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Staat Informationen : Kroatien

Informationen:


Kroatien (kroatisch [xŇôŐ© čaňźtskaňź], amtlich Republik Kroatien, kroatisch ) ist ein Staat in der √úbergangszone zwischen Mittel- und S√ľdosteuropa. Kroatien ist Mitglied der Europ√§ischen Union, der NATO, der Welthandelsorganisation, der OSZE und der Vereinten Nationen. Hauptstadt und gr√∂√üte Stadt ist Zagreb, zu den weiteren Gro√üst√§dten z√§hlen Split, Rijeka und Osijek.

Das Staatsgebiet liegt √∂stlich des Adriatischen Meeres und zum Teil im S√ľdwesten der Pannonischen Tiefebene. Es grenzt im Nordwesten an Slowenien, im Norden an Ungarn, im Nordosten an Serbien, im Osten an Bosnien und Herzegowina und im S√ľdosten an Montenegro. Das Gebiet der einstigen Republik Ragusa (Dubrovańćka Republika), das heute den s√ľdlichsten Teil des Staates ausmacht, verf√ľgt √ľber keine direkte Landverbindung zum √ľbrigen Staatsgebiet, da der wenige Kilometer breite Meereszugang von Bosnien und Herzegowina dazwischen liegt; das Gebiet um Dubrovnik bildet damit die einzige Exklave des Landes.

Geographie

Kroatiens Landfläche entspricht mit ca. 56.500 Quadratkilometern etwa der doppelten Größe von Brandenburg. Zur Landfläche gehört ein Teil der Dinariden und der Pannonischen Tiefebene.

Das Land liegt in der √úbergangszone von Mittel- bzw. Ostmitteleuropa und S√ľdosteuropa. Der Teil Kroatiens entlang der Adriak√ľste wird geographisch im Allgemeinen der Balkanhalbinsel oder S√ľdosteuropa zugeordnet. Der St√§ndige Ausschuss f√ľr geographische Namen empfahl 2005 die Zuordnung Kroatiens zu Mitteleuropa auf Grund eines kulturr√§umlichen Mitteleuropabegriffs. F√ľr einige Kroaten ist die Zuordnung zu Mitteleuropa ein Mittel der Abgrenzung von der negativ konnotierten ‚ÄěKrisenregion‚Äú Balkan. Die kroatischen Gebiete entlang der Adriak√ľste werden teilweise auch S√ľdeuropa zugeordnet.

Die geringste Entfernung zwischen Italien und Kroatien betr√§gt 20 Kilometer (durch einen kleinen Landstreifen Sloweniens getrennt), w√§hrend die s√ľdlichste kroatische Halbinsel Prevlaka 69 Kilometer von Albanien entfernt liegt.

Grenzen

Das kroatische Staatsgebiet umfasst 88.073 Quadratkilometer, wovon 56.594 auf Land- und 31.479 auf Seeterritorium entfallen. Das Staatsgebiet Kroatiens erstreckt sich auf einen kontinentalen Nordteil und einen langen K√ľstenstreifen, an deren schmaler Nahtstelle s√ľdwestlich von Zagreb sich das Territorium extrem verengt. Der s√ľdlichste Teil des K√ľstengebietes (die Region um Dubrovnik bis zur Grenze zu Montenegro) wird auf einer Breite von etwa 7,5 Kilometern durch die zu Bosnien und Herzegowina geh√∂rende Gemeinde Neum vom √ľbrigen Kroatien getrennt. Um das fremde Staatsgebiet in Form dieses Neum-Korridors k√ľnftig umfahren zu k√∂nnen, wird f√ľr 420 Mio. Euro die PeljeŇ°ac-Br√ľcke gebaut.

Die Gesamtl√§nge der Landgrenzen Kroatiens betr√§gt 2197 Kilometer. Davon entfallen auf die Grenze zu Slowenien 670, auf die Grenze zu Ungarn 329, auf die Grenze zu Bosnien und Herzegowina 932, auf die Grenze zu Serbien 241 und auf die Grenze zu Montenegro 25 Kilometer. In der Nordadria ist die Seegrenze zu Slowenien umstritten (siehe: Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens). Die L√§nge der adriatischen K√ľstenlinie (Festland) betr√§gt 1778 Kilometer (mit Inseln 6176).

Klima

Im Landesinneren bzw. Nordosten Kroatiens herrscht vor allem kontinentales Klima vor. Die mittlere Tagesh√∂chsttemperatur im Sommer betr√§gt im Tiefland um 28¬†¬įC, im Winter um 5¬†¬įC. Die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen liegen im Winter unter 0¬†¬įC. Der Jahresniederschlag betr√§gt etwa 750¬†Millimeter.

Das Klima an der adriatischen K√ľste hingegen ist wesentlich feuchter und es herrscht mediterranes Klima vor. Die Sommer sind also meist sonnig und trocken mit durchschnittlichen H√∂chsttemperaturen um 30¬†¬įC, w√§hrend die Winter regenreich und mild sind (durchschnittliche Tagesh√∂chstwerte um 10¬†¬įC). Im n√∂rdlichen K√ľstenabschnitt kommen Nachtfr√∂ste im Winter geh√§uft vor, w√§hrend dies im S√ľdteil nur an wenigen Tagen der Fall ist. Der Jahresniederschlag direkt an der K√ľste ist mit rund 1000 Millimetern etwas h√∂her als im Landesinneren. Die j√§hrlichen Niederschlagssummen im kroatischen Teil des dinarischen Gebirges belaufen sich auf Werte zwischen 1000 und 2000 Millimetern.

Ein besonderes Wetterph√§nomen sind die gelegentlich in der K√ľstenregion auftretenden kalten Fallwinde Bora, die zu den st√§rksten der Welt z√§hlen.

Landschaftszonen

Nach Reliefformen und Klimazonen lässt sich Kroatien in drei Landschaftszonen einteilen.

Die pannonische Tiefebene

Die pannonische Tiefebene besteht √ľberwiegend aus Flachland, unterbrochen von einigen Mittelgebirgen, und wird √ľber die Save und Drau und deren Nebenfl√ľsse zur Donau hin entw√§ssert. In diesem Teil des Landes herrscht gem√§√üigtes Kontinentalklima. Diese Landschaftszone l√§sst sich untergliedern in Nordkroatien und Slawonien. Nordkroatien umfasst das ostmitteleurop√§isch gepr√§gte Gebiet von der Kupa bis zur ungarischen Grenze: das Flachland l√§ngs der Save und Kupa um die St√§dte Zagreb, Karlovac und Sisak, das heute demografisch und wirtschaftlich das Zentrum des Landes bildet, das Gebirgsland des Zagorje (auf Deutsch auch: Zagorien) n√∂rdlich der Hauptstadt Zagreb und das MeńĎimurje im n√∂rdlichsten Zipfel des Landes zwischen Drau und Mur. Slawonien ist das Flachland entlang der Fl√ľsse Save (Sava) und Drau (Drava) bis zur Donau (Dunav) im Osten. Zu diesem werden oft auch die Baranja (n√∂rdlich des Unterlaufes der Drau) und West-Syrmien (Zapadni Srijem) (der Ostzipfel Kroatiens zwischen Donau und unterer Save) gez√§hlt.

Die dinarische Gebirgsregion

Die dinarische Gebirgsregion (auch Mittleres Kroatien oder Kroatisches H√ľgelland genannt) wird von Mittel- und einzelnen Hochgebirgen gepr√§gt, welche die Wasserscheide zwischen Donau und Adria bilden, wobei einzelne T√§ler auch vollst√§ndig abflusslos sind. Hier herrscht Gebirgsklima. Zu dieser Landschaftszone geh√∂ren das Gebirgsland des Gorski kotar zwischen Rijeka und Karlovac, die Hocht√§ler Lika und Krbava zwischen dem entlang der K√ľste verlaufenden Gebirgszug des Velebit und dem Grenzgebiet zu Westbosnien sowie ein Teil des Hinterlandes Dalmatiens (Zagora, Biokovo-Gebirge).

Die adriatische K√ľstenregion

Die adriatische K√ľstenregion besteht zu gro√üen Teilen aus verkarsteten Fl√§chen. Sie ist von mediterranen Einfl√ľssen gepr√§gt. Die Breite des K√ľstenstreifens variiert stark. W√§hrend er an einigen Stellen (unterhalb des Velebit und des Biokovo-Gebirges) nur wenige Kilometer breit ist, reicht er an anderen Stellen weiter ins Landesinnere. Die Mehrzahl der in Kroatien in die Adria m√ľndenden Fl√ľsse ist jedoch relativ kurz; lediglich der Einzugsbereich der aus Bosnien und Herzegowina kommenden Neretva erstreckt sich weiter ins Landesinnere. Die adriatische K√ľstenregion l√§sst sich von Norden nach S√ľden untergliedern in die historischen Regionen:

  • Istrien ‚Äď die Halbinsel im Nordwesten der kroatischen K√ľste.
  • Hrvatsko Primorje (Kroatisches K√ľstenland) um Rijeka und Senj mit den Inseln der Kvarner-Bucht
  • Dalmatien ‚Äď die zerkl√ľftete Adria-K√ľste s√ľdw√§rts ab etwa Zadar einschlie√ülich der vorgelagerten Inseln und des gebirgigen Hinterlandes mit historisch bedeutsamen St√§dten wie Dubrovnik (Ragusa) und Split

Größte Inseln

Zu Kroatien gehören insgesamt 1246 Inseln, von denen 47 dauerhaft bewohnt sind.

Höchste Berge

Gewässer

Kroatien gehört laut Analyse der FAO zu den 30 wasserreichsten Staaten der Welt und nimmt europaweit den dritten Platz mit insgesamt 32.818 Kubikmetern an erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr ein. Der Weltwasserentwicklungsbericht 2005 (World Water Development Report) der Vereinten Nationen spricht von 23.890 Kubikmetern an jährlich erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr. Kroatien liegt im Blauen Herz Europas.

Kroatien geh√∂rt zu den wenigen Staaten mit organisierter Wasserordnungspolitik. Schon 1891 verabschiedete der Sabor ein Wasserrechtsgesetz des K√∂nigreiches von Kroatien und Slawonien, das gesetzliche Regelungen f√ľr Gew√§sser, Flussbette, die K√ľste, die Wassernutzung, die Regulierung von Wasserfl√ľssen, wie auch den Flutschutz, Wasserschutz, Wasserschutzvereinigungen und vieles weiteres vorsieht. Die kroatische Adria war nach einer ADAC-Untersuchung aus dem Jahr 2006

der sauberste Teil des Mittelmeeres.

Im Environmental Sustainability Index der Yale University, der die Lage des Umweltschutzes in einem Staat in seiner Gesamtheit betrachtet, belegte Kroatien 2005 weltweit den 19. Platz.

Seen

Die vier größten Seen Kroatiens sind:

Die bekanntesten Seen sind die Plitvicer Seen.

