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Staat Informationen : Japan

Informationen:


Japan (japanisch æ—„æœŹ, ausgesprochen als Nihon oder Nippon; ) ist ein 6852 Inseln umfassender ostasiatischer Staat im Pazifik, der indirekt im Norden und Nordwesten an Russland, im Westen an Nord- und SĂŒdkorea und im SĂŒdwesten an Taiwan und China grenzt und flĂ€chenmĂ€ĂŸig der viertgrĂ¶ĂŸte Inselstaat der Welt ist. De-facto-Hauptstadt und grĂ¶ĂŸte urbane Siedlung ist das als politische Einheit im Zweiten Weltkrieg abgeschaffte Tokio; de jure existiert ein „Hauptstadtgebiet“ aus acht PrĂ€fekturen inklusive Tokio.

Die Bildung des japanischen Staatswesens begann im 5. Jahrhundert unter kulturellem Einfluss des chinesischen Kaiserreichs. Seit dem 16. Jahrhundert stand Japan im Kontakt mit dem Westen und stieg seit dem 19. Jahrhundert zur Großmacht auf, erwarb Kolonien wie Korea und Taiwan, nahm an beiden Weltkriegen teil und beherrschte kurzzeitig große Teile SĂŒdost- und Ostasiens. Das Japanische Kaiserreich war bis 1947 eine nach dem monarchischen Prinzip ausgerichtete, zum Teil an preußisches Vorbild angelehnte, konstitutionelle Monarchie mit dem japanischen Kaiser als Staatsoberhaupt. Seine aggressive Expansionspolitik in China im Vorfeld und wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges (Pazifikkrieg) fĂŒhrte schließlich zur Niederlage an der Seite der AchsenmĂ€chte im August 1945. Im unter Douglas MacArthurs Besatzungsregierung gestalteten japanischen Staat seit 1947 ist der SouverĂ€n das Volk, höchstes Organ der Staatsgewalt das Parlament, dessen Kammern seither beide direkt vom Volk gewĂ€hlt werden. Das Kaisertum wurde nicht abgeschafft, aber der Kaiser als „Symbol des Staates“ auf zeremonielle Aufgaben ohne eigenstĂ€ndige AutoritĂ€t in Staatsangelegenheiten reduziert. Außer Japan gibt es weltweit keinen Staat mehr, dessen Staatsoberhaupt ein Kaiser ist.

Japan wird zu den dichter besiedelten LÀndern Asiens gezÀhlt und liegt mit circa 119,9 Millionen Einwohnern auf Platz elf der bevölkerungsreichsten LÀnder der Erde. Die meisten Einwohner sind AnhÀnger des Shintoismus und Buddhismus.

Als historisch erste Industrienation Asiens hat Japan heute eine sehr hoch entwickelte Volkswirtschaft und war viele Jahre lang die weltweit zweitgrĂ¶ĂŸte Wirtschaftskraft hinter den Vereinigten Staaten, mit denen es militĂ€risch seit 1952 verbĂŒndet ist. Japan ist als Mitglied der Gruppe der Sieben eine der grĂ¶ĂŸten Industrienationen der Erde und Teil der OECD. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zĂ€hlt Japan zu den LĂ€ndern mit sehr hoher menschlicher Entwicklung.

Mit der Erforschung und Lehre der Sprache und Kultur Japans in der geschichtlichen Entwicklung beschÀftigt sich die Japanologie.

Landesbezeichnung

Der Landesname setzt sich aus den Zeichen æ—„ (Aussprache ni, „Tag, Sonne“) und æœŹ (Aussprache hon, „Ursprung, Wurzel, Beginn“) zusammen. Japan ist deshalb auch als das „Land der aufgehenden Sonne“ bekannt. Der zusammengesetzte Begriff kann sowohl Nippon (ă«ăŁăœă‚“) als auch Nihon (にほん) ausgesprochen werden: WĂ€hrend Nippon eher in der formalen Sprache, auf japanischem Geld und Briefmarken sowie bei internationalen Veranstaltungen verwendet wird, kommt in der Alltags- und Umgangssprache Nihon hĂ€ufiger vor.

Die Nomenklatur des Landesnamens stammt von der offiziellen Korrespondenz der japanischen Herrscher mit der chinesischen Sui-Dynastie (6.–7. Jahrhundert) und bezieht sich auf die von China aus gesehen östliche Lage des Landes. Die rein japanische Lesung anstelle des sinojapanischen Nihon oder Nippon ist Hi no Moto (no Kuni) (æ—„[た]æœŹ([た]ć›œ)). Zuvor war das Land als Wakoku (ć€­ć›œ, „Land der Wa“) bekannt, wobei Wa (怭) erst ein Demonym war und dann auch fĂŒr das Land als Ganzes verwendet wurde. Da das von den Chinesen verwendete Schriftzeichen 怭 als „Zwerg“ verstanden werden kann, wurde dieses spĂ€ter in Japan durch das homophone 撌 „Harmonie“ ersetzt. Beide Schriftzeichen wurden ĂŒblicherweise auch mit dem PrĂ€fix 性 „groß“ verwendet, um die historische Bezeichnung Yamato zu schreiben, welches im engeren Sinne die Provinz Yamato, die Keimzelle des japanischen Kaiserreichs, bedeutet und damit als pars pro toto im weiteren Sinne auch das ganze Land. Eventuell ist Yamato identisch mit dem Wa-Land Yamatai, das in chinesischen Quellen aus dem 3. Jahrhundert beschrieben wird.

Der Name „Japan“ ist ein Exonym, das sich vermutlich von einer Mandarin- oder Wu-Aussprache der Schriftzeichen ableitet. So gab etwa Marco Polo den chinesischen Begriff fĂŒr Japan (chinesischÂ æ—„æœŹćœ‹Â /Â æ—„æœŹć›œ, Pinyin rĂŹběnguĂł) als Cipangu wieder. Das Ă€ltere malaiische Wort fĂŒr Japan, Jepang (heute Jepun), wurde ebenfalls einem vermutlich sĂŒdchinesischen Dialekt entlehnt. Portugiesische HĂ€ndler, die im 16. Jahrhundert in Malakka auf den Begriff Jepang stießen, brachten ihn dann mit nach Europa. Im Englischen findet sich der Landesname in der Schreibweise „Giapan“ zum ersten Mal in einem Brief aus dem Jahr 1565.

Mythologische Namen sind Toyo-ashi-hara no chi-aki no naga-i-ho-aki no mizu-ho no kuni (è±è‘ŠćŽŸäč‹ćƒç§‹é•·äș”癟秋äč‹æ°Žç©—ćœ‹, dt. „Land der ĂŒppigen Schilfgefilde, 1000 Herbste, langen 500 Herbste und der fruchtbaren ReisĂ€hren“) im Kojiki, Toyo-ashi-hara no chi-i-ho-aki no mizu-ho no kuni (è±è‘ŠćŽŸćƒäș”癟秋瑞穂äč‹ćœ°, dt. „Land der ĂŒppigen Schilfgefilde, der 1500 Herbste und der fruchtbaren ReisĂ€hren“) im Nihonshoki, kurz auch Toyoashihara no kuni (è±Šè‘ŠćŽŸć›œ) und Mizuho no kuni (ç‘žç©‚ć›œ), Ashihara no naka-tsu-kuni (in Kojiki und Nihon Shoki: è‘ŠćŽŸäž­ćœ‹, dt. „Land der Mitte [zwischen dem Himmel Takamanohara und der Unterwelt Yomi no kuni] der Schilfgefilde“) sowie ƌyashima no Kuni (Kojiki: ć€§ć…«ć¶‹ćœ‹, Nihon Shoki: 性慫æŽČ朋, dt. „Land der großen acht Inseln“), kurz auch Yashima.

Der zweite Bestandteil koku („Land, Staat“) im offiziellen Landesnamen Nihon-koku, aus dem sich der vollstĂ€ndige Name „Staat Japan“ oder „Japanischer Staat“ ergibt, wird in europĂ€ischen Sprachen oft nicht ĂŒbersetzt. Dort wird der amtliche Landesname meist nur als „Japan“ ohne Zusatz wiedergegeben.

Geographie

Japan ist ein Inselstaat und besteht im Wesentlichen aus einer Inselkette, die sich entlang der OstkĂŒste Asiens erstreckt. Japan hat insgesamt 6.852 Inseln, die sich entlang der PazifikkĂŒste erstrecken. Es ist ĂŒber 3000 Kilometer lang vom Ochotskischen Meer bis zur Philippinensee im Pazifischen Ozean. Japan ist das viertgrĂ¶ĂŸte Inselland der Welt und das grĂ¶ĂŸte Ostasiens. Das Gesamtgebiet betrĂ€gt 377.975,24 kmÂČ (2019). Die vier großen Hauptinseln sind Hokkaidƍ im Norden, die zentrale und grĂ¶ĂŸte Insel HonshĆ« sowie daran nach SĂŒden anschließend die Inseln Shikoku und KyĆ«shĆ«. In einigen Quellen wird zusĂ€tzlich als fĂŒnfte Hauptinsel das deutlich kleinere und noch weiter sĂŒdlich gelegene Okinawa gezĂ€hlt. Dazu kommen 6847 kleinere Inseln (von min. 100 m Umfang bei Hochwasser), die sich vor allem in der Seto-Inlandsee, in der Kette der RyĆ«kyĆ«-Inseln und Nampƍ-shotƍ konzentrieren. HonshĆ« ist etwas grĂ¶ĂŸer als Großbritannien. Insgesamt hat Japan eine KĂŒstenlĂ€nge von 33.574 km, was zum Vergleich etwa 84 % des Erdumfangs entspricht. Wegen seiner vielen abgelegenen Inseln hat Japan die achtgrĂ¶ĂŸte Ausschließliche Wirtschaftszone in der Welt mit einer FlĂ€che von 4.470.000 kmÂČ. Japan hat keine Landgrenzen zu anderen Staaten. Benachbarte Staaten sind Russland, Nordkorea, SĂŒdkorea, China und Taiwan.

Über den gesamten Archipel verlĂ€uft eine Gebirgskette, die mehr als zwei Drittel der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel HonshĆ« mit 3776 m ĂŒber dem Meeresspiegel. Landwirtschaft, Industrie und Besiedlung sind auf rund 20 % der LandflĂ€che beschrĂ€nkt. In den großen Ebenen haben sich die Hauptballungsgebiete entwickelt: Kantƍ (mit Tokio und Yokohama in der Kantƍ-Ebene), Kansai bzw. Keihanshin (mit Osaka, Kyƍto und Kƍbe in der Osaka-Ebene), ChĆ«kyƍ (mit Nagoya in der Nƍbi-Ebene) und KitakyĆ«shĆ«-Fukuoka in der Tsukushi-Ebene. Aufgrund des Mangels an Flachland werden BerghĂ€nge durch Terrassenfeldbau kultiviert.

Geologie

In Japan treffen vier tektonische Platten aufeinander:

  1. die Nordamerikanische Platte im Norden
  2. die Eurasische Platte im Westen,
  3. die Philippinische Platte im SĂŒden
  4. die Pazifische Platte im Osten,

die sich mit einigen Zentimetern pro Jahr gegeneinander bewegen. Teile der Pazifischen Platte schieben sich dort unter die Kontinentalplatte Eurasiens, was zu Vulkanismus und hĂ€ufigen Erdbeben fĂŒhrt. Die anhaltende Bewegung (Subduktion) der Krustenteile, die zu einer langsamen Verkleinerung des Pazifiks fĂŒhrt, lĂ€sst deren großrĂ€umige Verschweißung nicht zu, im Gegensatz etwa zu Indien und den sog. Terraneen anderer KontinentalrĂ€nder.

Von den etwa 240 Vulkanen des pazifischen Feuerringes sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu tĂ€glich leichtere Erdbeben, in grĂ¶ĂŸeren AbstĂ€nden auch schwere (z. B. Großes Kantƍ-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kƍbe 1995 oder das Tƍhoku-Erdbeben 2011). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt. Besonders Tokio ist einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt (siehe Erdbeben in Tokio).

Am 11. MĂ€rz 2011 erschĂŒtterte ein heftiges Erdbeben den ganzen Staat. Das Tƍhoku-Erdbeben war das stĂ€rkste Erdbeben in der japanischen Geschichte mit einer StĂ€rke von 9,0 MW. Durch das Beben wurden ein Tsunami sowie eine Serie katastrophaler UnfĂ€lle im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ausgelöst.

In den letzten tausend Jahren starben in Japan ĂŒber 160.000 Menschen durch Tsunamis. Das Land verfĂŒgt heutzutage durch Messbojen im Pazifischen Ozean ĂŒber ein effektives Tsunami-FrĂŒhwarnsystem. FĂŒr die Bevölkerung finden regelmĂ€ĂŸig Trainingsprogramme statt, viele japanische KĂŒstenstĂ€dte schĂŒtzen sich durch das Errichten hoher Deiche. Diese WĂ€lle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter tief und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.

Klima

Die japanische Inselkette erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidƍ) nach SĂŒden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Daher ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprĂ€gt; von der kalt-gemĂ€ĂŸigten Klimazone in Hokkaidƍ mit kalten und schneereichen Wintern bis in die Subtropen in der PrĂ€fektur Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden – im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im spĂ€ten Juni und frĂŒhen Juli fĂ€llt im SĂŒden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (æą…é›šć‰ç·š, baiu zensen).

Im FrĂŒhsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der SĂŒden und der SĂŒdwesten Japans von ĂŒber dem Pazifischen Ozean entstehenden WirbelstĂŒrmen betroffen sind (z. B. von Taifun Tokage und Taifun Conson im Jahr 2004). Statistisch gesehen erreichen Japan die meisten Taifune im September, obwohl sie im Pazifikraum im August am hĂ€ufigsten sind. Der stĂ€rkste je aufgezeichnete Taifun Japans war der Ise-wan-Taifun von 1959. Seine Auswirkungen waren verheerend: Über 5000 Menschen kamen ums Leben. Die Winde tragen auch dazu bei, dass Japan verstĂ€rkt von transnationaler Umweltverschmutzung betroffen ist.

Japan kann wegen seiner breit gefÀcherten geographischen VerhÀltnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:

  • Hokkaidƍ: nicht sonderlich starke NiederschlĂ€ge, wĂ€hrend der langen kalten Winter grĂ¶ĂŸere Schneeverwehungen
  • Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kĂŒhler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
  • Zentrales Hochland: starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe NiederschlĂ€ge
  • Seto-Inlandsee: Die Berge der Region ChĆ«goku und Shikoku halten den Wind auf und fĂŒhren zu einem ganzjĂ€hrig milden Klima.
  • Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
  • Nansei-Inseln (RyĆ«kyĆ«-Inseln): subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke NiederschlĂ€ge vor allem wĂ€hrend der Regenzeit, regelmĂ€ĂŸig auftretende Taifune.

