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Staat Informationen : Kanada

Informationen:


Kanada (englisch und franz√∂sisch Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Das Land liegt zwischen dem Atlantik im Osten und dem Pazifik im Westen und reicht nordw√§rts bis zum Arktischen Ozean. Bundeshauptstadt ist Ottawa, die bev√∂lkerungsreichste Stadt ist Toronto. Die einzige Landgrenze ist jene zu den Vereinigten Staaten im S√ľden und im Nordwesten. Kanada ist in Bezug auf die Fl√§che nach Russland der zweitgr√∂√üte Staat der Erde, hat hingegen mit knapp 38¬†Millionen Einwohnern eine √§u√üerst niedrige Bev√∂lkerungsdichte von vier Personen pro Quadratkilometer.

Die Besiedlung durch die First Nations begann sp√§testens vor 12.000 Jahren, die Inuit folgten vor rund 5000 Jahren. Ab dem sp√§ten 15. Jahrhundert landeten Europ√§er an der Ostk√ľste und begannen um 1600 mit der Kolonisierung. Dabei setzten sich zun√§chst Franzosen und Engl√§nder fest. In dieser Zeit breitete sich die Bezeichnung ‚ÄěCanada‚Äú aus, urspr√ľnglich der Name f√ľr ein Irokesendorf. Frankreich trat 1763 seine Kolonie Neufrankreich an Gro√übritannien ab. Im Jahre 1867 gr√ľndeten drei britische Kolonien die Kanadische Konf√∂deration. Mit dem Statut von Westminster erhielt das Land 1931 gesetzgeberische Unabh√§ngigkeit, weitere verfassungsrechtliche Bindungen zum Vereinigten K√∂nigreich wurden 1982 aufgehoben. Nominelles Staatsoberhaupt ist K√∂nigin Elisabeth II., die durch den Generalgouverneur von Kanada vertreten wird.

Kanada ist ein auf dem Westminster-System basierender parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat und eine parlamentarische Monarchie. Amtssprachen sind Englisch und Französisch. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Stellung der frankophonen Kanadier und die Rechte der indigenen Völker (neben den First Nations und Inuit die Métis) sind wichtige Konfliktlinien in Staat und Gesellschaft. Die Themen Klimawandel und Umweltschutz, Einwanderungspolitik und Rohstoffabhängigkeit sowie das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten, von dem kulturell und historisch bedingt ein ambivalentes Bild besteht, kennzeichnen die öffentlichen Debatten.

Herkunft des Namens

Der Name Kanada ist mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Wort kanata abgeleitet, das in der Sprache der Sankt-Lorenz-Irokesen ‚ÄěDorf‚Äú oder besser ‚ÄěSiedlung‚Äú bedeutete. 1535 gaben Bewohner der Region um die heutige Stadt Qu√©bec dem franz√∂sischen Entdecker Jacques Cartier eine Wegbeschreibung zum Dorf Stadacona. Cartier verwendete daraufhin die Bezeichnung Canada nicht nur f√ľr dieses Dorf, sondern f√ľr das ganze Gebiet, das von dem in Stadacona lebenden H√§uptling Donnacona beherrscht wurde. Ab 1545 war auf Karten und in B√ľchern die Bezeichnung Canada f√ľr diese Region √ľblich. Cartier nannte au√üerdem den Sankt-Lorenz-Strom Rivi√®re de Canada, ein Name, der bis zum fr√ľhen 17. Jahrhundert in Gebrauch war. Forscher und Pelzh√§ndler zogen in Richtung Westen und S√ľden, wodurch das als ‚ÄěKanada‚Äú bezeichnete Gebiet wuchs. Im fr√ľhen 18. Jahrhundert wurde der Name f√ľr den gesamten heutigen mittleren Westen bis Louisiana benutzt. Die seit 1763 britische Kolonie Qu√©bec wurde 1791 in Oberkanada und Niederkanada aufgeteilt, was etwa den sp√§teren Provinzen Ontario und Qu√©bec entsprach. Sie wurden 1841 wieder zur neuen Provinz Kanada vereinigt. 1867 erhielten die neu gegr√ľndeten Bundesstaaten der Kolonien in Britisch-Nordamerika den Namen ‚ÄěKanada‚Äú und den formellen Titel Dominion. Bis in die 1950er Jahre war die amtliche Bezeichnung Dominion of Canada √ľblich.

Mit der zunehmenden politischen Autonomie gegen√ľber Gro√übritannien verwendete die Regierung mehr und mehr die Bezeichnung Canada in rechtlich bindenden Dokumenten und Vertr√§gen. Das Kanada-Gesetz 1982 bezieht sich nur noch auf Canada, die inzwischen einzige amtliche (zweisprachige) Bezeichnung.

Geschichte

Ur- und Fr√ľhgeschichte

Indianer (in Kanada First Nations genannt) besiedelten Nordamerika vor mindestens 12.000 Jahren, was den Anfang der paläoindianischen Periode markiert. Vor rund 5000 Jahren folgten die Inuit. In den Bluefish-Höhlen im nördlichen Yukon fand man die ältesten menschlichen Spuren in Kanada; in der Charlie-Lake-Höhle fanden sich Werkzeuge aus der Zeit ab etwa 10.500 v. Chr. Aus der Zeit ab etwa 9000 v. Chr. stammen Funde bei Banff und in Saskatchewan, aber auch bereits in Québec.

Ab etwa 8000 v. Chr. folgte die archaische Phase. Gruppen aus dem Westen erreichten um 7500 v. Chr. das s√ľdliche Ontario. Dort fanden sich Speerschleudern. Siedlungsschwerpunkte waren im Osten der untere Sankt-Lorenz-Strom und die Gro√üen Seen sowie die K√ľste Labradors (L‚ÄôAnse Amour Site) an der im 6. Jahrtausend die ersten gr√∂√üeren Grabst√§tten entstanden, sp√§ter Burial Mounds.

Auf den Great Plains entstanden neue Waffentechnologien und weitl√§ufiger Handel, etwa mit Chalzedon aus Oregon und Obsidian aus Wyoming. In einigen Gebieten wurden noch um 8000 v. Chr. Pferde gejagt; sie verschwanden ebenso wie die Megafauna. Erst sp√§ter teilte sich der riesige Kulturraum erkennbar in zwei Gro√ür√§ume auf, die Fr√ľhe Shield- und die Fr√ľhe Plains-Kultur, wobei sich Kupferbearbeitung bereits um 4800 v. Chr. zeigen l√§sst.

Im Westen reichen die Spuren bis vor 8000 v. Chr. zur√ľck, vielfach ohne erkennbaren kulturellen Bruch. So besteht die Kultur der Haida auf Haida Gwaii seit √ľber 9500 Jahren. Der Handel mit Obsidian vom Mount Edziza reicht √ľber 10.000 Jahre zur√ľck.

Vor 2500 v. Chr. bestanden im Westen Siedlungen, dazu Anzeichen sozialer Differenzierung. Hausverbände bestanden, die sich saisonal zur Jagd in großen Gruppen zusammenfanden. Auch in den Plains lassen sich Dörfer nachweisen.

Die Cree, Ojibwa, Algonkin, Innu und Beothuk, die in den fr√ľhen europ√§ischen Quellen fassbar sind, gehen wohl auf Gruppen der Shield-Kultur zur√ľck. Die Plainskulturen waren durch Bisons gekennzeichnet, Hunde wurden als Trage- und Zugtiere eingesetzt, das Tipi setzte sich durch sowie die Herstellung von Pemmikan.

Als wichtigste kulturelle Ver√§nderung der Plateaukultur im westlichen Binnenland gilt der √úbergang von der Nichtsesshaftigkeit zur Halbsesshaftigkeit mit Winterd√∂rfern und sommerlichen Wanderzyklen um 2000 v. Chr. Eine √§hnliche Entwicklung vollzog sich fr√ľher an der K√ľste, deren Kulturen sich mit den K√ľsten-Salish in Beziehung bringen lassen. Gegen Ende der Epoche lassen sich erstmals Plankenh√§user nachweisen. Einige Salish waren bereits vor 1600 v. Chr. Bauern ‚Äď wie man von den Katzie wei√ü. Die Nuu-chah-nulth auf Vancouver Island entwickelten hochseet√ľchtige Kanus, mit denen sie (als einzige) auf Walfang gingen.

Die Herstellung von Tongef√§√üen erreichte das Gebiet des heutigen Kanada wohl von S√ľdamerika, Pfeil und Bogen kamen um 3000 v. Chr. aus Asien und wurden wahrscheinlich erstmals von Pal√§o-Eskimos eingesetzt. Er erreichte die Ostk√ľste, kam aber erst rund drei Jahrtausende sp√§ter in den Westen.

An den Gro√üen Seen lassen sich Hunde nachweisen (in Utah bereits um 8000 v. Chr.), die beerdigt wurden. Mit den Keramikgef√§√üen ab etwa 500 v. Chr. endete an der Ostk√ľste die archaische Phase, die von den Woodland-Perioden abgel√∂st wurde. Manche D√∂rfer, meist aus Langh√§usern bestehend, waren wohl schon ganzj√§hrig bewohnt. Auf die Fr√ľhe Woodland-Periode an den Gro√üen Seen und dem Sankt-Lorenz-Strom (etwa 1000 v. Chr. bis 500 n. Chr.) gehen wohl die Irokesen zur√ľck, aber auch einige der Algonkin-Gruppen.

Bis nach Zentral-Labrador zeigen sich auf dem kanadischen Schild die Einfl√ľsse der Adena-Kultur. Ihre typischen Mounds erscheinen auch in der westlichen Schild-Kultur, beispielsweise im s√ľdlichen Ontario. Wahrscheinlich kam es infolge der Domestizierung von Wildreis zu einer herausgehobenen Schicht von Landbesitzern (Psinomani-Kultur). Der S√ľden Ontarios war in die Fernhandels-Beziehungen der Hopewell-Kultur eingebunden. Kupfer wurde im ganzen Osten Nordamerikas verbreitet.

Die sp√§te Plains-Kultur lebte in hohem Ma√üe von Bisons. Fernhandel war weit verbreitet und reichte westw√§rts bis zum Pazifik. Im Norden √ľberwogen kleinere nomadische Gruppen, w√§hrend sich im S√ľden ein Zyklus saisonaler Wanderungen durchsetzte, deren Mittelpunkt feste D√∂rfer waren.

Der sp√§ten Plateau-Kultur lieferten die Laichz√ľge der Lachse die Nahrung, √§hnlich wie an der Pazifikk√ľste. Ab 2500¬†v. Chr. l√§sst sich das so genannte Pit House (‚ÄěGrubenhaus‚Äú) nachweisen, das teilweise in die Erde gegraben wurde und eine bessere Bevorratung erm√∂glichte.

Die K√ľstenkultur wurde zwischen 500 v. und 500 n. Chr. als Ranggesellschaft von S√ľden nach Norden strenger. Eine Schicht f√ľhrender Familien beherrschte den Handel sowie den Zugang zu Ressourcen und hatte die politische und spirituelle Macht. Auch hier tauchen erstmals Begr√§bnish√ľgel auf. In einigen Regionen herrschten Steinhaufengr√§bern (cairns) vor, wie etwa um Victoria. Die D√∂rfer wurden zahlreicher und vielfach gr√∂√üer, bald st√§rker befestigt. Die Kultur war von Plankenh√§usern, oftmals monumentalen Schnitzwerken (Totempf√§hlen), komplexen Zeremonien und Clanstrukturen gekennzeichnet. Nirgendwo war die Bev√∂lkerungsdichte so gro√ü, wie an der Westk√ľste.

