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Staat Informationen : Kuwait

Informationen:


Der Staat Kuwait ([kuňąvaÕúit], auch [ňąkuňźvaÕúit]; arabisch ōßŔĄŔÉŔąŔäō™, DMG al-Kuwait, deutsch auch: Kuweit) ist ein Emirat in Vorderasien auf der Arabischen Halbinsel. Er grenzt im Norden und Westen an den Irak (240 Kilometer gemeinsamer Grenzverlauf), im S√ľden an Saudi-Arabien (222 Kilometer) und im Osten an den Persischen Golf (499 Kilometer). √úber 70¬†% der gesamten Bev√∂lkerung lebt in der gleichnamigen Stadt Kuwait.

Staatsreligion ist der Islam, die Amtssprache ist Arabisch und das Land wird als konstitutionelle Monarchie regiert.

Geographie

Der Gro√üteil des Landes geh√∂rt zur W√ľste ad-Dibdiba. Abgesehen von dem k√ľstennahen H√∂henstreifen der Zaur-Berge an der Bucht von Kuwait und vereinzelten H√ľgeln ist das Gel√§nde fast eben. Im Inneren befinden sich einige Oasen. Die 40 Kilometer lange Bucht von Kuwait teilt die K√ľste in zwei Teile. Nach Norden ziehen sich die Schwemmlandablagerungen zum Schatt al-Arab. An der S√ľdspitze der Bucht liegt die Hauptstadt mit ihrem gesch√ľtzten Naturhafen. S√ľdlich davon befinden sich die gro√üen Erd√∂lfelder, die mit den saudischen Vorkommen in Verbindung stehen. Nach S√ľdwesten steigt das Land allm√§hlich an. Die h√∂chste Erhebung (290 Meter) liegt im Sandsteinplateau an der Westspitze des Staatsgebiets. Die Westgrenze zum Irak zieht sich entlang des Wadi al-Batin, eines nur zeitweilig wasserf√ľhrenden Trockenflusstales. Zu Kuwait geh√∂ren neun Inseln. Bubiyan, die gr√∂√üte Insel, ist durch eine 2400 Meter lange Br√ľcke mit dem Festland verbunden. Nach der Befreiung im Jahre 1991 wurde die Insel in eine Milit√§rbasis umgewandelt. Zivilisten haben zurzeit keinen Zugang zu Bubiyan. Die restlichen acht Inseln hei√üen: Auha, Failaka, Kubbar, Miskan, Qaruh, Umm al-Maradim, Umm an-Namil und Warba.

Kuwait m√∂chte auf dem S√ľdzipfel einer Halbinsel etwa 30 Kilometer n√∂rdlich des Stadtzentrums von Kuwait die Planstadt Madinat al-Hareer (Stadt der Seide) f√ľr 700.000 Einwohner auf einer Fl√§che von 250 Quadratkilometern bauen. Spektakul√§rer Mittelpunkt der durch viele Wasserfl√§chen aufgelockerten Urbanisation soll der 1001 Meter hohe Wolkenkratzer Burj Mubarak al-Kabir werden; die Planung hat Kuhne & Associates √ľbernommen, die Stadt soll bis 2030 vollendet sein.

Abgesehen von einigen Oasen, in denen Dattelpalmen gedeihen, ist das Land W√ľste ohne nennenswertes Tierleben und mit nur sp√§rlicher Strauchvegetation. Nur nach den winterlichen Regenf√§llen w√§chst f√ľr kurze Zeit auch Gras. Die reichen Fischgr√ľnde und die Krabbenb√§nke in den K√ľstengew√§ssern waren durch die √Ėlpest Anfang der 1990er Jahre bedroht.

Klima

In der hei√üen Jahreszeit (Mai bis September) herrschen mittlere Temperaturen um 30¬†¬įC; es kann aber bis zu 50¬†¬įC hei√ü werden. In den Wintermonaten ist es dagegen milder (13 bis 15¬†¬įC), tags√ľber bis zu 25¬†¬įC, nachts bis unter 0¬†¬įC. In dieser Zeit fallen auch die kargen Niederschl√§ge von 10 bis 220 Millimetern im Jahr. Die Wassertemperaturen in der Bucht betragen im Sommer um 30¬†¬įC, im Winter 20¬†¬įC.

Bevölkerung

Demografie

Kuwait hatte 2020 4,3 Millionen Einwohner. Mit 61 % ist der Bevölkerungsanteil der Männer erheblich größer als der der Frauen. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 1,5 %. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2020 bei 36,8 Jahren. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2020 statistisch bei 2,1. Die Lebenserwartung der Einwohner Kuwaits ab der Geburt lag 2020 bei 75,6 Jahren (Frauen: 76,7, Männer: 74,9).

Die Bev√∂lkerungsstruktur Kuwaits ist von dem sehr hohen Anteil ausl√§ndischer Arbeitskr√§fte und ihrer Angeh√∂rigen gepr√§gt (rund 60¬†% aller Einwohner). Von den rund 4,3 Millionen Einwohnern sind nur etwa 33¬†% Kuwaiter. 150.000 bis 180.000 Beduinen und die √ľbrigen Einwohner, die aus dem Iran, Indien, Pakistan, und vielen anderen ‚Äď haupts√§chlich arabischen und s√ľdostasiatischen ‚Äď L√§ndern zugewandert sind, besitzen nicht die kuwaitische Staatsb√ľrgerschaft. Die Beduinen und die Zuwanderer sind den Staatsb√ľrgern gegen√ľber gesellschaftlich benachteiligt. Im Jahre 2017 war der Migrantenanteil auf 75,5¬†% der Bev√∂lkerung gestiegen und z√§hlt damit zu den weltweit h√∂chsten. H√§ufigste Herkunftsl√§nder waren Indien (1.160.000 Personen), √Ągypten (420.000) und Bangladesch (380.000).

Amtssprache ist Arabisch, Umgangssprache der Kuwaitis untereinander ist Irakisch-Arabisch. Handelssprache ist Englisch.

Religion

Die Bev√∂lkerung ist √ľberwiegend muslimisch, davon sind 65¬†% Sunniten und 35¬†% Schiiten. Der Islam ist Staatsreligion. Der r√∂misch-katholischen Kirche geh√∂ren 6¬†% der Bev√∂lkerung an. Die restlichen 9¬†% umfassen vorwiegend andere christliche Konfessionen, Hindus und Parsen.

