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Staat Informationen : Tschechien

Informationen:


Tschechien (tschechisch ńĆesko, amtlich Tschechische Republik, veraltet auch Tschechei, tschechisch ńĆesk√° republika ) ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa mit rund 10,5 Millionen Einwohnern. Es setzt sich aus den historischen L√§ndern B√∂hmen (ńĆechy) und M√§hren (Morava) sowie Teilen von Schlesien (Slezsko) zusammen. Das Land grenzt im Westen an Deutschland, im Norden an Polen, im Osten an die Slowakei und im S√ľden an √Ėsterreich. Hauptstadt und Millionenmetropole des Landes ist Prag (tschechisch Praha), weitere Gro√üst√§dte sind Br√ľnn (Brno), Ostrau (Ostrava), Pilsen (PlzeŇą), Reichenberg (Liberec) und Olm√ľtz (Olomouc).

Im 6. Jahrhundert wanderten Slawen in das zuvor von Kelten und Germanen besiedelte B√∂hmen ein. Anfang des 9. Jahrhunderts bildete sich das M√§hrerreich als erstes slawisches Staatswesen heraus. Der geeinte tschechische Staat entstand unter der b√∂hmischen PŇôemysliden-Dynastie, als im 11. Jahrhundert die Markgrafschaft M√§hren B√∂hmen unterstellt und 1085 das K√∂nigreich B√∂hmen geformt wurde. Es hatte eine Sonderstellung im Heiligen R√∂mischen Reich und beherrschte unter den PŇôemysliden und Luxemburgern gro√üe Gebiete Kontinentaleuropas. Im Zuge des Aufstiegs der Habsburger und des Drei√üigj√§hrigen Krieges wurde das Gebiet Teil der Habsburgermonarchie und blieb es bis zu deren Zerfall nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg.

Im Jahre 1918 erfolgte die Gr√ľndung der demokratischen Tschechoslowakei. Im Jahre 1939 wurde der tschechische Landesteil durch das nationalsozialistische Deutschland besetzt und zum Protektorat B√∂hmen und M√§hren erkl√§rt. Im Jahre 1945 befreiten die Alliierten mit Unterst√ľtzung der Tschechoslowakischen Exilarmee das Land vom NS-Regime. Nach dem Krieg wurde die deutsche Minderheit vertrieben. Nachdem die Rote Armee den Gro√üteil der Tschechoslowakei besetzt hatte, √ľbernahm 1948 die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSńĆ) im sogenannten Februarumsturz die Macht im Land, das somit zum Satellitenstaat der Sowjetunion wurde. Die Reformbewegung des Prager Fr√ľhlings schlugen im Jahr 1968 Truppen des Warschauer Paktes nieder. Nach der Samtenen Revolution 1989 wurde unter Pr√§sident V√°clav Havel die Demokratie wiedererrichtet. Die heutige Tschechische Republik entstand am 1. Januar 1993 mit der friedlichen Teilung der Tschechoslowakei. Sie ist seit 1999 Mitglied der NATO und seit 2004 Mitglied der Europ√§ischen Union.

Tschechien ist ein Industriestaat. Sein Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner ist das höchste der ehemaligen RGW-Mitglieder. Im Index der menschlichen Entwicklung belegte das Land 2019 weltweit Platz 26. Sowohl im Bezug auf die politische als auch die wirtschaftliche Transformation belegt Tschechien Spitzenplätze.

Geographie

Tschechien grenzt an Deutschland (810,3¬†km) im Westen und Nordwesten, an Polen (762¬†km) im Nordosten, die Slowakei (252¬†km) im S√ľdosten und √Ėsterreich (466¬†km) im S√ľden. Der Binnenstaat ist in etwa gleich weit von Ostsee und der Adria entfernt. Die West-Ost-Ausdehnung Tschechiens betr√§gt maximal 493 Kilometer, die Nord-S√ľd-Ausdehnung 278 Kilometer. Von der Gesamtfl√§che mit 78.866 Quadratkilometern fallen 67¬†% auf Flach- und H√ľgelland bis zu 500 m Seeh√∂he, 32¬†% liegen zwischen 500 und 1000 m und etwa 1¬†% dar√ľber. Der Anteil der Wasserfl√§che betr√§gt 3¬†%. Der tiefste Punkt Tschechiens ist die Elbe bei HŇôensko (115 m), der h√∂chste Berg die Schneekoppe (1603 m).

Geomorphologie

Tschechien ist an seinen R√§ndern von Gebirgsz√ľgen umgeben. Deswegen sagt man zum Beispiel in Ober√∂sterreich und der Oberpfalz ‚Äěich fahre ins B√∂hmische hinein‚Äú. An der S√ľdwestgrenze Tschechiens liegt der B√∂hmerwald (҆umava, 1000 bis 1400 Meter), im Nordwesten das Erzgebirge (KruŇ°n√© hory, Keilberg 1244 Meter) und im Norden das Riesengebirge (KrkonoŇ°e) und das Altvatergebirge (Hrub√Ĺ Jesen√≠k). Die Ostgrenze zur Slowakei bilden die Beskiden und Wei√üen Karpaten und die March. Nur die S√ľdgrenze zu Nieder√∂sterreich verl√§uft gro√üteils entlang eines Flusses ‚Äď der stark m√§andrierenden Thaya.

Die geomorphologische Gliederung Tschechiens unterteilt das Land anhand der Gebirgsbildung in zwei Systeme. Die B√∂hmische Masse, die etwa drei Viertel der Fl√§che einnimmt, geh√∂rt zu den mitteleurop√§ischen Varisziden. Der tschechische Anteil an den Karpaten im S√ľdosten geh√∂rt zum alpidischen Gebirgssystem. Die Subprovinzen setzen sich aus Beckenlandschaften zusammen, die von Gebirgen umgeben und unterteilt werden. Die B√∂hmisch-M√§hrische H√∂he (600 bis 800 Meter) trennt das B√∂hmische Becken vom S√ľdm√§hrischen Tiefland. Reich an Kalksteinh√∂hlen ist der M√§hrische Karst. M√§hren hat im Osten Anteil am Karpatenvorland und im S√ľden am Wiener Becken.

Gewässer

Entlang der Kämme des Oberpfälzer- und Böhmerwaldes, der Böhmisch-Mährischen Höhe, der Beskiden und Westkarpaten verläuft die Europäische Hauptwasserscheide.

  • Die Elbe (Labe) entw√§ssert einen gro√üen Teil Tschechiens in die Nordsee. Ihr Nebenfluss, die Moldau (Vltava), ist mit 433 Kilometern der l√§ngste Fluss auf tschechischem Gebiet.
  • In Schlesien entw√§ssert die Oder (Odra) mit der Opava in die Ostsee.
  • Die March (Morava) entw√§ssert nach S√ľden √ľber die Donau ins Schwarze Meer. Ihr gr√∂√üter Nebenfluss ist die Thaya (Dyje).

In Tschechien gibt es relativ wenige nat√ľrliche Seen, der gr√∂√üte ist der ńĆern√© jezero im B√∂hmerwald. Seit dem 12. Jahrhundert wird jedoch Teichwirtschaft betrieben. Das gr√∂√üte System von Fischteichen befindet sich im s√ľdb√∂hmischen TŇôeboŇąsko. Im 20. Jahrhundert entstanden durch den Bau von Stauanlagen zahlreiche k√ľnstliche Seen, die dem Hochwasserschutz, der Energiegewinnung und der Erholung dienen. Die gr√∂√üten Stauseen sind entlang der Moldau-Kaskade zu finden.

Klima

Tschechien liegt in der gem√§√üigten Temperaturzone der Erde. Die Jahresdurchschnittstemperatur betrug in den Jahren nach 1951 rund 8,1 ¬įC und in den letzten Jahren vor 2018 rund 10,0 ¬įC. Sie hat in dieser Zeit also deutlich zugenommen (‚Üí Globale Erw√§rmung).

Die Winter sind relativ mild (Februar: 0,5¬†¬įC) und die Sommer relativ k√ľhl (Juni: 18,6¬†¬įC). Der Jahresniederschlag in Prag wurde mit 508 Millimetern gemessen; ein relativ geringer Wert aufgrund der Lage im Lee von B√∂hmerwald, Oberpf√§lzer Wald und Erzgebirge.

Naturschutz

In Tschechien gibt es vier Nationalparks. Der gr√∂√üte, der Nationalpark ҆umava (B√∂hmerwald), bildet mit angrenzenden Schutzgebieten einen der artenreichsten Naturr√§ume Mitteleuropas. Auch die Nationalparks Riesengebirge, B√∂hmische Schweiz und Thayatal grenzen an Schutzgebiete in den Nachbarl√§ndern. Daneben sind die Regionen TŇôeboŇąsko, KŇôivokl√°tsko, die Wei√üen Karpaten und das untere Marchtal als Biosph√§renreservate ausgewiesen. Die 26 Landschaftsschutzgebiete sind gro√üfl√§chige naturbelassene Landschaften, die 109 nationalen Naturreservate kleinr√§umig streng gesch√ľtzte einzigartige √Ėkosysteme. Tschechien liegt am Gr√ľnen Band Europas.

In letzter Zeit ist eine R√ľckkehr gr√∂√üerer Wildtiere zu beobachten. Im B√∂hmerwald leben wieder Luchse und Elche. Vor allem in der Karpatenregion werden durchziehende W√∂lfe und Braunb√§ren beobachtet. Wolfsrudel haben sich seit 2014 um den M√°cha-See sowie um Broumov niedergelassen.

Bevölkerung

Am 10. April 2014 z√§hlte Tschechien 10.517.400 Einwohner. Bei der Volksz√§hlung 2011 bildeten die Tschechen mit 64,3¬†Prozent die gr√∂√üte Gruppe, gefolgt von den M√§hrern mit 5,0¬†Prozent und den Slowaken mit tschechischer Staatsb√ľrgerschaft mit 1,4¬†Prozent. Tschechen und M√§hrer wurden bis 1991 nicht getrennt erfasst. Die Angabe der m√§hrischen Nationalit√§t in der Volksz√§hlung wird eher als Ausdruck des m√§hrischen Patriotismus verstanden. So gaben 1991 bei der ersten Erhebung noch 13,2¬†Prozent der Bev√∂lkerung an, m√§hrisch zu sein. 0,1¬†Prozent der Bev√∂lkerung gaben bei der Erfassung 2001 an, Schlesier zu sein (1991 noch 0,4¬†%).

Die Tendenz ist bei nahezu allen ethnischen Minderheiten r√ľckl√§ufig. So sank in denselben zehn Jahren die Zahl der (offiziell gez√§hlten) Polen ‚Äď besonders im Teschener Gebiet wohnhaft ‚Äď von 59.383 (0,6¬†%) auf 51.968 (0,5¬†%), die der Deutschen (ohne deutsche Staatsb√ľrger mit Aufenthaltsrecht, aber einschlie√ülich Deutsche mit doppelter Staatsb√ľrgerschaft) von 48.556 (0,5¬†%) auf 39.106 (0,4¬†%).

Der tats√§chliche Bev√∂lkerungsanteil der Roma d√ľrfte weit h√∂her liegen, als bei dieser Volksz√§hlung angegeben. Man vermutet rund 250.000 bis 300.000 Roma in Tschechien, was etwa drei Prozent der Gesamtbev√∂lkerung w√§ren. Viele Roma wohnen in den Randgebieten des Landes und in sozial schw√§cheren Gro√üstadtvierteln. Aus verschiedenen Gr√ľnden (schwaches nationales Bewusstsein, Diskriminierung, Identifizierung als Tschechen) tendieren viele ihrer Angeh√∂rigen dazu, in Volksz√§hlungen eine andere Ethnie anzugeben.

Die Zahl der Ausl√§nder stieg seit 2000 stetig an und hat sich binnen neun Jahren bis 2008 auf 410.000 mehr als verdoppelt. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 lebten 493.441 Ausl√§nder in Tschechien. Das entspricht 4,66¬†Prozent der Bev√∂lkerung, eine Zahl, die trotz des starken Anstiegs immer noch deutlich unter dem EU-weiten Schnitt liegt. Unter den ausl√§ndischen Staatsb√ľrgern bilden die Ukrainer mit 107.418 und die Slowaken mit 107.251 die gr√∂√üten Gruppen. Es folgen die in Tschechien lebenden Vietnamesen mit 57.650, die Russen mit 33.970, die Deutschen mit 21.216 und die Polen mit 20.305 Personen. Die Zahl der EU-Ausl√§nder betr√§gt insgesamt 208.166. Im Jahre 2017 waren 4,1¬†% der Bev√∂lkerung Migranten.

Entwicklung

Quelle: UN, Werte f√ľr 2030 und 2050 sind Prognosen

Religionen

Tschechien wird oft als besonders atheistisches Land in Europa dargestellt. Die drei Volksz√§hlungen nach der Wende des Jahres 1989 verzeichnen zwar einen dramatischen R√ľckgang der Zugeh√∂rigkeit zu den traditionellen christlichen Kirchen, doch zugenommen hat nicht der Atheismus, sondern eine besondere Form individualisierter Religiosit√§t, aber auch religi√∂se Apathie. Zudem zeigen die historische Entwicklung und j√ľngere Umfragen deutliche regionale Unterschiede auf. Nach formaler, institutioneller Religionszugeh√∂rigkeit geh√∂ren 71¬†% der tschechischen Bev√∂lkerung keiner Religionsgemeinschaft an. Dies ist der h√∂chste Wert in Europa vor dem Vereinigten K√∂nigreich (50,6¬†%) und Frankreich (50,5%). 27,1¬†% deklarieren sich als Christen. Nach der Volksz√§hlung 2011 sind 10,3¬†Prozent r√∂misch-katholisch und 0,9¬†Prozent sind Protestanten (darunter: Tschechoslowakische Hussitische Kirche, Schlesische Evangelische Kirche A.B., Evangelische Kirche der B√∂hmischen Br√ľder und die Union der Tschechischen Baptisten); 3,2¬†Prozent geh√∂ren sonstigen Religionsgruppen an, unter ihnen etwa 15.000 Zeugen Jehovas, 7000 Buddhisten, 5000 tschechische Juden und etwa 10.000 Muslime. Allerdings machen 45,2¬†Prozent der Bev√∂lkerung keine Angaben zu ihrer Religionszugeh√∂rigkeit und weitere 6,7¬†Prozent antworteten, sie seien gl√§ubig, ohne einer bestimmten Konfession anzugeh√∂ren. Eine Besonderheit stellt die Orthodoxe Kirche der tschechischen L√§nder und der Slowakei dar, da diese nach der Aufl√∂sung der Tschechoslowakei bis heute eine binationale Glaubensgemeinschaft bildet. Von den insgesamt 77.053 orthodoxen Tschechen und Slowaken bekannten sich 2001 23.053 Tschechen zu dieser Glaubensgemeinschaft.