Im Gegensatz dazu gestatteten die Klimabedingungen und starke vulkanische Aktivität im Nordwesten keine dauerhafte Ansiedlung. Mit den Athabasken verbinden sich Fundstellen im Entwässerungsgebiet des Mackenzie Rivers ab 1000 v. Chr. bis etwa 700 n. Chr.

Gegen 2500 v. Chr. wanderte ein Teil der Pal√§o-Eskimos von Alaska nach Gr√∂nland; es entwickelte sich die Pr√§-Dorset-Kultur. Um 500 v. Chr. bis 1000 n. Chr. folgte die ‚ÄěDorset-Kultur‚Äú (nach Cape Dorset auf einer Baffin Island vorgelagerten Insel benannt). Um 2000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. bestand die Neo-Eskimo-Kultur. Um 1000 setzte sich eine erneute Wanderung von Alaska nach Gr√∂nland in Bewegung. Aus der Vermischung der Kulturen ging wohl die Thule-Kultur hervor, die bis etwa 1800 bestand. Ihre Angeh√∂rigen sind die Vorfahren der heutigen Inuit.

Kolonialisierung

Europ√§ische Siedler erreichten Nordamerika sp√§testens um das Jahr 1000, als Wikinger w√§hrend kurzer Zeit in L‚ÄôAnse aux Meadows am n√∂rdlichsten Ende von Neufundland lebten. Als ‚ÄěEntdecker‚Äú Nordamerikas gilt Giovanni Caboto, ein italienischer Seefahrer in englischen Diensten. Er landete am 24. Juni 1497 auf Neufundland ‚Äď vermutlich auf der Bonavista Halbinsel ‚Äď und nahm das Land f√ľr England in Besitz. Baskische Walf√§nger und Fischer kamen ab etwa 1525 regelm√§√üig an die K√ľste Labradors und beuteten ein Jahrhundert lang die Ressourcen in der Region zwischen der Neufundlandbank und Tadoussac aus. Eine Expedition unter der Leitung von Jacques Cartier erkundete 1534/35 das Gebiet um den Sankt-Lorenz-Golf und den Sankt-Lorenz-Strom und erkl√§rte es zu franz√∂sischem Besitz.

Samuel de Champlain gr√ľndete 1605 mit Port Royal, Nova Scotia (heute Annapolis Royal) und 1608 mit Qu√©bec die ersten dauerhaften Ansiedlungen in Neufrankreich. Die franz√∂sischen Kolonisten teilten sich in zwei Hauptgruppen: Die Canadiens besiedelten das Tal des Sankt-Lorenz-Stroms, die Akadier (Acadiens) die heutigen Seeprovinzen. Franz√∂sische Pelzh√§ndler und katholische Missionare erforschten die Gro√üen Seen, die Hudson Bay und den Mississippi bis nach Louisiana. Die Engl√§nder gr√ľndeten ab 1610 Siedlungen auf Neufundland und besiedelten die weiter s√ľdlich gelegenen Dreizehn Kolonien. Cupids Plantation ist damit die zweit√§lteste angloamerikanische Siedlung in Nordamerika und war erfolgreicher als Jamestown, Virginia.

Zwischen 1689 und 1763 kam es in Nordamerika zu vier kriegerischen Konflikten zwischen Engl√§ndern (bzw. Briten) und Franzosen, die jeweils Teil von Erbfolgekriegen in Europa waren. Der King William‚Äôs War (1689‚Äď1697) brachte keine territorialen Ver√§nderungen, doch nach Ende des Queen Anne‚Äôs War (1702‚Äď1713) gelangte Gro√übritannien durch den Frieden von Utrecht in den Besitz von Akadien, Neufundland und der Hudson-Bay-Region. Die Briten eroberten 1745 im King George‚Äôs War die franz√∂sische Festung Louisbourg auf der Kap-Breton-Insel, gaben diese aber 1748 gem√§√ü dem Frieden von Aachen wieder zur√ľck. Der Siebenj√§hrige Krieg (in Nordamerika von 1754 bis 1760 bzw. 1763) brachte schlie√ülich die Entscheidung: Mit dem Pariser Frieden musste Frankreich 1763 fast alle seine Besitzungen in Nordamerika abtreten.

Britische Herrschaft

Mit der K√∂niglichen Proklamation von 1763 entstand aus dem ehemaligen Neufrankreich die britische Provinz Qu√©bec, im selben Jahr gelangte die Kap-Breton-Insel zur Kolonie Nova Scotia. Auch wurden Rechte der franz√∂sischen Kanadier eingeschr√§nkt. 1769 wurde eine weitere Kolonie namens St. John‚Äôs Island (seit 1798 Prince Edward Island) gegr√ľndet. Um Konflikte in Qu√©bec abzuwenden, verabschiedete das britische Parlament 1774 den Quebec Act. Das Gebiet Qu√©becs wurde zu den Gro√üen Seen und zum Ohiotal ausgedehnt. F√ľr die franz√∂sischsprachige Bev√∂lkerungsmehrheit galt das franz√∂sische Zivilrecht und Franz√∂sisch war als Sprache in der √Ėffentlichkeit anerkannt; durch die Zusicherung der freien Religionsaus√ľbung konnte die R√∂misch-katholische Kirche in der Kolonie verbleiben.

Das Gesetz ver√§rgerte jedoch die Bewohner der Dreizehn Kolonien, die darin eine unzul√§ssige Beschr√§nkung ihrer nach Westen gerichteten Expansion sahen. Der Quebec Act war eines jener ‚Äěunertr√§glichen Gesetze‚Äú (Intolerable Acts), die schlie√ülich zur Unabh√§ngigkeitserkl√§rung der Vereinigten Staaten und zum Amerikanischen Unabh√§ngigkeitskrieg f√ľhrten. Der Frieden von Paris erkannte die amerikanische Unabh√§ngigkeit an und die Gebiete s√ľdlich der Gro√üen Seen fielen an die Vereinigten Staaten. Etwa 50.000 Loyalisten flohen in das heutige Kanada, dazu kamen mit den Briten verb√ľndete Indianerst√§mme, wie die Mohawk. New Brunswick wurde 1784 von Nova Scotia abgetrennt, um die Ansiedlung der Loyalisten an der Atlantikk√ľste besser organisieren zu k√∂nnen. Um den nach Qu√©bec geflohenen Loyalisten entgegenzukommen, verabschiedete das britische Parlament das Verfassungsgesetz von 1791, das die Provinz Qu√©bec in das franz√∂sischsprachige Niederkanada und das englischsprachige Oberkanada teilte und beiden Kolonien ein gew√§hltes Parlament gew√§hrte.

Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Gro√übritannien entluden sich im Britisch-Amerikanischen Krieg, der von 1812 bis 1814 dauerte und letztlich ergebnislos endete. In Kanada wird der Krieg bis heute als erfolgreiche Abwehr amerikanischer Invasionsversuche betrachtet. Die britisch- und franz√∂sischst√§mmige Bev√∂lkerung entwickelte durch den Kampf gegen einen gemeinsamen Feind ein kanadisches Nationalgef√ľhl, die Loyalit√§t der britischen Krone gegen√ľber wurde gest√§rkt.

Der Wunsch nach Selbstverwaltung und der Widerstand gegen die wirtschaftliche und politische Vorherrschaft einer kleinen Elite f√ľhrten zu den Rebellionen von 1837, die rasch niedergeschlagen wurden. Lord Durham empfahl daraufhin in seinem Untersuchungsbericht die Einsetzung einer selbstverantwortlichen Regierung und die allm√§hliche Assimilierung der franz√∂sischen Kanadier in die britische Kultur. Der Act of Union 1840 verschmolz Nieder- und Oberkanada zur Provinz Kanada und erhob das Englische zur alleinigen Amtssprache. Bis 1849 erhielten auch die weiteren Kolonien in Britisch-Nordamerika eine eigene Regierung.

Zwei Handelsgesellschaften, die Hudson‚Äôs Bay Company (HBC) und die North West Company (NWC), kontrollierten den Handel in den weiten, nur von wenigen Ureinwohnern besiedelten Gebieten der Pr√§rien und der Subarktis. Die HBC hatte 1670 Ruperts Land als Pachtgebiet erhalten und besa√ü dort das Handelsmonopol mit Pelzen. Da aber auch die NWC dort Fu√ü zu fassen versuchte, kam es wiederholt zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Nach dem Pemmikan-Krieg in der Red-River-Kolonie (heute Manitoba) wurde die NWC 1821 zwangsliquidiert, und die HBC dehnte ihr Monopol auf fast den gesamten Nordwesten des Kontinents aus. 1846 schlossen die Vereinigten Staaten und Gro√übritannien den Oregon-Kompromiss, der westlich der Gro√üen Seen den 49. Breitengrad als gemeinsame Grenze festlegte. Daraufhin folgte die Gr√ľndung der an der Pazifikk√ľste gelegenen Kolonien Vancouver Island (1849) und British Columbia (1858).

Kanadische Konföderation

W√§hrend des Sezessionskriegs in den Vereinigten Staaten erkannten f√ľhrende Politiker die Notwendigkeit, m√∂glichen amerikanischen Expansionsbestrebungen einen starken Bundesstaat entgegenzustellen, und berieten in drei Verfassungskonferenzen √ľber die Schaffung einer Kanadischen Konf√∂deration. Daraus resultierte das Verfassungsgesetz von 1867, das am 1. Juli 1867 in Kraft trat und das Dominion Kanada schuf, das √ľber eine gewisse Eigenst√§ndigkeit gegen√ľber der Kolonialmacht Gro√übritannien verf√ľgte. Die Provinz Kanada wurde in Ontario und Qu√©bec aufgeteilt, hinzu kamen New Brunswick und Nova Scotia.

Der neue Bundesstaat kaufte 1869 der Hudson’s Bay Company das Nordwestliche Territorium und Ruperts Land ab und vereinigte diese zu den Nordwest-Territorien. Nach der Niederschlagung der Red-River-Rebellion der Métis schuf der Manitoba Act 1870 im Unruhegebiet die Provinz Manitoba. British Columbia und Vancouver Island (die sich 1866 vereinigt hatten) traten 1871 der Konföderation bei, zwei Jahre später folgte Prince Edward Island.

Um den Westen f√ľr die Besiedlung durch Einwanderer zu erschlie√üen, beteiligte sich die Regierung an der Finanzierung von transkontinentalen Eisenbahnen und gr√ľndete die North-West Mounted Police (heute Royal Canadian Mounted Police), um die staatliche Kontrolle √ľber die Pr√§rien und subarktischen Regionen durchzusetzen. Die Nordwest-Rebellion und die darauf folgende Hinrichtung des M√©tis-F√ľhrers Louis Riel 1885 f√ľhrten zu einem tiefen Zerw√ľrfnis zwischen den beiden Sprachgruppen. Als direkte Folge des Klondike-Goldrauschs wurde 1898 das Yukon-Territorium geschaffen. Aufgrund der zunehmenden Besiedlung der Pr√§rie entstanden 1905 aus dem s√ľdlichen Teil der Nordwest-Territorien die Provinzen Alberta und Saskatchewan. Mit den Indianern schloss Kanada zwischen 1871 und 1921 elf Vertr√§ge ab, die ihnen gegen geringe Kompensationen Reservate zuwiesen, ihnen aber ihre gewohnte Lebensweise garantierten. Bis in die 1960er-Jahre versuchte man sie zwangsweise zu assimilieren und verbot den Sch√ľlern den Gebrauch ihrer Muttersprachen. Die Ureinwohner durften bis 1960 nicht an Parlamentswahlen auf nationaler Ebene teilnehmen.

An der Seite Gro√übritanniens nahm Kanada ab 1914 am Ersten Weltkrieg teil und entsandte Freiwillige an die Westfront. Als die Regierung versuchte, gegen den Widerstand des franz√∂sischsprachigen Bev√∂lkerungsteils den obligatorischen Wehrdienst einzuf√ľhren, kam es zur Wehrpflichtkrise von 1917.

