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Staat Informationen : Slowakei

Informationen:


Die Slowakei (slowakisch , amtlich Slowakische Republik, slowakisch ) ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa, der an √Ėsterreich, Tschechien, Polen, die Ukraine und Ungarn grenzt. Die Hauptstadt und gleichzeitig gr√∂√üte Stadt des Landes ist Bratislava (deutsch Pressburg), weitere wichtige St√§dte sind KoŇ°ice (Kaschau), PreŇ°ov (Eperies), ŇĹilina (Sillein), Bansk√° Bystrica (Neusohl) und Nitra (Neutra).

Das Land ist zu zwei Dritteln gebirgig und hat einen betr√§chtlichen Anteil am Karpatenbogen. Im Westen reicht es bis zum n√∂rdlich der Donau liegenden Teil des Wiener Beckens, w√§hrend der S√ľden und S√ľdosten bis zur Donau und einem kleinen Teil der Thei√ü durch Ausl√§ufer der Pannonischen Tiefebene gepr√§gt sind. Die Slowakei liegt in der kontinental-gem√§√üigten Klimazone mit Unterschieden zwischen dem tiefer gelegenen S√ľden und dem gebirgigen Norden des Landes.

Das Gebiet der heutigen Slowakei wurde am Wendepunkt des 5. und 6. Jahrhunderts von den Slawen besiedelt. Deren erstes politisches Gebilde war das Reich des Samo (7. Jahrhundert), sp√§ter befand sich in der Slowakei eines der Zentren des fr√ľhmittelalterlichen M√§hrerreiches. Im 11. Jahrhundert wurde die Slowakei in das K√∂nigreich Ungarn eingegliedert, das ab 1526 Teil der Habsburgermonarchie und ab 1867 Teil √Ėsterreich-Ungarns war. Nach der Aufl√∂sung der Doppelmonarchie 1918 wurde die Slowakei Teil der neu gegr√ľndeten Tschechoslowakei. Mit deren Zerschlagung durch das Deutsche Reich entstand 1939 der kurzlebige Slowakische Staat. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die tschechoslowakische Republik 1945 wiederhergestellt. Am 1. Januar 1993 entstand nach friedlicher Aufteilung der Tschechoslowakei die unabh√§ngige Slowakische Republik als Nationalstaat der Slowaken.

Seit 2004 ist die Slowakei Mitglied der Europäischen Union und der NATO. Im Jahr 2007 wurden gemäß dem Schengen-Abkommen die Grenzkontrollen zu EU-Staaten aufgehoben, 2009 trat die Slowakei der Eurozone bei. Das Land ist eine demokratisch verfasste parlamentarische Republik. Mit Polen, Tschechien und Ungarn bildet die Slowakei die Visegrád-Gruppe.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zählt die Slowakei zu den Ländern mit sehr hoher menschlicher Entwicklung.

Staatsbezeichnung und Ethnonym

Geschichtliches

Die heutige deutsche Bezeichnung des Gebietes und Staates, Slowakei, ist relativ neu und taucht erstmals in einer Petition an den √∂sterreichischen Kaiser im Jahr 1849 auf. Die slowakische Landesbezeichnung Slovensko ist seit dem 15. Jahrhundert schriftlich belegt, und leitete sich von der bereits im 9. Jahrhundert auftauchenden altslawischen Selbstbezeichnung aller Slawen, der Sloveni, ab. Im 14. Jahrhundert wurde das Gebiet der heutigen West- und Mittelslowakei oft als ‚ÄěMattesland‚Äú (slowakisch: Mat√ļŇ°ov√° zem) bezeichnet, nach dem m√§chtigen magyarischen F√ľrsten Matt√§us Cs√°k. Seit dem 16. Jahrhundert wurde f√ľr das Gebiet der heutigen Slowakei zunehmend die Bezeichnung Oberungarn (slowakisch: Horn√© Uhorsko) verwendet, nachdem bis auf die heutige Slowakei der Gro√üteil Ungarns unter t√ľrkischer Herrschaft stand.

√Ąhnlichkeiten der Staatsnamen von Slowakei und Slowenien

Die heutige Selbstbezeichnung der westslawischen Slowaken leitet sich wie auch die der s√ľdslawischen Slowenen von der Urbezeichnung aller Slawen, der Sloveni, ab. So bezeichnen die Slowaken ihr Land als Slovensko, w√§hrend Slowenien bei den Slowenen Slovenija hei√üt. Die slowakische Sprache wird auf Slowakisch als slovenńćina, die slowenische Sprache auf Slowenisch als slovenŇ°ńćina bezeichnet. Das Wort f√ľr Slowakin (auf slowakisch) und Slowenin (auf slowenisch) ist in beiden Sprachen gleich: Slovenka. Der einzige gr√∂√üere Unterschied besteht heute in der m√§nnlichen Form: W√§hrend sich bei den Slowenen die m√§nnliche Originalform Slovenec bis heute erhalten hat, kam es bei den Slowaken im 15. Jahrhundert (unter tschechischem und polnischem Einfluss) zu einer Umbildung, bei der die urspr√ľngliche m√§nnliche Bezeichnung Sloven durch die heutige Bezeichnung Slov√°k ersetzt wurde.

Geographie

Naturraum

Die Slowakei erstreckt sich zwischen dem 47. und 49. n√∂rdlichen Breitengrad, zwischen dem 17. und 22. √∂stlichen L√§ngengrad und hat eine maximale Ost-West-Ausdehnung von 429 Kilometern (von Z√°horsk√° Ves nach Nov√° Sedlica) und eine Nord-S√ľd-Ausdehnung von 197 Kilometern (von Obid nach Skalit√©). Im Norden und in der Mitte hat sie den Charakter eines Gebirgslandes, reicht aber im S√ľden bis in die Gro√üe und Kleine Ungarische Tiefebene. Der Staat hat einen Fl√§chenanteil von fast einem Drittel des gesamten Karpatenbogens, vor allem der Westkarpaten. Die h√∂chste Erhebung ist der Gerlachovsk√Ĺ Ň°t√≠t (Gerlsdorfer Spitze) in der Hohen Tatra mit 2655¬†m¬†n.m. (zugleich der h√∂chste Berg der gesamten Karpaten); die Zahl der Zweitausender betr√§gt etwa 100. Der niedrigste Punkt liegt am Fluss Bodrog bei Klin nad Bodrogom, wo der Fluss die Slowakei bei 94¬†m¬†n.m. verl√§sst. Der geographische Mittelpunkt der Slowakei liegt am Berg Hrb bei ńĹubietov√°, einer der beanspruchten Mittelpunkte Europas ist bei Kremnick√© Bane festgelegt. Die Slowakei hat folgende Grenzl√§ngen zu den Nachbarl√§ndern: √Ėsterreich 107¬†km, Tschechien 252¬†km, Polen 541¬†km, Ukraine 98¬†km und Ungarn 655¬†km.

Zwei Drittel der Fläche der Slowakei gehören zu den Karpaten, den Rest bilden Ausläufer der Pannonischen Tiefebene sowie ein kleiner Teil des Wiener Beckens.

Im Westen bei Bratislava beginnen die Karpaten mit den Kleinen Karpaten (H√∂he bis 770¬†m), einem schmalen Gebirgszug, nord√∂stlich daran schlie√üen sich die Wei√üen Karpaten (Biele Karpaty, bis 1000¬†m), Str√°Ňĺovsk√© vrchy, Javorn√≠ky sowie verschiedene Gebirge der Beskiden an, die der tschechischen und sp√§ter polnischen Grenze folgen. √Ėstlich von ŇĹilina nimmt die H√∂he weiter zu, mit Gebirgen wie Kleine und die Gro√üe Fatra (Mal√°/Veńĺk√° Fatra, bis 1700¬†m), die Niedere Tatra (N√≠zke Tatry, bis 2040¬†m) sowie die Tatra (Tatry, h√∂chste Gipfel 2400‚Äď2655¬†m) an der polnischen Grenze. Im weiteren Verlaufe der √Ąu√üeren Karpaten sinkt die H√∂he wieder, beginnend mit den Leutschauer Bergen sowie der Zipser Magura und weiter √ľber die Niederen Beskiden bis zur ukrainischen Grenze (H√∂he 500‚Äď1200¬†m); bei Bardejov liegt die Grenze zwischen den Westkarpaten und Ostkarpaten (in dieser Region auf Deutsch auch Waldkarpaten genannt). Danach folgt das Bergland Ondavsk√° vrchovina, bevor der slowakische Teil der √§u√üeren Karpaten mit dem Gebirge Bukovsk√© vrchy endet.

Weiter im Inneren des Landes beginnen die Erhebungen mit dem Tribetz und dem Vogelgebirge bei Nitra beziehungsweise Topońĺńćany (bis 1340¬†m). Die Region westlich und s√ľdlich von Bansk√° Bystrica ist von verschiedenen Gebirgsz√ľgen des Slowakischen Mittelgebirges (bis 1300¬†m), unter anderem von den Schemnitzer, Kremnitzer Bergen und der Pońĺana bedeckt. Die gesamte Fl√§che zwischen Detva (√∂stlich von Zvolen) und KoŇ°ice nimmt das Slowakische Erzgebirge (Slovensk√© rudohorie, bis knapp 1500¬†m) ein, wobei die H√∂he generell vom Norden nach S√ľden sinkt. √Ėstlich von KoŇ°ice sind bedeutende Gebirge die Slansk√© vrchy sowie der Vihorlat (bis knapp 1100¬†m).

Die Bev√∂lkerung in den Gebirgen des Landes konzentriert sich in den vielen Talkesseln; die bedeutendsten sind (von West nach Ost): die PovaŇĺsk√© podolie, die Hornonitrianska kotlina, die ŇĹilinsk√° kotlina, die Turńćianska kotlina, die Zvolensk√° kotlina, die Podtatransk√° kotlina, die Juhoslovensk√° kotlina sowie die KoŇ°ick√° kotlina.

Gr√∂√üere Niederungen befinden sich vor allem im Westen und S√ľdosten des Landes. Zwischen der March und den Kleinen Karpaten befindet sich die Z√°horsk√° n√≠Ňĺina, die sich mit der Landschaft Z√°horie √ľberschneidet. Geomorphologisch gesehen ist sie ein Teil des Wiener Beckens. Etwa zwischen den Kleinen Karpaten und dem Slowakischen Mittelgebirge erstreckt sich das Donautiefland (Podunajsk√° n√≠Ňĺina), die sich auf Grund ihrer Gr√∂√üe und unterschiedlichen Landschaften weiter in die Donauebene (Podunajsk√° rovina) im S√ľdwesten zwischen Bratislava und Nov√© Z√°mky/Kom√°rno sowie in das Donauh√ľgelland (Podunajsk√° pahorkatina) n√∂rdlich und √∂stlich davon aufteilen. Die H√∂he variiert von 100¬†m im S√ľden bis 200¬†m im Norden. Im Bereich rund um TrebiŇ°ov und Michalovce erstreckt sich das Ostslowakische Tiefland (V√Ĺchodoslovensk√° rovina), das √§hnlich wie das Donautiefland in die Ostslowakische Ebene (V√Ĺchodoslovensk√° rovina) und das Ostslowakische H√ľgelland (V√Ĺchodoslovensk√° pahorkatina) unterteilt wird.

Geologie

Die Slowakei geh√∂rt zum alpidischen Gebirgssystem, das im Sp√§tmesozoikum und K√§nozoikum entstand. An der Bildung beteiligten sich auch Gesteine pal√§ozoischen und m√∂glicherweise proterozoischen Ursprungs. Bis zum Sp√§tmesozoikum lag das Gebiet der heutigen Slowakei zum gr√∂√üten Teil unterhalb des Meeresniveaus. Der Kern der sp√§teren Westkarpaten bilden die durch Metamorphose entstandene Granit, Gneis und Glimmerschiefer, die durch aus Sedimentengesteinen entstandene Kalk- und Dolomitengesteine gebildete Decke bedeckt sind. Gegen Ende des Mesozoikums und im K√§nozoikum kam es zur bedeutenden √Ąnderung im Bau der Erdkruste durch Faltung und Orogenese. Im Jungterti√§r entstanden aus erh√∂hten Schollen heutige Gebirge, aus abgesenkten Talkessel und Tiefl√§nder, die im Mioz√§n und Plioz√§n auf Molassebecken gebildet wurden. Die Gebirgsbildung setzte sich durch allm√§hliche Erh√∂hung des Gebiets fort. In der s√ľdlichen Mittel- und Ostslowakei gab es vulkanische Aktivit√§t, aus deren heutige vulkanische Gebirgen entstanden. Gegen Ende des Neogens, als die letzten Teile des Weltmeeres und Seen aus der Slowakei verschwanden, entstand das heutige Flusssystem. Das heutige Relief wurde zudem durch Gletscheraktivit√§t im Quart√§r und Erosion gebildet.

Der geologische Bau der Slowakei ist vielf√§ltig. Zur Flyschzone geh√∂ren die √§u√üeren West- und Ostkarpaten in der Nord- und Nordostslowakei, die von den inneren Karpaten durch den Pieninen-Felseng√ľrtel getrennt sind. Weiter folgen innerkarpatische Pal√§ogen-Zonen auf der inneren (s√ľdlichen) Seite des Felseng√ľrtels, zu denen Talkessel, Mittelgebirge und Bergl√§nder von ŇĹilina bis etwa PreŇ°ov, mit einem Ausl√§ufer bis zur Gegend von Humenn√©, geh√∂ren. Die Kerngebirge geh√∂ren zum sogenannten Fatra-Tatra-Gebiet, die aus Granit, Gneis und Glimmerschiefer im Kern und Kalk und Dolomiten an der Decke bestehen und ziehen sich in zwei Zonen von den Kleinen Karpaten und Tribeńćgebirge bis zur Tatra und Niederen Tatra. Die Vulkangebirgen befinden sich s√ľdlich der Kerngebirge und bilden im Wesentlichen das Slowakische Mittelgebirge, weiter z√§hlen die Slansk√© vrchy und der Vihorlat im Osten und das Kleingebirge Burda bei ҆t√ļrovo zu Vulkangebirgen. Das Slowakische Erzgebirge besteht aus zwei eigenst√§ndigen Zonen und zwar der Vepor-Zone im Westen sowie dem Gebirge ńĆierna hora im Osten sowie der Gemer-Zone mit anderen √∂stlichen Teilgebirgen. Von einigen Autoren wird das Kleingebirge Zempl√≠nske vrchy als eigene tektonische Einheit gef√ľhrt (siehe auch die Karte rechts), w√§hrend andere es zu vulkanischen Gebirgen rechnen.

Die Slowakei liegt auf der Eurasischen Platte und hat mehrere seismisch aktive Gebiete. Hierzu geh√∂ren die Gegend von Kom√°rno, die Kleinen Karpaten (insbesondere rund um Dobr√° Voda), die Gegend von Trenńć√≠n bis ŇĹilina, die Gegend von Bansk√° Bystrica, die Hohe Tatra und die Nordzips (mit Fortsetzung im polnischen Podhale) und die Landschaft Zempl√≠n. Die st√§rksten erfassten Erdbeben waren 1443 in der Mittelslowakei und 1906 in Dobr√° Voda (Mw = 5,7) sowie 1613 in ŇĹilina und 1763 in Kom√°rno (Mw = 5,6).

Gewässer

Durch das Land verl√§uft die europ√§ische Hauptwasserscheide zwischen dem Schwarzen Meer (Donau) und der Ostsee (Weichsel), wobei 96¬†% des Landes in das Einzugsgebiet der Donau geh√∂rt. Bedingt durch die geographische Lage flie√üen nur etwa 12¬†% des Wasservolumens in den in der Slowakei entspringenden Fl√ľssen. Die Donau (Dunaj) im S√ľdwesten hat eine L√§nge von 172¬†km auf slowakischem Staatsgebiet (inklusive der Grenzen zu √Ėsterreich und Ungarn, 22,5¬†km beiderseits). Mit einem durchschnittlichen Abfluss von etwa 2060¬†m¬≥/s (MQ) bei Bratislava ist sie mit Abstand der wasserreichste Fluss der Slowakei. Der l√§ngste slowakische Fluss ist die Waag (V√°h) mit einer L√§nge von 403 Kilometern, die den ganzen Norden und Westen des Landes durchflie√üt und einen Abfluss von 142¬†m¬≥/s (MQ) bei Komońća hat. Weitere bedeutende Fl√ľsse sind die March (Morava) an den Grenzen zu Tschechien und √Ėsterreich, der Gran (Hron) in der Mitte, der Eipel (Ipeńĺ) an der Grenze zu Ungarn, sowie Saj√≥ (Slan√°), Horn√°d, Laborec, Latorica und Bodrog im Osten, w√§hrend die Thei√ü (Tisa) lediglich die S√ľdostecke des Landes ber√ľhrt. Zum Einzugsgebiet der Weichsel geh√∂ren lediglich der Poprad und der Dunajec (Grenze zu Polen) √∂stlich der Tatra.

Nat√ľrliche Seefl√§chen konzentrieren sich in der Hohen Tatra, wo aufgrund der Vergletscherung w√§hrend der Eiszeit zahlreiche Gebirgsseen (slowakisch ples√°) entstanden; der gr√∂√üte ist der Veńĺk√© Hincovo pleso. Andernorts gibt es nur sehr wenige nat√ľrliche Seen. Landschaftspr√§gender sind Stauseen, die im Zuge der Flussregulierung zur Energiegewinnung und als Hochwasserschutz entstanden. Die meisten befinden sich an der Waag, deren System auch als Waag-Kaskade (V√°Ňĺska kask√°da) bekannt ist. Hierzu geh√∂ren die Talsperre Liptovsk√° Mara (Liptovsk√° Mara), Stausee Nosice, SńļŇąava, Stausee Kr√°ńĺov√° sowie weitere. Der gr√∂√üte ist der Orava-Stausee (35¬†km¬≤), gefolgt von der Zempl√≠nska Ň°√≠rava sowie dem Liptauer Stausee. Bedeutend sind zudem Stauseen des Donau-Wasserkraftwerks Gabńć√≠kovo. Ausnahme sind die sogenannten tajchy rund um Bansk√° ҆tiavnica, die im Zuge des dortigen Bergbaus entstanden.

Die Slowakei hat gro√üe Grundwasserreserven, diese sind allerdings ungleichm√§√üig √ľber das Land verteilt. Bedeutend ist das Gebiet der Gro√üen Sch√ľttinsel mit etwa 10 Mrd. m¬≥ Grundwasser. Es ist seit 1978 Wasserschutzgebiet. Artesische Quellen befinden sich vorwiegend im Donautiefland rund um Galanta und Nov√© Z√°mky, in der Landschaft Z√°horie, im Ostslowakischen Tiefland. In Gebirgen konzentrieren sich Grundwasserreserven in Kalk und Dolomit, in Flyschgebirgen sind sie aber kaum vorhanden. Das Land ist au√üerdem reich an Mineralquellen mit mehr als 1600 bekannten Quellen. Mehr als 100 dieser Quellen werden zum Mineralwasser abgef√ľllt oder zu Behandlungszwecken verwendet. Der bekannteste Kurort ist PieŇ°Ň•any, andere Kurorte gesamtslowakischer Bedeutung sind Trenńćianske Teplice, Bardejovsk√© K√ļpele, Smrd√°ky, Rajeck√© Teplice, Sklen√© Teplice, Turńćianske Teplice, Dudince, Sliańć, Kov√°ńćov√°, Nimnica, Korytnica, L√ļńćky, ńĆ√≠Ňĺ, VyŇ°n√© RuŇĺbachy, Bojnice und Korytnica (au√üer Betrieb).

Fauna und Flora

Der Naturraum der Slowakei gehört zur gemäßigten Klimazone.

Es gibt insgesamt etwa 34.000 Tierarten, davon entfallen etwa 30.000 alleine auf Insekten. Es gibt 934 Arten von Spinnentieren, 352 Arten von Vögeln, 346 Arten von Weichtieren, 90 Arten von Säugetieren, 79 Fischarten, 18 Amphibienarten und 12 Arten von Kriechtieren.

Von den S√§ugetieren sind 24 Arten Flederm√§use: die bekanntesten Vertreter sind das Gro√üe Mausohr und die Kleine Hufeisennase. In den Mittel- und Hochgebirgen kann man immer noch Raubtiere wie W√∂lfe und Braunb√§ren finden; in den Laubw√§ldern sind F√ľchse, Jagdwild, Wildkatzen, Wildschweine anzutreffen, im Nadelwald sind hingegen Braunb√§ren, Eichh√∂rnchen und Luchse vertreten. Oberhalb der Waldgrenze kann man Tatra-G√§msen, Murmeltiere und Schneem√§use finden. Seit 2004 gibt es auch wieder freilebende Wisente in der Slowakei (17 Tiere, Stand 2013), und zwar in den Beskiden im √§u√üersten Nordosten des Landes.

Auf dem Gebiet der Slowakei gibt es etwa 13.100 Pflanzenarten, davon ungef√§hr 3000 Algen und Blaualgen, 3700 Pilze, 1500 Flechten, 900 Moose und 4000 Gef√§√üpflanzen. Gem√§√ü der letzten Waldinventur (2004‚Äď2007) betr√§gt der Waldanteil an der Oberfl√§che 44,3¬†% der Staatsfl√§che.

Das herrschende Klima teilt das Land in mehrere Vegetationsstufen. Das Tiefland wurde gr√∂√ütenteils kulturlandschaftlich gestaltet, mit nur wenigen √úberresten der urspr√ľnglichen W√§ldern. Auwald (Weiden, Pappeln) ist stark zur√ľckgegangen, die besten Beispiele lassen sich entlang der Donau finden. Bis etwa 550¬†m H√∂he (Tiefland, tiefer gelegene Gebirge) kommen vorwiegend Eichen und Hainbuchen vor, in der Z√°horie ist zudem die Zirbelkiefer anzutreffen. Weiter bis in 1100‚Äď1250¬†m (Mittelgebirge) wachsen Buchen sowie Tannen, w√§hrend Fichten bis zur Waldgrenze (1450‚Äď1700¬†m) zu finden sind, in der Tatra kommt zudem die Zirbel vor. Oberhalb der Waldgrenze befindet sich die Krummholzstufe, w√§hrend die reine Alpinstufe auf h√∂chste Gipfel der Tatra beschr√§nkt ist. Insgesamt bestehen die W√§lder aus 60¬†% Laubwald und 40¬†% Nadelwald, am h√§ufigsten kommen Buchen (mit einem Anteil von mehr als 33¬†%), Fichten und Eichen vor.

Höhlen

Durch geologische Gegebenheiten haben sich in der Slowakei viele Karsthöhlen sowie eine kleinere Anzahl von Höhlen anderen als karstischen Ursprungs (z. B. Andesit, Basalt, Granit, Schiefer) herausgebildet. Die meisten Karsthöhlen bildeten sich in mesozoistischen Kalksteinen der Mitteltrias, weniger in Travertinen oder vereinzelt weniger löslichen Gesteinen. Einschließlich kurzer Übergangshöhlen sind mehr als 7.100 Höhlen in der Slowakei bekannt und neue werden ständig entdeckt. Die meisten lassen sich im Slowakischen Karst, der Muránska planina, der Großen Fatra sowie in allen Teilgebirgen der Tatra finden.

Ungef√§hr 20 H√∂hlen werden als Schauh√∂hlen betrieben, 13 davon von der staatlichen Slowakischen H√∂hlenverwaltung (slowakisch Slovensk√° spr√°va jask√ĹŇą, Abk. SSJ). Zu diesen z√§hlen f√ľnf H√∂hlen, die als Teil des UNESCO-Welterbes ‚ÄěH√∂hlen des Aggteleker und Slowakischen Karstes‚Äú gef√ľhrt werden: Domica, die Jasovsk√° jaskyŇąa, die Gombaseck√° jaskyŇąa, die Ochtinsk√° aragonitov√° jaskyŇąa und die DobŇ°insk√° ńĺadov√° jaskyŇąa. Im Dem√§nov√°-H√∂hlensystem sind die Dem√§novsk√° jaskyŇąa Slobody und die Dem√§novsk√° ńĺadov√° jaskyŇąa f√ľr die √Ėffentlichkeit zug√§nglich. Die anderen von der SSJ betriebenen H√∂hlen sind die Belianska jaskyŇąa, die Brestovsk√° jaskyŇąa, die Bystrianska jaskyŇąa, Driny, die Harmaneck√° jaskyŇąa und die VaŇĺeck√° jaskyŇąa. Zu den weiteren Schauh√∂hlen au√üerhalb des Netzwerks von SSJ geh√∂ren die Bojnick√° hradn√° jaskyŇąa in Bojnice, JaskyŇąa mŇētvych netopierov in der Niederen Tatra, Kr√°snohorsk√° jaskyŇąa im Slowakischen Karst und Zl√° diera im BachureŇą-Gebirge.

Zu den drei l√§ngsten H√∂hlen z√§hlen das Dem√§nov√°-H√∂hlensystem in der Niederen Tatra (41 Kilometer), Mesańćn√Ĺ tieŇą in der Hohen Tatra (32 Kilometer) und Stratensk√° diera im Slowakischen Paradies (22 Kilometer). Die tiefsten H√∂hlen sind die Hipmanove jaskyne in der Niederen Tatra (495 Meter), Mesańćn√Ĺ tieŇą (451 Meter) und Javorinka (374 Meter) in der Hohen Tatra.

Klima

Die Slowakei liegt in der kontinental-gem√§√üigten Zone, wobei der Einfluss des ozeanischen Klimas (Golfstrom) nach Osten abnimmt. Regional gibt es jedoch Unterschiede, haupts√§chlich zwischen dem gebirgigen Norden und s√ľdlichen Tiefl√§ndern. Diese regionalen Gegebenheiten werden im Folgenden dargestellt. Die angegebenen Temperatur- sowie Niederschlagswerte beziehen sich auf die Periode 1961 bis 1990.

Die w√§rmsten und trockensten Gebiete befinden sich im S√ľden. Typisch sind hier Donautiefland, Ostslowakisches Tiefland sowie niedriger gelegene T√§ler und Talkessel. Die durchschnittliche Jahrestemperatur erreicht 9¬†¬įC bis 11¬†¬įC, im Januar bewegt sich der Durchschnitt zwischen ‚ąí2¬†¬įC und ‚ąí1¬†¬įC, im Juli zwischen 18¬†¬įC und 21¬†¬įC. Zudem sind die Temperaturwerte im Westen um etwa 1¬†¬įC h√∂her als im Osten. Der j√§hrliche Niederschlag ist auch der niedrigste, von etwa 500¬†mm bei Senec und Galanta bis 550¬†mm im Ostslowakischen Tiefland. Diese Region wird von den Messstationen Bratislava, Hurbanovo und KoŇ°ice repr√§sentiert, w√§hrend die Messstation Kamenica nad Cirochou einen √úbergang darstellt.

Zum m√§√üig warmen Klimagebiet geh√∂ren die innerkarpatischen Talkessel sowie die niedrigeren Gebirge, wobei pro 100 H√∂henmeter im Allgemeinen die durchschnittliche Temperatur um etwa 0,6¬†¬įC sinkt und der Niederschlag um etwa 50‚Äď60¬†mm zunimmt. In den an das Tiefland anschlie√üenden Flusst√§lern von beispielsweise Waag, Nitra oder Hron schwankt die Jahrestemperatur zwischen 6¬†¬įC und 8¬†¬įC, in den h√∂chsten Talkesseln (Popradsk√° kotlina, Oravsk√° kotlina) sinkt sie unter 6¬†¬įC. Gegen 1000 H√∂henmeter erreicht die Jahrestemperatur Werte von 4¬†¬įC bis 5¬†¬įC. In den Talkesseln erreicht die durchschnittliche Temperatur im Januar Werte zwischen ‚ąí5¬†¬įC und ‚ąí3¬†¬įC, im Juli zwischen 14¬†¬įC und 16¬†¬įC. Dort f√§llt j√§hrlich um 700‚Äď800¬†mm Niederschlag, in Teilen der Zips im Regenschatten der Gebirge nur etwa 600¬†mm. Messstationen befinden sich in Sliańć, Poprad sowie Oravsk√° Lesn√°.

