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Staat Informationen : Irak

Informationen:


Die Republik Irak (amtlich: arabisch¬†ō¨ŔÖŔáŔąōĪŔäō© ōßŔĄōĻōĪōßŔā, DMG «¶umhŇęriyyat al- ŅIrńĀq, kurdisch ŔÉŘÜŔÖōßōĪŘĆ ōĻŘéōĪōßŔā Komar√ģ √äraq), kurz Irak oder (international) auch Iraq, ist ein Staat in Vorderasien. Der Irak grenzt an Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, die T√ľrkei, den Iran und den Persischen Golf und umfasst den gr√∂√üten Teil des zwischen Euphrat und Tigris gelegenen ‚ÄěZweistromlandes‚Äú Mesopotamien, in dem die fr√ľhesten Hochkulturen Vorderasiens entstanden sind, sowie Teile der angrenzenden W√ľsten- und Bergregionen. Er wird zu den Maschrek-Staaten gez√§hlt. Den Norden des Landes bildet die autonome Region Kurdistan, die ein eigenes Parlament und eigene Streitkr√§fte (Peschmerga) f√ľhrt.

Mit etwa 38 Millionen Einwohnern geh√∂rt der Irak zu den f√ľnf gr√∂√üten L√§ndern der arabischen Welt. Seine Hauptstadt und gr√∂√üte Stadt ist die Metropole Bagdad, weitere Millionenst√§dte sind auch Basra, Mossul, Erbil, Sulaimaniya, Nadschaf, Kirkuk und Kerbela. Durch die Fl√ľchtlingsbewegungen im 20. und 21.¬†Jahrhundert vollzog sich im Land eine rasche Urbanisierung. Der Irak steht auf der Weltrangliste der L√§nder mit den meisten Bodensch√§tzen auf Platz¬†4, seine Wirtschaft basiert vor allem auf dem Export von Erd√∂l und zu geringem Teil auf der Landwirtschaft.

Der heutige Irak entstand 1920 aus den drei osmanischen Provinzen Bagdad, Mossul und Basra. Von 1921 bis 1958 bestand das K√∂nigreich Irak, 1958 wurde der K√∂nig durch einen Milit√§rputsch gest√ľrzt und die Republik ausgerufen. Von 1979 bis 2003 wurde das Land von Saddam Hussein diktatorisch regiert, das Land f√ľhrte Kriege gegen die Nachbarstaaten Iran und Kuwait. Eine multinationale Invasionstruppe (‚ÄěKoalition der Willigen‚Äú) unter F√ľhrung der Vereinigten Staaten st√ľrzte 2003 das Regime Saddam Husseins, ohne stabile Strukturen f√ľr die Nachkriegs√§ra aufzubauen.

Nach dem erkl√§rten Kriegsende kam es w√§hrend der Besetzung des Iraks 2003‚Äď2011 zu b√ľrgerkriegs√§hnlichen Zust√§nden, tausenden Terroranschl√§gen, Kriegshandlungen und Gewaltkriminalit√§t, sowohl verschiedener irakischer Gruppen gegeneinander als auch gegen die westlichen Besatzungstruppen. Sie forderten vor allem unter den irakischen Zivilisten eine unbekannte Anzahl an Todesopfern und Verletzten. Im Juni 2014 eroberten militante Islamisten des ISIS als Teil der Irakkrise 2014 Teile des Staatsgebietes. Im Dezember 2017 verk√ľndete die irakische Regierung, dass die irakischen Streitkr√§fte die vollst√§ndige Kontrolle √ľber die syrisch-irakische Grenze √ľbernommen h√§tten und der Krieg gegen den IS beendet sei.

Das Land gilt auch seit dem Ende der Kämpfe als instabil, ab Oktober 2019 kam es zu landesweiten Protesten.

Geographie

Der Irak geh√∂rt zum Orient. Zum Kulturraum des Orients werden gew√∂hnlich L√§nder Nordafrikas und S√ľdwestasiens gez√§hlt. Sie liegen √ľberwiegend im Bereich des subtropischen Trockeng√ľrtels der ‚ÄěAlten Welt‚Äú.

Im Nordosten befindet sich eine etwa 3000¬†m hohe Bergkette aus den Ausl√§ufern des Taurusgebirges und des Zagros'. Diese Kette geh√∂rt zum alpinen Gebirgszug, der sich vom Balkangebirge aus ostw√§rts in die T√ľrkei, den n√∂rdlichen Irak und Iran und dann weiter nach Afghanistan erstreckt. Der h√∂chste Berg ist der Cheekha Dar mit 3611¬†m H√∂he.

Landesgrenzen

Der Irak grenzt an den Iran (1458¬†km gemeinsame Grenze), Kuwait (240¬†km), Saudi-Arabien (814¬†km), Jordanien (181¬†km), Syrien (605¬†km) und die T√ľrkei (352¬†km). Mit Ausnahme der Grenze zum Iran, die bis 1918 die Ostgrenze des Osmanischen Reiches bildete, wurde der Grenzverlauf des Iraks von den Kolonialm√§chten bestimmt. Die Neutrale Zone zwischen Saudi-Arabien und dem Irak wurde 1975‚Äď1983 zwischen beiden L√§ndern aufgeteilt. Zudem besitzt der Irak einen 58,3¬†km langen K√ľstenstreifen. Den Norden des Landes bildet die Autonome Region Kurdistan, die eine De-facto-Grenze innerhalb des Landes errichtet hat.

Klima

Der Norden des Iraks, bis etwa auf die geographische Breite von Bagdad, liegt im Winter im Bereich der sog. Westwindzone der gem√§√üigten Breiten und im Sommer unter Hochdruckeinfluss bei Temperaturen zwischen ‚ąí6¬†¬įC im Winter und 51¬†¬įC im Hochsommer (Jahresmittel 22¬†¬įC). Der Raum s√ľdlich Bagdads dagegen geh√∂rt ganzj√§hrig zum subtropischen Hochdruckg√ľrtel. Die Sommer sind im gesamten Land niederschlagslos und mit Ausnahme der Gebirgsregionen recht warm bei Durchschnittstemperaturen um 33 bis 34¬†¬įC. Mitunter starke, ganzj√§hrige Winde aus nordwestlicher Richtung f√ľhren dazu, dass beispielsweise die St√§dte Bagdad und Basra an ungef√§hr 20 respektive 15 Tagen im Jahr von Staubst√ľrmen heimgesucht werden.

Die Temperaturen schwanken zwischen 50¬†¬įC im Sommer und etwa dem Nullpunkt im Januar. Frost ist m√∂glich, insbesondere im Bergland. Regen f√§llt etwa 10 bis 18¬†cm im Jahr, Hauptregenmonate sind Dezember bis April. Die an den Golf angrenzenden Gebiete sind etwas feuchter.

Fl√ľsse und Seen

Der Irak wird von zwei wichtigen Fl√ľssen durchzogen, dem Euphrat und dem Tigris. Dies schlug sich in der geographischen Bezeichnung Mesopotamien nieder, was √ľbersetzt das ‚Äě(Land) zwischen den zwei Fl√ľssen‚Äú bedeutet. Euphrat und Tigris kommen von Nordwesten aus Syrien bzw. der T√ľrkei und durchqueren das Land bis in den S√ľdosten. Bei al-Qurna im S√ľden des Iraks flie√üen Tigris und Euphrat zusammen. Sie bilden dort den 193 Kilometer langen Schatt al-Arab/Arvandrud, dieser m√ľndet in den Persischen Golf. Euphrat und Tigris waren und sind die Lebensadern des Landes, da sie die Wasserversorgung eines Gro√üteils der irakischen Landwirtschaft und der Bev√∂lkerung sicherstellen. Im S√ľdosten des Landes ragt die Halbinsel Faw zwischen dem Iran und Kuwait in den Persischen Golf und stellt damit den einzigen Zugang des Iraks zum Meer dar.

Westlich von Bagdad gibt es drei Senken, in die bei Hochwasser Wasser aus Euphrat und Tigris geleitet werden können: Tharthar-See, al-Habbaniyya-See und Razzaza-See.

Die Sumpfgebiete im s√ľdlichen Irak, die sog. Ahwar, wurden im Ersten Golfkrieg in den 1980er Jahren systematisch trockengelegt. Mit internationaler Hilfe versucht die irakische Regierung seit 2003, diese Gebiete wieder zu bew√§ssern.

Flora und Fauna

Da im Irak unterschiedliche Niederschlagsverh√§ltnisse herrschen, gibt es ebenfalls unterschiedliche Vegetationsarten. Im Nordirak gibt es Strauchvegetation und vereinzelte Waldbest√§nde. An den Uferbereichen von Euphrat und Tigris gibt es Dattelpalmen und Schilfg√ľrtel. Der S√ľden hingegen ist nur sp√§rlich bewachsen. Projekte der Regierung, aus den W√ľstengegenden fruchtbare B√∂den zu machen, wurden in den 1980er Jahren aufgegeben.

Diverse Vogelarten wie Geier, Bussarde, Raben und Eulen sind im Irak beheimatet, ebenso leben Säugetiere wie Karakale, Hyänen, Schakale, Gazellen und Antilopen im Irak. An Tigris, Euphrat und Schatt al-Arab herrscht außerdem ein großer Fischreichtum. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gab es im Irak Löwen und Strauße.

Bevölkerung

Der Irak hat eine Bev√∂lkerung von etwa 29,6 Millionen Einwohnern (Sch√§tzung f√ľr 2010), dies entspricht einer Bev√∂lkerungsdichte von 70,3 Einwohnern/km¬≤. Etwa 67¬†% der Bev√∂lkerung leben in St√§dten, wovon allein 6,2 Millionen Menschen auf die Agglomeration Bagdad entfallen. Die Hauptstadtregion hat eine Bev√∂lkerungsdichte von 25.751 Einwohnern/km¬≤. Die Stadt und das gesamte Governorat Bagdad zusammen haben 7,1 Millionen Menschen. Weitere bev√∂lkerungsreiche Governorate sind Niniveh (2,8 Millionen), Erbil, (2,1 Millionen), al-Suleymaniah (2,02 Millionen), Basra (1,9 Millionen) und Babil (1,8 Millionen). Weite Teile des Landes sind dagegen sehr d√ľnn besiedelt, vor allem im trockenen S√ľden.

Die Bev√∂lkerung des Landes hat sich in den letzten 50 Jahren fast verf√ľnffacht. Der Irak hat eine der j√ľngsten und am schnellsten wachsenden Bev√∂lkerungen der Welt. Bis Mitte des Jahrhunderts wird eine Einwohnerzahl von √ľber 80 Millionen prognostiziert.

Eine Volksz√§hlung war f√ľr das Jahr 2007 angesetzt worden und sollte auch erstmals seit 1987 wieder die drei kurdischen Provinzen ber√ľcksichtigen. Das Vorhaben wurde allerdings immer wieder verschoben. Hauptursache f√ľr die Verz√∂gerung sind nach Angaben des irakischen Planungsministeriums vor allem die ethnischen Spannungen im Norden des Landes.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Iraker betr√§gt 2016 69,2¬†Jahre (Frauen 71,4 Jahre, M√§nner 67,0 Jahre). Das Durchschnittsalter betr√§gt bei Frauen 19,8¬†Jahre, bei M√§nnern 19,6¬†Jahre. Die Fertilit√§t pro Frau lag bei 4 Kindern. Die Bev√∂lkerung wuchs 2008¬†um etwa 2,5¬†%. Der Alphabetisierungsgrad der Bev√∂lkerung liegt mit insgesamt 79,7¬†% weit unter dem Weltdurchschnitt. 85,7¬†% aller M√§nner k√∂nnen lesen und schreiben, bei den Frauen sind es nur 73,7¬†%. Die Situation hat sich in den letzten 30 Jahren stark verschlechtert¬†‚Äď Ende der 1980er-Jahre betrug der Anteil der Analphabeten nur 10 bis 12¬†%.