Gesundheit und Bildung

Die Staatsb√ľrger sind durch ein umfassendes Sozialversicherungssystem abgesichert. Im Jahr 2020 praktizierten in Kuwait 23,4 √Ąrtzinnen und √Ąrzte je 1000 Einwohner. Die hohe Verbreitung von √úbergewicht gilt als gro√ües Gesundheitsproblem in Kuwait. 2016 waren 73,4¬†% der erwachsenen Bev√∂lkerung √ľbergewichtig und 37,9¬†% waren adip√∂s. Beides wird weltweit nur noch von einigen kleinen Pazifikinseln √ľbertroffen. Als Gr√ľnde gelten die zunehmende Verbreitung westlicher Essgewohnheiten (Fast Food) und zu wenig Bewegung aufgrund fast ganzj√§hrig hei√üem Klima.

Es besteht allgemeine Schulpflicht f√ľr 6- bis 14-J√§hrige bei kostenlosem Unterricht. Die Analphabetenquote ist r√ľckl√§ufig (1980: 40¬†%, 2015: 3,7¬†%). Die erste der zwei Universit√§ten des Landes wurde 1954 gegr√ľndet.

Verwaltung

Kuwait ist in sechs Gouvernements (arabisch ŔÖō≠ōßŔĀōłō©, DMG muŠł•ńĀfaŠļďa) gegliedert, n√§mlich al-Ahmadi, al-Asima, al-Farwaniyya, al-Dschahra, Hawalli und Mubarak al-Kabir.

Die Gouvernements sind wiederum in zahlreiche Bezirke (arabisch ŔÖŔÜōßō∑ŔźŔā, DMG minŠĻ≠aqah) unterteilt (im Englischen areas, auf Deutsch auch Distrikte).

Politik

Politisches System

Bis 1991 war Kuwait eine absolute Monarchie unter der Herrschaft der Familie as-Sabah.

Gemäß der Verfassung von 1962, zuletzt geändert 1997, ist Kuwait jetzt eine konstitutionelle Erbmonarchie. Der Emir ist sowohl weltliches als auch geistliches Staatsoberhaupt. Er ernennt und entlässt die Regierung und kann außerdem das Parlament auflösen. Das Rechtssystem orientiert sich am islamischen Recht (Scharia) und an britischen Vorbildern.

Erst zwischen 1991 und 1996 wurde ein Parlament (Nationalversammlung) gebildet. Das Parlament besteht aus 50 Mitgliedern, die alle vier Jahre gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle Kuwaiter im Alter ab 21 Jahren, ausgenommen sind Angehörige des Militärs und der Sicherheitskräfte. Die Regierung ist auf ein gewisses Vertrauen im Parlament angewiesen.

Kuwait ist Mitglied der UN, der Arabischen Liga, des GATT, der OPEC und der OAPEC.

Politische Indizes

Innenpolitik

Im Alter von 77 Jahren verstarb am 15. Januar 2006 Emir Dschabir al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, der schon seit einigen Jahren nach einem Schlaganfall seinen Amtspflichten nicht mehr nachkommen konnte. In √úbereinstimmung mit der Verfassung wurde zuerst der 76-j√§hrige Kronprinz Scheich Sa'ad al-Abdallah as-Salim as-Sabah, ein Cousin des Verstorbenen, von der Regierung zum neuen Emir proklamiert. Da dessen Gesundheit ebenfalls stark angeschlagen war, hatte die Mehrheit der Herrscherfamilie vorgeschlagen, dass Scheich Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, ein Halbbruder des verstorbenen Emirs, die Herrschaft √ľbernehmen sollte. Sa'ad war sogar zu schwach, um seinen Amtseid vor dem Parlament abzulegen. Auf Antrag der Regierung trat das Parlament am 24. Januar 2006 zusammen und beschloss im Konsens, Scheich Sa'ad seines Amtes zu entheben. Am 29. Januar wurde Scheich Sabah vom Parlament als Emir best√§tigt und legte seinen Amtseid ab. Dieser Vorgang war ein Bruch des bisherigen Usus in der Dynastie as-Sabah, dass das Amt zwischen den beiden Zweigen (al-Dschabir und as-Salim) der Herrscherfamilie wechseln sollte.

Dar√ľber hinaus war die Absetzung eines amtsunf√§higen Herrschers durch das Parlament ein Novum nicht nur in der Geschichte Kuwaits, sondern in der ganzen Golfregion. Am 20. Februar best√§tigte das Parlament das Kabinett des Emirs. Dieser l√∂ste dann am 21. Mai das Parlament auf und setzte Neuwahlen f√ľr den 29. Juni an. Diesem Schritt war ein heftiger Streit zwischen Regierung und Parlament um die Neueinteilung der Wahlkreise vorangegangen. Eine Gruppe oppositioneller Abgeordneter hatte sich der von der Regierung vorgeschlagenen Reduzierung der Wahlkreise von 25 auf 10 widersetzt und stattdessen eine Reduzierung auf nur noch f√ľnf vorgeschlagen. Dadurch sollte die Bevorzugung bestimmter Bev√∂lkerungsteile, die aus dem Missverh√§ltnis zwischen der Zahl der Einwohner und der Abgeordneten je Wahlkreis erwachsen war, etwas vermindert werden. Doch weder die Vorlage der Regierung noch jene der Opposition fand im Parlament die notwendige Mehrheit, so dass die Regierung den Emir um die Aufl√∂sung gebeten hatte.