Kaltes Klima herrscht in der gesamten Tatra, den oberen Teilen der Niederen Tatra sowie auf den h√∂chsten Bergen der Kleinen und Gro√üen Tatra, der Slowakischen Beskiden sowie des Slowakischen Erzgebirges. Charakterisiert wird das Klima von den niedrigsten Jahrestemperaturen: gegen 2000 H√∂henmeter betr√§gt der j√§hrliche Durchschnitt ‚ąí1¬†¬įC, in den h√∂chsten Gipfeln der Tatra ‚ąí3¬†¬įC. F√ľr den Januar sind die durchschnittlichen Werte in der Tatra von gegen ‚ąí10¬†¬įC verzeichnet, im Juli erreicht der Durchschnitt etwa 3¬†¬įC. Der j√§hrliche Niederschlag variiert von etwa 1400¬†mm in der Kleinen und Gro√üen Fatra sowie der Niederen Tatra bis zu mehr als 2000¬†mm in der Tatra. Die Messstation f√ľr dieses Klima befindet sich am Gipfel des Lomnick√Ĺ Ň°t√≠t (2634¬†m).

Rekorde wurden in Kom√°rno mit 40,3¬†¬įC (20. Juli 2007) beziehungsweise in V√≠gńĺaŇ°-PstruŇ°a mit ‚ąí41¬†¬įC (11. Februar 1929) gemessen.

Im Allgemeinen konzentriert sich der Niederschlag auf den Sommer (Juni bis August) mit etwa 40¬†% der j√§hrlichen Werte, im Fr√ľhling f√§llt gegen 25¬†%, im Herbst etwa 20¬†%, w√§hrend der Restanteil von 15¬†% auf Winter entf√§llt. Der h√∂chste je an einem Tag gemessene Niederschlag betrug in Salka insgesamt 231,9¬†mm am 12. Juli 1957. Im Sommer kommt es oft zu st√ľrmischem Wetter, wobei fast jedes Jahr irgendwo der t√§gliche Niederschlag 100¬†mm erreicht. In den Gebirgen sowie Gebirgst√§lern und Talkesseln herrscht im Durchschnitt in 30‚Äď35 Tagen pro Jahr st√ľrmisches Wetter, w√§hrend im Tiefland dieser Wert geringer ist. Winterst√ľrme kommen in der Slowakei selten vor. Abh√§ngig von der H√∂henlage kann es im Winter heftig schneien: In der Tatra k√∂nnen die Gipfel mehr als 200 Tage pro Jahr beschneit sein, in den beschatteten T√§lern k√∂nnen Schneefelder manchmal ganzj√§hrig liegen bleiben. Die Schneebedeckung f√§llt von 80‚Äď120 Tagen in den Gebirgen √ľber 60‚Äď80 Tage in Talkesseln bis auf 40 Tage in der S√ľdslowakei ab. Nebel entsteht insbesondere im Herbst und Winter, vor allem in Talkesseln, w√§hrend es in den h√∂heren Lagen im Winter zu Temperaturinversionen kommen kann.

Umwelt- und Naturschutz

Der Naturschutz hat in der Slowakei eine mehr als hundertj√§hrige Tradition, einige Entscheidungen und Verordnungen dazu reichen bis ins Mittelalter. Die Formalit√§ten zum Naturschutz sind im Allgemeinen in der slowakischen Verfassung geregelt und vom konkreten ‚ÄěGesetz zum Schutz der Natur und der Landschaft‚Äú (z√°kon o ochrane pr√≠rody a krajiny). Die Slowakei geh√∂rte zu den weltweit ersten L√§ndern, die eine derartige Rechtsnorm annahmen (1955). Bereits einige Jahre zuvor wurde per Gesetz der Tatra-Nationalpark gegr√ľndet. Ins ‚ÄěGesetz zum Schutz der Natur und Landschaft‚Äú wurde auch die Biodiversit√§tskonvention der UNO √ľbertragen.

Das Gebiet der Slowakei ist aus Sicht des Naturschutzes in f√ľnf Schutzstufen gegliedert, wobei die erste Stufe den niedrigsten und die f√ľnfte Stufe den h√∂chsten Schutz darstellt. Die Nationalparks (n√°rodn√© parky) und die Gesch√ľtzten Landschaftsbestandteile (chr√°nen√© krajin√© oblasti) stellen ‚ÄěGro√ür√§umige Schutzgebiete‚Äú (veńĺkoploŇ°n√© chr√°nen√© √ļzemia) dar.

Die Slowakei hat 23 großräumige Schutzgebiete sowie hunderte von kleinräumigen Schutzgebieten. Zur ersten Kategorie gehören neun Nationalparks. Der älteste und der größte ist der Tatra-Nationalpark mit 73.800 ha, andere bedeutende Nationalparks sind Nationalpark Niedere Tatra (72.842 ha), Nationalpark Poloniny (29.805 ha), Nationalpark Kleine Fatra (22.630 ha) und Nationalpark Slowakisches Paradies (19.763 ha). Dazu kommen noch 14 Landschaftsschutzgebiete, die neben Gebirgen auch drei Tieflandgebiete unter Schutz stellen. Weiter gehören 1101 kleinräumige Schutzgebiete, 642 Schutzgebiete europäischer Bedeutung und 41 Vogelschutzgebiete dazu.

Bevölkerung

Im Land leben etwa 5,46 Millionen Einwohner (Stand 2019). Die Bevölkerungsentwicklung hatte seit der Unabhängigkeit einen eher stagnierenden Verlauf. Die Lebenserwartung betrug im Zeitraum von 2015 bis 2020 77,3 Jahre (Männer: 73,7 Jahre, Frauen: 80,8 Jahre), das Durchschnittsalter 41,2 Jahren (Stand 2020), wobei eine zunehmende Alterung der Bevölkerung zu beobachten ist.

Aufteilung nach Nationalität und Staatsangehörigkeit

Bei den Volksz√§hlungen in der Slowakei wird zwischen der ‚ÄěNationalit√§t‚Äú (slowak. n√°rodnosŇ•) im Sinne der ethnischen Volkszugeh√∂rigkeit und der ‚ÄěStaatsb√ľrgerschaft‚Äú (slowak. Ň°t√°tne obńćianstvo) unterschieden. Die Angaben zur ethnischen Nationalit√§t basieren auf der Selbsteinordnung der Bev√∂lkerung und umfassen alle Personen mit dauerhaftem Wohnsitz auf slowakischem Staatsgebiet. Die ethnische Struktur d√ľrfte von den Ergebnissen abweichen. Dies gilt insbesondere f√ľr den Anteil der Roma, der wesentlich h√∂her gesch√§tzt wird als in offiziellen Statistiken. Der sogenannte ‚ÄěAtlas der Roma-Gemeinden‚Äú, Jahrgang 2013 gibt eine Sch√§tzung von 402.840 Roma (etwa 7,5¬†%) an, von Amnesty International wird die Zahl auf 300.000 bis 600.000 gesch√§tzt, was 5 bis 10¬†% der Bev√∂lkerung entspr√§che. Gerade bei der letzten Volksz√§hlung im Jahr 2011 kam es zu gr√∂beren Ungenauigkeiten. Der slowakische Roma-Experte Martin ҆uvada (2015) sch√§tzt die Gesamtzahl der slowakischen Roma in seiner Studie auf 450.000 Menschen. Klar sei, dass die Anzahl der Roma aufgrund der hohen Geburtenrate weiterhin steige und der Wert zuk√ľnftig weiter nach oben zu korrigieren sei. Die Roma seien die einzige Nationalit√§t in der Slowakei, die sich bei Volksz√§hlungen mehrheitlich nicht zu ihrer Volkszugeh√∂rigkeit bekenne.

Das ‚ÄěStatistische Amt der Slowakischen Republik‚Äú (҆tatistick√Ĺ √ļrad Slovenskej republiky, ҆√ö SR) machte f√ľr die 5.443.100 Einwohnern im Jahr 2017 folgende Angaben (sieben Hauptl√§nder):

Gleichzeitig gab das Statistische Amt Folgendes zur ethnischen Zusammensetzung an: Slowaken (81,5 %), Magyaren (8,3 %), Roma (2 %), Tschechen (0,7 %), Russinen (0,6 %), Ukrainer (0,2 %), Deutsche (0,1 %), Polen (0,1 %) und Sonstige inkl. jener ohne Angabe (6,4 %).

Die Slowakei wird ‚Äď √§hnlich wie Israel und einige weitere europ√§ische und asiatische Staaten ‚Äď als ethnische Demokratie mit einem ‚Äěkonstitutionellen Nationalismus‚Äú beschrieben, in der ‚Äědie Dominanz einer ethnischen Gruppe institutionalisiert ist‚Äú. Die Pr√§ambel der slowakischen Verfassung dr√ľckt die ethnonationale ideologische Grundlage der Slowakischen Republik aus:

Mit dieser Pr√§ambel wird das slowakische Volk als Staatsvolk definiert. Somit betont die Pr√§ambel nicht eine Souver√§nit√§t auf Grundlage der B√ľrger, sondern auf Grundlage der slowakischen Nation. In der slowakischen Verfassung ist zwar jede Diskriminierung von Minderheiten untersagt und diesen das Organisationsrecht sowie die M√∂glichkeit kultureller Selbstbestimmung garantiert, aber gleichzeitig fungiert sie als Instrument zur Begr√ľndung der unumschr√§nkten Herrschaft der Mehrheit. Die Rechte der Minderheiten ‚Äěd√ľrfen nicht die Souver√§nit√§t oder territoriale Integrit√§t der Slowakei gef√§hrden oder eine Diskriminierung der restlichen Bev√∂lkerung verursachen‚Äú. Die slowakische Verfassung von 1992 signalisiere damit klar, so die Einsch√§tzung von Robert J. Kaiser im Jahr 2014, dass ‚Äědie Slowakei den Slowaken‚Äú die Basis sei, auf welcher der Nationalstaat konstruiert werden wird.

Sprachen

Slowakisch ist laut Art. 6 der Verfassung der Slowakischen Republik die Staatssprache und geh√∂rt gemeinsam mit dem Kaschubischen, Polnischen, Sorbischen und Tschechischen zum westslawischen Zweig der slawischen Sprachen. Das Slowakische ist eine stark flektierende Sprache mit sechs grammatikalischen F√§llen und gliedert sich in drei gro√üe Dialektgruppen: westslowakische, mittelslowakische und ostslowakische. Die Orthographie basiert auf dem Lateinischen Alphabet und enth√§lt insgesamt 46 Buchstaben, davon 17 mit diakritischen Zeichen und drei Digraphen. Die heutige Schriftsprache hat ihre Grundlage in mittelslowakischen Dialekten und wurde von ńĹudov√≠t ҆t√ļr im Jahr 1846 kodifiziert. Mit dem EU-Beitritt der Slowakei am 1. Mai 2004 wurde das Slowakische auch zu einer der Amtssprachen der Europ√§ischen Union.

In der S√ľdslowakei ist das Ungarische weit verbreitet, das Russinische ist vor allem in der Nordostslowakei im Bereich der Niederen Beskiden anzutreffen. In Roma-Gemeinden wird h√§ufig Romani gesprochen, Deutsch als autochthone Sprache ist seit 1945 bis auf kleinere Sprachinseln nahezu verschwunden. Durch das gemeinsame Zusammenleben in der Tschechoslowakei sowie sprachliche √Ąhnlichkeiten k√∂nnen Slowaken das Tschechische meist problemlos verstehen. Auch nach der Trennung wird ein hohes Niveau vor allem durch tschechischsprachiges Fernsehen gew√§hrleistet, wenn auch die j√ľngere Generation Schwierigkeiten bei der Kommunikation haben kann. Laut einer repr√§sentativer Umfrage des Eurobarometers aus dem Jahr 2012 haben 26¬†% der Slowaken gen√ľgende Englischkenntnisse, um eine Unterhaltung zu f√ľhren, gefolgt von Deutsch mit 22¬†% und Russisch mit 17¬†%. In den Grundschulen werden Englisch, Deutsch, Italienisch, Franz√∂sisch, Spanisch und Russisch angeboten, wobei die erste Fremdsprache in der dritten Klasse als Pflichtfach eingef√ľhrt wird. Falls die erste Fremdsprache nicht Englisch ist, wird diese ab der siebten Klasse als Pflichtfach zur zweiten Fremdsprache.

Als Ortschaft mit Minderheit werden nach dem Gesetz jene Ortschaften bezeichnet, in denen eine nicht slowakische Bev√∂lkerungsgruppe mindestens 20¬†% der Gesamtbev√∂lkerung bei zwei oder mehr Volksz√§hlungen erreichte. In diesen Orten wird die Minderheitensprache als zweite Amtssprache verwendet, und auch Aufschriften auf √∂ffentlichen Geb√§uden erfolgen zweisprachig. So gilt zum Beispiel in den mittelslowakischen Gemeinden Krahule (deutsch Blaufu√ü) und KuneŇ°ov (Kuneschhau) Deutsch als zweite Amtssprache. Im Jahr 2011 wurde gegen den Willen der Oppositionsparteien ein Gesetz verabschiedet, nach dem der Prozentsatz auf 15¬†% reduziert wird. Es handelt sich dabei neben Deutsch um die Sprachen Ungarisch, Tschechisch, Bulgarisch, Kroatisch, Polnisch, Romani, Ruthenisch und Ukrainisch.

Religionen

Die Slowakei ist ein Land mit einer langen christlichen Tradition. Die wichtigste Konfession ist die r√∂misch-katholische Kirche, zu der sich 2011 62¬†% der Bev√∂lkerung bekannten. Zentrum der lutherischen Christen sind die westlichen Grenzgebiete zu Tschechien und vor allem die Mittelslowakei; die reformierte Bev√∂lkerung konzentriert sich auf das ungarischsprachige Gebiet im S√ľden. Im Nordosten des Landes leben griechisch-katholische Gl√§ubige, haupts√§chlich Volksangeh√∂rige der ruthenischen Minderheit. Der orthodoxen Kirche geh√∂ren 49.000 Mitglieder an. Daneben existieren mehrere kleine protestantische Glaubensgemeinschaften (Methodisten, Baptisten, Br√ľdergemeinde und Pfingstler). Au√üerdem gibt es Zeugen Jehovas, Siebenten-Tags-Adventisten und andere.

1938 gab es noch etwa 120.000 Juden in der Slowakei, in Folge des Holocaust und der Auswanderung w√§hrend des Kommunismus ist ihre Zahl jedoch auf rund 2.300 Personen gesunken. Die offizielle Zahl der Muslime in der Slowakei ist nicht bekannt, da der Islam keine eigenst√§ndige Kategorie bei der Volksz√§hlung 2011 war. Die Zahl ist durch Migration in den letzten Jahren gestiegen. Die Slowakei ist neben Estland der einzige Staat innerhalb der Europ√§ischen Union, in dem es keine Moschee gibt. Eine Versch√§rfung des Religionsgesetzes von 2016 setzte die Mindestzahl von Angeh√∂rigen einer neu zu registrierenden Religionsgemeinschaft auf 50.000 Mitglieder, wodurch eine Anerkennung der Muslime nahezu unm√∂glich gemacht wurde. Nach Angaben des Sprechers des Islamischen Zentrums in Bratislava, Ibrahim Mahmoud, leben in der Slowakischen Republik derzeit rund 5.000 Muslime, die aber verschiedenen Richtungen angeh√∂ren und sich von niemandem vertreten f√ľhlen.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Eurobarometers glaubten im Jahr 2010 63 % der Menschen in der Slowakei an Gott, weitere 23 % glaubten nur bedingt an eine spirituelle Kraft. 13 % der Befragten glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft, 1 % der Slowaken waren unentschlossen.

Migration

Die Slowakei geh√∂rt nicht zu den traditionellen Ziell√§ndern f√ľr Migranten und ist laut der Internationalen Organisation f√ľr Migration (IOM) ein ‚Äěkulturell homogenes Land‚Äú, das vom dramatischen Anstieg der Migration im 20. Jahrhundert nicht ber√ľhrt wurde. Bis vor kurzem war die Slowakei fast ausschlie√ülich von Emigration betroffen, dessen B√ľrger aus unterschiedlichsten Gr√ľnden das Land verlie√üen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts geh√∂rte das Gebiet der Slowakei zu den Gebieten der Welt mit der gr√∂√üten Emigration. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wanderten allein in die USA etwa 600.000 Slowaken aus, in der Zwischenkriegszeit kamen weitere rund 200.000 Einwohner hinzu, die vor allem aus √∂konomischen Gr√ľnden das Land verlie√üen. Nach der Macht√ľbernahme der Kommunisten 1948 wanderten viele Bewohner vor allem aus politischen Gr√ľnden aus. Sch√§tzungen gehen f√ľr die Zeit von 1948 bis 1989 von etwa 440.000 Emigranten aus der ganzen Tschechoslowakei aus. Die Massenauswanderung hatte viele negative Folgen f√ľr das Land: einen zahlenm√§√üigen R√ľckgang junger Menschen, teilweise die Emigration zahlreicher besonders gebildeter Bewohner.

Durch den Beitritt der Slowakei zur Europ√§ischen Union und zum Schengenraum ver√§nderte sich dies. Seither sank vor allem die Zahl illegaler Migranten, w√§hrend sich jene legaler Migranten verdreifachte. Obwohl die Slowakei bei der Anzahl ihres ausl√§ndischen Bev√∂lkerungsanteils in den Jahren 2004 bis 2008 unter allen EU-Staaten die zweith√∂chste Zunahme verzeichnete, bleibt der Anteil von Ausl√§ndern an der Bev√∂lkerung auf niedrigem Niveau. 2015 betrug der Ausl√§nderanteil an der slowakischen Gesamtbev√∂lkerung 1,56¬†%, womit die Slowakei unter allen EU-Staaten den sechstniedrigsten Wert aufweist. Davon kommen 42¬†% aus den Nachbarstaaten Tschechien, Ungarn, Polen, √Ėsterreich und der Ukraine. Die n√§chstgr√∂√üte Gruppe unter ausl√§ndischen Staatsb√ľrgern stellen in der Slowakei Personen mit s√ľdosteurop√§ischer und russischer Staatsb√ľrgerschaft dar (20,5¬†%). Insgesamt 8¬†% der Ausl√§nder in der Slowakei sind asiatischer Herkunft. Von der Gesamtzahl der 58.321 ab dem Jahr 1993 gestellten Asylantr√§ge wurde 653 Personen Asyl und 672 Personen subsidi√§rer Schutz als weitere Form des internationalen Schutzes gew√§hrt. Im Jahr 2015 wurden in der Slowakei 330 Asylantr√§ge gestellt, von denen insgesamt 8 Personen Asyl gew√§hrt wurde.

Geschichte

Urzeit bis Antike

Das Gebiet der heutigen Slowakei wurde bereits vor der letzten Eiszeit von Menschen besiedelt. Zahlreiche Funde von Objekten der Gravettien-Kultur des mittleren Jungpal√§olithikums weisen auf eine Besiedlung zu dieser Zeit hin, besonders in der Westslowakei bis zur heutigen Stadt ŇĹilina sowie in der Ostslowakei. Zwei bedeutende Funde aus der Urzeit sind die Travertinf√ľllung der Hirnschale eines Neandertalers bei G√°novce aus der letzten Zwischeneiszeit (gesch√§tztes Alter 100.000 Jahre) und die Venusfigurine von Moravany (gesch√§tztes Alter 22.800 Jahre).

Die ersten landwirtschaftlichen Siedlungen erschienen gegen 5000 v. Chr., mit zahlreichen Funden besonders in der West- und S√ľdostslowakei. Hierzu z√§hlen die Linearbandkeramische Kultur (inklusive der ŇĹeliezovce-Kultur), die B√ľkker Kultur, die Lausitzer Kultur und die Puchauer Kultur. Gro√üe Siedlungen befanden sich Funden zufolge bei SpiŇ°sk√Š҆tvrtok (Fundst√§tte MyŇ°ia h√īrka) und Nitriansky Hr√°dok (bei ҆urany). Das erste schriftlich erw√§hnte Volk auf diesem Gebiet waren die Kelten, die seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. eine bedeutende Ethnie Europas stellten und ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. auch die heutige Slowakei besiedelten. Mit den Kelten kam es zu einer weitreichenden Entwicklung in der Verarbeitung von Eisen, Lehm, Wolle und Leinen. Vor allem Waffen z√§hlen zu den h√§ufigsten keltischen Funden.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden die Kelten durch die germanischen Quaden abgel√∂st. Das Gebiet der heutigen Slowakei war dann Schauplatz mehrerer R√∂misch-Quadischer Kriege, von denen unter anderem auch die r√∂mische Inschrift im heutigen Trenńć√≠n (damals Laugaricio) zeugt. Die r√∂mische Anwesenheit beschr√§nkte sich ansonsten auf den Donaulimes, mit Lagern in Gerulata (heute Rusovce) sowie Celemantia (heute IŇĺa). Einzelne r√∂mische Fundstellen belegen zumindest sporadisch eine Anwesenheit von R√∂mern auch im Landesinneren, wie beispielsweise die Reste eines in einem r√∂misch-germanischen Stil errichteten Hauses nahe Stupava. Um 200 lie√üen sich die Vandalen in Teilen der Ostslowakei nieder.

Von Ende des 4. Jahrhunderts bis zur ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts war das Gebiet der Slowakei Teil des Königreiches der Hunnen. Nach dem Ende der Hunnenherrschaft kamen im Jahr 469 die Ostgoten in das Gebiet der heutigen Slowakei, zogen dann allerdings weiter nach Westen. Im Karpatenbecken ließen sich als nächstes die ostgermanischen Gepiden nieder. An der Wende vom 5. zum 6. Jahrhundert n. Chr. erreichten die Langobarden das Gebiet der heutigen Slowakei, zogen aber im Jahr 568 nach Norditalien.

Fr√ľhmittelalter (500 bis 1000)

Die slawischen Vorfahren der Slowaken erreichten das Gebiet der heutigen Slowakei am Ende des 5. Jahrhunderts und wurden dort im Laufe des 6. Jahrhunderts zur dominierenden Ethnie. Ihr erstes politisches Gebilde war m√∂glicherweise das im 7. Jahrhundert entstandene Reich des Samo, im 8. Jahrhundert standen sie unter der Herrschaft der Awaren. Anfang des 9. Jahrhunderts entstand in der Stadt Nitra eines der Zentren des fr√ľhmittelalterlichen M√§hrerreiches. Der in Nitra residierende F√ľrst Pribina ‚Äď entweder Herrscher eines eigenst√§ndigen F√ľrstentums Nitra oder ein m√§hrischer Lokalherrscher ‚Äď lie√ü dort um das Jahr 828 die erste christliche Kirche auf dem Gebiet der heutigen Slowakei einweihen, wurde aber um 833 vom m√§hrischen F√ľrst Mojmir I. (um 830‚Äď846) ins Exil verbannt.

Das M√§hrerreich, welches das erste bedeutende slawische Staatswesen darstellte, spielte und spielt eine herausragende Rolle f√ľr die slowakische Nationalidentit√§t. Unter dem m√§hrischen F√ľrst Rastislav (846‚Äď870) lehnten sich die M√§hrer mehrmals erfolgreich gegen die ostfr√§nkische Vorherrschaft auf, au√üerdem wurde von den byzantinischen Priestern Kyrill und Method die von ihnen geschaffene slawische Schriftsprache in M√§hren als Liturgiesprache eingef√ľhrt. Rastislavs Nachfolger Svatopluk I. (871‚Äď894) setzte dessen Unabh√§ngigkeitspolitik fort und schuf durch den Anschluss Wislaniens, B√∂hmens und m√∂glicherweise auch der Lausitz, Schlesiens sowie Pannoniens ein slawisches Gro√üreich, das er milit√§risch erfolgreich gegen die Angriffe der Ostfranken, Bulgaren und Magyaren verteidigte. Nach dem Tod Svatopluks I. im Jahr 894 ging das M√§hrerreich ‚Äď durch einen B√ľrgerkrieg zwischen seinen S√∂hnen innerlich geschw√§cht ‚Äď im ersten Jahrzehnt des 10. Jahrhunderts nach mehreren Angriffen der Magyaren unter, dazu schlugen die Magyaren ein bayerisches Heer in der Schlacht von Pressburg. Das Gebiet der heutigen Slowakei geriet im Laufe des 10. Jahrhunderts, insbesondere nach der magyarischen Niederlage auf dem Lechfeld im Jahr 955, schrittweise unter die Herrschaft des neuentstehenden ungarischen Staates. Arch√§ologisch lassen sich an vielen Orten mit Sakralbauten Zerst√∂rungen nachweisen, doch erfolgte bald darauf ihr Wiederaufbau.

Oberungarische Epoche (1000 bis 1918)

Im Jahr 1000 gr√ľndete der ungarische K√∂nig Stephan I. das multiethnische K√∂nigreich Ungarn, in dem das Gebiet der Slowakei jedoch bis 1108 als Lehensherzogtum eine eigenst√§ndige Verwaltungseinheit bildete. Danach wurde das Gebiet der Slowakei f√ľr mehr als 800 Jahre v√∂llig in das K√∂nigreich Ungarn integriert. 1075 wurde im Zuge der Christianisierung das Kloster Hronsk√Ĺ BeŇąadik gegr√ľndet, gegen 1110 entsteht wieder das Bistum Nitra. Der Mongolensturm 1241 und 1242 entv√∂lkerte gro√üe Teile des Staatsgebietes, woraufhin deutsche Siedler (siehe Karpatendeutsche) zur Neubesiedlung ins Land geholt wurden. Diese beg√ľnstigten die Bl√ľtezeit des oberungarischen Bergbaus im 13. und 14. Jahrhundert, welcher europ√§ische und weltweite Bedeutung erlangte. Eine andere Folge war die Errichtung zahlreicher Burgen. Im 14. Jahrhundert kamen auch die ersten Walachen in die Slowakei, um Hochfl√§chen des Landes zu besiedeln. Sie wurden nach und nach slowakisiert und katholisiert. In derselben Zeitepoche kamen auch die Juden. Nach dem Aussterben der √Ārp√°den kam es zu einer feudalen Anarchie mit mehreren Oligarchen (z.¬†B. Matt√§us Cs√°k), die nach 20 Jahren durch Karl I. aus dem Haus Anjou beendet wurde. Im Zuge der Hussitenkriege wurden zwischen 1428 und 1433 gro√üe Teile des Landes schwer verw√ľstet. Im Jahr 1465 wurde im Auftrag des ungarischen K√∂nigs Matthias Corvinus in Pressburg (heute Bratislava) die erste Universit√§t auf slowakischem Gebiet gegr√ľndet. Sie wurde nach dessen Tod 1490 jedoch geschlossen.

Nach der Niederlage des ungarischen Heeres gegen die T√ľrken 1526 wurde Ungarn Teil der Habsburgermonarchie. Nachdem die T√ľrken bis auf die heutige Slowakei den Gro√üteil Ungarns erobert hatten, wurde die heutige slowakische Hauptstadt Bratislava Hauptstadt Ungarns und Kr√∂nungsstadt der ungarischen K√∂nige (bis 1783 bzw. 1830) sowie die Stadt Tyrnau Zentrum der ungarischen Kirche. Die heutige Ostslowakei stand zeitweise unter der Herrschaft des t√ľrkischen Vasallen Siebenb√ľrgen und Teile der s√ľdlichen Mittelslowakei rund um Fińĺakovo wurden direkt durch das Osmanische Reich regiert. Danach musste das Land unter fast st√§ndigen T√ľrkenkriegen leiden; im 17. Jahrhundert war Oberungarn (Slowakei) das Zentrum der antihabsburgischen Kuruzenaufst√§nde. Der seit 1521 laufenden Reformation in Ungarn wurde im 17. Jahrhundert durch die Gegenreformation entgegengewirkt. Nach der Zweiten Wiener T√ľrkenbelagerung und der Schlacht am Kahlenberg im Jahr 1683 wurden die Osmanen schrittweise verdr√§ngt, w√§hrend die Standesaufst√§nde erst mit dem Friede von Sathmar (1711) ihr Ende fanden.