Ethnische Gruppen

Etwa 75‚Äď80¬†% der heute im Irak lebenden Bev√∂lkerung sind Araber, 15‚Äď20¬†% sind Kurden und 5¬†% sind Turkomanen, rund 600.000 Assyrer/Aram√§er (um 2003 noch rund 1,4 Millionen), etwa 10.000 Armenier (vor den K√§mpfen 35.000) oder Angeh√∂rige anderer ethnischer Gruppen. Weiterhin sollen im S√ľdosten 20.000 bis 50.000 Marsch-Araber leben. Von turkomanischen Quellen wird der Anteil der eigenen ethnischen Gruppe auf etwa 10¬†% gesch√§tzt.

Religion

Etwa 97¬†% der Bev√∂lkerung sind muslimisch. √úber 60¬†% sind Schiiten und zwischen 32 und 37¬†% Sunniten; die gro√üe Mehrheit der muslimischen Kurden ist sunnitisch. Christen, Jesiden und andere Religionen bilden mit ca. 3¬†% eine Minderheit gegen√ľber etwa 25¬†% vor 100 Jahren. In den letzten Jahren sind fast 2¬†Millionen Christen geflohen. Die Christen z√§hlen √ľberwiegend zu den orientalisch-christlichen Gemeinschaften: Chald√§isch-katholische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Alte Kirche des Ostens, Armenische Apostolische Kirche, R√∂misch-katholische Kirche, Syrisch-katholische Kirche, Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, Assyrisch-evangelische Kirche und andere.

Bis 1948 lebten noch 150.000 Juden im Irak. Aufgrund von Flucht und Vertreibung in den 1940er Jahren in der Folge der Staatsgr√ľndung Israels verringerte sich die Zahl der im Irak lebenden Juden sehr stark und wird gegenw√§rtig auf unter 10 Personen gesch√§tzt. Des Weiteren gibt es noch Jesiden, Schabak und einige Tausend Mand√§er. Neuerdings gibt es im kurdischen Teil Iraks, besonders in Sulaimaniya, wachsende zoroastrische Gemeinden.

Unter dem Regime von Saddam Hussein hatte die Religionsfreiheit der verschiedenen Bev√∂lkerungsgruppen einen verh√§ltnism√§√üig hohen Stand; der Regierung des Diktators geh√∂rten z.¬†B. als Minister der christliche Assyrer/Aram√§er Tariq Aziz oder auch f√ľr kurze Zeit der kurdische General Mustafa Aziz Mahmoud an. Seit dem Beginn des Krieges im M√§rz 2003 hat allerdings sch√§tzungsweise die H√§lfte der irakischen Christen das Land verlassen.

Fl√ľchtlinge und Vertriebene

Bereits zur Zeit Saddam Husseins verlie√üen viele Iraker das Land, Ende 2002 waren bereits ca. 400.000 Fl√ľchtlinge weltweit registriert. Aufgrund der instabilen Lage im Land haben seit 2003 weitere 1,8¬†Millionen Menschen den Irak verlassen. Auf dem H√∂hepunkt der Gewalt in den Jahren 2006 und 2007 √ľberquerten t√§glich bis zu 3000 Menschen die Grenzen zu Syrien, dem Iran und Jordanien. Dazu gibt es √ľber 1,6¬†Millionen Binnenfl√ľchtlinge. Die Bundesregierung Deutschlands ist wegen eines Beschlusses der EU-Innenminister im November 2008 dazu verpflichtet, 2.500 irakische Fl√ľchtlinge aus Syrien und Jordanien aufzunehmen.

Geschichte

Antike bis Neuzeit: Von Mesopotamien zum Osmanischen Reich

Der Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien (DMG Bayn an-Nahrayn = arab. ‚Äězwischen den beiden Fl√ľssen‚Äú); hier sind ab dem 4. Jahrtausend v.¬†Chr. einige der fr√ľhesten Hochkulturen der Menschheit entstanden (Sumer, Akkad, Assyrien, Babylonien, Mittani, Medien), weshalb die Region heute von vielen als Wiege der Zivilisation gesehen wird.

Nach der Schlacht von Kadesia 636 bem√§chtigten sich die arabischen Muslime des Gebietes. Der Irak wurde zu einem wichtigen kulturellen Zentrum des sich ausbreitenden Islams. 762 wurde Bagdad von al-Mansur als Hauptstadt des Abbasidenkalifats gegr√ľndet und entwickelte sich bald zur bedeutendsten Stadt der islamischen Welt. Die folgende Periode wird auch als Bl√ľtezeit des Islams bezeichnet, in der besonders Wissenschaft und K√ľnste ein deutlich h√∂heres Niveau entwickelten als etwa in Europa.

1401 wurde Bagdad durch Timur verw√ľstet, 1534 fiel das Land an das Osmanische Reich. Der Irak blieb lange ein unbedeutender Nebenschauplatz; seine geostrategische Position an den Schnittrouten zwischen Europa, Britisch-Indien, Zentralasien, dem Kaukasus und S√ľdarabien machten ihn aber vom Ersten Weltkrieg an zum Gegenstand weltpolitischer Interessen. W√§hrend des Ersten Weltkrieges (am 6.¬†November 1914, einen Tag nach der Kriegserkl√§rung an das Osmanische Reich) marschierten britische Truppen und arabische Aufst√§ndische gemeinsam ein und besetzten 1917 Bagdad.

Moderner Irak ab 1920

1920 l√∂ste Gro√übritannien aus dem ehemaligen Osmanischen Reich die Vil√Ęyets Bagdad, Mossul und Basra heraus und verschmolz sie zum heutigen Irak. Der Irakische Aufstand von 1920 wurde blutig niedergeschlagen. Der V√∂lkerbund √ľbertrug 1922 Gro√übritannien r√ľckwirkend das Mandat √ľber den Irak. So wurde das Britische Mandat Mesopotamien eingerichtet. Am 23.¬†August 1921 wurde Faisal, Sohn des Scherifen Hussein von Mekka, zum K√∂nig proklamiert. Die Aufnahme des K√∂nigreichs Irak in den V√∂lkerbund erfolgte am 3.¬†Oktober 1932.

Die wesentlichen √Ėlaktivit√§ten im Land waren in der 1929 aus der Turkish Petroleum Company hervorgegangenen Iraq Petroleum Company zusammengefasst, die nur geringe Konzessionsgeb√ľhren zahlte und vollst√§ndig ausl√§ndischen Unternehmen geh√∂rte.

Zweiter Weltkrieg und vereitelter Putsch

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs brach die irakische Regierung unter Nuri as-Said die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab und nahm in der Au√üenpolitik eine probritische Haltung ein, die in Armeekreisen und breiten Bev√∂lkerungsschichten keinen R√ľckhalt hatte. Am 1. April 1941 putschte die Armee und brachte den antibritischen Politiker Raschid Ali al-Gailani an die Regierungsspitze, der die Neutralit√§t des Irak verk√ľndete und den Abzug aller britischen Soldaten forderte. Am 2. Mai 1941 begannen milit√§rische Auseinandersetzungen zwischen britischen und irakischen Truppen, die einen Monat andauerten und mit der irakischen Niederlage endeten.

Mit britischer Unterst√ľtzung √ľbernahm im Oktober 1941 wieder Nuri as-Said die Regierung. Die vertraglich abgesicherte politische, √∂konomische und milit√§rische Einflussnahme Gro√übritanniens als ehemalige Mandatsmacht im Irak war auf Dauer bis hin zum Bagdadpakt Mitte der 1950er Jahre wiederhergestellt. Am 16. Januar 1943 erkl√§rte der Irak den faschistischen Achsenm√§chten den Krieg.

Unabhängigkeit 1958

Als Reaktion auf die Gr√ľndung der Vereinigten Arabischen Republik erkl√§rten am 14. Februar 1958 die beiden haschemitischen K√∂nigreiche Irak und Jordanien ihre Vereinigung zu einer von Gro√übritannien unterst√ľtzten Arabischen F√∂deration. Unter General Abdel Karim Qasim schlossen sich die so genannten ‚ÄěFreien Offiziere‚Äú zusammen, um die britische Kontrolle abzusch√ľtteln. Sie st√ľrzten und ermordeten am 14.¬†Juli 1958 den pro-britischen Monarchen (Faisal¬†II. 1935‚Äď1958). Am 15. Juli wurde die F√∂deration mit Jordanien aufgel√∂st und die Republik Irak proklamiert. Es str√∂mten hunderttausende Iraker auf die Stra√üen, um ath-Thawra (die Revolution) zu feiern.

Mit Ausrufung der Republik wurden neue politische Verh√§ltnisse geschaffen. Die Monarchie wurde abgeschafft und der Irak trat aus dem mit der T√ľrkei, Pakistan und dem Iran geschlossenen CENTO (Bagdad)-Pakt aus. Das aktive und passive Frauenwahlrecht war in der Verfassungs√§nderung vom 26. M√§rz 1958 vorgesehen, die vom Parlament des K√∂nigreichs Irak verabschiedet wurde. Das Regime, das damals an der Macht war, wurde jedoch im Sommer 1958 gest√ľrzt, bevor Wahlen mit weiblicher Beteiligung hatten stattfinden k√∂nnen. Ein Frauenwahlrecht, das zu einer tats√§chlichen Stimmabgabe f√ľhrte, wurde erst im Februar 1980 eingef√ľhrt. Die letzten britischen Soldaten verlie√üen das Land am 24.¬†M√§rz 1959.

Putsch der Baath-Partei 1963

Die kleine irakische Baath-Partei putschte mit Hilfe von Verschw√∂rern in der irakischen Armee am 8.¬†Februar 1963 gegen Qasim. Durch interne Fl√ľgelk√§mpfe geschw√§cht, wurde die Baath-Partei wenige Monate sp√§ter mit dem Milit√§rputsch vom 18. November 1963 durch den Pr√§sidenten Abd as-Sallam Arif gest√ľrzt. Unter seinem Bruder Abd ar-Rahman brach der Irak 1967 die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab. Nach einem zweiten Putsch am 17.¬†Juli 1968 eroberte die Baath-Partei wieder die Macht, Ahmad Hasan al-Bakr wurde Staatspr√§sident und Vorsitzender des Revolution√§ren Kommandorates (RKR), Saddam Hussein Vizepr√§sident und stellvertretender Vorsitzender des RKR.

Im Fr√ľhjahr 1969 brachen erneut K√§mpfe zwischen den Regierungstruppen und den seit 1961 gegen die Zentralregierung k√§mpfenden Kurden aus. Zwar unterzeichneten Saddam Hussein und der Kurdenf√ľhrer Mustafa Barzani im M√§rz 1970 einen Friedensvertrag, der den Kurden politische Autonomie gew√§hrleistete. Die K√§mpfe dauerten allerdings bis April 1975 an, als der Irak mit dem Nachbarland Iran das Abkommen von Algier √ľber die Neuregelung der Grenze am Schatt al-Arab unterzeichnete. Der Iran beendete daraufhin seine Hilfe f√ľr die Kurden, was zu deren Kapitulation f√ľhrte.

Zeit seit dem zweiten Putsch der Baath-Partei; Macht√ľbernahme Husseins 1979; Kriege 1980‚Äď1991

Als die Baath-Partei an der Macht war, folgten Massenhinrichtungen und willk√ľrliche Verhaftungen, vor allem von kommunistischen und anderen linksgerichteten Intellektuellen. Besonders nachdem Saddam Hussein nach dem R√ľcktritt al-Bakrs am 16.¬†Juli 1979 an die Macht gelangt war, kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen, denen auch viele Baathisten zum Opfer fielen.

Nach monatelangen Auseinandersetzungen mit dem Iran befahl Hussein der irakischen Armee am 22.¬†September 1980, das Nachbarland mit insgesamt neun von zw√∂lf Divisionen anzugreifen. Nach anf√§nglichen Erfolgen musste sich die irakische Armee ab 1982 immer weiter zur√ľckziehen und schlie√ülich ab 1984 den Krieg im eigenen Land f√ľhren. Dieser Erste Golfkrieg dauerte bis 1988 an und kostete sch√§tzungsweise 250.000 Iraker das Leben. In diesem Krieg setzte der Staat auch mehrmals chemische Kampfstoffe sowohl gegen die Iraner als auch gegen die eigene Bev√∂lkerung ein.

