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Karte Karte: Bundesland Niedersachsen

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Gebirge in Niedersachsen: 6
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Region Informationen Bundesland: Niedersachsen

Informationen:


Niedersachsen  [ˈniːdɐzaksnÌ©] (niederdeutsch Neddersassen, saterfriesisch LĂ€ichsaksen, Landescode NI, AbkĂŒrzung Nds.) ist ein Land im mittleren Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Es entstand nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vereinigung des Landes Hannover mit den Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe.

Das heutige FlĂ€chenland Niedersachsen steht mit rund 47.600 kmÂČ unter den 16 deutschen LĂ€ndern auf dem zweiten Platz hinter Bayern und nimmt bei einer Einwohnerzahl von rund 8 Millionen in dieser Hinsicht Platz vier ein. Neben der Landeshauptstadt Hannover gibt es sieben weitere GroßstĂ€dte: Braunschweig, Oldenburg, OsnabrĂŒck, Wolfsburg, Göttingen, Hildesheim und Salzgitter. Die BallungsrĂ€ume von Bremen und Hamburg reichen weit nach Niedersachsen hinein.

Geographie

Geographische Lage

Niedersachsen hat im Norden eine natĂŒrliche Begrenzung durch die Nordsee und den Unterlauf und unteren Mittellauf der Elbe. Ausgenommen von dieser Einordnung sind das Amt Neuhaus, welches nordöstlich des Flusses liegt, und die sĂŒdelbischen Teile Hamburgs. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das aus den StĂ€dten Bremen und Bremerhaven bestehende Land Bremen, das zusammen mit der Umgebung die Metropolregion Nordwest bildet. Im SĂŒdosten verlĂ€uft die Landesgrenze durch das Mittelgebirge des Harzes. Der Nordosten und der Westen – insgesamt rund drei Viertel der LandesflĂ€che – gehören zur Norddeutschen Tiefebene, der SĂŒden zum NiedersĂ€chsischen Bergland mit dem Weserbergland, Leinebergland, Schaumburger Land, Braunschweiger Land, Untereichsfeld, Elm und Lappwald. Im Nordosten Niedersachsens liegen die LĂŒneburger Heide und das von der Stader Geest dominierte Elbe-Weser-Dreieck.

WĂ€hrend dort Ă€rmere Sandböden der Geest vorherrschen, finden sich im mittleren Osten und SĂŒdosten in der Lössbördenzone ertragreiche Böden mit hoher natĂŒrlicher Fruchtbarkeit. Unter diesen Voraussetzungen (lehm- und sandhaltige Böden) gilt das Land landwirtschaftlich als gut erschlossen. Im Westen liegen die Grafschaft Bentheim, das OsnabrĂŒcker Land, das Emsland, das Oldenburger Land, das Ammerland, das Oldenburger MĂŒnsterland und – an der KĂŒste – Ostfriesland.

Der tiefste GelĂ€ndepunkt ist mit rund zweieinhalb Metern unter dem Meeresspiegel eine Senke bei Freepsum in Ostfriesland. Der höchste Berg Niedersachsens ist der Wurmberg im Harz mit 971 mÂ ĂŒ. NN. Die meisten Berge und HĂŒgel sind im SĂŒdosten des Landes zu finden.

Der Siedlungs-, Wirtschafts- und infrastrukturelle Schwerpunkt Niedersachsens befindet sich im Bereich der StĂ€dte Stadthagen – Hannover mit Region Hannover – Celle – Braunschweig – Wolfsburg – Hildesheim – Salzgitter. Sie bilden mit dem in SĂŒdniedersachsen liegenden Göttingen den Kern der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Landesteile

Großbereiche

Niedersachsen weist eine deutliche regionale Gliederung auf, die sich sowohl an landschaftlichen Gegebenheiten als auch an historischen, traditionell-konfessionellen und kulturellen Entwicklungslinien manifestiert. In den frĂŒher eigenstĂ€ndigen Teilgebieten Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg, insbesondere in deren Kerngebieten, findet man bis heute hĂ€ufig einen ausgeprĂ€gten Lokalpatriotismus vor, ebenso in Ostfriesland und in den traditionell römisch-katholisch geprĂ€gten Regionen Emsland, Eichsfeld und Oldenburger MĂŒnsterland. Im Umland der HansestĂ€dte Bremen und Hamburg dominiert dagegen hĂ€ufiger eine Orientierung in Richtung dieser Zentren. Die heutigen Metropolregionen, die sich auf niedersĂ€chsischem Gebiet befinden, tragen der im Alltag relevanten regional vorherrschenden Orientierung Rechnung, die sich beispielsweise in Form von wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Pendlerströmen Ă€ußert.

FrĂŒhere Verwaltungs- und Regierungsbezirke

Noch heute orientieren sich die Einzugsbereiche vieler kirchlicher und gesellschaftlicher Institutionen, Grenzen von Handels- und Handwerkskammern und kultureller Einrichtungen an den historischen Gebieten, die bis 1978 in Form von Verwaltungs- und Regierungsbezirken bestanden und aktuell in den Landschaften und LandschaftsverbĂ€nden fortbestehen. Auf den nach 1978 durch Zusammenlegungen entstandenen vergrĂ¶ĂŸerten Regierungsbezirken basiert der Einzugsbereich der heutigen Regionalbeauftragten der Landesregierung. Auch die NUTS-2-Regionen in Niedersachsen entsprechen den ehemaligen Regierungsbezirken Niedersachsens.

NachbarlÀnder

Niedersachsen ist mit seinen neun Nachbarn Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, ThĂŒringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen das Land mit den meisten Anrainern.

Niedersachsen hat außerdem eine Grenze zu den niederlĂ€ndischen Provinzen Overijssel, Drenthe und Groningen. Im Bereich der EmsmĂŒndung ist der genaue Grenzverlauf zwischen Deutschland und den Niederlanden völkerrechtlich nicht genau festgelegt. Zwar einigten sich die beiden Staaten im Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande ĂŒber die Regelung der Zusammenarbeit in der EmsmĂŒndung vom 8. April 1960 auf eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit, jedoch kommt es in Detailfragen immer wieder zu Differenzen, zuletzt zum Beispiel um die Genehmigung von geplanten Offshore-Windparks.

GewÀsser

FlĂŒsse

Alle FlĂŒsse in Niedersachsen fließen direkt oder indirekt in die Nordsee. Man unterscheidet die drei Einzugsgebiete von Ems, Weser und Elbe. Lediglich die FlĂŒsse Vechte, Harle, Jade und Maade sowie einige weitere MarschengewĂ€sser, die direkt in die Nordsee entwĂ€ssern, gehören keinem der vorgenannten Einzugsgebiete an.

Seen

Niedersachsen ist reich an natĂŒrlichen Seen, die in der Regel nur eine geringe durchschnittliche Tiefe haben. Der grĂ¶ĂŸte See ist das Steinhuder Meer mit einer FlĂ€che von 29,1 kmÂČ, gefolgt vom DĂŒmmer mit 13,5 kmÂČ und dem Zwischenahner Meer mit 5,5 kmÂČ. ViertgrĂ¶ĂŸter See ist das Große Meer in Ostfriesland mit 2,89 kmÂČ.

Über den niedersĂ€chsischen BadegewĂ€sser-Atlas kann man verschiedene Informationen zu den rund 280 BadegewĂ€ssern Niedersachsens finden. Neben der BadegewĂ€sserqualitĂ€t findet man auch Informationen ĂŒber die Lage und die Infrastruktur wie zum Beispiel ParkplĂ€tze, sanitĂ€re Anlagen oder Badeaufsicht. Die BadegewĂ€sserqualitĂ€t wird auf Grundlage der Überwachungsergebnisse der letzten vier Badesaisons bestimmt. Jedes BadegewĂ€sser erhĂ€lt dementsprechend eine QualitĂ€tskategorie von „ausgezeichnet“ bis „mangelhaft“.

Talsperren

In Niedersachsen gibt es 86 Talsperren, die vom NiedersĂ€chsischen Landesbetrieb fĂŒr Wasserwirtschaft, KĂŒsten- und Naturschutz (NLWKN) ĂŒberwacht werden. In dieser Gesamtzahl sind gemĂ€ĂŸ der Talsperrendefinition auch etwa 30 Oberharzer Stauteiche der Oberharzer Teiche enthalten, die einen wesentlichen Teil des Oberharzer Wasserregals darstellen. Das Oberharzer Wasserregal gilt als das weltweit bedeutendste vorindustrielle Wasserwirtschaftssystem des Bergbaus und wurde 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklĂ€rt.

Die meisten niedersĂ€chsischen Talsperren befinden sich im Harz, der zu den niederschlagsreichsten Gegenden in Deutschland zĂ€hlt. 78 Talsperren befinden sich in den GewĂ€ssereinzugsgebieten von Oker, Innerste, Rhume, Leine und Aller. In den GewĂ€ssereinzugsgebieten von Ems, Hase und Hunte gibt es fĂŒnf Sperren, im Bereich der Ilmenau liegen zwei Sperren, nur eine Talsperre existiert im niedersĂ€chsischen GewĂ€ssereinzugsgebiet der Weser. Die Talsperren werden sowohl fĂŒr die Trinkwassergewinnung, als auch fĂŒr den Hochwasserschutz genutzt.

Die grĂ¶ĂŸte Talsperre in Niedersachsen ist die Okertalsperre mit einem Speichervolumen von 47,4 Millionen Kubikmetern. Die Ă€lteste Talsperre ist die ThĂŒlsfelder Talsperre im Landkreis Cloppenburg, die von 1924 bis 1927 errichtet wurde.

FlÀchennutzung

Rund 82 Prozent der FlÀche des Landes Niedersachsen bestehen aus Wald- und LandwirtschaftsflÀchen. Die GebÀude-, Frei- und VerkehrsflÀchen nehmen einen Anteil von rund zwölf Prozent ein. Die gesamte weitere FlÀchennutzung kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Landschaftsschutzgebiete

Ende 2011 gab es in Niedersachsen 1.272 Landschaftsschutzgebiete mit einer GesamtflĂ€che von 9.857 Quadratkilometern. Das sind 18,58 Prozent der GesamtflĂ€che von Niedersachsen. Die grĂ¶ĂŸten Landschaftsschutzgebiete sind das Landschaftsschutzgebiet SĂŒdheide mit 43.775 Hektar, das Landschaftsschutzgebiet Harz im Landkreis Goslar mit 39.018 Hektar sowie das Landschaftsschutzgebiet Elbhöhen-Drawehn mit 37.105 Hektar.

Naturschutzgebiete

Weiterhin bestanden Ende 2011 772 Naturschutzgebiete mit einer FlĂ€che von 1.988 Quadratkilometern, was einem Anteil von 3,75 Prozent an der GesamtflĂ€che Niedersachsens entsprach. Das grĂ¶ĂŸte Naturschutzgebiet ist das Naturschutzgebiet LĂŒneburger Heide mit 23.437 Hektar, gefolgt von dem Naturschutzgebiet Borkum Riff mit 10.000 Hektar und dem Naturschutzgebiet Esterweger Dose mit 4.747 Hektar. Das Naturschutzgebiet LĂŒneburger Heide ist auch das Ă€lteste Naturschutzgebiet in Niedersachsen. Es wurde bereits am 12. Januar 1922 unter Schutz gestellt.

Naturparks

Niedersachsen weist außerdem 13 Naturparks mit einer FlĂ€che von zusammen 937.721 Hektar aus. Das sind 17,68 Prozent der LandesflĂ€che. Es sind die Naturparks DĂŒmmer, Elbhöhen-Wendland, Elm-Lappwald, Harz, LĂŒneburger Heide, MĂŒnden, Terra.vita, Solling-Vogler, Steinhuder Meer, SĂŒdheide, Weserbergland, Wildeshauser Geest, Bourtanger Moor-Bargerveen. GrĂ¶ĂŸter Naturpark ist die Wildeshauser Geest mit 155.400 Hektar.

Nationalparks

Zum Schutze des Ökosystems und zur Erholung reiht sich Niedersachsen mit dem Nationalpark NiedersĂ€chsisches Wattenmeer (345.800 ha) in eine fast durchgĂ€ngige Kette von Schutzgebieten des Wattenmeers zwischen BlĂ„vandshuk (DĂ€nemark) bis Den Helder (Niederlande) ein. Zusammen mit Sachsen-Anhalt wurde der Nationalpark Harz (ca. 15.800 ha in Niedersachsen und 8.900 ha in Sachsen-Anhalt) mit seinen ausgedehnten Waldgebieten und Mooren ebenso als deutscher Nationalpark ausgewiesen.

Klima

Niedersachsen gehört zur gemĂ€ĂŸigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Dieser Übergang macht sich innerhalb des Landes deutlich bemerkbar: WĂ€hrend der Nordwesten ein atlantisches (NordseekĂŒste) bis subatlantisches Klima mit im Jahresverlauf vergleichsweise geringer Temperaturamplitude und einem WasserbilanzĂŒberschuss aufweist, wird das Klima nach SĂŒdosten hin zunehmend kontinentaler beeinflusst. Dies wird an stĂ€rkeren Temperaturunterschieden zwischen Sommer- und Winterhalbjahr sowie an geringeren und jahreszeitlich ungleich verteilten NiederschlĂ€gen deutlich. Am stĂ€rksten ist diese subkontinentale FĂ€rbung im Wendland, im Weserbergland (Hameln bis Göttingen) und im Raum Helmstedt ausgeprĂ€gt. Im Harz sind die höchsten NiederschlĂ€ge zu verzeichnen, da der niedersĂ€chsische Teil die Luvseite dieses Mittelgebirges darstellt, an der sich unter anderem Steigungsregen entlĂ€dt. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8 °C (7,5 °C im Alten Land und 8,5 °C im Kreis Cloppenburg).

Geschichte

Geschichte bis zur GrĂŒndung des Landes

Bis zum Wiener Kongress (1814/1815)

Das Gebiet des heutigen Bundeslandes Niedersachsen gehörte in seiner Geschichte zu unterschiedlichen Territorien. Die Begriffe „Niedersachsen“ und „niedersĂ€chsisch“ bezogen sich vor 1946 nur zeitweilig auf verschiedene Teilgebiete des heutigen Bundeslands. Der Name und das Wappen des heutigen Landes greifen auf den germanischen Volksstamm der Sachsen und das Stammesherzogtum Sachsen zurĂŒck. Etwa ab dem 7. Jahrhundert hatten die Sachsen einen Siedlungsraum besetzt, der ungefĂ€hr dem heutigen Niedersachsen (mit den Landesteilen Engern und Ostfalen), Westfalen und einigen östlich angrenzenden Gebieten, wie dem West- und Nordteil Sachsen-Anhalts, entsprach und daneben auch die Ă€lteren Siedlungsgebiete in Nordalbingien umfasste. Das Gebiet der Sachsen war in etwa 60 Gaue unterteilt. Die ursprĂŒnglich vorherrschende Sprache der Bevölkerung im Gebiet Altsachsens ist das SĂ€chsische, eine SprachvarietĂ€t des Niederdeutschen. Im Osten des Stammesgebiets (im heutigen Drawehn und Wendland) siedelten schon seit dem 8. Jahrhundert slawischsprachige Polaben, die bald von den Sachsen unterworfen wurden. Dagegen bewahrten sich die an der NordseekĂŒste siedelnden Friesen ĂŒber Jahrhunderte ihre EigenstĂ€ndigkeit (Friesische Freiheit) und waren in ihrer Mehrheit lose dem Herzogtum Niederlothringen zugeordnet.

Die dauerhafte Abgrenzung des spĂ€ter Niedersachsen genannten Gebietes von Westfalen und einigen östlichen Landesteilen begann im 12. Jahrhundert. Der letzte Herzog von Sachsen, der ĂŒber das gesamte Stammesherzogtum herrschte, war Heinrich der Löwe. Nach dessen Entmachtung im Jahr 1180 wurde das alte Stammesherzogtum geteilt, wĂ€hrend die sĂ€chsische HerzogswĂŒrde zunĂ€chst an die Askanier, dann an die Markgrafen von Meißen (Wettiner, 1423) ĂŒberging. Im Jahr 1260 wurden in einem Vertrag zwischen dem Erzbistum Köln und dem Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg die Interessengebiete beider Territorien voneinander abgegrenzt und Westfalen dem kölnischen Einflussbereich zugeordnet. Die Grenze verlief bis nördlich von Nienburg entlang der Weser. Der nördliche Teil des Weser-Ems-Gebiets wurde dem Einflussbereich Braunschweig-LĂŒneburgs zugewiesen.

Der Begriff „Niedersachsen“ wurde erstmals vor 1300 in einer niederlĂ€ndischen Reimchronik benutzt. Seit dem 14. Jahrhundert bezeichnete er das Herzogtum Sachsen-Lauenburg im Gegensatz zu Sachsen-Wittenberg, die sich die sĂ€chsische HerzogswĂŒrde teilten und damals von zwei Zweigen der Askanier regiert wurden. Bei der GrĂŒndung der Reichskreise ab 1500 wurde der NiedersĂ€chsische Reichskreis vom Niederrheinisch-WestfĂ€lischen Reichskreis unterschieden. Letzterem wurden folgende heute teilweise zum Land Niedersachsen gehörenden Gebiete zugeordnet: das Hochstift OsnabrĂŒck, das Hochstift MĂŒnster, die Grafschaft Bentheim, die Grafschaft Hoya, das FĂŒrstentum Ostfriesland, das FĂŒrstentum Verden, die Grafschaft Diepholz, die Grafschaft Oldenburg, die Grafschaft Schaumburg und die Grafschaft Spiegelberg. Gleichzeitig unterschied man den Ostteil des alten Sachsenlandes von den spĂ€ter aus dynastischen GrĂŒnden „Obersachsen“ genannten mitteldeutschen FĂŒrstentĂŒmern (siehe auch KurfĂŒrstentum Sachsen, Geschichte Sachsens).

Die enge geschichtliche Verbindung der im heutigen Niedersachsen gelegenen LĂ€nder des NiedersĂ€chsischen Reichskreises bestand ĂŒber Jahrhunderte vor allem in dynastischer Hinsicht. Die meisten VorgĂ€ngerterritorien des Landes waren TeilfĂŒrstentĂŒmer des mittelalterlichen welfischen Herzogtums Braunschweig-LĂŒneburg. Alle welfischen FĂŒrsten nannten sich in ihren jeweiligen oft zersplitterten und immer wieder vereinigten FĂŒrstentĂŒmern Herzöge zu Braunschweig und LĂŒneburg.

