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Staat Informationen : Honduras

Informationen:


Honduras ([h…Ēnňąduňźras], spanische Aussprache [onňądu…ĺas], vollst√§ndige Bezeichnung Republik Honduras, spanisch Rep√ļblica de Honduras) ist ein Staat in Zentralamerika. Honduras grenzt an Nicaragua, El Salvador und Guatemala. Der Landesname leitet sich von dem spanischen Wort hondura ab, das Tiefe bedeutet.

Geographie

Lage und Topographie

Honduras liegt an der breitesten Stelle der mittelamerikanischen Landbr√ľcke und grenzt im S√ľdosten an Nicaragua, im Nordwesten an Guatemala und im S√ľdwesten an El Salvador. Die S√ľdk√ľste liegt am Nordpazifik, im Norden liegt das Karibische Meer. Hier reicht das von Fl√ľssen, S√ľmpfen und Lagunen durchsetzte K√ľstentiefland 70 Kilometer ins Landesinnere hinein. Durch das vorwiegend gebirgige Land verl√§uft von Ost nach West ein Bergmassiv, das von mehreren Fl√ľssen durchzogen wird. Die h√∂chste Erhebung des Landes ist der Cerro Las Minas mit 2870 Meter H√∂he. Dem Golf von Fonseca im S√ľdwesten sind zahlreiche vulkanische Inseln vorgelagert. In den T√§lern an der Karibikk√ľste befinden sich zahlreiche Bananenplantagen. Der Gro√üteil der Bev√∂lkerung lebt im Westteil des Landes und im Departamento Cort√©s n√∂rdlich des Yojoa-Sees.

Klima

Honduras hat ein tropisches Klima, das in den h√∂heren Lagen im Landesinneren gem√§√üigt ist. Im immerfeuchten karibischen Tiefland liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur bei rund 26¬†¬įC. Im wintertrockenen pazifischen Raum betr√§gt das Jahresmittel etwa 31¬†¬įC, in den gem√§√üigten h√∂heren Lagen circa 20¬†¬įC. Die Niederschlagsmenge nimmt von Nord nach S√ľd ab. In den Gebirgst√§lern liegt das Jahresmittel bei 1016 Millimetern, entlang der Nordk√ľste bei 2540 Millimetern. Die Trockenzeit dauert von November bis Mai. Die Regenzeit beginnt ungef√§hr im Mai und endet im Oktober. An der karibischen K√ľste jedoch regnet es das ganze Jahr √ľber. Wirbelsturm Mitch verursachte im November 1998 gro√üe Sch√§den.

Gewässer

Die meisten Fl√ľsse des Landes flie√üen in den Atlantischen Ozean. Der 320 Kilometer lange R√≠o Patuca und der 240 Kilometer lange R√≠o Ul√ļa sind die beiden l√§ngsten Fl√ľsse des Landes. Der gr√∂√üte See und gleichzeitig gr√∂√ütes Trinkwasserreservoir Honduras' ist der etwa 80¬†km¬≤ gro√üe Lago de Yojoa.

Wichtigste Fl√ľsse:

  • R√≠o Patuca ist der l√§ngste Fluss in Honduras und der zweitl√§ngste in Mittelamerika
  • R√≠o Ul√ļa ist der wirtschaftlich wichtigste Fluss des Landes.
  • R√≠o Choluteca flie√üt durch die Hauptstadt Tegucigalpa.
  • R√≠o Negro Grenzfluss zu Nicaragua.
  • R√≠o Coco ein anderer Grenzfluss Honduras zu Nicaragua.
  • R√≠o Goascor√°n ein Grenzfluss zu El Salvador.
  • R√≠o Talgua
  • R√≠o Culm√≠
  • R√≠o Wuamp√ļ
  • R√≠o Guayape
  • R√≠o Boquer√≥n
  • R√≠o Cangrejal

Umwelt

Honduras weist einen gro√üen Naturreichtum auf. Dazu geh√∂ren insbesondere der noch nahezu unber√ľhrte gr√∂√üte zusammenh√§ngende Regenwald in Zentralamerika im Nordosten des Landes (Mosquitia) sowie das nach dem australischen Barrier-Riff weltweit gr√∂√üte Korallenriff-√Ėkosystem um die dem honduranischen Festland vorgelagerten Karibikinseln (Islas de la Bah√≠a). In beiden F√§llen besteht allerdings auch die Gefahr von zunehmenden Umweltgef√§hrdungen durch illegales Abholzen und Brandrodungen aufgrund des demografischen Drucks einerseits und durch √úberfischung, Meeresverschmutzung sowie zunehmenden Tauchertourismus andererseits.

Zunehmend setzt sich jedoch auch bei der honduranischen Regierung der Gedanke einer F√∂rderung des internationalen √Ėkotourismus durch. In den gro√üen St√§dten gibt es viele Umweltprobleme wie Wassermangel, Erosionserscheinungen, fehlende Abwasserentsorgung, illegale M√ľlldeponien und unkontrollierte Baut√§tigkeit.

Flora

Etwa 48,1 Prozent des Landes sind von Wald bedeckt (2000). Das rund 5000¬†km¬≤ gro√üe Biosph√§renreservat R√≠o Pl√°tano ist das gr√∂√üte Naturschutzgebiet von Honduras und geh√∂rt zu den letzten noch intakten Regenwaldgebieten Zentralamerikas. Der Park wurde 1982 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erkl√§rt. Insgesamt stehen etwa zehn Prozent der Landesfl√§che unter Naturschutz. Eichen- und Kiefernw√§lder bedecken die k√ľhleren Hochl√§nder, im Flachland herrschen Gr√§ser vor, Mangroven und Palmen finden sich in den K√ľstengebieten. J√§hrlich werden ca. 3000¬†km¬≤ Wald zerst√∂rt.

Wo das Holz abtransportiert werden kann, hat der Raubbau die Best√§nde an Edelh√∂lzern wie Mahagoni, Zeder und Gelbholz schon stark verringert. Inzwischen haben US-Gesellschaften damit begonnen, die Kiefernsavannen im Nordosten ebenfalls holzwirtschaftlich zu nutzen. Sollte diese Entwicklung anhalten, werden in etwa 20 Jahren W√ľsten die √ľppigen W√§lder ersetzt haben.

Fauna

In Honduras sind zahlreiche Tierarten beheimatet, u. a. Insekten, Krokodile, Schlangen, Echsen, Schildkröten, Hirsche, Affen (z. B. der Weißschulterkapuziner, Honduras' kleinster Affe) und Kojoten. Ferner leben hier Raubkatzen wie Jaguar, Puma und Ozelot sowie verschiedene Reptilien, Vögel und Meerestiere.

Regionen

Honduras ist in 18 Verwaltungsbezirke (Departamentos) aufgeteilt.

Wichtigste Städte

Die Hauptstadt und gr√∂√üte Stadt mit 1,05 Millionen Einwohnern (Stand 2017) ist Tegucigalpa, sie liegt im s√ľdlichen Teil des Landes im Gebirge, im Hinterland der Pazifikk√ľste. Die gr√∂√üte Stadt im Norden ist San Pedro Sula (640.000 Einwohner), sie liegt im Nordwesten des Landes, in einer Entfernung von etwa 40¬†km zur Karibikk√ľste und ist ein wichtiges Handelszentrum. Die drei wichtigsten internationalen Flugh√§fen befinden sich in diesen zwei St√§dten, sowie in La Ceiba (189.000 Einwohner), die zusammen mit Puerto Cort√©s (65.000 Einwohner) die gr√∂√üten Hafenst√§dte an der Karibikk√ľste sind.

2016 lebten 55,3 % der Bevölkerung in Städten oder städtischen Räumen. Die größten Städte sind (Stand 2017):

  1. Tegucigalpa: 1.051.600 Einwohner
  2. San Pedro Sula: 640.200 Einwohner
  3. La Ceiba: 189.500 Einwohner
  4. Choloma: 184.700 Einwohner
  5. El Progreso: 117.600 Einwohner
  6. Comayagua: 103.300 Einwohner
  7. Choluteca: 92.310 Einwohner
  8. Villanueva: 70.960 Einwohner

Bevölkerung

Bevölkerungsstruktur

Die Bev√∂lkerung konzentriert sich im Hochland des nordwestlichen Landesteils, das Gebiet um Tegucigalpa sowie den pazifischen S√ľden. Anders als etwa in Guatemala geh√∂rt der √ľberwiegende Teil der honduranischen Bev√∂lkerung zu den Mestizen, Nachfahren von europ√§ischen Kolonialisten und Einwanderern und den Ureinwohnern des Landes. Sie stellen etwa neunzig Prozent der Bev√∂lkerung. Der Rest der Bev√∂lkerung setzt sich aus Indigenen (sieben Prozent), Schwarzen (zwei Prozent) und Europ√§ern (ein Prozent) zusammen.

Die Garifuna, die indianische und schwarzafrikanische Vorfahren haben, leben vor allem in K√ľstend√∂rfern an der gesamten Karibikk√ľste von Honduras, Belize und z.¬†T. Nicaragua und Guatemala. Sie haben sich eine vollst√§ndig eigenst√§ndige Kultur bewahrt und sprechen noch die Gar√≠funa-Sprache, die zu den Arawak-Sprachen geh√∂rt. Entgegen der landl√§ufigen Meinung leben die Garifuna noch nicht sehr lange auf den Cayos Cochinos und den Islas de la Bah√≠a (Bay Islands). Die dortigen Garifuna-Siedlungen entstanden erst in den 1950er Jahren.

Im Landesinneren und in Mosquitia gibt es noch kleine Gruppen indianischer Ureinwohner. Sie haben sich in schwer zug√§ngliche Bergt√§ler zur√ľckgezogen, wo sie vom Bildungs- und Gesundheitswesen und vom politischen Geschehen abgeschnitten sind. Einige St√§mme von Flussindianern durchstreifen die W√§lder an der Karibikk√ľste noch als J√§ger und Sammler. Das Vorr√ľcken der Holzf√§llerkolonnen k√∂nnte auch ihren Lebensraum zerst√∂ren.