Im 18. Jahrhundert war das Gebiet der heutigen Slowakei das wirtschaftliche Zentrum des K√∂nigreichs Ungarn. Mit dem fortschreitenden Wiederaufbau des Landes verlor die Slowakei die Vormachtstellung im K√∂nigreich, als die Universit√§t Tyrnau, Hauptstadt und Sitz des Graner Erzbischofs nach Buda beziehungsweise Esztergom verlegt wurden. Ende des 18. Jahrhunderts begann die Nationale Wiedergeburt der Slowaken. Der katholische Priester Anton Bernol√°k schuf 1787 die erste slowakische Schriftsprache, die sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts verfolgte die slowakische Nationalbewegung unter J√°n Koll√°r und Pavel Jozef ҆af√°rik eine intensive Zusammenarbeit mit der im √∂sterreichischen Teil der Monarchie aktiven tschechischen Nationalbewegung. 1846 ver√∂ffentlichte ńĹudov√≠t ҆t√ļr die bis heute g√ľltige slowakische Schriftsprache. Unter F√ľhrung ҆t√ļrs k√§mpften bewaffnete slowakische Freiwilligenverb√§nde w√§hrend der Ungarischen Revolution 1848/1849 an der Seite von Kroaten, Serben und Rum√§nen f√ľr die Losl√∂sung ihrer Gebiete vom magyarisch dominierten K√∂nigreich Ungarn, was jedoch misslang. Nach dem √Ėsterreichisch-Ungarischen Ausgleich 1867 kam es zu einer repressiven Magyarisierungspolitik, welche die nationale Existenz der Slowaken bedrohte. Bis auf einen schmalen Streifen der Nordostoslowakei in den Winterschlachten 1914/15 blieb das Land von direkten Einwirkungen des Ersten Weltkriegs verschont.

Zwischenkriegszeit und Slowakischer Staat (1918 bis 1945)

Nach dem Ersten Weltkrieg gr√ľndeten Slowaken und Tschechen 1918 ihren gemeinsamen Staat Tschechoslowakei, als einer von dessen Gr√ľndungsv√§tern wird Milan Rastislav ҆tef√°nik von den Slowaken verehrt. Mit dem Vertrag von Trianon wurde die Slowakei nach 1000 Jahren endg√ľltig von Ungarn abgetrennt. In der Verfassung der Tschechoslowakei vom 29. Februar 1920 wurde unter anderem das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht eingef√ľhrt, das auch in der heutigen Slowakei gilt. Die Tschechoslowakei erm√∂glichte den Slowaken bis 1938 als einziger Staat Osteuropas eine demokratische Entwicklung und Schutz vor dem ungarischen Revisionismus, jedoch nahmen wegen der Staatsdoktrin des Tschechoslowakismus und dem Zentralismus der Regierung in Prag Spannungen zwischen Slowaken und Tschechen zu. Dabei entwickelten sich die katholisch-nationalistischen Ludaken unter F√ľhrung des Priesters Andrej Hlinka zum wichtigsten Sprachrohr der slowakischen Autonomieforderungen innerhalb des tschechoslowakischen Staates.

Im September 1938 geriet die Tschechoslowakei ins Visier des nationalsozialistischen Dritten Reiches und verlor in Folge des M√ľnchner Abkommens und des Ersten Wiener Schiedsspruchs gro√üe Teile ihres Staatsgebietes. Im M√§rz 1939 wurde auch der Rest des mittlerweile in Tschecho-Slowakei umbenannten Staates zerschlagen, als slowakische Politiker nach deutschen Drohungen einer ungarischen Besetzung der Slowakei einen unabh√§ngigen Slowakischen Staat ausriefen. Dieser erste slowakische Nationalstaat war eine Einparteiendiktatur der Ludaken unter Staatspr√§sident Jozef Tiso und Premierminister Vojtech Tuka, wobei sich insbesondere Tuka f√ľr eine bedingungslose Kollaboration mit dem Dritten Reich einsetzte. Die Slowakei beteiligte sich 1939 am √úberfall auf Polen und ab 1941 am Krieg gegen die Sowjetunion. Dar√ľber hinaus wurden antisemitische Gesetze erlassen und 1942 zwei Drittel der slowakischen Juden in deutsche Vernichtungslager deportiert. Der im August 1944 von Teilen der slowakischen Armee gegen den Einmarsch der Wehrmacht und das Ludaken-Regime gerichtete Slowakische Nationalaufstand wurde nach zwei Monaten niedergeschlagen. Die Slowakei wurde im April 1945 von der Roten Armee besetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der neugegr√ľndeten Tschechoslowakei.

In der wiedergegr√ľndeten Tschechoslowakei (1945 bis 1992)

Im Jahr 1948 √ľbernahm die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSńĆ) die Macht im Staat. Es folgte zun√§chst eine stalinistische Diktatur unter den Parteichefs Klement Gottwald und Anton√≠n Novotn√Ĺ. In den 1960er Jahren kam es im slowakischen Landesteil zu einer Liberalisierung, nachdem Alexander Dubńćek 1963 Erster Sekret√§r der slowakischen Kommunisten wurde. Als Dubńćek zu Beginn des Jahres 1968 auch zum Parteichef der gesamten KSńĆ aufstieg, kam es zum sogenannten Prager Fr√ľhling, der jedoch durch den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes (mit Ausnahme der Albaniens, der DDR und Rum√§niens) niedergeschlagen wurde. Unter Dubńćeks Nachfolger Gust√°v Hus√°k folgte nun die sogenannte Normalisierung, bei der eine prosowjetische Neuausrichtung des Landes erfolgte. Als einzigen Punkt von Dubńćeks Reformprogramm setzte Hus√°k die F√∂deralisierung des Staates um, sodass nun eine Slowakische Sozialistische Republik und eine Tschechische Sozialistische Republik die Tschechoslowakei bildeten.

Im November 1989 erfolgte mit der Samtenen Revolution der unblutige Sturz des kommunistischen Regimes, neuer tschechoslowakischer Staatspr√§sident wurde der Dissident V√°clav Havel, der ehemalige Reformkommunist Alexander Dubńćek wurde zum Parlamentspr√§sidenten gew√§hlt. Nach der demokratischen Wende kam es sehr bald wieder zu ersten Spannungen zwischen Slowaken und Tschechen. Der erste Konflikt wurde der als Gedankenstrich-Krieg bekannte Streit um den neuen Staatsnamen. Nach den ersten freien Wahlen im Juni 1990 verdeutlichten sich auch die unterschiedlichen Interessen in wirtschaftlichen, nationalen und au√üenpolitischen Fragen. Zum endg√ľltigen Bruch kam es nach den Wahlen 1992. Der slowakische Ministerpr√§sident Vladim√≠r Meńćiar und der tschechische Ministerpr√§sident V√°clav Klaus konnten sich nicht auf eine gemeinsame Bundesregierung verst√§ndigen und einigten sich auf eine einvernehmliche Aufl√∂sung der Tschechoslowakei und deren Aufteilung in zwei unabh√§ngige Staaten, die in der Silvesternacht zum 1. Januar 1993 friedlich erfolgte.

Slowakische Republik (seit 1993)

Nach der Unabh√§ngigkeit dominierte bis 1998 Ministerpr√§sident Vladim√≠r Meńćiar die slowakische Politik, der insbesondere nach seinem Wahlsieg bei der Nationalratswahl 1994 zunehmend autorit√§r regierte. Wirtschaftspolitisch verweigerte Meńćiar die totale √Ėffnung der heimischen Wirtschaft, wie sie vom Westen gefordert wurde, und beg√ľnstigte bei Privatisierungen keine ausl√§ndischen Unternehmen, sondern vorrangig slowakische, meist seiner Partei nahestehende Firmen. Au√üenpolitisch versuchte Meńćiar die Slowakei in EU und NATO zu f√ľhren, gleichzeitig lag ihm aber daran, bei der au√üenpolitischen Orientierung eine Balance zwischen Russland und dem Westen zu erhalten. Da sie aber mit ihrer Innen- und Wirtschaftspolitik immer wieder gegen westliche Vorgaben verstie√ü, n√§herte sich die Slowakei immer mehr Russland an und geriet in Isolation zum Westen.

Die nach der Nationalratswahl 1998 an die Macht gekommene Regierung unter Mikul√°Ň° Dzurinda leitete eine umfangreiche √Ėffnung der slowakischen Wirtschaft f√ľr ausl√§ndische Investoren ein und begann mit gro√üangelegten Sparma√ünahmen im √∂ffentlichen Sektor. Die Au√üenpolitik wurde nun ausschlie√ülich auf die USA und die EU ausgerichtet, der Beitritt zur NATO und Europ√§ischen Union erfolgte jedoch erst 2004, nachdem sich Dzurinda bei der Wahl 2002 erneut durchsetzen konnte. In seiner zweiten Amtszeit realisierte Dzurinda in der Slowakei eine stark neoliberale Politik, im Rahmen derer die Slowakei als erstes Land √ľberhaupt eine Flat Tax von 19¬†% einf√ľhrte. Die Regierung Dzurinda wurde im westlichen Ausland als Reformregierung gelobt, traf jedoch wegen ihrer sozialen Einschnitte auf eine wachsende Unzufriedenheit innerhalb der slowakischen Bev√∂lkerung.

Bei der Nationalratswahl 2006 siegte die linkspopulistische Smer-SD von Robert Fico, die sich nach einem Koalitionsabkommen mit den Nationalisten und der Meńćiar-Partei zun√§chst starker Kritik aus dem Westen gegen√ľbersah. Unter der Regierung Fico trat die Slowakei 2007 dem Schengener Abkommen bei, die Einf√ľhrung des Euro erfolgte am 1. Januar 2009. In der Au√üenpolitik orientierte man sich wieder mehr an Russland, betonte aber weiterhin die Zugeh√∂rigkeit zu EU und NATO. Die neoliberale Wirtschaftspolitik der √Ąra Dzurinda wurde von der Regierung Fico beendet und Arbeitnehmerrechte ausgebaut, die Flat Tax aber vorerst beibehalten. Von 2010 bis 2011 kam es erneut zu einer kurzfristigen wirtschaftsliberalen Regierung unter Ministerpr√§sidentin Iveta Radińćov√°, die an die Politik der Regierungen Dzurinda ankn√ľpfen wollte. Die Regierungskoalition zerbrach aber 2011 vorzeitig wegen der Uneinigkeit der Regierungsparteien am EU-Rettungsschirm.

Bei der Nationalratswahl 2012 gewann die Smer-SD von Robert Fico die absolute Mehrheit der Stimmen und konnte damit die erste Alleinregierung in der Slowakei seit 1989 bilden. Die w√§hrend der ersten Regierung Fico noch beibehaltene Flat Tax, wurde nun im Rahmen einer Sanierung des Staatsbudgets 2013 abgeschafft und Unternehmensabgaben sowie Steuern f√ľr Spitzenverdiener erh√∂ht. Das Budgetdefizit wurde von 2013 bis 2014 von 4,3¬†% auf 3¬†% reduziert, womit die Slowakei wieder die Maastricht-Kriterien erf√ľllte. In der Au√üenpolitik unterst√ľtzte die zweite Fico-Regierung die gemeinsame EU-Position gegen√ľber Russland w√§hrend der Krimkrise und dem Krieg in der Ukraine seit 2014, √ľbte aber gleichzeitig scharfe Kritik an den seitens der EU gegen Russland verh√§ngten Wirtschaftssanktionen. W√§hrend der Fl√ľchtlingskrise in Europa 2015 erkl√§rte die slowakische Regierung √§hnlich wie die Regierungen anderer ehemaliger Ostblockstaaten, dass sie christliche Fl√ľchtlinge bevorzuge und eine EU-Quotenregelung zur Umverteilung der Fl√ľchtlinge aus Griechenland und Italien sowie einen dauerhaften verpflichtenden Verteilungsschl√ľssel auf alle EU-Staaten strikt ablehne.

Nach der Nationalratswahl 2016 verlor Ficos Smer-SD ihre bisherige absolute Mehrheit deutlich und bildete eine breite Links-Rechts-Koalition. Am 14. M√§rz 2018 trat Robert Fico infolge des Skandals um die Ermordung des Investigativjournalisten J√°n Kuciak und den nachfolgenden Protesten zur√ľck. Sein Nachfolger wurde Parteikollege Peter Pellegrini. Bei den Pr√§sidentschaftswahlen 2019 konnte sich die liberale Kandidatin Zuzana ńĆaputov√° in der Stichwahl gegen den Smer-SD-Kandidaten MaroŇ° ҆efńćovińć durchsetzen und ist seit dem 15. Juni 2019 das erste weibliche Staatsoberhaupt der Slowakei. Nach einem auf die Themen Korruption und Ermordung Kuciaks ausgerichteten Wahlkampf verlor die Smer-SD die Nationalratswahlen 2020. St√§rkste Kraft wurde nunmehr die OńĹaNO, die auch den Premierminister stellt. Die aus vier Parteien gebildete Regierung Matovińć √ľbernahm ihre Amtsgesch√§fte am 21. M√§rz 2020, kurz nach dem Beginn der COVID-19-Pandemie in der Slowakei.

Politik

Politisches System

Die Slowakei ist laut der Verfassung von 1992 eine Republik, die eine parlamentarische Demokratie darstellt. Staatsoberhaupt ist der Pr√§sident, welcher f√ľr eine f√ľnfj√§hrige Amtszeit gew√§hlt wird. Er teilt seine Macht mit dem Parlament. Die exekutive Macht im Land √ľbt die Regierung der Slowakischen Republik mit dem Regierungsvorsitzenden (Ministerpr√§sidenten) an der Spitze aus.

Die Regierung besteht aus dem Ministerpr√§sidenten (slowakisch predseda vl√°dy), seinen Stellvertretern und Ministern. Die vom Staatspr√§sidenten ernannte Regierung muss binnen 30 Tagen nach ihrer Ernennung dem Parlament ihr politisches Programm vorlegen und um das Vertrauen des Hauses ersuchen. Sie kann dar√ľber hinaus den Nationalrat jederzeit auffordern, ihr das Vertrauen auszusprechen, und grunds√§tzlich jede Abstimmung mit der Vertrauensfrage verbinden. Das Parlament kann seinerseits jederzeit der Regierung oder einem ihrer Mitglieder das Vertrauen absprechen. Hierzu bedarf es der absoluten Mehrheit aller Abgeordneten, √ľber den Vertrauensantrag der Regierung wird hingegen mit einfacher Mehrheit entschieden. Der Verlust des parlamentarischen Vertrauens hat zwingend die Abberufung durch den Staatspr√§sidenten zur Folge.

Unter der dritten Meńćiar-Regierung (1994‚Äď1998) wurde die Slowakei auch als illiberale Demokratie charakterisiert, unter den Regierungen Dzurinda (1998‚Äď2006) l√∂ste sie sich jedoch aus dieser Verfestigung in Richtung rechtsstaatlicher Konsolidierung.

Parlament und Parteienlandschaft

Das Parlament der Slowakei ist der Nationalrat der Slowakischen Republik (N√°rodn√° rada Slovenskej republiky), welcher als Einkammerparlament mit insgesamt 150 Abgeordneten die Legislative aus√ľbt und alle vier Jahre neu gew√§hlt wird. Wahlberechtigt sind alle Personen, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind und es kann auch au√üerhalb des eigenen Wahllokals mit einem Wahlschein (hlasovac√≠ preukaz) abgestimmt werden.

In und unmittelbar nach der Wende vom November 1989 wurden zahlreiche Parteien und politische Bewegungen gegr√ľndet, die sich jedoch nicht zu einem stabilen Parteiensystem f√ľgten. Interne Konflikte und Abspaltungen f√ľhrten zur Gr√ľndung neuer Parteien. Inzwischen (Stand 2010) gibt es √ľber 100 politische Parteien in der Slowakei, womit das Land laut dem Politikwissenschaftler R√ľdiger Kipke noch weit entfernt von einer Konsolidierung des Parteiensystems scheint.

Die Slowakei ist seit ihrer Unabh√§ngigkeit 1993 insgesamt in zwei gro√üe politische Hauptbl√∂cke gespalten: Das erste Lager mit einer au√üenpolitisch eher √∂stlichen Ausrichtung wird als ‚Äělinkspopulistisch‚Äú bzw. ‚Äěsozial-national‚Äú beschrieben. In den 1990er Jahren wurde das Lager von der HZDS, seit Mitte der 2000er Jahre von der Smer-SD dominiert. Dar√ľber hinaus werden auch die SNS sowie die eher marginale kommunistische Partei KSS dem Lager hinzugerechnet. Das zweite Lager mit einer au√üenpolitisch eher westlichen Ausrichtung wird als ‚ÄěMitte-rechts‚Äú beschrieben und umfasste historisch insbesondere die Parteien SDK√ö und KDH; heute geh√∂ren in dieses Lager auch die Parteien SaS, OńĹaNO, Progres√≠vne Slovensko, Spolu oder Za ńĺud√≠. In den letzten Jahren stieg auch die Popularit√§t von rechtsextremen und populistischen Parteien, insbesondere ńĹSNS und Sme rodina.

Eine wesentliche Konfliktlinie innerhalb der Gesellschaft mit entsprechendem Einfluss auf Parteiensystem und Wahlentscheidung stellt zun√§chst die zwischen ‚ÄěWestlern‚Äú und nationalen Traditionalisten dar. Darin manifestiert sich der tief verwurzelte Gegensatz zwischen den Anh√§ngern einer s√§kular-liberalen Ordnung westlicher Pr√§gung (daf√ľr stand z.¬†B. fr√ľher SDK√ö-DS) und den Verteidigern der historisch formierten Gemeinschaft (z.¬†B. fr√ľher HZDS). Bedeutung hat auch die sozio-√∂konomische Trennlinie, der Gegensatz von liberalen Marktwirtschaftlern (SDK√ö-DS) und staatlichen Interventionisten (z.¬†B. Smer-SD). Schlie√ülich ist die national-ethnische Trennlinie zu nennen, der Gegensatz von Slowaken (z.¬†B. SNS) und Ungarn (z.¬†B. Most‚ÄďH√≠d).

Bei der Nationalratswahl am 29. Februar 2020 wurde die konservative Protestpartei OńĹaNO (25,0¬†%) von Igor Matovińć mit 53 Sitzen die st√§rkste Kraft bei einer Zunahme von 14 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2016. Die linksgerichtete Smer-SD von Robert Fico fiel von 28,3¬†% auf 18,3¬†% (38 Sitze) zur√ľck und verfehlte zum ersten Mal seit 2006 den Wahlsieg. Die populistische Protestpartei Sme rodina (8,2¬†%) von Boris Koll√°r verzeichnete leichte Zugewinne gegen√ľber der letzten Wahl, w√§hrend die Unterst√ľtzung der ultranationalistisch-extremistischen ńĹSNS (8,0¬†%) quasi gleich blieb, errang aber wie Sme Rodina 17 Sitze in Nationalrat. Die sich klar von Fico abgrenzende neoliberale SaS (6,2¬†%, 13 Sitze) konnte noch den Einzug in den Nationalrat schaffen, ebenso wie die zentristische Partei Za ńĺud√≠ des Ex-Pr√§sidenten Andrej Kiska mit 5,8¬†% und 12 Sitzen. Die liberale Koalition PS-Spolu (6,96¬†%) scheiterte knapp wegen der 7-%-Sperrklausel f√ľr Koalitionen. Die katholisch-konservative KDH bleibt mit 4,7¬†% zum zweiten Mal in Folge seit den Wahlen 1990 au√üer Parlament, w√§hrend die nationalkonservative SNS mit nur 3,2¬†% alle 15 Sitze im Parlament verlor. Zum ersten Mal seit den Wahlen 1990 ist keine Minderheitenpartei im Parlament vertreten, da sowohl die ungarische SMK-MKP (3,9¬†%) als auch die slowakisch-ungarische Partei Most‚ÄďH√≠d (2,1¬†%) an der 5-%-Sperrklausel scheiterten.

Politische Indizes

Verwaltungsgliederung

Die heutige Slowakei ist seit 1996 in acht ‚ÄěKraje‚Äú (Landschaftsverb√§nde/Regionen) eingeteilt, die je √ľber eine Landeshauptstadt verf√ľgen. Parallel dazu verf√ľgen die Krajs seit 2001 nach einer leichten Dezentralisierungsreform auch √ľber eine kleine Autonomie bei der Gestaltung gewisser Bereiche (z.¬†B. Mittelschulen, Gesundheitswesen und Infrastruktur). Jeder Kraj verf√ľgt √ľber eine Landeshauptstadt und einen Landesvorsitzenden, der alle vier Jahre gew√§hlt wird. Territorial sind diese Selbstverwaltungslandschaftsverb√§nde mit den staatlichen Landschaftsverb√§nden identisch.

Als Untereinheit der Krajs wurden zugleich 79 Okresy gebildet (vergleichbar mit politischen Bezirken in √Ėsterreich oder (Land-)Kreisen in Deutschland), wobei Bratislava in f√ľnf und KoŇ°ice in vier Okresy geteilt sind. F√ľr diese waren am Anfang Kreisbeh√∂rden (okresn√© √ļrady) zust√§ndig. Von 2004 bis 2013 waren die Okresy administrativ bedeutungslos, waren jedoch f√ľr statistische Zwecke sowie zur Vergabe von Kfz-Kennzeichen behalten worden. F√ľr die staatliche Verwaltung bestanden 50 Gebietsbereiche, die in der Regel mehrere Kreise umfassten und von den Bezirksbeh√∂rden verwaltet wurden. 2007 wurden zus√§tzlich Landschaftsverbandsbeh√∂rden f√ľr allgemeine Verwaltung abgeschafft und durch sogenannte Bezirksbeh√∂rden in der Landeshauptstadt ersetzt, die ihren Kompetenzbereich im ganzen Kraj hatten.

In einer gro√üen Verwaltungsreform, die verschiedene Bereichs√§mter zusammenlegt, wurden zum 1. Oktober 2013 72 Kreisbeh√∂rden wieder eingef√ľhrt. Diese kopieren die Okresy mit Ausnahme der Stadtkreise von Bratislava und KoŇ°ice, wo jeweils nur eine Kreisbeh√∂rde besteht.

Die Okresy werden ihrerseits aus Gemeinden (obce) gebildet, die √ľber Kompetenzen vor allem in den Bereichen Bildung, Kultur, Umwelt, Betreuung von Lokalstra√üen, Pl√§tzen und Parks und Baugenehmigungsverfahren verf√ľgen. Jede Gemeinde hat einen B√ľrgermeister und eine Gemeindevertretung, die alle vier Jahre in Lokalwahlen gew√§hlt werden. Gemeinden k√∂nnen Stadt- und Gemeindeteile aufweisen, diese haben aber mit Ausnahme von Bratislava und KoŇ°ice keine verwaltungsrechtliche Bedeutung. Es gibt insgesamt 2890 Gemeinden in der Slowakei, davon sind 141 als St√§dte ausgewiesen. In dieser Zahl sind auch die drei Milit√§rgebiete Z√°horie, LeŇ°Ň• und ValaŇ°kovce enthalten. Das Milit√§rgebiet Javorina wurde zum 1. Januar 2011 abgeschafft.

Die mit Abstand gr√∂√üte Stadt ist die Hauptstadt Bratislava mit 440.948 Einwohnern, die einzige weitere Gro√üstadt ist KoŇ°ice mit 238.138 Einwohnern. Zu den St√§dten mit mehr als 50.000 Einwohnern z√§hlen PreŇ°ov (87.886 Einw.), ŇĹilina (80.386 Einw.), Bansk√° Bystrica (77.719 Einw.), Nitra (76.028 Einw.), Trnava (64.735 Einw.), Trenńć√≠n (55.416 Einw.), Martin (53.763 Einw.) und Poprad (50.998 Einw.) (Alle Angaben Stand 31.¬†Dezember 2019). Verwaltungsrechtlich ist die Unterscheidung zwischen Stadt und Gemeinde bedeutungslos, au√üer im Fall von Bratislava und KoŇ°ice, allerdings tragen B√ľrgermeister der St√§dte die Amtsbezeichnung prim√°tor, w√§hrend diese bei ‚Äěeinfachen‚Äú B√ľrgermeistern starosta lautet. Besondere Gesetze regeln die Stellung von Bratislava und KoŇ°ice, die neben einer Stadtebene auch √ľber Stadtteilebenen verf√ľgen, die jeweils einen eigenen Stadtteilb√ľrgermeister und -verwaltung haben. Die oben genannten Kompetenzen werden zwischen der Stadt und den Stadtteilen geteilt.

Geschichte der Verwaltungsgliederung

Die Verwaltungsgliederung der Slowakei unterlag einem intensiven Wandel insbesondere seit der Entstehung der ersten tschechoslowakischen Republik. Als Teil des Königreichs Ungarn war das Gebiet der Slowakei in das Komitatssystem integriert, in dem Komitate die höchste Verwaltungseinheit bildeten. Die Zahl dieser Einheiten in der Slowakei betrug 17 bis zum 13. Jahrhundert, 21 vom 13. Jahrhundert bis 1882 und danach 20 (vergleiche auch Liste der historischen Komitate Ungarns). Die historischen Komitate in der Slowakei waren wie folgend (Stand nach 1882, Namen deutsch / ungarisch / slowakisch):

Dazu gab es einen winzigen Teil des Komitats Szabolcs in der S√ľdostslowakei.

Einzig in den Jahren 1785‚Äď1790 und 1850‚Äď1860 gab es Distrikte als h√∂here Verwaltungseinheiten: im Jahr 1785 gliederte sich das Gebiet der Slowakei nach Reformen von Joseph II. zum gr√∂√üten Teil in drei Distrikte (Neutra, Neusohl und Kaschau), mit kleineren Anteilen von drei anderen (Raab, Pesth und Munkatsch). In der Zeit des Bach-Absolutismus im Kaisertum √Ėsterreich von 1850 bis 1860 entstanden erneut Distrikte, wobei die Slowakei √ľberwiegend in zwei Distrikte (Pressburg und Kaschau), mit einem kleinen Anteil am Distrikt √Ėdenburg, gegliedert wurde. Bei beiden Reformen sank die Anzahl der Komitate auf 16 beziehungsweise 19.

Die neu entstandene Tschechoslowakei √ľbernahm das bestehende Komitatssystem als Provisorium. Nach einigen √Ąnderungen, unter anderem wegen der Teilungen einiger Komitate durch neue Staatsgrenzen und folgenden Zusammenschl√ľssen, verringerte sich die Anzahl der Komitate auf 16. 1923 f√ľhrte man sogenannte Gro√ügaue (veńĺŇĺupy) (offiziell nur Ňĺupy) und Okresy ein. Es gab sechs Gro√ügaue (Bratislava, Nitra, PovaŇĺie, Zvolen, Untertatra und KoŇ°ice) mit 79 Okresy sowie einem winzigen Teil des siebten Gro√ügaus (Uschhorod, bei Lek√°rovce). Nach der Abschaffung der Gro√ügaue im Jahr 1928 stand die Slowakei nunmehr als Land in der Tschechoslowakei, geteilt in 77 Okresy. Im Slowakischen Staat wurde das Staatsgebiet zwischen 1940 und 1945 in sechs Gaue (Bratislava, Nitra, Trenńć√≠n, Pohronie, Tatra und ҆ariŇ°-Zempl√≠n) mit 59, ab 1942 60 Okresy geteilt. In der wiederhergestellten Tschechoslowakei wurde die Slowakei ein Jahr nach dem Februarputsch der kommunistischen Partei der Tschechoslowakei in sechs Landschaftsverb√§nde (Bratislava, Nitra, ŇĹilina, Bansk√° Bystrica, PreŇ°ov und KoŇ°ice, mit den heutigen nicht zu verwechseln) und 90 (bei der Gr√ľndung), zuletzt 91 Okresy gegliedert.

Zwischen 1960 und 1990 bestand die Slowakei nur aus drei gro√üen Landschaftsverb√§nden: der Westslowakei (Z√°padoslovensk√Ĺ kraj), der Mittelslowakei (Stredoslovensk√Ĺ kraj) und der Ostslowakei (V√Ĺchodoslovensk√Ĺ kraj). Zus√§tzlich bestand von 1968/1970 bis 1990 die Stadt Bratislava im Rang eines Landschaftsverbandes. Zun√§chst gab es 33 Okresy, dessen Anzahl sich 1968 bei einer Verwaltungsreform auf 38 erh√∂hte. Die 38 Okresy bestanden weiter bis 1996, die ab 1990 zus√§tzlich in 121 Obvody (also Kleinbezirke) unterteilt wurden, als die heutige Verwaltungsgliederung eingef√ľhrt wurde.