Ein wichtiger Feiertag f√ľr Christen ist der 5. Juli, der an die Ankunft der Slawenapostel Kyrill und Method in Gro√üm√§hren im Jahr 862 erinnert. Neben dem Nationalheiligen Wenzel werden die Heiligen Ludmilla, Adalbert und Agnes verehrt. Der Reformator Jan Hus hat einen hohen Stellenwert im tschechischen Selbstverst√§ndnis.

Die Mehrheit des nach dem Zweiten Weltkrieg enteigneten Eigentums der Kirchen wird seit 2013 schrittweise zur√ľckerstattet. Im Gegenzug wird die Subventionierung der Kirchen zur√ľckgefahren.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Eurobarometers glaubten im Jahr 2005 19 % der Menschen in Tschechien an Gott, 50 % glaubten etwas vager an eine spirituelle Kraft. 30 % Prozent der Befragten glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft, 1 % der Tschechen war unentschlossen.

Statistik

Rund 75¬†Prozent der Einwohner Tschechiens leben in St√§dten. Die Lebenserwartung betrug 2015 78,2 Jahre (M√§nner: 75,1 Jahre, Frauen: 81,2 Jahre). Zur Gruppe der 0- bis 14-J√§hrigen z√§hlen 15,0¬†Prozent, zur Gruppe der 15- bis 64-J√§hrigen 66,5¬†Prozent und zu den √ľber 65-J√§hrigen z√§hlen 18,5¬†Prozent. Das Bev√∂lkerungswachstum betrug 2015 0,1¬†Prozent, die Fruchtbarkeitsrate 1,5 Geburten pro Frau.

Die Mehrheit der Tschechen wohnt in eigenen Immobilien: 2008 bewohnten rund 40 Prozent der Haushalte in Tschechien ihr eigenes Haus und 20 Prozent der Haushalte die eigene Wohnung. 23 Prozent wohnten zur Miete, weitere 12 Prozent in Genossenschaftswohnungen. 1995 wohnten nur 2 Prozent in der eigenen Wohnung, 2005 waren es schon 18 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil der Haushalte, die zur Miete wohnten, von 40 auf 25 Prozent.

Größte Städte

Landesname

Im Tschechischen

ńĆechy ist das tschechische Wort f√ľr B√∂hmen, es wird gelegentlich auch vereinfachend f√ľr das gesamte Tschechien (inklusive M√§hren und Schlesien) verwendet. Die Eigenschaftsw√∂rter tschechisch und b√∂hmisch hei√üen in der tschechischen Sprache identisch ńćesk√Ĺ. Nach einer Sage ist der Urvater ńĆech (Tschech) der Gr√ľnder des Volkes der Tschechen.

ńĆesko ist das tschechische Kurzwort des offiziellen Namens ńĆesk√° republika. Der Begriff ist seit 1777 belegt, wurde aber vor 1992 ‚Äď au√üer in Fachkreisen und als √Ąquivalent zu Slovensko (Slowakei) in den politischen Diskussionen um 1918 und 1968 ‚Äď selten verwendet. Obwohl er im offiziellen W√∂rterbuch der tschechischen Sprache sowie in Terminologie-Listen enthalten war, war der Begriff in der √Ėffentlichkeit weitestgehend ungebr√§uchlich und galt als archaisch. Seit der Eigenstaatlichkeit setzte sich diese Kurzform zwar mehr und mehr durch, jedoch vers√§umte die Tschechische Republik die Etablierung einer Kurzform offiziell zu verk√ľnden. Bereits am 11. Mai 2004 empfahl der tschechische Senat inoffiziell in einer Sondersitzung die Verwendung von ńĆesko als Kurzform zus√§tzlich zu ńĆesk√° republika (Langform). Erst im April 2016 haben die Verfassungsorgane den Kurznamen offiziell genehmigt, wie der damalige Au√üenminister Lubom√≠r Zaor√°lek best√§tigte. Sie haben zugleich die √úbersetzung des Begriffes ‚ÄěńĆesko‚Äú f√ľr mehrere Sprachen vorgeschlagen.

Im Deutschen

Angesichts der Teilung der Tschechoslowakei am 1. Januar 1993 musste ein deutscher Name f√ľr den neuen Staat gefunden werden. In Erw√§gung der obigen Argumente schlug eine staatliche Kommission damals hierf√ľr ‚ÄěTschechien‚Äú vor, unterst√ľtzt von deutschen und √∂sterreichischen Sprachforschern. Dementsprechend ist seit 1992 in deutschen Nachschlagewerken ausschlie√ülich ‚ÄěTschechien‚Äú als Kurzform f√ľr die Tschechische Republik zu finden, w√§hrend ‚ÄěTschechei‚Äú heute nach wie vor eher ungebr√§uchlich ist. Bereits 1993 empfahl das deutsche Au√üenministerium in einem Memorandum an die tschechischen Botschaften die Verwendung der Kurzform ‚ÄěTschechien‚Äú in deutscher Sprache als legitim und √§quivalent. In den aktuellen Verzeichnissen der Staatennamen f√ľr den amtlichen Gebrauch wird von Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz ‚ÄěTschechien‚Äú als Kurzform genannt. Seit Fr√ľhjahr 2017 benutzt in Deutschland das Ausw√§rtige Amt in der offiziellen L√§nderliste die Bezeichnung Tschechien, nachdem die tschechische Regierung dies selbst ge√§ndert hatte. Auf Antrag des tschechischen Au√üenministeriums wurde der Kurzname Mitte 2016 in die Datenbank der UN eingetragen.

Die Bezeichnung ‚ÄěTschechei‚Äú wurde seit der Bildung der Tschechoslowakei 1918 verwendet. Eine breitere Verwendung dieser Bezeichnung (neben B√∂hmen) war seit den 1930er Jahren festzustellen. Gleichzeitig geriet der √§ltere Begriff ‚ÄěTschechien‚Äú au√üer Gebrauch. Der Begriff Tschechei besitzt heute jedoch mancherorts einen negativen Klang wegen der Verwendung im NS-Sprachgebrauch, insbesondere wegen der Bezeichnung ‚ÄěRest-Tschechei‚Äú. Vor allem die √§lteren Tschechen verbinden mit dem Begriff daher die NS-Zeit.

In anderen Sprachen

Im Englischen war bis 2016 die einzige allgemein akzeptierte Bezeichnung Czech Republic. Die Form Czechia wurde seit den 2010er Jahren intensiv diskutiert und hat vermehrt Akzeptanz gefunden. Sie wurde dann Mitte 2016 als offizielle englische √úbersetzung des Kurznamens zusammen mit der arabischen (ō™ōīŔäŔÉŔäōß), chinesischen (ść∑ŚÖč), deutschen (Tschechien), franz√∂sischen (la Tch√©quie), russischen (–ß–Ķ—Ö–ł—Ź) und spanischen (la Chequia) Kurzform ‚Äď in den Datenbanken UNGEGN und Unterm der UN eingetragen. Au√üerdem ist Czechia in der ISO-L√§ndercodeliste und in der offiziellen EU-L√§nder-Liste registriert. Die Webdienste Openstreetmap, Google Maps, Apple Maps und Bing nutzen die Kurzform.

Das Auswärtige Amt benutzt Czech Republic in der offiziellen Länderliste, Czechia in den Artikeln.

Geschichte

Vor- und Fr√ľhgeschichte

F√ľr die Anwesenheit von Menschen w√§hrend des Altpal√§olithikums gibt es lediglich Anhaltspunkte. Die √§ltesten Werkzeugfunde werden der Cromer-Warmzeit zugeordnet, ihr Status als Artefakt ist aber h√§ufig umstritten. Aus dem Mittelpal√§olithikum sind Werkzeuge bekannt, die Homo erectus zugeschrieben werden, sowie H√∂hlen und Lagerpl√§tze des Neandertalers. Das Jungpal√§olithikum ist die √Ąra des Cro-Magnon-Menschen. Die bekannteste pal√§olithische Erscheinung auf dem Landesgebiet ist die Kultur der Mammutj√§ger des Gravettien, deren Bl√ľtezeit in die Jahre 29.000-24.000 BP f√§llt und die vor allem mit m√§hrischen Fundorten wie Doln√≠ Vńõstonice verkn√ľpft ist.

Ab 5300 bis 4500 v. Chr. ist eine weitreichende neolithische Besiedlung belegt. Am Ende des Sp√§tneolithikums ist die Schnurkeramik mit mehreren gro√üen Gr√§berfeldern in Nordb√∂hmen und die Glockenbecherkultur vertreten. In der Bronzezeit ist besonders die Aunjetitzer Kultur zu nennen. Es folgen H√ľgelgr√§berkulturen und Urnenfelderkulturen. In der Lat√®nezeit besiedelte der keltische Stamm der Boier Teile des Gebiets des heutigen Tschechiens, dessen lateinischer Name, Boiohaemum, der Ursprung der Landesnamens B√∂hmen ist. Den Kelten folgten am Beginn des ersten Jahrhunderts nach Chr. germanische St√§mme, die Markomannen in B√∂hmen und die Quaden in M√§hren. W√§hrend der V√∂lkerwanderungszeit wird nach arch√§ologischen und historischen Quellen von einer Entv√∂lkerung des Gebietes ausgegangen. Um 550 wanderten Slawen ein, ihr Ursprung wird √∂stlich des Dnepr vermutet. Sie herrschten von 623 bis 658 √ľber ein erstes Herrschaftsgebilde, das sogenannte Reich des Samo. Von 768 bis 814 lag B√∂hmen wahrscheinlich in der fr√§nkischen Herrschaftssph√§re unter Karl dem Gro√üen.

Sp√§testens im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts entstand unter F√ľrst Mojmir I. das M√§hrerreich; ihm folgten die F√ľrsten Rastislav im Jahr 846 und Svatopluk I. im Jahr 870. 864 kamen die byzantinischen M√∂nche Kyrill und Method in M√§hren an. Sie begr√ľndeten die slawische Liturgie. 869 starb Kyrill, was das Ende der byzantinischen Mission bedeutete. Von 888/890 bis 895 war B√∂hmen Teil des M√§hrerreiches. 894 starb Rastislavs Nachfolger Svatopluk, dies bedeutete den Beginn des Zerfalls des M√§hrerreiches, und die R√ľckkehr zur westlichen lateinischen Kirche und Kultur. 895 akzeptierte der M√§hrerf√ľrst Spytihnńõv in Regensburg die ostfr√§nkische Oberherrschaft √ľber B√∂hmen. 907 zerfiel das Reich.

Die PŇôemyslidendynastie

Ende des 9. Jahrhunderts lie√ü sich der erste belegte Herzog aus der PŇôemyslidendynastie, BoŇôivoj I., taufen. Der PŇôemyslide Wenzel wurde 929 (935) von seinem Bruder Boleslav ermordet und dadurch der Schutzheilige des Landes. 973 erteilte Bischof Wolfgang von Regensburg seine Erlaubnis zur Gr√ľndung eines Bistums in Prag. Der erste Bischof war Thietmar, zweiter Bischof der Heilige Adalbert (Vojtńõch). 1003 eroberte Boleslaw¬†I. von Polen B√∂hmen (bis 1004), 1031 wurde M√§hren an B√∂hmen angeschlossen (und 1182 zur Markgrafschaft erhoben). 1038 fiel BŇôetislav¬†I. von B√∂hmen in Polen ein und entf√ľhrte die Gebeine Adalberts aus Gnesen.

1085 kr√∂nte der r√∂misch-deutsche Kaiser Heinrich¬†IV. den PŇôemysliden Vratislav¬†II. zum ersten b√∂hmischen K√∂nig. Im 12./13. Jahrhundert kam es zur Zuwanderung von deutschen Siedlern in die b√∂hmischen Randgebiete. In der Sizilischen Goldenen Bulle von 1212 sprach Kaiser Friedrich¬†II. dem b√∂hmischen Herrscher Ottokar¬†I. PŇôemysl die Erblichkeit des K√∂nigstitels zu. Fortan war das K√∂nigreich B√∂hmen in das Heilige R√∂mische Reich eingegliedert, jedoch mit weitreichender Autonomie. Die b√∂hmischen Herrscher geh√∂rten zu den sieben Kurf√ľrsten. Als Mitglied dieses Kollegiums besa√ü der b√∂hmische K√∂nig oft eine gro√üe politische Bedeutung innerhalb des Reiches. Unter Ottokar II. PŇôemysl erreichten die PŇôemysliden den Gipfel ihrer Macht.

Ab 1300 bestand f√ľr eine kurze Zeit eine B√∂hmisch-Polnische Personalunion unter Wenzel¬†II. und Wenzel¬†III. (Titulark√∂nig in Polen). 1306 wurde Wenzel¬†III. in Olm√ľtz ermordet, dies bedeutete das Ende der Dynastie.