Das hohe Bev√∂lkerungswachstum verst√§rkt die Landflucht und l√§sst die Elendsviertel der St√§dte wachsen. Mehr als die H√§lfte der Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze, ein F√ľnftel sind Analphabeten. Unter- und Fehlern√§hrung sind weit verbreitet. Die medizinische Versorgung auf dem Land ist miserabel. Der Anteil der Analphabeten wurde zwar in den St√§dten auf unter 20 Prozent gesenkt, liegt aber auf dem Land noch immer bei √ľber 50 Prozent. Der schlechte schulische und berufliche Ausbildungsstand der Bev√∂lkerung ist wiederum ein Grund f√ľr den Mangel an Fachkr√§ften, der die Entwicklung in allen Gesellschaftsbereichen behindert.

Honduras ist ein Auswanderungsland, ca. 720.000 Menschen haben das Land verlassen. 600.000 davon leben in den Vereinigten Staaten. Weitere Zielländer sind Spanien (40.000) und Mexiko (20.000). Honduras selbst verzeichnet eine sehr geringe Einwanderungsrate. Im Jahre 2017 waren lediglich 0,4 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Altersstruktur

Die Altersstruktur der honduranischen Bev√∂lkerung ist durch das relativ hohe Bev√∂lkerungswachstum von derzeit j√§hrlich 2,8 Prozent gepr√§gt. Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren machen √ľber ein Drittel (41 Prozent) der Gesamtbev√∂lkerung aus. Honduras liegt bei diesen Indikatoren erheblich √ľber dem lateinamerikanischen Durchschnitt (j√§hrliches Bev√∂lkerungswachstum: 1,6 Prozent; Bev√∂lkerung unter 15 Jahren: drei√üig Prozent).

41 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt, 56 Prozent sind zwischen 15 und 64 Jahre alt, 4 Prozent sind älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter liegt bei 19 Jahren.

Sprache

Amtssprache ist Spanisch, die auch von den Mestizen gesprochen wird. Daneben sind indigene Sprachen verbreitet, wie zum Beispiel Miskito und Tawahka an der Miskitok√ľste, oder wenige Tausend Kekch√≠- und Chort√≠-Sprecher im Westen. An der Atlantikk√ľste und auf den vorgelagerten Inseln wird kreolisch eingef√§rbtes Englisch gesprochen.

Religion

Die Bev√∂lkerung geh√∂rt zu √§hnlich gro√üen Teilen der r√∂misch-katholischen (47¬†%) und anderen christlichen (protestantischen und evangelikalen) Glaubensrichtungen (41¬†%) an. Durch Unterst√ľtzung aus den USA haben verschiedene protestantische Kirchen erfolgreiche Missionsarbeit geleistet, besonders auf den Islas de la Bah√≠a. Die Katholiken stellen jedoch weiterhin mit Abstand die gr√∂√üte Religionsgemeinschaft. International anerkannt ist der Anfang des Jahres 2001 in den Kardinalsstand erhobene Erzbischof von Tegucigalpa und ehemalige Vorsitzende der lateinamerikanischen Bischofskonferenz, √ďscar Rodr√≠guez Maradiaga. Als Vorsitzender der vom Staatspr√§sidenten gebildeten Anti-Korruptionskommission setzt er sich f√ľr mehr Transparenz und soziale Verantwortung im politischen Leben seines Landes ein.

Die Indigenen ‚Äď insbesondere in den abgelegenen Regionen ‚Äď bekennen sich noch heute zu ihren traditionellen mesoamerikanischen Religionen, die allerdings im Laufe der Zeit christliche oder auch afrikanisch-religi√∂se Elemente amalgamiert haben.

Armut in Honduras

Honduras ist neben Haiti eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. Obwohl 61,9 % der Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben, leben dennoch nur 17,2 % der Bevölkerung unterhalb der internationalen Armutsgrenze (1,90 US$, 2011 PPP).

Jedes Jahr wandern viele Honduraner ins Ausland aus, vornehmlich in die USA. Die Arbeitslosigkeit in Honduras ist hoch, jedoch sind aufgrund der Erwerbsstruktur die Statistiken kaum verl√§sslich. Gerade die tats√§chliche Armut der Landbev√∂lkerung ist √ľber eine Arbeitslosenstatistik nicht erfassbar.

Problematisch sind auch die aus Armut und Hoffnungslosigkeit entstandenen Jugendbanden wie ‚ÄěBarrio 18‚Äú (auch als Mara 18 bekannt) oder ‚ÄěMara salvatrucha‚Äú, die teilweise ganze Viertel und St√§dte terrorisieren. Viele Mitglieder kommen aus zerr√ľtteten Familien. Sch√§tzungen gehen davon aus, dass beide rivalisierende Jugendbanden jeweils bis zu 40.000 Mitglieder haben. √Ąhnliche Banden, deren Mitglieder ihre Zugeh√∂rigkeit u.¬†a. durch T√§towierungen zum Ausdruck bringen, sind auch in anderen benachbarten Staaten ein Problem. Die Regierung geht hart gegen diese Jugendbanden vor. Seit 2003 gibt es ein Gesetz, das allein die Mitgliedschaft in einer Bande mit mindestens drei Jahren Gef√§ngnis bestraft. Die katholische Kirche und andere christliche Organisationen haben ein Resozialisierungsprogramm f√ľr ehemalige ‚ÄěMareros‚Äú eingerichtet.

Gesundheit

Die Fruchtbarkeitsrate betr√§gt 3,7 Kinder pro Frau. Die Sterblichkeit bei unter 5-j√§hrigen betr√§gt 40 pro 1000 Lebendgeburten. Honduras hat 57 √Ąrzte pro 100 000 Einwohner Die Lebenserwartung liegt bei 71,1 Jahren (Stand 2016).

Bildungssystem

Schulsystem

Die gr√∂√üte Einzelposition im honduranischen Staatshaushalt ist der Bildungs- und Erziehungssektor. Nahezu 20¬†% des Gesamtbudgets entfallen auf diesen Bereich. Das Land verf√ľgt √ľber ca. 60.000 Lehrer, die rund eine Million Grundsch√ľler und 700.000 Sch√ľler weiterf√ľhrender Schulen betreuen. Die Regierung bem√ľht sich verst√§rkt um eine Reduzierung der Analphabetismusrate von 11,5¬†%. In Honduras besteht Schulpflicht f√ľr Kinder zwischen sieben und zw√∂lf Jahren, der Schulbesuch ist kostenlos. Trotzdem haben in Honduras rund 50¬†% aller Kinder keinen Grundschulabschluss. Ursachen sind fehlende Mittel f√ľr Schulb√ľcher und Lehrmittel, Lehrermangel in abgelegenen Gebieten und teilweise Schulunterricht in gro√üen Klassen (1. bis 6. Klasse) in einem einzigen Schulzimmer. Nach der Pflichtschule kann der plan basico absolviert werden (normalerweise mit 15 Jahren). Danach kann am colegio in weiteren 6 Jahren (jeweils 3 Jahre Grundkurs und 3 Jahre Spezialisierung) ein Fachabitur erlangt werden. Wer sp√§ter studieren will, macht einen Abiturabschluss, den bachillerato.

Universitäten

Es gibt zwei staatliche Universit√§ten, die ‚ÄěNationale Autonome Universit√§t von Honduras‚Äú (UNAH) in Tegucigalpa mit weiteren Studienzentren in San Pedro Sula, La Ceiba, Santa Rosa de Cop√°n und Comayagua sowie die ‚ÄěNationale P√§dagogische Universit√§t Francisco Moraz√°n‚Äú (UNPFM) in Tegucigalpa. Die wichtigsten Privatuniversit√§ten sind die Technische Universit√§t (Universidad Tecnolog√≠ca) und die von der katholischen Kirche getragene Universit√§t (Universidad Cat√≥lica). Zudem gibt es im Land zwei Fachhochschulen im Agrar- und Forstbereich (Escuela Agricola Panamericana Zamorano, Escuela Nacional de Ciencias Forestales).

Sicherheit und Kriminalität

Honduras blieb w√§hrend der Jahre nach 2000, zumindest was die St√§dte betrifft, eines der unsichersten L√§nder der Welt. Die Zeitungen waren tagt√§glich voll von Meldungen √ľber Morde, √úberf√§lle, Vergewaltigungen, Einbr√ľche und Entf√ľhrungen. Ein Teil dieser Taten, wenn auch wahrscheinlich nicht in dem von den Medien dargestellten Ausma√ü, geht auf das Konto der Jugendbanden (maras). In den St√§dten sind vor allem die Armenviertel von der Gewalt betroffen. In den reicheren Vierteln gibt es viele staatliche und private Sicherheitsleute. Viele Gewaltverbrechen haben jedoch auch einen privaten Tathintergrund.

Die Mordrate (Taten pro 100.000 Einwohner) erreichte nach einem Anstieg von einem Wert von √ľber 50 im Jahr 2007 in den Jahren 2011/2012 einen H√∂hepunkt weit √ľber 80, ging darauf bis 2016 langsam zur√ľck auf 60 und sank nochmals stark unter 50 im Jahr 2017. Weltweit gesehen lag Honduras nach den Zahlen der UNODC im Jahr 2015 bei der weltweit zweith√∂chsten Zahl an T√∂tungsdelikten pro Einwohner, n√§mlich 63,7 je 100.000 (auf dem ersten Platz lag El Salvador mit 108,6, in Deutschland waren es 0,8). Im weltweiten St√§dtevergleich (gr√∂√üer 300.000 Einwohner) lag San Pedro Sula 2014 mit 171,2 T√∂tungsdelikten/100.000 Einwohner zum vierten Mal hintereinander auf dem ersten Platz.

Geschichte

Vor der Ankunft der Europäer und Entdeckung

Hinweise auf Siedlungen der Maya in Honduras gibt es seit mindestens 1000 v.¬†Chr. in Cop√°n im Westen des Landes, doch wie viele Stadtstaaten der Maya, wurden auch diese unter geheimnisvollen Umst√§nden um etwa 900 n.¬†Chr. verlassen. Kolumbus setzte im Jahre 1502 bei Trujillo im Norden von Honduras erstmals seinen Fu√ü auf das amerikanische Festland und nannte das Land in Anspielung auf die gro√üe Tiefe des Wassers vor der Karibikk√ľste ‚ÄěHonduras‚Äú (Tiefen).