Außenpolitik

Die Slowakei ist seit 2004 Teil der EU und der NATO. Die au√üenpolitische Ausrichtung des Landes unterliegt jedoch seit ihrer Unabh√§ngigkeit starken Schwankungen. Dabei stehen sich das Konzept einer auf Balance zwischen Russland und dem Westen setzenden Au√üenpolitik sowie das Konzept einer betont prowestlichen Au√üenpolitik gegen√ľber. Ersteres wurde w√§hrend der 1990er Jahre von Ministerpr√§sident Vladim√≠r Meńćiar vertreten und seit 2006 wieder vom mehrfachen Regierungschef Robert Fico propagiert. Die betont prowestliche Au√üenpolitik wurde von den Regierungen Dzurinda (1998‚Äď2006) und Radińćov√° (2010‚Äď2012) betrieben, welche auch die milit√§rischen Eins√§tze der NATO im Kosovokrieg, Afghanistankrieg, Irakkrieg und in Libyen unterst√ľtzten. Die Regierung Fico hingegen stellte sich w√§hrend des Georgienkriegs 2008 demonstrativ auf die Seite Russlands und lehnt auch den von den USA propagierten Raketenschild in Mitteleuropa sowie die Unabh√§ngigkeit des Kosovo ab. 2014 erkl√§rte Ministerpr√§sident Fico vor dem Hintergrund der Krimkrise, dass die Slowakei die ‚Äěsinnlosen‚Äú Sanktionen gegen√ľber Russland ablehne, da diese der Slowakei ‚Äěerheblichen Schaden‚Äú zuf√ľgten.

In Bezug auf ihre Nachbarstaaten unterh√§lt die Slowakei das beste Verh√§ltnis zum ehemaligen ‚ÄěBruderstaat‚Äú Tschechien. Neben den engen wirtschaftlichen Beziehungen ist auch die gegenseitige Sympathie der beiden Nationen, die Anfang der 1990er Jahre noch unter nationalen Streitigkeiten zu leiden hatten, seit deren Unabh√§ngigkeit 1993 kontinuierlich gestiegen und derzeit auf einem Rekordhoch. Es werden mehrere gemeinsame Fernsehshows ausgestrahlt, darunter die Unterhaltungssendung Tschechisch-Slowakischer Superstar, auch eine gemeinsame Fu√üball- und Eishockeyliga war angedacht. Neugew√§hlte Pr√§sidenten und Regierungschefs der beiden L√§nder unternehmen ‚Äď unabh√§ngig von ihrer politischen Orientierung ‚Äď ihren ersten Auslandsbesuch traditionell in die Hauptstadt des jeweils anderen Landes.

Am schwierigsten gestalten sich die Beziehungen zum s√ľdlichen Nachbarland Ungarn. Sie sind historisch schwer belastet durch die tausendj√§hrige Zugeh√∂rigkeit der Slowaken zum K√∂nigreich Ungarn, dessen Regierung im 19. Jahrhundert durch eine repressive Magyarisierungspolitik versuchte die nichtmagyarischen V√∂lker Ungarns zwangszuassimilieren, sowie die Besetzung der S√ľd- und Ostslowakei durch ungarische Truppen vor dem Zweiten Weltkrieg (siehe dazu Erster Wiener Schiedsspruch und Slowakisch-Ungarischer Krieg). Die ungarische Armee war im Rahmen des Warschauer Pakts auch an der Niederschlagung des Prager Fr√ľhlings 1968 beteiligt. Seit der Unabh√§ngigkeit der Slowakei 1993 ist das Verh√§ltnis der beiden Staaten von chronischen Streitigkeiten um die in der Slowakei lebende ungarische Minderheit, das Wasserkraftwerk Gabńć√≠kovo und die BeneŇ°-Dekrete gepr√§gt, von denen die in der damaligen Tschechoslowakei lebenden Ungarn ebenfalls betroffen waren. Seit dem Antritt der zweiten Regierung Fico sprechen Beobachter jedoch von einer klaren Verbesserung der Beziehungen zwischen der slowakischen Regierung und der ungarischen unter Viktor Orb√°n, da man sich nun beiderseits in der Minderheitenfrage zur√ľckhalte.

Die bilateralen Beziehungen zu √Ėsterreich sind im Gegensatz dazu historisch nicht belastet. Einziger Streitpunkt in den ansonsten guten Verh√§ltnissen ist das slowakische Kernkraftwerk Bohunice. Die Slowakei besteht in ihrer Energiepolitik am Festhalten an der Atomkraft, √Ėsterreich hingegen auf entsprechenden Sicherheitsstandards.

Das Verhältnis zum Nachbarn Polen kann als gut und frei von Konflikten bezeichnet werden. Zu ihrem östlichen und größten Nachbarn Ukraine hat die Slowakei grundsätzlich gute Beziehungen, allerdings kam es infolge der Gaskrise 2009 und der Krise in der Ukraine 2014 zu Differenzen zwischen der ukrainischen Regierung und jener in Bratislava, die um die Versorgung der Slowakei mit Gas besorgt war.

Mit dem Einsetzen der Fl√ľchtlingskrise in Europa ab 2015 geh√∂rte die Slowakei zu den L√§ndern, die sich einer Verteilungsquote in der EU f√ľr ankommende Fl√ľchtlinge strikt widersetzten. Die slowakische Regierung unter Robert Fico klagte im Dezember 2015 gegen eine solche Quote. Mit Ungarn, Tschechien und Polen ist die Slowakei Teil der Visegr√°d-Gruppe, welche in der Fl√ľchtlingsfrage vor allem auf Abschottung setzt. Die Slowakei betont insbesondere, dass man keine muslimischen Kriegsfl√ľchtlinge aufnehmen werde. Das Innenministerium in Bratislava erkl√§rte Anfang 2016, diese w√ľrden sich in der Slowakei auch nicht heimisch f√ľhlen. In der katholisch dominierten Slowakei w√ľrden nur Christen akzeptiert. Im Jahr 2015 beantragten lediglich 169 Menschen in der Slowakei politisches Asyl; acht davon wurde Asyl gew√§hrt.

Seit 2016 hat das Land, wie sein Nachbar Tschechien, Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP).

Polizei und Militär

F√ľr Aufgaben auf dem Gebiet der inneren √∂ffentlichen Ordnung und Sicherheit sowie der Kriminalit√§tsbek√§mpfung ist das zentralistisch organisierte ‚ÄěPolizeikorps der Slowakischen Republik‚Äú (slowakisch: Policajn√Ĺ zbor Slovenskej republiky) verantwortlich. Die Polizei ist in Kriminal-, Finanz-, Schutz-, Verkehrs-, Bahn-, Grenz- und Fremdenpolizei sowie Dienste f√ľr Objektschutz und Sonderdienste aufgeteilt. Im Jahre 2018 betrug die Personalst√§rke ca. 22.500 Beamte. Daneben k√∂nnen Gemeinden eigene Gemeinde- und Stadtpolizeien (obecn√° pol√≠cia beziehungsweise mestsk√° pol√≠cia) gr√ľnden, deren Befugnisse sich auf Verkehrs√ľberwachung (Ordnungswidrigkeiten), Umsetzung von Gemeindeverordnungen und Aufrechterhaltung der √∂ffentlichen Ordnung in der Gemeinde konzentrieren. Die Milit√§rpolizei (vojensk√° pol√≠cia) ist Teil der Slowakischen Streitkr√§fte und untersteht somit dem Verteidigungsministerium.

Die Slowakischen Streitkräfte (slowakisch: Ozbrojené sily Slovenskej republiky) sind seit 2006 vollständig eine Berufsarmee, unterstehen dem Verteidigungsministerium und bestehen aus den Teilstreitkräften:

  • Slowakisches Heer
  • Slowakische Luftstreitkr√§fte
  • Spezialoperationskr√§fte

Die Slowakei hatte zum 31. Dezember 2018 12.342 Soldaten. Die Slowakischen Streitkr√§fte verf√ľgten im Jahr 2017 √ľber 30 Kampfpanzer, 313 Sch√ľtzenpanzer, 67 Artilleriest√ľcke und 16 Kampfjets. Die Slowakei gab 2017 knapp 1,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,1 Milliarden US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Die Slowakei ist seit 2004 NATO-Mitglied. Die allgemeine Wehrpflicht wurde in Friedenszeiten im Jahr 2006 aufgehoben, seither k√∂nnen B√ľrger im Alter von zwischen 18 bis 30 Jahren einen freiwilligen Wehrdienst leisten. Frauen d√ľrfen seit 2012 im Milit√§r dienen. Im Jahr 2017 wurde das Fehlen einer gr√∂√üeren Menge von Hand-Panzerabwehrgranaten und 300.000 Schuss Munition festgestellt.

Judikative und Strafvollzug

Das slowakische Recht geh√∂rt zum r√∂misch-germanischen Rechtskreis und gliedert sich in √∂ffentliches Recht und Privatrecht. Die Slowakische Republik versteht sich nach Art. 1 der Verfassung als Rechtsstaat. Das System der Judikative besteht aus dem Verfassungsgericht und allgemeinen Gerichten auf drei Ebenen, mit einem zweistufigen Instanzenzug. Das Justizsystem beruht auf Art. 143 der Verfassung (f√ľr das Verfassungsgericht) sowie auf Gesetz Nr. 757/2004 (f√ľr allgemeine Gerichte).

Das Verfassungsgericht (slowakisch √östavn√Ĺ s√ļd Slovenskej republiky) ist f√ľr Verfassungsfragen zust√§ndig und kann verfassungswidrige Gesetze au√üer Kraft setzen. Das Gericht setzt sich aus 13 Richtern zusammen, die vom Staatspr√§sidenten auf Vorschlag des Nationalrats auf 12 Jahre ernannt werden. Sein Sitz ist in KoŇ°ice.

Das h√∂chste allgemeine Gericht ist das Oberste Gericht der Slowakischen Republik (slowakisch NajvyŇ°Ň°√≠ s√ļd Slovenskej republiky) in Bratislava. Weiter unten folgen die acht Landesbezirkgerichten (slowakisch Krajsk√Ĺ s√ļd) mit erster Instanz in Verwaltungssachen und 54 Landkreisgerichten (slowakisch Okresn√Ĺ s√ļd), die als erste Instanz in Zivil- und Strafsachen fungieren. Weitere Verfassungsorgane sind die Staatsanwaltschaft (slowakisch prokurat√ļra), Ombudsmann (slowakisch verejn√Ĺ ochranca pr√°v, inoffiziell ombudsman) und die Oberste Kontrollbeh√∂rde der Slowakischen Republik (slowakisch NajvyŇ°Ň°√≠ kontroln√Ĺ √ļrad Slovenskej republiky, Abk. NK√ö). Zum 1. August 2021 nahm das Oberste Verwaltungsgericht der Slowakischen Republik (slowakisch NajvyŇ°Ň°√≠ spr√°vny s√ļd Slovenskej republiky) seine Arbeit auf.

Seit 2009 besteht zudem ein Sonderstrafgericht (slowakisch ҆pecializovan√Ĺ trestn√Ĺ s√ļd) mit Sitz in Pezinok als Nachfolger des 2004 gegr√ľndeten Sondergerichts (slowakisch ҆peci√°lny s√ļd) f√ľr Kriminalf√§lle im Bereich Korruption, Bestechung, organisierte Kriminalit√§t und besonders ernsthafte Finanz- und Eigentumsdelikte. Zusammen mit dem urspr√ľnglichen Sondergericht entstand auch die Beh√∂rde der Sonderstaatsanwaltschaft (slowakisch √örad Ň°peci√°lnej prokurat√ļry). Die ehemals bestehenden Milit√§rgerichte (slowakisch Sg. Vojensk√Ĺ s√ļd) wurden zum 31. M√§rz 2009 abgeschafft und deren Kompetenzen an allgemeine Gerichte √ľbertragen.

F√ľr Haft- und Strafvollzug ist das Korps der Strafvollzugs- und Justizw√§che (slowakisch Zbor v√§zenskej a justińćnej str√°Ňĺe, Abk. ZVJS) zust√§ndig. Das Korps betreibt 18 Gef√§ngnisse in der ganzen Slowakei, das √§lteste ist das Gef√§ngnis Leopoldov. Zum 1. April 2020 sa√üen 10.543 Strafgefangene in slowakischen Gef√§ngnissen, was 195 Insassen pro 100.000 Einwohner entspricht.

Die slowakischen Staatsorgane leiden am fehlenden Vertrauen der Bev√∂lkerung. Nach einer Umfrage des Standard-Eurobarometers 92 aus November 2019 vertrauten nur 23¬†% der slowakischen B√ľrger dem Justizsystem, verglichen mit 51¬†% der B√ľrger in der EU-28, somit ist die Slowakei eines der Schlusslichter im EU-Vergleich. √Ąhnliche Ergebnisse ergaben sich beim Nationalrat (23¬†%, EU-28: 34¬†%) beziehungsweise der Regierung (25¬†%, EU-28: 34¬†%). Auch die Polizei schnitt mit 41¬†% (EU-28: 71¬†%) im EU-Vergleich schlecht ab, die Streitkr√§fte erreichten mit 51¬†% (EU-28: 72¬†%) nur den vorletzten Platz in der EU, kamen aber im nationalen Vergleich zum h√∂chsten Wert.

Wirtschaft

Wirtschaftsdaten

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Slowakei betrug im Jahr 2018 89,7 Milliarden Euro. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 16.475 Euro. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreichte die Slowakei 2018 einen Indexwert von 74 (EU-27: 100) und damit etwa 60¬†% des deutschen Wertes. Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 betrug 4¬†%. Die Arbeitslosenquote betrug 2019 5,8¬†% und liegt damit leicht unter dem EU-Durchschnitt. Die Jugendarbeitslosigkeit belief sich auf 16,1¬†%. 2017 arbeiteten 3,8¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 35¬†% in der Industrie und 61,2¬†% im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 2,76 Millionen gesch√§tzt. Der durchschnittliche Verdienst lag im Jahr 2019 bei 1092 Euro brutto monatlich. Der Mindestlohn f√ľr das Jahr 2020 betr√§gt 580,00 Euro. Die Preisentwicklung lag 2019 bei 2,7¬†%.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt die Slowakei Platz 59 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2020 Platz 60 von 180 L√§ndern.

Wirtschaftsgeschichte

Im 14. und 15. Jahrhundert war das Gebiet der heutigen Slowakei, das damals zum K√∂nigreich Ungarn geh√∂rte, weltber√ľhmt f√ľr sein Bergbauwesen. Die bedeutendsten Bergst√§dte befanden sich bei den St√§dten Kremnica (‚ÄěGoldenes Kremnitz‚Äú), Bansk√° ҆tiavnica (‚ÄěSilbernes Schemnitz‚Äú) und Bansk√° Bystrica. Ungarn war der gr√∂√üte europ√§ische Goldproduzent im Mittelalter und stellte ein Drittel der weltweiten Goldproduktion sowie ein Viertel der europ√§ischen Silberproduktion. Auch die aus Bansk√° Bystrica stammenden Kupfererze erlangten zumindest in Europa eine marktbeherrschende Position.

Im 20. Jahrhundert galt die Slowakei innerhalb der demokratischen Tschechoslowakei zun√§chst als technologisch r√ľckst√§ndiger Agrarstaat, wurde aber im Laufe der kommunistischen √Ąra durch den Aufbau einer Schwer- und Waffenindustrie stark industrialisiert. In der Folge stieg die Slowakei zu einer der wichtigsten Panzerwerkst√§tten europa- und weltweit auf.

Nach der demokratischen Wende kollabierte in den Jahren 1989 bis 1993 die tschechoslowakische Wirtschaft, die gro√üen Waffenschmieden der Mittelslowakei wurden geschlossen. Wegen der totalen Einbr√ľche in der Industrieproduktion kam es zu einer fast v√∂lligen Deindustrialisierung des Landes. Im Jahr 1994 begann die Industrieproduktion wieder zu wachsen und ab Mitte der 1990er Jahre gelang es der Slowakei, mit 6,5¬†% das st√§rkste Wirtschaftswachstum innerhalb der postkommunistischen Staaten zu erreichen. Getragen wurde dieses Wachstum insbesondere von Exportleistungen und ab 1996 von massiven √∂ffentlichen Investitionen der Regierung Meńćiar, was zu einer Verdreifachung slowakischer Auslandsschulden sowie einer dramatisch verschlechterten Zahlungsbilanz f√ľhrte. Problematisch war auch der Prozess der Privatisierung, bei dem die Regierung Meńćiar oft unrentable Vetternwirtschaft betrieb.

Mit dem Amtsantritt der Regierung Dzurinda 1998 wurde ein stark wirtschaftsliberaler Kurs eingeschlagen. Von besonderer Bedeutung waren die Sparprogramme der Jahre 2002 und 2004. Der Wirtschaftshistoriker Hannes Hofbauer bezeichnet das Programm von 2002 als das mutma√ülich h√§rteste Sparprogramm eines EU-Beitrittskandidaten. Beide Sparpakete basierten auf Preis- und Steuererh√∂hungen im √∂ffentlichen Sektor und Senkungen im privaten Sektor, um den Staatshaushalt zu verbessern und gleichzeitig ausl√§ndische Investoren anzuziehen. Im Jahr 2004 f√ľhrte die Slowakei dann als erstes Land √ľberhaupt eine Flat Tax von 19¬†% ein. Im selben Jahr trat das Land auch der NATO und der Europ√§ischen Union bei.

Unter der Regierung Dzurinda (1998‚Äď2006) entwickelte sich die Slowakei zum f√ľhrenden Standort der von Westeuropa ausgelagerten PKW-Produktion. Dieser entsprechen etwa 40¬†% der slowakischen Exporte. 2003 er√∂ffnete Volkswagen ein Werk in Bratislava, es folgten PSA Peugeot Citro√ęn in Trnava und Hyundai-Kia in ŇĹilina. Alle Automobilfabriken zusammen produzieren durchschnittlich bis zu eine Million PKW pro Jahr, womit die Slowakei bei einer Gesamtbev√∂lkerung von 5,4 Millionen das Land mit der pro Kopf h√∂chsten Automobilproduktion in Europa ist. Infolge der Weltwirtschaftskrise ab 2007 kam es zu starken Einbr√ľchen in der Produktion, die sich jedoch bis 2012 wieder relativ stabilisierte.

Die Slowakei wird auch als das ‚ÄěDetroit Europas‚Äú bezeichnet. Im Jahr 2013 wurden 980.000 Fahrzeuge in der Slowakei produziert. Im Jahr 2015 machte die Automobilindustrie laut der slowakischen Automobilvereinigung 12¬†% des BIP aus und trug 26¬†% zum Gesamtexport des Landes bei. Im selben Jahr gab Jaguar Land Rover bekannt, sich ebenfalls mit einer Fabrik in Nitra niederlassen zu wollen, die Fabrik nahm ihren Betrieb im Oktober 2018 auf. In der ersten Phase sollen 150.000 Fahrzeuge pro Jahr gefertigt werden, die Produktion soll innerhalb von zehn Jahren auf 300.000 Autos j√§hrlich steigen. Im Jahr 2015 produzierte die slowakische Autoindustrie erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge, machte im Jahr 2018 46,8¬†% der gesamten Industrie der Slowakei aus und besch√§ftigte √ľber 145.000 Menschen. 2019 kamen in der Slowakei 1,1 Million Fahrzeuge vom Band und das Land belegte mit 202 Autos pro 1000 Einwohner weltweit den ersten Platz in der Produktion pro Kopf.

Die Regierung Fico (2006‚Äď2010) beendete den neoliberalen Kurs des Vorg√§ngerkabinetts und versuchte ein sozialdemokratisches Programm umzusetzen. Das Wirtschaftswachstum erreichte f√ľr das gesamte Jahr 2007 10,4¬†%, womit die Slowakei das h√∂chste Wirtschaftswachstum innerhalb der gesamten EU verzeichnete. Das nominelle Lohnniveau ist das geringste in Mitteleuropa. Im Jahr 2008 trat die Slowakei dem Schengen-Abkommen bei, am 1. Januar 2009 wurde die Slowakei Teil der Eurozone. Der letzte Leitkurs der Slowakischen Krone war 30,1260 Kronen je Euro.

Die wirtschaftlichen Stärken der Slowakei liegen unter anderem in der langen industriellen Tradition, dem hohen Wirtschaftswachstum im europäischen Vergleich, gut ausgebildeten Arbeitskräften und dem Wegfallen von Wechselkursrisiken und Transaktionskosten aufgrund der Mitgliedschaft in der Eurozone. Als Schwächen der slowakischen Wirtschaft sind eine hohe Abhängigkeit von Exporten, ein kleiner Binnenmarkt, Mängel bei der praktischen Ausbildung und die schlecht ausgebaute Infrastruktur im Osten des Landes zu nennen.

Ein weiteres Problem stellt das starke West-Ost-Gef√§lle und die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Regionen dar. So √ľberh√∂ht die Hauptstadt Bratislava mit ihrem Hinterland in s√§mtlichen wirtschaftlichen Bereichen den Rest des Landes. Die Lebensqualit√§t erreicht hier ein √§hnliches Niveau wie in den reicheren L√§ndern der Europ√§ischen Union, das BIP pro Kopf betr√§gt hier 119,7¬†% des durchschnittlichen Unionswerts. Im Vergleich dazu erreicht der Landschaftsverband PreŇ°ov bei der gleichen Bev√∂lkerungsanzahl nur 10¬†% der Wirtschaftsleistung. Trotz dieser Ungleichheit betr√§gt die Wohneigentumsquote 91,3¬†% (2018) und weist somit eine der h√∂chsten Quoten weltweit auf. Bei der Energiepolitik setzt die Slowakei unter anderem auf zwei Kernkraftwerke sowjetischer Bauart, von denen insbesondere das Kernkraftwerk Mochovce aufgrund √∂sterreichischer Klagen und Einwendungen seit dem Ende der 1990er Jahre heftig umstritten ist.

Land- und Forstwirtschaft

Der gesamte Primärsektor (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) trug 2017 nach Angaben der OECD mit etwa 3,4 % zum BIP der Slowakei bei.

Etwa 19.200 km¬≤ (39,2¬†%) der Staatsfl√§che werden landwirtschaftlich genutzt. Angebaut werden vor allem Weizen, Mais, Hopfen, Gerste, R√ľben, Sonnenblumen, Luzernen, Kartoffeln und Sojabohnen. Die Kornkammern des Landes sind vor allem das Donautiefland im S√ľdwesten und S√ľden des Landes sowie das Ostslowakische Tiefland im Osten. Wein wird vorwiegend im Westen und S√ľden des Landes angebaut. Rinder, H√ľhner, Schweine und Schafe machen einen Gro√üteil der Viehzucht aus, allerdings ist seit etwa 2000 ein deutlicher R√ľckgang insbesondere bei der Rinder- und Schweinezucht zu beobachten. In den Inlandsgew√§ssern werden haupts√§chlich Karpfen und Forellen gefangen.

Kritisch bemerkt wird die niedrige Nahrungssicherung des Landes bei einigen Kommoditen: w√§hrend die inl√§ndische Produktion von Weizen, Roggen, R√ľbsen und Sonnenblumen ausreichend ist, sind bedeutende Handelsdefizite insbesondere beim Fleisch (vor allem H√ľhner-, Kalb-, Rind- und Schweinefleisch), weiter bei Frucht- und Gem√ľsesorten, Kartoffeln, Milch und Milchprodukten und Eiern vorhanden. Dementsprechend betr√§gt der Anteil von ausl√§ndischen Lebensmittelprodukten bei einigen Supermarktketten mehr als 50¬†%.

W√§lder bedecken ein wenig mehr als 20.000 km¬≤ (etwa 41¬†%) der Slowakei, die auch Holz f√ľr den Export produzieren. Im Jahr 2018 wurden 9,87 Millionen m¬≥ Holz gewonnen.

Bergbau

In der Slowakei werden Braunkohle, Magnesit, Dolomit und Kalkstein, in geringerem Ma√üe auch weitere Erze gef√∂rdert. Bedeutend ist auch der Abbau von Materialien f√ľr die Zementherstellung sowie der Natursteinabbau. Bei Gemersk√° Poloma befindet sich ein ergiebiges Talkvorkommen. Die einst bedeutende Gold- und Silberf√∂rderung ist bis auf ein Bergwerk in HodruŇ°a-H√°mre komplett stillgelegt, obwohl es Gold- und Silbervorkommen in Kremnica-҆turec sowie bei RoŇĺŇąava gibt. Die noch bestehende Braunkohlef√∂rderung rund um Nov√°ky und Handlov√° soll bis 2027 stillgelegt werden, jene bei Veńĺk√Ĺ Krt√≠Ň° wurde schon 2015 beendet.

Industrie

Der gesamte Sekund√§rsektor (Industrie und Bau) trug 2017 nach Angaben der OECD mit etwa 34,9¬†% zum BIP der Slowakei bei. Das Land hat eine lange Industrietradition, allerdings m√ľssen s√§mtliche Rohstoffe aus dem Ausland importiert werden.

Die bedeutendsten Industriezweige in der Slowakei sind Automobilindustrie und elektrotechnische sowie elektronische Industrie. Besonders seit dem Jahr 2000 ist zu einem rasanten Aufschwung der Automobilindustrie gekommen, mit vier Automobilwerken. Diese sind chronologisch sortiert: Volkswagen Slovakia in Bratislava, PSA Peugeot Citro√ęn in Trnava, Hyundai-Kia in ŇĹilina und Jaguar-Land Rover in Nitra. Ebenfalls wichtig ist Elektronikindustrie, mit einem Samsung-Werk in Galanta und einem Sony-Werk in Nitra. F√ľr den inl√§ndischen Verbrauch, aber auch f√ľr den Export produziert die Metallindustrie, mit Standorten in ŇĹiar nad Hronom (Aluminiumwerk), Podbrezov√° (Eisenh√ľtte) und KoŇ°ice (Stahlwerk U. S. Steel KoŇ°ice). Holzverarbeitungs- und Zellulosenindustrie findet man in ŇĹilina, RuŇĺomberok, ҆t√ļrovo, Harmanec und SlavoŇ°ovce; polygraphische Industrie findet man vor allem in bedeutenden Kulturzentren (z. B. Bansk√° Bystrica, Bratislava, Kom√°rno, Martin, Nitra).

Die Maschinenbauindustrie konzertiert sich im mittleren und oberen Waagtal, dazu kommen noch Standorte in Poprad (Waggonbau, Waschmaschinen) und Tlmańće. Die gr√∂√üten Chemiewerke befinden sich in Bratislava (Slovnaft, Erd√∂lraffinerie), ҆ańĺa (Duslo, Minerald√ľnger), Nov√°ky, Svit und Str√°Ňĺske. Bedeutende Standorte der Gummiindustrie sind P√ļchov (Matador) und Doln√© Vestenice. Arzneimittel werden unter anderem in Bratislava, Dunajsk√° Streda, Hlohovec, Martin, Slovensk√° ńĹupńća und ҆ariŇ°sk√© Michańĺany hergestellt.

Am gleichm√§√üigsten verteilt ist die Lebensmittelindustrie, die √ľberwiegend G√ľter f√ľr den inl√§ndischen Bedarf produziert. Hingegen hat die Bedeutung der Textilindustrie nach 1989 angesichts billiger Importe aus asiatischen L√§ndern, insbesondere China, stark eingeb√ľ√üt. Verbliebene Standorte sind unter anderem in Trenńć√≠n, P√ļchov sowie im Osten des Landes. √Ąhnlich verh√§lt es mit der Glasindustrie, deren Tradition bis zum 14. Jahrhundert reicht. Glasfabriken befinden sich in Bratislava, Trnava, NemŇ°ov√° und Lednick√© Rovne, hingegen hat die Bedeutung der Glasherstellung in Polt√°r und Umgebung, die einst zwanzig Glash√ľtten beherbergte, stark nachgelassen.

Dienstleistungen

Der gesamte Tertiärsektor (Dienstleistungen, Tourismus) trug 2017 nach Angaben der OECD mit etwa 61,7 % zum BIP der Slowakei bei. Seit der Samtenen Revolution hat die Bedeutung von Dienstleistungen in der slowakischen Wirtschaft zugenommen und ist heute der bedeutendste Wirtschaftszweig.