Einen solchen Pr√§zedenzfall, der den Vorrang des Herrscherhauses gegen√ľber den Parlamentariern geschm√§lert h√§tte, wollte man in jedem Fall vermeiden. Bei den Wahlen gelang es den oppositionellen Kr√§ften, die Zahl ihrer Mandate von bisher 26 auf 33 in der 50 Sitze z√§hlenden Kammer zu erh√∂hen. Von diesen werden rund 15 den Islamisten zugerechnet, sieben gelten als Liberale, zehn als Reformisten. 17 Abgeordnete gelten als der Regierung gegen√ľber loyal gesinnt. Da die Kabinettsmitglieder im Parlament stimmberechtigt sind, ist das Kr√§fteverh√§ltnis dort g√ľnstiger f√ľr die Regierung als es auf den ersten Blick scheinen will. Am 16. Mai 2005 hatte das Parlament mit 35:23 Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen, dass Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhalten. ‚ÄěIch will, dass unsere Frauen uns beim Bau unseres Landes und unserer Zukunft helfen.‚Äú sagte Ministerpr√§sident Scheich Sabah al-Ahmad as-Sabah. Bei den Wahlen im Juni 2006 zog keine der 28 Kandidatinnen ins Parlament ein, obwohl Frauen 57 Prozent der W√§hlerschaft stellen.

Bei den darauffolgenden Parlamentswahlen im Mai 2009 zogen schließlich vier Frauen in das Parlament ein.

Am 29. September 2020 verstarb Emir Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah im Alter von 91 Jahren und als Nachfolger wurde am 30. September 2020 sein Halbbruder Nawaf al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah als Emir vereidigt.

Außenpolitik

Die Au√üenpolitik des Landes wird von der Geschichte und der geopolitischen Lage des Landes zwischen Saudi-Arabien, dem Irak und dem Iran bestimmt. Eine enge Sicherheitspartnerschaft besteht mit den Vereinigten Staaten, die als Garant f√ľr die staatliche Unabh√§ngigkeit Kuwaits fungieren. 2004 wurde Kuwait zum Major non-NATO ally ernannt.

Die diplomatischen Beziehungen zum n√∂rdlichen Nachbarn Irak wurden am 2. August 2004 wieder aufgenommen, im Juli 2008 entsendete Kuwait erstmals seit 1990 wieder einen Botschafter nach Bagdad, der irakische Botschafter nahm im M√§rz 2010 seine Arbeit auf. Das Verh√§ltnis der beiden L√§nder bleibt jedoch weiterhin belastet, Hauptursachen hierf√ľr sind die noch ausstehenden irakischen Reparationszahlungen von 23,3 Milliarden US-Dollar sowie der von den Vereinten Nationen festgelegte Grenzverlauf. Diesen hatte Saddam Hussein zwar 1994 anerkannt, die Anerkennung wurde von der neuen Regierung allerdings nicht erneut best√§tigt.

Menschenrechte

Meinungsäußerung und Versammlungs- und Pressefreiheit

Die Rechte auf freie Meinungs√§u√üerung und Versammlungsfreiheit werden laut amnesty international in Kuwait empfindlich eingeschr√§nkt. Besonders betroffen sind tausende staatenloser Bidun mit Wohnsitz in Kuwait. Sie erhalten keine Staatsb√ľrgerschaft und haben damit keinen gleichberechtigten Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem sowie zum Arbeitsmarkt. Teilweise geht die Bereitschaftspolizei mit exzessiver Gewalt gegen diese Minderheit vor.

Bei der Situation der Pressefreiheit im Land gibt es laut der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen ‚Äěerkennbare Probleme‚Äú, sie ist jedoch die drittbeste innerhalb der L√§nder der Arabischen Liga. In Kuwait sitzt ein Journalist in Haft.

Seit 2014 hat das kuwaitische Informationsministerium tausende B√ľcher verboten, darunter zahlreiche Klassiker der Weltliteratur wie Der Gl√∂ckner von Notre-Dame, Hundert Jahre Einsamkeit und Die Br√ľder Karamasow.

Frauenrechte

Frauen werden laut Amnesty durch Gesetze sowie im t√§glichen Leben diskriminiert. 2011 hatten Jura-Absolventinnen Klagen gegen das Justizministerium auf Einstellung eingereicht. Das Ministerium hatte Stellen mit dem Hinweis ausgeschrieben, sie seien M√§nnern vorbehalten. Im September 2012 k√ľndigte der Oberste Justizrat an, Frauen k√∂nnten sich auf eine Reihe von Stellen bei der kuwaitischen Staatsanwaltschaft und im Justizwesen bewerben und reagierte damit auf die anh√§ngigen Klagen der Frauen.

Frauenwahlrecht

Kuwait ist eine konstitutionelle Monarchie. Seit 1999 haben m√§nnliche Kuwaiter ein Wahlrecht. Im Mai 1999 erlie√ü der Emir Dschabir al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah ein Dekret, das das Frauenwahlrecht garantierte, aber die Nationalversammlung verweigerte die Zustimmung, sodass das Dekret im November fallen gelassen wurde. Eine aktive Frauenbewegung baute auf die Einstellung des Emir und setzte sich f√ľr das Frauenwahlrecht ein; dabei handelte es sich nicht um Protestaktionen, sondern um Loyalit√§tsbekundungen f√ľr den Herrscher, der sich f√ľr das Frauenwahlrecht ausgesprochen hatte. Die technische Entwicklung schuf neue M√∂glichkeiten der Mobilisierung: Die Wirtschaftswissenschaftlerin Rola Dashti organisierte 2005 Protestaktionen von M√§dchen auf den Stra√üen, zu denen sie √ľber ihr Handy aufrief.

Am 16. Mai 2005 erhielten Frauen durch einen Parlamentsbeschluss mit 35 zu 23 Stimmen das allgemeine aktive und passive nationale Wahlrecht. Als mehrdeutiges Zugest√§ndnis an die Fundamentalisten wurde die Formulierung aufgenommen, dass Frauen w√§hrend des Wahlkampfes und der Wahl die islamischen Gesetze einhalten mussten. In der Wahl, die auf die Erteilung des Wahlrechts folgte, wurde keine einzige Kandidatin ins Parlament gew√§hlt. Zwei Frauen wurden in die Regierung, die 16 Mitglieder hat, ernannt, und wurden dadurch im Parlament stimmberechtigt. 2005/2006 traten Gesetze in Kraft, die die Redefreiheit und die Freiheit der Medien, die Regierung zu kritisieren, einschr√§nkten. 2009 wurden Dashti und zwei andere Frauen als erste ins Parlament gew√§hlt. Dashti wurde 2012 Ministerin f√ľr staatliche Planungs- und Entwicklungsfragen.