Fl√ľsse

Die Mehrzahl der Fl√ľsse entw√§ssert in das Schwarze Meer (Donau, Save, Drau, Mur, Kupa und Una), die restlichen in die Adria (Zrmanja, Krka, Cetina und Neretva). Die Fl√ľsse im Norden sind sehr verschmutzt, am st√§rksten davon die Save zwischen Zagreb und Sisak.

Die l√§ngsten Fl√ľsse, die durch Kroatien flie√üen, sind die Save (kroat.: Sava, 562 Kilometer) sowie die Drau (kroat.: Drava, 505 Kilometer). Diese Fl√ľsse bilden zu gro√üen Teilen die Grenzen zu Bosnien-Herzegowina bzw. zu Ungarn. Beide Fl√ľsse flie√üen zur Donau, dabei ist die Save der wasserreichste, die Drau der viertwasserreichste Nebenfluss der Donau. Die Donau trennt Kroatien von der serbischen Provinz Vojvodina. Der kroatische Anteil an der Donau ist 188 Kilometer lang, zudem grenzt Kroatien fast ausschlie√ülich an die rechte Donauseite.

Die Kupa (slowenisch: Kolpa, 269 Kilometer) bildet einen Gro√üteil der Grenze zu Slowenien. Sie m√ľndet in Sisak in die Save, die ab dort schiffbar ist. Weitere Fl√ľsse sind die Korana, Krapina, Lonja, Mur sowie die Vuka.

Die Fl√ľsse aus den Dinariden zur Adria sind relativ kurz, einzig die in der Herzegovina entspringende Neretva stellt einen bedeutenden Fluss in die Adria dar.

National- und Naturparks

Kroatien verf√ľgt √ľber acht Nationalparks und elf gesch√ľtzte Naturparks. Insgesamt stehen 450 Gebiete, davon 79 Sonderreservate (botanische, geomorphologische, ornithologische, Meeres- und Waldreservate) unter Naturschutz. Insgesamt sind 5846 Quadratkilometer bzw. zehn Prozent der Festlandsfl√§che Kroatiens gesch√ľtzt, bei Zuz√§hlung der gesch√ľtzten Gew√§sser ergeben sich 6129 Quadratkilometer. Kroatien hat Anteile am Gr√ľnen Band Europas.

Nationalparks

Naturparks

Geomorphologische Phänomene

Flora und Fauna

Im Jahr 2004 erkl√§rte die kroatische Regierung das gesamte kroatische Meeresgebiet zu einem √∂kologischen Schutzgebiet und einer kontrollierten Fischfangzone (kroat.: ‚ÄěekoloŇ°ki i ribolovni pojas‚Äú), um die vorhandene und empfindliche Meeresfauna und Vegetation zu sch√ľtzen. Die Vorgehensweise wurde von Italien, Slowenien und auch der restlichen EU kritisiert, da mit dem Gesetz auch die Fischereirechte ber√ľhrt werden. Slowenien erachtet dabei die kroatische ausschlie√üliche Wirtschaftszone, im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen, als einseitige Vorherbestimmung (Pr√§judiz) der Grenzen zu diesem Staat.

Es gibt etwa 4000 Pflanzenarten und mehrere Tausend Tierarten in Kroatien, davon stehen 380 Spezies der Fauna und 44 der Flora unter Naturschutz.

Flora

Insgesamt 36,83 % Kroatiens (2.082.702 Hektar) sind von Wäldern bedeckt. Etwa 95 Prozent des Waldbestandes sind weitgehend naturbelassene Mischwälder. Etwa 81 Prozent sind Staatswälder, 19 Prozent befinden sich in privatem Besitz. 85 Prozent der Waldfläche bilden Laubwälder, 15 Prozent entfallen auf Nadelwälder.

In den Gebirgsregionen des Gorski kotar, der Lika, wachsen vorwiegend Nadelwälder, in der pannonischen Tiefebene vorwiegend Laubwälder.

Entlang der kroatischen K√ľste wachsen vor allem mediterrane Hartlaubgeh√∂lze, Macchien, Pinien und Kiefernw√§lder. In den Feuchtgebieten wachsen zahlreiche, auch seltene Arten der Wasserrosen und die Feucht-Segge.

In den trockenen und hei√üen Sommermonaten kommt es durch unvorsichtiges Verhalten von Einheimischen und Touristen wiederholt zu Gro√übr√§nden. So w√ľtete vor wenigen Jahren auf der Insel Brańć ein verheerendes Feuer. Die kroatische Regierung investiert daher j√§hrlich zunehmend in Brandschutzma√ünahmen.

Fauna

Große Raubtiere wie Braunbären, Wölfe, Goldschakale und Luchse sind vor allem in den gebirgigen Regionen Kroatiens anzutreffen.

Zu den vorkommenden Greifvögeln gehören Gänsegeier sowie Stein- und Schlangenadler. Große Vögel, die in den Auen und Sumpfgebieten nisten, sind der Sichler und verschiedene Reiherarten. In den Nationalparks des Nordens sind zahlreiche Tierarten zu finden, die in Mitteleuropa selten anzutreffen oder gar ausgestorben sind: der Weißschwanzseeadler, Kormorane, Eisvögel, Schwarzstörche, die Zwergseeschwalbe oder der Bienenfresser.

In der K√ľstenregion leben Landschildkr√∂ten, Sumpfschildkr√∂ten und Meeresschildkr√∂ten, Eidechsen, Geckos und Schlangen (Nattern, Ottern). Auch einige Meeress√§uger sind im kroatischen Teil der Adria beheimatet. Der adriatische Delfin und insbesondere die Mittelmeer-M√∂nchsrobbe geh√∂ren dabei zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Auch die Best√§nde des Roten Thuns sind durch die industrielle √úberfischung im gesamten Mittelmeerraum stark bedroht. In Kroatien gibt es einige endemische Arten. Ein Beispiel hierf√ľr ist der in unterirdischen H√∂hlen der Karstregion vorkommende Grottenolm.

Bevölkerung

Kroatien hatte laut einer im Jahr 2001 durchgef√ľhrten Volksz√§hlung 4.437.460 Einwohner. Die Lebenserwartung in Kroatien betr√§gt etwa 78 Jahre. Seit einigen Jahren verzeichnet das Land wegen niedriger Geburtenraten eine r√ľckl√§ufige Bev√∂lkerungsentwicklung.

Von den Einwohnern zum Zeitpunkt der Volkszählung von 2001 besaßen 4.399.364 (99,14 %) die kroatische Staatsangehörigkeit, 44.340 (1,00 %) davon auch eine zweite Staatsangehörigkeit. 17.902 (0,40 %) besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit, 9.811 (0,22 %) waren Staatenlose. Von 10.383 Einwohnern (0,23 %) war die Staatsangehörigkeit unbekannt.

Die kroatische Diaspora ist √ľberdurchschnittlich gro√ü. Es gibt zahlreiche kroatische Minderheitenverb√§nde im Ausland. Als gr√∂√üter Verband gilt die Hrvatska bratska zajednica in den USA. Im kroatischen Parlament gibt es eigene Abgeordnete der kroatischen Diaspora, die auch von diesen gew√§hlt werden.

Im Jahre 2017 waren 13,4 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Häufigste Herkunftsländer waren Bosnien und Herzegowina (390.000 Personen), Serbien (50.000) und Deutschland (30.000). Ein großer Teil dieser Personen sind ethnische Kroaten.

Ethnien

Laut Volkszählung 2001 betrachten sich fast 90 % aller Bewohner als Kroaten. Laut Volkszählung 1991 sahen sich damals noch 78,1 % der Bevölkerung als Kroaten, 12,1 % als Serben, von denen viele im Zuge der Konsolidierung des kroatischen Staates flohen oder vertrieben wurden.

Im Laufe der letzten Jahre ist ein Teil der im Zuge der Milit√§roperation Oluja geflohenen oder vertriebenen Serben zur√ľckgekehrt (118.000 bis Januar 2005), so dass der serbische Bev√∂lkerungsanteil heute wieder h√∂her ist als zur Zeit der Volksz√§hlung von 2001, jedoch noch immer weniger als halb so gro√ü wie vor dem Kroatienkrieg.

Von Regierungsseite wurde 2005 eine Kampagne zur Zur√ľckf√ľhrung serbischer Fl√ľchtlinge eingef√ľhrt. An zentraler Stelle k√∂nnen potentielle R√ľckkehrer Informationen zur R√ľckkehr einholen.

Das Hauptsiedlungsgebiet der italienischen Minderheit ist die Westk√ľste Istriens, daneben gibt es kleine italienische Sprachgruppen in Ost- und Mittelistrien, Rijeka, Dalmatien (z.¬†B. Zadar) und Westslawonien. Magyaren (Ungarn) und Slowaken leben vor allem im Osten, Tschechen im Westen Slawoniens. Die Bosniaken, Albaner und Mazedonier leben √ľber das gesamte Land verstreut, vor allem in den gr√∂√üeren St√§dten. Eine kleine Minderheit bilden auch die alteingesessenen Arbanasi, die Nachfahren eingewanderter albanischer Fl√ľchtlinge aus dem 18. Jahrhundert sind und heute ausschlie√ülich in Zadar leben.

Im Umgang mit der Minderheit der Roma wurden in den letzten Jahren von Amnesty International Fortschritte festgestellt; insbesondere im Schulbereich und der Schaffung von Wohnräumen.

Das Simon Wiesenthal Center stufte Kroatien Mitte 2006 in die h√∂chste Beurteilungskategorie hinsichtlich der Bem√ľhungen zur Verfolgung von nationalsozialistischen Verbrechen und deren erfolgreicher Prozessierung ein.

Sprachen

Die Amtssprache in Kroatien ist die kroatische Standardsprache. Kroatisch beziehungsweise Serbokroatisch wird fast √ľberall im Land verstanden und gesprochen.

In Istrien, sowie in geringerem Ma√üe auch in Rijeka und auf einigen der Kvarner-Inseln, wird auch Italienisch bzw. ein italienischer Dialekt, das Venezianische, gesprochen. In Grenzn√§he zu Ungarn, insbesondere in Nordost-Slawonien, gibt es kleine ungarische Sprachinseln. Im westlichen Slawonien befinden sich tschechische und in Ostslawonien slowakische Sprachinseln. Das Istrorum√§nische im Nordosten und das Istriotische im S√ľdwesten Istriens sind vom Aussterben bedroht. Albanische und slowenische Muttersprachler leben √ľber das gesamte Staatsgebiet verteilt.

Religiöse Zugehörigkeit

Der √ľberwiegende Teil der Bev√∂lkerung geh√∂rt der r√∂misch-katholischen Kirche an. Laut Volksz√§hlung von 2011, in der ‚Äěkatholisch‚Äú als Standardantwort vorgegeben war, sind die wichtigsten in Kroatien vertretenen Religionen:

Zahlen, inwiefern die Menschen, die sich der jeweiligen Religion zurechnen, diese tatsächlich in Form von Gottesdiensten o. ä. praktizieren, liegen nicht vor.

