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Staat Informationen : Jemen

Informationen:


Die Republik Jemen (amtlich Jemenitische Republik, arabisch¬†ōßŔĄō¨ŔÖŔáŔąōĪŔäō© ōßŔĄŔäŔÖŔÜŔäō©, DMG al-«¶umhŇęriyya al-Yamaniyya) ist ein Staat in Vorderasien, im S√ľden der Arabischen Halbinsel. Der Staat Jemen ist aufgrund des B√ľrgerkrieges und dessen andauernder politisch-gesellschaftlicher Verwerfungen heute als zusammengeh√∂riges, souver√§nes Gebilde nicht mehr existent (Stand 2020).

Der Jemen grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an Oman, im S√ľden an den Golf von Aden und das Arabische Meer, im Westen an das Rote Meer. Die Staaten Dschibuti und Eritrea liegen etwa 20 bzw. 30 Kilometer entfernt jenseits des Roten Meeres. Die K√ľstenl√§nge betr√§gt 2400 Kilometer; die Binnengrenzen sind 1746 Kilometer lang. Zum Jemen geh√∂ren auch die 3814¬†km¬≤ gro√üe Inselgruppe Sokotra sowie zahlreiche kleinere Inseln im Bab al-Mandab im Roten Meer und im Arabischen Meer.

Im Jahr 1990 vereinigten sich die zwei fr√ľheren Staaten Nordjemen (Hauptstadt Sanaa) und die Demokratische Volksrepublik Jemen (S√ľdosten, Hauptstadt Aden) zum heutigen Staat.

Seit 2013 herrscht ein B√ľrgerkrieg, in den ausl√§ndische M√§chte eingriffen. In diesem Konflikt gelang es den Huthi-Milizen, die Hauptstadt Sanaa und gro√üe Teile des Landes zu erobern. Am 25. M√§rz 2015 leitete Saudi-Arabien unter milit√§rischer Mitwirkung acht weiterer Staaten eine milit√§rische Intervention unter dem Namen Sturm der Entschlossenheit zur Unterst√ľtzung der Zentralregierung unter Staatspr√§sident Hadi und des Regierungschefs Chalid Bahah ein. Der Konflikt im Jemen wird als Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran bewertet.

Im Zuge des Krieges brach im Jemen 2016 die Cholera aus; mehr als 1,4 Millionen Menschen erkrankten und mehr als 2800 starben. Nach Angaben der UNO sind als Folge des Krieges 80 Prozent der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Der Jemen nimmt auf dem Global Innovation Index, der 2016 die Innovationsf√§higkeit von insgesamt 128 Staaten bewertet hat, den letzten Platz ein. Ebenfalls letzter ist der Jemen im Global Gender Gap Report 2016, der die Gleichberechtigung von M√§nnern und Frauen in einem Land misst. Der Jemen f√ľhrt den Fragile States Index mit dem ersten Platz an.

Geographie

Naturraum

Der Jemen lässt sich in drei Großlandschaften gliedern:

Die zwischen 30 und 60 Kilometer breite, sanft ansteigende K√ľstenebene wird vor allem im S√ľdwesten durch vorsto√üende Gebirgsflanken gegliedert. Teilweise finden sich Zeugen von fr√ľherem Vulkanismus; so liegt etwa Aden, die einstige Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Jemen (S√ľdjemen), in einem Doppelkrater. Die Ebene an der Westk√ľste, die Tihama, wird von Sand- und Kiesfl√§chen beherrscht.

Zum Landesinneren hin erhebt sich steil das zerkl√ľftete, im Westen mehrfach √ľber 3000 Meter hohe Randgebirge. S√ľdwestlich der Hauptstadt Sanaa erhebt sich der Dschabal an-Nabi Schu Ņaib, mit 3760 Metern der h√∂chste Berg des Landes.

An das Gebirge schlie√üt sich ein Hochland an, mit Durchschnittsh√∂hen von 2000 bis 2500 Meter. Es ist von Wadis durchzogen; das bekannteste ist das parallel zur S√ľdk√ľste verlaufende Wadi Hadramaut. Nach Nordosten hin f√§llt das Hochland in Stufen zur zentralarabischen Sandw√ľste ar-Rub Ņ al-Chali ab.

Klima

Die Inseln und die K√ľstenebene sind feuchthei√ü und insgesamt sehr niederschlagsarm (Aden: Januarmittel 25¬†¬įC, Junimittel 33¬†¬įC, 40¬†mm Jahresniederschlag). Hier ist die Luftfeuchte mit 60 bis 85 Prozent das ganze Jahr √ľber sehr hoch. Der Niederschlag ist ganzj√§hrig √§u√üerst gering und betr√§gt meist nur zwischen 25¬†mm und 150¬†mm, was mit 5 bis 15 Regentagen im Jahr gleichzusetzen ist. In der Winterh√§lfte des Jahres ist es sehr warm, bei 19 bis 23¬†¬įC in der Nacht und 28 bis 31¬†¬įC am Tag. Die Sommer werden durch die hohe Luftfeuchte sowie Tagestemperaturen von 34 bis 38¬†¬įC und mehr h√§ufig unertr√§glich hei√ü. Dazu sinken die Nachtwerte meist nicht unter 26¬†¬įC, oft gibt es sogar Perioden von Tropenn√§chten mit best√§ndig √ľber 30¬†¬įC. Die einzige, jedoch sehr seltene Abk√ľhlung im Sommer bringen gelegentliche Ausl√§ufer des indischen Monsuns, die es mit leichten Regenschauern manchmal bis an die jemenitische S√ľdostk√ľste schaffen (an der Westk√ľste bleiben sie g√§nzlich aus). Dem stehen allerdings hin und wieder auftretende Hitzewellen von 40¬†¬įC und dar√ľber gegen√ľber. Ein Ph√§nomen an den K√ľsten ist nicht selten auftretender Morgennebel, den die starken Sonnenstrahlen jedoch bald lichten. An der Westk√ľste handelt es sich weitgehend um Winternebel, an der S√ľdostk√ľste um Sommernebel.

Das Gebirge nimmt mehr als ein Drittel des Landes ein und wird durch den Hauptgebirgszug des Al-Sarat gepr√§gt. Diese Gebirgsregion kennt viele, sehr dicht besiedelte Becken, die durchwegs auf einer H√∂he von 1500 bis 2500 Meter liegen. Das Klima zeigt sich hier von einer f√ľr die Region sehr milden Seite. Die Winter sind trocken und von hohen Temperaturschwankungen gezeichnet: nachts k√ľhlt es h√§ufig bis fast auf den Gefrierpunkt ab (0 bis 4¬†¬įC), w√§hrend tags√ľber die w√§rmenden Sonnenstrahlen f√ľr angenehme Werte sorgen (22 bis 24¬†¬įC). Der Sommer zeigt sich m√§√üig feucht, was vor allem der Landwirtschaft zugutekommt. Im jemenitischen Gebirge werden die h√∂chsten Niederschl√§ge verzeichnet. In manchen Gegenden regnet es an bis zu 50 Tagen im Jahr (200 bis 700¬†mm), wobei sich der Schwerpunkt der Niederschl√§ge in die Zeit zwischen M√§rz und August einordnen l√§sst. An Regentagen ist es etwas k√ľhler, ansonsten steigen die Tagestemperaturen auf 26 bis 30¬†¬įC, in den N√§chten bleibt es jedoch bei eher ged√§mpften Werten von 9 bis 13¬†¬įC. Die Luftfeuchte ist ganzj√§hrig mittel und pegelt sich bei etwa 40 Prozent ein.

Das Klima im Hochland ist das ganze Jahr √ľber weitgehend trocken (5 bis 25 Regentage). Die Winter sind mild, aber gro√üen Temperaturschwankungen unterworfen (23 bis 28¬†¬įC tags√ľber, 0 bis 6¬†¬įC nachts), die Sommer relativ hei√ü mit Tageswerten um 36¬†¬įC, denen aber k√ľhle N√§chte folgen (10 bis 16¬†¬įC). An den W√ľstenr√§ndern sind Werte von 45¬†¬įC keine Seltenheit. Die Luft ist ganzj√§hrig eher trocken (25 bis 45 Prozent).

Flora und Fauna

Vegetation

Der Jemen liegt an der Grenze zwischen dem Pflanzenreich der Holarktis und der Pal√§otropis. Er beherbergt nur in der K√ľstenebene eine Steppenlandschaft. Zum Bergland hin entspricht die Vegetation der einer Dornbuschsavanne. In den bis √ľber 3000 Meter hohen Bergen siedelt eine afroalpine, frostvertr√§gliche Pflanzendecke. Nur im √§u√üersten Osten geht die Vegetation √ľber das Stadium einer Halbw√ľste allm√§hlich in eine echte W√ľste √ľber, durch jahrtausendelange Bewirtschaftung (Holzeinschlag, Weideverbiss, Ackerbau) sind nur noch Reste naturnaher Pflanzengesellschaften vorhanden.

Pflanzenwelt

Der Jemen beherbergt eine F√ľlle endemischer Pflanzenarten. Kleine Mangrovengebiete kommen entlang der K√ľste des Roten Meeres vor. Akazien bestimmen weitgehend das landschaftliche Bild. In Abh√§ngigkeit von H√∂henlage und Niederschlagsmenge ‚Äď vom trockeneren (tiefe Lagen) zum feuchteren (H√∂henlagen) ‚Äď kommt folgende Zonierung vor: Acacia tortilis, Acacia mellifera (Honig-Akazie), Acacia asak, A. etbaica. A. ehrenbergiana und A. oerfota (von urfut, die ‚ÄěStinkende‚Äú) sind in Wadis im Bergland und in der Tihama verbreitet. Der Jemen war im Altertum ber√ľhmt durch seine ‚ÄěDuftstr√§ucher‚Äú (Weihrauchstra√üe). Weihrauch (Boswellia sacra) auf dem Hochplateau des Jol im S√ľden, Myrrhen- (Commiphora erythrea, C. myrrha) und Balsamstrauch (C. opobalsamum) wachsen in den feuchten, westlichen Bergh√§ngen. Die imposant bl√ľhende W√ľstenrose (Adenium obesum) gilt als Nationalbaum des Landes. In tief eingeschnittenen Wadis wachsen gro√üe W√ľrgefeigen (Ficus sycomorus) und Tamarinden (Tamarindus indica). Aus der Gruppe der Hirsen wachsen Kolbenhirse (Pennisetum) eher in den Tieflagen der Tihama und Rispenhirse (Panicum miliaceum) eher in den Gebirgslagen. In den Hochlagen wachsen Weizen und Gerste. Kaffee kommt in H√∂henlagen etwa zwischen 1000 und 2000¬†m vor, wobei die Untergrenze durch Hitze, die Obergrenze durch Frost gebildet wird. Der √∂kologisch wesentlich anspruchslosere Qat, der bekannte Drogenstrauch im Jemen, hat den Kaffee bereits weitgehend verdr√§ngt. Hennastr√§ucher wachsen in mittleren H√∂henlagen bei ausreichender Wasserversorgung. Kultivierte Dattelpalmen (Phoenix dactylifera) kommen entlang von Flussl√§ufen mit hohem Grundwasserstand vor. Okra, Paprika und Dicke Bohnen sind wichtige Gem√ľsekulturen. Im Tiefland wird tropisches Obst wie Papaya und Bananen kultiviert, in den Bergen wachsen √Ąpfel und Birnen. Melonen kommen in fast allen H√∂henlagen vor.

Tierwelt

F√ľr ein Trockengebiet ist die F√ľlle von Reptilienarten normal. Die Lage an der S√ľdwestzone der Arabischen Halbinsel hat diverse Endemiten hervorgebracht, die nur im Jemen leben. So wurde der auf B√§ume kletternde Jemen-Waran (Varanus jemense) erst 1988 wissenschaftlich beschrieben. Bis 1985 war der Wissenschaft die Existenz dieser Tierart unbekannt. Das Jemen-Cham√§leon (Chamaeleo calyptratus) und die Jemen-Agame (Acanthocerus adramitanus) sind weitere farbenpr√§chtige endemische Vertreter. Auch die Vogelwelt ist aufgrund der Lage und Topografie des Landes reichhaltig. Goliathreiher (Ardea goliath) an den K√ľsten, spektakul√§re Arten wie Hammerkopf (Scopus umbretta), Abessinische Blauracken und diverse Nektarv√∂gel an Wadis der Gebirgstihama, Steppenadler (Aquila nipalensis orientalis) und Schlangenadler (Circaetus gallicus), diverse Weihen (Circus) im Bergland sowie G√§nsegeier √ľberall im Land, wo gro√ües Aas sie anlockt, sind auffallende Vertreter der V√∂gel.

