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Staat Informationen : Bulgarien

Informationen:


Bulgarien (bulgarisch –Ď—ä–Ľ–≥–į—Ä–ł—Ź [b…§…ęg‚Äôarij…ź]; amtliche Bezeichnung Republik Bulgarien, bulgarisch –†–Ķ–Ņ—É–Ī–Ľ–ł–ļ–į –Ď—ä–Ľ–≥–į—Ä–ł—Ź) ist eine Republik in S√ľdosteuropa mit etwa 7 Millionen Einwohnern.

Bulgarien ist seit 14. Dezember 1955 Mitglied der Vereinten Nationen, seit 29. März 2004 Mitglied der NATO und seit 1. Januar 2007 Mitglied der Europäischen Union (EU).

Geographie

Geologie

Die Republik Bulgarien liegt im Osten der Balkanhalbinsel. Bulgarien grenzt im Norden an Rum√§nien, im Westen an Serbien und Nordmazedonien, im S√ľden an Griechenland und die T√ľrkei. Im Osten bildet das Schwarze Meer die nat√ľrliche Grenze. Hauptstadt und Regierungssitz der Republik Bulgarien ist Sofia. Weitere bedeutende wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentren sind die St√§dte Plowdiw, Warna, Burgas, Russe und Stara Sagora.

Das Territorium Bulgariens besteht zu zwei Dritteln aus den Tiefebenen, die durch die Fl√ľsse Donau und Mariza mit ihren zahlreichen Nebenfl√ľssen gebildet werden. Dazu wird es durch zwei gro√üe Gebirgsketten markiert: das Balkangebirge (bulg. –°—ā–į—Ä–į –ü–Ľ–į–Ĺ–ł–Ĺ–į Stara planina, deutsch ‚ÄöAltes Gebirge‚Äė) und die Rhodopen. Die h√∂chsten Erhebungen des Balkangebirges sind der Berg Botew (2376¬†m) und der Tschumerna (1536¬†m). Die n√∂rdlich des Balkangebirges gelegene Donautiefebene wird durch die Donau begrenzt, die hier die Staatsgrenze zu Rum√§nien darstellt. In ihr liegen die St√§dte Plewen, Razgrad, Russe und Schumen sowie Warna am Schwarzen Meer. S√ľdlich des Balkangebirges erstreckt sich die Oberthrakische Tiefebene, auch Mariza-Ebene genannt. In diesem Mittelbulgarischen Becken finden sich die St√§dte Plowdiw und Stara Sagora sowie Burgas am Schwarzen Meer. Diese Ebene wird im Westen und im S√ľden durch die Rhodopen sowie die Gebirge Sakar und Strandscha im S√ľden begrenzt. Die h√∂chste Erhebung der Rhodopen ist der Berg Gro√üer Perelik (2191¬†m). Im S√ľdwesten des Landes befinden sich mit dem Rila- und dem Pirin-Gebirge zwei weitere Hochgebirge mit Gipfeln zwischen 2000 und 3000 Metern H√∂he, wobei der Berg Musala (2925¬†m) der h√∂chste auf der gesamten Balkanhalbinsel ist.

Bulgarien verf√ľgt √ľber drei National- (Rila, Zentrales Balkangebirge und Pirin), elf Naturparks und 55 Naturreservate. Das Land hat Anteile am Gr√ľnen Band Europas und liegt im Blauen Herzen Europas.

Klima

Norden: Im Norden Bulgariens herrscht kontinentales Klima mit heißen und trockenen Sommern sowie kalten, schneereichen Wintern.

Stara Planina (Balkangebirge): Auf der Nordseite schneereiche Winter, auf der S√ľdseite zur gleichen Jahreszeit selten Schneef√§lle. Besonders im Westen sowie im Rila- und Piringebirge herrscht das sogenannte alpine Klima.

Zentralbulgarien und S√ľdwesten: S√ľdlich des Balkangebirges liegt die Oberthrakische Tiefebene, in welche das Kontinentalklima nicht vordringen kann. S√ľdlich des Gebirges sorgen also maritime Einfl√ľsse f√ľr einen gem√§√üigten Winter, ein regenreiches Fr√ľhjahr und einen warmen Sommer. An der Grenze zu Griechenland und zur T√ľrkei ‚Äď unter dem Einfluss der √Ąg√§is ‚Äď verst√§rkt sich der mediterrane Charakter des Klimas.

Bulgarische Rhodopen: Die drei Gebirge Rila, Pirin und Rhodopen nehmen die westliche H√§lfte S√ľdbulgariens ein. Im Gegensatz zu den deutlich h√∂heren Schwestergebirgen weisen die Rhodopen nur im Westen Gebirgsklima auf, im Osten zeigt sich bereits der √úbergang zum K√ľstenklima.

Schwarzes Meer: Das Klima an der K√ľste zeigt ein mediterranes Profil, jedoch weht der Wind zumeist vom Schwarzen Meer aus √∂stlicher Richtung √ľbers Land. In der Folge sind die Sommer weniger warm als in den Subtropen und die sehr niederschlagsreichen Winter sind milder. Von Mai bis September steigt die Temperatur in der Regel t√§glich √ľber 20¬†¬įC. Im k√§ltesten Monat, dem Januar, f√§llt sie nur selten unter den Gefrierpunkt.

Bevölkerung

Demografie

Bulgarien hatte 2017 rund 7,1 Millionen Einwohner; die Bev√∂lkerungsdichte lag bei 64 Einwohnern/km¬≤. Der Gro√üteil der Bev√∂lkerung lebt in den St√§dten s√ľdlich des Balkangebirges. Die Bev√∂lkerungsentwicklung war in den vergangenen Jahren r√ľckl√§ufig, 2001 betrug sie ‚ąí1,14¬†Prozent, Ende 2008 ‚ąí0,43¬†Prozent und Anfang 2011 ‚ąí0,7¬†Prozent. Die Lebenserwartung liegt laut Weltgesundheitsorganisation f√ľr M√§nner bei 71 und f√ľr Frauen bei 78 Jahren. Die Lebenserwartung sank von den 1970er-Jahren bis ungef√§hr 2000 und begann dann wieder zu steigen.

Laut einer Sch√§tzung von 2017 leben 7.050.034 Personen in Bulgarien. Viele Bulgaren verlie√üen nach 1990 sowie nach dem EU-Beitritt das Land und lie√üen sich in verschiedenen westeurop√§ischen L√§ndern nieder, vor allem in Spanien, Italien und Deutschland. In dieser Periode konnten nur die zwei Provinzen Sofia-Stadt (+¬†120.749 Personen) und Warna (+¬†13.061 Personen) sowie lediglich die vier St√§dte Sofia, Warna, Burgas und Weliko Tarnowo einen Bev√∂lkerungszuwachs verzeichnen. In vier Provinzen (Sofia-Stadt, Burgas, Warna und Plowdiw) liegt die Bev√∂lkerungszahl √ľber 400.000. 39,2¬†Prozent der Bev√∂lkerung leben in neun Gemeinden, die eine Einwohnerzahl von jeweils mehr als 100.000 Einwohnern aufweisen. In 60 Gemeinden liegt die Einwohnerzahl unter 6000. Der Volksz√§hlung zufolge lebt die Bev√∂lkerung Bulgariens in 255 St√§dten und 5047 D√∂rfern. 5.339.001 Personen, oder 72,5¬†Prozent der Einwohner, leben in St√§dten und 2.025.569, oder 28,9¬†Prozent auf dem Land. 33,6¬†Prozent der Bev√∂lkerung leben in den sieben gr√∂√üten St√§dten. Bulgarien verliert aufgrund von Auswanderung, niedriger Geburtenrate und einer relativ niedrigen Lebenserwartung jedes Jahr Einwohner. Bis 2050 k√∂nnte die Einwohnerzahl auf 5,4 Millionen absinken.

15,3 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt. Die Fertilitätsrate liegt etwa bei 1,3 Kindern pro Frau.

Ethnien

Nach der Volksz√§hlung 2011 sind 84,8¬†Prozent der Bev√∂lkerung Bulgaren; 8,8¬†Prozent sind T√ľrken (siehe: Balkan-T√ľrken), 4,9¬†Prozent Roma. Der Anteil der Roma d√ľrfte h√∂her liegen als nach der offiziellen Angabe; er wird vom Europarat auf rund 800.000, also fast 12¬†% gesch√§tzt. Au√üerdem leben Russen (9978), Armenier (6552), Walachen (3684, im Norden Rum√§nen, im S√ľden Aromunen) und die muslimischen, bulgarischsprachigen Pomaken in Bulgarien. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der heutigen bulgarischen Bev√∂lkerung sind Nachkommen von bulgarischen Fl√ľchtlingen aus Makedonien (‚Üí Makedonische Bulgaren) und Thrakien (‚Üí Thrakische Bulgaren). Im Jahre 2017 waren 2,2¬†% der Bev√∂lkerung Migranten. H√§ufigste Herkunftsl√§nder waren Russland, Griechenland und die T√ľrkei.

Trotz dieser Distanz nehmen diese Gruppen in reger Weise am gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes teil. Beispielsweise war die Bewegung f√ľr B√ľrgerrechte und Freiheiten (DPS), die √ľberwiegend von t√ľrkischst√§mmigen und muslimischen B√ľrgern unterst√ľtzt wird, zwischen 2001 und 2009 in zwei Koalitionsregierungen vertreten. Die t√ľrkische Minderheit ist laut der Volksz√§hlung von 2001 besonders zahlreich in den Bezirken Kardschali, Rasgrad, Targowischte, Silistra und Schumen vertreten. Die Pomaken sind vor allem im Bezirk Smoljan anzutreffen.

2009 gr√ľndeten √ľberwiegend pomakischst√§mmige B√ľrger die Partei Fortschritt und Wohlstand, da sie mit der Politik der DPS unzufrieden waren. Jedoch verbietet die bulgarische Verfassung von 1991 (Artikel 11, Abs. 4) eine Gr√ľndung von Parteien auf ethnischer, rassischer oder religi√∂ser Grundlage.

Die Roma gehören in Bulgarien zu den am stärksten von Marginalisierung betroffenen Bevölkerungsgruppen. Ihre soziale Lage ist von Armut, einem zumeist niedrigen Ausbildungs- und Erwerbsniveau sowie gesellschaftlicher Stigmatisierung geprägt. Diese Lebenssituation hat sich durch den Transformationsprozess der 1990er Jahre verstärkt und trifft besonders die Roma-Frauen, die sowohl unter sozialer Perspektivlosigkeit als auch unter patriarchalen Familienstrukturen zu leiden haben.

Bulgarien wird, √§hnlich wie Israel und einige weitere osteurop√§ische und asiatische Staaten, als ethnische Demokratie beschrieben, in der ‚Äědie Dominanz einer ethnischen Gruppe institutionalisiert ist‚Äú.

Sprachen

Nach Art. 3 der Verfassung von 1991 ist die Amtssprache Bulgarisch. Nach Art. 36 sind das Erlernen und der Gebrauch der bulgarischen Sprache das Recht und die Pflicht der bulgarischen B√ľrger. Bulgarische Staatsangeh√∂rige, deren Muttersprache eine andere Sprache ist, haben daneben das Recht, auch ihre Sprache zu erlernen und zu benutzen. Das Gesetz kann festlegen, in welchen F√§llen nur die Amtssprache verwendet werden darf. Als Minderheitensprachen kommen T√ľrkisch, Romani und Armenisch in Betracht. Dabei ist die in Bulgarien gesprochene t√ľrkische Sprache ein Dialekt, der sich stark vom Standard-T√ľrkischen in der T√ľrkei unterscheidet und durch das Bulgarische besonders im lexikalischen Bereich beeinflusst ist.

In Bulgarien wird offiziell die kyrillische Schrift gebraucht.

Religionen

Artikel 13 der bulgarischen Verfassung von 1991 garantiert die Konfessionsfreiheit, hebt jedoch das orthodoxe Christentum als ‚Äětraditionelle Religion Bulgariens‚Äú hervor. Die Autokephalie der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche wurde bereits 927 durch das Patriarchat von Konstantinopel anerkannt. Die Verfassung schreibt weiter die Trennung von Staat und Religion vor und verpflichtet den Staat zu religi√∂ser Neutralit√§t und Parit√§t.

21,8 Prozent der Befragten bei der Volksz√§hlung 2011 beantworteten die Frage nach der Konfession nicht, wobei der Anteil der j√ľngeren Generationen √ľberwog. 77,9¬†Prozent der Menschen, welche eine Antwort auf diese Frage gegeben haben, bezeichnen sich als Christen (4.374.135 Menschen). Demnach geh√∂ren die meisten der bulgarisch-orthodoxen Kirche (76¬†Prozent), der r√∂misch-katholischen Kirche in Bulgarien (0,8¬†Prozent) und der Evangelischen Kirche (1,1¬†Prozent) an. Weitere 577.139 Menschen (10¬†Prozent) bezeichnen sich als Muslime. Bei der Volksz√§hlung 2001 haben sich dagegen 83,9¬†Prozent der Bev√∂lkerung als Christen und 12,2¬†Prozent als Muslime definiert. Au√üerdem gibt es eine rapide schwindende j√ľdische Minderheit (653 Mitglieder im Jahr 2001, 1992 noch 2580 gegen√ľber fast 50.000 im Jahr 1947). Dabei handelt es sich vor allem um sephardische Juden. Im deutschen Sprachraum am bekanntesten ist der Schriftsteller und Literaturnobelpreistr√§ger Elias Canetti.

Die Religiosität und das Vertrauen in die Kirche sind in Bulgarien allerdings wesentlich geringer als zum Beispiel im Nachbarland Rumänien, was auch mit der inneren Zersplitterung der bulgarischen Kirche in Verbindung gebracht wird. So bezeichnen sich nur 52 Prozent der Bulgaren als religiös und nur 22 Prozent gehen mindestens einmal im Monat in die Kirche.

Städte und Urbanisierung

Die Urbanisierung nahm insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg schnell zu, verursacht durch Landflucht und Migration von Kriegsfl√ľchtlingen, der sogenannten thrakischen und mazedonischen Bulgaren.

Unter den Gro√üst√§dten spielen als Verwaltungszentren die bulgarische Metropole Sofia sowie der Regierungssitz mehrerer Gemeinden und eines Bezirks (Oblast) Plowdiw eine zentrale Rolle. Weiter sind noch Varna und Burgas zu nennen, die als administrative Zentren der bulgarischen Schwarzmeerk√ľste fungieren. Hier konzentrieren sich daher auch Medien- und Dienstleistungsunternehmen sowie die Kulturinstitutionen des Landes. Aufgrund ihrer vergleichsweise h√∂her entwickelten Infrastruktur haben sie auch die regional h√∂chste Bedeutung f√ľr Verkehr und Handel und zeigen die dynamischste Wirtschaftsentwicklung.