Der Bankensektor befindet sich fast vollst√§ndig in ausl√§ndischen H√§nden, noch vor dem EU-Beitritt der Slowakei waren es 75¬†% der slowakischen Banken, im Jahr 2012 waren es bereits 96¬†%. Die Weltfinanzkrise der sp√§ten 2000er Jahre traf auch den slowakischen Finanzsektor, allerdings war er im Gegensatz zu anderen L√§ndern kaum auf staatliche Unterst√ľtzung angewiesen und gef√§hrdete zu keinem Zeitpunkt die gesamtwirtschaftliche Stabilit√§t.

Seit den 2000er Jahren haben mehrere internationale Firmen Shared Service Centers in der Slowakei eröffnet, vor allem in Bratislava sowie vereinzelt in anderen Städten des Landes.

Tourismus

Mit √ľber 2,25 Millionen ausl√§ndischen Touristen im Jahr 2018 belegte die Slowakei Platz 87 der meistbesuchten L√§nder der Welt. Das Land hatte somit eine niedrigere Besucherzahl als die Nachbarl√§nder. Wichtigste Touristenziele sind die Hauptstadt Bratislava sowie die Hohe Tatra. Im Land gibt es insgesamt sieben UNESCO-Welterbest√§tten. 2017 waren die meisten Touristen aus Tschechien, Polen, Deutschland, Ungarn und √Ėsterreich.

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen BIP, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

  • Au√üenhandel:

2016: Importe: 67.800 Mio. Euro, Exporte: 70.000 Mio. Euro, Handelsbilanzsaldo: 2.200 Mio. Euro
2017: Importe: 73.400 Mio. Euro, Exporte: 74.800 Mio. Euro, Handelsbilanzsaldo: 1.400 Mio. Euro
2018: Importe: 79.200 Mio. Euro, Exporte: 79.800 Mio. Euro, Handelsbilanzsaldo: 0.600 Mio. Euro

  • Wirtschaftswachstum:
  • Arbeitslosigkeit (2019: vorl√§ufige Werte bzw. Prognose):

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2018 Ausgaben von 37,52 Mrd. Euro, dem standen Einnahmen von 36,57 Mrd. Euro gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 1,1¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2018 49,4¬†% des BIP.

Slowakische Staatsanleihen werden als weitgehend sichere Anlage bewertet, mit folgenden Ratings: A+ (Standard & Poor‚Äôs), A (Fitch Ratings), A2 (Moody‚Äôs) und A (high) (DBRS) (Stand Mai 2020). Im Vergleich zu den f√ľnf Nachbarstaaten wird die Slowakei damit zwar schlechter eingestuft als √Ėsterreich und Tschechien, jedoch meist besser als Polen und deutlich besser als Ungarn und die Ukraine.

Der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP, 2018) ausgewählter Bereiche:

  • Soziale Sicherung: 14,3¬†%
  • Gesundheit: 7,3¬†%
  • Allgemeine √∂ffentliche Verwaltung: 5,0¬†%
  • Bildung: 4,0¬†%
  • √Ėffentliche Ordnung und Sicherheit: 2,2¬†%
  • Milit√§r: 1,0¬†%

Infrastruktur

Verkehr

Das Verkehrsnetz ist bizentrisch auf das im Westen gelegene Bratislava und auf das im Osten gelegene KoŇ°ice ausgerichtet. Es orientiert sich an den T√§lern und Fl√ľssen in der √ľberwiegend gebirgigen Slowakei.

Eisenbahn

Die wichtigste Bahnverbindung des Landes ist die elektrifizierte Ost-West-Verbindung von der Ukraine √ľber KoŇ°ice nach Bratislava mit Fortsetzung nach Tschechien, √Ėsterreich und Ungarn. Daneben ist die Verbindung von Tschechien √ľber Bratislava nach Ungarn von Bedeutung. Wichtige Eisenbahngesellschaften sind hierbei f√ľr den Personenverkehr die ŇĹeleznińćn√° spolońćnosŇ• Slovensko a.s. (ŇĹSSK), f√ľr den G√ľterverkehr die ŇĹeleznińćn√° spolońćnosŇ• Cargo Slovakia a.s. (ŇĹSSK Cargo), als Schienennetzbetreiber die ŇĹeleznice Slovenskej republiky (ŇĹSR) und ‚Äď fr√ľher ‚Äď die regional operierende Bratislavsk√° region√°lna końĺajov√° spolońćnosŇ• (BRKS). Einzig auf der Bahnstrecke Bratislava‚ÄďKom√°rno wurde zwischen 2012 und 2020 der Personennahverkehr vom privaten Unternehmen Regiojet bereitgestellt, das auch internationale Bahnverbindungen von Prag nach ŇĹilina (via Bratislava) sowie von Prag nach KoŇ°ice betreibt. Im Jahr 2018 wurden auf slowakischen Eisenbahnen insgesamt 50,93 Mio. Tonnen Frachtgut und 77,75 Mio. Passagiere transportiert.

Das slowakische Schienennetz hat nach dem Stand von 2017 eine Länge von 3626 km und gehört mit umgerechnet 73,95 km je 1000 Quadratkilometer Landfläche zu den zehn dichtesten Eisenbahnnetzen der Welt. Es besteht aus 2610 km eingleisigen und 1016 km mehrgleisigen Trassen. 1588 km bzw. 44 % sind elektrifiziert, davon werden 763 km mit Wechselstrom (25 kV, 50 Hz) und 825 km mit 3-kV-Gleichstrom betrieben.

Hinsichtlich der Spurweiten sind 46¬†km als Schmalspurstrecken und 99¬†km als russische Breitspur mit 1520¬†mm Spurweite ausgef√ľhrt. Die Breitspurstrecke kommt von der Ukraine und endet in Haniska. Seit 2007 bestehen offiziell Planungen, die Breitspurstrecke nach Bratislava zu verl√§ngern. Auch √Ėsterreich zeigte Interesse, sie weiter bis Wien auszuf√ľhren. Im Juni 2010 gab jedoch die neue slowakische Regierung bekannt, dass sie das Projekt nicht mehr verfolge. Die √ĖBB erkl√§rten im M√§rz 2011, dass sie mit einer Fertigstellung nicht vor 2024 rechneten. Im Jahr 2011 wurde zwischen der Slowakei und √Ėsterreich vereinbart, eine Machbarkeitsstudie f√ľr die Breitspurstrecke KoŇ°ice‚ÄďWien zu erstellen. 2019 wurde dann ein gemeinsames Memorandum of Understanding von √Ėsterreich, Slowakei und Russland zum Ausbau der Breitspur bis an die Donau unterzeichnet. Ziel des Projekts ist ein durchg√§ngiger G√ľterverkehr zwischen Ostasien und Wien ohne zeitraubende Umspurungs- oder Umladema√ünahmen.

Modernisierungsarbeiten konzentrieren sich auf die Bahnstrecken im TEN-T und zwar Bratislava‚ÄďŇĹilina, ŇĹilina‚ÄďKoŇ°ice, KoŇ°ice‚ÄďńĆierna nad Tisou, ŇĹilina‚Äďtschechische Grenze, K√ļty‚ÄďBratislava, Bratislava‚Äď҆t√ļrovo beziehungsweise Kom√°rno und P√ļchov‚ÄďHorn√≠ Lideńć. Bis Ende 2021 soll die Strecke Bratislava‚ÄďŇĹilina vollst√§ndig auf Tempo 160¬†km/h ausgebaut worden sein, weitere Ausbauarbeiten sind gr√∂√ütenteils noch in Planung.

Straßenverkehr

Das slowakische Straßennetz umfasste Ende 2019 nach Angaben des Statistischen Amts der Slowakischen Republik:

  • 495¬†km Autobahnen (diańĺnice)
  • 271¬†km Schnellstra√üen (r√Ĺchlostn√© cesty)
  • 3.333¬†km Stra√üen 1. Ordnung (cesty I. triedy)
  • 3.631¬†km Stra√üen 2. Ordnung (cesty II. triedy)
  • 10.340¬†km Stra√üen 3. Ordnung (cesty III. triedy)
  • 39.670¬†km Lokalstra√üen (miestne komunik√°cie)

Die Instandhaltung ist dabei auf mehrere Ebenen geteilt: Autobahnen, Schnellstra√üen sowie wenige Stra√üen 1. Ordnung werden von der staatlichen Aktiengesellschaft N√°rodn√° diańĺnińćn√° spolońćnosŇ• (Nationale Autobahngesellschaft) betrieben, die meisten Stra√üen 1. Ordnung mit Ausnahme von Bratislava von der staatlichen Organisation Slovensk√° spr√°va ciest (Slowakische Stra√üenverwaltung), die Stra√üen 2. und 3. Ordnung jeweils von den Selbstverwaltungsgebieten mit Ausnahme von Bratislava und KoŇ°ice. Der einzige private Betreiber ist zurzeit Granvia, der Teile der Schnellstra√üe R1 verwaltet. Das Konsortium Obchvat Nula baut und betreibt Teile der Autobahn D4 und Schnellstra√üe R7 im Gro√üraum Bratislava.

Im Vergleich zu anderen postkommunistischen Staaten Mitteleuropas ist das Autobahnbau-Tempo eher mäßig. Daneben besteht ein gut ausgebautes Fernstraßennetz. In der Slowakei bestehen vier Autobahnverbindungen:

  • Autobahn D1 von Bratislava √ľber ŇĹilina und KoŇ°ice bis an die ukrainische Grenze
  • Autobahn D2 von Brno (Tschechien) √ľber Bratislava nach Ungarn
  • Autobahn D3 von ŇĹilina bis an die polnische Grenze
  • Autobahn D4, Ringautobahn von Bratislava

Das Autobahnnetz soll durch das Schnellstra√üennetz erg√§nzt werden. Obwohl neun Verbindungen (siehe Liste der Autobahnen und Schnellstra√üen in der Slowakei) geplant sind, ist nur die Schnellstra√üe R1, die Trnava mit Bansk√° Bystrica (170 Kilometer) miteinander verbindet, √ľberregional verbunden. Die anderen Teile weiterer Schnellstra√üen sind derweil nur k√ľrzere, nicht zusammenh√§ngende Strecken.

F√ľr die Benutzung von Autobahnen und Schnellstra√üen sind Benutzungsgeb√ľhren f√§llig. F√ľr PKW bis 3,5¬†Tonnen zGG (ausgenommen Motorr√§der) und Wohnmobile besteht eine Vignettenpflicht. Seit dem 1. Januar 2016 erh√§lt man Vignetten ausschlie√ülich in elektronischer Form, genannt e-zn√°mka. Erh√§ltlich sind Jahresvignetten und 365-Tage-Vignetten (Preis 2021: 50 Euro) sowie k√ľrzere 30-Tage- und 10-Tage-Vignetten (Preis 2021: 14 bzw. 10 Euro). F√ľr LKW und Busse gilt eine streckenbezogene elektronische Maut, genannt e-m√Ĺto, die neben Autobahnen und Schnellstra√üen auch ausgew√§hlte Stra√üen 1. Ordnung abdeckt.

Der Motorisierungsgrad betrug 2019 ca. 439 bei einer Gesamtanzahl von 2.393.577 Pkw. Der √∂ffentliche Busverkehr in der Slowakei wird zum gr√∂√üten Teil durch 18 Busgesellschaften, die aus der Aufteilung und Privatisierung der staatlichen Busgesellschaft Slovensk√° autobusov√° doprava (SAD) hervorgingen, gew√§hrleistet. Mit Ausnahme von Bratislava, KoŇ°ice, PreŇ°ov und ŇĹilina betreiben diese Gesellschaften auch √ĖPNV-Systeme in St√§dten der Slowakei. Im Jahr 2018 nutzten 242,73. Mio. Passagiere √∂ffentliche Buslinien (au√üer Stadt-√ĖPNV).

Flugverkehr

Es gibt drei internationale Flugh√§fen in der Slowakei mit regelm√§√üigen Linienfl√ľgen, die zugleich als Schengenflugh√§fen eingestuft sind. Der mit Abstand bedeutendste davon ist der Flughafen in Bratislava, von dem aus verschiedene europ√§ische L√§nder angeflogen werden sowie touristische Ziele am Mittelmeer und am Roten Meer. Zudem gibt es eine Verbindung nach Dubai. Ein Gro√üteil der Fl√ľge wird von der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair angeboten. Die beiden weiteren Schengenflugh√§fen des Landes befinden sich in Poprad und in KoŇ°ice mit einzelnen innereurop√§ischen Linienfl√ľgen sowie Charterfl√ľgen in Urlaubsregionen. Als international eingestuft sind noch die Flugh√§fen in Nitra, PieŇ°Ň•any, Prievidza, Sliańć und ŇĹilina, von denen Chartermaschinen in Urlaubsgebiete starten. 2018 verzeichneten slowakische Flugh√§fen 2,94 Mio. Passagiere, davon 2,29 Mio. in Bratislava und 0,54 Mio. in KoŇ°ice. Der nur 50 Kilometer von Bratislava entfernte √∂sterreichische Flughafen Wien-Schwechat wird aufgrund der gr√∂√üeren Anzahl von Fluglinien auch von vielen Slowaken, besonders aus der Westslowakei, benutzt.

Nach Angaben des CIA World Factbook gab es im Jahr 2019 insgesamt 34 Flughäfen und -plätze, davon 19 mit befestigter Piste.

Als Milit√§rflugpl√§tze sind Malacky, Sliańć und PreŇ°ov ausgewiesen.

Bereits wenige Monate nach der Unabh√§ngigkeit der Slowakei nahm mit Air Slovakia (anfangs Air Terrex Slovakia) eine nationale Fluggesellschaft ihren Betrieb auf. Neben europ√§ischen Flugzielen wurden auch mehrere asiatische Destinationen angeflogen sowie, mit Zwischenstopp in Djibouti, auch Mauritius im Indischen Ozean. 2006 wurde die zuvor im Besitz der slowakischen Unternehmsgr√ľnder befindliche Gesellschaft an einen ausl√§ndischen Gesch√§ftsmann verkauft und musste 2010 aufgrund Insolvenz den Flugbetrieb einstellen. Mit Slovak Airlines und Danube Wings versuchten sich zwei weitere slowakische Gesellschaften kurzzeitig am Markt, ebenso mit SkyEurope eine slowakisch-√∂sterreichische Kooperation. Inzwischen gibt es in der Slowakei nur noch mehrere kleine Charterfluggesellschaften.

Schifffahrt

Einzige wichtige Binnenschifffahrtsroute ist die Donau, die √ľber den Main-Donau-Kanal Transitverkehr von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer aufnehmen kann. Haupth√§fen sind in Bratislava und Kom√°rno. Seit 1998 ist zudem die Waag von SereńŹ bis zur M√ľndung in Kom√°rno auf einer L√§nge von 75¬†km schiffbar. Geplant ist ein weiterer Ausbau der sogenannten Waag-Wasserstra√üe (V√°Ňĺska vodn√° cesta) in mehreren Etappen nach P√ļchov und ŇĹilina. Das Projekt sieht ebenfalls eine Verbindung mit der Oder in Tschechien vor, seit 2015 rechnet die tschechische Regierung aber mit keiner Realisierung dieses Abschnitts. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 5,57 Mio. Tonnen Frachtgut auf slowakischen Gew√§ssern transportiert. Mit dem Twin City Liner, der Wien und Bratislava verbindet, existiert seit dem 21. Jahrhundert auch eine f√ľr Berufspendler besondere Verbindung.

Energieversorgung

Elektrische Energie

Elektrische Energie wird in der Slowakei aus mehreren Quellen erzeugt. Im Jahr 2018 erzeugten slowakische Kraftwerke insgesamt 27.149 GWh (Gigawattstunden) des elektrischen Stroms und das Land verbrauchte 30.947 GWh. Daraus ergibt sich ein Saldo von 3.797 GWh, d. h. etwa 12,3 % des Energiebedarfs, der durch Importe aus dem Ausland bedeckt werden musste. Die Slowakei importierte im Jahr 2018 Strom hauptsächlich aus Tschechien (9.078 GWh) und Polen (3.235 GWh) und exportierte weiter an Ungarn (6.813 GWh) und die Ukraine (1.797 GWh).

Die Atomenergie beteiligt sich an der Energieerzeugung mit 54,7 %, gefolgt von fossiler Energie mit 21,7 %, Wasserkraft mit 14,4 % und erneuerbaren Energien mit 8,8 %. Andere Quellen machten 0,3 % der Produktion aus.

Die zwei Kernkraftwerke sind Bohunice und Mochovce, beide in der Westslowakei, mit je zwei aktiven Druckwasserreaktoren. Im Zuge des EU-Beitritts der Slowakei wurden die Bl√∂cke Bohunice 1 und Bohunice 2 planm√§√üig Ende 2006 bzw. 2008 abgeschaltet. Die Abschaltung der beiden Bl√∂cke in Betrieb ist f√ľr das Jahr 2025 vorgesehen. Es ist geplant, zu den bereits bestehenden Bl√∂cken Mochovce 1 und Mochovce 2 zwei weitere Bl√∂cke in Betrieb zu nehmen.

W√§rmekraftwerke befinden sich in Nov√°ky und Vojany. Das Donau-Kraftwerk Gabńć√≠kovo liefert einen Gro√üteil der Hydroenergie ins Netz, gefolgt von Talsperren an der Waag (sogenannte Waag-Kaskade), wie zum Beispiel der Talsperre Liptovsk√° Mara und dem Stausee ńĆierny V√°h, weiter am Orava-Stausee und anderen Kraftwerken an verschiedenen Fl√ľssen der Slowakei.

Gas- und √Ėlversorgung

Bei der √Ėlversorgung ist die Slowakei praktisch auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen, mit geringf√ľgiger F√∂rderung im Inland (z. B. 9000 Tonnen √Ėl im Jahr 2014). Durch die Slowakei passiert der S√ľdstrang der √Ėlpipeline Druschba von der Grenze zur Ukraine weiter nach Tschechien mit einer L√§nge von ca. 444¬†km, mit einem Abzweig f√ľr die Erd√∂lraffinerie Slovnaft in Bratislava. Bei ҆ahy besteht eine Anbindung an die Adria-Pipeline zum kroatischen Hafen OmiŇ°alj via Sz√°zhalombatta in Ungarn und kann bei Ausfall der Lieferungen aus Russland genutzt werden. Bis 2029 sollen nach einem internationalen Vertrag zwischen der Slowakei und Russland sechs Millionen Tonnen √Ėl j√§hrlich f√ľr den slowakischen Endverbrauch und weitere sechs Millionen Tonnen f√ľr den Transit weiter nach Westen geliefert werden.

Auch bei der Gasversorgung ist die Slowakei vom Ausland abh√§ngig, mit etwa 90 Millionen m¬≥ aus der Inlandsf√∂rderung im Jahr 2017. Somit m√ľssen 98¬†% des Bedarfs anderswo besorgt werden. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden im Jahr 2017 5,1 Milliarden m¬≥ Erdgas in der Slowakei verbraucht. Im selben Jahr wurden im slowakischen Abschnitt der Transgas-Pipeline nach Angaben der Gesellschaft eustream, die zum staatlichen Betrieb SPP geh√∂rt, 64,2 Milliarden m¬≥ Erdgas transportiert, wobei fast 45 Milliarden m¬≥ nach √Ėsterreich √ľber Baumgarten an der March geliefert wurden.

Im Jahr 2014 waren 2234 von 2890 Gemeinden und etwa 94 Prozent der Bevölkerung an das Erdgasnetz angeschlossen. Dabei waren fast 33.000 Kilometer von Leitungen im Distributionsnetz in Betrieb.

Wasserwirtschaft

Seit 1995 ist die Entnahme von Oberfl√§chen- und Grundwasser deutlich zur√ľckgegangen. Betrugen die jeweiligen Werte im Jahr 1995 808 Mrd. m¬≥ beziehungsweise 18.332,2 l/s, standen diese Werte im Jahr 2018 auf 234 Mrd. m¬≥ beziehungsweise 10.745,8 l/s. Die Entnahme aus dem Gesamtabfluss betr√§gt im Allgemeinen weniger als 10¬†%, das Nutzvolumen von Grundwasser betrug im Jahr 2018 77.117,8 l/s. An das √∂ffentliche Wasserdistributionsnetz waren im Jahr 2018 89,25¬†% der Bev√∂lkerung und 2416 von 2890 Gemeinden versorgt, allerdings waren einige regionale Unterschiede zu verzeichnen. W√§hrend in Bratislava und Umgebung sowie Teilen der Mittel- und Nordslowakei mehr als 95¬†% der Haushalte angeschlossen waren, kamen einige Teile der S√ľd- und Ostslowakei auf weniger als 80¬†%.

Im Jahr 2018 wurden fast 292 Mio. m³ Trinkwasser hergestellt und die Verluste im Distributionsnetz betrugen rund 24 %. Der Haushaltswasserverbrauch pro Person/Tag betrug im selben Jahr fast 78 Liter und der Jahreswasserverbrauch pro Einwohner stand im Jahr 2013 auf 118 m³.

Der Anteil der an eine √∂ffentliche Kanalisation angeschlossenen Einwohner betrug 68,4¬†% im Jahr 2018. Dies ist im Vergleich mit anderen EU-Staaten ein niedriger Wert. Auch hier schwankt der Anteil je nach Region. W√§hrend in Gro√üst√§dten Bratislava und KoŇ°ice sowie im Okres Poprad mehr als 90¬†% und in Teilen der S√ľdwest-, Mittel- und Nordslowakei mehr als 70¬†% der Haushalte angeschlossen waren, gab es insbesondere in der S√ľdslowakei Okresy mit einem Anteil von weniger als 50¬†% oder auch 40¬†%. Im Jahr 2018 gab es insgesamt 706 Kl√§ranlagen mit einer Gesamtkapazit√§t von 2,42 Mio. m¬≥ Wasser pro Tag. Im selben Jahr wurden 597 Mio. m¬≥ Abwasser abgelassen, davon 93¬†% in Kl√§ranlagen behandelt. Die Kl√§ranlagen produzierten 55.929 Tonnen Kl√§rschlamm, von denen fast 80¬†% kompostiert oder energetisch verwertet wurde, der Rest wurde in Deponien verf√ľllt.

Medien und Kommunikation

Der √∂ffentlich-rechtliche Rundfunk hei√üt Rozhlas a telev√≠zia Slovenska (RTVS) und gliedert sich in zwei gro√üe organisatorische Teile. Das Fernsehen hei√üt Slovensk√° telev√≠zia (STV) und umfasst drei Kan√§le: Jednotka (allgemein), Dvojka (Bildung, Kultur, Minderheiten) und Trojka (eigene Produktion, Archiv, seit dem 22. Dezember 2019). Der H√∂rfunk hei√üt Slovensk√Ĺ rozhlas und betreibt f√ľnf nationale Programme: R√°dio Slovensko (SRo 1), R√°dio Regina (SRo 2), R√°dio Dev√≠n (SRo 3), R√°dio FM (SRo 4) und R√°dio Patria (SRo 5, Minderheitensendung). Der Auslandsdienst Radio Slowakei International (RSI) wird seit 2010 nur √ľber Internet oder Satellit bereitgestellt.

Seit der Samtenen Revolution sind mehrere kommerzielle H√∂rfunksender und Zeitungen entstanden, 1996 folgte auch der erste kommerzielle Fernsehsender. Die bekanntesten √ľberregionalen Tageszeitungen sind (Anteil an Leserschaft im Jahr 2019 in Klammern):

  • Nov√Ĺ ńćas, Boulevardzeitung (14¬†%)
  • Plus jeden deŇą, Boulevardzeitung (6¬†%)
  • Pravda, sozialliberal (6¬†%)
  • SME, rechtsliberal (5¬†%)
  • Denn√≠k N, investigativer Journalismus (3¬†%)

Des Weiteren existieren die spezialisierten Tageszeitungen Hospod√°rske noviny (Wirtschaftszeitung, 3¬†%) und ҆port (Sportzeitung, 4¬†%). Anderssprachige Zeitungen sind unter anderem √öj Sz√≥ (f√ľr die ungarische Minderheit) und The Slovak Spectator (englisch, f√ľr Ausl√§nder bestimmt).

Die meistgehörten Rundfunksender im Jahr 2019 waren laut einer Umfrage der Gesellschaft Median SK wie folgt: Rádio Expres (22 %), Rádio Slovensko (21 %), Fun Rádio (12 %), Rádio Vlna (8 %), Rádio Európa 2 (7 %), Rádio Jemné (7 %) und Rádio Regina (6 %). Andere Sender machten 22 % der Hörerschaft aus. Es gibt insgesamt 32 kommerzielle Rundfunksender.

Im Jahr 2019 war TV Markíza der meistgesehene Fernsehsender mit 40 % Anteil, gefolgt von TV JOJ mit 28 % und Jednotka mit 19 %. Zu weiteren Fernsehkanälen zählen TA3 (Nachrichtensender), TV Doma und TV Dajto (beide zur CME gehörend), TV WAU, Plus und TV Jojko (Kinderfernsehsender) im Besitz der JOJ Group. Es gibt ungefähr 50 kommerzielle Fernsehsender, die zum Teil nur regional oder lokal senden.

Es gibt vier gro√üe Mobilfunkanbieter in der Slowakei: Slovak Telekom, die aus der fr√ľheren Staatsgesellschaft Slovensk√© telekomunik√°cie hervorgegangen ist, Orange Slovensko, O2 Slovakia und 4ka (eine Marke der Gesellschaft SWAN Mobile). 2018 wurden in der Slowakei 13 Festnetzanschl√ľsse und 133 Mobiltelefonvertr√§ge pro 100 Einwohner gez√§hlt.

Im Jahr 2019 nutzten 83 Prozent der Einwohner der Slowakei das Internet. Laut DESI 2019 haben 88¬†% der Haushalte Breitband-Internetzugang, w√§hrend 4G-Mobilfunk f√ľr 87¬†% der Haushalte erh√§ltlich ist. Die h√§ufigste Art des Internetzugangs erfolgte √ľber eine der DSL-Varianten mit 34,4¬†%, gefolgt von FTTH/B mit 29,7¬†%. Per Kabelmodem waren 11,9¬†% der Teilnehmer mit dem Internet verbunden. Bedeutende Internetdienstanbieter sind unter anderem Slovak Telekom, Orange Slovensko, UPC Broadband Slovakia, Slovanet, Antik Telekom und SWAN.

Die staatliche Postgesellschaft hei√üt Slovensk√° poŇ°ta. Das Postleitzahlsystem wurde vom 1973 eingef√ľhrten tschechoslowakischen System unver√§ndert √ľbernommen.

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen h√§lt die Lage der Pressefreiheit im Land f√ľr zufriedenstellend. Gesetze zum gr√∂√üeren Schutz von Journalisten und einer gr√∂√üeren finanziellen Unabh√§ngigkeit des staatlichen Rundfunks w√ľrden diskutiert. Die Unabh√§ngigkeit privater Medien w√ľrde laut Reporter ohne Grenzen durch den steigenden Einfluss ihrer Besitzer bedroht.

Gesundheit

Das slowakische staatliche Gesundheitssystem basiert √ľberwiegend auf dem Bismarckschen Modell mit liberalen Z√ľgen, die in einer Gesundheitsreform im Jahr 2004 eingef√ľhrt wurden und teilweise wieder r√ľckg√§ngig gemacht worden sind. Arztbehandlungen sind grunds√§tzlich geb√ľhrenfrei, obwohl die Kosten f√ľr Zahnbehandlung sowie Medikamente teilweise durch Patienten aufgebracht werden m√ľssen. Patienten m√ľssen sich mit einer der drei Krankenkassen anmelden: die VŇ°eobecn√° zdravotn√° poisŇ•ovŇąa (w√∂rtlich Allgemeine Krankenkasse) ist staatlich, mit einem Marktanteil von 63,6¬†% im Jahr 2015, w√§hrend die beiden anderen, D√īvera und Union (Marktanteil 27,7¬†% beziehungsweise 8,7¬†%), privat sind. Das System wird √ľberwiegend √ľber Sozialabgaben finanziert, zum Beispiel die Krankenversicherungsabgaben f√ľr Arbeitnehmer betragen 14¬†% des Bruttolohns, wobei der Arbeitnehmer 4¬†% und der Arbeitgeber 10¬†% zahlen muss.