Städte in Kroatien

Geschichte

Vor- und Fr√ľhgeschichte

Die √§ltesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet des heutigen Kroatien sind etwa 130.000 Jahre alt. Es existieren bedeutende pal√§oanthropologische Fundst√§tten: bei Krapina befinden sich die von Dragutin Gorjanovińá-Kramberger im Jahr 1899 entdeckte Neandertaler-Fundst√§tte HuŇ°njakovo brdo (mit Neandertalermuseum) sowie die Vindija-H√∂hle. Das Neolithikum begann mit der Starńćevo-Kultur im Inland und der Impresso-Kultur an der K√ľste. Darauf folgten die Danilo-Kultur und die Hvar-Kultur an der K√ľste, im Inland die Sopot/Vinńća-Kultur. Nahe der Stadt Vukovar befindet sich in Vuńćedol-Gradac die namensgebende Fundst√§tte der sp√§t-√§neolithischen Vuńćedol-Kultur. Zahlreiche Grabh√ľgel (‚ÄěGomila‚Äú) datieren aus der Bronze- und Eisenzeit.

Altertum und fr√ľhes Mittelalter

Die ersten griechischen Siedlungen an der Ostk√ľste des Adriatischen Meeres entstanden im 12. und 11.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. im Zuge der Ionischen bzw. auch sp√§ter der gro√üen griechischen Kolonisation. So geht die Gr√ľndung der Siedlung Split auf diese Zeit zur√ľck (Split von gr. Aspalatos oder Spalatos = H√∂hle). 2021 wurden neue arch√§ologische Funde entdeckt, die auf eine griechische Besiedlung Dalmatiens auch im 8.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. und 4.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. hindeuten. Im 4.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. erw√§hnte der griechische Historiker Herodot in seinen Werk die Illyrer. Ab der Mitte des 2.¬†Jahrhunderts v.¬†Chr. wuchs der politische Einfluss der R√∂mer auf die illyrischen St√§mme zwischen der K√ľste und der pannonischen Ebene. Im Jahr 34 v.¬†Chr. verleibte Oktavian, der sp√§tere Kaiser Augustus, nach einem 20 Jahre andauernden Krieg in der Schlacht von Zerek dieses Gebiet Rom ein. Zu Beginn des 1.¬†Jahrhunderts wurde die r√∂mische Provinz Dalmatia, benannt nach dem Stamm der Delmatae, gebildet. Im Jahr 293 wurde unter der Herrschaft des Kaisers Diokletian die Provinz entlang des Flusses Drina geteilt. Nach Teilung des R√∂mischen Reiches in West- und Ostrom im Jahre 395 kam das Gebiet Kroatiens zu Westrom.

Ostr√∂misches bzw. Byzantinisches Reich (550‚Äď1270)

Nach Aufl√∂sung des R√∂mischen Reiches geh√∂rte das Gebiet des heutigen Kroatiens gr√∂√ütenteils (Dalmatien, Istrien und Slawonien) von 550 bis 1270 mit mehrfachen Unterbrechungen (zeitweilige kroatische Unabh√§ngigkeit ‚Äď siehe unten) dem Ostr√∂mischen bzw. Byzantinischen Reich an. Im 6. Jahrhundert wanderte das zentralasiatische Reitervolk der Awaren in das von den Langobarden zus√§tzlich besiedelte Pannonien ein. Die Kroaten wurden im 7.¬†Jahrhundert vom byzantinischen Kaiser Herakleios in ihr heutiges Siedlungsgebiet gerufen, um ihm beim Kampf gegen die Awaren zu helfen. Nach dem Bericht des byzantinischen Kaisers Konstantin VII. Porphyrogennetos stammten die Kroaten aus dem Gebiet des heutigen Kleinpolens. W√§hrend dieser Zeit der Zugeh√∂rigkeit zu Konstantinopel wurden die s√ľdslawischen St√§mme gr√∂√ütenteils von den Byzantinern im 7.¬†Jahrhundert bis 9.¬†Jahrhundert im Zuge der Slawenmission christianisiert, n√∂rdliche Teile Kroatiens und auch Slowenien wurden von Salzburg aus missioniert. Der Machtverlust der Byzantiner nach den Frankenkriegen, das zeitweilig autonome kroatische K√∂nigreich und die darauffolgende Zugeh√∂rigkeit eines Gro√üteils des heutigen Kroatien zu westeurop√§ischen Herrschaften wie dem Frankenreich und dem K√∂nigreich Ungarn markieren die allm√§hliche Entfernung von der byzantinisch-orthodoxen Kultur. Kroatien geriet in die Einflusssph√§re der r√∂misch-katholischen Kirche und somit in den westeurop√§ischen Kulturraum.

Der Name der Kroaten ist erstmals in einer Quelle aus dem 9. Jahrhundert belegt. Der Name ‚ÄěHrvat‚Äú selbst hat keine slawischen Wurzeln, sondern entstand mit gr√∂√üter Wahrscheinlichkeit als Fremdbezeichnung eines iranischen Volkes f√ľr Slawen. Man geht davon aus, dass das Volk der ‚ÄěHrvati‚Äú aus der Gegend des persischen Flusses (in der sarmatischen Sprache) ‚ÄěHarahvaiti‚Äú stammen, der heute durch die Lautverschiebung (‚Äěh‚Äú zu ‚Äěs‚Äú) ‚ÄěSarasvati‚Äú genannt wird.

Im Jahr 879 wird F√ľrst Branimir von Papst Johannes VIII. mit ‚Äědux Croatorum‚Äú angeschrieben und angesprochen, was seinerzeit einer Anerkennung des mittelalterlichen kroatischen Staates gleichkommt.

Kroatisches K√∂nigreich (925‚Äď1102)

Um 925 wurde Tomislav der erste K√∂nig Kroatiens. Gleichzeitig war dies auch der erste K√∂nigstitel in der Geschichte der S√ľdslawen. Papst Johannes X. erkannte diesen Titel sofort an. Im Jahr 925 sprach ihn Johannes X. in einem Brief mit dem Titel rex croatorum (K√∂nig der Kroaten) an. W√§hrend seiner Herrschaft fielen die Magyaren im pannonischen Becken ein. Tomislav verteidigte sein K√∂nigreich, das aus Zentralkroatien, Slawonien und Teilen Dalmatiens und Bosniens bestand, erfolgreich gegen die Ungarn.

Seine Bl√ľtezeit erreichte das K√∂nigreich unter der Regentschaft von K√∂nig Petar KreŇ°imir IV. Unter seiner Herrschaft wurde im Jahr 1059 die Kirche in Anlehnung an den R√∂mischen Ritus reformiert. Dies war hinsichtlich des Schismas von 1054 und der Treue zu Rom von Bedeutung. Das K√∂nigreich existierte bis ins Jahr 1102 weiter.

Kroatien in Personalunion mit Ungarn (1102‚Äď1526)

Im Jahr 1102 erfolgte die Kr√∂nung des ungarischen K√∂nigs Koloman zum kroatischen K√∂nig in Biograd bei Zadar und Kroatien kam in Personalunion zu Ungarn. Kroatien behielt dabei eine eigene Verwaltung unter einem kroatischen Ban (Vizek√∂nig bzw. dessen Stellvertreter). Die Pacta conventa, die die Beziehungen des kroatischen Adels zum K√∂nig regelt, wurde traditionell ebenfalls ins Jahr 1102 datiert, hierf√ľr gibt es aber keine Belege.

Die Personalunion mit dem K√∂nigreich Ungarn blieb, mit Ausnahme der T√ľrkenkriege im 16., 17. und fr√ľhen 18.¬†Jahrhundert, und einiger anderer Unterbrechungen, in unterschiedlicher Form bis 1918 bestehen.

Osmanisches Reich (1451‚Äď1699) und Habsburger (1527‚Äď1918)

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts waren Ungarn und Kroatien Angriffen des Osmanischen Reiches ausgesetzt. Nach der Niederlage der Ungarn und Kroaten gegen die Osmanen in der Schlacht bei Mohács (1526) wurde vom kroatischen Adel bei der Versammlung von Cetingrad Ferdinand I. (HRR) zum kroatischen König gewählt.

Die historischen kroatischen Landschaften Dalmatien und Teile Istriens standen seit dem Spätmittelalter unter der Herrschaft der Republik Venedig. Die Republik Dubrovnik konnte als einziges der Gebiete des heutigen Kroatien vom 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1808 ihre staatliche Unabhängigkeit bewahren.

Kroatien war jahrhundertelang Kampfzone gegen das Osmanische Reich. Als Abwehr wurde die sogenannte Militärgrenze errichtet, in der sich auch in bedeutender Zahl Orthodoxe Christen ansiedelten. Zeitweilig erhielten die Bewohner der Militärgrenze Privilegien in Form des Statuta Wallachorum.

Nach den napoleonischen Kriegen kamen 1815 ganz Dalmatien und Istrien unter √∂sterreichische Herrschaft, wurden jedoch aus politischen Gr√ľnden (‚Äědivide et impera‚Äú) nicht verwaltungsm√§√üig mit dem √ľbrigen Kroatien vereinigt, sondern zu separaten Kronl√§ndern. Ab 1867 waren Dalmatien und Istrien Teil der √∂sterreichischen Reichsh√§lfte, w√§hrend das K√∂nigreich Kroatien und Slawonien zur ungarischen Reichsh√§lfte geh√∂rte.

In der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts wuchs unter der kroatischen Bev√∂lkerung das Verlangen nach mehr Selbstbestimmungsrechten und einem Ende der Magyarisierungspolitik Ungarns. In den Revolutionsjahren um 1848 verk√∂rperte insbesondere Ban Josip Jelańćińá die Symbolfigur kroatischer Interessen, die nach Eigenverwaltung strebten. Den nationalen Bestrebungen wurde jedoch durch den √Ėsterreichisch-Ungarischen Ausgleich und den Ungarisch-Kroatischen Ausgleich 1867 ein Ende gesetzt. Das 19.¬†Jahrhundert war auch gepr√§gt vom sogenannten Illyrismus, einer Bewegung, die zahlreiche kulturelle Ver√§nderungen durchsetzte. Es kam zu einer Standardisierung der kroatischen Sprache und gleichzeitig wurde die Idee geboren, alle S√ľdslawen in einem Staat zu vereinen.

Entstehung des K√∂nigreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (1918‚Äď1941)

Kroatien l√∂ste sich im Jahre 1918 am Ende des Ersten Weltkrieges aus der √∂sterreichisch-ungarischen Monarchie. Italienische Truppen begannen daraufhin mit der Besetzung von kroatischen Gebieten l√§ngs der Ostk√ľste der Adria, da Italien im Londoner Vertrag von 1915 deren Annexion zugesagt worden war. Angesichts dessen beschloss der Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben Ende November 1918 die sofortige Vereinigung Kroatiens mit dem K√∂nigreich Serbien, woraus dann das K√∂nigreich der Serben, Kroaten und Slowenen entstand. Viele Kroaten lehnten aber die monarchistische Staatsform ab, f√ľhlten sich benachteiligt und verlangten f√ľr Kroatien die Gr√ľndung einer Republik. Dazu kam, dass die Verfassung eine zentralistische Staatsorganisation und die Aufl√∂sung der historischen Provinzen vorsah, was den Serben als zahlenm√§√üig gr√∂√ütem Volk de facto die Vorherrschaft sicherte.