Eigenständigkeit und Separatismus

Bei den Verhandlungen zum Versailler Vertrag trat Kanada als eigenständiges Staatswesen auf und trat 1919 unabhängig von Großbritannien dem Völkerbund bei. Das Statut von Westminster von 1931 garantierte die gesetzgeberische Unabhängigkeit, gewisse verfassungsrechtliche Bindungen blieben jedoch weiter bestehen. Das Land war besonders stark von der Weltwirtschaftskrise betroffen, als Reaktion darauf entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten ein gut ausgebauter Sozialstaat.

Kanada erkl√§rte 1939 dem Deutschen Reich den Krieg. Trotz einer weiteren Wehrpflichtkrise spielten kanadische Truppen w√§hrend des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Rolle, insbesondere in der Atlantikschlacht, der Operation Jubilee, der Invasion Italiens, der Operation Overlord (Landung am Juno Beach) und der Schlacht an der Scheldem√ľndung. Die Regierung von Mackenzie King wagte es nicht, Soldaten gegen ihren Willen in einen Kriegseinsatz im Ausland zu schicken. So blieben M√§nner im Umfang von f√ľnf Divisionen in Kanada, wo sie nichts anderes taten, als deutsche Kriegsgefangene zu bewachen. Unter den kanadischen Freiwilligen, die in Europa gegen Deutschland k√§mpften, rief das gro√üen Unmut hervor. 1945 wurden kanadische Soldaten ma√ügeblich w√§hrend der K√§mpfe um die Niederlande eingesetzt.

Die britische Kolonie Neufundland, die sich 1867 nicht dem Bundesstaat angeschlossen hatte und von 1907 bis 1934 ein unabh√§ngiges Dominion gewesen war, trat 1949 nach einer lange andauernden politischen und wirtschaftlichen Krise als letzte Provinz der kanadischen Konf√∂deration bei. 1965 wurde die neue Ahornblattflagge eingef√ľhrt und mit dem Inkrafttreten des Amtssprachengesetzes war Kanada ab 1969 offiziell ein zweisprachiges Land. Premierminister Pierre Trudeau strebte die vollst√§ndige formale Unabh√§ngigkeit von Gro√übritannien an, die mit dem Verfassungsgesetz von 1982 und der Charta der Rechte und Freiheiten Wirklichkeit wurde.

W√§hrend der 1960er Jahre fand in Qu√©bec eine tiefgreifende gesellschaftliche und wirtschaftliche Umw√§lzung statt, die als ‚ÄěStille Revolution‚Äú bekannt ist. Qu√©becer Nationalisten begannen, mehr Autonomie oder gar die Unabh√§ngigkeit zu fordern. Anschl√§ge und Entf√ľhrungen durch die Front de¬†lib√©ration du¬†Qu√©bec f√ľhrten 1970 zur Oktoberkrise und zur kurzzeitigen Ausrufung des Ausnahmezustands. Moderate Nationalisten stellten ab 1976 die Provinzregierung, 1980 wurde ein erstes Unabh√§ngigkeitsreferendum mit 59,6¬†% der Stimmen abgelehnt. Ein weiteres Kennzeichen dieser Umw√§lzung ist die Abl√∂sung der frankophonen Bev√∂lkerung von der katholischen Kirche.

Der Constitution¬†Act / Loi¬†constitutionelle vom 17.¬†April 1982, mit dem auch Verfassungs√§nderungen nicht mehr vom britischen Parlament abgesegnet werden m√ľssen, gilt als Datum der formalen Unabh√§ngigkeit (vollen Souver√§nit√§t) Kanadas. Bem√ľhungen der Bundesregierung, Qu√©bec mit dem Meech Lake Accord als ‚Äěsich unterscheidende Gesellschaft‚Äú anzuerkennen, scheiterten 1989. Die vom separatistischen Parti Qu√©b√©cois gef√ľhrte Provinzregierung setzte 1995 das zweite Unabh√§ngigkeitsreferendum an, das mit 49,4¬†% Zustimmung √§u√üerst knapp scheiterte. 1999 wurde mit Nunavut das erste kanadische Territorium mit mehrheitlich indigener Bev√∂lkerung geschaffen. Trotz einiger politischer Zugest√§ndnisse ist die Unzufriedenheit unter den Ureinwohnern immer noch hoch.

Geographie

Ausdehnung und Grenzen

Kanada ist mit einer Fl√§che von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgr√∂√üte Land der Erde und fast so gro√ü wie Europa. Das Land nimmt rund 41¬†% Nordamerikas ein. Der einzige unabh√§ngige und durch eine Landgrenze verbundene Nachbar sind die Vereinigten Staaten im S√ľden und im Nordwesten. Ein weiterer Nachbar ist das d√§nische Autonomiegebiet Gr√∂nland, das durch die rund 30 Kilometer breite Meerenge Kennedy-Kanal von der n√∂rdlichsten kanadischen Insel, Ellesmere Island, getrennt wird. Schlie√ülich existiert mit der Inselgruppe St. Pierre et Miquelon s√ľdlich von Neufundland ein √úberbleibsel der franz√∂sischen Kolonie Neufrankreich.

Die gr√∂√üte Nord-S√ľd-Ausdehnung, von Kap Columbia auf Ellesmere Island in Nunavut zur Insel Middle Island im Eriesee, betr√§gt 4634 Kilometer. Die gr√∂√üte Ost-West-Entfernung betr√§gt 5514 Kilometer von Cape Spear auf Neufundland bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska. Die Gesamtl√§nge der Grenze zwischen Kanada und den USA betr√§gt 8890 Kilometer. Kanada hat mit 243.042 Kilometern zugleich die l√§ngste K√ľstenlinie der Welt.

Die gr√∂√üte Insel ist die Baffininsel im Nordosten, welche mit einer Fl√§che von 507.451¬†km¬≤ zugleich die f√ľnftgr√∂√üte Insel der Welt ist. Die n√∂rdlichste Halbinsel ist Boothia. 9.093.507¬†km¬≤ Kanadas sind Land- und 891.163¬†km¬≤ Wasserfl√§che.

Kanada hat Anteil an sechs Zeitzonen, siehe hierzu Zeitzonen in Kanada.

Geologie und Landschaftsgliederung

Das geologische Grundgebirge der √∂stlichen Provinzen sind alte, abgetragene Berge neben noch √§lteren Abschnitten des Kanadischen Schildes, die bis zu 4,03 Milliarden Jahre alt sind. Dieser umfasst eine ausgedehnte Region mit einigen der √§ltesten Gesteine. Um die Hudson Bay gelegen, nimmt er fast die H√§lfte des Staatsgebiets ein. Abgesehen von einigen niedrigen Bergen im √∂stlichen Qu√©bec und in Labrador ist die Landschaft flach und h√ľgelig. Das Gew√§ssernetz ist dicht, die Entw√§sserung der Region erfolgt √ľber eine Vielzahl von Fl√ľssen. Die s√ľdliche H√§lfte des Schildes ist mit borealen W√§ldern bedeckt, w√§hrend die n√∂rdliche H√§lfte einschlie√ülich der Inseln des arktischen Archipels jenseits der arktischen Baumgrenze liegt und mit Felsen, Eis und Tundrenvegetation bedeckt ist. Die √∂stlichen Inseln des Archipels sind gebirgig, die westlichen dagegen flach.

Westlich und s√ľdlich des Kanadischen Schildes liegen die Ebenen um den Sankt-Lorenz-Strom und die Gro√üen Seen. Die nat√ľrliche Vegetation des s√ľdlichen Teils der dort liegenden Pr√§rieprovinzen Saskatchewan, Manitoba und Alberta ist das Pr√§riegras; der n√∂rdliche Teil dagegen ist bewaldet.

Die teils vulkanisch aktiven Gebirgsz√ľge der Coast Range und der Rocky Mountains, wie der Mount Edziza oder die Northern Cordilleran Volcanic Province im Norden British Columbias, dominieren das westliche Kanada. Sie verlaufen in Nord-S√ľd-Richtung durch Yukon und British-Columbia, die dortige K√ľstenlinie wird tief von Fjorden durchschnitten. Vor der K√ľste liegt Vancouver Island, ein Ausl√§ufer des K√ľstengebirges.

Die h√∂chsten kanadischen Gebirgsregionen liegen im Westen mit den Rocky Mountains ‚Äď h√∂chster Berg ist der 5959 Meter hohe Mount Logan im Territorium Yukon ‚Äď und der Kette der K√ľstengebirge am Pazifischen Ozean (Coast Mountains und Kaskadenkette). Ein weiteres wichtiges System verl√§uft entlang der Nordostk√ľste von Ellesmere Island (Arktische Kordillere) bis zu den Torngatbergen in Qu√©bec sowie in Neufundland und Labrador. Im Osten Kanadas liegen die n√∂rdlichen Appalachen und die Laurentinischen Berge.

Der wichtigste Fluss Kanadas ist der 3058 Kilometer lange Sankt-Lorenz-Strom. Er dient als Wasserstra√üe zwischen den Gro√üen Seen und dem Atlantik. Kanadas zweitl√§ngster Fluss ist der Mackenzie River (1903 Kilometer) in den Nordwest-Territorien. Weitere bedeutende Fl√ľsse sind der Yukon River und der Columbia River, die teilweise auch in den Vereinigten Staaten verlaufen, der Fraser, der Nelson, der Churchill und der Manicouagan sowie Nebenfl√ľsse wie der Saskatchewan River, der Peace River, der Ottawa und der Athabasca.

Kanada ist zudem ein √ľberaus seenreiches Land. 7,6¬†% seiner Landmasse sind mit insgesamt rund zwei Millionen Seen bedeckt. 563 Seen sind gr√∂√üer als 100 Quadratkilometer. Zu den gr√∂√üten Seen geh√∂ren der Gro√üe B√§rensee (31.153¬†km¬≤), der Gro√üe Sklavensee (27.048¬†km¬≤), der Winnipegsee (24.420¬†km¬≤), der Athabascasee (7.850¬†km¬≤) sowie die Gro√üen Seen (zusammen rund 245.000¬†km¬≤), durch die mit Ausnahme des Michigansees die Grenze zum s√ľdlichen Nachbarland verl√§uft. Der gr√∂√üte g√§nzlich in Kanada gelegene See ist der Gro√üe B√§rensee in den Nordwest-Territorien.

Klima

Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gem√§√üigten Klima). √úberwiegend bestimmt das boreale Klima mit langen, kalten Wintern und kurzen, hei√üen Sommern den gr√∂√üeren Teil Kanadas. Im Winter 2004/2005 wurden Temperaturen von ‚ąí58¬†¬įC in Burwash Landing des Territoriums Yukon gemessen; die tiefste je gemessene Temperatur wurde mit ‚ąí63¬†¬įC in Snag im selben Territorium am 3. Februar 1947 aufgezeichnet. Die h√∂chste gemessene Temperatur wurde in Midale und Yellowgrass in der Provinz Saskatchewan mit 45¬†¬įC am 5. Juli 1937 ermittelt.

An der Westk√ľste findet man maritimes Klima mit hohen Niederschl√§gen, da sich die feuchte, vom Ozean kommende Luft am Westrand des K√ľstengebirges abregnet. Den Niederschlagsrekord h√§lt Ucluelet in British Columbia mit 489,2¬†mm an einem einzigen Tag (6. Oktober 1967). Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Qu√©bec und Ontario am deutlichsten ausgepr√§gt, mit kalten Wintern, milden Fr√ľhjahren und Herbstmonaten und von Juli bis September oft sehr schw√ľl-hei√üen Sommern mit Durchschnittstemperaturen um 25¬†¬įC.