Zwischen 1806 und 1813 gehörten die meisten Teile des heutigen Niedersachsen zum Rheinbund oder zum Napoleonischen Frankreich. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 wurden Ostfriesland und das Jeverland in das Königreich Holland und damit in den französischen Machtbereich eingegliedert. 1810 wurde das Gebiet als Departement Ems-Orientale unmittelbar dem französischen Kaiserreich unterstellt. Dabei wurde das Rheiderland im westlichen Ostfriesland aufgrund alter niederlĂ€ndischer AnsprĂŒche aus Ostfriesland ausgegliedert und dem niederlĂ€ndischen Departement Ems-Occidental mit der Hauptstadt Groningen zugeschlagen.

Am 1. Januar 1811 wurden die drei hanseatischen Departements Ober-Ems (mit der Hauptstadt OsnabrĂŒck), WesermĂŒndung (mit der Hauptstadt Bremen) und ElbmĂŒndung (mit der Hauptstadt Hamburg) gebildet. Am 27. April 1811 kam das DĂ©partement Lippe mit der Hauptstadt MĂŒnster hinzu. Zu diesem Department gehörten Teile des heutigen Emslands. Nach der Niederlage Napoleons wurden diese Departments von 1813 bis 1815 wieder aufgelöst.

Bis zum Untergang des Königreichs Hannover

Im Laufe der Zeit waren östlich der Weser zwei grĂ¶ĂŸere FĂŒrstentĂŒmer ĂŒbrig geblieben: das Königreich Hannover und das Herzogtum Braunschweig (nach 1919 Freistaat/Land). Geschichtlich besteht eine enge, durch die Personalunion des 18. Jahrhunderts begrĂŒndete Bindung des Adelshauses in Hannover (KurfĂŒrstentum Braunschweig-LĂŒneburg) an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland.

Westlich der Hunte setzte ab 1815 ein „Entwestfalisierungs-Prozess“ ein: Nach dem Wiener Kongress gelangten die Gebiete der spĂ€teren Regierungsbezirke OsnabrĂŒck und Aurich an das Königreich Hannover.

Bis zum Ende der Weimarer Republik

Nach dem Deutschen Krieg 1866 wurde das Königreich Hannover vom Königreich Preußen annektiert und zur preußischen Provinz „degradiert“. Nach 1918 gehörte die Provinz Hannover zum Freistaat Preußen. Dagegen bewahrten das Großherzogtum Oldenburg, das Herzogtum Braunschweig und das FĂŒrstentum Schaumburg-Lippe bis zum 1. November 1946 ihre territoriale Autonomie innerhalb Deutschlands.

In einem Vortrag am 14. September 2007 beschrieb Dietmar von Reeken die Entstehung eines „Niedersachsenbewusstseins“ im 19. Jahrhundert, dessen rĂ€umliche Basis als Raumkonstrukt im 19. Jahrhundert erfunden worden sei: Die entstehenden Heimatvereine und die dazugehörigen Zeitschriften trugen den Begriff „Niedersachsen“ bzw. „niedersĂ€chsisch“ als Programmatik im Namen. Ende der 1920er-Jahre habe im Kontext der Diskussionen um eine Reichsreform und forciert durch die sich verbreitenden Heimatbewegungen eine fĂŒnfundzwanzigjĂ€hrige Auseinandersetzung zwischen „Niedersachsen“ und „Westfalen“ begonnen. TrĂ€ger dieser Auseinandersetzung seien Verwaltungsbeamte und Politiker gewesen; regional arbeitende Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen hĂ€tten die Argumente geliefert. In den 1930er Jahren habe ein reales Niedersachsen noch nicht existiert, jedoch eine FĂŒlle von Institutionen, die sich „niedersĂ€chsisch“ genannt hĂ€tten. Die Motive und Argumente bei den Auseinandersetzungen zwischen „Niedersachsen“ und „Westfalen“ seien auf beiden Seiten sehr Ă€hnlich gewesen: ökonomische Interessen, politische Zielsetzungen, kulturelle Interessen und historische Aspekte. 2006 sagte Thomas Vogtherr in einem Festvortrag aus Anlass des 60. Jahrestages der GrĂŒndung des Landes Niedersachsen den Vorgang: „Niedersachsen [
] ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, die ĂŒber viele Zwischenstationen als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges zur politischen RealitĂ€t wurde.“

Wer nach 1866 von „Niedersachsen“ sprach, der dachte Vogtherr zufolge darin eine antipreußische Spitze mit. Wer die Werte der niedersĂ€chsischen Heimat beschwor, der wollte sich vom Berliner Zentralismus absetzen. Wer die Ausweitung des Niedersachsenbegriffes auf Oldenburg oder Braunschweig behauptete, der versuchte, die Einwohner dieser immer noch selbstĂ€ndigen Herrschaftsgebiete gewissermaßen in eine antipreußische Kollektivhaftung zu nehmen. In den Jahren nach 1866 nahm die Zahl der BĂŒcher, in deren Titel das Stichwort „Niedersachsen“ auftauchte, geradezu explosionsartig zu.

1920 wurde das gesamte heute niedersĂ€chsische Weser-Ems-Gebiet (einschließlich der Stadt Bremen) einem Wahlkreisverband IX (Niedersachsen) zugeordnet. Dies kann man als Indiz dafĂŒr sehen, dass damals die westlichen Regierungsbezirke der preußischen Provinz Hannover und das Land Oldenburg als „niedersĂ€chsisch“ empfunden wurden. FĂŒr dasselbe Gebiet wurde 1927 das „Landesarbeitsamt Niedersachsen“ (als VorgĂ€ngerin der heutigen „Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur fĂŒr Arbeit“) zustĂ€ndig.

VorlĂ€ufer des heutigen Landes Niedersachsen sind LĂ€nder, die geographisch und auch teilweise institutionell schon frĂŒh miteinander verzahnt waren. Die (nicht mit dem FĂŒrstentum Schaumburg-Lippe zu verwechselnde) Grafschaft Schaumburg um die StĂ€dte Rinteln und Hessisch Oldendorf gehörte zwar bis 1932 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau, die auch weite Teile des heutigen Landes Hessen einschließlich der StĂ€dte Kassel, Wiesbaden und Frankfurt am Main umfasste; 1932 wurde die Grafschaft Schaumburg aber Teil der preußischen Provinz Hannover.

Ebenfalls vor 1945, nĂ€mlich 1937, wurde die Stadt Cuxhaven durch das Groß-Hamburg-Gesetz vollstĂ€ndig in die preußische Provinz Hannover eingegliedert, so dass bei der GrĂŒndung des Landes Niedersachsen zum 1. November 1946 nur noch vier LĂ€nder fusioniert werden mussten. Mit Ausnahme Bremens und der Gebiete, die nach 1945 an die SBZ abgetreten worden waren, wurden 1946 alle Gebiete dem Land Niedersachsen zugeordnet, die bereits 1920 zum „Wahlkreisverband Niedersachsen“ zusammengefasst worden waren.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

1934 Ă€ußerte sich Hermann LĂŒbbing zur Zukunft des Landes Oldenburg. Er sieht das Land Oldenburg in der Rolle einer umworbenen Braut mit zwei Verehrern, nĂ€mlich den AnhĂ€ngern eines Landes Niedersachsen und den AnhĂ€ngern eines Westfalens in der Tradition des Niederrheinisch-WestfĂ€lischen Reichskreises. Beiden Gruppen hĂ€lt LĂŒbbing vor, sie respektierten nicht die Gegebenheiten, d. h. erstens die existierenden, mit Traditionen verbundenen politischen Grenzen, zweitens die natĂŒrlichen Grenzen („Nieder-“ verweise auf die Norddeutsche Tiefebene; dem Einbezug weiter Mittelgebirgsregionen fehle so die BegrĂŒndung; ebenso gebe es keine stimmige naturrĂ€umliche ErklĂ€rung fĂŒr die Ostgrenze Niedersachsens) sowie drittens die Stammesgrenzen (Friesen seien keine Sachsen). Die „Braut Oldenburg“ habe sich, so LĂŒbbing, „das Opfer ihrer SelbstĂ€ndigkeit fĂŒr ein neues Deutsches Reich“ (gewissermaßen mit den Nationalsozialisten als „BrĂ€utigam“) vorbehalten. Offenbar befĂŒrwortete LĂŒbbing 1934 weder ein „Groß-Hannover“ noch ein „Groß-Westfalen“ als neue Heimat fĂŒr die Oldenburger, sondern eher eine Art „Groß-Oldenburg“, das zwar auf dem Wiener Kongress 1815 verworfen worden sein soll, aber in Form des Weser-Ems-Gaues der NSDAP 1925 (parteiintern) bzw. 1933 (fĂŒr die Staatsorganisation maßgeblich) Gestalt angenommen hat. Dieser Gau stellte insofern tatsĂ€chlich eine Art „Groß-Oldenburg“ dar, als beide Gauleiter, Carl Röver und Paul Wegener, aus dem Land Oldenburg stammten und als von der Stadt Oldenburg aus, wo die Nationalsozialisten 1932 ihre erste Landesregierung im Deutschen Reich bilden konnten, auch die zuvor selbststĂ€ndige Stadt Bremen verwaltet werden sollte. Allerdings war der Gauleiter Weser-Ems nur im Land Oldenburg und in der Hansestadt Bremen auch Reichsstatthalter. Die einem Reichsstatthalter vergleichbare Stellung in den Regierungsbezirken Aurich und OsnabrĂŒck hatte der OberprĂ€sident der preußischen Provinz Hannover inne, so dass der Einfluss Rövers und Wegeners auf diese Teile des Gaues Weser-Ems begrenzt blieb.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Nordwestdeutschland grĂ¶ĂŸtenteils in der britischen Besatzungszone. Mit der Verordnung Nr. 46 der britischen MilitĂ€rregierung vom 23. August 1946 „betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbstĂ€ndige LĂ€nder“ wurde auf dem Gebiet der preußischen Provinz Hannover zunĂ€chst das Land Hannover errichtet. Dessen MinisterprĂ€sident Hinrich Wilhelm Kopf hatte schon im Juni 1945 die Bildung eines Landes Niedersachsen angeregt, das möglichst große Gebiete in der Mitte der britischen Zone abdecken sollte. Neben den Gebieten, die spĂ€ter tatsĂ€chlich Niedersachsen zugeordnet wurden, forderte Kopf in einer Denkschrift vom April 1946 den Einbezug des ehemaligen preußischen Bezirks Minden-Ravensberg (also der westfĂ€lischen StĂ€dte Bielefeld und Herford sowie der westfĂ€lischen Kreise Minden, LĂŒbbecke, Bielefeld, Herford und Halle (Westf.)), des Kreises Tecklenburg sowie des Landes Lippe. Kopfs Plan beruht letztlich auf einem bereits Ende der 1920er Jahre von Georg Schnath und Kurt BrĂŒning vorgelegten Entwurf zur Reform des Deutschen Reiches. Die „Welfenlastigkeit“ dieses Entwurfs habe, so Thomas Vogtherr, nach 1946 die Entwicklung einer „niedersĂ€chsischen IdentitĂ€t“ nicht erleichtert.

Ein alternatives, von Politikern in Oldenburg und Braunschweig propagiertes Modell sah vor, im Nordwesten ein eigenes Land „Weser-Ems“ zu grĂŒnden, das aus dem Land Oldenburg, der Hansestadt Bremen und den Regierungsbezirken Aurich und OsnabrĂŒck bestehen sollte. Einige Vertreter des Landes Oldenburg forderten sogar den Einbezug der hannoverschen Landkreise Diepholz, Syke, Osterholz-Scharmbeck und WesermĂŒnde in das neu zu grĂŒndende Land „Weser-Ems“. Ebenso sollte im SĂŒdosten ein um den Regierungsbezirk Hildesheim und den Landkreis Gifhorn vergrĂ¶ĂŸertes Land Braunschweig erhalten bleiben. WĂ€re dieser Plan umgesetzt worden, bestĂŒnde das Gebiet des heutigen Niedersachsens aus drei flĂ€chenmĂ€ĂŸig etwa gleich großen LĂ€ndern.

Der Kreistag des Landkreises Vechta protestierte am 12. Juni 1946 gegen eine Zuordnung des Kreises zum „Großraum Hannover“. Im Falle einer Auflösung des Landes Oldenburg solle der Kreis Vechta vielmehr in den Raum Westfalen eingebunden werden. Insbesondere in Kreisen des politischen Katholizismus war die Auffassung weit verbreitet, das Oldenburger MĂŒnsterland und der Regierungsbezirk OsnabrĂŒck sollten einem neu zu grĂŒndenden Land „Westfalen“ zugeschlagen werden.

Seit der GrĂŒndung der LĂ€nder Nordrhein-Westfalen und Hannover am 23. August 1946 ist die nördliche und östliche Grenze Nordrhein-Westfalens weitgehend mit der entsprechenden Grenze der preußischen Provinz Westfalen identisch. Nur das Land Lippe wurde erst im Januar 1947 Nordrhein-Westfalen zugeordnet. Dadurch wurde ein Großteil der Gebiete links der Oberweser nordrhein-westfĂ€lisch.

Gebiete des heutigen Niedersachsens in der britischen Besatzungszone (1946)

Letztlich erwies sich auf der Sitzung des Zonenbeirats am 20. September 1946 Kopfs Vorschlag bezĂŒglich der Aufteilung der britischen Besatzungszone in drei FlĂ€chenstaaten als mehrheitsfĂ€hig. Da diese Aufteilung ihrer Besatzungszone in relativ große LĂ€nder auch den Interessen der Briten entsprach, wurde am 8. November 1946 die Verordnung Nr. 55 der britischen MilitĂ€rregierung erlassen, durch die rĂŒckwirkend zum 1. November 1946 das Land Niedersachsen mit der Hauptstadt Hannover gegrĂŒndet wurde. Das Land entstand aus der Vereinigung der LĂ€nder Braunschweig, Freistaat Oldenburg und Schaumburg-Lippe mit dem zuvor gebildeten Land Hannover. Dabei gab es Ausnahmeregelungen:

  • Im Land Braunschweig fielen der östliche Teil des Landkreises Blankenburg sowie die Exklave Calvörde des Landkreises Helmstedt in die sowjetische Besatzungszone und wurden spĂ€ter in das Land Sachsen-Anhalt integriert.
  • Im Land Hannover fielen das Amt Neuhaus sowie die Ortschaften Neu Bleckede und Neu Wendischthun in die sowjetische Besatzungszone und damit an die spĂ€tere DDR. Sie wurden erst 1993 nach Niedersachsen rĂŒckgegliedert.
  • Die im damaligen Regierungsbezirk Stade gelegene Großstadt WesermĂŒnde wurde 1947 in Bremerhaven umbenannt und in das neue Land Bremen eingegliedert.

Forderungen niederlÀndischer Politiker, denen zufolge die Niederlande deutsche Gebiete östlich der deutsch-niederlÀndischen Grenze als Reparationen erhalten sollten, wurden erst auf der Londoner Deutschland-Konferenz am 26. MÀrz 1949 weitestgehend ad acta gelegt. TatsÀchlich wurden 1949 im Westen Niedersachsens ca. 1,3 Quadratkilometer an die Niederlande abgetreten.

Geschichte des Landes Niedersachsen

Nachkriegszeit

Am 9. Dezember 1946 trat der erste niedersĂ€chsische Landtag zusammen. Er war nicht gewĂ€hlt, sondern von der britischen Besatzungsverwaltung eingesetzt (ernannter Landtag). Noch am selben Tag wĂ€hlte der Landtag Hinrich Wilhelm Kopf (SPD), den vormaligen hannoverschen RegierungsprĂ€sidenten, zum ersten MinisterprĂ€sidenten. Hinrich Wilhelm Kopf blieb – unterbrochen von der Regierungszeit Heinrich Hellweges (1955–1959) – bis 1961 Regierungschef in Niedersachsen. Am 13. April 1951 trat die „VorlĂ€ufige NiedersĂ€chsische Verfassung“ in Kraft.

Wichtigstes Problem der ersten Nachkriegsjahre war die große Zahl an FlĂŒchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches, die in dem großen FlĂ€chenland Zuflucht suchten. Niedersachsen lag am westlichen Ende der direkten Fluchtroute aus Ostpreußen und hatte die lĂ€ngste Grenze zur sowjetischen Besatzungszone. Niedersachsen ĂŒbernahm am 3. Oktober 1950 die Patenschaft fĂŒr die hier sehr zahlreichen FlĂŒchtlinge aus Schlesien. Noch 1950 fehlten nach offiziellen Zahlen rund 730.000 Wohnungen.

WĂ€hrend der Zeit der deutschen Teilung wurde ĂŒber den niedersĂ€chsischen Kontrollpunkt Helmstedt zur Deutschen Demokratischen Republik die Hauptlast des Transitverkehrs nach West-Berlin abgewickelt.

Im Zeichen des Kalten Krieges war Niedersachsen aufgrund der Lage des Landes am „Eisernen Vorhang“ und der strategischen Bedeutung der Norddeutschen Tiefebene jahrzehntelang Stationierungsschwerpunkt der NATO; neben britischen und niederlĂ€ndischen Truppen wurden seit Ende der 1950er Jahre starke HeeresverbĂ€nde der deutschen Bundeswehr hier stationiert.

Konsolidierung

Wirtschaftlich prĂ€gend fĂŒr das Land wurde der Volkswagen-Konzern, der 1945 zunĂ€chst unter britischer Aufsicht wieder mit der Produktion von Zivilfahrzeugen begann und 1949 in den Besitz des neu gegrĂŒndeten westdeutschen Staates (BRD) und des Landes Niedersachsen ĂŒberging. Insgesamt zĂ€hlte Niedersachsen mit seiner großen, lĂ€ndlich geprĂ€gten FlĂ€che und seinen wenigen stĂ€dtischen Zentren lange zu den strukturschwachen Regionen der Bundesrepublik. 1957 waren noch 30,4 % der ErwerbstĂ€tigen in der Land- und Forstwirtschaft beschĂ€ftigt, 1960 noch 20 % in der Landwirtschaft. Im ĂŒbrigen Bundesgebiet lag dieser Wert bei 14 %. Auch in wirtschaftlich gĂŒnstigen Zeiten blieb die Arbeitslosenquote in Niedersachsen konstant höher als im Bundesdurchschnitt.