Kolonialisierung

Crist√≥bal de Olid ging am 3. Mai 1523 im Auftrag von Hern√°n Cort√©s an Land und nahm es f√ľr die spanische Krone in Besitz. Als die spanischen Konquistadoren bei ihrem Vormarsch 1524 in dieses ehemals von den Maya besiedelte Gebiet eindrangen, stie√üen sie auf zahlreiche untereinander verfeindete indianische Volksgruppen wie die Lenca, Pipil, Chorotega, Jicaques, Paya und andere, die zun√§chst erbitterten Widerstand leisteten. 1525 unternahm Hern√°n Cort√©s einen Kriegszug, 1536 Pedro de Alvarado einen weiteren, um den vom H√§uptling Lempira gef√ľhrten Aufstand niederzuschlagen. 1540 gr√ľndeten die Spanier schlie√ülich die Hauptstadt Comayagua und gliederten die Provinz dem Generalkapitanat von Guatemala ein. Die heutige Hauptstadt Tegucigalpa wurde 1578 als Siedlung in der N√§he von Gold- und Silberminen gegr√ľndet. Die spanischen Kolonisten waren prim√§r an der F√∂rderung dieser Edelmetalle interessiert. Die urspr√ľnglich √ľber 1,2 Millionen Menschen z√§hlende indigene Bev√∂lkerung dezimierten sie bis 1778 durch Kriege, Zwangsarbeit und eingeschleppte Krankheiten auf ca. 88.000. Die Indigenen behielten zwar ihr Gemeindeland auf dem sie Subsistenzwirtschaft betreiben durften, waren jedoch von der Kolonialverwaltung regelm√§√üig dazu verpflichtet Arbeitskr√§fte f√ľr Bergwerke und Plantagen zu stellen.

Unabhängigkeit

1821 schloss sich die Provinz-Oligarchie der Erhebung der anderen zentralamerikanischen Provinzen gegen die spanische Krone an. Nach nur zweij√§hriger Anbindung an das Kaiserreich von Mexiko verselbst√§ndigten sie sich im Staatenbund der ‚ÄěVereinigten Provinzen von Zentralamerika‚Äú (Zentralamerikanische Konf√∂deration). Eine seiner F√ľhrungsfiguren, der als ‚Äěmittelamerikanischer Bol√≠var‚Äú verehrte Francisco Moraz√°n (1792‚Äď1842), stammte aus Honduras. Aber auch er konnte das Ausbrechen seiner Heimatprovinz und den Zusammenbruch des Staatenbundes 1839 nicht verhindern. Von Beginn der ‚ÄěFreiheit‚Äú an k√§mpften mehrere Fraktionen der Oligarchie um die Macht.

Die Entwicklung nach der Unabhängigkeit

Von 1821 bis 1876 wechselten sich 85 Regierungen ab. Erst 1876 stabilisierte sich die Regierung und Marco Aurelio Soto leitete eine liberale Wende ein: er s√§kularisierte den Kirchenbesitz, f√ľhrte die Zivilehe und ein staatliches Bildungswesen ein. Seine Gegner (Kirche und Gro√ügrundbesitzer) und Bef√ľrworter (das st√§dtische B√ľrgertum) organisierten sich sp√§ter in der Nationalen Partei und in der Liberalen Partei, die bis heute die wichtigsten Parteien geblieben sind. Gleichzeitig trieb Soto die Erschlie√üung und Weltmarkt√∂ffnung des isolierten Landes voran. Gro√üz√ľgige Konzessionen lockten US-Konzerne an und f√ľhrten zur Entwicklung der ‚ÄěBananenrepublik‚Äú. Die Geschichte einer kolonie√§hnlichen Fremdbestimmung begann. Die Diktatoren Tiburcio Car√≠as Andino und Juan Manuel G√°lvez, die von 1933 bis 1948 bzw. von 1949 bis 1954 an der Macht waren, bet√§tigten sich als Handlanger der United Fruit Company. Der Streik von rund 25.000 Arbeitern auf den US-amerikanischen Bananenplantagen im Jahre 1954 leitete die B√§ndigung der Macht ein, die von der ‚ÄěBananen-Enklave‚Äú auf den ‚ÄěRest des Landes‚Äú ausge√ľbt wurde. Ebenfalls 1954 stellte Honduras sein Territorium f√ľr eine von der CIA organisierte Invasionstruppe im Rahmen der Operation PBSUCCESS zum Sturz des guatemaltekischen Pr√§sidenten Jacobo Arbenz Guzm√°n zur Verf√ľgung.

Bereits mit der Verfassung von 1894 war das allgemeine, gleiche und geheime (1906: √∂ffentliche) M√§nnerwahlrecht eingef√ľhrt worden; erst 1954 aber wurde das aktive Frauenwahlrecht Gesetz. W√§hrend das Frauenwahlrecht optativ war, bestand f√ľr M√§nner durchweg Wahlpflicht. Das f√ľr die Zuerkennung des Wahlrechts notwendige Mindestalter schwankte zwischen 18 und 21 Jahren.

1969 kam es zu einer milit√§rischen Auseinandersetzung mit El Salvador, die als ‚ÄěFu√üballkrieg‚Äú in die Geschichte einging. Der Grund waren Spannungen um Wirtschaftsfl√ľchtlinge aus El Salvador, die seit l√§ngerem von der Bev√∂lkerung Honduras‚Äô f√ľr die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht und angefeindet wurden. Der Krieg kostete 3000 Menschen das Leben, 6000 wurden verletzt. Der Konflikt selbst dauerte jedoch bis 1980 an und wurde unter Vermittlung der Organisation Amerikanischer Staaten durch ein Friedensabkommen beigelegt.

Die Reformans√§tze des Pr√§sidenten Jos√© Ram√≥n Villeda Morales, der von 1957 bis 1963 regierte, wurden zwar zun√§chst durch Milit√§rputsche aufgehalten, aber die Milit√§rregierung unter Oswaldo L√≥pez Arellano, der von 1972 bis 1975 an der Macht war, griff sie wieder auf und trieb sie unter dem Druck von Gewerkschaften und Bauernorganisationen voran. Sie packte vor allem eine vergleichsweise gro√üfl√§chige Agrarreform an, obwohl ihre Durchf√ľhrung von zwei nachfolgenden Milit√§rregierungen gebremst wurde. Die Ausma√üe der Unterdr√ľckung und Folter unter den Milit√§rregimen in Honduras waren jedoch nicht ganz so stark ausgepr√§gt wie in den Nachbarstaaten. Sie verboten zwar allzu linke Parteien und Organisationen, belie√üen aber den beiden gro√üen Parteien samt ihren Abspaltungen und vor allem den starken Bauernorganisationen politische Freir√§ume. Diese autorit√§re Toleranz bildet einen wesentlichen Grund, warum bislang in Honduras Guerillagruppen √ľber Ank√ľndigungen des bewaffneten Widerstandes nicht hinauskamen. Dem sogenannten Bataillon 316 werden im Zusammenhang mit der Diktatur die Ermordung, das Verschwindenlassen und die Folterung hunderter Honduraner vorgeworfen. Das Bataillon wurde vom amerikanischen CIA und dem argentinischen Milit√§r trainiert.

R√ľckkehr zur Demokratie

Bei den Pr√§sidentschaftswahlen von 1981, die die R√ľckkehr zur Demokratie signalisierten, erhielt der Kandidat der Liberalen Partei, Roberto Suazo C√≥rdova, eine eindeutige Mehrheit. Viele Beobachter hegten Zweifel an seiner politischen √úberlebensf√§higkeit in einem Land, in dem es in 150 Jahren immerhin 125 Milit√§rputsche gab. Er √ľberstand eine schwere Wirtschaftskrise und viele Putschger√ľchte. Er und sein Nachfolger Jos√© Azcona Hoyo mussten es allerdings wohl oder √ľbel hinnehmen, dass Honduras zu einem Br√ľckenkopf der USA im unerkl√§rten Krieg gegen Nicaragua wurde. Erst 1989 erzielte eine internationale Konferenz Einigung √ľber den Abzug der nicaraguanischen ‚ÄěContras‚Äú.

Das von der Schuldenkrise gebeutelte Land ist von ausl√§ndischer √úberlebenshilfe (insbesondere aus den USA) abh√§ngig, die es jedoch nicht ohne Gegenleistungen gibt. Die Tradition der Fremdbestimmung erhielt eine neue Variante, das Wort von der ‚ÄěBananenrepublik‚Äú eine neue Begr√ľndung. Zu den Folgewirkungen der massiven Pr√§senz der USA geh√∂rten nationalistische Aufwallungen. 1992 schlossen El Salvador, Guatemala und Honduras ein Freihandelsabkommen. Der 1993 gew√§hlte Pr√§sident Carlos Roberto Reina versuchte in seiner Amtszeit, den Einfluss des Milit√§rs einzud√§mmen. Sein Nachfolger Carlos Roberto Flores Facuss√© initiierte eine reformorientierte Wirtschaftspolitik. Bei den Pr√§sidentschaftswahlen 2002 ging Ricardo Maduro Joest von der Nationalen Partei als Sieger hervor.

1998 zog der Wirbelsturm Mitch gleich mehrere Male √ľber Honduras hinweg und verw√ľstete dabei gro√üe Teile des Landes. Selbst das von der Karibikk√ľste beinahe 300¬†km entfernte Tegucigalpa blieb nicht verschont und noch heute sind die Folgen der Naturkatastrophe sichtbar. ‚ÄěMitch‚Äú warf die honduranische Wirtschaft um Jahre zur√ľck, da insbesondere die Bananenplantagen unter der Katastrophe gelitten haben.