Herrschaft der Luxemburger

1310 heiratete Johann von Luxemburg, Sohn Kaiser Heinrichs¬†VII., die b√∂hmische Prinzessin Elisabeth, Tochter von Wenzel¬†II., und wurde b√∂hmischer K√∂nig bis 1346. Nach seinem Tod in der Schlacht von Cr√©cy folgte ihm 1347 sein Sohn Karl¬†IV. als K√∂nig von B√∂hmen nach. 1348 gr√ľndete Karl IV. die Karls-Universit√§t Prag als erste Universit√§t n√∂rdlich der Alpen. 1355 wurde Karl¬†IV. in Rom zum Kaiser des Heiligen R√∂mischen Reiches gekr√∂nt. Er w√§hlte Prag zu seiner Residenzstadt. Im Jahr 1356 erlie√ü Karl IV. eine Goldene Bulle, das wichtigste der ‚ÄěGrundgesetze‚Äú des Heiligen R√∂mischen Reiches bis zum Ende des Alten Reiches 1806. In der Goldenen Bulle Karls IV. wurden u.¬†a. die Modalit√§ten der Wahl der r√∂misch-deutschen K√∂nige durch die Kurf√ľrsten und ihrer Kr√∂nung geregelt. Im Jahr 1378 teilte Karl¬†IV. in seinem Testament seine Erblande unter seinen S√∂hnen auf. Das Kerngebiet K√∂nigreich B√∂hmen erhielt sein Sohn Wenzel¬†IV., der auch deutscher K√∂nig wurde. Diesem folgte 1420 Sigismund als b√∂hmischer K√∂nig nach.

Die Hussitenbewegung

1415 wurde der Kirchenreformator Jan Hus w√§hrend des Konstanzer Konzils als H√§retiker verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Dies markierte den Beginn der Hussitenbewegung, die zwischen 1415 und 1434 die politische und religi√∂se Situation in B√∂hmen ma√ügeblich bestimmte, und f√ľhrte zu den Hussitenkriegen. Nach mehreren Niederlagen seiner Heere in B√∂hmen war der Machtbereich des b√∂hmischen und ungarischen K√∂nigs und r√∂mischen Kaisers Sigismund in seinen Erblanden zeitweilig nur auf einige Randgebiete (u.¬†a. S√ľdb√∂hmen unter der Herrschaft der Adelsfamilie Rosenberg, auf die beiden Lausitzen, Schlesien und auf Teile des Markgraftums M√§hren) beschr√§nkt. Die wichtigsten Feldherren der Hussiten waren Jan ŇĹiŇĺka und nach seinem Tod 1424 Prokop Hol√Ĺ. Zentrum der Hussitenbewegung war die neugegr√ľndete Stadt T√°bor. Der radikale Fl√ľgel der Bewegung wurde erst 1434 in der Schlacht von Lipan entscheidend besiegt. 1458 w√§hlten die b√∂hmischen St√§nde Georg von Podiebrad (tschechisch: JiŇô√≠ z Podńõbrad) zum K√∂nig von B√∂hmen und damit zum ersten proto-protestantischen K√∂nig in Europa.

Herrschaft der Jagiellonen

Nach dem Tod des K√∂nigs JiŇô√≠ z Podńõbrad 1471 entschieden sich die b√∂hmischen St√§nde f√ľr die polnisch-litauische Dynastie der Jagiellonen als neue Herrscher des K√∂nigreiches. Zuerst war Vladislav II. der gew√§hlte K√∂nig von B√∂hmen. Der zweite Herrscher aus dieser Dynastie Ludwig¬†II. starb in der Schlacht bei Moh√°cs gegen die T√ľrken, die mit einer folgenreichen Niederlage seines Heeres endete. Dadurch waren die b√∂hmische und die ungarische Krone wieder frei.

Herrschaft der Habsburger

Von 1526 bis 1918 war das K√∂nigreich B√∂hmen mit allen L√§ndern der Wenzelskrone Teil des Herrschaftsgebiets der Habsburger. Die b√∂hmischen St√§nde akzeptierten 1526 den Habsburger Ferdinand¬†I. als K√∂nig. 1547 kam es zu einem Aufstand der b√∂hmischen St√§nde gegen Ferdinand¬†I. Nach dessen Niederschlagung wurden erste Einschr√§nkungen der bisherigen Sonderrechte des K√∂nigreiches B√∂hmen, nicht jedoch der faktischen Religionsfreiheit, verf√ľgt.

1583 zog Kaiser Rudolf¬†II., der Enkel Ferdinands¬†I., mit dem gesamten Hof von Wien nach Prag. Die Hauptstadt B√∂hmens stieg wieder zum bedeutenden Zentrum von Politik, Kunst und Wissenschaft auf. 1609 erlie√ü Rudolf II. den Majest√§tsbrief √ľber die Religionsfreiheit. Am 23. Mai 1611, noch zu Lebzeiten Rudolfs II., √ľbernahm sein Bruder Matthias die Macht im K√∂nigreich B√∂hmen. Nach Rudolfs Tod wurde Matthias am 20. Januar 1612 auch zum r√∂mischen Kaiser gew√§hlt. Danach entflammten die Konfessionszwistigkeiten in B√∂hmen aufs Neue.

Dreißigjähriger Krieg

Auf dem H√∂hepunkt der Unzufriedenheit mit der Politik des Kaisers gegen√ľber ihrem Land drangen 1618 mehrere Vertreter der √ľberwiegend protestantischen b√∂hmischen St√§nde in die Kanzlei der Prager Burg (des Hradschin) und warfen zwei kaiserliche Statthalter und einen Schreiber aus dem Fenster. Alle drei Personen √ľberlebten das Attentat kaum verletzt. Dieser sogenannte zweite Prager Fenstersturz leitete den b√∂hmischen Aufstand gegen den Kaiser ein. Dieser Aufstand war der Auftakt zum Drei√üigj√§hrigen Krieg (1618‚Äď1648), der weite Teile Europas und vor allem Deutschlands verw√ľsten sollte.

1619 starb Kaiser Matthias. Im August wählten die böhmischen Stände den deutschen Protestanten Friedrich von der Pfalz zum neuen König von Böhmen. Als Friedrich sich im Herbst in Prag krönen ließ und dort seine Residenz aufnahm, wurde der Konflikt mit den Habsburgern zu einer Reichsangelegenheit. 1620 endete die Schlacht am Weißen Berg bei Prag mit einer entscheidenden Niederlage der böhmischen Stände und einem Sieg des kaiserlichen Heeres.

Friedrich von der Pfalz floh aus dem Land (‚ÄěWinterk√∂nig‚Äú, da er nur einen Winter regierte). Die Anf√ľhrer des b√∂hmischen Aufstandes, insgesamt 27 Adlige und Prager B√ľrger sowohl tschechischer als auch deutscher Abstammung, wurden am 21. Juni 1621 auf dem Altst√§dter Ring in Prag, einige von ihnen auf grausame Art und Weise, hingerichtet. Viele Protestanten, unter ihnen bedeutende Vertreter des b√∂hmischen Adels und des geistigen Lebens wie der Bischof der B√∂hmischen Br√ľder Johann Amos Comenius, verlie√üen das Land und w√§hlten das Exil. Ihre umfangreichen G√ľter wurden konfisziert und den Parteig√§ngern der katholischen Seite und bedeutenden Heerf√ľhrern des Kaisers, z.¬†B. Wallenstein, zugeteilt.

Die nach der f√ľr B√∂hmen schicksalshaften Schlacht am Wei√üen Berg beginnende Epoche wird in der tschechischen Historiographie als die Epoche des temno, die Zeit der Dunkelheit, bezeichnet. Noch w√§hrend des Drei√üigj√§hrigen Krieges setzte Kaiser Ferdinand¬†II. (1619‚Äď1637) eine rigorose Unterdr√ľckungspolitik gegen die Nicht-Katholiken in seinem Herrschaftsbereich, insbesondere in den Habsburger Erblanden einschlie√ülich des K√∂nigreiches B√∂hmen, durch. In den b√∂hmischen L√§ndern wurde Deutsch zun√§chst zur zweiten Amtssprache erhoben, dr√§ngte aber Tschechisch bald aus den √Ąmtern und auch aus dem gehobenen Gebrauch fast vollst√§ndig hinaus. Die staatsrechtliche Sonderstellung des K√∂nigreiches B√∂hmen im Reich war zwar formal nur teilweise eingeschr√§nkt, die Unabh√§ngigkeit des Landes faktisch jedoch auf lange Zeit beseitigt. Die Herrschaft √ľber das Land √ľbten von dieser Zeit an bis 1918 der kaiserliche Hof und die Reichsregierung in Wien aus.

Nationale Wiedergeburt der Tschechen

Zwischen 1780 und 1790 f√ľhrte Kaiser Joseph¬†II. unter dem Leitsatz ‚ÄěAlles f√ľr das Volk; nichts durch das Volk‚Äú seine josephinischen Reformen im Sinne des aufgekl√§rten Absolutismus durch. Eine bedeutende Reform war beispielsweise 1781 die Aufhebung der Leibeigenschaft. Da der b√∂hmische Adel dadurch seine Gewohnheitsrechte gef√§hrdet sah, entwickelte er im Gegenzug dazu das Konzept des B√∂hmischen Staatsrechts, das sp√§ter auch b√ľrgerliche Politiker aufgriffen.

Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis ungef√§hr 1885 kam es zur nationalen Wiedergeburt der Tschechen. Als Reaktion auf den Wiener Zentralismus formierten sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts Intellektuelle in der tschechischen Nationalbewegung (Wiedergeburt). Sie f√∂rderten die Pflege, Anerkennung und Verwendung der tschechischen Sprache (unterst√ľtzt auch von den deutschen Romantikern). Dem folgte sp√§ter das Verlangen nach politischer Autonomie. Der Wunsch nach kultureller Autonomie f√ľhrte zur Gr√ľndung von wissenschaftlichen Gesellschaften, wie zum Beispiel Matice ńćesk√° und Matice moravsk√°, sowie der Turnbewegung Sokol.

Unmittelbar nach dem Slawenkongress in Prag im Juni 1848 wurde der Prager Pfingstaufstand niedergeschlagen. Die Industrialisierung begann, und die hochentwickelten b√∂hmischen L√§nder stellten das ‚Äěindustrielle R√ľckgrat‚Äú der Donaumonarchie dar.

Nachdem Kaiser Franz Joseph I. den Neoabsolutismus mit dem Silvesterpatent von 1851 sanktioniert hatte, gab es mit dem Oktoberdiplom von 1860, dem Februarpatent von 1861 und der Dezemberverfassung von 1867 mehrere Ans√§tze, den Tschechen gewisse Freiheiten zu verschaffen. Nach wie vor waren und f√ľhlten sie sich allerdings gegen√ľber den Deutschen und Ungarn zur√ľckgesetzt. Zwar bestand das K√∂nigreich B√∂hmen bis 1918, aber nicht alle Habsburger hielten es der M√ľhe wert, sich √ľberhaupt in Prag zum b√∂hmischen K√∂nig kr√∂nen zu lassen. W√§hrend Ungarn als K√∂nigreich in Personalunion mit √Ėsterreich viele nationale Rechte gew√§hrt wurden, durften in den L√§ndern der B√∂hmischen Krone (B√∂hmen, M√§hren, √Ėsterreichisch-Schlesien) nicht einmal tschechischsprachige Zeitungen verlegt werden.

Im Sinne eines angestrebten österreichisch-tschechischen Ausgleichs erließ der österreichische Ministerpräsident Badeni 1897 eine Nationalitätenverordnung, wonach alle politischen Gemeinden in Böhmen und Mähren zweisprachig zu verwalten waren. Damit avancierte Tschechisch in beiden Kronländern von einer Minderheitensprache zur Nationalsprache. Daraufhin legten deutsche Abgeordnete den österreichischen Reichsrat lahm. 1899 wurde die Nationalitätenverordnung wieder aufgehoben. Auch der Mährische Ausgleich von 1905 erzielte keine dauerhaften Erfolge, so dass der böhmische Landtag schließlich durch kaiserliches Patent vom 26. Juli 1913 aufgelöst wurde.

Tschechoslowakei

Von 1914 bis 1918 k√§mpften Tschechen im Ersten Weltkrieg. Gegen die Monarchie bildeten sich im Exil eine tschechische und slowakische, von Tom√°Ň° Garrigue Masaryk angef√ľhrte Opposition. Am 28.¬†Oktober 1918 gr√ľndeten f√ľhrende tschechische Unabh√§ngigkeitsk√§mpfer die Tschechoslowakei mit Masaryk als erstem Staatspr√§sidenten. Die bis dahin Ungarn administrativ unterstellte Slowakei schloss sich unter der Federf√ľhrung Milan Rastislav ҆tef√°niks dem neuen Staat an. Der Beitritt der Karpatoukraine (1946 fiel sie an die Sowjetunion) erfolgte im Jahre 1919 und 1920 der Anschluss Teschens.

Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg

Von 1918 bis 1938 bestand die Erste Tschechoslowakische Republik. F√ľr die Stadtratswahlen vom 15. Juni 1919 galten f√ľr Frauen und M√§nner zum ersten Mal dieselben Bedingungen.

Vor der Trennung der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik erhielten Frauen in der Tschechoslowakei am 29. Februar 1920 das allgemeine aktive und passive Wahlrecht. Damit war das Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene eingef√ľhrt. Die Wahl zur Nationalversammlung der Tschechoslowakei fand am 18. und 25. April 1920 statt.