1961 trat Georg Diederichs als Nachfolger von Hinrich Wilhelm Kopf das Amt des MinisterprĂ€sidenten von Niedersachsen an. Er wurde hierin 1970 von Alfred Kubel abgelöst. Die Auseinandersetzungen um das AtommĂŒlllager Gorleben, die in der Regierungszeit von MinisterprĂ€sident Ernst Albrecht (1976–1990) begannen, spielen in der niedersĂ€chsischen Landes- ebenso wie in der Bundespolitik seit Ende der 1970er Jahre eine wichtige Rolle.

Nach der deutschen Wiedervereinigung

1990 trat Gerhard Schröder das Amt des MinisterprĂ€sidenten an. Am 1. Juni 1993 trat die neue Verfassung des Landes in Kraft, die die „VorlĂ€ufige NiedersĂ€chsische Verfassung“ von 1951 ablöste. Sie ermöglicht erstmals Volksbegehren und Volksentscheide und verankert den Umweltschutz als Staatsgrundsatz.

Das ehemals hannoversche Amt Neuhaus mit den damaligen Gemeinden Dellien, Haar, Kaarßen, Neuhaus (Elbe), Stapel, SĂŒckau, Sumte und Tripkau sowie die Ortsteile Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse der Gemeinde Teldau und das historisch-hannoversche Gebiet im Forstrevier Bohldamm in der Gemeinde Garlitz wechselten mit Wirkung vom 30. Juni 1993 von Mecklenburg-Vorpommern zum Land Niedersachsen (Landkreis LĂŒneburg). Neu Bleckede und Neu Wendischthun wurden am selben Tag wieder in die Stadt Bleckede eingemeindet, zu der sie bis 1945 gehört hatten. Aus den ĂŒbrigen Gemeinden und Ortsteilen wurde am 1. Oktober 1993 die neue Gemeinde Amt Neuhaus gebildet.

1998 löste Gerhard Glogowski den ins Bundeskanzleramt gewechselten Gerhard Schröder ab. Da er mit verschiedenen Skandalen in seiner Heimatstadt Braunschweig in Verbindung gebracht wurde, trat er 1999 zurĂŒck und wurde von Sigmar Gabriel abgelöst.

Neuere Entwicklungen

Von 2003 bis zu seiner Annahme der Wahl zum BundesprĂ€sidenten 2010 war Christian Wulff MinisterprĂ€sident in Niedersachsen. Der OsnabrĂŒcker stand wie sein Nachfolger David McAllister einer CDU gefĂŒhrten Koalitionsregierung mit der FDP vor.

Zum 1. Januar 2005 wurden die vier Regierungsbezirke, in die Niedersachsen seit 1978 gegliedert war, aufgelöst. Dies waren die Regierungsbezirke Braunschweig, Hannover, LĂŒneburg und Weser-Ems. Der Regierungsbezirk Braunschweig war seinerseits 1978 aus der Zusammenlegung des Verwaltungsbezirks Braunschweig mit Teilen des ehemaligen Regierungsbezirks Hildesheim und Teilen des Altbezirks LĂŒneburg, der „neue“ Regierungsbezirk Hannover aus der Erweiterung des Altbezirks Hannover um Teile des ehemaligen Regierungsbezirks Hildesheim, der Regierungsbezirk LĂŒneburg aus Fusion des grĂ¶ĂŸten Teils des Altbezirks LĂŒneburg mit dem ehemaligen Regierungsbezirk Stade, der Regierungsbezirk Weser-Ems aus der Zusammenlegung des Verwaltungsbezirks Oldenburg (Oldb) mit den ehemaligen Regierungsbezirken Aurich und OsnabrĂŒck entstanden. Anstelle der Bezirksregierungen wurden fĂŒr besondere Aufgaben Regierungsvertretungen an den Standorten Braunschweig, Hannover, LĂŒneburg und Oldenburg eingerichtet.

Nach der Landtagswahl im Januar 2013 kam es zu einer Regierungsbildung unter Stephan Weil von der SPD. Anstelle der Regierungsvertretungen fĂŒr die Bereiche der ehemaligen Regierungsbezirke wurden sogenannte Landesbeauftragte als regionale Ansprechpartner der Landesregierung installiert, die erweiterte Kompetenzen haben. Es gibt also keine Regierungsbezirke mehr.

Am 4. August 2017 kam es durch den Übertritt der Abgeordneten Elke Twesten von der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen zur CDU zu einer Regierungskrise. Diese wurde nach Neuwahlen durch die Bildung einer Regierung von SPD und CDU unter FĂŒhrung von Stephan Weil beendet.

Bevölkerungsentwicklung

Zahlen nach der Fortschreibung der VolkszÀhlung aus dem Jahr 1987:

Zahlen nach der Fortschreibung der Ergebnisse des Zensus 2011:

Quelle: Statistisches Landesamt (erhoben jeweils zum 31. Dezember; Wert fĂŒr 2018 fĂŒr den 30. Juni)

Politik

Staatsrecht

Die NiedersĂ€chsische Verfassung stammt vom 19. Mai 1993 und ist am 1. Juni 1993 in Kraft getreten. Die Geschichte ist – im Unterschied zu derjenigen anderer Landesverfassungen – stark an die Entwicklung Deutschlands geknĂŒpft.

Im Jahre 1951 wurde eine Übergangsverfassung (VorlĂ€ufige NiedersĂ€chsische Verfassung) verabschiedet, die die staatlichen Grundlagen in der Zeit bis zur deutschen Wiedervereinigung regelte. Da sich die VorlĂ€ufige NiedersĂ€chsische Verfassung auf das Grundgesetz beziehen konnte, verzichtete man auf einen Grundrechtekatalog. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands entfiel der Vorbehalt der VorlĂ€ufigkeit. Auf der Grundlage der VorlĂ€ufigen NiedersĂ€chsischen Verfassung wurde die neue NiedersĂ€chsische Verfassung von 1993 aufgebaut.

Justiz

Landespolitik

Der letzte Regierungswechsel erfolgte am 19. Februar 2013 nach der Landtagswahl am 20. Januar 2013. Die CDU wurde zwar stĂ€rkste Fraktion, zusammen mit den GrĂŒnen errang die SPD jedoch eine knappe Mehrheit von einer Stimme im neugewĂ€hlten Landtag. SPD und GrĂŒne bildeten daraufhin die neue Landesregierung mit Stephan Weil als MinisterprĂ€sident, die ebenfalls vom Landtag im Amt bestĂ€tigt wurde. Damit war die VorgĂ€ngerregierung unter David McAllister abgewĂ€hlt. Seit dem 4. August 2017 war die Regierung ohne parlamentarische Mehrheit, da eine GrĂŒnen-Abgeordnete die Regierungsfraktion verlassen hatte und zur CDU ĂŒbergetreten war. Daraufhin wurden fĂŒr den 15. Oktober 2017 Landtagswahlen angesetzt. Da die SPD als stĂ€rkste Fraktion aus der Wahl hervorging, nahm der amtierende MinisterprĂ€sident Stephan Weil Koalitionsverhandlungen mit der CDU auf.

Die MinisterprÀsidenten von Niedersachsen:

Öffentliche Finanzen

Zum 31. Dezember 2006 wurde eine Schuldensumme von 48,7 Milliarden Euro ermittelt. Davon beliefen sich die Wertpapierschulden auf rund 20,5 Milliarden Euro, wÀhrend die Schulden aus Schuldscheindarlehen allein bei inlÀndischen Banken und Sparkassen rund 26,4 Milliarden Euro betrugen.

Im Jahr 2007 wurden 950 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen. FĂŒr das Jahr 2008 wurde eine Neuverschuldung von 550 Millionen Euro geplant und erreicht. Die fĂŒr 2010 geplante Reduzierung der Neuverschuldung auf 0 EUR konnte aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht umgesetzt werden. Stattdessen erfolgte fĂŒr 2009 eine Neuverschuldung von 2.300 Millionen EUR.

Der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen e. V. unterhÀlt im niedersÀchsischen Landtag in Hannover eine Schuldenuhr, die den Zuwachs der Staatsverschuldung in Niedersachsen verdeutlicht. Nach einem Spitzenwert von 93 Euro pro Sekunde aus dem Jahr 2002 konnten die Schulden in den darauf folgenden Jahren von 90 Euro pro Sekunde im Jahr 2003 auf 30 Euro pro Sekunde im Jahr 2007 und auf 17 Euro pro Sekunde im Jahr 2008 gesenkt werden. 2010 sollte der Wert eigentlich auf 0 Euro pro Sekunde gesenkt werden und damit die Neuverschuldung zum Stillstand gebracht werden. Aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise stieg der Wert zunÀchst auf den Rekordbetrag von 105 Euro pro Sekunde, seit 2016 gibt es keine Neuverschuldung mehr.

Bundes- und Europapolitik

Im Bundesrat hat Niedersachsen, ebenso wie Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Nordrhein-Westfalen, die höchstmögliche Anzahl von sechs Stimmen. Vertreten wird Niedersachsen durch den MinisterprĂ€sidenten Stephan Weil, seinen Stellvertreter, Minister fĂŒr Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Bernd Althusmann, Justizministerin Barbara Havliza, Finanzminister Reinhold Hilbers, Ministerin fĂŒr Bundes- und Europaangelegenheiten Birgit HonĂ© und Minister fĂŒr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz Olaf Lies. Die Arbeit im Bundesrat wird von der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund koordiniert.

66 Abgeordnete vertreten die niedersĂ€chsischen BĂŒrger im Deutschen Bundestag: 31 von der CDU, 25 von der SPD, sechs von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen sowie vier von der Linkspartei.

Dem EuropĂ€ischen Parlament gehören zehn Abgeordnete aus Niedersachsen an: vier von der CDU, zwei von der SPD, zwei von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und jeweils einer von FDP und Linkspartei. In BrĂŒssel unterhĂ€lt das Land Niedersachsen zur Koordinierung der Europapolitik und ReprĂ€sentanz die Vertretung des Landes Niedersachsen bei der EuropĂ€ischen Union.

Innere Sicherheit

Die Polizei Niedersachsen ist die niedersĂ€chsische Landespolizei. Sie untersteht dem NiedersĂ€chsischen Ministerium fĂŒr Inneres und Sport. Sie hat als Exekutivorgan des Landes Niedersachsen im Rahmen des Polizeirechts den Auftrag der GewĂ€hrleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Als Strafverfolgungsbehörde geht sie gegen ordnungswidrige und strafbare Handlungen vor, ermittelt TĂ€ter und analysiert Tatmuster. Eine weitere Aufgabe ist die Gefahrenabwehr im Bereich der inneren Sicherheit. Im Rahmen der VerkehrsĂŒberwachung regelt sie Verkehrsströme und hat eine tragende Rolle in der Notfallhilfe (Notruf). Ferner sorgt die Polizei in enger Kooperation mit der Judikative und anderen Behörden fĂŒr die VerbrechensprĂ€vention, um bereits im Vorfeld mögliche Straftaten zu erkennen und zu verhindern.

Geburtsstunde der niedersĂ€chsischen Landespolizei ist der 1. April 1951, als das NiedersĂ€chsisches Gesetz ĂŒber die öffentliche Sicherheit und Ordnung (SOG) in Kraft trat. Zuvor war die Polizei in der Nachkriegszeit aufgrund der britischen Besatzung nach deren Vorbild kommunal organisiert. Bei der großen Polizeireform von 1994 wurden die Sparten Schutz- und Kriminalpolizei zusammengefĂŒhrt. Die gegenwĂ€rtige (2011) Struktur der Polizeiorganisation in Niedersachsen entstand durch eine bedeutende Umorganisation im Jahre 2004. Dabei wurde die Polizei aus den vier 2004 aufgelösten Bezirksregierungen (Braunschweig, Hannover, Weser-Ems, LĂŒneburg) herausgenommen. Daraus entstanden die gegenwĂ€rtigen Polizeidirektionen in der FlĂ€che.

In Niedersachsen gibt es rund 500 Polizeidienststellen, wobei an 140 Standorten ein Rund-um-die-Uhr-Schichtbetrieb stattfindet. Es werden rund 23.000 Bedienstete beschÀftigt, von denen etwa 18.500 verbeamtet sind.

Landeswappen

Der heutige Entwurf des Wappens von Niedersachsen stammt von dem in Isernhagen geborenen und spĂ€ter in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der auch die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Im Jahre 1946 wurde das Sachsenross zum zunĂ€chst inoffiziellen Landeswappen gewĂ€hlt und fĂŒnf Jahre spĂ€ter vom Landtag am 3. April 1951 bestĂ€tigt. Das Landeswappen wurde in der VorlĂ€ufigen NiedersĂ€chsischen Verfassung vom 13. April 1951 verankert und in der am 1. Juni 1993 in Kraft getretenen NiedersĂ€chsischen Verfassung wiederum bestĂ€tigt.

Landesflagge

Das Land fĂŒhrt in der Landesflagge die Landesfarben Schwarz-Rot-Gold mit dem Landeswappen.

Angesichts der unterschiedlichen wie traditionsreichen historischen Landesfarben der LĂ€nder, aus denen Niedersachsen hervorgegangen war, einigten sich die LandesgrĂŒnder auf die heute geltende schwarz-rot-goldene Landesflagge mit dem Landeswappen als Kompromiss.

Partnerschaften

Das Land Niedersachsen pflegt einige internationale Partnerschaften. Innerhalb von Europa besteht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Region Haute-Normandie in Frankreich, den Niederlanden und den Woiwodschaften Großpolen und Niederschlesien in Polen. Außerhalb Europas bestehen Partnerschaften in der Provinz Anhui in der Volksrepublik China, der PrĂ€fektur Tokushima in Japan, den Regionen Perm und Tjumen in Russland und der Provinz Eastern Cape in SĂŒdafrika.

Hymne

Niedersachsen hat keine offizielle Landeshymne. Als inoffizielle Hymne des Landes Niedersachsen wird manchmal das Niedersachsenlied angesehen. Es wurde bereits 1926, also rund 20 Jahre vor der GrĂŒndung des Landes im Jahr 1946, von Hermann Grote verfasst und komponiert. Der Originaltext von Grote wird oft unter verschiedenen Aspekten kritisiert und als politisch inkorrekt bezeichnet, sodass inzwischen verschiedene angepasste Textversionen entstanden. Allen ist gemeinsam, dass sie sich nicht durchsetzen konnten.

Auszeichnungen

Die höchste Auszeichnung, die das Land Niedersachsen verleiht, ist die NiedersĂ€chsische Landesmedaille. FĂŒr Verdienste in der Landespolitik wird der NiedersĂ€chsische Verdienstorden verliehen. Außerdem vergibt der MinisterprĂ€sident seit 2002 den NiedersĂ€chsischen Staatspreis, der frĂŒher „Niedersachsenpreis“ hieß. Als Musikpreis verleiht Niedersachsen jĂ€hrlich den Praetorius Musikpreis und als Literaturpreis jĂ€hrlich den Nicolas-Born-Preis.

Verwaltung

Verwaltungsgliederung

Das Land ist in 158 StÀdte, 51 Flecken und 762 Gemeinden (davon 684 in Samtgemeinden) sowie 25 gemeindefreie Gebiete unterteilt, die insgesamt 37 Landkreise, eine Region und acht kreisfreie StÀdte bilden.

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

Niedersachsen hat acht GroßstĂ€dte, von denen die Landeshauptstadt Hannover mit 536.925 deutlich die meisten Einwohner hat. Die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Braunschweig hat mit 249.406 weniger als halb so viele Einwohner. Auf den weiteren RĂ€ngen folgen die StĂ€dte Oldenburg mit 169.077 Einwohnern, OsnabrĂŒck mit 165.251, Wolfsburg mit 124.371, Göttingen mit 118.911, Salzgitter mit 104.291 Einwohnern und Hildesheim mit 101.693.

Metropolregionen

In Niedersachsen sind drei Metropolregionen ausgewiesen, von denen die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg vollstĂ€ndig in Niedersachsen liegt. Die Metropolregion Hamburg umfasst neben Hamburg auch Gebiete von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Metropolregion Nordwest schließt das Bremer und Bremerhavener Stadtgebiet mit ein. Als Metropolregion wird ein stark verdichteter Ballungsraum einer Metropole bezeichnet, der als Motor der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes betrachtet wird. In Deutschland wurden Metropolregionen erstmals 1995 durch die Ministerkonferenz fĂŒr Raumordnung definiert.

Verwaltungsreformen

Abgeschlossene Verwaltungsreformen

Im Zuge der kommunalen Neugliederung/Gebietsreform in den 1960er bis 1980er Jahren ist die Zahl der kreisfreien StĂ€dte von 16 auf neun und die der Landkreise von 60 auf 38 reduziert worden. Von ehemals ĂŒber 4000 Gemeinden blieben rund 2000 bestehen, die sich nun als Einheitsgemeinden oder Mitgliedsgemeinden von Samtgemeinden organisierten. Die durchgefĂŒhrten Reformen waren dabei in der Bevölkerung und Politik umstritten und fĂŒhrten auch zu zahlreichen Klagen vor dem Staatsgerichtshof wie auch dem Bundesverfassungsgericht.

Folgende kreisfreie StĂ€dte wurden in Landkreise eingegliedert: Celle, Cuxhaven, Goslar, Göttingen, Hameln, Hildesheim und LĂŒneburg. Folgende Landkreise wurden aufgelöst: Alfeld (Leine), Aschendorf-HĂŒmmling, BersenbrĂŒck, Blankenburg, Braunschweig, Bremervörde, Burgdorf, Duderstadt, Einbeck, Fallingbostel, Gandersheim, Grafschaft Hoya, Grafschaft Schaumburg, Hildesheim-Marienburg, Land Hadeln, Lingen, Melle, Meppen, MĂŒnden, Neustadt am RĂŒbenberge, Norden, Schaumburg-Lippe, Soltau, Springe, WesermĂŒnde, Wittlage, Wittmund und Zellerfeld. Der Landkreis Wittmund ist 1980 wieder eingerichtet worden. 2001 wurden der Landkreis Hannover und die kreisfreie Stadt Hannover zur Region Hannover zusammengefĂŒhrt.