Wild lebende Säugetiere sind wegen extremer Bejagung selten geworden. Gebirgstiere wie der Nubische Steinbock und Steppentiere wie die Oryxantilope sind bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Paviane existieren noch in unzugänglichen Lagen des Dschabal Burrah. Einige Leoparden sind ebenfalls im Jemen vorhanden. Es sollen auch noch kleinere Populationen von Hyänen vorkommen. Der Golf von Aden ist reich an Fischen, besonders an Sardinen, Thunfischen und Haien.

Bevölkerung

Die Bev√∂lkerung des Jemens w√§chst schnell und stieg zwischen 2000 und 2017 von 17,8 auf 28,2¬†Mio. Sie ist im Durchschnitt sehr jung; fast die H√§lfte ist 15¬†Jahre oder j√ľnger. Dies resultiert in einem schlechten Verh√§ltnis zwischen erwerbst√§tiger und nicht erwerbst√§tiger Bev√∂lkerung (100:477) und f√ľhrt zu einer hohen Belastung der √∂ffentlichen Infrastruktur und des Arbeitsmarkts: Die Bev√∂lkerung im Alter zwischen 15 und 24¬†Jahren wurde im Jahr 2000 auf fast 4¬†Mio. und f√ľr 2010 auf mehr als 5¬†Mio. gesch√§tzt; f√ľr 2050 werden 10¬†Mio. erwartet. Die Stadtbev√∂lkerung w√§chst j√§hrlich um fast 5¬†%. Die Jugendarbeitslosigkeit 2005/2006 wurde auf 29¬†% gesch√§tzt, 57¬†% aller Arbeitslosen waren Jugendliche. Aufgrund der hohen Geburtenrate wird die Bev√∂lkerung bis zum Jahr 2050 auf knapp 50¬†Mio. anwachsen (Sch√§tzung der UN), was die wirtschaftliche und politische Stabilit√§t weiter belasten wird. Die begrenzten Ressourcen des Jemen k√∂nnen die wachsende Bev√∂lkerung kaum tragen.

Nach Angaben des Hochkommissars f√ľr Fl√ľchtlinge (UNHCR) hielten sich im Juli 2015 etwa 250.000¬†Fl√ľchtlinge in den st√§dtischen Gebieten des Jemen auf. Die meisten von ihnen kamen aus Somalia. Bei der von Schmugglerbanden organisierten Flucht √ľbers Meer ertranken am 5.¬†September 2005 vor der K√ľste des Jemen mindestens 58¬†Fl√ľchtlinge aus Somalia, weitere 155 wurden vermisst, nachdem man sie mehrere Kilometer vor der K√ľste gezwungen hatte, an Land zu schwimmen. Weitere Ungl√ľcksf√§lle ereigneten sich laut UNHCR auch in den folgenden Monaten.

Entwicklung der Bevölkerung

Quelle: UN

Ethnien

Rund 97 Prozent der Einwohner sind Araber. Die Bev√∂lkerung Tihamas ist teilweise schwarzafrikanischer Herkunft: Die Bev√∂lkerungsgruppe der Achdam soll √§thiopischer Abstammung sein. Die Achdam sind bis heute eine diskriminierte ‚ÄěKaste‚Äú in der jemenitischen Gesellschaft, was zu Problemen f√ľhrt. Etwa ein Prozent der Bev√∂lkerung sind pakistanische oder muslimische indische Arbeitsmigranten, etwa zwei Prozent ethnische Somali, von denen viele schon l√§nger im Lande leben.

Der Jemen beherbergte 2007 etwa 110.000 Fl√ľchtlinge aus Somalia. Allein 2007 flohen 30.000 Menschen √ľber den Golf von Aden aus Somalia in Richtung des Jemen, wobei die Zahl der auf der √úberfahrt ertrunkenen oder verschwundenen Menschen auf 1400 gesch√§tzt wird. Weiterhin hat der Konflikt im Norden des Landes 35.000 Menschen zu Fl√ľchtlingen im eigenen Land (internally displaced persons) gemacht. Die Behandlung der Fl√ľchtlinge im Jemen wird als inad√§quat bezeichnet.

Amtssprache ist Hocharabisch. Daneben werden Beduinendialekte und s√ľdarabische Sprachen verwendet. Zur Kommunikation taugliche Fremdsprachenkenntnisse sind selbst im S√ľden sehr selten; die am meisten an den Schulen unterrichtete Fremdsprache ist Englisch, die vor allem im ehemals von Gro√übritannien kolonisierten S√ľden anzutreffen ist.

Religion

Nahezu alle Einwohner des Jemen sind Muslime. Den gr√∂√üten Anteil stellen die Sunniten, mehrheitlich Anh√§nger der schafiitischen Rechtsschule. Eine gro√üe Minderheit (30‚Äď45¬†% der Bev√∂lkerung) geh√∂rt den schiitischen Zaiditen an. Im Nordjemen lebt eine kleine Minderheit Ismailiten sowie eine Diaspora weniger Juden (etwa 300). 4500 Religionsschulen wurden geschlossen, und ausl√§ndische Sch√ľler der Einrichtungen wurden des Landes verwiesen. Die Anzahl der Christen wird auf wenige Hundert bis einige Tausend gesch√§tzt.

Wiederholt wurden religi√∂s motivierte bewaffnete Aufst√§nde durch das Milit√§r bek√§mpft; zuletzt seit 2004 im n√∂rdlichen Gouvernement Sa'da. Die al-Haq-Partei, deren F√ľhrer mit den Aufst√§ndischen Verbindungen gehabt haben sollen, wurde 2007 verboten. Die Regierung versucht durch √úberwachung von Predigten in den Moscheen und durch die Observation der Aktivit√§ten islamischer Organisationen den Extremismus einzud√§mmen. Im Jemen befinden sich allerdings mehrere gro√üe salafistische Religionsschulen, so das ‚ÄěDar al-Hadith‚Äú in Dammaj bei Saadah.

Die Verfassung des Jemen erkl√§rt den Islam zur Staatsreligion und verlangt, dass der Pr√§sident der Republik seinen Pflichten als Muslim nachkommen sollte. Gleichzeitig r√§umt die Verfassung Glaubensfreiheit ein. Dies wird von der Regierung nur zum Teil umgesetzt: Missionierung und Proselytismus unter Muslimen sind verboten, f√ľr die Errichtung von nichtislamischen Gebetsh√§usern ben√∂tigt man eine spezielle Genehmigung, Nichtmuslime d√ľrfen zwar an Wahlen teilnehmen, d√ľrfen sich aber nicht zur Wahl stellen. √Ėffentliche Schulen bieten nur islamischen Religionsunterricht. Der √∂ffentliche Genuss von Alkohol ist im Jemen nach islamischem Recht strafbar. Homosexuelle Handlungen sind ebenfalls verboten und k√∂nnen mit dem Tod bestraft werden.

Soziale Lage

Ein Sozialversicherungssystem existiert nicht; wichtigster Tr√§ger der sozialen Absicherung ist nach wie vor der traditionelle Familienverband. Die sinkenden √Ėleinnahmen und die vom massiven Bev√∂lkerungswachstum und Wassermangel versch√§rfte soziale Krise bedrohen die Stabilit√§t des jemenitischen Staates zus√§tzlich.

Bildung

F√ľr 2015 wurde gesch√§tzt, dass 85 Prozent der M√§nner und 55 Prozent der Frauen lesen und schreiben k√∂nnen. Somit lag die Analphabetenquote in der Bev√∂lkerung √ľber 15 Jahre knapp unter 30 Prozent. Die Schulpflicht ist im Jemen zwar gesetzlich verankert und der Schulbesuch ist kostenlos, die Quote der Schulabbrecher ist dennoch hoch. Im Jahr 2012 wurden 86 Prozent aller Kinder eingeschult, doch lediglich 60 Prozent der M√§dchen schlossen die Grundschule ab. Der Grund daf√ľr ist in den meisten F√§llen, dass die M√§dchen schon in jungen Jahren zwangsverheiratet werden. Die Unterrichtsbedingungen an jemenitischen Schulen sind schlecht und die Bildungsqualit√§t ist √§u√üerst gering. Insbesondere in den naturwissenschaftlichen F√§chern sowie in Mathematik und Arabisch sind die Leistungen der Sch√ľler im Vergleich mit den anderen Staaten der Region unterdurchschnittlich. Nur etwa 75 Prozent der Kinder besuchen die Grundschule. Bei den M√§dchen ist der Anteil sogar noch niedriger; nur 65 Prozent der schulpflichtigen M√§dchen gehen zur Schule. Nach Beendigung der Grundschule erhalten nur 37 Prozent der Jugendlichen ‚Äď 26 Prozent der M√§dchen ‚Äď eine weitergehende Ausbildung. Diese niedrigen Prozents√§tze sind einerseits den mit dem Schulbesuch verbundenen Kosten (10 $ pro Kind und Jahr), andererseits dem Fehlen der n√∂tigen Infrastruktur geschuldet. Bildungseinrichtungen und Unterrichtsmaterial sind nicht gen√ľgend und nur in schlechter Qualit√§t vorhanden.

Die Ausgaben der Regierung f√ľr Bildung stiegen von 4,5 Prozent des BIP im Jahr 1995 auf 9,6 Prozent des BIP im Jahr 2005. Mit Unterst√ľtzung internationaler Organisationen laufen mehrere Programme zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur sowie zur Verminderung der Benachteiligung von M√§dchen.

Im Jemen gibt es sieben staatliche und acht private Universit√§ten. Die bedeutendste Universit√§t des Landes ist die 1970 in Sanaa gegr√ľndete Universit√§t Sanaa, ebenfalls 1970 wurde der Vorl√§ufer der Universit√§t Aden gegr√ľndet. Die Zahl derjenigen, die heute auch auf eigene Kosten im Ausland studieren, w√§chst; die jemenitischen Universit√§ten bleiben stark von ausl√§ndischem Personal abh√§ngig. Verbreitetste Fremdsprache ist Englisch; der Verbreitungsgrad von Fremdsprachen ist jedoch sehr gering.

Gesundheitssystem

Der Jemen hat in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte beim Ausbau und der Verbesserung seines Gesundheitssystems gemacht. Trotzdem ist das Gesundheitssystem unterentwickelt. Im Jahr 2004 wurden f√ľr Gesundheit 5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausgegeben. Die WHO sch√§tzte, dass die Ausgaben pro Kopf 34 US-Dollar betrugen, was verglichen mit anderen L√§ndern des Nahen Ostens sehr niedrig ist. 2004 kamen auf 10.000 Personen drei √Ąrzte, 2005 gab es 6,1 Krankenhausbetten f√ľr 10.000 Einwohner.

Die Versorgung mit medizinischen Dienstleistungen ist besonders auf dem Land sehr schlecht. W√§hrend 80 Prozent der St√§dte √ľber medizinische Einrichtungen verf√ľgen, sind es nur 25 Prozent der l√§ndlichen Gegenden. Notarztdienste oder Blutbanken gibt es nicht. Viele Kinder sterben an Krankheiten, gegen die es Impfungen gibt oder die sonst verhinderbar oder behandelbar w√§ren. Die Zahl der HIV-positiven Einwohner Jemens wurde f√ľr das Jahr 2003 auf 12.000 gesch√§tzt.

Die Lebenserwartung ist in den vergangenen zehn Jahren um 14 Jahre gestiegen, bleibt jedoch auch im Vergleich mit anderen Entwicklungsl√§ndern niedrig. Sie liegt bei etwa 64,2 Jahren (62,2 Jahre f√ľr M√§nner, 64,9 Jahre f√ľr Frauen). Die Fruchtbarkeitsrate liegt bei etwa 5,9 Lebendgeburten pro Frau, wobei sie auf dem Land mit 7,0 deutlich h√∂her liegt als in der Stadt (5,0). Frauen ohne Bildung bekommen im Durchschnitt mehr Kinder (6,9) als Frauen mit Grundbildung (3,2). Im Jahr 2016 betrug die Kindersterblichkeit 55 pro 1000 Lebendgeburten.