In Bulgarien gibt es nach dem Zensus von 2011 sieben Städte, die mehr als 100.000 Einwohner haben: Sofia, Plowdiw, Varna, Burgas, Russe, Stara Sagora und Plewen. Die kleinste Stadt ist Melnik mit 208 Einwohnern und das größte Dorf ist Losen mit 6276 Einwohnern.

Geschichte

Die √§ltesten Funde im heutigen Bulgarien liegen aus dem Pleistoz√§n vor. So gaben Forscher im Mai 2020 bekannt, in der Batscho-Kiro-H√∂hle die bislang fr√ľhesten Belege f√ľr die Anwesenheit des Menschen (Homo sapiens) in Europa entdeckt zu haben. Aus der Jungsteinzeit sind die Karanowo-Kulturen, aber vor allem die Varna-Kultur, deren Goldschatz zu den √§ltesten der Welt z√§hlt, bekannt. In der Bronzezeit herrschten die indogermanischen Thraker. Der gr√∂√üte thrakische Stamm, die Odrysen, konnte um 450 v.¬†Chr. ein eigenes Reich gr√ľnden, das sich bis zur Donau und zum Strymon erstreckte. Heute werden regelm√§√üig gro√üe Funde, beispielsweise im Tal der thrakischen K√∂nige von Arch√§ologen gemeldet, die sich auf diese historische Periode beziehen. So wurde im Jahr 2000 das thrakische Heiligtum Perperikon in den Ostrhodopen und 2003 das Felsenheiligtum Beglik Tasch ausgegraben. Das Orakel von Perperikon war neben dem Orakel von Delphi eine der wichtigsten Kultst√§tten in der antiken Welt.

In der Zeit der griechischen Kolonisation entstanden an der Schwarzmeerk√ľste mehrere Stadtstaaten, so genannte Poleis. Einige von ihnen wie Apollonia oder Mesambria wurden zu Handelsm√§chten und konnten sich anf√§nglich auch gegen die R√∂mer behaupten.

Nach der Eroberung durch die R√∂mer im Jahr 29 v.¬†Chr. begann die Romanisierung der Bewohner. Thrakien und die Stadtstaaten an der K√ľste wurden ein Teil des r√∂mischen Reiches. Aus der r√∂mischen Zeit sind die gro√üangelegten Bauten von Karasura, Trimontium, Nicopolis ad Istrum, Ulpia Augusta Trajana, Marcianopolis, Ratiaria oder Augusta bekannt. Im 4. Jahrhundert entstand in Nicopolis ad Istrum die Wulfilabibel, die einzige Quelle der gotischen Sprache und damit der √§ltesten √ľberlieferten germanischen Schriftsprache.

Bulgarisches Reich

Die Anf√§nge der bulgarischen Staatlichkeit werden im Jahre 632 gesehen, als das Gro√übulgarische Reich gegr√ľndet wurde. Seit dem 6. Jahrhundert drangen Slawen ‚Äď im Jahr 678, nachdem das Gro√übulgarische Reich zerfallen war ‚Äď auch die Bulgaren unter Asparuch auf die Balkanhalbinsel ein. Gemeinsam mit der verbliebenen thrakischen und r√∂mischen Bev√∂lkerung gr√ľndeten sie das Erste Bulgarische Reich (679 bis 1018; 681 durch Byzanz anerkannt), das zeitweise fast die ganze Balkanhalbinsel umfasste. Erste Hauptstadt wurde Pliska. Damit wurde Bulgarien zum dritten anerkannten Staat in Europa und einer der wenigen, dem das Ostr√∂mische Reich tributpflichtig war. Aus der Verschmelzung der Einwanderer mit der √∂rtlichen Bev√∂lkerung entstand das Volk der Bulgaren.

Boris I. trat 864 zum byzantinischen Christentum √ľber. Sein Sohn Simeon I. (893‚Äď927), der bedeutendste Herrscher Bulgariens, besiegte die Serben, Ungarn und Byzantiner, errichtete das bulgarische Patriarchat und f√∂rderte die altbulgarische Literatur. W√§hrend seiner Herrschaft entstand am kaiserlichen Hof auch die kyrillische Schrift. Simeon I. war der erste Herrscher, der den Titel Zar trug, er selbst nannte sich ‚ÄěZar der Bulgaren und Rhom√§er‚Äú (= Ostr√∂mer bzw. Byzantiner). Unter der Dynastie der Komitopulen wurde Ohrid bulgarische Hauptstadt; das Reich kam jedoch ab 972 bis 1018 sukzessive unter die Herrschaft von Byzanz.

Seit der Regentschaft Boris I. von Bulgarien im 10. Jahrhundert wurde das Land von Konstantinopel aus christianisiert, weshalb die Mehrzahl der Bulgaren bis heute dem orthodoxen Glauben angeh√∂rt. Die Christianisierung f√ľhrte zur ersten kulturellen Bl√ľtezeit im Zarenreich. In Preslaw, Pliska und Ohrid entstanden Schulen, von denen aus sich die altbulgarische Sprache und Kultur auch auf die anderen slawischen V√∂lker verbreitete. Obwohl die bulgarische Kultur stark von der byzantinischen gepr√§gt war, spricht man von dem¬†¬ĽErsten S√ľdslawischen Einfluss¬ę¬†und von der altkirchenslawischen Sprache. Bulgarien war lange Zeit ein m√§chtiges Kaiserreich, das sich milit√§risch mit dem Byzantinischen Reich messen konnte. W√§hrend der Zeit des Zaren Petar I. entstand die christliche Religionsgemeinschaft der Bogomilen, die mit ihrer Literatur zu den Vork√§mpfern gegen die Dogmatik der Kirche z√§hlt und die Katharerbewegung in Westeuropa beeinflusst hat.

Die Br√ľder Johann und Theodor Peter aus dem Hause Assen errichteten im 12. Jahrhundert das Zweite Bulgarische Reich mit Tarnowo (Tarnowgrad) im Balkangebirge als neuer Hauptstadt. Das zwischen 1186 und 1393 bestehende Reich erlangte unter dem Zaren Iwan Assen II. seine gr√∂√üte Ausdehnung. Die Hauptstadt Tarnowo wurde zum neuen kulturellen, geistlichen und politischen Zentrum S√ľdosteuropas. Tarnowo wurde von Zeitgenossen als ‚Äěneues Jerusalem, Rom und Konstantinopel zugleich‚Äú bezeichnet. Vom Zweiten S√ľdslawischen Einfluss spricht man, als infolge des Vordringens der Osmanen auf den Balkan viele slawische, vornehmlich bulgarische Gelehrte der Tarnower Schule (wie zum Beispiel der sp√§tere Metropolit Kiprian) seit dem Ende des 14. Jahrhunderts in der mittlerweile erstarkten Moskauer Rus Zuflucht fanden.

Osmanische Herrschaft, Unabhängigkeit

Zwischen 1393 und 1396 kam ganz Bulgarien unter osmanische Herrschaft, die fast 500¬†Jahre andauerte. 1444 scheiterte der Versuch der Befreiung Bulgariens durch ein polnisch-ungarisches Heer unter WŇāadysŇāaw III., K√∂nig von Polen und Ungarn, in der Schlacht bei Varna. Teile der bulgarischen Bev√∂lkerung traten in den folgenden Jahrhunderten zum Islam √ľber. Um 1800 erhob sich der geistig-nationale Widerstand mit der Forderung nach Unabh√§ngigkeit. In Bulgarien kam es zu einer √Ąra der nationalen bulgarischen Wiedergeburt. √Ąhnlich wie in Westeuropa kn√ľpfte sie an antike und fr√ľhere bulgarische und byzantinische Traditionen an, bek√§mpfte jedoch die Hellenisierung in der Gesellschaft.

Die blutige Niederschlagung des April-Aufstands durch die T√ľrken 1876 und die in Europa erzeugte Emp√∂rung f√ľhrte zum russisch-t√ľrkischen Krieg 1877/1878. Dieser wurde mit au√üerordentlicher H√§rte und massiven Verlusten auf beiden Seiten gef√ľhrt. Nach der √úberquerung der Donau und des Balkangebirges mitten im Winter gewannen die russischen Truppen die Oberhand und r√ľckten bis kurz vor Konstantinopel vor. Mit dem Frieden von San Stefano wurden die Grundlagen f√ľr den modernen bulgarischen Staat gelegt.

F√ľrstentum und Zarentum

Nach dem Berliner Vertrag, der ein Machtkompromiss der Gro√üm√§chte war, wurden zwei bulgarische Staaten gegr√ľndet. N√∂rdlich des Balkangebirges und s√ľdlich der Donau wurde das dem Osmanischen Reich tributpflichtige F√ľrstentum Bulgarien gegr√ľndet, das auch die Region um die neue Hauptstadt Sofia miteinschloss. S√ľdlich des Balkangebirges wurde mit Plowdiw als Regierungssitz die nominell osmanische Provinz Ostrumelien gegr√ľndet, die √ľber eine eigene Verfassung verf√ľgte und durch einen vom osmanischen Sultan eingesetzten, jedoch von den Gro√üm√§chten gebilligten christlich-bulgarischen Gouverneur regiert wurde. Makedonien, das noch im Vertrag von San Stefano Teil des bulgarischen Staates war, blieb ganz unter osmanischer Hoheit.

Am 16. April 1879 wurde die erste demokratische Verfassung in Weliko Tarnowo verabschiedet. F√ľrst Alexander I. (1879‚Äď1886) versuchte innere Reformen durchzusetzen, vereinigte die zwei bulgarischen Staaten und besiegte Serbien, wurde aber durch einen von Russland veranlassten Putsch gest√ľrzt. 1887 wurde Ferdinand von Coburg-Gotha F√ľrst, der 1908 die v√∂llige Losl√∂sung vom Osmanischen Reich erkl√§rte und den Zarentitel annahm, womit aus dem F√ľrstentum das Zarentum Bulgarien wurde. Die Erfolge der bulgarischen Truppen im Ersten Balkankrieg, mit der Eroberung von Adrianopel, wiederholten sich im Zweiten Balkankrieg nicht. W√§hrend die bulgarische Streitmacht an der griechischen und serbischen Front gebunden war, drangen die Rum√§nen bis nach Sofia vor. Die T√ľrken eroberten Adrianopel wieder zur√ľck.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg kämpfte Bulgarien auf der Seite der Mittel- bzw. Achsenmächte. Das Königshaus und die Bevölkerung widersetzten sich erfolgreich der Deportation jener Juden, die in den Grenzen von 1941 lebten. In den besetzten Gebieten wurden jedoch den Deutschen 11.343 Juden ausgeliefert (siehe auch Holocaust).

Sozialistische √Ąra ‚Äď Volksrepublik Bulgarien

Am 8. und 9. September 1944 wurde Bulgarien von der Roten Armee besetzt, obwohl sich das Land nicht an der Invasion der Sowjetunion beteiligt hatte und mit der Sowjetunion offiziell nicht im Kriegszustand befand. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet Bulgarien unter sowjetischen Einfluss und wurde Mitglied des Warschauer Paktes. W√§hrend in anderen L√§ndern immer wieder Unmut √ľber die sozialistische Herrschaft aufkam, gab es in Bulgarien sehr wenig organisierten und individuellen Widerstand gegen die F√ľhrung der Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP). Der Aufstieg der BKP resultierte aus dem Einmarsch der Sowjetunion im September 1944. Unter sowjetischer Kontrolle wurde der fr√ľheren politischen Elite zwischen Dezember 1944 und Februar 1945 der ‚ÄěProzess gemacht‚Äú, so dass insgesamt mehr als 2700 Menschen zum Tode verurteilt wurden und eine unbestimmte Zahl in Lager gesteckt oder umgesiedelt wurde oder einfach verschwand. Am 1. Februar 1945 begann man mit der Vollstreckung der Todesurteile. In dieser Zeit wuchs auch die Mitgliederzahl der BKP auf √ľber 250.000 an.

Zentrale Ziele waren in dieser Zeit die Entwicklung einer kommunistischen Gesellschaft, ‚Äědie sich durch Klassenlosigkeit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Humanit√§t in den sozialen Beziehungen, Streben nach H√∂herem, Wohlstand und Modernit√§t auszeichnen w√ľrde‚Äú. Dies war eine gro√üe Herausforderung, da sich Bulgariens Gesellschaft √ľberwiegend aus kleinb√§uerlichen Strukturen zusammensetzte und nur wenig industriell gepr√§gt war.

Das Frauenwahlrecht wurde in der Volksrepublik Bulgarien Gesetz. Bereits am 18. Januar 1937 war zwar ein Gesetz beschlossen worden, das Frauen auf lokaler Ebene ein Wahlrecht gab. Doch Frauen und M√§nner wurden nicht gleich behandelt: Frauen durften w√§hlen, wenn sie legal verheiratet und M√ľtter waren, und w√§hrend f√ľr M√§nner Wahlpflicht herrschte, war das W√§hlen f√ľr Frauen freiwillig. 1937 erhielten verheiratete, verwitwete und geschiedene Frauen das Recht, Abgeordnete in die Nationalversammlung zu w√§hlen. Damit war das Frauenwahlrecht vom Status der Frau gegen√ľber einem Mann abh√§ngig. Die Frauen konnten dieses Wahlrecht im folgenden Jahr aus√ľben. Die Einf√ľhrung des unbeschr√§nkten aktiven und passiven Frauenwahlrechts erfolgte am 16. Oktober 1944. Das allgemeine Wahlrecht f√ľr M√§nner war bereits 1879 eingef√ľhrt worden.

Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Bulgarien im September 1944 war Kimon Georgiew einer der Anf√ľhrer des Staatsstreichs der Vaterl√§ndischen Front, die am 9. September 1944 zum Sturz der √úbergangsregierung von Konstantin Wladow Murawiew f√ľhrte. Als dessen Nachfolger wurde Kimon Georgiew zum zweiten Mal, nach einer kurzen Amtszeit von 1934 bis 1935, am 9. September 1944 Ministerpr√§sident und unterzeichnete in Moskau das Waffenstillstandsabkommen. Wassil Kolarow wurde am 15. September 1944 zum provisorischen Pr√§sidenten der neu gegr√ľndeten Volksrepublik Bulgarien ernannt, wobei er dieses Amt nur kurzzeitig bis zum 23. November 1944 innehatte, da an diesem Tag Georgi Dimitrow als neues, gew√§hltes Staatsoberhaupt ins Amt eingesetzt wurde. Wassil Kolarow war noch ein zweites Mal Staatsoberhaupt Bulgariens, n√§mlich nachdem Dimitrow am 2. Juli 1949 verstorben war. Kolarow war jedoch ebenfalls von einer schweren Krankheit gezeichnet, so dass er seine √Ąmter nicht mehr aus√ľben konnte und sein zuk√ľnftiger Nachfolger ihn vertrat. Am 23. Januar 1950 starb er in Sofia.

Nach 22 Jahren Exil kam Georgi Dimitrow im November 1945 zur√ľck nach Bulgarien und wurde am 23. November 1946 neuer Ministerpr√§sident, nachdem am 8. September eine Volksabstimmung die Abschaffung der Monarchie besiegelt hatte. Unter seiner Regierung festigte sich die Macht der Kommunistischen Partei, er lie√ü u.¬†a. den Oppositionspolitiker Nikola Petkow unter dem Vorwurf des Hochverrats hinrichten und unterzeichnete die neue Verfassung der Republik Bulgarien, die sich eng an der der UdSSR orientierte und in Paragraph 12 die Planwirtschaft als Wirtschaftsrichtung vorgegeben hatte.

Seit 1947 n√§herte sich Dimitrow dem jugoslawischen Staatschef Josip Broz Tito an und schloss einen Freundschaftsvertrag zwischen beiden L√§ndern. Ziel war eine F√∂deration zwischen beiden L√§ndern, zu der Dimitrow 1948 auch Rum√§nien √∂ffentlich einlud. Diese Pl√§ne waren nicht mit Moskau abgesprochen und stie√üen daher auf die scharfe Kritik Stalins, der Tito und Dimitrow f√ľr den 10. Februar 1948 nach Moskau beorderte. Georgi Dimitrow starb am 2. Juli 1949 im Sanatorium Barwicha (–Ď–į—Ä–≤–ł—Ö–į) bei Moskau. Sein Leichnam wurde einbalsamiert und in einem eigens errichteten Mausoleum in Sofia beigesetzt.

Walko Tscherwenkow √ľbernahm im Jahre 1949 als Stellvertreter Kolarows die Regierungsgesch√§fte. Nachdem er am 3. Februar 1950 zum Vorsitzenden des Ministerrates gew√§hlt worden war, war er auch offiziell das Staatsoberhaupt Bulgariens. Walko Tscherwenkow war ein gro√üer Anh√§nger Stalins und √ľbernahm seinen Regierungsstil, was ihm nach dessen Tod am 5. M√§rz 1953 scharfe Kritik einbrachte, so dass er als Generalsekret√§r der KP durch Todor Schiwkow abgel√∂st wurde. Am 17. April 1956 wurde er auch gezwungen, als Ministerpr√§sident zur√ľckzutreten und dieses Amt an seinen Stellvertreter Anton Jugow abzugeben.

Nach Tscherwenkows erzwungenem R√ľcktritt forcierte Jugow als neuer Pr√§sident des Ministerrats, zu dem er am 17. April 1956 ernannt wurde, die Entstalinisierung Bulgariens. Gro√üe Unterst√ľtzung hierbei erhielt er von seinem sp√§teren Nachfolger Todor Schiwkow. Auf dem achten Parteikongress im November 1962 wurde ihm im Zusammenhang mit Tscherwenkow parteisch√§digendes Verhalten vorgeworfen, so dass er am 27. November aller Partei- und Regierungs√§mter enthoben wurde. Auf dem letzten Parteitag der KPB, im Jahre 1990 wurde Jugow rehabilitiert. Heute nimmt man an, dass Jugow aufgrund seiner Kritik zu Schiwkows Wirtschaftspolitik seine √Ąmter verlor.

Der wohl pr√§gendste Politiker in Bulgariens sozialistischer Phase war Todor Schiwkow, der am 20. November 1962 nach dem achten Parteikongress das Amt des Ministerpr√§sidenten √ľbernahm. Bis dahin war er der Vorsitzende des Zentralkomitees (ZK) der KP und somit bereits m√§chtigster Mann im Staat. Bereits auf dem siebten Parteikongress im Juni 1958 der BKP forderte Schiwkow ‚Äěvermehrte Anstrengungen zur Schaffung des Neuen Menschen und zur Anpassung der Lebensweise an die bereits in einem sozialistische Sinne umgestaltete Gesellschaft‚Äú. Aufgabe der Partei war es somit, Methoden zu entwickeln, wie die B√ľrger au√üerhalb der Arbeit nach dem sozialistischen Muster geformt werden konnten. Schiwkow wies auch auf die Notwendigkeit einer ‚Äěsozialistischen Kulturrevolution‚Äú hin.

Zweimal (1963 und 1973) wurde während der Regierungszeit Schiwkows in geheimen Treffen des ZK vergeblich die Auflösung der Volksrepublik Bulgarien als souveräner Staat und die Eingliederung als 16. SSR in die Sowjetunion beraten.

Der politische Umbruch

W√§hrend in anderen L√§ndern immer wieder Unmut √ľber die sozialistische Herrschaft aufkam, gab es in Bulgarien bis Anfang der 1980er sehr wenig organisierten und individuellen Widerstand gegen die F√ľhrung der Kommunistischen Partei. In den letzten Jahren des kommunistischen Regimes musste vor allem die muslimische Bev√∂lkerung leiden. So erwirkte das Regime die Vertreibung von bis zu 370.000 Menschen in Richtung T√ľrkei.

Durch verst√§rkten innerparteilichen Druck (der somit nicht wie beispielsweise in der DDR durch b√ľrgerliche Gegenbewegungen entstand) trat Todor Schiwkow am 10. November 1989, also einen Tag nach der Berliner Mauer√∂ffnung, zur√ľck. Parteiintern hatte es zuvor einige Konflikte gegeben, da der bereits 1988 eingeleitete Reformkurs nicht schnell genug vorangetrieben wurde.

Ziel der Parteielite war es, ‚Äědie Macht weiter in den H√§nden einer ‚Äöreformierten‚Äė BKP zu sichern und allenfalls eine Modifikation des Systems, nicht aber einen generellen Systemwechsel einzuleiten. √úberst√ľrzt wurden alte Weggef√§hrten Schiwkows aus der Parteif√ľhrung entlassen und seine √ľber drei√üigj√§hrige Amtszeit einer harschen Kritik unterzogen‚Äú. Als eine der ersten Ma√ünahmen wurde am 17. November 1989 Petar Mladenow zum neuen Vorsitzenden des Staatsrates benannt und einen Monat sp√§ter, am 18. Dezember, Todor Schiwkow aus der Partei ausgeschlossen. Ebenso benannte man die BKP in Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) um.

Am 18. November 1989 fanden in Sofia und anderen gro√üen St√§dten des Landes die ersten Demonstrationen statt, nachdem bekannt geworden war, dass die BKP keine grundlegenden √Ąnderungen des politischen Systems verfolge. Diese Demonstrationen waren von informellen Organisationen wie der Gewerkschaft Podkrepa, der Unabh√§ngigen Gesellschaft zum Schutz der Menschenrechte und der √∂kologischen Bewegung Ekoglasnost organisiert. Am. 7. Dezember vereinigten sich mehrere Organisationen und gr√ľndeten die demokratische Oppositionsbewegung Union der Demokratischen Kr√§fte SDS (bul. –°—ä—é–∑ –Ĺ–į –ī–Ķ–ľ–ĺ–ļ—Ä–į—ā–ł—á–Ĺ–ł—ā–Ķ —Ā–ł–Ľ–ł, –°–Ē–°), die von diesem Zeitpunkt an die Demonstrationen anf√ľhrte.

Nach der Wende

Das Ende der kommunistischen √Ąra wurde 1990 durch freie Wahlen eingeleitet. In den folgenden Jahren wurden politische und wirtschaftliche Reformen vorangetrieben. Die gr√∂√üte demokratische Oppositionsbewegung war die 1990 gegr√ľndete Union Demokratischer Kr√§fte SDS, die den friedlichen Sturz des kommunistischen Bulgariens herbeif√ľhrte. Bis 1997 regierten jedoch die ehemaligen Kommunisten in mehreren Legislaturperioden mittels Koalitionen. Die EU-Integration wurde wesentlich von einer bis 2001 konservativ gef√ľhrten SDS-Regierung unter Iwan Kostow beschleunigt. Sie kooperierte umf√§nglich mit internationalen Institutionen, senkte die Inflation, stabilisierte die Wirtschaftslage und stellte Weichen f√ľr den NATO-Beitritt (2004, zusammen mit sechs anderen mitteleurop√§ischen Staaten) und f√ľr den EU-Beitritt zum 1. Januar 2007. Pr√§sident zu dieser Zeit war der Demokrat Petar Stojanow.

Die Parlamentswahlen am 17. Juni 2001 gewann √ľberraschend mit 42,7¬†Prozent der Stimmen die erst kurz zuvor gegr√ľndete Nationale Bewegung Simeon II., NDSW um den ehemaligen bulgarischen Zaren Simeon II. von Sachsen-Coburg und Gotha, der nach 55 Jahren aus dem spanischen Exil zur√ľckgekehrt war. Wegen des stark betonten republikanischen Prinzips in der Verfassung slawisierte er seinen Namen zu Simeon Sakskoburggotski und legte monarchische Namenszus√§tze ab, nachdem die Wahlbeh√∂rden die Rechtsauffassung ge√§u√üert hatten, er sei als fr√ľherer K√∂nig nicht w√§hlbar. Wesentlichen Anteil an dem Erfolg hatte das Versprechen, innerhalb von 800 Tagen eine deutliche Verbesserung des Lebensstandards herbeizuf√ľhren. Dazu schlug er eine Erh√∂hung des Lohnniveaus und Steuersenkungen vor.

Im Wesentlichen jedoch behielt die amtierende Regierung den konservativen Kurs ihrer Vorg√§ngerin bei, insbesondere die Politik der EU-Integration. 2003/04 amtierte Bulgarien als Mitglied des UNO-Sicherheitsrates und schloss sich mit Chile und Spanien demonstrativ der von den USA gef√ľhrten Anti-Irak-Fraktion an, die einen gewaltsamen Regierungswechsel im Irak unterst√ľtzte. Die tendenziell US-freundliche Au√üenpolitik Bulgariens und der Dissens mit der reservierten deutsch-franz√∂sischen Seite f√ľhrten unter anderem dazu, dass auf Betreiben des Au√üenministers Solomon Pasi die deutschen Anti-ABC-Einheiten umgehend durch bulgarische und polnische Truppen ersetzt wurden. √Ąhnlich den USA hatte auch Bulgarien vor dem Zweiten Golfkrieg den Irak umfangreich mit konventionellen Waffen beliefert. Bulgarien und sechs weitere Staaten traten am 29. M√§rz 2004 der NATO bei.

In der Wirtschaft kam es nach Simeons Reformen zu einem weiter anhaltenden Aufschwung, von dem allerdings eher in- und ausl√§ndische Investoren und st√§dtische Oberschichten als Durchschnittsb√ľrger profitierten. In vielen l√§ndlichen Gebieten herrschten hohe Arbeitslosigkeit (im Landesdurchschnitt etwa 12¬†% f√ľr das 1 Quartal 2012) und Korruption. Die traditionelle Landwirtschaft erwirtschaftete mit 26¬†% der Besch√§ftigten 13¬†% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zum 1. Januar 2007 wurden Bulgarien und Rum√§nien in die Europ√§ische Union aufgenommen. Bulgarien z√§hlt noch nicht zum Schengen-Raum. Ein Beitrittstermin im Jahre 2011 konnte wegen unerf√ľllter Kriterien (Korruptionsbek√§mpfung etc.) nicht realisiert werden. Angesichts der Fl√ľchtlingskrise in Europa seit 2015 erscheint ein Beitritt (Stand Ende 2018) unwahrscheinlich.

Der von 2005 bis 2009 von den Sozialisten unter Sergei Stanischew angef√ľhrten Drei-Parteien-Koalition (BSP, NDSW, DPS) wurde nach dem Stopp der EU-Finanzhilfen ein Scheitern der EU-Politik sowie Korruption, eine unzureichende Bek√§mpfung der Mafia und das Fehlen einer angemessenen Jugendpolitik vorgeworfen. Anfang 2009 schenkten ihr nur noch 15¬†% der Bulgaren Vertrauen, 76¬†% √§u√üerten Misstrauen.

Die regierenden Parteien verloren die Europawahl 2009 und die Parlamentswahlen 2009; die vormals mitregierende NDSW war nach der Wahl nicht mehr parlamentarisch vertreten. Beide Wahlen wurden von der GERB-Partei des ehemaligen B√ľrgermeisters von Sofia, Bojko Borissow, gewonnen. Die Regierung Borissow war eine Minderheitsregierung der GERB-Partei, die zun√§chst von konservativen Kr√§ften der Blauen Koalition unterst√ľtzt wurde. Anfangs unterst√ľtzten die Parteien 'Ordnung, Sicherheit und Gerechtigkeit' sowie die nationalistische Ataka ebenfalls die Regierung, entzogen ihr aber 2010 diese Unterst√ľtzung.

Bei den Pr√§sidentschaftswahlen im Oktober 2011 konnte der Kandidat der Regierungspartei Rossen Plewneliew die Stichwahl am 30. Oktober 2011 gegen den ehemaligen Au√üenminister Iwajlo Kalfin mit 52,6¬†Prozent der Stimmen f√ľr sich entscheiden. Plewneliew trat sein Amt am 22. Januar 2012 an und l√∂ste damit Georgi Parwanow ab.

Politik

Das Parteiensystem, das nach der Verfassung von Tarnowo 1878 zum ersten Mal verankert wurde, kumulierte zwei sozialpolitische Konfliktlinien, die bis heute im politischen System Bulgariens pr√§sent sind: zum einen den Konflikt zwischen rechten und linken, bzw. konservativen und liberalen Parteien, zum anderen zwischen pro-russischen und pro-westlichen Abgeordneten. Ein dritter Konflikt √§nderte sich von einem Stadt gegen Land, nach dem Balkankriegen 1912/13 und dem Ersten Weltkrieg, zu einem Konflikt Kapital gegen Arbeit, der ebenfalls bis heute besteht. Daf√ľr entstand ein Konflikt Kirche gegen Staat in Bulgarien nicht, obwohl die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche eine starke Position bei der Gr√ľndung des heutigen Bulgariens einnahm und wohl √ľber eine hohe Legitimit√§t verf√ľgte.