Bis 1978 war Niedersachsen in die aus den vorherigen gleichnamigen LĂ€ndern hervorgegangenen Verwaltungsbezirke Oldenburg und Braunschweig sowie die aus den vorher hannoverschen Bezirken hervorgegangenen Regierungsbezirke Stade, LĂŒneburg, Hannover, Hildesheim, OsnabrĂŒck und Aurich unterteilt. Das frĂŒher eigenstĂ€ndige Land Schaumburg-Lippe gehörte bis 1978 zum Regierungsbezirk Hannover. Diese Verwaltungsinstanzen gehen geschichtlich hĂ€ufig auf sehr viel Ă€ltere VorgĂ€ngerinstitutionen zurĂŒck. Ihre Grenzen und Einzugsbereiche spielen auch heute noch bei vielen Institutionen eine Rolle. 1978 erfolgte eine Neugliederung in vier Regierungsbezirke, die zum 1. Januar 2005 aufgelöst wurden. Es handelte sich um die Regierungsbezirke Braunschweig, Hannover, LĂŒneburg und Weser-Ems. Ihre Behörden, die Bezirksregierungen, wurden aufgelöst. Die ZustĂ€ndigkeiten der Bezirksregierungen wurden auf andere Landesbehörden und Körperschaften umverteilt. So wurde die Aufgabe der â€žĂŒberörtlichen KommunalprĂŒfung“ an die 2005 neu gegrĂŒndete NiedersĂ€chsische KommunalprĂŒfungsanstalt ĂŒbertragen. Die neue SPD-gefĂŒhrte Landesregierung fĂŒhrte 2014 die Institution des Landesbeauftragten zur ReprĂ€sentation der Landesregierung in den Regionen ein.

Am 31. Oktober 2016 fusionierten die Landkreise Osterode am Harz und Göttingen zum neuen Landkreis Göttingen.

ZustÀndigkeitsbereiche der Regionalbeauftragten

2014 wurden von der Landesregierung Regionalbeauftragte ernannt, um die bisherigen Regierungsvertretungen abzulösen. Die ZustÀndigkeitsbereiche der Regionalbeauftragten orientieren sich an den Grenzen der Regierungsbezirke, die zwischen 1978 und 2004 bestanden.

Geplante Verwaltungsreformen

Insbesondere seit Auflösung der Regierungsbezirke im Jahr 2004 gibt es immer wieder VorschlĂ€ge, die entstandene LĂŒcke (eine Gebietskörperschaft mittlerer GrĂ¶ĂŸe zwischen dem Land und den Kommunen fehlt jetzt) zu schließen. Diese VorschlĂ€ge beinhalten beispielsweise den Zusammenschluss von Landkreisen, aus denen dadurch nach Vorbild der 2001 entstandenen Region Hannover vergleichbare Gebietskörperschaften werden. Konkrete VorschlĂ€ge umfassen die Fusion des Landkreises LĂŒchow-Dannenberg mit einem oder beider seiner niedersĂ€chsischen Nachbarkreise, eine Zusammenfassung der Landkreise im Raum Braunschweig, die Fusion der Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden im Weserbergland, Reformen im KĂŒstenbereich und im niedersĂ€chsischen Umland von Hamburg und Bremen. Eine Fusion der Landkreise Rotenburg (WĂŒmme) und Verden wurde auch wiederholt vorgeschlagen, stĂ¶ĂŸt aber insbesondere bei den Unionspolitikern vor Ort auf Ablehnung. Eine ab dem Dezember 2012 diskutierte Fusion der Stadt Wilhelmshaven mit dem benachbarten Landkreis Friesland wurde trotz eines positiven Gutachtens der Kommunalen Gemeinschaftsstelle fĂŒr Verwaltungsmanagement (KGSt) von den beteiligten Kommunen mit großer Mehrheit im Dezember 2013 abgelehnt. Die von vornherein positiv verlaufenen FusionsgesprĂ€che der Kreistage der Landkreise Göttingen und Osterode am Harz ĂŒber die Bildung eines neuen Landkreis Göttingen am 1. November 2016 wurden mit einem GebietsĂ€nderungsvertrag am 1. Februar 2014 besiegelt. Gleichzeitig wurden auch FusionsgesprĂ€che zwischen den Landkreisen Hildesheim und Peine gefĂŒhrt, die im Juli 2015 durch eine gescheiterte Abstimmung im Landkreis Hildesheim beendet wurden.

LÀnderfusion und VerhÀltnis zu Bremen

Seit Jahren wird regelmĂ€ĂŸig ein Zusammenschluss der LĂ€nder Niedersachsen und Bremen ins GesprĂ€ch gebracht. Der niedersĂ€chsische MinisterprĂ€sident Christian Wulff schlug zuletzt Anfang 2009 einen solchen Zusammenschluss vor. Eine Fusion stĂ¶ĂŸt traditionell insbesondere in Bremen auf Ablehnung. Im VerhĂ€ltnis zwischen Bremen und Niedersachsen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Irritationen, die hĂ€ufig auf von Bremer Seite als ungĂŒnstig empfundenen Aspekten der Raumordnungs- und Wirtschaftsplanung niedersĂ€chsischer Umlandkommunen basierten, wo große Gewerbegebiete in Konkurrenz zur Bremer Wirtschaft entstanden (unter anderem Entstehung von SpeckgĂŒrteln). Im Gegenzug werden von niedersĂ€chsischer Seite hĂ€ufig sogenannte „Bremer AlleingĂ€nge“ in der Infrastrukturplanung kritisiert. Insofern ist das bremisch-niedersĂ€chsische VerhĂ€ltnis von weitaus grĂ¶ĂŸeren Dissonanzen geprĂ€gt als beispielsweise dasjenige zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Einzelne Projekte sind dagegen von Kooperation geprĂ€gt, beispielsweise die EinfĂŒhrung der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen, die Implementierung der Metropolregion Nordwest, der JadeWeserPort und die VerlĂ€ngerung von Straßenbahnlinien aus Bremen ins niedersĂ€chsische Umland. 2010 Ă€ußerte sich der damalige niedersĂ€chsische MinisterprĂ€sident McAllister zugunsten einer Kooperation der BundeslĂ€nder anstelle einer Fusion. Er lehne eine Fusion zwar nicht ab, die Initiative hierzu mĂŒsse aber von Bremen ausgehen, was nicht zu erwarten sei.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Bruttoinlandsprodukt

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EuropĂ€ischen Union, ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards, erreicht Niedersachsen einen Index von 114,0 (EU-28: 100,0 Deutschland: 126,0) im Jahr 2014. Damit liegt Niedersachsen ĂŒber dem EU-Durchschnitt, jedoch unter dem Wert Deutschlands.

2019 betrug die Wirtschaftsleistung in Niedersachsen gemessen am Bruttoinlandsprodukt rund 307,036 Milliarden Euro. Die Bruttowertschöpfung verteilte sich 2007 wie folgt auf die drei Wirtschaftssektoren:

Im Jahr 2010 betrug das Wirtschaftswachstum in Niedersachsen 3,4 % zum Vorjahr, im ersten Halbjahr 2011 konnte ein Wachstum von 3,3 % gegenĂŒber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum festgestellt werden.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote lag im November 2019 bei 4,8 % (bundesweit ebenfalls 4,8 %). Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Landkreisen und kreisfreien StÀdten: Wilhelmshaven hatte im November 2019 mit 9,6 % die höchste, die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim hatten mit jeweils 2,3 % die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Unter den Agenturbezirken weist Nordhorn im Westen des Landes seit Jahren die niedrigste Arbeitslosenquote aus, sie lag im November 2019 bei 2,3 %, der Agenturbezirk Hannover hatte zur selben Zeit mit 6,2 % die höchste Arbeitslosenquote.

Die zehn wichtigsten Standorte sozialversicherungspflichtiger BeschÀftigung sind (Arbeitsortangaben):

Strukturförderung

Die wirtschaftliche Schwerpunktregion Niedersachsens liegt im Raum Hannover. Die europĂ€ische Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg dient der weiteren StĂ€rkung dieser wirtschaftlich starken Region. DemgegenĂŒber gehören insbesondere die großrĂ€umigen, lĂ€ndlichen Bereiche im Nordosten und im Westen Niedersachsens, also das Elbe-Weser-Dreieck, die LĂŒneburger Heide, die Mittelweserregion und Teile der KĂŒstenregion, seit langem zu den strukturschwachen RĂ€umen – diese Bereiche grenzen teilweise direkt an das Land Bremen mit den GroßstĂ€dten Bremen und Bremerhaven. Eine Ausnahme bilden – als lĂ€ndliche Region außerhalb des Raumes Hannover mit Wirtschaftswachstum – das Oldenburger MĂŒnsterland, das Emsland und die Grafschaft Bentheim. Es gab und gibt inzwischen eine Anzahl von Maßnahmen, um die wirtschaftliche Lage in den strukturschwachen Gebieten zu verbessern. Dazu gehören

  • die aus Mitteln der örtlichen Wirtschaft mitfinanzierte Emslandautobahn A 31, die von Ostfriesland durch das Emsland nach Bottrop ins westliche Ruhrgebiet fĂŒhrt
  • die KĂŒstenautobahn A 22, die von Schleswig-Holstein durch den geplanten Elbtunnel bei Stade und den Wesertunnel bei Dedesdorf die A 29 zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven kreuzen und im Raum Westerstede an die A 28 anschließen soll
  • mehrere Ethen-Pipelines, die die Chemiestandorte in Nordrhein-Westfalen mit denen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein verbinden und in Niedersachsen insbesondere den Produktionsstandorten Stade und Wilhelmshaven zugutekommen sollen
  • der Containerhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven, der als einziger deutscher Seehafen auch von den grĂ¶ĂŸten Containerschiffen kĂŒnftiger Generationen angelaufen werden kann

Unternehmen

Zu den grĂ¶ĂŸten niedersĂ€chsischen Unternehmen – jeweils im Hinblick auf ihre Wertschöpfung – gehörten im Jahr 2012 die Volkswagen AG (Wolfsburg) und die Continental AG (Hannover). Platz drei belegte die TUI AG vor der Versicherungsgruppe Talanx AG und der Salzgitter AG. Auf Platz sechs befand sich der Energieversorger EWE AG gefolgt von der Norddeutschen Landesbank.

Im wichtigsten deutschen Aktienindex DAX, der die Entwicklung der 30 grĂ¶ĂŸten und umsatzstĂ€rksten deutschen Aktien widerspiegelt, sind die Volkswagen AG (Wolfsburg) und die Continental AG (Hannover) vertreten. Im Aktienindex NISAX20, der 2002 von der Norddeutschen Landesbank NORD/LB ins Leben gerufen wurde und von der Deutschen Börse berechnet wird, sind die 20 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Niedersachsens gelistet.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft findet in Niedersachsen sehr unterschiedliche Bedingungen vor. Die Böden in der Hildesheimer Börde und zwischen Harz und Mittellandkanal zeichnen sich durch sehr hohe Bodenzahlen aus und eignen sich besonders fĂŒr den Anbau von ZuckerrĂŒben und Getreide. In der LĂŒneburger Heide ist der Boden karg; Hauptprodukte sind Kartoffeln und als SpezialitĂ€t Spargel. In den Marschgebieten an der KĂŒste dominiert hingegen die Viehzucht.

Neben Getreide werden Raps, ZuckerrĂŒben, Salat (speziell Eisbergsalat), Kohl, Möhren (MohrrĂŒben, Karotten) und dank des sandhaltigen Bodens Spargel in Teilen des Landes angebaut. Bekannt ist auch die niedersĂ€chsische GrĂŒnkohlkultur (in sĂŒdöstlichen Regionen auch die Variante Braunkohl). Neben dem GemĂŒseanbau und der Viehzucht ist der Obstanbau (speziell im Norden, Altes Land) ein wichtiger Wirtschaftszweig.

Entsprechend ist das Grundwasser mit Pflanzenschutzmitteln belastet. 2015 waren im ganzen Land 13 Grundwasserkörper in einem „schlechten chemischen Zustand“.

DarĂŒber hinaus ist in Niedersachsen das Agribusiness als der Landwirtschaft vor- und nachgelagerte Wirtschaftsstufe von großer Bedeutung.

Industrie

Das industrielle Zentrum Niedersachsens befindet sich im Raum Hannover-Braunschweig-Wolfsburg mit mehreren Automobilwerken – darunter das Stammwerk Wolfsburg der Volkswagen AG, die Werke Braunschweig und Salzgitter sowie das Nutzfahrzeugwerk Hannover. Hinzu kommt die in Peine und Salzgitter ansĂ€ssige Stahlindustrie. Im Maschinen- und Anlagenbau sind ferner insbesondere die Bereiche Landtechnik, Windenergieanlagen, Biogasanlagen und Offshore-Zulieferung von Bedeutung.

Weiterhin ist Niedersachsen deutschlandweit fĂŒhrend beim Abbau und der Verwertung von Rohstoffen wie Torf, Sand und Kies.

Die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und Lebensmittelherstellung gehört ebenfalls zu den großen Industriezweigen in Niedersachsen.

Wirtschaft an der KĂŒste

Neben dem Tourismus steht an der NordseekĂŒste die Fischverarbeitung im Vordergrund, wĂ€hrend die Bedeutung des Schiffbaus seit der Werftenkrise stark abgenommen hat.

Die neun niedersĂ€chsischen SeehĂ€fen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven sind als Seaports of Niedersachsen organisiert. Im Jahr 2014 wurden ĂŒber diese HĂ€fen 46,4 Millionen Tonnen GĂŒter umgeschlagen. Der Umschlag von Neufahrzeugen lag in den niedersĂ€chsischen SeehĂ€fen 2014 bei 1.702.706 Fahrzeuge (2013: 1.597.945). Besonders der Hafen Emden fungiert auch als Verschiffungshafen fĂŒr die im dortigen Werk gebauten VW-Fahrzeuge (1,25 Millionen Pkw im Jahr 2011), aber auch in Cuxhaven werden Neufahrzeuge umgeschlagen. Oldenburg ist wichtiger Hafenstandort fĂŒr den Umschlag landwirtschaftlicher GĂŒter. Von wachsender Bedeutung fĂŒr die niedersĂ€chsischen SeehĂ€fen ist zudem das GeschĂ€ft mit Offshore-Windenergieanlagen. Aufgrund des zu erwartenden Wachstums des Warenverkehrsaufkommens werden die niedersĂ€chsischen SeehĂ€fen noch weiter ausgebaut, fĂŒr 2012/2013 waren Investitionen von rund 60 Millionen Euro vorgesehen.

Im niedersÀchsischen Schiffbau ist insbesondere die Meyer Werft in Papenburg von Bedeutung.

Bundeswehr als Wirtschaftsfaktor

Die Bundeswehr wird auch kĂŒnftig ein wichtiger Arbeitgeber in Niedersachsen sein. Mit ĂŒber 55.000 Soldaten und zivilen BeschĂ€ftigten wird Niedersachsen voraussichtlich auch nach der geplanten Bundeswehrreduzierung das Land mit der grĂ¶ĂŸten Zahl von Bundeswehrbediensteten sein, wenngleich auch fĂŒr Niedersachsen starke Einschnitte zu befĂŒrchten sind.

Der TruppenĂŒbungsplatz Bergen im SĂŒdteil der LĂŒneburger Heide ist mit 284 kmÂČ der grĂ¶ĂŸte TruppenĂŒbungsplatz in Europa. Er wurde ab 1935 von der deutschen Wehrmacht eingerichtet und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 von den britischen Besatzungstruppen ĂŒbernommen und kontinuierlich erweitert. Seit den 1960er Jahren wird das Areal zudem von der Bundeswehr und StreitkrĂ€ften der NATO genutzt.

Große Teile der Deutschen Marine sind in Wilhelmshaven am MarinestĂŒtzpunkt Heppenser Groden stationiert. Wilhelmshaven ist heute der grĂ¶ĂŸte Standort der Deutschen Marine und der zweitgrĂ¶ĂŸte Standort der Bundeswehr. Nach der Umsetzung des neuen Bundeswehrstationierungskonzepts 2011 wird Wilhelmshaven kĂŒnftig der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Standort der Bundeswehr sein.

Die Luftwaffe ist auf den Fliegerhorsten Diepholz, Wittmundhafen und Wunstorf vertreten. Daneben betreiben die Heeresflieger die FlugplĂ€tze BĂŒckeburg, Celle und Faßberg sowie die Marineflieger den Fliegerhorst Nordholz.

Versicherungswirtschaft

Das Versicherungsgewerbe nimmt traditionell unter den Branchen in Niedersachsen eine bedeutende Stellung ein. Das ist u. a. auf die Bedeutung Hannovers als bedeutender Versicherungsstandort mit ĂŒber 12.500 BeschĂ€ftigten zurĂŒckzufĂŒhren. Aus regionaler Perspektive betrachtet befinden sich sieben der elf Unternehmenssitze in der Landeshauptstadt Hannover, die auch die Top-5-Unternehmen auf sich vereint. Dazu zĂ€hlen die Talanx inkl. Hannover RĂŒck, die VHV Gruppe, die VGH Versicherungen, Swiss Life Deutschland (Konzernsitz in ZĂŒrich) und die Concordia-Versicherung.

Energiewirtschaft

In Niedersachsen sind zwei Kernkraftwerke in Betrieb: Dabei handelt es sich um das Kernkraftwerk Emsland bis Ende 2022 sowie um das Kernkraftwerk Grohnde bis Ende 2021. Das Kernkraftwerk Stade wurde 2003 stillgelegt. Ein weiteres Kernkraftwerk, das Kernkraftwerk Unterweser wurde 2011 infolge des nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima eingefĂŒhrten Atommoratoriums vom Netz genommen und abgeschaltet.

Daneben existieren mehrere konventionelle Kohle- und Gaskraftwerke, beispielsweise das Kraftwerk Mehrum oder das Erdgaskraftwerk Emsland. Die Stadt Wilhelmshaven ist Standort von zwei Kohlekraftwerken (Betreiber: E.ON und GDF Suez).

Niedersachsen verfĂŒgt ĂŒber die grĂ¶ĂŸten Erdgasvorkommen Deutschlands. 95 % der deutschen Erdgasförderung sowie 40 % der deutschen Erdölförderung entfallen auf Niedersachsen. Das Land hatte 2011 im nationalen Vergleich die höchste Stromproduktion aus Biogas (4190 Millionen Kilowattstunden). In einigen Disziplinen des Verkehrssektors ist das Land im nationalen Vergleich fortschrittlich: 84 Bioethanol-Tankstellen (Platz 1) und 33 Pflanzenöl-Tankstellen (Platz 3) versorgen Fahrzeuge mit klimaschonenden Kraftstoffen.