Es gab eine gro√üe deutsche Minderheit, die im Sudetenland die Mehrheit bildete. Bei der Volksz√§hlung im Jahre 1930 betrug der Bev√∂lkerungsanteil auf dem Gesamtgebiet der heutigen Tschechischen Republik 29,5¬†%. Die Deutschen in der Tschechoslowakei waren seit 1919 durch die Deutsche Nationalpartei vertreten. Die deutschen Sozialdemokraten waren von 1920 bis 1935 die st√§rkste deutsche Fraktion im Prager Abgeordnetenhaus und wurden ab 1929 mit ihrem Vorsitzenden Ludwig Czech, der verschiedene Ministerposten bekleidete, auch Regierungspartei. 1933 gr√ľndete Konrad Henlein die Sudetendeutsche Partei (SdP). Mit deutscher Unterst√ľtzung forderte die SdP immer weitergehende Autonomie und Abtrennung des deutschsprachigen Landesteils von der Tschechoslowakei und versch√§rfte mit dem Karlsbader Programm vom 24. April 1938 die Sudetenkrise.

Nach dem ‚ÄěAnschluss √Ėsterreichs‚Äú drohte Adolf Hitler mit dem Einmarsch in das Sudetenland. Gro√übritannien und Frankreich hatten als Schutzm√§chte nach dem Vertrag von Saint Germain Schutzpflichten gegen√ľber der Tschechoslowakei. Au√üerdem gab es noch zus√§tzliche B√ľndnisvertr√§ge Frankreichs und der Sowjetunion mit der ńĆSR. Die Regierungen Frankreichs und Gro√übritanniens waren der Auffassung, durch Nachgeben (‚ÄěAppeasement-Politik‚Äú) einen drohenden Krieg verhindern zu k√∂nnen. Ohne die Beteiligung der tschechoslowakischen Regierung unterzeichneten Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier am 29. September 1938 das M√ľnchner Abkommen, nach dem die Tschechoslowakei das Sudetenland an Deutschland abtreten musste. Die Tschechen nennen diese Vereinbarung das ‚ÄěM√ľnchner Diktat‚Äú oder den ‚ÄěM√ľnchner Verrat‚Äú. Etwa ein Drittel des Staatsgebietes fiel damit an das Deutsche Reich. Am 1. Oktober entstand darauf die f√∂derative Zweite Republik.

Am 5. Oktober 1938 trat Pr√§sident Edvard BeneŇ° zur√ľck und ging ins Exil nach Gro√übritannien. Sein Nachfolger wurde Emil H√°cha.

Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Tschechoslowakei am 15. M√§rz 1939 errichteten die Nationalsozialisten das Protektorat B√∂hmen und M√§hren. Der slowakische Staat war ein Satellitenstaat des Deutschen Reiches. Am 27. September 1941 folgte auf den dauerhaft beurlaubten Statthalter Neurath als neuer Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Am 27. Mai 1942 ver√ľbten tschechoslowakische Widerstandsk√§mpfer auf Heydrich ein t√∂dliches Attentat. Als Vergeltungsma√ünahme ermordeten die Nationalsozialisten alle Bewohner der D√∂rfer Lidice und LeŇĺ√°ky. W√§hrend der deutschen Besetzung befanden sich auf tschechischem Boden das KZ Theresienstadt sowie mehrere Au√üenlager des KZ Flossenb√ľrg, darunter das KZ-Au√üenlager Leitmeritz (LitomńõŇôice).

1945 fand die faktische Wiederherstellung der Tschechoslowakei durch das Kaschauer Programm der neuen Regierung unter Premierminister Zdenńõk Fierlinger statt. US-amerikanische, sowjetische und tschechoslowakische Truppen befreiten das Land. Die in der Erkl√§rung von Jalta vereinbarte Demarkationslinie zwischen dem von den USA und dem von der UdSSR verwalteten Gebiet verlief entlang der St√§dte Budweis, Pilsen und Karlsbad.

Ende des Zweiten Weltkriegs und Realsozialismus

Am 5. Mai 1945 begann der Prager Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht, am 8. Mai war der Weltkrieg zu Ende. Am 9. Mai marschierten sowjetische Truppen in Prag ein. Pr√§sident BeneŇ° √ľbernahm wieder die Regierungsgewalt. Im Zuge der Wiederherstellung des Staates wurden die sogenannten BeneŇ°-Dekrete erlassen. Neben gew√∂hnlichen Verwaltungsangelegenheiten regelten diese Gesetze auch die Verm√∂gensenteignung und Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei, die nach dem Krieg als ‚ÄěStaatsfeinde‚Äú angesehen wurden.

Am 26. Mai 1946 gewann die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSńĆ) die Wahlen, wurde Bestandteil der Regierung und konnte mithilfe der Unterst√ľtzung durch die UdSSR einen gewaltigen politischen Einfluss aus√ľben. Klement Gottwald (KSńĆ) wurde in der Folge Ministerpr√§sident.

Mit dem Februarumsturz 1948 kam es zur vollst√§ndigen Machtergreifung der Kommunisten, gefolgt von einer Verfassungs√§nderung und Umgestaltung des Landes nach sowjetischem Muster. Erster sog. ‚ÄěArbeiterpr√§sident‚Äú war Klement Gottwald. Im November 1952 wurde der fr√ľhere Parteisekret√§r Rudolf Sl√°nsk√Ĺ zusammen mit elf weiteren Angeklagten im ‚ÄěSl√°nsk√Ĺ-Prozess‚Äú zum Tode verurteilt. Der 1957 gew√§hlte Staatspr√§sident Anton√≠n Novotn√Ĺ steht f√ľr die stalinistische Repression zu dieser Zeit. Auf der Kafka-Konferenz 1964 in Liblice wurde der bis dahin weitgehend verbotene Franz Kafka rehabilitiert. Rufe nach Reformen vermehrten sich und kulminierten auf dem vierten tschechischen Schriftstellerkongress im Juni 1967 in direkter Kritik an der politischen F√ľhrung.

Prager Fr√ľhling und milit√§rische Intervention 1968

Zwischen dem 3. und dem 5. Januar 1968 setzte das Zentralkomitee der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei KSńĆ den Pr√§sidenten Novotn√Ĺ ab. Alexander Dubńćek wurde Vorsitzender der KSńĆ, General Ludv√≠k Svoboda Pr√§sident. Anfang M√§rz folgte die Aufhebung der Zensur. Der ‚ÄěPrager Fr√ľhling‚Äú begann, die Weiterentwicklung verlief √ľberwiegend spontan. Am 5. April 1968 wurde ein Aktionsprogramm der KSńĆ unter Alexander Dubńćek verabschiedet. Ziel war ein ‚ÄěSozialismus mit menschlichem Antlitz‚Äú (verb√ľrgte Versammlungsfreiheit, kleines Unternehmertum, Freilassung der politischen Gefangenen).

Am 21. August 1968 begann die milit√§rische Intervention gegen den Prager Fr√ľhling: Sowjetische und weitere Truppen des Warschauer Pakts besetzten die Tschechoslowakei.

Im Zuge dieser Besetzung erlie√ü Moskau die Breschnew-Doktrin der ‚ÄěBegrenzten Souver√§nit√§t der sozialistischen Staaten‚Äú. In der Folge emigrierten viele Tschechen. Die nachfolgende politische Etappe wurde ‚ÄěNormalisierung‚Äú genannt. Am 1. Januar 1969 entstand mit dem Inkrafttreten des Verfassungsgesetzes √ľber die tschechoslowakische F√∂deration die Tschechische Sozialistische Republik als eine der beiden Teilrepubliken der Tschechoslowakei. Am 17. April 1969 erfolgte die Abl√∂sung Dubńćeks und die Wahl Gust√°v Hus√°ks zum Generalsekret√§r der KSńĆ.

Aufsehen erregten die Selbstverbrennungen der Studenten Jan Palach und Jan Zaj√≠c (16. Januar und 25. Februar 1969) als Protest gegen den Beginn der ‚ÄěNormalisierung‚Äú. Die ńĆSSR war in der Folge einer der konservativsten Mitgliedsstaaten des Ostblocks. Am 1. Januar 1977 wurde die oppositionelle B√ľrgerbewegung ‚ÄěCharta 77‚Äú gegr√ľndet.

Die Samtene Revolution

Am 17. November 1989 unterdr√ľckte die Polizei brutal eine Studentendemonstration, was Gro√üdemonstrationen von bis zu 750.000 Menschen nach sich zog. Am 19. November 1989 wurde das B√ľrgerforum zur tragenden Kraft der ‚ÄěSamtenen Revolution‚Äú in der Tschechoslowakei. Am 10. Dezember 1989 erkl√§rte Staatspr√§sident Gust√°v Hus√°k seinen R√ľcktritt.

Die F√∂deralversammlung w√§hlte am 28. Dezember 1989 Alexander Dubńćek zu ihrem Pr√§sidenten. Am 29. Dezember 1989 wurde der B√ľrgerrechtler V√°clav Havel von der F√∂deralversammlung zum Pr√§sidenten der ńĆSSR gew√§hlt. Am 23. April 1990 ‚Äď nach dem sogenannten Gedankenstrich-Krieg ‚Äď folgte die Umbenennung der Tschechoslowakei in Tschechische und Slowakische F√∂derative Republik (ńĆSFR).

Am 8. Juni 1990 fanden die ersten freien Parlamentswahlen in der ńĆSFR statt. Das neu gew√§hlte Parlament best√§tigte am 5. Juli 1990 V√°clav Havel als Staatspr√§sidenten. Am 21. Februar 1991 trat die ńĆSFR dem Europarat bei. Am 16. Dezember 1991 folgte die Unterzeichnung des EG-Assoziierungsabkommens.

Am 5. Juni 1992 fanden Parlamentswahlen in der ńĆSFR statt. Der √Ėkonom V√°clav Klaus (ODS) wurde tschechischer Ministerpr√§sident. Er vertrat eine vom Thatcherismus inspirierte Wirtschaftspolitik (‚ÄěMarktwirtschaft ohne Adjektiv‚Äú). Durch eine Coupon-Privatisierung wurden 8 Mio. Tschechen Anteilseigner von privatisierten Firmen. Klaus und Vladim√≠r Meńćiar, der Ministerpr√§sident der Slowakei, vereinbarten gegen den Willen der Mehrheit der Bev√∂lkerung eine Teilung der Tschechoslowakei in zwei Staaten. Am 20. Juli 1992 trat Pr√§sident Havel von seinem Amt zur√ľck. Am 25. November 1992 verabschiedete das f√∂derale Parlament das Gesetz √ľber die Aufl√∂sung der ńĆSFR.

Am 16. Dezember 1992 wurde die neue Verfassung der Tschechischen Republik als ‚Äědemokratischer Rechtsstaat‚Äú verabschiedet. Die Charta der Grundrechte und -freiheiten, die nach dem Umbruch im Januar 1991 von der tschechoslowakischen Bundesversammlung beschlossen worden war, wurde unver√§ndert von Tschechien √ľbernommen. Nach der Unabh√§ngigkeit 1992 wurde das allgemeine Wahlrecht f√ľr Frauen und M√§nner 1993 best√§tigt.

Tschechische Republik

Am 1. Januar 1993 wurde die Tschechoslowakei einvernehmlich aufgel√∂st und die Tschechische Republik sowie die Slowakische Republik als unabh√§ngige Staaten ausgerufen. Am 2. Februar 1993 fand die Vereidigung des neugew√§hlten tschechischen Pr√§sidenten V√°clav Havel statt. Am 30. Juni 1993 trat Tschechien dem Europarat bei. 1994‚Äď1995 war das Land nicht-st√§ndiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Tschechien unterschrieb 1995 das neue EU-Assoziierungsabkommen und trat 1995 der OECD und 1999 der NATO bei. Die Auseinandersetzungen um die Besetzung des Intendanten des Tschechischen Fernsehens ńĆesk√° televize l√∂ste die gr√∂√üten Demonstrationen in Tschechien seit 1989 aus. Am 28. Februar 2003 wurde V√°clav Klaus zum Staatspr√§sidenten gew√§hlt.

Am 1. Mai 2004 trat die Tschechische Republik der Europ√§ischen Union bei (siehe: EU-Erweiterung 2004). Bei einer Wahlbeteiligung von 55,21¬†% hatten zuvor im Referendum √ľber den Beitritt 77,33¬†% der W√§hler daf√ľr gestimmt. Seit dem 21. Dezember 2007 entfallen aufgrund des Beitritts zum Schengen-Raum alle Grenzkontrollen zu den vier Nachbarl√§ndern. Tschechien √ľbernahm die EU-Ratspr√§sidentschaft im Jahr 2009. Seit dem 8. M√§rz 2013 ist MiloŇ° Zeman der erste direkt gew√§hlte Staatspr√§sident. Von 2014 bis 2017 bildeten die sozialdemokratische ńĆSSD, ANO 2011 und die KDU-ńĆSL eine Koalitionsregierung unter Ministerpr√§sident Bohuslav Sobotka. Nach den Wahlen im Dezember 2017 gelang keine Regierungsbildung mit einer Parlamentsmehrheit. Zeman ernannte BabiŇ° von der ANO 2011 am 6. Juni 2018 zum Ministerpr√§sidenten mit dem Auftrag der Regierungsbildung. Nach einer Phase, in der das erste Kabinett BabiŇ° keine Mehrheit im Parlament verf√ľgte, einigte sich BabiŇ° mit der ńĆSSD auf eine von den Kommunisten tolerierte Minderheitsregierung. Das Kabinett BabiŇ° II ist seit Juni 2018 im Amt.

Politik

Politisches System

Tschechien ist eine parlamentarische Republik. Das Staatsoberhaupt ist der Pr√§sident. Der Regierungschef besitzt aber erweiterte Rechte gegen√ľber dem Staatsoberhaupt. Legislatives Organ ist das Parlament. Das Zweikammersystem besteht aus dem Abgeordnetenhaus und dem Senat.

Der Präsident ist das Staatsoberhaupt, das bis 2013 das Parlament wählte. 2013 wurde der Präsident erstmals direkt gewählt. Die Amtszeit beträgt 5 Jahre, Wiederwahl ist einmal möglich. Der Präsident ernennt oder entlässt den Ministerpräsidenten und weitere Regierungsmitglieder. In bestimmten Krisensituationen kann er das Abgeordnetenhaus auflösen.