Flora und Fauna

Japan ist zu großen Teilen (66,8 %) von BergwĂ€ldern bedeckt. Im Inland Japans finden sich eine Reihe von Gebirgsketten, die die Waldgrenze ĂŒberschreiten. Durch die Position als vorgelagerte Inselkette hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte, aber dennoch vielfach eigenstĂ€ndige Flora und Fauna entwickelt. Die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km sĂŒdöstlich von Tokio, werden wegen ihrer endemischen Spezies oft mit den Galapagosinseln verglichen.

Japan hat neun Ökoregionen, die das Klima und die Geographie der Inseln widerspiegeln. Sie reichen von subtropischen feuchten LaubwĂ€ldern auf den RyĆ«kyĆ«- und Ogasawara-Inseln ĂŒber gemĂ€ĂŸigte Laub- und MischwĂ€lder in den milden Klimaregionen der Hauptinseln bis hin zu gemĂ€ĂŸigten NadelwĂ€ldern in den kalten, winterlichen Teilen der Nordinseln. In Japan gibt es ĂŒber 90.000 Tierarten, darunter der BraunbĂ€r, der Japanmakak, der japanische WaschbĂ€rhund, die große japanische Feldmaus und der Japanische Riesensalamander. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der PalĂ€arktischen Florenregion. Die RyĆ«kyĆ«-Inseln sind Teil der Indomalaiischen Region, wĂ€hrend die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden.

Ein großes Netzwerk von Nationalparks wurde eingerichtet, um wichtige Bereiche der Flora und Fauna sowie 37 Feuchtgebiete von Ramsar zu schĂŒtzen. Vier Welterbe sind aufgrund ihres außergewöhnlichen natĂŒrlichen Wertes in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden.

SĂ€ugetiere
An GroßsĂ€ugetieren gibt es unter anderem den BraunbĂ€ren auf Hokkaidƍ, auf HonshĆ« den asiatischen SchwarzbĂ€ren, den Sikahirsch und den japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich der Japanmakak auf den drei Hauptinseln HonshĆ«, Shikoku und KyĆ«shĆ«, sowie auf etlichen vorgelagerten Inseln. Mit einer Verbreitung bis zur Shimokita-Halbinsel in der PrĂ€fektur Aomori bildet er damit – abgesehen vom Menschen – die nördlichste Affenpopulation der Welt.
Die starke Besiedlung an den KĂŒsten und in den japanischen Ebenen hat dazu gefĂŒhrt, dass einige SĂ€ugetierarten ausgestorben sind, so der HonshĆ«-Wolf (Canis lupus hodophilax), der Japanische Seelöwe (Zalophus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als typisch japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen.
Vögel
In Japan sind ĂŒber 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, gehört eine Vielzahl davon zum WassergeflĂŒgel. Japan ist eine wichtige Zwischenstation fĂŒr Zugvögel. In Sibirien brĂŒtende Vögel finden hier ihr Winterquartier, wĂ€hrend die in Japan brĂŒtenden Vögel im Winter in Richtung SĂŒdostasien ziehen. Auf diese Weise findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den StĂ€dten finden sich KrĂ€hen (besonders die AaskrĂ€he), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der Nipponibis ist in Japan in freier Wildbahn ausgestorben. Allerdings leben immer noch einige hundert in einem Schutz- und Aufzuchtszentrum auf Sado sowie in freier Wildbahn in der Shaanxi-Provinz in China.
Meeresbewohner
Die japanischen KĂŒstengewĂ€sser sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, die an ihren BerĂŒhrungslinien gute Wachstumsbedingungen fĂŒr Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der LithosphĂ€re, durch deren Verschiebungen sich eine zerklĂŒftete KĂŒstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum fĂŒr eine Vielzahl von Fischarten. Die GewĂ€sser vor der Sanriku-KĂŒste (PrĂ€fekturen Miyagi und Iwate) und die nördlich anschließenden Meeresgebiete bis zu den Kurilen sind einer der drei reichsten FischgrĂŒnde in der Welt. In den FlĂŒssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, begĂŒnstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der FlussmĂŒndungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die GewĂ€sserverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten gefĂŒhrt hat. In den 1970er Jahren gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Wegen seiner Politik, den Walfang mit Beharrlichkeit gegen Tierschutz-Organisationen zu verteidigen, gerĂ€t Japan immer wieder in die Kritik.
Kulturpflanzen
Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingefĂŒhrte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis). Das Stroh wird fĂŒr die Herstellung von Tatami verwendet. Historisches Arme-Leute-Essen ist die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von GemĂŒsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitruspflanzen wie die Amanatsu, darĂŒber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und GemĂŒsesorten eingefĂŒhrt. Zur traditionellen japanischen KĂŒche gehören außerdem Seetang (beispielsweise Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische HĂ€user werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatami-Matten (Flatterbinse und Dochtbinse).

Schutzgebiete

66,8 % des japanischen Territoriums sind von WĂ€ldern bedeckt. Die Schutzgebiete in Japan sind unterteilt in Nationalparks, die vom Umweltministerium kontrolliert und verwaltet werden, und kleinere und weniger bekannte seminationale Parks, die direkt von den PrĂ€fekturen verwaltet werden und immer unter der Aufsicht des Ministeriums stehen. Zum 31. MĂ€rz 2017 gab es in Japan mit der Ausweisung des Amamiguntƍ-Nationalparks 34 Nationalparks und 56 Quasi-Nationalparks. Die FlĂ€che der ersteren umfasst 21.949 kmÂČ (5,8 % der LandesflĂ€che), wĂ€hrend die letztere 13.614 kmÂČ (3,6 % der GesamtflĂ€che) umfasst. DarĂŒber hinaus verteilen sich die 309 PrĂ€fekturparks auf eine FlĂ€che von 19.608 kmÂČ (5,2 % der GesamtflĂ€che).

Verwaltungsgliederung

Japan ist ein unitĂ€rer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die untergeordneten Gebietskörperschaften weitergibt. Über die Frage, wie zentralistisch Japan in der Nachkriegszeit ist, diskutierte die Forschung. Besonders die finanzielle AbhĂ€ngigkeit der Gebietskörperschaften war lange extrem groß („30 %-Autonomie“), in den letzten Jahrzehnten gab es einige Reformversuche zur fiskalischen Dezentralisierung.

Japan gliedert sich flĂ€chendeckend in drei Verwaltungsebenen, die Zentralregierung in Tokio, die 47 PrĂ€fekturen (todƍfuken) und die kommunale Ebene (shikuchƍson): Kreisfreie StĂ€dte (shi), KleinstĂ€dte (chƍ oder machi), Dörfer (mura oder son) sowie in der PrĂ€fektur Tokio die 23 „[Sonder-]Bezirke“ ([tokubetsu-]ku).

Eine Grobunterteilung Japans bilden die acht Regionen, die aus einer oder mehreren PrĂ€fekturen bestehen. Sie sind keine Gebietskörperschaften, werden aber von der Verwaltung fĂŒr bestimmte ZustĂ€ndigkeitsbereiche (Außenstellen der Zentralregierung, regionale Gouverneurskonferenzen, Gerichtsbezirke) genutzt. Verschiedene ReformplĂ€ne fĂŒr ein DƍshĆ«sei sehen eine stĂ€rkere Rolle fĂŒr die Regionen – in bestehender oder leicht verĂ€nderter Aufteilung – vor, um die HandlungsfĂ€higkeit lokaler Regierungen zu erhöhen.

Historisch existierten bis in die 1920er Jahre die Landkreise (gun) als Verwaltungsebene zwischen PrĂ€fekturen und lĂ€ndlichen Gemeinden (machi und mura). Sie waren im 19. Jahrhundert aus vormodernen Bezirken (kƍri) hervorgegangen und werden bis heute fĂŒr Ortsangaben zum Beispiel in Postadressen genutzt.

PrÀfekturen

Die PrĂ€fekturen sind innerhalb der ihnen zustehenden Aufgaben relativ autonom und ĂŒben gemĂ€ĂŸ Kapitel acht der Verfassung lokale Selbstverwaltung aus. Finanziell sind sie stark auf die Zuweisungen der Zentralregierung angewiesen.

Die PrĂ€fekturen sind in GrĂ¶ĂŸe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel HonshĆ«, wĂ€hrend beispielsweise die zweitgrĂ¶ĂŸte Insel Hokkaidƍ nur eine einzige PrĂ€fektur hat. Innerhalb der prĂ€fekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein prĂ€sidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und PrĂ€fekturparlamente autonom gewĂ€hlt werden.

Gemeinden

Die kommunale Selbstverwaltung wurde bereits im Kaiserreich Ende der 1880er Jahre nach preußischem Vorbild gestaltet und nach dem Pazifikkrieg unter US-gefĂŒhrter alliierter Besatzung in die heutige Form gebracht, als das Recht auf Selbstverwaltung auch auf die PrĂ€fekturen ausgedehnt wurde.

Einen Sonderstatus unter den Gemeinden haben die 20 „GroßstĂ€dte per Regierungserlass“ (seirei shitei toshi). Voraussetzung fĂŒr die Ernennung sind unter anderem eine Mindestbevölkerung von 500.000 Einwohnern sowie die Zustimmung von Stadtrat und PrĂ€fekturparlament. Die seirei shitei toshi sind in [Stadt-]Bezirke (Ku) unterteilt und ĂŒbernehmen verschiedene Verwaltungsaufgaben, die sonst den PrĂ€fekturen zustehen. Die StĂ€dte sind absteigend nach Bevölkerungszahl: Yokohama, Osaka, Nagoya, Sapporo, Kƍbe, Fukuoka, Kyƍto, Kawasaki, Saitama, Hiroshima, Sendai, KitakyĆ«shĆ«, Chiba, Sakai, Niigata, Hamamatsu, Kumamoto, Sagamihara, Shizuoka und Okayama. Obwohl einige Bezirke der PrĂ€fektur Tokio die nötige Bevölkerungszahl ĂŒberschreiten, können sie sich als „Sonderbezirke“ nicht um diesen Status bewerben.

Bevölkerung

Die letzte VolkszĂ€hlung aus dem Jahr 2010 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 128.056.026 Menschen aus. Die Einwohnerzahlen sind aber seit Jahren rĂŒcklĂ€ufig, so gab das Ministerium fĂŒr Innere Angelegenheiten und Kommunikation am 31. MĂ€rz 2012 eine Gesamtbevölkerung von 126.659.683 an. 2050 soll die Einwohnerzahl noch 107 Millionen betragen, womit Japan bis Mitte des Jahrhunderts 20 Millionen Einwohner verlieren wĂŒrde.

Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Der Anteil der AuslÀnder an der Bevölkerung lag 2014 bei 2 Prozent.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der japanischen Bevölkerung betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 83,3 Jahre (MÀnner: 80,0 Jahre, Frauen: 86,4 Jahre). Nur Hongkong hatte eine höhere Lebenserwartung. Japan ist damit der unabhÀngige Staat mit der weltweit höchsten Lebenserwartung.

Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind Überalterung, Jugendarbeitslosigkeit und ein RĂŒckgang der Geburtenziffer. Politisch und gesellschaftlich scheint es unmöglich, eine verstĂ€rkte Immigration zuzulassen. Das Median-Alter betrug 2015 in Japan 46,3 Jahre, womit es die Ă€lteste Gesellschaft der Welt war.

Die zehn grĂ¶ĂŸten StĂ€dte nach Einwohnern

VolkszÀhlung 2010

Minderheiten

  • Chinesische Einwanderer und in Japan lebende Koreaner.
  • Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidƍ stellt heute nur noch einige zehntausend Angehörige.
  • Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausĂŒbten und die daher noch heute sozial ausgegrenzt werden.
  • Die RyĆ«kyĆ«-Völker, zahlenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Minderheit Japans, die historisch ein eigenstĂ€ndiges Reich mit eigener Kultur und Sprache bildeten.
  • Eine weitere Minderheit sind die Dekasegi, japanischstĂ€mmige SĂŒdamerikaner, meist japanische Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind.
  • Weiter leben in Japan zahlreiche Gastarbeiter aus den Mitgliedstaaten der Arabischen Liga, Indien und LĂ€ndern SĂŒdostasiens.

Sprache und Schrift

Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung und den meisten Minderheiten gesprochen. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird als Fremdsprache am hÀufigsten Englisch gelehrt, es wird jedoch hÀufig kritisiert, dass sich der japanische Englischunterricht zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriere und nur unzureichende KommunikationsfÀhigkeiten vermittele. Die zweithÀufigste Fremdsprache ist Chinesisch.

Die japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (Kanji) zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana), die von chinesischen Schriftzeichen abgeleitet sind. Ortsnamen auf Straßenschildern, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rƍmaji) beschildert.

Minderheitensprachen autochthoner Völker in Japan sind das nicht mit dem Japanischen verwandte Ainu im Nordteil der Insel Hokkaido und die mit dem Japanischen verwandten, aber eine eigenstÀndige Gruppe bildenden Ryƫkyƫ-Sprachen auf den gleichnamigen Inseln.

Religion

In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintƍ, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jahrhundert erreichte. Heute gehören ĂŒber 80 % der Japaner beiden Hauptreligionen gleichzeitig an, daher wird die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretistisch bezeichnet.

Shintƍ (dt. Weg der Kami) – oft auch als Shintoismus bezeichnet – ist der Glaube an die einheimischen Götter Japans, die NaturkrĂ€fte, aber auch vergöttlichte Ahnen verkörpern können. Shintƍ ist eine polytheistische Religion ohne GrĂŒnder und ohne festgelegte Lehren und beruht daher auf einem anderen Religionskonzept als die monotheistischen Schriftreligionen. Auch Jenseits- und Moralvorstellungen sind nicht deutlich herausgearbeitet und stark vom Buddhismus oder von chinesischen Konzepten beeinflusst. Im Grunde ist der Shintƍ ein Nebeneinander lokaler Traditionen mit einem gemeinsamen rituellen Kern. Viele Richtungen des Shintƍ berufen sich allerdings auf die Mythen des Altertums. In deren Mittelpunkt steht die Sonnengöttin Amaterasu, von der sich die Familiendynastie der japanischen Tennƍ herleitet.