Eine Spitzenposition nimmt Niedersachsen auch bei der Windenergienutzung ein. So haben mehrere Windkraftanlagenhersteller ProduktionsstĂ€tten in Niedersachsen, z. B. Enercon mit Standorten in Aurich, Emden und Haren sowie GE Wind Energy in Salzbergen. Mit Stand Juni 2016 standen 5783 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 8957 MW, gut ein FĂŒnftel aller deutschen Anlagen, im Land. Zudem befinden sich weitere Windkraftanlagen in Planung oder Bau; vor der niedersĂ€chsischen KĂŒste in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone der Bundesrepublik (AWZ) existieren darĂŒber hinaus mehrere Offshore-Windparks. Innerhalb der 12-Seemeilen-Zone und damit in Niedersachsen besteht seit 2017 der Offshore-Windpark NordergrĂŒnde (siehe auch: Liste der Offshore-Windparks).

Windkraftanlagen speisten 2010 rund 9200 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom ins Netz. Zuwachs gab es auch bei der WÀrmeerzeugung aus Solarthermie: Sie stieg von 382 Mio. kWh im Jahr 2008 auf 532 Mio. kWh im Jahr 2011. Nicht zuletzt investiert Niedersachsen weiter in die Weiterentwicklung der Erneuerbare-Energien-Technologien. Im Jahr 2010 floss mit 15,1 Mio. Euro das meiste Geld in die Forschung.

Tourismus

Niedersachsen belegt im Bundesvergleich fĂŒr 2013 mit 39,9 Millionen Übernachtungen hinter Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Nordrhein-Westfalen den 4. Rang.

Hauptanziehungspunkt innerhalb der niedersĂ€chsischen Reisegebiete war die niedersĂ€chsische NordseekĂŒste mit 7.236.224 Übernachtungen. Wichtige Fremdenverkehrsorte sind hier das sogenannte Cuxland mit Cuxhaven und seinen Stadtteilen Duhnen, Döse und Sahlenburg sowie die Gemeinde Wurster NordseekĂŒste. Weitere wichtige Seebadeorte befinden sich in Butjadingen, im oldenburgischen Friesland und an der ostfriesischen KĂŒste. Die nachfolgenden RĂ€nge belegen die Reisegebiete LĂŒneburger Heide mit 6.026.603 Übernachtungen und Ostfriesische Inseln mit 5.090.692 Übernachtungen. Die weiteren Platzierungen fĂŒr das Jahr 2013 können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Messe

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sind die in Hannover stattfindenden Messen der Deutschen Messe AG. Einzelne Messen sind die grĂ¶ĂŸten ihrer Art weltweit. Zu den wichtigsten Messen gehören hierbei Hannover Messe, IAA Nutzfahrzeuge, Infa, Agritechnica, Interschutz und IdeenExpo. Um das zweite Millennium war die CeBIT neben der Hannover Messe die wichtigste Messe Deutschlands und eine der beachtetsten weltweit.

Medien

In Niedersachsen gibt es seit 1984 neben dem aus GebĂŒhren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk den werbefinanzierten privaten Rundfunk. FĂŒr die Entwicklung und Förderung des privaten Rundfunks ist die NiedersĂ€chsische Landesmedienanstalt zustĂ€ndig. Sie lizenziert private Hörfunk- und Fernsehanbieter und beaufsichtigt deren Programme. Weitere Aufgaben sind die Aufsicht in Bezug auf die Einhaltung des Jugendschutzes bei den privaten Anbietern von Telemedien in Niedersachsen sowie die Förderung des BĂŒrgerrundfunks.

Hörfunk

Der öffentlich-rechtliche Hörfunk wird vom Norddeutschen Rundfunk betrieben, der fĂŒr Niedersachsen ein landesspezifisches Programm sendet. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) unterhĂ€lt dazu in der Landeshauptstadt Hannover ein Landesfunkhaus fĂŒr Hörfunk und Fernsehen, in dem das Regionalprogramm fĂŒr Niedersachsen gestaltet wird. DarĂŒber hinaus ist der NDR in mehreren StĂ€dten Niedersachsens mit Regionalstudios und KorrespondentenbĂŒros vertreten. Regionalstudios gibt es in Braunschweig, Göttingen, LĂŒneburg, Oldenburg und OsnabrĂŒck; KorrespondentenbĂŒros in Lingen/Emsland, Otterndorf/Niederelbe, Esens/Ostfriesland, Vechta, Verden, Hameln/Weserbergland und Wilhelmshaven.

Im privaten Hörfunk gibt es mit radio ffn, Antenne Niedersachsen und Radio 21 drei landesweit sendende private Radioketten. Daneben sorgen 15 nichtkommerzielle, gemeinnĂŒtzige Veranstalter von BĂŒrgerrundfunk fĂŒr Vielfalt in den jeweiligen lokalen Regionen. Unter den Betreibern befinden sich zehn BĂŒrgerradios, zwei BĂŒrgerfernsehveranstalter und drei Sender, die ein Hörfunk- und Fernsehprogramm bieten. Mit der Neufassung des NiedersĂ€chsischen Mediengesetzes dĂŒrfen seit dem 1. Januar 2011 auch lokale und regionale werbe-finanzierte Hörfunksender zugelassen werden. Die ersten zugelassenen Lokalsender waren Radio Hannover, teutoRADIO OsnabrĂŒck, Radio38, BWReins und Radio Nienburg.

Fernsehen

Das NDR Fernsehen ist das regionale öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm des Norddeutschen Rundfunks, das gemeinsam mit Radio Bremen fĂŒr die LĂ€nder Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein produziert wird.

Als private Fernsehveranstalter senden RTL Nord und Sat.1 Norddeutschland landesspezifische Regionalprogramme wie Guten Abend RTL und 17:30 SAT.1 REGIONAL – Das Magazin fĂŒr Niedersachsen und Bremen. Mit der Neufassung des NiedersĂ€chsischen Mediengesetzes dĂŒrfen seit dem 1. Januar 2011 auch lokale und regionale werbe-finanzierte Fernsehsender zugelassen werden. Den Anfang machten der Friesische Rundfunk, regiotv, heimatLIVE, Hannover TV, os1.tv, ev1.tv sowie fan24.tv.

Zeitungen

In Niedersachsen erscheinen rund 50 regionale Tageszeitungen, die jedoch keine große bundesweite Bedeutung haben. Die grĂ¶ĂŸten Zeitungen sind die Hannoversche Allgemeine, die Braunschweiger Zeitung, die Neue OsnabrĂŒcker Zeitung, die Nordwest-Zeitung und die Kreiszeitung Syke. Eine Besonderheit stellt die Hessische/NiedersĂ€chsische Allgemeine dar, deren Verbreitungsgebiet lĂ€nderĂŒbergreifend ist und den Bereich Nordhessen und SĂŒdniedersachsen abdeckt.

Verkehr

Eisenbahn

Wichtigster Verkehrsknotenpunkt im Schienenverkehr ist die Landeshauptstadt Hannover. Die wichtigsten Eisenbahnstrecken verlaufen von SĂŒddeutschland ĂŒber Göttingen und Hannover nach Hamburg, vom Ruhrgebiet/Amsterdam ĂŒber Hannover und Braunschweig oder Wolfsburg nach Berlin und vom Ruhrgebiet ĂŒber MĂŒnster, OsnabrĂŒck und Bremen nach Hamburg. Wichtig sind ferner die Bahnstrecke Hannover–Bremen und die Emslandstrecke. Zurzeit werden verschiedene Streckenvarianten diskutiert, die die SeehĂ€fen im GĂŒterverkehr an das Hinterland anbinden sollen. Außerdem ist die ErtĂŒchtigung der Verbindungen Hannover–Hamburg und Hannover–Bremen geplant, die beispielsweise durch Bau der Y-Trasse oder den Ausbau der Verbindung von Verden (Aller) ĂŒber Rotenburg (WĂŒmme) nach Hamburg bei gleichzeitigem Ausbau der Bahnstrecke Hannover–Verden (Aller)–Bremen erfolgen könnte.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) ist ein AufgabentrĂ€ger fĂŒr den schienengebundenen Nahverkehr in Niedersachsen. Sie ist eine hundertprozentige Tochter des Landes Niedersachsen und hat ihren Sitz in Hannover. GegrĂŒndet wurde sie im MĂ€rz 1996.

Straßenverkehr

Entsprechend der Bevölkerungsverteilung befindet sich ein Schwerpunkt des Straßennetzes im sĂŒdöstlichen Niedersachsen mit den Zentren Hannover, Braunschweig, Hildesheim und Salzgitter. In diesem Raum kreuzen sich die Autobahnen vom Ruhrgebiet nach Berlin und von SĂŒddeutschland an die KĂŒste. Dies sind die Autobahnen A 2 und A 7/A 27 sowie die A 36/A 39, die das östliche Niedersachsen erschließen sollen. Weitere wichtige Autobahnen verlaufen vom Ruhrgebiet ĂŒber OsnabrĂŒck und Bremen nach Hamburg (A 1 (Hansalinie)), vom Ruhrgebiet nach Emden (A 31/Emslandautobahn) sowie von Amsterdam ĂŒber OsnabrĂŒck nach Hannover (A 30 und A 2).

Flugverkehr

Die fĂŒr das Land wichtigsten Luftdrehkreuze sind der Flughafen Hannover-Langenhagen (HAJ) sowie die außerhalb Niedersachsens gelegenen FlughĂ€fen Bremen (BRE), Hamburg (HAM) und MĂŒnster/OsnabrĂŒck (FMO).

Schifffahrt

Die grĂ¶ĂŸten SeehĂ€fen in Niedersachsen befinden sich in Wilhelmshaven, Cuxhaven, Nordenham, Emden, und Brake. 2017 wurden in den niedersĂ€chsischen SeehĂ€fen 53,4 Mio. Tonnen GĂŒter umgeschlagen. Die wichtigsten Binnenwasserstraßen sind der Mittellandkanal, die Weser, die Elbe, der Elbe-Seitenkanal und die Ems.

Im Norden von Wilhelmshaven befindet sich der JadeWeserPort als Tiefwasserhafen fĂŒr große Containerschiffe. Der neu aufgespĂŒlte Containerhafen war eines der grĂ¶ĂŸten Infrastrukturprojekte der letzten Jahrzehnte in Norddeutschland. Der Hafen wurde mit finanzieller UnterstĂŒtzung der LĂ€nder Bremen und Niedersachsen gebaut und am 21. September 2012 offiziell in Betrieb genommen. Rund eine Milliarde Euro haben die beiden BundeslĂ€nder sowie der Containerterminal-Betreiber Eurogate investiert.

Bevölkerung

Allgemeines

In kulturellen Dingen weist das Land eine große regionale Differenzierung auf und zeigt fließende ÜbergĂ€nge insbesondere nach Westfalen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Niedersachsen außerdem fĂŒr viele FlĂŒchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten zur neuen Heimat, die sich meistens in den StĂ€dten, aber vielfach auch in kleinsten Dörfern niederließen und diese seitdem mitprĂ€gen. Am 3. Oktober 1950 ĂŒbernahm das Land Niedersachsen, in dem sich nach der Vertreibung besonders viele Schlesier niedergelassen hatten, die Schirmherrschaft ĂŒber die Landsmannschaft Schlesien. Die vielen militĂ€rischen Einrichtungen, Industriebetriebe und Wissenschaftseinrichtungen in Niedersachsen und auch in den benachbarten Stadtstaaten fĂŒhrten außerdem zur Zuwanderung von Menschen aus anderen Regionen Deutschlands. Hinzu kommen viele Zuwanderer, die als sogenannte Gastarbeiter ins Land kamen und NeubĂŒrger aus den LĂ€ndern des ehemaligen Ostblocks. Es zeichnet sich ab, dass auch weiterhin Migrationsbewegungen in Richtung Niedersachsen bestehen werden, beispielsweise durch FlĂŒchtlinge, die hier eine neue Heimat finden. Aufgrund dieser HeterogenitĂ€t der Bevölkerung hat Niedersachsen keine Einwohnerschaft, die im ethnisch-kulturellen Sinne als die Niedersachsen bezeichnet werden kann. Als die Niedersachsen bezeichnet man daher am ehesten schlicht diejenigen, die ihren Wohnsitz, ihre Heimat oder Wahlheimat im Land Niedersachsen haben.

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Zeitraum 2015/17 bei 78,0 Jahren fĂŒr MĂ€nner und bei 82,8 Jahren fĂŒr Frauen. Die MĂ€nner belegen damit unter den deutschen BundeslĂ€ndern Rang 8, wĂ€hrend Frauen Rang 12 belegen. Regional hatten 2013/15 Vechta (Erwartung der Gesamtbevölkerung: 81,75 Jahre), Harburg (81,51) und Ammerland (81,28) die höchste, sowie Wilhelmshaven (78,99), Helmstedt (78,94) und Emden (78,07) die niedrigste Lebenserwartung.

Niedersachsen hatte mit 1,62 Kinder pro Frau im Jahr 2017 die dritthöchste Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer unter den deutschen BundeslÀndern.

Traditionell ansÀssige Bevölkerungsgruppen

Die bereits vor GrĂŒndung des Landes Niedersachsen in den frĂŒheren LĂ€ndern Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe ansĂ€ssigen Bevölkerungsteile weisen viele Gemeinsamkeiten sowohl untereinander als auch mit nord- und nordwestdeutschen Nachbarregionen auf wie beispielsweise den Gebrauch der ursprĂŒnglichen Ortsdialekte des Niederdeutschen, das umgangssprachlich meistens als Plattdeutsch bezeichnet wird. Gemeinsamkeiten bestehen auch in bestimmten Aspekten der vorherrschenden traditionellen Architektur und Bauweise (Backsteinbauweise) von GebĂ€uden (Niedersachsenhaus). Der grĂ¶ĂŸere Teil des Landes ist traditionell evangelisch-lutherisch, einige Landesteile aber auch römisch-katholisch geprĂ€gt. Daneben gab es ĂŒber Jahrhunderte bestehende jĂŒdische Gemeinden, die ĂŒber das gesamte Land verteilt waren und deren Mitglieder die jeweiligen Orte hĂ€ufig mitprĂ€gten. JĂŒdische Gemeinden bestehen heute nur noch in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten. Die Gemeindemitglieder sind hĂ€ufig aus Osteuropa zugewandert.

Im Nordwesten des Landes sind Friesen ansÀssig, die in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt sind. Sie unterscheiden sich unter anderem durch die Sprache, da die hier gesprochenen Dialekte des Niederdeutschen einen hohen friesischen Bezug aufweisen. Das Bundesinnenministerium gibt den Bereich Ost-Friesland als Siedlungsgebiet der Minderheit an. Zu den Friesen gehören die Saterfriesen, die mit der saterfriesischen Sprache eine Sprachminderheit darstellen.

In Niedersachsen leben teilweise seit Jahrhunderten ansÀssige Minderheiten von Sinti und Roma. Der erste Nachweis stammt aus dem Jahr 1407 aus Hildesheim.

Zuwanderung

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Niedersachsen eines der Hauptansiedlungsgebiete fĂŒr Heimatvertriebene aus Schlesien, Ostpreußen, Hinterpommern, der Neumark und weiteren ehemals deutschen Ostgebieten, von vertriebenen Deutschböhmen aus der Tschechoslowakei und von Deutschen aus weiteren Gebieten wie Bessarabien (nach Personenzahl absteigend geordnet). Nach der letzten entsprechend aufgeschlĂŒsselten ZĂ€hlung Ende der 1960er Jahre waren 30 % der Einwohner Niedersachsens FlĂŒchtlinge, Vertriebene oder Kinder aus entsprechenden Familien. Hinzu kamen ab den 1960er Jahren deutschstĂ€mmige Aussiedler aus SiebenbĂŒrgen, ab den 1970er Jahren aus Oberschlesien und anderen Regionen Polens, Vietnamesen sowie ab den 1980er Jahren russlanddeutsche Aussiedler sowie SpĂ€taussiedler mit ihren fremdsprachigen Familienangehörigen.

DarĂŒber hinaus entstand besonders durch die vielen Industriebetriebe im Raum Hannover-Braunschweig-Salzgitter-Wolfsburg, aber auch in den nach Niedersachsen reichenden BallungsrĂ€umen Bremen und Hamburg bereits wĂ€hrend des Wirtschaftswunders in den 1950er Jahren, ein hoher Bedarf an ArbeitskrĂ€ften, weswegen man zahlreiche Gastarbeiter aus Italien, Spanien, TĂŒrkei, Griechenland, Jugoslawien und Portugal anwarb, die hĂ€ufig in Niedersachsen blieben. Daneben leben in Niedersachsen FlĂŒchtlinge, seit 2015 insbesondere in grĂ¶ĂŸerer Zahl aus Syrien, aber auch aus dem Irak, Afghanistan, Eritrea und anderen LĂ€ndern Afrikas.

Seit GrĂŒndung des Landes Niedersachsen ist die Region insbesondere durch viele Wirtschaftsbetriebe auch Zielgebiet von Binnenmigration innerhalb der Bundesrepublik Deutschland.

Sprache

Amtssprache

Amtssprache ist Deutsch. Die Minderheitensprache Saterfriesisch und die Regionalsprache Niederdeutsch sind nach der EuropĂ€ischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen besonders geschĂŒtzt und zum Amtsgebrauch zugelassen.

Umgangssprache

Heutige Situation

Heute wird in Niedersachsen vornehmlich Standarddeutsch gesprochen. Bis ins 19. Jahrhundert spielte es in Niedersachsen nur als Schriftsprache eine Rolle. Im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts fand der Prozess der Ablösung der bisherigen in Niedersachsen gesprochenen Sprachen durch das Standarddeutsche statt. Beschleunigt wurde diese Entwicklung auch durch die Integration von aus dem ostmitteldeutschen Dialektgebiet – beispielsweise aus Schlesien – stammenden FlĂŒchtlingen und Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei bestand lange neben dem „reinen“ Standarddeutsch eine Sprachform, die durch ein starkes niederdeutsches Substrat geprĂ€gt war; diese Sprachform ist in ihrer extremen Form als Missingsch bekannt. Heute ist diese „Zwischenform“ aber noch bedrohter als das Niederdeutsche.

Außer dem Standarddeutschen ist auch noch das Saterfriesische lebendig, wĂ€hrend die bis vor einigen Jahrzehnten dominierende Sprache, das NiedersĂ€chsische, in den meisten Regionen bedroht ist; Ostfriesland ist das prominenteste Beispiel fĂŒr eine Region, in der dies bisher weniger der Fall ist. Auf der anderen Seite ist das ostfĂ€lische Niederdeutsch besonders bedroht und in einigen Regionen wohl schon ausgestorben, sicher in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten.