Die Pr√§sidentschaftswahlen im November 2005 gewann mit Manuel Zelaya Rosales wieder ein Kandidat der Liberalen. Er versprach vor allem nachhaltige Ma√ünahmen gegen die Kriminalit√§t. Manuel Zelaya wollte jedoch nach Ablauf seiner 4-j√§hrigen Amtszeit ein Verfassungsreferendum durchf√ľhren lassen, welches seine Wiederwahl erm√∂glicht h√§tte. Da das der honduranischen Verfassung nicht entsprach, wurde gegen ihn ein Amtsenthebungsverfahren durch die beiden Kongresskammern eingeleitet, welches durch das Oberste Gericht (Corte Suprema de Justicia) best√§tigt wurde. Da Zelaya dem nicht Folge leisten wollte, veranlasste der Oberste Richter seine Verhaftung.

Putsch 2009

Am Morgen des 28. Juni 2009 wurde der amtierende Pr√§sident Manuel Zelaya Rosales vom Milit√§r gest√ľrzt, zun√§chst gefangen genommen und dann nach Costa Rica ausgeflogen. In weiten Teilen der Hauptstadt wurden der Strom abgestellt und die Telefonverbindungen gekappt. Der staatliche Fernsehsender Canal 8 und viele Radiosender, sowie ausl√§ndische Kan√§le wie teleSUR und Cubavisi√≥n Internacional, wurden abgeschaltet. Die nicht abgeschalteten Fernsehkan√§le sendeten keine politischen Informationen. Als Nachfolger wurde vom Parlament Roberto Micheletti zum Interimspr√§sidenten ernannt, der als Erstes eine 48-st√ľndige Ausgangssperre verh√§ngte. Trotzdem kam es zu Protesten. Der neue Pr√§sident war international nicht anerkannt. S√§mtliche EU-Staaten und s√§mtliche Staaten Amerikas, mit Ausnahme der USA, zogen ihre diplomatischen Vertretungen auf Botschafter-Ebene aus Honduras ab. Nicaragua, El Salvador und Guatemala schlossen ihre Grenzen zu Honduras. Am 21. September 2009 kehrte Zelaya √ľberraschend nach Honduras zur√ľck und fand vor√ľbergehend in der brasilianischen Botschaft Asyl, ab Mai 2011 schloss Zelaya mit dem Pr√§sidenten Lobo einen Vertrag √ľber seinen Verbleib im Land.

Nach dem Jahr 2009

Am 29. November 2009 fand wie geplant die Präsidentenwahl statt. Als neuer Präsident von Honduras wurde Porfirio Lobo Sosa gewählt.

Im Jahr 2013 wurde Juan Orlando Hern√°ndez aufgrund eines Wiederwahlverbots der Nachfolger von Lobos.

Im Nachgang zu den Wahlen im November 2017, welche Hern√°ndez knapp gewonnen hatte, wurden Manipulationsvorw√ľrfe laut und die Opposition mit dem Kandidaten Salvador Nasralla wollte das Resultat nicht anerkennen. Bei Unruhen kamen bis Mitte Januar 2018 mindestens 20 Menschen ums Leben, √ľber 1500 Personen waren festgenommen worden. Die Opposition wollte die Proteste bis mindestens zur Amtseinf√ľhrung am 27. Januar 2018 fortsetzen.

Politik

Das Land verf√ľgt zwar √ľber ein Mehr-Parteien System, jedoch wird die politische Stabilit√§t durch Korruption, institutionelle Schw√§che und die allgegenw√§rtige Gewalt im Land bedroht.

Staatsaufbau

Honduras ist laut Verfassung von 1982 ein demokratischer Rechtsstaat. Gewaltenteilung und Unabh√§ngigkeit der Justiz sind garantiert. Traditionell spielt der mit umfassenden Befugnissen ausgestattete Staatspr√§sident eine vorherrschende Rolle. Der Pr√§sident wird vom Volk direkt gew√§hlt. Die Amtszeit des Pr√§sidenten betr√§gt vier Jahre, ohne M√∂glichkeit der Wiederwahl. Der Einkammer-Nationalkongress setzt sich aus insgesamt 128 Abgeordneten der beiden gro√üen traditionellen Parteien (Partido Liberal und Partido Nacional) sowie der Splitterparteien PINU, PDCH und PUD zusammen. Dem Obersten Gerichtshof geh√∂ren neun von Regierung und Parlament gemeinsam benannte Richter an, ihre Amtszeit betr√§gt sieben Jahre. J√ľngste institutionelle Reformen haben einen nationalen Rechnungshof und ein Oberstes Wahlgericht geschaffen.

Politische Indizes

Innenpolitik

Seit Ende der 1980er Jahre sind die jeweiligen Staatspr√§sidenten aus freien und demokratischen Wahlen hervorgegangen. Die beiden gro√üen Parteien haben sich in dieser Zeit in der Regierungsverantwortung abgel√∂st. Am 28. Juni 2009 wurde jedoch der letzte gew√§hlte Staatspr√§sident Manuel Zelaya vom Milit√§r gest√ľrzt. Dem Staatsstreich vorausgegangen war ein Streit √ľber ein Referendum zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung. Am Tag des Putsches war der Volksentscheid geplant. Der Staatspr√§sident setzte die Bem√ľhungen der Vorg√§ngerregierung um Armutsbek√§mpfung und Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Verh√§ltnisse fort. Diese Bem√ľhungen waren durch den verheerenden Wirbelsturm ‚ÄěMitch‚Äú Ende des Jahres 1998 erheblich erschwert worden. Das von Honduras im September 2001 vorgelegte Armutsbek√§mpfungsprogramm wurde von der Weltbank und Internationalem W√§hrungsfonds als Voraussetzung f√ľr die Teilnahme des Landes an der HIPC-Entschuldungsinitiative (Highly-Indebted Poor Countries) angenommen. Ein erster Schritt dazu war im Februar 2004 die Einigung mit dem IWF √ľber ein Dreijahres-Hilfsprogramm 2004/2006.

Menschenrechte

Die Lage der Menschenrechte in Honduras hat sich nach der Konsolidierung des Friedensprozesses in Zentralamerika und der Etablierung demokratischer Regierungen erheblich verbessert. Allerdings kommt es nach Angaben von nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisationen immer wieder zu institutionellen Unzul√§nglichkeiten und √úbergriffen von Polizei und Sicherheitsorganen. Besonders davon betroffen sind Angeh√∂rige ethnischer Minderheiten (Angeh√∂rige indigener V√∂lker, Nachfahren schwarzafrikanischer Sklaven) und sozial benachteiligte Gruppen (Stra√üenkinder). Ein weiterhin ungel√∂st gebliebenes Problem aus der Vergangenheit ist die Straffreiheit f√ľr Staatsbedienstete, die w√§hrend der Herrschaft der Milit√§rregimes Menschenrechtsverletzungen begangen haben. Wiederholte Bem√ľhungen des vom Nationalkongress eingesetzten Menschenrechtskommissars und nationaler Nichtregierungsorganisationen (Komitee der Familienangeh√∂rigen von Verhafteten/Verschwundenen) haben bisher nicht die erhofften Ergebnisse erbracht. Die Lage in den honduranischen Haftanstalten ist besorgniserregend. Im Mai 2004 kam es im Zentralgef√§ngnis in der zweitgr√∂√üten honduranischen Stadt San Pedro Sula zu einer Brandkatastrophe, bei der √ľber 100 Todesopfer zu beklagen waren. Der vom damaligen Staatspr√§sidenten Ricardo Maduro Joest verf√ľgte Einsatz des Milit√§rs zur Verbrechensbek√§mpfung hat nach Ansicht von Amnesty International und lokaler Menschenrechtsgruppen wie der Kinderrechtsorganisation Casa Alianza nicht zu einer Verbesserung gef√ľhrt. Ein Problem stellt die Bek√§mpfung der vor allem in den Gro√üst√§dten ausufernden Bandenkriminalit√§t dar.

Seit dem Staatsstreich in Honduras 2009 beklagen Menschenrechtsorganisationen eine andauernde Welle von Menschenrechtsverletzungen gegen√ľber Gegnern des Staatsstreichs, darunter zahlreiche Morde, Folter, Vergewaltigungen und Entf√ľhrungen. Die Vorsitzende des Komitees der Familienangeh√∂rigen von Festgenommenen und Verschwundenen in Honduras (COFADEH), Bertha Oliva, bezeichnete die Menschenrechtsverletzungen unter der Regierung Lobo als ‚Äěsystematisch und selektiv‚Äú und konstatierte, dass diese Menschenrechtsverletzungen nun von daf√ľr bezahlten Personen begangen werden. Dar√ľber hinaus seien Beamte der staatlichen Institutionen aktiv daran beteiligt, Ermittlungen zu manipulieren und Anzeigen wegen Menschenrechtsverletzungen zu vertuschen.

Im Gef√§ngnis von Comayagua brach am 14. Februar 2012 ein Gro√übrand aus, der 358 Insassen das Leben kostete. Das Gef√§ngnis war f√ľr 400 Personen ausgelegt, doch mit 820 Personen √ľberbelegt.

Verteidigung

Im April 1995 beschloss das Parlament die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und den Aufbau von Streitkr√§ften aus freiwilligen Soldaten mit einer St√§rke von ca. 18.800 Mann. Durch eine Verfassungs√§nderung vom Januar 1999 wurden die Streitkr√§fte (Fuerzas Armadas de Honduras) dem Pr√§sidenten unterstellt. Im Jahr 2019 verf√ľgten die Streitkr√§fte √ľber 15.500 Soldaten.

  • Heer: 7.500 Mann
  • Marine: 1.500 Mann
  • Luftwaffe: 2.500 Mann
  • Milit√§rpolizei: 4.000 Mann

Außenpolitik

Nach der Beilegung der B√ľrgerkriege in Nicaragua (1990), El Salvador (1992) und Guatemala (1996) ist Honduras insbesondere an der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region und an einer weitergehenden Integration Zentralamerikas interessiert. Das Land ist aktives Mitglied in dem durch das Protokoll von Tegucigalpa 1991 gegr√ľndeten Zentralamerikanischen Integrationssystem. Mit Nicaragua und El Salvador gibt es seit geraumer Zeit Grenzstreitigkeiten, die jeweils dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zur rechtlichen Kl√§rung vorgelegt und zum Teil auch gel√∂st wurden. Auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ist mit den Grenzfragen befasst und tritt als Vermittler auf.