Der japanische Buddhismus ist in viele verschiedene Sekten (Schulen, Richtungen) gegliedert, die fast alle dem Mahayana-Buddhismus angehören. Zu den bekanntesten buddhistischen Richtungen in Japan zĂ€hlen der Zen-Buddhismus, der Amitabha-Buddhismus und der Nichiren-Buddhismus. In der Religion Japans gibt es darĂŒber hinaus chinesische EinflĂŒsse durch Daoismus und Konfuzianismus, die von Shintƍ und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden.

Das Christentum spielte in der Geschichte Japans vor allem im 16. und 17. Jahrhundert eine gewisse Rolle, nimmt aber heute nur noch eine Randstellung ein.

Ein wichtiges Element stellen die „Neuen Religionen“ dar, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer stĂ€rker ausbreiten und oft eine eigenwillige Mischung aus Shintƍ, Buddhismus und anderen Weltreligionen propagieren. Seit dem Zweiten Weltkrieg herrscht gegenĂŒber diesen Richtungen eine besonders große religiöse Toleranz, sodass gegenwĂ€rtig rund 300 solcher Glaubensgemeinschaften amtlich gelistet sind.

Gesundheit

Als BegrĂŒnder der modernen westlichen Medizin in Japan gelten Erwin BĂ€lz und Julius Scriba.

Japan gehört zu den LĂ€ndern, die universelle Gesundheitsvorsorge fĂŒr ihre StaatsbĂŒrger zur VerfĂŒgung stellen. In Japan muss gesetzlich jeder Bewohner versichert sein. Gesundheitliche Dienstleistungen werden entweder durch regionale oder nationale öffentliche KrankenhĂ€user oder durch private KrankenhĂ€user und Kliniken erbracht. Patienten haben universellen Zugang zu jeder Einrichtung, obwohl KrankenhĂ€user fĂŒr Personen ohne eine Überweisung tendenziell höhere GebĂŒhren erheben. Öffentliche Krankenversicherungen decken die Kosten fĂŒr die meisten BĂŒrger ab und zahlen 70 % oder mehr fĂŒr jede Pflege und jedes verschriebene Medikament. FĂŒr den Rest sind die Patienten selbst verantwortlich. Der Anteil, der privat gezahlt wird, orientiert sich am verfĂŒgbaren Einkommen der Person und kann maximal 30 % betragen. Die private Krankenzusatzversicherung ist nur zur Deckung der Zuzahlungen oder nicht gedeckten Kosten verfĂŒgbar und leistet in der Regel eine feste VergĂŒtung pro Tag im Krankenhaus. Viele Krankenversicherungen laufen in Japan ĂŒber den Arbeitgeber. 2015 gab Japan 10,9 % seiner Wirtschaftsleistung fĂŒr das Gesundheitssystem aus, wovon 84,1 % staatlich finanziert wurden. Als grĂ¶ĂŸtes Problem des japanischen Gesundheitswesens gilt die zukĂŒnftige Finanzierung, da aufgrund der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft mit stark wachsenden Kosten gerechnet werden muss.

Japan schneidet im internationalen Vergleich bei verschiedenen Gesundheitsindikatoren hervorragend ab. Im Durchschnitt hatten Japaner im Jahr 2016 eine Lebenserwartung von 84,0 Jahren. Frauen hatten eine Lebenserwartung von 87,1 Jahren und MĂ€nner hatten eine Lebenserwartung von 81,0 Jahren. Seit dem Jahre 1960 konnte die durchschnittliche Lebenserwartung um mehr als 16 Jahre gesteigert werden (Universelle Krankenversicherung existiert seit 1961). Japan hatte einen der niedrigsten Anteile von ĂŒbergewichtigen Personen unter den IndustrielĂ€ndern. Die Kinder- und MĂŒttersterblichkeit ist im internationalen Vergleich sehr niedrig und weniger als 0,1 % der Bevölkerung sind HIV-Positiv. Als weniger leistungsfĂ€hig dagegen gilt das japanische Gesundheitswesen im Hinblick auf psychische Erkrankungen. Das Land hat eine der höchsten Suizidraten weltweit und trotz eingeleiteter Reformen wenden japanische Psychiatrien und psychiatrische Einrichtungen veraltete Methoden im Umgang mit Patienten an.

Quelle: UN

Geschichte

Jƍmon-Periode
In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem sĂŒdpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein.
Yayoi-Periode
Erste bestÀtigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr.
Kofun-Periode
stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan. Ab dem 5. Jahrhundert fand die Übernahme der Chinesischen Schrift statt.
Nara-Epoche (710–794)
In der Nara-Periode wurde der Buddhismus stark gefördert. Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an.
Heian-Epoche (794–1185)
Aufschwung der höfischen Kultur in Heian-kyƍ (Kyƍto), vor allem Dichtung und Literatur. Die Macht des Kaisers wurde allmĂ€hlich geschwĂ€cht und Kriegerfamilien etablierten sich. Zum Ende der Heian-Periode begrĂŒndete die Minamoto-Familie das erste Shƍgunat.
Kamakura-Epoche (1192–1333)
WÀhrend der Kamakura-Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche in Japan, die jedoch durch spÀter als göttlich interpretierte Taifune (Kamikaze, Götterwind) verhindert wurden.
Muromachi-Epoche (1333–1573)
Die mĂ€chtigen unabhĂ€ngigen Daimyƍ unterhielten ihre eigenen Armeen mit samurai. Das Shƍgunat verlor die Kontrolle, und die „Zeit der streitenden Reiche“ (sengoku jidai) begann.
Sengoku-Epoche (1477–1600)
Die drei Reichseiniger (Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu) beendeten in der Azuchi-Momoyama-Epoche (1568 bis 1603) den ĂŒber 100-jĂ€hrigen BĂŒrgerkrieg. Vor der folgenden Abschließung Japans liegt die Epoche des Namban-Handels, des Handels mit Portugiesen, Spaniern und NiederlĂ€ndern von 1543 bis 1639.
Edo-Ära (1603–1867)
WĂ€hrend der Abschließung Japans in der Edo-Zeit waren Aus- und Einreise fĂŒr Japaner und AuslĂ€nder verboten. Mit Ausnahme von beschrĂ€nktem Austausch mit China und den Niederlanden, denen 1639 als einzigen EuropĂ€ern der Aufenthalt in Japan auf der kĂŒnstlichen Insel Dejima vor Nagasaki gestattet wurde, bestand kaum Kontakt zu anderen Staaten. Die Tokugawa-Familie behielt fĂŒr ĂŒber 250 Jahre die Kontrolle ĂŒber die anderen Daimyƍ. Diese Periode war von großem Wohlstand fĂŒr das japanische Volk geprĂ€gt. Die Bevölkerung wuchs stetig. Das heutige Tokio wuchs in dieser Zeit zur grĂ¶ĂŸten Metropolregion der Welt. 1854 segelte US-Kommodore Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen des heutigen Tokio, um einen Brief des US-PrĂ€sidenten Millard Fillmore zu ĂŒbergeben, in dem dieser die Tokugawa-Regierung zum offenen Handel mit den Vereinigten Staaten auffordert. Die Leichtigkeit, mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte, offenbarte die SchwĂ€che des Tokugawa-Regimes. Dies fĂŒhrte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mĂŒndete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers, dem nur wenig reale politische Macht verliehen wurde.
Meiji-Ära (1868–1912)
Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tennƍ ab 1868 (Meiji-Restauration und Moderne) beendete die Zeit des Kriegeradels und lĂ€utete die Moderne ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament, so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Korea wurde 1910 von Japan kolonialisiert, wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden.
Taishƍ-Ära (1912–1926)
Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) stand Japan auf Seiten der Entente und ĂŒbernahm nach Kriegsende deutsche Territorien. Die Taishƍ-Ära war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Es war eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System. Letztendlich scheiterte die Demokratie durch InstabilitĂ€t, ganz Ă€hnlich wie Deutschland wĂ€hrend der Weimarer Republik. Das MilitĂ€r ĂŒbernahm mehr und mehr die faktische Kontrolle.
Shƍwa-Ära Teil 1 (1926–1945)
1931 besetzte Japan den Nordosten Chinas und grĂŒndete 1932 den abhĂ€ngigen Staat Mandschukuo (Mandschurei). 1937 eroberte Japan weitere Territorien von China. Japan vertrieb mit UnterstĂŒtzung Siams und diverser Einheimischer die europĂ€ischen KolonialmĂ€chte aus den sĂŒdostasiatischen LĂ€ndern, um sein eigenes Kolonialreich auszubauen. Die USA sahen ihre Interessen in Asien (vor allem ihre Kolonien wie die Philippinen) gefĂ€hrdet und reagierten mit zahlreichen Sanktionen, einem Embargo und dem Einfrieren japanischen Vermögens im Ausland. Im Dezember 1941 griffen daraufhin japanische Truppen den US-StĂŒtzpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus. Nicht nur in China, sondern auch in den anderen japanischen Territorien SĂŒdostasiens verĂŒbte Japan Kriegsverbrechen, z. B. Zwangsprostitution, das Massaker von Nanking und Experimente an Menschen durch die Einheit 731. Bis 1945 gelang es alliierten Truppen Gebiete nahe den japanischen Inseln zu erobern, doch besonders auf kleineren Inseln – auch fernab des japanischen Kernlandes – tobten noch heftige KĂ€mpfe. Der Kaiser sowie der Premierminister und seine AnhĂ€nger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen, doch das MilitĂ€r hatte mehr Macht. Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner eine Atombombe ĂŒber der Stadt Hiroshima und am 9. August eine weitere ĂŒber Nagasaki ab. Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit (Hibakusha). Nach den AtombombenabwĂŒrfen und dem Kriegseintritt der Sowjetunion am 8. August 1945 kapitulierte Japan am 15. August 1945 bedingungslos, der Kaiser verlas um 12.00 Uhr mittags den „kaiserlichen Erlass zur Beendigung des Krieges“, der im Radio ĂŒbertragen wurde.
Shƍwa-Ära Teil 2 (1945–1989)
Nach der Kapitulation begann der Wiederaufbau, zunĂ€chst unter der Alliierten Besatzung, die 1952 offiziell beendet wurde. Vom ehemaligen Kriegsgegner Vereinigte Staaten wurde Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche BĂŒndnissystem integriert. Obwohl nicht in den Marshallplan eingebunden, erhielt Japan unter anderem durch das GARIOA-Programm wirtschaftliche Aufbauhilfe von den Vereinigten Staaten. Es setzte vor allem mit Beginn des Koreakrieges eine rasante wirtschaftliche Entwicklung ein, in der japanische Firmen Schritt fĂŒr Schritt Marktanteile in allen wichtigen SchlĂŒsselindustrien erobern konnten. Japan erwies sich als stabile, friedliche Demokratie.
Heisei-Ära (1989 bis 2019)
Faule Bankenkredite und ĂŒberbewertete Immobilien ließen Anfang der 1990er Jahre die Bubble Economy platzen, und Japan rutschte in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutete. Unternehmen und Banken wurden behutsam saniert, und allmĂ€hlich kommt es wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.
Reiwa-Ära (2019 bis heute)

Politik

Japan ist gemĂ€ĂŸ der Verfassung von 1947 eine parlamentarische Demokratie mit dem japanischen Kaiser (Tennƍ) als „Symbol des Staates und der Einheit des Volkes“ mit den zeremoniellen Aufgaben eines Staatsoberhaupts (vorbehaltlich der Zustimmung der Regierung, Artikel 7); seine Stellung im Staat „leitet sich vom Willen des Volkes ab, bei dem die souverĂ€ne Macht ruht“. (Artikel 1). Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament; das bedeutendere Unterhaus wird spĂ€testens alle vier Jahre neu gewĂ€hlt. Die Exekutive wird vom Kabinett unter Leitung des Premierministers gebildet, der von beiden Kammern des Parlaments, im Konfliktfall vom Unterhaus, bestimmt wird. An der Spitze der Judikative steht der Oberste Gerichtshof, dessen Richter vom Kabinett ernannt und vom Volk bestĂ€tigt werden. Das Parteiensystem Japans wurde ab den spĂ€ten 1990er Jahren von zwei großen Parteien, der Liberaldemokratischen Partei und der Demokratischen Partei, bestimmt, wobei letztere seit ihrer Regierungszeit bei einigen Wahlen nur noch knapp oder nicht mehr zweitstĂ€rkste Kraft war; und seit 2017 nach Parteispaltungen und -vereinigungen u. a. mit der nationalkonservativ-wirtschaftsliberalen Ishin no Tƍ zur Demokratischen Fortschrittspartei in die linksliberalere Konstitutionell-Demokratische Partei, die konservativere Demokratische Volkspartei und die nationalkonservativ-wirtschaftsliberale Partei der Hoffnung zersplittert war. Seit 2020 hat sich die Mehrheit der Mitglieder der ehemaligen Demokratischen Fortschrittspartei in der Konstitutionell-Demokratischen Partei konsolidiert. Daneben existieren mehrere kleinere Parteien auf nationaler Ebene, die grĂ¶ĂŸten darunter sind die mit den Liberaldemokraten regierende Kƍmeitƍ, die Kommunistische Partei Japans und die nationalkonservativ-regionalistische Nippon Ishin no Kai.

Tennƍ (Kaiser)

„Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes“ ist Naruhito, der 126. Tennƍ (dt.: Kaiser, wörtlich „vom Himmel (gesandter) Herrscher“). Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt und die souverĂ€ne Macht liegt allein beim Volk. Sein Großvater Hirohito, der Shƍwa-Tennƍ, hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Göttlichkeit (Arahitogami) der japanischen Kaiser zurĂŒckgewiesen. Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine direkte politische Entscheidungsgewalt; im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur. Er ernennt den von beiden Parlamenten gewĂ€hlten MinisterprĂ€sidenten und den PrĂ€sidenten des obersten Gerichtshofes, er verkĂŒndet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintƍ.

Exekutive

Die Exekutive des japanischen Zentralstaates, auch Zentralregierung (äž­ć€źæ”żćșœ, chĆ«Ć seifu) genannt, besteht aus dem Japanischen Kabinett unter FĂŒhrung des Premierministers und den unterstellten Ministerien und zugeordneten Behörden. Den Posten des Premierministers hat seit September 2020 Yoshihide Suga inne.

Das Kabinett ist dem Parlament gegenĂŒber verantwortlich. Der Chef der Exekutive, der Premierminister, wird von Oberhaus und Unterhaus gewĂ€hlt und dann vom Tennƍ ernannt. Bei einem Konflikt gilt das Votum des Unterhauses. Nur Abgeordnete des Ober- oder des Unterhauses können zum Premierminister gewĂ€hlt werden. Der Premierminister ernennt (und entlĂ€sst) die Minister seines Kabinetts, die in der Mehrheit ebenfalls Abgeordnete des Ober- oder Unterhauses sein mĂŒssen. Nach den Erfahrungen mit dem japanischen Militarismus ist in der Verfassung außerdem festgeschrieben, dass der Premierminister und alle seine Minister Zivilisten sein mĂŒssen.