Parlament

Die j√ľngsten Parlamentswahlen f√ľr die 44. Nationalversammlung fanden am 26. M√§rz 2017 statt. Die Wahlbeteiligung betrug 54,07¬†% und stieg damit gegen√ľber der vorangegangenen Wahl 2014 um 5,39 %p. F√ľnf Parteien bzw. Parteikoalitionen √ľberwanden die Sperrklausel von 4¬†%: GERB, BSP, die Koalition Vereinigte Patrioten, DPS sowie die erstmals im Parlament vertretene Wolja. Seit den Wahlen 2009 ist die GERB die stimmenst√§rkste Partei des Landes mit jeweils rund 1,1 Millionen Stimmen. Nachdem die BSP bei den Wahlen 2014 erhebliche Verluste erlitten hatte, zog sie 2017 wieder etwa in der fr√ľheren St√§rke ins Parlament ein.

In der Zwischenzeit haben je ein Abgeordneter der BSP und der DPS ihre Fraktionen verlassen und nehmen ihre Mandate als Fraktionslose wahr.

Präsident

Seit dem 22. Januar 2017 ist Rumen Radew Pr√§sident Bulgariens. Er war als unabh√§ngiger Kandidat f√ľr die Bulgarische Sozialistische Partei zur Pr√§sidentschaftswahl 2016 angetreten und gewann die Stichwahl gegen Zezka Zatschewa mit 59,37¬†% der Stimmen.

Außenpolitik

Bulgarien ist seit dem 1. Januar 2007 Mitglied der Europ√§ischen Union und seit 2004 Mitglied der NATO. Weiters ist Bulgarien unter anderem Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), des Kooperationsrates f√ľr S√ľdosteuropa (SEECP) und der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (BSEC).

In Libyen wurden 2007 f√ľnf bulgarische Krankenschwestern und ein pal√§stinensischer Arzt aufgrund des Vorwurfs, 426 libysche Kinder vors√§tzlich mit AIDS infiziert zu haben, zum Tode verurteilt. Obwohl internationale Gutachter die hygienischen Zust√§nde im Krankenhaus als die wahrscheinlichste Ursache der HIV-Ansteckung betrachteten und die Infektion auf einen Zeitpunkt vor Ankunft der Angeklagten datierten, wurde das Urteil √ľber mehrere Instanzen hinweg aufrechterhalten. Kritiker gehen davon aus, dass die Krankenschwestern von Libyen als politische Geiseln f√ľr Verhandlungen mit der EU missbraucht wurden. Nach z√§hen Verhandlungen und internationalem Druck, v.¬†a. der EU und USA, wurden die sechs Inhaftierten am 24. Juli 2007 zur Verb√ľ√üung ihrer lebenslangen Haftstrafen nach Bulgarien ausgeliefert, wo sie jedoch unmittelbar nach der Landung von Staatspr√§sident Parwanow begnadigt wurden. Die EU und weitere Staaten zahlten im Gegenzug √ľber 120 Millionen Euro an Entsch√§digungen und Hilfen.

Im Dezember 2010 ergab eine Untersuchung, dass fast die H√§lfte der bulgarischen Botschafter und Konsuln nach der Wende Angeh√∂rige der ber√ľchtigten kommunistischen Staatssicherheit (DS) waren. Darunter waren damals 13 bulgarische Botschafter in EU-L√§ndern wie Deutschland, Gro√übritannien und Spanien t√§tig. Der damalige bulgarische Pr√§sident Georgi Parwanow, ebenfalls ein ehemaliger Mitarbeiter der DS, verweigerte die Forderungen des bulgarischen Ministerpr√§sidenten Borissow und des Au√üenministers Mladenow, diese zur√ľckzuberufen. Die Ernennung der bulgarischen Botschafter f√§llt in die alleinige Kompetenz des jeweiligen Pr√§sidenten und 97 von 127 der von ihm ernannten Botschafter waren Mitarbeiter der Staatssicherheit.

Militär

Die bulgarischen Streitkräfte gliedern sich in Heer, Marine und Luftwaffe und zählen insgesamt 45.000 Soldaten. Oberbefehlshaber der Armee ist der bulgarische Präsident.

Seit 2004 ist Bulgarien NATO-Mitglied. Die Armee war bzw. ist an internationalen Einsätzen in Kambodscha, Angola, Tadschikistan, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Eritrea, Afghanistan und auch im Irak beteiligt.

Justiz

In Bulgarien gibt es die folgenden Gerichte:

  • das Verfassungsgericht (–ö–ĺ–Ĺ—Ā—ā–ł—ā—É—Ü–ł–ĺ–Ĺ–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī)
  • das Oberste Kassationsgericht (–í—ä—Ä—Ö–ĺ–≤–Ķ–Ĺ –ļ–į—Ā–į—Ü–ł–ĺ–Ĺ–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī)
    • 5 Appellationsgerichte (–ź–Ņ–Ķ–Ľ–į—ā–ł–≤–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī) und ein Appellationsgericht f√ľr organisierte Kriminalit√§t (–ź–Ņ–Ķ–Ľ–į—ā–ł–≤–Ķ–Ĺ —Ā–Ņ–Ķ—Ü–ł–į–Ľ–ł–∑–ł—Ä–į–Ĺ –Ĺ–į–ļ–į–∑–į—ā–Ķ–Ľ–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī)
      • 28 Bezirksgerichte (–ě–ļ—Ä—ä–∂–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī) und ein Strafgericht f√ľr organisierte Kriminalit√§t (–°–Ņ–Ķ—Ü–ł–į–Ľ–ł–∑–ł—Ä–į–Ĺ –Ĺ–į–ļ–į–∑–į—ā–Ķ–Ľ–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī)
        • 113 Kreisgerichte (–†–į–Ļ–ĺ–Ĺ–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī)
    • ein Milit√§rappellationsgericht (–í–ĺ–Ķ–Ĺ–Ĺ–ĺ-–į–Ņ–Ķ–Ľ–į—ā–ł–≤–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī)
      • 3 Milit√§rgerichte (–í–ĺ–Ķ–Ĺ–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī)
  • das Oberste Verwaltungsgericht (–í—ä—Ä—Ö–ĺ–≤–Ķ–Ĺ –į–ī–ľ–ł–Ĺ–ł—Ā—ā—Ä–į—ā–ł–≤–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī)
    • 28 Verwaltungsgerichte (–ź–ī–ľ–ł–Ĺ–ł—Ā—ā—Ä–į—ā–ł–≤–Ķ–Ĺ —Ā—ä–ī).

Politische Gliederung

Nach Artikel 2 der bulgarischen Verfassung von 1991 gilt Bulgarien als ‚ÄěEinheitsstaat mit √∂rtlicher Selbstverwaltung‚Äú, in dem keine autonomen Gebiete zugelassen sind. Der Verfassungsartikel 135 wiederum legt den staatlichen Aufbau in Gemeinden und Gebiete fest. Die grundlegende administrativ-territoriale Einheit ist die Gemeinde (–ě–Ī—Č–ł–Ĺ–į/Obschtina), in welcher die Organe der √∂rtlichen Selbstverwaltung die kommunalen Interessen vertreten und politisch gestalten. Die B√ľrger k√∂nnen sich an der Verwaltung der Gemeinde unmittelbar durch ein Referendum oder eine Vollversammlung der Einwohner beteiligen. Die Wahlen zu den Organen der √∂rtlichen Selbstverwaltung (Gemeinder√§ten, –ě–Ī—Č–ł–Ĺ—Ā–ļ–ł —Ā—ä–≤–Ķ—ā/obschtinski sawet) finden alle vier Jahre statt, wobei der B√ľrgermeister (–ļ–ľ–Ķ—ā/kmet) als Organ der Exekutive der Gemeinde direkt gew√§hlt wird. Die Gemeinde hat ein Recht auf eigenes Eigentum und einen selbstst√§ndigen Haushalt; dar√ľber hinaus hat sie den Anspruch auf finanzielle Unterst√ľtzung durch den Staat.

Im Gegensatz zu den Gemeinden wird die zweite territoriale Einheit, das Gebiet oder der Bezirk (–ĺ–Ī–Ľ–į—Ā—ā/oblast), administrativ nicht durch gew√§hlte Organe vertreten. Die Oblast ist vielmehr eine administrativ-territoriale Einheit, die ein vom Ministerrat ernannter Bezirksverwalter (–ĺ–Ī–Ľ–į—Ā—ā–Ķ–Ĺ —É–Ņ—Ä–į–≤–ł—ā–Ķ–Ľ/oblasten uprawitel) im Interesse der staatlichen Zentralverwaltung kontrolliert. Der Verwalter soll laut Art. 143 der Verfassung die Durchf√ľhrung der staatlichen Politik sichern und ist f√ľr den Schutz nationaler Interessen, der Gesetzlichkeit und der √∂ffentlichen Ordnung verantwortlich.

Wirtschaft

Wirtschaftsgeschichte

Bulgarien geh√∂rt zu den L√§ndern, die als Agrarstaat in den RGW (‚ÄěCOMECON‚Äú) eingetreten sind und ihre Industrialisierung diesem im Wesentlichen zu verdanken haben. Das bedeutete die Steigerung der energie- und rohstoffintensiven Schwerindustrie, von denen einige Bereiche (Pharmazeutika, Maschinenbau, Elektronik) durchaus erfolgreich in den ehemaligen M√§rkten agierten. Die Computermarken Prawez, Izot, IMKO und ES EVM produzierten zeitweise bis zu 40¬†% aller im RGW getauschten Desktopcomputer.

Nach dem Wegfall des Marktes der Sowjetunion, zu dem die meisten Beziehungen bestanden, geriet die Wirtschaft in eine schwere Krise, aus der sie sich erst seit 2004 erholt hat. Die einstmals gut entwickelte Industrie f√ľr Computerhardware verschwand vollst√§ndig. In den Jahren 1989 bis 1995 gingen die Realeinkommen und der Lebensstandard zur√ľck. Das Sozialsystem, insbesondere das System der Kranken- und Rentenversicherungen, brach weitgehend zusammen.

Die sozialistische Regierung unter Schan Widenow schaffte hier keine Abhilfe, sondern bediente die Interessen der ehemaligen Nomenklatura. Im Fr√ľhjahr 1996 kam es infolge der hohen Staatsverschuldung zu einer schweren Wirtschaftskrise. Banken brachen praktisch √ľber Nacht zusammen; der Staat geriet in Zahlungsschwierigkeiten gegen√ľber seinen ausl√§ndischen Kreditgebern. In der Hoffnung auf Unterst√ľtzung von Weltbank und IWF verabschiedete die sozialistische Regierung ein Strukturprogramm. 134 marode Staatsbetriebe sollten geschlossen werden, durch Steuerverg√ľnstigungen versuchte man¬†‚Äď vor allem ausl√§ndische¬†‚Äď Investoren anzulocken. Doch die Privatisierung ging dem IWF zu langsam und er forderte als Bedingung f√ľr weitere Kredite die Einf√ľhrung eines W√§hrungsrates sowie die Bindung des bulgarischen Lew an die D-Mark im Verh√§ltnis 1:1. Seit der Einf√ľhrung des Euros ist der bulgarische Lew an ihn im Verh√§ltnis 1:1,95583 gekoppelt.

Inzwischen haben einige internationale Unternehmen Standorte in Bulgarien. So befindet sich eines der globalen Service-Center von Hewlett-Packard, das f√ľr Europa, den Mittleren Osten und Afrika zust√§ndig ist, in Sofia. Der chinesische Automobilhersteller Great Wall Motors er√∂ffnete im Februar 2012 ein Werk nahe Lowetsch. In Stara Sagora baut der britische Investmentfonds Quorus Ventures ein Werk f√ľr Elektroautos. Dar√ľber hinaus ist Bulgarien ein bedeutender Standort f√ľr die Produktion von Automobilteilen. Neben bedeutenden belgischen, t√ľrkischen und japanischen Unternehmen sind auch viele deutsche Zulieferer vor Ort.

Während im Handel die METRO seit Jahren präsent ist, sind in den letzten Jahren weitere deutsche Handelsketten wie Penny, LIDL, Kaufland und DM dazugekommen.

Kennzahlen

Die Wirtschaft Bulgariens ist vor allem im S√ľden des Landes konzentriert. Die am st√§rksten entwickelten Regionen sind Sofia, Burgas, Stara Zagora sowie in Nordostbulgarien Varna. Die Region Nordwestbulgarien ist die am wenigsten wirtschaftlich entwickelte Region Bulgariens (Stand 2008). Bulgarien selbst weist das niedrigste BIP je Einwohner, sowie eine der h√∂chsten Armutsquoten von 21,8¬†%, innerhalb der Europ√§ischen Union auf (Stand 2009).

Der Anteil der Privatwirtschaft am BIP betrug 2004 72,7 %.

Die Schaffung des W√§hrungsrates 1997, die Konsolidierung der Staatsfinanzen (Budget√ľberschuss 2004: 262¬†Mio. Lewa), einschlie√ülich der Reduzierung der Auslandsverschuldung (Staatsverschuldung im Dezember 2004 noch 40,9¬†% des BIP, im Dezember 2005 32,4¬†% und 2016 27,3¬†%), weitreichende strukturelle Reformen und die Privatisierung nahezu aller staatlichen Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit Internationalem W√§hrungsfonds (IWF) und Weltbank trugen zu makro√∂konomischer Stabilit√§t bei. Das Bruttoinlandsprodukt ist von 1998 bis 2008 stetig, im Schnitt um 5¬†%, gewachsen. Laut Sch√§tzungen des IWF liegt der Wert des bulgarischen Bruttoinlandsprodukts 2016 bei 52,4 Milliarden US-Dollar, was einem Pro-Kopf-Anteil von 7369 US-Dollar entspricht. Bei Ber√ľcksichtigung der Kaufkraftparit√§t ist der Wert des bulgarischen Bruttoinlandsproduktes mehr als doppelt so hoch: Demnach entspricht es einem BIP von 144,6 Milliarden US-Dollar, was pro Kopf 20.227 Dollar entspricht.

