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Staat Informationen : Kuwait

Informationen:


Das Emirat Kuwait ([kuˈva͜it], auch [ˈkuːva͜it]; arabisch Ű§Ù„ÙƒÙˆÙŠŰȘ, DMG al-Kuwait, deutsch auch: Kuweit) ist ein Staat in Vorderasien auf der Arabischen Halbinsel. Es grenzt im Norden und Westen an den Irak (240 Kilometer gemeinsamer Grenzverlauf), im SĂŒden an Saudi-Arabien (222 Kilometer) und im Osten an den Persischen Golf (499 Kilometer). Über 70 % der gesamten Bevölkerung lebt in der gleichnamigen Stadt Kuwait.

Geographie

Der Großteil des Landes gehört zur WĂŒste ad-Dibdiba. Abgesehen von dem kĂŒstennahen Höhenstreifen der Zaur-Berge an der Bucht von Kuwait und vereinzelten HĂŒgeln ist das GelĂ€nde fast eben. Im Inneren befinden sich einige Oasen. Die 40 Kilometer lange Bucht von Kuwait teilt die KĂŒste in zwei Teile. Nach Norden ziehen sich die Schwemmlandablagerungen zum Schatt al-Arab. An der SĂŒdspitze der Bucht liegt die Hauptstadt mit ihrem geschĂŒtzten Naturhafen. SĂŒdlich davon befinden sich die großen Erdölfelder, die mit den saudischen Vorkommen in Verbindung stehen. Nach SĂŒdwesten steigt das Land allmĂ€hlich an. Die höchste Erhebung (290 Meter) liegt im Sandsteinplateau an der Westspitze des Staatsgebiets. Die Westgrenze zum Irak zieht sich entlang des Wadi al-Batin, eines nur zeitweilig wasserfĂŒhrenden Trockenflusstales. Zu Kuwait gehören neun Inseln. Bubiyan, die grĂ¶ĂŸte Insel, ist durch eine 2400 Meter lange BrĂŒcke mit dem Festland verbunden. Nach der Befreiung im Jahre 1991 wurde die Insel in eine MilitĂ€rbasis umgewandelt. Zivilisten haben zurzeit keinen Zugang zu Bubiyan. Die restlichen acht Inseln heißen: Auha, Failaka, Kubbar, Miskan, Qaruh, Umm al-Maradim, Umm an-Namil und Warba.

Kuwait möchte auf dem SĂŒdzipfel einer Halbinsel etwa 30 Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Kuwait die Planstadt Madinat al-Hareer (Stadt der Seide) fĂŒr 700.000 Einwohner auf einer FlĂ€che von 250 Quadratkilometern bauen. SpektakulĂ€rer Mittelpunkt der durch viele WasserflĂ€chen aufgelockerten Urbanisation soll der 1001 Meter hohe Wolkenkratzer Burj Mubarak al-Kabir werden; die Planung hat Kuhne & Associates ĂŒbernommen, die Stadt soll bis 2030 vollendet sein.

Abgesehen von einigen Oasen, in denen Dattelpalmen gedeihen, ist das Land WĂŒste ohne nennenswertes Tierleben und mit nur spĂ€rlicher Strauchvegetation. Nur nach den winterlichen RegenfĂ€llen wĂ€chst fĂŒr kurze Zeit auch Gras. Die reichen FischgrĂŒnde und die KrabbenbĂ€nke in den KĂŒstengewĂ€ssern waren durch die Ölpest Anfang der 1990er Jahre bedroht.

Klima

In der heißen Jahreszeit (Mai bis September) herrschen mittlere Temperaturen um 30 °C; es kann aber bis zu 50 °C heiß werden. In den Wintermonaten ist es dagegen milder (13 bis 15 °C), tagsĂŒber bis zu 25 °C, nachts bis unter 0 °C. In dieser Zeit fallen auch die kargen NiederschlĂ€ge von 10 bis 220 Millimetern im Jahr. Die Wassertemperaturen in der Bucht betragen im Sommer um 30 °C, im Winter 20 °C.

Bevölkerung

Die Bevölkerungsstruktur Kuwaits ist von dem sehr hohen Anteil auslĂ€ndischer ArbeitskrĂ€fte und ihrer Angehörigen geprĂ€gt (rund 60 % aller Einwohner). Der Anteil der MĂ€nner ĂŒbersteigt mit 57 % den der Frauen erheblich; 24,5 % der Bevölkerung war 2004 unter 15 Jahre alt. Kuwait ist eines der LĂ€nder mit dem höchsten VerstĂ€dterungsgrad (2004: 96 %); die Lebenserwartung lag 2016 bei 78 Jahren. Das Bevölkerungswachstum lag zwischen 1994 und 2004 im Durchschnitt bei 4,1 %. Amtssprache ist Arabisch, Umgangssprache der Kuwaitis untereinander ist Irakisch-Arabisch. Handelssprache ist Englisch.

Entwicklung der Bevölkerung seit 1950

Von den rund 4,2 Millionen Einwohnern sind nur etwa 33 % Kuwaiter. 150.000 bis 180.000 Beduinen und die ĂŒbrigen Einwohner, die aus dem Iran, Indien, Pakistan, und vielen anderen – hauptsĂ€chlich arabischen und sĂŒdostasiatischen – LĂ€ndern zugewandert sind, besitzen nicht die kuwaitische StaatsbĂŒrgerschaft. Die Beduinen und die Zuwanderer sind den StaatsbĂŒrgern gegenĂŒber gesellschaftlich benachteiligt. Im Jahre 2017 war der Migrantenanteil auf 75,5 % der Bevölkerung gestiegen und zĂ€hlt damit zu den weltweit höchsten. HĂ€ufigste HerkunftslĂ€nder waren Indien (1.160.000 Personen), Ägypten (420.000) und Bangladesch (380.000).