In der aktuellen Regierung (Januar 2019) sind zwei der f√ľnfzehn Mitglieder Frauen. Unter den f√ľnfzig Parlamentsabgeordneten (nach der Wahl vom 26. November 2016) ist nur eine Frau (Januar 2019).

Rechtsstaatlichkeit und Todesstrafe

Kuwait verh√§ngt die Todesstrafe. Jedoch wurden von neun im Jahr 2012 verh√§ngten Todesurteilen vier in Haftstrafen umgewandelt. Mindestens ein H√§ftling starb 2012 in Gewahrsam, nachdem er offenbar gefoltert und anderweitig misshandelt worden war. Todesurteile werden bei einem Berufungsgericht verhandelt und dann dem H√∂chsten Gerichtshof vorgelegt, ehe der Emir √ľber die Urteile zu entscheiden hat. Im Falle einer Zustimmung und einer Nicht-Umwandlung des Urteils in eine lebenslange Haftstrafe ist das Urteil nicht mehr verhandelbar und somit rechtskr√§ftig. Menschen, die nicht zurechnungsf√§hig und unter 18 Jahren sind, werden nicht zum Tode verurteilt. Es k√∂nnen aber auch Ausl√§nder und Frauen hingerichtet werden. Bei Vergehen wie Mord, Vergewaltigung, Drogenhandel, Terrorismus oder Kidnapping wird die Todesstrafe zwingend verh√§ngt. Die Todesstrafe wurde allerdings 2007 vor√ľbergehend ausgesetzt. Im Jahr 2013 richtete der Staat Kuwait, erstmals seit 2007, wieder f√ľnf M√∂rder hin. Danach wurden im Januar 2017, zusammen mit einem Mitglied der kuwaitischen K√∂nigsfamilie, insgesamt sieben Menschen hingerichtet. In Kuwait werden Hinrichtungen √∂ffentlich durch den Strang vollstreckt.

Arbeitnehmerrechte

Besonders der Schutz von Arbeitsmigranten aus Asien ist in Kuwait unzureichend. Immer wieder kommt es in Kuwait zum √úbergriff auf weibliche Haushaltshilfen. Sie werden teilweise von ihren kuwaitischen Arbeitgebern geschlagen, seelisch terrorisiert oder sexuell missbraucht. Die Philippinen, Nepal und Indonesien haben es 2011 und 2012 ihren Staatsb√ľrgerinnen verboten, sich von Kuwait und anderen arabischen Staaten anwerben zu lassen. Nach Einsch√§tzung des US-Au√üenministeriums ist die Misshandlung von Haushaltshilfen in Kuwait so verbreitet, dass dies den Tatbestand des Menschenhandels erf√ľllt.

Der UN-Ausschuss f√ľr die Beseitigung der Rassendiskriminierung empfahl Kuwait 2012 Gesetze zu erlassen, um ausl√§ndische Arbeitskr√§fte und Hausangestellte zu sch√ľtzen und ihre Rechte gem√§√ü internationalen Standards zu gew√§hrleisten. Kuwait ist Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), erf√ľllt aber deren √úbereinkommen nicht.

Die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen der etwa 260.000 Arbeitsmigranten aus den Philippinen, haupts√§chlich Frauen, welche als Haushaltsangestellte besch√§ftigt sind, f√ľhrte zu einer diplomatischen Krise zwischen Kuwait und ihrem Heimatland. Ausl√∂ser dieser war gegen Jahresbeginn 2018 die Entdeckung des Leichnams der 29-j√§hrigen philippinischen Hausangestellten Joanna D. in einer K√ľhltruhe, worauf ihre Arbeitgeber am 1. April in Abwesenheit wegen Mordes zum Tode verurteilt wurden. Nach dem Fund setzten die Philippinen die Ausstellung von Auslandsbescheinigungen am 19. Januar 2018 und verh√§ngten am 12. Februar ein Entsendungsverbot f√ľr philippinische Gastarbeiter nach Kuwait. Dar√ľber hinaus wurde vom Au√üenministerium angek√ľndigt, dass 10.000 Philippiner aus Kuwait zur√ľckgeholt w√ľrden. Darauf reagierte die kuwaitische Regierung, nachdem bekannt geworden war, dass Mitarbeiter der philippinischen Botschaft Landsleuten dabei geholfen hatten, vor ihren Arbeitgebern zu fliehen, indem sie am 25. April den philippinischen Botschafter auswies und den eigenen Botschafter aus Manila abrief. Der Botschaft der Philippinen wurde eine Verletzung der kuwaitischen Souver√§nit√§t vorgeworfen und ihre Mitarbeiter wurden des Menschenschmuggels bezichtigt und verhaftet. Der Konflikt konnte durch ein am 11. Mai unterzeichnetes Abkommen, welches unter anderem das Recht philippinischer Arbeiter vorsah, ihr Mobiltelefon und ihren Pass zu behalten, welche bisher von kuwaitischen Arbeitgebern eingezogen wurden, beigelegt werden. Zudem wurden Zusicherungen hinsichtlich des Rechts auf Kost und Logis sowie Arbeitskleidung und Krankenversicherung gemacht. K√ľnftig sollen Arbeitsvertr√§ge nur nach zuvor von der philippinischen Botschaft erfolgter Zustimmung abgeschlossen werden.

Militär

Kuwait gab 2017 knapp 5,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 6,8 Milliarden US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus. Die Verteidigungsausgaben als Anteil der Wirtschaftsleistung geh√∂ren zu den h√∂chsten der Welt.

Geschichte

Die Geschichte des W√ľstenstaates liegt bis zum Beginn der Neuzeit weitgehend im Dunkeln. Arch√§ologische Funde lassen jedoch vermuten, dass die Insel Failaka schon im 3. Jahrtausend v. Chr. ein Handelsst√ľtzpunkt war und vom 3. Jh. v. Chr. an in der Einflusssph√§re des Seleukidenreiches lag. Im 3. Jh. n. Chr. wurde das heutige Kuwait dem Persischen Reich einverleibt; ab 630 geh√∂rte es zum Kalifat der Umayyaden, sp√§ter der Abbasiden und wurde islamisiert. Mitte des 13. Jh. zerfiel das Reich nach dem Mongoleneinfall. Im fr√ľhen 16. Jh. gelangten Portugiesen in die Region.