Die ostfĂ€lische Aussprache des Standarddeutschen wird in anderen Regionen des deutschen Sprachraums bis heute oft fĂ€lschlicherweise mit der modernen Aussprache des Standarddeutschen verwechselt. Dieses MissverstĂ€ndnis dĂŒrfte darauf zurĂŒckzufĂŒhren sein, dass sich das Standarddeutsche im ostfĂ€lischen Dialektraum sehr frĂŒh durchsetzte und die einheimischen Mundarten verdrĂ€ngte. Dadurch galt die deutsche Standardsprache in der Folgezeit insbesondere Sprechern sĂŒddeutscher Dialekte als „Mundart Hannovers“.

Als Schriftsprache dienen in Niedersachsen seit dem 16. Jahrhundert Standarddeutsch sowie im westlichen Ostfriesland und in der Grafschaft Bentheim NiederlĂ€ndisch, seit Beginn des 20. Jahrhunderts nur noch Standarddeutsch. Die am weitesten verbreiteten Sprachen von Zuwanderergruppen sind TĂŒrkisch, Kurdisch, Arabisch, Italienisch, Serbisch, Kroatisch, Albanisch, Romanes und Griechisch sowie Russisch und Polnisch. Außerdem ist Englisch bedingt durch Truppenstationierungen im Rahmen der NATO in einigen Regionen verbreitet.

Traditionelle Situation
„Plattdeutsch“

Bevor sich das Standarddeutsche durchsetzte, wurden in Niedersachsen vornehmlich niederdeutsche Dialekte gesprochen. Diese Dialekte sind heute als Plattdeutsch bekannt. Die einzelnen niedersĂ€chsischen Ortsdialekte werden von ihren Sprechern Platt genannt, wie auch viele Dialekte in der Mitte Deutschlands. Die niederdeutschen Dialekte in Niedersachsen können vier Dialektgruppen zugeordnet werden: Ostniederdeutsch im Wendland, OstfĂ€lisch im SĂŒdosten, WestfĂ€lisch in OsnabrĂŒck und im sĂŒdlichen Landkreis OsnabrĂŒck sowie NordniedersĂ€chsisch im ĂŒbrigen Land. Hervorzuheben ist das ostfriesische Platt, das durch sein friesisches Substrat Besonderheiten aufweist und im Vergleich zu anderen niederdeutschen Dialekten am wenigsten vom Aussterben bedroht ist.

Weitere traditionelle Sprachen und Dialekte

Außer dem Niederdeutschen gab es weitere SprachvarietĂ€ten im Gebiet des heutigen Niedersachsens. Im friesisch besiedelten KĂŒstengebiet von der niederlĂ€ndischen Grenze bis zum Land Wursten war die variantenreiche ostfriesische Sprache beheimatet, von der heute nur noch das Saterfriesische in der Gemeinde Saterland existiert. Daneben sprechen auch einige lange ansĂ€ssige Bevölkerungsgruppen auf dem Mitteldeutschen basierende Dialekte, die zur Untergruppe des Ostmitteldeutschen gehören. Aufgrund der Zuwanderung von Bergleuten in den Oberharz im Mittelalter wurden dort vom Erzgebirgischen beeinflusste Mundarten gesprochen. Entlang des SĂŒdrandes des Harzes im Raum Bad Lauterberg/Bad Sachsa verlĂ€uft die Benrather Linie. Hier ist das zur thĂŒringisch-obersĂ€chsischen Dialektgruppe gehörende NordthĂŒringisch im Gebrauch. Seit dem 18. Jahrhundert gab es außerdem eine kleine pfĂ€lzischsprachige Gruppe in Veltenhof, seit 1931 ein Stadtteil Braunschweigs. Bis ins 18. Jahrhundert hielt sich im Wendland auch das slawische Polabisch. Die in Niedersachsen ansĂ€ssigen Sinti und Roma sprechen Romanes.

Bildung, Wissenschaft und Kultur

Bildung

Wissenschaft

Wissenschaftliche Standorte sind:

UniversitÀten

  • Technische UniversitĂ€t Braunschweig
  • Technische UniversitĂ€t Clausthal
  • Georg-August-UniversitĂ€t Göttingen
  • Gottfried-Wilhelm-Leibniz-UniversitĂ€t Hannover
  • UniversitĂ€t Hildesheim
  • Leuphana-UniversitĂ€t LĂŒneburg
  • Carl-von-Ossietzky-UniversitĂ€t Oldenburg
  • UniversitĂ€t OsnabrĂŒck
  • UniversitĂ€t Vechta

Hochschulen

  • Hochschule 21
  • Hochschule fĂŒr Bildende KĂŒnste Braunschweig
  • Hochschule Emden/Leer
  • Hochschule Hannover
  • Hochschule fĂŒr Musik, Theater und Medien Hannover
  • Medizinische Hochschule Hannover
  • TierĂ€rztliche Hochschule Hannover
  • Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen
  • Jade-Hochschule
  • Ostfalia-Hochschule fĂŒr angewandte Wissenschaften
  • Hochschule OsnabrĂŒck

UNESCO-Welterbe

Als Welterbe in Deutschland befinden sich in Niedersachsen vier UNESCO-WeltkulturerbestĂ€tten. Dazu zĂ€hlt die zweiteilige ErbestĂ€tte des Dom St. Mariae und die Michaeliskirche in Hildesheim. Die dreiteilige ErbestĂ€tte im West-Harz besteht aus dem Bergwerk Rammelsberg, der Altstadt von Goslar und dem Oberharzer Wasserregal mit der Grube Samson sowie dem Kloster Walkenried. JĂŒngste WelterbestĂ€tte wurde 2011 das Fagus-Werk in Alfeld. Das niedersĂ€chsische Wattenmeer ist ein Weltnaturerbe. In der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – NiedersĂ€chsische Landesbibliothek liegt der Briefwechsel von Leibniz, der seit 2007 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehört. In der NiedersĂ€chsischen Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek in Göttingen ist die 42-zeilige, auf Pergament gedruckte Gutenberg-Bibel Weltdokumentenerbe.

2012 nominierte das Land Niedersachsen die Kulturlandschaften Altes Land und die Rundlingsdörfer im Hannoverschen Wendland fĂŒr die deutsche Vorschlagsliste fĂŒr zukĂŒnftige UNESCO-WelterbeantrĂ€ge (Tentativliste), fĂŒr die jedes deutsche Land zwei VorschlĂ€ge liefern darf. Das NiedersĂ€chsische Ministerium fĂŒr Wissenschaft und Kultur gab die beiden Kandidaten am 18. Juni 2012 nach einem 2011 begonnenen Auswahlverfahren bekannt. Im Jahre 2013 wird die Kultusministerkonferenz entscheiden, welche AntrĂ€ge der LĂ€nder auf die deutsche Vorschlagsliste ('Tentativliste') gesetzt werden, von der die UNESCO frĂŒhestens ab 2017 neue WelterbestĂ€tten auswĂ€hlt. Weitere Bewerbungen gaben auf Landesebene die Stadt LĂŒneburg fĂŒr ihre Altstadt und der Verein Naturschutzpark (VNP) fĂŒr die LĂŒneburger Heide ab. Das Ministerium empfahl beiden Institutionen, jeweils serielle AntrĂ€ge zu stellen, bei LĂŒneburg gemeinsam mit vergleichbaren „Salzorten“ und beim VNP gemeinsam mit anderen „agro-pastoralen“ Orten. Der Antrag der Stadt Wunstorf auf Nominierung der Sigwardskirche in Idensen als bedeutender sakraler Kleinbau der Romanik wurde aus taktischen GrĂŒnden nicht berĂŒcksichtigt.

Landschaften und LandschaftsverbÀnde

Nach Auflösung der Regierungsbezirke wurden zwischen dem Land Niedersachsen auf der einen Seite und den Landschaften und LandschaftsverbĂ€nden auf der anderen Seite VertrĂ€ge geschlossen, nach denen diese kĂŒnftig fĂŒr kulturelle Belange in den jeweiligen Regionen verantwortlich sind.

Kunstgeschichte

Architektur

Baugeschichtlich bedeutsam in Niedersachsen war die Epoche der Renaissance, die sich in vielen Bauten im Stil der Weserrenaissance widerspiegelt. Eine weitere SehenswĂŒrdigkeit sind die HerrenhĂ€user GĂ€rten in Hannover, darunter der Große Garten, einer der bedeutendsten europĂ€ischen BarockgĂ€rten.

In OsnabrĂŒck finden sich viele GebĂ€ude des Klassizismus und der Zeit des Rokoko. SehenswĂŒrdigkeiten sind die Altstadt mit Dom und dem Rathaus des WestfĂ€lischen Friedens, zahlreiche Steinwerke wie der Ledenhof und FachwerkhĂ€user. Auch Niedersachsens grĂ¶ĂŸtes Barockschloss, das Schloss OsnabrĂŒck, und mit St. Katharinen das höchste mittelalterliche spĂ€tgotische Bauwerk sind hier zu sehen.

Von baugeschichtlicher und kunsthistorischer Bedeutung ist die Doppelanlage von Schloss und Benediktinerabtei Iburg in Bad Iburg. Sie weist im Rittersaal mit der Arbeit von Andrea Alovisii die einzig erhaltene Deckenmalerei in perspektivischer Scheinarchitektur nördlich der Alpen auf.

Bildende Kunst

Niedersachsen hat seit dem 19. Jahrhundert bedeutende KĂŒnstler von internationalem Rang hervorgebracht. Der populĂ€rste ist wohl Wilhelm Busch, der durch seine Bildergeschichten bekannt wurde. Weniger bekannt ist sein Werk als Landschaftsmaler. Er schuf mehr als 1000 GemĂ€lde, die erst posthum veröffentlicht wurden.

1884 besuchte Fritz Mackensen wĂ€hrend des Sommersemesters Worpswede und legte 1889 mit seinem Studienkollegen Otto Modersohn und weiteren KĂŒnstlern den Grundstein fĂŒr die KĂŒnstlerkolonie Worpswede. 1894 kaufte der KĂŒnstler Heinrich Vogeler den Barkenhoff in Worpswede. Dieser war Heimat namhafter KĂŒnstler des deutschen Impressionismus und des Expressionismus. Die bekanntesten KĂŒnstler der ersten Generation der Kolonie waren Fritz Mackensen, Paula Modersohn-Becker, Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Heinrich Vogeler, Clara Westhoff, Hans am Ende, Richard Oelze sowie Rainer Maria Rilke.

Neben der KĂŒnstlerkolonie in Worpswede gab es in Niedersachsen noch weitere Orte, die die KĂŒnstler anzogen. In Dötlingen an der Hunte, einem kleinen Ort in der Wildeshauser Geest, lebten und arbeiteten ab 1900 KĂŒnstler wie Georg MĂŒller vom Siel, August Kaufhold und Otto Pankok. Von 1907 bis 1912 verbrachten Maler der KĂŒnstlergruppe Die BrĂŒcke die Sommermonate regelmĂ€ĂŸig in Dangast, einem KĂŒstenort am sĂŒdlichen Jadebusen. Karl Schmidt-Rottluff wurde dabei 1907 und 1908 von Erich Heckel begleitet und im Juni 1910 folgte Max Pechstein seinen Malerkollegen. Zahlreiche Werke dieser expressionistische KĂŒnstler zeigen Dangaster Motive.

Zwischen den 1920er und 1930er Jahren war der hannoversche Maler und Lyriker Kurt Schwitters in Niedersachsen tĂ€tig. Er ist der Erfinder der Merzkunst, die als Weiterentwicklung des Dadaismus gilt. Schwitters bezeichnete sich selbst nicht als Dadaist, sondern als MerzkĂŒnstler, arbeitete jedoch zeitweise eng mit den Berliner Dadaisten zusammen. Seine bekanntesten Gedichte sind „An Anna Blume“ und die „Sonate in Urlauten“. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingestuft, flĂŒchtete der KĂŒnstler 1937 und kehrte nie mehr in seine Heimatstadt zurĂŒck. Eine Rekonstruktion seines berĂŒhmten Merzbaus ist im Sprengel-Museum in Hannover zu besichtigen.

Ebenfalls große Bekanntheit erlangte der jĂŒdische Maler Felix Nussbaum (1904–1944). Als Maler der Neuen Sachlichkeit zĂ€hlte er zur „verschollenen Generation“ der um 1900 Geborenen. Viele seiner Werke thematisieren den Holocaust, dem er 1944 selbst zum Opfer fiel.

Erhebliche Bekanntheit erreichte auch der Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer Kurt Sohns (1907–1990).

Der 1940 geborene Neodadaist, Performance- und KonzeptkĂŒnstler Timm Ulrichs erlangte internationale Bekanntheit. Er war unter anderem 1977 auf der documenta 6 vertreten. Im Jahr 2001 erhielt er den NiedersĂ€chsischen Staatspreis.

Niedersachsen verfĂŒgt ĂŒber zwei Kunsthochschulen: die Hochschule fĂŒr Bildende KĂŒnste Braunschweig und die Hochschule fĂŒr Musik und Theater Hannover. DarĂŒber hinaus bietet die Fachhochschule Ottersberg die StudiengĂ€nge „Kunst im Sozialen. Kunsttherapie“, „Theater im Sozialen“ und „Freie Bildende Kunst“ an.

Musik

Das KĂŒstengebiet zwischen Ems, Weser und Elbe verfĂŒgt ĂŒber eine einzigartige Orgelkultur mit historischen Orgeln aus ĂŒber 500 Jahren. Allein aus der Zeit vor 1700 sind mehr als 300 Register erhalten. In der Orgellandschaft Ostfriesland sind Instrumente seit der SpĂ€tgotik weitgehend original bewahrt geblieben, wie die Orgel in Rysum von 1457, die zu den Ă€ltesten Orgeln weltweit zĂ€hlt. Von besonderer Bedeutung sind die Werke von Arp Schnitger, dem Vollender der norddeutschen Barockorgel. Seine Instrumente waren stilbildend und haben den Orgelbau auf der ganzen Welt beeinflusst. In der Orgellandschaft zwischen Elbe und Weser finden sich einige der besterhaltenen Schnitger-Orgeln. Auch die Orgellandschaften SĂŒdniedersachsen, Braunschweig, LĂŒneburg und Oldenburg entwickelten sich zu ausgeprĂ€gten Kulturlandschaften. Im Bereich der Restaurierung der alten Instrumente hat JĂŒrgen Ahrend Orgelbau aus Leer-Loga MaßstĂ€be gesetzt.

Durch Konzertreihen, Festivals und Akademien und Musikzentren wird die niedersĂ€chsische Musikkultur der Öffentlichkeit erschlossen. Die Internationalen HĂ€ndel-Festspiele Göttingen sind das Ă€lteste Musikfestival fĂŒr Alte Musik weltweit und die Sommerlichen Musiktage Hitzacker das Ă€lteste bundesdeutsche Festival fĂŒr Kammermusik. Die 2009 gegrĂŒndete Landesmusikakademie Niedersachsen ist HeimstĂ€tte des NiedersĂ€chsischen Jugendsinfonieorchesters und des Landesjugendchors Niedersachsen. Hannover ist Sitz der NDR Radiophilharmonie.

Theater

Die niedersĂ€chsische Theaterlandschaft besteht aus drei Staatstheatern, der LandesbĂŒhne in Wilhelmshaven, fĂŒnf kommunalen und rund 90 freien Theatern sowie weitere Amateurtheater, Freilicht- und Niederdeutsche BĂŒhnen.

Das NiedersĂ€chsische Staatstheater Hannover in Hannover, das Oldenburgische Staatstheater in Oldenburg und das Staatstheater Braunschweig in Braunschweig werden mit Hilfe von Landesmitteln finanziert. Die Staatstheater Hannover GmbH ist eine 100-prozentige Landestochter, das Oldenburgische Staatstheater wird zu drei Vierteln, das Staatstheater Braunschweig zu zwei Dritteln mit Landesmitteln unterstĂŒtzt.

Kommunale Theater sind das Schloßtheater Celle in Celle, das Deutsche Theater in Göttingen, das aus dem Stadttheater Hildesheim und der LandesbĂŒhne Hannover fusionierte Theater fĂŒr Niedersachsen mit Sitz in Hildesheim, das Theater LĂŒneburg in LĂŒneburg, die StĂ€dtischen BĂŒhnen in OsnabrĂŒck, die LandesbĂŒhne Niedersachsen Nord in Wilhelmshaven sowie das Theater Wolfsburg in Wolfsburg. Sie erhalten Landesförderungen.

Mit dem Landesverband der Freien Theater in Niedersachsen e. V. wurde 1991 eine Interessenvertretung der professionellen freien Theater in Niedersachsen gegrĂŒndet, die durch das Land Niedersachsen regelmĂ€ĂŸig gefördert wird.

Museen und Kunstinstitutionen

In Niedersachsen gibt es rund 650 unterschiedliche Museen und Heimatstuben, die kulturhistorische Zeugnisse und Kunst aller Epochen sammeln und ausstellen. Über 50 % dieser Museen wurden nach 1965 gegrĂŒndet. Das Ă€lteste Museum war das 1754 von Herzog Carl I. eröffnete Kunst- und Naturalienkabinett in Braunschweig, das ein VorlĂ€ufer des Herzog Anton Ulrich-Museum und des Staatlichen Naturhistorischen Museums ist.

Das Land fĂŒhrt drei Landesmuseen mit sechs Museen in Hannover, Braunschweig und Oldenburg als staatliche Einrichtungen. In Braunschweig sind dies das Braunschweigische Landesmuseum, das Herzog-Anton-Ulrich-Museum und das Staatlich Naturhistorische Museum. In Oldenburg besteht es aus dem Landesmuseum fĂŒr Kunst und Kulturgeschichte und dem Landesmuseum fĂŒr Natur und Mensch. In Hannover befindet sich das NiedersĂ€chsische Landesmuseum Hannover.

Die meisten Museen in Niedersachsen befinden sich in der TrĂ€gerschaft von Gemeinden, Landkreisen oder in privater TrĂ€gerschaft von Vereinen. Viele von ihnen werden ehrenamtlich geleitet, einige vom Land Niedersachsen institutionell gefördert. Über 50 % der Museen gehören in die Kategorie Heimatmuseen und Heimatstuben.

Der Museumsverband fĂŒr Niedersachsen und Bremen e. V. ist die Interessenvertretung der Museen. Er berĂ€t und betreut seine Mitglieder mit dem Ziel, das Natur- und Kulturerbe in den Museen zu bewahren und zu vermitteln. Dabei ĂŒbernimmt er die Information der Mitglieder und fördert den Erfahrungsaustausch und die Fortbildung der Museen in museumstechnischer und wissenschaftlicher Hinsicht.