Die StaatsbĂŒrger sind durch ein umfassendes Sozialversicherungssystem abgesichert; das kostenlose Gesundheitssystem gilt als eines der besten der Welt. Es besteht allgemeine Schulpflicht fĂŒr 6- bis 14-JĂ€hrige bei kostenlosem Unterricht. Die Analphabetenrate ist rĂŒcklĂ€ufig (1980: 40 %, 2015: 3,7 %). Die erste der zwei UniversitĂ€ten des Landes wurde 1954 gegrĂŒndet.

Die hohe Verbreitung von Übergewicht gilt als großes Gesundheitsproblem in Kuwait. 2016 waren 73,4 % der erwachsenen Bevölkerung ĂŒbergewichtig und 37,9 % waren adipös. Beides wird weltweit nur noch von einigen kleinen Pazifikinseln ĂŒbertroffen. Als GrĂŒnde gelten die zunehmende Verbreitung westlicher Essgewohnheiten (Fast Food) und zu wenig Bewegung aufgrund fast ganzjĂ€hrig heißem Klima.

Religion

Die Bevölkerung ist ĂŒberwiegend muslimisch, davon sind 65 % Sunniten und 35 % Schiiten. Der Islam ist Staatsreligion. Der römisch-katholischen Kirche gehören 6 % der Bevölkerung an. Die restlichen 9 % umfassen vorwiegend andere christliche Konfessionen, Hindus und Parsen.

Verwaltung

Kuwait ist in sechs Gouvernements (arabisch Ù…Ű­Ű§ÙŰžŰ©, DMG muងāfaáș“a) gegliedert, nĂ€mlich al-Ahmadi, al-Asima, al-Farwaniyya, al-Dschahra, Hawalli und Mubarak al-Kabir.

Die Gouvernements sind wiederum in zahlreiche Bezirke (arabisch Ù…Ù†Ű§Ű·ÙÙ‚, DMG mináč­aqah) unterteilt (im Englischen areas, auf Deutsch auch Distrikte).

Politik

Politisches System

Bis 1991 war Kuwait eine absolute Monarchie unter der Herrschaft der Familie as-Sabah.

GemĂ€ĂŸ der Verfassung von 1962, zuletzt geĂ€ndert 1997, ist Kuwait jetzt eine konstitutionelle Erbmonarchie. Der Emir ist sowohl weltliches als auch geistliches Staatsoberhaupt. Er ernennt und entlĂ€sst die Regierung und kann außerdem das Parlament auflösen. Das Rechtssystem orientiert sich am islamischen Recht (Scharia) und an britischen Vorbildern.

Erst zwischen 1991 und 1996 wurde ein Parlament (Nationalversammlung) gebildet. Das Parlament besteht aus 50 Mitgliedern, die alle vier Jahre gewÀhlt werden. Wahlberechtigt sind alle Kuwaiter im Alter ab 21 Jahren, ausgenommen sind Angehörige des MilitÀrs und der SicherheitskrÀfte. Die Regierung ist auf ein gewisses Vertrauen im Parlament angewiesen.

Kuwait ist Mitglied der UN, der Arabischen Liga, des GATT, der OPEC und der OAPEC.

Politische Indizes

Innenpolitik

Im Alter von 77 Jahren verstarb am 15. Januar 2006 Emir Dschabir al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, der schon seit einigen Jahren nach einem Schlaganfall seinen Amtspflichten nicht mehr nachkommen konnte. In Übereinstimmung mit der Verfassung wurde zuerst der 76-jĂ€hrige Kronprinz Scheich Sa'ad al-Abdallah as-Salim as-Sabah, ein Cousin des Verstorbenen, von der Regierung zum neuen Emir proklamiert. Da dessen Gesundheit ebenfalls stark angeschlagen war, hatte die Mehrheit der Herrscherfamilie vorgeschlagen, dass Scheich Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, ein Halbbruder des verstorbenen Emirs, die Herrschaft ĂŒbernehmen sollte. Sa'ad war sogar zu schwach, um seinen Amtseid vor dem Parlament abzulegen. Auf Antrag der Regierung trat das Parlament am 24. Januar 2006 zusammen und beschloss im Konsens, Scheich Sa'ad seines Amtes zu entheben. Am 29. Januar wurde Scheich Sabah vom Parlament als Emir bestĂ€tigt und legte seinen Amtseid ab. Dieser Vorgang war ein Bruch des bisherigen Usus in der Dynastie as-Sabah, dass das Amt zwischen den beiden Zweigen (al-Dschabir und as-Salim) der Herrscherfamilie wechseln sollte.

DarĂŒber hinaus war die Absetzung eines amtsunfĂ€higen Herrschers durch das Parlament ein Novum nicht nur in der Geschichte Kuwaits, sondern in der ganzen Golfregion. Am 20. Februar bestĂ€tigte das Parlament das Kabinett des Emirs. Dieser löste dann am 21. Mai das Parlament auf und setzte Neuwahlen fĂŒr den 29. Juni an. Diesem Schritt war ein heftiger Streit zwischen Regierung und Parlament um die Neueinteilung der Wahlkreise vorangegangen. Eine Gruppe oppositioneller Abgeordneter hatte sich der von der Regierung vorgeschlagenen Reduzierung der Wahlkreise von 25 auf 10 widersetzt und stattdessen eine Reduzierung auf nur noch fĂŒnf vorgeschlagen. Dadurch sollte die Bevorzugung bestimmter Bevölkerungsteile, die aus dem MissverhĂ€ltnis zwischen der Zahl der Einwohner und der Abgeordneten je Wahlkreis erwachsen war, etwas vermindert werden. Doch weder die Vorlage der Regierung noch jene der Opposition fand im Parlament die notwendige Mehrheit, so dass die Regierung den Emir um die Auflösung gebeten hatte.