Die Beziehungen zu den Nachbarstaaten im Norden (Guatemala, Belize und Mexiko) und im S√ľden (Costa Rica, Panama) sind freundschaftlich. Am 16. April 2001 trat der im Jahr zuvor unterzeichnete Freihandelsvertrag (‚ÄěTratado de Libre Comercio‚Äú) zwischen Mexiko und den drei L√§ndern des sog. ‚Äěn√∂rdlichen Dreiecks‚Äú El Salvador, Honduras und Guatemala in Kraft.

Honduras unterh√§lt diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Die Beziehungen zu diesem Land, aber auch zu Japan und S√ľdkorea, sind aufgrund der erheblichen entwicklungspolitischen Leistungen und des handelspolitischen Gewichts der betroffenen Staaten intensiv. Im Januar 2002 wurden die diplomatischen Beziehungen zu Kuba wiederhergestellt.

Honduras hatte w√§hrend des Dritten Golfkrieges 370 Soldaten im Irak stationiert und z√§hlte zu den Staaten der ‚ÄěKoalition der Willigen‚Äú, die die USA mit Truppen unterst√ľtzten. Kurz nach der Entscheidung Spaniens, seine Soldaten zur√ľckzuziehen, folgte Honduras Mitte April 2004 diesem Beispiel.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Honduras ist Gr√ľndungsmitglied der Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten, von der es seit dem 5. Juli 2009 allerdings vor√ľbergehend suspendiert wurde. Auch Honduras' Mitgliedschaft in der CELAC ist derzeit suspendiert. Au√üenpolitisch wichtig f√ľr das Land ist die Zugeh√∂rigkeit zur WTO, den Bretton-Woods-Institutionen (Internationaler W√§hrungsfonds und Weltbank) sowie zu den Institutionen des zentralamerikanischen Integrationssystems. UNDP, UNIDO, UNICEF, FAO, WHO, IMF, Weltbank, Interamerikanische Entwicklungsbank, OAS und die Internationale Organisation f√ľr Migration (OIM) haben eigene Vertretungen in Honduras. Die Zentralamerikanische Bank f√ľr Wirtschaftsintegration (BCIE) hat ihren Sitz in Tegucigalpa. Honduras ist Mitglied von Petrocaribe.

Wirtschaft

F√ľr viele ist Honduras noch immer die sprichw√∂rtliche ‚ÄěBananenrepublik‚Äú. Diese Bezeichnung ist heute ebenso irref√ľhrend wie die Zweiteilung in die ‚ÄěBananenenklave‚Äú und den ‚ÄěRest des Landes‚Äú. Drei US-amerikanische Konzerne, die United Fruit Company, die Standard Fruit Company und die Cuyamel Fruit Company, hatten sich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mit Hilfe gro√üz√ľgiger Konzessionen riesige Fl√§chen im karibischen Tiefland angeeignet. Sie bauten Stra√üen, Eisenbahnen und Siedlungen f√ľr ihre Arbeiter und wurden die gr√∂√üten Arbeitgeber im Land; sie zahlten nur geringe Steuern, obwohl ihre Gewinne viele Jahre den Staatshaushalt √ľberstiegen; sie machten die ‚ÄěEnklave‚Äú zum weltgr√∂√üten Exporteur von Bananen; sie korrumpierten die Politiker und versorgten willf√§hrige Diktatoren mit Geld und Waffen. Als diese in den Jahren 1911, 1913 und 1924/1925 dennoch mit Streiks und Unruhen nicht fertigwurden, schickte Washington Interventionstruppen. W√§hrend der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren kaufte die United Fruit Company den Cuyamel-Konkurrenten auf und wurde zum ‚ÄěStaat im Staate‚Äú. Der von 1933 bis 1948 regierende Diktator Tiburcio Car√≠as Andino leistete ihr durch die Unterdr√ľckung von Gewerkschaften und Streiks Sch√ľtzenhilfe. Nach dem gro√üen Streik von 1954 verkleinerten die beiden Konzerne schrittweise ihre Plantagen und halbierten die Zahl der Arbeiter. Allm√§hlich nahm der Staat st√§rkeren Einfluss auf die Produktion und Vermarktung der Bananen. Gleichzeitig holte der ‚ÄěRest des Landes‚Äú auf. Der Anteil der Bananen am Gesamtexport fiel von rund 50¬†% in den 1960er-Jahren auf ein Drittel in den 1990er-Jahren. Vor allem die Anteile von Kaffee und Fleisch erh√∂hten sich.

Honduras geh√∂rt zu den √§rmsten L√§ndern Mittelamerikas. Der gr√∂√üte Teil der Bev√∂lkerung (80¬†%) lebt an oder unter der absoluten Armutsgrenze. Eine hohe Arbeitslosenquote und eine extrem hohe Auslandsverschuldung kennzeichnen die wirtschaftliche Situation. Honduras profitiert von dem 2005 beschlossenen internationalen Schuldenerlass. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Honduras Platz 96 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 100 von 180 L√§ndern.

Wirtschaftspolitik

Den Empfehlungen der internationalen Gebergemeinschaft entsprechend investiert die honduranische Regierung im Rahmen ihrer nationalen Armutsbek√§mpfungsstrategie verst√§rkt in den sozialen Bereich. Nahezu 50¬†% der Ausgaben des Haushalts 2005 entfallen auf Erziehung, Gesundheit, Sozialversicherung, sozialen Wohnungsbau und l√§ndliche Entwicklungsprogramme (d.¬†h. auf die Umsetzung der nationalen Armutsbek√§mpfungsstrategie). Die Wirtschaftspolitik der Regierung steht im Zeichen einer engen Zusammenarbeit mit den bilateralen und multilateralen Gebern und den internationalen Finanzinstitutionen. Honduras ist eine liberale, auf Freihandel und Investitionserleichterungen ausgerichtete Marktwirtschaft (Lohnveredelungsregime, Freihafenregelungen, Zoll- und Steuerverg√ľnstigungen f√ľr Investoren, freier Kapitaltransfer). Insbesondere die Maquilagesetzgebung nach mexikanischem Vorbild hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Investoren insbesondere aus den USA, Taiwan und S√ľdkorea ins Land gebracht. Die Textil- und Holzverarbeitung konzentriert sich auf San Pedro Sula in der N√§he der Karibikk√ľste, die zweitgr√∂√üte Stadt und Wirtschaftszentrum des Landes. Der Sektor besch√§ftigt insgesamt rund 130.000 Personen und hat 2004 830,7 Mio. US-Dollar erwirtschaftet.

Die makro√∂konomischen Daten zeigen, dass sich die honduranische Wirtschaft von den Folgen des Wirbelsturms weitgehend erholt hat. Die bis zu 70¬†% zerst√∂rten Kulturen der beiden gro√üen Exporterzeugnisse (Kaffee und Bananen) produzieren inzwischen wieder auf dem Niveau vor der Katastrophe. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wies f√ľr 2004 eine Wachstumsrate von 5,0¬†% auf und lag damit deutlich √ľber dem Bev√∂lkerungswachstum (2,5¬†%). Die Inflationsrate betrug 9,2¬†%. Problematisch sind f√ľr Honduras die niedrigen Weltmarktpreise f√ľr Kaffee, die Marktzugangsbeschr√§nkungen f√ľr Bananen und insbesondere die √Ėlpreiserh√∂hungen des Jahres 2004.

Mit Sonderverwaltungszonen nach einem umstrittenen Konzept namens ZEDE versucht die honduranische Regierung in j√ľngster Vergangenheit Investitionen aus dem Ausland anzuwerben.

Währung

Die honduranische W√§hrung hei√üt Lempira, benannt nach dem indianischen Freiheitsk√§mpfer und Nationalhelden, der sich bis zu seinem Tod 1537 gegen die spanischen Invasoren aufgelehnt hatte. 100 Centavos sind ein Lempira. Ein erheblicher Teil der honduranischen Wirtschaft ist dollarisiert, d.¬†h., dass Gesch√§fte ab einer bestimmten H√∂he (etwa Mietvertr√§ge und ein gro√üer Teil der Sparkonten) in US-Dollar abgewickelt werden. Anders als im offiziell dollarisierten Nachbarland El Salvador oder auch in Nicaragua kann man aber bei Kleingesch√§ften, etwa an der Supermarktkasse oder bei einer Taxifahrt, nicht mit Dollar bezahlen ‚Äď mit Ausnahme der Touristenzentren der Islas de la Bah√≠a, wo der Dollar im Wesentlichen als Zweitw√§hrung fungiert.

Wirtschaftszweige

Landwirtschaft

Ein Drittel der Landesfl√§che k√∂nnte landwirtschaftlich genutzt werden; tats√§chlich sind es nur etwa 12¬†%. W√§hrend viele Gro√ügrundbesitzer riesige Fl√§chen brach liegen lassen, haben die meisten Kleinbauern zu wenig Land, um gen√ľgend Nahrungsmittel f√ľr ihre eigenen Familien und dar√ľber hinaus f√ľr die rasch wachsende Stadtbev√∂lkerung anbauen zu k√∂nnen. Eine in den Jahren 1974 bis 1978 eingeleitete Landreform sollte 120.000 Familien mit Land versorgen. Der Widerstand der Gro√ügrundbesitzer und Verwaltungsprobleme verz√∂gerten aber die Durchf√ľhrung. Am Ende wurde ihre Zielvorgabe um die H√§lfte verfehlt; ein Drittel der Bev√∂lkerung muss sich weiterhin als Wanderarbeiter durchschlagen. Erfolgreicher war das Bem√ľhen der Entwicklungsplaner, die au√üenwirtschaftlich gef√§hrliche Monokultur der Banane zu √ľberwinden.

Der Viehbestand umfasst vorwiegend Rinder und Schweine. Gefl√ľgel wird haupts√§chlich f√ľr den Eigenverbrauch gez√ľchtet.