Weitere Regeln sind nicht in der Verfassung festgeschrieben, entsprechen aber der politischen Tradition. So galt in der LDP das SenioritĂ€tsprinzip, Ministerposten werden nicht nur nach Kompetenz vergeben, sondern dienen dazu, langjĂ€hrige verdiente Abgeordnete zu belohnen. Die Vergabe regeln die Chefs der Faktionen hinter den Kulissen. Faktionen sind Gruppen von Abgeordneten, in deren Zentrum ein altgedienter und einflussreicher Abgeordneter steht. Die Faktionen unterstĂŒtzen ihre Mitglieder mit dem dringend fĂŒr den Wahlkampf benötigten Finanzmitteln, im Gegenzug kann der Vorsitzende der Faktion bei Abstimmungen im Parlament und innerhalb der LDP-Fraktion auf die Stimmen seiner Faktion setzen.

Den Posten des Premierministers nimmt traditionell der Chef der stĂ€rksten Partei im Unterhaus ein. Da dies ĂŒber Jahrzehnte die LDP war, entscheidet seit 1955 de facto also die Wahl des LDP-Vorsitzenden ĂŒber die Nachfolge; einzelne Unterbrechungen waren die Jahre 1993 bis 1996 und 2009 bis 2012, als die LDP nicht den Regierungschef stellte.

Legislative

Das japanische Parlament (Kokkai, „Nationalversammlung“) ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in den Senat (Sangiin, „RĂ€tekammer“) als Oberhaus und das Abgeordnetenhaus (ShĆ«giin, etwa „Massenberatungskammer“, auch ReprĂ€sentantenhaus) als Unterhaus. Beide Kammern werden direkt gewĂ€hlt. Bei der Wahl des Premierministers, beim Haushalt und der Ratifizierung internationaler VertrĂ€ge hat der Wille des Unterhauses grundsĂ€tzlich Vorrang, in der Gesetzgebung ist die Zustimmung beider Kammern oder eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus erforderlich, insbesondere Personalnominierungen der Regierung und VerfassungsĂ€nderungsvorschlĂ€ge bedĂŒrfen in jedem Fall der Zustimmung beider Parlamentskammern.

Im Parlament sitzen seit Reformen aus den Jahren 2017 und 2018 nur noch 710 Abgeordnete: 465 im Unterhaus und 245 im Oberhaus. Von den 465 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 289 in Einmandatswahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 176 in 11 regionalen Mehrmandatwahlkreisen (regionalen „Blöcken“) nach dem VerhĂ€ltniswahlrecht gewĂ€hlt, von den 245 Sitzen im Senat 146 nach nicht ĂŒbertragbarer Einzelstimmgebung in 45 Ein- und Mehrmandatswahlkreisen, von denen 43 deckungsgleich mit PrĂ€fekturen sind und zwei jeweils zwei PrĂ€fekturen umfassen, 96 nach VerhĂ€ltniswahlrecht mit Vorzugsstimme in einem landesweiten Wahlkreis. Passives Wahlrecht fĂŒr das Abgeordnetenhaus erhalten alle MĂ€nner und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Aktiv wahlberechtigt sind seit 2016 alle japanischen MĂ€nner und Frauen mit vollendetem 18. Lebensjahr. Das Frauenwahlrecht wurde auf nationaler Ebene im Jahr 1945 eingefĂŒhrt. Im Kaiserreich war die Bewegung fĂŒr ein Frauenwahlrecht am Reichstag gescheitert: nach mehreren erfolglosen Gesetzesinitiativen ohne RegierungsunterstĂŒtzung brachte nach kontroversen Diskussionen der bĂŒrgerlichen Parteien das Kabinett Hamaguchi 1931 einen Gesetzentwurf fĂŒr ein erstes Frauenwahlrecht auf subnationaler Ebene ein, der auch vom Abgeordnetenhaus verabschiedet, aber schließlich vom Herrenhaus blockiert wurde. Erst nach der Niederlage Japans und der Besatzung durch die Vereinigten Staaten 1945 wurden frĂŒhere politische BeschrĂ€nkungen fĂŒr Frauen aufgehoben und das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde eingefĂŒhrt: Am 12. Dezember 1945 fĂŒr das Unterhaus, am 24. Februar 1947 fĂŒr das Oberhaus. Somit war das allgemeine Wahlrecht Teil der demokratischen Verfassung, die auf die Besatzung zurĂŒckgeht. 67 Prozent der Frauen gingen am 10. April 1946 zur Wahl und 39 Frauen wurden gewĂ€hlt. Bis 1952 lagen zwar die rechtlichen Grundlagen fĂŒr die Gleichstellung von Frauen in politischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht vor, aber bei der Infragestellung mĂ€nnlicher Vorrechte in der Regierung wurde seither nur wenig Fortschritt erzielt.

Die Wahlperioden der beiden Kammern sind nicht automatisch synchronisiert: Das Unterhaus hat eine maximale Wahlperiode von vier Jahren, die es aber in der Nachkriegsgeschichte bisher nur einmal vollendete; in der Regel finden Unterhauswahlen vorher statt, wenn das Kabinett die Kammer auflöst, wozu es nach vorherrschender Verfassungsinterpretation jederzeit berechtigt ist oder nach einem Misstrauensvotum des Unterhauses gegen das Kabinett gezwungen ist, wenn es nicht zurĂŒcktreten will. Das Oberhaus hat eine feste Wahlperiode und kann nicht aufgelöst werden: alle drei Jahre wird gestaffelt eine HĂ€lfte der Abgeordneten fĂŒr eine sechsjĂ€hrige Amtszeit gewĂ€hlt.

Nach der Meiji-Verfassung von 1889 wurde der Reichstag nach britischem und preußischem Vorbild geschaffen. Er bestand neben dem Abgeordnetenhaus als Unterhaus aus dem Herrenhaus (Kizokuin) als Oberhaus und trat erstmals am 29. November 1890 zusammen. Dem Herrenhaus gehörten Mitglieder des Adels (Kazoku) und vom Tennƍ ernannte Mitglieder an. Die beiden Parlamentskammern waren in den meisten Angelegenheiten absolut gleichberechtigt, jede konnte einen Gesetzentwurf blockieren. In der Verfassung von 1947 wurde das Herrenhaus abgeschafft und durch das gewĂ€hlte Sangiin ersetzt; aus dem Reichstag wurde die heutige Nationalversammlung mit einem Primat des Abgeordnetenhauses (ShĆ«giin no yĆ«etsu, èĄ†è­°é™ąăźć„Ș越) in entscheidenden Punkten. Der Premierminister wird seitdem vom Parlament gewĂ€hlt und muss diesem angehören. Die meisten Premierminister des Kaiserreichs gehörten dem Herrenhaus oder gar nicht dem Parlament an, nur drei waren Mitglieder des Abgeordnetenhauses. Dagegen kamen bisher alle Premierminister seit 1947 aus dem Unterhaus.

Die fortgesetzte Unterteilung in Ober- und Unterhaus war eine der wenigen wesentlichen Abweichungen der beschlossenen Verfassung von der Vorgabe der Besatzungsbehörden, der SCAP-Verfassungsentwurf hatte ein Einkammerparlament vorgesehen.

Judikative

Die Justiz ist nach der Verfassung von den anderen beiden Zweigen unabhĂ€ngig. An der Spitze steht der Oberste Gerichtshof (saikƍ-saibansho). Er besteht aus einem Obersten Richter, der auf Vorschlag des Kabinetts vom Tennƍ ernannt wird, sowie 14 Höchsten Richtern, die auf 10 Jahre vom Kabinett ernannt und periodisch durch Volksabstimmung legitimiert werden. Ihr Amt ist erneuerbar. Ihre Aufgabe besteht primĂ€r in der ÜberprĂŒfung der Gesetze und der Verordnungen auf VerfassungsmĂ€ĂŸigkeit; nur in AusnahmefĂ€llen greifen sie dabei direkt in Regierungsangelegenheiten ein.

Das Oberste Gericht hat das Recht zur Revision von Urteilen der unteren Instanzen und fĂ€llt endgĂŒltige Urteile. Seine Entscheidungen sind die einzigen, die direkten Einfluss auf die spĂ€tere Interpretation der Gesetze haben. In Japan besteht ein einfaches System von Gerichten, es existieren also beispielsweise keine separaten Verwaltungs- oder Arbeitsgerichte wie in Deutschland. Die Gerichte gliedern sich unterhalb des Obersten Gerichtshofes in acht Ober- (kƍtƍ-), 50 Bezirks- (chihƍ-) und ĂŒber 400 einfache Gerichte (kan’i-saibansho), daneben existieren 50 Familiengerichte (katei-saibansho).

Parteien

Japan besitzt in der Nachkriegszeit ein pluralistisches Mehrparteiensystem mit einer dominanten Partei, der seit ihrer GrĂŒndung 1955 mit bisher nur zwei Unterbrechungen (1993–1994 und 2009–2012) dauerregierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP).

In den 1990er Jahren wurde das Parteiensystem umgewĂ€lzt, als einerseits viele LDP-Mitglieder die Partei verließen und neue Parteien grĂŒndeten und andererseits die bis dahin noch grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei, die Sozialistische Partei Japans (SPJ), weiter an Boden verlor und dann wĂ€hrend einer (anfangs noch Großen) Koalition mit der LDP zur Kleinpartei schrumpfte. Nach zahlreichen Parteiumbildungen wurde die Demokratische Partei zum Sammelbecken der Opposition. 2009 gelang es ihr schließlich, die Unterhausmehrheit und die RegierungsfĂŒhrung zu ĂŒbernehmen, sie verlor aber rasch an PopularitĂ€t und schon 2010 die Oberhausmehrheit. 2012 wurde sie in einem Erdrutsch wieder abgewĂ€hlt. Schon wĂ€hrend und nach ihrer Regierungszeit verließen zahlreiche Abgeordnete die Partei, spĂ€ter folgten Parteispaltungen und -vereinigungen.

Die grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei ist (Stand: September 2020) die linksliberale Konstitutionell-Demokratische Partei und die konservativere Demokratische Volkspartei. Weitere wĂ€hrend des Zerfalls der Demokratischen Partei entstandene Oppositionsparteien sind die konservativere Demokratische Volkspartei, die wirtschaftsliberalere Kibƍ no Tƍ („Partei der Hoffnung“) und die nationalkonservativ-regionalistische Nippon Ishin no Kai, in denen ehemalige Demokraten und Liberaldemokraten versammelt sind. Daneben existierte von 2012 bis 2019 Ichirƍ Ozawas Liberale Partei (ehemals Nippon Mirai no Tƍ und Seikatsu no Tƍ), die mit den Sozialdemokraten kooperierte. Daneben existieren drei einigermaßen kontinuierlich existierende Parteien, zwei grĂ¶ĂŸere, die Kommunistische Partei Japans (KPJ), die durchgehend in Opposition war, und die Kƍmeitƍ, der politische Arm der buddhistischen Organisation Sƍka Gakkai, der seit 1999 zur Regierungskoalition der LDP gehört, sowie die inzwischen sehr kleine Sozialdemokratische Partei (SDP), der Nachfolger der SPJ.

Die gegenwÀrtig im Parlament vertretenen Parteien sind:

  • die Liberaldemokratische Partei (è‡Șç”±æ°‘äž»ć…š, JiyĆ« Minshutƍ, LDP),
  • die Konstitutionell-Demokratische Partei (立æ†Čæ°‘äž»ć…š, Rikken Minshutƍ, KDP, engl. The Constitutional Democratic Party of Japan, CDP),
  • die Kƍmeitƍ (ć…Źæ˜Žć…š, Kƍmeitƍ, „Gerechtigkeitspartei“),
  • die Kommunistische Partei Japans (æ—„æœŹć…±ç”Łć…š, Nihon Kyƍsantƍ, KPJ),
  • die Nippon Ishin no Kai (æ—„æœŹç¶­æ–°ăźäŒš, „Versammlung fĂŒr die Erneuerung/Restauration Japans“),
  • die Demokratische Volkspartei (ć›œæ°‘æ°‘äž»ć…š, Kokumin Minshutƍ, DVP, engl. Democratic Party For the People; DPFP),
  • die Sozialdemokratische Partei (ç€ŸäŒšæ°‘äž»ć…š, Shakai Minshutƍ, SDP),
  • die Reiwa Shinsengumi (ă‚Œă„ă‚æ–°éžç”„)
  • die NHK kara Kokumin o Mamoru Tƍ (NHKă‹ă‚‰ć›œæ°‘ă‚’ćźˆă‚‹ć…š, „Partei zum Schutz der BĂŒrger vor der NHK“),
  • die Partei der Hoffnung (ćžŒæœ›ăźć…š, Kibƍ no Tƍ),
  • die Okinawa Shakai TaishĆ«tƍ (æČ–çž„ç€ŸäŒšć€§èĄ†ć…š, „Sozialistische Massenpartei Okinawa“)
  • das Team Shiga (ăƒăƒŒăƒ æ»‹èł€).

Die staatliche Parteienfinanzierung in Japan gehört zu den höchsten der Welt. Nach dem Gesetz zur Parteienfinanzierung von 1994 erhalten die Parteien staatliche ZuschĂŒsse in Höhe von 250 Yen pro Einwohner (nach der jeweils aktuellen VolkszĂ€hlung) unabhĂ€ngig von der Wahlbeteiligung. Die Verteilung richtet sich nach der Anzahl ihrer Abgeordneten im Parlament, geteilt durch die Gesamtzahl in beiden HĂ€usern zusammen, und nach ihren Stimmenanteilen bei Unterhaus- und Oberhauswahlen. Letztere werden nach folgendem SchlĂŒssel gewichtet:

  • die Direktwahlstimmen der letzten Unterhauswahlen zu einem Viertel,
  • die VerhĂ€ltniswahlstimmen der letzten Unterhauswahlen zu einem Viertel,
  • die Direktwahlstimmen der letzten beiden Oberhauswahlen zu je einem Achtel,
  • die VerhĂ€ltniswahlstimmen der letzten beiden Oberhauswahlen zu je einem Achtel.

JĂ€hrlich werden vom Staat insgesamt etwa 32 Milliarden Yen (2010 rund 280 Millionen Euro) an die Parteien ausgezahlt. Stichtag fĂŒr die Bemessung der jĂ€hrlichen Parteienfinanzierung ist in der Regel der 1. Januar.