Einen solchen PrĂ€zedenzfall, der den Vorrang des Herrscherhauses gegenĂŒber den Parlamentariern geschmĂ€lert hĂ€tte, wollte man in jedem Fall vermeiden. Bei den Wahlen gelang es den oppositionellen KrĂ€ften, die Zahl ihrer Mandate von bisher 26 auf 33 in der 50 Sitze zĂ€hlenden Kammer zu erhöhen. Von diesen werden rund 15 den Islamisten zugerechnet, sieben gelten als Liberale, zehn als Reformisten. 17 Abgeordnete gelten als der Regierung gegenĂŒber loyal gesinnt. Da die Kabinettsmitglieder im Parlament stimmberechtigt sind, ist das KrĂ€fteverhĂ€ltnis dort gĂŒnstiger fĂŒr die Regierung als es auf den ersten Blick scheinen will. Am 16. Mai 2005 hatte das Parlament mit 35:23 Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen, dass Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhalten. „Ich will, dass unsere Frauen uns beim Bau unseres Landes und unserer Zukunft helfen.“ sagte MinisterprĂ€sident Scheich Sabah al-Ahmad as-Sabah. Bei den Wahlen im Juni 2006 zog keine der 28 Kandidatinnen ins Parlament ein, obwohl Frauen 57 Prozent der WĂ€hlerschaft stellen.

Bei den darauffolgenden Parlamentswahlen im Mai 2009 zogen schließlich vier Frauen in das Parlament ein.

Am 29. September 2020 verstarb Emir Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah im Alter von 91 Jahren und als Nachfolger wurde am 30. September 2020 sein Halbbruder Nawaf al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah als Emir vereidigt.

Außenpolitik

Die Außenpolitik des Landes wird von der Geschichte und der geopolitischen Lage des Landes zwischen Saudi-Arabien, dem Irak und dem Iran bestimmt. Eine enge Sicherheitspartnerschaft besteht mit den Vereinigten Staaten, die als Garant fĂŒr die staatliche UnabhĂ€ngigkeit Kuwaits fungieren. 2004 wurde Kuwait zum Major non-NATO ally ernannt.

Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Irak wurden am 2. August 2004 wieder aufgenommen, im Juli 2008 entsendete Kuwait erstmals seit 1990 wieder einen Botschafter nach Bagdad, der irakische Botschafter nahm im MĂ€rz 2010 seine Arbeit auf. Das VerhĂ€ltnis der beiden LĂ€nder bleibt jedoch weiterhin belastet, Hauptursachen hierfĂŒr sind die noch ausstehenden irakischen Reparationszahlungen von 23,3 Milliarden US-Dollar sowie der von den Vereinten Nationen festgelegte Grenzverlauf. Diesen hatte Saddam Hussein zwar 1994 anerkannt, die Anerkennung wurde von der neuen Regierung allerdings nicht erneut bestĂ€tigt.

Menschenrechte

MeinungsĂ€ußerung und Versammlungs- und Pressefreiheit

Die Rechte auf freie MeinungsĂ€ußerung und Versammlungsfreiheit werden laut amnesty international in Kuwait empfindlich eingeschrĂ€nkt. Besonders betroffen sind tausende staatenloser Bidun mit Wohnsitz in Kuwait. Sie erhalten keine StaatsbĂŒrgerschaft und haben damit keinen gleichberechtigten Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem sowie zum Arbeitsmarkt. Teilweise geht die Bereitschaftspolizei mit exzessiver Gewalt gegen diese Minderheit vor.

Bei der Situation der Pressefreiheit im Land gibt es laut der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen "erkennbare Probleme", sie ist jedoch die drittbeste innerhalb der LĂ€nder der Arabischen Liga. In Kuwait sitzt ein Journalist in Haft.

Seit 2014 hat das kuwaitische Informationsministerium tausende BĂŒcher verboten, darunter zahlreiche Klassiker der Weltliteratur wie Der Glöckner von Notre-Dame, Hundert Jahre Einsamkeit und Die BrĂŒder Karamasow.

Frauenrechte

Frauen werden laut Amnesty durch Gesetze sowie im tĂ€glichen Leben diskriminiert. 2011 hatten Jura-Absolventinnen Klagen gegen das Justizministerium auf Einstellung eingereicht. Das Ministerium hatte Stellen mit dem Hinweis ausgeschrieben, sie seien MĂ€nnern vorbehalten. Im September 2012 kĂŒndigte der Oberste Justizrat an, Frauen könnten sich auf eine Reihe von Stellen bei der kuwaitischen Staatsanwaltschaft und im Justizwesen bewerben und reagierte damit auf die anhĂ€ngigen Klagen der Frauen.

Frauenwahlrecht

Kuwait ist eine konstitutionelle Monarchie. Seit 1999 haben mĂ€nnliche Kuwaiter ein Wahlrecht. Im Mai 1999 erließ der Emir Dschabir al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah ein Dekret, das das Frauenwahlrecht garantierte, aber die Nationalversammlung verweigerte die Zustimmung, sodass das Dekret im November fallen gelassen wurde. Eine aktive Frauenbewegung baute auf die Einstellung des Emir und setzte sich fĂŒr das Frauenwahlrecht ein; dabei handelte es sich nicht um Protestaktionen, sondern um LoyalitĂ€tsbekundungen fĂŒr den Herrscher, der sich fĂŒr das Frauenwahlrecht ausgesprochen hatte. Die technische Entwicklung schuf neue Möglichkeiten der Mobilisierung: Die Wirtschaftswissenschaftlerin Rola Dashti organisierte 2005 ĂŒber das Handy Protestaktionen von MĂ€dchen auf den Straßen, zu denen sie ĂŒber das Handy aufrief.