Nach einem gescheiterten Attentat auf Saddam Hussein wurden am 17. Juli 1982 600 Einwohner der Kleinstadt Dudschail verhaftet und 148 von ihnen hingerichtet. 1988 startete das Regime die sogenannte Anfal-Operation, bei der nach Schätzungen bis zu 180.000 irakische Kurden ermordet wurden.

Am 2.¬†August 1990 marschierte die irakische Armee in Kuwait ein und besetzte das Land. Erst durch die Intervention internationaler Truppen unter der F√ľhrung der Vereinigten Staaten wurde das Land im Februar 1991 im Zweiten Golfkrieg befreit. Als Folge der Besetzung verh√§ngten die Vereinten Nationen Sanktionen √ľber das Land, die zu internationaler Isolierung und durch die Misswirtschaft mit den erlaubten Handelsg√ľtern zur Verarmung weiter Teile der Bev√∂lkerung f√ľhrten.

1991 Niederschlagung des Schiitenaufstandes, Genozid: 60.000‚Äď100.000 Tote (laut anderen Sch√§tzungen bis zu 300.000 Tote). 1991 hatten die Schiiten erst im S√ľdirak und dann auch in anderen Regionen eine Revolte gegen das Regime gewagt, nachdem eine internationale Koalition unter F√ľhrung der USA die irakischen Truppen aus Kuwait vertrieben hatte. Die Regierungstruppen beendeten den Aufstand damals nicht nur mit milit√§rischen Mitteln. Sie verbreiteten auch Terror, indem sie in den Schiiten-St√§dten willk√ľrlich Zivilisten zusammentrieben und hinrichteten. Die Massengr√§ber aus dieser Zeit wurden erst nach dem Sturz des Regimes 2003 entdeckt.

Irakkrieg 2003, Absetzung Husseins und Besatzungszeit bis 2011

Am 20.¬†M√§rz 2003 begann der Irakkrieg mit Luftangriffen auf die Hauptstadt Bagdad. Im Mai 2003 erkl√§rte US-Pr√§sident Bush die gr√∂√üeren Kampfhandlungen f√ľr beendet und der Irak wurde mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrates in Besatzungszonen aufgeteilt. Am 22. Mai 2003 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat einstimmig dazu die Resolution 1483, in der die Rolle der UN und der Besatzungsm√§chte nach dem Krieg geregelt wurde.

Nach Bildung eines √úbergangsrates Ende 2003 wurde der bis dahin von der Koalitions-√úbergangsverwaltung ausge√ľbte Verwaltungsauftrag am 28.¬†Juni 2004 einer repr√§sentativen irakischen √úbergangsregierung √ľbertragen. Der Irak befindet sich politisch seitdem in einem √úbergangszustand: Nach diesem Dritten Golfkrieg sind die fr√ľheren Machtstrukturen, insbesondere der Revolution√§re Kommandorat, nicht mehr vorhanden, aber die neuen Verh√§ltnisse, damals noch zwischen der westlichen Besatzung, der Zivilverwaltung und dem Irakischen Regierungsrat, waren nicht endg√ľltig etabliert.

Am 15. Oktober 2006 rief al-Qaida im Irak einen islamischen Staat aus, der insgesamt sechs Provinzen umfassen solle.

Al-Qaida im Irak verfolgte anscheinend die Strategie, einen B√ľrgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu provozieren, um so zu verhindern, dass der Irak eine staatliche Ordnung findet. Todesschwadronen griffen gezielt Anh√§nger der gegnerischen Religionsgruppe an. Als wichtigster Kopf der irakischen Organisation Ansar al-Islam wurde seit 2003 der Jordanier Abu Musab az-Zarqawi angesehen (von US-amerikanischen Einheiten get√∂tet am 7.¬†Juni 2006). Die USA warfen dem Iran und Syrien vor, nichts gegen das Eindringen ausl√§ndischer K√§mpfer zu tun. Von Sunniten und Schiiten gegeneinander gef√ľhrte Terrorangriffe, aber vor allem die direkten und indirekten Folgen der amerikanischen Besatzung forderten bis 2008 je nach Studie zwischen 100.000 und 1.000.000 Tote.

Am 30.¬†Juni 2009 verlie√üen die amerikanischen Kampftruppen die St√§dte und √ľbergaben ihre St√ľtzpunkte und andere Einrichtungen an die irakischen Streitkr√§fte. Im August 2010 verlie√üen die letzten US-Kampftruppen das Land, seitdem befanden sich noch 50.000 Ausbilder und Milit√§rberater im Land. Deren Abzug wurde am 18. Dezember 2011 abgeschlossen.

Die zweiten Parlamentswahlen seit Inkrafttreten der neuen Verfassung fanden am 7. M√§rz 2010 statt. St√§rkste Kraft wurde die von Iyad Allawi gef√ľhrte Irakija mit 91 Sitzen vor der Rechtsstaat-Koalition des amtierenden Premierministers Nuri al-Maliki, das 89 Sitze gewann. Die Nationale Irakische Allianz wurde mit 70 Sitzen drittst√§rkste Kraft im Parlament.

Aufstand und Krieg gegen den IS 2011‚Äď2017

Auch nach dem Abzug der US-Truppen blieb die Lage im Land angespannt. Der B√ľrgerkrieg im Nachbarland Syrien wirkte sich auch im Irak aus. In den Jahren 2012 und 2013 kam es in den vornehmlich von der sunnitischen Minderheit bewohnten Provinzen zu Demonstrationen gegen die Regierung al-Maliki. Gleichzeitig nahmen Angriffe auf Zivilisten zu.

Ab 2014 wurden Teile des Iraks, wie die Stadt Mossul, von der Terrororganisation Islamischer Staat im Irak und der Levante besetzt. Seit der ‚ÄěIslamische Staat‚Äú (IS) im August 2014 seinen Vormarsch im Nordwesten des Landes begann, wurden 3,2 Millionen Menschen vertrieben. Viele sind bei Gastfamilien untergekommen, andere leben in Camps oder in Kellern und Hinterh√∂fen. In dieser Zeit wurde ebenfalls das Massaker von Tikrit von dieser Terrorzelle ausgef√ľhrt.

Im darauffolgenden Krieg gegen den IS gelang es den irakischen Streitkr√§ften und den Volksmobilmachungskr√§ften (alHaschd asch-Scha Ņbńę), unterst√ľtzt von einer internationalen Allianz den sog. Islamischen Staat zur√ľckzudr√§ngen. Die Schlacht um Mossul endete im Juni 2017 mit der R√ľckeroberung der Stadt. Im Dezember 2017 verk√ľndete der irakische Ministerpr√§sident Haidar al-Abadi den Sieg √ľber den IS.

2014 gab es im Irak umfangreiche Missionen des Internationalen Komitee vom Blauen Schild (Association of the National Committees of the Blue Shield, ANCBS) mit Sitz in Den Haag zum Schutz der vom Krieg und Diebstahl bedrohten Kulturg√ľter (Museen, Archive, Ausgrabungsst√§tten, Denkm√§ler etc.). Dabei wurden auch Arbeiten zu ‚ÄěNo-Strike-Listen‚Äú erstellt, um Kulturg√ľter bei Luftschl√§gen zu sch√ľtzen.

Aktuelle Lage seit 2018

Im August 2019 griffen israelische Streitkr√§fte offenbar mehrere Ziele im Irak an, die den schiitischen Milizen zugerechnet werden, die in den drei Jahren zuvor mit der irakischen Armee die Hauptlast im Kampf gegen den IS getragen hatten. US-Offizielle best√§tigten, dass Israel f√ľr zumindest einen Drohnenangriff auf irakischem Gebiet verantwortlich war. Die USA wurden daraufhin von einer Fraktion im irakischen Parlament f√ľr Israels Aktionen mit verantwortlich gemacht und die im Land verbliebenen etwa 5.000 US-Soldaten, die 2014 ebenfalls zum Kampf gegen den IS in den Irak gekommen waren, zum sofortigen Abzug aufgefordert.

Im Januar 2020 stimmte das irakische Parlament f√ľr den vollst√§ndigen Abzug aller Truppen der USA aus dem eigenen Land. Hintergrund ist die gezielte T√∂tung des iranischen Generals Qasem Soleimani in Bagdad.

Politik

Die irakische Politik wird seit der Staatsgr√ľndung 1921 und der Aufnahme in den V√∂lkerbund (1932) von zwei Hauptfaktoren gepr√§gt:

  • dem Reichtum an Erd√∂l und den daraus folgenden Interessen des Westens und Russlands,
  • den ethnisch-religi√∂sen Unterschieden der drei Landesteile, die den ehemaligen osmanischen Provinzen Mossul, Bagdad und Basra entsprechen: Kurden und Turkmenen im Norden, sunnitische Araber in der Landesmitte und Schiiten im S√ľden.

Einigend wirkte unter anderem der langj√§hrige Widerstand gegen den britischen Einfluss, der bis zum Sturz von K√∂nig Faisal II. (1958) und der Verstaatlichung der √Ėlunternehmen bestand. Die Demokratie wurde jedoch durch heftige Machtk√§mpfe unterminiert, die bis heute unter Panarabisten, Schiiten und Kurden nachwirken und in denen sich 1968 die nationalistische Baath-Partei durchsetzte. Ihre Macht ging 1979 in die Alleinherrschaft von Saddam Hussein √ľber, die durch zwei ‚ÄěGolfkriege‚Äú gegen den Iran (1980‚Äď1988) und gegen Kuwait und dessen Verb√ľndete (1990/91) noch gefestigt wurde.

Im Demokratieindex 2020 der britischen Zeitschrift The Economist belegt der Irak Platz 119 von 167 L√§ndern und gilt damit als ein ‚Äěautorit√§res Regime‚Äú. Im L√§nderbericht Freedom in the World 2020 der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Freedom House wird das politische System des Landes hingegen als ‚Äěunfrei‚Äú bewertet.

Staatlichkeit

Seit der Gr√ľndung 1920 kam keine gemeinsame nationale Identifikation der drei Bev√∂lkerungsgruppen, Schiiten, Sunniten und Kurden, zustande. Diese mangelnde nationale Einigkeit lie√ü Platz f√ľr radikalislamische Machtbestrebungen. Vor dem Sturz Saddams regierten die Sunniten, nach Abzug der Amerikaner die Schiiten, die das vormals herrschende Regierungsgef√ľge unter ‚Äěfadenscheinigen‚Äú Argumenten ‚Äěsprengten‚Äú (Baath-Partei). Die ethno-religi√∂sen Auseinandersetzungen verst√§rkten sich weiter und stellen akut eine Bedrohung f√ľr die irakische Einheit dar.

Verfassungen

√úbergangsverfassung

In der Zwischenzeit geht die Diskussion um eine neue Verfassung weiter. Als erster Schritt wurde am 8. M√§rz 2004 von den 25 Mitgliedern des Regierungsrates eine √úbergangsverfassung feierlich unterzeichnet. Nach anf√§nglichen Einw√§nden und einer Verschiebung des Termins wurde dann aber das Werk ohne √Ąnderungen gegen√ľber dem urspr√ľnglichen Entwurf verabschiedet.

Die √úbergangsverfassung regelt die Geschicke des Staates seit der Macht√ľbergabe am 28. Juni 2004. Der Irak ist laut Verfassungstext eine multi-ethnische und multi-religi√∂se parlamentarische Republik, die sich zur Demokratie, zum Pluralismus und zum F√∂deralismus bekennt. Im Text verankert sind die Menschen-, Freiheits- und B√ľrgerrechte, das Recht auf freie Meinungs√§u√üerung und Versammlungsfreiheit sowie die Rechte ethnischer und religi√∂ser Minderheiten.

Es besteht Religionsfreiheit, wobei der Islam als Staatsreligion festgeschrieben ist. Amtssprachen sind Arabisch und Kurdisch. In diesen Sprachen besteht ein Recht auf muttersprachlichen Unterricht. Syrisch-Aram√§isch und T√ľrkisch werden in der Verwaltung ebenfalls als Amtssprachen betrachtet.