Im Jemen ist nicht zuletzt die Malaria ein Problem, während sie in fast allen anderen arabischen Staaten bereits eliminiert wurde; ein weiterer Fortschritt bei der Malariabekämpfung im mittleren Osten hängt davon ab, ob Somalia, der Sudan und Jemen Fortschritte erzielen können.

Im September beziehungsweise Oktober 2016 kam es zum Auftreten der Cholera im Jemen und zeitlich unmittelbar aufeinander folgend zu zwei epidemieartigen Wellen der Infektionskrankheit. Im Verlauf beider Erkrankungswellen sind √ľber 1.700.000 Menschen an der Cholera erkrankt und mehr als 3.430 gestorben. Die zweite Choleraepidemie ist die gr√∂√üte je erfasste in der Geschichte der Menschheit.

Am 9. April 2020 k√ľndigte die von Saudi-Arabien angef√ľhrte Milit√§rkoalition auf Initiative des Sondergesandten der Vereinten Nationen f√ľr Jemen wegen der COVID-19-Pandemie eine zweiw√∂chige Waffenruhe an, die Huthi-Rebellen jedoch als ‚Äěpolitisches Man√∂ver‚Äú ablehnen. Einen Tag sp√§ter best√§tigte der Notstandsausschuss der Regierung auf Twitter eine erste Infektion mit dem Coronavirus. Hilfsorganisationen warnen angesichts der schlechten medizinischen Versorgung und der m√∂glichen Ausbreitung der Pandemie im Land vor einer Katastrophe.


Entwicklung der Lebenserwartung

Quelle: UN

Armut

Die Geschichte des Jemen ist, von kurzen Intervallen abgesehen, von Armut gepr√§gt. Diese wird von den knappen Wasserressourcen, dem wenigen f√ľr die Landwirtschaft zur Verf√ľgung stehenden Land, der rauen Geographie und der politischen Instabilit√§t verursacht.

Die Sch√§tzungen, wie viele Jemeniten in Armut leben, reichten schon zu Friedenszeiten von 41,8 Prozent (1998) bis 59,5 Prozent (2002). Aufgrund des anhaltenden Krieges im Land stieg die Armut extrem an. Die Weltbank ging f√ľr 2018 davon aus, dass 80,6¬†% der Bev√∂lkerung in Armut und 51,9¬†% in extremer Armut lebten. Der Human Poverty Index des Landes wird mit 36,6 Prozent angegeben, wobei der Jemen besonders bei Bildung, Zugang zu sauberem Trinkwasser und Ern√§hrung f√ľr Kinder schlecht abschneidet. Die Zahl jener, die sich nicht ausreichend ern√§hren k√∂nnen, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 57 Prozent der Menschen haben keinen Zugang zu Hygieneeinrichtungen, und 32 Prozent haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Armut ist im Jemen vor allem ein l√§ndliches Problem. 83 Prozent der Armen leben auf dem Land, dort lebt fast die H√§lfte der Bev√∂lkerung unter der Armutsgrenze. Die Landbev√∂lkerung muss zwei Drittel ihres Einkommens f√ľr die Ern√§hrung ausgeben. Armut ist im Jemen nicht gleich verteilt: Die Gouvernements mit dem h√∂chsten Anteil an Armen sind Ta'izz, Ibb, Abyan und Lahidsch, am wenigsten von Armut betroffen sind al-Baida‚Äô, der Hauptstadtbezirk, Sa'da und Adan.

Die Zahl der Menschen im Jemen, die sich nicht ausreichend ern√§hren k√∂nnen, wird auf 8 Millionen gesch√§tzt; 38 Prozent der Bev√∂lkerung sind gro√üer Ern√§hrungsunsicherheit ausgesetzt. Die durchschnittliche Kalorienaufnahme pro Person betr√§gt nur 2000 kcal. Neben dem Sudan ist der Jemen somit das Land mit dem gr√∂√üten Heer an Hungrigen. Gro√üe Familien, die Landbev√∂lkerung, Familien, die nur kleine Landfl√§chen zur Verf√ľgung haben, oder Haushalte, die allein von Frauen unterhalten werden m√ľssen, sind von Hunger besonders bedroht. Die Zahl der Hungrigen ist zwischen 1990 und 2002 sogar gestiegen, sowohl in absoluten Zahlen (von 4,2 Millionen auf 7,8 Millionen) als auch ihr Anteil an der Gesamtbev√∂lkerung (von 34 auf 38 Prozent). Somit verfehlt der Jemen nicht nur die ersten UN-Millenniumsziele, n√§mlich die Zahl der Hungernden zu reduzieren, sondern er entfernt sich sogar weiter davon. 2003 waren 45,6 Prozent der Kinder unter f√ľnf Jahren im Jemen untergewichtig.

Der B√ľrgerkrieg und die von Saudi-Arabien angef√ľhrte Milit√§rintervention haben die Ern√§hrungslage und das Ausma√ü der Armut weiter versch√§rft. Knapp zwei Drittel der Bev√∂lkerung waren 2017 vom Hunger bedroht und auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen.

Geschichte

Vorislamische Zeit

In der vorislamischen Zeit unter den Kulturen der Min√§er und Sab√§er (ab dem 2.¬†Jahrtausend v. Chr.) entwickelte sich das Gebiet des heutigen Jemen als Drehscheibe des Fernhandels zwischen Ostafrika, Indien und dem Mittelmeerraum und Hauptlieferant begehrter Erzeugnisse wie Edelsteine, Gew√ľrze, Weihrauch und Myrrhe zum politischen und kulturellen Zentrum Arabiens. Die wirtschaftliche Grundlage bildete eine hochentwickelte Bew√§sserungstechnik, die den Regen aus dem Gebirge nutzbar machte. Die bedeutendste Anlage war der (heute als Gro√üprojekt neu konstruierte) Staudamm von Ma'rib (8.¬†Jahrhundert v. Chr.).

Unter mehreren regionalen K√∂nigreichen √ľbte Saba besonders vom 6. bis 4.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. eine gewisse Vormachtstellung aus. Mit der Gr√ľndung der neuen Hauptstadt Zafar um 20 v.¬†Chr. begann der Aufstieg des Himyar-Reichs (bis 525 n.¬†Chr.). Die R√∂mer nannten den Jemen wegen seiner Reicht√ľmer Arabia Felix (gl√ľckliches Arabien). Ihr Versuch, das Land zu erobern, scheiterte. Nach ihrer Niederlage gegen die R√∂mer im Ersten J√ľdischen Krieg 70 n.¬†Chr. brachten Fl√ľchtlinge das Judentum in den Jemen. Zwar gelang den Himjariten im 3.¬†Jahrhundert nochmals die Einigung des Landes, doch wurde es 525 vom √§thiopischen K√∂nigreich Aksum erobert.

Unter √§thiopischem Einfluss verbreitete sich in Teilen S√ľdarabiens das Christentum. Von ca. 570 bis 627 war der Jemen eine Provinz des persischen Sassanidenreichs. Eine persische Hinterlassenschaft war das 1980 wiederentdeckte Bergwerk von ar-Radrad.

Die islamischen Dynastien

Im 7.¬†Jahrhundert breitete sich die Lehre des Propheten Mohammed auf der Arabischen Halbinsel aus. Der letzte persische Statthalter, Badham, wurde 628 Muslim. Ab dieser Zeit fiel der Jemen in den Herrschaftsbereich des Islams und geh√∂rte ab 661 zum Reich der umayyadischen Kalifen. Aufgrund religi√∂s-politischer Machtk√§mpfe zerfiel dieses Reich Ende des 9. Jahrhunderts in Teilstaaten. Im 10. Jahrhundert bildete sich im Jemen ein zaiditisches Imamat, das mit Unterbrechungen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weiterbestand. Daneben herrschten zeitweise verschiedene andere Dynastien √ľber weite Teile des Jemen: die ismailitischen Fatimiden und Sulaihiden (11./12.¬†Jahrhundert), die Ayyubiden (12./13.¬†Jahrhundert) und Rasuliden (13.‚Äď15.¬†Jahrhundert) sowie von 1538 bis 1630 die Osmanen. Im 16.¬†Jahrhundert besetzten die Portugiesen zeitweise Aden und Sokotra.

Aufteilung unter Briten und T√ľrken

1839 besetzten die Briten Aden, das zum St√ľtzpunkt auf dem bedeutenden Seeweg nach Indien wurde (ab 1937 Kronkolonie). Mit der Er√∂ffnung des Sueskanals 1869 stieg die strategische Bedeutung Adens f√ľr Gro√übritannien weiter. 1905 legten das Osmanische Reich und Gro√übritannien die Grenze zwischen ihren Protektoraten fest. Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg wurde der Norden Jemens 1918 ein unabh√§ngiges K√∂nigreich unter dem Imam Yahya. Dies f√ľhrte zu einem Territorialkonflikt mit Saudi-Arabien, der sich 1934 in einem Krieg zwischen den beiden Monarchien entlud. 1944 gr√ľndeten im Adener Exil Kaufleute, Intellektuelle und religi√∂se F√ľhrer die Oppositionsbewegung der ‚ÄěFreien Jemeniten‚Äú gegen Yahya. Im Verlauf einer Revolte gelang es der Gruppe, diesen 1948 zu ermorden; sein Sohn, Imam Ahmad, konnte den Aufstand jedoch niederschlagen. Ein weiterer Aufstand scheiterte 1955.

Zwei unabhängige Staaten

Allerdings war es den konservativen Imamen im Nordjemen nicht gelungen, das Land zu modernisieren. Ahmad lehnte Gamal Abdel Nassers arabischen Nationalismus ab, der aber auf die Zustimmung gro√üer Teile der Streitkr√§fte stie√ü. Bevor die Situation eskalieren konnte, starb der Herrscher. Nach Ahmads Tod st√ľrzte am 26.¬†September 1962 eine Gruppe nationalistischer, sunnitischer Offiziere unter der F√ľhrung von General Abdallah as-Sallal die zaiditische Monarchie und proklamierte im Norden die Jemenitische Arabische Republik. Der letzte zaiditische Imam, Muhammad al-Badr, floh in die Berge zu loyalen St√§mmen. Im darauf ausbrechenden achtj√§hrigen B√ľrgerkrieg zwischen Royalisten und Republikanern unterst√ľtzten in einem Stellvertreterkrieg Gro√übritannien und Saudi-Arabien die gest√ľrzte Monarchie, w√§hrend √Ągypten den Republikanern mit einer 20.000 Mann starken Expeditionsarmee half, die schlie√ülich die Oberhand behielt. √Ąhnlich wie in London dominierte in Washington die Bef√ľrchtung, ein Fehlschlag der Saudis k√∂nnte den panarabischen Nationalismus st√§rken und somit die saudische Monarchie gef√§hrden. Auch nach der Niederlage von al-Badr blieb die politische Lage instabil. In dem B√ľrgerkrieg, bei dem √§gyptische Truppen auch chemische Waffen einsetzten, starben 200.000 Menschen; der Norden wurde total zerr√ľttet. 1970 endete der B√ľrgerkrieg mit einem Kompromiss, der keine Seite zufriedenstellte und vor allem die Autonomie der St√§mme st√§rkte.