Jedoch mussten die Statistiker nach m√§√üigen Inflationsraten der Jahre 2001 bis 2005 (2005: 6,5¬†%) im Jahre 2007 eine etwa 13-prozentige allgemeine Preissteigerung beobachten. Die relativ hohen BIP-Wachstumsraten (2001 4,1¬†%, 2002 4,9¬†%, 2003 4,5¬†%, 2004 5,7¬†%, 2005 5,8¬†%, 1. Halbjahr 2006 6,1¬†%, 2007 6,2¬†%) wurden somit durch die Inflation etwas abged√§mpft. Die Arbeitslosigkeit konnte, seit ihrem H√∂hepunkt von 18,13¬†% im Jahr 2000, gesenkt werden und lag Ende des Jahres 2010 bei ca. 8,3¬†% und f√ľr das 1. Quartal 2012 bei ca. 12¬†%. Beg√ľnstigt wurde diese Entwicklung durch hohe Vorbeitrittshilfen der Europ√§ischen Union. So standen 2004 insgesamt rund 400¬†Mio. ‚ā¨ in den Programmen PHARE, ISPA und SAPARD zur Verf√ľgung. Die Arbeitslosenquote sank bis Juni 2018 auf 4,8¬†% und liegt damit unter dem EU-Durchschnitt. Im Jahr 2017 betrug die Jugendarbeitslosigkeit 14,4¬†%. 2016 arbeiteten 6,8¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 26,6¬†% in der Industrie und 66,6¬†% im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 3,6 Millionen gesch√§tzt; davon sind 46,4¬†% Frauen. Die L√∂hne sind die niedrigsten in der EU.

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreicht Bulgarien im Jahr 2014 einen Index von 47 (EU-28:100) (zum Vergleich: Deutschland: 126). Da die Regierung einen Gro√üteil der in den Haushaltsjahren 2004 und 2005 entstandenen √úbersch√ľsse f√ľr Ausgleichsma√ünahmen verwendete, um die sozialen Folgen der zur Kostendeckung notwendigen Anpassung der Preise f√ľr Elektrizit√§t, Wasser und Fernheizung aufzufangen und gleichzeitig die Transfereinkommen zus√§tzlich und √ľberproportional erh√∂hte, sind die Realeinkommen auch der besonders Benachteiligten (Arbeitslose, Behinderte und Rentner) erstmals seit langem wieder gestiegen. Dennoch bleiben √ľber eine Million Menschen vom Wirtschaftsaufschwung Bulgariens weitgehend abgekoppelt.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Bulgarien Platz 49 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte Bulgarien 2017 Platz 47 von 180 L√§ndern.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind: Chemische Industrie, Nahrungsmittel und Nahrungsmittelverarbeitung, Tabakindustrie, Metallindustrie, Maschinenbau, Textilindustrie, Glas- und Porzellanindustrie, Kohleförderung, Stahlproduktion, Energiewirtschaft, Tourismus.

Entwicklung der Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Import und Export

Die wichtigsten Aus- und Einfuhrg√ľter Bulgariens sind:

Ausfuhr: chemische Produkte, Elektrizit√§t, Konsumartikel, Maschinen und Ausr√ľstungen, Nahrungs- und Genussmittel, Rohmetall- und Stahlprodukte, Textilprodukte.

Einfuhr: chemische Erzeugnisse, Konsumg√ľter, Maschinen und Ausr√ľstungen, mineralische Produkte und Brennstoffe (insbesondere Roh√∂l und Gas aus Russland), Rohstoffe.

Energiewirtschaft

Die Energieabh√§ngigkeit Bulgariens ist etwas niedriger als der Durchschnitt f√ľr die EU. Das Land bezog im Jahr 2008 52,3¬†% seiner Energie aus dem Ausland. Damit lag das Land unter dem europ√§ischen Durchschnitt von 54,8¬†%.

Aufgrund seiner strategischen Lage sowie des einheimischen Bedarfs hat Bulgarien in den letzten Jahren zahlreiche Strategieprojekte auf den Weg gebracht, die f√ľr die nationale, regionale und europ√§ische Versorgungssicherheit von Bedeutung sind. Die Projekte umfassen die Erdgasleitungen Nabucco und South Stream, das zweite Atomkraftwerk (Belene) des Landes und die Burgas-Alexandroupolis-√Ėlpipeline. Das Nabucco-Projekt hat f√ľr Bulgarien und die Europ√§ische Union vorrangige Bedeutung, da damit alle Diversifizierungsprobleme auf einen Schlag gel√∂st w√ľrden, sowohl in Bezug auf Bezugsquellen als auch in Bezug auf die Lieferwege. Diese neue Trasse w√ľrde Gas aus dem Kaspischen Raum und dem Nahen Osten sichern.

Die South Stream-Pipeline w√§re ein neuer Lieferweg f√ľr russisches Gas. Sie w√ľrde unter dem Schwarzen Meer verlaufen und sich in Bulgarien teilen. Seit den letzten Gaskrisen werden zus√§tzlich die Verbindungen mit den Nachbarl√§ndern ausgebaut. Sie sollen die Erdgassysteme der s√ľdosteurop√§ischen L√§ndern zu einem Gasverbundsystem verbinden und in der Zukunft als alternative Versorgungsroute genutzt werden.

√Ėl und Erdgas

Die einzigen Unternehmen, die Erdgas in Bulgarien f√∂rdern, sind ‚ÄěMelrose Ressourcen Sarl‚Äú und ‚ÄěExploration und Gewinnung von √Ėl und Gas AG‚Äú, deren F√∂rderung sich 2007 auf rund 9¬†% des Erdgasverbrauchs belief. Vor der K√ľste wurde vom √∂sterreichischen OMV-Konzern ein Erdgasfeld entdeckt, und seit 2012 werden im Gebiet von Warna Probebohrungen durchgef√ľhrt. Der restliche Erdgasbedarf wird Gro√üteils √ľber die Druschba-Trasse aus Russland importiert. Zur Verringerung der Abh√§ngigkeit vom russischen Erdgas f√∂rdert die EU den Bau sogenannter Interkonnektoren mit den Nachbarl√§ndern. Die Pipeline zum griechischen Alexandroupolis wurde in diesem Zusammenhang 2016 fertiggestellt. Auch Verbindungen mit Serbien und Rum√§nien sind im Bau.

Der einzige Erdgasnetzbetreiber ist die Aktiengesellschaft Bulgargaz Holding EAD, die sich zu 100¬†% im Staatseigentum befindet. Zur Holding geh√∂ren au√üerdem der Gasanbieter Bulgargaz EAD und der kombinierte Lieferant Bulgartransgaz EAD, die f√ľr die Versorgung des Landes mit Erdgas sowie f√ľr Transport und Lagerung verantwortlich sind. In der Gaswirtschaft existiert auf Verteilungsebene eine Vielzahl privater Unternehmen, darunter Overgaz AG als gr√∂√üter Gasversorger.

Das einzige Unternehmen, das in Bulgarien Erd√∂l f√∂rdert, ist die ‚ÄěExploration und Gewinnung von √Ėl und Erdgas AG‚Äú, jedoch sind die gef√∂rderten Mengen minimal. Damit ist das Land fast vollst√§ndig auf Importe angewiesen. Der bulgarische Markt f√ľr Erd√∂l und Erd√∂lprodukten ist vollst√§ndig liberalisiert. In Bulgarien befindet sich die gr√∂√üte Raffinerie S√ľdosteuropas, die Lukoil Neftochim Burgas AD, die den Markt mit Kraftstoffen, Diesel, Kerosin und Petrochemie dominiert. Ein gro√üer Teil der Produktion wird exportiert. Das Unternehmen hat eine stabile Marktposition im S√ľdosteuropa. Ende Januar 2012 gab LUKOIL Neftochim Burgas bekannt, bis 2015 Investitionen in H√∂he von 1,5 Milliarden US-Dollar zu t√§tigen und dadurch 3000 neue Arbeitspl√§tze zu schaffen. Dabei sollen neue Anlagen f√ľr Hydrocracken und Katalytisches Reforming gebaut, bzw. die bestehenden ersetzt werden. Durch die neuen Anlagen soll auch die Luftverschmutzung verringert werden.

Dar√ľber hinaus bildet die Lukoil mit der Petrol Holding, OMV, Shell die Marktf√ľhrer im Brennstoffhandel. In diesem Bereich k√∂nnen sich jedoch auch lokale Anbieter, wie die Eco-Petroleum und Prista Oil behaupten. Eine Tendenz zum Biokraftstoffen ist auch in Bulgarien zu beobachten.

Stromerzeugung

Siehe auch: Liste von Kraftwerken in Bulgarien

Im Kernkraftwerk Kosloduj wurden insgesamt sechs Druckwasserreaktoren russischer Bauart mit einer Gesamtleistung von 3.760¬†MW errichtet. Zur Erf√ľllung der Vorgaben zum EU-Beitritt wurden die ersten vier Kraftwerksbl√∂cke vor Ablauf der vorgesehenen Betriebsdauer stillgelegt. Die Kapazit√§t der beiden in Betrieb befindlichen Reaktoren 5 und 6 betr√§gt 2000¬†MW. Der Bau eines zweiten Kernkraftwerks in Belene wird zurzeit diskutiert.

Das staatliche W√§rmekraftwerk Mariza Istok-2 (1450¬†MW installierte Leistung) nutzt heimische Steinkohle zur Stromerzeugung. Das W√§rmekraftwerk Bobow Dol (630¬†MW), das W√§rmekraftwerk Varna EAD (1260¬†MW), das W√§rmekraftwerk Maritza Istok-3 (840¬†MW), die zuk√ľnftige Ersatzleistung auf dem Gel√§nde des W√§rmekraftwerks Maritza Istok-1 (670¬†MW), das W√§rmekraftwerk Maritza 3 (120¬†MW) und das W√§rmekraftwerk Russe (110¬†MW) sind mehrheitlich oder vollst√§ndig in Privateigentum. Weiter gibt es zahlreiche kleinere Wasserkraftwerke, die privatwirtschaftlich betrieben werden. Die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie erfolgt durch Kraftwerke, die sich ausschlie√ülich in privater ‚Äď meist ausl√§ndischer ‚Äď Hand befinden. 2013 waren Windkraftanlagen mit einer Kapazit√§t von 677¬†MW installiert. Windparks befinden sich haupts√§chlich im Osten des Landes.

Wirtschaftsbeziehungen

Bulgarien ist Mitglied der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (SMWK) und unterhält, seit 1994, ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Bulgariens. √úber 5000 deutsche Firmen sind im Handel mit Bulgarien t√§tig, davon sind 1200 vor Ort vertreten. Das Gesamthandelsvolumen 2007 erreichte ca. 35 Milliarden ‚ā¨, das Handelsvolumen mit Deutschland ca. 3,7 Milliarden ‚ā¨ (10,5¬†%). Die deutschen Exporte nach Bulgarien beliefen sich auf 2,3 Milliarden ‚ā¨, die Importe aus Bulgarien auf 1,4 Milliarden ‚ā¨. √úber die H√§lfte entfiel auf die Bundesl√§nder Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-W√ľrttemberg. Seit M√§rz 2004 besteht in Sofia die Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer (DBIHK), die bereits √ľber 350 Mitglieder z√§hlt.

Die ausl√§ndischen Direktinvestitionen erreichten 2007 einen H√∂chstwert von 5,7 Milliarden ‚ā¨ und 2008 einen Wert von 5,4 Milliarden ‚ā¨. Mit Investitionen in H√∂he von 605 Millionen ‚ā¨ (11,2¬†%) im Jahr 2008 lag Deutschland an dritter Stelle der ausl√§ndischen Investoren hinter √Ėsterreich und den Niederlanden.

Der hohe Investitionsbedarf der bulgarischen Wirtschaft, der zusammen mit niedrigen L√∂hnen und gut ausgebildetem Personal viele Chancen f√ľr langfristig orientierte Investoren, insbesondere in lohnintensiven Fertigungsbereichen (Maschinenbau, Nahrungsmittelverarbeitung, Kfz-Teileherstellung, Textilproduktion, Softwareentwicklung etc.) bietet, wird jedoch trotz dieser Entwicklung noch einige Zeit fortbestehen. Gute Aussichten f√ľr Investitionen bestehen u.¬†a. auch weiterhin im Tourismusbereich. Mehr als 580.000 Deutsche besuchten 2008 Bulgarien. Ausbauf√§hig erscheint besonders der Bereich Individualtourismus, insbesondere √Ėko-, Wander- und B√§dertourismus, aber auch der Wintersportbereich.

Das Investitionsklima f√ľr Ausl√§nder ist im Wesentlichen gut, trotz erheblicher Defizite im Justizbereich. 2005 erreichte die Investitionsquote Bulgariens 22¬†Prozent des BIP (2004 21¬†%). Ende 2007 wurden die steuerlichen Bedingungen durch die Einf√ľhrung einer zehnprozentigen Pauschalsteuer verbessert.

Landwirtschaft

Bulgarien ist eines der Hauptanbaul√§nder f√ľr Orient-Tabak. Bulgarien war ehemals der weltgr√∂√üte Exporteur von Tabak. Seit 2010 f√∂rdert die EU jedoch Tabakanbau nicht mehr, da dies der Gesundheitsrichtlinie widersprechen w√ľrde. Die Einkommen der Tabakbauern, typisch Familienbetriebe, leiden darunter. Die Tabakstadt ist ein Stadtteil von Plowdiw, die historischen H√§user der reichen Tabakh√§ndler sind als Ensemble denkmalgesch√ľtzt. Im M√§rz 2016 wurde eines dieser denkmalgesch√ľtzten H√§user abgerissen. Der Zigarettenhersteller Bulgartabak, ehemals Staatskonzern, wurde 2011 privatisiert. Im Land gibt es einen bedeutenden Schwarzmarkt f√ľr Zigaretten.

Im Tal der Rosen in Zentralbulgarien befindet sich die weltweit bedeutendste Anbauregion von Rosenbl√ľten (Rosa damascena) zur Gewinnung von Rosen√∂l.

Umweltbelastung

Nach 1950 wurden die Industrialisierung und die Intensivierung der Landwirtschaft im Rahmen der Planwirtschaft betrieben, oft zu Lasten der Umwelt. Die Förderung vor allem der Schwerindustrie, des Energiesektors und des Bergbaus sowie der Einsatz veralteter Technologien verursachten zum Teil erhebliche Luft-, Boden- und Wasserverschmutzungen.