Politische Macht geht im Rahmen von freien, gleichen und unmittelbaren Wahlen ausschlie√ülich vom Volk aus. Der vom Volk alle vier Jahre gew√§hlte Repr√§sentantenrat ist das h√∂chste gesetzgebende Organ des Staates. Der vom Repr√§sentantenrat gew√§hlte Pr√§sident und Ministerpr√§sident nehmen gemeinsam die h√∂chste Exekutivgewalt wahr. Die Gesetzgebung basiert auf den Regeln des Islams (Scharia) aber auch auf den Prinzipien der Demokratie bzw. der Verfassung. Alle Iraker sind vor dem Gesetz gleich. Die Judikative ist von den anderen Gewalten unabh√§ngig und das h√∂chste Rechtsorgan ist der Bundesgerichtshof, der eine noch nicht bestimmte Anzahl islamischer Rechtsgelehrte umfasst (Schariarichter). Er √ľberwacht u.¬†a. die Verfassungskonformit√§t der Legislative.

Die zentralstaatlichen Kompetenzen sind die Au√üen-, Verteidigungs-, Handels-, Einwanderungspolitik, die W√§hrung, das Zoll- und das Messwesen. Die Regionen und Provinzen genie√üen eine weitreichende Autonomie. So haben die Provinzen bei Angelegenheiten, √ľber die mit dem Bund gemeinsam entschieden wird, das letzte Wort. Provinzen sind berechtigt, gemeinsame Verwaltungsbezirke mit weitreichenden Kompetenzen zu bilden, sofern dies im Rahmen eines Referendums durch das Volk best√§tigt wurde. Auch sind die Provinzen berechtigt, eigene Sicherheitskr√§fte zu unterhalten.

Die Gleichberechtigung der Frau ist explizit in der Verfassung garantiert. So m√ľssen mindestens 25¬†% der Abgeordneten des Repr√§sentantenrats weiblichen Geschlechts sein. Der umstrittene Artikel 39 sieht jedoch vor, dass irakische B√ľrger sich der Zivilgerichtsbarkeit ihrer eigenen Religionsgemeinschaft unterwerfen k√∂nnen, was gegebenenfalls zu einer entsprechenden Benachteiligung bei Erbschafts- und Scheidungsangelegenheiten f√ľhren kann. Bodensch√§tze, wie beispielsweise Erdgas und Erd√∂l, sind als gemeinschaftliches Eigentum aller Iraker festgeschrieben. Ihre gemeinschaftliche Nutzung wird von der Zentralregierung und den Provinzen gemeinsam bestimmt.

Am 30. Januar 2005 fanden die Wahlen f√ľr ein √úbergangsparlament (Nationalversammlung) statt, in dem die Vereinigte Irakische Allianz (United Iraqi Alliance [UIA]), welche von Gro√üajatollah Ali as-Sistani unterst√ľtzt wurde, mit 48,2¬†% der abgegebenen Stimmen fast die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament erreichte. Eine von diesem √úbergangsparlament ernannte 55-k√∂pfige Kommission musste bis 15. August 2005 die endg√ľltige Verfassung erarbeiten, √ľber die per Volksentscheid abgestimmt wurde. 28 der Mitglieder der Kommission geh√∂ren der UIA an, die weiteren Sitze teilen gr√∂√ütenteils die Kurden und das Parteienb√ľndnis des fr√ľheren Ministerpr√§sidenten Iyad Allawi, Irakische Liste, unter sich auf. Die Kommission wird von dem moderaten schiitischen Kleriker Hummam Hammudi geleitet, seine Stellvertreter sind der Sunnit Adnan al-Dschanabi und der Kurde Fu'ad Massum. Wegen der Unterrepr√§sentierung der Sunniten √ľbte US-Au√üenministerin Condoleezza Rice Kritik an der Zusammensetzung der Kommission, worauf der irakische Ministerpr√§sident Ibrahim al-Dschafari versprach, die Sunniten mehr in den politischen Prozess mit einzubeziehen. Daraufhin wurde den Sunniten eine st√§rkere Beteiligung an der Ausarbeitung der Verfassung angeboten.

Neue Verfassung

Am 15. Oktober 2005 wurde die neue Verfassung zur Abstimmung freigegeben. Wenn in drei Provinzen zwei Drittel der W√§hler mit Nein gestimmt h√§tten, w√§re die Verfassung nicht angenommen worden. Laut Ergebnis lag die Wahlbeteiligung bei √ľber 60¬†%. Die Verfassung wurde mit 78,59¬†% der Stimmen angenommen. Nur in den Provinzen al-Anbar und Salah ad-Din stimmten mehr als zwei Drittel der W√§hler dagegen, in einer dritten Provinz (Ninawa) soll die Zweidrittelmehrheit an Gegenstimmen nur knapp verfehlt worden sein.

Staatsoberhaupt

Die Ernennung einer Regierung ist laut Verfassung nur im Einvernehmen zwischen dem kurdischen, dem schiitischen und dem sunnitischen Vertreter im Präsidialrat möglich.
Laut der aktuellen Verfassung von 2005 ist das Staatsoberhaupt der Pr√§sident der Republik Irak. Am 24. Juli 2014 wurde der Kurde Fuad Masum (PUK) vom irakischen Parlament mit 211 zu 17 Stimmen zum neuen Pr√§sidenten gew√§hlt. Seine Stellvertreter sind der fr√ľhere Ministerpr√§sident Nuri al-Maliki, Iyad Allawi und Osama al-Nudschaifi.

Rund f√ľnf Monate nach der Wahl 2018 im Irak ist der kurdische Politiker Barham Salih nach mehreren Anl√§ufen zum neuen Staatschef des Landes gew√§hlt worden. Die Abgeordneten im Parlament in Bagdad stimmten mit 219 von 329 Stimmen f√ľr ihn. Das Pr√§sidentenamt im Irak steht traditionell einem Kurden zu. Anders als fr√ľher konnten sich die beiden gro√üen kurdischen Kr√§fte, die Kurdische Demokratische Partei (KDP) und die Patriotische Union Kurdistans (PUK), zun√§chst nicht auf einen Kandidaten einigen. Dahinter steckt ein erbitterter Kampf um die Machtverteilung im Land.

Regierung

Nachdem Haider al-Abadi am 11. August 2014 von Staatspr√§sident Fuad Masum mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt worden war, trat der bisherige Ministerpr√§sident Nuri al-Maliki am 14. August zur√ľck. Es dauerte noch bis zum 8. September bis al-Abadi und sein Kabinett die Zustimmung der Mehrheit des irakischen Parlaments erlangte und es vereidigt wurde.

Das anl√§sslich von Protesten gegen Missst√§nde und Korruption in mehreren irakischen Provinzen im August 2015 angek√ľndigte Reformprogramm von Premierminister Al-Abadi kommt nur schleppend voran. Ma√ünahmen wie die Abschaffung der Posten der stellvertretenden Staatspr√§sidenten oder die Neubesetzung von Ministerposten wurden durch das Oberste Bundesgericht bzw. das Parlament r√ľckg√§ngig gemacht bzw. verhindert. Der Finanz- und der Verteidigungsminister verloren durch Misstrauensvoten des Parlaments ihre Posten. Kernressorts der Regierung wie z.¬†B. Inneres, Finanzen und Verteidigung sind momentan unbesetzt, andere Ressorts wie z.¬†B. Finanzen, Handel und Industrie bleiben weiter vakant.

Die Wahlen 2014 waren die ersten nach dem Abzug der US-Armee. Trotz starker Sicherheitsvorkehrungen durch Militär und Polizei kam es zu mehreren Anschlägen auf Wahllokale.

Wahlen

Laut Übergangsverfassung mussten auf jeder Wählerliste ein Drittel Frauen stehen. Ebenfalls stehen rund ein Viertel aller Sitze der neu gewählten Nationalversammlung Frauen zu.

Bei den Kommunalwahlen 2009 wurden in 14 der 18 Provinzen die Abgeordneten der Kommunalparlamente gew√§hlt. In der Provinz Kirkuk wurde der Urnengang abgesagt, da die politischen Fraktionen sich nicht auf die Rahmenbedingungen einigen konnten. In den restlichen drei Provinzen, die autonom regierten kurdischen Nordprovinzen, wird die Wahl zu einem sp√§teren Zeitpunkt durchgef√ľhrt. 15 Millionen von insgesamt 28 Millionen Wahlberechtigten haben sich zuvor f√ľr die Wahl registrieren lassen, um ihre Stimme abgeben zu k√∂nnen. Die Wahllokale wurden von tausenden irakischen Polizisten und Soldaten abgesichert, weitgehend ohne Beteiligung der US-Armee. Nach Berichten von Reuters verliefen die Wahlen im Gegensatz zu 2005 weitgehend friedlich.

Der schiitische Geistliche Moktada al-Sadr gewann die Parlamentswahl 2018. Seine Liste Sairun ("Wir marschieren") werde 54 der 329 Sitze im Parlament erhalten, teilte die Wahlkommission mit. Auf Platz zwei folgt ein B√ľndnis des Politikers Hadi al-Amiri, das den schiitischen Milizen nahesteht und enge Beziehungen zum benachbarten Iran hat. Lediglich auf Platz drei kam der amtierende schiitische Regierungschef Haidar al-Abadi mit seiner Liste. Dieses Ergebnis war bereits Prognosen zufolge nach der Wahl vom 12. Mai erwartet worden.

Menschenrechte

Im Irak wird immer noch die Todesstrafe vollstreckt. Amnesty International dokumentierte zahlreiche F√§lle von Folter und Misshandlungen in Gef√§ngnissen. Darunter z√§hlen unter anderem: das Aufh√§ngen an Armen oder Beinen √ľber l√§ngere Zeitr√§ume, das Schlagen mit Kabeln und Schl√§uchen, Elektroschocks, das Brechen von Armen und Beinen, beinahe Erstickung durch Plastikt√ľten oder Vergewaltigung. Nonkonformisten und Homosexuelle werden eingesch√ľchtert. Die Beh√∂rden der Autonomen Region Kurdistan gingen gegen Personen vor, welche die Korruption der Regierung kritisierten. Auch dort wurden F√§lle von Folter und Misshandlungen dokumentiert.

Außenpolitik

Die Beziehungen zwischen Irak und den USA unterliegen seit dem Abzug der letzten US-Truppen am 18. Dezember 2011 einem deutlichen Wandel. Bereits mit dem Abzug der letzten Kampfbrigade im August 2010 war die "Operation Iraqi Freedom" beendet. Nichtsdestotrotz bleiben die USA nach dem Iran der wichtigste internationale Partner f√ľr Irak. Die USA sind insbesondere seit dem irakischen Regierungswechsel um die Unterst√ľtzung einer demokratisch legitimierten und inklusiven Regierung bem√ľht. Ferner unterst√ľtzen die USA die irakische Regierung im Kampf gegen IS im Rahmen der Staatenallianz gegen IS.

Das Verh√§ltnis zu Syrien ist derzeit durch die gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen im Nachbarstaat schwer beeintr√§chtigt. Noch immer sind Teile der an der Grenze zu Syrien gelegenen irakischen Region unter der Kontrolle von IS. Dar√ľber hinaus ist Irak von den Fl√ľchtlingsstr√∂men aus Syrien stark betroffen.

Unter seinen Nachbarstaaten unterh√§lt Irak volle diplomatische Beziehungen derzeit u.¬†a. zur T√ľrkei, zu Jordanien, Iran, Syrien, Kuwait und Saudi-Arabien.

Am 13. Februar 2007 wurde die irakische Botschaft in Riad wiedereröffnet; Saudi-Arabien hat am 21. Februar 2012 die diplomatischen Beziehungen zu Irak wieder aufgenommen und Ende 2015 eine Botschaft in Bagdad sowie vor kurzem ein Generalkonsulat in Erbil eröffnet. Ende Februar 2017 reiste der saudische Außenminister, Adel al-Dschubeir, als erster saudischer Außenminister seit 1990 nach Bagdad.

Saudi-Arabien hat ein Interesse an einem stabilen Irak unter einer inklusiven, die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in politische Entscheidungen und Institutionen einschließenden Regierung.