Bibliotheken

Niedersachsen besitzt aufgrund seiner Geschichte mehrere traditionsreiche historische Bibliotheken. Drei Bibliotheken sind als Landesbibliotheken von besonderer Bedeutung und wurden durch ihre reichen AltbestĂ€nde an einmaligen Handschriften und FrĂŒhdrucken zu international gefragten Forschungseinrichtungen. Die drei Landesbibliotheken sind die Herzog August Bibliothek in WolfenbĂŒttel, die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – NiedersĂ€chsische Landesbibliothek in Hannover und die Landesbibliothek Oldenburg in Oldenburg.

Die Herzog August Bibliothek hat sich als Forschungs- und StudienstĂ€tte fĂŒr das Mittelalter und die frĂŒhe Neuzeit einen internationalen Namen gemacht. In der Bibliothek wird seit 1989 das zwischen 1174 und 1189 entstandene Evangeliar des Welfenherzogs Heinrich der Löwe aufbewahrt. Es gilt als eines der teuersten BĂŒcher der Welt.

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek beherbergt den Nachlass von Gottfried Wilhelm Leibniz, der die Bibliothek von 1676 bis 1716 als PrÀfekt leitete. Der in seinem Nachlass aufbewahrte Briefwechsel umfasst rund 15.000 Briefe mit 1100 verschiedenen Korrespondenten. Der Briefwechsel wurde im Herbst 2007 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe (Memory of the World) erklÀrt.

Mit der Technischen Informationsbibliothek befindet sich in Hannover eine der weltweit grĂ¶ĂŸten Spezialbibliotheken fĂŒr Technik und Naturwissenschaft sowie eine von drei Zentralen Fachbibliotheken Deutschlands.

Literatur

Schriftsteller

Der Roman Im Westen nichts Neues (1929) begrĂŒndete den weltweiten Ruhm von Erich Maria Remarque, der am 22. Juni 1898 in OsnabrĂŒck geboren wurde. Er setzte sich in seinen Werken kritisch mit der deutschen Geschichte auseinander und zĂ€hlt zu den meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er starb am 25. September 1970 in Locarno. Die Verbitterung ĂŒber seine AusbĂŒrgerung aus Deutschland ĂŒberwand Remarque nie.

Von 1900 bis 1902 war der bedeutende österreichische Lyriker Rainer Maria Rilke in der Worpsweder KĂŒnstlerkolonie ansĂ€ssig, wo er die Bildhauerin Clara Westhoff heiratete, mit der er 1901 eine Tochter hatte. Danach verschlug es den expressionistischen Autor nach Paris.

Der neben Rilke bedeutendste niedersĂ€chsische Schriftsteller der Moderne ist Arno Schmidt. Der avantgardistische Schriftsteller lebte von 1958 bis zu seinem Tode 1979 in Bargfeld. Schmidt schrieb neben experimentellen Romanen wie seinem Hauptwerk Zettel’s Traum auch Übersetzungen, etwa von James Joyce, Edgar Allan Poe oder James Fenimore Cooper.

Als einer der bedeutendsten deutschen Lyriker der 1970er Jahre gilt der 1940 in Vechta geborene und 1975 bei einem Autounfall in London verstorbene Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann. Seine Werke sind beeinflusst vom Nouveau Roman und der amerikanischen Beat-Generation, um deren Veröffentlichung in Deutschland er sich verdient gemacht hat.

In Nartum, Landkreis Rotenburg (WĂŒmme) lebte Walter Kempowski von 1965 bis zu seinem Tode 2007. Er wurde vor allem durch seine stark autobiografisch geprĂ€gten Romane der Deutschen Chronik bekannt sowie durch sein Projekt Das Echolot, in dem er TagebĂŒcher, Briefe und andere Alltagszeugnisse unterschiedlicher Herkunft zu collagenartigen ZeitgemĂ€lden verarbeitete.

LiteraturbĂŒros

LiteraturbĂŒros (auch LiteraturhĂ€user) des Landes Niedersachsen gibt es in Braunschweig, Göttingen, Hannover, LĂŒneburg, Oldenburg und OsnabrĂŒck.

GedenkstÀtten

Mehr als 60 GedenkstĂ€tten und Geschichtsinitiativen erinnern in Niedersachsen an die Opfer des Nationalsozialismus. Unter den GedenkstĂ€tten befinden sich historische Orte wie Konzentrations-, Kriegsgefangenen- und Arbeitslager, GefĂ€ngnisse, Synagogen und Deportationsorte. Geschichtsinitiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen unterstĂŒtzen mit Hilfe von unterschiedlichen AktivitĂ€ten wie Gedenk- und Kulturveranstaltungen sowie Dauer- und Wanderausstellungen diese Erinnerungskultur. 1990 verpflichtete sich Niedersachsen als erstes deutsches Land dazu, regionale GedenkstĂ€tten fĂŒr die Opfer des Nationalsozialismus mit einer regelmĂ€ĂŸigen Förderung aus Landesmitteln zu unterstĂŒtzen. 2004 verabschiedete der Landtag das Gesetz ĂŒber die Stiftung niedersĂ€chsischer GedenkstĂ€tten. Die Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Celle nimmt seitdem im Auftrag des Landes verschiedene Aufgaben zur Förderung der GedenkstĂ€ttenarbeit wahr. Unter anderem ist sie fĂŒr die vom Land unterhaltenen GedenkstĂ€tten Bergen-Belsen und WolfenbĂŒttel zustĂ€ndig. Weitere Beispiele fĂŒr Stiftungen fĂŒr niedersĂ€chsische GedenkstĂ€tten sind die Stiftung GedenkstĂ€tte Esterwegen sowie die Stiftung Lager Sandbostel.

Die nichtstaatlichen GedenkstĂ€tten und Geschichtsinitiativen haben sich im Januar 2000 zur Interessengemeinschaft niedersĂ€chsischer GedenkstĂ€tten und Initiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen e. V. zusammengeschlossen. Die Interessengemeinschaft berĂ€t ihre Mitglieder ĂŒber Förderungsmöglichkeiten, koordiniert Forschungsprojekte, Veranstaltungen sowie Wanderausstellungen und richtet verschiedene Seminare zur Schwerpunktthemen der GedenkstĂ€ttenarbeit aus.

Gartenschauen

In Hannover fand die Bundesgartenschau 1951 statt, die heute als erste Bundesgartenschau in Deutschland gilt. Sie war die erste und bis heute einzige Bundesgartenschau in Niedersachsen.

Anfang 2000 folgte das Land dem Vorbild anderer BundeslĂ€nder und konzipierte eine eigene Landesgartenschau. Die erste NiedersĂ€chsische Landesgartenschau fand im Jahr 2002 in Bad Zwischenahn (Park der GĂ€rten) statt. Im Jahr 2004 wurde die Ausrichtung der Landesgartenschau durch die Stadt Wolfsburg ĂŒbernommen, danach folgten 2006 die Stadt Winsen, 2010 die Gemeinde Bad Essen und im Jahr 2014 die Stadt Papenburg.

Die bisher letzte Landesgartenschau wurde im Jahr 2018 von der Stadt Bad Iburg ausgerichtet.

Kulinarisches

Die NiedersĂ€chsische KĂŒche besteht aus einer Vielzahl regionaler, norddeutscher KĂŒchen, die sich aber in weiten Teilen sehr Ă€hneln, so z. B. der Oldenburger, Braunschweiger oder der Ostfriesischen. Sie ist meist sehr deftig. Beliebtes und landestypisches GemĂŒse im Winter ist der GrĂŒnkohl, der insbesondere im Rahmen von traditionellen GrĂŒnkohlessen verzehrt wird. Ebenso sehr bekannt und typisch ist die Ostfriesische Teekultur in Ostfriesland.

Neben der vielfĂ€ltigen regionalen KĂŒche gibt es in Niedersachsen mehrere Restaurants, die zur Spitzen-Gastronomie in Deutschland gehören. Der Gastronomie-FĂŒhrer Michelin zeichnete in seiner Ausgabe von 2012 14 niedersĂ€chsische Restaurants mit seinen bekannten Sternen aus, davon zwei mit der höchsten Auszeichnung von drei Sternen. Die mit drei Sternen ausgezeichneten Restaurants sind das La Vie von Thomas BĂŒhner in OsnabrĂŒck (inzwischen geschlossen) und das Aqua von Sven Elverfeld in Wolfsburg. Das Sterneck in Cuxhaven und Keilings Restaurant in Bad Bentheim sind Zwei-Sterne-Restaurants in Niedersachsen. Die Restaurants Apicus in Bad Zwischenahn, Perior in Leer, Seesteg auf Norderney, Marco Polo in Wilhelmshaven, Schlosshotel MĂŒnchhausen in Aerzen, Ole Deele in Burgwedel, Endtenfang in Celle, Zum Heidkrug in LĂŒneburg, La Forge in Bad Nenndorf sowie das La Fontaine in Wolfsburg erhielten jeweils einen Michelin-Stern.

Feiertage

In Niedersachsen sind die neun bundeseinheitlichen Feiertage Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit, erster Weihnachtstag und zweiter Weihnachtstag sowie seit 2017 zusÀtzlich der Reformationstag gesetzliche Feiertage.

Volksfeste

Das Landesfest des Landes Niedersachsen ist der Tag der Niedersachsen, ein dreitĂ€giges kulturelles Fest, das seit 1981 jĂ€hrlich von einer anderen niedersĂ€chsische Stadt ausgerichtet wird. Der TdN soll die kulturelle Vielfalt des Landes Niedersachsen zeigen und wird von der durchfĂŒhrenden Stadt sowie dem Programmbeirat des Tag der Niedersachsen organisiert. Im Programmbeirat sind das NiedersĂ€chsische Ministerium fĂŒr Inneres und Sport sowie verschiedene LandesverbĂ€nde vertreten.

In der Landeshauptstadt Hannover finden einige Veranstaltungen mit den höchsten Besucherzahlen in Niedersachsen statt. Das grĂ¶ĂŸte Ereignis in Hannover ist das im August stattfindende Maschseefest, das 2012 in drei Wochen rund 2,3 Millionen Besucher zĂ€hlte. Das SchĂŒtzenfest Hannover auf dem SchĂŒtzenplatz gilt als das grĂ¶ĂŸte SchĂŒtzenfest der Welt. Die zehntĂ€gige Veranstaltung wird jedes Jahr im Juli von bis zu 1,5 Millionen GĂ€sten aufgesucht. Ebenfalls auf dem SchĂŒtzenplatz werden das FrĂŒhlingsfest Hannover sowie das Oktoberfest Hannover ausgerichtet. Beide Volksfeste werden von der „Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Volksfeste Hannover“ veranstaltet. Das FrĂŒhlingsfest bringt es auf bis zu eine Million Besucher. Das Oktoberfest Hannover ist nach dem Oktoberfest in MĂŒnchen das grĂ¶ĂŸte Oktoberfest in Deutschland. Die 17 Tage dauernde Veranstaltung hat bis zu 900.000 Besucher.

In Oldenburg veranstaltet man jĂ€hrlich im Herbst den traditionellen Oldenburger Kramermarkt. Die zehn Tage dauernde Veranstaltung hat bis zu 1,5 Millionen Besucher. In der Kreisstadt Vechta findet mit dem Stoppelmarkt einer der Ă€ltesten JahrmĂ€rkte Deutschlands statt. Mit bis zu 800.000 Besuchern gehört das sechstĂ€gige Fest zu den grĂ¶ĂŸten Volksfesten in Niedersachsen. Den Gallimarkt in Leer gibt es schon seit 1508. Er ist mit bis zu 500.000 Besuchern das grĂ¶ĂŸte Volksfest in Ostfriesland. Ein weiteres Volksfest mit Tradition ist der Roonkarker Mart in der Wesermarsch, der 2012 offiziell als 879. Roonkarker Mart veranstaltet wurde. In der Nordseestadt Wilhelmshaven feierte man beim Wochenende an der Jade 1999 den bisherigen Besucherrekord mit 385.000 Besuchern. Weitere Volksfeste sind der Brokser Heiratsmarkt, die OsnabrĂŒcker Maiwoche sowie zahlreiche WeihnachtsmĂ€rkte.

Weltanschauungen und Religionen

Die Zahl der evangelischen und katholischen Christen in Niedersachsen sinkt kontinuierlich. Durchschnittlich verringerte sich deren Zahl zwischen 2001 und 2018 um 0,72 Prozentpunkte pro Jahr.

GemĂ€ĂŸ dem Zensus 2011 waren 48,6 % der Einwohner evangelisch, 17,4 % römisch-katholisch und 34,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Ende 2019 hatte die evangelische Kirche einen Anteil von 42,1 % der Bevölkerung, die römisch-katholische Kirche 16,5 % und 41,4 % der Bevölkerung bekannten sich zu keiner dieser beiden Religionsgemeinschaften. Im Vorjahr hatte die evangelische Kirche einen Anteil von 43,0 % der Bevölkerung, die römisch-katholische Kirche 16,8 % und rund 40,2 % der Bevölkerung bekannten sich zu keiner dieser beiden Religionsgemeinschaften.

Im Jahr 2015 lebten rund 400.000 Menschen muslimischen Glaubens in Niedersachsen, was einem Bevölkerungsanteil von 5 % entsprach.

Beim Zensus 2011 wurden letztmals genaue Zahlen zu weiteren Religionsgemeinschaften in Niedersachsen erfasst: Damals gehörten 1,3 % der Bevölkerung einer evangelischen Freikirche, 0,9 % einer christlich-orthodoxen Kirche, 0,1 % einer jĂŒdischen Gemeinde und 2,2 % sonstigen öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften an (dazu zĂ€hlen beispielsweise Altkatholiken und Zeugen Jehovas).

Religionsgemeinschaften

Protestantismus

Ein großer Teil Niedersachsens ist nach der Reformation durch die Evangelisch-lutherischen Kirchen geprĂ€gt. Lutherische Landeskirchen existieren als Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers, Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe, Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig und Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg. Neben den lutherischen Landeskirchen existiert die altkonfessionelle SelbstĂ€ndige Evangelisch-Lutherische Kirche, die in Niedersachsen eines ihrer Hauptverbreitungsgebiete hat.

Einige Regionen vor allem im Westen des Landes sind traditionell evangelisch-reformiert. Dies sind vor allem der Westen Ostfrieslands und die Grafschaft Bentheim. Sie sind das Zentrum der Evangelisch-reformierten Kirche in Nordwestdeutschland; diese verfĂŒgt ĂŒber eine eigene landeskirchliche Organisation, wĂ€hrend im grĂ¶ĂŸten Teil des ĂŒbrigen Deutschland die reformierten und lutherischen Kirchen seit dem 19. Jahrhundert in einer Kirchenunion miteinander verbunden sind. In der gleichen Region gibt es ferner noch evangelisch-altreformierte Kirchen.

Die evangelischen Landeskirchen sind seit 1971 in der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen verbunden.

Neben den protestantischen Landeskirchen wirken auch viele evangelische Freikirchen im Bereich des Landes Niedersachsen. Die Ă€lteste unter ihnen ist die Mennonitenkirche. Ihre Wurzeln reichen in die Reformationszeit und hier in die TĂ€uferbewegung zurĂŒck. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und BrĂŒdergemeinden) besitzt in Niedersachsen drei LandesverbĂ€nde: den Landesverband Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt, Baptisten im Nordwesten und den Landesverband Norddeutschland. Weitere Freikirchen in Niedersachsen sind unter anderem die Evangelisch-methodistische Kirche, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der Bund Freier evangelischer Gemeinden.

Katholizismus

Das Emsland, das Oldenburger MĂŒnsterland, die Stadt Twistringen, das Untereichsfeld und die sogenannten Stiftsdörfer des Hochstifts Hildesheim sind traditionell katholisch geprĂ€gt; in OsnabrĂŒck waren 31,5 % (Stand 31. Dezember 2018) der Bevölkerung katholisch.

Die katholischen Gemeinden gehören zu den BistĂŒmern Hildesheim und OsnabrĂŒck (beides SuffraganbistĂŒmer des Erzbistums Hamburg) und zum Bistum MĂŒnster (Suffraganbistum des Erzbistums Köln). Die katholische Gemeinde der Stadt Bad Pyrmont gehört zum Erzbistum Paderborn. Durch die Ansiedlung von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg – insbesondere von Katholiken aus Oberschlesien, dem Ermland und von Deutschböhmen und DeutschmĂ€hrern in vormals rein evangelischen Regionen – und durch den Zuzug von SpĂ€taussiedlern existieren mittlerweile Gemeinden der jeweils anderen großen christlichen Konfession in frĂŒher nahezu rein-konfessionell geprĂ€gten Regionen. Einziger bedeutender Heiliger Niedersachsens ist Jordan von Sachsen.

Hannover ist Sitz eines Dekanates der altkatholischen Kirche. Das Gebiet dieses Dekanats Nord umfasst neben Niedersachsen auch Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Islam

Ab den 1960er Jahren kam es zur Bildung von islamischen Gemeinden vor allem fĂŒr tĂŒrkischstĂ€mmige Einwohner. Die meisten Moscheegemeinden gehören zur DÄ°TÄ°B oder zur IGMG. Es bestehen noch weitere Gemeinden, unter anderem schiitische Gemeinden und Moscheevereine der Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Aleviten

Auch die Aleviten bilden mit zahlreichen Ortsgemeinden eine grĂ¶ĂŸere konfessionelle Minderheit in Niedersachsen, die sich ebenfalls aus Einwohnern mit Wurzeln in der TĂŒrkei gebildet haben. Die alevitischen Ortsgemeinden sind in der Alevitischen Gemeinde Deutschlands (tĂŒrkisch: Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu, Abk.: AABF) zusammengeschlossen. Seit dem Schuljahr 2011/2012 ist die AABF in Niedersachsen offizieller TrĂ€ger des alevitischen Religionsunterrichts.

Judentum

Vom jĂŒdischen Leben in Niedersachsen vor der Shoa zeugen einige noch vorhandene historische Synagogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden einige wenige jĂŒdische Gemeinden neu. Durch den Zuzug vieler jĂŒdischer Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion verzeichnen die jĂŒdischen Gemeinden seit 1990 ein verstĂ€rktes Wachstum. Die grĂ¶ĂŸte jĂŒdische Gemeinde in Niedersachsen ist die JĂŒdische Gemeinde Hannover K. d. ö. R. mit ungefĂ€hr 4500 Mitgliedern.

Die jĂŒdischen Gemeinden sind im eher traditionellen Landesverband der JĂŒdischen Gemeinden von Niedersachsen sowie im liberalen Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen organisiert. Beide LandesverbĂ€nde sind Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland.