Die Qualit√§t des slowakischen Gesundheitssystems wird nach dem Bericht EHCI 2018 des schwedischen Thinktanks Health Consumer Powerhouse im Vergleich mit anderen europ√§ischen L√§ndern als durchschnittlich bewertet. Nach Angaben der WHO verf√ľgen slowakische Krankenh√§user √ľber relativ gute Medizinausstattung, leiden aber an nicht ausreichender Finanzierung und M√§ngel an Personal, insbesondere Krankenpfleger. 2014 gab es insgesamt 73 allgemeine Krankenh√§user, davon 24 unter direkter Kontrolle des Gesundheitsministeriums, und 44 spezialisierte Krankenh√§user, davon 27 unter dem Gesundheitsministerium. Ambulanzen werden fast ausnahmslos privat gef√ľhrt. Nach Angaben des CIA World Factbook gibt es 246 √Ąrzte pro 100.000 Einwohner (2016) und 580 Betten pro 100.000 Einwohner (2015).

Bildung und Wissenschaft

Die Verfassung garantiert das Recht auf kostenfreie Bildung in Grund- und Mittelschulen. Daneben sind auch Hochschulen im Standardstudiumdauer grunds√§tzlich geb√ľhrenfrei, w√§hrend kirchliche oder private Schulen Geb√ľhren verlangen k√∂nnen. Die Organisation des slowakischen Bildungswesens ist zwischen dem Bildungsministerium, den Landschaftsverb√§nden und Gemeinden geteilt und die L√§nge der allgemeinen Schulpflicht ist auf zehn Jahre gesetzt (alternativ bis zum 16. Lebensjahr). Im Bereich der Vorschulischen Bildung gibt es Kinderkrippen (detsk√© jasle) und Kinderg√§rten (matersk√° Ň°kola) (ISCED 0), wobei der Besuch eines Kindergartens im letzten Jahr (normalerweise nach vollendetem f√ľnften Lebensjahr) vor der Grundschule im September 2021 zur Pflicht wurde. Der Besuch einer Grundschule (z√°kladn√° Ň°kola) ist ab sechs Jahre Alter obligatorisch und dauert neun Jahre, wobei die Klassen 1‚Äď4 in die erste Stufe (entspricht ISCED 1) und Klassen 5‚Äď9 in die zweite Stufe (entspricht ISCED 2) fallen. Formelle Gr√ľnder √∂ffentlicher Kinderg√§rten und Grundschulen sind in der Regel Gemeinden, daneben existieren auch kirchliche oder private Schulen.

Nach dem Abschluss der 5. Klasse ist es m√∂glich, in ein achtj√§hriges Gymnasium (gymn√°zium), das die zweite Stufe mit der Mittelschule kombiniert, zu wechseln, daneben bestehen auch vier- bis sechsj√§hrige Gymnasien. Im Bereich der Sekundarbildung Oberstufe (entspricht ISCED 3) gibt es einerseits Schulen, die mit der Matura enden und somit eine Zulassung zur Hochschule oder Universit√§t erm√∂glichen. Neben Gymnasien, die eine allgemeine Ausbildung anbieten, geh√∂ren hierher berufsbildende Schulen wie Konservatorien (konzervat√≥rium), Tanzkonservatorien (taneńćn√© konzervat√≥rium) sowie vier- bis f√ľnfj√§hrige mittlere Fachschulen (stredn√° odborn√° Ň°kola). Zwei- bis vierj√§hrige mittlere Fachschulen enden mit einer Abschlusspr√ľfung (ggf. einem Lehrbrief) und erm√∂glichen postsekund√§re Ausbildung (ISCED 4), w√§hrend ein Studium an einer zwei- bis dreij√§hrigen mittleren Fachschule (einfache berufliche Sekundarbildung) endet ebenfalls mit einer Abschlusspr√ľfung und ggf. einem Lehrbrief, berechtigt aber zum keinen weiteren Studium im postsekund√§ren oder terti√§ren Bildungsbereich. Mittlere Fachschulen, Konservatorien und Tanzkonservatorien k√∂nnen auch Bildung auf der Stufe ISCED 5 anbieten, die mit einer Absolventenpr√ľfung beendet wird. Formelle Gr√ľnder sind in der Regel Landschaftsverb√§nde oder Kreis√§mter.

Die terti√§re Ausbildung ist zwischen den Universit√§ten (univerzita), Hochschulen (vysok√° Ň°kola) und Akademien (akad√©mia) aufgeteilt. Die Mehrheit der Universit√§ten und Hochschulen befindet sich in √∂ffentlicher Hand, drei sind staatlich betrieben, w√§hrend die anderen privat betrieben werden oder Niederlassungen von ausl√§ndischen Hochschulen sind. Es werden drei- bis vierj√§hrige Bachelorstudien (bakal√°r) (ISCED 6), ein- bis dreij√§hrige Master- (magister), Ingenieur- (inŇĺinier) und Berufsdoktorstudien (doktor) (ISCED 7) und Doktoratsstudien (doktor√°t) (ISCED 8) angeboten. Die bedeutendsten Hochschulanstalten des Landes sind die Comenius-Universit√§t, Slowakische Technische Universit√§t sowie die Wirtschaftsuniversit√§t in Bratislava, P.-J.-҆af√°rik-Universit√§t und Technische Universit√§t in KoŇ°ice, Matej-Bel-Universit√§t in Bansk√° Bystrica und die Universit√§t in ŇĹilina.

Im PISA-Ranking von 2018 erreichen slowakische Sch√ľler Platz 41 von 79 L√§ndern beim Leseverst√§ndnis, Platz 32 in Mathematik und Platz 41 in Naturwissenschaften. Die Slowakei liegt damit beim Leseverst√§ndnis und in Naturwissenschaften unter dem Durchschnitt, in Mathematik nahe dem Durchschnitt der OECD-Staaten.

Das bedeutendste Forschungsinstitut ist die Slowakische Akademie der Wissenschaften, die sich in drei Abteilungen und etwa 60 Institute gliedert. Die Finanzierung im Bereich Forschung und Entwicklung ist allerdings seit vielen Jahren auf unterdurchschnittlichem Niveau, mit 0,88 Prozent des BIP im Jahr 2017 (zum Vergleich betrug der EU-Durchschnitt im selben Jahr 2,06 Prozent), was sich auch in der Forschungsleistung widerspiegelt.

Bekannte slowakische oder slowakischst√§mmige Wissenschaftler oder Techniker sind unter anderen Jan Jessenius (Mediziner), Dion√Ĺz ҆t√ļr (Geologe), Jozef MurgaŇ° (drahtlose Telegraphie), ҆tefan Banińć (Fallschirmerfinder), J√°n Bah√Ĺńĺ (Ingenieur, Hubschrauberbauer), Vojtech Alexander (Arzt, Radiologist), Milan Rastislav ҆tef√°nik (Astronomie), Dion√Ĺz Ilkovińć (Physikochemiker). Andere bedeutende Wissenschaftler aus dem Gebiet der Slowakei sind S√°muel Mikoviny (Kartograf), Jozef Karol Hell (Bergbauingenieur), Maximilian Hell (Astronomie), Wolfgang von Kempelen (Erfinder), Josef Maximilian Petzval (Mathematiker), √Ānyos Jedlik (Physiker und Erfinder), Aurel Stodola (Ingenieur) und Philipp Lenard (Physiker, Nobelpreistr√§ger 1905). Ein bekannter zeitgen√∂ssischer Wissenschaftler ist Astronom Peter KuŇ°nir√°k, der mehr als 200 Asteroiden entdeckt hatte.

Kultur

Feiertage und Brauchtum

In der Slowakei gibt es sechs Staatsfeiertage, die mit einer Ausnahme auch Ruhetage sind:

Nichtstaatliche arbeitsfreie Tage sind der 6. Januar (Dreik√∂nigstag), Karfreitag, Ostermontag, der 1. Mai (Tag der Arbeit), der 8. Mai (Tag des Sieges √ľber den Faschismus), der 15. September (Tag der Sieben Schmerzen Mariens, Patronin der Slowakei), der 1. November (Allerheiligen), der 24. Dezember (Heiliger Abend), der 25. Dezember (Erster Weihnachtstag), der 26. Dezember (Zweiter Weihnachtstag).

Slowakische Br√§uche sind zum gr√∂√üten Teil der christlichen Kultur entnommen, beinhalten aber insbesondere im Zusammenhang mit den Jahreszeiten (Sonnenwende, Tagundnachtgleiche) einige vorchristliche oder heidnische Traditionen. Vor allem am Land werden diese Br√§uche aufrechterhalten, wobei es nach dem Motto ‚Äěanderes Dorf, andere Br√§uche‚Äú regionale Unterschiede gibt. Im Laufe des Jahres sind z. B. zu nennen: der Fasching, das Hinaustragen und Verbrennen der Morena, verschiedene Osterbr√§uche (bemalte Ostereier, Weidenrute-Schmitzen, Wassergie√üen), Aufstellen der Maib√§ume, der Johannistag, der Allerseelentag, Tag des Hl. Nikolaus, Tag der Hl. Lucia sowie die Weihnachten.

Zur Pr√§sentation der Folklorebr√§uche veranstalten mehrere St√§dte und Gemeinden Folklorefestivals. Zu den gr√∂√üten geh√∂ren die Festivals in V√Ĺchodn√°, Myjava und Detva, die unter der Schirmherrschaft von CIOFF organisiert werden. Die anderen Festivals sind eher regional gestaltet, lassen aber nichts in der Qualit√§t nach. Beispiele sind j√§hrlich veranstaltete Folkorefestivals in Heńĺpa, HruŇ°ov, Kokava nad Rimavicou, KoŇ°ice, Terchov√° und Zuberec. Staatliche Folkloreensembles wie SńĹUK oder L√ļńćnica pr√§sentieren traditionelles Brauchtum sowohl in der Slowakei als auch im Ausland. Neben professionellen gibt es auch zahlreiche Amateurensembles im ganzen Land. F√ľr die F√∂rderung und Aufbewahrung von Folklorebr√§uchen k√ľmmert sich seit 1945 die staatliche Organisation √östredie ńĺudovej umeleckej v√Ĺroby (√öńĹUV, deutsch Zentrum des Volkskunstwerks). Diese betreibt drei Galerien in Bratislava, Tatransk√° Lomnica und KoŇ°ice, ein Designstudio in Bratislava und veranstaltet seit 1990 j√§hrlich die sogenannten Tage der Handwerksmeister in Bratislava.

Eine Art Nationalheld in der slowakischen Volkstradition ist der R√§uberf√ľhrer Juraj J√°noŇ°√≠k (1688‚Äď1713), vergleichbar mit Robin Hood oder Wilhelm Tell. Der Legende nach sollte er von den Reichen stehlen und die Erl√∂se an die arme Bev√∂lkerung weitergegeben haben und gegen Unrecht k√§mpfen. Sein Leben wurde mehrfach in der slowakischen Literatur, Malerei und Film thematisiert, des Weiteren sind verschiedene geographische Objekte in der Slowakei nach ihm benannt.

Zum immateriellen Kulturerbe z√§hlen die Fujara, die Musik von Terchov√°, die Dudelsack-Kultur, der mehrstimmige Gesang aus Horehronie, das Puppentheater (zusammen mit Tschechien), der Blaudruck (zusammen mit Deutschland, √Ėsterreich, Tschechien und Ungarn) und das Drahthandwerk.

K√ľche

√Ąhnlich wie die tschechische ist auch die slowakische K√ľche deftig und reichhaltig. Die Hauptbestandteile sind Milch, Kartoffel, Sauerkraut und Fleisch. Typische slowakische Suppen sind z.¬†B. Sauerkrautsuppe (kapustnica), Brimsensuppe (demik√°t), Knoblauchsuppe, Bohnensuppe mit W√ľrstchen sowie Rindfleisch- und H√ľhnersuppe.

Das Nationalgericht der Slowakei hei√üt bryndzov√© haluŇ°ky (deutsch Brimsennocken), bei dem die Nocken mit Schafsk√§se und Speck serviert werden. Ein weiteres verbreitetes Nockengericht hei√üt strapańćky oder kapustov√© haluŇ°ky (Sauerkrautnocken) mit vielen Varianten in der ganzen Slowakei. Insbesondere in der Ostslowakei sind Piroggen (pirohy) mit salzigen oder s√ľ√üen F√ľllungen beliebt. Typisch f√ľr die Slowakei sind auch Kartoffelfladen (lokŇ°e) sowie gebratene Fleischgerichte wie G√§nsebraten und Schlachtspezialit√§ten wie Blutwurst (jaternica), Presswurst (tlańćenka) und Sulz (huspenina). Traditionell bereitete man verschiedene Breigerichte aus Getreidepflanzen zu, wie zum Beispiel Grie√übrei (krupicov√° kaŇ°a). Bei anstrengender Landwirtschaftsarbeit war R√ľhrei ein beliebtes Gericht, und auch bei festlichen Gerichten waren verschiedene Eigerichte fest verankert. Historisch bedingt ist die slowakische K√ľche neben der tschechischen insbesondere durch √∂sterreichische und ungarische K√ľche beeinflusst worden: so sind z. B. Lendenbraten (svieńćkov√°), Wiener Schnitzel (viedensk√Ĺ rezeŇą) und Gulasch (gul√°Ň°) auch in der Slowakei popul√§r. Zum Street Food z√§hlt wie in Tschechien panierter K√§se (vypr√°Ňĺan√Ĺ syr), sowie das fast ausschlie√ülich in der Slowakei verbreitete Salatgericht treska v majon√©ze (w√∂rtlich Dorsch in Majon√§se), das zu einer Art Nationalgericht avancierte. Aus den verschiedenen Fleischsorten werden Schweine-, Rind- und H√ľhnerfleisch am meisten verwendet, etwas seltener kommt Wildfleisch vor. Trotz der Almwirtschaftstradition sind Lamm- und Schaffleisch im Gegensatz zur Vergangenheit, als diese die g√§ngigsten Fleischsorten waren, nur wenig verbreitet. F√ľr Fischgerichte werden am h√§ufigsten Karpfen und Forellen verwendet.

Typische slowakische Mehlspeisen sind Kuchen aus Hefe- und M√ľrbeteig, Mohn-, Nuss- oder Quarkstrudel oder Buchteln mit Marmelade, Mohn, Quark oder N√ľssen. Insbesondere zu Weihnachten werden gebackene Mohnnudeln (opekance s makom) vorbereitet, da unter anderem Mohn in der slowakischen Volkstradition Reichtum symbolisiert. Einige Spezialit√§ten sind trdeln√≠k (Baumkuchen) aus der westslowakischen Stadt Skalica sowie die Pressburger Kipferln (bratislavsk√© roŇĺky) aus Bratislava. Pogatschen (pag√°ńće) und Sauerkrautkuchen als salzige Mehlspeisen sind auch beliebt. Landesspezifische K√§sesorten werden aus Schafsmilch vorbereitet und umfassen neben dem Brimsen auch parenica, oŇ°tiepok und korb√°ńćiky.

Spezifische slowakische Branntweinsorten sind borovińćka (Wacholderschnaps) und hriat√ī (Mischung aus angebratenem Speck, Alkohol und Honig oder Zucker). Neben der in weiteren L√§ndern Europas bekannten Sliwowitz (slivovica) werden zudem andere Obstsch√§pse wie marhuńĺovica (Marillenschnaps), jablkovica (Apfelschnaps) oder hruŇ°kovica (Birnenschnaps) konsumiert. Ein slowakischer Kr√§uterlik√∂r ist Dem√§novka aus Liptovsk√Ĺ Mikul√°Ň°. Auch Bier ist in der Slowakei beliebt, mit einheimischen Marken wie CorgoŇą, Kelt, Sm√§dn√Ĺ mn√≠ch, Stein, ҆ariŇ°, Topvar und Zlat√Ĺ baŇĺant, die heute den internationalen Bierkonzernen geh√∂ren. Dazu entstanden insbesondere ab den sp√§ten 2000er Jahren zahlreiche Kleinbrauereien: Anfang 2020 gab es insgesamt 76 Kleinbrauereien neben vier mittelgro√üen und gro√üen Brauereien. Besonders im Westen und S√ľden des Landes wird auch Weinbau betrieben, dabei sind das Kleine Karpaten-Weinbaugebiet (Blaufr√§nkisch, Riesling) und der slowakische Teil vom Tokajer Weinbaugebiet am bekanntesten. Die Firma Hubert produziert seit 1825 Sekt als erste Sektkellerei au√üerhalb der Grenzen Frankreichs.

An alkoholfreien Getr√§nken sind zum Beispiel das Traubensaftgetr√§nk Vinea oder die Kofola bekannt. Ein traditionelles Getr√§nk, die aus der Molke bei der Schafsk√§seherstellung zubereitet wird, hei√üt Ňĺinńćica.

Baudenkmale

Die Slowakei hat eine Reihe Bauwerke, die Teil des UNESCO-Welterbes sind: Bauerndorf in Vlkol√≠nec, Levońća, Zipser Burg, Bergbaustadt Bansk√° ҆tiavnica, Historisches Zentrum von Bardejov und weitere.

Die Baustile spiegeln sich in verwendeten Baumaterialien wider. In der gebirgigen Nordslowakei verwendete dazu man Holz, daraus entstanden die dort typischen Blockh√§user mit Holzschindeln. In den tiefer gelegenen Teilen der Slowakei fand hingegen vorrangig Lehm und Stein Anwendung. Die Volksarchitektur verschiedener Regionen wird heute in zehn Volksarchitekturreservaten gezeigt. Diese Orte sind Brhlovce, ńĆińćmany, OsturŇąa, Plaveck√Ĺ Peter, Podbiel, Sebechleby, ҆pania Dolina, Veńĺk√© Lev√°re, Vlkol√≠nec und ŇĹdiar. Weitere Beispiele befinden sich in Freilichtmuseen, genannt skanzen (Singular) im Slowakischen, √ľberall in der Slowakei. Das gr√∂√üte Freilichtmuseum ist das Museum des slowakischen Dorfes in Martin, weitere sind z. B. Museum des Liptauer Dorfes in Pribylina, Museum des Kysuce-Dorfes in Vychylovka, Museum Orava in Zuberec, Freilichtmuseum Star√° ńĹubovŇąa in der gleichnamigen Stadt und das Museum der ukrainischen Kultur in Svidn√≠k.

Die wechselhafte Geschichte des Landes hinterlie√ü zahlreiche Burgen, Schl√∂sser, Kirchen und andere Kulturdenkm√§ler. Es gibt insgesamt 18 st√§dtische Denkmalreservate in der Slowakei, hierzu z√§hlen Bansk√° Bystrica, Bansk√° ҆tiavnica, Bardejov, Bratislava, KeŇĺmarok, KoŇ°ice, Kremnica, Levońća, Nitra, Podol√≠nec, PreŇ°ov, SpiŇ°sk√° Kapitula, SpiŇ°sk√° Sobota, Sv√§t√Ĺ Jur, ҆tiavnick√© Bane, Trenńć√≠n, Trnava und ŇĹilina. Zu erw√§hnen sind auch besonders im Nordosten des Landes liegende Holzkirchen, acht davon sind seit 2008 als Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten UNESCO-Welterbe.

Burgen und Schlösser

Die ersten der heutigen slowakischen Burgen stammen bereits aus der Gr√ľndungszeit des alten K√∂nigreichs Ungarn, wobei viele aus den alten Burgen des M√§hrerreichs entstanden sind (z. B. die Burg Bratislava, Burg Nitra). In den Jahren 1241 bis 1242 wurde das K√∂nigreich Ungarn von tatarischen Horden √ľberfallen, deren Angriffe nur von befestigten Anlagen abgewehrt werden konnten. In der Folge kam es zu einem weiteren Burgenbau. Im 13. Jahrhundert kamen zu den √§lteren Burgen (Zipser Burg, Burg Slanec, Burg Trenńć√≠n, Burg Dev√≠n u. a.) neue Bauten hinzu (Star√° ńĹubovŇąa, Branńć, Streńćno, Burg Blatnica, Burg Kr√°sna H√īrka u. a.). Au√üer K√∂nigsburgen befanden sich in der Slowakei vor allem die Burgen lokaler Landesherren, die Sitze von Gro√ügrundbesitzern wie auch Komitats- und Gespanschaftsburgen.

Im 14. und 15. Jahrhundert durchliefen die urspr√ľnglich romanischen Burgen einen gotischen Umbau. Sie mussten verst√§rkt und erweitert werden, um den Angriffen der Hussiten standhalten zu k√∂nnen (z. B. die Zipser Burg), viele Burgen reihten sich auch ein in Konflikte zwischen verfeindeten Adelsgeschlechtern und in den Kampf um den ungarischen Thron (z. B. die Burg Mur√°Ňą). Im 16. und 17. Jahrhundert begann man die mittelalterlichen Burgen als ungem√ľtlich und abgenutzt zu empfinden. Viele durchliefen einen Renaissance-Umbau, sie wurden starke antit√ľrkische Festungen (z. B. die Burg ńĆerven√Ĺ KameŇą, Burg Zborov). Dennoch fielen viele Burgen in die H√§nde der Osmanen (z. B. die Burg Lewenz, Burg Fińĺakovo). Den gr√∂√üten Schaden trugen die slowakischen Burgen w√§hrend der st√§ndischen Kuruzenaufst√§nde davon. Die Mehrheit der Burgherren stellte sich an die Seite der Aufst√§ndischen gegen die Habsburger, wof√ľr ihre Herrschaftssitze von den kaiserlichen Truppen zerst√∂rt wurden. Aus diesem Grund bestehen in der Slowakei bis heute viele Ruinen. Der Adel bem√ľhte sich nicht mehr diese zu erneuern, sondern zog in die bequemeren Kastellburgen um. In Levice, Modr√Ĺ KameŇą und der Burg Liptau wurden Kastellburgen an die Ruinen drangebaut. An anderen Orten wurden sie in D√∂rfern und Vorburgen errichtet.

Nur wenige Burgen haben in ihrer Gesamtheit √ľberlebt. In Smolenice und Bojnice wurden sie vom Adelsgeschlecht der P√°lffy in romanische Schl√∂sser umgebaut, die Burg Kr√°sna H√īrka wurde vom Adelsgeschlecht der Andr√°ssy als Stammmuseum erhalten. Au√üer ihnen konnten noch folgende Stadtburgen erhalten bzw. erneuert werden: Bansk√° ҆tiavnica, Bansk√° Bystrica, Kremnica und KeŇĺmarok, weiter die Burg Bratislava, Burg Nitra, Burg ńĆerven√Ĺ KameŇą, Burg Liptsch, Burg Trenńć√≠n, Schloss Budat√≠n, Burg Orava, Schloss Altsohl und Star√° ńĹubovŇąa.

Bildende Kunst

Architektur

In der Bronzezeit entstanden mehrere Siedlungen, wie zum Beispiel die befestigte Siedlung bei SpiŇ°sk√Š҆tvrtok. Das R√∂mische Reich, das mit dem Limes die heutige Slowakei nur am s√ľdlichen Rand ber√ľhrte, hinterlie√ü die Milit√§rlager Gerulata bei Rusovce und Celemantia bei IŇĺa. Aus der Zeit des M√§hrerreichs sind nur sehr wenige Zeugnisse jeglicher Art vorhanden, wie zum Beispiel die Kirche St. Margareta in Kopńćany. Aus dem mittelalterlichen K√∂nigreich Ungarn haben sich in der Slowakei einige romanische und viele gotische Bauten erhalten. Gute Beispiele romanischer Architektur sind die Kirche in Nitra-DraŇĺovce und die Rotunde von B√≠Ňąa. Die gotische Architektur begann sich ab dem sp√§ten 12. Jahrhundert zu etablieren und hat vor allem franz√∂sische, deutsche, b√∂hmische und √∂sterreichische Einfl√ľsse. Vom gotischen Stil gepr√§gte Altst√§dte sind vor allem in der Zips und in den mittelslowakischen Bergst√§dten zu finden, aber auch in anderen St√§dten, wie am Beispiel des Doms der Hl. Elisabeth in KoŇ°ice.

Die schwierigen politischen Verh√§ltnisse im 16. und 17. Jahrhundert f√ľhrten zur Umsetzung des Renaissance-Stils vor allem in Festungen, Burgen und in St√§dten, wie in Kom√°rno und Nov√© Z√°mky. Das 18. Jahrhundert war hingegen im K√∂nigreich Ungarn friedlicher gestaltet, was sich im vermehrten Bau von sakralen Bauten, Palais und Schl√∂ssern widerspiegelte. Die Altst√§dte von Bratislava und Trnava, die zu dieser Zeit politische beziehungsweise kirchliche Hauptst√§dte des K√∂nigreichs Ungarn waren, sind in gro√üen Teilen barock gestaltet. Die Aufkl√§rungsreformen von Joseph II. leiteten den Eintritt des Klassizismus ein, w√§hrend die Industrialisierung und Modernisierung des 19. Jahrhunderts eine Vielzahl von neuen architektonischen Stilen brachten, von der Romantik (Schloss Bojnice) bis zum Jugendstil (Blaue Kirche in Bratislava).

Nach der Entstehung der Tschechoslowakei dr√§ngte sich der Funktionalismus in die Architektur ein, der bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs dauerte. Ein gutes Beispiel des slowakischen Funktionalismus ist die Kolonnadenbr√ľcke im Kurort PieŇ°Ň•any. Danach kehrten traditionelle Elemente zur√ľck, die insbesondere im Sozialistischen Realismus in den 1950er Jahren verankert sind. Die Lockerung der politischen Verh√§ltnisse in den 1960er Jahren brachten die Moderne in die Slowakei ein, wie zum Beispiel am Museum des Slowakischen Nationalaufstandes in Bansk√° Bystrica oder an der Br√ľcke des Slowakischen Nationalaufstandes in Bratislava. Das Bed√ľrfnis, die Wohnungsknappheit schnell zu l√∂sen, f√ľhrte insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren zum massenhaften Bau von Wohnplattenbauten in der ganzen Slowakei. Postmoderne Str√∂mungen erschienen zuerst gegen 1985 in zivilen Bauten und sind vermehrt nach der Samtenen Revolution auch in Sakralbauten zu sehen.

Bekannte slowakische Architekten sind unter anderen DuŇ°an Jurkovińć, Emil BelluŇ°, Milan Michal Harminc, Eugen Kram√°r und Vladim√≠r Dedeńćek.

Malerei

Malerei als eigenst√§ndige Kunst entwickelte sich in der Slowakei in den Epochen Vorromanik und Romanik, etwa ab den 10. und 11. Jahrhunderten. Malereien aus dieser Zeit sind fast nur in Dorfkirchen erhalten, wie in Kostońĺany pod Tribeńćom, Dechtice, Dravce und ҆ivetice sowie in der Rotunde von B√≠Ňąa. Gotische Malereien des Hoch- und Sp√§tmittelalters sind besonders gut erhalten in St√§dten mit vielen gotischen Denkm√§lern, wie in der Zips, in den mitteslowakischen Bergst√§dten sowie in Teilen der Westslowakei. Fast ausschlie√ülich handelt es sich um liturgische Motive. Erst mit dem Aufkommen der Renaissance aus Italien im fr√ľhen 16. Jahrhundert erscheinen auch erste Malereien an Profanbauten. In Sakralbauten kommen zum ersten Mal bemalte Epitaphen und gemalten Kassettendecken auf. Durch den vermehrten Bau von Sakralbauten im 18. Jahrhundert kam verst√§rkt der Barockstil zum Ausdruck. Bedeutende Barockmaler aus dem Gebiet der heutigen Slowakei sind Johann Kupetzky und Jakob Bogdani, die zumeist au√üerhalb des damaligen K√∂nigreichs Ungarn t√§tig waren. Umgekehrt waren neben den einheimischen insbesondere italienische und √∂sterreichische Maler (z. B. Paul Troger, Franz Anton Maulbertsch, Johann Lucas Kracker) vertreten.

Im fr√ľhen 19. Jahrhundert konzentrierte sich die Malerei insbesondere in der Zips, wo sich ein Kreis von Landschafts- und Portr√§tmaler befand. Die Herausbildung der eigenst√§ndigen slowakischen Malerei in der sogenannten Nationalen Schule gegen Mitte des 19. Jahrhunderts f√ľhrt auf das verst√§rkte Nationalbewusstsein der Slowaken. Jozef BoŇĺetech Klemens, Peter Michal Boh√ļŇą, J√ļlius Bencz√ļr und Dominik Skuteck√Ĺ sind beispielhafte slowakische Maler aus dieser Zeit. Der ungarische Landschaftsmaler L√°szl√≥ Medny√°nszky stammte aus der heutigen Slowakei. Bis 1918 sind realistische Landschaftsmaler ńĹudov√≠t ńĆord√°k, Karol Miloslav Lehotsk√Ĺ und Jozef Hanula zu nennen.

