaticus), der Syrische Halbesel (Equus hemionus hemippus), der Arabische Strauß (Struthio camelus syriacus) und die Arabische Kropfgazelle (Gazella subguttorosa marica) in Israel aus. Der Asiatische Löwe (Panthera leo persica) und der Kaukasische Rothirsch (Cervus elaphus maral) starben im FrĂŒhmittelalter und das Flusspferd in der Eisenzeit in Israel aus. Einige Exemplare des seltenen Arabischen Leoparden (Panthera pardus nimr) gibt es noch in der JudĂ€ischen WĂŒste und im Negev. Unter den Großtieren halten konnte sich beispielsweise der Syrische Steinbock.

In den WĂŒstengebieten der Avara und des Negev wurden Arabische Oryxantilopen und Persische Halbesel (Equus hemionus onager) wiederangesiedelt, die im Wildpark von Chai Bar Jotvata gezĂŒchtet werden. Im Norden gibt es mit Chai Bar Karmel einen Ă€hnlichen Wildpark, in dem die Arten der mediterranen Klimazonen wie Armenische Wildschafe (Ovis orientalis gmelini) und Mesopotamische Damhirsche (Dama dama mesopotamica) gezĂŒchtet werden. Letztere werden auch Persische Damhirsche genannt und kommen auch wieder in Freiheit in Nord-Israel vor. Ebenfalls wieder angesiedelt wurde das Reh (Capreolus capreolus coxi).

Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) leben in der NÀhe von Salzteichen bei Eilat. Die Syrische StreifenhyÀne (Hyaena hyaena syriaca), der Arabische Wolf (Canis lupus arabs), die beiden Unterarten der Edmigazelle, PalÀstina-Berggazelle (Gazella gazella gazella) und Akaziengazelle (Gazella gazella acaciae), die Dorkasgazelle (Gazella dorcas) und das Wildschwein (Sus scrofa) sind weitere in Israel lebende Tiere.

Bevölkerung

Allgemeine Demografie

Ende 2020 zÀhlte Israel 9.291.000 Einwohner, rund 6.870.000 (73,9 %) davon Juden und 1.956.000 (21,1 %) Araber. Die Anzahl anderer Einwohner betrug rund 456.000 (5,0 %).

Auf die Einwohnerzahl bezogen steht Israel 2018 an 99. Stelle aller LĂ€nder gleich nach Österreich und vor der Schweiz.

Etwa 92 % der Bevölkerung leben in urbanen Gebieten, 25 % in einer der großen StĂ€dte. Rund 75 % der jĂŒdischen Einwohner sind im Land geboren, 28 % sind jĂŒnger als 14 Jahre und 10,3 % Ă€lter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter lag 2017 bei 29,5 Jahren. Die Bevölkerungsdichte betrĂ€gt 373,2 Personen pro kmÂČ. 2018 betrug die Lebenserwartung fĂŒr MĂ€nner 80,6 Jahre, fĂŒr Frauen 84,2 Jahre, womit sie die achthöchste weltweit ist.

Die Staatsangehörigkeit kann auf mehreren Wegen erlangt werden: Zum einen durch die Abstammung, zum anderen durch eine Naturalisierung oder durch den Wohnsitz. Dieses Gebietsprinzip wurde auf diejenigen Einwohner PalĂ€stinas angewandt, die nach 1948 im Gebiet Israels lebten. Eine EinbĂŒrgerung ist auch durch die Verleihung der StaatsbĂŒrgerschaft möglich. Durch das RĂŒckkehrgesetz können grundsĂ€tzlich alle Juden, die nach Israel einwandern, die israelische StaatsbĂŒrgerschaft erlangen, wobei eine doppelte Staatsangehörigkeit möglich ist. NichtjĂŒdische Einwohner der im Sechstagekrieg 1967 eroberten Gebiete, die Israel seinem Staatsgebiet zuschlug (Ostjerusalem und Golanhöhen), können sich einbĂŒrgern lassen.

Bevölkerungswachstum

Nach der GrĂŒndung des Staates Israel im Jahre 1948 lebten auf dem israelischen Gebiet etwa 806.000 Menschen. In den darauffolgenden Jahren stieg die Bevölkerungszahl stark an. Dieser Zuwachs war der Immigration der Juden aus Europa und einigen arabischen Staaten zu verdanken.

Die Gesamtbevölkerung Israels sank im Laufe der Geschichte des Staates nie. Trotz des Nahostkonflikts und der arabisch-israelischen Kriege wĂ€chst die Bevölkerung weiterhin. Nur durch den Jom-Kippur-Krieg emigrierten ĂŒber 130.000 Israelis aus Israel. Dieser Bevölkerungsverlust konnte jedoch durch die hohe Geburtenrate jĂŒdischer Familien wieder aufgefangen werden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion kamen ĂŒber 700.000 sowjetische Juden nach Israel, was einen Bevölkerungszuwachs von ĂŒber 20 % bedeutete. Ab 1996 begann sich das Wachstum der Bevölkerung zu verlangsamen, als die Regierung eine straffere Steuer- und Geldpolitik verfolgte. Seit den 2000er Jahren nimmt die Bevölkerung wieder stark zu. Das Wachstum der Bevölkerung wird vor allem von der hohen Geburtenrate der ultra-orthodoxen und der muslimischen Bevölkerung angetrieben. Beide Gruppen zusammen waren 2015 fĂŒr ĂŒber 40 % der Neugeborenen verantwortlich.

Das aktuelle Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 1,8 Prozent pro Jahr und ĂŒbersteigt damit das prozentuale Bevölkerungswachstum Indiens und der Volksrepublik China.

RĂ€umliche Verteilung

Bevölkerungsdichte

Israel weist eine Bevölkerungsdichte von etwa 381 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Die Bevölkerungsdichte ist jedoch ungleich verteilt. Lebensfeindliche Gebiete wie die Negev-WĂŒste haben eine geringe Bevölkerungsdichte; die Golanhöhen sind ebenfalls eher schwach besiedelt. In Arava, dem am dĂŒnnsten besiedelten Teil des Landes, leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich nur 20 bis 30 Menschen.

Der bei weitem grĂ¶ĂŸte Teil der Bevölkerung lebt in den GroßstĂ€dten wie Tel Aviv-Jaffa, Rischon LeZion und Haifa an den KĂŒstenregionen im Westen des Landes. Mit ĂŒber 3000 Menschen pro Quadratkilometer sind dies die am dichtesten besiedelten Orte. Weitere dicht besiedelte Orte sind Jerusalem und das Umland der Stadt. Israel ist das am 33. dichtesten besiedelte Land der Erde und der am dichtesten besiedelte Staat des Nahen Ostens.

Urbanisierung

Bei der GrĂŒndung des Staates im Jahre 1948 lebten etwa nur 30 Prozent der Einwohner in StĂ€dten, wobei der Unterschied zwischen Arabern und Juden groß war; etwa 75 Prozent der israelischen Juden lebten damals in StĂ€dten. Im Jahr 2013 hat der Urbanisierungsgrad nach Angaben der israelischen Regierung ĂŒber 78 Prozent erreicht. Damit ist der Urbanisierungsgrad weitaus höher im Vergleich zu anderen Industriestaaten. Dies hat seine Ursache vor allem darin, dass die StĂ€dte bis in die 1960er Jahre der fast einzige besiedelbare Wohnraum in Israel waren. Zudem gab es bis zum Sechstagekrieg von 1967 immer wieder arabische TerroranschlĂ€ge auf jĂŒdische Siedlungen im Grenzland, bei denen zahlreiche Menschen starben und viele Familien flĂŒchteten. Ermöglicht durch das Besiedeln lebensfeindlicher Zonen des Staatsgebiets sinkt seit Mitte der 1980er Jahre der Urbanisierungsgrad Israels wieder.

Bevölkerungsgruppen

Die israelische Statistik unterscheidet zwischen „Juden“ und „Arabern“, zu denen seit 1995 noch eine weitere, „andere“ Gruppe hinzukommt.

JĂŒdische Bevölkerung

Ende 2020 waren 73,9 % der Israelis Juden. Unter der jĂŒdischen Bevölkerung Israels hatten 2001 26 % wenigstens einen in Israel geborenen Elternteil, 37 % waren Israelis der ersten Generation, 34,8 % Einwanderer und deren direkte Nachkommen aus Europa und Nordamerika und 25,3 % Einwanderer und deren Nachkommen aus Asien oder Afrika, hauptsĂ€chlich aus den muslimischen LĂ€ndern. Nach dem Zerfall der Sowjetunion sind ĂŒber eine Million Juden aus dessen Nachfolgestaaten nach Israel eingewandert, davon alleine in der Zeit von 1989 bis 1999 mehr als 750.000. Etwa 179.000 israelische BĂŒrger sind Holocaust-Überlebende (Stand 2021).

Innerhalb der jĂŒdischen Bevölkerung wird unterschieden zwischen

  • Aschkenasim, Juden mit Wurzeln in Ost- und Mitteleuropa, ehemaligen Staaten der UdSSR, sowie europĂ€isch-stammende Juden aus den USA, Argentinien u. a. westlichen Staaten sowie deren Nachkommen
  • Sephardim, Juden, deren Vorfahren von der Iberischen Halbinsel stammen
  • Mizrachim, Juden aus Vorderasien und Nordafrika und deren Nachkommen
  • Falaschen, Einwanderer aus Äthiopien, die hauptsĂ€chlich durch die militĂ€rischen Operationen Moses (1984), Joshua (1985), Salomon (1991) und TaubenflĂŒgel (2011) nach Israel geflogen wurden
  • Jemenitische Juden, Einwanderer aus dem Jemen, die zwischen 1949 und 1950 durch die militĂ€rische Operation Magic Carpet nach Israel geflogen wurden

Arabische Bevölkerung

21,1 % der israelischen Bevölkerung sind Araber. Die arabische Bevölkerung lebt zum Teil in gemischten arabisch-jĂŒdischen StĂ€dten wie Haifa, Jerusalem, Akko und Ramle. Der grĂ¶ĂŸere Teil lebt in arabischen Orten in GalilĂ€a, im östlichen, an das Westjordanland grenzenden Teil der KĂŒstenebene zwischen Tel Aviv und Haifa sowie im nördlichen Teil des Negev. 10 % sind Beduinen, viele mit festem Wohnsitz, weitere 10 % sind Drusen, deren Dörfer in GalilĂ€a, auf dem Karmel und dem Golan liegen.

Andere

Die als „Andere“ bezeichnete Bevölkerung von (Ende 2020 456.000 Einwohner) umfasst unter anderem nichtjĂŒdische Einwanderer, die Bahai, die sich nicht nur als eigene Religionsgemeinschaft, sondern auch als eigene Bevölkerungsgruppe bezeichnen, die Alawiten, die Ahmadi, die Samaritaner und zwei Dörfer mit Tscherkessen. Seit September 2014 werden auch AramĂ€er als eigenstĂ€ndige nationale Bevölkerungsgruppe anerkannt. Seit den 2000er Jahren leben in Israel auch mehrere Tausend asiatische Gastarbeiter und illegale Einwanderer aus Afrika. In Israel gibt es des Weiteren eine kleine Minderheit europĂ€ischer Christen; diese besteht ĂŒberwiegend aus Russen, Ukrainern und Polen.

Israelis in den besetzten Gebieten

Die Israelis in den besetzten Gebieten leben ĂŒberwiegend in JudĂ€a und Samaria (Westjordanland). In den 1981 annektierten Golanhöhen und Ostjerusalem lebt eine große Anzahl Israelis, die die arabische Population weit ĂŒbersteigt.

Emigration

Seit einigen Jahren gibt es keine genaueren Daten, die sich mit der israelischen Auswanderung befassen.

In den letzten Jahrzehnten hatte die Emigration aus Israel deutlich zugenommen. Bis 1990 wanderten acht Prozent der jĂŒdischen Bevölkerung Israels aus. Von 1990 bis 2005 wanderten 230.000 Israelis aus. Die meisten waren zuvor nach Israel eingewandert. Bis 2005 wanderten wieder 15 Prozent ein. 2007 wanderten 21.500 Israelis aus, dies war die letzte große Auswanderungswelle aus Israel. Seit 2008 geht der Emigrationsgrad zurĂŒck, und 73 Prozent der ausgewanderten Juden und 4 Prozent der Araber kehrten bis 2013 wieder nach Israel zurĂŒck.

Laut dem israelischen Central Bureau of Statistics leben heute weltweit 650.000 emigrierte Israelis im Ausland.

Religionen

Die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung des Staates Israel von 1948 garantiert die Religionsfreiheit. Die Religionsgemeinschaften verwalten ihre religiösen und heiligen StĂ€tten selbst, gesetzliche Regelungen sollen den freien Zugang garantieren und vor Entweihungen schĂŒtzen. Anerkannte Religionsgemeinschaften sind die jĂŒdische, die islamische, die verschiedenen christlichen Kirchengemeinden sowie die der Drusen und der Bahai. Die staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften haben ein Recht auf interne Autonomie und auf staatliche Finanzierung ihrer GebetshĂ€user und der GehĂ€lter der religiösen AmtstrĂ€ger.

Gut 75 % der Bevölkerung Israels sind Juden. Damit ist Israel der einzige Staat der Welt, in dem Juden die Mehrheit der Einwohner bilden. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2009 bezeichnen sich

  • 46 % als sĂ€kular,
  • 32 % als traditionell,
  • 15 % als orthodox und
  • 7 % als ultraorthodoxe Juden (Charedim).

GemĂ€ĂŸ einer Studie aus dem Jahr 2015 erklĂ€rten sich 65 Prozent der Israelis als nicht religiös oder Atheisten. Nur 30 Prozent erklĂ€rten, religiös zu sein.

Die Mehrheit der israelischen Araber sind sunnitische Muslime. Im Jahr 2001 waren es 1.004.600, rund 17 % der Bevölkerung. Ende 2019 lebten 177.000 Christen in Israel, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 2,0 %. Rund 137.000 (77,5 %) von ihnen sind arabische Christen, rund 40.000 (22,5 %) sind nicht-arabische Christen. 143.000 Israelis sind Drusen (Stand 2019). Das entspricht einem Anteil von 1,6 % der Einwohner.

Die weltweit einzige Gemeinde von Samaritanern zĂ€hlt 751 Personen (Ende 2011). Gut die HĂ€lfte leben in Israel, die ĂŒbrigen leben im Westjordanland.

In Israel leben etwa 25.000 KarĂ€er sowie eine nicht bekannte Anzahl messianische Juden, welche gewisse Elemente der jĂŒdischen Religion beibehalten haben, jedoch Jesus von Nazaret als Messias ansehen und somit dem Christentum zugerechnet werden.

Schließlich leben einige hundert Bahai in Haifa und Umgebung, wo sich ihre zentralen HeiligtĂŒmer befinden, die das Bahai-Weltzentrum bilden. Seit 2008 zĂ€hlt es zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Sprachen

Amtssprache ist gemĂ€ĂŸ dem Nationalstaatsgesetz von 2018 nur noch HebrĂ€isch, zuvor waren HebrĂ€isch und Arabisch gleichermaßen Amtssprachen, wobei faktisch jedoch HebrĂ€isch die bevorzugte Amtssprache war. Arabisch wird heute ein „gesonderter Status“ zugewiesen, wobei das Gesetz gleichermaßen erklĂ€rt, dass der bisherige Status des Arabischen beibehalten werden soll und der Gebrauch des Arabischen seitens staatlicher Institutionen durch Einzelgesetze geregelt wird.

In der britischen Mandatszeit zwischen 1922 und 1948 waren neben HebrĂ€isch sowohl Englisch als auch Arabisch Amtssprachen, wobei Englisch Vorrang gegenĂŒber den beiden anderen hatte. Nach der UnabhĂ€ngigkeit wurde die entsprechende Klausel aufgehoben und Englisch nicht mehr aktiv als Amtssprache verwendet (abgesehen von gewissen Nischen, wie Warnschildern), blieb aber, vor allem weil viele staatliche SchriftstĂŒcke nur in dieser Sprache vorlagen, sozusagen „passiv“ in Gebrauch. Zweisprachige Schilder sind hĂ€ufiger hebrĂ€isch und englisch als hebrĂ€isch und arabisch beschriftet, öffentliche Verlautbarungen erscheinen oft auch auf Englisch. DarĂŒber hinaus spielt Englisch, wie inzwischen fast ĂŒberall in der Welt, eine wichtige Rolle in Wissenschaft, Wirtschaft und der internationalen VerstĂ€ndigung, wird allerdings als Fremdsprache betrachtet und staatliche Publikationen erscheinen nur noch dann in dieser Sprache, wenn sie sich an internationales Publikum wenden. Englisch ist primĂ€re Fremdsprache an Schulen, die meisten Israelis sind dadurch und durch den Konsum amerikanischer Medien mit der Sprache vertraut.

Die Ende des 19. Jahrhunderts wiederbelebte hebrĂ€ische Sprache wird von der Mehrheit der Israelis gesprochen. Arabisch ist daneben die Muttersprache von mehr als einer Million arabischer und drusischer StaatsbĂŒrger sowie der meisten jĂŒdischen Einwanderer, die in den 1950er/1960er Jahren aus arabischen LĂ€ndern einwanderten. An arabischen Schulen in Israel ist Arabisch die Schulsprache. An hebrĂ€ischen Schulen ist Arabisch neben Englisch als zweite Fremdsprache Pflicht.

Im Behördenverkehr wird fast ausschließlich HebrĂ€isch verwendet, amtliche Formulare liegen meist nur auf HebrĂ€isch vor, und israelische ReisepĂ€sse sind auf HebrĂ€isch und Englisch gehalten. Bei der israelischen ReifeprĂŒfung (Bagrut) mĂŒssen alle SchĂŒler HebrĂ€ischkenntnisse nachweisen.

Lebensstandard

Index der menschlichen Entwicklung

In der Rangfolge des vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen veröffentlichten Index der menschlichen Entwicklung nahm Israel 2017 mit 0,903 Punkten den 22. Platz von 188 ausgewerteten LÀndern ein. 2016 und 2015 stand Israel mit 0,899 bzw. 0.898 Punkten jeweils auf dem 19. Platz bei 188 ausgewerteten LÀndern.

1990 lag der Staat mit 0,785 auf Platz 15, 2000 mit 0,850 Punkten auf Platz 17 und 2010 mit 0,833 Punkte auf Platz 26.

Gesundheit

Beim Bloomberg-Index der gesĂŒndesten LĂ€nder 2019 liegt Israel auf dem zehnten Platz. Zum Vergleich: Österreich kam auf Platz 13, Deutschland auf 23 und die USA auf 35. FĂŒr die Bewertung legten die Autoren der Studie im Auftrag der Bloomberg L.P. Kriterien wie Lebenserwartung, Trinkwasserversorgung und Gesundheitsversorgung zugrunde. Negativ wurde Tabakkonsum und Übergewicht bewertet.

Die Lebenserwartung in Israel gehört zu den höchsten der Welt und betrug im Jahr 2018 82,7 Jahre, 84,7 Jahre fĂŒr Frauen und 80,8 Jahre fĂŒr MĂ€nner. Die FertilitĂ€tsrate von 2,66 in Israel ist die höchste unter den Industriestaaten.

Geschichte

Vorgeschichte

Die Urgeschichte reicht von den Ă€ltesten menschlichen Spuren bis an den Beginn einer breiteren schriftlichen Überlieferung. Einige Vertreter des Homo erectus verließen Afrika vor rund zwei Millionen Jahren. Die Ă€ltesten als gesichert geltenden Spuren in Israel ließen sich auf 1,4 Millionen Jahre datieren und wurden sĂŒdlich des Sees Genezareth auf israelischem und auf jordanischem Gebiet entdeckt. Eine weitere Wanderungswelle folgte vor etwa 600.000 Jahren. Vor mindestens 250.000 Jahren erschienen Neandertaler (ihnen zugewiesene Steinbearbeitungstechniken ließen sich belegen) in der Region und weitere kamen möglicherweise in kalten Zeiten aus Europa, die hier gleichzeitig mit dem archaischen Homo sapiens lebten. Er gilt als direkter Vorfahr des heutigen Menschen, entwickelte sich vor mindestens 200.000 Jahren in Ostafrika und lĂ€sst sich in PalĂ€stina vor 110.000 Jahren nachweisen. Einige dieser anatomisch modernen Menschen dĂŒrften vor etwa 130.000 Jahren Afrika verlassen haben. Doch vor 80.000 Jahren verschwanden sie wieder aus Israel, um vor 50.000 Jahren wieder dort aufzutauchen. Erneut lebten sie mit Neandertalern in derselben Region, wahrscheinlich kam es zu gemeinsamen Nachkommen. Vor 45.000 bis 28.000 Jahren verschwand der Neandertaler. Im Jordantal entstand vor 70.000 Jahren ein 200 km langer, 2000 kmÂČ großer See, der bis 12.000 v. Chr. existierte. Die Menschen lebten weiterhin von der Großwildjagd, auch kleinere Tiere und Fischfang spielten eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle, dazu kam weiterhin die SammeltĂ€tigkeit.