Am 16. Mai 2005 erhielten Frauen durch einen Parlamentsbeschluss mit 35 zu 23 Stimmen das allgemeine aktive und passive nationale Wahlrecht. Als mehrdeutiges ZugestĂ€ndnis an die Fundamentalisten wurde die Formulierung aufgenommen, dass Frauen wĂ€hrend des Wahlkampfes und der Wahl die islamischen Gesetze einhalten mussten. In der Wahl, die auf die Erteilung des Wahlrechts folgte, wurde keine einzige Kandidatin ins Parlament gewĂ€hlt. Zwei Frauen wurden in die Regierung, die 16 Mitglieder hat, ernannt, und wurden dadurch im Parlament stimmberechtigt. 2005/2006 traten Gesetze in Kraft, die die Redefreiheit und die Freiheit der Medien, die Regierung zu kritisieren, einschrĂ€nkten. 2009 wurden Dashti und zwei andere Frauen als erste ins Parlament gewĂ€hlt. Dashti wurde 2012 Ministerin fĂŒr staatliche Planungs- und Entwicklungsfragen.

In der aktuellen Regierung (Januar 2019) sind zwei der fĂŒnfzehn Mitglieder Frauen. Unter den fĂŒnfzig Parlamentsabgeordneten (nach der Wahl vom 26. November 2016) ist nur eine Frau (Januar 2019).

Rechtsstaatlichkeit und Todesstrafe

Kuwait verhĂ€ngt die Todesstrafe. Jedoch wurden von neun im Jahr 2012 verhĂ€ngten Todesurteilen vier in Haftstrafen umgewandelt. Mindestens ein HĂ€ftling starb 2012 in Gewahrsam, nachdem er offenbar gefoltert und anderweitig misshandelt worden war. Todesurteile werden bei einem Berufungsgericht verhandelt und dann dem Höchsten Gerichtshof vorgelegt, ehe der Emir ĂŒber die Urteile zu entscheiden hat. Im Falle einer Zustimmung und einer Nicht-Umwandlung des Urteils in eine lebenslange Haftstrafe ist das Urteil nicht mehr verhandelbar und somit rechtskrĂ€ftig. Menschen, die nicht zurechnungsfĂ€hig und unter 18 Jahren sind, werden nicht zum Tode verurteilt. Es können aber auch AuslĂ€nder und Frauen hingerichtet werden. Bei Vergehen wie Mord, Vergewaltigung, Drogenhandel, Terrorismus oder Kidnapping wird die Todesstrafe zwingend verhĂ€ngt. Die Todesstrafe wurde allerdings 2007 vorĂŒbergehend ausgesetzt. Im Jahr 2013 richtete der Staat Kuwait, erstmals seit 2007, wieder fĂŒnf Mörder hin. Danach wurden im Januar 2017, zusammen mit einem Mitglied der kuwaitischen Königsfamilie, insgesamt sieben Menschen hingerichtet. In Kuwait werden Hinrichtungen öffentlich durch den Strang vollstreckt.

Arbeitnehmerrechte

Besonders die Situation von Arbeitsmigranten aus Asien ist in Kuwait unzureichend. Immer wieder kommt es in Kuwait zum Übergriff auf weibliche Haushaltshilfen. Sie werden teilweise von ihren kuwaitischen Arbeitgebern geschlagen, seelisch terrorisiert oder sexuell missbraucht. Die Philippinen, Nepal und Indonesien haben es 2011 und 2012 ihren StaatsbĂŒrgerinnen verboten, sich von Kuwait und anderen arabischen Staaten anwerben zu lassen. Nach EinschĂ€tzung des US-Außenministeriums ist die Misshandlung von Haushaltshilfen in Kuwait so verbreitet, dass dies den Tatbestand des Menschenhandels erfĂŒllt.

Der UN-Ausschuss fĂŒr die Beseitigung der Rassendiskriminierung empfahl Kuwait 2012 Gesetze zu erlassen, um auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte und Hausangestellte zu schĂŒtzen und ihre Rechte gemĂ€ĂŸ internationalen Standards zu gewĂ€hrleisten. Kuwait ist Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), erfĂŒllt aber deren Übereinkommen nicht.

MilitÀr

Kuwait gab 2017 knapp 5,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 6,8 Milliarden US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus. Die Verteidigungsausgaben als Anteil der Wirtschaftsleistung gehören zu den höchsten der Welt.

Geschichte

Die Geschichte des WĂŒstenstaates liegt bis zum Beginn der Neuzeit weitgehend im Dunkeln. ArchĂ€ologische Funde lassen jedoch vermuten, dass die Insel Failaka schon im 3. Jahrtausend v. Chr. ein HandelsstĂŒtzpunkt war und vom 3. Jh. v. Chr. an in der EinflusssphĂ€re des Seleukidenreiches lag. Im 3. Jh. n. Chr. wurde das heutige Kuwait dem Persischen Reich einverleibt; ab 630 gehörte es zum Kalifat der Umayyaden, spĂ€ter der Abbasiden und wurde islamisiert. Mitte des 13. Jh. zerfiel das Reich nach dem Mongoleneinfall. Im frĂŒhen 16. Jh. gelangten Portugiesen in die Region.

Osmanische Herrschaft

Im selben Jahrhundert wurde das Gebiet ein wegen seiner Randlage kaum beachteter Teil des Osmanischen Reiches. 1756 gelangte die bis heute herrschende Familie As-Sabah aus dem Inneren der Arabischen Halbinsel an die Herrschaft; Kuwait wurde ein von den Osmanen zunehmend unabhĂ€ngiges Scheichtum. Aufgrund seiner geopolitischen Lage gewann das Emirat in der Folgezeit eine von Osmanen und Briten umworbene Stellung am Persischen Golf. Als die Bedrohung durch die Osmanen zu groß wurde, stellte Scheich Mubarak as-Sabah 1899 sein Land unter britischen Schutz. Der Preis war die Zusicherung, Beziehungen zu anderen Staaten nur mit britischer Zustimmung anzuknĂŒpfen. Damit erreichte London, dass das 1903 begonnene deutsch-osmanische Projekt der Bagdad-Bahn nicht bis zum Golf weitergefĂŒhrt werden konnte.