Verfassung

Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkĂŒndet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur ausgearbeitet und ist seitdem nicht geĂ€ndert worden. Eine Änderung wĂŒrde die Zustimmung von Zweidrittelmehrheiten in beiden Kammern des Parlaments und des Volkes in einem Referendum voraussetzen.

In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souverĂ€nes Recht abgelehnt, auch die Androhung militĂ€rischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt, ein MilitĂ€r zu unterhalten. Die japanischen SelbstverteidigungsstreitkrĂ€fte und insbesondere deren AuslandseinsĂ€tze im Irak und im Indischen Ozean zur UnterstĂŒtzung der NATO-Operationen in Afghanistan sind daher sehr umstritten. Der VerfassungsĂ€nderungsentwurf der LDP sieht eine Änderung von Artikel 9 vor. Es wird ausdrĂŒcklich betont, dass das MilitĂ€r weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit. Außerdem erklĂ€rt der Entwurf den Tennƍ zum Staatsoberhaupt.

Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthĂ€lt noch einige weitere, bisher nicht aufgefĂŒhrte individuelle Rechte u. a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten.

Der Tennƍ hat nach der Verfassung rein reprĂ€sentative Funktion. Oberster SouverĂ€n nach der Verfassung ist das Volk, vertreten durch das Parlament. Das Parlament wĂ€hlt den Premierminister, dieser beruft sein Kabinett.

Innenpolitik

Seit 2012 stellen Liberaldemokratische Partei (LDP) und Kƍmeitƍ die Regierung. Im zuletzt im Oktober 2017 neu gewĂ€hlten Unterhaus verfĂŒgen sie seit 2012 ĂŒber eine Zweidrittelmehrheit, seit der Wahl 2013 auch ĂŒber eine Mehrheit im Oberhaus. Dem amtierenden Kabinett gehören neben Premierminister Yoshihide Suga unter anderem Tarƍ Asƍ als Vizepremier- und Finanzminister, Toshimitsu Motegi als Außenminister und Katsunobu Katƍ als ChefkabinettssekretĂ€r an. Seit der Sangiin-Wahl 2019 verfĂŒgt die LDP nicht mehr eine absolute Mehrheit in beiden Kammern des Nationalparlaments, ist also bezĂŒglich der Gesetzgebung rechnerisch wieder auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Sugas Regierung will Shinzƍ Abes Wirtschaftspolitik einer expansiven Geldpolitik, erhöhten staatlichen Investitionen und der AnkĂŒndigung von Strukturreformen (die „drei Pfeile“ der „Abenomics“) weiterfĂŒhren. Sicherheitspolitisch stĂ€rkte Abes Regierung 2014 den Sicherheitsrat nach US-Vorbild, lockerte die bisherigen, restriktiven Richtlinien fĂŒr militĂ€rische Exporte und hat eine beschlossene Ausweitung der Interpretation von Artikel 9 der Verfassung auf kollektive Verteidigung gesetzlich verankert.

Im September 2018 fand turnusgemĂ€ĂŸ die Wahl des LDP-Vorsitzenden statt, bei der sich Amtsinhaber Shinzƍ Abe deutlich gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Shigeru Ishiba durchsetzen konnte. 2019 fanden zahlreiche PrĂ€fektur- und Kommunalwahlen statt, viele bei den einheitlichen Regionalwahlen im April. Im gleichen Jahr fand mit der Oberhauswahl im Sommer 2019 eine nationale Parlamentswahl statt. Bei der infolge von Abes RĂŒcktritt abgehaltenen Wahl des LDP-Vorsitzenden im September 2020 setzte sich der damalige ChefkabinettssrekretĂ€r Yoshihide Suga gegen Fumio Kishida und Shigeru Ishiba durch.

Die grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei auf Nationalebene ist nach der mehrfachen Spaltung der Demokratischen Partei und ihrer Nachfolger derzeit die Konstitutionell-Demokratische Partei von Yukio Edano.

Außenpolitik

Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die Vereinigten Staaten, Scheckbuchdiplomatie und ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militĂ€rische Aggression.

Die nördlich von Japan liegenden Kurilen und der sĂŒdliche Teil der Insel Sachalin (die ehemalige PrĂ€fektur (-chƍ) Karafuto) gehören de facto seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1991 dem Nachfolgestaat Russland), nachdem Japan im Friedensvertrag von San Francisco auf die Gebiete verzichtet hatte, auch wenn die Sowjetunion den Vertrag nicht unterzeichnet hat. Die der Insel Hokkaidƍ am nĂ€chsten vorgelagerten SĂŒdkurilen werden jedoch von Japan nicht als Teil der abgetretenen Kurilen betrachtet und als „Nördliche Territorien“ als Teil der PrĂ€fektur (-dƍ) Hokkai[dƍ] beansprucht. Dieser Kurilenkonflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen und ein Hindernis fĂŒr einen Friedensvertrag.

Die kleine Inselgruppe Takeshima (kor. Dokdo) wird von SĂŒdkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie wĂ€hrend der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im FrĂŒhling 2005 hat die EinfĂŒhrung eines Takeshima-Tages in der PrĂ€fektur (-ken) Shimane erneut Zorn in der sĂŒdkoreanischen Bevölkerung hervorgerufen.

BesitzansprĂŒche hat Japan neben der Republik China und der Volksrepublik China auch auf die Senkaku-Inseln (chin. Diaoyu). In der NĂ€he der Inseln werden Rohstoffe vermutet.

Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten – insbesondere zur Volksrepublik China, SĂŒdkorea und Nordkorea – sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder politische Krisen auf.

GemĂ€ĂŸ der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sĂ€mtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Erste militĂ€rische AuslandseinsĂ€tze fĂŒhrte Japan in den frĂŒhen 1990er Jahren mit MinenrĂ€umern im Persischen Golf fĂŒr die Koalition im Zweiten Golfkrieg und durch die Teilnahme an UN-Missionen beginnend mit UNTAC in Kambodscha. 1992 verabschiedete das Parlament als Grundlage fĂŒr die Teilnahme an friedenserhaltenden Missionen (PKO) das PKO-Kooperationsgesetz (PKOć”ćŠ›æł•, pÄ«-kei-ƍ-kyƍryoku-hƍ), das angesichts der damaligen Oppositionsmehrheit im Senat (Nejire Kokkai, in diesem Zusammenhang auch PKO Kokkai, PKOć›œäŒš) zwischen den regierenden Liberaldemokraten und Teilen der Opposition (insbesondere Demokratische Sozialisten und Kƍmeitƍ), aber gegen den entschiedenen Widerstand der Sozialisten, damals grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei, und der Kommunisten verhandelt wurde. In der Folge des Kambodscha-Einsatzes hat sich die grundsĂ€tzliche Haltung der japanischen Öffentlichkeit zu AuslandseinsĂ€tzen verschoben, so ist die Teilnahme an friedenserhaltenden UN-Missionen inzwischen weitgehend akzeptiert, und wurde spĂ€ter auch von der Mehrheit der Sozialisten mitgetragen, als diese ab 1993 an mehreren Regierungen beteiligt waren.

Gesellschaftlich umstritten bleibt dagegen die Beteiligung an EinsĂ€tzen in aktiven Konfliktgebieten, etwa im Rahmen des BĂŒndnisses: Im Januar 2004 beschloss das Kabinett aufgrund des 2001 vom Parlament verabschiedeten Antiterrorismusgesetzes und des 2003 verabschiedeten Irak-Wiederaufbaugesetzes die Entsendung japanischer Soldaten in einen de facto aktiven Konflikt, nĂ€mlich als Teil der Koalition der Willigen nach dem Dritten Golfkrieg in den Irak, allerdings nach Regierungsinterpretation ausdrĂŒcklich in „kein Kampfgebiet“ (hi-sentƍ chiiki, éžæˆŠé—˜ćœ°ćŸŸ); einen Einsatz in einem Kampfgebiet verbietet das Gesetz. WĂ€hrend der damalige liberaldemokratische MinisterprĂ€sident Jun’ichirƍ Koizumi darin einen Beweis fĂŒr die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sah, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch. Allerdings waren diese Soldaten verfassungsgemĂ€ĂŸ unbewaffnet und wurden nur fĂŒr den Wiederaufbau der Infrastruktur eingesetzt. Im Juni 2006 erklĂ€rte Koizumi den Einsatz fĂŒr abgeschlossen, daraufhin begannen die Truppen am 25. Juni ihren Abzug aus dem Irak.

An der Operation Enduring Freedom beteiligte sich Japan ab 2001 indirekt mit einer Betankungsmission im Indischen Ozean, die erstmals 2007 fĂŒr einige Monate unterbrochen werden musste, als die oppositionelle Senatsmehrheit unter FĂŒhrung der Demokratischen Partei eine rechtzeitige VerlĂ€ngerung des Antiterrorismusgesetzes verhinderte, dann aber auf Grundlage eines neuen Antiterrorismusgesetzes zunĂ€chst wieder aufgenommen wurde. Im Januar 2010 wurde die Mission unter der von den Demokraten gefĂŒhrten Regierung beendet, als auch die zeitlich befristete Neuauflage des Antiterrorismusgesetzes auslief.

Die Beziehung zwischen der EuropĂ€ischen Union und Japan basiert auf einer politischen ErklĂ€rung von 1991, die Prinzipien und Ziele der Zusammenarbeit benennt. Die ErklĂ€rung wurde durch einen „EU-Japan Aktionsplan“ im Jahr 2001 erweitert. Er formt die Basis fĂŒr eine verstĂ€rkte Kooperation in Bereichen der Außenpolitik, der Wirtschaft, des monetĂ€ren und finanziellen Systems, der Entwicklungshilfe sowie der Kommunikationstechnologie.

Die EU und Japan sind wichtige Handelspartner fĂŒreinander. Gemeinsam generieren sie 40 Prozent des weltweiten Bruttonationaleinkommens. Am 6. Juli 2017 einigten sich EU-RatsprĂ€sident Donald Tusk und EU-KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker mit dem japanischen MinisterprĂ€sidenten Shinzo Abe, mit JEFTA das geplante bisher grĂ¶ĂŸte bilaterale Freihandels- und Investitionsschutzabkommen der EU abschließen.

Zwischen Japan und der EU herrscht eine große Übereinstimmung bei Hauptthemen wie dem Klimaschutz und der Sicherheitspolitik. Neben der TerrorismusbekĂ€mpfung ist die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen ein wichtiges Thema. Gemeinsam appellieren sie an Nordkorea sein Atomprogramm einzustellen. Im Bereich des Klimaschutzes wollen Japan und die EU eine Vorreiterrolle bei der Ausarbeitung eines Nachfolgekonzepts fĂŒr das Kyoto-Protokoll einnehmen und die CO2-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um 50 Prozent reduzieren.

Seit 2014 hat das Land zudem Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen LĂ€nder (CPLP). Hintergrund sind die historischen japanisch-portugiesischen Beziehungen und die Brasilianisch-japanischen Beziehungen, insbesondere die gegenseitige brasilianisch-japanische Auswanderung.

Japan steht seit 1989 auf der Liste der Major non-NATO ally und gehört damit zu den engsten diplomatischen, militĂ€rischen und strategischen Partnern der USA außerhalb der NATO.

MilitÀr

Im Artikel 9 der japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souverĂ€ner Staaten zur KriegsfĂŒhrung, auch einer defensiven. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Die Interpretation von Artikel 9 wurde dabei jedoch schrittweise ausgeweitet: in den 1950er Jahren fĂŒr die Wiederbewaffnung, in den 1990er Jahren auf die Teilnahme an AuslandseinsĂ€tzen, im 21. Jahrhundert auf den Erwerb bestimmter militĂ€rischer AusrĂŒstung (etwa HubschraubertrĂ€ger), die als Offensivwaffen – und damit als Verstoß gegen das von Artikel 9 formulierte Verbot von Kriegspotential (senryoku) – betrachtet werden könnten, und Teilaspekte von kollektiver Verteidigung, wobei das LegislativbĂŒro des Kabinetts bereits 2001 feststellte, dass die kollektive Verteidigung als solche nicht durch die Verfassung gedeckt ist. Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung wurden verschiedene Änderungen diskutiert, insbesondere von Artikel 9. Vor dem Hintergrund der wachsenden militĂ€rischen Macht der Volksrepublik China beschloss die rechtskonservative Regierung unter Premierminister Shinzƍ Abe im Juli 2014 eine Neuinterpretation der Verfassung und damit die EinfĂŒhrung einer neuen MilitĂ€rdoktrin. Nach einer erfolgreichen Parlamentsabstimmung im September 2015 darf Japan fortan das Recht zur „kollektiven Selbstverteidigung“ anwenden und in Konflikten an der Seite von VerbĂŒndeten kĂ€mpfen, selbst wenn es nicht direkt angegriffen wird. Die Änderung war trotz heftiger Proteste in der Bevölkerung und gegen massiven Widerstand der Opposition zustande gekommen.

WĂ€hrend der Besatzungszeit wurde eine Polizeireserve gebildet, als in der ehemaligen Kolonie der Koreakrieg ausbrach und viele der in Japan stationierten US-Truppen dorthin abzogen. Mit der SouverĂ€nitĂ€t 1953 wurde aus dieser Polizeireserve ein Jahr spĂ€ter die Japanischen SelbstverteidigungsstreitkrĂ€fte (JSDF; englisch fĂŒr jieitai, „SelbstverteidigungskrĂ€fte“) gegrĂŒndet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Es wird dabei in der Bezeichnung grundsĂ€tzlich auf das Wort gun (軍, „Armee“, „StreitkrĂ€fte“; explizit von Artikel 9 untersagt) verzichtet – im Gegensatz zu rikugun („LandstreitkrĂ€fte“=Heer/Armee) und kaigun („MeeresstreitkrĂ€fte“=Marine) des Kaiserreichs. Gleichzeitig mit dem Friedensvertrag wurde eine militĂ€rische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner, den Vereinigten Staaten geschlossen, die 1960 trotz einer Protestwelle von linken Parteien, Studenten und Gewerkschaften in Form des Vertrags ĂŒber gegenseitige Kooperation und Sicherheit neu aufgelegt wurde und sich seither automatisch verlĂ€ngert, solange sie nicht gekĂŒndigt wird. 2007 unterzeichnete Japan mit Australien als zweitem Land ĂŒberhaupt ein Sicherheitsabkommen. Beide LĂ€nder wollen ihre Zusammenarbeit bei der Grenzkontrolle, beim Kampf gegen den Terrorismus und bei der Katastrophenhilfe intensivieren. Auch gemeinsame MilitĂ€rmanöver und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit sind geplant. Eine von Washington erwĂŒnschte direkte Sicherheitszusammenarbeit mit dem neben Japan wichtigsten US-VerbĂŒndeten in Ostasien, der Republik Korea, scheiterte bisher am mangelnden Verantwortungsbewusstsein Japans fĂŒr die eigene Geschichte, dem Territorialstreit und den dadurch angefachten nationalistischen GefĂŒhlen in Korea: So verhinderte öffentlicher Protest in Korea 2012 die Unterzeichnung eines ersten bilateralen Sicherheitsabkommens zum Informationsaustausch. Eine zum Jahreswechsel 2014/15 tatsĂ€chlich geschlossene Vereinbarung ĂŒber den Austausch von nachrichtendienstlichen Informationen ĂŒber die Demokratische Volksrepublik Korea sieht erneut keine direkte bilaterale Zusammenarbeit vor, nur den indirekten Austausch ĂŒber US-Dienste. An der regelmĂ€ĂŸigen US-japanischen Übung Keen Sword nahmen die StreitkrĂ€fte der Republik Korea 2010 erstmals als Beobachter teil.