Die √ľber Jahrzehnte belasteten Beziehungen zu Kuwait haben sich verbessert. Bei Besuchen des kuwaitischen Premierministers in Bagdad und des irakischen Au√üenministers in Kuwait vereinbarten beide Seiten, die noch offenen Fragen hinsichtlich der Kompensationen an Kuwait mit Hilfe der Unterst√ľtzungsmission der Vereinten Nationen in Irak (UNAMI) l√∂sen zu wollen. Dabei geht es in erster Linie um Wiedergutmachung, die Irak nach seinem √úberfall auf Kuwait vom 2. August 1990 leisten muss.

Es existiert ein irakisch-kuwaitischer Ministerrat, von welchem unter anderem ein Tourismus- und Investitionsabkommen vereinbart und eine Einigung zur Navigation im Khor Abdullah, dem Grenzgebiet im Persischen Golf erreicht wurde.

Das Verh√§ltnis Iraks zu anderen arabischen Staaten verbessert sich ebenfalls, nachdem zahlreiche arabische Diplomaten nach 2003 Opfer von Gewalt in Bagdad geworden waren. So entsandte √Ągypten im Juni 2009 wieder einen Botschafter nach Bagdad und im November 2010 einen Generalkonsul nach Erbil. Im September 2015 gab Katar die erste Entsendung eines Botschafters nach Bagdad seit 1990 bekannt.

Die Beziehungen zur T√ľrkei haben sich zuletzt wieder verschlechtert. Im Vordergrund stehen derzeit Spannungen um eine t√ľrkische Milit√§rpr√§senz zu Ausbildungszwecken im Nordirak gegen den Willen der irakischen Regierung. Differenzen bestehen dar√ľber hinaus im Hinblick auf den Konflikt in Syrien, die sich mit dem Umgang der Kurden ergebenden Probleme und den Konflikt um das Wasser aus dem Tigris. Im Dezember 2013 wurde die t√ľrkisch-kurdische √Ėlpipeline er√∂ffnet. Der Aufkauf von √Ėl von der kurdischen Regionalregierung durch die T√ľrkei, unter √úbergehung der Bagdader Zentralregierung, hat bestehende Spannungen vertieft. Erg√§nzend zu den benannten Aktivit√§ten ist die T√ľrkei seit Sommer 2015 punktuell und ohne eine dauerhafte milit√§rische Pr√§senz zu entfalten im Nordirak im Rahmen ihrer Kampfhandlungen gegen die PKK milit√§risch aktiv.

Besondere Beziehungen unterhält Irak zu seinem Nachbarn Iran, die durch eine wechselhafte Geschichte gekennzeichnet sind. Trotz des verlustreichen Krieges zwischen den beiden Staaten in den achtziger Jahren sind die Beziehungen historisch sehr eng. Sowohl auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene wie auch zwischen den Regierungen bestehen vielfältige, von sehr unterschiedlichen Interessen getragene und seit dem Antritt der jetzigen irakischen Regierung auch sich noch weiter intensivierende Verbindungen. Tausende iranischer Pilger reisen jedes Jahr zu den heiligen Orten der Schiiten in Irak, u. a. nach Kerbela und Najaf.

Verwaltungsgliederung

Mit der Verfassung von 2005 hat sich der Staat erstmals als föderal definiert:

Oberste Verwaltungseinheit ist die Region, die aber bisher erst in der Autonomen Region Kurdistan, bestehend aus inzwischen 4 Gouvernements, umgesetzt wurde.

Unterteilt ist das Land in 19 Gouvernements (muhafazat, Singular muhafaza):

Eine dritte Verwaltungsebene sind Lokalverwaltungen (local administrations) f√ľr Minderheitengebiete, die noch nicht umgesetzt wurden.

Die größten Städte:

Die Hauptstadt Bagdad ist sowohl geographisches als auch politisches und kulturelles Zentrum des Landes und mit 5,7 Millionen Einwohnern die mit Abstand gr√∂√üte st√§dtische Agglomeration. Bagdad (persisch=Gottgegeben-im Sinne von: Gottesgeschenk-) wurde im Jahr 762 von dem abbasidischen Kalifen al-Mansur als neue Hauptstadt des islamischen Reichs gegr√ľndet und 1920 zur Hauptstadt des neu gegr√ľndeten Staates Irak erkl√§rt. Besonders w√§hrend des Wirtschaftsbooms der 1970er Jahre wurde die Stadt ausgebaut. Im Ersten Golfkrieg war die Stadt kaum betroffen, im zweiten und Dritten Golfkrieg wurde Bagdad allerdings mehrmals Ziel von Luftangriffen. In Bagdad befinden sich 3 der 6 Universit√§ten des Landes und der gr√∂√üte internationale Flughafen des Iraks.

Das im Norden gelegene Mossul steht mit etwa 2,9 Millionen Einwohnern an zweiter Stelle. Es ist Zentrum der ostchristlichen und assyrischen Kultur im Irak. Mossul war seit dem 8. Jahrhundert ein wichtiges Wirtschaftszentrum, die gesamte Provinz Nineve wurde erst 1926 völkerrechtlich an den Irak angegliedert.

Die Hafenstadt Basra am persischen Golf ist mit ihren rund 2 Mio. Einwohnern die drittgr√∂√üte Stadt des Landes und Zentrum des schiitischen S√ľdens. Basra wurde 636 von Kalif Umar ibn al-Chattab als arabischer Milit√§rst√ľtzpunkt und Handelsplatz gegr√ľndet und im 16. Jahrhundert von den Osmanen erobert. 1914 marschierten britische Truppen in die Stadt ein. W√§hrend des Ersten Golfkrieges wurde die Stadt aufgrund ihrer exponierten Lage und wirtschaftlichen Bedeutung stark in Mitleidenschaft gezogen. Basra besitzt den gr√∂√üten Umschlaghafen des Landes, √ľber den gro√üe Teile des gef√∂rderten Erd√∂ls exportiert werden, sowie die 1964 gegr√ľndete Universit√§t und einen internationalen Flughafen.

Erbil (kurdisch: Hewlêr) ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan und mit geschätzten 7000 Jahren eine der ältesten noch besiedelten Städte der Welt. Sie ist mit etwa 1,8 Millionen Einwohner die größte Stadt der Kurden im Nordirak und die viertgrößte Stadt des Landes. Die Stadt wurde in den ersten beiden Golfkriegen nur leicht beschädigt. Erbil besitzt einen internationalen Flughafen.

Sulaimaniya (kurdisch: Sil√™man√ģ) mit 1,6 Millionen Einwohnern f√ľnftgr√∂√üte Stadt des Landes. Die Stadt besitzt einen internationalen Flughafen, eine Universit√§t und gilt als Kultur- und Bildungszentrum Kurdistans.

Militär

Am 23. Mai 2003 wurden die Streitkr√§fte des ehemaligen Regimes unter Saddam Hussein durch die √úbergangsverwaltung aufgel√∂st. Eine gro√üe Anzahl der milit√§rischen Hinterlassenschaften wurden zerst√∂rt. Die neuen irakischen Streitkr√§fte wurden mit Unterst√ľtzung der USA, Gro√übritanniens, Australiens und Jordaniens aufgestellt. Im Irak waren die ‚ÄěKoalitionsstreitkr√§fte‚Äú, weiterhin vorrangig die USA und Gro√übritannien, als Hauptteil der Multi-National Force Iraq bis 2009 f√ľr die innere und √§u√üere Sicherheit im Land zust√§ndig und arbeiteten eng mit der neuen irakischen Armee zusammen. Die United States Forces Iraq (USF-I) verlie√üen den Irak 2011.

Oberbefehlshaber (Chief Joint Forces) der neuen irakischen Streitkr√§fte ist 2007: General Babakir Zebari. Das Land gab 2017 knapp 3,9 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 7,4 Milliarden US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus. Die relativ hohen Verteidigungsausgaben sind eine Belastung f√ľr den Staatshaushalt.

Private Sicherheitsunternehmen:
Zahlreiche Milit√§rdienstleister und Private Sicherheits- und Milit√§runternehmen sind im Auftrag des US-Milit√§rs t√§tig. Deren Anzahl wird auf rund 15.000 Mann gesch√§tzt ‚Äď offizielle Zahlen werden nicht bekannt gegeben. Die gr√∂√üten dieser Unternehmen sind:

  • The Hart Group: Schutz von Elektrounternehmen
  • ISI Group: Schutz der Koalitionsgeb√§ude
  • Eriny's International: Personenschutz
  • DynCorp: Personenschutz & Ausbildung der irakischen Polizei (Auftragswert: 40 Mio. US-Dollar)
  • Blackwater USA: Personenschutz
  • Armor Group/G4S: Personenschutz, Minenr√§umung & Flughafensicherung
  • Kroll Inc.: Personenschutz
  • Global Risk Personenschutz
  • Sabre International Flughafensicherung

Den privaten Milit√§rdienstleistern kommt im Irak eine Sonderstellung zu, da nicht gekl√§rt ist, an welches Recht diese Unternehmen gebunden sind, und diese auch keine Auskunft √ľber Mitarbeiterzahlen oder Opferzahlen abgeben m√ľssen.

Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Das irakische Stra√üennetz umfasst 45.550¬†km, von denen 38.400 asphaltiert sind. Teilabschnitte von √úberlandstra√üen und Stra√üen in Ballungszentren (in denen bis auf private Buslinien/Sammeltaxis kein √∂ffentlicher Verkehr existiert) sind mehrspurig, sonst sind selbst bedeutende √úberlandstra√üen zweispurig. Ausnahmen bilden die gerade in Bau befindlichen und zum Teil fertiggestellten Autobahnen im kurdischen Norden sowie die Stra√üe Basra-Bagdad-Jordanien, die auf weiten Strecken autobahn√§hnlich ausgebaut ist. Momentan explodiert die Zahl der zugelassenen Autos, haupts√§chlich wegen der sprunghaft angestiegenen Einkommen und der weggefallenen Einfuhrz√∂lle, was vor allem in den arabischen Ballungszentren zu Problemen f√ľhrt, da dort aufgrund der prek√§ren Sicherheitslage nicht ausreichend in den Ausbau des Stra√üennetzes investiert werden kann. Im Stra√üenverkehr kommt es deshalb zu sehr vielen t√∂dlichen Unf√§llen. 2013 kamen im Irak insgesamt 20,2 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit 6.800 Personen im Stra√üenverkehr ums Leben.

Schienenverkehr

Das irakische Schienennetz besteht aus drei in Bagdad zusammenlaufenden Hauptlinien und umfasst 2.339¬†km. Ein Gro√üteil des sich in einem katastrophalen Zustand befindlichen Schienennetzes (von der Strecke Bagdad-Erbil ist zum Beispiel oft nur noch die Trasse zu sehen, die Schwellen wurden zu Feuerholz verarbeitet und die Schienen verkauft) ist im Moment aber au√üer Betrieb, tats√§chlich ist nur die Strecke Bagdad-Basra in Betrieb. Benutzt wird die Bahn aber nur von Einkommensschwachen, da die Verl√§sslichkeit derart niedrig ist, dass Ankunftszeiten gar nicht erst angegeben werden. Eine Reisedauer von √ľber einem Tag in die etwa 550¬†km entfernte s√ľdirakische Metropole ist nicht un√ľblich. Die neue irakische Regierung investiert jedoch viel in den Wiederaufbau, und man hofft, in einiger Zeit wieder einen regul√§ren Bahnbetrieb aufnehmen zu k√∂nnen.

Mitte Februar 2010 wurde die Strecke Mossul-Gaziantep (T√ľrkei) er√∂ffnet. Die 18-st√ľndige Fahrt f√ľhrt √ľber Syrien und findet einmal w√∂chentlich statt. Der Betrieb wurde allerdings bereits nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Flughäfen

Im Irak gibt es √ľber 100 Flugh√§fen und Landepisten, weiterhin verf√ľgt das Land √ľber sechs internationale Flugh√§fen (Bagdad, Erbil, Basra, Mossul, Nadschaf und Sulaimaniya), zudem befindet sich der Flughafen Kerbela gerade in Bau. Ein weiterer Flughafen in Tikrit ist in Planung.