Britische Herrschaft

Nach der Niederlage der Osmanen im Ersten Weltkrieg erklĂ€rten die Briten Kuwait zu einem selbstĂ€ndigen Emirat unter Britischer Schutzherrschaft. Ab 1919 gab es mehrere FeldzĂŒge der Wahhabiten gegen Kuwait, zudem gab es immer wieder Grenzkonflikte mit dem Nadschd. Die endgĂŒltigen Grenzen wurden am 2. Dezember 1922 im Protokoll von Uqair festgelegt. Im Jahre 1940 erkannte Saudi-Arabien Kuwait als unabhĂ€ngigen Staat an. Ab 1922 schirmte die neugeschaffene Neutrale Zone, die auf Veranlassung der Briten zustande gekommen war, das Emirat von Saudi-Arabien und vom Irak ab. 1938 wurde das erste Erdöl gefunden, und von 1946 an entwickelte sich Kuwait zu einem der grĂ¶ĂŸten Erdölproduzenten am Persischen Golf. Große Teile der enormen Einnahmen wurden zur Modernisierung, z. B. zum Ausbau sozialer Einrichtungen, verwendet. 1960 war Kuwait GrĂŒndungsmitglied der OPEC.

UnabhÀngigkeit

Am 19. Juni 1961 wurde das Land unabhĂ€ngig. GebietsansprĂŒche des benachbarten Irak fĂŒhrten zum Abschluss eines MilitĂ€rabkommens mit Großbritannien (von Kuwait 1971 gekĂŒndigt) und 1973 zur EinfĂŒhrung der allgemeinen Wehrpflicht. Der Irak erkannte die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung Kuwaits nicht an und erklĂ€rte das Emirat zu einem Teil des irakischen Staates. Der irakische MinisterprĂ€sident Abd al-Karim Qasim drohte im Sommer 1961 mit einem Einmarsch. Im Juni meldete der britische Botschafter im Irak Truppenbewegungen in der Region Basra nahe Kuwait nach London. Er erwartete eine Offensive fĂŒr den 14. Juli, den Jahrestag der irakischen Revolution.

Die britische Regierung hatte bereits im Jahr zuvor unter dem Decknamen Operation Vantage einen Plan fĂŒr diesen Fall beschlossen. Es sah ein Eingreifen des Middle East Command der britischen StreitkrĂ€fte von seinen StĂŒtzpunkten am Persischen Golf und in Kenia aus vor. Die britische Regierung beschloss am 29. Juni die Einleitung der Operation. Dies bedeutete vorerst nur, dass die US-amerikanische Regierung um ihr EinverstĂ€ndnis gebeten und der britische Vertreter in Kuwait Emir Abdullah III. aufsuchte, um ihn zu einer offiziellen Anforderung britischer Truppen zu bewegen, was die Operation politisch und diplomatisch absichern sollte. Als am Folgetag beide Anfragen positiv beschieden waren, wurde am Abend Operation Vantage in Kraft gesetzt. Innerhalb weniger Tage waren rund 7000 britische Soldaten in Kuwait gefechtsbereit. Die irakische Invasion blieb daraufhin aus, es kam aber zu Missfallensbekundungen innerhalb Kuwaits und in der arabischen Welt, spĂ€ter auch von Seiten der USA wegen der Anwesenheit auslĂ€ndischer Truppen. Mit UnterstĂŒtzung der Briten trat Kuwait daraufhin am 20. Juli der Arabischen Liga bei und bewegte die Organisation zur Entsendung einer Friedenstruppe in das Land. Im August trafen die ersten arabischen Soldaten in Kuweit ein, am 27. August begann der britische Abzug, der am 10. Oktober abgeschlossen war. Allerdings beschloss die britische Regierung im Herbst 1961 unter dem Namen Operation Sodabread einen Plan zur schnellen militĂ€rischen RĂŒckkehr nach Kuwait, der in den folgenden Monaten umgesetzt wurde.

Die Aufnahme des Emirats in die Arabische Liga erfolgte unter heftigem Protest der Iraker, die bis 1963 mit Hilfe der Sowjetunion einen UN-Beitritt verhinderten. Die Anerkennung Kuwaits durch den Irak erfolgte erst nach dem Sturz Qasims im Jahre 1963, im selben Jahr wurde ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen unterzeichnet. 1966, 1969, 1973 und 1976 kam es zu verschiedenen Grenzkonflikten, bei dem irakische Truppen kuwaitisches Territorium besetzten, 1977 wurde zwischen beiden LĂ€ndern ein neues Grenzabkommen unterzeichnet. Vom Beginn der 1960er Jahre an erstarkten auch in Kuwait panarabische Gruppierungen, deren politische AktivitĂ€ten in der Folgezeit jedoch ebenso unterbunden werden konnten wie die anderer Gruppen, z. B. der PalĂ€stinenser. Viele von ihnen wurden ausgewiesen. Nach dem Sechstagekrieg 1967 wandte das Emirat große Summen zur UnterstĂŒtzung der israelischen Kriegsgegner Ägypten und Jordanien auf.

Der iranisch-irakische Krieg, der 1980 ausgebrochen war, bedrohte im Laufe der Zeit zunehmend den lebenswichtigen Ölexport Kuwaits. Nach wiederholten iranischen Luftangriffen auf kuwaitische Schiffe ließ das Land 1987 seine Tanker „umflaggen“: Sie fuhren bis zum Ende des Ersten Golfkrieges, in dem Kuwait den Irak unterstĂŒtzte und weshalb das Land im Oktober 1981 Ziel mehrerer iranischer Luftangriffe war, unter der Flagge der USA. 1981 war das Land GrĂŒndungsmitglied des Golf-Kooperationsrates.