Auch der S√ľden wurde von politischen Unruhen ersch√ľttert. W√§hrend des B√ľrgerkriegs waren viele linke Nationalisten und Kommunisten nach Aden geflohen. 1963 begannen dort die neugegr√ľndete radikalere ‚ÄěNationale Befreiungsfront‚Äú (NLF) und die von Kairo unterst√ľtzte, einen arabischen Nationalismus vertretende ‚ÄěFront for the Liberation of South Yemen‚Äú (Flosy) einen Guerillakrieg gegen die Kolonialmacht Gro√übritannien. Die NLF war gut ausger√ľstet und setzte in ihrem Kampf auch Minenwerfer und Panzerf√§uste ein. Nachdem Gro√übritannien f√ľr 1968 die Unabh√§ngigkeit in Aussicht gestellt hatte, konnte die NLF mit Hilfe der Bev√∂lkerung die meisten Gebiete der Kronkolonie unter ihre Kontrolle bringen. Gro√übritannien nahm daraufhin Verhandlungen mit der NLF auf und zog seine Truppen zur√ľck. Am 20.¬†November 1967 verlie√ü der letzte Britische Hochkommissar Humphrey Trevelyan den Jemen. Am 30.¬†November 1967 rief die NLF die Republik S√ľdjemen aus. In der Folge kam es zu einem Konflikt zwischen linken Kr√§ften, welche die NLF dominierten, und dem Milit√§r, was beinahe zu einem B√ľrgerkrieg f√ľhrte. Die neue Regierung unter Qahtan Muhammad asch-Scha'abi verfolgte von Beginn an einen sozialistischen Kurs und lehnte sich eng an die Sowjetunion an. Als der rechte Fl√ľgel der NLF die Forderungen des Parteikongresses blockierte, entstand die ‚ÄěBewegung des 14.¬†Mai‚Äú, die das Volk zur Unterst√ľtzung der Reformen mobilisieren sollte. Nach einem Jahr gewann diese Bewegung die Oberhand gegen die Armee.

Nach dem Sturz von as-Sallal 1967 folgten im Norden h√§ufige Regierungswechsel und Attentate. Pr√§sident Abdul Rahman al-Iriani wurde 1974 gest√ľrzt, dessen Nachfolger Ibrahim al-Hamdi wurde im Oktober 1977 und dessen Nachfolger Ahmed Hussein al-Ghaschmi im Juni 1978 ermordet. Der sich zuspitzende Gegensatz zwischen den fundamentalistischen schiitischen Stammesf√∂derationen im Nordosten und der √ľberwiegend sunnitischen, modernen, westlichen Str√∂mungen gegen√ľber aufgeschlossenen Stadtbev√∂lkerung trug zu dem Konflikt bei.

Der S√ľden erhielt 1970 entgegen Moskaus und Pekings Rat eine neue, sozialistische Verfassung, nachdem 1969 Salim Rubai Ali neues Staatsoberhaupt geworden war. Gleichbedeutend damit war in der Folge das Monopol der Jemenitischen Sozialistischen Partei (JSP), einer marxistischen Einheitspartei, sowie ein totales Verbot von traditionell wichtigen Kleinunternehmen. 1976 kam es nach wiederholten Zusammenst√∂√üen zu einer Auss√∂hnung mit Saudi-Arabien, das ebenso wie Kuwait umfangreiche Wirtschaftshilfe anbot. 1978 war kurzzeitig Ali Nasir Muhammad Staatsoberhaupt; er wurde im selben Jahr von Abd al-Fattah Ismail abgel√∂st. Der charismatische Ismail trat 1980 aus gesundheitlichen Gr√ľnden zur√ľck. Ali Nasir Muhammad, ein skrupelloser und fast analphabetischer Apparatschik, √ľbernahm die Macht. Er wird mit gegenrevolution√§ren Einfl√ľssen aus dem Ausland, vor allem Saudi-Arabien und den USA, in Verbindung gebracht. Ismail kehrte 1985 nach einer langen Rekonvaleszenz aus Moskau zur√ľck. Er hatte eine f√ľhrende Rolle im Kampf gegen die britische Kolonialmacht gespielt und genoss deshalb noch gro√üe Unterst√ľtzung. Bald nach seiner R√ľckkehr wurde er erneut ins Politb√ľro der Staatspartei gew√§hlt, wo er eine Mehrheit der Mitglieder hinter sich hatte. Auch die wirtschaftliche Bindung an den Ostblock verst√§rkte sich. Am 13.¬†Januar 1986 kam es zu einem B√ľrgerkrieg, der damit begann, dass Ali Nasir nicht zur Sitzung des Politb√ľro erschien, sondern seine Leibw√§chter den Vizepr√§sidenten Ali Ahmed Antar und vier weitere Mitglieder des Politb√ľros t√∂teten. In den folgenden Auseinandersetzungen starben mehrere tausend Menschen, und Haidar Abu Bakr al-Attas gelangte an die Macht, w√§hrend der am 24.¬†Januar 1986 abgesetzte Ali Nasir mit 60.000 anderen nach Nordjemen fl√ľchtete. In den westlichen Medien wurde diese Episode als ein von Moskau unterst√ľtzter gescheiterter Putschversuch von Kommunisten gegen einen gem√§√üigten und pragmatischen Pr√§sidenten kommuniziert.

1972, 1979 und 1981 kam es zu zahlreichen Grenzzwischenf√§llen zwischen dem Norden und dem S√ľden. Parallel dazu fanden Verhandlungen statt, die eine politische Union der beiden Staaten zum Ziel hatten. 1973 scheiterte ein Vorsto√ü noch am nordjemenitischen Widerstand, doch verbesserten sich die bilateralen Beziehungen seit Beginn der 1980er Jahre. In den 1980er Jahren litt das sozialistische S√ľdjemen unter au√üenpolitischem Druck und innenpolitischen konterrevolution√§ren Bestrebungen vor allem w√§hrend der Reagan-√Ąra.

Vereinigung und erneuter B√ľrgerkrieg

Am 22.¬†Januar 1990 verk√ľndeten die Ministerpr√§sidenten beider Staaten die √Ėffnung ihrer gemeinsamen Grenze. Am 22.¬†Mai desselben Jahres schlossen sich die Arabische Republik Jemen und die Demokratische Volksrepublik Jemen zur Republik Jemen zusammen (Fusion (V√∂lkerrecht)). Der erste gesamtjemenitische Pr√§sident wurde Ali Abdullah Salih, der seit 1978 die Arabische Republik Jemen regierte. Im Golfkrieg von 1990 hatte Jemen noch den Irak unterst√ľtzt, was sich f√ľr den Jemen insofern katastrophal auswirkte, als er als votierendes Mitglied des UN-Sicherheitsrats nunmehr den K√ľrzungen, oft Streichungen der Entwicklungshilfema√ünahmen der arabischen √Ėl-Staaten ausgesetzt war. Zudem wiesen die Golfstaaten alle jemenitischen Arbeitsmigranten, mithin etwa 800.000 Menschen aus ihren L√§ndern aus, was zum Ausfall von R√ľck√ľberweisungen von rund einer Milliarde Dollar f√ľhrte und den Staatshaushalt extrem belastete. 1999 konnte der Jemen seine Beziehungen zu Kuwait normalisieren.

Am 27.¬†April 1993 fanden im Jemen die ersten freien Parlamentswahlen statt, in denen sich drei gro√üe Parteien gegen√ľberstanden: der Allgemeine Volkskongress, die Sozialistische Partei sowie die Jemenitische Vereinigung f√ľr Reformen (Islah). Die Koalition von Islah und Volkskongress wurde fast Modell f√ľr eine arabische Demokratisierung. Allerdings behielten alle Parteien ihre Truppen, was durch milit√§rische Ausgewogenheit f√ľr eine gewisse Stabilit√§t sorgte. Am 20.¬†Februar 1994 wurde in Amman, Jordanien, ein Abkommen zwischen den politischen F√ľhrern des Nord- und S√ľdjemens unterzeichnet, aber dies konnte den B√ľrgerkrieg zwischen den Beteiligten nicht verhindern, der von Mai bis Juli 1994 ausgetragen wurde und mit der Niederlage der s√ľdlichen Streitkr√§fte und der Flucht vieler Jemeniten und Anh√§nger der Sozialistischen Partei ins Exil endete. Der B√ľrgerkrieg begann, indem die Regierung in Sanaa den Notstand ausgerufen hatte. In der Zeit vom 5.¬†Mai bis zum 7.¬†Juli 1994 hatten 7000 Menschen ihr Leben verloren. F√ľr den Demokratisierungsprozess war der B√ľrgerkrieg ein eklatanter R√ľckschlag.

Die Parlamentswahl im April 1997 wurde von den Sozialisten boykottiert, da sie nach dem B√ľrgerkrieg von 1994 in der s√ľdjemenitischen Stammw√§hlerschaft diskreditiert waren und aufgrund der Konfiszierung ihrer Konten und Immobilien nach Beendigung des Krieges nicht √ľber die f√ľr eine Wahlkampagne n√∂tigen Ressourcen verf√ľgten, so dass Pr√§sident Salih fortan mit einer absoluten Mehrheit ohne die Islah regieren konnte.

Zunehmender Autoritarismus

Am 23.¬†September 1999 wurde Salih ein f√ľnftes Mal zum Pr√§sidenten gew√§hlt. Sein einziger Gegenkandidat, der langj√§hrige Parlamentsvorsitzende und Scheich Abdallah al-Ahmar, war aus dessen eigenen Reihen ausgew√§hlt worden, und somit entfielen 96,3¬†% der Stimmen auf Salih. In nur sechs Jahren war das Land wieder zu einem Einparteienstaat geworden.

Im Februar 2001 konnte die Staatspartei ihre Macht mit einer durch ein Referendum abgesicherten dritten Verfassungsreform st√§rken. Der Konsultationsrat wurde in eine zweite Kammer umgewandelt (Madschlis asch-Schura) und die pr√§sidiale Amtszeit dauert nun sieben statt f√ľnf Jahre. Umgehend wurde der Druck auf die Oppositionsparteien erh√∂ht, obwohl die Regionalwahlen im Februar 2002 durch ein Dezentralisierungsgesetz zu pluralistischen Gemeinde- und Regionalr√§ten f√ľhrten.

Salih selbst k√ľndigte an, dass er bei den n√§chsten Pr√§sidentschaftswahlen nicht antreten werde. Diese Entscheidung revidierte er im Juni 2006, nachdem in ‚Äď von seiner Partei organisierten ‚Äď Massendemonstrationen seine erneute Kandidatur gefordert worden war. 2006 siegte Ali Abdullah Salih bei den ersten von echter Konkurrenz gepr√§gten Pr√§sidentschaftswahlen auf der arabischen Halbinsel gegen den Kandidaten des Oppositionsb√ľndnisses ‚ÄěGemeinsames Treffen‚Äú, Faisal bin Schamlan, mit 77,2¬†% der Stimmen.

Verschlechterte Sicherheitslage

Seit der Abschiebung jemenitischer Wanderarbeiter aus Saudi-Arabien 1991 nahmen Anschläge auf westliche Einrichtungen und Touristen im Jemen zu. Auch Anschläge im Ausland wurden mit terroristischen Strukturen im Jemen (wie al-Qaida auf der arabischen Halbinsel) in Verbindung gebracht.

Der milit√§rische Konflikt mit der zaiditischen al-Huthi-Bewegung im Nordjemen, der sich auch auf angrenzende Gouvernements und Saudi-Arabien ausgedehnt hatte, forderte Tausende Todesopfer und trieb sch√§tzungsweise 77.000 Zivilisten in die Flucht. Hussein Badr ed-Din al-Huthi war bereits im September 2004 nach einer dreimonatigen Rebellion get√∂tet worden. Pr√§sident Salih gew√§hrte am 25. September 2005 den inhaftierten Anh√§ngern (√ľber 600 Personen) des schiitischen Predigers Amnestie; allerdings kam es sp√§ter zu neuen Festnahmen und Verurteilungen, auch zu Todesstrafen. Auch eine sezessionistische Bewegung im fr√ľheren S√ľdjemen ist seit 2009 aktiv und f√ľhrt teilweise blutige Auseinandersetzungen mit regimetreuen Einheiten.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Entf√ľhrungen ausl√§ndischer Touristen. Diese haben anders als im Irak oder in Afghanistan in der Regel keinen religi√∂sen oder ideologischen Hintergrund. Den Entf√ľhrern ging es meist vielmehr darum, die Geiseln als Druckmittel gegen√ľber der Regierung zu benutzen, so etwa f√ľr die Freilassung von inhaftierten Stammesangeh√∂rigen oder den Bau von Schulen oder Stra√üen in ihrer Region. Am 28. Dezember 2005 wurde der auf einer privaten Reise im Jemen weilende fr√ľhere Staatssekret√§r im Ausw√§rtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, J√ľrgen Chrobog, zusammen mit seiner Familie entf√ľhrt, aber bereits am 31. Dezember wieder freigelassen. Dabei handelte es sich um die dritte Entf√ľhrung von Ausl√§ndern innerhalb weniger Wochen. Am Weihnachtswochenende waren zwei √Ėsterreicher nach mehrt√§giger Entf√ľhrung freigelassen worden, die Geiselnahme von f√ľnf Italienern am 1. Januar 2006 endete f√ľnf Tage sp√§ter mit deren Freilassung. Nicht immer verlaufen solche Entf√ľhrungen harmlos: Am 12. Juni 2009 wurden zwei Cousinen in einer W√ľstenregion des Nordjemens, wo sie als Krankenschwestern arbeiteten, entf√ľhrt und wenig sp√§ter mit auf den R√ľcken gefesselten H√§nden erschossen. Au√üerdem starb dabei eine koreanische Kollegin.