Die größte Luftfahrtsgesellschaft ist die staatliche Iraqi Airways.

Wasserstraßen

Die einst bedeutende Binnenschifffahrt ist auf 1.015¬†km Kan√§len und Fl√ľssen m√∂glich, spielt heute jedoch nur noch eine untergeordnete Rolle.

Telekommunikation

Im ganzen Land wird die Anzahl der Festnetzanschl√ľsse auf ca. 1,2 Millionen gesch√§tzt, davon sollen sich allein 40¬†% in der Hauptstadt Bagdad befinden. Durch die maroden Netzwerke und die schlechte Infrastruktur sind ein Drittel davon nicht funktionsf√§hig. 2016 hatten 17,2¬†% der Iraker Internetzugang.

Die bis dahin verbotene Mobilfunknutzung stieg von 300.000 Teilnehmern im Jahr 2003 auf √ľber 23 Millionen im Jahr 2011 an, somit war im M√§rz 2011 gut 78¬†% des Landes erfasst. Den Markt beherrschen die drei Unternehmen Zain Iraq, Asiacell und Korek. Ein UMTS-Netzwerk besteht allerdings noch nicht.

Zu Zeiten Saddam Husseins war das Internet nur den Zuverl√§ssigen und Reichen zug√§nglich. Um einen Zugang zu erhalten, musste man einen Antrag ans Kommunikationsministerium stellen und eine Geb√ľhr von ca. 4000 Dollar bezahlen. Seit dem Sturz des Regimes hat sich die Nutzung rasant erh√∂ht, wenngleich lediglich 1,1¬†% der Bev√∂lkerung √ľber einen privaten Anschluss verf√ľgt. Auch viele politische Parteien verf√ľgen √ľber eigene Websites. Momentan √ľben Internetver√∂ffentlichungen aber noch keinen Einfluss auf die Masse aus, das Medium wird fast ausschlie√ülich zur Kommunikation genutzt. Die Jugendlichen benutzen h√§ufig die in den diversen Jugendzentren zur Verf√ľgung gestellten PCs. In den Ballungszentren sind auch Breitbandanschl√ľsse sowie Drahtlosverbindungen verf√ľgbar.

Elektrizität

Die Elektrizit√§tsproduktion des Landes konnte auch in den Jahren nach 2003 nicht mit der steigenden Nachfrage mithalten, weshalb es immer noch zu h√§ufigen Stromausf√§llen kommt. Im Sommer 2012 konnte bei einem Verbrauch von 15.000 Megawatt lediglich 7200 Megawatt produziert werden. Die Versorgung lag deshalb bei durchschnittlich 8‚Äď9 Stunden. Die meisten Iraker sind deshalb weiterhin auf Notstromaggregate angewiesen.

Im Juni 2010 kam es aufgrund der schlechten Versorgungslage zu Protesten in Nassirija und Basra, bei denen ein Mensch get√∂tet wurde. Der irakische Elektrizit√§tsminister trat daraufhin am 22. Juni 2010 von seinem Amt zur√ľck.

Bildung

Die Vorschule (im Irak meist staatlich, in den letzten Jahren wurden aber immer mehr kostenpflichtige Privatvorschulen gegr√ľndet) kann in der Altersklasse zwischen vier und f√ľnf Jahren besucht werden.

Seit 1970 gilt im Irak eine allgemeine neunj√§hrige Schulpflicht, die Schul- und auch Hochschulausbildung wird vom Staat √ľbernommen. Staatlich anerkannte Privatschulen wurden erst Anfang der 1990er Jahre zugelassen.

Die Grundschulausbildung dauert sechs Jahre, wobei die ersten vier Klassen als Unterstufe und die Klassen 5 und 6 als Oberstufe gelten. Ab der 5. Klasse wird Englisch unterrichtet. Dem Besuch der Grundschule folgt ein Besuch der Sekundarschule f√ľr weitere drei Jahre. Die Sekundarschule wird nach einer einheitlichen Abschlusspr√ľfung und dem Erwerb der Mittleren Reife abgeschlossen. Zur Erlangung des Abiturs ist ein Besuch der Mittelschule notwendig; diese erneut dreij√§hrige Schulform schlie√üt mit einer zentralen Abitur-Pr√ľfung in sechs Schulf√§chern (Arabisch, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie und Biologie) ab und berechtigt zu einem Studium.

Die drei größten Universitäten des Landes (Universität Bagdad, al-Mustansiriyya-Universität und die Technische Universität Bagdad, auch al-Hikma genannt) sind in der Hauptstadt Bagdad vertreten. Weitere Universitäten befinden sich in Basra (Universität Basra), Mossul (Universität Mossul), Erbil (Salahaddin-Universität, University of Kurdistan Hewlêr), Sulaimaniya (University of Sulaimani) und Dohuk (University of Duhok).

Wirtschaft

Der Irak ist im Wesentlichen ein Agrarstaat, dessen Wirtschaft sich allerdings seit den ersten √Ėlfunden im Jahr 1927 fast ausschlie√ülich auf den Export von Erd√∂l ausrichtet. Nachdem 1972 alle ausl√§ndischen Erd√∂lgesellschaften verstaatlicht wurden und die √Ėlkrise zu einem rasanten Anstieg der Erd√∂lpreise f√ľhrte, gab es ab Mitte der 1970er Jahre einen Wirtschaftsboom im Land, das Bruttoinlandsprodukt des Landes wuchs zwischen 1970 und 1980 um durchschnittlich 11,7¬†% Von dieser rasanten Entwicklung mochte auch ein Gro√üteil der irakischen Bev√∂lkerung profitieren. 1979 besa√ü der Irak Geldreserven im Wert von 35 Milliarden US-Dollar, 1980 betrugen die Erd√∂leinnahmen 26 Milliarden Dollar.

Der Erste Golfkrieg bremste allerdings diese Entwicklung, so schrumpfte das BIP des Landes zwischen 1980 und 1985 um 8,1¬†% und von 1985 bis 1989 erneut um 1,7¬†% Durch das UN-Embargo (1991‚Äď2003) wurde die Wirtschaft fast lahmgelegt. Mit 100 Milliarden US-Dollar Schulden z√§hlt der Irak zu den am h√∂chsten verschuldeten L√§ndern der Welt. Die Wirtschaft des Landes leidet immer noch an den Folgen der Golfkriege, des UN-Embargos und an der derzeitigen instabilen Lage.

Das Bruttoinlandsprodukt belief sich im Jahr 2013 auf ca. 229,3 Milliarden US-Dollar, die Wirtschaftswachstumsrate betrug 4,2¬†%. Die Inflationsrate betr√§gt 1,9¬†%, die Arbeitslosenquote wird mit ca. 13¬†% angegeben. 2012 exportierte der Irak Waren im Wert von 93,9¬†Mrd. Dollar. Hauptabnehmer waren die USA, Indien und S√ľdkorea. Die Importe beliefen sich auf 56,9¬†Mrd. Dollar und stammen meist aus Syrien, Jordanien, der T√ľrkei und den USA. Haupteinfuhrg√ľter waren Maschinen, verschiedene verarbeitete Erzeugnisse, chemische Erzeugnisse und Lebensmittel.

Die geringe Verflechtung des Landes mit der Weltwirtschaft und die damit verbundene relativ gro√üe Unabh√§ngigkeit des Iraks von globalen M√§rkten verschonte das Land bisher von der aktuellen wirtschaftlichen Krise. Einzelne Bereiche profitieren sogar direkt von der globalen Rezession. Der Nationalen Investitionskommission des Iraks (INIC) zufolge ist seit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise vor allem die Zahl der internationalen Bau- und Vertragsunternehmen im Irak sprunghaft angestiegen. Andere Investoren sollen folgen und weiteres Auslandskapital ins Land sp√ľlen. Der kurdische Investitionsminister Herish Muharam Muhamad lie√ü sich j√ľngst sogar zu dem Vergleich hinrei√üen, Investitionen im Irak seien ‚Äěsicherer als die Wall Street‚Äú.

Laut einer staatlichen Studie leben ungefähr 23 % der Iraker unter der Armutsgrenze und damit von weniger als 2,50 Dollar am Tag. Ein weiteres Problem stellt die Korruption im Land dar, laut dem von Transparency International veröffentlichten Korruptionswahrnehmungsindex gehörte der Irak zu den korruptesten Staaten der Welt. Im Jahr 2020 rangierte das Land auf dem 160. Platz von insgesamt 180.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Währung

Die W√§hrung des Landes ist der 1932 eingef√ľhrte Irakische Dinar zu 1000¬†Fils. Zwischen 1991 und 2003 gab es im Irak zwei W√§hrungen, den sog. Schweizer Dinar, der im kurdischen Norden verwendet wurde (Wert: 1¬†US-Dollar = 0,33¬†Dinar), und den Print-Dinar mit dem Bild Saddam Husseins, welcher nach 1991 den Schweizer Dinar ersetzte (Wert: 1¬†US-Dollar = etwa 3500¬†Dinar). Am 15. Oktober 2003 wurde der Neue Irakische Dinar eingef√ľhrt, der beide W√§hrungen ersetzte (Wert: 1¬†US-Dollar = etwa 1150¬†Dinar).

Bodenschätze/Bergbau

Wichtigster Wirtschaftszweig des Landes ist die Erdölförderung.

Der Irak ist Gr√ľndungsmitglied der am 14. September 1960 gegr√ľndeten OPEC und hat nach Saudi-Arabien und Kanada (das gr√∂√ütenteils √ľber sogenanntes unkonventionelles, teuer herzustellendes Erd√∂l, z.¬†B. Teersande verf√ľgt) die gr√∂√üten erkundeten Erd√∂lvorr√§te (113 Milliarden Barrel). Man sch√§tzt, dass sich die gesamten Vorr√§te auf bis zu 250 Milliarden Barrel √Ėl und Gas belaufen k√∂nnten. Bis zu 45 Milliarden Barrel davon liegen im Norden in der Autonomen Region Kurdistan, darunter ein gro√üer Teil im Kirkuk-Feld. Der Irak ist eines der L√§nder, die in der so genannten strategischen Ellipse liegen.

1902 begann die Suche nach √Ėl mit der ersten Bohrung im Zagros Basin (Nordost-Irak). Der erste √Ėlfund kam aber erst 20 Jahre sp√§ter zustande. 1927 wurde dann mit der Baba Gurgur 1 genannten Bohrung ein gigantisches √Ėlvorkommen entdeckt ‚Äď das Kirkuk-Feld. Es flossen zun√§chst 1¬†Million Barrel √Ėl in die Umwelt, bevor man das ausstr√∂mende √Ėl unter Kontrolle bekam. Das Feld erstreckt sich √ľber 150‚Äď200¬†km und hat eine 610¬†m dicke √∂lf√ľhrende Schicht. Die urspr√ľngliche Menge √Ėl im Feld wird mit 17 Milliarden Barrel angegeben. Damit hatte es etwa 1/5 der √Ėlmenge des gr√∂√üten √Ėlfelds der Welt (Ghawar in Saudi-Arabien) und z√§hlt zu den so genannten ‚ÄěSupergiganten‚Äú.

Bis 1972 wurde die gesamte irakische √Ėlindustrie unter dem Dach der Iraq National Oil Company (INOC) verstaatlicht.

Die Erd√∂lf√∂rderung stieg seit 1969 kontinuierlich und erreichte 1979 ihren H√∂hepunkt mit 3,5 Millionen Barrel pro Tag (bopd). Der Krieg mit dem Iran und der Erste Golfkrieg f√ľhrten dazu, dass die √Ėlproduktion zusammenbrach. 1981 wurden 900.000 bopd und 1991 dann nur noch 300.000 bopd gef√∂rdert.

Die Vereinten Nationen haben am 22. März 2003 die Sanktionen gegen den Irak aufgehoben. Die USA und Großbritannien behielten sich als Besatzungsmächte bis zur Einsetzung einer Regierung die finanzielle Verwaltung der irakischen Erdölförderung vor.