Zweiter Golfkrieg

Nach einem politischen Streit um ein an der irakisch-kuwaitischen Grenze gelegenes Ölfeld marschierten am 2. August 1990 irakische Truppen in Kuwait ein. Nach der Absetzung des Emirs und der Regierung wurde das kuwaitische Staatsgebiet, ungeachtet der einhelligen Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat, annektiert. Vorrangiger Grund fĂŒr die Besetzung des ölreichen Staates war der – durch die aufgrund des Ersten Golfkriegs bestehende hohe Verschuldung des Iraks (80 Milliarden US-Dollar) entstandene – Konflikt zwischen beiden Staaten. ZunĂ€chst wurde eine Marionettenregierung unter Alaa Hussein Ali gebildet, jedoch wurde Kuwait wenige Tage spĂ€ter vom Irak annektiert.

Als Reaktion auf die irakische Besetzung beschlossen die Vereinten Nationen ein Wirtschaftsembargo gegen den Irak, dem vor allem amerikanische Marineeinheiten durch eine Seeblockade Nachdruck verliehen. Trotz LösungsvorschlĂ€gen seitens des Irak (beispielsweise dem RĂŒckzug aus Kuwait und im Gegenzug Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israel und den PalĂ€stinensern) scheiterte der diplomatische Weg, woraufhin im Namen der UN die Aufstellung einer multinationalen Streitmacht beschlossen und diese in Saudi-Arabien stationiert wurde. Als ein bis zum 15. Januar 1991 befristetes UN-Ultimatum zum irakischen RĂŒckzug ergebnislos verstrich, wurde Kuwait im Verlauf des fĂŒnfwöchigen Zweiten Golfkriegs am 27. Februar 1991 befreit. Nach dem Einmarsch der Iraker waren in Kuwait zahlreiche Todesopfer zu beklagen; die Infrastruktur und das industrielle Potential des Emirates wurden weitgehend zerstört. Das Ausmaß der durch die BrĂ€nde auf den Ölfeldern und die Ölpest im Golf entstehenden UmweltschĂ€den war zeitlich begrenzt. Der Irak erkannte im November 1994 die UnabhĂ€ngigkeit des Landes an. Die UnterstĂŒtzung des Iraks durch die PalĂ€stinenser wĂ€hrend des Zweiten Golfkrieges hatte die Vertreibung der PalĂ€stinenser aus Kuwait 1991 zur Folge. Binnen weniger Tage wurden etwa 450.000 PalĂ€stinenser aus Kuwait vertrieben. Die mit der Nakba vergleichbare aber deutlich weniger beachtete Vertreibung hatte erhebliche Folgen fĂŒr die PLO sowie fĂŒr die Bevölkerung Kuwaits.

2003 war Kuwait der Ausgangspunkt fĂŒr die Invasion der US-Truppen in den Irak.

Wirtschaft

Überblick

Das aufgrund seines Ölreichtums sehr finanzstarke Kuwait (Staatsreserven geschĂ€tzt auf 550 Milliarden USD) hatte in den 16 Jahren vor dem Ölpreisverfall erheblich von hohen und stabilen Ölpreisen profitiert. Das Land verfĂŒgt ĂŒber Erdölreserven von 101,5 Milliarden Fass Öl (= 8 % der weltweiten Vorkommen), die bei gegenwĂ€rtiger Produktionshöhe noch etwa 90 Jahre halten. Bis 2020 will Kuwait die ProduktionskapazitĂ€t bis auf 4 Millionen Barrel pro Tag erhöhen. Kuwait lag 2015 an neunter Stelle der weltweiten Ölförderung mit einer tĂ€glichen Produktion von 2,85 Millionen Fass Öl.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2016 nach SchĂ€tzungen des Internationalen WĂ€hrungsfonds bei 33,5 Milliarden Kuwait-Dinar (KWD, etwa 103 Milliarden EUR); das BIP pro Kopf wurde mit rund 26.000 EUR veranschlagt. Angesichts der großen Zahl (etwa 2,5 Millionen) gering verdienender AuslĂ€nder liegt das Pro-Kopf-Einkommen der kuwaitischen Staatsangehörigen wesentlich höher. Mit einem kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 66.000 US-Dollar zĂ€hlt Kuwait sogar zu den 10 reichsten LĂ€ndern der Welt.

Die hohen Einnahmen aus dem ÖlgeschĂ€ft werden dabei fĂŒr ebenfalls hohe Ausgaben zur Befriedigung von AnsprĂŒchen der kuwaitischen Bevölkerung an Leistungen des Wohlfahrtsstaates verwendet. Zudem können Reserven angelegt werden. Kuwaits Staatsfonds, die Kuwait Investment Authority verwaltet ein Vermögen von 592 Mrd. US-Dollar (Stand: 2018).

Bedingt durch die EinnahmeausfĂ€lle in Folge des gesunkenen Ölpreises ist die Finanzlage nun aber angespannter als in der Vergangenheit. Der IWF hatte schon vor dem Ölpreisverfall darauf hingewiesen, dass bei unverĂ€nderter Fortentwicklung die Einnahmen die Ausgaben schon in naher Zukunft nicht mehr decken werden. Im Haushaltsjahr 2015/2016 standen Einnahmen von 12,2 Milliarden KWD (rund 37 Milliarden EUR) Ausgaben von 19,2 Milliarden KWD (rund 58 Milliarden EUR) gegenĂŒber. Ende des Haushaltsjahres (Ende MĂ€rz 2016) wurde damit ein Defizit von rund 7 Milliarden KWD (rund 20 Milliarden EUR) verzeichnet. Von 2015 bis 2017 stieg die Staatsverschuldung von 5 % auf ĂŒber 20 %. Bis 2023 geht der IWF von einem Anstieg auf ca. 47 % der Wirtschaftsleistung aus.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Kuwait Platz 52 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2018 Platz 81 von 180 bewerteten LĂ€ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