Bereits um 18.000 v. Chr. mehren sich Anzeichen fĂŒr dauerhaftere Lager – eine dorfartige Struktur ist nachgewiesen –, eine begrenzte Produktion von Lebensmitteln und wilde Gerste wurde gemahlen und gebacken. Hauptjagdwild waren Gazellen, an deren Wanderwegen Lager entstanden. Um 12.000 v. Chr. erschienen HĂ€user aus halbrunden Steinsetzungen mit Aufbauten aus Lehm, spĂ€testens 11.000 v. Chr. wurde Getreide angepflanzt. Es mehrten sich die Anzeichen fĂŒr Rituale und Opfer, die Toten wurden meist in kontrahierter Stellung beigesetzt, gelegentlich die SchĂ€del separat beerdigt. Die bis dahin recht abstrakte Kunst wurde durch realistischere Darstellungen ergĂ€nzt, die als Ă€lteste Bilddokumente Vorderasiens gelten.

In der Epoche zwischen 9500 und 8800 v. Chr. wurde zwar Landbau betrieben, doch die Herstellung von TongefĂ€ĂŸen war noch nicht bekannt. Wichtigster Fundort ist Jericho, das aus den Siedlungen, die meist weniger als einen halben Hektar groß waren, mit einer FlĂ€che von 4 ha weit herausragt. Um 8000 v. Chr. umgab die vielleicht 3000 Menschen bergende Stadt eine Mauer von 3 m Höhe, doch von 7700 bis 7220 v. Chr. war die Stadt unbewohnt. Seit 8300 v. Chr. breitete sich die bis dahin auf das Jordantal und die Golanhöhen begrenzte Getreideproduktion weiter aus, um 7600 v. Chr. kam es zu einer starken Ausweitung des Siedlungsraums, die mit Wanderbewegungen einherging oder mit einem stĂ€rkeren Bevölkerungswachstum. Die meisten der Ă€lteren Siedlungen wurden aufgegeben.

Jericho entstand um 7220 neu und war bis 6400 v. Chr. bewohnt. Die Migrationsmuster der Epochen vor den „Mega-Dörfern“ wurden um 7000 wieder aufgenommen, daneben bestanden weiterhin feste Siedlungen. Erst nach dieser Phase erfolgte die Stabilisierung, die die Voraussetzung fĂŒr urbane Strukturen bot, zudem kam Keramik in Gebrauch. Sha'ar HaGolan, eine FundstĂ€tte von 20 ha FlĂ€che, dĂŒrfte die grĂ¶ĂŸte Stadt zwischen 6400 und 6000 v. Chr. gewesen sein. Fernhandel lĂ€sst sich bis nach Anatolien und zum Nil belegen, vielleicht fanden Wanderungen dorthin statt. Zwischen etwa 5500 und 4500 v. Chr. bestanden, wohl aufgrund klimatischer Verschlechterungen, keine Kontakte zu Ägypten. Zwischen 4400 und 4000 v. Chr. deuten dort wieder Viehhaltung und Art der Landwirtschaft auf palĂ€stinensische UrsprĂŒnge. In der Kupfersteinzeit war Teleilat Ghassul im Jordantal mit 20 ha FlĂ€che eine der grĂ¶ĂŸten Siedlungen. Sie barg gerĂ€umige HĂ€user von 3,5 mal 12 Meter GrundflĂ€che sowie einen Tempel. Zwischen 3500 und 3300 v. Chr. kam es zu einem drastischen kulturellen Einbruch, doch Spuren von Gewalt ließen sich bisher nicht belegen.

Danach setzte eine bronzezeitliche, als „frĂŒhurban“ bezeichnete Epoche ein, die Handelsbeziehungen weit ĂŒber PalĂ€stina hinaus unterhielt, vor allem nach Ägypten. Ägypter lassen sich entlang der Handelswege nach PalĂ€stina in einem Siedlungsnetzwerk belegen. Das nunmehr unter einem Pharao zentralisierte Ägypten suchte, zum Teil mit Gewalt, die Kontrolle ĂŒber Rohstoffe zwischen dem Sinai und dem Libanon zu gewinnen, die fĂŒr die enorme BautĂ€tigkeit im Zusammenhang mit den dortigen Pyramiden von großer Bedeutung waren. Eng mit diesen KĂ€mpfen dĂŒrfte die Existenz zahlreicher befestigter Siedlungen zusammenhĂ€ngen. Mehr als 260 Siedlungen mit insgesamt vielleicht 150.000 Einwohnern sind aus dieser Epoche allein in WestpalĂ€stina bekannt, vor allem in GalilĂ€a, Samarien und Juda. Unter ihnen waren Beth Yerah und Yarmuth mit 20 und 16 ha die grĂ¶ĂŸten, einige StĂ€dte wiesen bis zu 8 m dicke Stadtmauern auf, Beth Yerah hatte vielleicht 4000 bis 5000 Einwohner. Stadttore und große Tempelanlagen wie in Megiddo wurden errichtet. Am Ende der FrĂŒhen Bronzezeit kam es zu einem Zusammenbruch der stĂ€dtischen Kultur und zu einer Dominanz der Weidewirtschaft. Zugleich griffen „Asiaten“ immer wieder das Nildelta an, bis dort die semitischen Hyksos nach 1700 v. Chr. die Herrschaft ĂŒbernahmen.

Entwicklung seit dem Auftreten der Israeliten in Kanaan bis zum 19. Jahrhundert

Die ersten archĂ€ologisch nachgewiesenen Spuren einer frĂŒh- oder protoisraelitischen Besiedlung der Maschrek-Region gehen auf die Zeit zwischen dem 12. und dem 11. Jahrhundert v. Chr. zurĂŒck (vgl. Landnahme der Israeliten). Jerusalem wurde nach biblischer Überlieferung etwa 1000 v. Chr. durch David von den Jebusitern erobert und als Hauptstadt seines Großreiches auserkoren; dieses zerfiel nach dem Tod seines Thronfolgers Salomo in zwei Reiche. Das Nordreich Israel ging 722 v. Chr. im Kampf gegen die Assyrer unter, das SĂŒdreich Juda wurde 587 v. Chr. von Babylon erobert. Das Land wurde in weiterer Folge Teil des Perserreichs, dann des Reiches von Alexander dem Großen, zuletzt des Reichs der Seleukiden.

Der Aufstand der MakkabĂ€er 165 v. Chr. brachte Israel noch einmal fĂŒr etwa 100 Jahre staatliche UnabhĂ€ngigkeit. 63 v. Chr. begann die Zeit der römischen Oberherrschaft. Die Römer gliederten das Gebiet in zwei Provinzen auf: Syria im Norden, JudĂ€a im SĂŒden. Im JĂŒdischen Krieg wurden Jerusalem und der Jerusalemer Tempel 70 n. Chr. vollkommen zerstört. Der letzte jĂŒdische Aufstand in Israel gegen die römische Herrschaft (Bar-Kochba-Aufstand) wurde 135 n. Chr. niedergeschlagen. Ein Teil der jĂŒdischen Bevölkerung wurde vertrieben. Das Land selbst wurde seither „PalĂ€stina“ genannt. Diesen Namen, der auf das seinerzeit bereits in den Nachbarvölkern aufgegangene Volk der Philister zurĂŒckgeht, erhielt das Land aufgrund eines Erlasses von Kaiser Hadrian, um die Erinnerung an die judĂ€ischen Bewohner zu tilgen, deren Aufstand er niederschlug. Trotzdem blieb PalĂ€stina – neben Rom und seinen Provinzen in Europa und Nordafrika sowie abgesehen von Mesopotamien (Babylonien) – ein Zentrum des Judentums; bis ins Mittelalter hinein waren sowohl die babylonischen als auch die palĂ€stinischen Rabbinen wegweisend fĂŒr die Entwicklung der jĂŒdischen Religion und Lebensweise auch außerhalb dieser Gebiete.

Im Zuge der islamischen Expansion geriet das Gebiet 636 unter arabische Herrschaft. Seit dieser Zeit wurde PalĂ€stina mehrheitlich von Arabern bewohnt. Die Kreuzfahrer beherrschten von 1099 bis 1291 das von ihnen so bezeichnete „Lateinische Königreich Jerusalem“. Es folgten die Mamluken von 1291 bis 1517 und dann die osmanische Herrschaft von 1517 bis 1918. Keine dieser Obrigkeiten hatte fĂŒr PalĂ€stina eine eigene Verwaltung vorgesehen oder das Gebiet als selbststĂ€ndige geographische Einheit betrachtet. Auch fĂŒr die Osmanen war die Region ein Teil Syriens, wohl auf die römische Bezeichnung Syria zurĂŒckgehend. Das Land wurde in drei Distrikte eingeteilt.

Zionistische Bewegung

1880–1917

Als Beginn oder VorlĂ€ufer der zionistischen Bewegung gilt die ca. 1880 entstandene osteuropĂ€ische Sammlungsbewegung Chibbat Zion („Zionsliebe“). Deren Ortsvereine waren in zahlreichen russischen und rumĂ€nischen StĂ€dten vertreten. Mitglieder der Chibbat Zion nannten sich Chowewe Zion („Zionsfreunde“). Sie sammelten etwa 3000 Auswanderungswillige fĂŒr gemeinsame Siedlungsprojekte in PalĂ€stina. WĂ€hrend der osmanischen Herrschaft war PalĂ€stina nur dĂŒnn besiedelt und stagnierte wirtschaftlich. Von der Ankunft der ersten jĂŒdischen Einwanderer ab 1880 gingen Impulse fĂŒr die wirtschaftliche Entwicklung des Landes aus. In den folgenden Jahrzehnten wanderten – auch deshalb – viele weitere Menschen, Juden wie Araber, in PalĂ€stina ein.

Die erste grĂ¶ĂŸere Einwanderungsbewegung (Alija) von Juden nach PalĂ€stina erfolgte um 1882. Im Sommer 1882 erreichte eine sechsköpfige russische Gruppe PalĂ€stina und baute mit finanzieller und logistischer UnterstĂŒtzung von Baron Edmond de Rothschild die Siedlung Rishon LeZion („Erste in Zion“) auf. Zwischen 1880 und 1895 finanzierte Edmond de Rothschild die GrĂŒndung von mehr als 30 weiteren Kolonien in PalĂ€stina, darunter die bedeutenden Moschawot (Siedlungen) Petach Tikwa, Zichron Ja’akow, Rosch Pina, Chadera und Yesod ha-Ma’aleh. Seither gilt Baron Edmond de Rothschild als „Vater der Kolonisierung PalĂ€stinas“. 1891 grĂŒndete der deutsch-jĂŒdische Zionist Baron Maurice de Hirsch die Jewish Colonization Association, die ab 1899 finanziell umfangreich von Baron de Edmond de Rothschild unterstĂŒtzt wurde. Im Jahre 1898 lebten nach Angaben der Jewish Colonization Association 5200 Juden in PalĂ€stina in landwirtschaftlichen Mustersiedlungen.

Zwischen 1890 und 1914 war Köln das Zentrum der deutschen Zionisten und galt fĂŒr einige Jahre als Hauptstadt des Zionismus. In Köln grĂŒndeten 1893 die beiden bedeutenden zionistischen FunktionĂ€re Max I. Bodenheimer und David Wolffsohn den Kölner Verein zur Förderung von Ackerbau und Handwerk in PalĂ€stina. Zudem grĂŒndete Bodenheimer den NationaljĂŒdischen Klub Zion Köln, war Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung fĂŒr Deutschland und baute aus seiner Wohnung am Kölner Neumarkt von 1905 bis 1914 den JĂŒdischen Nationalfonds auf.

Die SchlĂŒssel- und FĂŒhrungsfigur des politischen Zionismus wurde aber Theodor Herzl. WĂ€hrend der Dreyfus-AffĂ€re in Frankreich schrieb Herzl 1896 das Buch Der Judenstaat – Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. Darin fĂŒhrte Herzl seine Idee einer souverĂ€nen staatlichen Organisation aus, um dem planlosen und zerstreuten Auswandern europĂ€ischer Juden ein gemeinsames Ziel zu geben und das jĂŒdische Siedlungswerk völkerrechtlich abzusichern. Herzl begrĂŒndete seine Idee kaum mit religiösen Motiven, sondern mit dem Scheitern der jĂŒdischen Emanzipation gerade in den zivilisierten LĂ€ndern Europas. So hatte Herzl bis dahin besonders Frankreich als Hort des sozialen und kulturellen Fortschritts gesehen. Nun urteilte er, der Antisemitismus werde nie verschwinden, alle BemĂŒhungen der Juden um Assimilation wĂŒrden ihn eher noch verstĂ€rken. Nur die Sammlung der Juden in einem eigenen Land könne daher der Ausweg sein.

Herzls Buch wurde im Gegensatz zu den Schriften seiner ideologischen VorlĂ€ufer stark beachtet und gab den Anstoß zum internationalen Zusammenschluss der bestehenden nationaljĂŒdischen Vereine. Am 29. August 1897 trafen 200 von ihren Vereinen gewĂ€hlte Delegierte in Basel zum ersten Zionistenkongress zusammen. Dort forderte Herzl erstmals einen völkerrechtlich legalisierten Judenstaat in PalĂ€stina. Daraufhin grĂŒndete sich die Zionistische Weltorganisation (World Zionist Organisation, abgekĂŒrzt WZO) mit der Maxime: „Der Zionismus erstrebt fĂŒr das jĂŒdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten HeimstĂ€tte in PalĂ€stina.“ In sein Tagebuch schrieb Herzl: „In Basel habe ich den Judenstaat gegrĂŒndet
 Vielleicht in fĂŒnf Jahren, jedenfalls in fĂŒnfzig wird es Jeder einsehen.“

1901 grĂŒndete die Zionistische Weltorganisation auf dem 5. Zionistenkongress in Basel den JĂŒdischen Nationalfonds, um erstmals jĂŒdische Ansiedlungen in PalĂ€stina gezielt zu fördern. Die zweite Alija wurde durch Pogrome und das Scheitern der russischen Revolution 1905 ausgelöst. Bis 1914 wanderten etwa 40.000 meist junge russische Juden nach PalĂ€stina aus. Dort wuchs die jĂŒdische Bevölkerung bis 1914 auf etwa 85.000 Menschen an. 1907 grĂŒndete die Zionistische Weltorganisation auf dem 8. Zionistenkongress das PalĂ€stinaamt in Jaffa, und David Wolffsohn wurde zum PrĂ€sidenten der Zionistischen Weltorganisation gewĂ€hlt. Mit einer Anleihe des JĂŒdischen Nationalfonds ermöglichte er den Bau der ersten HĂ€user in Ahuzat Bajit, dem spĂ€teren Tel Aviv, und legte damit den Grundstein fĂŒr die 1909 gegrĂŒndete erste hebrĂ€ische Stadt. Bis 1938 wuchs die Einwohnerzahl Tel Avis auf 150.000 an.

1917–1948

Mitten im Ersten Weltkrieg folgte das wohl wichtigste Kapitel zur GrĂŒndung Israels: Am 2. November 1917 gab auf Initiative des britischen Diplomaten Lord Milner der britische Außenminister Arthur Balfour brieflich die nach ihm benannte Balfour-Deklaration gegenĂŒber dem engagierten britischen Zionisten Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild ab. Danach betrachte die britische Regierung die „GrĂŒndung einer nationalen HeimstĂ€tte fĂŒr das jĂŒdische Volk in PalĂ€stina“ mit Wohlwollen und werde die „grĂ¶ĂŸten Anstrengungen unternehmen, um das Erreichen dieses Ziels zu erleichtern.“ Diese ErklĂ€rung ĂŒbernahm die Zielformulierung der Zionistischen Weltorganisation (WZO). Damit hatte erstmals ein europĂ€ischer Staat das zionistische Ziel eines jĂŒdischen Staates in PalĂ€stina anerkannt. Dabei sollten die Rechte der ansĂ€ssigen nichtjĂŒdischen Bevölkerung gewahrt werden.

Durch den Sieg der Briten im Ersten Weltkrieg wurde 1917 die osmanische Herrschaft in PalĂ€stina beendet. Im Anschluss an die Konferenz von Sanremo 1920 ĂŒbertrug der Völkerbund 1922 Großbritannien das Mandat fĂŒr PalĂ€stina mit dem Gebiet, das heute gemeinsam von Israel und Jordanien eingenommen wird. Zu den Mandatsbedingungen gehörte, dass die Briten die Verwirklichung der Balfour-Deklaration ermöglichen sollten, die aber die Rechte bestehender nichtjĂŒdischer Gemeinschaften in PalĂ€stina nicht beeintrĂ€chtigen sollte. Die Mandatsmacht war aufgefordert, die jĂŒdische Einwanderung zu ermöglichen, diese jĂŒdischen Einwanderer geschlossen anzusiedeln und hierfĂŒr auch das ehemalige osmanische Staatsland zu verwenden. Es sollte dabei ausdrĂŒcklich dafĂŒr Sorge getragen werden, dass „nichts getan werden soll, was die bĂŒrgerlichen und die religiösen Rechte bestehender nichtjĂŒdischer Gemeinschaften in PalĂ€stina oder die Rechte und die politische Stellung, deren sich die Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, prĂ€judizieren könnte“.

Im Juli 1922 teilten die Briten PalĂ€stina in zwei Verwaltungsbezirke, PalĂ€stina und Transjordanien, das etwa drei Viertel des Mandatsgebietes umfasste. ZunĂ€chst wurden Transjordanien und PalĂ€stina noch als Verwaltungseinheit mit einheitlichen Mandatsgesetzen, der gleichen WĂ€hrung und gleichen MandatspĂ€ssen betrachtet (siehe auch: Weißbuch von 1939), aber Juden war es nur noch erlaubt, sich westlich des Jordans anzusiedeln. Im östlichen Teil, in Transjordanien, dem heutigen Jordanien, setzten die Briten den haschemitischen Herrscher Abdallah ein, der von der arabischen Halbinsel vertrieben worden war.

Baron Edmond de Rothschild grĂŒndete 1924 die Palestine-Jewish Colonization Association (PICA) und setzte seinen Sohn James Armand de Rothschild als Direktor der Organisation sein. Zwischen 1924 und 1932 folgte die vierte Alija. Mit dem Machtantritt der NSDAP am 30. Januar 1933 begann die gesamtstaatliche Judenverfolgung in Deutschland. Erste Maßnahmen des NS-Regimes waren der Judenboykott vom 1. April sowie das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und das Gesetz ĂŒber die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft vom 7. April 1933, wodurch viele deutsche Juden Eigentum, Beruf und soziale Stellung verloren. Am 25. August 1933 trat das Ha’avara-Abkommen zwischen der Jewish Agency, der Zionistischen Vereinigung fĂŒr Deutschland und dem deutschen Reichswirtschaftsministerium in Kraft, um die Emigration deutscher Juden nach PalĂ€stina zu erleichtern. Bei der fĂŒnften Alija wanderten von 1933 bis zum Kriegsbeginn 1939 250.000 deutsche Juden in andere LĂ€nder aus. Von 1933 bis 1941 erreichten aus dem Deutschen Reich etwa 55.000 Juden PalĂ€stina – etwa ein Viertel aller jĂŒdischen Einwanderer. Die nationalsozialistische Judenverfolgung beschleunigte den Zustrom europĂ€ischer Juden nach PalĂ€stina ab 1935 erheblich. Da die FlĂŒchtlinge damals noch bis zu 1000 englische Pfund mitnehmen durften, erlebte PalĂ€stina einen wirtschaftlichen Aufschwung, der wiederum den Zustrom von Arabern dorthin verstĂ€rkte. Die fĂŒr die Emigration von Deutschland nach PalĂ€stina erforderlichen Finanztransaktionen wurden zu 75 Prozent durch die PalĂ€stina Treuhandstelle zur Beratung Deutscher Juden GmbH (Paltreu) abgewickelt. Die Paltreu wurde nach der NS-Machtergreifung 1933 von Max M. Warburg, seiner Hamburger M.M.Warburg-&-CO-Bank, dem Berliner Bankhaus A.E. Wassermann und der von Theodor Herzl erschaffenen Anglo-Palestine Bank gegrĂŒndet.