Am häufigsten leiden die Prärieprovinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba unter Trockenheit. Eines der trockensten Jahre war das Jahr 1936, das trockenste jedoch 1961. Regina erhielt 45 % weniger Regen als im Durchschnitt. 1988 war so trocken, dass jeder zehnte Farmer aufgeben musste. Das wärmste Jahr in Kanada war das Jahr 1998.

Flora und Fauna

Gro√üe Naturgebiete, vor allem in den Tundra- und Bergregionen, bedecken 70¬†% Kanadas. Das entspricht 20¬†% der weltweit verbleibenden Wildnisgebiete (ohne Antarktis). Noch ist mehr als die H√§lfte der ausgedehnten W√§lder Urwald. Die n√∂rdliche Waldgrenze verl√§uft von der Ostk√ľste Labradors √ľber die Ungava-Halbinsel Richtung S√ľden entlang des Ostufers der Hudson Bay und setzt sich anschlie√üend schlangenlinienf√∂rmig Richtung Nordwesten zum Unterlauf des Mackenzie und weiter nach Alaska fort. N√∂rdlich der Baumgrenze gibt es kaum oder gar keinen fruchtbaren Boden (Tundra). Die Vegetation der s√ľdlichsten Tundragebiete besteht aus niedrigem Buschwerk, Gr√§sern und Riedgras. Die n√∂rdlichsten Gebiete sind zu weniger als einem Zehntel mit den f√ľr die Polarregion typischen Moosen bedeckt.

S√ľdlich der Baumgrenze, von Alaska bis Neufundland, schlie√üt sich eines der gr√∂√üten Nadelwaldgebiete der Welt an. Im Osten, von den Gro√üen Seen bis zu den K√ľsten, wachsen haupts√§chlich Mischw√§lder mit Zuckerahorn, Buchen, Birken, Kiefern und Hemlocktannen. Die Tiefebenen im √§u√üersten S√ľden sind mit reinen Laubw√§ldern bedeckt. Hier gedeihen neben Hickoryb√§umen, Eichen und Ulmen, Kastanien, Ahorn und Walnussb√§ume. In den westlichen Berggebieten sind die Fichte, Douglasie und Lodgepole-Kiefer am weitesten verbreitet, in Hochebenen wachsen au√üerdem Zitterpappel und Gelb-Kiefer. Die Vegetation der niederschlagsreichen Pazifikk√ľste wird von W√§ldern aus dichten, hohen Douglasfichten, westlichen Rot-Zedern und Hemlocktannen beherrscht. Das Pr√§rieland ist zu trocken, um mehr als vereinzelte Baumgruppen hervorzubringen. Vom urspr√ľnglich weiten, h√ľgeligen Grasland ist heute nur noch wenig √ľbrig; es ist dem heute ber√ľhmten Weizeng√ľrtel Kanadas gewichen.

Die arktischen Gew√§sser bieten Nahrung f√ľr Wale, Walrosse, Seehunde und f√ľr Eisb√§ren. In den Tundren leben Moschusochsen, Karibus, Polarw√∂lfe, Polarf√ľchse, Polarhasen und Lemminge, vereinzelt auch Vielfra√üe; viele Zugv√∂gel verbringen hier den Sommer, darunter Alke, Enten, M√∂wen, Seeschwalben und andere Seev√∂gel. Die W√§lder im Norden sind ein idealer Lebensraum f√ľr Karibus und Elche, Luchse, Schwarz- und Braunb√§ren. Doch gehen die Best√§nde der riesigen Karibuherden aufgrund von Industrialisierung und winterlichen Freizeitaktivit√§ten, vor allem aufgrund der St√∂rungen durch motorisierte Schlitten, zur√ľck. Die Bedeutung der Jagd ist hierbei r√ľckl√§ufig.

F√ľnf Milliarden V√∂gel kommen jeden Sommer in die borealen W√§lder. Daher hat Kanada 1917 zusammen mit den USA angefangen, Schutzgebiete f√ľr Zugv√∂gel einzurichten. Heute bestehen 92 solcher Gebiete mit einer Gesamtfl√§che von etwa 110.000¬†km¬≤. Zur artenreichen Vogelwelt z√§hlen der Kardinal, der Walds√§nger, der Wei√ükopfseeadler und die Spottdrossel sowie der seltene Marmelalk, der nur in alten W√§ldern √ľberleben kann.

Biber, Marder, Bisamratten, Nerze sind auch heute noch Grundlage des inzwischen unbedeutenden Pelzhandels. Weiter im S√ľden findet man Wapitis, w√§hrend es in dichter besiedelten Landstrichen vor allem kleinere S√§ugetiere, wie Grau- und Backenh√∂rnchen, Wiesel und Otter gibt. In den Pr√§riegebieten leben kleinere Tiere, wie Pr√§riehasen, Taschenratten und das Spitzschwanzhuhn sowie Bisons und Gabelb√∂cke. In den westlichen Bergen gibt es Dickhornschafe und Schneeziegen.

Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt steht in 44¬†Nationalparks, weit √ľber tausend Provinzparks und Naturreservaten unter Schutz. Gr√∂√ütes Schutzgebiet ist der 44.802¬†km¬≤ gro√üe Wood-Buffalo-Nationalpark im n√∂rdlichen Teil von Alberta und den Nordwest-Territorien, in dem zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten vertreten sind. Bemerkenswert ist der dortige, mit etwa 6000 Tieren gr√∂√üte Bestand frei lebender Bisons der Welt. In vielen Seengebieten braucht der Mensch besonders im Sommer strenge Vorkehrungen gegen Insektenbisse, da Stech- und Kriebelm√ľcken in sehr hoher Dichte leben.

Ballungsräume

→ Siehe auch: Liste der Städte in Kanada

Von den √ľber 38 Millionen Einwohnern lebt mehr als die H√§lfte der Bev√∂lkerung in den 30 gr√∂√üten St√§dten. Geht man von den Ballungsr√§umen (census metropolitan areas) aus, steigt diese Zahl auf √ľber 70¬†%. Toronto ist das bedeutendste Produktionszentrum und mit 5.928.040 Einwohnern (Stand: 2016) der gr√∂√üte Ballungsraum. Die Handelsmetropole Montreal z√§hlte 4.098.927, Vancouver 2.463.431 Einwohner. Weitere Ballungsr√§ume sind die Bundeshauptstadt Ottawa-Gatineau (1.323.783), Calgary (1.392.609), Edmonton (1.321.426), Qu√©bec (800.296), Winnipeg (778.489) und Hamilton (747.545).

Bevölkerung

Die letzte Volksz√§hlung von 2016 ergab eine Einwohnerzahl von 35,1 Millionen. F√ľr das 4. Quartal 2020 werden die Einwohner auf 38 Millionen gesch√§tzt. Daraus errechnet sich eine Bev√∂lkerungsdichte von etwa 3,9 Einwohner/km¬≤, eine der geringsten der Welt. Die Bev√∂lkerung konzentriert sich zu einem gro√üen Teil auf einem bis zu 350¬†km breiten Streifen entlang der Grenze zu den USA. Weite Teile des Nordens sind nahezu unbesiedelt. Fast vier F√ľnftel der Kanadier leben in St√§dten. Die gr√∂√üten St√§dte sind Toronto, Montreal, Calgary, Ottawa, Edmonton und Vancouver.

Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Ontario (14,7 Mio.) und Québec (8,6 Mio.) entlang des St.-Lorenz-Stromes, das heißt rund um Toronto, Montreal, Québec, Ottawa, London und Hamilton (Québec-Windsor-Korridor). 5,1 Mio. Menschen leben in British Columbia, 4,4 Mio. in Alberta, in Manitoba 1,4 Mio. und in Saskatchewan weitere 1,2 Mio. Menschen. Die vier Atlantik-Provinzen haben alle weniger als 1 Million Einwohner. Das Yukon-Territorium mit 42.165 Einwohnern ist das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas, knapp vor Nunavut mit 39.288 und den Nordwest-Territorien mit 45.037.

Demographische Struktur und Entwicklung

Kanada ist ein Einwanderungsland. Im Jahre 2017 waren 21,5¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren. Gro√üe Einwanderergruppen kamen in der Vergangenheit aus dem Vereinigten K√∂nigreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, den Niederlanden, Ungarn, der Ukraine, Polen, Kroatien und aus den USA. Heutzutage w√§chst die Bedeutung der Einwanderer aus Ostasien, vor allem aus der Volksrepublik China, aus S√ľdasien (Indien und Pakistan), von den Philippinen und aus der Karibik (vor allem Jamaika und Haiti). Von den etwa sechs Millionen deutschen Auswanderern der Jahre 1820 bis 1914 gingen nur 1,3¬†% nach Kanada, von den 605.000 der Jahre 1919 bis 1933 gingen 5¬†%, von den 1,2 Millionen der Jahre 1950 bis 1969 bereits 25¬†% dorthin. 2006 gaben rund 3,2 Millionen Kanadier an, deutscher Herkunft zu sein. Damit sind die Deutschkanadier nach den Einwohnern mit Wurzeln im Raum Gro√übritannien/Irland und denen mit Wurzeln im heutigen Frankreich die drittgr√∂√üte Bev√∂lkerungsgruppe des Landes.

Die jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung sank von 2000 bis 2012 von 1,02 auf 0,78 %.

Die Lebenserwartung eines neugeborenen Kanadiers liegt laut CIA Factbook bei 81,9 Jahren (Frauen: 84,6, M√§nner: 79,2). 26¬†% der Kanadier sind 19 Jahre oder j√ľnger, 13¬†% 65 Jahre oder √§lter. Das mittlere Alter der erwerbsf√§higen Bev√∂lkerung liegt bei 42 Jahren, die Sch√§tzung f√ľr 2011 liegt bei 43,7 Jahren. Der Median ist seit 1966 von knapp 26 auf 39,5 Jahre gestiegen. 2006 waren 4635 Kanadier √ľber 100 Jahre alt.

Indigene Ethnien

In Kanada unterscheidet man drei Gruppen indigener oder autochthoner V√∂lker: Die First Nations (auch ‚ÄěIndianer‚Äú genannt), die Inuit und die M√©tis, Nachfahren von Europ√§ern, die mit indianischen Frauen eine Verbindung eingegangen waren. Sie haben eine eigene Sprache entwickelt, das Michif. Zahlreiche weitere Kanadier haben indianische Vorfahren. Deren Ehen wurden sehr h√§ufig nach der ‚ÄěSitte des Landes‚Äú (custom of the country) geschlossen, also ohne kirchliche oder staatliche Mitwirkung ‚Äď wie es bei Ehen zwischen M√§nnern der Hudson‚Äôs Bay Company und Indianerinnen √ľblich war. Ehen dieser Art waren erst ab 1867 vollg√ľltig.

Bei der Volkszählung im Jahr 2006 gaben 1.172.790 Kanadier an, Angehörige einer indigenen Gruppe zu sein. Das entsprach 3,8 % der Bevölkerung, wobei dieser Anteil regional sehr stark schwankt. Die Indigenen verteilten sich auf folgende Gruppen:

  • 698.025 waren Angeh√∂rige der First Nations,
  • 389.785¬†M√©tis,
  • 50.485 Inuit,
  • 6.665 Indigene gemischter Herkunft (Stand: 2001),
  • 23.415 Indigene ohne eindeutige ethnische Zuordnung (Stand: 2001).

Im Schnitt sind die Ureinwohner erheblich j√ľnger als die √ľbrige Bev√∂lkerung. So sind 50¬†% der indianischen Bev√∂lkerung unter 23,5 Jahre alt, im √ľbrigen Kanada liegt dieser als Median bezeichnete Wert bei 39,5 Jahren.

185.960 Kanadier sprachen im Jahr 2001 eine der 50 indigenen Sprachen, diese umfassen die Sprachen der First Nations sowie Inuktitut, die Sprache der Inuit.