BodenschÀtze, Energie

Der Reichtum des Landes basiert auf Erdöl, das seit 1946 gefördert wird. Kuwait ist Mitglied der Organisation erdölexportierender LĂ€nder (OPEC). 94 Prozent der Einnahmen sind von Erdöl abhĂ€ngig, von dem tĂ€glich etwa 2,6 Millionen Barrel gefördert werden. Ein Großteil davon kommt aus dem Burgan-Feld, welches das zweitgrĂ¶ĂŸte Ölfeld der Welt ist. Der SĂŒden Kuwaits liegt im Nordteil der seit 1969 zwischen Kuwait und Saudi-Arabien aufgeteilten Neutralen Zone. Alle Kosten und Einnahmen aus BodenschĂ€tzen in der gesamten ehemaligen Neutralen Zone, also sowohl auf kuwaitischer als auch auf saudischer Seite, werden zu gleichen Teilen mit Saudi-Arabien geteilt.

Etwa eine Million Barrel werden in den drei Raffinerien des Landes tĂ€glich verarbeitet. Am 6. MĂ€rz 2006 gab die Regierung bekannt, dass im Norden des Landes neue bedeutende Erdöl- und Erdgasvorkommen entdeckt worden seien. In zwei LagerstĂ€tten werden insgesamt eine Billion Kubikmeter Gas vermutet; außerdem wurden neue Erdölfelder mit Ressourcen zwischen 10 und 13 Milliarden Barrel erkundet. Damit wĂŒrde Kuwait erstmals zu einem bedeutenden Erdgasproduzenten werden und könnte zudem seine Erdölreserven um zehn Prozent steigern. Kuwait ist eines der LĂ€nder, die in der so genannten strategischen Ellipse liegen.

Im Dezember 2013 wurde ein Programm zum Ausbau der Erneuerbaren Energien Windenergie und Photovoltaik angekĂŒndigt. Bis 2030 sollen sie 15 % des Strombedarfes des Landes decken. Ziel ist es, das Erdöl vorwiegend fĂŒr den lukrativen Export zu bewahren, zudem soll die Ressourcenbasis diversifiziert und klimaschĂ€dliche Treibhausgasemissionen vermindert werden. Ein alternativer Plan, in die Kernenergie einzusteigen und ein Kernkraftwerk zu bauen, wurde hingegen aufgegeben, da Wind- und Solarenergie nach Angaben des ElektrizitĂ€tsministeriums gĂŒnstiger seien.

Landwirtschaft

Ein Prozent aller ErwerbstĂ€tigen war 2003 in der Landwirtschaft beschĂ€ftigt. Die Landwirtschaft ist aufgrund der klimatischen VerhĂ€ltnisse, der Bodenbeschaffenheit und des Wassermangels nur bedingt expansionsfĂ€hig. Nur 0,2 Prozent der StaatsflĂ€che werden derzeit ĂŒber kĂŒnstliche BewĂ€sserung kultiviert. Angebaut werden fĂŒr den heimischen Markt Datteln, Melonen und Futterklee. Zur Fleischversorgung werden vor allem Schafe, Ziegen und Rinder gehalten.

Außenhandel

Die Importe betrugen 2014 27,38 Milliarden US-Dollar und kamen grĂ¶ĂŸtenteils aus den USA (12,7 %), ferner aus China (11,9 %), Saudi-Arabien (7,1 %), SĂŒdkorea (6,9 %), Japan (6,6 %), Deutschland (4,8 %) und Indien (4,2 %). Unter den GĂŒtern waren zu 42 Prozent Maschinen und TransportausrĂŒstungen, zu 18 Prozent Vorerzeugnisse, zu 14 Prozent Fertigerzeugnisse und zu 13 Prozent Nahrungsmittel.

Die Exporte betrugen 2014 103,40 Milliarden US-Dollar, Hauptabnehmer waren SĂŒdkorea (16,7 %), Indien (14,9 %), Japan (12,3 %) die USA (11,3 %) und China (9,9 %). Wichtigste ExportgĂŒter waren mit ĂŒber 90 % Anteil Erdöl und Erdölprodukte.

Vision 2035

Dem mittel- und langfristigen Umbau der Wirtschaftsstruktur widmet sich Kuwait seit 2010 im Rahmen der Kuwait Vision 2035 (seit 2017 unter dem Titel „New Kuwait“) bzw. in jeweils fĂŒr 4–5 Jahre geltende EntwicklungsplĂ€nen. Damit will Kuwait dem erklĂ€rten Ziel nĂ€her kommen, seine Wirtschaft zu diversifizieren und zum Handels- und Finanzzentrum in der Region aufzusteigen. Dem stehen aber SchwĂ€chen der Verwaltung und langsame Entscheidungsprozesse sowie der strukturelle Konflikt Regierung/Parlament entgegen. Der Entwicklungsplan fĂŒr die Jahre 2015–2020 hat einen Umfang von 34 Milliarden KWD (> 100 Milliarden EUR) und enthĂ€lt zahlreiche lang diskutierte Großprojekte u. a. aus den Bereichen Infrastruktur, Tourismus, wie der Bau einer U-Bahn und einer Eisenbahn, der Ausbau des Flughafens, Kraftwerke etc. Zuweisungen erfolgten 2014 in Höhe von 7,5 Milliarden KWD (22,5 Milliarden EUR), 2015 in Höhe von 12 Milliarden KWD (36 Milliarden EUR). Nach Aussage der Regierung soll es KĂŒrzungen oder Verschiebungen bei den Großprojekten, die im Entwicklungsplan enthalten sind, trotz Haushaltsdefizits nicht geben.