Nachdem 1936 der arabische Aufstand gegen palĂ€stinensische Juden einsetzte, lehnten die Briten die Umsetzung der Balfour-Deklaration ab. Stattdessen legte die britische Peel-Kommission im Juli 1937 einen ersten Teilungsplan vor. Demnach sollte ein Großteil PalĂ€stinas den Arabern, der kleinere Teil mit den meisten jĂŒdischen Siedlungen, den Juden zugeteilt werden. Jerusalem und ein KĂŒstenstreifen sollten britisches Mandatsgebiet bleiben. Chaim Weizmann, der die WZO seit 1935 leitete, sprach sich auf dem 20. Zionistenkongress fĂŒr die Annahme dieses Plans aus, um so viele verfolgte Juden wie möglich zu retten. Die neu eingewanderten Juden waren sofort begeistert, die arabischen Vertreter lehnten den Plan jedoch ab und verlangten, ganz PalĂ€stina zu einem arabischen Staat zu machen. Der Plan scheiterte.

Im Weißbuch von 1939 legte die britische Regierung einseitig fest, die Balfour-Deklaration sei bereits verwirklicht. Innerhalb der nĂ€chsten fĂŒnf Jahre sollten noch maximal 75.000 Juden in PalĂ€stina einwandern dĂŒrfen. Auf einer Konferenz in London im August 1939 versuchte der britische Premierminister Neville Chamberlain die Vertreter der WZO zum Verzicht auf einen jĂŒdischen Staat in PalĂ€stina zu bewegen. Chamberlains Versuche blieben erfolglos.

Die deutsche Orientpolitik mĂŒndete in der VerbrĂŒderung mit arabischen Nationalisten im gemeinsamen Kampf gegen Briten und Juden. 1941 wurde der von den EnglĂ€ndern eingesetzte Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem und einflussreicher FĂŒhrer der arabischen Nationalbewegung, von Adolf Hitler in Berlin empfangen. Von Berlin aus soll er mit Adolf Eichmann die Ermordung der im arabischen Raum lebenden Juden geplant haben.

Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begann die Shoah mit organisierten Massenmorden an sowjetischen Juden und Deportationen deutscher und osteuropĂ€ischer Juden in Ghettos und Lager in Osteuropa. Zwischen Juli und Oktober 1941 fielen die wichtigsten Entscheidungen zur Ausweitung der Judenvernichtung: Nun begann der Bau von Vernichtungslagern und fĂŒr deutsche Juden wurde reichsweit das Tragen des Judensterns angeordnet. Der laufende Holocaust wurde im Herbst 1941 außerhalb Deutschlands bekannt, dies fĂŒhrte aber zu keinen gezielten Gegenmaßnahmen. Auf der 1942 in New York City einberufenen Biltmore-Konferenz forderten die US-Delegierten der Zionistischen Weltorganisation und eine Gruppe um den spĂ€teren StaatsgrĂŒnder Israels David Ben-Gurion erstmals, „die Tore PalĂ€stinas zu öffnen“, um dort ein jĂŒdisches Commonwealth mit demokratischer Verfassung nach europĂ€ischem Vorbild einzurichten. Dies lehnte die britische Regierung ab und untersagte die Veröffentlichung des Biltmore-Programms in Großbritannien und PalĂ€stina.

Seit dem Aufstand im Warschauer Ghetto im Januar 1943 wuchs die Zahl jĂŒdischer FlĂŒchtlinge erneut. Die britische Regierung ließ nun immer hĂ€ufiger jĂŒdische Siedlungen in PalĂ€stina durchsuchen, illegale Einwanderer verhaften und verbot zionistische Zeitungen. 1944 weiteten die zionistischen Untergrundorganisationen Irgun und Lechi ihre AnschlĂ€ge gegen die Briten aus. Gleichzeitig kĂ€mpften etwa 100.000 der bis dahin 500.000 palĂ€stinischen Juden mit den Alliierten in Europa gegen die Deutschen. In den letzten Kriegsmonaten befreiten die Alliierten einige der nationalsozialistischen Vernichtungslager, darunter am 27. Januar 1945 das KZ Auschwitz. Kein europĂ€ischer Staat außer Frankreich und Schweden erklĂ€rte sich nach Kriegsende am 8. Mai 1945 bereit, die ĂŒberlebenden Juden aufzunehmen. Die Zionistische Weltorganisation forderte, wenigstens die ĂŒberlebenden KZ-HĂ€ftlinge einwandern zu lassen. US-PrĂ€sident Harry S. Truman forderte die Briten auf, sofort 100.000 jĂŒdische Einwanderer zuzulassen, doch der britische Außenminister Ernest Bevin hielt an dem niedrigen Monatskontingent fest. Aus der Sowjetunion wurden seit Februar 1946 etwa 175.000 vom NS-Regime vertriebene polnische Juden in ihr Heimatland abgeschoben, dort aber von den ortsansĂ€ssigen Polen, die ihren Besitz vielfach ĂŒbernommen hatten, abgelehnt. 95.000 von ihnen flohen daraufhin ĂŒber Westeuropa nach PalĂ€stina. Die Hagana, die jĂŒdische Brigade der britischen Armee, und der Mossad organisierten nun gemeinsam die illegale Einwanderung der Shoa-Überlebenden, die sogenannte Bericha.

Die Briten ließen 50.000 von ihnen in den Jahren 1945/46 in Vertriebenenlager in die amerikanische Besatzungszone nach Deutschland zurĂŒckbringen, andere wurden in Zypern interniert. WĂ€hrend einer Razzia am 29. Juni 1946 nahm die britische Armee alle in PalĂ€stina auffindbaren Mitglieder der Jewish Agency und fĂŒhrende Zionisten gefangen und arrestierte sie wochenlang in einem Lager in Lod, ca. 20 Kilometer östlich von Tel Aviv.

Im Jahr 1946 nahmen die Angriffe der terroristischen Untergrundorganisation Irgun vor allem auf britische Eisenbahnlinien stetig zu. ParamilitĂ€rische Einsatztruppen der sich mittlerweile von den Briten abgespaltenen Hagana sprengten vom 16. bis 17. Mai zehn BrĂŒcken. Im Gegenzug zu den TerroranschlĂ€gen verhafteten die britischen MandatstrĂ€ger am 29. Juni alle zionistischen FĂŒhrer, worauf am 22. Juli Irgun unter FĂŒhrung des spĂ€teren israelischen MinisterprĂ€sidenten und Außenministers Menachem Begin einen SeitenflĂŒgel des King David Hotels in Jerusalem sprengte, in dem sich das britische Hauptquartier befand. Es kam zu zahlreichen Toten, die Opferzahlen variieren zwischen 91 und 176.

Die Eskalation der Unruhen zog sich durch das ganze Jahr 1947 – bis die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 29. November mit Zweidrittelmehrheit fĂŒr den UN-Teilungsplan fĂŒr PalĂ€stina und die GrĂŒndung eines jĂŒdischen und eines arabischen Staates stimmten, wobei der Großraum Jerusalem als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte. Mit dem UN-Beschluss und dem Beginn des britischen RĂŒckzugs nahmen nun die arabischen Unruhen und AnschlĂ€ge wieder zu. Am Tag nach der VerkĂŒndung des UN-Teilungsplans am 30. November 1947 begann der zunĂ€chst guerillaartige israelisch-arabische BĂŒrgerkrieg, der PalĂ€stinakrieg. Es kam zu ÜberfĂ€llen von arabischen FreischĂ€rlern auf jĂŒdische Siedlungen und Wohngebiete und zu GegenschlĂ€gen der paramilitĂ€rischen VerbĂ€nde der Juden. Kurz darauf begann die Flucht und Vertreibung der arabischen Bevölkerung aus den nun Israel zugeteilten Gebieten, teilweise begleitet von der Zerstörung ihrer Dörfer, Bauten und Dokumente. Oft ging damit der Nachweis der Existenz der palĂ€stinensischen Bevölkerung und somit ihres Rechtanspruchs verloren. Die arabische Bevölkerung lehnte in der Folge das Existenzrecht Israels ab, was bis zum heutigen Tag Folgen fĂŒr die Region hat.

Geschichte des Staates Israel

1948: GrĂŒndung des Staates Israel

Da das britische Mandat fĂŒr PalĂ€stina am 14. Mai 1948, einem Freitag, um Mitternacht enden sollte, versammelte sich der JĂŒdische Nationalrat im Haus des ehemaligen BĂŒrgermeisters Dizengoff in Tel Aviv um 16 Uhr noch vor Sonnenuntergang und damit vor Beginn des Sabbats. Unter einem PortrĂ€t des BegrĂŒnders der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, verkĂŒndete David Ben-Gurion in der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung „kraft des natĂŒrlichen und historischen Rechts des jĂŒdischen Volkes und aufgrund des Beschlusses der UNO-Vollversammlung“ die Errichtung des Staates Israel. Elf Minuten spĂ€ter erkannten die Vereinigten Staaten von Amerika durch US-PrĂ€sident Harry S. Truman den neuen Staat an, die Sowjetunion folgte am 16. und die Tschechoslowakei am 18. Mai.

Der Jahrestag der StaatsgrĂŒndung, Jom haAtzma’ut, wird nach jĂŒdischem Kalender am 5. Ijjar (etwa vom 20. April bis 20. Mai nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert.

1948: UnabhÀngigkeitskrieg

Noch in der GrĂŒndungsnacht erklĂ€rten Ägypten, Saudi-Arabien, Transjordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Es folgte der Israelische UnabhĂ€ngigkeitskrieg (Erster Arabisch-Israelischer-Krieg), der von Mai 1948 bis Januar 1949 dauerte und der Israel gegenĂŒber dem Teilungsplan erhebliche Gebietsgewinne – vor allem im westlichen GalilĂ€a um Akko und im nördlichen Negev – brachte. 1949 wurde mit den arabischen Angreifern jeweils ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Der Irak zog sich ohne ein solches Abkommen aus dem Westjordanland zurĂŒck. Die nach dem Teilungsplan fĂŒr die PalĂ€stinenser vorgesehenen Gebiete gelangten unter jordanische (Westjordanland einschließlich Ostjerusalem) beziehungsweise Ă€gyptische Besatzung (Gazastreifen).

WĂ€hrend des Krieges flohen rund 850.000 Araber aus PalĂ€stina. Zum Teil wurden diese FlĂŒchtlinge durch israelische StreitkrĂ€fte vertrieben, zum Teil wurden sie von den arabischen StreitkrĂ€ften aus strategischen GrĂŒnden evakuiert. Infolge dieses Schwunds der arabischen Bevölkerung besteht die Mehrheit im Staat Israel seit diesem Zeitpunkt aus Juden.

Aus der ersten Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung am 25. Januar 1949 ging die sozialistisch-zionistische Mapei-Partei als Siegerin hervor, gefolgt von der linkssozialistischen Mapam. MinisterprÀsident wurde David Ben-Gurion. Es kam in den folgenden Jahren zu wechselnden Koalitionen aus zionistisch-sozialistischen, religiösen und arabischen Parteien.

Nach der Nationalisierung des Sueskanals, die Ägypten gegen bestehendes Recht durchfĂŒhrte, beschlossen Frankreich, Großbritannien und Israel 1956 die Sues-Kampagne. Nach einem israelischen Angriff sollten die beiden ehemaligen GroßmĂ€chte als scheinbar neutrale KrĂ€fte intervenieren und das Kanalgebiet besetzen. Am 29. Oktober 1956 stießen israelische Truppen in den Gazastreifen und den Sinai vor, und am 5. November begannen die europĂ€ischen Truppen zu landen, doch die Kampagne musste beendet werden. Unter dem Druck der Vereinigten Staaten und der UNO zogen sich die drei Angreifer bis zum MĂ€rz 1957 aus den besetzten Gebieten zurĂŒck. Allerdings wurde die israelisch-Ă€gyptische Grenze in der Folge durch UN-Friedenstruppen gesichert, und der Zugang zum Golf von Akaba war frei fĂŒr die israelische Schifffahrt zum israelischen Hafen von Eilat. Die USA verpflichteten sich gegenĂŒber Israel, diesen internationalen Wasserweg offen zu halten.

1967: Sechstagekrieg

1966 war die Zahl der Übergriffe arabischer Terroristen auf 41 gestiegen, und schon in den ersten vier Monaten des Jahres 1967 kam es zu 37 Angriffen. Ägyptische StreitkrĂ€fte besetzten am 15. Mai 1967 (dem Jahrestag der israelischen UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung) die demilitarisierte Zone des Sinai. UnterstĂŒtzt wurden sie dabei von exil-palĂ€stinensischen Kampfeinheiten. Am 16. Mai forderte der Ă€gyptische StaatsprĂ€sident Gamal Abdel Nasser die seit 1956 stationierten UN-Truppen auf, das Grenzgebiet zu Israel zu verlassen. Am 18. Mai bereiteten sich die syrischen Truppen auf Kampfhandlungen auf den Golanhöhen vor und der UNO-GeneralsekretĂ€r Sithu U Thant kam Nassers Forderung widerstandslos nach und zog die UN-Truppen ab. Radio Kairo meldete am 18. Mai: „Ab heute gibt es keine internationalen Friedenstruppen mehr, die Israel beschĂŒtzen. Unsere Geduld ist zu Ende. Wir werden uns nicht mehr bei den Vereinten Nationen ĂŒber Israel beklagen. Ab jetzt herrscht der totale Krieg gegen Israel, und er wird zur Auslöschung des Zionismus fĂŒhren“, und aus Syrien hieß es am 20. Mai vom syrischen Verteidigungsminister Hafez Assad: „Unsere StreitkrĂ€fte sind absolut gerĂŒstet, nicht nur die Aggression zurĂŒckzuschlagen, sondern auch einen Befreiungsschlag zu starten und die zionistische PrĂ€senz aus unserer arabischen Heimat hinauszusprengen. Die syrische Armee, den Finger am Abzug, ist sich einig 
 als MilitĂ€r bin ich der festen Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist, in eine Vernichtungsschlacht hineinzugehen.“

Am 22. Mai sperrte die Ă€gyptische Armee die Straße von Tiran (den Zugang zum Golf von Akaba) erneut fĂŒr die israelische Schifffahrt. Am 30. Mai schloss auch Jordanien mit Ägypten einen MilitĂ€rpakt. Daraufhin kĂŒndete Nasser an: „Die Heere von Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon sind an den Grenzen Israels aufmarschiert 
 sie werden die Herausforderung annehmen. Hinter uns stehen die Armeen des Irak, Algeriens, Kuwaits, des Sudan und der gesamten arabischen Welt. Das wird die ganze Welt in Erstaunen versetzen. Heute wird sie erkennen, dass die Araber zum Kampf bereit sind. Die Stunde der Entscheidung ist da. Die Zeit der ErklĂ€rungen ist vorbei, die des Handelns gekommen.“

Am 4. Juni trat der Irak dem MilitĂ€rbĂŒndnis von Ägypten, Jordanien und Syrien bei, und der irakische PrĂ€sident Abd ar-Rahman Arif kommentierte: „Die Existenz Israels ist ein Fehler, der korrigiert werden muss. Dies ist die Gelegenheit, die Schmach auszulöschen, die man uns seit 1948 angetan hat. Unser Ziel ist klar: Israel von der Landkarte wegzufegen.“

Am 5. Juni 1967 begann der Sechstagekrieg. Israel kam dem sich abzeichnenden gemeinsamen Angriff Ägyptens, Syriens und Jordaniens durch einen PrĂ€ventivschlag zuvor und kontrollierte nach militĂ€rischem Erfolg den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland und Ostjerusalem und schließlich die Golanhöhen. Am 11. Juni wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Am 19. Juni beschloss das israelische Kabinett, die Gebiete in Friedensverhandlungen zurĂŒckzugeben. Am 1. September verabschiedeten die arabischen Staaten die Khartum-Resolution, worin festgelegt wurde, nicht mit Israel zu verhandeln. In der UN-Resolution 242 des Sicherheitsrates vom 22. November 1967 wurde von Israel gefordert, sich aus Gebieten, die im Sechstagekrieg erobert worden waren, zurĂŒckzuziehen. Im Gegenzug sollte Israel territoriale Unversehrtheit garantiert werden.

Mehr als 175.000 PalĂ€stinenser flohen aus ihrer Heimat. Nach dem Krieg begann Israel mit dem Bau von jĂŒdischen Siedlungen, um die strategische Tiefe Israels zu erhöhen und die besetzten Gebiete besser kontrollieren zu können.

Zwischen 1968 und 1970 fand der „Abnutzungskrieg“ zwischen Israel und Ägypten statt. Von 1969 bis 1974 hatte mit Golda Meir die erste Frau das Amt des israelischen MinisterprĂ€sidenten inne.

1973: Jom-Kippur-Krieg

Am 6. Oktober 1973, dem jĂŒdischen Versöhnungsfest Jom Kippur, griffen Syrien und Ägypten Israel im Jom-Kippur-Krieg an.

Der Angriff ĂŒberraschte die unvorbereiteten Israelis und brachte den Angreifern zunĂ€chst militĂ€rische Anfangserfolge. Aus israelischer Sicht wirkte sich der Überraschungsangriff auf die Einberufung, anders als die arabischen Strategen gedacht hatten, nicht negativ aus. Im Gegenteil verlief die Einberufung der Reservisten außergewöhnlich schnell, und das trotz der anfĂ€nglichen Überraschung und einiger Verwirrung in den Mobilmachungsdepots. WĂ€hrend des höchsten jĂŒdischen Feiertags Jom Kippur ruhte das öffentliche Leben fast vollstĂ€ndig, wodurch kein Straßenverkehr die MilitĂ€rtransporte behinderte und die Reservisten in ihren HĂ€usern und Synagogen schnell ausfindig gemacht werden konnten. Weniger als 24 Stunden nach Beginn der Kampfhandlungen erreichten die ersten Teile zweier Reservedivisionen unter Avraham Adan und Ariel Scharon die Orte Baluza und Tasa, jeweils 250 Kilometer von ihren Heimatbasen entfernt.

Die Syrer drangen mit ĂŒber 1400 Panzern in die Golanhöhen ein, die Ägypter durchbrachen die israelischen Verteidigungsstellungen und ĂŒberquerten den Sueskanal. Mit Ausnahme eines kleinen Gebietes um Port Said an der MittelmeerkĂŒste gelang den Ägyptern die Einnahme der Bar-Lew-Linie und die Besetzung eines Streifens parallel zum Sueskanal.

Den Israelis gelang es jedoch relativ bald, die Angreifer zurĂŒckzuschlagen. Im Norden fĂŒhrte die Gegenoffensive zu einer Niederlage fĂŒr die syrische Armee, die in wenigen Tagen – bis zum 10. Oktober – bereits besiegt war und 870 Panzer sowie tausende Fahrzeuge und GeschĂŒtze zurĂŒcklassen musste. Die Syrer wurden bis 32 Kilometer vor Damaskus zurĂŒckgedrĂ€ngt, die syrische Hauptstadt massiv bombardiert, was viele zivile Opfer forderte. Ein Durchbruch durch die syrische Front gelang den israelischen Truppen jedoch nicht.

Auf der Sinai-Halbinsel drĂ€ngten israelische Truppen die Ägypter ebenfalls zurĂŒck und ĂŒberquerten am 16. Oktober den Sueskanal. SĂŒdlich der Bitterseen gelang es den Israelis unter FĂŒhrung von General Ariel Scharon, die auf dem Ostufer verbliebene Ă€gyptische 3. Armee einzukesseln. Die israelische Armee stand nun jenseits des Sueskanals, 120 km vor Kairo.

Am 22. Oktober rief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Resolution 338 auf Druck der Vereinigten Staaten alle Parteien auf, das Feuer einzustellen. Bei Inkrafttreten des Waffenstillstands am 22. Oktober (Nordfront) bzw. 24. Oktober (SĂŒdfront) waren die Syrer besiegt; die eingeschlossene und unversorgte Ă€gyptische 3. Armee stand vor der Vernichtung.

Nach dem Beginn des Waffenstillstands begannen in einem Zelt am Meilenstein 101 der Straße zwischen Kairo und Sues Verhandlungen zur Truppenentflechtung zwischen den kriegfĂŒhrenden Parteien. Diese Verhandlungen zogen sich ĂŒber Monate hin.

Die Verluste waren auf beiden Seiten hoch. Mehr als 2600 israelische Soldaten fielen, 7500 wurden verwundet und 300 gerieten in Gefangenschaft. Die israelische Luftwaffe erlitt große Verluste durch den Einsatz von Flugabwehr-Raketen aus sowjetischer Produktion. Auf arabischer Seite gab es ĂŒber 8500 Tote zu beklagen.