Die Interessen der indigenen Bev√∂lkerung werden staatlicherseits vom ‚ÄěDepartment of Indian Affairs and Northern Development‚Äú/‚ÄěAffaires indiennes et du Nord‚Äú vertreten, dem das Indianergesetz von 1876 zugrunde liegt. Sie selbst sehen sich allerdings eher in eigenen Organisationen, wie der Versammlung der First Nations oder anderen Organisationen vertreten. Sie berufen sich auf die Vertr√§ge, die mit Kanada und Gro√übritannien geschlossen worden sind, wie die Numbered Treaties, auf allgemeine Menschenrechte und auf Entscheidungen der oberen Gerichtsh√∂fe in Gro√übritannien und Kanada. Die Indianer besitzen erst seit 1960 das volle Wahlrecht. Ein Teil des besonderen Lebensraumes der Inuit wurde 1999 in ein eigenes Territorium namens Nunavut zusammengefasst.

Seit 1996 wird der 21. Juni als ‚ÄěNational Aboriginal Day‚Äú bzw. ‚ÄěJourn√©e nationale des Autochtones‚Äú gefeiert. Zugleich kommt es nach wie vor zu Auseinandersetzungen um Landrechte und den Abbau von Bodensch√§tzen, wie die Grassy-Narrows-Blockade, der Streit um die Urw√§lder am Clayoquot Sound an der Westk√ľste oder der Widerstand der Kitchenuhmaykoosib Inninuwug in Ontario zeigen.

Sprachen

Kanadas Amtssprachen sind Englisch und Franz√∂sisch, wobei 20,1¬†% der Bev√∂lkerung weder die eine noch die andere als Muttersprache angeben. In der Kanadischen Charta der Rechte und Freiheiten, im Amtssprachengesetz und in den Amtssprachenverordnungen ist die offizielle Zweisprachigkeit festgeschrieben, die vom Amtssprachenkommissariat durchgesetzt wird. In den Bundesgerichten, im Parlament und in allen Institutionen des Bundes sind Englisch und Franz√∂sisch gleichberechtigt. Die B√ľrger haben das Recht, Dienstleistungen des Bundes in englischer oder franz√∂sischer Sprache wahrzunehmen. In allen Provinzen und Territorien wird den sprachlichen Minderheiten der Schulunterricht in eigenen Schulen garantiert, ein Anrecht, das lange umstritten war. Die Ursachen reichen bis in die franz√∂sische und britische Kolonialisierungsphase Nordamerikas zur√ľck und standen zugleich mit kulturellen und religi√∂sen Gegens√§tzen in Zusammenhang.

Englisch und Französisch sind die Muttersprachen von 56,9 % bzw. 21,3 % der Bevölkerung, bei 68,3 % bzw. 22,3 % sind es die zu Hause am meisten gesprochenen Sprachen (2006). 98,5 % aller Einwohner sprechen Englisch oder Französisch (67,5 % sprechen nur Englisch, 13,3 % nur Französisch und 17,7 % beides).

Zwar leben 85¬†% aller franz√∂sischsprachigen Kanadier in Qu√©bec, doch gibt es bedeutende frankophone Bev√∂lkerungsgruppen in Ontario und in Alberta, im S√ľden von Manitoba, im Norden und S√ľdosten von New Brunswick (Akadier; insgesamt 35¬†% der Bev√∂lkerung dieser Provinz) sowie im s√ľdwestlichen Nova Scotia und auf der Kap-Breton-Insel. Ontario hat die zahlenm√§√üig gr√∂√üte franz√∂sischsprachige Bev√∂lkerung au√üerhalb Qu√©becs. Die Charta der franz√∂sischen Sprache erkl√§rt Franz√∂sisch zur alleinigen Amtssprache in Qu√©bec, und New Brunswick ist die einzige Provinz, deren Verfassung die Zweisprachigkeit garantiert. Andere Provinzen haben keine Amtssprache als solche definiert; jedoch wird Franz√∂sisch zus√§tzlich zu Englisch in Schulen, Gerichten und f√ľr Dienstleistungen der Regierung verwendet. Manitoba, Ontario und Qu√©bec erlauben das gleichberechtigte Sprechen von Englisch und Franz√∂sisch in den Provinzparlamenten, und Gesetze werden in beiden Sprachen erlassen. In Ontario kennen einzelne Gemeinden Franz√∂sisch als zweite Amtssprache. Die Wahl der Hauptstadt des seinerzeitigen Britisch-Nordamerika durch K√∂nigin Victoria (1857) fiel m√∂glicherweise deshalb auf Ottawa, weil es etwa an der Grenze zwischen franko- und anglophonem Gebiet lag.

Alle Regionen haben nicht-englisch- oder franz√∂sischsprachige Minderheiten, haupts√§chlich Nachkommen der Ureinwohner. Offiziellen Status besitzen mehrere Sprachen der First Nations in den Nordwest-Territorien. Im haupts√§chlich von Inuit bev√∂lkerten Territorium Nunavut ist Inuktitut die Mehrheitssprache und eine von drei Amtssprachen. Mehr als 6,1 Millionen Einwohner bezeichnen weder Englisch noch Franz√∂sisch als ihre Erstsprache. Am weitesten verbreitet sind Chinesisch (1,012 Millionen Sprecher), Italienisch (etwa 455.000), Deutsch (etwa 450.000), Panjabi (etwa 367.000) und Spanisch (etwa 345.000). Das Kanadisch-G√§lische, um die Mitte des 19. Jahrhunderts noch die dritth√§ufigste Sprache Kanadas, ist mit etwa 500 bis 1000 vorwiegend √§lteren Sprechern mittlerweile fast ausgestorben, jedoch bestehen Kontakte zu schottischen Hochschulen, die Kanadiern Sprachkurse anbieten. Mehrere Schulen unterrichten die Sprache, ebenso drei Hochschulen sowie die 2006 gegr√ľndete Atlantic Gaelic Academy. Erst ab 1973 wurden in Ontario deutsche Schulen vom Staat wieder unterst√ľtzt. Zwischen 1977 und 1990 erhielten die Schulen Mittel aus dem Multikulturalismusprogramm der Regierung.

Religion

Mit der Kolonialisierung kamen zun√§chst vor allem franz√∂sische Katholiken und anglikanische Engl√§nder nach Kanada. Dar√ľber hinaus f√∂rderte Gro√übritannien die Einwanderung protestantischer Gruppen vom Mittelrhein und aus W√ľrttemberg, in geringerem Ma√üe auch aus der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden, sodass der S√ľden von Nova Scotia bis heute protestantisch ist.

Doch gab die Kolonialmacht 1774 mit dem Quebec Act jeden Versuch auf, die Katholiken zur Konversion zu bewegen. Nach der Unabh√§ngigkeit der USA kamen zahlreiche protestantische Loyalisten in das heutige Ontario und bildeten dort die Mehrheit. In sp√§teren Einwanderungswellen kamen wiederum katholische Iren und Italiener, aber auch ukrainische Duchoborzen hinzu. Die Einwanderung aus Schottland sorgte wiederum f√ľr eine Beseitigung des Vorrangs der Anglikanischen Kirche im Osten durch zahlreiche Presbyterianer. In Toronto setzten sich die Methodisten durch.

In Opposition zu den Katholiken, die eher dem Ultramontanismus zugeneigt waren (les bleus), aber auch zu den dominierenden Anglikanern, die vom Oranier-Orden unterst√ľtzt wurden, bildeten sich antiklerikale Gruppen (vor allem les rouges). Mit dem Lord‚Äôs Day Act von 1906 wurde ein weitgehendes Arbeitsverbot am Sonntag durchgesetzt, das bis in die 1960er Jahre G√ľltigkeit beanspruchte und das der Oberste Gerichtshof erst 1985 endg√ľltig abschaffte. Eine √§hnliche Bedeutungsminderung des Religi√∂sen im Alltag fand in Qu√©bec statt. Dennoch gibt es bedeutende Gruppen, insbesondere im S√ľden Manitobas und Ontarios, in Alberta und im Binnenland von British Columbia. Dazu z√§hlen die Mennoniten im S√ľden Manitobas, die ukrainischen Orthodoxen und Katholiken in Manitoba und Saskatchewan, die Mormonen bilden einen Schwerpunkt in Alberta. Hinzu kommen die Zeugen Jehovas und zahlreiche andere Gruppen.

Die katholischen Missionare waren unter den Ureinwohnern erfolgreicher als die protestantischen, und so √ľberwiegt dort der katholische Anteil. Dazu kommen indigene Glaubensorganisationen, wie die Shaker Church.

Mit den j√ľngsten Einwanderungswellen verst√§rkten sich nichtchristliche Religionsgemeinschaften wie Hindus, Muslime, Juden, Sikhs und Buddhisten. Sie konzentrieren sich in Gro√üst√§dten, insbesondere im Gro√üraum Toronto. Die √§lteste Synagoge, Congregation Emanu-El, entstand 1863 in Victoria, die erste Moschee 1938 mit der Al Rashid Mosque in Edmonton.

Etwa 67,3 % der kanadischen Bevölkerung gehörten 2011 einer christlichen Konfession an (39,0 % katholisch, etwa 24,1 % protestantisch). Die beiden größten protestantischen Glaubensgemeinschaften sind mit 6,1 % die United Church of Canada und mit 6,9 % die Anglikanische Kirche von Kanada, dazu kommen 1,9 % Baptisten, 1,4 % Lutheraner, etwa 1,7 % Orthodoxe sowie etwa 3,0 % andere christliche Glaubensgemeinschaften. Muslime stellen etwa 3,2 % der Bevölkerung, mehr als die Hälfte von ihnen lebt in Ontario. Etwa 1,0 % sind Juden, von denen wiederum knapp 60 % in Ontario leben, und etwa 1,1 % Buddhisten, 1,5 % Hindus sowie 1,4 % Sikhs. Etwa 23,9 % gaben an, keiner Glaubensgemeinschaft anzugehören.

Die Volksz√§hlungen von 2011, 2001 und 1991 ergaben: Zu beachten bei der¬†%-Zahl ‚ÄěVer√§nderung 1991‚Äď2011‚Äú (rechte Spalte) ist unbedingt, dass die Gesamtbev√∂lkerung des Landes in diesen 20 Jahren erheblich zugenommen hat, der ‚ÄěZuwachs‚Äú z.¬†B. bei den Katholiken relativiert sich damit erheblich.

Besonders schnell wachsen durch Zuwanderung die nicht-christlichen Gruppen, aber auch zahlreiche christliche Gruppen, die au√üerhalb der gro√üen Kirchen stehen. Nach einer Umfrage von 2007 f√ľhlten sich die Muslime in Kanada deutlich st√§rker integriert als in europ√§ischen Staaten. Insgesamt setzt die kanadische Politik im Rahmen ihrer Integrationspolitik st√§rker auf Erhalt und Nutzung der ethnischen und religi√∂sen Besonderheiten als auf Anpassung.