Die Volkswirtschaft ist auf den Agrarsektor ausgerichtet, in dem 15¬†% des BIP erzeugt werden. Dabei sind jedoch nicht mehr Bananen die Hauptanbauprodukte, sondern Kaffee und Krustentiere. Die meisten Familienbetriebe produzieren Mais und Bohnen f√ľr den Eigenbedarf. Auf den wenigen Gro√üplantagen, die √ľberwiegend in US-amerikanischem Besitz sind, werden Bananen und Kaffee f√ľr den Export angebaut.

Forstwirtschaft und Fischerei

Die Forstwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftszweig des Landes. Allerdings geht die zunehmende wirtschaftliche Nutzung der Wälder mit der ökologischen Schädigung der tropischen Regenwaldbestände des Landes einher. Allein 1998 rodete die holzverarbeitende Industrie 6,92 Millionen Kubikmeter Holz. Programme zur Wiederaufforstung werden durch schonungslose Rodungsmethoden und eine mangelhafte Verkehrsinfrastruktur behindert. Wertvolle Holzarten sind Kiefer, Mahagoni, Ebenholz, Walnuss und Rosenholz. Die Fischwirtschaft umfasst hauptsächlich den Fang von Schalentieren.

Dienstleistungen

Weitere 50 Prozent des BIP entfallen auf den Handel und andere Dienstleistungen. In den letzten Jahren gab es ein leichtes Realwachstum, doch der mittelst√§ndischen Wirtschaft geht es weiterhin schlecht. Einen Gewinn k√∂nnen fast ausschlie√ülich ausl√§ndische Unternehmen verbuchen, die aufgrund der geringen Mindestl√∂hne und vielen Arbeitslosen Fabriken in Honduras bauen. Eine wachsende Einnahmequelle ist der stetig wachsende Tourismus. Besonders beliebt ist die gro√üe Ausgrabungsst√§tte von jahrtausende alten Maya-Ruinen in Cop√°n (Ru√≠nas de Cop√°n) und den Islas de la Bah√≠a (Bay Islands), einer Inselkette im Norden des Landes. Sie besteht haupts√§chlich aus den drei vorgelagerten Karibikinseln Utila (die kleinste), Guanaja und Roat√°n, die gr√∂√üte und gleichzeitig beliebteste unter ihnen. Die Touristenzahlen steigen j√§hrlich, weiteres Wachstum in diesem Bereich wird erwartet. Im Jahr 2004 empfing Honduras √ľber eine Million Besucher und erzielte damit einen Umsatz von 400 Millionen US-Dollar.

Industrie

Honduras hat erste Schritte zur Industrialisierung unternommen ‚Äď allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern mit Hilfe von Auslandsunternehmen und Auslandskapital, in erster Linie aus den USA. US-amerikanische Konzerne beherrschen alle gewinnbringenden Industrie- und Dienstleistungsbranchen. Die einheimischen Klein- und Mittelbetriebe, die vorwiegend Erzeugnisse der Landwirtschaft verarbeiten, erwirtschaften mit ihrer niedrigen Produktivit√§t nur etwa 40¬†% der Industrieproduktion, besch√§ftigen aber fast zwei Drittel der Industriearbeiter. Honduras war dem Konkurrenzdruck innerhalb des Zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes nicht gewachsen und nutzte den Fu√üballkrieg mit El Salvador (1969) als Vorwand zum Ausscheiden. Die Industrialisierung hat bislang wenig zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit beigetragen.

Der Schwerpunkt der schwach entwickelten Industrie liegt in der Verarbeitung von Agrarprodukten. Die f√ľr die wirtschaftliche Entwicklung dringend ben√∂tigten Devisen werden aus den √úberweisungen der etwa eine Million Menschen z√§hlenden Auslandshonduraner und durch die Touristikbranche generiert.

Bergbau

Honduras besitzt reiche Vorkommen an Silber, Zink und Blei. Weitere, größtenteils nicht geförderte Bodenschätze sind Eisenerz, Kohle, Kupfer und Antimon.

Arbeitsmarkt

Die reelle Arbeitslosigkeit liegt bei 40 Prozent und der gesetzliche Mindestlohn betr√§gt je nach Besch√§ftigung 4055 L bis 5500 L. Damit liegt der Monatsmindestlohn bei ungef√§hr 160 bis 220 Euro. Die offizielle Arbeitslosenquote wird 2017 mit 5,9¬†% angegeben. Die Unterbesch√§ftigungsquote wird auf ein Drittel der Bev√∂lkerung gesch√§tzt. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 3,7 Millionen gesch√§tzt, davon 37,8¬†% Frauen.

Gewerkschaften

Bedeutende Gewerkschaften sind die Confederaci√≥n de Trabajadores de Honduras, Confederaci√≥n General de Trabajadores und die Confederaci√≥n Unitaria de Trabajadores de Honduras. Die Gewerkschaften stellen keine geschlossene einheitliche Kraft dar. Bedeutendster gewerkschaftlicher Dachverband ist die ‚ÄěConfederaci√≥n de Trabajadores de Honduras‚Äú, die sich um modernes Management und internationale Zusammenarbeit bem√ľht. Einzelne Gewerkschaften haben merkbares Gewicht, so die Gewerkschaft der Bananenarbeiter und die Vereinigung der Lehrkr√§fte und Angestellten im Gesundheitswesen.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Außenhandel

Trotz der Exportorientierung der honduranischen Außenwirtschaft weist die Handelsbilanz einen negativen Saldo aus. Honduras exportierte 2004 Waren im Wert von 1.580,5 Mio. US-Dollar und importierte Waren im Wert von 3.678,5 Mio. US-Dollar. Die Dienstleistungsbilanz ist dank des expandierenden Tourismussektors dagegen positiv. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind schließlich die unentgeltlichen Transfers, d. h. Überweisungen der rund 1 Mio. im Ausland lebenden Honduraner (2016: 3.700 Mio. US-Dollar, d. h. ca. 18 % des BIP). Die Quote der internationalen Währungsreserven im Vergleich zur Außenverschuldung betrug 2004 rund 30 %. Die 2005 zu erwartende Mittelfreisetzung im Rahmen der Schuldenerlassinitiative zugunsten der am höchsten verschuldeten armen Entwicklungsländer (HIPC) wird diese Situation verbessern.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 4,38 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,98 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 1,9¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 9,7 Mrd. US-Dollar oder 45,4 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 6,4¬†%
  • Bildung: 3,8¬†% (1991)
  • Milit√§r: 0,6¬†%

Infrastruktur

Verkehrswesen

Straße

Das Stra√üennetz ist rund 13.603 Kilometer lang, davon sind 20 Prozent (ungef√§hr 2775¬†km) befestigt. Die Panamericana (160 Kilometer in Honduras) verbindet das Land mit Nicaragua, Guatemala und El Salvador. Wetterfeste Stra√üen f√ľhren von Tegucigalpa nach San Pedro Sula, Puerto Cort√©s, La Ceiba und den wichtigsten St√§dten an der Karibikk√ľste und am Golfo de Fonseca im S√ľden. Von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit wird abgeraten. Abseits der √úberlandstra√üen ist die Benutzung von gel√§ndeg√§ngigen Fahrzeugen ratsam. Fernbusse, die Hauptverkehrsmittel, verkehren regelm√§√üig zwischen den gr√∂√üeren St√§dten. Rechtzeitige Buchung wird empfohlen, die Fahrpreise sind sehr g√ľnstig. Taxis haben keine Taxameter, innerhalb der St√§dte gelten Einheitstarife. Sie sind nicht immer in sicherem Zustand. Auf l√§ngeren Strecken sollte man den Fahrpreis im Voraus vereinbaren. Es gibt auch Sammeltaxen, sogenannte Colectivos.

Eisenbahn

Das Eisenbahnnetz in Honduras, das haupts√§chlich f√ľr den Bananentransport aufgebaut wurde, erstreckt sich √ľber fast 700 Kilometer entlang der Nordk√ľste. Es gibt nur drei Bahnstrecken im Norden des Landes. Besucher konnten auf einem Bananenzug von San Pedro Sula reisen und in La Ceiba in einen Touristenzug umsteigen. Auch diese letzte Strecke ist schon seit 2007 nicht mehr in Betrieb. Jedoch bem√ľht man sich seit 2010 um einen Wiederaufbau. Eine erste Teilstrecke innerhalb San Pedro Sula wurde wieder in Betrieb genommen.

Flugverkehr

Der gebirgige Charakter des Landes macht das Flugzeug zu einem wichtigen Transportmittel. Drei internationale Flugh√§fen und √ľber 100 kleine Flugpl√§tze sind in Betrieb. Die Inlandsfluggesellschaften Isle√Īa Airlines, Aero Honduras, Atlantic Honduras und Sosa Airlines verbinden Tegucigalpa t√§glich mit den Provinzst√§dten des Landes. Die anderen gr√∂√üeren Flugh√§fen sind San Pedro Sula (SAP), La Ceiba (LCE) und Roatan Island Airport (RTB). Isle√Īa Airlines und Sosa Airlines bieten Fl√ľge auf die Insel Utila vor der Karibikk√ľste an. Es gibt √ľber 30 Flugpl√§tze f√ľr Gesch√§fts- und Charterverkehr. Auch abgelegene Regionen werden regelm√§√üig von Leichtflugzeugen angeflogen.

Schifffahrt

Der Yojoasee und eine Reihe von Fl√ľssen sind schiffbar. Die L√§nge der schiffbaren Wasserstra√üen betr√§gt 465¬†km. F√§hren verkehren zwischen den H√§fen an der Karibik- und Pazifikk√ľste. Einzelheiten kann man von den Hafenbeh√∂rden erfahren. Von La Ceiba und Puerto Cort√©s gibt es mehrmals w√∂chentlich Verbindungen zu den Islas de la Bah√≠a. Vereinbarungen m√ľssen mit den Bootseigent√ľmern getroffen werden.