Die Entstehung der Tschechoslowakei brachte der slowakischen Malerei mehr M√∂glichkeiten zum Ausdruck und begann mehr zeitnah Trends in der Welt zu kopieren. Einige Namen, die auch im Ausland bekannt sind: Martin Benka, Koloman Sokol, Alb√≠n Brunovsk√Ĺ, Janko Alexy, Vincent HloŇĺn√≠k und ńĹudov√≠t Fulla. Die Eltern von Andy Warhol sind in der Slowakei geboren.

Bildhauerei

Die √§lteste bekannte Figur aus der Slowakei ist die jungpal√§olithische Venus von Moravany, deren √Ąlter auf etwa 22.800 Jahre gesch√§tzt wird.

Die mittelalterliche Bildhauerei begann mit der Christianisierung des Landes und orientierte sich auf die vorherrschenden Architekturstile. Die romanische Zeitepoche ist vorwiegend durch Reliefs repr√§sentiert. Die gotische Bildhauerei verwendete Holz und Stein und fertigte liturgische Objekte wie Madonnen, Heilige und Kalvarien. Das Meisterwerk der sp√§tgotischen Holzbildhauerei ist der 18,62 Meter hohe holzgeschnitzte Altar in der Jakobskirche in Levońća aus der Werkstatt von Meister Paul. Infolge der Reformation und dem Aufkommen der Renaissance verlegte sich der Schwerpunkt der Bildhauerei auf Epitaphe, wie zum Beispiel am Epitaph des Graner Erzbischofs Mikl√≥s Ol√°h im Nikolaus-Dom in Trnava.

Mit dem Barockstil kehrte die Bildhauerei zum Holzschnitzen und Kirchenausstattung zur√ľck. Insbesondere in der Westslowakei ist der Einfluss der Residenzstadt Wien sp√ľrbar, mit Bildhauern wie Georg Raphael Donner, Franz Xaver Seegen und Franz Xaver Messerschmidt. Bekannte Bildhauer des 19. und fr√ľhen 20. Jahrhunderts sind Viktor Tilgner, Johann Fadrusz und Alois Rigele mit Schwerpunkt im damaligen Pressburg und Alajos Strobl aus der Liptau.

Eine eigenst√§ndige slowakische Bildhauerei konnte sich erst nach der Entstehung der Tschechoslowakei herausbilden. Zu den ersten Vertretern geh√∂ren J√°n Koniarek, weiter Jozef Kostka und Ladislav Majersk√Ĺ. Aus der Nachkriegszeit sind Jozef Jankovińć, Arp√°d Rańćko, Rudolf Uher, Vladim√≠r Komp√°nek und J√°n Kulich zu nennen.

Musik

Volksmusik

Die heutige slowakische Volksmusik und die in der Slowakei praktizierte Kunstmusik werden √ľber (hypothetische) Entwicklungslinien bis ins Mittelalter zur√ľckverfolgt. Die auf alten slawischen Stilelementen und j√ľngeren, aus der westeurop√§ischen Volks- und Kunstmusik entnommenen Formen basierende Volksmusik bildet eine alle Gattungen und Funktionen umfassende stilistische Einheit. Nach einem historischen Schichtenmodell werden zun√§chst alte Lieder von im 17. und 18. Jahrhundert entstandenen, neuen Liedgattungen unterschieden. Zur √§ltesten Schicht geh√∂ren magisch-rituelle Lieder, die rezitativisch mit engen Sekunde- und Terz-Tonfolgen vorgetragen werden. Die slowakische Volksmusikforschung, die in den 1940er Jahren den ersten Entwurf einer musikalischen Stilgeschichte vorlegte, dokumentierte 1100 Melodien dieses Typs, die 1,5¬†% des gesamten bekannten Repertoires ausmachen und vor allem in der Westslowakei vorkommen.

Zu den b√§uerlichen Liedern geh√∂ren rund 4000 Melodien (5¬†% des Repertoires), die typischerweise in Quarten aufsteigen, metrisch ungebunden sind und von Strophen mit vier Zeilen und je sechs Silben gebildet werden. Die auf das 14. bis 16. Jahrhundert zur√ľckgehenden Hirtenmelodien basieren auf Quinten und Folgen von Terzen und Quinten. In den Hirtenliedern, die 35¬†% des landesweiten Repertoires und 60¬†% des Liedguts in der Mittelslowakei ausmachen, geht es inhaltlich um das Leben der Hirten in den Gebirgsregionen und um die zum Brauchtum geh√∂renden Hirtent√§nze. Im 17. und 18. Jahrhundert kam als Fortsetzung der Hirtenlieder die Gruppe der R√§uberlieder hinzu, deren weiter gespannte Melodien einen Tonumfang von √ľber einer Oktave ausnutzen. Zu ihnen geh√∂ren Liebeslieder und Balladen, die von sozialen Themen handeln. Die Gesangspartien wechseln mit Instrumentalst√ľcken ab, die auf der einfachen Hirtenfl√∂te mit sechs Fingerl√∂chern, p√≠Ň°Ň•ala, der Doppelfl√∂te dvojańćka oder der f√ľr die slowakische Volksmusik charakteristischen, langen Schnabelfl√∂te fujara vorgetragen werden.

Im 17. und 18. Jahrhundert entstand aus der bisherigen Volksmusik mit ihren vorharmonischen Tonfolgen ‚Äď unter anderem durch die westeurop√§ische Kunstmusik angeregt ‚Äď eine modale Liedschicht auf der Grundlage alter Kirchentonarten mit lydischen, mixolydischen, dorischen und √§olischen Modi. Diese modalen Tonfolgen gingen in unterschiedliche Liedgattungen der Volks- und Kunstmusik ein.

Auf einem westeurop√§ischen Einfluss basiert auch der als ‚Äěneue Lieder‚Äú bezeichnete Gesangsstil, der durch die Dur-Moll-Tonalit√§t gepr√§gt ist. Die bis zu 25 Silben langen Verszeilen werden in festen rhythmischen Strukturen zur Begleitung von Paart√§nzen gesungen. Thematisch folgen die neuen Lieder auf die im 17. und 18. Jahrhundert entstandene Liebeslyrik, ferner handeln sie von sozialen Themen aus der Schicht der Handwerker, Soldaten und Auswanderer. Hinzu kommen epische B√§nkel- und Jahrmarktslieder. In den neuen Stil sind auch deutsche Volkslieder, ungarische Musik sowie Jahrmarktslieder aus Polen, B√∂hmen und M√§hren und gegen Ende des 19. Jahrhunderts die st√§dtische Musik der Roma eingeflossen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwanden einige traditionelle Stile, daf√ľr kamen neue Formen der Volksmusik hinzu, zu denen die Arbeiter- und Tanzlieder der 1930er und 1940er Jahre geh√∂ren. Die Partisanenlieder w√§hrend des Zweiten Weltkrieges waren Umdichtungen √§lterer Lieder, wie auch die Ges√§nge der sozialistischen Genossenschaften in den 1950er Jahren.

Zur historischen Schichtung der Volksliedtradition tritt die stilistische Unterscheidung in vier Regionen: In der West- und S√ľdslowakei dominieren die modalen und die neuen Lieder, w√§hrend Hirtenlieder kaum vorhanden sind. Diese geh√∂ren, zusammen mit lydischen und mixolydischen Tonfolgen, haupts√§chlich zu den bergigen Gegenden der Mittelslowakei. Charakteristisch f√ľr die Ostslowakei sind schnelle Tanzlieder und mehrstimmige Ges√§nge, die aus dem 18. Jahrhundert stammen. Eine weitere musikalische Region umfasst die historischen Landschaften Zips im Norden und Gemer im zentralen S√ľden, die seit dem Sp√§tmittelalter wirtschaftlich durch Bergbau und Holzverarbeitung gepr√§gt waren. In den zahlreichen Handwerkerd√∂rfern wurden nach alten Traditionen R√§uberlieder, epische Balladen und mehrstimmige Tanzlieder gepflegt.

Das Repertoire der Instrumentalmusik ist aus dem Bestand der Liedmelodien √ľbernommen. Von den 103 gelisteten Aerophonen geh√∂ren gut die H√§lfte typologisch zu den Fl√∂ten, welche die slowakische Instrumentalmusik dominieren. Die erw√§hnten Kernspaltfl√∂ten fujara, dvojańćka und die grifflochlose koncovka sind ihrer urspr√ľnglichen Verwendung nach Hirtenfl√∂ten. Die zur zahlenm√§√üig kleinen Gruppe der slowakischen Einfachrohrblattinstrumente geh√∂rende drńćek wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts von der Klarinette abgel√∂st.

Einfl√ľsse aus der klassischen Musik pr√§gen die volksmusikalischen Streicherquartette mit Violine, zweite Violine, Bratsche und Kontrabass, h√§ufig erweitert um ein Hackbrett (cimbal) und eine Klarinette. Die Violine und in den D√∂rfern fr√ľher h√§ufig von den Musikern selbst aus einem Holzblock hergestellte Streichinstrumente werden allgemein husle genannt. Die Streichensembles begleiten T√§nze bei Dorffesten und Familienfeiern. Im Norden und in der √ľbrigen Slowakei kommen zwei unterschiedliche Sackpfeifentypen (gajdy) vor.

Kunstmusik

Im 11. Jahrhundert war der gregorianische Gesang vorherrschend, im 13. und 14. Jahrhundert brachten deutsche Siedler ein Repertoire von mehrstimmigen geistlichen Liedern mit. In den St√§dten der Mittelslowakei pflegte man im 17. Jahrhundert die Barockmusik deutscher Komponisten. Osmanische Einfl√ľsse (Janitscharenmusik) wirkten sich neben Heiduken- und Hirtent√§nzen auf die Instrumentalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts aus. In dieser Zeit waren die Kl√∂ster bedeutende Zentren des Musikschaffens, die f√ľhrende Stellung f√ľr die Pflege geistlicher Musik nahm jedoch ab dem 16. Jahrhundert Bratislava ein. Ab 1760 wurde die Musik dieser Stadt √ľber die Donau hinweg von der Wiener Klassik angeregt. Die Stilepoche der Klassik dauerte in der Slowakei bis 1830. Nach einem allm√§hlichen kulturellen Niedergang im 19. Jahrhundert geriet die Musik Ende des 19. Jahrhunderts in den Dienst nationaler Bestrebungen, wodurch slowakische Volksliedmelodien eine neue Bedeutung erhielten. Der erste bedeutende, slowakisch-nationalistische Komponist war J√°n Levoslav Bella (1843‚Äď1936), einer seiner Nachfolger war Mikul√°Ň° Schneider-Trnavsk√Ĺ (1881‚Äď1958). Die erste slowakische Nationaloper komponierte Viliam FiguŇ°-Bystr√Ĺ (1875‚Äď1937).

Die musikalische Moderne der ersten H√§lfte des 20. Jahrhunderts f√ľhrte die nationale Musik fort. Sie wurde bis in die 1960er Jahre besonders von Eugen SuchoŇą (1908‚Äď1993, Oper Sv√§topluk 1960), Alexander Moyzes (1906‚Äď1984), J√°n Cikker (1911‚Äď1989), Jozef GreŇ°√°k (1907‚Äď1987), Andrej Ońćen√°Ň° (1911‚Äď1995) und ҆imon Jurovsk√Ĺ (1912‚Äď1963) gepr√§gt. In den 1960er Jahren vollzog sich der Wandel zur Neuen Musik unter dem Einfluss der Zweiten Wiener Schule, der Darmst√§dter Ferienkurse und der Avantgarde in Polen. Damit ging eine schrittweise Abkehr von der Doktrin des Sozialistischen Realismus einher.

Zu den j√ľngeren Komponisten z√§hlen Ilja Zeljenka (1932‚Äď2007), Juraj BeneŇ° (1940‚Äď2004), Vladim√≠r God√°r (* 1956) und Peter Machajd√≠k (* 1961). Bei Operns√§ngern gibt es zwei gro√üe Namen: Edita Gruberov√° (* 1946) und Peter Dvorsk√Ĺ (* 1951).

Unterhaltungsmusik

Als Begr√ľnder der slowakischen Unterhaltungsmusik (popul√°rna hudba) gilt Gejza Dus√≠k, der Begr√ľnder der slowakischen Operette und des slowakischen Tangos. Seine Schlager erfuhren beachtete Interpretationen durch FrantiŇ°ek KriŇ°tof Vesel√Ĺ. Die Unterhaltungsmusik entwickelte sich lange Zeit als Tanzmusik, bezeichnet als ‚Äěmittlere Str√∂mung‚Äú (stredn√Ĺ pr√ļd). Neue modische Genre wie Rock ‚Äôn‚Äô Roll wurden vom kommunistischen Regime nicht unterst√ľtzt, wurden sogar als Musik der ‚ÄěBourgeoisie‚Äú verboten, obwohl sie in die Slowakei vor allem √ľber Fernsehen und Rundfunk aus dem benachbarten √Ėsterreich einzogen. Erst die freieren 1960er Jahre brachten eine Ver√§nderung, der Big Beat kam in der Slowakei an, seine Wegbereiter waren DeŇĺo Ursiny mit den Bands The Beatmen und The Soulmen sowie die Gruppe Pr√ļdy von Pavol Hammel. In die Richtung eines anspruchsvolleren Publikums begaben sich Mari√°n Varga mit der Gruppe Collegium Musicum, FrantiŇ°ek Grigl√°k mit Fermata und erneut DeŇĺo Ursiny.

Die wichtigste Veranstaltung im Bereich der Unterhaltungsmusik in der Slowakei war das von 1966 bis 1990 stattfindende Festival Bratislavsk√° l√Ĺra (‚ÄěBratislavaer Lyra‚Äú). Bei dem Bewerb setzte sich die Spitze der slowakischen Popmusik durch, die repr√§sentiert wurden von Karol DuchoŇą, Marcela Laiferov√°, Eva Kostol√°nyiov√° und Jana Kocianov√° als ‚Äěmittlere Str√∂mung‚Äú, bzw. der eher rockige Modus, El√°n, Juraj Lehotsk√Ĺ, Marika Gombitov√° und Miroslav ŇĹbirka. Die 1980er Jahre brachten neue Stile in die Slowakei, die sich trotz des diesen gegen√ľber ung√ľnstigen kommunistischen Regimes durchsetzten. Hauptvertreter des Punk war die Gruppe Z√≥na A, im Ska und Reggae setzte sich die Gruppe Ventil RG durch. Beherrscht wurde die Musikszene haupts√§chlich von den Gruppen El√°n, Banket mit Richard M√ľller, Team mit Pavol Habera, Indigo mit Peter Nagy, Vidiek mit J√°n Kuric und dem Fixstern Miroslav ŇĹbirka. Mit einem eigenen Stil tat sich die Gruppe Bez ladu a skladu heraus.

Nach der Wende von 1989 und der Teilung der Tschechoslowakei 1992/93 entstanden f√ľr die slowakische Unterhaltungsmusik Bedingungen zu freierem Schaffen. In der schwierigen √∂konomischen Situation traten zur Gruppe der √§lteren Stars Gruppen hinzu, die sich an die Ver√§nderungen anpassen konnten: IMT, Smile, No Name, Hork√ĹŇĺe Sl√≠Ňĺe, Hex, Polemic, Peha, Zuzana Smatanov√° und Jana Kirschnerov√°. Daneben existiert in der Slowakei der Fernsehwettbewerb Slovensko hlad√° superstar (‚ÄěDie Slowakei sucht den Superstar‚Äú). Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich in der Slowakei auch Musicals und zahlreiche Sommermusikfestivale, von denen das Festival Pohoda in Trenńć√≠n das gr√∂√üte ist. Die S√§ngerin Krist√≠na Pel√°kov√° schnitt mit ihrem Titel Horehronie beim Halbfinale des Eurovision Song Contest 2010 zwar schlecht ab, gelangte aber auf Platz 1 der slowakischen Single-Charts.

Jazz, Folk, Country und World Music

Der slowakische Jazz √§nderte sich schrittweise aus dem volkst√ľmlich-traditionelleren Swing-Jazz der 1950er Jahre zu anspruchsvolleren, jedoch auch marginaleren Formen wie den Rock-Jazz der 1970er Jahre. Um die Entfaltung dieses Genres in der Slowakei verdienten sich vor allem Ladislav Gerhardt, Laco D√©czi, Gabriel Jon√°Ň°, Dodo ҆oŇ°oka, Peter Lipa und der Publizist Igor Wasserberger. Seit 1975 hat das slowakische Publikum die M√∂glichkeit zum unmittelbaren Kontakt mit dem weltweiten Jazz √ľber die Bratislavsk√© jazzov√© dni (‚ÄěBratislava Jazz Days‚Äú). In zur Jazzszene kamen auch j√ľngere Musiker hinzu, wie z. B. Andrej ҆eban, Martin Valihora und Oskar R√≥zsa. Die zur ungarischen Minderheit geh√∂rende Gruppe Ghymes spielt Jazz mit Folklore-Elementen.

Der erste slowakische Folk-Musiker war Samuel IvaŇ°ka, hervortaten sich auch die Gruppen PreŇ°porok, Slnovrat und Jednof√°zove kvasenie sowie Zuzana Homolov√° und Ivan Hoffman. Country-Musik wird in der Slowakei gut repr√§sentiert durch Allan MikuŇ°ek und Zuzana Smatanov√°, au√üerdem konnte sich in den letzten Jahren World Music in der Slowakei verankern, deren Hauptprotagonisten sind Zuzana MojŇĺiŇ°ov√°, die Gruppen DruŇĺina und Sui Vesan.

Theater

Die slowakische Theatertradition geht auf die Tradition des Amateurtheaters (slowakisch ochotn√≠cke divadlo) im 19. Jahrhundert zur√ľck, die seinerseits eine Weiterentwicklung aus den Schauspielen in Lateinschulen und des Volkstheaters darstellt. Die erste slowakische Amateurtheaterauff√ľhrung fand im Jahr 1830 in Liptovsk√Ĺ Mikul√°Ň° statt. Bedeutende Pers√∂nlichkeiten des slowakischen Amateurtheaters waren unter anderen GaŇ°par Fej√©rpataky-Belopotock√Ĺ, J√°n Chalupka, Jozef Gregor Tajovsk√Ĺ, J√°n Pal√°rik und Jon√°Ň° Z√°borsk√Ĺ. Das bedeutendste slowakische Theaterensemble vor dem Ersten Weltkrieg war Slovensk√Ĺ spevokol (w√∂rtlich Slowakischer Gesangverein) in Martin.

Speziell im Falle Pressburgs l√§sst sich eine Tradition bis ins 17. Jahrhundert zur√ľckf√ľhren, als die Stadt Hauptstadt des K√∂nigreichs Ungarn war und im Besonderen Kr√∂nungen, Tagungen sowie k√∂nigliche Besuche begleitete. Das erste st√§ndige Theater wurde dort schon 1776 als St√§dtisches Theater er√∂ffnet. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden dort √ľberwiegend deutsch- und ungarischsprachige St√ľcke aufgef√ľhrt.

Das Slowakische Nationaltheater in Bratislava wurde 1919 gegr√ľndet und begann ab 1920 mit regelm√§√üigen Auff√ľhrungen, seit 2007 gibt es neben dem historischen Nationaltheater am Hviezdoslav-Platz auch ein modernes Nationaltheater in der N√§he des Donauufers. Bis 1945 entstanden professionelle Theater in Nitra, Martin und PreŇ°ov sowie vor√ľbergehend in KoŇ°ice. Aber auch in der neu entstandenen Tschechoslowakei wurde die jahrelange Tradition des Amateurtheaters fortgef√ľhrt und weiterentwickelt.

Nach 1945 kommt es zu einer rasanten Entwicklung des regionalen Theaters, mitsamt dem Minderheiten-, Puppen- und Kinder- und Jugendtheater. Heute gibt es mehr als 20 professionelle, von öffentlichen Geldern subventionierte Theater in der Slowakei, daneben auch unabhängige Theater.

Literatur

Das erste literarische Werk aus dem Gebiet der heutigen Slowakei ist das philosophische Werk Selbstbetrachtungen des r√∂mischen Kaisers Mark Aurel aus dem Jahr 174, verfasst auf dem Ufer des Granus (Hron) w√§hrend seiner Feldz√ľge gegen die Quaden.

Literarische Werke aus der Zeit des M√§hrerreichs sind unter anderem Proglas, Zakon sudnyj ljudem sowie √úbersetzungen einiger liturgischer Texte (z. B. des Neuen Testaments) ins Altkirchenslawische, das in der f√ľr die Mission von Kyrill und Method entwickelten Glagolitischen Schrift (Glagoliza) niedergeschrieben wurde.

Die mittelalterliche Literatur in der heutigen Slowakei wurde vorwiegend im Lateinischen, Tschechischen und slowakisierten Tschechischen verfasst. Es wurde vor allem liturgische Literatur verfasst. Zu den ältesten schriftlichen Zeugnissen gehören die Urkunden von Zobor aus den Jahren 1111 und 1113. Die spätmittelalterliche Chronica Hungarorum wurde vom Laienautor Johannes de Thurocz verfasst.

Die Renaissance und humanistische Literatur wurde auch vorwiegend in Latein geschrieben. Ein bekannter Autor aus dieser Zeit ist Martin Rakovsk√Ĺ. Aus der Zeit der Aufkl√§rung sind Adam FrantiŇ°ek Koll√°r und Matthias Bel als Polyhistoren bekannt.

Der erste slowakische Roman, Ren√© ml√°ńŹenca pr√≠hodi a sk√ļsenosŇ•i von Jozef Ign√°c Bajza, erschien 1783. Die erste slowakische Schriftsprache mit klarer Unterscheidung zum Tschechischen entwickelte Anton Bernol√°k im Jahr 1787, welche etwa von den Schriftstellern Juraj F√°ndly oder J√°n Holl√Ĺ benutzt wurde. J√°n Koll√°r versuchte hingegen eine gemeinsame ‚Äětschechoslowakische‚Äú Schriftsprache zu popularisieren. Das heutige Slowakisch geht auf ńĹudov√≠t ҆t√ļr zur√ľck, der seine Kodifizierung 1846 ver√∂ffentlichte und nach einer Reform Martin Hattalas im Jahr 1852 zum Standard wurde. Bekannte Dichter der Literatur sind Samo Chalupka, Janko Kr√°ńĺ, J√°n Botto und Andrej Braxatoris-Sl√°dkovińć. Der bekannteste Realist ist Pavol Orsz√°gh Hviezdoslav, weitere Autoren sind etwa Svetoz√°r Hurban Vajansk√Ĺ und BoŇĺena Slanńć√≠kov√°-Timrava. Pavol DobŇ°insk√Ĺ war zu dieser Zeit als Dichter und Sammler m√ľndlicher √úberlieferungen t√§tig. Um die Jahrhundertwende wirkten Janko Jesensk√Ĺ und Ivan Krasko.

Nach dem Ersten Weltkrieg trat eine g√ľnstigere Periode f√ľr die slowakische Literatur ein, mit neuen Literaturzeitschriften und neuen zeitgen√∂ssischen Str√∂mungen. Besonders popul√§r waren zu dieser Zeit Expressionismus, Surrealismus und Vitalismus. Aus der Zwischenkriegszeit sind Jozef C√≠ger-Hronsk√Ĺ, Janko Jesensk√Ĺ, FraŇąo Kr√°ńĺ, Martin R√°zus und Milo Urban bekannt. Autoren die zuerst vom Kommunismus begeistert waren, danach aber zu Kritikern wurden, sind etwa Ladislav Novomesk√Ĺ, Ladislav MŇąańćko und Dominik Tatarka. Ebenfalls in der Zeit der realsozialistischen Tschechoslowakei waren Margita Figuli und Milan R√ļfus t√§tig. Vertreter der modernen Poesie (und Liebeslyrik) waren J√°n Smrek und J√°n Kostra.

Bekannte zeitgen√∂ssische Autoren sind unter anderen Jana Bodn√°rov√°, DuŇ°an DuŇ°ek, Daniel Hevier, Vincent ҆ikula und der unter dem Pseudonym Dominik D√°n bekannte Autor von Detektivgeschichten.

Film

Nachdem das Prinzip des Filmens seit 1877 bekannt war und die franz√∂sischen Br√ľder Lumi√®re 1895 den ersten Film vorstellten, wurden in Bratislava und KoŇ°ice schon 1896 die ersten kinematographischen Vorstellungen in der Slowakei realisiert. 1905 begannen Vorstellungen im ersten slowakischen Kino, dem ‚ÄěElectro Bioscop‚Äú, in Bratislava. Im Jahr 1910 schuf Jozef Schreiber in Lednick√© Rovne den ersten Kurz-Spielfilm √önos (‚ÄěDie Entf√ľhrung‚Äú). 1921 drehten die US-amerikanisch-slowakischen Siakeńĺovci-Br√ľder in Blatnica den ersten stummen Spielfilm J√°noŇ°√≠k. 1922 entstand der Film Str√≠dŇĺa spod h√°ja. Bis 1930 wurden in der Slowakei sechs Filme gedreht, 1929 entstand der erste Dokumentarfilm von Karel Plicka Za slovensk√Ĺm ńĺudom (‚ÄěZum slowakischen Volk‚Äú) und 1933 schuf Plicka den ersten abendf√ľllenden Dokumentarfilm Zem spieva (‚ÄěDie Erde singt‚Äú).

In der Zwischenkriegszeit halfen der slowakischen Kinematographie tschechische Kollegen, vor allem Martin Frińć, der 1935 eine neue Version des Filmes J√°noŇ°√≠k mit Pańĺo Bielik in der Hauptrolle und 1947 den Film Varuj! (‚ÄěWarne!‚Äú), in welchem viele bedeutende slowakische Schauspieler mitspielten. In der slowakischen Filmproduktion der Nachkriegszeit resonierten Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg wie Vlńćie diery (1948), Kapit√°n Dabańć (1959) wie auch Aufbauthemen, z. B. Oceńĺov√° cesta (1949), Priehrada (1950). Es erschienen auch Kom√∂dien wie Katka (1949) und Kozie mlieko (1950). In den Jahren 1951 bis 1960 erreichte die T√§tigkeit der slowakischen Filmproduzenten ein bis dahin unerreichtes Tempo. Es entstanden vierzig Filme, au√üerdem formierte sich eine starke Generation von slowakischen Regisseuren (Vladim√≠r Bahna, Andrej Lettrich, Stanislav Barab√°Ň°, Peter Solan, Jozef MedveńŹ, J√°n Lacko).

Von 1961 bis 1970 erlebte die slowakische Filmographie ihre goldene Bl√ľtezeit in einem freieren Umfeld. 1965 entstand Obchod na korze (deutsch: Das Gesch√§ft in der Hauptstra√üe), der als einziger slowakischer Film den Oscar als bester fremdsprachiger Film erhielt. Weitere herausragende Filme waren Boxer a smrŇ• (1962), Slnko v sieti (1962), Majster kat (1966), Kristove roky (1967), Rok na dedine (1967), Sl√°vnosŇ• v botanickej z√°hrade (1969) und Meden√° veŇĺa (1970). In dieser Zeit begannen viele ambitionierten slowakischen Regisseure mit ihrem Werk, so Juraj Herz, Elo Havetta, Leopold Lahola, ҆tefan Uher, DuŇ°an Han√°k und vor allem Juraj Jakubisko als bedeutendster Pers√∂nlichkeit des slowakischen Films. In diesem Zeitabschnitt entstand auch das neue Ph√§nomen des Fernsehfilms. Die Jahre 1971 bis 1989 waren gezeichnet von der Normalisierung, einige Filmschaffende hatten eine gewisse Zeit ein Verbot zu produzieren (z. B. Juraj Jakubisko), andere emigrierten (z. B. Stanislav Barab√°Ň°). Trotzdem entstanden viele bedeutende und ausgezeichnete Filme, wie ńĹ√°lie pońĺn√© (1972) und RuŇĺov√© sny (1976), der erste ganzabendliche Zeichentrickfilm Zbojn√≠k Jurko (1980), weiter die Filme Signum laudis (1980), Kanchengjunga (1981), P√°sla kone na bet√≥ne (1982), Tis√≠crońćn√° vńćela (1983), Font√°na pre Zuzanu (1985) und Perinbaba (1985).