1928 wurden im jugoslawischen Parlament mehrere kroatische Politiker erschossen, darunter Stjepan Radińá, der Anf√ľhrer der kroatischen Fraktion. Nach einer Staatskrise l√∂ste 1929 K√∂nig Aleksandar I. das Parlament auf, f√ľhrte eine K√∂nigsdiktatur ein und benannte den Staat in K√∂nigreich Jugoslawien um. Seine Macht st√ľtzte sich auf das Milit√§r.

Gleichzeitig floh ein Teil der kroatischen politischen Elite ins Ausland. Teile davon bildeten die von Ante Pavelińá angef√ľhrte und von Mussolini unterst√ľtzte faschistische Ustascha-Bewegung, die mit Gewalt gegen das K√∂nigreich Jugoslawien k√§mpfte. 1934 wurde von ihnen bei einem Attentat in Marseille K√∂nig Alexander erschossen.

1939 wurde am Vorabend des Zweiten Weltkrieges eine Auss√∂hnung versucht und mit dem Vertrag Cvetkovińá-Mańćek die Banovina Hrvatska innerhalb Jugoslawiens geschaffen.

Kroatien im Zweiten Weltkrieg

Vier Tage nach dem Beginn des Balkanfeldzuges marschierte am 10.¬†April 1941 die Wehrmacht in Zagreb ein. Am 17.¬†April 1941 kapitulierte das K√∂nigreich Jugoslawien vor den Achsenm√§chten. Kroatien wurde zum deutschen Vasallenstaat. In der Zeit zwischen 1941 und 1945 erfuhr Kroatien wesentliche territoriale Ver√§nderungen. So wurde dem Land einerseits der gr√∂√üte Teil des heutigen Bosnien und Herzegowina zugeschlagen. Andererseits musste das K√ľstengebiet (Dalmatien) an Italien und das Gebiet n√∂rdlich der Mur an Ungarn abgetreten werden. Mit Unterst√ľtzung der Achsenm√§chte hatte die Ustascha unter Ante Pavelińá bereits am 10.¬†April den Unabh√§ngigen Staat Kroatien (NDH) ausgerufen. Faktisch war der Ustascha-F√ľhrer Ante Pavelińá unter dem Titel Poglavnik Staatschef des Unabh√§ngigen Staates Kroatien. Er errichtete eine faschistische Diktatur, die hunderttausende Juden, Serben, Roma, kroatische Antifaschisten u.¬†a. systematisch verfolgte und ermordete. Bekanntheit erlangte dabei vor allem das Konzentrationslager Jasenovac, das auch als ‚ÄěAuschwitz des Balkans‚Äú in die Geschichte einging, sowie andere Lager wie z.¬†B. in Stara GradiŇ°ka oder Jadovno. Vom Sommer 1941 an begann ein bewaffneter Aufstand der kroatischen Kommunisten gegen das Ustascha-Regime, die als Teil der jugoslawischen Partisanenbewegung im Laufe der Jahre 1942 und 1943 einen gro√üen Teil des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten. Neben Tito war Andrija Hebrang eine der F√ľhrungspers√∂nlichkeiten. Nach der Niederlage der Achsenm√§chte und ihrer Verb√ľndeten kam es 1945 seitens der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee zu Verbrechen an den Kriegsverlierern, vor allem beim Massaker von Bleiburg.

1942, noch unter deutscher Besatzung, hatten die Kommunisten das aktive und passive Frauenwahlrecht anerkannt. Die volle rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Geschlechter wurde erstmals in der Verfassung von 1946 garantiert. Eine abweichende Quelle nennt f√ľr die Einf√ľhrung des aktiven und passiven Wahlrechts den 11. August 1945.

Kroatien als Teilrepublik Jugoslawiens (1945‚Äď1991)

Nach Kriegsende wurde Kroatien eine von sechs Teilrepubliken (Sozialistische Republik Kroatien) der neu gegr√ľndeten F√∂derativen Volksrepublik Jugoslawien, ab 1963 Sozialistische F√∂derative Republik Jugoslawien (SFRJ), unter der Regierung Titos.

Im Jahre 1971 wurde die Protest- und Reformbewegung Kroatischer Fr√ľhling niedergeschlagen. Nach dem Tod Titos 1980 nahmen die Spannungen zwischen Kroatien und der von Serben dominierten jugoslawischen Regierung zu. Ende der achtziger Jahre hatten sich aus den Bestrebungen nach mehr Autonomie die Forderungen nach der Unabh√§ngigkeit von Jugoslawien entwickelt. Der Kroate Franjo TuńĎman, der an der Seite Titos gegen das Ustascha-Regime gek√§mpft hatte, erlangte bei der kroatischen Bev√∂lkerung gro√üen Zuspruch. Nachdem die geschw√§chte jugoslawische Regierung ein Mehrparteiensystem zugelassen hatte, gr√ľndete TuńĎman 1990 die Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ), die bald den Charakter einer Volkspartei annahm. Seine Forderung nach einem unabh√§ngigen Kroatien l√∂ste bei den Serbischst√§mmigen, die laut damaliger Verfassung das zweite Staatsvolk darstellten, Proteste aus, doch die HDZ gewann bei den Wahlen am 22./23. April bzw. 6./7. Mai 1990 mit 40 Prozent der abgegebenen Stimmen 67,5 Prozent der Parlamentssitze. TuńĎman wurde anschlie√üend zum Pr√§sidenten gew√§hlt.

Kroatien als unabhängiger Staat (seit 1991)

Unabh√§ngigkeitskrieg (1991‚Äď1995)

Nachdem sich am 19. Mai 1991 in einem Referendum √ľber die Unabh√§ngigkeit Kroatiens 93,2¬†% der Wahlbeteiligten f√ľr die Souver√§nit√§t ausgesprochen hatten, erkl√§rte Kroatien im Juni 1991 unter Franjo TuńĎman seine Unabh√§ngigkeit. Die erste Anerkennung erfolgte am 26.¬†Juni 1991 durch Slowenien, das sich ebenfalls gerade f√ľr unabh√§ngig erkl√§rt hatte. Die de facto von Serbien dominierte Jugoslawische Volksarmee (JNA) versuchte die Unabh√§ngigkeitsbestrebungen milit√§risch niederzuwerfen. Der milit√§rische Versuch, kroatische Gebiete sowohl mit gro√üem als auch geringem Anteil an serbischer Bev√∂lkerung von Kroatien abzuspalten und mittelfristig an Serbien anzugliedern, m√ľndete in den fast vier Jahre andauernden Kroatienkrieg, der erst nach milit√§rischen Erfolgen der Kroaten 1995 in der Milit√§roperation ‚ÄěSturm‚Äú (Oluja) mit dem Abkommen von Erdut vom 12. November 1995 endete. Ihren Abzug aus Kroatien vollzog die JNA unter Zerst√∂rung vieler milit√§rischer Objekte und Verminung strategisch wichtiger Zonen, so auf der am weitesten vom Festland entfernten Insel Vis oder in den Donaus√ľmpfen an der kroatisch-serbischen Grenze.

Nach Wiederherstellung des Friedens

Im Oktober 2001 unterzeichnete Kroatien ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europ√§ischen Union. Es sicherte Kroatien den freien Zugang zum Europ√§ischen Binnenmarkt, verlangte aber auch umfangreiche Wirtschafts- und Sozialreformen. Die √Ąnderung des Wirtschaftssystems vom Sozialismus in eine soziale Marktwirtschaft zog zahlreiche wirtschaftspolitische Ma√ünahmen nach sich. Ein Schwerpunkt war die weitere Privatisierung von Unternehmen und die Schaffung von Investitionsanreizen. Seit dem 18. Juni 2004 war Kroatien offizieller EU-Beitrittskandidat. Allerdings begannen die Beitrittsverhandlungen erst nach einem Beschluss der EU-Au√üenminister vom 3.¬†Oktober 2005, da Kroatien bis dahin nach Auffassung der EU-Kommission nur mangelhaft mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal kooperiert hatte. Weitere Reformen waren im Bereich Justiz und Soziales notwendig. Ferner wurde der Kampf gegen Korruption als eine Grundvoraussetzung f√ľr eine EU-Vollmitgliedschaft angesehen. Im November 2008 wurden Kroatien gute Fortschritte bescheinigt und ein Abschluss der Beitrittsverhandlungen f√ľr 2009 in Aussicht gestellt.

Die Beitrittsverhandlungen wurden allerdings im Jahr 2009 f√ľr mehrere Monate wegen eines Streits mit Slowenien √ľber den Grenzverlauf in der Bucht von Piran unterbrochen. Erst im September 2009 konnte dabei eine Einigung erzielt werden, so dass die Beitrittsverhandlungen fortgesetzt werden konnten. Der f√ľr die Erweiterung zust√§ndige EU-Kommissar erkl√§rte im Juni 2011 die Verhandlungen f√ľr ‚Äěerfolgreich beendet‚Äú. Danach pr√ľften Experten der Mitgliedsl√§nder die von der EU-Kommission mit Kroatien verhandelten Ergebnisse, vor allem in den Bereichen Justiz, Wettbewerb und Haushalt.

Das Europ√§ische Parlament genehmigte den Beitritt im Dezember 2011, woraufhin die scheidende kroatische Regierungschefin Jadranka Kosor und der kroatische Pr√§sident Ivo Josipovińá in feierlicher Zeremonie gemeinsam mit allen Staats- und Regierungschefs der EU den EU-Beitrittsvertrag f√ľr Kroatien am 9. Dezember 2011 auf dem EU-Gipfel in Br√ľssel unterzeichneten. In einem Referendum am 22. Januar 2012 stimmten 67,27 Prozent der Abstimmenden f√ľr einen Beitritt zur EU. Die Beteiligung am Referendum betrug nur 43,51 Prozent, aber auch damit war das Ergebnis des Referendums entsprechend der kroatischen Verfassung g√ľltig.

Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien der 28. Mitgliedstaat der EU. Bereits am 14. April 2013 wurden die zw√∂lf kroatischen Vertreter f√ľr das EU-Parlament gew√§hlt.