Der Krieg fĂŒhrte zu einer Traumatisierung der israelischen Öffentlichkeit, die die außenpolitische Bedrohung kaum wahrgenommen hatte, weil die israelische Armee bis dahin als unbesiegbar gegolten hatte. Die VorwĂŒrfe aufgrund der massiven Verluste zwangen die israelische Regierungschefin Golda Meir im April 1974 zum RĂŒcktritt.

FĂŒr die arabische Welt stellte der Krieg politisch einen Erfolg dar. Mit dem Krieg konnte Israel signalisiert werden, dass die arabische Welt ein militĂ€risch nicht zu unterschĂ€tzender Gegner war.

Der Jom-Kippur-Krieg war Auslöser der Ölpreiskrise 1973.

1977: Beginn des Friedensprozesses

Im Mai 1977 verĂ€nderte die 9. Knessetwahl die politische Landschaft des Landes. Hatten seit StaatsgrĂŒndung stets linke Regierungen das Land dominiert, kam es nun erstmals zu einer konservativen Mehrheit im Parlament; Menachem Begin wurde MinisterprĂ€sident einer Koalition aus Konservativen, liberalen und religiösen Parteien.

Am 9. November 1977 verkĂŒndete der Ă€gyptische PrĂ€sident Anwar as-Sadat im Ă€gyptischen Parlament wie schon 1971 eine Friedensinitiative. Inwieweit dahinter von Anfang an ein wirklicher Wille zur Aussöhnung mit Israel stand oder lediglich das Ziel, den Suez-Kanal und den Sinai zurĂŒckzuerhalten, lĂ€sst sich nicht ganz nachvollziehen, da der 1971er Initiative der Überfall auf Israel (Jom-Kippur-Krieg) gefolgt war. Tatsache ist: Auf PrĂ€sident Sadats Initiative hin kam 1977 ein Friedensprozess in Gang, und der israelisch-Ă€gyptische Friedensvertrag (siehe auch Camp-David-Abkommen) wurde unterzeichnet, der unter anderem die RĂŒckgabe des Sinai bis 1982 regelte.

Schon direkt nach dem Sechstagekrieg 1967 wurde die israelische Gesetzgebung auch auf den besetzten Ostteil Jerusalems ausgeweitet. Am 30. Juli 1980 verabschiedete die Knesset das Jerusalemgesetz und erklÀrte damit Jerusalem zur ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels. Die Annexion Ostjerusalems wie auch die 1981 erfolgte Annektierung der Golanhöhen werden allerdings international nicht anerkannt und verurteilt.

WĂ€hrend des Ersten Golfkriegs zwischen Irak und Iran bombardierten israelische Flugzeuge im Juni 1981 den irakischen Atomreaktor Osirak in der NĂ€he von Bagdad und zerstörten ihn (Operation Opera). BegrĂŒndet wurde diese Operation mit der atomaren Bedrohung Israels durch den Irak.

Ab den 1980er Jahren nahmen die Spannungen zwischen Israelis und PalÀstinensern immer mehr zu.

Im Juni 1982 begann der erste Libanonkrieg aufgrund von AnschlĂ€gen der PLO gegen Israel. Als Reaktion ließ der israelische Regierungschef Menachem Begin den Libanon durch die israelischen StreitkrĂ€fte angreifen, da die PLO ihre Aktionen aus Beirut koordinierte. Nach der Besetzung Beiruts durch die Israelis zog die PLO aus dem Libanon ab. Der Krieg endete im September des gleichen Jahres, nach SchĂ€tzungen waren ihm 10.000 Menschen zum Opfer gefallen. Israel besetzte den SĂŒdlibanon bis 1985, danach richtete Israel bis 2000 eine Sicherheitszone mit der SLA ein. Syrien besetzte den Libanon de facto bis 2005.

1987: Erste Intifada

Im Jahre 1987 brachen gewalttĂ€tige Unruhen von PalĂ€stinensern aus, die sogenannte Erste Intifada. Die Folgejahre standen im Zeichen dieser Auseinandersetzung, aber auch von Friedensverhandlungen, die zur EinfĂŒhrung einer palĂ€stinensischen Selbstverwaltung fĂŒr die Gebiete des Gazastreifens und des Westjordanlandes fĂŒhrten. Zwischenzeitlichen Fortschritten standen RĂŒckschritte und schwere Krisen – zum Beispiel die Ermordung Jitzchak Rabins durch einen jĂŒdischen Extremisten sowie wiederholte Selbstmordattentate palĂ€stinensischer Terroristen – gegenĂŒber. Den vorerst grĂ¶ĂŸten Stillstand erreichte der sogenannte Oslo-Friedensprozess, nachdem sich 2000 der israelische MinisterprĂ€sident Ehud Barak und der PLO-Chef Jassir Arafat in Camp David unter der Vermittlung des damaligen US-PrĂ€sidenten Bill Clinton nicht hatten einigen können. Strittige Punkte waren vor allem die RĂŒckkehr der palĂ€stinensischen FlĂŒchtlinge, die Teilung Jerusalems und die Aufgabe von Gebieten, die Israel im Sechstagekrieg erobert hatte. Auch relativ weitreichende ZugestĂ€ndnisse der Israelis, wie der Verzicht auf 95 % der umstrittenen Gebiete, konnten ein Scheitern der Verhandlungen nicht verhindern.

Bei der Beurteilung der Verhandlungen und der GrĂŒnde fĂŒr deren Scheitern gibt es unterschiedliche, kontrovers diskutierte Ansichten (siehe Camp David II).

2000: Zweite Intifada

Nur wenige Monate spÀter, im September 2000, brach die Zweite Intifada aus, in deren Verlauf die Friedensverhandlungen abgebrochen wurden. PalÀstinensische Selbstmordattentate und israelische MilitÀraktionen, wie der Einmarsch in arabische StÀdte, kosteten bis Anfang 2005 mehrere tausend Menschen beider Seiten das Leben. Mit dem Abkommen von Scharm asch-Schaich, das am 8. Februar 2005 von MinisterprÀsident Ariel Scharon, dem Chef der palÀstinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas, dem Àgyptischen PrÀsidenten Husni Mubarak und König Abdullah II. von Jordanien unterzeichnet wurde, endete die al-Aqsa-Intifada.

Nach dem Erfolg der radikalislamischen Terrororganisation und Partei Hamas bei den Parlamentswahlen in den palĂ€stinensischen Autonomiegebieten sowie der israelischen Partei Kadima zu den Wahlen zur Knesset 2006, aus denen Ehud Olmert als neuer MinisterprĂ€sident hervorging, verschĂ€rfte sich die innenpolitische Lage in Israel dramatisch. Im Sommer 2006 eskalierte die Situation, als Israel auf die EntfĂŒhrung zweier israelischer Soldaten durch die Hamas mit Angriffen im Gazastreifen und Westjordanland reagierte. Mit der Solidarisierung der Hisbollah mit der Hamas durch die EntfĂŒhrung weiterer israelischer Soldaten begann der zweite Libanonkrieg.

Nach jahrelangen Hindernissen scheint die diplomatische AnnĂ€herung zwischen dem Vatikan und Israel konkreter zu werden. Streitpunkt ist ein altes Gesetz, das immer noch in Israel gĂŒltig ist und den Kirchen die Erlaubnis von GĂŒterbesitz verweigert. Der Heilige Stuhl möchte seine historischen BesitztĂŒmer wieder zurĂŒckerhalten, die vom Staat „geraubt“ wurden. Dazu gehört beispielsweise das Pilgerhaus in der Meeresstadt Caesarea.

Am 28. Dezember 2008 begann die israelische Armee mit der Operation Gegossenes Blei eine Reihe von schweren Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen, nachdem von dort Kurzstreckenraketen auf israelische Ortschaften gefeuert worden waren. Am 3. Januar 2009 wurde die Operation zu einer Bodenoffensive ausgeweitet.

Am 31. Mai 2010 kam es zum Ship-to-Gaza-Zwischenfall, bei dem eine Anzahl Schiffe durch das israelische MilitĂ€r abgefangen wurde, die die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen wollten. Neun Aktivisten kamen dabei ums Leben. Die Beziehungen zwischen der TĂŒrkei und Israel haben sich seitdem massiv verschlechtert. Schon vorher hatte sich die TĂŒrkei unter der Erdogan-Regierung von Israel entfernt, sich zum FĂŒrsprecher der Hamas entwickelt und den Schulterschluss mit dem Iran gesucht, dessen PrĂ€sidenten er als den „besten Freund“ bezeichnete.

Im Juli 2014, nach einem Mord an drei jĂŒdischen ReligionsschĂŒlern und einem noch ungeklĂ€rten Rachemord an einem palĂ€stinensischen Jugendlichen, war ein erneuter Konflikt zwischen Israel und der Hamas ausgebrochen. Die israelische Armee startete die Operation Protective Edge und begann mit der Invasion des Gazastreifens. Am 26. August endeten die Gefechte mit einem Waffenstillstand.

Nachdem es im November 2014 zu einer Regierungskrise zwischen Likud und den liberalen Parteien gekommen war, enthob MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu am 2. Dezember seinen Finanzminister Yair Lapid und Justizministerin Tzipi Livni ihrer Ämter. Im MĂ€rz 2015 fanden daher Neuwahlen statt, die Netanjahus Partei gewann.

Seit Oktober 2015 kommt es immer wieder zu Messerattacken von palĂ€stinensischen Terroristen auf Passanten und SicherheitskrĂ€fte. Bei dieser neuen Welle von Gewaltakten sind bisher 34 Israelis und mindestens 220 PalĂ€stinenser sowie ein Tourist aus den USA getötet worden (Stand: 1. Juli 2016). Die meisten der PalĂ€stinenser wurden bei AnschlĂ€gen und Anschlagsversuchen auf Israelis von den SicherheitskrĂ€ften erschossen. Oft handeln die TĂ€ter allein und ohne eine ĂŒbergeordnete Struktur. Die israelischen Behörden machen eine radikale Anstachelung von PalĂ€stinensern dafĂŒr verantwortlich.

Politik

Politisches System

Der Staat Israel ist eine parlamentarische Demokratie nach westlichem Vorbild. Die Organisation Freedom House und die Zeitschrift The Economist stufen Israel als einziges Land im Nahen Osten als freie Demokratie ein. Im Demokratieindex 2019 der britischen Zeitschrift The Economist belegt Israel Platz 27 von 167 LĂ€ndern, was die beste Platzierung unter den Staaten des Nahen Ostens darstellt (gefolgt von Libanon auf Platz 108). Israel gilt dem Index nach als eine „unvollstĂ€ndige Demokratie“.

Verfassung

Israel verfĂŒgt als einer von drei Staaten weltweit, neben dem Vereinigten Königreich und Neuseeland, ĂŒber keine kodifizierte Verfassung.

Am 13. Juni 1950 beschloss die Knesset die Hariri-Resolution, nach der eine Verfassung in Form von einzelnen „Grundgesetzen“ aufgebaut werden solle. Jedes Grundgesetz solle dem Parlament einzeln vorgelegt werden, die Gesamtheit dieser Grundgesetze solle als „Verfassung“ Israels gelten. Die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung vom 14. Mai 1948 sowie inzwischen elf Grundgesetze ersetzen eine Verfassung.

Die zwischen 1958 und 1984 verabschiedeten acht Grundgesetze befassen sich mit den Institutionen des Staates Israel. 1992 wurden sie durch die Grundgesetze zur Berufsfreiheit und zur MenschenwĂŒrde und Freiheit erstmals um den Schutz von Grundrechten ergĂ€nzt.

Am 19. Juli 2018 verabschiedete das israelische Parlament das Nationalstaatsgesetz (offiziell Grundgesetz: Israel – Der Nationalstaat des jĂŒdischen Volkes). Darin ist der Anspruch Israels verankert, die „nationale HeimstĂ€tte des jĂŒdischen Volkes zu sein“. Ferner bestimmt das Gesetz das vereinte Jerusalem zur Hauptstadt Israels. Flagge, Nationalhymne, der hebrĂ€ische Kalender und jĂŒdische Feiertage sind seitdem als Nationalsymbole festgeschrieben, HebrĂ€isch als alleinige Amtssprache. Der arabischen Sprache wird ein Sonderstatus eingerĂ€umt; ein Zusatz stellt klar, dass der bisherige Gebrauch und Status der Sprache durch das Gesetz nicht beeintrĂ€chtigt werde.

StaatsprÀsident

Der StaatsprĂ€sident (hebrĂ€isch Nasi) wird von der Knesset in einer geheimen Abstimmung durch eine absolute Mehrheit fĂŒr eine siebenjĂ€hrige Amtszeit gewĂ€hlt. Eine Wiederwahl ist nicht möglich. Das Amt des PrĂ€sidenten symbolisiert die Einheit des Staates ĂŒber parteipolitische Grenzen hinweg. Seine Aufgaben sind reprĂ€sentativer und formeller Art. Am 10. Juni 2014 wurde Reuven Rivlin zum StaatsprĂ€sidenten gewĂ€hlt, der am 24. Juli 2014 sein Amt antrat. Sein VorgĂ€nger war Schimon Peres.

Parlament

Das israelische Parlament, die Knesset, wurde am 25. Januar 1949 zum ersten Mal gewĂ€hlt. Die 120 Mitglieder der Knesset werden in geheimer Wahl fĂŒr vier Jahre gewĂ€hlt. Das Frauenwahlrecht fĂŒhrte Israel bereits 1946 ein. Die allgemeinen Wahlen sehen geschlossene Listen vor, das heißt, die WĂ€hler stimmen nur fĂŒr Parteilisten und können die Reihenfolge innerhalb der Listen nicht beeinflussen. Es gibt keine unterschiedlichen Wahlbezirke, alle WĂ€hler stimmen fĂŒr dieselben Parteilisten. Die Knesset wĂ€hlt den PrĂ€sidenten und beschließt die Gesetze. Das oberste Gericht kann ein Gesetz nur aufheben, wenn es gegen die Verfassung verstĂ¶ĂŸt.

Regierung

Der MinisterprĂ€sident (Regierungschef), (hebrĂ€isch ŚšŚŚ© Ś”ŚžŚžŚ©ŚœŚ”, Rosch haMemschala „Oberhaupt der Regierung“) und sein Kabinett ĂŒben die ausfĂŒhrende Gewalt aus.

Der PrĂ€sident beauftragt denjenigen ParteifĂŒhrer, der ein Mitglied der Knesset sein muss, eine neue Regierung zu bilden, der am ehesten dazu imstande ist. Nach der Auswahl des PrĂ€sidenten hat der auserkorene MinisterprĂ€sident 45 Tage Zeit, eine Regierung zu bilden, die dann kollektiv von der Knesset gebilligt werden muss. Dabei stellt der MinisterprĂ€sident auch die Grundlinien seiner Regierungspolitik dar.

Die Regierung ist mit der DurchfĂŒhrung der internen und auswĂ€rtigen Angelegenheiten beauftragt. Die Möglichkeiten, die Richtlinien der Politik zu bestimmen, sind sehr umfassend, und der MinisterprĂ€sident ist autorisiert, zu jedem Thema Maßnahmen zu ergreifen, wenn dies nicht per Gesetz einer anderen AutoritĂ€t ĂŒbertragen ist.

Die Minister sind dem MinisterprĂ€sidenten gegenĂŒber fĂŒr die ErfĂŒllung ihrer Aufgaben verantwortlich und verpflichtet, der Knesset ĂŒber ihre Handlungen Rechenschaft abzulegen. Die meisten Minister haben einen GeschĂ€ftsbereich und leiten ein Ministerium; andere arbeiten ohne GeschĂ€ftsbereich, können jedoch mit Sonderaufgaben beauftragt werden.

Mindestens die HĂ€lfte der Minister haben der Knesset als Abgeordnete anzugehören, wobei jedoch alle Minister als Kandidaten fĂŒr die Knesset geeignet sein mĂŒssen. Der MinisterprĂ€sident oder ein anderer Minister mit Billigung des MinisterprĂ€sidenten ernennt maximal sechs stellvertretende Minister, die alle der Knesset als Abgeordnete angehören mĂŒssen.

Bisher wurden alle Regierungen in Israel auf der Basis einer Koalition verschiedener Parteien gebildet, da keine Partei eine ausreichende Zahl von Mandaten in der Knesset auf sich vereinigen konnte, um alleine eine Regierung zu bilden.

Die Regierung bleibt in der Regel fĂŒr vier Jahre im Amt. Der MinisterprĂ€sident und die Minister einer aus dem Amt scheidenden Regierung nehmen ihre Pflichten so lange wahr, bis eine neue Regierung ihre Arbeit aufnimmt. Kann der MinisterprĂ€sident nicht lĂ€nger seinen Pflichten nachkommen, im Falle seines RĂŒcktritts, einer gegen ihn gerichteten Anklage, eines erfolgreich durchgefĂŒhrten Misstrauensvotums der Knesset oder seines Todes, ĂŒbertrĂ€gt die Regierung einem ihrer Mitglieder, das zugleich Knessetabgeordneter ist, die AmtsgeschĂ€fte. Dieser amtierende MinisterprĂ€sident hat die gesamte AutoritĂ€t; ausgenommen ist allerdings die Möglichkeit, die Knesset aufzulösen.

MinisterprÀsident ist seit dem 13. Juni 2021 Naftali Bennett, der den seit 2009 regierenden Benjamin Netanjahu ablöste.

Parteien und politische Organisationen

Israel besitzt ein Mehrparteiensystem. Im Parlament sind seit der StaatsgrĂŒndung nie weniger als zehn Parteien vertreten. Ursachen dafĂŒr sind die niedrige Sperrklausel sowie vor allem die durch Einwanderung gewachsene HeterogenitĂ€t der Bevölkerung.

Die wichtigste Trennlinie zwischen den Parteien ist seit dem Sechstagekrieg die zwischen „Tauben“ und „Falken“. „Tauben“ vertreten das Prinzip „Land fĂŒr Frieden“. Sie befĂŒrworten die Errichtung eines palĂ€stinensischen Staates und die Teilung Jerusalems zwischen Israel und PalĂ€stina. Die sog. „Falken“ vertreten hingegen die Formel „Frieden fĂŒr Frieden“, wohinter die Absicht steht, die besetzten Territorien auf lange Sicht ganz oder teilweise zu annektieren. Traditionell stehen sich die Awoda als fĂŒhrende Partei des „Tauben“-Lagers und Likud als fĂŒhrende Partei der „Falken“ gegenĂŒber. Bis 1977 gehörten alle MinisterprĂ€sidenten Awoda oder deren VorlĂ€ufern an, seither gab es ĂŒberwiegend Regierungschefs aus dem Likud.

GrĂ¶ĂŸte rechte Partei ist traditionell der Likud, daneben existieren kleinere rechte Parteien wie Jisrael Beitenu (hauptsĂ€chlich von russischen Einwanderern gewĂ€hlt). Die religiösen Parteien, bei denen zwischen Ultraorthodoxen (Schas und Vereinigtes Thora-Judentum) und Nationalreligiösen (hauptsĂ€chlich Jamina) unterschieden wird, waren seit 1977 zumeist mit dem Likud verbĂŒndet. GrĂ¶ĂŸte linke Partei ist traditionell die sozialdemokratische Awoda, weiter links besteht daneben Meretz. Awoda und linke Parteien insgesamt haben an Bedeutung verloren. Seit Ende der 1970er Jahre kam es hĂ€ufig zur GrĂŒndung zentristischer Parteien, die oft kurzlebig waren, die bedeutendste in der 2021 gewĂ€hlten Knesset ist Jesch Atid (liberal, laizistisch). Oft kommt es vor Wahlen zur GrĂŒndung neuer Parteien oder Allianzen bestehender Parteien. Daneben bestehen Parteien, die weit ĂŒberwiegend (Chadasch) oder ausschließlich von Arabern unterstĂŒtzt werden und hĂ€ufig in unterschiedlichen Konstellationen mit gemeinsamen Listen antreten.

Aus den stark sozialistischen AnfÀngen des israelischen Staates erklÀrt sich die bedeutende Rolle, die die Histadrut, der Allgemeine Verband der Arbeiter Israels, im politischen Leben spielt.

In Deutschland sind die bekanntesten Gruppen der israelischen Friedensbewegung Gusch Schalom und Peace Now. Daneben gibt es noch einige andere unabhĂ€ngige Menschenrechtsorganisationen wie B’Tselem und Machsom Watch (Checkpoint Watch) sowie die BĂŒrgerrechtsgruppe ICAHD.