Im Legislativverfahren verf√ľgt der Pr√§sident √ľber ein suspensives Veto und kann so einen Gesetzesentwurf an das Parlament zur√ľckleiten. Der Pr√§sident kann ebenfalls Strafen erlassen oder mildern, des Weiteren anordnen, ein Strafverfahren einzustellen beziehungsweise nicht einzuleiten. Zusammen mit dem Senat ernennt er die Verfassungsrichter. Der Pr√§sident kann nicht strafrechtlich verfolgt werden und er tr√§gt von Amts wegen keine Verantwortung.

Das Parlament besteht aus zwei Kammern. Das Abgeordnetenhaus wird nach einem Verh√§ltniswahlverfahren gew√§hlt. Die politischen Parteien stellen in einzelnen Wahlkreisen (die mit den Gebieten der 14 Regionen √ľbereinstimmen) Listen mit Kandidaten auf. Es gibt eine Sperrklausel von 5¬†%. Das Abgeordnetenhaus bilden 200 Abgeordnete. Die Legislaturperiode betr√§gt 4 Jahre.

Der Senat besteht aus 81 Senatoren und wird nach einem Mehrheitswahlverfahren gew√§hlt. Die Legislaturperiode eines Senators betr√§gt 6 Jahre. Das Mindestalter der Kandidaten betr√§gt im Fall des Senats 40 Jahre. Die Wahlen erfolgen im Abstand von zwei Jahren, wobei jeweils in einem Drittel der 81 Wahlkreise gew√§hlt wird. Der Kandidat, der im betreffenden Wahlkreis im ersten Wahlgang mehr als 50¬†% der Stimmen erh√§lt, wird zum Senator gew√§hlt. Falls kein Kandidat im ersten Wahlgang die n√∂tige Stimmenzahl erh√§lt, findet ein zweiter Wahlgang statt, an dem die zwei erfolgreichsten Kandidaten des ersten Wahlgangs teilnehmen. Im zweiten Wahlgang gen√ľgt eine relative Mehrheit.

Wahlberechtigt ist jeder Staatsb√ľrger Tschechiens, der das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Die Regierung ist das höchste Organ der Exekutive und besteht aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern. Der Ministerpräsident wird vom Präsidenten der Republik ernannt. Nach seinem Vorschlag ernennt der Präsident daraufhin auch die weiteren Regierungsmitglieder. Die Regierung muss sich danach einer Vertrauensabstimmung im Parlament unterziehen.

In der Hierarchie folgen der Regierung und deren zentralen Behörden die Selbstverwaltungsgebietseinheiten. Höhere selbstverwaltende Gebietseinheiten sind die 14 Regionen (kraj), elementare selbstverwaltende Gebietseinheiten sind die Gemeinden.

Die Judikative besteht aus dem Verfassungsgericht und einem vierstufigen System allgemeiner Gerichte. An der Spitze stehen zwei oberste Gerichte (Oberstes Gericht und Oberstes Verwaltungsgericht).

Dar√ľber hinaus wird Tschechien, √§hnlich wie Israel und einige weitere osteurop√§ische und asiatische Staaten, als ethnische Demokratie beschrieben, in der ‚Äědie Dominanz einer ethnischen Gruppe institutionalisiert ist‚Äú.

Amtssprache

Eine Amtssprache ist in Tschechien nicht allgemein festgelegt (im Gegensatz zur Vorkriegs-Tschechoslowakei, wo die Staatssprache mit dem Gesetz 122/1920 Sb. geregelt war). Tschechisch als Amtssprache ergibt sich erst aus einzelnen Gesetzen f√ľr konkrete Bereiche.

Im Verwaltungsverfahrensgesetz (500/2004 Sb., ¬ß 16/1) und im Finanzverwaltungsgesetz (337/1992 Sb., ¬ß 3/1) wird Slowakisch der tschechischen Sprache ausdr√ľcklich gleichgestellt. Ausgehend aus dem Art. 25/2 der tschechischen ‚ÄěCharta der Grundrechte und Grundfreiheiten‚Äú r√§umt ¬ß 9 des Gesetzes 273/2001 Sb. in Tschechien lebenden Minderheiten, ‚Äědie traditionell und langfristig auf dem Gebiet der Tschechischen Republik leben‚Äú, das Recht ein, ihre eigene Sprache gegen√ľber √Ąmtern zu benutzen, ohne jedoch diese Minderheiten zu benennen. Allgemein wird darunter ein Recht auf eine √úbersetzung oder einen Dolmetscher verstanden, teilweise auf Staatskosten (¬ß 16/4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 500/2004 Sb., ¬ß 3/2 des Finanzverwaltungsgesetzes 337/1992 Sb., ¬ß 18 der Zivilprozessordnung 99/1963 Sb., ¬ß 2 der Strafprozessordnung 141/1961 Sb.).

Administrative Gliederung

Das Staatsgebiet Tschechiens umfasst die drei historischen Länder Böhmen, Mähren und Schlesien. Der Art. 99 der tschechischen Verfassung gliedert die Tschechische Republik in Gemeinden (obec), welche sog. elementare selbstverwaltende Gebietseinheiten sind, und in Regionen (kraj), welche sog. höhere selbstverwaltende Gebietseinheiten sind. Die 14 höheren selbstverwaltenden Gebietseinheiten wurden durch das Verfassungsgesetz zum 1. Januar 2000 errichtet. Die Grenzen der Regionen orientieren sich an den Grenzen der Okresy und des Stadtgebiets Prags.

Rechtswesen

Zur √úbersicht ‚Üí Kategorie:Recht (Tschechien)

Polizei

Neben der staatlichen Polizei der Tschechischen Republik (Policie ńĆesk√© republiky) existieren uniformierte Gemeindepolizeien (obecn√≠ policie) bzw. Stadtpolizeien (mńõstsk√° policie) und die f√ľr das Milit√§r zust√§ndige Milit√§rpolizei (Vojensk√° policie).

Militär

Die Tschechischen Streitkr√§fte (Arm√°da ńĆesk√© republiky, kurz AńĆR) sind eine Berufsarmee. Die Hauptbereiche sind in den Gemeinsamen Kr√§ften (Spoleńćn√© s√≠ly) zusammengefasst, welche aus den Organisationsbereichen Heer (Pozemn√≠ s√≠ly), Luftwaffe (VzduŇ°n√© s√≠ly) und Unterst√ľtzungsstreitkr√§fte (PodpŇĮrn√Ĺ komplet spoleńćn√Ĺch sil) bestehen. Oberster Befehlshaber ist der Staatspr√§sident.

Tschechien verf√ľgt aktuell etwa √ľber 21.100 Soldaten und ca. 11.000 Reservisten. Das Land hat derzeit 123 Kampfpanzer. Die Luftstreitkr√§fte verf√ľgen √ľber 44 Kampfflugzeuge.

Tschechien gab 2017 knapp 1,1 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 2,2 Milliarden Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Politische Indizes

Wirtschaft

Aktuelle Wirtschaftslage

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards n√§hert sich Tschechien immer mehr dem Durchschnitt der EU-28 an. Schwankte das BIP pro Kopf zwischen 1997 und 2003 zwischen 68,4¬†% und 73,4¬†% des EU-Durchschnitts, stieg es seit dem EU-Beitritt 2004 stetig an. Im Jahr 2014 erreichte Tschechien 84¬†% des EU-28-Durchschnitts. Dies bedeutete Platz 16 hinter Malta und vor Zypern. Bemerkenswert dabei sind jedoch die starken Unterschiede zwischen den Regionen. So erreichte die Hauptstadt Prag in der regionalen Aufschl√ľsselung des Jahres 2005 einen Wert von 160,3¬†% des EU-Durchschnittes, w√§hrend die Statistikregion Mittelm√§hren, bestehend aus dem Olomouck√Ĺ kraj und dem Zl√≠nsk√Ĺ kraj, lediglich 59,8¬†% des EU-Durchschnitts erreichte.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Tschechiens betrug im Jahr 2015 165,4 Mrd. Euro. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 15.680 Euro.

Im Jahr 2015 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 4,3¬†%. F√ľr 2016 erwartet das tschechische Finanzministerium einen Anstieg von 2,7¬†%, f√ľr 2017 2,6¬†%. Die Inflationsrate betrug 2015 im Durchschnitt 0,3¬†%.

Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 2015 4,5¬†%. Im Februar 2019 betrug sie 2,0 Prozent (1,8 Prozent bei M√§nnern und 2,2 Prozent bei Frauen) und war damit die niedrigste in der Europ√§ischen Union. Im Jahr 2017 betrug die Jugendarbeitslosigkeit 8,3¬†%. 2015 arbeiteten 2,8¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 38,0¬†% in der Industrie und 59,2¬†% im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 5,4 Millionen gesch√§tzt; davon sind 44,4¬†% Frauen.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Tschechien Platz 31 von 138 L√§ndern (Stand 2016). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 28 von 180 L√§ndern.

Bei seiner Einf√ľhrung Anfang 1999 kostete ein Euro noch 35,11¬†Kronen, im M√§rz desselben Jahres 38,58¬†Kronen. F√ľnf Jahre sp√§ter hatte sich der Euro auf 32,40¬†Kronen verbilligt. Anschlie√üend erstarkte die Krone gegen√ľber dem Euro weiter, bis sie Ende Juli 2008 mit 22,97¬†Kronen f√ľr 1¬†Euro ihren bisher st√§rksten Wechselkurs erzielte. Im Jahr 2017 verf√ľgte das Land √ľber W√§hrungsreserven in H√∂he von 148 Milliarden US-Dollar. Das Land geh√∂rt damit zu den europ√§ischen L√§ndern mit den h√∂chsten Reserven.

W√§hrung: 1 Tschechische Krone (Kńć, CZK) = 100¬†Heller

Der Heller wird jedoch seit der Abschaffung der 50-Heller-M√ľnze zum 1. September 2008 nicht mehr im Bargeldzahlungsverkehr verwendet.

Kurs: 1 EUR = 25,23 CZK (Stand 18. November 2021)

Wirtschaftsgeschichte

Die b√∂hmischen L√§nder waren ein Zentrum der Industrialisierung der Habsburgermonarchie. Das 1859 gegr√ľndete Maschinenbau-Unternehmen ҆koda hatte im Jahr 1900 schon etwa 3500 Mitarbeiter; es war der gr√∂√üte Waffenproduzent √Ėsterreich-Ungarns. 1914 arbeiteten bei ҆koda etwa 10.000 Menschen, 1917 waren es 32.000. Die ersten Nachkriegsprodukte waren Lokomotiven. Es entstanden die Gesch√§ftsfelder Lebensmittel-, Tabak-, Automobil- und Flugzeugindustrie. Auch im Jahr 2017 war ҆koda das gr√∂√üte Unternehmen im Land.

Auch die Wirtschaft der Tschechoslowakei geh√∂rte traditionell zu den am meisten entwickelten in Europa. Sie erreichte insbesondere in der Zeit von 1918 bis 1939 einen hohen Stand. Nach der Macht√ľbernahme durch die Kommunisten 1948 geh√∂rte die Tschechoslowakei zwar zu den meistentwickelten L√§ndern des Ostblocks, infolge der √úbernahme der Zentralverwaltungswirtschaft als die herrschende Wirtschaftsform und infolge der aufgezwungenen Ausrichtung auf die Bed√ľrfnisse des RGW konnte sie sich mindestens seit Mitte der 1950er nicht so stark entwickeln, um an der Weltspitze zu bleiben.

Nach der Samtenen Revolution Ende 1989 wurde die Wirtschaft des Landes privatisiert und erfreute sich, nach einer kurzen anfänglichen Rezession, erneut einer schnellen positiven Entwicklung. Das Gros des Bruttoinlandsproduktes wird im Dienstleistungssektor erzeugt.

Außenwirtschaft

Der tschechische Au√üenhandel hat 2016 mit rund 276 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Die tschechischen Exporte entsprechen fast 85¬†% (84,3) des BIP. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte 2016 ein Volumen von rund 81,6 Mrd. Euro, auch dies ein neuer H√∂chststand. Tschechien wickelt nahezu ein Drittel seines Au√üenhandels mit Deutschland ab, das damit der mit Abstand wichtigste Handelspartner ist. Tschechien liegt noch vor Russland an 12. Stelle der deutschen Handelspartner. Das Land strebt eine st√§rkere geographische Diversifizierung seiner Exporte durch Zuw√§chse auch auf M√§rkten au√üerhalb der EU an (z.¬†B. China oder Indien). Tschechien ist f√ľr seine Exportwirtschaft noch sehr stark auf ausl√§ndische Unternehmen angewiesen die dort investieren und produzieren lassen.

Hauptlieferl√§nder 2016 in Prozent: Deutschland 30,8¬†%; Polen 9,7¬†%; Volksrepublik China 7,5¬†%; Slowakei 6,4¬†%; Niederlande 5,4¬†%; Italien 4,2¬†%; √Ėsterreich 4,0¬†%; Sonstige 32,0¬†%

Hauptabnehmerl√§nder 2016 in Prozent: Deutschland 32,4¬†%; Slowakei 8,4¬†%; Polen 5,8¬†%; Frankreich 5,2¬†%; Vereinigtes K√∂nigreich 5,2¬†%; Italien 4,3¬†%; √Ėsterreich 4,2¬†%; Sonstige 34,5¬†%

Industrie

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie (√ľber 37¬†% Industrieanteil am BIP) und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet. Einen gro√üen Teil der Industrie bildet die Erzeugung moderner Industrieanlagen und Industriekomplexe, die √ľberwiegend f√ľr Westeuropa und andere hochentwickelte Staaten der Welt bestimmt sind, sowie die Automobilindustrie (die ҆koda-Auto-Werke geh√∂ren zu den gr√∂√üten Betrieben des Landes und bilden den wesentlichen Teil des tschechischen Exportes). Weitere wichtige Bereiche: die Metallurgie, Maschinen-, Lebensmittel- und Holzindustrie, ferner die chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie, Glas- und Keramikerzeugung.