Mittels einer spektakul√§ren Flucht gelang es am 3. Februar 2006 einer Gruppe von 23 Gefangenen, aus einem Hochsicherheitsgef√§ngnis in Sanaa zu entkommen. Darunter waren auch 13 Angeh√∂rige von al-Qaida, die unter anderem wegen des Anschlags auf das US-amerikanische Kriegsschiff USS Cole im Oktober 2000 sowie den franz√∂sischen √Ėltanker Limbourg am 6. Oktober 2002 inhaftiert worden waren. Neun der Ausbrecher konnten bis zum Mai 2006 wieder gefasst werden. Am 27. Februar wurde in Sanaa die Todesstrafe gegen den M√∂rder dreier US-amerikanischer Mitarbeiter eines Missionskrankenhauses in Dschibla im Dezember 2002 vollstreckt. Einen ungew√∂hnlichen Weg ging die jemenitische Regierung mit dem von dem Richter al-Hitar geleiteten Umerziehungsprogramm f√ľr inhaftierte Islamisten.

Infolge der Proteste in der Arabischen Welt Anfang 2011 kam es auch im Jemen ab dem 27. Januar zu Demonstrationen. Die Demonstranten forderten den R√ľcktritt des seit mehr als 30 Jahren regierenden Pr√§sident Ali Abdullah Salih, den sie f√ľr die schlechte wirtschaftliche Lage gro√üer Bev√∂lkerungsteile verantwortlich machen. Salih k√ľndigte im November 2011 seinen R√ľcktritt an. Bei der folgenden Pr√§sidentschaftswahl wurde der bisherige Vizepr√§sident Abed Rabbo Mansur Hadi "als einziger Kandidat und Proteg√© Saudi-Arabiens" f√ľr eine Amtszeit von zwei Jahren gew√§hlt, in der er eine Verfassungsreform erwirken soll.

Siehe auch: Proteste im Jemen 2011

Neuerlicher B√ľrgerkrieg seit 2013

Als nach den Wahlen im Februar 2012 Pr√§sident Ali Abdullah Salih nach 34 Regierungsjahren zur√ľcktrat, erhoffte man von seinem Nachfolger Mansur Hadi mehr Demokratie und eine ausgleichende Wirkung auf die Kontrahenten. Er erwies sich allerdings als daf√ľr ungeeignet und verlor bald die Kontrolle √ľber seinen Machtapparat. Einzelne Gener√§le k√§mpfen seit 2013 mit ihren Truppen auf eigene Faust.

Seit die aus dem ehemaligen Nordjemen kommenden schiitischen Huthi-Rebellen neben der Hauptstadt Sanaa auch die wichtige Hafenmetropole al-Hudaida eingenommen haben, stie√üen sie mit den von Osten kommenden Al-Qaida-K√§mpfern in den K√ľstenregionen zusammen. Dem jemenitischen Al-Qaida-Ableger, den die US-Drohnenangriffe nicht wesentlich behindern konnten, gelang es 2014, die Provinzhauptstadt Ibb und westlich davon Mudaichira einzunehmen. Mitte Oktober 2014 sprengte sich ein Selbstmordattent√§ter in einer Huthi-Versammlung in die Luft und t√∂tete 50 Personen, am 21.¬†Oktober 2014 starben weitere 33 Menschen bei einer Bombe in einem Amtshaus.

Die Zentralregierung versucht vergeblich, die Lage zu kontrollieren. Mittlerweile haben sich sunnitische Stammesk√§mpfer mit der Al-Qaida gegen die Huthi verb√ľndet, und die K√§mpfe weiten sich immer mehr aus.

Am 23.¬†Januar 2015 traten Pr√§sident, Premierminister und Kabinett zur√ľck. Am 6.¬†Februar 2015 verk√ľndeten die Huthi-Rebellen eine √úbergangsverfassung und erkl√§rten das Parlament f√ľr aufgel√∂st. Es soll provisorisch durch einen Nationalrat mit 551 Mitgliedern ersetzt werden, ebenso Pr√§sident Hadi f√ľr zwei Jahre durch einen f√ľnfk√∂pfigen Pr√§sidentschaftsrat.

Saudi-arabische Offensive 2015

Am 26.¬†M√§rz 2015 begann eine Milit√§rintervention mit saudi-arabischen Luftangriffen im Jemen unter der Bezeichnung Sturm der Entschlossenheit. An der saudi-arabisch angef√ľhrten und von den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich und Gro√übritannien logistisch unterst√ľtzten Milit√§rintervention nahmen unter anderem die Streitkr√§fte √Ągyptens, Bahrains, Katars, Kuwaits, Jordaniens, Marokkos, Sudans und der Vereinigten Arabischen Emirate aktiv teil. Anfang Juli 2015 rief die UNO aufgrund der eskalierenden humanit√§ren Notlage w√§hrend des Krieges die h√∂chste Notstandsstufe der UN f√ľr den Jemen aus, w√§hrend die UNESCO aufgrund des bewaffneten Konflikts zwei Weltkulturerbest√§tten im Jemen f√ľr bedroht erkl√§rte. Seitdem werden "No-Strike"-Listen von Blue Shield zum Schutz der Kulturg√ľter erstellt. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bis Februar 2017 √ľber 4600 Zivilisten im Jemen get√∂tet. Mindestens 19 Millionen Jemeniten waren nach UN-Angaben auf humanit√§re Hilfe angewiesen. Die Norwegische Fl√ľchtlingshilfe warnte vielfach vor einer akuten Nahrungsmittelknappheit. So sei die Versorgungslinie zum Hafen von al-Hudaida essentiell, da √ľber diesen die meisten Importe abgewickelt werden. Bereits im Januar 2017 ver√∂ffentlichte die internationale Organisation f√ľr medizinische Nothilfe M√©decins Sans Fronti√®res (√Ąrzte ohne Grenzen) einen Bericht im Bezug auf die medizinische Versorgung im Jemen, hervorgehoben wurde die verheerende Lage in der Stadt Taizz, im s√ľdlichen Teil des Landes.

Politik

System

Nach Art. 1, Abs. 1 der Verfassung von 1994, zuletzt geändert 2001, ist Jemen ein arabisch-islamischer unabhängiger und souveräner Staat.

Parlament

Das Parlament, das Repr√§sentantenhaus des Jemen ist seit 2015 aufgel√∂st, eine Neuwahl wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Es soll nach der Verfassung alle sechs Jahre gew√§hlt werden und besteht aus 301 Abgeordneten (159 aus dem Norden und 111 aus dem S√ľden sowie 31 politische Pers√∂nlichkeiten, die die ‚Äěnationalen Kr√§fte‚Äú repr√§sentieren). Die letzten Parlamentswahlen vom 27.¬†April 2003 gewann der Allgemeine Volkskongress (MSA ‚Äď ehemals Einheitspartei im Nordjemen) mit 238 (1997: 187) Sitzen. Die Vereinigung f√ľr Reformen (Islah ‚Äď erh√§lt seit der R√ľckkehr von Mudschaheddin aus Afghanistan in ihre Heimatl√§nder politischen Auftrieb) gewann daneben 46 (53), die Sozialistische Partei Jemens (YSP ‚Äď ehemals Einheitspartei des S√ľdjemen) 8 (0), die Nasseristische Unionistische Volkspartei (TWSN) gemeinsam mit der Arabischen Sozialistischen Baath-Partei (Baath) 5 (7) und unabh√§ngige Kandidaten 4 (54) Sitze. Die f√ľr 2009 vorgesehenen Neuwahlen wurden erst verschoben und dann abgesagt.

Vor diesem Hintergrund ist auch das Frauenwahlrecht zu sehen. Vor der Vereinigung erhielten Frauen im damaligen Teil Demokratische Republik Jemen 1967, im Nordjemen 1970 das aktive und passive Wahlrecht. Bei der Vereinigung 1990 wurden die Rechte best√§tigt. In den Wahlen seit 1990 machten Frauen mindestens ein Drittel der W√§hlerschaft aus, und ihr Anteil stieg bei den Parlamentswahlen von 2003 auf 42¬†% an. Jedoch nahm die Zahl von Kandidatinnen f√ľr die Parlamentssitze im selben Zeitraum ab. Auch sank die Zahl der Parlamentarierinnen von 11 Frauen im Parlament der ehemaligen Volksrepublik Jemen vor 1990 auf eine Frau im Parlament von 2003. Frauen wurden von den Parteien zwar als W√§hlerinnen umworben, waren aber in der aktiven Rolle als Kandidatinnen weniger willkommen.

Präsident

Das Staatsoberhaupt wird vom Volk gew√§hlt mit der M√∂glichkeit der einmaligen Wiederwahl. Alle Jemeniten im Alter ab 18 Jahren verf√ľgen √ľber das Wahlrecht. Pr√§sident Salih amtierte von 1978 bis 2012, bis zur Vereinigung 1990 nur im Nordjemen. Er wurde 1999 f√ľr eine Amtszeit von f√ľnf Jahren, 2006 unter Protesten der Oppositionsparteien f√ľr eine weitere Amtszeit von sieben Jahren wiedergew√§hlt. Seinem Sohn Ahmad Salih wurde die Absicht nachgesagt, seinem Vater 2013 nachzufolgen.

Am 23.¬†November 2011 √ľbergab Salih infolge anhaltender Proteste der Bev√∂lkerung die Macht an seinen bisherigen Stellvertreter Abed Rabbo Mansur Hadi. Bei der vorgezogenen Pr√§sidentschaftswahl im Jemen 2012 wurde dieser am 21. Februar 2012 ohne Gegenkandidat als √úbergangspr√§sident f√ľr zwei Jahre gew√§hlt. F√ľr 2014 geplante Neuwahlen mit mehreren Kandidaten fanden nicht statt. Hadi trat am 22. Januar 2015 zur√ľck und wurde unter Hausarrest gestellt, konnte jedoch am 22. Februar fliehen und trat von seinem R√ľcktritt zur√ľck. Im M√§rz 2015 floh er nach Saudi-Arabien, wo er seitdem lebt.

Situation seit 2015

Im gegenw√§rtigen B√ľrgerkrieg besteht eine grobe Hauptkonfliktlinie zwischen den Huthi, die von der Hisbollah unterst√ľtzt und vom Iran mit Waffen versorgt werden, und ihren Gegnern um den international anerkannten Pr√§sidenten Hadi, die ihre Waffen aus Saudi-Arabien erhalten. Der im Mai 2017 gegr√ľndete S√ľd√ľbergangsrat um Aydarua al-Zubaidi will einen unabh√§ngigen S√ľdjemen wiederherstellen und kooperiert mit von den Vereinigten Arabischen Emiraten ausger√ľsteten Milizen. Eine Vielzahl lokaler Milizen und Stammesf√ľhrer k√§mpft f√ľr ihre eigenen Interessen. Ende 2019 kam es zu direkten Gespr√§chen zwischen den Huthi und Saudi-Arabien √ľber Grenzfragen, worin in der internationalen Gemeinschaft ein m√∂glicher Ansatz f√ľr bevorstehende Friedensgespr√§che gesehen wurde.