Frauenwahlrecht

1920 schuf der Jischuw eine ReprĂ€sentantenversammlung. Diese verfĂŒgte zwar ĂŒber keine juristische Legitimation, da die Macht bei der britischen Mandatsmacht lag; doch diese war zur Zusammenarbeit mit jĂŒdischen Vertretungen angehalten. Ultraorthodoxe MĂ€nner blockierten das Frauenwahlrecht im Jischuw in den AnfĂ€ngen erfolgreich. Als Kompromisslösung erhielten Frauen im April 1920 fĂŒr eine beschrĂ€nkte Zeit das Wahlrecht. Die ultraorthodoxen MĂ€nner wurden dadurch entschĂ€digt, dass sie zwei Stimmen erhielten: eine fĂŒr sich und eine fĂŒr ihre Frau. Ein dauerhaftes Frauenwahlrecht gab es ab 1925 bei den Wahlen zur zweiten Gesetzgebenden Versammlung. Das Prinzip Eine Stimme pro Person wurde jedoch erst bei der Wahl der vierten Gesetzgebenden Versammlung im August 1944 angewendet. Die fĂŒr diese Wahl geltenden Regeln bildeten die Grundlage fĂŒr die Verfassung des Staats Israel, der am 15. Mai 1948 unabhĂ€ngig wurde. Nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung sollte innerhalb von fĂŒnf Monaten eine Konstituierende Versammlung eine Verfassung aufstellen, was jedoch wegen des Kriegs nicht möglich war. Im Januar 1949 fanden Knessetwahlen nach dem System statt, das fĂŒr die ReprĂ€sentantenversammlung (siehe oben) gegolten hatte. Am 16. Februar 1949 wurden dann zunĂ€chst einige Basisgesetze von der Konstituierenden Versammlung beschlossen. Die Vorschrift, dass das Geschlecht keine Rolle spielen darf, war Teil dieser Basisgesetze.

Verwaltungsgliederung

Bezirke

Das Staatsgebiet Israels ist in sechs Bezirke, hebrĂ€isch ŚžŚ—Ś•Ś–Ś•ŚȘ mechozot (Singular machoz), eingeteilt. Fast alle Bezirke sind in insgesamt 15 Unterbezirke, hebrĂ€isch Ś Ś€Ś•ŚȘ nafot (Singular. nafa) unterteilt. ZusĂ€tzlich wird in den offiziellen Statistiken der MilitĂ€rbezirk JudĂ€a und Samaria gefĂŒhrt. Dieser umfasst die jĂŒdischen Siedlungen im Westjordanland.

Die sechs Bezirke Israels sind:

  • Nordbezirk; hebrĂ€isch Mechoz haTzafon;
  • Bezirk Haifa; hebrĂ€isch Mechoz Cheifa;
  • Zentralbezirk; hebrĂ€isch Mechoz haMerkaz;
  • Bezirk Tel Aviv; hebrĂ€isch Mechoz Tel-Aviv;
  • Bezirk Jerusalem; hebrĂ€isch Mechoz Jeruschalajim;
  • SĂŒdbezirk; hebrĂ€isch Mechoz haDarom;
  • Unter MilitĂ€rverwaltung: JudĂ€a und Samaria; hebrĂ€isch Ezor Jehudah veSchomron

Kommunalverwaltung

Die Kommunalverwaltung besteht aus drei unterschiedlichen Typen: der Stadtverwaltung, der Gemeindeverwaltung und der Regionalverwaltung.

Stadtverwaltung

Eine Stadtverwaltung, hebrĂ€isch Iriyah, ist die grĂ¶ĂŸte Form der Kommunalverwaltung in Israel. Der Status einer Stadtverwaltung wird vom israelischen Innenminister an sich bewerbende Ortschaften vergeben, die normalerweise mehr als 20.000 Einwohner haben. Vereinzelt sind auch Ausnahmen möglich. 2008 gab es 71 Stadtverwaltungen.

Gemeindeverwaltung

Eine Gemeindeverwaltung, hebrĂ€isch ŚžŚ•ŚąŚŠŚ” ŚžŚ§Ś•ŚžŚ™ŚȘ Mo'atzah Mekomit, englisch local council, daher auch Lokalverband, ist eine Verwaltungseinheit fĂŒr die kleineren urbanen Siedlungen und die grĂ¶ĂŸeren landwirtschaftlichen Ortschaften. Eine Gemeindeverwaltung hat zwischen 2000 und 20.000 Einwohnern und liegt damit in der Verwaltungsgliederung Israels zwischen StĂ€dten und lĂ€ndlichen RegionalverbĂ€nden. Im Jahr 2007 bestanden in Israel insgesamt 141 Gemeindeverwaltungen.

Regionalverwaltung

Regionalverwaltungen, hebrĂ€isch ŚžŚ•ŚąŚŠŚ” ŚŚ–Ś•ŚšŚ™ŚȘ Mo'atza Azorit, sind die dritte Art der Kommunalverwaltung in Israel. Dabei handelt es sich hĂ€ufig um eine Verwaltung auf zwei Ebenen.

Die Regionalverwaltung ist fĂŒr mehrere kleinerer Siedlungen in lĂ€ndlichen Gegenden zustĂ€ndig, die hĂ€ufig einen eigenen Gemeindeausschuss besitzen. Die Siedlungen sind fĂŒr gewöhnlich ĂŒber eine grĂ¶ĂŸere FlĂ€che verteilt, aber in geographischer NĂ€he zueinander. Die einzelnen Siedlungen innerhalb eines Regionalverbandes haben weniger als 2000 Einwohner.

Der Gemeindeausschuss einer Siedlung entsendet Abgeordnete in die Regionalverwaltung, die direkt berufen oder durch Wahl bestimmt sind, in Proportion zur Einwohnerzahl. Viele Kibbuzim und Moschawim sind Teil einer Regionalverwaltung. 2003 gab es 53 RegionalverbÀnde in Israel.

Außen- und Sicherheitspolitik

Ziel der israelischen Außenpolitik ist eine Lösung des Nahostkonflikts, infolge der eine langfristige Verbesserung der Beziehung zu den arabischen LĂ€ndern erhofft wird. Israel hat sowohl mit Ägypten als auch mit Jordanien einen Friedensvertrag unterzeichnet. Im Januar 2007 berichtete die israelische Zeitung Haaretz außerdem, dass es zwischen 2004 und 2006 mit Syrien geheime Friedensverhandlungen gegeben habe.

Weiteres Ziel der israelischen Sicherheitspolitik ist die Immigration möglichst vieler Juden, speziell derjenigen, die aus israelischer Sicht existentieller Bedrohung ausgesetzt sind. In mehreren spektakulĂ€ren Aktionen hat Israel Juden, teilweise unter Zuhilfenahme des MilitĂ€rs, nach Israel gebracht, selbst wenn diese nicht israelische StaatsbĂŒrger waren, beispielsweise die Evakuierung Ă€thiopischer Juden wĂ€hrend der Hungersnot in deren Land.

Die USA sind Israels wichtigster VerbĂŒndeter und gewĂ€hren ihm den Status eines „wichtigen VerbĂŒndeten außerhalb der NATO“. Dabei wird Israel gegenĂŒber Jordanien und Ägypten, die ebenfalls mit den Vereinigten Staaten verbĂŒndet sind, bevorzugt behandelt. Dies betrifft beispielsweise den Zugang zu nachrichtendienstlichen Informationen oder RĂŒstungstechnologie.

TatsĂ€chlich haben die USA ein weitreichendes eigenstĂ€ndiges Interesse an der Region und am Fortbestand Israels. So zĂ€hlt Israel zu denjenigen Staaten, denen der Kongress im Rahmen des sogenannten Foreign-Military-Financing-Programms militĂ€rische Entwicklungshilfe der höchsten Stufe bewilligt, die aber unter der Bedingung vergeben werden, dass das Nehmerland militĂ€rische AusrĂŒstung ausschließlich von amerikanischen RĂŒstungsfirmen beschafft. DarĂŒber hinaus mĂŒssen die USA dem Weiterverkauf von RĂŒstungsgĂŒtern, die mit diesem Finanzierungsprogramm erworben wurden, in jedem Einzelfall zustimmen.

Israel kooperiert außerdem in vielen Bereichen mit der VR China und insbesondere mit Indien. Seit den 1950er Jahren leistet Israel Entwicklungspolitik in Afrika und mit weniger Aufwand auch in Asien. Treibende Kraft dahinter waren Golda Meir bzw. Mosche Scharet. Ziel der Entwicklungspolitik war es, die Einkreisung durch feindliche arabische Staaten zu durchbrechen und die uneingeschrĂ€nkte UnterstĂŒtzung fĂŒr die arabischen LĂ€nder durch schwarzafrikanische Nationen zu schwĂ€chen. Im Falle von Äthiopien hatte man auch Interesse daran, die Sicherheit der dortigen jĂŒdischen Minderheit zu gewĂ€hrleisten.

Am 7. September 2010 vollzog Israel den Beitritt zur OECD.

Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit wurde im Dezember 2013 eine ca. 400 km lange Sperranlage zu Ägypten fertiggestellt, um illegale Migranten aus Afrika davon abzuhalten, nach Israel einzuwandern, und Drogen- und Waffenschmuggel einzudĂ€mmen. Die Baukosten betrugen 450 Millionen US-Dollar.

Ein Friedensvertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, auch Abraham-Abkommen genannt, wurde am Dienstag, dem 15. September 2020, um 13.37 Uhr vor dem Weißen Haus in Washington in Anwesenheit von US-PrĂ€sident Trump durch Israels MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu und den Außenminister der Emirate Abdullah bin Said al-Nahjan unterzeichnet. Zeitgleich erfolgte ein Friedensvertrag zwischen Israel und Bahrain mit dem Königreich Bahrain durch Abdullatif bin Raschid al-Sajani, ebenso mit Marokko und dem Sudan. Eine Anerkennung des Existenzrechts Israels durch andere arabische Staaten blieb bislang jedoch aus.

Israel und Kosovo vereinbarten am 1. Februar 2021 die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Mit der Übereinkunft erkennt ein weiteres Land mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung Israel an. Kosovo ist auch das erste europĂ€ische Land, das seine Botschaft in Israels Hauptstadt Jerusalem eröffnen will. Bisher haben nur die USA und Guatemala ihre diplomatischen Vertretungen von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Der außenpolitische Sprecher der EuropĂ€ischen Union, Peter Stano, drohte jedoch, der Kosovo wĂŒrde durch die Botschaftsentscheidung seine Perspektive auf eine EU-Mitgliedschaft verspielen, was jedoch den Kosovo nicht davon abhĂ€lt. Auch Äquatorialguinea will seine Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen.

Israelische Friedensdiplomatie

Sowohl die frĂŒhen zionistischen Vertreter vor der UnabhĂ€ngigkeit Israels als auch mehrere israelische Regierungschefs danach haben seit 1919 mehrere ÜbereinkĂŒnfte mit arabischen Vertretern getroffen und eine Vielzahl von Friedensangeboten vorgelegt, jedoch konnte aus verschiedensten GrĂŒnden keines von diesen einen regionalen Frieden etablieren. Diese Friedensangebote sollten die zentralen Konfliktfragen in den israelisch-palĂ€stinensischen und den israelisch-arabischen GesprĂ€chen endgĂŒltig klĂ€ren – Grenzen, israelische Siedlungen, Sicherheit und FlĂŒchtlinge.

Diese Angebote enthielten unter anderem das neun Tage nach Israels Sieg im Sechstagekrieg vorgelegte Friedensangebot an Syrien und Ägypten, welches ĂŒber amerikanische diplomatische KanĂ€le vermittelt wurde und die RĂŒckgabe der Golanhöhen an Syrien und die RĂŒckgabe des Sinais an Ägypten im Gegenzug fĂŒr einen Friedensvertrag anbot. Die arabische Liga lehnte jedoch durch die Khartoum-Resolution jegliche Verhandlungen mit Israel kategorisch ab (Kein Frieden mit Israel, keine Anerkennung Israels und keine Verhandlungen mit Israel). Des Weiteren wurde 1967 bis 1970 im Rahmen des Allon-Plans die RĂŒckgabe von bis zu 98 % des Westjordanlandes an Jordanien angeboten, jedoch lehnte dies König Hussein I ab.

Weitere wichtige Ereignisse waren die Übergabe von 40 % des Westjordanlandes mit ĂŒber 90 % der Bevölkerung an die PalĂ€stinensische Autonomiebehörde im Verlauf des Oslo-Friedensprozesses sowie die Zustimmung Israels zu den Clinton Parameters. Diese sahen einen zukĂŒnftigen palĂ€stinensischen Staat in ganz Gaza und bis zu 97 % des Westjordanlandes vor. ZusĂ€tzlich ĂŒberließ Israel 2005 unter dem „Scharon-Plan“ ganz Gaza an die PalĂ€stinensische Autonomiebehörde und bot 2008 eine territoriale Lösung der umstrittenen Gebiete des Westjordanlandes an, welche durch einen gegenseitigen Gebietsaustausch einen palĂ€stinensischen Staat im Westjordanland ermöglichte (siehe Abbildung). Dieser Vorschlag wurde jedoch von Mahmud Abbas abgelehnt.

MilitÀr

Die Israelischen VerteidigungsstreitkrĂ€fte (hebrĂ€isch ŚŠŚ‘Ś Ś”Ś”Ś’Ś Ś” ŚœŚ™Ś©ŚšŚŚœ Tzwa haHagana leJisra'el, kurz ŚŠŚ”"Śœ Tzahal, oder englisch Israel Defense Forces, kurz IDF) gelten als die stĂ€rksten StreitkrĂ€fte der Region. Die PersonalstĂ€rke und die Anzahl der Waffensysteme unterliegen der Geheimhaltung. SchĂ€tzungen gehen von einem Personalstand von rund 176.500 MĂ€nnern und Frauen (davon Heer: 133.000, Luftwaffe: 34.000, Marine: 9500) aus, die im Verteidigungsfall auf ĂŒber 600.000 verstĂ€rkt werden können. Die militĂ€rische Bedrohung hat sich fĂŒr Israel nach dem Ende des Kalten Krieges von symmetrisch ausgerichteten Gegnern zu asymmetrisch kĂ€mpfenden palĂ€stinensischen und libanesischen Organisationen gewandelt.

In Israel gilt eine Wehrpflicht von 36 Monaten fĂŒr MĂ€nner und 24 Monaten fĂŒr Frauen, von der israelische Araber sowie alle nichtjĂŒdischen, schwangeren oder verheirateten Frauen ausgenommen sind. Nur Frauen ist es gestattet, der Wehrpflicht aus GewissensgrĂŒnden nicht nachzukommen; sie leisten dann einen zivilen Ersatzdienst von ein bis zwei Jahren. Das monatliche Gehalt der Wehrpflichtigen betrĂ€gt rund 460 NIS (circa 98 Euro). Bei einer Wehrdienstverweigerung kann eine Haftstrafe verhĂ€ngt werden.

Ein Charakteristikum des israelischen Wehrsystems ist die international vergleichsweise hohe Einbindung seiner Reservisten, die aufgrund des regelmĂ€ĂŸigen Reservedienstes (ein Monat pro Jahr bei Unteroffizieren und Mannschaften bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres und des 51. bei Offizieren, bei Frauen bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres) einen hohen Grad an Ausbildung und VerwendungsfĂ€higkeit beibehalten. Die StreitkrĂ€fte fĂŒhren auch in Kooperation mit den USA und anderen NATO-LĂ€ndern regelmĂ€ĂŸig Übungen durch und schicken ihren FĂŒhrungsnachwuchs hĂ€ufig zur Ausbildung in diese Staaten.

Das RĂŒckgrat des Heeres ist die Panzertruppe mit rund 1500 modernen Kampfpanzern des Typs Merkava. DarĂŒber hinaus sind noch etwa 2000 Ă€ltere Modelle, v. a. M60 (Magach), ĂŒberwiegend bei Reserveeinheiten, im Einsatz. Die LuftstreitkrĂ€fte verfĂŒgen ĂŒber etwa 500 Kampfflugzeuge und 200 Hubschrauber; diese entstammen zwar fast ausschließlich US-amerikanischer Produktion, wurden jedoch oft bereits beim Bau oder nachtrĂ€glich von israelischen RĂŒstungsunternehmen fĂŒr die spezifischen Erfordernisse der israelischen StreitkrĂ€fte modifiziert und besitzen in der Regel Bewaffnung (wie Delilah, Nimrod und Spice) sowie Elektronik (wie Litening) israelischer Produktion. Die israelische Marine verfĂŒgt u. a. ĂŒber rund 40 Patrouillenboote, zehn Raketenboote, drei Korvetten und vier moderne U-Boote der Dolphin-Klasse. Die deutsche RĂŒstungsindustrie ist an der Entwicklung und Lieferung der Dolphin-U-Boote beteiligt. Außerdem wurde der Motor des Merkava IV-Panzers von MTU Friedrichshafen entwickelt und wird unter Lizenz von L-3 Communication Combat Propulsion Systems (vorher General Dynamics) produziert. Im Gegenzug wurde Deutschland mit den in Israel entworfenen Spike-Panzerabwehrraketen ausgestattet. Die Bundeswehr betreibt auch die israelischen Heron-Drohnen.

Die israelische Infanterie verfĂŒgt ĂŒber verschiedene Waffen. Meistverwendet ist das amerikanische M16 (Gewehr) in verschiedenen Versionen. Allerdings sind auch Waffen israelischer Produktion im Gebrauch, wie beispielsweise IMI Negev, Tavor TAR-21, IMI Galatz, IMI Galil, Uzi und Baby Eagle.

Israelische RĂŒstungsunternehmen sind unter anderem: Israel Weapon Industries, Israel Aerospace Industries, Rafael und IMI.

Zur Luftverteidigung verfĂŒgt Israel seit 1991 ĂŒber das Patriot-Flugabwehrsystem (Version PAC 2) und bereits seit den 1960er Jahren ĂŒber das Hawk-Flugabwehrsystem.

Israel verfĂŒgt seit 2000 ĂŒber das Arrow (englisch: „Pfeil“, ursprĂŒnglicher hebrĂ€ischer Name: Ś—Ś„; „Chetz“)-Raketenabwehrsystem (Version Arrow 2) gegen Mittel- und Interkontinentalraketen, hatte jedoch lange Zeit gegen den Beschuss mit Kassam-Raketen, die die Hamas vom Gazastreifen aus einsetzt, sowie die Katjuscha-Raketen der Hisbollah aus dem SĂŒdlibanon aufgrund ihrer kurzen Reichweite mit dementsprechender Flugzeit kein Abwehrmittel. Gegen die Bedrohung durch Raketen mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometern wurde das Abwehrsystem Iron Dome (ursprĂŒnglicher hebrĂ€ischer Name: Ś›Ś™Ś€ŚȘ Ś‘ŚšŚ–Śœ kipat barzel, deutsch ‚Eiserne Kuppel‘) entwickelt. Die ersten Batterien wurden im MĂ€rz 2011 nahe Be’er Scheva in Betrieb genommen und konnten kurz danach bereits Raketen der Hamas abfangen. Gegen Raketen mit einer Reichweite zwischen 70 und 250 Kilometern ist ferner das Abwehrsystem David’s Sling geplant. Zur Erhöhung des Schutzes gegen ballistische Raketen ist seit kurzem die verbesserte PAC 3 Version des Patriot-Flugabwehrsystem im Einsatz und eine verbesserte Version von Arrow (Arrow 3) in der Entwicklung.

Israel hat den Atomwaffensperrvertrag nie unterzeichnet und verfĂŒgt nach allgemeiner EinschĂ€tzung seit den 1960er Jahren ĂŒber Nuklearwaffen, die im Negev Nuclear Research Center entwickelt worden sind. In den 1970er Jahren gab es eine geheime gemeinsame Nuklearwaffenforschung mit SĂŒdafrika. Fachkreise gehen davon aus, dass Israel ĂŒber rund 200 Kernsprengköpfe verfĂŒgt. Der israelische Nuklear-Techniker Mordechai Vanunu veröffentlichte etliche Einblicke in das israelische Kernwaffenprogramm, wofĂŒr er angeklagt und verurteilt wurde. Die offizielle Politik der Regierung ist, diese Frage nicht zu kommentieren, also den Besitz weder zuzugeben noch ihn abzustreiten (die sogenannte Politik der „atomaren Zweideutigkeit“). Ein Interview im Dezember 2006, in dem Premierminister Ehud Olmert in einer AufzĂ€hlung von NuklearwaffenmĂ€chten neben Frankreich, den USA und Russland auch Israel nannte, wurde von der internationalen Presse als indirektes EingestĂ€ndnis fĂŒr einen israelischen Nuklearwaffenbesitz und gleichzeitig als Drohung und Replik in Richtung Iran gewertet. Am 4. Dezember 2012 verabschiedete die UN-Vollversammlung eine Resolution mit 174 zu 6 Stimmen, dass Israel unverzĂŒglich dem Kernwaffensperrvertrag beitreten und die IAEA zur Kontrolle der Atomanlagen ins Land lassen soll.