Telekommunikation und Internet

Die Landesvorwahl von Honduras ist 00504. Weitere Vorwahlen (f√ľr St√§dte oder Regionen) gibt es nicht. Die Festnetznummern einer Region beginnen jedoch immer mit den gleichen Ziffern (z.¬†B. Tegucigalpa mit 23). Mobiltelefon-Nummern beginnen mit einer 9 (tigo), einer 8 (digicell) oder einer 3 (claro). In Honduras gibt es ungef√§hr dreihunderttausend Telefonanschl√ľsse und etwas mehr Mobiltelefone. Internetzug√§nge gibt es landesweit etwa 170.000.

Die staatliche monopolistische Telefongesellschaft Empresa Hondure√Īa de Telecomunicaciones (Hondutel) ist der einzige Anbieter von Telefonleitungen. In den touristisch erschlossenen Gebieten wie den Islas de la Bah√≠a und der Region um Tela und La Ceiba gibt es mehrere lokale Anbieter von satelliten- und funkgest√ľtzten Internetanbindungen. √Ėffentliche Telefone sind oft Kartentelefone. In manchen Orten gibt es auch √∂ffentliche Telefonzentralen von Hondutel, in denen man Faxe empfangen und senden, sowie Anrufe absetzen und annehmen kann. Ein Internetanbieter ist NetSys. In gr√∂√üeren St√§dten und touristischen Regionen gibt es zahlreiche Internetcaf√©s.

Die Bem√ľhungen um eine Privatisierung des Festnetzsektors sind bislang gescheitert, da die potenziellen K√§ufer vor den enormen Investitionssummen zur√ľckschrecken, die n√∂tig w√§ren, um die bislang staatliche Telefongesellschaft Hondutel rentabel zu machen. Das Staatsunternehmen betreibt derzeit ca. 300.000 Festnetzanschl√ľsse; ca. 400.000 potentielle Kunden stehen auf der Warteliste. Die Wartezeiten bis zur Verlegung und Freischaltung eines Anschlusses betragen durchschnittlich drei Jahre, in vielen F√§llen bis zu sieben Jahren. (Durch die Zahlung eines entsprechenden Betrages an den jeweiligen Hondutel-Angestellten l√§sst sich die Zeit jedoch auf zwei Wochen verk√ľrzen). Kunden, die es sich leisten k√∂nnen, weichen auf die Dienste der beiden privaten Mobiltelefonanbieter Airtel Africa und Megatel aus. Von √∂ffentlichen Telefonzellen aus, die von Hondutel betrieben werden, kann man keine Handys anrufen. F√ľr Telefonate ins Ausland, insbesondere in die USA und nach Europa, greifen viele Honduraner auf die M√∂glichkeit der sehr preiswerten Internettelefonie zur√ľck, die fast in jedem Internetcaf√© angeboten wird.

Im Jahr 2017 nutzten 32 Prozent der Einwohner von Honduras das Internet.

Postwesen

Luftpost nach Europa ben√∂tigt vier bis sieben Tage. √Ėffnungszeiten der Post√§mter sind Montag bis Samstag 8.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr. Die Situation der staatlichen Post Honducor ist problematisch. Aufgrund ihres schlechten Services (lange Transportzeiten und hohes Risiko, dass Sendungen verloren gehen) ist sie in Finanzn√∂ten, die 2002 beinahe zur Schlie√üung gef√ľhrt h√§tten. Wer es sich leisten kann, schickt private Kuriere.

Kultur

Mit Ausnahme einiger abgelegener indigener Siedlungen ist die Kultur von Honduras haupts√§chlich spanisch gepr√§gt. Sowohl in Tegucigalpa als auch in der fr√ľheren Hauptstadt Comayagua √ľberwiegen koloniale Bauten. Das Herzst√ľck der kolonialen Architektur ist die barocke Kathedrale von Comayagua aus dem 18. Jahrhundert. Das bedeutungsvollste indianische Erbe ist der Ruinenkomplex von Cop√°n, eine Tempelanlage aus der sp√§tklassischen Epoche.

Feiertage

Folgende Feiertage werden in Honduras begangen:

  • Neujahr (1. Januar)
  • Tag der amerikanischen L√§nder (14. April)
  • Tag der Arbeit (1. Mai)
  • Unabh√§ngigkeitstag (15. September)
  • Geburtstag von Moraz√°n, dem Nationalhelden (3. Oktober)
  • Kolumbustag (12. Oktober)
  • Tag der bewaffneten Truppen (21. Oktober)
  • Weihnachten (25. Dezember)

W√§hrend der Karwoche (Semana Santa) schlie√üen die Gesch√§fte von Mittwoch bis Sonntag. Alle D√∂rfer und St√§dte haben eigene Feiertage zu Ehren ihrer jeweiligen Schutzheiligen. Au√üerdem werden regionale Feste veranstaltet, wie der Karneval von La Ceiba im Mai. Im Alter von 15 Jahren feiern die M√§dchen La Fiesta Rosa, bei der sie als vollwertige Mitglieder in die soziale Gemeinschaft aufgenommen werden. Im Rahmen aufwendiger Feiern wird ihre Reife zur Frau gew√ľrdigt.

Musik

Musikalisch ist Honduras vom Neben- und Miteinander der verschiedenen ethnisch-kulturellen Identit√§ten gepr√§gt. Der im Radio und Diskotheken zu h√∂rende ‚ÄěMainstream‚Äú enth√§lt die in Lateinamerika √ľbliche Mischung aus spanisch- und englischsprachigem Pop und Rock und die jeweils dominierenden lateinamerikanischen Musikrichtungen von Merengue √ľber Salsa bis zu Reggaeton und Bachata. Bei privaten und √∂ffentlichen Festlichkeiten sind die traditionelleren und spezifisch honduranischen Musikstile beliebt, allen voran die trommelbetonte und √§u√üerst temporeiche Puntamusik der Gar√≠funa. Der aus dem K√ľstenst√§dtchen La Ceiba stammende Liedermacher Guillermo Anderson verbindet in seinen Songs moderne Rock-, Pop- und Reggae-Elemente mit Einfl√ľssen der Punta und sozialkritischen Liedtexten. Auf Dorffesten und anderen Feierlichkeiten im Hochland ist, besonders bei √§lteren Menschen, die Musik von Marimba-Orchestern sehr beliebt. Diese kleinen Combos bestehen oft aus Musikern im Seniorenalter, die, was Virtuosit√§t und pers√∂nliche Ausstrahlung betrifft, durchaus mit ihren kubanischen Kollegen des Buena Vista Social Club vergleichbar sind. Unter den Garifunas, den schwarzen Honduranern, wurde Aurelio Mart√≠nez,durch seinen Afro-Pop bekannt.

Die Marimba ist das popul√§rste Musikinstrument; sie wird vorwiegend im n√∂rdlichen K√ľstengebiet gespielt und kommt bei afrokaribischer Folklore zum Einsatz.

Literatur

Literarisch kann das weit von den intellektuellen und kommerziellen Zentren Lateinamerikas entfernte Honduras nicht mit einer breiten Palette erfolgreicher Werke oder Autoren aufwarten. Das mag am allgemein niedrigen Bildungsniveau liegen und daran, dass die gebildete Mittelschicht, die in vielen Gesellschaften die meisten Leistungstr√§ger der ‚ÄěHochkultur‚Äú (Malerei, Literatur usw.) stellt, in Honduras verschwindend klein ist. Au√üerdem wird die Lesekultur durch einen f√ľr die allermeisten Honduraner aus √∂konomischen Gr√ľnden nicht zug√§nglichen Buchmarkt stark behindert. Ins Deutsche wurden nur wenige Werke √ľbersetzt.

Zu den fr√ľhesten Zeugnissen honduranischer Literatur z√§hlen die pastorelas (Pastourellen) des von den Ideen der Franz√∂sischen Revolution beeinflussten Gr√ľnders der Nationalen Autonomen Universit√§t von Honduras, Jos√© Trinidad Reyes (1797‚Äď1855), der das honduranische Theater begr√ľndete.

Sp√§tes 19. und fr√ľhes 20. Jahrhundert

Die auf dem lateinamerikanischen Subkontinent vertretenen literarischen Epochen und Stile traten in Honduras meist mit einer gewissen Verz√∂gerung auf, u.¬†a. wegen der heftigen gewaltsamen Konflikte in der ersten H√§lfte des 19. Jahrhunderts. So setzte die Romantik erst in der zweiten H√§lfte mit den Arbeiten des liberalen Bildungsreformers, Biographen und Essayisten Ramon Rosa (1848‚Äď1893). Juan Ram√≥n Molina (1875‚Äď1908) gilt als einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Vertreter des Modernismo. Er wurde wie viele andere von Rub√©n Dar√≠o (1867‚Äď1916) beeinflusst. Sein ber√ľhmtestes Werk ist ‚ÄěTierras, Mares y Cielos‚Äú. Froyl√°n Turcios (1875‚Äď1943), Diplomat, Politiker und Zeitungsgr√ľnder, war ein bedeutender Prosaerz√§hler, der seine letzten Lebensjahre im Exil in Costa Rica verbrachte. Bis in die 1930er Jahre dominierten romantische Prosa und modernistische Lyrik.

Sozialer Realismus

Der Begr√ľnder des sozialen Realismus und zugleich der bekannteste honduranische Schriftsteller war Ram√≥n Amaya Amador (1916‚Äď1966). Sein erster und bekanntester Roman ‚ÄěPrisi√≥n Verde‚Äú (zuerst erschienen 1945; dt. √úbersetzung 1958 als ‚ÄěDas gr√ľne Gef√§ngnis‚Äú in der DDR erschienen) schildert das Elend der Arbeiter auf den Bananenplantagen der United Fruit Company im Norden des Landes und beruht auf eigenen Erfahrungen des Autors. Ebenfalls ins Deutsche √ľbersetzt und in der DDR ver√∂ffentlicht wurden seine Romane ‚ÄěAufstand in Tegucigalpa‚Äú (‚ÄěConstructores‚Äú), der vom Kampf der Bauarbeiter f√ľr eine gewerkschaftliche Organisation handelt, und ‚ÄěMorgend√§mmerung‚Äú (‚ÄěAmanecer‚Äú), der vom Aufstand des Jahres 1944 in Guatemala, der zeitweiligen Wahlheimat des Autors handelt. Der Mitbegr√ľnder der Kommunistischen Partei Honduras' musste nach Argentinien und in die Tschechoslowakei emigrieren, wo er bei einem Flugzeugabsturz starb.