Innenpolitik

Seit 2004 bem√ľht sich die Regierung, den Aufstand der zaiditischen Bewegung ‚ÄěGl√§ubige Jugend‚Äú (ōßŔĄōīō®ōßō® ōßŔĄŔÖō§ŔÖŔÜŔäŔÜ) unter der F√ľhrung der al-Huthi-Familie im Gouvernement Sa'da niederzuschlagen. Die ‚ÄěGl√§ubige Jugend‚Äú wendet sich gegen sunnitisch-wahhabitische Bekehrungskampagnen im zaiditischen Norden, gegen die Benachteiligung der an der saudischen Grenze gelegenen, traditionell antirepublikanischen Gouvernements bei der Entwicklung des Landes und gegen die jemenitische Regierung, die als Verb√ľndeter der Vereinigten Staaten wahrgenommen wird.

Die Hirak-Bewegung hingegen betreibt in Ankn√ľpfung an den B√ľrgerkrieg von 1994 eine Sezession des S√ľdjemens. Zu ihren F√ľhrern geh√∂ren der im Exil lebende ehemalige sozialistische s√ľdjemenitische Pr√§sident Salim al-Bid, aber auch prominente Islamisten. Seit Anfang 2009 flackern auch in den s√ľdlichen Gouvernements des Landes (insbesondere Lahedsch, Aden, Abjan) gewaltsame Proteste gegen die Vormachtstellung der nordjemenitischen Elite auf.

Die Konflikte n√§hren Bef√ľrchtungen, dass dem Staat die ‚Äď ohnehin durch die Stammesstrukturen beschr√§nkte ‚Äď Kontrolle entgleitet und der Jemen wie Afghanistan oder Somalia zu einem gescheiterten Staat werden k√∂nnte, der terroristischen Bewegungen Zuflucht bietet. In diesem Zusammenhang besteht auch die Gefahr, dass al-Qaida-Terroristen aus Somalia und Jemen verst√§rkt zusammenarbeiten. Andererseits ist die Situation im Jemen insofern besonders, als die Organe des jemenitischen Staates grunds√§tzlich nach wie vor effektive Kontrolle √ľber alle Teile seines Territoriums aus√ľben, und die St√§mme weder ethnisch divers sind noch in gr√∂√üeren Verb√§nden miteinander im Konflikt stehen. In gro√üen Teilen des Landes, vor allem den St√§dten und im postkommunistischen S√ľden, spielen Stammesstrukturen heutzutage keine politische Rolle mehr. Dennoch beschr√§nkt die mangelnde Ausstattung und Korruptionsanf√§lligkeit der Sicherheitsorgane in einem geographisch weit ausgedehnten und zunehmend armen Land die Interventionsm√∂glichkeiten des Staates.

Justizwesen und Menschenrechte

Das Parlament ist gesetzgebendes Organ, die Judikative autonom. Nur die Verh√§ngung der Todesstrafe erfordert laut Verfassung die Genehmigung des Staatspr√§sidenten, der gleichzeitig dem aufsichtsf√ľhrenden Kontrollgremium √ľber die Gerichtsorganisation vorsteht. H√∂chstes judikatives Organ ist der Oberste Gerichtshof. Der Islam ist Staatsreligion, es gilt die Scharia. Die strenge Ausrichtung des Rechtes f√ľhrt zur Verweigerung vieler Menschenrechte, wie zum Beispiel die freie Wahl der Religion.

Das Schutzalter, von dem ab eine Person juristisch als einwilligungsf√§hig bez√ľglich sexueller Handlungen angesehen wird, wurde 1999 von ehemals 15 Jahren auf den Beginn der Pubert√§t gesenkt, womit im Jemen im Regelfall ein Alter von neun Jahren gemeint ist. Der Anteil der M√§dchen, die noch vor ihrer Vollj√§hrigkeit verheiratet werden, liegt im Jemen bei 37¬†% und wird nur von Somalia (45¬†%) √ľbertroffen. F√ľr weltweite Schlagzeilen sorgte in diesem Zusammenhang Anfang 2008 der Fall eines zehnj√§hrigen M√§dchens Nojoud Ali, das vor Gericht die Scheidung von ihrem 22 Jahre √§lteren Ehemann erstritt. Ende Februar 2009 beschloss das jemenitische Parlament ein Gesetz, das das Mindestalter f√ľr Heiraten auf 17 Jahre festlegt. Gegen dieses Gesetz wandte sich eine Gruppe prominenter religi√∂ser Pers√∂nlichkeiten des Jemen, die es als unvereinbar mit der Scharia bezeichneten.

Homosexuelle Handlungen stehen unter Strafe. Das Strafma√ü reicht hierbei von Geldstrafen und Auspeitschung bis hin zur Todesstrafe bei M√§nnern f√ľr homosexuellen Geschlechtsverkehr.

Der Jemen gehört zu den Staaten, in denen die Beschneidung weiblicher Genitalien praktiziert wird. Etwa 22,6 % der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren waren 1997 betroffen. Obwohl der Jemen bereits 1984 das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau ratifiziert hat, wird geschätzt, dass 50 % aller verheirateten Frauen Gewalt ausgesetzt sind. Der Jemen hat das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert, welches die Rekrutierung von Kindern in bewaffneten Konflikten verbietet.

Meinungs- und Pressefreiheit sind damit nicht gegeben. In Jemen sitzt ein Journalist in Haft.

Am 22. Januar 2018 wurde ein Journalist, Mohamed Al Qadesi, in Jemen getötet. Nachweislich steht der Tod des Opfers in direktem Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit.

Außenpolitik

Der Jemen ist Mitglied der Vereinten Nationen (UNO) und der Arabischen Liga. Jemen will Mitglied des Golf-Kooperationsrates werden. Im Januar 2002 trat der Jemen dem Golf-Kooperationsrat bei, vorerst nur als Beobachter. Der Jemen beschuldigt den Iran, den Aufstand der jemenitischen Schiiten im eigenen Interesse zu unterst√ľtzen.

Die Vereinigten Staaten und den Jemen verbindet der Anti-Terrorkampf, aber die Beziehungen sind immer wieder belastet. Der Jemen schl√§gt seit Beginn der Zweiten Intifada in Pal√§stina eine h√§rtere Gangart im Nahostkonflikt ein und ist bei der Zusammenarbeit f√ľr mehr Sicherheit zaghaft. Aber auch der Einsatz einer US-Drohne, die am 3.¬†November 2002 sechs mutma√üliche al-Qaida-K√§mpfer im Jemen t√∂tete, sowie die Ermordung dreier amerikanischer Missionare am 31.¬†Dezember 2002 belasten die Beziehungen. Ein gro√üer Teil der in Guantanamo Inhaftierten stammt aus dem Jemen. Trotzdem ist Washington an einer St√§rkung der jemenitischen Regierung interessiert. 2004 empfing US-Pr√§sident George W. Bush Ali Abdullah Salih im Wei√üen Haus. Auch die nachfolgende Regierung unter Pr√§sident Obama leitete weiterhin Milit√§rhilfe in den Jemen, auch nach dem Sturz von Salih.

Der Konflikt um den genauen Grenzverlauf zum Sultanat Oman wurde beigelegt. Das Abkommen von Dschidda beendete die Grenzstreitigkeiten mit Saudi-Arabien. Jemen erhielt einen Gebietsstreifen, unter dem sich h√∂chstwahrscheinlich Erd√∂l befindet, und akzeptierte im Gegenzug das Abkommen von Taif 1934, in dem Imam Yahya bin Muhammad Saudi-Arabien zwei Provinzen √ľberlie√ü. In Bezug auf die Hanisch-Inseln wurde der Internationale Gerichtshof angerufen, der im Oktober 1998 gegen Eritrea entschied.

1998 wurden diplomatische Beziehungen zwischen Jemen und dem Heiligen Stuhl aufgenommen, und Frankreich stufte den Jemen als ‚ÄěZone de solidarit√© prioritaire‚Äú ein, was eine verst√§rkte Zusammenarbeit zwischen beiden L√§ndern bedeutet. Im Somalia-Konflikt konnte die jemenitische Regierung im Dezember 2000 mit Erfolg vermitteln.

Militär

Die Jemenitischen Streitkr√§fte entstanden offiziell aus der Vereinigung der Armeen Nord- und S√ľdjemens im Mai 1990, wobei es ab Mai 1994 zu Kampfhandlungen zwischen den beiden Armeen kam, die erst mit ihrer vollst√§ndigen Zusammenfassung im M√§rz 1995 endg√ľltig beendet werden konnten. Im Zuge des B√ľrgerkriegs im Jemen und der Milit√§rintervention im Jemen seit 2015 sind die Streitkr√§fte in Anh√§nger von Ex-Pr√§sident Ali Abdullah Salih im Norden und die mit der Golf-Allianz verb√ľndeten Truppen im S√ľden gespalten.

Verwaltung

Verwaltungsgliederung

Der Jemen gliedert sich in 21 Gouvernements und den Hauptstadtdistrikt. Diese 22 Verwaltungseinheiten werden in 333 Distrikte gegliedert, im weiteren in 2200 Subdistrikte, 36.986 Dörfer und 91.489 Ortsteile (localities and neighborhoods).

Sieben der 21 Gouvernements bildeten bis 1990 den S√ľdjemen.

Im Jahr 2016 kam eine von Pr√§sident Abed Rabbo Mansur Hadi eingesetzte Kommission zu der Empfehlung, den Jemen administrativ in sechs Regionen aufzuteilen ‚Äď zwei davon im ehemaligen S√ľdjemen und vier im Nordjemen. Dies sollte auch eine Dezentralisierung der Regierungsgewalt beinhalten. Zur Umsetzung dieser Pl√§ne kam es bisher aufgrund des B√ľrgerkriegs nicht.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Sanaa 1.937.451 Einwohner, al-Hudaida 617.888 Einwohner, Taizz 615.467 Einwohner, Aden 550.744 Einwohner und al-Mukalla 258.428 Einwohner.

Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte 2015 aufgrund des B√ľrgerkriegs um 28,1¬†%. 2016 schrumpfte es erneut um 4,2¬†%. Die Landwirtschaft hatte im selben Jahr einen Anteil von 23,6¬†%, die Industrie von 8,8¬†% und der Dienstleistungssektor von 67,5¬†% am BIP. 1999 waren 48,5¬†% der Besch√§ftigten in der Landwirtschaft, 15,1¬†% in der Industrie und 36,4¬†% im Dienstleistungssektor besch√§ftigt. Die Arbeitslosigkeit lag 2014 im Durchschnitt bei 27¬†% und die Inflation bei 31,5¬†%. Im Jahr 2015 arbeiteten 73,2¬†% der Besch√§ftigten in der Informellen Wirtschaft und rund 30¬†% im Staatsdienst. Die Weltbank sch√§tzte im Juli 2019, dass rund 25¬†% der Unternehmen im Land ihren Betrieb als Folge des Kriegs ganz aufgaben und nahe zu alle ihre Gesch√§ftsaktivit√§ten einschr√§nken mussten.

Mit einem kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt von ca. 2500 US-Dollar pro Kopf im Jahr 2016 war der Jemen eines der √§rmsten L√§nder der Welt. Bis 2018 ging des BIP pro Kopf und Jahr weiter auf gesch√§tzt 667 US-Dollar zur√ľck. Dieser starke R√ľckgang beruht neben der hohen Inflationsrate auch darauf, dass der Staat im Jahr 2016 die Gehaltszahlungen an seine zahlreichen Bediensteten aussetzte und 2017 nur teilweise wieder aufnahm. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt das Land den letzten Platz (Stand 2017‚Äď2018).

Landwirtschaft und Fischerei

Nur 2,9¬†% des Territoriums des Jemen sind landwirtschaftlich nutzbar, und weniger als 0,3¬†% werden ganzj√§hrig bebaut. Etwa 5500 Quadratkilometer werden bew√§ssert. Weiterhin sind fast 4¬†% des Territoriums bewaldet. Mehr als 70¬†% des Landes bestehen aus W√ľste.