Israel lag 2017 auf Platz 1 des Globalen Militarisierungsindex (GMI). Israel gab 2017 knapp 4,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 16,5 Milliarden US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Polizei

Die Polizei Israels (hebrĂ€isch: ŚžŚ©Ś˜ŚšŚȘ Ś™Ś©ŚšŚŚœ, Mischteret Jisrael) beschĂ€ftigt rund 30.000 hauptamtliche KrĂ€fte. Diese werden von 33.000 ehrenamtlichen KrĂ€ften unterstĂŒtzt (Stand 2016). Zur Aufgaben der Polizei gehören die Strafverfolgung, die Kontrolle des Straßenverkehrs und die Abwehr von Gefahren fĂŒr die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Sie untersteht dem Ministerium fĂŒr öffentliche Sicherheit Israels und wurde 1948 gegrĂŒndet. Die Notruftelefonnummer ist 100.

Die regionale Gliederung entspricht den sechs Bezirken Israels. Die funktionale Gliederung erfolgt entsprechend den Aufgabenfeldern in zahlreiche Abteilungen wie beispielsweise Investigations & Intelligence (deutsch etwa Ermittlungen und Information) oder Policing and Security (deutsch etwa Kontrolle und Sicherheit).

Daneben besteht die Grenzpolizei (hebrĂ€isch ŚžÖŽŚ©Ö°ŚŚžÖ·Śš Ś”Ö·Ś’Ö°ÖŒŚ‘Ś•ÖŒŚœ Mishmar HaGvul oder kurz ŚžŚ’ŚŽŚ‘ Magav), die mehrere Spezialeinheiten zur TerrorismusbekĂ€mpfung unterhĂ€lt, darunter die JAMAM.

Der Leiter der Polizei (Nitzav bzw. Rav Nitzav) wird von der israelischen Regierung auf Empfehlung des Ministers fĂŒr innere Sicherheit berufen. Ihm steht ein Stellvertreter zur Seite.

Nachrichtendienste

Der Mossad (Ś”ŚžŚ•ŚĄŚ“ ŚœŚžŚ•Ś“Ś™ŚąŚ™ŚŸ Ś•ŚœŚȘŚ€Ś§Ś™Ś“Ś™Ś ŚžŚ™Ś•Ś—Ś“Ś™Ś, „Institut fĂŒr AufklĂ€rung und besondere Aufgaben“; eigentlich Mosad Merkazi leModi'in uLeTafkidim Mejuchadim, „Allgemeiner Nachrichten- und Sicherheitsdienst“) ist der israelische Auslandsgeheimdienst.

Neben ihm besteht der Inlandsgeheimdienst Schin Bet und den MilitÀrgeheimdienst Aman.

Siedlungspolitik

In den seit Juni 1967 besetzten Gebieten wurden ĂŒber 400 jĂŒdische Siedlungen und sogenannte Outposts errichtet, die von jĂŒdischen Israelis bewohnt werden. Die Anzahl der jĂŒdisch-israelischen Siedler belĂ€uft sich auf insgesamt fast 600.000, davon leben im Westjordanland ca. 391.000 (Stand 2016) und 201.200 in Ostjerusalem (Stand 2014). Im Gazastreifen lebten bis zum August 2005 etwa 7500 Israelis zwischen mehr als einer Million PalĂ€stinensern. Die Siedlungen sind oft großzĂŒgig nach US-amerikanischem Vorbild gebaut. Sie werden von einem massiven Sicherheitsapparat gegen Angriffe geschĂŒtzt. Ein Netz von Spezialstraßen, die teilweise nur von israelischen BĂŒrgern genutzt werden dĂŒrfen, bietet eine gute Verkehrsinfrastruktur zwischen den Siedlungen und dem israelischen Territorium. Zugleich erschwert es die Entwicklung in den palĂ€stinensischen Autonomiegebieten. Die Bewegungsfreiheit der palĂ€stinensischen Bevölkerung wird zusĂ€tzlich durch israelische Straßensperren und Kontrollposten eingeschrĂ€nkt.

Im August 2005 rĂ€umte die Regierung Scharon in enger Koalition mit der Arbeitspartei sĂ€mtliche Siedlungen im Gazastreifen sowie vier kleinere Siedlungen im Westjordanland. Hierbei handelte es sich um einen einseitigen und weltweit anerkannten Schritt Israels, der nicht im Rahmen der „Roadmap“ erarbeitet wurde (siehe Scharon-Plan). Aus dem Umfeld Scharons war jedoch auch zu vernehmen, dass angestrebt werden soll, die grĂ¶ĂŸten Siedlungen im Westjordanland auszubauen. Im Gegenzug sollen den PalĂ€stinensern territoriale ZugestĂ€ndnisse gemacht werden. Militante palĂ€stinensische Organisationen stellen diesen TeilrĂŒckzug Israels als eigenen Sieg ĂŒber Israel dar. Ariel Scharons Amtsnachfolger Ehud Olmert hat durch seinen sogenannten Konvergenz-Plan den PalĂ€stinensern angeboten, gegen Festschreibung des Verlaufs des zur Zeit jenseits der GrĂŒnen Linie in palĂ€stinensischem Gebiet gebauten Sperranlagen einen palĂ€stinensischen Staat zu akzeptieren.

International werden die jĂŒdischen Gemeinden und Siedlungen in den besetzten palĂ€stinensischen Gebieten ĂŒberwiegend als völkerrechtswidrig angesehen. Das Völkerrecht gestatte die vorĂŒbergehende Beschlagnahmung von Land in besetzten Gebieten ausschließlich fĂŒr militĂ€rische Zwecke, nicht jedoch fĂŒr die dauerhafte Niederlassung eigener StaatsbĂŒrger, Landwirtschaft und andere zivile Nutzungen. Israel hat eine andere Beurteilung der juristischen Lage, steht damit allerdings international isoliert da. In mehreren Resolutionen haben die Vereinten Nationen Israel vergebens aufgefordert, den Siedlungsbau einzustellen.

Recht

Das Recht des heutigen Israels hat seine UrsprĂŒnge in drei verschiedenen Rechtstraditionen: Dem Recht aus osmanischer Zeit, dem Recht der britischen Mandatszeit in Form des common Law und dem positiven Recht des israelischen Gesetzgebers seit 1948.

Die GrĂŒndung des Staates Israel 1948 brachte zunĂ€chst keine tiefgreifenden VerĂ€nderungen: Die Law and Administration Ordinance 1948 ließ alles geltende Recht in Kraft, soweit es nicht durch neue Legislativakte geĂ€ndert wurde. Bis in die Gegenwart ist deshalb ein großer Teil des Rechts Israels im Bereich des Handels- und Gesellschaftsrechts materiell englisches Recht, auch wenn seit 1972 die Rechtsprechung der englischen Gerichtsbarkeit nicht mehr bindend ist. Das osmanische Recht ist nur noch in wenigen Bereichen relevant, da der israelische Gesetzgeber besonders das Vertrags- und Sachenrecht neu geordnet hat. Langfristig soll das geltende Privatrecht in die Ordnung des kontinentaleuropĂ€ischen Rechtskreises in Form eines Zivilgesetzbuches ĂŒberfĂŒhrt werden. Das englische Recht weicht somit mehr und mehr einer selbstĂ€ndigen israelischen Rechtswissenschaft, die methodisch dennoch dem common law nahesteht.

Rechtssystem

Das israelische Rechtssystem besteht aus den Gesetzen, die die Knesset erlĂ€sst, und zu Teilen aus den Verordnungen, die die britische Mandatsherrschaft bis 1948 erlassen hat, welche wiederum von der Knesset ĂŒbernommen und im Einzelnen ĂŒberarbeitet wurden. Die israelische Rechtsordnung lĂ€sst sich am besten als „gemischtes“ System charakterisieren, denn sie gehört zu den westlichen Rechtssystemen, wurde stark durch das angloamerikanische Recht beeinflusst, enthĂ€lt aber auch Aspekte, die typisch fĂŒr das bĂŒrgerliche Recht römischer PrĂ€gung sind. Zudem sind bestimmte Merkmale des Rechtssystems durch die Tatsache beeinflusst, dass Israel ein jĂŒdischer Staat ist. Die Rechte des Obersten Gerichtshofes in der juristischen Bewertung der Gesetze der Knesset sind beschrĂ€nkt. Die juristische Interpretation ist auf formelle Probleme wie die AusfĂŒhrung von Gesetzen und die GĂŒltigkeit untergeordneter Gesetzgebung begrenzt.

Im Dezember 1985 hat Israel das UN-Sekretariat darĂŒber informiert, dass die zwingende Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofes nicht weiter akzeptiert werde.

Gerichtswesen

Die UnabhÀngigkeit der Justiz, aufgeteilt in sÀkulare und religiöse Gerichte, wird durch die Grundgesetze gewÀhrleistet.

Die Richter der sÀkularen Gerichte werden vom PrÀsidenten auf Empfehlung eines speziellen Nominationsausschusses ernannt, der sich aus den Richtern des Obersten Gerichts, Mitgliedern der Anwaltskammer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammensetzt. Richter werden auf Lebenszeit ernannt und treten im Alter von 70 Jahren obligatorisch in den Altersruhestand.

Die sĂ€kulare Gerichtsbarkeit ist dreistufig gegliedert: Auf der ersten und zweiten Stufe gibt es Magistrats- und Bezirksgerichte fĂŒr Prozesse im Zivil- und Strafrechtsbereich sowie Jugend-, Verkehrs-, MilitĂ€r-, Arbeits- und stĂ€dtische Appellationsgerichte.

An der Spitze der Judikative, als höchste Berufungsinstanz, steht das Oberste Gericht mit Sitz in Jerusalem. Aus den Richterinnen und Richtern des Obersten Gerichts bildet sich auch das „Hohe Gericht fĂŒr Gerechtigkeit“ („Beit-Din Gawoah LeTzedek“ = „BaGaTz“), das je nach Bedeutung des Falles mit drei, fĂŒnf oder sieben Richterinnen und Richtern besetzt ist. Dieses Gericht ist die einzige und höchste Appellationsinstanz in Grundsatzfragen und bietet (Ă€hnlich dem Bundesverfassungsgericht) die Möglichkeit, gegen die Regierung sowie alle Vertreter und Institutionen des Staates zu klagen und ihre Maßnahmen auf RechtmĂ€ĂŸigkeit ĂŒberprĂŒfen zu lassen, sie ggf. sogar auszusetzen.

Personenstandsfragen wie Eheschließung und Scheidung, Unterhalt, Vormundschaft und Adoption MinderjĂ€hriger fallen nach osmanischer Rechtstradition unter die ZustĂ€ndigkeit der Gerichtsbarkeit bzw. Verwaltung der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Diese religiösen Gerichte sind die Rabbinatsgerichte fĂŒr die jĂŒdischen Glaubensgemeinschaften, die muslimischen Scharia-Gerichte, die religiösen Gerichte der Drusen und die Kirchengerichte der zehn anerkannten christlichen Gemeinschaften in Israel. Mehrere hundert nicht- bzw. gemischt-religiöse Paare mĂŒssen daher jedes Jahr zur Eheschließung ins Ausland reisen und lassen diese dann in Israel anerkennen. FĂŒr keiner Religionsgemeinschaft angehörende Partner gibt es inzwischen ein der Zivilehe Ă€hnliches Rechtsinstitut, mehrere Gesetzesinitiativen zur EinfĂŒhrung der Zivilehe scheiterten in den vergangenen Jahren am Widerstand der orthodoxen Parteien.

Obwohl die Legislative ausschließlich im Kompetenzbereich der Knesset liegt, hat das Oberste Gericht die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf erwĂŒnschte GesetzesĂ€nderungen zu lenken; als Oberster Gerichtshof hat das Gericht die AutoritĂ€t, zu entscheiden, ob ein Gesetz mit den Grundgesetzen des Staates ĂŒbereinstimmt.

Menschenrechte

Israel verfĂŒgt ĂŒber starke und unabhĂ€ngige Institutionen, die politische Rechte und bĂŒrgerliche Freiheiten fĂŒr den grĂ¶ĂŸten Teil der Bevölkerung garantieren. Freedom House stuft Israel daher als „frei“ ein.

Amnesty International berichtete Ende 2011, dass Israel in diesem Jahr im Westjordanland einschließlich Ostjerusalem mehr als 1000 PalĂ€stinenser vertrieben habe und mehr als 500 HĂ€user, Wohnungen und Installationen zur Wasserversorgung zerstört habe, gegenĂŒber dem Vorjahr hĂ€tten sich die Vertreibungen und Zerstörungen verdoppelt. Einher gehe dieser Trend mit der VerstĂ€rkung des israelischen Siedlungsbaus und der Zunahme gewalttĂ€tiger Angriffe von Siedlern auf PalĂ€stinenser.

Nachdem Israel dem UN-Menschenrechtsrat bei seiner Kritik an Israel lange Zeit Einseitigkeit vorgeworfen und ihn daher boykottiert hatte, deutete sich 2013 eine Wende an. Im Juni 2018 begrĂŒĂŸte Israel allerdings den Austritt der USA aus dem Menschenrechtsrat. Regierungschef Benjamin Netanjahu warf dem Rat vor, er konzentriere sich zwanghaft auf Israel.

Im Juli 2020 warf die israelische Menschenrechtsorganisation Yesh Din der israelischen Regierung Apartheid in den besetzten Gebieten vor. Im Januar 2021 bezeichnete die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem Israel als Apartheid-Regime. Im April 2021 warf Human Rights Watch der israelischen Regierung Apartheid und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen, im Westjordanland und in Ostjerusalem vor. Ähnliche VorwĂŒrfe waren bereits in der Vergangenheit erhoben worden.

Folter

Bis 1999 war die Folter von palĂ€stinensischen Gefangenen durch israelische SicherheitskrĂ€fte weit verbreitet und systematisch. 1999 urteilte das Oberste Gericht Israels, dass Gefangene bei Verhören nicht mehr gefoltert werden dĂŒrfen.

Generalstaatsanwalt Elyakim Rubinstein gab jedoch eine Verordnung heraus, in der es hieß, dass Geheimdienstler, die dennoch Gefangene folterten, nicht vor Gericht kĂ€men, wenn sie nachweisen konnten, dass dies „unmittelbar notwendig war, das Leben, die Freiheit von Menschen oder Eigentum vor einer konkreten Gefahr eines schweren Schadens zu bewahren“, und dass es „keine andere Möglichkeit gibt, dies sicherzustellen“. Hochgestellte Beamte mussten die Methoden genehmigen, und die Verhörer mussten detaillierte Aufzeichnungen ĂŒber die Anzahl der SchlĂ€ge, die schmerzhaften Zwangspositionen und alle anderen sogenannten besonderen Mittel fĂŒhren. In den 2000er Jahren gab es rund tausend Beschwerden wegen Folter gegen den Geheimdienst, die alle von den Behörden abgewiesen wurden; Gerichtsverfahren wurden nicht zugelassen. Im Jahr 2014 stieg die Zahl der FĂ€lle von Folter durch den israelischen Geheimdienst erneut stark an.

Im November 2018 wies das Oberste Gericht (Richter Yosef Elron, Isaac Amit und David Mintz) eine Klage gegen den Geheimdienst wegen Folter ab und urteilte, dass die „besonderen Verhörmethoden“, die der Geheimdienst gegen den KlĂ€ger Firas Tbeish angewandt hatte – Schlafentzug, SchlĂ€ge, schmerzhafte Positionen, gewaltsames SchĂŒtteln bis zur Bewusstlosigkeit –, als Ausnahme, wie in dem Gerichtsurteil von 1999 beschrieben, gerechtfertigt seien. Richter Mintz sprach dabei von einem „Urteil, das besagt, dass Folter verboten ist, außer in höchst außergewöhnlichen FĂ€llen“.

Im September 2019 wurde der PalĂ€stinenser Samir Arbid festgenommen und von Shin-Bet-Mitarbeitern beinahe zu Tode gefoltert. Nach der Folter durch den Schin Bet wurde Arbid bewusstlos, mit zahllosen KnochenbrĂŒchen und Traumata sowie Nierenversagen und Verdacht auf einen Herzinfarkt in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht und musste beatmet werden. Justizorgane hatten die Folter von Arbid genehmigt. Die israelischen Behörden leiteten zwar eine Untersuchung ein, als die Misshandlungen bekannt wurden, doch im Januar 2021 stellte Generalstaatsanwalt Avichai Mendelblit die Untersuchungen gegen die Folterer ein.

Wirtschaft

Allgemeines

Israel hat eine technologisch hoch entwickelte Marktwirtschaft mit hohem Staatsanteil. Ein bedeutender Arbeitgeber ist darum auch der öffentliche Dienst, in dem 33 % der israelischen Arbeitnehmer beschÀftigt sind. In der Industrie arbeiten 17 %, in Tourismus, Handel und Finanzen 20 %; 28 % sind in anderen Bereichen (Dienstleistungen usw.) tÀtig.

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 88,7 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 80,7 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,4 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 121,1 Mrd. US-Dollar oder 62,0 % des BIP. Israel hat in den letzten Jahren bei der Sanierung seines Staatshaushaltes Erfolge vorzuweisen.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 8,0 %
  • Bildung: 5,9 % (2009)
  • MilitĂ€r: 7,4 % (2012)

Etwa die HĂ€lfte der staatlichen Auslandsschulden hat Israel bei den USA, seiner Hauptquelle fĂŒr politische, wirtschaftliche und militĂ€rische UnterstĂŒtzung. Ein verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig großer Anteil der israelischen Auslandsschulden wird in Form von State of Israel Bonds von Privatinvestoren gehalten. Die Kombination von amerikanischen Kreditgarantien und direkten Anleihen bei Privatinvestoren ermöglicht Israel, zu gĂŒnstigen ZinssĂ€tzen zu leihen, manchmal unterhalb der marktĂŒblichen ZinssĂ€tze. Diese Politik wird auch von Deutschland geduldet und unterstĂŒtzt, um das strategische Ziel der Existenzsicherung des jĂŒdischen Staates zu erreichen.

2015 lag das Wirtschaftswachstum bei geschĂ€tzten 2,4 % und damit unter dem Vorjahreswachstum von 2,8 %. Das Bruttoinlandsprodukt Israels betrug im Jahr 2014 insgesamt 305 Milliarden US-Dollar, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im gleichen Jahr 37.731 US-Dollar. Die Arbeitslosigkeit lag 2015 bei ca. 5,4 %. 2017 lag sie bei 4,3 %. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 4 Millionen geschĂ€tzt, davon 47,2 % Frauen. Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Israel Platz 16 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte Israel 2017 Platz 36 von 180 LĂ€ndern.

Israel ist bei fossilen EnergietrĂ€gern (Rohöl, Erdgas, Kohle), bei Getreide, Rindfleisch, Rohstoffen und militĂ€rischer AusrĂŒstung von Importen abhĂ€ngig. Im Land gibt es geringe Mengen von Erdöl, Phosphaten, Pottasche und Kaolin. Ob Israel Edelmetalle und Edelsteine als weitere BodenschĂ€tze besitzt, ist unbekannt. Es werden aber große Goldvorkommen vermutet. Bei Erdgas deutet sich ein Wandel bezĂŒglich der ImportabhĂ€ngigkeit an, seit vor der MittelmeerkĂŒste vier LagerstĂ€tten entdeckt wurden. Vom Gasfeld „Tamar“, das etwa 90 Kilometer vor Haifa liegt, fördert Israel seit 2014 Erdgas, welches zur Weiterverarbeitung in die sĂŒdisraelische Stadt Aschdod geleitet wird. Mittelfristig will man in Zusammenarbeit mit Zypern Erdgas als FlĂŒssiggas auch nach Europa exportieren.

Nicht zuletzt wegen seiner begrenzten Ressourcen an AnbauflĂ€chen, Wasser und Rohstoffen hat Israel seinen landwirtschaftlichen und industriellen Sektor in den letzten Jahrzehnten intensiv entwickelt. Dennoch ist Israel kein landwirtschaftlicher Selbstversorger. Vor allem Futtermittel-Getreide muss grĂ¶ĂŸtenteils importiert werden. Israel besitzt bedeutende KapazitĂ€ten bei Erdölraffinerien, Diamantenschleifereien und in der Fabrikation von Halbleitern. Bedeutende Exportartikel sind geschliffene Diamanten, Spitzentechnologie, militĂ€rische AusrĂŒstung, Software, Arzneimittel, Feinchemikalien und landwirtschaftliche Produkte (FrĂŒchte, GemĂŒse und Blumen, neuerdings auch Kaviar). Israel investiert mehr Geld pro Kopf der Bevölkerung in Forschung und Entwicklung als jedes andere Land. In der Region um Tel Aviv hat sich ein Silicon Wadi entwickelt, in dem allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 422 UnternehmensgrĂŒndungen entstanden. Die innovative israelische Startup-Szene im Bereich der Spitzentechnologien gilt weltweit als vorbildlich.