Mit der Schlie√üung vieler industrieller Produktionsst√§tten nach der Wende haben sich die Umweltbelastungen stetig verringert. Obwohl Bulgarien seit Mitte der 1990er Jahre im Umweltbereich deutliche Fortschritte erzielt hat, sind nach Sch√§tzungen der Weltbank f√ľr die Umsetzung des EU-Acquis im Umweltbereich bis zum Jahr 2020 Investitionen von rund 9 Milliarden ‚ā¨ erforderlich. J√§hrlich m√ľssten demnach Investitionen in H√∂he von rund 11¬†% des BIP get√§tigt werden. Der Umweltschutz wurde durch die Gr√ľndung des Umweltministeriums 1990 erstmals institutionalisiert und als Staatsziel in der bulgarischen Verfassung von 1991 (Art. 15) verankert. Im Umweltschutzgesetz vom September 2002 hat die bulgarische Regierung erstmals das Prinzip der Nachhaltigkeit gesetzlich festgeschrieben.

Korruption

Korruption stellt in Bulgarien ein gravierendes Problem dar. Das Europ√§ische Amt f√ľr Betrugsbek√§mpfung (OLAF) bem√§ngelte bereits mehrfach Korruption und Veruntreuung von EU-Geldern in Bulgarien. Im November 2008 k√ľrzte die Europ√§ische Union Bulgarien aufgrund mangelnder Fortschritte in der Korruptionsbek√§mpfung 220 Millionen Euro F√∂rdergelder. Bereits im Juli 2008 waren 825 Millionen Euro an Hilfen vor√ľbergehend eingefroren worden.

Beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International belegt Bulgarien unter allen EU-Mitgliedsstaaten seit 2012 konstant einen der schlechtesten Ränge.

Tourismus

Der Tourismus ist bereits seit den 1970er Jahren ein wichtiger Devisenbringer f√ľr das Land. Mit √ľber 8,2 Mio. Touristen stand Bulgarien 2016 auf Platz 41 der meistbesuchten L√§nder der Welt. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich im selben Jahr auf 3,6 Mrd. US-Dollar. In Bulgarien gibt es insgesamt 10 UNESCO-Welterbest√§tten.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben in H√∂he von umgerechnet 17,89 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 18,44 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushalts√ľberschuss in H√∂he von 1,3¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 9,6 Mrd. US-Dollar oder 27,3¬†% des BIP. Bulgarien geh√∂rte damit zu den am niedrigsten verschuldeten L√§ndern in der Europ√§ischen Union.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 7,2¬†%
  • Bildung: 4,5¬†% (2005)
  • Milit√§r: 2,6¬†% (2005)

Gewerkschaften

Die beiden gr√∂√üten Gewerkschaftsb√ľnde

  • Confederation of Independent Trade Unions of Bulgaria (KNSB/CITUB) und
  • PODKREPA

sind Mitglieder des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) und des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB).

Die Zahl der Mitglieder in den zur KNSB geh√∂renden Einzelgewerkschaften wird mit 200.000 Mitgliedern angegeben, f√ľr PODKREPA mit 150.500 (Stand: November 2017).

Infrastruktur

Bulgarien ist ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Nahen Osten. Die paneurop√§ischen Verkehrskorridore IV (Dresden‚ÄďBudapest‚ÄďCraiova‚ÄďSofia‚ÄďThessaloniki), VII (Donau), VIII (Durr√ęs-Tirana‚ÄďSkopje‚ÄďSofia‚ÄďBurgas) und IX (Helsinki‚ÄďMoskau‚ÄďBukarest‚ÄďDimitrowgrad‚ÄďAlexandropolis) f√ľhren durch Bulgarien. Die Achse Sofia-Burgas ist auch Teil des Transeurop√§ischen Transportnetzes (TEN) der Europ√§ischen Union.

Das Land verf√ľgt √ľber ein relativ gut ausgebautes Verkehrsnetz: Eisenbahnnetz (Bulgarische Staatseisenbahn), Stra√üennetz (jedoch bislang nur wenige Autobahnen), vier internationale Flugh√§fen (Flughafen Sofia, Flughafen Varna, Flughafen Burgas und Flughafen Plowdiw), zwei Hochseeh√§fen (Hafen Burgas, Hafen Varna) und mehrere kleinere Seeh√§fen (Sosopol, Baltschik) sowie Binnenh√§fen (an der Donau). Bis ins sp√§te Mittelalter spielte die Binnenfahrt auf dem Fluss Mariza eine wichtige Rolle. Der Schiffsverkehr auf der Donau spielt f√ľr Bulgarien nur eine geringe Rolle. In den H√§fen Russe, Widin, Lom und Silistra findet ein begrenzter G√ľterumschlag statt; in Russe legen Kreuzfahrtschiffe an.

Straßenverkehr

Das gesamte asphaltierte Straßennetz umfasste 2011 etwa 19.512 km.

Der Verkehr in Bulgarien findet vor allem auf der Stra√üe statt. Zwischen den Gro√üst√§dten verkehren Busse mehrerer Busunternehmen. Regionalverbindungen in die kleineren St√§dte gibt es von der jeweiligen Provinzhauptstadt. In der Sommerzeit werden auch direkte Verbindungen von Sofia und anderen Gro√üst√§dten in die meisten Tourismusorte an der Schwarzmeerk√ľste angeboten. Die Busverbindungen in die Gro√ü- und Hauptst√§dte der Nachbarl√§nder stellen eine preiswertere Alternative dar und sind gut ausgebaut. Insgesamt hat Bulgarien mit der T√ľrkei drei Grenz√ľberg√§nge, mit Griechenland vier (ein weiterer in Bau), mit Nordmazedonien drei (weitere drei in Planung), mit Serbien f√ľnf (weitere drei in Planung) und mit Rum√§nien zw√∂lf (ein weiterer in Bau, siehe Donaubr√ľcke 2).

Das bulgarische Autobahnnetz befindet sich noch im Ausbau. Durch die Schlie√üung der letzten L√ľcken der Autobahn Trakia (A 1) besteht seit Mitte 2013 eine direkte Autobahnverbindung zwischen der Hauptstadt Sofia und dem Schwarzen Meer. Anders als in den Nachbarl√§ndern gibt man in Bulgarien, geographisch bedingt, statt den Nord-S√ľd- den Ost-West-Verbindungen die Priorit√§t.

Schienenverkehr

Alle gro√üen St√§dte Bulgariens werden von der Bulgarischen Staatsbahn erschlossen. Die Hauptstrecken werden ausgebaut, jedoch werden Zugverbindungen in kleinere Orte gestrichen. Auf der Strecke Sofia‚ÄďBurgas (ca. 400¬†km) dauert eine Zugfahrt etwa sechseinhalb Stunden, w√§hrend eine Busfahrt nur f√ľnf Stunden ben√∂tigt. Aus diesem Grund wird die bulgarische Bahn eher gemieden, ist jedoch auf einigen Strecken preiswerter als eine Busfahrt.

Hochgeschwindigkeitsverkehr existiert in Bulgarien wie auch in den Nachbarl√§ndern nicht. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Sofia und Istanbul, via Plowdiw soll als Teil des IV Paneurop√§ischen Korridors entstehen und im zweiten Schritt von Sofia via Wraza zur Donaubr√ľcke 2 an der rum√§nischen Grenze bei Widin fortgef√ľhrt werden. Das Projekt soll finanziell bis zur H√§lfte von der EU getragen werden. Ein realistischer Zeitpunkt, zu dem es in Betrieb gehen kann, ist nicht bekannt.

Einige bulgarische Städte (Sofia, Burgas u. a.) sind Beginn und Ziel mehrerer europäischer Zugverbindungen (siehe: Internationale Strecken). Auch der Orient-Express durchquerte Bulgarien.

Das bulgarische Schienennetz ist mit dem der Nachbarl√§nder verbunden. Eine Ausnahme stellt Nordmazedonien dar. Eine Gleisverbindung bis zur Grenze existiert auf bulgarischer Seite seit den 1930er Jahren. Eine Weiterf√ľhrung dieser Strecke nach Skopje in Nordmazedonien und der Ausbau der bestehenden Strecken in Bulgarien zur schnellen Verbindung beider Hauptst√§dte erfolgte aus politischen Gr√ľnden bisher nicht, ist aber seit 16. August 2017 in Planung.

W√§hrend des Zweiten Weltkrieges unterst√ľtzte die deutsche Wehrmacht den Bau einer direkten Schienenverbindung zwischen den Hafenst√§dten Burgas und Varna, jedoch konnte sie von Burgas damals nur bis Pomorie fertiggestellt werden. Aktuell (M√§rz 2018) gibt es pro Tag zwei direkte Verbindungen mit Regionalz√ľgen zwischen beiden St√§dten, etwas schneller geht es jedoch in Schnellz√ľgen, trotz einmaligem Umsteigen in Karnobat. Eine Zugfahrt auf der ca. 120¬†km langen Strecke dauert etwa vier bis f√ľnf Stunden.

Die bekannteste Schmalspurbahn Bulgariens, die Rhodopenbahn, f√ľhrt von Septemwri nach Dobrinischte. Ihre Strecke liegt entlang der Gebirge Rhodopen, Rila und Pirin und √ľberquert Awramowo, den h√∂chstgelegenen Bahnhof der Balkanhalbinsel (1267¬†m).

Kultur

Medien

Bulgarien verf√ľgt √ľber je einen staatlichen Radio- und Fernsehsender (BNR und BNT) und eine Vielzahl an privaten Sendern. Die wichtigsten darunter sind: bTV, Nova televizija, SKAT und TV Evropa. Unter den Radiosendern dominiert das private ‚ÄěDarik Radio‚Äú. An der Anpassung und Anwendung der EU-Vorschriften zum √úbergang zu Digital-Fernsehen und -H√∂rfunk wird gearbeitet.

Die Presselandschaft ist vielf√§ltig. Die gr√∂√üten Tageszeitungen im Land, Trud und 24 ńĆasa geh√∂rten bis Ende 2010 der WAZ-Gruppe; der neue Eigent√ľmer hei√üt BG Printinvest. Daneben gibt es auch andere ausl√§ndische Investoren in diesem Bereich. Weitere bedeutende Tageszeitungen sind Dnevnik, ‚ÄěMonitor‚Äú, Standart, ‚ÄěSega‚Äú und ‚ÄěDuma‚Äú. Einflussreiche Wochenzeitungen bzw. Zeitschriften sind Capital, Tema und Politika.

Die marktf√ľhrende New Bulgarian Media Group (NBMG) kontrolliert vier √ľberregionale Zeitungen, ein Magazin, einen Fernsehkanal sowie eine Nachrichtenagentur (Stand: 2014). Der Konzern geh√∂rt Deljan Peewski, dem ehemaligen Chef des bulgarischen Geheimdienstes (Stand 2017).

Laut dem Bericht von der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen ist die Situation der Pressefreiheit im Land "schwierig" und die schlechteste innerhalb der Europäischen Union. Die Unabhängigkeit der Presse wird vor allem durch enge Verbindungen zwischen Medien, Politik und einflussreichen Geschäftsleuten untergraben.

Im Jahr 2019 nutzten 68 Prozent der Einwohner Bulgariens das Internet.

Kunst und Architektur

Die Kunst hat auf dem Gebiet Bulgariens eine lange Tradition. Aus dem 2. Jahrtausend v.¬†Chr. sind zahlreiche thrakische H√ľgelgr√§ber (Kurgane) und Goldschmiedearbeiten (siehe hierzu thrakische Kunst) erhalten.

Mittelalter und Renaissance

Als wichtigstes Denkmal aus der fr√ľhesten bulgarischen Zeit gilt das in der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste eingetragene lebensgro√üe Felsenrelief Reiter von Madara (8. Jahrhundert). Die erste Hauptstadt Pliska wurde noch nach r√∂misch-byzantinischem Vorbild mit starken Festungsanlagen umgeben, besa√ü jedoch auch Pal√§ste, Kirchen, B√§der und andere √∂ffentliche Bauten, deren Bauformen und -technik ihren Ursprung zum Teil in Mittelasien und im Vorderen Orient hatten. Dies gen√ľgte jedoch nicht den Herrschaftsanspruch der bulgarischen Zaren und Zar Simeon I., genannt der Gro√üe, verlegte 863 die Hauptstadt in das ebenfalls stark befestigte Preslaw. Von ihren Kirchen und Kl√∂stern ist die Runde (auch Goldene) Kirche mit vielfarbigem Schmuck und glasierten Tonplatten (Preslawer Keramik) zu nennen, der f√ľr die bulgarische Kunst dieser Periode kennzeichnend ist. Mit der Christianisierung des bulgarischen Reiches wurden auch in anderen St√§dten Sakralbauten neu errichtet (wie etwa die Sophienkirche (Ohrid) in Ohrid (heute Nordmazedonien) als untypische Pfeilerbasilika errichtet, oder die Stephanoskirche in Nessebar) oder umgebaut (Alte Metropolitenkirche in Nessebar oder Sophienkirche in Sofia). Im Unterschied zur byzantinischen Kirchenarchitektur zeigte sich bereits vor Mitte des 10. Jahrhunderts die Tendenz zu sehr dekorativem Mauerwerk (Blendbogennischen, Mosaikschmuck, bemalte Keramik, Freskenmalerei).

Mit der byzantinischen Herrschaft (1018‚Äď1185/86) verst√§rkten sich auch die Einfl√ľsse von Byzanz in der bulgarischen Kunst. Mit der Restauration des Bulgarischen Reiches im Jahre 1185 fand die Kunst des Ersten Bulgarischen Reiches ihre Fortsetzung. In Tarnowo, der neuen Hauptstadt, entstand ein kleinerer, meist einschiffiger, von Byzanz √ľbernommener Kirchentyp, dessen Gew√∂lbe und B√∂den zur Kuppel √ľberleiten (Beispiele f√ľr Kreuzkuppelkirchen sind die Nikolauskirche in Melnik, die Pantokratorkirche und Johannes-Aleiturgetos-Kirche in Nessebar sowie die 40-M√§rtyrer-Kirche in Tarnowo). Sie blieben jedoch im Unterschied zur byzantinischen Kunst in den dekorativen Tendenzen in der sakralen Baukunst bestimmend (buntes, mit glasierter Keramik verziertes Sichtmauerwerk, Blendnischen und -arkaden). Die Au√üenw√§nde sind durch Blendb√∂gen gegliedert und durch rhythmische Wechsel roter und wei√üer Steine oder auch Keramik.