Bis 2003 wurden 75 gro√üe √Ėl- und Gasfelder entdeckt. Neun davon sind ‚ÄěSupergiganten‚Äú (u.¬†a. Kirkuk, Rumalia South, Rumalia North und Majnoon) und 22 ‚ÄěGiganten‚Äú.

Die enormen √Ėlvorkommen im kurdischen Teil des Iraks sind auch Grund f√ľr den jahrelangen Streit zwischen der kurdischen Regionalregierung und der Zentralregierung in Bagdad. Die kurdische Regierung hat seit 2003 mit etwa 30 westlichen Firmen Vertr√§ge zur Erforschung und Ausbeutung von √Ėlfeldern abgeschlossen.

Am 8. Mai 2009 erteilte die Regierung in Bagdad aber diese Genehmigung zum Export von kurdischen √Ėl. Ab dem 1. Juni 2009 flossen 60.000 bopd vom Tawke Feld √ľber Pipelines zum am Mittelmeer gelegenen √Ėlverladehafen nach Ceyhan in der T√ľrkei. Ende Juni 2009 begann dann auch der Export vom Taq Taq Feld mit 40.000 bopd. Im September 2009 stellte Kurdistan den Export jedoch wieder ein, da mit Bagdad keine Einigung √ľber die Bezahlung der Exporte erzielt werden konnte. Weder Kurdistan noch die √Ėlproduzenten erhielten Geld. Nach den irakischen Wahlen Anfang 2010 und der Regierungsbildung Ende 2010 wurden neue Verhandlungen zur Beilegung dieses Konflikts aufgenommen. Mit dem Ergebnis, dass am 3. Februar 2011 der Export mit 10.500 bopd aufgenommen wurde. Bereits 3 Tage sp√§ter sollten 50.000 bopd erreicht werden und eine weitere Erh√∂hung auf 100.000 bopd folgen. Den Verkauf nimmt die staatseigene ‚ÄěState Oil Marketing Organization‚Äú (SOMO) in Bagdad vor. Das Tawke Feld wird von der DNO entwickelt. Genel Enerji (T√ľrkei) und Sinopec (China) betreiben das Taq Taq Feld.

Am 17. Mai 2009 erwarben die √∂sterreichische OMV und die ungarische MOL Anteile an den Gasfeldern Khor Mor und Chemchemal. Ab 2014‚Äď15 sollen aus diesen Feldern t√§glich eine Mrd. Kubikmeter Gas nach Europa str√∂men. OMV und MOL sind Anteilseigner an der in Planung und Bau befindlichen Nabucco-Gaspipeline.

Im Juni und Dezember 2010 wurden an den unten aufgef√ľhrten irakischen Feldern Beteiligungen an westliche √Ėlkonzerne vergeben. Die Beteiligungen sehen feste Zahlungen pro Barrel vor. Sollten die Planungen eingehalten werden, steigt die F√∂rderung des Iraks von 2,5 Millionen bopd im Jahr 2009 auf 12 Millionen bopd im Jahr 2016. Damit w√§re der Irak gr√∂√üter √Ėlproduzent der Welt. Dieser drastische Ausbau der F√∂rderung wird hunderte Milliarden Dollar verschlingen. Hinzu kommt ein erheblicher Bedarf an Fachkr√§ften, √Ėlbohrausr√ľstungen, Pipelines und allem was dazugeh√∂rt. Experten bezweifeln daher, dass der Irak seine Ziele erreichen kann.

  • Rumaila-Feld (17,7 Milliarden Barrel): CNPC + BP, $2 pro Barrel, F√∂rdermengenziel: 2,8 Millionen bopd, damit w√§re es das zweitgr√∂√üte √∂lproduzierende Feld der Welt
  • Majnoon-Feld (13 Milliarden Barrel): Royal Dutch Shell + Malaysia‚Äôs Petronas; Beteiligung $1.39 pro Barrel, F√∂rdermengenziel: 1,8 Millionen bopd
  • West Qurna-Feld Phase 2 (12 Milliarden Barrel): Lukoil + Statoil Hydro, $1,15 pro Barrel, F√∂rdermengenziel: 1,8 Millionen bopd
  • Halfaya-Feld (4 Milliarden Barrel): CNPC + Total + Petronas, F√∂rdermengenziel: 535.000 bopd
  • Badra-Feld (2 Milliarden Barrel): GazpromNeft + Kogas + Petronas + TPAO, F√∂rdermengenziel 170,000 bopd, $5.50 pro Barrel
  • Garraf -Feld (860 Millionen Barrel): Petronas + Japex, $1.49 pro Barrel, F√∂rdermengenziel: 230,000 bopd
  • Najmah-Feld: Sonangol
  • Qaiyarah-Feld: Sonangol
  • Middle Furat: bei Kerbala, kein Bieter

Der Irak verf√ľgt neben dem Erd√∂l auch √ľber Schwefel, Phosphat, Meersalz und Gips sowie √ľber kleinere Mengen an Gold und Silber.

Landwirtschaft

Verglichen mit anderen Nahost-Staaten verf√ľgt der Irak √ľber reichlich Wasser; so ist auch die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig, in dem rund 40 Prozent aller irakischen Arbeitnehmer besch√§ftigt sind. Im Norden gibt es dank Niederschl√§gen und mildem Wetter Regenfeldbau; im S√ľden gibt es √ľberwiegend Bew√§sserungsfeldbau. Angebaut werden Weizen, Reis, Mais, Gerste sowie Obst und Gem√ľse (vorwiegend zur Selbstversorgung). Bis in die 1980er Jahre war das Land Selbstversorger bei den meisten Lebensmitteln, heutzutage muss der Irak das meiste an seinem Grundbedarf importieren.

Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Datteln. In den 1970er Jahren stellte der Irak 75¬†% der Datteln auf dem Weltmarkt, aufgrund der Massenabholzungen und Trockenlegungen w√§hrend des Ersten Golfkrieges und der Zweiten Anfal-Operation 1991 ging dieser Anteil stark zur√ľck. Im Jahr 2008 wurde mit 281.000 Tonnen lediglich die H√§lfte der Produktion der 1980er Jahre erreicht. Zudem ist der Bestand von √ľber 30 Millionen Palmen auf unter neun Millionen gesunken.

Industrie

Industriell ist das Land kaum entwickelt. Vorrangige Industriezweige sind Lebensmittelverarbeitung, Textilindustrie, Herstellung von Baustoffen und die petrochemische Industrie. Die meisten Industriebetriebe sind in Bagdad und im Norden angesiedelt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 77,8 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 52,4 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 15,2¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 106,4 Mrd. US-Dollar oder 63,7 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,5¬†%
  • Bildung: k. A.
  • Milit√§r: 8,6¬†%

Medien

Im Irak herrscht seit dem Sturz Saddam Husseins eine große Vielfalt an Medien. Die neue irakische Verfassung garantiert offiziell die Pressefreiheit. Auf der von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste zur Pressefreiheit konnte sich der Irak zwar im Jahr 2009 auf den 145. Rang verbessern, (2008: 158, 2007: 157.), jedoch stellte die Organisation fest, dass die irakischen Journalisten immer häufiger Repressalien durch staatliche Behörden ausgesetzt sind. Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2020 belegt der Irak Platz 162 von 180 Ländern.

Im Jahr 2017 sind acht Journalisten im Irak getötet worden. Laut dem Bericht von Reporter ohne Grenzen steht der Tod der Opfer in direktem Zusammenhang mit deren journalistischer Tätigkeit.

Generell ist zu sagen, dass man im Irak zwischen zwei Arten von Medien unterscheiden muss: den parteienkontrollierten und den unabhängigen. Jede größere Partei im Irak hat ihr Zentralorgan, nicht wenige unterhalten auch Fernsehsender. Die kurdischen Parteien unterhalten Zentralorgane sowohl in kurdischer als auch in arabischer Sprache.

Zeitungen

Die ersten irakischen Zeitungen erschienen zur Zeit der osmanischen Besetzung des Irak. Am 15. Juni 1869 erschien mit al-Zawraa die erste Zeitung des Landes, sie sollte bis zum 11. März 1917 in Bagdad herausgegeben werden. Am 25. Juni 1889 erschien die erste Zeitung in Mossul, am 31. Dezember 1889 folgte die erste Zeitung in Basra.

Die erste irakische Verfassung von 1921 garantierte Pressefreiheit. Die irakische Presse galt bis 1958 als die freieste im ganzen Nahen Osten.

Nach dem Sturz der Monarchie wurden 1959 alle regierungskritischen Zeitungen geschlossen und die Vorzensur wurde eingef√ľhrt. 1969 wurden private Zeitungen verboten. Die irakischen Kommunisten durften von 1973 bis 1979 eine eigene Tageszeitung betreiben; diese wurde aber nach der Macht√ľbernahme Saddam Husseins ebenfalls verboten. Zwischen 1979 und 2003 befand sich die Presse vollst√§ndig in der Hand der Husseins. Die 2003 herausgegebenen Tageszeitungen waren al-Dschumhuriya, al-Thawra, al-Qadissiya, al-Iraq, Babil sowie die Sportzeitung al-Baath al-Riyadi und der englischsprachige Baghdad Observer. Aufgrund des Papiermangels bedingt durch die Sanktionen mussten die Zeitungen die Anzahl ihrer Seiten k√ľrzen und die Gr√∂√üe ihrer Ausgaben auf ein Viertel des Vorkriegsniveaus reduzieren, ab 1999 erschienen sie zweimal in der Woche in ihrer normalen Gr√∂√üe.

Heute sind die sieben wichtigsten Zeitungen:

  • al-Sabah ‚Äď finanziert von Iraqi Media Network, gegr√ľndet von der Coalition Provisional Authority (CPA)
  • al-Zaman ‚Äď Redaktionssitz ist London, Druckorte Bagdad und Basra
  • al-Mada ‚Äď Bagdad
  • al-Maschriq ‚Äď Bagdad
  • al-Dustur ‚Äď Bagdad
  • Iraq Today ‚Äď englischsprachige Wochenzeitung
  • al-Mudschahed, al Schahed, Thaura Islamiyya ‚Äď Bagdad, islamistisch

Hörfunk

Im Irak gibt es eine un√ľberschaubare Vielzahl von Radiosendern, viele davon lokal. Praktisch jede politische Vereinigung unterh√§lt zumindest einen Lokalradiosender. Die wichtigen Radiosender sind:

  • Republic of Iraq Radio ‚Äď Nachfolger der Iraq Media Network-Radio Baghdad, gegr√ľndet von der CPA
  • Radio Nahrain ‚Äď Basra, finanziert von den Briten
  • Voice of Iraq ‚Äď Privatsender, Bagdad (Mittelwelle)
  • Hot FM ‚Äď Privatsender, Bagdad (UKW Musiksender)
  • Radio Dijla ‚Äď Privatsender, Bagdad (UKW Talk- und Musiksender)

Fernsehen

Das irakische Fernsehen nahm 1956 seinen Sendebetrieb auf und war somit eine der √§ltesten Fernsehanstalten im Nahen Osten. Neben dem regul√§ren staatlichen Sender gr√ľndete Udai Hussein 1994 al-Shabab TV, welcher ausl√§ndische Filme und Sendungen ausstrahlte. In den sp√§ten 1990ern ging Iraq Satellite Channel auf Sendung. W√§hrend der Amtszeit Saddam Husseins war die Installation von Satellitensch√ľsseln strengstens verboten.

2003 wurde al-Iraqia Nachfolger von Iraq Television, daneben entstanden mehrere private Fernsehsender. Die wichtigsten sind al-Sharqiya, al-Baghdadiya, al-Fayhaa, al-Sumaria, al-Furat und der US-Koalitionssender al-Hurra. Im kurdischen Norden hatte bereits 1999 Kurdistan TV mit der Ausstrahlung begonnen. Auch ausländische Fernsehsender wie al-Dschasira und al-Arabiya werden gesehen.