In B√∂hmen hat die Glasindustrie Tradition. Viele der Glash√ľtten k√∂nnen besichtigt werden, allerdings ist die Glasindustrie heute nur noch von geringer wirtschaftlicher Bedeutung.

Energie

Der Anteil der Kraftwerksarten an der Stromerzeugung (brutto) von insgesamt 83892 Gigawattstunden (GWh) betrug im Jahr 2015: Kohle: 52,3¬†%, Kernenergie 32¬†%, Biomasse 5,6¬†%, Wasserkraft 3,7¬†%, Photovoltaik 2,7¬†%, Gas 2,7¬†%, Windkraft 0,7¬†%, Sonstige 0,4¬†%. An zwei Standorten (Dukovany und Temel√≠n) werden Kernkraftwerke mit insgesamt 6 Reaktoren betrieben. Zur W√§rmegewinnung wurden 2015 haupts√§chlich Kohle (62,6¬†%) und Gas (25,9¬†%) eingesetzt, der Anteil von √Ėl war gering (0,9¬†%).

Die Tschechische Republik f√ľhrt j√§hrlich rund 20 Prozent ihrer Stromproduktion aus. Stromexporten von 28661 GWh standen 2015 Importe von 16146 GWh gegen√ľber. Das entspricht etwa der Gesamtproduktion des Atomkraftwerks Temel√≠n. Nach 2014 ver√∂ffentlichten Pl√§nen des Industrieministeriums wird sich dieses Verh√§ltnis bis 2040 umkehren; dann w√ľrden 5¬†% des Strombedarfs importiert werden. Grund seien fallende B√∂rsenstrompreise aufgrund des Ausbaus erneuerbarer Energien in Nachbarl√§ndern, sodass sich viele Kraftwerke auf fossiler oder atomarer Brennstoffbasis nicht mehr wirtschaftlich betreiben lie√üen. Die Stromproduktion aus Kohle solle schrittweise reduziert, und Neubaupl√§ne f√ľr Atomkraftwerke verschoben oder verworfen werden. Die Ausschreibung f√ľr zwei neue AKW-Bl√∂cke am Standort Temel√≠n zog der halbstaatliche Energiekonzern ńĆEZ zur√ľck, nachdem die Regierung keine staatlich garantierten Strompreise zusagen wollte.

Land- und Forstwirtschaft

Die tschechischen Beckenlandschaften sind sehr fruchtbar. Die Landwirtschaft betreibt vorwiegend den Anbau von Weizen, Mais, Gerste, Zuckerr√ľben, Kartoffeln, R√ľben, Raps, Gem√ľse und Obst. Besonders wichtig ist die Hopfenproduktion, vor allem im Saazer Becken, als Grundlage der tschechischen Braukultur. B√∂hmen ist ein traditionelles Bierbrauerland, in S√ľdm√§hren wird hingegen Wein angebaut. Rinder, vorrangig Fleckvieh, Schweine und H√ľhner machen den gr√∂√üten Teil der Viehzucht aus. Von Bedeutung ist auch die Zucht von S√ľ√üwasserfischen, insbesondere Karpfen. 54¬†% der Gesamtfl√§che Tschechiens wird landwirtschaftlich genutzt. Ein Drittel der Fl√§che bedecken W√§lder, die auch Holz f√ľr den Export produzieren.

Die Landwirtschaft ist in Tschechien au√üergew√∂hnlich gro√üstrukturig organisiert. Ein Betrieb wirtschaftet im Schnitt auf 152 Hektar, w√§hrend der EU-weite Schnitt nur 14 Hektar betr√§gt. Hauptgrund daf√ľr ist das Genossenschaftswesen und die erzwungene Kollektivierung in den 1950er Jahren. √úberdurchschnittlich gro√ü auch der Anteil verpachteten Bodens, auch wenn der Anteil von Grundeigentum kontinuierlich steigt (2014: 22¬†%). Der Anteil von Besch√§ftigten in der Landwirtschaft betr√§gt ungef√§hr drei Prozent der Bev√∂lkerung.

Tourismus

Mit √ľber 12 Millionen Touristen stand Tschechien 2016 auf Platz 29 der meistbesuchten L√§nder der Welt. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich im selben Jahr auf 6,3 Mrd. US-Dollar. Wichtigstes Touristenziel in Tschechien ist die Hauptstadt Prag. Im Land gibt es insgesamt 12 UNESCO-Welterbest√§tten. 2018 waren die meisten Touristen aus Deutschland, der Slowakei, Polen, China und den USA.

Bergbau

In Tschechien werden Stein- und Braunkohle, Kaolin, Ton, Graphit, Kalkstein und Quarzsand gef√∂rdert. Der Kohleabbau verliert kontinuierlich an Bedeutung, er ging in den letzten 25 Jahren um gut die H√§lfte zur√ľck. Bis zum Jahr 2017 wurde bei Doln√≠ RoŇĺ√≠nka Uran gef√∂rdert. Der Gro√üteil des Erd√∂ls und Erdgases wird aus Russland eingef√ľhrt.

Wirtschaftskennzahlen

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 74,7 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 73,7 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 0,5¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 55,2 Mrd. US-Dollar oder 37,6¬†% des BIP.

Tschechische Staatsanleihen werden von der Ratingagentur Standard & Poor’s mit der Note AA- bewertet (Stand: Dezember 2018).

Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 7,68¬†% (2017)
  • Bildung: 3,8¬†% (2015)
  • Milit√§r: 1,19¬†% (2019)

Infrastruktur

Verkehr

Das Land verf√ľgt √ľber eine gute Verkehrsanbindung an seine Nachbarstaaten. Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualit√§t der Infrastruktur misst, belegte Tschechien 2018 den 22. Platz unter 160 L√§ndern. Von allen L√§ndern in Zentral/Osteuropa belegt es damit den ersten Rang.

Fernstraßen

Der Bau des tschechischen Autobahnnetzes reicht bis zum Jahr 1967 zur√ľck. W√§hrend bis 1990 weitgehend nur die Strecken Prag‚ÄďBr√ľnn und Br√ľnn‚ÄďPressburg fertiggestellt wurden, wurde das Netz in den folgenden Jahren stetig ausgebaut. Die Bauma√ünahmen konzentrierten sich bislang auf die Autobahn D5 Prag‚ÄďPilsen‚Äďdeutsche Grenze/A6‚ÄďN√ľrnberg und D8 Prag‚Äďdeutsche Grenze/A17‚ÄďDresden. Beide Strecken wurden mit Ausnahme eines kleinen Teilst√ľckes auf der D8 2006 fertiggestellt. Zum Jahresende 2006 betrug die L√§nge des Autobahnnetzes damit etwa 630¬†km. Weitere zirka 200¬†km befinden sich im Bau, darunter vor allem Abschnitte der D1 zwischen Br√ľnn und Ostrau. Diese und andere Bauarbeiten werden jedoch durch zahlreiche Einw√§nde erheblich verz√∂gert. Mittelfristig wird der Ausbau des Autobahnnetzes bis auf eine Gesamtl√§nge von etwa 1000¬†km angestrebt. Geplant ist daf√ľr insbesondere noch der Bau einer von Prag √ľber ńĆesk√© Budńõjovice nach Linz f√ľhrenden Strecke sowie die Verl√§ngerung der D11 bis an die polnische Grenze nach Trutnov. Auf den tschechischen Autobahnen gilt eine H√∂chstgeschwindigkeit von 130¬†km/h.

Unterhalb des Autobahnnetzes existiert ein √ľber 55.000¬†km langes Stra√üennetz, welches sich in 336¬†km Schnellstra√üen, 6156¬†km Stra√üen erster Ordnung, 14.669¬†km Stra√üen zweiter Ordnung und 34.128¬†km Stra√üen dritter Ordnung gliedert.

F√ľr die Benutzung der Autobahnen sowie der Schnellstra√üen ist eine Maut zu bezahlen. Autofahrer sind verpflichtet, eine Autobahnvignette zu kaufen, die von innen an die Windschutzscheibe geklebt werden muss.

Grundvorschriften im Straßenverkehr

  • Die Geschwindigkeitsbeschr√§nkungen betragen innerorts 50¬†km/h, au√üerorts 90¬†km/h und auf den Autobahnen 130¬†km/h.
  • Seit dem 1. Juli 2006 muss ganzj√§hrig mit Licht gefahren werden, Ersatzgl√ľhlampen sind mitzuf√ľhren.
  • Kinder bis 36¬†kg oder kleiner als 150¬†cm m√ľssen durch einen Kindersitz gesichert werden.
  • Es gilt absolutes Alkoholverbot beim Lenken von Fahrzeugen.
  • Telefonieren ist dem Lenker w√§hrend der Fahrt nur mit einer Freisprechanlage erlaubt.

Schienenverkehr

Der Schienenverkehr in Tschechien hat eine 160-j√§hrige Tradition. Beim Stand von 2010 ist das Streckennetz mit 9.620 Kilometern, gleichauf mit der Schweiz und abgesehen von den Stadtstaaten Monaco und Vatikanstadt das dichteste Eisenbahnnetz der Welt. Die meisten Strecken werden von der derzeit noch 100¬†% staatlichen Aktiengesellschaft ńĆesk√© dr√°hy (Tschechische Bahnen) betrieben. Bedingt durch die Lage in Mitteleuropa, ist die Tschechische Republik zu einem wichtigen Transitland geworden. Durch das Staatsgebiet f√ľhren verschiedene EuroCity-Korridore (z.¬†B. Berlin‚ÄďPrag‚ÄďWien oder Hamburg‚ÄďBerlin‚ÄďPrag‚ÄďBratislava‚ÄďBudapest). Die meisten Strecken werden im Halbstunden-, Stunden- oder Zweistundentakt befahren. Seit 2005 wird der tschechische Pendolino BR 680 als SuperCity von Prag nach Ostrava eingesetzt. Seit 2014 verkehrt der Railjet von Prag nach Wien und Graz. Die ńĆesk√© dr√°hy konkurrieren auf mehreren Strecken mittlerweile mit den privaten Verkehrsunternehmen RegioJet und LEO Express.

Aktuell wird das Streckennetz auf vier sogenannten ‚ÄěTransitkorridoren‚Äú ausgebaut, die im Endzustand mit einer Geschwindigkeit von 160¬†km/h befahren werden sollen, teilweise wird ein weiterer Ausbau f√ľr Tempo 230¬†km/h angestrebt:

  • Der weitgehend fertiggestellte erste Korridor durchquert das Land von Nordwest nach S√ľdost: Er f√ľhrt √ľber (Dresden‚Äď)Dńõńć√≠n, Prag und Br√ľnn weiter in Richtung BŇôeclav(‚ÄďWien) oder ab BŇôeclav alternativ nach Bratislava.
  • Der zweite Korridor f√ľhrt √ľber die Bahnstrecke BŇôeclav‚ÄďPetrovice u Karvin√© und erschlie√üt damit haupts√§chlich die m√§hrischen Landesteile und die drittgr√∂√üte Stadt des Landes Ostrava.
  • Der dritte Korridor f√ľhrt aus der Slowakei √ľber die Bahnstrecke ŇĹilina‚ÄďBohum√≠n nach Ostrava und teilt sich ab hier die Trasse mit dem zweiten Korridor bis PŇôerov. Von dort f√ľhrt er √ľber Olomouc nach ńĆesk√° TŇôebov√°, von wo er sich wiederum bis Prag die Trasse mit dem ersten Korridor teilt. Ab Prag f√ľhrt er √ľber die Bahnstrecke Praha‚ÄďPlzeŇą und die Bahnstrecke PlzeŇą‚ÄďCheb und von Cheb weiter in Richtung N√ľrnberg.
  • Der vierte Korridor durchquert das Land in Nord-S√ľd-Richtung: Er teilt sich zwischen Dńõńć√≠n und Prag die Trasse mit dem ersten Korridor und wird von Prag √ľber T√°bor nach ńĆesk√© Budńõjovice gef√ľhrt. Von dort wird der Korridor in Richtung Linz weitergef√ľhrt.

Teilweise ist auch ein f√ľnfter Korridor im Gespr√§ch, der √ľber die Bahnstrecke Praha‚ÄďTurnov und von Turnov weiter nach Liberec f√ľhren soll.

Luftfahrt

Wichtige tschechische Verkehrsflugh√§fen sind der Flughafen Prag (12,6 Millionen Passagiere im Jahr 2008), der Flughafen Br√ľnn-TuŇôany, der Flughafen Ostrava und der Flughafen Karlsbad. Die meisten Hauptst√§dte der Regionen k√∂nnen √ľber Sportflugpl√§tze angeflogen werden. Insgesamt gibt es in Tschechien 91 zivile Flugpl√§tze.

Die größten Fluggesellschaften sind Czech Airlines, Travel Service und die Billigfluggesellschaft Smart Wings.

Wasserverkehr

In Tschechien ist der Wasserverkehr auf den Fl√ľssen Elbe und Moldau und auf geschlossenen Wasserfl√§chen (Stauseen und Seen), die f√ľr die Schifffahrt geeignet sind, nur zum Teil erschlossen. Die Abschnitte der Elbe und Moldau mit internationalem Status sind mit dem europ√§ischen Wasserwege-System verbunden, das hei√üt mit Fl√ľssen zu den Seeh√§fen (Elbe-Hamburg) und mit dem System der europ√§ischen Kan√§le zu anderen Fl√ľssen und ihren Binnen- und Seeh√§fen (Magdeburg, Duisburg, Rotterdam).