Einwanderungspolitik

Kanada hat, gemessen an der Bev√∂lkerung, eine der h√∂chsten Einwanderungsraten unter den Fl√§chenstaaten der Welt. Die Einwanderung wird √ľber definierte Ziele gesteuert, die in einem Programm festgelegt worden sind. Hierbei gibt es etwa Programme f√ľr Fl√ľchtlinge, zur Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, f√ľr Existenzgr√ľnder und zum Familiennachzug. Die Einwanderungskriterien sind √∂ffentlich einsehbar und k√∂nnen bereits vor Antragstellung selbst √ľberpr√ľft werden. F√ľr Menschen mit Berufen, die in Kanada gefragt sind, existiert zum Beispiel das Skilled Worker-Programm. Je nach Lage des Arbeitsmarkts wird eine Mindestpunktzahl (im Januar 2010: 67 Punkte) festgelegt, die ein Einwanderungsinteressierter erreichen muss. Die pers√∂nliche Punktzahl setzt sich aus Punkten f√ľr den aktuellen Bildungsstand und die Berufserfahrung zusammen, aus Punkten f√ľr die vorhandenen Sprachkenntnisse in Englisch und Franz√∂sisch sowie f√ľr das Alter, f√ľr Verwandte und fr√ľhere Aufenthalte in Kanada. Ein verbindliches Arbeitsangebot eines kanadischen Arbeitgebers erh√∂ht die Punktzahl nochmals ma√ügeblich. Das Immigrations-Programm wurde am 1. Juli 2011 dahingehend angepasst, dass ohne ein bestehendes Arbeitsangebot nur noch Personen zum Skilled Worker-Programm zugelassen werden, die Erfahrung in einem von 29 festgelegten Berufen nachweisen k√∂nnen. Daneben muss ein Interessent am Skilled Worker-Programm nachweisen, dass er sich f√ľr eine gewisse Zeit finanziell selbst versorgen kann. Die notwendige Summe bel√§uft sich derzeit (September 2011) f√ľr eine alleinstehende Person auf 11.115 CAD, f√ľr eine vierk√∂pfige Familie auf 20.654 CAD. Au√üerdem werden polizeiliche F√ľhrungszeugnisse aus allen L√§ndern ben√∂tigt, in denen der Kandidat nach dem 18. Geburtstag f√ľr sechs Monate oder l√§nger gelebt hat.

Die Einwanderung erfolgt in zwei Stufen. Zun√§chst wird eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung erteilt. Nach drei Jahren als ‚ÄěPermanent Resident‚Äú und entsprechendem Aufenthalt im Land kann der Einb√ľrgerungsantrag gestellt werden. Einwanderer, die noch nicht eingeb√ľrgert sind, haben Residenzpflicht. Dies bedeutet, dass man Nachweise f√ľr die vorgegebene Zeit in Kanada erbringen, oder mit jemandem verheiratet sein muss, die oder der die kanadische Staatsb√ľrgerschaft besitzt. Bei Verst√∂√üen kann der ‚ÄěPermanent Resident‚Äú-Status entzogen und der Einwanderer in sein Herkunftsland zur√ľckgeschickt werden.

Neben dem Programm f√ľr qualifizierte Einwanderungswillige steht eine gesonderte Regelung f√ľr Gastarbeiter, die keine Perspektive f√ľr eine Einb√ľrgerung bekommen. Die Zahl der nur zeitweilig in Kanada zugelassenen Arbeitskr√§fte √ľbersteigt seit etwa 2006 die der Einwanderer. Die Gastarbeiter erhalten Arbeitsgenehmigungen, die in der Regel f√ľr einige Monate gelten und nur selten die Dauer eines Jahres √ľbersteigen. Sie gelten nur f√ľr den Arbeitgeber, der die Arbeitskr√§fte ins Land holt, eine K√ľndigung ist mit dem Verlust der Aufenthaltsgenehmigung verbunden. W√§hrend das Programm f√ľr Gastarbeiter urspr√ľnglich f√ľr Pflegekr√§fte in Haushalten, Kinderm√§dchen und Arbeiter in der Landwirtschaft eingef√ľhrt wurde, wird es inzwischen f√ľr alle T√§tigkeiten des Niedriglohnbereichs eingesetzt.

Au√üer den Programmen zur Einwanderung in den Arbeitsmarkt gibt es in Kanada auch humanit√§re Aufnahmeprogramme zum Resettlement von Fl√ľchtlingen. Die Fl√ľchtlinge werden dabei nicht von der kanadischen Regierung ausgew√§hlt, sondern vom Fl√ľchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Fl√ľchtlingslagern auf der ganzen Welt und dann nach Kanada gebracht. 2018 war Kanada das Land mit dem weltweit gr√∂√üten Aufnahmeprogramm von Resettlement-Fl√ľchtlingen (dazu z√§hlen nicht jene Fl√ľchtlinge, die aus eigener Initiative ins Land kommen). Zwischen 2015 und 2018 nahm das Land 60.000 syrische Fl√ľchtlinge auf.

2015 lebten 186.000 in Deutschland geborene Personen in Kanada.

Häufigste Herkunftsstaaten von Migranten nach Geburtsland 2015

Politik

Verfassung und Recht

Kanada ist formal eine konstitutionelle Monarchie innerhalb des Commonwealth of Nations mit K√∂nigin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt. Sie tr√§gt den Titel der ‚ÄěK√∂nigin von Kanada‚Äú und wird durch den Generalgouverneur vertreten. Das Land ist auch eine repr√§sentative parlamentarische Demokratie, die in Form eines Bundesstaates organisiert ist. Die Verfassung Kanadas besteht aus schriftlichen Rechtsquellen und ungeschriebenem Gewohnheitsrecht. Das Verfassungsgesetz von 1867 enth√§lt das Staatsorganisationsrecht, begr√ľndete ein auf dem Westminster-System des Vereinigten K√∂nigreichs basierendes parlamentarisches Regierungssystem und teilte die Macht zwischen Bund und Provinzen auf. Das Statut von Westminster von 1931 gew√§hrte die vollst√§ndige gesetzgeberische Autonomie, und mit dem Verfassungsgesetz von 1982 wurden die letzten verfassungsrechtlichen Bindungen zum britischen Mutterland gel√∂st. Letzteres enth√§lt einen Grundrechtskatalog (die Kanadische Charta der Rechte und Freiheiten) sowie Bestimmungen betreffend das Vorgehen bei Verfassungs√§nderungen. Einhergehend mit dem Status als Monarchie gibt es eine Reihe von Titeln und Orden, die in Kanada verliehen werden.

Exekutive

Theoretisch liegt die exekutive Staatsgewalt beim Monarchen, wird aber in der Praxis durch das Kabinett (formal ein Komitee des kanadischen Kronrates) und durch den Vertreter des Monarchen, den Generalgouverneur, ausge√ľbt. Der Monarch und dessen Vertreter sind unpolitisch und √ľben √ľberwiegend zeremonielle Funktionen aus, um die Stabilit√§t der Regierung zu garantieren. Gem√§√ü Gewohnheitsrecht √ľbergeben sie alle politischen Gesch√§fte ihren Ministern im Kabinett, die ihrerseits gegen√ľber dem gew√§hlten Unterhaus verantwortlich sind. Die exekutive Staatsgewalt liegt somit de facto beim Kabinett, jedoch k√∂nnen Monarch und Generalgouverneur im Falle einer au√üergew√∂hnlichen Verfassungskrise ihre Hoheitsrechte wahrnehmen.

Der Premierminister ist √ľblicherweise der Vorsitzende jener Partei, die im Unterhaus die meisten Sitze h√§lt und das Vertrauen der Mehrheit der Abgeordneten besitzt. Er wird vom Generalgouverneur eingesetzt und f√ľhrt als Regierungschef das Kabinett an. Da er √ľber weitgehende Befugnisse verf√ľgt, gilt er als m√§chtigste Person des Staates. Er ernennt die √ľbrigen Kabinettsmitglieder, Senatoren, Richter des Obersten Gerichtshofes, Vorsitzende von Staatsbetrieben und Beh√∂rden und kann den Generalgouverneur sowie die Vizegouverneure der Provinzen vorschlagen. Die Bundesregierung ist unter anderem zust√§ndig f√ľr Au√üenpolitik, Verteidigung, Handel, Geldwesen, Verkehr und Post sowie die Aufsicht √ľber die Administration der drei bundesabh√§ngigen Territorien. Aktuell ist der Vorsitzende der Liberalen Partei, Justin Trudeau, seit dem 4. November 2015 Premierminister und leitet das 29. Kanadische Kabinett.

Vom 2. Oktober 2017 bis zum 21. Januar 2021 war Julie Payette die 29. Generalgouverneurin von Kanada. Sie trat nach Abschluss einer unabh√§ngigen Untersuchung √ľber das von ihr geschaffene Arbeitsumfeld als Generalgouverneurin zur√ľck.

Legislative

Das kanadische Bundesparlament besteht aus dem Monarchen und zwei Kammern, dem demokratisch gewählten Unterhaus (engl. House of Commons, frz. Chambre des communes) und dem ernannten Senat von Kanada (Senate of Canada, Sénat de Canada).

Jedes Mitglied des Unterhauses wird im relativen Mehrheitswahlrecht in einem von 338 Wahlkreisen gew√§hlt. Allgemeine Wahlen werden vom Generalgouverneur angesetzt, wenn der Premierminister dies so vorschl√§gt oder wenn die Regierung ein Misstrauensvotum verliert. Gem√§√ü einem 2006 verabschiedeten Gesetz betr√§gt die Dauer der Legislaturperiode vier Jahre. Zuvor konnte der Premierminister den Wahltermin nach Belieben festsetzen, doch musste eine Neuwahl sp√§testens nach f√ľnf Jahren erfolgen. Die Regierung stellt zurzeit die Liberale Partei, w√§hrend die Konservative Partei die Rolle der ‚Äěoffiziellen Opposition‚Äú innehat. Weitere im Parlament vertretene Parteien werden als ‚ÄěDrittparteien‚Äú bezeichnet. Es sind dies die Neue Demokratische Partei, der Bloc Qu√©b√©cois und die Gr√ľne Partei.

Im Senat von Kanada, auch ‚ÄěOberhaus‚Äú (engl. upper house, frz. chambre haute) genannt, sitzen 105 Abgeordnete, die der Generalgouverneur auf Empfehlung des Premierministers ernennt. Die Sitze sind nach Regionen aufgeteilt, wobei diese seit 1867 nicht mehr angepasst wurden und deshalb gro√üe Disproportionalit√§ten in der Repr√§sentation im Verh√§ltnis zur Einwohnerzahl bestehen. Die Senatoren haben keine feste Amtszeit, sondern k√∂nnen ihr Amt bis zum 75. Lebensjahr wahrnehmen. Der Einfluss des Senats ist bedeutend geringer als jener des Unterhauses.

Entwicklung des Frauenwahlrechts in Kanada

Die Bundesstaaten f√ľhrten das Frauenwahlrecht ab 1916 nacheinander und zum Teil fr√ľher ein, als dies auf Bundesebene der Fall war. Schlusslicht war Qu√©bec: Das Gesetz, das auch Indianerinnen und Indianern das Wahlrecht verschaffte, wurde erst am 9. April 1949 ins Parlament eingebracht und trat 25. April 1949 in Kraft.

1917 wurde das aktive Wahlrecht auf nationaler Ebene vor dem Hintergrund des Krieges durch den Wartime Elections Act bestimmten Gruppen von Frauen zugestanden, √ľber deren genaue Zusammensetzung in der Literatur Unterschiedliches zu finden ist: Krankenschwestern, die im Krieg Dienst taten; euroamerikanische Frauen, die in der Armee arbeiteten oder dort nahe Angeh√∂rige (Vater, Ehemann oder Sohn) hatten oder deren V√§ter, M√§nner oder S√∂hne im Krieg get√∂tet oder verwundet worden waren; Frauen, deren Ehem√§nner, S√∂hne oder V√§ter im Krieg get√∂tet oder verwundet worden waren; eine weitere Quelle nennt zus√§tzlich die Anforderung, dass die zugelassenen Frauen auf der Ebene der ihres Bundesstaates wahlrechtlich M√§nnern gleichgestellt waren.

Am 24. Mai 1918 wurde das aktive nationale Wahlrecht auf alle Frauen britischer und franz√∂sischer Abstammung ab 21 Jahren ausgedehnt, womit gleiche Kriterien f√ľr Frauen und M√§nner galten. Indianerinnen und Indianer waren ausgeschlossen.