Osmanische Herrschaft

Im selben Jahrhundert wurde das Gebiet ein wegen seiner Randlage kaum beachteter Teil des Osmanischen Reiches. 1756 gelangte die bis heute herrschende Familie As-Sabah aus dem Inneren der Arabischen Halbinsel an die Herrschaft; Kuwait wurde ein von den Osmanen zunehmend unabh√§ngiges Scheichtum. Aufgrund seiner geopolitischen Lage gewann das Emirat in der Folgezeit eine von Osmanen und Briten umworbene Stellung am Persischen Golf. Als die Bedrohung durch die Osmanen zu gro√ü wurde, stellte Scheich Mubarak as-Sabah 1899 sein Land unter britischen Schutz. Der Preis war die Zusicherung, Beziehungen zu anderen Staaten nur mit britischer Zustimmung anzukn√ľpfen. Damit erreichte London, dass das 1903 begonnene deutsch-osmanische Projekt der Bagdad-Bahn nicht bis zum Golf weitergef√ľhrt werden konnte.

Britische Herrschaft

Nach der Niederlage der Osmanen im Ersten Weltkrieg erkl√§rten die Briten Kuwait zu einem selbst√§ndigen Emirat unter britischer Schutzherrschaft. Ab 1919 gab es mehrere Feldz√ľge der Wahhabiten gegen Kuwait, zudem gab es immer wieder Grenzkonflikte mit dem Nadschd. Die endg√ľltigen Grenzen wurden am 2. Dezember 1922 im Protokoll von Uqair festgelegt. Im Jahre 1940 erkannte Saudi-Arabien Kuwait als unabh√§ngigen Staat an. Ab 1922 schirmte die neugeschaffene Neutrale Zone, die auf Veranlassung der Briten zustande gekommen war, das Emirat von Saudi-Arabien und vom Irak ab. 1938 wurde das erste Erd√∂l gefunden, und von 1946 an entwickelte sich Kuwait zu einem der gr√∂√üten Erd√∂lproduzenten am Persischen Golf. Gro√üe Teile der enormen Einnahmen wurden zur Modernisierung, z.¬†B. zum Ausbau sozialer Einrichtungen, verwendet. 1960 war Kuwait Gr√ľndungsmitglied der OPEC.

Unabhängigkeit

Am 19. Juni 1961 wurde das Land unabh√§ngig. Gebietsanspr√ľche des benachbarten Irak f√ľhrten zum Abschluss eines Milit√§rabkommens mit Gro√übritannien (von Kuwait 1971 gek√ľndigt) und 1973 zur Einf√ľhrung der allgemeinen Wehrpflicht. Der Irak erkannte die Unabh√§ngigkeitserkl√§rung Kuwaits nicht an und erkl√§rte das Emirat zu einem Teil des irakischen Staates. Der irakische Ministerpr√§sident Abd al-Karim Qasim drohte im Sommer 1961 mit einem Einmarsch. Im Juni meldete der britische Botschafter im Irak Truppenbewegungen in der Region Basra nahe Kuwait nach London. Er erwartete eine Offensive f√ľr den 14. Juli, den Jahrestag der irakischen Revolution.

Die britische Regierung hatte bereits im Jahr zuvor unter dem Decknamen Operation Vantage einen Plan f√ľr diesen Fall beschlossen. Es sah ein Eingreifen des Middle East Command der britischen Streitkr√§fte von seinen St√ľtzpunkten am Persischen Golf und in Kenia aus vor. Gro√übritannien entschied sich am 29. Juni 1961 f√ľr die Einleitung der Operation. Dies bedeutete vorerst nur, dass die US-amerikanische Regierung um ihr Einverst√§ndnis gebeten und der britische Vertreter in Kuwait Emir Abdullah III. aufsuchte, um ihn zu einer offiziellen Anforderung britischer Truppen zu bewegen, was die Operation politisch und diplomatisch absichern sollte. Als am Folgetag beide Anfragen positiv beschieden waren, wurde am Abend Operation Vantage in Kraft gesetzt. Innerhalb weniger Tage waren rund 7000 britische Soldaten in Kuwait gefechtsbereit. Die irakische Invasion blieb daraufhin aus, es kam aber zu Missfallensbekundungen innerhalb Kuwaits und in der arabischen Welt, sp√§ter auch von Seiten der USA wegen der Anwesenheit ausl√§ndischer Truppen. Mit Unterst√ľtzung der Briten trat Kuwait daraufhin am 20. Juli der Arabischen Liga bei und bewegte die Organisation zur Entsendung einer Friedenstruppe in das Land. Im August trafen die ersten arabischen Soldaten in Kuweit ein, am 27. August begann der britische Abzug, der am 10. Oktober abgeschlossen war. Allerdings beschloss die britische Regierung im Herbst 1961 unter dem Namen Operation Sodabread einen Plan zur schnellen milit√§rischen R√ľckkehr nach Kuwait, der in den folgenden Monaten umgesetzt wurde.

Die Aufnahme des Emirats in die Arabische Liga erfolgte unter heftigem Protest der Iraker, die bis 1963 mit Hilfe der Sowjetunion einen UN-Beitritt verhinderten. Die Anerkennung Kuwaits durch den Irak erfolgte erst nach dem Sturz Qasims im Jahre 1963, im selben Jahr wurde ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen unterzeichnet. 1966, 1969, 1973 und 1976 kam es zu verschiedenen Grenzkonflikten, bei dem irakische Truppen kuwaitisches Territorium besetzten, 1977 wurde zwischen beiden L√§ndern ein neues Grenzabkommen unterzeichnet. Vom Beginn der 1960er Jahre an erstarkten auch in Kuwait panarabische Gruppierungen, deren politische Aktivit√§ten in der Folgezeit jedoch ebenso unterbunden werden konnten wie die anderer Gruppen, z.¬†B. der Pal√§stinenser. Viele von ihnen wurden ausgewiesen. Nach dem Sechstagekrieg 1967 wandte das Emirat gro√üe Summen zur Unterst√ľtzung der israelischen Kriegsgegner √Ągypten und Jordanien auf.