Mit dem Moldauhafen besitzt die Tschechische Republik im Hamburger Hafen einen Freihafen mit direktem Zugang zur Nordsee. Dieses 30.000 Quadratmeter gro√üe Gebiet ist bis 2028 an Tschechien, als Rechtsnachfolger der ńĆSSR verpachtet.

Stadtverkehr

In gr√∂√üeren St√§dten sind Stra√üenbahnen, Busse und auch Oberleitungsbusse die √ľblichen √∂ffentlichen Verkehrsmittel. In kleineren St√§dten fahren nur Busse beziehungsweise O-Busse. In der Hauptstadt Prag betreiben die dortigen Verkehrsbetriebe die Prager Metro mit drei U-Bahnlinien, die das Zentrum mit den Stadtr√§ndern verbindet. Die Preise der Fahrkarten sind in den einzelnen St√§dten unterschiedlich; Senioren fahren √ľberall kostenlos. Fahrkarten werden an Schaltern, Automaten und teilweise in den Fahrzeugen selbst angeboten. In Prag und anderen gr√∂√üeren St√§dten sind Touristenkarten f√ľr mehrere Fahrten, wie Wochenfahrkarten, im Verkauf. Beim Betreten der Verkehrsmittel m√ľssen die Tickets in der Regel sofort entwertet werden.

Radverkehr

In den Hauptzentren des Fremdenverkehrs und in den St√§dten wird ein ausgedehntes Radwegenetz ausgebaut, dort kann man auch Stra√üenr√§der oder Mountainbikes leihen. Eine Anzahl europ√§ischer Radwege durchquert Tschechien. Viele Radwege f√ľhren durch h√ľgeliges Terrain, wie etwa die vielen Routen im B√∂hmerwald, die weiter in den Bayerischen Wald f√ľhren. Fahrradfahren ist in Tschechien weit verbreitet, in den letzten Jahren wurde daher intensiv an einem nationalen Radnetz gearbeitet. Eine landesweit einheitliche Ausschilderung mit gelben Radweg-Schildern und nummerierten Radwegen ist Fahrradtouristen sehr hilfreich.

Medien und Telekommunikation

In Tschechien erscheinen 75 Tageszeitungen, die von 19,9¬†% der Bev√∂lkerung gelesen werden. Daneben werden 62 Periodika herausgegeben, die von 8,9¬†% der Einwohner konsumiert werden. √úber insgesamt 3.405.834 Fernsehanschl√ľsse ‚Äď durchschnittlich 33,2 je 100 Einwohner ‚Äď k√∂nnen 150 Fernsehsender empfangen werden; der durchschnittliche t√§gliche Fernsehkonsum betr√§gt 194 Minuten.

Das √∂ffentlich-rechtliche Fernsehen hei√üt ńĆesk√° televize und umfasst die Programme ńĆT1 (allgemein), ńĆT2 (Bildung und Kultur), ńĆT24 (Nachrichten), ńĆT sport, ńĆT art und den Kindersender ńĆT :D. Der √∂ffentlich-rechtliche H√∂rfunk hei√üt ńĆesk√Ĺ rozhlas und umfasst unter anderem ńĆRo 1 (Informationskanal mit Nachrichten und Minderheitensendungen), ńĆRo 2 (Familienkanal mit Reportagen, H√∂rspielen, Wissenschafts- und Religionssendungen), ńĆRo 3 (Kultur + H√∂rspiele), ńĆRo 7 (Auslandsprogramm ‚ÄěRadio Prag‚Äú mit Sendungen in mehreren Sprachen) und √ľber 10 Regionalprogramme die von Regionalstudios produziert werden.

2013 wurden in Tschechien 19 Festnetzanschl√ľsse und 131 Mobiltelefonvertr√§ge pro 100 Einwohner gez√§hlt. Im Jahr 2019 nutzten 81 Prozent der Einwohner Tschechiens das Internet.

Das staatliche Postunternehmen ist die ńĆesk√° poŇ°ta. Das tschechische Postleitzahlensystem besteht in seiner heutigen Form seit 1973. F√ľr telefonische Ortsgespr√§che ist die ehemalige Vorwahlnummer erforderlich, sie geh√∂rt nun zur Anschlussnummer, die internationale Telefonvorwahl ist +420.

Bildung

Das Schulwesen ist in Tschechien dreistufig organisiert. Die Grundschule (Z√°kladn√≠ Ň°kola) dauert neun Jahre und deckt den gesamten Pflichtschulbereich ab. Nach der f√ľnften oder siebten Klasse kann jedoch nach einer Aufnahmepr√ľfung in ein acht- beziehungsweise sechsj√§hriges Gymnasium gewechselt werden. Daneben gibt es das vierj√§hrige Oberstufengymnasium. Das Gymnasium wird mit der Matura (maturita) abgeschlossen, die zum Hochschulstudium berechtigt. Neben dem Gymnasium gibt es Konservatorien f√ľr musische F√§cher und mittlere Fachschulen (StŇôedn√≠ odborn√° Ň°kola), die auf technische, kaufm√§nnische oder andere Fachrichtungen spezialisiert sind und ebenfalls mit Matura abschlie√üen. Die Lehrlingsausbildung erfolgt an dreij√§hrigen Berufsschulen (StŇôedn√≠ odborn√© uńćiliŇ°tńõ).

Die Hochschulbildung gliedert sich in die drei Stufen Bakkalaureat, Master- bzw. Magisterstudium und Doktorat. 29 Hochschulen haben den Rang einer Universit√§t. Die √§lteste und mit 50.000 Studenten gr√∂√üte Universit√§t ist die Prager Karls-Universit√§t. Weitere gro√üe Hochschulen sind die Masaryk-Universit√§t in Br√ľnn und die Palacky-Universit√§t Olomouc sowie die Technische Universit√§t Br√ľnn und die Tschechische Technische Universit√§t Prag.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen Tschechiens Sch√ľler Platz 28 von 72 L√§ndern in Mathematik, Platz 28 in Naturwissenschaften und Platz 30 beim Leseverst√§ndnis. Tschechien liegt damit minimal unter den Durchschnitt der OECD-Staaten.

Kultur

Architektur

Prag wird ‚ÄěDie Stadt der 100 T√ľrme‚Äú und ‚ÄěGoldene Stadt‚Äú genannt. Hier sind architektonisch bedeutsame Bauten aus den verschiedenen Epochen der europ√§ischen Kulturgeschichte vereint. Doch auch au√üerhalb der Hauptstadt finden sich herausragende Bauten und Kulturdenkm√§ler. 12 St√§tten in Tschechien sind als UNESCO-Welterbe ausgewiesen, darunter die historischen Altst√§dte von ńĆesk√Ĺ Krumlov, Kutn√° Hora und Telńć.

Imposante Kathedralen der mittelalterlichen Gotik sind der Prager Veitsdom und der Dom der heiligen Barbara in Kutn√° Hora. √Ąlter als die ber√ľhmte Karlsbr√ľcke ist die Steinbr√ľcke in P√≠sek. Zahlreiche Burgen und Kl√∂ster aus dem Mittelalter pr√§gen die Landschaft, beispielsweise die Burgen KarlŇ°tejn und PernŇ°tejn, das Kloster Porta Coeli und das Kloster VyŇ°Ň°√≠ Brod. Schl√∂sser der b√∂hmischen Renaissance sind LitomyŇ°l, JindŇôichŇĮv Hradec und Kratochv√≠le. Die Stadtpl√§tze von Slavonice oder Prachatice sind von diesem Stil gepr√§gt. Eine tschechische Eigenart ist die sogenannte Barockgotik von Johann Blasius Santini-Aichl, deren H√∂hepunkt die Wallfahrtskirche Zelen√° Hora darstellt. Barock und Rokoko hinterlie√üen im ganzen Land ihre Spuren. Beispiele sind das Schloss KromńõŇô√≠Ňĺ, die Dreifaltigkeitss√§ule in Olm√ľtz, Schloss Troja oder das Rokokoschloss Nov√© Hrady. Eine volkst√ľmliche Spielart ist das s√ľdb√∂hmische Bauernbarock, von dem das Dorf HolaŇ°ovice Zeugnis gibt. Klassizistische Parkanlagen sind die Kulturlandschaft Lednice-Valtice oder Franzensbad. Dem Historismus ist die Generation des Nationaltheaters zuzuordnen.

Die moderne Architektur beginnt mit dem Prager Jugendstil, dessen pr√§chtigstes Bauwerk das Prager Gemeindehaus ist. Josef Gońć√°r und andere entwickelten die Stilart kubistische Architektur. Diese spezifische Richtung entwickelte sich zu einer Art Nationalarchitektur und brachte die Sonderform des Rondokubismus hervor. Sie wurde in den 1920er Jahren jedoch von der funktionalistischen Architektur abgel√∂st. Br√ľnn, wo Bohuslav Fuchs wirkte und die Villa Tugendhat steht war das Zentrum des Funktionalismus. Mit der Architektur der kommunistischen Zeit werden oft Plattenbauten assoziiert, sie ist umstritten. Architektonische Leistungen dieser Zeit sind der Fernsehturm ŇĹiŇĺkov und der Fernsehturm JeŇ°tńõd. Das bekannteste Bauwerk der Zeit nach 1989 ist das Tanzende Haus.

Bildende Kunst

Das √§lteste erhaltene romanische Fresko befindet sich in der Znaimer Katharinenrotunde. Der reich illustrierte VyŇ°ehrader Kodex ist ein Meisterwerk der Buchmalerei aus dem 11. Jahrhundert. Unter Karl IV. erlebte die gotische Malerei eine Bl√ľte, die f√ľr Europa stilbildenden Maler des 14. Jahrhunderts werden deshalb als b√∂hmische Malerschule bezeichnet. Neben dem Hofmaler Theoderich geh√∂rten dazu etwa der Meister von Hohenfurth und der Meister des Leitmeritzer Altars. Peter Parler wirkte zu dieser Zeit als Bildhauer und Dombaumeister. Herausragende Maler der Barockzeit sind die Karel ҆kr√©ta, Jan Kupeck√Ĺ und Peter Johann Brandl. Die Kupferstiche des V√°clav Hollar zeichnet eine in seiner Zeit einzigartige realistische Genauigkeit aus. Bedeutende barocke Bildhauer sind Matthias Bernhard Braun und Ferdinand Maximilian Brokoff.

Josef Navr√°til und Josef M√°nes sind Vertreter der Romantik. Gro√üen Erfolg als Historienmaler hatte V√°clav BroŇĺ√≠k. Mit der national ausgerichteten repr√§sentativen Kunst der sogenannten Generation des Nationaltheaters stehen unter anderen die Maler Mikol√°Ň° AleŇ° und Vojtńõch Hynais sowie die Bildhauer Josef V√°clav Myslbek in Zusammenhang.

Die tschechische moderne Malerei leiten Max ҆vabinsk√Ĺ und Anton√≠n Slav√≠ńćek ein. Der bekannteste Bildhauer dieser Zeit ist Ladislav ҆aloun. der Kunstverein M√°nes entwickelte sich zum Organ der modernen bildenden Kunst. Alfons Mucha ist ein weltbekannter Vertreter des Jugendstils, der haupts√§chlich f√ľr seine charakteristische Plakatkunst, aber auch f√ľr das Monumentalwerk Das Slawische Epos mit Szenen aus der slawischen Geschichte ber√ľhmt ist. Weniger bekannte Jugendstilmaler sind Viktor Oliva und Karel V√≠tńõzslav MaŇ°ek.

Ein Pionier der abstrakten Kunst weltweit war FrantiŇ°ek Kupka, der bereits 1911 abstrakte Gem√§lde ausstellte. In der Folge war die kubistische Malerei stark vertreten (Emil Filla, Bohumil KubiŇ°ta, Josef ńĆapek). Otto Gutfreund schuf kubistische Plastiken. In den 1930er Jahren begr√ľndeten JindŇôich ҆tyrsk√Ĺ und Toyen den tschechischen Surrealismus, der mit Jan ҆vankmajer bis in die Gegenwart wirkt. Herausragend sind mehrere tschechischen Illustratoren, allen voran Josef Lada und Zdenńõk Burian, welcher das pr√§historische Leben wiederauferstehen lie√ü. Sp√§ter wirkten Adolf Born und Kvńõta Pacovsk√° in diesem Bereich. Zeitgen√∂ssische bildende K√ľnstler sind etwa Anna Chromy, FrantiŇ°ek Sk√°la, Jaroslav R√≥na oder David ńĆern√Ĺ die unter anderem Kunst im √∂ffentlichen Raum schaffen.

Literatur

Im 9. Jahrhundert f√ľhrten Kyrill und Method in Gro√üm√§hren die Altkirchenslawische Sprache als erste slawische Schriftsprache ein. Daraus entwickelte sich die alttschechische Sprache, die im Mittelalter neben Latein und Deutsch zur Literatursprache in B√∂hmen und M√§hren aufstieg. Die ersten Belege f√ľr alttschechische Literatur stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert, zur kulturellen Bl√ľtezeit kam es unter der Herrschaftszeit Karls IV. Jan Hus f√ľhrte 1406 die diakritischen Zeichen in der tschechischen Sprache ein. Die Kralitzer Bibel√ľbersetzung aus dem 16. Jahrhundert hatte gro√üen Einfluss auf das tschechische Schrifttum. Herausragende Literaten der Barockliteratur sind der P√§dagoge und Universalgelehrte Johann Amos Comenius und der Jesuitenprediger BedŇôich Bridel. Ende des 18. Jahrhunderts setzten Josef Dobrovsk√Ĺ und Josef Jungmann mit ihren sprachwissenschaftlichen Arbeiten den Grundstein f√ľr die nationale Wiedergeburt. Es folgten die Romantik mit Karel Hynek M√°cha als Hauptvertreter und der Realismus mit BoŇĺena Nńõmcov√° und Jan Neruda (Kleinseitner Geschichten).