Ein großes Problem ist die Wasserversorgung. Mit zusĂ€tzlich entwickelten neuartigen Methoden zur ökonomischen LandbewĂ€sserung (s. Abschnitt Wissenschaft und Technologie) wird versucht, die Wasserknappheit zu bewĂ€ltigen. Die Wasserversorgung ist auch ein politischer Zankapfel, der in der Vergangenheit zu Spannungen mit dem Nachbarland Syrien gefĂŒhrt hat.

Einfluss der Immigration

Durch Einwanderungen aus der ehemaligen Sowjetunion kamen Wissenschaftler und Akademiker ins Land, die fĂŒr Israels Zukunft von betrĂ€chtlichem Wert sind. Der Zustrom, verbunden mit der Öffnung neuer MĂ€rkte nach dem Ende des Kalten Krieges, belebte Israels Wirtschaft und sorgte wĂ€hrend der 1990er Jahre fĂŒr ein rasches Wachstum. Als die Regierung ab 1996 eine straffere Steuer- und Geldpolitik verfolgte und der Einwandererstrom sich verlangsamte, begann sich das Wachstum zu verlangsamen. DafĂŒr sank die Inflation 1999 auf ein Rekordminimum.

Soziale Situation

Laut einem Bericht des Nationalen Versicherungsinstituts (Ś”ŚžŚ•ŚĄŚ“ ŚœŚ‘Ś™Ś˜Ś•Ś— ŚœŚŚ•ŚžŚ™) von 2008 nimmt die Armut in Israel weiter zu, obwohl das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf allein zwischen 2004 und 2006 um 12,4 % stieg. Im Jahr 2007 lebten in Israel ohne die 1967 besetzten Gebiete 24,7 % der Gesamtbevölkerung und 35,9 % der Kinder unter der Armutsgrenze. Die hohe Armut von Kindern stellt unter den entwickelten LĂ€ndern einen Rekord dar.

Die Armutsgrenze lag 2007 nach israelischer Definition bei einem monatlichen Einkommen von 2028 Schekel (ca. 364 Euro) fĂŒr Alleinstehende, 3244 Schekel (600 Euro) fĂŒr ein kinderloses Paar und 5191 Schekel (944 Euro) fĂŒr eine vierköpfige Familie.

Ein großes Problem sind die sogenannten working poor aufgrund der extrem niedrigen Löhne in vielen Branchen: 40 % aller Haushalte unter der Armutsgrenze weisen mindestens einen BerufstĂ€tigen auf.

Im Sommer 2011 kam es aufgrund der unbefriedigenden sozialen Lage in Israel zu den grĂ¶ĂŸten Protestaktionen der jĂŒngeren Geschichte. Bis zu einer halben Million Menschen demonstrierten vorwiegend in Tel Aviv gegen die hohen Lebenshaltungskosten und forderten soziale Gerechtigkeit und einen Wohlfahrtsstaat.

Nach dem Bericht der Nationalen Sozialversicherung von Dezember 2015 wachsen derzeit 31 % der Kinder Israels in Armut auf. Damit ist in den letzten Jahren eine leichte Verbesserung der Situation eingetreten. Insgesamt gelten jedoch immer noch 22 % der Israelis als arm. Besonders hoch ist die Armutsquote dem Bericht zufolge bei ultraorthodoxen Juden sowie bei der arabischen Minderheit der PalÀstinenser im Land. Hier liegt sie jeweils bei ca. 50 %.

Arbeitswoche

Die amtliche Arbeitswoche beginnt in Israel mit dem Sonntag (hebrĂ€isch „Jom Rischon“, „Erster Tag“) als dem ersten Tag der Woche. WĂ€hrend des Sabbats von Freitagnachmittag bis Samstagabend bleiben die meisten GeschĂ€fte geschlossen und werden fast keine Dienstleistungen angeboten. Hierbei gibt es aber starke Unterschiede zwischen eher religiös und eher sĂ€kular geprĂ€gten Ortschaften.

Tourismus

Der Tourismus in Israel ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor des Landes. ZustĂ€ndig ist das Ministerium fĂŒr Tourismus.

Viele Reiseziele in Israel sind StĂ€tten des Christentums wie beispielsweise die Jerusalemer Altstadt, Nazareth, Bethlehem und der See Genezareth. Außerdem existieren zahlreiche historische StĂ€tten wie beispielsweise die StĂ€dte Caesarea Maritima, Bet Sche’an und Akkon, die Festung Masada sowie ein TeilstĂŒck der ehemaligen GewĂŒrzstraße von Petra nach Gaza. Badeurlaube sind an der MittelmeerkĂŒste, am Roten Meer und am Toten Meer möglich. Am Roten Meer (Eilat) gibt es zudem Tauchgebiete und Resorts. Außerdem gibt es in Israel neun StĂ€tten des UNESCO-Weltkulturerbes. Aufgrund der sehr guten Verkehrsinfrastruktur können Individualreisen einfach durchgefĂŒhrt werden.

Der Ort mit dem höchsten Touristenaufkommen ist Jerusalem mit ca. 3,5 Millionen Besuchern jĂ€hrlich. Tel Aviv wurde von 1,676 Mio. Touristen besucht. Herkunft der Touristen nach höchster Anzahl (zuerst): Vereinigte Staaten, Russland, Frankreich und Vereinigtes Königreich. 2008 hat die israelische Regierung 10 Mio. Schekel (ca. 2,077 Mio. €) fĂŒr die Tourismuswerbung in Europa bereitgestellt.

Die meisten Touristen reisen vom Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv an. Einreiseprobleme gibt es, wenn in den ReisepĂ€ssen von Touristen Visa oder Einreisestempel von arabischen LĂ€ndern vorhanden sind (außer Jordanien und Ägypten).

Banken

Israels Bankensystem hat seine Wurzeln in der zionistischen Bewegung im frĂŒhen 20. Jahrhundert vor der GrĂŒndung Israels. Die Zionistische Weltorganisation mit Theodor Herzl grĂŒndete am 27. Februar 1902 die Anglo Palestine Company (APC) (spĂ€ter in Bank Leumi umbenannt). Die drei grĂ¶ĂŸten Banken Israels sind die Banken Hapoalim, Leumi und die Israel Discount Bank, die ĂŒber 60 % des Bankwesens Israels ausmachen. Alle Banken des Staates werden von der Israelischen Zentralbank ĂŒberwacht.

Infrastruktur

Straßenverkehr

Wichtigster VerkehrstrĂ€ger ist die Straße. Israel hat insgesamt 18.096 km gepflasterte Straßen und 2,4 Millionen Kraftfahrzeuge. Die Anzahl der Kraftfahrzeuge pro 1000 Personen liegt bei 324, was im Vergleich zu anderen Industriestaaten relativ niedrig ist. In Israel sind 5715 Busse im Linienverkehr aktiv. Von besonderer Bedeutung sind die Überlandbusse der Buskooperative Egged.

Schienenverkehr

Von zunehmender Bedeutung ist das Eisenbahnnetz der Israel Railways, das nach jahrzehntelanger VernachlĂ€ssigung seit einigen Jahren modernisiert und ausgebaut wird. Das Streckennetz der staatlichen israelischen Eisenbahngesellschaft belĂ€uft sich auf 949 km. Nach großen Investitionen in den 1990er Jahren hat sich die Anzahl der FahrgĂ€ste pro Jahr von 2,5 Millionen (1995) auf 35 Millionen (2008) gesteigert. Die Eisenbahnen transportieren zudem pro Jahr um die 6,8 Millionen Tonnen Fracht.

In Jerusalem verkehrt seit dem Jahr 2011 eine Straßenbahnlinie. FĂŒr Tel Aviv wird ein umfangreiches Straßenbahnnetz vorbereitet. Eine erste Linie befindet sich bereits in Bau.

Flugverkehr

Wichtigster Flughafen ist der Ben-Gurion-Flughafen bei Lod im Großraum Tel Aviv. Er hatte 2014 14,9 Millionen Passagiere. Weitere FlughĂ€fen: Flughafen Sde-Dov in der Stadt Tel Aviv, Flughafen Haifa, Flughafen Eilat, der neue Flughafen Ramon wenige km nördlich von Eilat, Flughafen Rosh Pina. Der Flughafen Atarot in Jerusalem ist seit 2001 außer Betrieb. Die grĂ¶ĂŸte Fluggesellschaft ist die El Al mit Sitz am Ben-Gurion-Flughafen, die derzeit weltweit 44 Flugziele bedient. Der Flugverkehr von und nach Israel unterliegt aufgrund der stĂ€ndigen terroristischen Bedrohung besonders strengen Sicherheitsvorschriften.

Seefahrt

Haifa, Aschdod und Eilat sind die drei HafenstĂ€dte des Landes. Der an der MittelmeerkĂŒste gelegene Hafen Haifa ist der Ă€lteste und grĂ¶ĂŸte Hafen des Landes, wĂ€hrend der Hafen in Aschdod einer der wenigen TiefwasserhĂ€fen der Welt ist und auf dem offenen Meer gebaut wurde. ZusĂ€tzlich gibt es noch einen Hafen in Eilat, dieser wird fĂŒr den Handel mit den LĂ€ndern des fernen Ostens verwendet. In Chadera, Tel Aviv und Aschkelon gibt es ebenfalls kleinere HĂ€fen, die jedoch nur Kohle, Erdgas oder Erdöl fĂŒr nahe liegende ElektrizitĂ€tskraftwerke liefern. In Aschkelon, Aschdod, Tel Aviv, Herzlia, Haifa und Eilat existieren JachthĂ€fen. Kreuzfahrtschiffe legen gelegentlich in Haifa, Aschdod und Eilat an. Saisonale FĂ€hrverbindungen nach Zypern und weiter nach Griechenland verkehren nur ab Haifa.

GrenzĂŒbergĂ€nge

Israel ist ĂŒber Landgrenzen nur von Jordanien und Ägypten aus erreichbar. Die Grenze mit Syrien und dem Libanon ist fĂŒr Zivilisten geschlossen.

Die offiziellen GrenzĂŒbergĂ€nge mit Jordanien sind:

  • die Sheikh-Hussein-BrĂŒcke ĂŒber den Jordan bei Bet Sche’an
  • die Allenby-BrĂŒcke ĂŒber den Jordan bei Jericho (Westjordanland)
  • der Arava-Übergang bei Eilat und Aqaba

Die offiziellen GrenzĂŒbergĂ€nge mit Ägypten sind:

  • der Kerem-Schalom-Übergang beim Gazastreifen
  • der Nizanna-Übergang
  • der Netafim-Übergang nördlich von Eilat
  • der Taba-Übergang sĂŒdlich von Eilat.

Seit dem RĂŒckzug aus dem Gazastreifen gelten die ÜbergĂ€nge Karni und Erez als De-facto-Grenzposten (der De-jure-Status ist noch zu bestimmen). Der GrenzĂŒbergang Rafah, zwischen dem Gazastreifen und Ägypten, wird nicht mehr von den Israelis gehandhabt.

Telekommunikation

Die letzte Meile fĂŒr TelefonanschlĂŒsse und ADSL wird von Bezeq gestellt. Um 2003 hat auch Hot begonnen, Telefon und Internet ĂŒber das Fernsehkabelnetz anzubieten. 2016 nutzten 78,9 Prozent der Bevölkerung das Internet. Die IT-Branche in Israel zĂ€hlt zu den wettbewerbsfĂ€higsten der Welt.

Bildung

Die Verwaltung und Finanzierung des israelischen Bildungssystems wird vom Erziehungsministerium, vom Ministerium fĂŒr Wissenschaft, Kultur und Sport und von den StĂ€dten getragen.

Schulen und Hochschulen

In Israel besteht fĂŒr Kinder im Alter von fĂŒnf bis sechzehn Jahren Schulpflicht. Bis zum 18. Lebensjahr ist der Schulbesuch kostenlos. In der Regel besuchen Drei- bis VierjĂ€hrige einen kostenpflichtigen Kindergarten. In Israel stieg die mittlere Schulbesuchsdauer von 10,8 Jahren im Jahr 1990 auf 12,8 Jahre im Jahr 2015 an. Sie ist damit eine der höchsten der Welt.

Das Schulsystem ist auf die multikulturelle Bevölkerung abgestimmt. Es gibt unterschiedliche staatliche Schulen, deren Lehrplan an spezielle Gesichtspunkte, wie Sprache und Religion der SchĂŒler, angepasst sind. Der kleinere Teil der israelischen SchĂŒler besucht Privatschulen, die unter der Schirmherrschaft religiöser und internationaler Organisationen arbeiten.

2018 betrugen die Ausgaben pro GrundschĂŒler in staatlichen hebrĂ€ischen Schulen 15.300 Schekel, in staatlichen religiösen Schulen 19.300 Schekel, in den offiziellen arabischen Schulen 16.900 Schekel.

2019 betrugen die Ausgaben pro SchĂŒler und Jahr in den „normalen“ jĂŒdischen Mittelschulen 32.800 Schekel, an den staatlichen religiösen Mittelschulen 43.100 Schekel und an den staatlichen arabischen Mittelschulen 26.800 Schekel, d. h. die Ausgaben pro SchĂŒler an den religiösen jĂŒdischen Schulen war um 61 Prozent höher als das an den arabischen Schulen, das der „normalen“ jĂŒdischen Mittelschulen um 22 Prozent.

In der Oberstufe können die SchĂŒler zwischen einer akademischen, technologischen, agrarwissenschaftlichen oder militĂ€rischen Fachrichtung wĂ€hlen. Nach bestandener AbschlussprĂŒfung erhĂ€lt man das Bagrut.

Etwa 216.000 Studenten sind an einer der Hochschulinstitutionen des Landes immatrikuliert. Weltbekannt sind das Technion und die HebrÀische UniversitÀt Jerusalem. Die acht UniversitÀten Israels bieten ein breites Lehrangebot in natur- und geisteswissenschaftlichen FÀchern, siehe Liste der UniversitÀten in Israel.

ZusĂ€tzlich existiert eine Vielzahl von akademischen Hochschulen, die keinen universitĂ€ren Status besitzen, jedoch anerkannte akademische Diplome ausstellen dĂŒrfen und oft mit den UniversitĂ€ten kooperieren, siehe Liste der akademischen Hochschulen in Israel.

Zehntausende nutzen Erwachsenen-Bildungsprogramme. FĂŒr Neueinwanderer stehen spezielle Sprachschulen zur VerfĂŒgung, in denen HebrĂ€isch in Intensivkursen angeboten wird.

Bibliothekswesen

Das Bibliothekswesen Israels hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es entwickelte sich verstĂ€rkt unter Einwanderung deutscher Buchexperten nach 1933. Der erste Direktor der JĂŒdischen National- und UniversitĂ€tsbibliothek war Hugo Shmuel Bergmann, der ehemals an der deutschsprachigen Karls-UniversitĂ€t in Prag tĂ€tig war. Bergmann baute die Sammlungen dementsprechend auf und beauftragte fĂŒr die einzelnen Bereiche Spezialisten. FĂŒr die Hebraica-Sammlung konnte er den jungen Gershom Scholem gewinnen. Auch der zweite Direktor war ein Deutscher, Gotthold Weil, der seine Stellung in der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin verloren hatte. Ab 1949 ĂŒbernahm die Position der ebenfalls aus Deutschland stammende Curt Wormann. Er prĂ€gte das israelische Bibliothekssystem nachhaltig, wurde aber dafĂŒr kritisiert, dass es zu unflexibel auf die BedĂŒrfnisse der Neueinwanderer und die Anforderungen der Masseneinwanderungen nach der StaatsgrĂŒndung reagierte. Dabei sollte jedoch zwischen den einzelnen Bibliotheken und ihrem Zweck unterschieden werden. Im Falle der fĂŒr die Öffentlichkeit gedachten Stadtbibliotheken Tel Avivs mag das zutreffend sein, die National- und UniversitĂ€tsbibliothek musste sich jedoch dem internationalen wissenschaftlichen Standard anschließen.

Ein Pflichtexemplargesetz besteht seit 1953; 2001 wurde die Regelung erneuert und von BĂŒchern, Zeitschriften und Zeitungen auch auf audiovisuelle Medien ausgedehnt; Netzressourcen sind weiterhin ausgeschlossen. Das Pflichtexemplarrecht legt die Abgabe an insgesamt fĂŒnf Institutionen fest. Diese sind das Staatsarchiv, die Bibliothek der Knesseth, das Bildungsministerium und die Nationalbibliothek Israels, die zwei Exemplare erhĂ€lt. Das Israeli Center for Libraries (ICL) gibt jĂ€hrlich einen Katalog registrierter Periodika auf CD-ROM und als Online-Version heraus. Bislang sind um die 4800 ISSN in Israel vergeben worden. Der israelische Staat verfĂŒgt ĂŒber ein dichtes Netz von Bibliotheken in GroßstĂ€dten sowie auf dem Lande.

Wissenschaft und Technologie

In den Jahren von 2002 bis 2013 wurde der Nobelpreis an acht Israelis in wissenschaftlichen Bereichen verliehen:

  • Michael Levitt, Chemie, 2013
  • Arieh Warshel, Chemie, 2013
  • Dan Shechtman, Chemie, 2011
  • Ada Yonath, Chemie, 2009
  • Robert Aumann, geboren in Deutschland, Wirtschaft, 2005
  • Aaron Ciechanover, Chemie, 2004
  • Avram Hershko, geboren in Ungarn, Chemie, 2004
  • Daniel Kahneman, Wirtschaft, 2002

Die Notwendigkeit, ein relativ unfruchtbares, unterentwickeltes Land in einen modernen Industriestaat von heute zu verwandeln, war seit der GrĂŒndung Israels bestimmend fĂŒr dessen wissenschaftliche und technische Entwicklung. Wasserknappheit, wĂŒstenartige Landschaft und Mangel an ArbeitskrĂ€ften fĂŒhrten auch zur Entwicklung neuartiger landwirtschaftlicher Methoden.

Israel investiert heute gemessen am Weltmaßstab ĂŒberdurchschnittlich viel in Forschung und Entwicklung. Die UniversitĂ€ten, die eng mit der Industrie zusammenarbeiten, erbringen dabei 80 % der Forschungsergebnisse. UniversitĂ€ten grĂŒndeten sogar Firmen zur Vermarktung der praktischen Anwendungen ihrer Forschungsergebnisse. Mehr als die HĂ€lfte aller wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind in der Biotechnologie, der Biomedizin und der klinischen Forschung angesiedelt.

Israelische Wissenschaftler waren maßgeblich an der Erforschung des Botenstoffs Interferon beteiligt. Auch die Pharmaforschung profitiert oftmals von israelischen KapazitĂ€ten, so zum Beispiel bei der Entwicklung des Medikaments Copaxone. Hoch entwickelte medizinische Diagnose- und BehandlungsgerĂ€te werden in Israel entwickelt und weltweit exportiert. Darunter befinden sich GerĂ€te fĂŒr Computertomographie und Magnetresonanztomographie, Ultraschall-Scanner, nuklearmedizinische Kameras, chirurgische Laser und eine Miniaturkamera, welche als eine schluckbare Kapsel zur Untersuchung des Verdauungstraktes verwendet wird.

Ein Schwerpunkt der israelischen Forschung liegt auf Elektronik und Kommunikationstechnik. Israel ist eins der fĂŒhrenden LĂ€nder in der Forschung und Entwicklung von Glasfasern, elektro-optischen Kontrollsystemen und wĂ€rmeempfindlichen NachtsichtgerĂ€ten. Neben Software fĂŒr Groß- und BĂŒrocomputer werden Roboter fĂŒr verschiedenste Anwendungsbereiche entwickelt.

1983 wurde die Israel Space Agency gegrĂŒndet. Seit 1988 ist Israel in der Lage, mit Hilfe einer eigenen Rakete (Shavit) Satelliten ins All zu befördern. DarĂŒber hinaus wurden verschiedene Displaysysteme, aeronautische Computer, Instrumente und Flugsimulatoren entwickelt. Ilan Ramon war 2003 innerhalb der STS-107-Mission der erste Israeli im Weltraum. Er verunglĂŒckte zusammen mit seinen sechs NASA-Kollegen beim Wiedereintritt des Space Shuttles Columbia tödlich.