Gr√∂√üere Selbstst√§ndigkeit erreichte die Malerei in den Fresken von Bojana (1259). Die in reiner Freskotechnik (fresco buono) ausgef√ľhrte Malerei in der Kirche von Bojana geh√∂rt somit zu der besterhaltenen aus dieser Periode in S√ľdosteuropa und tr√§gt renaissancehafte Z√ľge. Die Fresken der H√∂hlenkirche von Iwanowo (kurz nach 1232, gestiftet von Iwan Assen II.) bereiteten den Boden f√ľr die k√ľnstlerische Renaissance unter den Palaiologen Ende des 13./Anfang des 14. Jahrhunderts. Die Fresken der Johanneskirche von Zemen (um 1300) sind mit vorikonoklastischen Elementen durchsetzt. Seit dieser Zeit, 13. und 14. Jahrhundert, ist Bulgarien auch f√ľr seine Ikonenmalerei bekannt. Die Vertreter der Malschule von Tarnowo √ľberschritten die √ľberlieferten Regeln der traditionellen Ikonenmalerei und schufen damit die bedeutendste eigenst√§ndige Schule der ostkirchlichen Kunst. Von den erhaltenen Bilderhandschriften sind die reichlich illustrierten Tetraevangeliar von Zar Alexander und die Manasses-Chronik des Zaren Iwan Alexander die bekanntesten (die erste befindet sich heute im British Museum in London, die zweite in der Vatikanischen Bibliothek).

Bulgarische Wiedergeburt

Nach der osmanischen Eroberung wurde die bulgarische christliche Kunst fast nur in den abgelegenen Kl√∂stern gepflegt. Bulgarische K√ľnstler waren jedoch an der regen osmanische Baut√§tigkeit von √∂ffentlichen Geb√§uden und Bauten in der Zeit nach der Eroberung beteiligt. Vom 15. bis 18. Jahrhundert war die von der M√∂nchsrepublik Athos ausgehende Kunst bestimmend. Mit der bulgarischen Wiedergeburt am Ende der osmanischen Besatzung entstanden √ľberall in den bulgarischen L√§ndereien neue Kunstschulen (√ľber 40 sind bekannt), die alle dem so genannten Wiedergeburtsstil angeh√∂rten. In dieser Zeit entwickelte sich die Holzschnitzerei als spezifische bulgarische Kunst. Die bekanntesten Kunstschulen waren die Kunstschule von Tschiprowzi, Kunstschule von Debar und die Kunstschule von Samokow. Aus der letzten gingen viele der Maler hervor, die die Bemalung von vielen Kl√∂stern und Kirchen ausf√ľhrten, darunter des mittlerweile in der Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommenen Rila-Klosters.

Wichtig f√ľr die neuere Zeit war Jules Pascin, der 1885 in Widin geboren wurde. Eigentlich hie√ü er Julius Pinkas. Da er lange Zeit in Frankreich verbrachte, wo er auch 1930 starb, wird er als bulgarisch-franz√∂sischer Maler und Grafiker bezeichnet.

Neuzeit

Der bekannteste bulgarische K√ľnstler ist wohl Christo Jawaschew, der unter seinem Vornamen und zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude bekannt wurde. Er verh√ľllte etwa das Reichstagsgeb√§ude in Berlin und den Pont Neuf in Paris.

In der Zeit des Sozialismus wurden in vielen bulgarischen St√§dten monumentale Bauten zu Ehren der Staatsphilosophie oder ihrer Vertreter errichtet. Gegen die Monumentalskulpturen begehrt eine Gruppe junger K√ľnstler auf, die unter dem Namen Destructive Creation diese Skulpturen illegal k√ľnstlerisch umwidmet. Dieses Projekt ist Teil eines Dokumentarfilms, den die Regisseurin Susanna Sch√ľrmann im Jahr 2019 auf Arte unter dem Titel Das Rote Erbe ‚ÄstK√ľnstler und die sozialistische Vergangenheit ver√∂ffentlichte. Neben der K√ľnstlergruppe begleitet der Film den Fotografen Nikola Mihov, der seit vielen Jahren diese Skulpturen fotografiert und berichtet √ľber das Goatmilk-Festival der bulgarischen Kulturmanagerin und Journalistin Diana Ivanova.

Musik

Bulgarien verf√ľgt √ľber eine gro√üe Tradition des Chorgesangs. Der staatliche Chor wurde durch einen eigenen Stil sehr erfolgreich, zahllose bulgarische Frauench√∂re wie etwa Angelite sind heute international bekannt. Das bulgarische Nationalinstrument ist, neben der dreiteiligen L√§ngsfl√∂te Kaval, der Dudelsack Gaida. In den meisten Landesteilen wird die hochgestimmte Thrakische Gaida (Djura Gaida) gespielt, √ľberwiegend zum Tanz, w√§hrend im rhodopischen Gebirge die tief gestimmte Kaba Gaida zur Begleitung meist trauriger Balladen genutzt wird. Seltener sind die kleineren, einteiligen Hirtenfl√∂ten Swirka und Duduk. Das Doppelrohrblattinstrument Zurna wird traditionell von Roma und der t√ľrkischen Minderheit gespielt. Das bekannteste Saiteninstrument ist die gestrichene Kurzhalslaute Gadulka. Des Weiteren finden die Langhalslaute Tambura, das Streichinstrument Gusle sowie die Trommeln Tapan (Tupan, verwandt mit der t√ľrkischen Davul) und Tarambuka (Darbuka) in der traditionellen bulgarischen Volksmusik Verwendung.

Bekannte bulgarische S√§nger sind unter anderem Ari Leschnikow, der von 1928 bis zur Aufl√∂sung in den 1930er-Jahren den Comedian Harmonists als Tenor angeh√∂rte und der Operns√§nger Boris Christow, der als einer der weltbesten Bassisten galt. Die geb√ľrtige Bulgarin Wesselina Kassarowa geh√∂rt heute zu den gefragtesten Mezzosopranistinnen der Welt. Mit Anna-Maria Ravnopolska-Dean kommt eine der bekanntesten Harfenistinnen der Gegenwart aus Bulgarien. Aber auch die bulgarischen Folklorelieder wurden durch die S√§ngerinnen von Le Myst√®re des Voix Bulgares und Walja Balkanska weltber√ľhmt. Auch die popul√§re franz√∂sische Chanson- und Pop-S√§ngerin Sylvie Vartan ist eine geb√ľrtige Bulgarin.

Die bulgarische Volksmusik verf√ľgt √ľber eine gro√üe rhythmische Vielfalt. Ungerade Takte, wie zum Beispiel 5/8, 7/8 und 9/8, machen diese Musik schwierig zu spielen. Viele moderne Musiker in den verschiedensten Genres benutzen Elemente bulgarischer beziehungsweise s√ľdosteurop√§ischer Volksmusik.

Literatur

Die Anfänge der bulgarischen Literatur wurden im 8./9. Jahrhundert gelegt. Dabei handelte es sich zunächst um Chroniken, Bau- und Grabinschriften bulgarischer Herrscher und Adligen in Griechisch, selten aber auch in der Sprache der Urbulgaren. Die Altbulgarische Literatur wurde in der nach der Christianisierung im 10. Jahrhundert in Bulgarien entstandenen Kyrillischen Schrift geschrieben.

In Pliska, der Residenz des F√ľrsten Boris I., im westlich gelegenen Ohrid sowie in Weliki Preslaw, wohin Simeon I. die bulgarische Hauptstadt verlegt hatte, waren einige der Sch√ľler der Slawenapostel Kyrill und Method t√§tig, darunter Kliment von Ohrid, Konstantin von Preslaw, Ioan Exarch und Tschernorizec Hrabar. Der letzte verfasste das auch in Serbien und Russland bekannte Traktat zur Verteidigung der slawischen Schrift ‚ÄěO Pismenach‚Äú (auf Deutsch √úber die Buchstaben). Die Regierungszeit von Boris I. und Simeon I. gilt als das ‚Äěgoldene Zeitalter‚Äú der bulgarischen Literatur.

Die Mittelbulgarische Literatur wiederum wurde in Mittelbulgarisch (Kirchenslawisch) verfasst. In dieser Zeit wurden Apokryphen, Lebensbeschreibungen, Geschichtschroniken aus dem Griechischen ins Mittelbulgarische √ľbersetzt. Eine zweite Bl√ľtezeit erlebte die bulgarische Literatur w√§hrend des 13. und 14. Jahrhunderts mit einem in der N√§he von Tarnowo 1350 gegr√ľndeten Kloster als Zentrum. Zu dieser Schule z√§hlten unter anderem der M√∂nch Kiprian, Grigorij Camblak und Konstantin Kostenezki, die nach der Eroberung Bulgariens die formalen Prinzipien der bulgarischen Literatur auch in Gebiete der heutigen Staaten Russland, Rum√§nien und Serbien brachten.

Einige der wichtigsten Autoren w√§hrend der Zeit der osmanischen Herrschaft waren Wladislaw Gramatik, Pa√Įssi von Hilandar, Sophronius von Wraza, die Br√ľder Miladinowi deren Werke vor allem durch die Suche nach der bulgarischen Identit√§t gekennzeichnet waren. Im 18. Jahrhundert bildeten sich zwei Genres heraus, die Histographie und die Autobiographie. Im Zuge der bulgarischen Wiedergeburt erreichte die bulgarische Literatur einen weiteren H√∂hepunkt. Die patriotischen Gedichte der Revolution√§re wie Christo Botew, Ljuben Karawelow und die Werke von Jordan Jowkow und dem Patriarchen der bulgarischen Literatur Iwan Wasow haben die Zeit des Kampfes f√ľr ein freies Bulgarien und die Zeit danach ma√ügeblich gepr√§gt. Die Memoirenliteratur wiederum gelangte in den Werken von Sachari Stojanow und Simeon Radew zu ihrer Bl√ľte.

Durch symbolistische Dichter wie Nikolai Liliew, Dimtscho Debeljanow, Pejo Jaworow, Christo Jassenow, Teodor Trajanow oder Nikolai Rainow fand die bulgarische Dichtung Anschluss an die moderne Weltliteratur der Jahrhundertwende. Verstärkt wurde dies vor allem durch das Engagement des Expressionisten und Übersetzers Geo Milew, der jedoch 1925 durch regierungsnahe Kräfte ermordet wurde. Nach Autoren wie Atanas Daltschew, Fani Popowa-Mutafowa, Elin Pelin oder Nikola Wapzarow wird die heutige bulgarische Literatur von Autoren wie Nedjalko Jordanow, Jordan Raditsckow, Nikolai Haitow oder Georgi Markow geprägt.

Folklore und Brauchtum

Eine besondere Rolle in der Kulturgeschichte Bulgariens spielt die Folklore und das Brauchtum, die w√§hrend der osmanisch-t√ľrkischen Herrschaft nicht nur zur Bewahrung der nationalen Identit√§t, sondern auch zu den weiteren Entwicklungen der Kunst und der Literatur beitrug. Eng verbunden mit der damaligen Lebensweise und K√§mpfen gegen die Osmanen sind vor allem die Volkslieder (Helden-, Hajduken-, Fest-, Ritual-, Liebes- und epische Lieder), die wegen der Vielfalt der Texte und Rhythmen (ungerade Takte wie zum Beispiel 5/8, 5/16, 7/16 etc.) und der originellen Melodik (dorische, phrygische Tonart, mensurische Metrik etc.) auch heute popul√§r sind.

In Bulgarien werden Gruppen- und Solotänze unterschieden (choro bzw. ratscheniza), die vor allem durch komplizierte Tanzschritte gekennzeichnet sind. Die Tänze werden meist von der Hirtenflöte Kaval, der Sackpfeife Gajda, der Zylindertrommel Tapan sowie den Streichinstrumenten Gadulka und Gusla begleitet.

Ein beliebter Brauch ist das Verschenken von Martenizas (–ú–į—Ä—ā–Ķ–Ĺ–ł—Ü–į), kleinen rot-wei√üen Stoffanh√§ngern oder Armb√§ndern, zum Fr√ľhlingsanfang am 1. M√§rz. Die Martenizas sollen, damit sie Gl√ľck und Gesundheit bringen, getragen werden, bis man den ersten Storch sieht. Dann soll man die Marteniza an einen Zweig (vorzugsweise der Kornelkirsche) binden und sich etwas w√ľnschen. Weiter wird im S√ľdosten Bulgariens, in der Region Strandscha, dem Feuerlauf nachgegangen. Zur b√§uerlichen Tradition geh√∂ren in den D√ľrreperioden im sp√§ten Fr√ľhling und im Sommer zwei Regenriten: German ist eine phallische Puppe, die in Nordbulgarien von Frauen rituell bestattet und beweint wird. Im Osten Bulgariens ziehen Paparuda (Regenm√§dchen) von Haus zu Haus und singen Regenbittlieder.

In allen Regionen sind die Karnevalspiele der Kukeri vertreten, die eine Art Volkstheater darstellen. Sie treten in der Woche vor Beginn der orthodoxen Fastenzeit in Ostbulgarien und zwischen Weihnachten und Dreik√∂nigsfest in Restbulgarien auf. √Ąhnlich wie in Deutschland w√§hrend der Karnevalszeit, oder w√§hrend der Rauhn√§chte werden Stra√üent√§nze und verschiedene Br√§uche abgehalten, die symbolisch f√ľr die Geisteraustreibung oder -beschw√∂rung, Winteraustreibung, f√ľr Fruchtbarkeit, Gesundheit, gute Saat und Ernte und Weiteres stehen.

Hochentwickelt war im Mittelalter auch das Kunstgewerbe, das man heute vor allem in den phantasiereichen Nationaltrachten (bunte Stoffe mit Stickereien, schwerer metallener Schmuck, verschiedene Kopfbedeckungen) wiederfindet.

Das Interesse f√ľr die Folklore und das Brauchtum bestand schon w√§hrend der nationalen Wiedergeburt. In der Zeit der kommunistischen Herrschaft wurde die Bewahrung der Tradition durch die Organisation mehrerer Folklore-Festivals, folkloristische Orchester, Tanzensembles, eine Hochschule in Kotel und andere Initiativen gef√∂rdert, jedoch gerieten Elemente der Volkskultur (Br√§uche, Rituale, Sitten), die in das Gesamtbild der sozialistischen Gesellschaft aus ideologischer Sicht nicht passten, in Vergessenheit (unter anderem das Besuchen der Liturgie zu den kirchlichen Feiertagen, wie Ostern oder Weihnachten). Seit der Demokratisierung wurden jedoch die alten Traditionen neu belebt.