Die tschechische Moderne greift die zahlreichen literarischen Str√∂mungen auf, die um die Jahrhundertwende in Europa entstehen. Die Entstehung der Tschechoslowakei belebte den Kulturbetrieb enorm. Namhafte Autoren der Zwischenkriegszeit sind beispielsweise Jaroslav HaŇ°ek (Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk) und Karel ńĆapek. Die √Ąra des Kommunismus brachte erneut Zensur oder veranlasste die Schriftsteller ins Exil zu gehen, wie etwa Josef ҆kvoreck√Ĺ und Milan Kundera. Die im Land Verbleibenden, wie Bohumil Hrabal oder Ludv√≠k Vacul√≠k publizierten im Samizdat. Seit 1989 ist die freie Literaturproduktion wieder m√∂glich.

Musik

Das √§lteste musikalische Dokument auf tschechischem Gebiet ist das geistliche Lied Hospodine, pomiluj ny (Herr, erbarme dich), das in die Wende vom 10. zum 11. Jahrhundert datiert. Der alttschechische St.-Wenzels-Choral (Svat√Ĺ V√°clave) aus dem 12. Jahrhundert ruft den heiligen Wenzel als F√ľrsprecher an und fungierte bis ins 19. Jahrhundert als Nationalhymne. In den Kl√∂stern existierte eine reiche Tradition der Kirchenmusik, an die die Hussitenlieder im 15. Jahrhundert anschlie√üen. Das Kampflied KtoŇĺ js√ļ boŇĺ√≠ bojovn√≠ci ist das ber√ľhmteste unter ihnen. Aus der Barockzeit sind erstmals Namen von Komponisten bekannt, darunter Adam Michna, Heinrich Biber, Jan Dismas Zelenka, Georg Anton Benda, FrantiŇ°ek Xaver Brixi, Josef Mysliveńćek, Johann Baptist Vanhal, Jan Ladislav Dus√≠k, Leopold KoŇĺeluh und Anton√≠n Rejcha.

Zwei weltbekannte tschechische Komponisten lebten im 19. Jahrhundert: Zu BedŇôich Smetanas bekannten romantischen Werken geh√∂ren etwa Die Moldau oder die Oper Die verkaufte Braut. Anton√≠n DvoŇô√°ks vielseitiges Schaffen umfasst neun Sinfonien, darunter die Sinfonie Aus der Neuen Welt, Opern, Oratorien, Kammer- und Klaviermusik. Ein weiterer ber√ľhmter Komponist ist LeoŇ° Jan√°ńćek, dessen Opern (Das schlaue F√ľchslein) von der m√§hrischen Volksmusik inspiriert sind. Sprichw√∂rtlich bekannt ist die b√∂hmische Blasmusik, deren herausragendste Komponisten FrantiŇ°ek Kmoch und Julius Fuńć√≠k sind.

Vertreter der modernen Musik sind Alois H√°ba, ein Pionier der mikrotonalen Musik, der Jazzkomponist Jaroslav JeŇĺek oder Pavel Haas. Zu den bekannten tschechischen Liedermachern geh√∂ren Karel HaŇ°ler, JiŇô√≠ ҆litr und Karel Kryl. In den 1960er und 1970er Jahren entwickelte sich in Prag eine Underground-Kultur mit Bands wie The Plastic People of the Universe, DG 307 und Ps√≠ voj√°ci. Zeitgen√∂ssische Musiker verschiedener Genres sind zum Beispiel der auch im deutschsprachigen Raum ber√ľhmte Schlagerstar Karel Gott, Iva Bittov√°, Lucie B√≠l√° oder Jarom√≠r Nohavica.

Von internationaler Bedeutung ist das j√§hrliche klassische Musikfestival Prager Fr√ľhling.

Film

Der Filmsektor ist in Tschechien stark entwickelt. Die Filmstudios Barrandov geh√∂ren zu den gr√∂√üten und renommiertesten in Europa. Allj√§hrlich findet das Internationale Filmfestival Karlovy Vary statt. Regisseure wie MiloŇ° Forman (Einer flog √ľber das Kuckucksnest), Jan Svńõr√°k (Kolya) und JiŇô√≠ Menzel (Liebe nach Fahrplan) erhielten f√ľr ihre Produktionen Oscars.

K√ľche

Die K√ľche in B√∂hmen und M√§hren gilt als deftig und reichhaltig. Es dominieren Fleischspeisen, wie Schweinsbraten (vepŇôo-knedlo-zelo) oder Lendenbraten (sv√≠ńćkov√°). Typische Beilagen sind Kn√∂del in vielen Variationen, Wei√ü- und Rotkraut sowie Pilze. Zu den fleischlosen Gerichten z√§hlen Kartoffelpuffer (brambor√°ky) und gebackener K√§se (smaŇĺen√Ĺ s√Ĺr). Einen wichtigen Stellenwert haben die b√∂hmischen Mehlspeisen, die auch in die √∂sterreichische K√ľche Eingang gefunden haben. Dazu geh√∂ren Palatschinken, Buchteln, Kolatschen, Powidltascherl, Zwetschkenkn√∂del, Dalken und andere.

Bier gilt als Nationalgetränk. Tatsächlich ist der Bierkonsum in Tschechien weltweit am höchsten, das Bierbrauen hat eine jahrhundertealte Tradition. Weltweit bekannte Marken sind Pilsner Urquell und Budweiser. Besonders in Mähren wird auch Weinbau betrieben. Bekannte Spirituosen sind Sliwowitz und Becherovka.

Feiertage und Brauchtum

In Tschechien sind mehrere historische Gedenktage zu staatlichen Feiertagen erkl√§rt worden. Dazu z√§hlen der Tag der tschechischen Staatlichkeit am Todestag des Heiligen Wenzel am 28. September, der Tag der Entstehung des tschechoslowakischen Staates am 28. Oktober und der Tag des Kampfes f√ľr Freiheit und Demokratie am 17. November. Bis auf den Karfreitag, den Ostermontag und die Weihnachtsfeiertage (24., 25. und 26. Dezember) sind die christlichen Feiertage in Tschechien nicht arbeitsfrei.

Zum immateriellen Kulturerbe z√§hlen der Ritt der K√∂nige, der Rekrutentanz VerbuŇąk in der M√§hrischen Slowakei, die Faschingsprozessionen in der Hlinecko-Region, das Puppentheater und der Blaudruck.

Sport

Schätzungsweise 15 Prozent der tschechischen Bevölkerung sind in Sportvereinen organisiert.

Wintersport

Der wichtigste Sport (auch als Nationalsport bezeichnet) ist Eishockey. In diesem Sport erzielt die Tschechische Republik regelmäßig internationale Erfolge (Weltmeisterschaften, Olympische Spiele).

Bedeutende Regionen des Wintersports sind das Riesengebirge im Norden, der B√∂hmerwald im Westen, sowie der Keilberg (Kl√≠novec) im tschechischen Teil des Erzgebirges. Harrachov und Liberec sind internationale Zentren nordischer Sportarten. Hier finden regelm√§√üig FIS-Weltcup-Springen statt, in Liberec die Nordische Ski-WM (2009). Nov√© Mńõsto na Moravńõ hat ebenfalls eine Bedeutung im internationalen Wintersport. Hier fand im Februar 2015 der Biathlon-Weltcup statt.

Fußball

Die erste Liga umfasst 16 Mannschaften. Zwei davon steigen am Ende der Saison, also nach 30 Spieltagen, in die landesweite FNL (Fotbalov√° n√°rodn√≠ liga, ‚ÄěFu√üballnationalliga‚Äú) ab. Von dort steigen dementsprechend zwei Teams in die 1. Liga auf. Die dritth√∂chste Spielklasse ist zweigeteilt. Den westlichen Teil (B√∂hmen) deckt die ńĆFL (ńĆesk√° fotbalov√° liga, ‚ÄěB√∂hmische Fu√üballliga‚Äú, 18 Teams) ab, den √∂stlichen Teil des Landes (M√§hren und Schlesien) die MSFL (Moravskoslezsk√° fotbalov√° liga, ‚ÄěM√§hrisch-Schlesische Fu√üballliga‚Äú, 16 Teams). Der jeweilige Meister der beiden dritten Ligen steigt in die zweite Liga auf. Der Abstieg aus der zweiten Liga bestimmt auch den Abstieg aus den Ligen darunter mit, denn es k√∂nnen zum Beispiel zwei Mannschaften aus der FNL absteigen, die beide in den Bereich der ńĆFL oder eben der MSFL fallen, womit dort eine Mannschaft zu viel w√§re. Es muss also noch eine zus√§tzliche Mannschaft absteigen.

Der Unterbau des dritten Levels ist f√ľnfgeteilt. Unterhalb der ńĆFL gibt es drei Gruppen (A, B, C) der Divize, unterhalb der MSFL zwei (D und E). Von diesen Ligen steigt jeweils der Meister in die ńÜFL beziehungsweise MSFL auf, die jeweils letzten zwei in einen der regionalen ‚ÄěKrajsk√Ĺ pŇôebor‚Äú ab, je nach Zugeh√∂rigkeit. Insgesamt gibt es nach einer Reform 2002/03 nun 13 Gruppen solcher f√ľnften Ligen (zuvor lediglich 10), 9 als Unterbau der ńĆFL beziehungsweise der Divize A, B, C und 5 als Unterbau der MSFL beziehungsweise der Divize D und E.

Motorsport

Bei ҆ternberk findet j√§hrlich ein Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft statt (Ecce Homo). Josef Kopeck√Ĺ (1994), Otakar Kr√°msk√Ĺ (1995, 1997, 1998), Robert ҆enk√ĹŇô (2003, 2004), Miroslav JakeŇ° (2008) und V√°clav Jan√≠k (2009) wurden Meister dieser Serie. 2008 und 2009 belegten tschechische Fahrer Platz eins bis drei der EBM. Weitere Bergrennstrecken sind bei √öst√≠ nad Orlic√≠ (√östeck√° 21), LanŇ°kroun und Mal√° BystŇôice.

Mit dem ‚ÄěAutomotodrom Brno‚Äú steht bei Br√ľnn eine internationalen Anspr√ľchen gen√ľgende Rundstrecke zur Verf√ľgung, die von der DTM genutzt wurde, und im Rahmen der WTCC angefahren wird. Des Weiteren findet hier im Rahmen der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft ein Rennen der MotoGP statt. In Most besteht eine Rennstrecke (Autodrom Most). Die wird international vor allem f√ľr die Truck Race Serie sowie zum Teil auch f√ľr Tourenwagen gen√ľtzt. Im Marketa Stadion von Prag findet seit mehreren Jahren im Rahmen der Speedway-Einzel-Weltmeisterschaft der Grand Prix von Tschechien statt. In Pardubice findet seit etlichen Jahrzehnten das traditionelle Internationale Speedwayrennen um den Goldhelm von Pardubice (‚ÄěZlat√° pŇôilba Pardubice‚Äú) statt.

In Mari√°nsk√© L√°znńõ fand auf der 1000 Meter langen Sandbahn in den Jahren 1976, 1979, 1983, 1989, 1991 und 1994 das Finale zur Langbahn-Weltmeisterschaft statt. Seit 1997 der Langbahn-WM Grand Prix eingef√ľhrt worden ist, gab es auch schon einige Male den Langbahn-WM Grand Prix der Tschechischen Republik in Mari√°nsk√© L√°znńõ.

Weitere Sportarten

Von internationaler Bedeutung ist das allj√§hrlich stattfindende Pferderennen von Pardubice. Dieser Wettbewerb findet unter dem Namen Velk√° Pardubick√° seit 1874 statt und ist wegen seiner besonderen H√§rte ber√ľchtigt.

An der Weltspitze spielt das tschechische Frauentennis mit Karol√≠na Pl√≠Ň°kov√° und Petra Kvitov√°.

Siehe auch

  • Landesname Tschechische Republik

Weblinks

  • Statistisches Amt der Tschechischen Republik (tschechisch, englisch)

Anmerkungen

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (14)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Jihocesk√Ĺ kraj 49.6212548 48.5518081 13.5363203 15.6041293  
Jihomoravsk√Ĺ kraj 49.6332547 48.6165377 15.5424287 17.6458148  
Karlsbad 50.459847 49.891137 12.0909912 13.3011975  
Kraj Vysocina 49.8611195 48.9375446 14.8887667 16.4184401  
Kr√°lov√©hradeck√Ĺ kraj 50.7804396 50.0388059 15.1049794 16.5855247 Kr√°lov√©hradeck√Ĺ kraj  
Libereck√Ĺ kraj 51.0231974 50.4718301 14.3435357 15.6330293 Libereck√Ĺ kraj  
Moravskoslezsk√Ĺ kraj 50.3279579 49.392608 17.1462628 18.8592549  
Olomouck√Ĺ kraj 50.4494346 49.2669759 16.7115968 17.9172214  
Pardubick√Ĺ kraj 50.2076373 49.5720141 15.3630765 16.8665452  
Pilsen 50.1033335 48.9412671 12.400522 13.835103  
Prag 50.177403 49.9419363 14.2244533 14.7067945  
StŇôedońćesk√Ĺ kraj 50.6190994 49.5013366 13.3973366 15.5345257  
√östeck√Ĺ kraj 51.0557757 50.0774318 12.940246 14.6528592 √östeck√Ĺ kraj  
Zl√≠nsk√Ĺ kraj 49.5399786 48.8542302 17.1108595 18.4155308  
 

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Flagge: Czech Republic

Name englisch: Czech Republic
Hauptstadt: Prague
Kfz: CZ
ISO: CZ
ISO3: CZE
Fläche: 78866 km²
Tld: .cz
Wärung Einheit: CZK
Währung: Koruna
Vorwahl: 420

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 51.0557185
südlichster Punkt: 48.5518081
westlichster Punkt: 12.090589
östlichster Punkt: 18.8592361


 
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