Seit der Samtenen Revolution von 1989 erlebte die slowakische Filmproduktion in ihrer Entwicklung eine grundlegende Ver√§nderung. So brachte die Wende einerseits ein freieres Umfeld f√ľr die Filmschaffung, andererseits entstanden unter den ver√§nderten √∂konomischen Verh√§ltnissen nur sehr wenige Filme. Zu den bedeutendsten geh√∂rt das Filmdrama B√°thory (2008) von Juraj Jakubisko, das seine bisher gr√∂√üte Produktion darstellt. Bathory wurde von 912.000 Kinobesuchern gesehen und geh√∂rt damit zu den erfolgreichsten Filmen Mitteleuropas. Die n√§chste geplante Filmproduktion Jakubiskos ist der Film Slavic Epopee. A Thousand Years of Solitude, der die Geschichte der Slawen im 9. Jahrhundert behandeln soll. Ein weiterer erfolgreicher slowakischer Filmregisseur ist Martin ҆ul√≠k. Seinen ersten gr√∂√üeren Erfolg feierte ҆ul√≠k bereits mit dem Film Z√°hrada (1995, deutsch: Der Garten), sein Film Cig√°n (2011) erhielt beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary mehrere Auszeichnungen. Slowakische Schauspieler spielen oft auch in tschechischen Filmen mit, viele von ihnen erhielten f√ľr ihre Leistung den tschechischen Filmpreis ńĆesk√Ĺ lev. Das gr√∂√üte slowakische Filmfestival ist Art Film in Trenńćianske Teplice.

Sport

Eishockey

Der erfolgreichste und nach Fu√üball auch popul√§rste Mannschaftssport in der Slowakei ist Eishockey. 1929 fand in Star√Ĺ Smokovec der erste Tatra Cup statt, womit nur der Spengler Cup in Davos √§lter ist. Die ersten slowakischen Eishockey-Verb√§nde waren Mitglieder im tschechoslowakischen Eishockey-Verband, ab 1930 fanden die Majstrovstv√° Slovenska (‚ÄěSlowakei-Meisterschaften‚Äú) statt und 1936 schaffte es mit HC Tatry die erste slowakische Eishockey-Mannschaft in die gesamtstaatliche tschechoslowakische Liga. 1937 folgte zus√§tzlich der Aufstieg von V҆ Bratislava. In der tschechoslowakischen Eishockeynationalmannschaft waren slowakische Spieler zu Beginn nur sporadisch vertreten. Im Jahr 1938 entstand der erste Slowakische Eishockeyverband (Slovensk√Ĺ hokejov√Ĺ sv√§z) und die erste slowakische Landesmannschaft, die als Nationalmannschaft des unabh√§ngigen Slowakischen Staates zwischen 1940 und 1943 insgesamt 10 zwischenstaatliche Spiele absolvierte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schafften es drei slowakische Mannschaften in die erneuerte tschechoslowakische Liga: ҆K Bratislava, ҆K Bansk√° Bystrica und HC Vysok√© Tatry.

In der gesamtstaatliche tschechoslowakische Liga stiegen auch weitere slowakische Mannschaften auf, Dauerrepr√§sentant blieb dabei der Club HC Slovan Bratislava, in dem sich die besten slowakischen Spieler auch von au√üerhalb Bratislavas versammelten. In den 1960er Jahren setzte sich bei Slovan Bratislava eine starke Spielergeneration durch, die Mannschaft war siebenmal Anw√§rter auf den Meisterschaftstitel. Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 1972, bei welcher die Tschechoslowakei in Prag den Weltmeister-Titel gewann, waren sechs slowakische Spieler dabei (Dzurilla, KuŇĺela, Tajcn√°r, Haas, Nedomansk√Ĺ und Sak√°ńć). Die goldenen 1970er gipfelten f√ľr den slowakischen Eishockey in den Jahren 1976 und 1977, als das tschechoslowakische Nationalteam zweimal die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften gewann. In dem erfolgreichen Nationalteam waren die Slowaken Dzurilla, Mari√°n ҆ҕastn√Ĺ und Peter ҆ҕastn√Ĺ, Vincent Luk√°ńć und Marcel Sak√°ńć vertreten. Die tschechoslowakische Eishockeysaison 1978/79 brachte f√ľr Slovan Bratislava den denkw√ľrdigen Titel des tschechoslowakischen Meisters.

Im Jahr 1977 schaffte es nach Slovan Bratislava und Dukla KoŇ°ice mit Dukla Trenńć√≠n der dritte slowakische Klub in die tschechoslowakische Liga, aus dessen Reihen eine gro√üe Zahl an Pers√∂nlichkeiten hervorging, die sich sp√§ter in der amerikanischen NHL durchsetzten. Bei der f√ľr die Tschechoslowakei erneut siegreichen Eishockey-Weltmeisterschaft 1985 in Prag war der Slowake D√°rius Rusn√°k Teamkapit√§n, um den Titel verdiente sich au√üerdem das Angriffsteam Igor Liba und DuŇ°an PaŇ°ek senior. In den Jahren 1986 und 1988 wurde der slowakische Klub VSŇĹ KoŇ°ice tschechoslowakischer Meister, diesen Titel holte noch einmal Dukla Trenńć√≠n im Jahr 1992. Nach der Teilung der Tschechoslowakei begann mit der Saison 1993/1994 die h√∂chste slowakische Eishockey-Spielklasse in der slowakischen Extraliga. Die slowakische Nationalmannschaft musste bei den Weltmeisterschaften zun√§chst in der niedrigeren C-Kategorie starten und spielte sich bis zu den Weltmeisterschaften 1996 in die A-Kategorie hoch. Das slowakische Nationalteam schaffte seinen ersten gro√üen Erfolg 1994, als die Slowakei bei den Olympischen Winterspielen in Norwegen den 6. Platz erreichte. Die erste Medaille aus einem internationalen Bewerb holten die slowakischen Junioren bei der U20-Weltmeisterschaft in Kanada 1999 (3. Platz).

Im Jahr 2000 konnte die slowakische Nationalmannschaft unter Trainer J√°n Filc an den Erfolg der Junioren ankn√ľpfen und holte bei der Weltmeisterschaft in St. Petersburg die Silbermedaille. Bei der Weltmeisterschaft 2002 in Schweden holte das slowakischen Nationalteam dann unter Kapit√§n Miroslav ҆atan die Goldmedaille und den bisher einzigen Weltmeistertitel. 2003 wurde die slowakische Medaillensammlung mit der Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Finnland vervollst√§ndigt. Im Jahr 2011 war die Slowakei mit den St√§dten Bratislava und KoŇ°ice erstmals ein WM-Gastgeberland. Bei der Weltmeisterschaft 2012 gewann die Slowakei ihre zweite Silbermedaille. Die slowakischen Junioren konnten bei der U20-Weltmeisterschaft 2015 ihre zweite Silbermedaille gewinnen. 2019 hat die Slowakei zum zweiten Mal eine Eishockey-WM ausgerichtet. Das gr√∂√üte Interesse widmen die Slowaken dabei vor allem den als ‚ÄěBruderduelle‚Äú bezeichneten Spielen gegen die Tschechen.

Ein eigenst√§ndiges Kapitel des slowakischen Eishockeys stellt die Beteiligung slowakischer Spieler in der amerikanischen Prestigeliga NHL dar. Anfang der 1990er Jahre ging eine starke slowakische Spielergeneration in √úbersee, von denen sich viele unter die besten Spieler der NHL reihten (҆atan, ҆vehla, P√°lffy, St√ľmpel, C√≠ger, Ch√°ra, Demitra, G√°bor√≠k, ViŇ°Ňąovsk√Ĺ, Zedn√≠k, HandzuŇ°). In einigen Saisonen spielten in den Vereinen der NHL etwa 30 aus der Slowakei stammende Spieler. Der erfolgreichsten von ihnen war Peter Bondra (1.124 Spiele, 528 Tore, 406 assistierte Tore). Das slowakische Nationalteam geh√∂rt mit zu den st√§rksten Mannschaften der Welt und liegt in der IIHF-Weltrangliste aktuell (2019) auf Platz neun. Im Land sind nach Angaben des Slowakischen Eishockeyverbands (SZńĹH) 10.910 Spieler (Stand Juni 2019) registriert. Der Slowakische Eishockeyverband richtet mehrere Wettbewerbe aus, darunter die h√∂chste Tipsport liga. Weiter unten in der Hierarchie liegen die 1. Liga, die 2. Liga und so weiter, daneben werden auch Frauen- und Juniorligen ausgerichtet.

Fußball

Fu√üball ist der popul√§rste Sport in der Slowakei. Der erste slowakische Fu√üballverband entstand 1919. Im Jahr 1922 kam es in den drei zur Tschechoslowakei geh√∂renden slowakischen Verwaltungseinheiten (West, Mittel, Ost) zum ersten Wettbewerb, wobei der erste slowakische Meister I. ńĆs҆K Bratislava wurde. Der erste gesamtstaatliche Wettbewerb begann in der Tschechoslowakei 1925, bei dem die Slowakei vom I. ńĆs҆K Bratislava vertreten wurde, der 1927 als tschechoslowakischer Amateurmeister seinen ersten Titel gewann. Von 1939 bis 1945 fungierte in der Slowakei ein eigenst√§ndiger slowakischer Fu√üballverband und eine eigenst√§ndige slowakische Liga. Bei ihrem historisch ersten internationalen Spiel besiegte die slowakische Nationalmannschaft im August 1939 Deutschland mit 2:0. Nach der Neugr√ľndung der Tschechoslowakei wurde im Jahr 1949 Sokol NV Bratislava (der heutige Verein ҆K Slovan Bratislava) zum ersten Mal tschechoslowakischer Meister. Dieser Erfolg auf gesamtstaatlicher Ebene konnte 1950 und 1951 wiederholt werden.

Seit 1953 war die Slowakei mit drei Mannschaften in der tschechoslowakischen Liga vertreten, 1955 gewann Slovan Bratislava seinen vierten Titel und die Anzahl slowakischer Teams in der gesamtstaatlichen Liga stieg auf sechs. 1959 holte Slovans Rivale ńĆerven√° hviezda Bratislava den tschechoslowakischen Titel. Bei der Fu√üball-Weltmeisterschaft 1962 feierte die tschechoslowakische Nationalmannschaft einen gro√üen Erfolg, zur Silbermedaille trugen acht slowakische Teamspieler bei. 1969 erreichte Slovan Bratislava seinen bisher gr√∂√üten Erfolg, als man nach einem 3:2-Sieg √ľber den FC Barcelona als einziger tschechoslowakischer Verein einen Europapokal gewann, in diesem Fall den Europapokal der Pokalsieger. Die Jahre 1968 bis 1973 waren die goldenen Jahre des Vereins Spartak Trnava, der in jenen Jahren f√ľnfmal tschechoslowakischer Meister wurde, 1967 den Mitropapokal gewann und 1969 das Halbfinale des Europapokals der Landesmeister erreichte. Da Slovan Bratislava in den Jahren 1970, 1974 und 1975 tschechoslowakischer Meister wurde, gewannen somit achtmal in Folge slowakische Teams den Titel und beendeten damit die Vorherrschaft der gro√üen Prager Vereine Dukla und Sparta. Slovan-Spieler bildeten auch das R√ľckgrat jener tschechoslowakischen Repr√§sentation, die bei der Fu√üball-Europameisterschaft 1976 in der Nacht von Belgrad gegen Deutschland gewann und damit Europameister wurde. Au√üer den Slovanisten waren auch noch weitere slowakische Spieler im goldenen Team vertreten, womit die insgesamt 15 Slowaken die Mehrheit der siegreichen tschechoslowakischen Mannschaft stellten.

1980 f√ľhrte der slowakische Trainer Jozef VengloŇ° zusammen mit dem Tschechen V√°clav JeŇĺek das tschechoslowakische Team zum dritten Platz bei der Europameisterschaft in Italien und zur Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Moskau. Auch hier waren slowakische Spieler beteiligt. Im Jahr 1992 erlangte Slovan Bratislava den letzten f√∂deralen Titel. Nach der Unabh√§ngigkeit der Slowakei 1993 wurde die f√∂derale Liga noch bis zum Sommer des Jahres fertiggespielt, im Herbst 1993 begann die erste Liga der Slowakischen Republik: die heutige Fortuna liga. Sie besteht aus 12 Mannschaften, bekannte Vereine sind neben ҆K Slovan Bratislava (erster slowakischer Meister 1994) und Spartak Trnava auch FK AS Trenńć√≠n und M҆K ŇĹilina. Bisher haben drei slowakische Clubs die Gruppenphase der UEFA Champions League erreicht: 1. FC KoŇ°ice (1997/98), FC Artmedia Bratislava (2005/06) und M҆K ŇĹilina (2010/11). Auf nationaler Ebene wird noch die 2. Liga gespielt, w√§hrend die 3. Liga in vier Gruppen (Bratislava, West, Mitte und Ost) geteilt ist. Weiter unten in der Fu√üballhierarchie stehen die 4. Liga mit sieben Gruppen und die 5. Liga mit vierzehn Gruppen. Danach folgen 38 Regionalligen, die von jeweiligen Regionalfu√üballverb√§nden organisiert werden.

Die slowakische Fu√üballnationalmannschaft qualifizierte sich erstmals 2010 f√ľr ein gro√ües Turnier. Bei der WM 2010 in S√ľdafrika √ľberstand das Team von Trainer Vladimir Weiss die Vorrunde durch einen 3:2-Sieg im abschlie√üenden Gruppenspiel gegen Titelverteidiger Italien, die damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden waren. Im Achtelfinale unterlag die Slowakei dann dem sp√§teren Vizeweltmeister Niederlande mit 1:2. Bei der Fu√üball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich erreichte die Mannschaft das Achtelfinale, wo sie mit 0:3 gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland ausschied. Die beste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste war Platz 14 im Jahr 2015. Die Heimst√§tte der Nationalmannschaft ist das N√°rodn√Ĺ futbalov√Ĺ Ň°tadi√≥n (NF҆, deutsch Nationales Fu√üballstadion) in Bratislava, welche das alte Stadion Teheln√© pole ersetzte, daneben nutzte die Mannschaft auch das Pasienky-Stadion ebenfalls in Bratislava sowie Stadien in Trnava, ŇĹilina und vereinzelt in anderen St√§dten. Bekannte slowakische Fu√üballspieler, die sich auch im Ausland durchgesetzt haben, sind R√≥bert Vittek, Marek HamŇ°√≠k und Martin ҆krteńĺ. Peter Dubovsk√Ĺ, der zwei Saisons f√ľr den spanischen Topclub Real Madrid gespielt hatte, starb mit nur 28 Jahren aufgrund eines Urlaubsunfalls in Thailand.

Wassersport

Im Kanusport sind die slowakischen Sportler seit der Unabh√§ngigkeit sehr erfolgreich. Neben zahlreichen Erfolgen bei den Europa- und Kanu-Weltmeisterschaften und Kanuslalom-Weltcup haben slowakische Kanuten mindestens eine Medaille bei allen Olympischen Sommerspielen seit 1996 geholt. Michal Martik√°n ist zweifacher Olympiasieger und f√ľnffacher olympischer Medaillengewinner im Einer-Canadier (C-1). Der slowakische Kanute Peter Hochschorner zusammen mit seinem Bruder Pavol Hochschorner ist dreimaliger Olympiasieger im Zweier-Canadier (C-2). Bei den Frauen konnte Elena Kalisk√° zweimal Olympiasieg im Einer-Kajak (K-1) holen. Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro wurden Bruder Ladislav ҆kant√°r und Peter ҆kant√°r in C-1 beziehungsweise C-2 Olympiasieger. In den Kategorien Zweier-Kajak (K-2) und Vierer-Kajak (K-4) konnten sich Juraj Tarr, Erik Vlńćek, Michal Riszdorfer und sein Bruder Richard Riszdorfer durchsetzen. Weitere bekannte Kanusportler sind Matej BeŇąuŇ° (Bronzemedaille in Rio 2016), Juraj Minńć√≠k (Bronzemedaille in Sydney 2000), Jana Duk√°tov√° und Alexander Slafkovsk√Ĺ.

Bedeutende Wassersportzentren in der Slowakei befinden sich in ńĆunovo nahe Bratislava und in Liptovsk√Ĺ Mikul√°Ň°, mit regelm√§√üigen Veranstaltungen.

Im Schwimmsport war Martina Moravcov√° in den 1990er und 2000er Jahren erfolgreich. Sie konnte zweimal Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney erringen und wurde sechsmal zur Sportlerin des Jahres gek√ľrt.

Weitere Sportarten

Im Schachspiel spielte der zur Weltelite geh√∂rige geb√ľrtige Armenier Sergej Movsesjan zehn Jahre lang f√ľr die Slowakei, spielt heute jedoch erneut f√ľr seine Heimat Armenien. Die Frauenmannschaft der Slowakei siegte √ľberraschend bei der Europ√§ischen Mannschaftsmeisterschaft im Schach 1999 in Batumi.

Im Basketball sind insbesondere Frauenclubs MBK RuŇĺomberok und Good Angels KoŇ°ice erfolgreich, die unter sich die slowakische Frauenbasketball-Extraliga die meisten Male gewonnen haben. MBK RuŇĺomberok hat zudem als einziger slowakischer Club zweimal in Folge den Sieg in der Euroleague Women (1999, 2000) errungen. Die slowakische Frauennationalmannschaft gewann Silber bei der Europameisterschaft der Damen 1997.

Die erste Winterolympiasiegerin der Slowakei wurde die in Russland geborene Biathletin Anastasiya Kuzmina bei der Winterspielen 2010 in Vancouver und ist sechsfache Olympiamedaillengewinnerin (3 × Gold, 3 × Silber). Heute ist Paulína Fialková die erfolgreichste slowakische Biathletin. Bei den Männern konnte sich Pavol Hurajt (Bronzemedaille in Vancouver 2010) durchsetzen. In der kleinen Biathlon-Arena Osrblie haben schon mehrere Europa- und Weltcups stattgefunden und war Austragungsort der Biathlon-Weltmeisterschaften 1997. Die alpine Skirennläuferin Petra Vlhová wurde 2019 Weltmeisterin im Riesenslalom und holte sich in der Saison 2020/21 als erste Slowakin den Sieg in der Gesamtwertung im Alpinen Skiweltcup. Vorher konnte sich Veronika Velez-Zuzulová erfolgreich durchsetzen. Der Olympiasieger im Eiskunstlauf bei den Winterspielen 1972 in Sapporo war der Slowake Ondrej Nepela.

Die bekanntesten Tennisspieler sind der Olympiasieger von 1988 Miloslav Meńć√≠Ňô, Dominika Cibulkov√°, Dominik Hrbat√Ĺ und Daniela Hantuchov√°. Die Bestleistungen von Nationalteams waren der Sieg der Frauen im Fed Cup 2002 und f√ľr die M√§nner das Finale im Davis Cup 2005. Auch Mirka Vavrinec-Federer und Martina Hingis sind in der Slowakei geboren, haben aber f√ľr die Schweiz gespielt.

In der Leichtathletik hat der Geher Matej Tóth als erster slowakischer Leichtathlet Gold in einer Weltmeisterschaft (Peking 2015) und Olympiasieg (Rio de Janeiro 2016) errungen. Noch zur Zeit der Tschechoslowakei war Jozef Pribilinec ein herausragender Geher der 1980er Jahre und Olympiasieger bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul.

Im Motorsport feierte der slowakische Speedway-Rennfahrer Martin Vacul√≠k 2013 mit dem Gewinn der Speedway-Europameisterschaft den ersten internationalen Erfolg im Speedwaysport f√ľr die Slowakei. Martin Vacul√≠k ist au√üerdem Teilnehmer im Grand Prix zur Speedway-Einzelweltmeisterschaft. Im Slovakiaring nahe Dunajsk√° Streda haben seit der Inbetriebnahme im Jahr 2009 mehrere Rennen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft sowie des Tourenwagen-Weltcups stattgefunden. Der slowakische Radrennfahrer Peter Sagan gewann siebenmal das gr√ľne Trikot bei der Tour de France (2012‚Äď2016, 2018‚Äď2019) und wurde 2015, 2016 und 2017 im Stra√üenrennen Weltmeister.

Siehe auch

Literatur

Allgemeines, Wirtschaft und Politik

  • Autorenkollektiv: Slovensko A‚ÄďŇĹ. (Die Slowakei A‚ÄďZ). Ikar, Bratislava 2009, ISBN 978-80-551-2048-5.
  • Aurel Emeritzy, Erich Sirchich, Ruprecht Steinacker: Nordkarpatenland. Deutsches Leben in der Slowakei, eine Bilddokumentation. Badenia, Karlsruhe 1979, ISBN 3-7617-0168-3. (Herausgegeben von: Karpatendeutsches Kulturwerk Karlsruhe und Arbeitsgemeinschaft der Karpatendeutschen Stuttgart).
  • Eva Gruberova, Helmut Zeller: Slowakei. (das komplette Reisehandbuch f√ľr Reise, Freizeit und Kultur in dem unbekannten Land zwischen Tatra und Donau im Herzen Europas). Reise Know-How, Bielefeld 2005, ISBN 3-8317-1375-8.
  • Magdal√©na FazekaŇ°ov√° (Hrsg.): Slovensko/Dejiny ‚Äď Divadlo ‚Äď Hudba ‚Äď Jazyk, literat√ļra ‚Äď ńĹudov√° kult√ļra ‚Äď V√Ĺtvarn√© umenie ‚Äď Slov√°ci v zahranińć√≠. Perfekt, Bratislava 2006, ISBN 80-8046-349-2
  • Ernst Hochberger, Karl Kiraly (Ill.): Das gro√üe Buch der Slowakei. 3000 Stichworte zur Kultur, Kunst, Landschaft, Natur, Geschichte, Wirtschaft. Selbstverlag Ernst Hochberger, Sinn 2017, ISBN 978-3-921881-55-2. (Erstausgabe: Sinn 1997, ISBN 3-921888-08-5, 2. Ausgabe: Sinn 2003, ISBN 3-921888-10-7).
  • Hannes Hofbauer, David X. Noack: Slowakei: Der m√ľhsame Weg nach Westen. Promedia Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-85371-349-5.
  • ńĹudov√≠t Kopa u.¬†a.: The Encyclopaedia of Slovakia and the Slovaks. Veda, Bratislava 2006, ISBN 80-224-0925-1.
  • Gabriele Matzner-Holzer: Im Kreuz Europas: Die unbekannte Slowakei. Wien 2001, ISBN 3-85493-047-X.
  • Andr√© Micklitza: Slowakei. F√ľhrer. 2., aktualisierte Auflage, M√ľller, Erlangen 2010, ISBN 978-3-89953-554-9.
  • Frieder Monzer: Die Slowakei entdecken. Trescher, Berlin 2009, ISBN 978-3-89794-129-8.
  • Julian P√§nke; Deutsche Gesellschaft f√ľr Ausw√§rtige Politik (Hrsg.): Ostmitteleuropa zwischen Verwestlichung und Nationalisierung. Die Neuorientierung polnischer und slowakischer Au√üenpolitik zwischen 1989 und 2004. In: DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Nomos, Baden-Baden 2010, ISBN 978-3-8329-5961-6. (Zugleich Dissertation).
  • Renata Sako-Hoess: Reisetaschenbuch Slowakei. DuMont, 2002, ISBN 3-7701-4889-4.
  • Roland Sch√∂nfeld: Slowakei: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1723-5.
  • Katharina Sommer: Slowakei. Iwanowski, 2006, ISBN 3-933041-23-6.
  • Milan Strhan, David P. Daniel, Peter CerveŇąansk√Ĺ, Oto Tak√°ńć u.¬†a.: Slovakia and the Slovaks. A Concise Encyclopedia. Encyclopedic Institute of the Slovak Academy of Sciences/ Goldpress Publishers, Bratislava 1994, ISBN 80-85584-11-5.
  • Susanna Vykoupil: Slowakei. Becksche L√§nderreihe, 1999, ISBN 3-406-39876-6.

Geschichte

  • Paul M. Barford: The Early Slavs. Cornell University Press, London/New York 2001, ISBN 0-8014-3977-9.
  • Lubom√≠r E. Havl√≠k: Kronika o Velk√© Moravńõ. (Chronik √ľber Gro√üm√§hren). JOTA, o.¬†O. 2013, ISBN 978-80-85617-06-1.
  • MiloŇ° Kl√°tik: Evangelisch in der Slowakei. Profile ‚Äď Positionen ‚Äď Perspektiven. (Kirchengeschichte) Martin-Luther-Verlag, Erlangen 2017, ISBN 978-3-87513-193-2.
  • DuŇ°an Kov√°ńć u. a.: Kronika Slovenska 1 ‚Äď Od najstarŇ°√≠ch ńćias po 19. storońćie (Chronik der Slowakei 1 ‚Äď Von der Urzeit bis zum 19. Jahrhundert). Fortuna Print & Adox, Bratislava 1998, ISBN 80-7153-174-X.
  • DuŇ°an Kov√°ńć u. a.: Kronika Slovenska 2 ‚Äď Slovensko v dvadsiatom storońć√≠ (Chronik der Slowakei 2 ‚Äď Die Slowakei im 20. Jahrhundert). Fortuna Print & Adut, Bratislava 1999, ISBN 80-88980-08-9.
  • DuŇ°an Kov√°ńć: Dejiny Slovenska. (Geschichte der Slowakei). Nakladatelstv√≠ lidov√© noviny, Prag 2000, ISBN 80-7106-268-5.
  • Mat√ļŇ° Kuńćera: Slovensko v dob√°ch stredovek√Ĺch. (Die Slowakei zu Zeiten des Mittelalters). Mlad√© Let√°, Bratislava 1985, OCLC 12892130
  • Mikul√°Ň° Teich, DuŇ°an Kov√°ńć, Martin D. Brown (Hrsg.): Slovakia in History. Cambridge University Press, 2011, ISBN 978-0-521-80253-6.
  • Ivan Mrva, Vladim√≠r SegeŇ°: Dejiny Uhorska a Slov√°ci. (Geschichte Ungarns und die Slowaken). Perfekt, Bratislava 2012, ISBN 978-80-8046-586-5.
  • DuŇ°an TŇôeŇ°t√≠k: Pońć√°tky PŇôemyslovcŇĮ. Vstup ńĆechŇĮ do dńõjin (530‚Äď935). (Die Anf√§nge der PŇôemysliden. Der Eintritt der Tschechen in die Geschichte (530‚Äď935)). Nakladatelstv√≠ Lidov√© noviny, o.¬†O. 2008, ISBN 978-80-7106-138-0.
  • DuŇ°an TŇôeŇ°t√≠k: Vznik Velk√© Moravy. Moravan√©, ńĆechov√© a stŇôedn√≠ Evropa v letech 791‚Äď871. (Die Entstehung Gro√üm√§hrens. M√§hrer, Tschechen und Mitteleuropa in den Jahren 791‚Äď871). Nakladatelstv√≠ Lidov√© noviny, o.¬†O. 2010, ISBN 978-80-7422-049-4.
  • Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. Cambridge University Press, 1970, ISBN 0-521-07459-2.

Weblinks

  • Offizielle Website der Slowakischen Regierung (slowakisch, englisch)
  • Offizielle Website des Slowakischen Tourismus
  • L√§nderprofil Slowakei des Statistischen Bundesamts

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (8)

Bezeichnung der Regionen: kraj
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Banskobystrick√Ĺ 48.942 48.061 18.489 20.465  
Bratislavsk√Ĺ 48.656 48.006 16.844 17.532  
KoŇ°ick√Ĺ 49.015 48.334 20.181 22.37  
Nitriansky 48.716 47.75 17.719 19.074  
Presovsky kraj 49.4608072 48.7626232 19.8696698 22.5662056  
Trenńćiansky 49.331 48.492 17.357 18.833  
Trnavsk√Ĺ 48.866 47.774 16.945 17.993  
ŇĹilinsk√Ĺ 49.602 48.744 18.361 20.054 ŇĹilinsk√Ĺ  
 

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Kfz: SK
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ISO3: SVK
Fläche: 48845 km²
Tld: .sk
Wärung Einheit: SKK
Währung: Koruna
Vorwahl: 421

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 49.6138051
südlichster Punkt: 47.7313888
westlichster Punkt: 16.8331821
östlichster Punkt: 22.5589339


 
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