1919 erhielten Frauen das passive Wahlrecht. Zwar nennen andere Quellen hierf√ľr sp√§tere Daten und sprechen von einem beschr√§nkten Wahlrecht; doch beruht dies vermutlich darauf, dass erst 1929 in einem von The Famous Five angestrengten Gerichtsverfahren endg√ľltig gekl√§rt wurde, dass das passive Wahlrecht in der Verfassung auch f√ľr den Senat galt, nicht nur f√ľr das House of Commons.

1920 wurden die Eigentumsbeschränkungen aufgehoben.

1950 und 1951 wurde durch √Ąnderungen am Indian Act und am Canada Elections Act das aktive Wahlrecht auf nationaler Ebene auf Veteranen aus dem Kreis der Indianer und ihre Ehefrauen sowie Indianer, die normalerweise au√üerhalb der Reservate lebten, ausgedehnt, wenn sie auf die Steuerbefreiungen verzichteten, die ihnen der Indian Act gew√§hrte. 1950 hatten die Inuit das Wahlrecht erhalten, 1951 alle Bewohner der Nordwest-Territorien. Wahlurnen f√ľr die Inuit wurden in der √∂stlichen Arktis erst 1962 aufgestellt.

Erst im August 1960 wurde das Wahlrecht mit dem Act to Amend the Canada Elections Act auf alle Kanadierinnen und Kanadier ausgedehnt. Frauen das passive Wahlrecht. Zwar nennen andere Quellen hierf√ľr sp√§tere Daten und sprechen von einem beschr√§nkten Wahlrecht; doch beruht dies vermutlich darauf, dass erst 1929 in einem von The Famous Five angestrengten Gerichtsverfahren endg√ľltig gekl√§rt wurde, dass das passive Wahlrecht in der Verfassung auch f√ľr den Senat galt, nicht nur f√ľr das House of Commons.

1920 wurden die Eigentumsbeschränkungen aufgehoben.

1950 und 1951 wurde durch √Ąnderungen am Indian Act und am Canada Elections Act das aktive Wahlrecht auf nationaler Ebene auf Veteranen aus dem Kreis der Indianer und ihre Ehefrauen sowie Indianer, die normalerweise au√üerhalb der Reservate lebten, ausgedehnt, wenn sie auf die Steuerbefreiungen verzichteten, die ihnen der Indian Act gew√§hrte. 1950 hatten die Inuit das Wahlrecht erhalten, 1951 alle Bewohner der Nordwest-Territorien. Wahlurnen f√ľr die Inuit wurden in der √∂stlichen Arktis erst 1962 aufgestellt.

Erst im August 1960 wurde das Wahlrecht mit dem Act to Amend the Canada Elections Act auf alle Kanadierinnen und Kanadier ausgedehnt.

Judikative

Kanadas Rechtssystem spielt eine wichtige Rolle bei der Interpretation von Gesetzen. Es ber√ľcksichtigt die sich ver√§ndernden gesellschaftlichen Gegebenheiten und hat die Macht, Gesetze zu widerrufen, die gegen die Verfassung versto√üen. Der Oberste Gerichtshof ist das h√∂chste Gericht und die letzte Instanz. Die neun Mitglieder werden auf Vorschlag des Premierministers und des Justizministers vom Generalgouverneur ernannt. Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes (Chief Justice of Canada, Juge en chef du Canada) ist seit 2017 Richard Wagner. Die Bundesregierung ernennt auch Richter der Obersten Gerichte der Provinzen und Territorien. Die Besetzung von Richter√§mtern auf unteren Stufen f√§llt in die Zust√§ndigkeit der Provinz- und Territorialregierungen.

In den Provinzen sind die obersten Gerichte die Courts of Appeal. Ihre Urteile sind allerdings, im Gegensatz zu denen des Obersten Gerichtshofs in Ottawa, in den anderen Provinzen nicht bindend, wenn sie auch nicht ohne Einfluss sind. Als weitere Rechtsquelle gelten gelegentlich noch immer der Londoner Court of Appeal und das britische House of Lords. Deren Entscheidungen aus der Zeit vor 1867 sind immer noch bindend, es sei denn, der kanadische Oberste Gerichtshof hat sie aufgehoben. Das Gleiche gilt f√ľr Entscheidungen bis 1949 f√ľr den Rechtsprechungsausschuss des Privy Council. Dies ist f√ľr die Rechtsstellung der indigenen und der frankophonen Bev√∂lkerung von erheblicher Bedeutung, da √§ltere Vertr√§ge mit der britischen Krone weiterhin g√ľltig sind.

Politische Indizes

Provinzen und Territorien

Kanada ist ein in zehn Provinzen und drei Territorien gegliederter Bundesstaat. Diese subnationalen Einheiten können in geographische Regionen gegliedert werden. Westkanada besteht aus British Columbia und den drei Prärieprovinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba. Zentralkanada umfasst die zwei bevölkerungsreichsten Provinzen Ontario und Québec. Als Seeprovinzen werden New Brunswick, Prince Edward Island und Nova Scotia bezeichnet; zusammen mit Neufundland und Labrador bilden sie die Atlantischen Provinzen. Die drei Territorien Yukon, Nordwest-Territorien und Nunavut umfassen sämtliche Gebiete nördlich des 60. Breitengrades und westlich der Hudson Bay.

Die Provinzen verf√ľgen √ľber einen hohen Grad an Autonomie, wogegen in den Territorien die Bundesregierung zahlreiche Verwaltungsaufgaben selbst √ľbernimmt. Alle Provinzen und Territorien besitzen ein Einkammerparlament und einen Premierminister als Regierungschef. Der kanadische Monarch wird in allen Provinzen durch einen Vizegouverneur vertreten, der gleichrangig mit dem Generalgouverneur ist und √ľberwiegend zeremonielle Aufgaben wahrnimmt. In den Territorien √ľbernimmt ein von der Bundesregierung ernannter Kommissar die Aufgaben eines Vizegouverneurs.

W√§hrend in den meisten Bundesverfassungen f√∂deraler Staaten allein die Gesetzgebungskompetenzen des Bundes explizit aufgez√§hlt werden, f√ľhrt das Verfassungsgesetz von 1867 (engl. Constitution Act, 1867, frz. Loi constitutionnelle de 1867) nicht nur in Art. 91 die ausschlie√ülichen Kompetenzen des Bundes, sondern in den Artikeln 92, 92A und 93 auch die ausschlie√ülichen Kompetenzen der Provinzen auf. Hiernach verf√ľgen die Provinzen √ľber das Gesetzgebungsrecht u.¬†a. in den Bereichen direkte Steuern, Beamtenbesoldung, √∂ffentliche Einrichtungen, Gemeindewesen, Schulwesen, Gast- und sonstiges lokales Gewerbe, Eigentum und b√ľrgerliches Recht, Gerichtsverfassungsrecht, Zivilprozessrecht, Bergbau, Forstwirtschaft und Energie.

1974 gab es Bestrebungen im kanadischen Parlament, das britische √úberseegebiet der Turks- und Caicosinseln in der Karibik als elfte Provinz in den kanadischen Staatsverband aufzunehmen. Der Gesetzesvorschlag fand jedoch keine Mehrheit und wurde somit abgelehnt. Seit 2003 gibt es jedoch erneute Bestrebungen in diese Richtung. Daf√ľr m√ľsste jedoch erstens Gro√übritannien die Inseln in die Unabh√§ngigkeit entlassen und zweitens jede einzelne kanadische Provinz zustimmen. Gerade Letzteres ist infolge der sehr komplizierten kanadischen Verfassungsprozeduren indes wenig wahrscheinlich.

Rechtssystem und Polizei

Zwar ist Kanada ein relativ junges Land, die Rechtsordnung hat jedoch eine lange Tradition. Das in allen Provinzen mit Ausnahme Québecs geltende Common Law basiert auf Grundsätzen, die sich während Jahrhunderten in England entwickelten und ein Erbe der britischen Kolonialzeit sind. Der in Québec im Bereich des Privatrechts geltende Code civil spiegelt Prinzipien des französischen Rechtssystems wider. Das Strafrecht hingegen ist Sache des Bundesstaates und in allen Provinzen einheitlich. Im Laufe der Zeit wurden beide Rechtssysteme den Erfordernissen in Kanada angepasst.

Beide Rechtssysteme sind in die Verfassung eingeflossen. Deren Kern entstand 1867 mit der Gr√ľndung Kanadas und wurde zuletzt 1982 grundlegend durch das Verfassungsgesetz von 1982 und die Kanadische Charta der Rechte und Freiheiten erg√§nzt.

Kanada schaffte 1976 die Todesstrafe f√ľr Verbrechen in Friedenszeiten ab, 1998 auch im Kriegsstrafrecht. Ausl√∂ser war die 1959 erfolgte Verurteilung des damals 14-j√§hrigen Steven Truscott zum Tode. Er wurde nach zehn Jahren Haft auf Bew√§hrung entlassen und 2007 freigesprochen.

Die Strafverfolgung f√§llt in die Verantwortung der Provinzen. Die Polizeibeh√∂rden sind mehrstufig aufgebaut. Die Royal Canadian Mounted Police (Abk√ľrzung RCMP, umgangssprachliche Kurzbezeichnung Mounties, franz√∂sisch Gendarmerie royale du Canada, GRC) ist die nationale Polizei. Die beiden gr√∂√üten Provinzen verf√ľgen mit der Ontario Provincial Police (OPP) bzw. der S√Ľret√© du Qu√©bec √ľber eigene Provinzpolizeien, dort beschr√§nkt sich der Auftrag der RCMP auf den Schutz von Bundeseinrichtungen. Daneben gibt es weitere Polizeibeh√∂rden auf Provinzebene (z.¬†B. British Columbia Sheriff Service, Royal Newfoundland Constabulary) und auf regionaler oder √∂rtlicher Ebene (z.¬†B. Toronto Police Service, York Regional Police). Ferner gibt es auf Bundesebene Polizeibeh√∂rden mit speziellen Aufgaben (z.¬†B. Parks Canada Warden). √Ąhnlich den Vereinigten Staaten existieren f√ľr die Gebiete von Indianerst√§mmen und anderen Ureinwohnern eigene Polizeibeh√∂rden. Die beiden gro√üen privaten Eisenbahngesellschaften (CP und CN) verf√ľgen √ľber je eine eigene Polizei zur Sicherung ihrer Einrichtungen. Einige Nahverkehrbetreiber sowie manche Universit√§ten haben eigene Hilfspolizeien (sogenannte Special Constables) eingerichtet.

Außenpolitik

Die Vereinigten Staaten und Kanada teilen sich die längste nicht verteidigte Staatsgrenze der Welt. Die Kooperation auf militärischem und wirtschaftlichem Gebiet ist eng; so sind beide Länder im Rahmen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens jeweils der größte Handelspartner des anderen.

Dennoch betreibt Kanada eine eigenst√§ndige Au√üenpolitik. Es unterh√§lt diplomatische Beziehungen zu Kuba und beteiligte sich nicht am Vietnam- oder am Irakkrieg. Enge Beziehungen unterh√§lt das Land traditionell zum Vereinigten K√∂nigreich und zu Frankreich, √ľber die Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations und in der internationalen Organisation der Frankophonie auch zu anderen ehemaligen britischen und franz√∂sischen Kolonien. Ein weiterer Schwerpunkt der au√üenpolitischen Beziehungen sind die Staaten der Karibischen Gemeinschaft. Im 2005 ver√∂ffentlichten International Policy Statement legte die Regierung die Leitlinien der Au√üenpolitik fest. Kanada sieht die Europ√§ische Union als strategischen Partner in den Bereichen Klimawandel, Energieversorgung, Handel und Umweltschutz sowie bei au√üen- und sicherheitspolitischen Themen.