Der iranisch-irakische Krieg, der 1980 ausgebrochen war, bedrohte im Laufe der Zeit zunehmend den lebenswichtigen √Ėlexport Kuwaits. Nach wiederholten iranischen Luftangriffen auf kuwaitische Schiffe lie√ü das Land 1987 seine Tanker ‚Äěumflaggen‚Äú: Sie fuhren bis zum Ende des Ersten Golfkrieges, in dem Kuwait den Irak unterst√ľtzte und weshalb das Land im Oktober 1981 Ziel mehrerer iranischer Luftangriffe war, unter der Flagge der USA. 1981 war das Land Gr√ľndungsmitglied des Golf-Kooperationsrates.

Zweiter Golfkrieg

Nach einem politischen Streit um ein an der irakisch-kuwaitischen Grenze gelegenes √Ėlfeld marschierten am 2. August 1990 irakische Truppen in Kuwait ein. Nach der Absetzung des Emirs und der Regierung wurde das kuwaitische Staatsgebiet, ungeachtet der einhelligen Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat, annektiert. Vorrangiger Grund f√ľr die Besetzung des √∂lreichen Staates war der ‚Äď durch die aufgrund des Ersten Golfkriegs bestehende hohe Verschuldung des Iraks (80 Milliarden US-Dollar) entstandene ‚Äď Konflikt zwischen beiden Staaten. Zun√§chst wurde eine Marionettenregierung unter Alaa Hussein Ali gebildet, jedoch wurde Kuwait wenige Tage sp√§ter vom Irak annektiert.

Als Reaktion auf die irakische Besetzung beschlossen die Vereinten Nationen ein Wirtschaftsembargo gegen den Irak, dem vor allem amerikanische Marineeinheiten durch eine Seeblockade Nachdruck verliehen. Trotz L√∂sungsvorschl√§gen seitens des Irak (beispielsweise dem R√ľckzug aus Kuwait und im Gegenzug Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israel und den Pal√§stinensern) scheiterte der diplomatische Weg, woraufhin im Namen der UN die Aufstellung einer multinationalen Streitmacht beschlossen und diese in Saudi-Arabien stationiert wurde. Als ein bis zum 15. Januar 1991 befristetes UN-Ultimatum zum irakischen R√ľckzug ergebnislos verstrich, wurde Kuwait im Verlauf des f√ľnfw√∂chigen Zweiten Golfkriegs am 27. Februar 1991 befreit. Nach dem Einmarsch der Iraker waren in Kuwait zahlreiche Todesopfer zu beklagen; die Infrastruktur und das industrielle Potential des Emirates wurden weitgehend zerst√∂rt. Das Ausma√ü der durch die Br√§nde auf den √Ėlfeldern und die √Ėlpest im Golf entstehenden Umweltsch√§den war zeitlich begrenzt. Der Irak anerkannte im November 1994 die erneute Unabh√§ngigkeit des Landes. Die Unterst√ľtzung des Irak durch die Pal√§stinenser w√§hrend des Zweiten Golfkrieges hatte die Vertreibung der Pal√§stinenser aus Kuwait 1991 zur Folge. Binnen weniger Tage wurden etwa 450.000 Pal√§stinenser aus Kuwait vertrieben. Die mit der Nakba vergleichbare, aber deutlich weniger beachtete Vertreibung hatte erhebliche Folgen f√ľr die PLO sowie f√ľr die Bev√∂lkerung Kuwaits.

2003 war Kuwait der Ausgangspunkt f√ľr die Invasion der US-Truppen in den Irak.

Wirtschaft

√úberblick

Das aufgrund seines √Ėlreichtums sehr finanzstarke Kuwait (Staatsreserven gesch√§tzt auf 550 Milliarden USD) hatte in den 16 Jahren vor dem √Ėlpreisverfall erheblich von hohen und stabilen √Ėlpreisen profitiert. Das Land verf√ľgt √ľber Erd√∂lreserven von 101,5 Milliarden¬†Fass √Ėl (= 8¬†% der weltweiten Vorkommen), die bei gegenw√§rtiger Produktionsh√∂he noch etwa 90 Jahre halten. Bis 2020 will Kuwait die Produktionskapazit√§t bis auf 4 Millionen Barrel pro Tag erh√∂hen. Kuwait lag 2015 an neunter Stelle der weltweiten √Ėlf√∂rderung mit einer t√§glichen Produktion von 2,85 Millionen Fass √Ėl.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2016 nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds bei 33,5 Milliarden Kuwait-Dinar (KWD, etwa 103 Milliarden EUR); das BIP pro Kopf wurde mit rund 26.000 EUR veranschlagt. Angesichts der großen Zahl (etwa 2,5 Millionen) gering verdienender Ausländer liegt das Pro-Kopf-Einkommen der kuwaitischen Staatsangehörigen wesentlich höher. Mit einem kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 66.000 US-Dollar zählt Kuwait sogar zu den 10 reichsten Ländern der Welt.

Die hohen Einnahmen aus dem √Ėlgesch√§ft werden dabei f√ľr ebenfalls hohe Ausgaben zur Befriedigung von Anspr√ľchen der kuwaitischen Bev√∂lkerung an Leistungen des Wohlfahrtsstaates verwendet. Zudem k√∂nnen Reserven angelegt werden. Kuwaits Staatsfonds, die Kuwait Investment Authority verwaltet ein Verm√∂gen von 592 Mrd. US-Dollar (Stand: 2018).

Bedingt durch die Einnahmeausf√§lle in Folge des gesunkenen √Ėlpreises ist die Finanzlage nun aber angespannter als in der Vergangenheit. Der IWF hatte schon vor dem √Ėlpreisverfall darauf hingewiesen, dass bei unver√§nderter Fortentwicklung die Einnahmen die Ausgaben schon in naher Zukunft nicht mehr decken werden. Im Haushaltsjahr 2015/2016 standen Einnahmen von 12,2 Milliarden KWD (rund 37 Milliarden EUR) Ausgaben von 19,2 Milliarden KWD (rund 58 Milliarden EUR) gegen√ľber. Ende des Haushaltsjahres (Ende M√§rz 2016) wurde damit ein Defizit von rund 7 Milliarden KWD (rund 20 Milliarden EUR) verzeichnet. Von 2015 bis 2017 stieg die Staatsverschuldung von 5¬†% auf √ľber 20¬†%. Bis 2023 geht der IWF von einem Anstieg auf ca. 47¬†% der Wirtschaftsleistung aus.