Kultur

Der Irak kann in f√ľnf geographische Kulturr√§ume kategorisiert werden: die kurdische und turkmenische Kultur mit ihren Zentren in Erbil und Sulaimaniya, die sich in die sunnitische Kultur mit ihrem Zentrum um Bagdad und die schiitische Kultur mit ihrem Zentrum Basra aufteilende Kultur der sesshaften Araber, die assyrische Kultur, in mehreren St√§dten des Nordens pr√§sent und die Kultur der nomadischen Marsch-Araber, die in den S√ľmpfen zwischen Bagdad und Basra leben.

Film

Filme wurden seit 1909 in Bagdad vorgef√ľhrt, diese waren meist f√ľr das britische Publikum bestimmt. Erst in den 1940er Jahren unter der Herrschaft K√∂nig Faisals II. begann sich eine Filmindustrie zu entwickeln, als franz√∂sische und britische Filmkonzerne sich in Bagdad niederlie√üen. Im Jahre 1955 kam der Film Haidar Al-Omar‚Äôs Fitna wa Hassan, eine Verfilmung der Romeo und Julia Geschichte, in die Kinos, der Film wurde auch im Ausland registriert. Nach dem Putsch von 1958 wurde die Cinema and Theater General Organization gegr√ľndet, sie koordinierte und plante zuk√ľnftige Filme im Staatsinteresse. So wurden haupts√§chlich Dokumentationen gedreht. Nach 1979 geriet die irakische Filmindustrie in ihre gr√∂√üte Krise, aufgrund der Ressourcenknappheit ausgel√∂st durch den Irakisch-Iranischen Krieg. Trotzdem wurde im Jahre 1980 der 6 Stunden Epos √ľber das Leben Saddam Husseins fertiggestellt. Einen weiteren Schlag erlitt die Filmindustrie nach dem Kuwaitkrieg, als ein Embargo gegen das Land verh√§ngt wurde.

Seit der US-Invasion des Landes im Jahre 2003 versucht sich die Industrie langsam zu regenerieren und es gibt vereinzelte Filmprojekte wie zum Beispiel Kilom√®tre z√©ro. Daneben gibt es zahlreiche ausl√§ndische Filme, die den Irak als Thema haben, so zum Beispiel Retour √† Babylone des irakischen Regisseurs Abbas Fahdel oder Tal der W√∂lfe ‚Äď Irak.

Theater

Seit 1880 reisten Theatertruppen aus Europa in den Irak, um vor vornehmlich britischem Publikum in Schulen und Gemeindes√§len zu spielen. Im 20. Jahrhundert begannen irakische Schriftsteller, Theaterst√ľcke zu schreiben. Die gro√üen Theaterh√§user sind das Rasheed, das Mansour und das Volkstheater. Aufgef√ľhrt werden Theaterst√ľcke irakischer, indischer und t√ľrkischer Autoren ebenso wie die gro√üen Dramen der Weltliteratur.

Musik

Die Oud (Kurzhalslaute) und die RabńĀb (Streichinstrument) dominieren die irakische Musik. Bekannte Musiker auf diesen Instrumenten sind unter anderem Munir Baschir (1928‚Äď1997), Ahmed Mukhtar (* 1967) und Nasir Schamma (* 1963). Erfolgreichster Pops√§nger des Landes ist KaŠļďim al-Saher (* 1961), der in seiner Karriere bisher mehr als 30 Millionen Tontr√§ger verkauft hat. Weiterhin sind die S√§ngerinnen Shatha Hassoun ‚Äď die in der vierten Staffel der bekanntesten arabischen Musik-Casting-Show ‚ÄěStar Academy‚Äú teilgenommen und gewonnen hat ‚Äď und Dalli Hadad sowie der S√§nger Majid Al Muhandis bekannt.

Sport

Beliebteste Sportart des Landes ist Fu√üball. Die nationale Fu√üballliga erfreut sich gro√üer Beliebtheit. Wichtige Fu√üballvereine sind al-Zawraa, al-Talaba, al-Shorta, al-Quwa al-Dschawiya (alle aus Bagdad), al-Minaa (Basra) und Erbil SC. Gr√∂√ütes Fu√üballstadion des Landes ist das 1966 erbaut al-Shaab-Stadion in Bagdad mit einem Fassungsverm√∂gen von 66.000 Zuschauern. In Basra wurde 2013 ein Sportkomplex mit einem Hauptstadium f√ľr 65.000 Zuschauer und einem weiteren Stadium f√ľr 10.000 Zuschauer fertiggestellt.

Die irakische Nationalmannschaft konnte mehrere regionale Titel gewinnen. Ihre gr√∂√üten Erfolge waren die Qualifikation zur Fu√üball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko sowie der Titelgewinn bei der Fu√üball-Asienmeisterschaft 2007. Ein weiterer Erfolg war der vierte Platz bei den Olympischen Spielen 2004. Der irakische Fu√üballverband hei√üt al-Ittihad al- Ņiraqi li-kurat al-qadam, englisch Iraq Football Association, IFA.

Nebenbei sind auch andere Sportarten wie Gewichtheben, Kampfsport, Futsal, Basketball oder Schwimmen beliebt. Bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom holte der Gewichtheber Abdu l-Wahid Aziz im Leichtgewicht die Bronzemedaille, bis heute die einzige olympische Medaille des Landes.

K√ľche

Literatur

  • Bawar Bammarny: Federalism and Decentralization. A Country Study of Constitutional Asymmetry in Iraq, in: Constitutional Asymmetry in Multinational Federalism. Federalism and Internal Conflicts, edited by Patricia Popelier and Maja SahidŇĺińá. Palgrave Macmillan, Cham, 2019, S. 255‚Äď286. DOI:10.1007/978-3-030-11701-6 10.
  • Bernd Lemke (Hrsg.): Irak und Syrien (= Wegweiser zur Geschichte). Im Auftrag des Zentrums f√ľr Milit√§rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Sch√∂ningh, Paderborn 2016, ISBN 978-3-506-78662-3.
  • Tyma Kraitt (Hrsg.): Irak ‚Äď Ein Staat zerf√§llt. Hintergr√ľnde, Analysen, Berichte, Promedia, Wien 2015, ISBN 978-3-85371-385-3.
  • Navid Kermani: ‚ÄěWenn ihr die schwarzen Fahnen seht‚Äú. Irak, September 2014. In: Ausnahmezustand. Reisen in eine beunruhigte Welt (2013), 1. Taschenbuchauflage C.H.Beck, M√ľnchen 2015, ISBN 978-3-406-64664-5, S. 191‚Äď238.
  • Kenan Engin: ‚ÄěNation-Building‚Äú ‚Äď Theoretische Betrachtung und Fallbeispiel: Irak. (Dissertation) Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8487-0684-6 doi:10.5771/9783845248967
  • Bawar Bammarny: Rule of Law in Iraq. (PDF) In: Matthias Koetter, Gunnar Folke Schuppert (Hrsg.): Understandings of the Rule of Law in various legal orders of the World, Rule of Law Working Paper Series No. 16, Berlin 2012 ISSN¬†2192-6905
  • Paul Flieder: Der Barbier von Bagdad ‚Äď Leben, Sterben, Glauben im Irak. Residenz-Verlag, Salzburg 2009, ISBN 978-3-7017-3148-0.
  • Jobst Knigge: Deutsches Kriegsziel Irak. Der deutsche Griff auf den Nahen Osten im Zweiten Weltkrieg. √úber Kaukasus und Kairo zum √Ėl des Orients. Pl√§ne und Wirklichkeit. Verlag Dr. Kovac Hamburg 2007, ISBN 978-3-8300-3030-0.
  • Christoph Reuter, Susanne Fischer: Caf√© Bagdad. Der ungeheure Alltag im neuen Irak. Goldmann, M√ľnchen 2006, ISBN 3-442-15385-9.
  • Matthew Bogdanos mit William Patrick: Die Diebe von Bagdad. Raub und Rettung der √§ltesten Kultursch√§tze der Welt. Aus dem Amerikanischen von Helmut Dierlamm (Originalausgabe: Thieves of Baghdad, Bloomsbury Publishing, New York 2005), Deutsche Verlags-Anstalt, M√ľnchen 2006, ISBN 3-421-04201-2, ISBN 978-3-421-04201-9.
  • Barthel Hrouda, Rene Pfeilschifter: Mesopotamien. Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. M√ľnchen 2005 (4. Aufl.), ISBN 3-406-46530-7 (Sehr knapper √úberblick bzgl. Mesopotamien im Altertum mit weiterf√ľhrenden Literaturangaben.)
  • Matthew Bogdanos: The Casualities of War. The Truth About the Iraq Museum. In: American Journal of Archaeology Band 109/3, 2005, S. 477‚Äď526 doi:10.3764/aja.109.3.477.
  • Chris Kutschera: Le Livre noir de Saddam Hussein. Oh! √©ditions, Paris 2005, ISBN 2-915056-26-9.
  • Volker Ullrich und Felix Rudloff (Hrsg.): Der Fischer Weltalmanach Pulverfass Irak, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2004, ISBN 3-596-72302-7
  • Henner F√ľrtig: Kleine Geschichte des Irak. Von der Gr√ľndung 1921 bis zur Gegenwart. Beck, M√ľnchen 2003, ISBN 3-406-49464-1.
  • Stephan Kloss: Mein Bagdad-Tagebuch. Als Kriegsreporter im Brennpunkt Irak. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2003, ISBN 3-596-16142-8.
  • Hans Krech: Der B√ľrgerkrieg im Irak (1991‚Äď2003). Ein Handbuch. Mit einem Konzept f√ľr eine Golf-Friedenskonferenz in Halle/S. und in Hamburg. Verlag Dr. K√∂ster, Berlin 2003, ISBN 3-89574-500-6 (Bewaffnete Konflikte nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes, Bd. 13).
  • Wolfgang Gockel: Irak ‚Äď sumerische Tempel, Babylons Pal√§ste und heilige St√§tten des Islam im Zweistromland. Dumont K√∂ln 2001, ISBN 3-7701-4949-1.
  • G√ľnter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-14118-0.
  • Kanan Makiya: Republic of Fear. Politics of Modern Iraq. University of California Press, Berkeley 1998, ISBN 0-520-21439-0.
  • Kanan Makiya: Cruelty and Silence. War, Tyranny, Uprising and the Arab World. Jonathan Cape, London 1993, ISBN 0-224-03733-1.
  • Marion Farouk-Sluglett, Peter Sluglett: Der Irak seit 1958 ‚Äď von der Revolution zur Diktatur. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1991, ISBN 3-518-11661-4.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation im Irak
  • Offizielle Website der irakischen Pr√§sidentschaft (arabisch, englisch, kurdish)
  • Au√üenministerium des Irak (arabisch, englisch)
  • e-government Portal der Regierung (englisch; nicht erreichbar)
  • Offizielle Website der irakischen Regierung (auch englisch)
  • Offizielle Website des irakischen Parlaments (arabisch)
  • Offizielle Website der irakischen Botschaft in Berlin
  • L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zum Irak
  • Die Sprachen des Iraks. (MS Word; 34¬†kB)
  • Dossiers zum Thema Irak in der Pressemappe 20.¬†Jahrhundert der ZBW ‚Äď Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft.

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
IQ.AN Al-Anbar  
IQ.BA Al-Basrah  
IQ.MU Al-Muthannia  
IQ.QA Al-Qadisiyah  
IQ.NA An-Najaf  
IQ.AR Arbil  
IQ.SU As-Sulaymaniyah  
IQ.TS At-Ta'mim  
IQ.BB Babil  
IQ.BG Baghdad  
IQ.DQ Dhi-Qar  
IQ.DA Dihok  
IQ.DI Diyala  
IQ.KA Karbala'  
IQ.MA Maysan  
IQ.NI Ninawa  
IQ.SD Sala ad-Din  
IQ.WA Wasit  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Iraq

Name englisch: Iraq
Hauptstadt: Baghdad
Kfz: IRQ
ISO: IQ
ISO3: IRQ
Fläche: 437072 km²
Tld: .iq
Wärung Einheit: IQD
Währung: Dinar
Vorwahl: 964

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 37.380932
südlichster Punkt: 29.0612079
westlichster Punkt: 38.7936029
östlichster Punkt: 48.5759163


 
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