Katar und Saudi-Arabien haben vergleichbare EntwicklungsplÀne vorgelegt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 65,3 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 47,1 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 16,6 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 20,2 Milliarden US-Dollar oder 18,6 % des BIP. Kuwaitische Staatsanleihen werden von der Ratingagentur Standard & Poor’s mit der Note AA bewertet und stehen damit nur eine Note hinter der Bestnote (Stand: Dezember 2018).

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 2,2 %
  • Bildung: 3,8 %
  • MilitĂ€r: 5,3 %

Infrastruktur

Das sehr gut ausgebaute Straßennetz Kuwaits umfasst etwa 3600 Kilometer. Kuwait verfĂŒgt ĂŒber einen Industriehafen sowie vier ErdölhĂ€fen. Der internationale Flughafen liegt nahe der Hauptstadt. Mit den milliardenschweren Einnahmen aus dem Ölsektor und ermutigt durch den Sturz Saddam Husseins hat das Land eine Diversifizierung der Wirtschaft in Angriff genommen. Ein moderner Containerhafen soll gebaut und eine Insel in einen Touristenkomplex umgewandelt werden.

Es gibt PlĂ€ne zum Bau einer U-Bahn in Kuwait, deren Strecken sich auf vier Linien aufteilen und 171 Kilometer lang sein sollen. Das jĂ€hrliche Fahrgastaufkommen wird auf 69,1 Millionen Passagiere geschĂ€tzt. Geplant war der Baubeginn fĂŒr den Herbst 2011 und die Fertigstellung fĂŒr das FrĂŒhjahr 2016. Im Januar 2020 waren noch keine Baumaßnahmen getroffen worden. Die Gesamtkosten werden auf 11,3 Milliarden US-Dollar beziffert, die zu 24 % vom kuwaitischen Staat, 26 % vom Auftragnehmer und die restlichen 50 % durch einen Börsengang aufgebracht werden sollen. Dieser Ansatz ist Teil der von Kuwait angedachten Strategie, fĂŒr Innovationen bei öffentlichen Projekten privates Kapital zu nutzen.

Kuwait U-Bahn-VorschlÀge:

  • Linie 1: LĂ€nge 23,7 km, 19 Stationen
  • Linie 2: LĂ€nge 21,0 km, 27 Stationen
  • Linie 3: LĂ€nge 24,0 km, 15 Stationen
  • Linie 4: LĂ€nge 22,7 km, 16 Stationen

In spÀteren Ausbauphasen soll dann die Linie 1 um 23,6 auf 57,3 Kilometer und die Linie 2 um 16,4 auf 37,4 Kilometer verlÀngert werden.

Außerdem gibt es PlĂ€ne von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein etwa 2000 Kilometer langes Eisenbahnnetz in der Golfregion zu errichten. Davon wĂŒrden um die 505 Kilometer zweigleisiger Strecke, elektrifiziert mit 50 kV Wechselstrom, in Kuwait verlaufen.

Literatur

  • Michael S. Casey: The History of Kuwait. Greenwood, Westport 2007, ISBN 978-0-313-34073-4.
  • Christian Koch: Interessengruppen und politische Entwicklung in einem arabischen Golfstaat. Das Emirat Kuwait (Islamkundliche Untersuchungen; Band 232). Verlag Schwarz, Berlin 2000, ISBN 3-87997-285-0 (zugl. Dissertation, UniversitĂ€t Erlangen 1999).
  • Friedrich H. Kochwasser: Kuwait. Geschichte, Wesen und Funktion eines modernen arabischen Staates. zweite, durchgesehene Auflage 1975. Erdmann, TĂŒbingen/Basel, ISBN 3-7711-0108-5.
  • Hanns-Uve Schwedler: Arbeitsmigration und urbaner Wandel. Eine Studie ĂŒber ArbeitskrĂ€ftewanderung und rĂ€umliche Segregation in orientalischen StĂ€dten am Beispiel Kuwaits. Reimer Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-496-00837-7 (zugl. Dissertation, TU Berlin 1985).
  • Hanns-Uve Schwedler: Stadtstaat in der Krise? In: Fred Scholz (Hrsg.): Die kleinen Golfstaaten. 2. Auflage. Klett-Perthes Verlag, Gotha 1999, ISBN 3-623-00695-5, S. 117–147.
  • Hanns-Uve Schwedler: Kuwait. Stadtentwicklung im Wandel der Zeiten. In: GĂŒnther Meyer (Hrsg.): Die Arabische Welt im Spiegel der Kulturgeographie. Zentrum fĂŒr Forschung zur Arabischen Welt, Mainz 2004, ISBN 3-88250-330-0, S. 92–101.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Kuwait
  • Linksammlung Kuwait (englisch)
  • Kuwaitisches Staatsfernsehen (live)
  • Kuwait im CIA World Factbook (englisch)
  • Informationen des AuswĂ€rtigen Amtes
  • Kuwait City bei goruma
  • Kuwaiti-Slovak Archaeological Mission (KSAM) (englisch)
  • Karte Metro Kuwait (englisch)
  • Wolfgang G. Schwanitz: German-Kuwaiti Relations. Webversion 3-2009 (englisch; PDF; 2,7 MB)

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
KW.AH Al Ahmadi  
KW.KU Al Asimah  
KW.FA Al Farwaniyah  
KW.JA Al Jahrah  
KW.HW Hawalli  
Mubarak Al-Kabeer  
 

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Flagge: Kuwait

Name englisch: Kuwait
Hauptstadt: Kuwait City
Kfz: KWT
ISO: KW
ISO3: KWT
Fläche: 17820 km²
Tld: .kw
Wärung Einheit: KWD
Währung: Dinar
Vorwahl: 965

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 30.1036993
südlichster Punkt: 28.5244463
westlichster Punkt: 46.5530399
östlichster Punkt: 48.4304579


 
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