Im Jahr 2017 arbeiteten vier Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, während 27 Prozent der Arbeitenden in der Industrie beschäftigt waren und ganze 70 Prozent im Dienstleistungssektor arbeiteten. Landwirtschaft erwirtschaftete 2015 ein Prozent des BIP, der industrielle Sektor 51 Prozent und Dienstleistungen machten 48 Prozent dessen aus.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Kuwait Platz 46 von 141 L√§ndern und verbesserte sich somit im Vergleich zum Vorjahr in der Region Naher Osten und Nordafrika am meisten (Stand 2019). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2018 Platz 81 von 180 bewerteten L√§ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Bodenschätze, Energie

Der Reichtum des Landes basiert auf Erd√∂l, das seit 1946 gef√∂rdert wird. Kuwait ist Mitglied der Organisation erd√∂lexportierender L√§nder (OPEC). 94 Prozent der Einnahmen sind von Erd√∂l abh√§ngig, von dem t√§glich etwa 2,6 Millionen Barrel gef√∂rdert werden. Ein Gro√üteil davon kommt aus dem Burgan-Feld, welches das zweitgr√∂√üte √Ėlfeld der Welt ist. Der S√ľden Kuwaits liegt im Nordteil der seit 1969 zwischen Kuwait und Saudi-Arabien aufgeteilten Neutralen Zone. Alle Kosten und Einnahmen aus Bodensch√§tzen in der gesamten ehemaligen Neutralen Zone, also sowohl auf kuwaitischer als auch auf saudischer Seite, werden zu gleichen Teilen mit Saudi-Arabien geteilt.

Etwa eine Million Barrel werden in den drei Raffinerien des Landes t√§glich verarbeitet. Am 6. M√§rz 2006 gab die Regierung bekannt, dass im Norden des Landes neue bedeutende Erd√∂l- und Erdgasvorkommen entdeckt worden seien. In zwei Lagerst√§tten werden insgesamt eine Billion Kubikmeter Gas vermutet; au√üerdem wurden neue Erd√∂lfelder mit Ressourcen zwischen 10 und 13 Milliarden Barrel erkundet. Damit w√ľrde Kuwait erstmals zu einem bedeutenden Erdgasproduzenten werden und k√∂nnte zudem seine Erd√∂lreserven um zehn Prozent steigern. Kuwait ist eines der L√§nder, die in der so genannten strategischen Ellipse liegen.

Im Dezember 2013 wurde ein Programm zum Ausbau der Erneuerbaren Energien Windenergie und Photovoltaik angek√ľndigt. Bis 2030 sollen sie 15¬†% des Strombedarfes des Landes decken. Ziel ist es, das Erd√∂l vorwiegend f√ľr den lukrativen Export zu bewahren, zudem soll die Ressourcenbasis diversifiziert und klimasch√§dliche Treibhausgasemissionen vermindert werden. Ein alternativer Plan, in die Kernenergie einzusteigen und ein Kernkraftwerk zu bauen, wurde hingegen aufgegeben, da Wind- und Solarenergie nach Angaben des Elektrizit√§tsministeriums g√ľnstiger seien.

Landwirtschaft

Vier Prozent aller Erwerbst√§tigen war 2017 in der Landwirtschaft besch√§ftigt. Die Landwirtschaft ist aufgrund der klimatischen Verh√§ltnisse, der Bodenbeschaffenheit und des Wassermangels nur bedingt expansionsf√§hig. Nur 0,2 Prozent der Staatsfl√§che werden derzeit √ľber k√ľnstliche Bew√§sserung kultiviert. Angebaut werden f√ľr den heimischen Markt Datteln, Melonen und Futterklee. Zur Fleischversorgung werden vor allem Schafe, Ziegen und Rinder gehalten.

Außenhandel

Im Jahr 2017 wurden Importe im Wert von 33,6 Milliarden US-Dollar get√§tigt, welche gr√∂√ütenteils aus der Volksrepublik China (16¬†%), ferner aus den Vereinigten Staaten (10¬†%), den Vereinigten Arabischen Emiraten (9¬†%), Deutschland (6¬†%), Saudi-Arabien (6¬†%), Indien (5¬†%) und Japan (5¬†%) kamen. Hauptimportg√ľter waren Maschinen (15¬†% der Importe) und Nahrungsmittel (13¬†%), darauf folgten Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile (11¬†%), Elektronik (8¬†%) und Elektrotechnik (5¬†%).

Das Exportvolumen betrug 2017 54,8 Milliarden US-Dollar, wovon Erd√∂l und Erd√∂lerzeugnisse den √ľberwiegenden Gro√üteil ausmachten. Erd√∂l war mit ganzen 70 Prozent an den Exporten Hauptexportgut, ferner wurden Petrochemie (17¬†%), Erdgas (4¬†%), Industriechemikalien (2¬†%) und Kfz und -Teile (2¬†%) exportiert. Abnehmer waren 2017 vor allem Indien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, China sowie der Irak, Katar und der Oman, w√§hrend 2014 noch S√ľdkorea (16,7¬†%), Indien (14,9¬†%), Japan (12,3¬†%) die USA (11,3¬†%) und China (9,9¬†%) Hauptabnehmer waren.

Vision 2035

Dem mittel- und langfristigen Umbau der Wirtschaftsstruktur widmet sich Kuwait seit 2010 im Rahmen der Kuwait Vision 2035 (seit 2017 unter dem Titel ‚ÄěNew Kuwait‚Äú) bzw. in jeweils f√ľr 4‚Äď5 Jahre geltende Entwicklungspl√§nen. Damit will Kuwait dem erkl√§rten Ziel n√§her kommen, seine Wirtschaft zu diversifizieren und zum Handels- und Finanzzentrum in der Region aufzusteigen. Dem stehen aber Schw√§chen der Verwaltung und langsame Entscheidungsprozesse sowie der strukturelle Konflikt Regierung/Parlament entgegen. Der Entwicklungsplan f√ľr die Jahre 2015‚Äď2020 hat einen Umfang von 34 Milliarden KWD (> 100 Milliarden EUR) und enth√§lt zahlreiche lang diskutierte Gro√üprojekte u.¬†a. aus den Bereichen Infrastruktur, Tourismus, wie der Bau einer U-Bahn und einer Eisenbahn, der Ausbau des Flughafens, Kraftwerke etc. Zuweisungen erfolgten 2014 in H√∂he von 7,5 Milliarden KWD (22,5 Milliarden EUR), 2015 in H√∂he von 12 Milliarden KWD (36 Milliarden EUR). Nach Aussage der Regierung soll es K√ľrzungen oder Verschiebungen bei den Gro√üprojekten, die im Entwicklungsplan enthalten sind, trotz Haushaltsdefizits nicht geben.