Politik und Verwaltung

Die Verfassung vom Dezember 1990 (Ustav Republike Hrvatske) definiert die Republik Kroatien (Republika Hrvatska) als Staat des kroatischen Volkes und der nationalen Minderheiten. Als Strukturprinzipien gibt sie die Grunds√§tze der Demokratie sowie der Rechts-, Sozial- und Einheitsstaatlichkeit vor. Das urspr√ľnglich pr√§sidial-demokratisch gepr√§gte Regierungssystem wurde im Jahr 2000 zu einer parlamentarischen Demokratie umgeformt. Grundlegender Ma√üstab f√ľr die Aus√ľbung von Hoheitsgewalt sind die in der Verfassung vorgesehenen Menschenrechte. F√ľr hoheitliche Institutionen ist eine personelle Vertretung der nationalen Minderheiten vorgesehen; ihre Sprachen und Schriftzeichen sind in einzelnen Gebieten auch im amtlichen Gebrauch. Staat und Kirche sind voneinander getrennt; es gibt keine Staatsreligion.

Am 16. Oktober 2007 wurde Kroatien f√ľr zwei Jahre als nichtst√§ndiges Mitglied in den UN-Sicherheitsrat gew√§hlt. Der Staat ist seit April 2009 Mitglied der NATO und hat am 9. Dezember 2011 die Beitrittsurkunde zur EU in Br√ľssel unterzeichnet. Nach den Beschl√ľssen auf EU-Ebene und des kroatischen Parlaments sowie dem erfolgreichen Referendum im Januar 2012 wurde Kroatien am 1. Juli 2013 EU-Mitglied.

Parlament

Das kroatische Parlament (Sabor), ein Einkammerparlament, hat 151 Abgeordnete. Die zweite Kammer, das Haus der Gespanschaften (kroatisch: ŇĹupanijski dom), ist im M√§rz 2000 abgeschafft worden. Die Abgeordneten werden durch Verh√§ltniswahl bestimmt, bei der eine F√ľnf-Prozent-Klausel, bezogen auf einzelne Wahlkreise, gilt. Es gibt einen besonderen Wahlkreis f√ľr Auslandskroaten, f√ľr die im Sabor drei Sitze reserviert sind; zudem sind acht Abgeordnetensitze f√ľr nationale Minderheiten reserviert. Alle B√ľrger ab dem 18.¬†Lebensjahr sind wahlberechtigt. Die letzten Parlamentswahlen fanden im Dezember 2011 und im November 2015 statt. 2011 errang die sozialliberale ‚ÄěKukuriku-Koalition‚Äú aus SDP, HNS, IDS und HSU die Mehrheit im Parlament. Einschlie√ülich der Mandate der Auslandskroaten kam die zuvor regierende konservative HDZ mit ihren Koalitionsparteien HGS und Demokratische Mitte auf 47 Sitze. Am 20.¬†Juni 2016 l√∂ste der Sabor sich auf. Bei der Neuwahl im September 2016 gewann die HDZ unter ihrem neuen Vorsitzenden Andrej Plenkovińá 61 der 151 Mandate und verabredete eine erneute Koalition mit Most (13 Sitze). Auch Minderheitenvertreter und kleinere Parteien sollen Teil der Koalition sein.

Staatsoberhaupt

Der Pr√§sident der Republik Kroatien (Predsjednik Republike Hrvatske) wird f√ľr f√ľnf Jahre direkt vom Volk gew√§hlt. Er ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte. W√§hrend seiner Amtszeit darf er keiner politischen Partei angeh√∂ren. Nach abgehaltenen Parlamentswahlen vergibt er den Auftrag zur Regierungsbildung und ernennt nach Zustimmung des Parlaments den Premierminister. Unter besonderen Voraussetzungen kann er das Parlament aufl√∂sen und Neuwahlen ausschreiben. Die Ausfertigung der vom Parlament beschlossenen Gesetzesvorlagen darf er nicht ablehnen; h√§lt er eine Norm f√ľr verfassungswidrig, so kann er sie dem Verfassungsgericht zur Pr√ľfung vorlegen. Au√üenpolitisch ist er in Zusammenarbeit mit der Regierung auch gestaltend t√§tig. Ivo Josipovińá, Amtsinhaber seit Februar 2010, verlor am 11. Januar 2015 die Stichwahl gegen Kolinda Grabar-Kitarovińá (HDZ), die ihr Amt als erste Frau in dieser Position in Kroatien am 15. Februar 2015 antrat.

Bei der Pr√§sidentschaftswahl 2019/20 erreichte Grabar-Kitarovińá zwar erneut die Stichwahl, unterlag in dieser aber dem SDP-Kandidat Zoran Milanovińá, der zum neuen Pr√§sidenten gew√§hlt wurde. Die Amts√ľbergabe fand am 18. Februar 2020 statt.

Bei der Verfassungsänderung des 28. März 2001 wurde die starke Position des Präsidenten beschränkt.

Regierung und Verwaltung

Die Regierung (Vlada Republike Hrvatske) ist das ausf√ľhrende Staatsorgan und die oberste gesetzgebende Beh√∂rde. Sie besteht aus dem Premierminister (predsjednik Vlade) sowie den Vizepremiers und Ministern. Vor Amtsantritt muss der Regierung vom Parlament das Vertrauen ausgesprochen werden. Sie kann auch Gesetzesvorlagen einbringen und bei gesetzlicher Erm√§chtigung Rechtsverordnungen erlassen. In ihrer Amtsaus√ľbung ist sie dem Parlament gegen√ľber verantwortlich. Durch Misstrauensvotum kann sie vom Parlament zum R√ľcktritt gezwungen werden. An der zuletzt amtierenden Regierungskoalition waren die Parteien HDZ und MOST beteiligt, sie wurde von unabh√§ngigen Abgeordneten unterst√ľtzt. Premierminister Tihomir OreŇ°kovińá wurde am 16.¬†Juni 2016 per Misstrauensvotum abgew√§hlt. Andrej Plenkovińá wurde am 19.¬†Oktober 2016 neuer Premierminister.

Die innere Staatsverwaltung erfolgt unter Aufsicht der Regierung. Den Ministerien kommt dabei die Stellung von mittleren Verwaltungsbeh√∂rden zu. Daneben gibt es f√ľr jede Gespanschaft eine untere Verwaltungsbeh√∂rde. F√ľr besondere Aufgabenbereiche k√∂nnen Sonderbeh√∂rden geschaffen werden.

Den B√ľrgern steht ein einklagbares Recht auf kommunale Selbstverwaltung zu. Aufgaben, deren Bedeutung nicht √ľber ein bestimmtes Gebiet hinausgeht, werden von den kommunalen Selbstverwaltungsk√∂rperschaften eigenverantwortlich erf√ľllt. Das Recht auf Selbstverwaltung wird lokal in 426 Gemeinden (opńáine) und 124 St√§dten (gradovi) sowie regional in 20 Gespanschaften (Ňĺupanije) sowie der Stadt Zagreb unter staatlicher Aufsicht ausge√ľbt. Dar√ľber hinaus k√∂nnen den Kommunen auch staatliche Aufgaben √ľbertragen werden.

Rechtsprechung und Gerichte

Die Aus√ľbung der rechtsprechenden Gewalt ist formell unabh√§ngig. Die Gerichtsprozesse verlaufen jedoch √§u√üerst langwierig. Zivilrechtsverfahren ziehen sich im Durchschnitt bis zu zehn Jahre hin. In den kroatischen Medien und seitens der EU wird immer wieder auf die fehlende Rechtssicherheit und auf F√§lle von Korruption hingewiesen. H√∂chstes Fachgericht ist der Oberste Gerichtshof (Vrhovni sud Republike Hrvatske). Die unteren Instanzen sind in einen allgemeinen, straf-, handels- und verwaltungsgerichtlichen Rechtsweg unterteilt.

Das Verfassungsgericht (Ustavni sud Republike Hrvatske) √ľbt die rechtsprechende Gewalt auf dem Gebiet des Verfassungsrechts aus. Die Verfassungsrichter werden durch das Parlament f√ľr acht Jahre gew√§hlt. Bei Verfassungswidrigkeit kann es Gesetze, beh√∂rdliche Akte und Urteile aufheben; au√üerdem entscheidet es bei Streitigkeiten zwischen den anderen Verfassungsorganen. Mit der Verfassungsbeschwerde kann sich der B√ľrger selbst gegen Rechtsakte der Beh√∂rden und Gerichte an das Verfassungsgericht wenden, wenn der fachgerichtliche Rechtsweg ersch√∂pft ist. In anderen F√§llen kann nur ein besonderer B√ľrgeranwalt (puńćki pravobranitelj) das Verfahren betreiben. Amtierende Pr√§sidentin des Verfassungsgerichts ist Miroslav ҆eparovińá.

Politische Parteien

Die gr√∂√üten Parteien Kroatiens sind die christdemokratische Hrvatska demokratska zajednica (HDZ) und die sozialdemokratische Socijaldemokratska partija Hrvatske (SDP). Kleinere Parteien sind die Sozial-liberale Partei (HSLS), die Bauernpartei (HSS), die Volkspartei (HNS), die Istrische Demokratische Versammlung (IDS), die Christlich-Demokratische Union (HKDU), die slawonische Regionalpartei, die Partei des Rechts (HSP), die Unabh√§ngigen Demokraten sowie Most (Br√ľcke unabh√§ngiger Listen).

Politische Indizes

Verwaltungsgliederung

Kroatien ist in 20 Gespanschaften (kroatisch: Ňĺupanija, Mehrzahl: Ňĺupanije) und die Hauptstadt Zagreb, die selbst die Kompetenzen einer Gespanschaft hat, gegliedert. Die Gespanschaften haben Fl√§chen zwischen etwa 1.000 und 5.000¬†km¬≤. Jede Gespanschaft verf√ľgt √ľber eine gew√§hlte Gespanschaftsversammlung (kroatisch: Ňĺupanijska skupŇ°tina). An der Spitze der Verwaltung einer Gespanschaft steht der Gespan (kroatisch: Ňĺupan), der von der Gespanschaftsversammlung gew√§hlt und vom Staatspr√§sidenten best√§tigt wird.

Die Gespanschaften gliedern sich ihrerseits in Opńáine (deutsch¬†‚ÄěGemeinden‚Äú), von denen ein Teil den Status einer Stadt (kroatisch: grad) hat. Insgesamt ist die Verwaltung in 124 St√§dte und 426 Gemeinden unterteilt. 58¬†% der Bev√∂lkerung lebt in St√§dten.

1 Nicht zu verwechseln ist die Hauptstadt Zagreb, die zugleich eine Stadt und Gespanschaft bildet, mit der im Umland liegenden Gespanschaft Zagreb.

Militär

Die Kroatische Armee umfasst in ihrer Friedensst√§rke etwa 21.500 Soldaten. Die Anzahl der Reservisten betr√§gt 102.700 Soldaten, von denen sich etwa 32.360 in Bereitschaft befinden. Insgesamt stehen 1.612.000 B√ľrger Kroatiens f√ľr den Verteidigungsfall bereit.

Der Wehretat der Republik Kroatien betrug 1997 etwa 1,1 Milliarden USD (1997), etwas √ľber 5¬†% des Bruttosozialproduktes; 2017 lag er bei etwa 0,772 Milliarden USD (1,4¬†% des BIP).