Weitere Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften

In Niedersachsen leben rund 40.000 Jesiden, die hier hĂ€ufig grĂ¶ĂŸere Gemeinden bilden. Die grĂ¶ĂŸte jesidische Gemeinde in Niedersachsen liegt in Celle. Sie ist gleichzeitig die grĂ¶ĂŸte Gemeinde in Deutschland. Weitere bedeutende Gemeinden befinden sich in Bad Zwischenahn, Hannover und Oldenburg. 2007 wurde in Oldenburg der Zentralrat der Yeziden in Deutschland gegrĂŒndet, der sich die „Förderung und Pflege religiöser und kultureller Aufgaben der yezidischen Gemeinden“ und „die Vertretung der gemeinsamen politischen Interessen der yezidischen Gemeinschaft“ zum Ziel gesetzt hat.

Die in Niedersachsen lebenden neuapostolischen Christen werden von vier Apostelbereichen betreut, d. h. von Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und einem eigenen kleinen Bereich Niedersachsen.

Es gibt rund 13.000 aktive Zeugen Jehovas in Niedersachsen, die 187 Gemeinden bilden. In 124 Gemeinden befinden sich sogenannte KönigreichssÀle, wie die KirchengebÀude der Zeugen Jehovas genannt werden.

Humanisten sind unter anderem im Humanistischen Verband Deutschlands organisiert. Sitz des niedersÀchsischen Verbandes ist Hannover. Er umfasst zwei Kreis- sowie 17 OrtsverbÀnde, seit 1970 existiert ein Staatsvertrag mit dem Land.

Sport

Der Landessportbund Niedersachsen ist der Dachverband von rund 9600 niedersÀchsischen Sportvereinen mit rund 2,70 Millionen Mitgliedschaften. Rund 57 % der Mitglieder sind mÀnnlich. Die Zahl der unter 18-jÀhrigen Mitglieder liegt bei 33,1 %. Auch in dieser Altersklasse sind mehr Jungen als MÀdchen in Sportvereinen aktiv.

Der Landessportbund gliedert sich in 48 regionalen SportbĂŒnden, die sich an den Landkreisen bzw. kreisfreien StĂ€dten orientieren. Die Sportjugend Niedersachsen ist die Jugendorganisation des Landessportbund.

Die Vereine haben sich zudem in LandesfachverbĂ€nden organisiert. Der Landesfachverband mit den meisten Mitgliedern ist der NiedersĂ€chsische Turner-Bund mit 776.122 Mitgliedern, gefolgt vom NiedersĂ€chsischen Fußballverband mit 632.939 und dem SchĂŒtzenbund Niedersachsen/Nordwestdeutschen SchĂŒtzenbund mit 209.569 Mitgliedern. Auf den weiteren RĂ€ngen folgen der NiedersĂ€chsische Reiterverband mit 129.420 Mitgliedern und der NiedersĂ€chsische Tennisverband mit 128.184. Handball, Tischtennis, Leichtathletik, Schwimmen, DLRG sowie der Behindertensport belegen die weiteren PlĂ€tze.

Die grĂ¶ĂŸten Sportvereine sind Hannover 96 mit 20.385 Mitgliedern, der ASC 1846 Göttingen mit 9.596, der OsnabrĂŒcker Sportclub/MTV 1849 mit 7.767, der TodtglĂŒsinger SV v. 1930 mit 7.517 sowie Eintracht Hildesheim mit 7.007 Mitgliedern.

Organisatorisch sind die niedersĂ€chsischen Sportinstitutionen und -vereine eng mit denjenigen aus dem Land Bremen verzahnt. Niedersachsen war 1980 das erste deutsche Land, das sich gezielt mit seiner Sportgeschichte befasst hat. In enger Verbindung mit der Georg-August-UniversitĂ€t Göttingen wurde aus einem Förderkreis Sportgeschichte in Hoya unter dem Vorsitz von Wilhelm Henze und der Leitung des Wiss. Beirats von Arnd KrĂŒger das NiedersĂ€chsische Institut fĂŒr Sportgeschichte e. V. gegrĂŒndet. Hier wurden sowohl die traditionellen Sportspiele wie Boßeln und Klootschießen erforscht als auch der historisch-politische Hintergrund der Geschichte des Sports in Norddeutschland erarbeitet. Dort gibt es auch Ehrengalerie mit wichtigen Personen des niedersĂ€chsischen Sports.

Fußball

In der Bundesliga spielt in der Saison 2019/20 der Fußballverein VfL Wolfsburg, die Vereine Hannover 96 und VfL OsnabrĂŒck treten in der 2. Bundesliga an. In der 3. Liga treten Eintracht Braunschweig und der SV Meppen an. PopulĂ€r sind daneben im Bremer Umland der SV Werder Bremen und im Hamburger Umland der Hamburger SV sowie der FC St. Pauli.

Der NiedersĂ€chsische Fußballverband veranstaltet zudem die Fußball-Oberliga Niedersachsen als höchste landesweite Liga und den Niedersachsenpokal.

Im Frauenfußball spielt ebenfalls der VfL Wolfsburg erstklassig. In der 2. Frauen-Bundesliga spielen zudem der BV Cloppenburg, der SV Meppen und die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg.

Handball

Niedersachsen beheimatet mit der TSV Hannover-Burgdorf und der HSG Nordhorn-Lingen zwei Handballvereine der 1. Bundesliga. In der 2. Handball-Bundesliga spielt der Wilhelmshavener HV. In der 3. Liga Nord spielen acht Vereine aus Niedersachsen (Stand: Saison 2019/20).

In der 1. Handballbundesliga der Frauen sind der VfL Oldenburg (EHFChallenge Cup Sieger 2008, dt. Pokalsieger 2009 und 2012) und der Buxtehuder SV beheimatet.

Basketball

In der ersten Basketball-Bundesliga ist Niedersachsen durch die EWE Baskets Oldenburg (Deutscher Meister 2009, Champions-Cup-Sieger 2009, Pokalsieger 2015), die BG Göttingen, die Basketball Löwen Braunschweig sowie den SC Rasta Vechta vertreten.

In der zweitklassigen ProA spielen die Artland Dragons aus QuakenbrĂŒck. In der ProB sind die BAWE Oldenburger TB und die Herzöge WolfenbĂŒttel beheimatet.

Eishockey

In der höchsten deutschen Eishockey-Spielklasse, der Deutschen Eishockey Liga (DEL), spielen die Grizzlys Wolfsburg. In der Oberliga spielen zudem die ehemalige DEL-Mannschaft der Hannover Scorpions (Deutscher Meister der Saison 2009/10; mittlerweile ansÀssig in Langenhagen) sowie die Hannover Indians und die Harzer Falken aus Braunlage.

Wassersport

An der KĂŒste wie auch an den großen Seen und FlĂŒssen ist der Wassersport ebenso populĂ€r wie das Angeln. Cuxhaven ist lagebedingt eine traditionsreiche StĂ€tte des Segelns; so war es auch bereits Anlegehafen des Tall Ships’ Race.

Die Deutschen Schwimmwintermeisterschaften 2006 wurden in Hannover ausgetragen.

Wasserball

Niedersachsen ist dank der Teams der Region Hannover seit Jahrzehnten eine Wasserball-Hochburg. Wasserfreunde 98 Hannover wurde zwischen 1921 und 1948 achtmal deutscher Meister und stellte vier Spieler beim Olympiasieg 1928. Wassersport Hannover-Linden wurde 1993 deutscher Meister, 1998 und 2003 deutscher Pokalsieger. Beide Traditionsvereine sind 2012 zu dem neuen Großverein Waspo 98 Hannover fusioniert, der 2012/2013 als erster niedersĂ€chsischer Verein in der Champions League gespielt hat. Neben den beiden Klubs spielten auch Eintracht Braunschweig, Hellas 1899 Hildesheim, Freie Schwimmer Hannover, WSV 21 WolfenbĂŒttel und die SpVg Laatzen zeitweilig in der Wasserball-Bundesliga. Zuletzt ist 2012 der neue Klub White Sharks Hannover in die erste Liga aufgestiegen.

Pferdesport

Der Raum Verden (Aller), der Raum Vechta, das OsnabrĂŒcker Land (hier insbesondere Hagen a. T. W. und Ankum), das Oldenburger Land, das Celler Land und SĂŒdniedersachsen sind bekannt als Zentren des Pferdesports. Zudem sind Zucht und Haltung von Hannoveranern und anderen Pferden in vielen Landstrichen ein Wirtschafts- und Freizeitfaktor, sodass Niedersachsen als Pferdeland gilt.

In LuhmĂŒhlen, dem Zentrum der Vielseitigkeitsreiterei in Niedersachsen, wurden 2011 die Vielseitigkeits-Europameisterschaften ausgetragen. Von 1999 bis 2013 wurde in Lingen (Ems) das Internationale Dressurfestival Lingen veranstaltet. In Hagen am Teutoburger Wald findet alljĂ€hrlich das internationale Reitturnier Horses & Dreams statt.

American Football

Im American Football spielen die New Yorker Lions (bis 2010 Braunschweig Lions) seit der Saison 1994 ununterbrochen in der German Football League und sind mit zwölf German-Bowl-Siegen deutscher Rekordmeister. Seit 2016 spielen außerdem die Hildesheim Invaders in der höchsten deutschen Liga.

Baseball

In der Baseball-Bundesliga spielt der Baseballverein Hannover Regents. In der 2. Baseball-Bundesliga ist Braunschweig mit den Spot Up 89ers vertreten.

Rugby

Hannover ist eine Hochburg des deutschen Rugby-Sports. Rekordmeister ist der TSV Victoria Linden mit 20 Meistertiteln, davon acht in der seit 1971 bestehenden Rugby-Bundesliga. Von 1909 bis 2005 trat – mit Ausnahme von 1913 – ein hannoverscher Verein in jedem Endspiel um die deutsche Meisterschaft an. In der 1. Bundesliga spielen Hannover 78, SC Germania List und die Spielgemeinschaft VfR Döhren/SV Odin, in der 2. Bundesliga die Vereine TSV Victoria Linden, Deutscher Rugby Club Hannover und die zweite Mannschaft von Hannover 78.

Drachenboot

Hannover beheimatet mit dem All Sports Team Hannover eine Topmannschaft im Drachenbootsport. Das Team konnte seit seiner GrĂŒndung im Jahre 2000 bisher ĂŒber 100 Medaillen auf nationalen und internationalen Meisterschaften erringen, darunter allein im Jahre 2012 zehn deutsche Meistertitel. Außerdem stellte es ĂŒber mehrere Jahre den Kern der deutschen Premier-Mixed-Nationalmannschaft. Das Team ist dem Hannoverschen Kanuclub (HKC) von 1921 angeschlossen und trainiert auf dem Maschsee. Das All Sports Team wurde zur „Mannschaft des Jahres 2013“ in Niedersachsen gewĂ€hlt, vor den Bundesliga-Handballern aus Burgdorf und dem Frauenfußball-Championleaguesieger VfL Wolfsburg.

Weitere Sportarten

Niedersachsen bietet sich zum Wandern und Radfahren an. Daneben werden mancherorts noch traditionelle Sportarten gepflegt. So ist in Ostfriesland, im Emsland und im Ammerland das Boßeln und das Klootschießen populĂ€r. Im Emsland und in der Grafschaft Bentheim wird ferner das Kloatscheeten ausgeĂŒbt.

Im Harz gibt es vielfĂ€ltige Möglichkeiten fĂŒr die AusĂŒbung verschiedener Wintersportarten. In Ostfriesland findet jĂ€hrlich der Ossiloop statt. Zwischen 1977 und 2007 fand jĂ€hrlich die Niedersachsen-Rundfahrt statt. Seit 1968 wird jĂ€hrlich in OsnabrĂŒck mit dem OsnabrĂŒcker Bergrennen das einzige Bergrennen Niedersachsens durchgefĂŒhrt.

In der Gemeinde Halbemond (Samtgemeinde Hage im Landkreis Aurich, Ostfriesland) befindet sich das Motodrom Halbemond, in dem Motorrad-Speedwayrennen ausgetragen werden. Das Stadion fasst 34.000 Zuschauer auf 30.000 Steh- und 4.000 SitzplĂ€tzen. Es ist nach der Hannoveraner HDI-Arena das zweitgrĂ¶ĂŸte Stadion in Niedersachsen und das grĂ¶ĂŸte reine Speedwaystadion in Europa. 1983 wurde hier der Kieler Egon MĂŒller Speedway-Weltmeister.

In Scheeßel gibt es eine Sandrennbahn fĂŒr Motorradrennen, den sogenannten Eichenring. Hier werden seit den 1960er-Jahren vornehmlich nationale und internationale Sandbahnrennen ausgetragen, beispielsweise FinallĂ€ufe zur Sandbahn-EM, Langbahn-WM und deutsche Meisterschaften.

Siehe auch

Literatur

  • Von DichterfĂŒrsten und anderen Poeten. Kleine NiedersĂ€chsische Literaturgeschichte. Revonnah-Verlag, Hannover;
    • Band I: JĂŒrgen Peters, Wilhelm Heinrich Pott (Hrsg.): 32 Portraits. 1993, ISBN 3-927715-29-8.
    • Band II: JĂŒrgen Peters, Wilhelm Heinrich Pott (Hrsg.): 37 Portraits von Stendhal bis Arno Schmidt. 1994, ISBN 3-927715-31-X.
    • Band III: Dirck Linck, JĂŒrgen Peters (Hrsg.): FĂŒnfundvierzig Portraits von Arno Schmidt bis Hans Pleschinski. 1996, ISBN 3-927715-30-1.
  • Jörg Bogumil, Steffen Kottmann: Verwaltungsstrukturreform – die Abschaffung der Bezirksregierungen in Niedersachsen. IbbenbĂŒrener Vereinsdruckerei, IbbenbĂŒren 2006, ISBN 3-932959-48-5. (Schriftenreihe der Stiftung Westfalen-Initiative, Band 11) Link (PDF; 2,1 MB).
  • Dieter Brosius: Niedersachsen. Das Land und seine Geschichte in Bildern, Texten und Dokumenten. Ellert und Richter, Hamburg 2006, ISBN 3-8319-0265-8.
  • Florian Finkbeiner, Katharina Trittel, Lars Geiges: Rechtsradikalismus in Niedersachsen. Akteure, Entwicklungen und lokaler Umgang. Transcript, Bielefeld 2019, ISBN 978-3-8376-4965-9.
  • Norbert Fischer und Hansjörg KĂŒster (Hrsg.): Niedersachsen – Bausteine einer Landeskunde, Hamburg/Kiel 2017
  • Ernst Andreas Friedrich: Steine erzĂ€hlen aus Niedersachsens Geschichte. Landbuch Verlag, Hannover 2001, ISBN 3-7842-0618-2.
  • Hans-JĂŒrgen HĂ€ĂŸler: Ur- und FrĂŒhgeschichte in Niedersachsen. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-61-9.
  • Ingo Helm, Christoph Weinert: Die Geschichte Norddeutschlands. Hoffmann und Campe, Hamburg 2005, ISBN 3-455-09520-8.
  • Bernd Ulrich Hucker (Hrsg.): NiedersĂ€chsische Geschichte. Wallstein-Verlag, Göttingen 1997, ISBN 3-89244-223-1.
  • Joachim Kuropka: Niedersachsen – nicht erdverwachsen. Oldenburg zwischen Niedersachsen-Konstruktion und Westfalen. In: Joachim Kuropka (Hrsg.): Regionale Geschichtskultur. PhĂ€nomene – Projekte – Probleme. LIT-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-643-10790-9, S. 13–34 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Robert von Lucius: Welfenland mit Schmetterlingen. StreifzĂŒge durch Niedersachsen. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2014, ISBN 978-3-95462-118-7.
  • NiedersĂ€chsischer Heimatbund e. V. (Hrsg.): Niedersachsen. Zeitschrift fĂŒr Kultur, Geschichte, Heimat und Natur seit 1895, erscheint vierteljĂ€hrlich zzgl. 1 Themenheft, Wildeshausen 2004 ff.
  • Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jĂŒdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1 und 2, Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-753-5.
  • Hans Patze (Begr.): Geschichte Niedersachsens (7 BĂ€nde). Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1977 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission fĂŒr Niedersachsen und Bremen, 36).
  • Hans-Peter Schneider, Heiko Faber (Hrsg.): NiedersĂ€chsisches Staats- und Verwaltungsrecht. Alfred Metzner Verlag, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-7875-3405-9.
  • Dietrich Steckhan: Niedersachsen. Landeskunde und Landesentwicklung. (Hrsg.: NiedersĂ€chsisches Landesverwaltungsamt – Bildungstechnologie [Landesbildstelle]), SchlĂŒtersche Verlags-Anstalt, Hannover 1980, ISBN 3-87706-021-8.
  • Wissenschaftliche Gesellschaft zum Studium Niedersachsens e. V. (Hrsg.): Neues Archiv fĂŒr Niedersachsen. Wachholtz, Hamburg/NeumĂŒnster 2014, ISBN 978-3-529-06460-9, ISSN 0342-1511.
  • Christine van den Heuvel, Gerd Steinwascher, Brage Bei der Wieden (Hrsg.): Geschichte Niedersachsens in 111 Dokumenten (= Veröffentlichungen des NiedersĂ€chsischen Landesarchivs, Bd. 1) 1. Auflage. Wallstein Verlag, Göttingen 2016, ISBN 978-3-8353-1960-8 und ISBN 3-8353-1960-4 (Inhaltstext).

Weblinks

  • Offizielle Website des Landes Niedersachsen
  • Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften des Landes Niedersachsen, bereitgestellt durch die juris GmbH im Auftrag der Staatskanzlei des Landes Niedersachsen
  • Linkkatalog zum Thema Niedersachsen bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Offizielles Landes-Portal fĂŒr Urlaub, Tourismus, Ferien & Freizeit in Niedersachsen
  • Datenbank der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (NiedersĂ€chsische Landesbibliothek) mit 150.000 BĂŒchern und AufsĂ€tzen zum Thema „Niedersachsen“ in allen Aspekten
  • Literatur zu Niedersachsen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • NiedersĂ€chsische Bibliographie
  • NiedersĂ€chsische verstorbene und lebende Personen
  • Kulturerbe Niedersachsen

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auch: Lower Saxony
Wappen/Flagge: Niedersachsen

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Bundesland

Fläche ca.: 47601.30 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 53.891965
südlichster Punkt: 51.294714
westlichster Punkt: 6.654307
östlichster Punkt: 11.598119

 
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