Die Wasserknappheit trieb die Entwicklung von computergesteuerten BewÀsserungssystemen voran. In diesem Zusammenhang wurde auch die Tropfmethode entwickelt, bei der das Wasser direkt zu den Wurzeln der Pflanzen geleitet wird. Intensiver Forschung ist es zu verdanken, dass das riesige unterirdische Reservoir an Brackwasser unter dem Negev nutzbar gemacht werden konnte: Verschiedene Pflanzen wie Kirschtomaten gedeihen mit diesem Wasser gut, das aus einer Tiefe von tausend Meter in die Höhe gepumpt wird und eine Temperatur von 42 Grad Celsius hat.

Nach einer schweren Versorgungskrise im Jahr 2008 wurde die Wasserwirtschaft radikal modernisiert. Lecks in Wasserrohren werden systematisch mit High-Tech bekÀmpft (Aquarius-Detektor). Mit neuester Technologie, hocheffektivem Management und kollektiver Anstrengung, ist der Wassermangel in Israel heute Vergangenheit.

Stand 2017 sind fĂŒnf Meerwasserentsalzungsstationen in Betrieb. Sie decken ĂŒber 70 Prozent des landesweiten Wasserbedarfs. Technische Verbesserung hat den Entsalzungsprozess sehr viel energieeffizienter und vor allem billiger gemacht. Ein Kubikmeter trinkfertiges Leitungswasser wird fĂŒr unter 50 ct gewonnen. Über den einheimischen Verbrauch hinaus lieferte Israel 79 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an die PalĂ€stinensische Nationalbehörde und 52 Millionen Kubikmeter an Jordanien.

Weltrekord beim Wasser-Recycling: 86 Prozent des Abwassers aus Haushalten werden fĂŒr die Landwirtschaft genutzt. Zum Vergleich: USA, 1 Prozent. Der jĂ€hrliche Pro-Kopf-Verbrauch (Stand: 2016, insgesamt, incl. aller Sektoren) von 280 Kubikmetern ist im internationalen Vergleich sehr gering, (USA 1540 mÂł).

2017 wurde ein Tunnelprojekt begonnen um von der Entsalzungsanlage, (Umkehrosmoseanlage) bei Tel Aviv, Wasser bis hinein nach Jerusalem zu bringen. 4 Meter im Durchmesser, 13,5 Kilometer lang und 125 Meter unter massivem Berggestein. Mit einer Transportleistung von 65.000 Kubikmeter pro Stunde.

Die NichtverfĂŒgbarkeit von konventionellen Energiequellen machte die intensive Entwicklung von alternativen Energiequellen wie Solar-, WĂ€rme- und Windenergie erforderlich. Israel betreibt kein Kernkraftwerk, weil es eine Überwachung seiner Nuklearanlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nicht zulassen will. Seit 2007 plant es den Bau eines 2000-Megawatt-Meilers in der Negev-WĂŒste, wo sich in der NĂ€he von Dimona das Negev Nuclear Research Center befindet.

Kultur

Überblick

Israels Kultur ist eng mit den Kulturen der umliegenden Nachbarstaaten verbunden, dennoch zeichnet den modernen Staat Israel eine Anzahl einzigartiger kultureller Besonderheiten aus, zum Beispiel dass die Menschen des Landes EinflĂŒsse aus ĂŒber 100 Nationen in ihre Kultur integriert haben, die so zu einem bunten Flickwerk mannigfaltiger Kulturen wurde.

Vor allem die israelische Musik ist erwÀhnenswert. Dabei ist der israelische Volkstanz recht bekannt, ebenso die Interpretation von klassischer Musik. Das Philharmonische Orchester Israels tritt landesweit und auch im Ausland auf.

Die Museumslandschaft ist vor allem durch Kibbuzim geprĂ€gt, von denen einige Kleinstmuseen beherbergen, beispielsweise das Haus der GhettokĂ€mpfer im Kibbuz Lochamej haGeta’ot. GrĂ¶ĂŸere Museen gibt es in Tel Aviv und Jerusalem, wie das Israel-Museum mit dem Schrein des Buches oder das Holocaust-Museum Yad Vashem.

Bekannte Schriftsteller stammen aus Israel, darunter der auch im deutschsprachigen Raum bekannte Satiriker Ephraim Kishon.

Die ehemals provinzielle israelische Filmindustrie ist seit Anfang der 2000er Jahre weltweit anerkannt. Der Umgang mit SexualitÀt sowie HomosexualitÀt in Israel zeigt erhebliche Unterschiede zu den deutlich restriktiveren NachbarlÀndern.

Feiertage

In Israel sind jĂŒdische Feiertage die einzigen Feiertage im Staat. Zu den wichtigsten gehören Rosch ha-Schana, Jom Kippur, Sukkot, Chanukka und Pessach.

Neben diesen Feiertagen gibt es eine Anzahl von Nationalfeiertagen:

  • Jom haScho’a – Holocaustgedenktag
  • Jom haSikaron – Gedenktag fĂŒr gefallene israelische Soldaten
  • Jom haAtzma’ut – israelischer UnabhĂ€ngigkeitstag
  • Jom Jeruschalajim – Jerusalemtag

Kulinarisches

Die israelische KĂŒche umfasst lokale Gerichte sowie Gerichte des Landes durch jĂŒdische Einwanderer. Das meiste israelische Essen ist koscher und in Übereinstimmung mit der Halacha zubereitet. Da die meisten Einwohner Israels entweder jĂŒdisch oder muslimisch sind, wird Schweinefleisch sehr selten oder gar nicht konsumiert. Die israelische KĂŒche ist ein Gemisch aus mehreren jĂŒdischen Traditionen.

Literatur

Israelische Literatur wird vor allem in neuhebrĂ€ischer Sprache geschrieben. Daneben gibt es Autoren, die in arabischer, russischer, jiddischer und anderen Sprachen schreiben. Jeden Juni findet die Hebrew Book Week statt, und der Sapir-Preis wird vergeben. Einige Prosa-Autoren sind in Übersetzung auch im deutschsprachigen Bereich bekannt: Amos Oz, David Grossman und Zeruya Shalev. Im Bereich der Lyrik bekannt sind Jehuda Amichai, Nathan Alterman und Rachel.

Musik und Tanz

Die israelische Musik ist sehr vielseitig; sie kombiniert Elemente westlicher und östlicher Musik. Erkennbar sind eine Tendenz zum Vermischen verschiedener Stile, EinflĂŒsse aus der Diaspora und von neueren Musikstilen wie chassidischen Liedern, asiatischer und arabischer Popmusik, Hip-Hop oder Heavy Metal.

Von großer Bedeutung ist der Volkstanz, der vom kulturellen Erbe vieler Immigrantengruppen profitiert. Israel hat mehrere professionelle Ballett- und Modern-Dance-Kompanien. Bekannte israelische Choreografen sind Ohad Naharin, Rami Beer, Barak Marshall und noch viele andere.

Film

Israel besitzt eine gut entwickelte Filmwirtschaft. Neben der Teenager-Komödien-Reihe Eis am Stiel erlangten auch die ernsthafteren Produktionen von Regisseuren wie Josef Cedar, Eran Riklis und Eytan Fox internationale Bekanntheit. Filme mit historischem Hintergrund in Israel wie Massada oder Jesus Christ Superstar wurden teilweise an OriginalschauplĂ€tzen gedreht. Die Fernsehserie Hatufim – In der Hand des Feindes war nicht nur auch im Ausland ĂŒberaus erfolgreich, sondern diente auch als Vorlage der US-Serie Homeland. Israelische Schauspieler wie Gal Gadot wirken auch in internationalen Blockbustern mit. In der Oscar-Kategorie fĂŒr den besten fremdsprachigen Film wurden israelische Produktionen bisher zehnmal nominiert.

Theater

Am Theater besteht großes Interesse; das Repertoire umfasst die ganze Bandbreite des klassischen und zeitgenössischen Dramas in Übersetzungen, außerdem StĂŒcke einheimischer Autoren. Habimah, eine der drei wichtigsten Theaterkompanien, wurde 1916 in Moskau gegrĂŒndet und befindet sich seit 1931 in Tel Aviv.

Museen

Bemerkenswert vielfĂ€ltig ist Israels Museumslandschaft. Haifa, Tel Aviv und Jerusalem haben bekannte Kunstmuseen, in vielen StĂ€dten und Kibbuzim besteht eine Vielzahl kleinerer Museen, die sich einer großen Bandbreite von Themen widmen, beispielsweise das Haus der GhettokĂ€mpfer im Kibbuz Lochamej haGeta’ot. Zu den bekanntesten Museen zĂ€hlen das Israel-Museum in Jerusalem, das die Schriftrollen aus Qumran am Toten Meer sowie eine umfangreiche Sammlung jĂŒdischer religiöser Kunst und Volkskunst beherbergt, das Holocaust-Museum Yad Vashem in Jerusalem und das Diasporamuseum auf dem Campus der UniversitĂ€t Tel Aviv.

Medien

In Israel existieren sehr verschiedenartige Medien fĂŒr die unterschiedlichen Sprachgruppen des Landes. Die wichtigsten Zeitungen sind Maariw, Haaretz, The Jerusalem Post und Jedi’ot Acharonot. Haaretz und The Jerusalem Post erscheinen auch auf Englisch. Der Rundfunk Kol Israel sendete bis MĂ€rz 2008 auch ein Programm auf Kurzwelle fĂŒr das Ausland, teils mit eigenen Produktionen, teils als Übernahme des Programms fĂŒr Einwanderer Reshet Reka. Bedeutend ist außerdem der Radiosender der StreitkrĂ€fte, Galei Zahal. Neben Zeitungen und Rundfunkprogrammen auf HebrĂ€isch, Arabisch, Englisch und Russisch gibt es auch einige auf Deutsch und Jiddisch. Die wichtigste deutschsprachige Publikation Israels war die inzwischen eingestellte Tageszeitung Israel-Nachrichten aus Tel Aviv. Ein Nachfolgeprojekt erscheint unter dem gleichen Namen seit Januar 2013 im Internet. Eine weitere mehrsprachige Internet-Zeitung ist The Times of Israel.

In Israel gilt die Pressefreiheit, auch harte Kritik an Regierung und Behörden ist gefahrlos möglich. Die Pressefreiheit ist durch die Rechtsprechung als Grundrecht anerkannt. Themen der nationalen Sicherheit unterliegen jedoch der MilitĂ€rzensur und gelegentlichen Nachrichtensperren. Die Zensurbehörde entscheidet vorab darĂŒber, ob Medienberichte zu bestimmten Themen die Sicherheit Israels gefĂ€hrden. Gegen ihre Entscheidungen kann vor Gericht geklagt werden. Um eine Veröffentlichung zu zensieren, muss eine „unmittelbare Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine echte BeschĂ€digung der Sicherheit des Staates“ bestehen. In der Rangliste der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen, in der die LĂ€nder der Erde nach dem Grad aufgefĂŒhrt werden, in dem in ihnen die Pressefreiheit verwirklicht ist, wurde Israel im Jahr 2016 auf Platz 101 von 180 eingeordnet (2013: Platz 112). Israel war damit im Nahen Osten – nach Tunesien und dem Libanon – an dritter Stelle platziert. Im Jahr 2019 wurde Israel auf Platz 88 eingestuft.

Neben der Verlagspresse besteht eine umfangreiche israelische Publizistik in Blogs, in Webforen und in den sozialen Netzwerken. Auf der von den Professoren Ishak Saporta und Yossi Dahan gegrĂŒndeten Website Haokets („Der Stachel“) erscheinen seit 2003 Artikel auf HebrĂ€isch und Englisch. Bekannt geworden ist auch das Autorenblog +972, das seit 2010 besteht. Beide sind politisch links einzuordnen.

Zeitungsmarkt

Israels Zeitungsmarkt ist sehr vielfĂ€ltig. Israelis gelten als interessierte Zeitungsleser; insgesamt wird eine durchschnittliche Auflage von 600.000 StĂŒck erreicht. Die wichtigsten Tageszeitungen erscheinen in HebrĂ€isch, allerdings sind auch Zeitungen in vielen anderen Sprachen, unter anderem Arabisch, Englisch, Polnisch, Französisch, Jiddisch, Russisch, Ungarisch und Deutsch, erhĂ€ltlich.

Sport

Die meisten SportverbĂ€nde sind auf internationaler Ebene mittlerweile Mitglieder der europĂ€ischen Dachorganisationen (z. B. UEFA, ULEB etc.), weshalb israelische Mannschaften an deren Wettbewerben teilnehmen. Die Mitgliedschaft in asiatischen Organisationen war wegen Boykott-Maßnahmen arabischer MitgliedsverbĂ€nde nicht mehr möglich gewesen.

Israel hat einige namhafte Sportvereine, besonders in den im Land populĂ€ren Sportarten Basketball und Fußball, die auch im internationalen Vergleich recht bekannt sind. An erster Stelle ist hier Maccabi Tel Aviv zu nennen, dessen Basketballmannschaft 1977, 1981, 2001 (SL), 2004, 2005 und 2014 den Europapokal gewann, im Fußball nach der alten Organisation noch den Asienpokal der Landesmeister 1968 und 1971.

Weiter sind Hapoel Tel Aviv, das den Asienpokal der Landesmeister 1967 fĂŒr sich beanspruchen durfte, Hapoel Petach Tikwa, Maccabi Netanja, Maccabi Haifa, Beitar Jerusalem und Hapoel Haifa bekannte Fußballvereine.

Hapoel Jerusalem hat 2004 den ULEB Cup der Union of European Leagues of Basketball gewonnen.

Die Hapoel-Vereine gehören der Confédération Sportive Internationale du Travail an, die den Arbeiter- und Breitensport organisiert.

Literatur

Zur Geschichte

  • Reiner Bernstein: Geschichte des Staates Israel. 2. Von der GrĂŒndung 1948 bis heute: Religion und Moderne. Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts. 1998, ISBN 3-87920-419-5.
  • Michael Brenner: Geschichte des Zionismus. Beck, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-406-47984-7.
  • Manfred Clauss: Geschichte des alten Israel (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 37). Oldenbourg Verlag, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-486-55927-9.
  • Georg Fohrer: Geschichte Israels. Von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart. 6. Auflage. Quelle & Meyer, UTB fĂŒr Wissenschaft, Wiesbaden 1995, ISBN 3-8252-0708-0.
  • Johannes Glasneck, Angelika Timm: Israel. Die Geschichte des Staates seit seiner GrĂŒndung. Bouvier, Bonn 1992, ISBN 3-416-02753-1.
  • Gershon Shafir: Land, Labor and the Origins of the Israeli-Palestinian Conflict, 1882–1914. University of California Press, 1996, ISBN 0-520-20401-8.
  • Michael Wolffsohn: Israel. Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft. VS-Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15654-5.
  • Conor Cruise O’Brien: Belagerungszustand. Die Geschichte des Staates Israel und des Zionismus. Hannibal, Wien 1988, ISBN 3-85445-033-8. (Originaltitel: The Siege: The Saga of Israel and Zionism. Touchstone Book, New York 1987, ISBN 0-671-63310-4).
  • Wanda Kampmann: Israel – Gesellschaft und Staat. Ernst Klett, Stuttgart 1976, ISBN 978-3-12-425500-6.

Zu Gesellschaft und Wirtschaft

  • Shmuel N. Eisenstadt: Die Transformation der israelischen Gesellschaft. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-57858-8.
  • Nurith Gertz: Myths in Israeli culture: captives of a dream. Vallentine Mitchell, London u. a. 2000, ISBN 0-85303-386-2.
  • Uta Klein: MilitĂ€r und Geschlecht in Israel. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-593-36724-6. (Rezension)
  • Gershon Shafir, Yoav Peled: Being Israeli. The Dynamics of Multiple Citizenship. Cambridge University Press, 2002, ISBN 0-521-79672-5.
  • Roland Kaufhold, Till Lieberz-Groß (Hrsg.): Deutsch-israelische Begegnungen. In: psychosozial. Nr. 53 (1/2003).
  • Israel, Informationen zur politischen Bildung Heft 336, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung 2018 (mit Karten)
  • Tsafrir Cohen, Mieke Hartmann, Tali Konas (Hrsg.): Israel – ein Blick von innen heraus. DebattenbeitrĂ€ge zu Politik, Wirtschaft, Gesellschaft & Kultur. Rosa Luxemburg Stiftung, Berlin 2017, ISBN 978-3-00-057561-7 (rosalux.org.il [PDF; 74,2 MB; abgerufen am 17. Oktober 2017] Volltext). 
  • Dan Senor, Saul Singer: Start-up Nation Israel: Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen können. Hanser, MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-446-42921-5.
  • Anat Feinberg, Miriam Magall: Kultur in Israel. Eine EinfĂŒhrung. Bleicher Verlag, Gerlingen 1993, ISBN 3-88350-031-3.

Zur Politik

  • Igal Avidan: Israel – Ein Staat sucht sich selbst. Diederichs, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-7205-3046-0.
  • Alan M. Dershowitz: PlĂ€doyer fĂŒr Israel. Warum die Anklagen gegen Israel aus Vorurteilen bestehen. Europa-Verlag, Hamburg/Leipzig/Wien 2005, ISBN 3-203-76026-6.
  • Georg M. Hafner, Esther Schapira: Israel ist an allem schuld: Warum der Judenstaat so gehasst wird. Eichborn Verlag, 2015, ISBN 978-3-8479-0589-9.
  • Steffen Hagemann: Israel. Wissen, was stimmt (= Herder-Spektrum. Band 6159). Herder, Freiburg im Breisgau [u. a.] 2010, ISBN 978-3-451-06159-2.
  • Amos Oz: Im Lande Israel. Herbst 1982 (= st 1066). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-518-37566-0.
  • Anton Pelinka: Israel. Ausnahme- oder Normalstaat. BraumĂŒller, Wien 2015, ISBN 978-3-99100-163-8.
  • Tilman Tarach: Der ewige SĂŒndenbock: Heiliger Krieg, die „Protokolle der Weisen von Zion“ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt. Edition Telok, 2009, ISBN 978-3-00-026583-9.
  • Michael Wolffsohn: Wem gehört das Heilige Land? Die Wurzeln des Streits zwischen Juden und Arabern. Piper, MĂŒnchen/ ZĂŒrich 1997, ISBN 3-492-23495-X.

Berichte und Reflexionen

  • Ralph Giordano: Israel, um Himmels willen, Israel. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1991, ISBN 3-462-02129-X.
  • Tuvia Tenenbom: Allein unter Juden: Eine Entdeckungsreise durch Israel. Suhrkamp Verlag, 2014, ISBN 978-3-518-46530-1.
  • Roland Hirte, Fritz von KlinggrĂ€ff: Israel, Fragen nach/Europa. Weimarer Verlagsgesellschaft, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-7374-0275-0.

Romane

  • Leon Uris: Exodus. div. Verlage, 1958. (ĂŒber die Entstehung Israels) Heyne, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-453-07370-3.
  • James A. Michener: Die Quelle. Droemer Knaur, MĂŒnchen 1978, ISBN 3-426-00567-0 (ĂŒber die Geschichte Israels von der Urzeit bis ins 20. Jahrhundert) (englisch: The Source, 1965).

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Israel
  • Offizielle Website der Botschaft des Staates Israel in Berlin
  • Seite der Regierung Israels (hebrĂ€isch, arabisch, englisch)
  • LĂ€nder- und Reiseinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland
  • Wirtschaft Israels, KurzĂŒbersicht
  • Fremdenverkehrsamt Israels in Berlin (deutsch)
  • Thomas Wagner: Israel (AT). In: Michaela Bauks, Klaus Koenen, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff.

Dossiers

  • 60 Jahre Israel, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung
  • Konflikt im Nahen Osten. Neue ZĂŒrcher Zeitung
  • 60 Jahre zwischen Krieg und Hoffnung, Multimedia-Chronik (Flash)
  • Zwischen Mittelmeer und Jordan, Videoblog mit Richard C. Schneider
  • Linkkatalog zum Thema Israel bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Webdossier Bildungswesen in Israel des Deutschen Bildungsservers

Einzelnachweise


 

Region Regionen (7)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Golan 33.407 32.679 35.57 35.888  
Haifa 32.893 32.381 34.868 35.21  
Jerusalem 31.842 31.609 34.828 35.207  
Nordbezirk 33.282 32.385 35.025 35.65  
SĂŒdbezirk 31.878 29.49 34.248 35.458  
Tel Aviv 32.193 31.998 34.734 34.884  
Zentralbezirk 32.409 31.766 34.666 35.032  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Israel

Name englisch: Israel
Hauptstadt: Jerusalem
Kfz: IL
ISO: IL
ISO3: ISR
Fläche: 20770 km²
Tld: .il
Wärung Einheit: ILS
Währung: Shekel
Vorwahl: 972

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 33.332805
südlichster Punkt: 29.4906463
westlichster Punkt: 34.2673871
östlichster Punkt: 35.896244


 
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