Oberbefehlshaber der Armee Kroatiens ist der Staatspr√§sident der Republik Kroatien. Dem Sabor, dem kroatischen Parlament, obliegt die politische Kontrolle der Streitkr√§fte sowie die Entscheidungsgewalt √ľber die Festlegung des Wehretats und die strategische Entwicklung.

Beitritt zur NATO

Seit den 1990er Jahren strebte Kroatien eine Mitgliedschaft in der NATO an. Insbesondere die Fl√ľchtigkeit des mutma√ülichen Kriegsverbrechers Ante Gotovina war dabei lange Zeit ein Hindernis. Am 1.¬†April 2009 trat die Mitgliedschaft in Kraft.

Auslandseinsätze

Kroatische Truppen waren ab November 2003 Teil der Internationalen Sicherheitsunterst√ľtzungstruppe in Afghanistan (ISAF) unter Leitung der NATO (Bildung eines regionalen Aufbauteams f√ľr den Handel der Stadt Kundus und Demilitarisierungsprogramme); ISAF wurde am 1. Januar 2015 abgel√∂st durch die Mission RS.

Die kroatischen Streitkräfte werden auch zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen im Rahmen der Vereinten Nationen eingesetzt:

  • MINURSO in der Westsahara (MINURSO ‚Äď United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara)
  • UNAMSIL in Sierra Leone (UNAMSIL ‚Äď United Nations Assistance Mission to Sierra Leone)
  • UNMEE in √Ąthiopien und Eritrea (UNMEE ‚Äď United Nations mission in Ethiopia and Eritrea)
  • UNMOGIP in Indien und Pakistan (UNMOGIP ‚Äď United Nations military observer group in India and Pakistan)

Wirtschaft

Allgemeines

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Kroatiens betrug im Jahr 2016 45,8 Mrd. Euro. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 10.992 Euro. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 steckte das Land √ľber Jahre in der Krise. Kroatien verlor bis 2014 ca. ein Sechstel seiner Wirtschaftskraft. Seit 2015 mehren sich jedoch die Anzeichen wirtschaftlicher Erholung. Die Wirtschaft wuchs 2015 um 1,6 Prozent und 2016 um 3 Prozent. Dennoch hat Kroatien immer noch eine hohe Arbeitslosenquote von 16,3¬†% zu verzeichnen, die Jugendarbeitslosigkeit ist mit ca. 43¬†% sehr hoch.

Kroatien war bis zum EU-Beitritt im Juli 2013 Mitglied des mitteleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA); die Europäische Union ist der wichtigste Handelspartner des Landes.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Kroatien Platz 74 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte Kroatien 2017 Platz 95 von 180 L√§ndern. Die F√∂rderprogramme der EU sollen zuk√ľnftig bei der Steigerung der Wettbewerbsf√§higkeit und der √Ėffnung der Wirtschaft helfen.

Im ‚ÄěGlobal Gender Gap Report 2015‚Äú des Weltwirtschaftsforums belegte Kroatien im weltweiten Ranking Platz 59. In diesem Bericht werden etwa Lohnunterschiede zwischen Frauen und M√§nnern, die Beteiligung von Frauen in der Politik sowie in entscheidenden Wirtschaftspositionen eines Staates untersucht.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar angeben.

Geostrategische Position

Kroatien befindet sich am Schnittpunkt der beiden paneurop√§ischen Verkehrskorridore Mitteleuropa‚ÄďT√ľrkei (Korridor X) und Adria‚ÄďUkraine bzw. ‚ÄďBaltikum (Korridor¬†V).

Durch Kroatien verlaufen zudem wichtige Erdölpipelines, z. B. die Adria-Anbindung der Erdölleitung Freundschaft.

Landwirtschaft

Die H√§lfte (53,16¬†%) der Landfl√§che wird als Agrarfl√§che genutzt. 2007 wurden 7,2¬†% des Wirtschaftseinkommens durch die Landwirtschaft erzielt, wobei etwa 2,7¬†% der Bev√∂lkerung in diesem Sektor t√§tig waren. 2004 wurde 9¬†% sowohl des Exports als auch des Imports durch den Sektor erreicht. Zu der bewirtschafteten Landfl√§chen geh√∂ren vor allem die fruchtbaren B√∂den im Save-Drau-Zwischenstromland, die intensiv genutzt werden. Die wichtigsten angebauten Fr√ľchte sind Zuckerr√ľben, Kartoffeln, Weizen und Mais. In klimatisch beg√ľnstigten Lagen werden auch einige Sonderkulturen angebaut, vor allem Wein und Obst. In S√ľddalmatien werden mit Tabak und Zitrusfr√ľchten hohe Ernteertr√§ge erzielt. In der Viehhaltung dominieren die Rinder-, Schaf- und Schweinezucht. In Dalmatien ist der Fischfang eine wichtige Einkommensquelle.

Bergbau

Kroatien ist relativ reich an Bodensch√§tzen. Vor Ausbruch der Jugoslawienkriege 1991 war die Bergbauindustrie einer der bedeutendsten Arbeitgeber. Erdgas, Erd√∂l, Steinkohle, Braunkohle, Bauxit, Eisenerz und Porzellanerde (Kaolin) geh√∂ren zu den wichtigsten Rohstoffen Kroatiens. In manchen Regionen gibt es auch kleine Vorkommen von Calcium, Naturasphalt, Kieselerde, Glimmer und Salz. Dar√ľber hinaus werden Graphit und Baumaterialien (vor allem Betongrundstoffe) abgebaut.

Industrie

Die vorherrschenden Industriebetriebe in Kroatien sind Erd√∂lraffinerien, Eisen- und Stahlwerke, Schiffswerften, Chemieunternehmen und Produktionsst√§tten f√ľr Nahrungsmittel, Maschinen, Zement und Beton, Metallwaren und Textilien. Die ehemals bedeutende Bergbauindustrie verzeichnet seit einigen Jahren R√ľckg√§nge in der Produktion. Viele der Industriebetriebe Kroatiens wurden im Kroatienkrieg zerst√∂rt oder besch√§digt. Der Wiederaufbau der Anlagen bindet viele finanzielle Mittel und verhindert eine weitere Entwicklung in einigen anderen Produktionsbereichen. Als Folge des Krieges im eigenen Lande fiel 1991 die Industrieproduktion um 42,5¬†%. Ab 1993 verzeichnete die kroatische Wirtschaft Zuwachsraten, und bis 1996 konnten wieder in den meisten Branchen erhebliche Produktivit√§tssteigerungen verzeichnet werden. Wichtige Industrieunternehmen sind der Mineral√∂l- und Gas-Konzern Industrija nafte (INA) (etwa 17.000 Besch√§ftigte), der Elektrotechnik-Hersteller Konńćar Group sowie die Lebensmittelkonzerne Agrokor (etwa 36.000 Besch√§ftigte), Podravka und KraŇ°.

Bankwesen

Das Bankwesen ist konsolidiert und die gr√∂√üten Banken des Landes haben mit italienischen und √∂sterreichischen Gro√übanken fusioniert bzw. wurden von diesen √ľbernommen. Zu den gr√∂√üten Banken in Kroatien z√§hlen die Zagrebańćka banka, Privredna banka, Splitska banka, Raiffeisenbank Austria, HVB Croatia banka, OTP banka und Karlovańćka banka. Die einzige gr√∂√üere Bank, die nicht von ausl√§ndischen Banken aufgekauft wurde, ist die Hrvatska PoŇ°tanska Banka ‚Äď die kroatische Postbank. Eine Privatbank ist die KentBank.

Tourismus

Kroatien ist f√ľr seine K√ľste mit hunderten vorgelagerten Inseln bekannt. Auf dem ‚ÄěWorld Tourism Barometer‚Äú, das u.¬†a. die Bekanntheit von Touristenzielen misst, nimmt das Land weltweit den 18. Platz ein. J√§hrlich reisen etwa 10¬†Mio. Menschen nach Kroatien. Im Rekordjahr 2008 sorgten sie f√ľr einen Umsatz von rund 7,5¬†Mrd. Euro. Die Einnahmen aus dem Tourismus beliefen sich 2011 auf 6,6 Mrd. und 2012 auf 7 Mrd. Euro. Damit trug die Fremdenverkehrsbranche etwa ein F√ľnftel zum BIP des Landes bei (mehr als in jedem anderen EU-Land); sie war und ist ein wichtiger Teil des Dienstleistungssektors.

Energie

Zur Erzeugung von elektrischer und W√§rmeenergie werden in Kroatien vorrangig Erd√∂l, Kohle und Wasser genutzt. Daneben versorgt das Kernkraftwerk KrŇ°ko in Slowenien, das in einem gemeinsamen Projekt zwischen Kroatien und Slowenien errichtet wurde, den Norden Kroatiens, vor allem Zagreb, mit Strom. Wasserkraftwerke sind meist in der K√ľstenregion Kroatiens vorzufinden. Das gr√∂√üte Wasserkraftwerk in Kroatien liegt am Peruńáko jezero (Peruńáa-See) nahe Sinj. Seit einem Beschluss vom M√§rz 2007 werden in Kroatien auch Erneuerbare Energien subventioniert.

Strom wird zu 24,5 % aus Wasserkraft, 15,8 % Kernenergie und 27,5 % aus fossilen Brennstoffen gewonnen, 30,9 % werden auf dem Strommarkt dazugekauft (Stand 2011). Windenergie machte einen Anteil von 1,3 % aus, 2010 waren es 0,8 % gewesen.

Staatshaushalt

Laut Sch√§tzungen der CIA umfasste der Staatshaushalt 2012 Ausgaben von umgerechnet 23,42 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 21,56 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Das Defizit wird mit 3,2¬†% des BIP angegeben.
Laut CIA wird die Staatsverschuldung f√ľr 2012 auf 68,2¬†% des BIP gesch√§tzt.

Infrastruktur, Verkehr und Telekommunikation

Straßenverkehr

Das kroatische Autobahnnetz geh√∂rt zu den j√ľngsten in Europa. Viele Autobahnkilometer wurden erst k√ľrzlich fertiggestellt und ein Ende der regen Baut√§tigkeit ist noch nicht abzusehen. Das Hauptprojekt stellte hierbei die Autobahn A1 Zagreb‚ÄďSplit dar, die im Fr√ľhling 2005 fertiggestellt wurde und eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen den beiden gr√∂√üten kroatischen St√§dten bietet. Bis 2008 sollten einige wichtige Bauprojekte verwirklicht sein. Dazu z√§hlen die Verl√§ngerung der Autobahn bis Plońće in S√ľddalmatien, bessere Verkehrsl√∂sungen f√ľr Rijeka (weitere Umgehung), die Autobahnverbindung nach Osijek, der Autobahnausbau nach Sisak und die Autobahnanbindungen in Richtung Serbien, Slowenien sowie √Ėsterreich. Zurzeit wird der Ausbau zahlreicher Rastst√§tten entlang aller kroatischen Autobahnen vorangetrieben. Ebenso sollten mittels modernster Video√ľberwachungstechnik Unf√§lle vermieden werden. Die kroatischen Autobahntunnel z√§hlen zu den sichersten in Europa.