Die Landwirtschaft des Jemen besch√§ftigt mehr als 50¬†% der Arbeitskr√§fte und tr√§gt 20¬†% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Angebaut werden Hirse, vor allem Sorghum, Mais, Fr√ľchte, Gem√ľse und Kaffee. Die Produktivit√§t der Landwirtschaft ist aufgrund der fehlenden Wasserressourcen und der Knappheit an bebaubarem Land niedrig. So liegt die Getreideernte pro Hektar im Jemen bei 800¬†kg, was weit unter dem Weltdurchschnitt von 3000¬†kg liegt. Die eigene Landwirtschaft ist somit nicht in der Lage, die Bev√∂lkerung zu ern√§hren. Jemen war zwar bis vor wenigen Jahren noch Selbstversorger, muss heute jedoch 75¬†% seiner Nahrungsmittel importieren, weshalb Nahrungsmittel 23¬†% der gesamten Importe ausmachen (Weltdurchschnitt: 7¬†%). Die Einwohner des Jemen sind aufgrund ihrer niedrigen Einkommen steigenden Weltmarktpreisen f√ľr Nahrungsmittel besonders stark ausgesetzt.

Der Anbau der Alltagsdroge Kath hat in den vergangenen Jahren viele traditionelle landwirtschaftliche Produkte verdr√§ngt, was zur weiteren Steigerung der Importabh√§ngigkeit f√ľr Nahrungsmittel gef√ľhrt hat. Im Jahr 1990 wurde Kath auf der H√§lfte der zur Verf√ľgung stehenden Nutzfl√§che angebaut, mit steigender Tendenz. F√ľr Kath geben viele Familien einen bemerkenswert hohen Anteil ihres Einkommens aus, der Preis f√ľr Kath ist sehr volatil. Insgesamt werden mit Kath etwa 5¬†% des BIP umgesetzt. Abgesehen von den Auswirkungen auf die Produktivit√§t der Menschen verbraucht der Anbau von Kath sehr viel Wasser. Er bietet jedoch der Landbev√∂lkerung die M√∂glichkeit, ein h√∂heres Einkommen zu erwirtschaften als durch Subsistenzwirtschaft oder den Anbau anderer Kulturen und hat somit die Landflucht und das rapide Anwachsen der Stadtbev√∂lkerung gebremst.

Seit einigen Jahren versucht ein FAO-Trainingsprogramm, zum Anbau von Gem√ľse zu motivieren. Bei der m√§nnlichen Landbev√∂lkerung st√∂√üt dies auf Ablehnung, weil das gemeinsame, oft stundenlanges Rauchen Tradition hat. Manche B√§uerinnen wie Ahlam al-Alaja haben jedoch trotz dieses Widerstands damit begonnen -- und sparen t√§glich viele Dollar an Stromkosten f√ľr das tief heraufgepumpte Wasser. Dies n√ľtzt der Umwelt, auch die Einbu√üe an Familieneinkommen ist gering.

Die Landwirtschaft verbraucht 90¬†% der verf√ľgbaren Wasserressourcen. Die Bew√§sserungsverfahren sind jedoch ineffizient und verlustreich, es gibt keine staatliche Kontrolle √ľber die Nutzung des Wassers und die Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetriebe haben keine ausreichenden Management- und Betriebskapazit√§ten. Die Vielzahl der Brunnen hat zu einem starken Absinken des Grundwasserspiegels gef√ľhrt, in der Region um Sanaa sinkt er um sechs bis acht Meter pro Jahr. Die erneuerbaren S√ľ√üwasserressourcen wurden f√ľr 2005 auf 200¬†m¬≥ pro Person gesch√§tzt. Dies liegt weit unter dem weltweiten Durchschnitt von 6700¬†m¬≥ und auch unter dem als Wasserknappheit betrachteten Niveau von 1000¬†m¬≥; das UNDP spricht von serious water stress. Gleichzeitig steigt die Verschmutzung der zur Verf√ľgung stehenden Wasserressourcen an. Dar√ľber hinaus wird erwartet, dass der Klimawandel zu noch gr√∂√üerer Trockenheit im Jemen f√ľhren wird. Von den 146 L√§ndern, f√ľr welche das UNDP einen Environmental Sustainability Index berechnet hat, liegt der Jemen demzufolge auf dem 137.¬†Platz. Es ist deshalb fraglich, wie lange im jemenitischen Hochland, wo der gr√∂√üte Teil der Bev√∂lkerung lebt, √ľberhaupt noch Bauern siedeln k√∂nnen.

Die Fischerei trug im Jahr 2014 rund 13¬†% zum BIP bei und war damit der zweitwichtigste Wirtschaftszweig nach der √Ėl- und Gasindustrie. Fische waren lange Zeit auch das zweitwichtigste Exportgut nach Erd√∂l. J√§hrlich werden etwa 290.000 Tonnen Fisch gefangen, meist von Fischern mit kleinen, nicht seetauglichen Booten. Die Infrastruktur zum K√ľhlen und Weiterverarbeiten von Fisch sowie Einrichtungen zur √úberwachung der Fischereiaktivit√§ten wird gerade mit Hilfe der Weltbank errichtet.

Bergbau und Industrie

Jemen ist ein erd√∂lf√∂rdernder Staat. Seine F√∂rdermenge ist jedoch, verglichen mit seinen Nachbarn, gering, und das Land ist auch kein OPEC-Mitglied. Im Unterschied zu anderen Staaten des Nahen Ostens √ľberl√§sst die jemenitische Regierung die F√∂rderung des Erd√∂ls ausl√§ndischen (amerikanischen, franz√∂sischen und s√ľdkoreanischen) Unternehmen, die die Gewinne mit der Regierung teilen. Die noch vorhandenen Reserven wurden 2007 auf drei Milliarden Barrel gesch√§tzt, und es wird damit gerechnet, dass die √Ėlvorr√§te des Landes bereits vor 2020 ersch√∂pft sein werden. Die t√§gliche √Ėlf√∂rderung ist ebenfalls im Sinken begriffen. Sie betrug 400.000 Barrel pro Tag im Jahr 2005, im Jahr 2008 wurden nur mehr 350.000 Barrel t√§glich gef√∂rdert.

Um die Erdgasvorr√§te des Landes besser exportieren zu k√∂nnen, wurde f√ľr 2,6 Milliarden US-Dollar eine Verfl√ľssigungsanlage in Balhaf errichtet. Sie wurde 2009 in Betrieb genommen und kann 6,8 Millionen Tonnen Fl√ľssiggas pro Jahr erzeugen, welches zu zwei Dritteln in die USA exportiert wird. Die Einnahmen aus dem Erd√∂lexport stellen momentan etwa drei Viertel des Staatsbudgets. Der Export von Fl√ľssiggas kann den zu erwartenden Einnahmeausfall nach Ersch√∂pfung der Erd√∂lvorr√§te allerdings nur teilweise ausgleichen. Im Jahr 2014, vor Beginn des B√ľrgerkriegs, machten √Ėl- und Gasproduktion rund 24¬†% des Bruttoinlandsprodukts aus. In den Jahren von 2010 gingen aus dem Wirtschaftszweig 46¬†% bis 65¬†% der √∂ffentlichen Einnahmen und 72¬†% bis 89¬†% aller Exporte hervor.

Der Anteil der Wertsch√∂pfung des produzierenden Gewerbes am BIP des Jemen betr√§gt nur 7¬†%. Dies ist auch f√ľr ein arabisches Land niedrig, wo der Durchschnitt bei 9,5¬†% liegt. Der gr√∂√üte Teil der Produktion findet in Kleinstunternehmen mit ein bis vier Mitarbeitern statt. Sie konzentrieren sich auf die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten und auf die Herstellung von Materialien f√ľr den Wohnungsbau. Au√üerdem haben die Zement- und Textilindustrie eine gewisse Bedeutung.

Außenwirtschaft

Roh√∂l und Erdgas sind die wichtigsten Exportg√ľter des Jemen, 2007 machten sie 90¬†% aller Exporte aus. Weiter exportiert das Land Fisch in sehr begrenztem Umfang. Weitere Exportg√ľter gibt es praktisch nicht. Importiert werden vor allem Maschinen, Fahrzeuge und Fertigwaren. Da der Jemen √ľber keine nennenswerten Raffinerien verf√ľgt, m√ľssen Treib- und Schmierstoffe eingef√ľhrt werden. Bemerkenswert ist auch der hohe Anteil von Nahrungsmitteln an den Importen. Wichtigste Lieferanten sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, die Volksrepublik China, die Schweiz und die USA. F√ľr die deutschsprachigen L√§nder hat der Jemen als Absatzmarkt eine sehr geringe Bedeutung; da das Land die Sicherheit von Ausl√§ndern nicht garantieren kann, lehnen mitteleurop√§ische Unternehmen Auftr√§ge aus dem Jemen nicht selten ab.

Die Handelsbilanz ist negativ. 2007 betrug das Handelsbilanzdefizit 7¬†%, nach positiven Jahren zwischen 2002 und 2006. Das Defizit spiegelt einerseits die hohen Investitionen wider, die in den Aufbau der Fl√ľssiggasproduktion get√§tigt werden, wobei die Anlagen zur G√§nze importiert werden m√ľssen. Andererseits verdeutlicht das Defizit die Verletzlichkeit des Landes gegen√ľber fallenden √Ėlpreisen und steigenden Nahrungsmittelpreisen. Das Handelsbilanzdefizit muss durch √úberweisungen von Gastarbeitern aus dem Ausland, von Direktinvestitionen und Hilfsgeldern der Gebergemeinschaft ausgeglichen werden. Die Zahlungsbilanz des Jemen ist stark unter Druck, seitdem jemenitische Gastarbeiter im arabischen Raum aus Sicherheitsgr√ľnden durch Arbeitskr√§fte aus dem asiatischen Raum ersetzt werden.

Tourismus

Die Anzahl der Touristen, die 2005 den Jemen besuchten, wurde auf 336.000 gesch√§tzt und ist nunmehr auf wenige Tausend gesunken. Attraktiv f√ľr europ√§ische Touristen sind die Altstadt von Sanaa, die historische Hauptstadt Schibam, die Medina von Zabid, die historische Stadt Tarim oder die Ausgrabungen von Baraqisch. Erholungstourismus hingegen findet nur sehr begrenzt statt.

Die Weiterentwicklung des Tourismus wird durch das Fehlen der dazu notwendigen Infrastruktur, vor allem aber durch die instabile Sicherheitslage erschwert. Das Ausw√§rtige Amt der Bundesrepublik Deutschland warnt derzeit vor dem ‚Äěerheblichen Risiko terroristischer Anschl√§ge‚Äú und dem ‚Äěst√§ndig hohen Entf√ľhrungsrisiko‚Äú sowie den ‚Äěimmer wieder aufflammenden Stammeskonflikten‚Äú und r√§t von Reisen in den Jemen ausdr√ľcklich ab.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 5,6 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,7 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 13,9¬†% des BIP. Der rapide R√ľckgang der Staatseinnahmen ist durch die Kriegsfolgen bedingt, insbesondere durch den Zusammenbruch der Erd√∂l- und Erdgasindustrie und den Verlust der Hoheit √ľber die Steuererhebung in weiten Landesteilen. Der Wechselkurs des Jemen-Rial unterliegt starken Schwankungen, was unter anderem auf die Existenz zweier konkurrierender Zentralbanken zur√ľckzuf√ľhren ist. Allgemein ist aber eine deutliche Inflation festzustellen. Das Weltern√§hrungsprogramm berechnete im November die Teuerung anhand eines Lebensmittelkorbs mit 127¬†% seit dem Beginn des B√ľrgerkriegs.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 23,4 Mrd. US-Dollar oder 85,8 % des BIP.

Im Jahr 2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,5¬†%
  • Bildung: 9,6¬†% (2001)
  • Milit√§r: 6,6¬†%

Infrastruktur

Telekommunikation

Telekommunikationsdienstleistungen werden fast ausschlie√ülich von TeleYemen angeboten. Die hohen Kosten angesichts der sehr niedrigen Einkommen der Bev√∂lkerung bedingen, dass es 2016 im Land nur 24,7¬†% der Bev√∂lkerung das Internet nutzte. Aus dem gleichen Grund gab es 2006 weniger als eine Million Telefonanschl√ľsse und zwei Millionen Mobiltelefoniebenutzer.