In Bulgarien gilt abweichend von der sonst europaweiten √ľblichen Konvention das Kopfnicken als Verneinung, das Kopfsch√ľtteln als Bejahung. Der Sage nach geht dies auf das Verh√∂r eines Freiheitsk√§mpfers zur√ľck, der mit unter dem Kinn gehaltener Schwertspitze gefragt wurde, ob er leben bleiben wolle.

K√ľche

Eine typische bulgarische Mahlzeit beginnt mit einem Schopska-Salat (—ą–ĺ–Ņ—Ā–ļ–į —Ā–į–Ľ–į—ā–į) oder Thrakijska-Salat (—ā—Ä–į–ļ–ł–Ļ—Ā–ļ–į —Ā–į–Ľ–į—ā–į) zu einem Rakija und im Sommer mit der kalten Suppe Tarator (—ā–į—Ä–į—ā–ĺ—Ä). Als Hauptgericht gelten die Kebaptscheta (–ļ–Ķ–Ī–į–Ņ—á–Ķ—ā–į) oder ein typischer Festtagslammbraten, das Tschewerme (—á–Ķ–≤–Ķ—Ä–ľ–Ķ), Kawarma (–ļ–į–≤–į—Ä–ľ–į) sowie andere Grillspeisen. Zum Schluss nimmt man die Baniza (–Ī–į–Ĺ–ł—Ü–į) zu sich. In der bulgarischen K√ľche sind zudem das Bohnenkraut Tschubriza (—á—É–Ī—Ä–ł—Ü–į) und die kr√§ftig gew√ľrzte, haupts√§chlich aus Paprika- und Tomatenp√ľree bestehende Ljuteniza (–Ľ—é—ā–Ķ–Ĺ–ł—Ü–į) sowie die besonderen Wurstarten Lukanka (–Ľ—É–ļ–į–Ĺ–ļ–į) und Sucuk (—Ā—É–ī–∂—É–ļ) sehr beliebt.

Feiertage

Gedenktage

Am 19. Januar 2011 beschloss die bulgarische Regierung, den 1. Februar als Gedenktag f√ľr die Opfer des Kommunismus einzuf√ľhren.

Am 2. Juni wird in ganz Bulgarien durch das Einschalten der Luftsirenen am Mittag um 12:00 Uhr und einer Gedenkminute das Leben und Werk des Freiheitskämpfers Christo Botew geehrt. Ein weiterer Gedenktag ist der 18. Februar, Todestag des Revolutionärs und Ideologen Wassil Lewski. Dabei finden am 19. Februar im ganzen Land Gedenkfeiern mit Blumenniederlegungen und Andachtsgottesdiensten statt.

Gesellschaft

Wissenschaft/Erfindungen

Der ber√ľhmteste Wissenschaftler bulgarischer Herkunft ist wahrscheinlich der in den USA geborene John Vincent Atanasoff. Er ist der Erfinder des elektronischen digitalen Rechners und lehrte mathematische Physik. Ebenfalls ein ber√ľhmter US-amerikanisch-√∂sterreichisch-bulgarischer Wissenschaftler ist Carl Djerassi, der auch als der Vater der Antibabypille bezeichnet wird.

Homosexualität

Homosexuelle Handlungen wurden 1962 in Bulgarien legalisiert. Durch die Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie der EU werden Lesben und Schwule vor Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt gesch√ľtzt, gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden staatlich jedoch nicht anerkannt.

Sport

Vor der Wende war Sport Staatspolitik und viele bulgarische Sportler sorgten weltweit f√ľr Aufmerksamkeit. Die gr√∂√üten Erfolge wurden in den Individualsportarten erzielt. Nach dem Fall des Kommunismus und mit dem Wegfall staatlicher Unterst√ľtzung konnten sich nur Sportler beweisen, die √§u√üerst gro√üe Talente waren und meist aus Sportlerfamilien kamen. Bekanntes Beispiel sind die Maleeva-Schwestern im Tennis, die alle in den Top-10 gestanden haben und deren letztes Mitglied, Magdalena Maleeva, 2005 zur√ľcktrat. In Bulgarien gibt es eine lange Tradition im Schach, Kraftsport (Ringen, Gewichtheben, Boxen), Volleyball, in der Leichtathletik und in der rhythmischen Sportgymnastik. Der Ringer Nikola Stantschew war der erste bulgarische Olympiasieger.

Schach

Bulgarien kann eine lange Tradition im Schachspielen vorweisen. Bulgarien hat seit der Einf√ľhrung des Gro√ümeistertitels 1970 durch den Weltschachbund FIDE 39 Gro√ümeister hervorgebracht (Stand: September 2012). Dazu geh√∂ren der ehemalige Schachweltmeister Wesselin Topalow und die ehemalige Schachweltmeisterin Antoaneta Stefanowa, des Weiteren bekannte Schachspieler wie Iwan Tscheparinow, Julian Radulski, Iwan Radulow, Ljuben Spassow und Kiril Georgiew.

Volleyball

Volleyball ist nach Fußball die zweite Ballsportart, die nicht nur in Bulgarien beliebt, sondern in der das Land auch international erfolgreich ist. Die Männermannschaft erreichte zuletzt 2007 den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft und nimmt zurzeit (August 2016) den 16. Platz der Volleyball-Weltrangliste ein. Die Frauen erreichten den Gipfel ihrer sportlichen Erfolge mit dem Europatitel im Jahre 1981. Zu den bekanntesten bulgarischen Volleyballspielern zählen Plamen Konstantinow, Daniel Peew, Nikolaj Scheljaskow, Ljubomir Ganew, Martin Stoew, Wladimir Nikolow und Matej Kasijski sowie bei den Frauen Zwetana Boschurina und Jordanka Bontschewa.

2012 erreichte Bulgarien bei den Olympischen Spielen in London den vierten Platz bei den Männern.

Fußball

Die bulgarische Fu√üballnationalmannschaft konnte sich mehrmals f√ľr Europa- und Weltmeisterschaften qualifizieren. Derzeitiger Nationaltrainer ist der ehemalige Bundesliga-Profi Krassimir Balakow. Der gr√∂√üte Erfolg des bulgarischen Fu√üballs war der 4. Platz der Nationalmannschaft bei der Fu√üball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Unter den Fu√üballern der ‚ÄěGoldenen Generation‚Äú ist neben Balakow vor allem der Tr√§ger des Ballon d‚ÄôOr, Christo Stoitschkow zu nennen.

Der erfolgreichste bulgarische Verein ist ZSKA Sofia, der zweimal im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister stand. Weitere wichtige Fußballvereine sind Lewski Sofia, Slawia Sofia, Lokomotive Sofia und Litex Lowetsch. Derzeitiger Meister (11/12) ist Ludogorez Rasgrad.

Weitere bekannte bulgarische Fußballspieler sind: Emil Kostadinow, Ljuboslaw Penew, Trifon Iwanow, Jordan Letschkow, Georgi Asparuchow, Dimitar Berbatow, Martin Petrow, Stilian Petrow, Waleri Boschinow.

Gewichtheben

Bulgarien hat auch eine lange Tradition im Gewichtheben. Bekannteste Gewichtheber sind Iwan Abadschiew, Norair Nurikjan, Milena Trendafilowa oder Iwan Iwanow. Es gibt sogar einige bekannte t√ľrkische Gewichtheber, wie zum Beispiel Naim S√ľleymanońülu oder Halil Mutlu, die sich w√§hrend des damaligen Systems als Angeh√∂rige der t√ľrkischen Minderheit entwickeln konnten und in beiden L√§ndern hohes Ansehen genie√üen.

Motorradsport

Die St√§dte Schumen und Targowischte sind die bulgarischen Speedway-Hochburgen und auf diesen Bahnen wurden bereits seit den 1970er Jahren mehrere Qualifikationsrennen zu Weltmeisterschaften ausgetragen. Der bulgarische Motorsport-Verband ist indes bem√ľht, das Stadion in Targowischte so zu modernisieren, dass ein Speedway-WM-Grand-Prix von Bulgarien dort ausgefahren werden kann.

Siehe auch

  • Rettung der bulgarischen Juden

Literatur

  • Gergana B√∂rger, Sigrun Comati, Thede Kahl (Hrsg.): Handbuch Bulgarien - Geographie - Geschichte - Sprache - Literatur - Kultur - Gesellschaft und Politik. Verlag Frank & Timme, Berlin 2019, ISBN 978-3-7329-0522-5.¬†
  • M. Adnanes: Exit and/or Voice? Youth and Post-Communist Citizenship in Bulgaria. In: Political Psychology. Band¬†25, Nr.¬†5, 2004 (englisch).¬†
  • Heinz Brahm, Johanna Deimel: Bulgarien. In: Anneli Ute Gabanyi, Klaus Schroeder (Hrsg.): Vom Baltikum zum Schwarzen Meer. Transformation im √∂stlichen Europa. Bayerische Landeszentrale f√ľr politische Bildungsarbeit, M√ľnchen 2002, S.¬†197‚Äď220.¬†
  • Ulf Brunnbauer: ‚ÄěDie sozialistische Lebensweise‚Äú. Ideologie, Gesellschaft, Familie und Politik in Bulgarien (1944‚Äď1989). In: Zur Kunde S√ľdosteuropas. 1. Auflage. Band¬†2, Nr.¬†35. B√∂hlau, Wien 2007, ISBN 3-205-77577-5.¬†
  • R. J. Crampton: A Concise History of Bulgaria. 2. Auflage. Cambridge University Press, 2006, ISBN 0-521-61637-9 (englisch).¬†
  • Georgi P. Dimitrov: Kultur im Transformationsprozess Osteuropas. Zum Wandel kultureller Institutionen am Beispiel Bulgariens nach 1989. (Bulgarische Bibliothek. Neue Folge, Band 14) Otto Sagner, M√ľnchen/Berlin 2009
  • Ivan Dujńćev: Bulgarien. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band¬†2. Artemis & Winkler, M√ľnchen/Z√ľrich 1983, ISBN 3-7608-8902-6, Sp.¬†914‚Äď928.¬†
  • Reinhard Lauer (Hrsg.): Die Bulgarische Literatur in alten und neuer Sicht. In: Opera Slavica. Neue Folge 26. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1997.
  • Sabine Riedel: Das Politische System Bulgariens. In: Wolfgang Ismayr (Hrsg.): Die politischen Systeme Osteuropas. VS Verlag f√ľr Sozialwissenschaften, 2010, ISBN 978-3-531-16201-0, S. 677‚Äď729.
  • Robert Schmitt: Kleines Handbuch Bulgarien. Baltic Sea Press, Rostock 2012, ISBN 978-3-942654-55-5.
  • Rumiana Stoilova: Ethnische Differenzen unter Frauen am Beispiel Bulgariens. 2005.
  • Ilija Trojanow: Die fingierte Revolution. Bulgarien, eine exemplarische Geschichte. dtv, M√ľnchen 2006, ISBN 3-423-34373-7.

Weblinks

Portal:Bulgarien ‚Äď Das Wikipedia-Portal zum Einstieg in weitere Artikel

  • Linkkatalog zum Thema Bulgarien bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Webseite der Regierung der Republik Bulgarien
  • Statistikamt Bulgarien
  • Landesinformationen des deutschen Ausw√§rtigen Amts
  • 12 –≥–ĺ–ī–ł–Ĺ–ł –≤–į–Ľ—É—ā–Ķ–Ĺ –Ī–ĺ—Ä–ī: –Ņ–ĺ—Ā—ā–ł–∂–Ķ–Ĺ–ł—Ź –ł –Ņ—Ä–Ķ–ī–ł–∑–≤–ł–ļ–į—ā–Ķ–Ľ—Ā—ā–≤–į. –ź–Ĺ–į–Ľ–ł–∑ –Ĺ–į –≥—Ä—É–Ņ–į—ā–į –ł–ļ–ĺ–Ĺ–ĺ–ľ–ł—Ā—ā–ł –ĺ—ā Macr–ĺ Watch. In: econ.bg. 30.¬†Juni 2009, archiviert vom Original am 15.¬†Januar 2013; abgerufen am 5.¬†August 2018 (bulgarisch, ‚Äě12 Jahre W√§hrungsrat in Bulgarien‚Äú).¬†
  • Steven W. Sowards: Twenty-five Lectures on Modern Balkan History (The Balkans in the Age of Nationalism). (Vorlesungen gehalten am Swarthmore College, USA, 1995)

Einzelnachweise



 

Region Regionen (28)

Bezeichnung der Regionen: Oblast
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Blagoevgrad 42.178 41.313 22.845 24.197  
Burgas 42.988 41.901 26.499 28.02  
Dobrich 43.994 43.353 27.2 28.604  
Gabrovo 43.196 42.736 24.867 25.628  
Haskovo 42.193 41.563 25.211 26.552  
Kardzhali 41.909 41.238 24.993 26.177  
Kyustendil 42.635 42.007 22.345 23.53  
Oblast Lowetsch 43.3795529 42.7085687 23.9585594 25.149249  
Oblast Montana 43.8550516 43.1101328 22.742804 23.6410272  
Oblast Widin 44.2145999 43.388193 22.3559007 23.0591732  
Pazardzhik 42.63 41.686 23.763 24.516  
Pernik 42.899 42.36 22.425 23.279  
Pleven 43.803 43.201 23.951 25.285  
Plowdiw 42.793747 41.6821919 24.3575989 25.349985  
Razgrad 43.953 43.342 26.162 27.013  
Ruse 44.055 43.319 25.465 26.396  
Schumen 43.722 42.889 26.553 27.419  
Silistra 44.177 43.666 26.332 27.682  
Sliven 43.042 42.153 25.811 26.664  
Smoljan 41.949 41.308 24.063 25.155  
Sofia 43.195 42.084 22.739 24.473  
Sofia-Stadt 42.898 42.417 23.06 23.654  
Stara Zagora 42.789 42.02 24.994 26.143  
Targowischte 43.548 42.949 25.946 26.781  
Varna 43.571 42.822 27.078 28.087  
Veliko Tarnovo 43.69 42.757 25.073 26.172  
Vratsa 43.846 43.009 23.327 24.337  
Yambol 42.696 41.872 26.13 27.09  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Bulgaria

Name englisch: Bulgaria
Hauptstadt: Sofia
Kfz: BG
ISO: BG
ISO3: BGR
Fläche: 110910 km²
Tld: .bg
Wärung Einheit: BGN
Währung: Lev
Vorwahl: 359

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 44.2151673
südlichster Punkt: 41.2354469
westlichster Punkt: 22.3559007
östlichster Punkt: 28.6075898


 
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