In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Japan gab 2017 knapp 0,9 % seiner Wirtschaftsleistung oder 45,4 Mrd. Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus und lag damit weltweit auf Platz 8. Auf 1 % der Wirtschaftsleistung wurden der maximale Anteil der MilitĂ€rausgaben 1976 per Kabinettsbeschluss festgelegt; diese Obergrenze wurde bereits nach dem Ende der Koalitionsregierung 1986 unter Yasuhiro Nakasone formal abgeschafft, aber auch dann nur symbolisch um einen Bruchteil (zunĂ€chst auf 1,007 %) und nie wesentlich ĂŒberschritten. 2017 erklĂ€rte Shinzƍ Abe die 1-%-Begrenzung (abermals) fĂŒr aufgegeben. An der militĂ€rischen PrĂ€senz der Vereinigten Staaten beteiligt sich Japan daneben auf Grundlage des SOFA von 1960 mit dem Omoiyari Yosan (æ€ă„ă‚„ă‚Šäșˆçź—; „Sympathiehaushalt“) von zurzeit jĂ€hrlich ĂŒber 200 Mrd. Yen (entspricht ca. 1,4 Mrd. Euro).

Japan lag 2018 auf Platz 111 von 155 LĂ€ndern im Globalen Militarisierungsindex (GMI). GemĂ€ĂŸ dem Ranking von Global Firepower (2018) besitzt das Land die achtstĂ€rkste militĂ€rische KapazitĂ€t weltweit und die viertstĂ€rkste in Asien.

Bisherige AuslandseinsÀtze der SelbstverteidigungskrÀfte waren und sind:

  • unterstĂŒtzende Missionen
    • 1991 mit MinenrĂ€umern im Persischen Golf fĂŒr die Koalition im Golfkrieg
    • 2001–2007 und 2008–2010 mit Betankungsschiffen im Indischen Ozean fĂŒr die Operation Enduring Freedom in Afghanistan
    • 2004–2008 mit Luft- und BodenkrĂ€ften vor allem fĂŒr den Wiederaufbau im SĂŒden des Irak fĂŒr die Koalition im Golfkrieg
  • zum Schutz gegen Piraterie zur See
    • seit 2009 vor Somalia
  • im Rahmen von friedenserhaltenden Missionen der Vereinten Nationen
    • 1992–1993 UNTAC in Kambodscha
    • 1993–1995 ONUMUZ in Mosambik
    • 1996–2013 UNDOF auf den Golan-Höhen (Syrien/Israel)
    • 2002–2004 UNTAET/UNMISET in Osttimor
    • 2007–2011 UNMIN in Nepal
    • 2008–2011 UNMIS im Sudan
    • 2010–2012 UNMIT in Osttimor
    • 2010–2013 MINUSTAH in Haiti
    • seit 2011 UNMISS im SĂŒdsudan
  • mehrere kurzfristige EinsĂ€tze zur Katastrophen- und FlĂŒchtlingshilfe

Von Seiten der Volksrepublik China wird hĂ€ufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begrĂŒndet, dass China im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg großes Leid (geschĂ€tzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. Japan hat jedoch seit dem Zweiten Weltkrieg keine militĂ€rische Aggression gezeigt und ist ein aktiver FĂŒrsprecher der atomaren AbrĂŒstung, wĂ€hrend China mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (im Zuge des Tibetaufstand 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979).

  • TatsĂ€chlich sehen militĂ€rische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der KĂŒste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte.
  • Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen ĂŒber japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung ĂŒberrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Im Oktober 2006 versuchte die nordkoreanische Regierung, diese Behauptung mit einem Atombombentest zu belegen. Ob es sich bei der registrierten ErschĂŒtterung wirklich um die Explosion einer Atomwaffe handelte, ist jedoch unklar. Aufgrund dieser Bedrohung arbeitet Japan eng mit den Vereinigten Staaten an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds.
  • Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokioter U-Bahn durch die ƌmu-Shinrikyƍ-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement im Irak bestehen BefĂŒrchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.

Japans damaliger MinisterprÀsident Koizumi bekrÀftigte am 6. August 2006, dass sein Land die Anti-Atom-Politik fortsetzen werde. Mit Gebeten, Kranzniederlegungen und Aufrufen zu einer nuklearwaffenfreien Welt haben in Hiroshima Menschen der Opfer des ersten Atombombenabwurfs 61 Jahre zuvor gedacht.

Recht

Die japanische Rechtsgeschichte lĂ€sst sich im Wesentlichen in zwei Rezeptionsphasen einteilen. Im 7. Jahrhundert n. Chr. ĂŒbernahm Japan mit dem Ritsuryƍ die Rechtsordnung Chinas auf den Gebieten des Staats- und Verwaltungsrechts. Diese Ordnung war durch mĂŒndliche RechtssĂ€tze gekennzeichnet, in der es aber keine Gerichte und juristische Berufe im heutigen Sinne gab. Nachdem Japan zur Aufgabe seiner Abschottung gezwungen wurde, ĂŒbernahm der Staat 1898 große Teile des ersten Entwurfes des deutschen BĂŒrgerlichen Gesetzbuchs. Das galt vor allem fĂŒr das Schuldrecht und das Sachenrecht, wĂ€hrend im Familienrecht und Erbrecht stĂ€rker japanische Eigenheiten Einfluss fanden. Dem japanischen BGB wurde, dem deutschen BGB entsprechend, das Pandektensystem zugrunde gelegt. Allerdings wurden auch Anleihen beim französischen Recht, insbesondere durch die Beratungen durch Gustave Boissonade, gemacht. Die EinfĂŒhrung einer westlichen Rechtsordnung stellte einen enormen Bruch mit der bisherigen Rechtstradition in Japan dar. Wie tief der Bruch war, zeigt sich z. B. darin, dass eine Vorstellung von persönlichen Rechten und RechtsansprĂŒchen bisher der japanischen Gesellschaft fremd war. Nach dem Zweiten Weltkrieg ĂŒbte auch das US-amerikanische Recht einen Einfluss aus.

In Japan ist die Todesstrafe eine im Strafrecht vorgesehene Strafe. Umfragen belegen, dass es eine ĂŒberwĂ€ltigende BefĂŒrwortung der Todesstrafe unter der japanischen Gesellschaft gibt. Laut einer Studie von 1999 sprachen sich 79,3 % fĂŒr die Todesstrafe aus; sie erfĂ€hrt aber auch Kritik. Im Dezember 2006 wurden mindestens vier Gefangene durch den Strang hingerichtet. Die Hinrichtungen erfolgen heimlich, unabhĂ€ngige Beobachter sind dabei nicht zugelassen. Auch Angehörige und AnwĂ€lte werden vor der Hinrichtung nicht informiert. Berufungsprozesse dauern zwischen 10 und 16 Jahren; es gibt jedoch auch Gefangene, die seit den 1960er Jahren auf die Vollstreckung ihrer Todesstrafe warten. Laut Amnesty International saßen im Juli 2006 mindestens 87 zum Tode verurteilte Gefangene in japanischen GefĂ€ngnissen ein. Seit 2009 werden Strafprozesse, bei denen in Japan auch die Todesstrafe verhĂ€ngt werden kann, bei bestimmten schweren Verbrechen als Schöffenprozesse gefĂŒhrt.

Wirtschaft

Japan ist eine hoch industrialisierte, freie Marktwirtschaft mit einigen Elementen einer gelenkten Wirtschaft. In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg versuchte die Regierung vor allem ĂŒber das MITI gezielt in einzelne Bereiche der Wirtschaft einzugreifen. In den letzten Jahren wurde zunehmend dereguliert und privatisiert. Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Japan Platz 9 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte es im selben Jahr Platz 20.

Der Export im Jahr 2018 betrug 917 Milliarden US-Dollar. Damit liegt Japan auf Platz 4 der exportstÀrksten LÀnder hinter der Volksrepublik China auf Platz 1, den Vereinigten Staaten auf Platz 2 und Deutschland auf Platz 3.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine traditionell ausgeprĂ€gte Arbeitsdisziplin, die Beherrschung von Spitzentechnologie, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und eine Steigerung der ProduktivitĂ€t durch Automatisierung, haben Japan geholfen, binnen kurzer Zeit hinter den Vereinigten Staaten, EU und China die viertgrĂ¶ĂŸte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan ein rasantes Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960er Jahren, durchschnittlich 5 % in den 1970er Jahren, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980er Jahren. In den 1990er Jahren brach das Wachstum nach dem Platzen der Bubble Economy ein, Japan geriet in eine Deflationsspirale. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums hatten zunĂ€chst keinen Erfolg und wurden spĂ€ter wĂ€hrend der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen MĂ€rkte gehemmt.

Die BĂŒrger Japans verfĂŒgten laut der Schweizer Bank Credit Suisse 2016 ĂŒber ein Gesamtvermögen von 24 Billionen Dollar, womit Japan hinter den USA das zweitgrĂ¶ĂŸte nationale Gesamtvermögen besitzt. Sowohl die Einkommens- als auch die Vermögensungleichheit war in Japan weniger ausgeprĂ€gt als in den meisten anderen Industriestaaten. In Relation zur GrĂ¶ĂŸe der Wirtschaft gibt es in Japan verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenige MilliardĂ€re und der Gini-Koeffizient Japans ist einer der niedrigsten weltweit.

Das Kabinett von Jun’ichirƍ Koizumi hat Gesetze zur Privatisierung und Deregulierung erlassen (teilweise vergeblich) und versucht, die schwĂ€chelnde japanische Wirtschaft anzuregen. Ein seit den 1990er Jahren zunehmendes Problem Japans ist die Arbeitslosigkeit. Offizielle Statistiken geben sie 2017 mit rund drei Prozent an, was immer noch eine verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig niedrige Rate ist. 2015 arbeiteten 2,9 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 70,9 % im Dienstleistungssektor und 26,2 % in der Industrie. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 65 Millionen geschĂ€tzt. 51 % der ArbeitskrĂ€fte sind weiblich.

2012 wurde Shinzo Abe zum neuen Premierminister Japans gewĂ€hlt. Abe versprach die japanische Wirtschaft mit radikalen Reformen aus ihrer zwei Jahrzehnte andauernden Stagnation zu befreien. Die Abenomics genannte Strategie bestand aus Deregulierung, Konjunkturprogrammen, die ein hohes Defizit in Kauf nehmen, sowie billigem Geld (Der Leitzins der japanischen Zentralbank ist negativ). Zudem wurde der vorher vernachlĂ€ssigte Tourismus gefördert und das Land fĂŒr auslĂ€ndische Investitionen geöffnet. Das Wachstum sollte auf ĂŒber 3 % gesteigert werden. Die Strategie verbesserte zwar die Stimmung in der japanischen Wirtschaft, konnte das Wachstum bisher jedoch nicht nachhaltig steigern und trieb Japans Staatsverschuldung weiter in die Höhe. Zudem hat Japan seit der Fukushima-Katastrophe eine negative Handelsbilanz sowie höhere Haushaltsdefizite, da es seine Energie jetzt importieren muss, was die Lage weiter verkompliziert. 2017 hatte es wieder eine positive Handelsbilanz. Mitte 2018 lag die Arbeitslosenquote bei 2,2 % und war damit auf dem niedrigsten Stand seit den frĂŒhen 1990er Jahren.

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo, Außenhandel und Arbeitslosigkeit entwickelten sich in den letzten Kalenderjahren folgendermaßen (Werte mit Fragezeichen sind SchĂ€tzungen bzw. Prognosen):

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 1.931 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1.696 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,7 % des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 11,8 Bio. US-Dollar oder 239,2 % des BIP.

2009 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 9,3 %
  • Bildung: 3,5 % (2007)
  • MilitĂ€r: 0,8 % (2006)

Die Staatsverschuldung, heute eine der höchsten der Welt, ist vor allem auf die Japankrise zurĂŒckzufĂŒhren. 1989 lag die Staatsverschuldung noch bei 68 % des BIP. Im Gegensatz zu anderen hochverschuldeten LĂ€ndern ist Japan jedoch in der eigenen WĂ€hrung verschuldet und die meisten Anleihen des japanischen Staates befinden sich im Besitz von japanischen StaatsbĂŒrgern oder der japanischen Zentralbank. Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note A+ bewertet (Stand November 2018). Das Land zĂ€hlt damit, trotz der hohen Staatsverschuldung, als ein guter Schuldner. GegenĂŒber dem Ausland ist Japan ein NettoglĂ€ubiger und das Land hĂ€lt Devisenreserven in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar.

Energie

Mit einem PrimĂ€renergieverbrauch von 445,3 Millionen Tonnen Öleinheiten im Jahre 2016 ist Japan das Land mit dem fĂŒnft-höchsten Energieverbrauch hinter China, den USA, Indien und Russland. Das Land ist zudem der fĂŒnft-grĂ¶ĂŸte Kohlenstoffdioxidemittent. Japan gehört zu den Unterzeichnern des Pariser Klimaabkommens.

Japan verbraucht so viel verflĂŒssigtes Erdgas (LNG) wie kein anderes Land, ist der zweitgrĂ¶ĂŸte Importeur von Kohle und der drittgrĂ¶ĂŸte von Erdöl.

Bei der Stromerzeugung dominieren Gas- und Kohlekraftwerke. 2015 betrug die Stromerzeugung 1041 Terawattstunden. Hiervon entfielen auf Gaskraftwerke 39 %, Kohlekraftwerke 33,4 %, Ölkraftwerke 9,8 %, Wasserkraftwerke 8,8 %, Photovoltaik 3,4 %, Biomasseheizkraftwerke 3,3 % und sonstige Stromerzeugung 2,3 %.

Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima wurden bis 2013 sĂ€mtliche Kernkraftwerke abgeschaltet, die 2010 noch einen Anteil von 25 % an der Stromerzeugung hatten. Im August 2015 wurde die Nutzung der Kernenergie wieder aufgenommen. Bis November 2017 sind fĂŒnf von 42 Reaktoren wieder in Betrieb genommen worden. Angestrebt wird vom Kabinett Abe ein Anteil von Strom aus Kernenergie von knapp 20 %.

Neben der Solarenergie werden Windenergie, Geothermie, Wasserkraft, Biogas und Biomasse gefördert.

Infrastruktur

Japan verfĂŒgt ĂŒber eine moderne und leistungsfĂ€hige Infrastruktur. Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird, belegte Japan 2018 den fĂŒnften Platz unter 160 LĂ€ndern. Besonders gut schnitten die Parameter fĂŒr Transportinfrastruktur und der logistischen Kompetenz ab.

Verkehrswesen

Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine GesamtlĂ€nge von 27.311 km, wovon 20.534 km elektrifiziert sind. Die Ost-West-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. Zu den Olympischen Spielen in Tokio wurde 1964 die erste Strecke von Tokio nach Osaka eröffnet. Durch Linien der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JNR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und FĂ€hren sind die meisten Dörfer und Inseln an das Netz angeschlossen. Jede grĂ¶ĂŸere Stadt ist durch ein ausgeprĂ€gtes Nahverkehrsnetz mit dem Umland verbunden. Neun Metropolen haben ein U-Bahn-Netz, jede grĂ¶ĂŸere Stadt besitzt eine Vielzahl an Buslinien. Moderne Einschienenbahnen wurden in mehreren StĂ€dten gebaut, des Weiteren gibt es Straßenbahnen, in Nischen werden auch Peoplemover eingesetzt.

Bahn- sowie NahverkehrsbeförderungsgebĂŒhren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft. Einzelfahrten sind vor allem in GroßstĂ€dten sehr gĂŒnstig, können aufgrund der fehlenden VerkehrsverbĂŒnde und fehlender staatlicher Subventionierung aber auch relativ hoch liegen. Im Fernverkehr machen die ZuschlĂ€ge die Fahrten oft teuer.

Ein Auto besitzen in Japan in erster Linie Menschen, die auf dem Land oder in kleineren StĂ€dten leben. Da die StĂ€dte sehr dicht bebaut sind, ist zur Zulassung eines Kraftfahrzeugs ein Parkplatznachweis (Shakoshƍmei) nötig. Es sind rund 60 Millionen Pkw im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine BĂŒrgersteige. Deshalb gibt es im innerstĂ€dtischen Straßenbild auch kaum LKW, da nur die schmalen Kei-Trucks diese engen Straßen befahren können.

Das gesamte Straßennetz umfasste 2015 etwa 1.218.772 km, wovon 992.835 km asphaltiert sind. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7000 Kilometer, weitere 2000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. In Japan herrscht Linksverkehr. Im Straßenverkehr gehört das Land zu den sichersten der Welt. 2013 kamen im Japan insgesamt 4,7 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit 6130 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Das Land hat eine im weltweiten Vergleich hohe Motorisierungsrate. 2017 kamen im Land 590 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner (in Deutschland waren es 610 Fahrzeuge).

Der Bau des Straßen- und Bahnnetzes gestaltet sich aufgrund des bergigen Inlands und der vielen Inseln sehr schwierig und ressourcenintensiv, da viele Tunnel und BrĂŒcken nötig sind. DarĂŒber hinaus ist die Infrastruktur stĂ€ndig durch Erdbeben, Taifune und VulkanausbrĂŒche gefĂ€hrdet. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan ĂŒberwiegend oberirdisch gefĂŒhrt, bei neueren StĂ€dtebauprojekten unterirdisch. Aufgrund des Brandrisikos bei Erdbeben erfordern die in allen Stadtgebieten unterirdisch verlegten Gasleitungen besondere Aufmerksamkeit und werden oft gewartet. Gasherde und Gasboiler zur Warmwasserversorgung sind in Japan die Norm. Zur japanischen Infrastruktur gehört ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.

In Japan gibt es eine große Anzahl von HĂ€fen und FlughĂ€fen. Aufgrund seiner isolierten Lage wird ĂŒber diese sĂ€mtlicher internationaler Warenhandel abgewickelt. Wegen der schlechten Erreichbarkeit vieler Orte innerhalb Japans werden sie aber auch zum Reisen und fĂŒr inlĂ€ndischen Warentransport genutzt. Die grĂ¶ĂŸten FlughĂ€fen sind Tokio-Haneda, Tokio-Narita, Kansai und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Flughafen ChĆ«bu. Da in Japan nur wenig ebenes Land zur VerfĂŒgung steht, wurden sowohl die o. g. FlughĂ€fen Kansai und Aichi, als auch die FlughĂ€fen KitakyĆ«shĆ« und Kƍbe auf kĂŒnstlichen Inseln im Meer errichtet.

Telekommunikation

Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, BreitbandinternetzugĂ€nge sind flĂ€chendeckend verfĂŒgbar und fast jeder Japaner besitzt ein Mobiltelefon. In Japan wurde der Mobilfunkstandard Personal Digital Cellular eingesetzt, welcher nicht zum global weit verbreiteten GSM-Standard kompatibel ist. Mittlerweile ist jedoch auch das UMTS-Netz in Japan hervorragend ausgebaut. Die meisten 3G-Mobiltelefone aus Europa funktionieren heutzutage auch in Japan problemlos.

2016 nutzten 115 Millionen Japaner das Internet (91 % der Bevölkerung). Japan hat zudem eine der höchsten Internetgeschwindigkeiten.

Kultur

In der modernen japanischen Kultur gehen viele Elemente auf die ganz eigene Tradition des Landes zurĂŒck, wodurch Japan im Kreis der Industrienationen seinen individuellen Charakter bewahrt hat.

In der ArchĂ€ologie sind die ersten Zeugnisse der kulturellen FrĂŒhgeschichte Keramiken der Jƍmon- und Yayoi-Periode. Ab dem 4. Jahrhundert kamen dann viele Elemente der chinesischen Kultur nach Japan, zuerst Landwirtschaftstechniken wie der Reisanbau und Handwerkstechniken wie Bronzeschmiedekunst und der Bau von HĂŒgelgrĂ€bern, dann ab dem 7. Jahrhundert auch die Schriftkultur und die FĂŒnf Klassiker, der Konfuzianismus und der Buddhismus.

In der Heian-Zeit kam es zu einer ersten BlĂŒte, als der Hofadel aus dem chinesischen Erbe eine eigenstĂ€ndige japanische Dichtung und Literatur entwickelte.

In den darauf folgenden Epochen wurde das Land immer wieder von BĂŒrgerkriegen verwĂŒstet, wodurch der Schwertadel, die Bushi (spĂ€ter als Samurai bezeichnet), zur wichtigsten Schicht aufstieg. Neben der Kriegskunst und der Schwertschmiedekunst bildete sich auch eine neue Form des Buddhismus, der Zen, heraus, der den Kriegern zusprach.

Erst in der Edo-Zeit im 17. Jahrhundert, unter den Tokugawa, kam das Land wieder zur Ruhe. Die Samurai wurden zu einer Beamtenschicht, die ihre Kriegertugenden in den KampfkĂŒnsten (bujutsu) bewahrte. Der Einfluss des Zen spiegelte sich nun auch in Dichtung, Gartenkunst, Malerei (Sumi-e) und Musik wider. Durch Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung kam in dieser Zeit auch die vierte Schicht, die HĂ€ndler, zu Reichtum. Da ihnen der soziale Aufstieg verwehrt war, suchten die HĂ€ndler in der Kunst einen Weg, die Samurai zu ĂŒbertrumpfen. Sie förderten TeehĂ€user, in denen die Geishas die Teezeremonie, Blumensteckkunst, Musik und Tanz praktizierten. Sie förderten auch das Kabuki-Theater. In den StĂ€dten bildeten sich besondere VergnĂŒgungsbezirke, besonders in Edo, wo die Daimyƍ das halbe Jahr unter der direkten Kontrolle des Shƍgun verbringen mussten.

Eine dritte BlĂŒtezeit der Kultur erlebt Japan jetzt in der Nachkriegszeit, in der Japan eine lebhafte Popkultur hervorgebracht hat, die westliche EinflĂŒsse und japanische Tradition verbindet. Anime und Manga, japanische Filme und Popmusik sind auch in Übersee beliebt.

Wissenschaft und Bildung

Bildung hat in Japan, wie in allen konfuzianisch geprĂ€gten LĂ€ndern Asiens, einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2012 lagen die öffentlichen Ausgaben fĂŒr Bildung im PrimĂ€r- bis TertiĂ€rbereich bei 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Land steht damit zusammen mit der Slowakei an letzter Stelle unter den 36 Teilnehmerstaaten des Indicators of Education Systems Programms der OECD. Viele Japaner sind der Ansicht, dass man es im Leben nur mit einer guten Ausbildung zu etwas bringt. Schon im Kindergarten lernen die Kleinen deswegen die ersten Buchstaben, nĂ€mlich das Hiragana-Alphabet. Vor jedem weiteren Schritt im japanischen Bildungssystem steht dann eine AufnahmeprĂŒfung (Mittelschule (zum Teil), Oberschule, Uni). Viele japanische MĂŒtter sind Hausfrauen und sehen ihre Aufgabe vor allem darin, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu sichern. Aus der Generation der Töchter möchten jedoch viele mit ihrer guten Ausbildung Karriere machen, so dass hier ein gesellschaftlicher Wandel im Begriff ist. In einem Kƍminkan wird kĂŒnstlerische und sportliche Bildung angeboten.

Schulsystem

Die schulische Bildung beginnt bereits im Kindergarten, der aber nicht Teil der Schulpflicht ist. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und in der Grundschule viel Gruppenarbeit statt. Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (sechs Jahre), Mittelschule (drei Jahre) und Oberschule (drei Jahre), die Schulpflicht betrĂ€gt neun Jahre. Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April. Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich: Zwei Wochen an Neujahr, zwei Wochen im MĂ€rz/April, sechs Wochen im Juli/August. Öffentliche Schulen haben eine FĂŒnftagewoche, private Schulen oft eine Sechstagewoche. WĂ€hrend der Schulpflicht gibt es kein „Sitzenbleiben“, jeder SchĂŒler wird automatisch versetzt. Schuluniformen sind an vielen Schulen Pflicht. Jede dieser Schulen hat ihre eigene charakteristische Uniform.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen Japans SchĂŒler Platz 5 von 72 LĂ€ndern in Mathematik, Platz 3 in Naturwissenschaften und Platz 8 beim LeseverstĂ€ndnis. Japanische SchĂŒler gehörten damit zu den besten unter allen teilnehmenden LĂ€ndern. Der Leistungsdruck an japanischen Schulen gilt als sehr hoch.

Forschung

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte fĂŒr die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den UniversitĂ€ten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstĂ€rkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der IdentitĂ€tsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.

Japan zÀhlt zu den innovativsten LÀndern der Welt. Im Global Innovation Index 2017, welcher die InnovationsfÀhigkeit einzelner LÀnder misst, belegt Japan Platz 14 von 130 Volkswirtschaften.

NobelpreistrÀger

  • Chemie: Ken’ichi Fukui (1981), Hideki Shirakawa (2000), Ryƍji Noyori (2001), Kƍichi Tanaka (2002), Ei-ichi Negishi (2010), Akira Suzuki (2010)
  • Frieden: Satƍ Eisaku (1974)
  • Literatur: Kawabata Yasunari (1968), ƌe Kenzaburƍ (1994)
  • Medizin: Tonegawa Susumu (1987), Shin’ya Yamanaka (2012), Satoshi ƌmura (2015), Yoshinori ƌsumi (2016), Tasuku Honjo (2018)
  • Physik: Yukawa Hideki (1949), Shin’ichirƍ Tomonaga (1965), Leo Esaki (1973), Masatoshi Koshiba (2002), Makoto Kobayashi (2008), Toshihide Masukawa (2008), Isamu Akasaki (2014), Hiroshi Amano (2014), Shuji Nakamura (2014), Takaaki Kajita (2015)

Medien

Im japanischen Mediensystem gibt es die Besonderheit der Kisha Clubs (auch Reporterclubs genannt), zu denen nur die Journalisten der großen Medien aus Tokyo Zutritt erhalten. Diese befinden sich in den RĂ€umen der Verwaltung oder der Unternehmen und dienen als Ort fĂŒr Pressekonferenzen, Briefings und HintergrundgesprĂ€che. In Japan gibt es zwei zentrale Nachrichtenagenturen. Dies sind Kyƍdƍ TsĆ«shinsha und Jiji TsĆ«shinsha. Zeitungen erfreuen sich in Japan nach wie vor einer großen Beliebtheit. Insgesamt gibt es ĂŒber 100 verschiedene, tĂ€glich erscheinende Zeitungen. Es gibt fĂŒnf Zeitungen, die landesweit erscheinen, drei Blockzeitungen, 45 PrĂ€fekturzeitungen und 200 Zeitungen unterhalb der Ebene der PrĂ€fektur. Die beiden grĂ¶ĂŸten Zeitungen der Welt nach tĂ€glicher Auflage kommen aus Japan (Stand 2015): Yomiuri Shimbun (Aufl. 9,03 Mio.) und Asahi Shimbun (6,62 Mio.). Daneben erscheinen die Mainichi Shimbun (Aufl. 3,16 Mio.), die Nihon Keizai Shimbun (Aufl. 2,73 Mio.) und die Sankei Shimbun (Aufl. 1,57 Mio.), welche ebenfalls hohe Auflagen erreichen. Es gibt im Land sechs japanweit sendende Fernsehnetzwerke: NHK (Öffentlich-rechtlich), Nippon Television (NTV), Tokyo Broadcasting System (TBS), Fuji Network System (FNS), TV Asahi (EX) und TV Tokyo Network (TXN). Der Rundfunk in Japan ist dual organisiert. Es gibt öffentlich-rechtlich und privat finanzierte Sender, die 1951 durch das Rundfunkgesetz gestartet werden konnten. Die drei meist genutzten Onlinenachrichtenportale sind (Stand 2015) Yahoo News (wöchentliche Reichweite: 53 Prozent), NHK news online (wöchentliche Reichweite: 23 Prozent) und Nippon TV (wöchentliche Reichweite: 15 Prozent). Als soziales Netzwerk wird Youtube am hĂ€ufigsten genutzt.