Schienenverkehr

Der von den 2006 privatisierten Hrvatske Ňĺeljeznice betriebene Bahnverkehr in Kroatien ist mit einem Streckennetz von 2974¬†Kilometern unterentwickelt und wenig konkurrenzf√§hig zum Busnetz, das in der Regel Strecken preiswerter und in k√ľrzeren Intervallen bedient. Seit 2005 verkehren auf der Bahnstrecke Zagreb‚ÄďRijeka sowie weiter nach Knin und nach Split die Neigez√ľge der Baureihe 7123, die eine viel komfortablere und k√ľrzere Reisezeit erm√∂glichen als zuvor. Im Gegensatz dazu stehen die veralteten Triebwagen auf anderen Strecken insbesondere in den Osten nach Slawonien. Neben der abgeschlossenen Modernisierung der Strecke Zagreb‚ÄďSplit soll eine neue Bahnstrecke von Botovo an der Grenze zu Ungarn √ľber Zagreb bis nach Rijeka gebaut werden. Dazu geh√∂ren auch √úberlegungen f√ľr eine Neubaustrecke Zagreb‚ÄďRijeka. Mit einer Fertigstellung ist nach Informationen von 2012 jedoch vor 2025 nicht zu rechnen.

Flugverkehr

Die Regierung investiert u.¬†a. in den Ausbau der Flugh√§fen von Zagreb und Brańć. Die bedeutendsten Flugh√§fen sind

  • Flughafen Zagreb
  • Flughafen Rijeka
  • Flughafen Split
  • Flughafen Dubrovnik
  • Flughafen Pula
  • Flughafen Zadar
  • Flughafen Osijek

Seeverkehr und Binnenschifffahrt

In Kroatien gibt es mehrere wichtige Adriah√§fen. Der gr√∂√üte Hafen an der √∂stlichen Adriaseite ist Rijeka, gefolgt vom Industriehafen Plońće und dem Passagierhafen Split. Als bedeutender Binnenhafen gilt Vukovar an der Donau.

Telekommunikation und Internet

Der Telekommunikationssektor ist in Kroatien bereits weit entwickelt, insbesondere was die Mobilfunknetze betrifft und hat in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbranchen in Kroatien die gr√∂√üten Fortschritte gemacht. Dies ist auch daran ersichtlich, dass der Telekommunikationssektor in diesem Land einen h√∂heren Anteil am BIP tr√§gt, als dies in den alten EU-L√§ndern der Fall ist (√ľber 5¬†%). Auch die Gesetzgebung in diesem Bereich befindet sich bereits auf europ√§ischem Niveau. Als Folge der Liberalisierung des Marktes im Jahr 2005 kommen immer mehr alternative Telekommunikations-Betreiber auf den kroatischen Markt.

In Kroatien gibt es momentan (Stand: 2018) die Mobilfunknetzbetreiber A1 Hrvatska, Hrvatski Telekom sowie Tele2, wobei noch zus√§tzlich die Mobilfunk-Discounter Bonbon sowie Tomato miteinander im Wettbewerb stehen. Die beiden gr√∂√üten Netze garantieren eine fl√§chenm√§√üige Abdeckung von √ľber 98¬†%. Auch die Einf√ľhrung neuer Technologien, wie WAP, GPRS oder MMS wurde rasch durchgef√ľhrt. Ebenso sind UMTS und LTE verf√ľgbar. Dem kroatischen Telekommunikationssektor wird immer noch recht gutes Wachstumspotential zugeschrieben, da noch keine vollst√§ndige Markts√§ttigung erreicht wurde.

Breitbandinternetzug√§nge sind nicht im ganzen Land verf√ľgbar. Durch gezielte Wachstumsanreize soll der Ausbau beschleunigt werden. 2005 wurden in Kroatien bereits Frequenzlizenzen f√ľr Internet-Funknetzwerke vergeben. Insbesondere durch neue WiMAX-Funknetzwerke soll die Internet-Infrastruktur in ganz Kroatien ausgebaut werden. Die fl√§chenm√§√üige Abdeckung ganzer St√§dte und Regionen mit dieser Technik wurde hierbei beschlossen.

Im Jahr 2019 nutzten 79 Prozent der Einwohner Kroatiens das Internet.

Kultur und Gesellschaft

In kultureller und architektonischer Hinsicht wurde der Norden und Nordosten Kroatiens durch seine lange gemeinsame Geschichte mit Ungarn bzw. √Ėsterreich im Baustil des Barock gepr√§gt. Der S√ľden des Landes, das K√ľstenland von Istrien, der Kvarner-Bucht, des Hrvatsko primorje und Dalmatiens hingegen wurden architektonisch vorwiegend im Stil der Renaissance durch die fr√ľhere Seemacht Venedig (1409 bis etwa 1815) beeinflusst.

Literatur

Erste kroatische Literatur entstand im 11. Jahrhundert. Zu den kanonischen Autoren der kroatischen Literatur z√§hlen Marko Marulińá, Marin DrŇĺińá, Ivan Gundulińá, Ivan MaŇĺuranińá, August ҆enoa, Ivana Brlińá-MaŇĺuranińá, Antun Gustav MatoŇ°, Miroslav KrleŇĺa, Marija Jurińá Zagorka und andere mehr.

Musik

In Kroatien ist sowohl moderne Rock- und Popmusik, als auch traditionelle Tamburica- (gitarrenartiges Musikinstrument) und Klapa- (M√§nnerchor) Musik weit verbreitet. Viele kroatische K√ľnstler feiern auch international Erfolge wie z.¬†B. 2Cellos, Tomislav Milińćevińá (30 Seconds to Mars), Krist Novoselińá (ehemaliges Bandmitglied von Nirvana), Sandra Nasińá (Guano Apes) u.¬†v.¬†m.

Kulturhistorisches

Die Bezeichnung des Kleidungsst√ľckes ‚ÄěKrawatte‚Äú geht auf den Namen eines Volkes der Kroaten zur√ľck. Die kroatischen Soldaten trugen im 17.¬†Jahrhundert ein √§hnliches Kleidungsst√ľck um den Hals, ein Halsband mit Fransen, durch das sie recht einfach zu unterscheiden waren. Das Wort ‚Äěcravate‚Äú wird zum ersten Mal in der franz√∂sischen Enzyklop√§die im 17.¬†Jahrhundert erw√§hnt, als kroatische Soldaten am Hof Ludwigs XIV. in Paris weilten. Das franz√∂sische Wort f√ľr die Kroaten lautet Croates, was leicht auf das Wort cravate oder im Deutschen ‚ÄěKrawatte‚Äú schlie√üen l√§sst. (N√§heres, siehe: Geschichte der Krawatte).

Wissenschaft

Kroatien besitzt mehrere Hochschulen (kroatisch sveuńćiliŇ°te), darunter f√ľnf polytechnische und 14 √∂ffentliche und private Fachhochschulen (kroatisch veleuńćiliŇ°te). Die sieben Universit√§ten des Landes befinden sich in Dubrovnik, Osijek, Pula, Rijeka, Split, Zadar sowie in der Hauptstadt Zagreb. Daneben unterhalten die einzelnen Universit√§ten zahlreiche Institute in anderen St√§dten Kroatiens, wie z.¬†B. in VaraŇĺdin. Weitere etwa 40¬†Forschungsinstitute bzw. wissenschaftliche Gro√üprojekte werden in einer offiziellen Website zusammengefasst.

Die älteste genuin-kroatische Wissenschaftsinstitution ist Matica hrvatska, die in der Donaumonarchie zur Kultur- und Sprachpflege ins Leben gerufen wurde.

Bildung

Die Schulpflicht gilt nach der Regelung von 2007 f√ľr Kinder im Alter von 7 bis 18 Jahren. Die Schulpflicht wird acht Jahre auf der Grundschule abgeleistet, danach wird der Schulbesuch drei Jahre bis zur 11. Klasse auf einer Fachschule bzw. vier Jahre bis zur 12. Klasse auf einem Gymnasium fortgesetzt.

In Kroatien wird muttersprachlicher Unterricht f√ľr ethnische Minderheiten sowohl an Grundschulen als auch an weiterf√ľhrenden Schulen (Gymnasien) in folgenden Sprachen angeboten: Tschechisch, Ungarisch, Italienisch, Serbisch und Deutsch. F√ľr den Unterricht der insgesamt 3207 serbischen Sch√ľler in serbischer Sprache waren 2008/09 landesweit 459 Lehrer eingesetzt. An zweiter Stelle folgte der Muttersprachenunterricht f√ľr 2139 italienische Sch√ľler durch 374 Lehrkr√§fte. Deutschsprachiger Unterricht wird nur noch an einer Grundschule angeboten.

Etwa jeder vierte Kroate spricht Englisch, jeder siebte deutsch.

Die Analphabetenrate bei den √ľber 15-J√§hrigen lag laut CIA 2010 bei 1,2¬†% der Gesamtbev√∂lkerung.

Medien

Im M√§rz 2016 entlie√ü die Regierung den Generaldirektor des √∂ffentlichen Rundfunks HRT. Dieser wurde nach Angaben von Reporter ohne Grenzen von einem ‚Äěregierungstreuen‚Äú Direktor ersetzt.

Druckerzeugnisse

Die Presse in Kroatien ist √ľberwiegend auf die Hauptstadt Zagreb konzentriert. Zu den bedeutendsten Tageszeitungen geh√∂ren Veńćernji list, Jutarnji list, Slobodna Dalmacija und Novi list. Die meistgelesenen Wochenmagazine sind Globus, Nacional und Hrvatski list. Seit 2005 etablieren sich immer mehr Zeitungen im Kleinformat. Dazu z√§hlen 24 sata sowie die Gratiszeitungen Metropola und Metro.

Fernsehen-/Sender

Kroatien verf√ľgt √ľber ein duales Fernseh- und Rundfunksystem. Aus dem staatlichen Radio Televizija Zagreb ging 1991 Hrvatska radiotelevizija (HRT) hervor, das derzeit f√ľnf Kan√§le ausstrahlt. Bereits seit den 1980er Jahren gibt es in Kroatien lokale Privatfernsehsender. Am kroatischen Fernsehmarkt etablierten sich im Zuge der Liberalisierung in den letzten Jahren auch national-sendende Privatsender.

Die Privatsender RTL Televizija und Nova TV sowie RTL 2, RTL Kockica, CMC und Doma TV k√∂nnen in ganz Kroatien √ľber DVB-T und DVB-T2 sowie im Kabel frei empfangen werden. Viele weitere Programme sind gegen Geb√ľhr in den unterschiedlichen Pay TV Paketen enthalten, die √ľber DVB-T2, DVB-C und DVB-S empfangen werden k√∂nnen. HRT1 (nur Nachrichten, Reportagen und Filme sowie Serien aus Kroatien), HRT4 (au√üer bei Sport√ľbertragungen) und HRT International sowie Z1 aus Zagreb sind per Satellit auch europaweit unverschl√ľsselt empfangbar.