Verkehr

Straße

Passagier- und G√ľtertransport wird im Jemen fast ausschlie√ülich auf der Stra√üe bewerkstelligt. Das Stra√üennetz ist in den vergangenen Jahren von 48.000 auf 71.300 Kilometer angewachsen. Trotzdem ist es noch immer in einem wenig zufriedenstellenden Zustand: nur 6200 Stra√üenkilometer sind asphaltiert, viele l√§ndliche Gebiete sind nicht an das Stra√üennetz angeschlossen. Im Nordteil des Landes werden die wichtigsten St√§dte jedoch mit guten Stra√üen verbunden und es wurden Linienbusse eingerichtet. Verbesserungen am Stra√üennetz werden mit Hilfe der Weltbank durchgef√ľhrt. Die Anzahl der Fahrzeuge pro 1000 Einwohner wurde f√ľr 2002‚Äď2004 auf 50 gesch√§tzt. Die zahlreichen betagten Fahrzeuge im Jemen f√ľhren zu hoher Luftverschmutzung.

Häfen

Der wichtigste Hafen des Jemen ist in Aden. Weitere H√§fen befinden sich in al-Hudaida, Al-Mukalla und Mokka, w√§hrend Ras Isa die √Ėlexporte des Landes abwickelt. Der Hafen von Aden verf√ľgt √ľber einen 1999 er√∂ffneten Containerterminal, sah sich aber nach dem Bombenanschlag auf den franz√∂sischen Tanker Limburg im Oktober 2002 einem drastischen R√ľckgang des Umschlages gegen√ľber. Die umgeschlagene Menge hat sich jedoch seitdem erholt und betrug 2007 503.325 TEU. Es gibt im Jemen keine Binnenwasserstra√üen.

Flugverkehr

Vier jemenitische St√§dte verf√ľgen √ľber internationale Flugh√§fen, n√§mlich Aden, Sanaa, Taizz und al-Hudaida. Flugverbindungen existieren vor allem zu anderen Staaten in der Region und einigen Zielen in Europa. Die nationale Fluglinie hei√üt Yemenia.

Eisenbahn

Der Jemen verf√ľgt √ľber keine schienengebundenen Transportmittel. In osmanischer Zeit wurde 1911 mit dem Bau einer meterspurigen Bahnstrecke vom Hafen Ra‚Äôs Kathib (n√∂rdlich von al-Hudaida) nach Sanaa begonnen. Nach einem italienischen Bombardement des Hafens wurden die Arbeiten abgebrochen, so dass nur 7 km Gleis verlegt waren. Anschlie√üende Konflikte zwischen den osmanischen Beamten und lokalen Machthabern verhinderten, dass die Arbeiten wieder aufgenommen wurden. Noch in den 1980er Jahren waren Spuren des Vorhabens zu sehen, einschlie√ülich der Reste einer Dampflokomotive.

Es gibt prinzipiell Einverständnis, den Jemen an das geplante Bahnnetz des Golf-Kooperationsrat anzubinden.

Energieversorgung

Die Versorgung mit elektrischer Energie kann mit den Anforderungen nicht Schritt halten. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung des Landes und weniger als ein Viertel der Landbevölkerung sind an das Stromnetz angeschlossen, die Versorgung ist instabil und zwingt Wirtschaftstreibende, teure Alternativen zum öffentlichen Netz zu installieren oder Produktivitätseinbußen in Kauf zu nehmen. 2005 stammte die gesamte Stromproduktion von 4,46 Milliarden kWh aus thermischer Gewinnung. Die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen ist vorgesehen.

Jemen besitzt eigene Erd√∂l- und Erdgasvorkommen, die jedoch nicht mit dem Rohstoffreichtum der Nachbarl√§nder zu vergleichen sind und deren Ertr√§ge zudem zur√ľckgehen. Nach einer von der Regierung beschlossenen Erh√∂hung der Treibstoffpreise auf fast das Doppelte brachen am 20.¬†Juli 2005 in sechs Provinzen Unruhen aus, bei denen mindestens 39 Personen, darunter zw√∂lf Angeh√∂rige der Sicherheitskr√§fte, ums Leben kamen. In Aden kam es trotz starker Milit√§rpr√§senz zu Pl√ľnderungen.

Die Treibstoffpreise waren mittels staatlicher Subventionierung bisher niedrig gehalten worden. Durch die zuvor stark gestiegene Nachfrage ‚Äď sie war von der Regierung auf ein florierendes Schmuggelgesch√§ft mit den Nachbarl√§ndern zur√ľckgef√ľhrt worden, da dort die Preise deutlich h√∂her liegen ‚Äď, war der im Budget veranschlagte Rahmen f√ľr Subventionen bereits in den ersten Monaten des Jahres √ľberschritten worden. Die Reduzierung der Subventionen war auch Teil eines mit dem Internationalen W√§hrungsfonds (IWF) ausgehandelten Reformprogramms. Ein Teil der eingesparten Gelder sollte f√ľr die Erh√∂hung der L√∂hne der Staatsbediensteten und die Anpassung der Renten verwendet werden. Nachdem Pr√§sident Salih eine teilweise R√ľcknahme der Preiserh√∂hung zugesagt hatte, beruhigte sich die Lage wieder.

Literatur

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  • Muhammad A. Ba-Faqih: L' unification du Y√©men antique ‚Äď la lutte entre Saba, Himyar et le Hadramawt du Ier au III√®me si√®cle de l‚Äô√®re chr√©tienne. Geuthner, Paris 1990, ISBN 2-7053-0494-0 ISBN 978-2-7053-0494-2 (ISBN 2-7053-0494-2).
  • Sheila Carapico: Civil society in Yemen: the political economy of activism in modern Arabia. Cambridge University Press, Cambridge 1998, ISBN 0-521-03482-5 (Cambridge Middle East Studies. Nr.¬†9.).
  • Anne-B√©atrice Clasmann: Der arabische (Alb-)Traum. Aufstand ohne Ziel. 2. Auflage. Passagen Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-7092-0217-3 (Passagen Thema), 302 S. (u.¬†a. √ľber Jemen)
  • Paul Dresch: Tribes, government and history in Yemen. Clarendon, Oxford 1989, ISBN 0-19-827331-2.
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  • Eva Gerlach: Aus dem Harem in die Welt¬†: Erlebnisse unter d. Frauen S√ľdarabiens. [Mit 48 Schwarzweiss- u. 8 Farbaufn. von Richard Gerlach u.¬†a. sowie e. Ausschlagkt]. ‚Äď 3., ver√§nd. Aufl., 24. ‚Äď 49. Tsd. ‚Äď Leipzig¬†: VEB Brockhaus, 1965
  • Iris Glosemeyer: Liberalisierung und Demokratisierung in der Republik Jemen, 1990‚Äď1994. Dt. Orient-Institut, Hamburg 1995, ISBN 3-89173-041-1.
  • Iris Glosemeyer: Politische Akteure in der Republik Jemen. Wahlen, Parteien und Parlamente. Dt. Orient-Institut, Hamburg 2001, ISBN 3-89173-063-2.
  • Marie-Christine Heinze: Weiblichkeit und √∂ffentlicher Raum im Jemen. EB-Verlag, Schenefeld 2006, ISBN 3-936912-51-3.
  • Ahmed Al-Hubaishi, Klaus M√ľller-Hohenstein: An introduction to the vegetation of Yemen. Ecological basis, floristic composition, human influence. Dt. Gesellschaft f√ľr technische Zusammenarbeit, Eschborn 1984. (in Englisch und Arabisch)
  • Horst Kopp (Hrsg.): L√§nderkunde Jemen. Reichert, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89500-500-2.
  • Hans Krech: Bewaffnete Konflikte im S√ľden der Arabischen Halbinsel. Der Dhofarkrieg 1965‚Äď1975 im Sultanat Oman und der B√ľrgerkrieg im Jemen 1994. Verlag Dr.¬†K√∂ster, Berlin 1996, ISBN 3-89574-193-0.
  • Werner Kropf: Der Jemen ist ein hei√ües Land. Dr. Ziethen Verlag, Oschersleben 2008, ISBN 978-3-938380-66-6.
  • Frederik Obermaier: Land am Abgrund ‚Äď Staatszerfall und Kriegsgefahr in der Republik Jemen. Tectum-Verlag, Marburg 2010, ISBN 3-8288-2440-4.
  • Jonathan Raban: Jemen: Land zur Rechten Allahs. In: Geo-Magazin. Hamburg 1979,9, S. 8‚Äď34. Informativer Erlebnisbericht nach der Ermordung Ibrahim al-Hamdi: "Durch B√ľrgerkriege geschw√§cht, vom Autoverkehr √ľberfordert, von der Qatdroge gel√§hmt, d√§mmert das Land ‚Äěrechts von Mekka‚Äú in eine d√ľstere Zukunft." ISSN¬†0342-8311
  • Carmen Rohrbach: Im Reich der K√∂nigin von Saba. Auf Karawanenwegen im Jemen. Frederking und Thaler, M√ľnchen 1999, ISBN 3-89405-396-8.
  • Guido Steinberg: Jemen oder der Krieg ohne Ende, in: Bl√§tter f√ľr deutsche und internationale Politik 1'21, S. 79‚Äď86
  • Peter Wald: Der Jemen. Nord- und S√ľdjemen. Antikes und islamisches S√ľdarabien ‚Äď Geschichte, Kultur und Kunst zwischen Rotem Meer und Arabischer W√ľste. DuMont Kunst-Reisef√ľhrer, K√∂ln 1980, ISBN 3-7701-1092-7.
  • Peter Wald: Jemen. Antike und Islam. Geschichte, Kultur und Kunst im S√ľdwesten Arabiens. DuMont, K√∂ln 1997, ISBN 3-7701-4091-5.
  • Jonathan Walker: Aden insurgency. The savage war in Yemen 1962‚Äď67, Barnsley (Pen & Sword Military), 2014, ISBN 978-1-4738-2763-9.
  • Shelagh Weir: Qat in Yemen. Consumption and social change. British Museum Publ., London 1985, ISBN 0-7141-1568-1.
  • Reinhold Wepf: Yemen. Land der K√∂nigin von Saba. K√ľmmerly & Frey, Bern 1966.
  • Daniel Zadra: Auswirkungen somalischer Piraterie und Fl√ľchtlingsstr√∂me auf den Jemen, ein Land im Spannungsfeld zwischen Stammeskultur und Zentralstaat. Universit√§t Wien, Wien 2009 (Diplomarbeit. PDF, 4¬†MB).

Weblinks

  • Linkkatalog zum Thema Jemen bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation im Jemen
  • Regierung des Jemen (arabisch)
  • L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zum Jemen
  • Deutsche Botschaft in Sanaa
  • Jemenitische Botschaft in Deutschland
  • Verfassung der Republik Jemen, arabischer Text ‚Äď Englische √úbersetzung der jemenitischen Verfassung auf den Seiten der UNHCR
  • Deutsch-Jemenitische Gesellschaft e.¬†V.
  • (fr) Le Y√©men entre juda√Įsme et christianisme par Christian Robin, Directeur de l‚ÄôUMR Orient et M√©diterran√©e, Membre de l‚ÄôInstitut.
  • Country Profile of Yemen (PDF, 26 S., August 2008, en), Library of Congress ‚Äď Federal Research Division (128¬†kB)
  • Entwicklungszusammenarbeit mit dem Jemen
  • Informationen zu bewaffneten Konflikten im Jemen der Universit√§t Hamburg

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
Abyan  
YE.BA Al Bayda'  
YE.DL Al Dali'  
YE.HU Al Hudaydah  
YE.JA Al Jawf  
YE.MR Al Mahrah  
YE.MW Al Mahwit  
Amanat Al Asimah  
YE.AM Amran  
YE.DH Dhamar  
YE.HD Hadramawt  
YE.HJ Hajjah  
YE.IB Ibb  
YE.LA Lahij  
YE.MA Ma'rib  
Raymah  
YE.SD Sa`dah  
YE.SN Sana'a  
YE.SH Shabwah  
YE.TA Ta`izz  
YE.AD `Adan  
 

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Flagge: Yemen

Name englisch: Yemen
Hauptstadt: Sanaa
Kfz: YEM
ISO: YE
ISO3: YEM
Fläche: 527970 km²
Tld: .ye
Wärung Einheit: YER
Währung: Rial
Vorwahl: 967

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 18.9996331
südlichster Punkt: 12.1081658
westlichster Punkt: 41.8160553
östlichster Punkt: 54.5335554


 
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