KĂŒche

Die japanische KĂŒche basiert auf der Kombination von Grundnahrungsmitteln, typischerweise japanischer Reis oder Nudeln, mit einer Suppe und Okazu (Gerichten aus Fisch, GemĂŒse, Tofu und dergleichen), um dem Grundnahrungsmittel Geschmack zu verleihen. In der frĂŒhen Neuzeit wurden Zutaten wie rotes Fleisch eingefĂŒhrt, die zuvor in Japan nicht weit verbreitet waren.

Die japanische KĂŒche ist bekannt fĂŒr ihre Betonung der Saisonalen Lebensmittel, der QualitĂ€t der Zutaten und der PrĂ€sentation. Die japanische KĂŒche bietet eine große Auswahl an regionalen SpezialitĂ€ten, bei denen traditionelle Rezepte und lokale Zutaten verwendet werden. Der Ausdruck ichijĆ«-sansai (䞀汁䞉菜|| one soup, three sides) bezieht sich auf die Zusammensetzung einer typischen Mahlzeit, hat jedoch Wurzeln in der klassischen Kaiseki, Honzen und YĆ«soku KĂŒche. Der Begriff wird auch verwendet, um den ersten Gang zu beschreiben, der heutzutage in der Standard-Kaiseki-KĂŒche serviert wird. Karē ist seit seiner EinfĂŒhrung in Japan aus Britisch-Indien so weit verbreitet, dass es als Nationalgericht bezeichnet werden kann.

Traditionelle japanische SĂŒĂŸigkeiten sind als Wagashi bekannt. Zutaten wie rote Bohnenpaste und Mochi werden verwendet. Zu den moderneren Geschmacksrichtungen gehört grĂŒnes Teeeis, ein sehr beliebtes Aroma. Kakigƍri ist ein rasiertes Eisdessert, das mit Sirup oder Kondensmilch gewĂŒrzt ist. Es wird normalerweise auf Sommerfestivals verkauft und gegessen. Beliebte japanische GetrĂ€nke wie Sake, ein gebrautes ReisgetrĂ€nk, das typischerweise 14 bis 17 % Alkohol enthĂ€lt und durch mehrfache Fermentation von Reis hergestellt wird. Bier wird in Japan seit dem spĂ€ten 19. Jahrhundert gebraut und in vielen Regionen von Unternehmen wie den Asahi Beer, der Kirin Beer und der Sapporo Beer hergestellt. Sie behaupten, die Ă€lteste bekannte Biermarke in Japan zu sein.

Walfang

Japan ist einer der grĂ¶ĂŸten Fischereination und betreibt Walfang, vorgeblich mit wissenschaftlichem Hintergrund ĂŒber das Institute of Cetacean Research. Die Tötung von Walen soll die Untersuchung des Mageninhaltes der Tiere ermöglichen. Die Internationale Walfangkommission kritisierte die schwachen wissenschaftlichen Argumente Japans stark und wies darauf hin, dass die erwĂŒnschten Daten nicht dem Management der WalbestĂ€nde dienen und auch mit fĂŒr die Wale schonenden Mitteln (z. B. Kot- und Hautproben) gesammelt werden könnten. Die japanische Walfanglobby argumentiert, dass Wale zu viele Fische frĂ€ĂŸen und somit Nahrungskonkurrent des Menschen seien.

Im Dezember 2007 verkĂŒndete die japanische Regierung nach internationalem Druck, die Jagd auf die gefĂ€hrdeten Buckelwale einzustellen. Die Jagd auf Zwergwale und Finnwale werde aber fortgesetzt. Dabei betrug das Jagdergebnis der Flotte um die Nisshin Maru in der Antarktis in der Saison 2007/2008 551 Exemplare der nicht gefĂ€hrdeten Zwergwale, 2008/2009 679 Zwergwale und einen Finnwal und 2009/2010 506 Zwergwale und einen Finnwal.

Der Verzehr von Walfleisch ist in Japan seit Jahren rĂŒcklĂ€ufig, so dass sich z. B. die LagerbestĂ€nde an eingelagertem Walfleisch stĂ€ndig erhöhen: von 1453 t im Jahr 1999 auf 5093 t im Dezember 2010. Daneben ist Japan auch der wichtigste Absatzmarkt fĂŒr islĂ€ndisches Walfleisch.

Sport

Sport ist in Japan bereits in der Asuka-Zeit (7. Jahrhundert) nachgewiesen, als eine Gesandtschaft aus Korea am Hof der Kaiserin Kƍgyoku durch einen Sumƍkampf unterhalten wurde. Die Bushi, der erstarkende Kriegerstand zum Ende der Heian-Zeit (11. Jahrhundert), betrieben ebenfalls Sport als Vorbereitung auf den Kampf, in erster Linie Schwertkampf (kenjutsu), Reiten (bajutsu), Bogenschießen (kyĆ«jutsu) und Schwimmen. In der Edo-Zeit, einer friedlichen Periode, verfeinerten die zu Verwaltungsbeamten gewordenen Samurai diese Techniken zur Kampfkunst (bujutsu), die durch den Einfluss des Zen-Buddhismus auch eine spirituelle Komponente erhielten.

Im Rahmen der Meiji-Restauration (zweite HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts) kam auch der westliche Sport nach Japan, darunter athletische Sportarten und Mannschaftssportarten wie Baseball, heute der beliebteste Sport (siehe Baseball in Japan). Anfang des 20. Jahrhunderts wurden aus den klassischen Bujutsu-KĂŒnsten die heutigen KampfkĂŒnste und Kampfsportarten entwickelt, darunter Judo, Aikidƍ und Kendƍ. Das Karate entwickelte sich in der PrĂ€fektur Okinawa.

Heutzutage wird eine breite Vielfalt von Sportarten in Japan betrieben, in erster Linie in Clubs an Schulen und UniversitĂ€ten. Die Insellage hat Windsurfen und Tauchen sehr beliebt gemacht. Als Sport der Salarymen gilt Golf. Eine Mitgliedschaft in einem Golfclub können sich allerdings nur die wirklich gut Verdienenden leisten. Überall in Japan finden sich hoch umzĂ€unte Anlagen, auf denen der Abschlag geĂŒbt werden kann. Hokkaidƍ und die PrĂ€fektur Nagano sind Zentren des Wintersports.

Aber auch Rugby und Fußball erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in Japan. In der Top League, der höchsten Spielklasse des japanischen Rugby, spielen teilweise die bestbezahlten Spieler der Welt und die Rugbynationalmannschaft Japans vertritt das Land regelmĂ€ĂŸig bei der Rugbyweltmeisterschaft, deren Ausrichter Japan 2019 war. Die J1 League, die höchste Spielklasse im japanischen Fußball, gilt wiederum als eine der bedeutendsten Fußballligen der Welt und auch die Fußballnationalmannschaft Japans erreicht regelmĂ€ĂŸig die Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft, deren Mitausrichter Japan 2002 war. Viele japanische Fußballer wie etwa Hidetoshi Nakata, Shunsuke Nakamura, Naohiro Takahara, Shinji Okazaki, Makoto Hasebe, Keisuke Honda, YĆ«to Nagatomo, Shinji Kagawa, Atsuto Uchida, Maya Yoshida, Hiroki Sakai, Gƍtoku Sakai, YĆ«ya ƌsako oder Genki Haraguchi konnten sich bereits in den Topligen des europĂ€ischen Fußballs (insbesondere in der deutschen Bundesliga) etablieren.

Die Olympischen Sommerspiele sollten 2020 in Japan stattfinden, wurden wegen der COVID-19-Pandemie jedoch auf das Jahr 2021 verschoben.

Feiertage

In Japan gibt es sechzehn gesetzliche Feiertage (jap. 焝旄, shukujitsu) pro Jahr, die im Staatlichen Gesetz zu den Feiertagen des Volkes (ć›œæ°‘ăźç„æ—„ă«é–ąă™ă‚‹æł•ćŸ‹, kokumin no shukujitsu ni kansuru hƍritsu) vom 20. Juli 1948 festgelegt sind. Wie auch in Deutschland sind einige dieser Feiertage bewegliche Feiertage (ç§»ć‹•ç„æ—„, idƍ shukujitsu), die meisten Feiertage sind jedoch an ein unverĂ€nderliches Datum geknĂŒpft.

Wenn ein Feiertag auf einen Sonntag fĂ€llt, ist der darauf folgende Montag ein arbeitsfreier Tag (æŒŻ(り)æ›ż(え)䌑旄, furikae kyĆ«jitsu , dt. „verschobener Feiertag“). Jeder einzelne Tag, der zwischen zwei Feiertage fĂ€llt, ist ebenfalls ein arbeitsfreier Tag (ć›œæ°‘ăźäŒ‘æ—„, kokumin no kyĆ«jitsu, dt. „Ruhetag der BĂŒrger“).

Neben den gesetzlichen Feiertagen gibt es auch in Japan eine große Zahl regionaler Gedenk- und Festtage. Bevor die gesetzlichen Feiertage durch das japanische Recht geregelt wurden, unterschied man zwischen shukujitsu (焝旄), allgemein fĂŒr Feiertag, und saijitsu (ç„­æ—„), dem kirchlichen (religiösen) Feiertag bzw. regionalen Sitten folgenden Festtagen (ç„­ă‚Š, Matsuri).

Festivals

Es gibt viele Festivals (matsuri) ç„­ in Japan, die jĂ€hrlich gefeiert werden. Es gibt keine spezifischen Festivaltage fĂŒr ganz Japan. Die Zeiten variieren von Gebiet zu Gebiet und sogar innerhalb eines bestimmten Gebiets. Die Festivaltage konzentrieren sich jedoch in der Regel auf traditionelle Feiertage wie Setsubun oder Obon. Festivals finden oft im Rahmen einer Zeremonie statt, mit EssensstĂ€nden, Unterhaltung und Karnevalspielen, um die Menschen zu unterhalten. Es wird normalerweise von einem örtlichen Schrein oder Tempel gesponsert, obwohl sie weltlich sein können.

Bemerkenswerte Festivals bieten oft Prozessionen an, die aufwĂ€ndige Festwagen beinhalten können. Die Vorbereitung fĂŒr diese Prozessionen erfolgt in der Regel auf der Ebene der Stadtteile oder machi ç„­. Davor werden die lokalen Kami möglicherweise rituell in Mikoshi installiert und durch die Straßen gefĂŒhrt, beispielsweise Gion in Kyoto und Hadaka in Okayama.

Siehe auch

  • Soziales Verhalten in Japan
  • Japanische Medien
  • NationalschĂ€tze Japans
  • Tourismus in Japan

Literatur

  • Josef Kreiner (Hrsg.): Geschichte Japans. 7. Auflage. Reclam-Verlag, Ditzingen 2020, ISBN 978-3-15-019574-1. 
  • Manfred Pohl: Geschichte Japans. 5. Auflage. C.H. Beck, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-406-66440-3. 

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Japan
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Japan
  • Botschaften Japans in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • LĂ€nderprofil des Statistischen Bundesamtes
  • Japanische Fremdenverkehrszentrale
  • Japanisches StatistikbĂŒro (jap., engl.)
  • US Library of Congress – Japan: Country Studies – umfangreiches Hintergrundmaterial (englisch, Public Domain)
  • Offizielle Site der japanischen Regierung
  • Web Japan – Informationsportal ĂŒber Japan des japanischen Außenministeriums (Englisch, einzelne Teile in anderen Sprachen)
  • Erdbebenmessungen des Meteorologischen Amtes Japan (englisch)

Einzelnachweise


 

Region Regionen (48)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Aichi 35.384 34.569 136.673 137.806  
Akita 40.5 38.872 139.704 140.964  
Aomori 41.532 40.211 139.857 141.681  
Chiba 36.08 34.895 139.753 140.883  
Ehime 34.194 32.889 132.024 133.669  
Fukui 35.467 35.466 132.764 132.771  
Fukui 36.272 35.33 135.439 136.803  
Fukuoka 33.955 32.981 130.036 131.195  
Fukushima 37.964 36.792 139.156 141.042  
Gifu 36.452 35.139 136.257 137.624  
Gunma 37.039 35.97 138.377 139.674  
Hiroshima 35.081 34.071 132.041 133.449  
Hokkaido 45.52 41.401 139.336 145.825  
Hyogo 35.658 34.195 134.257 135.449  
Ibaraki 36.927 35.732 139.654 140.86  
Ishikawa 37.528 36.063 136.241 137.363  
Iwate 40.451 38.754 140.658 142.071  
Kagawa 34.554 33.998 133.558 134.443  
Kagoshima 32.163 29.443 129.428 131.192  
Kanagawa 35.654 35.111 138.9 139.787  
Kochi 33.856 32.704 132.54 134.31  
Kumamoto 33.181 32.091 129.958 131.324  
Kyoto 35.763 34.696 134.865 136.036  
Mie 35.232 33.686 135.847 136.926  
Miyagi 38.99 37.77 140.27 141.674  
Miyazaki 32.823 31.368 130.7 131.873  
Nagano 37.015 35.188 137.323 138.716  
Nagasaki 34.691 32.567 128.608 130.375  
Nara 34.76 33.838 135.543 136.211  
Niigata 38.545 36.731 137.615 139.871  
Oita 33.683 32.732 130.826 132.073  
Okayama 35.327 34.424 133.264 134.397  
Okinawa 28.51 24.257 122.938 131.328  
Osaka 34.997 34.264 135.087 135.715  
Saga 33.54 32.943 129.758 130.537  
Saitama 36.271 35.752 138.7 139.875  
Shiga 35.675 34.774 135.743 136.443  
Shimane 36.343 34.3 131.667 133.382  
Shizuoka 35.628 34.589 137.463 139.149  
Tochigi 37.144 36.201 139.306 140.267  
Tokushima 34.232 33.526 133.648 134.751  
Tokyo 35.879 24.212 138.923 153.966  
Tottori 35.598 35.051 133.128 134.511  
Toyama 36.974 36.273 136.758 137.734  
Wakayama 34.372 33.433 135.067 135.994  
Yamagata 39.115 37.723 139.549 140.618  
Yamaguchi 34.663 33.766 130.862 132.47  
Yamanashi 35.958 35.157 138.169 139.122  
 

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Flagge: Japan

Name englisch: Japan
Hauptstadt: Tokyo
Kfz: J
ISO: JP
ISO3: JPN
Fläche: 377835 km²
Tld: .jp
Wärung Einheit: JPY
Währung: Yen
Vorwahl: 81

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 45.5227719
südlichster Punkt: 24.0460446
westlichster Punkt: 122.9338302
östlichster Punkt: 153.9874306


 
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