Radio

Neben den staatlichen Radiosendern der HRT und den national-ausgestrahlten Privatsendern Otvoreni radio, Narodni radio und Radio Marija gibt es in Kroatien bereits seit den fr√ľhen 1990er Jahren dutzende lokale Privatradiosender.

Film

Die einzige gro√üe kroatische Filmproduktionsfirma ist Jadran Film, die u.¬†a in den 1960er Jahren an den Karl-May-Filmen beteiligt war. Zahlreiche kroatische Schauspieler sind auch dem internationalen Publikum bekannt, darunter Goran ViŇ°njińá, Ivana Milińćevińá, Mira Furlan, Miroslav Nemec (dt.Tatort), Dunja Rajter, Antonija ҆ola oder Mimi Fiedler. Der bekannteste Kroate im Filmgesch√§ft d√ľrfte allerdings der Oscarpreistr√§ger Branko Lustig sein. Lustig produzierte u.¬†a. Schindlers Liste, Gladiator und Hannibal. Zudem spielte er in zahlreichen nationalen und internationalen Filmproduktionen mit.

Sport

Eine spezifisch kroatische Sportart ist Picigin, ein beliebtes Strandballspiel in seichtem Wasser, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Split entwickelt wurde.

Sportliche Erfolge

  • Fu√üball: Zu den gr√∂√üten Erfolgen kroatischer Nationalmannschaften z√§hlen der zweite Platz bei der Fu√üball-Weltmeisterschaft 2018 und der dritte Platz bei der WM 1998 in Frankreich. Die kroatische Fu√üballnationalmannschaft hat sich bereits viermal seit Erlangung der Unabh√§ngigkeit 1991 f√ľr die Weltmeisterschafts-Endrunde qualifiziert.
  • Handball: Der Sieg der Handballer bei den Olympischen Spielen von 1996 in Atlanta und 2004 in Athen ‚Äď wie auch der Sieg bei der Handball-Weltmeisterschaft der M√§nner 2003 in Portugal. Zudem war Kroatien 1995, 2005 und 2009 Vize-Weltmeister sowie 2008 und 2010 Vize-Europameister im Handball.
  • Basketball: Die Silbermedaille f√ľr die Basketballer bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992. In den Jahren 1993 und 1995 holten die Kroaten Bronze bei der EM und 1994 Bronze bei der WM in Kanada
  • Wasserball: Die Silbermedaille f√ľr das Wasserball-Nationalteam bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta und der Weltmeistertitel 2007 in Melbourne sowie die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2012. Au√üerdem holte Kroatien Gold bei der Wasserball-WM 2017 in Budapest.
  • Rudern: Die Silbermedaille im Rudern f√ľr das Gebr√ľderpaar NikŇ°a und SiniŇ°a Skelin in Athen 2004 (im Zweier ohne Steuermann)
  • Tennis: Wimbledon-Sieg von Goran IvaniŇ°evińá 2001 im Tennis. Iva Majoli gewann die French Open 1997. Ende 2006 befanden sich au√üerdem gleich zwei kroatische Tennisspieler unter den Top 10 in der ATP-Rangliste (Ivan Ljubińćińá und Mario Anńćińá). 1993 nahm Kroatien erstmals als eigenst√§ndige Mannschaft am Davis Cup teil. Im Jahr 2005 gelang es Kroatien als erstes ungesetztes Team den Davis Cup zu gewinnen. Im Endspiel in Bratislava setzte sich die Mannschaft knapp mit 3:2 gegen Gastgeber Slowakei durch. 2018 folgte der zweite Titelgewinn. Mit 3:1 besiegte Kroatien Frankreich.
  • Wassersport: Die Silbermedaille im Schwimmen f√ľr Duje Draganja bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen (50¬†m Freistil) sowie Sanja Jovanovińá die eine Weltrekordzeit von 26,50 Sekunden aufgestellt hat bei der Kurzbahneuropameisterschaft 2007 der Schwimmer im ungarischen Debrecen √ľber 50¬†Meter R√ľcken
  • Wintersport: Janica Kostelińá holte Dreifach-Olympiagold bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City (Kombination, Slalom, Riesenslalom; Silber im Super-G). Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin konnte sie ihre erfolgreiche Laufbahn mit einer Goldmedaille in der Kombination sowie einer weiteren Silbermedaille im Super-G fortsetzen. Bei den Olympischen Winterspielen in Turin holte auch der Bruder von Janica Kostelińá, Ivica Kostelińá, die Silbermedaille in der Kombination. Im Biathlon holte Jakov Fak Bronze bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010.
  • Leichtathletik: Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2007 in Osaka wurde Blanka VlaŇ°ińá (Split) mit dem √úberspringen von 2,05¬†m Weltmeisterin im Hochsprung und bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking holte VlaŇ°ińá Silber. Sie holte bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin Gold. Die Diskuswerferin Sandra Perkovińá gewann bei den Olympischen Spielen 2012 in London die Goldmedaille.

Sportliche Großveranstaltungen

  • 2003 Handball-Weltmeisterschaft der Frauen 2003
  • 2005 Volleyball-Europameisterschaft der Frauen in Zagreb und Pula
  • 2007 Tischtennisweltmeisterschaft im Einzel in Zagreb
  • 2008 Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Zagreb
  • 2008 Kurzbahneuropameisterschaften in Rijeka und Freiwassereuropameisterschaften in Dubrovnik
  • 2009 Handball-Weltmeisterschaft der M√§nner in den St√§dten Zagreb, Split, Osijek, VaraŇĺdin, Zadar, Pula und Poreńć
  • 2010 IAAF-Leichtathletik-Weltcup in Split
  • Seit 2005 ist Sljeme eine der FIS World Cup Austragungsorte f√ľr die j√§hrliche Tournee des Slaloms der Damen und Herren. Sljeme geh√∂rt mit seiner Besucherzahl (bis zu 15.000 Menschen) zu den gr√∂√üten Skislalom-Austragungsorten in Europa.
  • 2013 Speedway-Europameisterschaft Finale 3 in Gorican.
  • 2018 Handball-Europameisterschaft der Herren in den St√§dten Zagreb, Split, VaraŇĺdin und Porec

UNESCO Weltkultur- und Naturerbe der Menschheit

Museen

Feiertage in Kroatien

Siehe auch

  • Geschichte Kroatiens
  • Kroatische K√ľche
  • Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte der Republik Kroatien
  • Liste der kroatischen Botschafter in Deutschland
  • Liste der Auslandsvertretungen Kroatiens
  • Liste kroatischer Erfinder und Entdecker

Literatur

  • Ludwig Steindorff: Geschichte Kroatiens. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Friedrich Pustet, Regensburg 2020, ISBN 978-3-7917-3132-2.
  • Holm Sundhaussen: Kroatien (Mittelalter, Neuzeit). In: Konrad Clewing, Holm Sundhaussen (Hrsg.): Lexikon zur Geschichte S√ľdosteuropas. B√∂hlau, Wien u. a. 2016, ISBN 978-3-205-78667-2, S.¬†543‚Äď547.¬†
  • Arthur Achleitner: Aus Kroatien. Skizzen und Erz√§hlungen. TREDITION CLASSICS, Hamburg 2013, ISBN 978-3-8495-4771-4.
  • Claus Heinrich Gattermann: Kroatien. Zweitausend Jahre Geschichte an der Adria (= Historische Texte und Studien. Bd. 25). Olms, Hildesheim u.¬†a. 2011, ISBN 978-3-487-14706-2.
  • Norbert Mappes-Niediek: Kroatien ‚Äď Das Land hinter der Adria-Kulisse. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-509-6.
  • Mirjana Sanader (Hrsg.): Kroatien in der Antike (Zaberns Bildb√§nde zur Arch√§ologie). Phillip von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3740-3.
  • Klaus Peter Zeitler: Deutschlands Rolle bei der v√∂lkerrechtlichen Anerkennung der Republik Kroatien unter besonderer Ber√ľcksichtigung des deutschen Au√üenministers Genscher. Tectum, Marburg 2000, ISBN 3-8288-8184-X (Dissertation Universit√§t W√ľrzburg 2000, 354 Seiten, X Bl√§tter, 21¬†cm).
  • Agińćińá et al.: Povijest i zemljopis Hrvatske (Die Geschichte und Geographie Kroatiens), priruńćnik za hrvatske manjinske Ň°kole (Handbuch f√ľr kroatische Erg√§nzungsschulen), Biblioteka Geographica Croatica, Zagreb 2000, ISBN 953-6235-40-4 (kroatisch).
  • Dubravko Horvatińá: Kroatien. Zagreb 1992, ISBN 86-7133-186-3.

Weblinks

  • Website des kroatischen Au√üenministeriums
  • Kroatien: Land und Leute (englisch, franz√∂sisch, kroatisch)
  • L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu Kroatien

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (20)

Bezeichnung der Regionen: Gespanschaft
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Bjelovar-Bilogora 46.082 45.468 16.497 17.493  
Brod-Posavina 45.63 45.186 16.926 18.444  
Dubrovnik-Neretva 43.157 42.416 16.632 18.498  
Grad Zagreb 46.064 45.669 16.124 16.696  
Istrien 45.515 44.772 13.502 14.235  
Karlovac 45.695 44.879 14.968 15.843  
Koprivnica-KriŇĺevci 46.365 45.87 16.345 17.316  
Krapina-Zagorje 46.26 45.911 15.59 16.256  
Lika-Senj 45.122889 44.2712254 14.6591263 16.1401138 Lika-Senj  
Medimurje 46.547 46.281 16.233 16.859  
Osijek-Baranja 45.932 45.191 17.906 19.106  
Primorje-Gorski kotar 45.668 44.482 14.116 15.234  
҆ibenik-Knin 44.2164945 43.4870949 15.2068834 16.5421652  
Sisak-Moslavina 45.823 45.002 15.631 17.201  
Split-Dalmatien 43.97 43.012 16.013 17.451  
VaraŇĺdin 46.395 46.013 15.879 16.774  
Virovitica-Podravina 45.985 45.47 17.132 18.083  
Vukovar-Syrmien 45.481 44.862 18.502 19.407  
Zadar 44.95 43.864 14.595 16.527  
Zagrebacka 45.982 45.52 15.249 15.941  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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Flagge: Croatia

Name englisch: Croatia
Hauptstadt: Zagreb
Kfz: HR
ISO: HR
ISO3: HRV
Fläche: 56542 km²
Tld: .hr
Wärung Einheit: HRK
Währung: Kuna
Vorwahl: 385

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 46.5545821
südlichster Punkt: 42.3922652
westlichster Punkt: 13.4896912
östlichster Punkt: 19.4480523


 
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