Roberto Sosa (1930‚Äď2011) ver√∂ffentlichte seit den 1960er Jahren mehrere B√§nde mit sozialkritischer Lyrik und Prosa verfasst: ‚ÄěLos pobres‚Äú (wof√ľr er 1969 den spanischen Premio Adona√≠s des Poes√≠a erhielt), ‚ÄěUn mundo para todos dividido‚Äú und ‚ÄěProsa armada‚Äú. Nach ihm wurde ein wichtiger Literaturpreis benannt. Der Jurist, Soziologe, Essayist und Lyriker Livio Ram√≠rez (* 1943) gr√ľndete 1971 die erste Schreibwerkstatt in Honduras. Bekannt wurde seine Gedichtband Sangre y Estrella (1962).

Weitere wichtige honduranische Schriftsteller der 1970er bis 1980er Jahre waren die Lyriker √ďscar Acosta (1933‚Äď2014) und Jos√© Ad√°n Castelar (1941‚Äď2017), der Dichter, Schriftsteller, Verleger und Kulturpolitiker Rigoberto Paredes (1948‚Äď2015), der Erz√§hler, Essayist und Jugendbuchautor Eduardo B√§r (*¬†1940) und der Verfasser historischer Romane und Erz√§hlungen Julio Escoto (* 1944), der in den 1980er Jahren nach Costa Rica fliehen musste.

Gegenwart

Die in den 1960er und 1970er Jahren geborenen Autoren werden oft als Generation der Postavantgardisten oder generaci√≥n des 84 bezeichnet. Das wohl erfolgreichste Werk der honduranischen Gegenwartsliteratur, der Roman ‚ÄěBig Banana‚Äú stammt von Roberto Quesada (* 1962) und behandelt das Leben der Exilanten in New York. Sein Werk ‚ÄěEl humano y la diosa‚Äú (1996) erhielt den Premio des instituto latinoamericano de escritores in den USA. Ebenfalls bekannt wurde Javier Abril Espinozas ‚ÄěUn √°ngel atrapado en el hurac√°n‚Äú √ľber die zerst√∂rerische Wirkung der Hurrikane in der Region. Der Autor lebt heute in der Schweiz. Juan Pablo Suazo Euceda (* 1972) ist Agraringenieur und behandelt in mehreren seiner B√ľcher das Leben in der Provinz La Mosquitia. Die mehrfach preisgekr√∂nten Kurzgeschichten von Kalton Harold Bruhl (* 1976) thematisieren u.¬†a. die bis heute allgegenw√§rtigen Folgen der Kolonisierung durch die US-Bananenkonzerne. Als in ganz Zentralamerika wirksame feministische Autorin trat Jessica S√°nchez (* 1974) hervor. Zu den Nachwuchsautoren geh√∂rt Gustavo Campos (* 1984). Die Lyrikerin und Fotografin Diana Vallejos geh√∂rt zu den Autoren, die sich nach dem Staatsstreich von 2009 im Kampf f√ľr die Menschenrechte engagieren.

Malerei

Honduranische Maler sind au√üerhalb des Landes ‚Äď abgesehen von einigen Autodidakten der ‚Äěnaiven‚Äú Kunst wie Jos√© Antonio Vel√°squez (1906‚Äď1983) ‚Äď kaum bekannt. Zu den in Honduras bekannt gewordenen zeitgen√∂ssischen Malern geh√∂rt der Muralist Javier Espinal.

Film

Der Film No amanece igual para Todos (2011) von Manuel Villa, Ram√≥n Hern√°ndez und Francisco Andino durfte im Land nicht gezeigt werden. Der Historienfilm Moraz√°n von Hispano Dur√≥n (2017) behandelt den Verrat an dem zentralamerikanischen Reformpr√§sidenten und Nationalhelden Francisco Moraz√°n in den fr√ľhen 1840er Jahren.

Kulinarisches

Die Grundnahrungsmittel der Honduraner sind Mais, Reis und Bohnen. Mais gibt es vor allem in Form von flachen Tortillas (die ausschlie√ülich aus Maismehl und Wasser hergestellt werden) und ist Bestandteil so gut wie jeder Mahlzeit. Ein typisches honduranisches Fr√ľhst√ľck besteht aus Tortillas, Bohnenmus (frijoles fritos) und R√ľhr- oder Spiegelei, evtl. kommen noch einige Scheiben gekochter oder frittierter Kochbanane (pl√°tano) dazu. Eine besondere Form der Tortilla ist die Pupusa, eine dickere Maistortilla, die mit Wurstst√ľckchen oder K√§se gef√ľllt ist.

In einigen Restaurants bekommt man als Vorspeise ein so genanntes Anafre: Auf dem Tisch des Gastes wird ein spezielles Tongef√§√ü platziert, in dem gl√ľhende Kohlest√ľckchen K√§sestreifen in Bohnenmus zerschmelzen lassen. Die entstehende Masse wird dann mithilfe von knusprig frittierten Tortilla-St√ľckchen (‚Äětostadas‚Äú) zum Mund gef√ľhrt. F√ľr europ√§ische Gaumen ungewohnter ist das Chili, das in Form von Saucen oder in Essig eingelegten Chilischoten Bestandteil vieler Gerichte ist. Die traditionelle sopa de mondongo wird mit Rindsinnereien zubereitet.

Eine weitere Suppenspezialit√§t ist die sopa de caracol, eine Suppe mit in Streifen geschnittenen Riesenmeeresschnecken (deren Geh√§use von den Gar√≠funa als Musikinstrument in der Puntamusik verwendet wird, da man durch Hineinblasen einen lauten, sehr tiefen Ton erzeugen kann). An der Nordk√ľste, insbesondere in den afrohonduranischen Gemeinschaften, wird viel mit Kokos (-milch, -raspeln usw.) gekocht. Eine besondere Spezialit√§t der gar√≠funas ist casabe, eine Art Fladen aus Maniok.

Medien

Es gibt in Honduras etwa 100 private Radio- und 9 private Fernsehsender.

Die Besitzer der landesweiten Tageszeitungen, Radio- und Fernsehsender sind entweder selbst Politiker (Ex-Pr√§sident Carlos Flores besitzt u.¬†a. die Tageszeitung El Tiempo) oder in ihren Interessen mit diesen eng verwoben (weitere Tageszeitungen mit landesweiter Verbreitung sind El Heraldo, La Prensa und La Tribuna). Journalisten werden durch Korruption oder Repressalien (z.¬†B. Entlassung) gef√ľgig gemacht. Eine Gruppe kritischer und unabh√§ngiger Journalisten setzt sich unter dem Namen C-Libre auf politischer und gesellschaftlicher Ebene f√ľr mehr Presse- und Informationsfreiheit ein und betreibt die Internet-Zeitung ConexiHon.

Außerdem gibt es die Wochenzeitungen Tiempos del Mundo und die englischsprachige Honduras this week.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen stellt fest, dass sich die Pressefreiheit in Honduras nach dem Milit√§rputsch von 2009 kontinuierlich verschlechtert hat. Journalisten w√ľrden von Staatsorganen und von Verbrecherkartellen eingesch√ľchtert und bedroht.

Sport

Fu√üball ist Nationalsport; dreimal gelang der Nationalmannschaft bislang die Qualifikation f√ľr die Endrunde einer Fu√üball-WM (1982, 2010 und 2014). Baseball, Basketball, Boxen und Bowling sind ebenfalls sehr beliebt.

Siehe auch

  • Vulkanwappen

Literatur

  • Christian Cwik, Verena Muth: Honduras. In: Wolfgang Gieler, Markus Porsche-Ludwig (Hrsg.): Staatenlexikon Amerika: Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft. Peter Lang, Berlin 2018, ISBN 978-3-631-77017-7, S. 239‚Äď250.
  • Thomas M. Leonard: The History of Honduras. Greenwood, Santa Barbara 2011, ISBN 978-0-313-36303-0.
  • Pamela F. Howard-Reguindin: Honduras. ABC-CLIO, Santa Barbara 1992, ISBN 978-0-585-05869-6.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Honduras
  • Honduras Silvestre | Artenvielfalt von Honduras (spanisch)
  • Botschaft der Republik Honduras
  • Bilder aus Honduras
  • detaillierte Informationen √ľber Honduras f√ľr Fachkr√§fte der Entwicklungszusammenarbeit

Einzelnachweise


 

Region Regionen (18)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Atl√°ntida 15.936 15.427 -87.795 -86.362  
Choluteca 13.761 12.98 -87.512 -86.703  
Col√≥n 16.033 15.069 -86.447 -85  
Comayagua 15.058 14.051 -88.078 -87.208  
Cop√°n 15.301 14.5 -89.233 -88.639  
Cort√©s 15.921 14.804 -88.469 -87.725  
El Para√≠so 14.424 13.506 -87.224 -85.563  
Francisco Moraz√°n 15.032 13.66 -87.649 -86.714  
Gracias a Dios 15.989 14.62 -85 -83.13  
Intibuc√° 14.665 13.851 -88.503 -87.848  
Islas de la Bah√≠a 16.504 16.078 -86.991 -85.837  
La Paz 14.429 13.834 -88.232 -87.597  
Lempira 14.942 13.966 -88.979 -88.317  
Ocotepeque 14.729 14.206 -89.364 -88.715  
Olancho 15.585 14.042 -86.987 -85  
Santa B√°rbara 15.54 14.649 -88.761 -87.986  
Valle 13.85 13.249 -87.818 -87.348  
Yoro 15.721 14.898 -87.935 -86.233  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Honduras

Name englisch: Honduras
Hauptstadt: Tegucigalpa
Kfz: HN
ISO: HN
ISO3: HND
Fläche: 112090 km²
Tld: .hn
Wärung Einheit: HNL
Währung: Lempira
Vorwahl: 504

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 17.4171037
südlichster Punkt: 12.9842246
westlichster Punkt: -89.355148
östlichster Punkt: -83.1360769


 
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