Katar und Saudi-Arabien haben vergleichbare Entwicklungspläne vorgelegt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 65,3 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 47,1 Milliarden US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 16,6¬†% des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 20,2 Milliarden US-Dollar oder 18,6 % des BIP. Kuwaitische Staatsanleihen werden von der Ratingagentur Standard & Poor’s mit der Note AA bewertet und stehen damit nur eine Note hinter der Bestnote (Stand: Dezember 2018).

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 2,2¬†%
  • Bildung: 3,8¬†%
  • Milit√§r: 5,3¬†%

Infrastruktur

Das sehr gut ausgebaute Stra√üennetz Kuwaits umfasst etwa 3600 Kilometer. Kuwait verf√ľgt √ľber einen Industriehafen sowie vier Erd√∂lh√§fen. Der internationale Flughafen liegt nahe der Hauptstadt. Mit den milliardenschweren Einnahmen aus dem √Ėlsektor und ermutigt durch den Sturz Saddam Husseins hat das Land eine Diversifizierung der Wirtschaft in Angriff genommen. Ein moderner Containerhafen soll gebaut und eine Insel in einen Touristenkomplex umgewandelt werden.

Es gibt Pl√§ne zum Bau einer U-Bahn in Kuwait, deren Strecken sich auf vier Linien aufteilen und 171 Kilometer lang sein sollen. Das j√§hrliche Fahrgastaufkommen wird auf 69,1 Millionen Passagiere gesch√§tzt. Geplant war der Baubeginn f√ľr den Herbst 2011 und die Fertigstellung f√ľr das Fr√ľhjahr 2016. Im Januar 2020 waren noch keine Bauma√ünahmen getroffen worden. Die Gesamtkosten werden auf 11,3 Milliarden US-Dollar beziffert, die zu 24¬†% vom kuwaitischen Staat, 26¬†% vom Auftragnehmer und die restlichen 50¬†% durch einen B√∂rsengang aufgebracht werden sollen. Dieser Ansatz ist Teil der von Kuwait angedachten Strategie, f√ľr Innovationen bei √∂ffentlichen Projekten privates Kapital zu nutzen.

Kuwait U-Bahn-Vorschläge:

  • Linie 1: L√§nge 23,7¬†km, 19 Stationen
  • Linie 2: L√§nge 21,0¬†km, 27 Stationen
  • Linie 3: L√§nge 24,0¬†km, 15 Stationen
  • Linie 4: L√§nge 22,7¬†km, 16 Stationen

In späteren Ausbauphasen soll dann die Linie 1 um 23,6 auf 57,3 Kilometer und die Linie 2 um 16,4 auf 37,4 Kilometer verlängert werden.

Au√üerdem gibt es Pl√§ne von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein etwa 2000 Kilometer langes Eisenbahnnetz in der Golfregion zu errichten. Davon w√ľrden um die 505 Kilometer zweigleisiger Strecke, elektrifiziert mit 50 kV Wechselstrom, in Kuwait verlaufen.

Literatur

  • Michael S. Casey: The History of Kuwait. Greenwood, Westport 2007, ISBN 978-0-313-34073-4.
  • Christian Koch: Interessengruppen und politische Entwicklung in einem arabischen Golfstaat. Das Emirat Kuwait (Islamkundliche Untersuchungen; Band 232). Verlag Schwarz, Berlin 2000, ISBN 3-87997-285-0 (zugl. Dissertation, Universit√§t Erlangen 1999).
  • Friedrich H. Kochwasser: Kuwait. Geschichte, Wesen und Funktion eines modernen arabischen Staates. zweite, durchgesehene Auflage 1975. Erdmann, T√ľbingen/Basel, ISBN 3-7711-0108-5.
  • Hanns-Uve Schwedler: Arbeitsmigration und urbaner Wandel. Eine Studie √ľber Arbeitskr√§ftewanderung und r√§umliche Segregation in orientalischen St√§dten am Beispiel Kuwaits. Reimer Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-496-00837-7 (zugl. Dissertation, TU Berlin 1985).
  • Hanns-Uve Schwedler: Stadtstaat in der Krise? In: Fred Scholz (Hrsg.): Die kleinen Golfstaaten. 2. Auflage. Klett-Perthes Verlag, Gotha 1999, ISBN 3-623-00695-5, S. 117‚Äď147.
  • Hanns-Uve Schwedler: Kuwait. Stadtentwicklung im Wandel der Zeiten. In: G√ľnther Meyer (Hrsg.): Die Arabische Welt im Spiegel der Kulturgeographie. Zentrum f√ľr Forschung zur Arabischen Welt, Mainz 2004, ISBN 3-88250-330-0, S. 92‚Äď101.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Kuwait
  • Linksammlung Kuwait (englisch)
  • Kuwaitisches Staatsfernsehen (live)
  • Kuwait im CIA World Factbook (englisch)
  • Informationen des Ausw√§rtigen Amtes
  • Kuwait City bei goruma
  • Kuwaiti-Slovak Archaeological Mission (KSAM) (englisch)
  • Karte Metro Kuwait (englisch)
  • Wolfgang G. Schwanitz: German-Kuwaiti Relations. Webversion 3-2009 (englisch; PDF; 2,7¬†MB)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Kuwait

Name englisch: Kuwait
Hauptstadt: Kuwait City
Kfz: KWT
ISO: KW
ISO3: KWT
Fläche: 17820 km²
Tld: .kw
Wärung Einheit: KWD
Währung: Dinar
Vorwahl: 965

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 30.1036993
südlichster Punkt: 28.5244463
westlichster Punkt: 46.5530399
östlichster Punkt: 48.4304579


 
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