Beschreibung der Tour:
Achtung! Beschreibung weicht evtl. stark von einer normalen Sommerbesteigung ab, da sehr viel Neuschnee lag.
Von der Hütte gehe ich zunächst bergauf über einige Kehren ehe das Gelände langsam felsiger wird. Eine kleine Ebene wird überschritten und hier erreiche dann den Schnee und somit quasi wegloses Gelände. Da es aber zahlreiche Markierungen gibt, ist der Weg dennoch ziemlich genau vorgegeben. Auch dads Gelände lässt nur eine logische Linienwahl zu und so gehe ich links vom Ausläufer des Westgrats des Blankahorns weiter bergauf. Es existiert auch im unteren Bereich eine deutliche Spur von anderen Bergsteigern, die sich bereits durch den Schnee gekämpft haben.
Der Schnee wird nun tiefer, das Gelände steiler und die Rinne enger durch die nun der weitere Aufstieg erfolgt.
Markierungen sehe ich nun hier keine mehr und folge einfach grob den Spuren, die jedoch nicht immer die beste Wahl sind. Viele Spuren vom Abstieg lassen sich im Aufstieg nicht sinnvoll nutzen und der Untergrund ist nicht sichtbar, daher ist der Weg sehr mühsam. Je näher ich den Felsen des Blankahorns komme, desto steiler wird es. Dann höre ich auch ständig Eis die Felsen runterpoltern und überlege kurz, ob es Sinn macht weiterzugehen. Doch nach kurzer Überprüfung der Lage sehe ich, dass die Eisbrocken allesamt nicht die Aufstiegsspur erreichen und somit keine Gefahr darstellen.
Im steilsten Abschnitt gibt es wieder Markierungen und auch Stahlseile, doch die hat bisher noch niemand benutzt und so gehe auch ich den direkten Weg durch die Rinne weiter bis das Gelände wieder abflacht und ich mich in der Scharte zwischen Kleinem und Hohem Riffler. Dort treffe ich Bergsteiger aus dem Abstieg die mir raten bis zur Scharte zwischen Blankahorn und Hohem Riffler weiterzugehen und dort hinauf.
Anfangs folge ich diesem Rat, doch schell wird der Schnee viel zu tief für angenehmes Gehen und ich gehe in die Flanke wo auch der Normalweg verläuft. Die Spuren verlieren sich hier im Mischgelände aus Schnee und Fels. Zwischendurch treffe ich mal ein paar Markierungen und Spuren, doch meist wähle ich einfach den für mich einfachsten Weg. Leider ist die Sicht durch den Nebel sehr gering und so stehe ich nach einem kurzen felsigen Stück bereits am Gipfel mit dem Gipfelbuch. Das Kreuz steht nur wenige Meter weiter, aber dennoch unerreichbar getrennt durch einen schmale Einschnitt zwischen den Gipfeln, der nur durch Kletterei zu überwinden ist.
Das spare ich mir bei den Verhältnissen aber.
So steige ich nach kurzer Pause wieder ab und versuche es diesmal weiter Richtung Blankahorn. Im Abstieg ist der tiefe Schnee nicht so unangenehm wie die steile glitschige Flanke.
Wieder zurück oberhalb der Rinne beschließe ich spontan noch zum Kleinen Riffler zu gehen. Zwar gibt es hierhin noch keine Spur, aber der Weg ist kurz und auf den ersten Blick unschwierig. Bis auf ein paar glatte Platten, die mit Schneeauflage sehr rutschig sind gibt es auch keine Probleme und so stehe ich nach wenigen Minuten am großen Steinmann auf dem Gipfel. Auf gleichem Weg gehe ich zurück, wobei ich im Abstieg auf den Platten mehr aufpassen muss.
Der Abstieg aus der Rinne wird zur wilden Fahrt durch den Schnee. Eine echte Spur gibt es nicht mehr und so rutsche ich auf nahezu direktem Weg hinunter. Einzig auf losen Schotter und große Steine unter der Schneedecke muss ich aufpassen. Dann flacht die Rinne wieder ab und ich kehre zurück in die einzige Spur und auf dem Normalweg wieder hinunter zur Hütte. Der schmelzende Schnee hat hier mittlerweile einige Wege in Bäche verwandelt.
Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
Vom Tag war noch viel übrig nach dem Hüttenübergang, und das Wetter machte ein wenig Hoffnung auf einen schönen Gipfeltag.
Leider zog es auf 2900 Metern zu und auch nicht mehr auf, daher stand ich oben nur im Nebel auf dem Gipfel.
Der Aufstieg war für einen Sommertag recht abenteuerlich, da fast komplett im Schnee. So war auch der Weg nicht immer zu erkennen und sehr kraftraubend.
Ob ich den Übergang zum 2 Meter höheren echten Gipfel mit Gipfelkreuz bei besseren Bedinungen gewagt hätte, weiß ich nicht, es sah jedenfalls ziemlich schwierig aus ohne Sicherung, zudem sehr ausgesetzt.
Auf den Kleinen Rifller war noch niemand gewesen, zumindest gab es keine Spuren. Der Weg war aber trotzdem kein Problem, auch wenn es ein paar glatte Platten zu überwinden gab.
Zurück an der Hütte musste ich dann mit Entsetzen feststellen, dass es ein Fehler war, ohne Sonnenbrille aufzusteigen. Diese hatte ich im Tal vergessen und somit wurde ich mit einer teilweisen Schneeblindheit bestraft. Die ganze Nacht tränten meine Augen ununterbrochen und es fühlte sich an, als hätte ich Sand im Auge. Noch mehrere Tage danach konnte ich nicht ohne Schwerzen ins helle Licht schauen und musste ständig eine Sonnenbrille tragen.
Daher noch mal für mich und alle anderen zur Erinnerung: IMMER eine Sonnenbrille im Schnee tragen, auch wenn das Wetter trüb ist. 1 Stunde länger und es hätte mich richtig übel erwischt!