Einen wichtigen Teil der kanadischen Identit√§t bildet die Unterst√ľtzung der Multilateralit√§t. 1945 geh√∂rte Kanada zu den Gr√ľndungsmitgliedern der Vereinten Nationen. Der sp√§tere Premierminister Lester Pearson trug wesentlich zur Beilegung der Sueskrise bei und wurde 1957 daf√ľr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sprach man bis dahin von der ‚ÄěGeburt der kanadischen Nation auf den Schlachtfeldern Europas‚Äú, so entwickelte sich unter dem Eindruck zahlreicher UN-Blauhelmeins√§tze ein Peacekeeping-Mythos, der Kanadas Rolle in Abgrenzung zu den USA begreift.

Kanada ist Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen wie der OSZE, der Welthandelsorganisation, der OECD, der OAS, der APEC und der Gruppe der Sieben (G7).

Verschiedene internationale Vereinbarungen entstanden auf kanadische Initiative und wurden in diesem Land verabschiedet. Dazu gehören die Ottawa-Konvention zum Verbot von Antipersonenminen und das Montreal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht.

Im Zusammenhang mit den Irritationen √ľber den neuen Pr√§sidenten der USA Donald Trump √§u√üerte sich Justin Trudeau in Belleville mit grunds√§tzlichen Aussagen zum Verh√§ltnis beider L√§nder:

Militär

Die kanadischen Streitkr√§fte (engl. Canadian Forces, frz. Forces canadiennes) entstanden in ihrer jetzigen Form 1968, als Heer, Marine und Luftwaffe organisatorisch zusammengef√ľhrt wurden. Die Truppen umfassten 2020 rund 67.490 freiwillige Berufssoldaten und rund 31.000 Reservisten. Hinzu kamen (Stand 2012) 5000 Canadian Rangers, deren Hauptaufgabe es ist, in entlegenen arktischen Gebieten milit√§rische Pr√§senz zu zeigen. Die Streitkr√§fte verf√ľgen √ľber rund 1400 gepanzerte Fahrzeuge, 34 Kriegsschiffe und 300 Kampfflugzeuge. Kanada gab 2017 knapp 1,3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 20,6 Mrd. US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus und lag damit weltweit auf Platz 14.

Aufgrund der engen Bindungen an das britische Mutterland waren kanadische Truppen am Burenkrieg, am Ersten Weltkrieg und am Zweiten Weltkrieg beteiligt. Seit 1948 stellt Kanada einen bedeutenden Teil der Friedenstruppen der Vereinten Nationen und war an mehr Friedensmissionen beteiligt als jede andere Nation (seit 1989 ohne Ausnahme). Das Land beteiligt sich grunds√§tzlich nur an kriegerischen Handlungen, die von den Vereinten Nationen sanktioniert wurden, wie etwa am Krieg in Korea, am Persischen Golf, in Afghanistan, jedoch ohne UN-Mandat im Kosovo. Kanada ist Gr√ľndungsmitglied der NATO und Vertragspartner des nordamerikanischen Luftraumverteidigungsb√ľndnisses NORAD.

Bildungspolitik

Im föderalistischen Kanada gibt es kein einheitliches nationales Bildungssystem, jedoch unterliegt der tertiäre Bildungsbereich einer einheitlichen staatlichen Qualitätskontrolle und die meisten kanadischen Universitäten sind Mitglied in der Association of Universities and Colleges of Canada (AUCC), weshalb der Standard allgemein als ausgeglichen gilt.

F√ľr das Schulwesen sind ausschlie√ülich die Provinzen und Territorien zust√§ndig; es gibt kein landesweites Bildungsministerium. Daher unterscheiden sich in einigen Provinzen Schuleintrittsalter (f√ľnftes oder sechstes Lebensjahr) und Dauer der Grundschulzeit (bis Klasse 6 oder 7). Die Sekundarstufe (in Qu√©bec √Čcole polyvalente genannt) umfasst in Form einer Gesamtschule die dreij√§hrige Junior Highschool (Sekundarbereich¬†I) und die zwei- bis vierj√§hrige Senior Highschool (Sekundarbereich¬†II). Da das Bildungssystem Chancengleichheit anstrebt, erfolgt der √úbergang von einer Schulstufe in die andere ohne Leistungspr√ľfung. Erst innerhalb der Senior High School ist der Erwerb des Abschlusszeugnisses (High School Diploma bzw. Dipl√īme d‚Äô√Čtudes Secondaire) davon abh√§ngig, ob eine bestimmte Zahl von Bewertungspunkten (Creditpoints) erreicht wird. Zwei Prozent der Schulen liegen in privater, √ľberwiegend kirchlicher Hand. Etwa zehn Prozent der Sch√ľler besuchen eine Privatschule. Das Leistungsniveau der Privatschulen galt 2006 als sehr hoch und Kanada war das einzige OECD-Land, in dem deren Sch√ľler selbst nach Abgleich des famili√§ren und sozio√∂konomischen Hintergrundes mehr lernten, als die Sch√ľler an √∂ffentlichen Schulen.

W√§hrend der Schulbesuch kostenfrei ist, werden an den Hochschulen Studiengeb√ľhren unterschiedlicher H√∂he f√§llig. Von den √ľber 80 Universit√§ten z√§hlen die University of Toronto und die Universit√§t Montreal zu den gr√∂√üten. Die √§ltesten sind die Universit√§t Laval in Qu√©bec von 1663, eine jesuitische Institution, die nach Bischof Laval benannt wurde. Dies ber√ľhrt einen Grundzug der kanadischen Hochschulentwicklung, denn die fr√ľhen Institutionen waren fast alle kirchlichen Ursprungs. Erst 1818 entstand die erste s√§kulare Hochschule und die zweite Kanadas, die Dalhousie University in Halifax. Ihr folgten die beiden englischsprachigen Institute, die McGill University in Montreal (1821) und die University of Toronto (1827). Ihnen folgten in den 1840er-Jahren die Queen‚Äôs University in Kingston (1841) und die Universit√§t Ottawa (1848). Letztere geht wie die Laval-Universit√§t auf einen Missionsorden zur√ľck, in diesem Falle auf die Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria. Nach der Unabh√§ngigkeit im Jahr 1867 folgten die von einem anglikanischen Bischof gegr√ľndete University of Western Ontario in London (1878) und die im selben Jahr gegr√ľndete Universit√§t Montreal (die zweite von vier Hochschulen in der Stadt) sowie die McMaster University in Hamilton in Ontario. Letztere wurde urspr√ľnglich in Toronto gegr√ľndet und zog erst 1930 nach Hamilton um. Sie geht auf die Baptist Convention of Ontario zur√ľck.

Colleges verleihen meist nur 3- bis 4-j√§hrige Bachelor-Abschl√ľsse (z.¬†B. Minors, Majors, Spezialication, Honours), Universit√§ten auch 1-j√§hrige konsekutive ‚Äěpost-bachelor‚Äú Bachelor mit Honours-/Baccalaureatus Cum Honore-, 1- bis 3-j√§hrige Master- und 3- bis 5-j√§hrige Ph.D.-Abschl√ľsse. In diversen Hochschulrankings nehmen einige kanadische Universit√§ten Spitzenpositionen ein: Beispielsweise war in der langj√§hrigen Durchschnittsbewertung des in Nordamerika am weitest verbreiteten Rankings, der QS World University Rankings, im Jahr 2018 die McGill University innerhalb Kanadas auf Platz 1 und weltweit auf Platz 28. Laut dem Academic Ranking of World Universities (Shanghai-Ranking) aus dem Jahr 2018 (Jiaotong-Universit√§t Shanghai) z√§hlen die University of Toronto auf Platz¬†23 und die University of British Columbia in Vancouver auf Platz¬†43 zu den besten Hochschulen. Die First Nations besitzen seit 2003 eine eigene Universit√§t, die First Nations University of Canada in Regina, der Hauptstadt der Provinz Saskatchewan. 1989 begannen die bedeutendsten Universit√§ten sich zusammenzuschlie√üen, um Forschungsvorhaben zu koordinieren. Seit 2011 besteht die Gruppe als U15 Group of Canadian Research Universities, zu der ein nunmehr geschlossener Kreis von 15 Universit√§ten z√§hlt. 2016 studierten √ľber eine halbe Million ausl√§ndische Studenten an kanadischen Bildungseinrichtungen. Die gr√∂√üte Gruppe davon kam aus der Volksrepublik China.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen Kanadas Sch√ľler Platz 10 von 72 L√§ndern in Mathematik, Platz 7 in Naturwissenschaften und den zweiten Platz beim Leseverst√§ndnis. Kanadische Sch√ľler geh√∂rten damit zu den besten von allen teilnehmenden L√§ndern und schnitten deutlich besser ab als die aus den benachbarten Vereinigten Staaten. Die Studie stellte zudem fest, dass Sch√ľler aus Ontario und British Columbia die besten Leistungen erbrachten.

Umweltpolitik

→ Siehe auch: Klimapolitische Maßnahmen Kanadas

Die Umweltpolitik Kanadas hat ungew√∂hnliche naturr√§umliche Grundlagen, vor allem ist aber die Gemengelage der Interessen eine spezifisch kanadische. Kanadas Natur ist zum bedeutendsten Faktor f√ľr den Tourismus geworden. Dazu tragen 43 National- und weit √ľber 1500 Provinzparks sowie weitere Schutzgebiete bei, die vor allem riesige Waldgebiete beinhalten. Der √§lteste von ihnen ist der Banff-Nationalpark von 1885, der inzwischen √ľber autobahnartige Stra√üen dem Massentourismus erschlossen wird. 1911 entstand Parks Canada (gleichberechtigt auch Parcs Canada) als √§lteste Nationalparkverwaltung der Welt. Doch kollidieren touristische, Erhaltungs-, Erholungs- und wissenschaftliche Interessen mit den Verwertungsinteressen der Rohstoffindustrie und gelegentlich den Interessen der Ureinwohner.

Intakte Urw√§lder (old growth) existieren in Kanada auch nach drei Jahrhunderten des Raubbaus aufgrund der geringen Besiedlungsdichte noch auf enorm gro√üen Fl√§chen. Nach Global Forest Watch Canada sind noch 62¬†% der borealen W√§lder und 30¬†% der gem√§√üigten W√§lder intakt (nat√ľrliche √Ėkosysteme, die im Wesentlichen vom Menschen unbeeinflusst sind). Der Raubbau an der Grenze zu den besiedelten Gebieten ist jedoch immens und hat dort nur noch kleine Urwaldreste zur√ľckgelassen. Ohne den Widerstand von Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, die in Vancouver gegr√ľndet wurde, oder dem Western Canada Wilderness Committee sowie den lokalen Indianern w√ľrden auch diese Urw√§lder sicherlich nicht mehr existieren. Die Unternehmen der Holzindustrie sind so eng mit den politischen Eliten der Provinzen verbunden, dass erst internationaler Druck und h√§ufig Zwang der Bundesregierung und der Gerichtsh√∂fe die Best√§nde in einigen F√§llen retten konnten (vgl. Clayoquot Sound). Dagegen haben sich Wissenschaftler und zahlreiche Umweltverb√§nde zusammengeschlossen, und die lange unbedeutende Green Party of Canada konnte bei der Wahl von 2008 knapp sieben Prozent der W√§hler gewinnen.

Nach einer Studie der Simon Fraser University, die auf Betreiben der David Suzuki Foundation durchgef√ľhrt wurde, liegt Kanada bei drei√üig untersuchten Staaten bei der Produktion von Atomm√ľll und Kohlenstoffmonoxid auf dem hintersten Rang. Zudem nimmt es beim Wasserverbrauch den 29. Platz ein. Insgesamt rangieren Kanada, Belgien und die USA am unteren Ende der Staatengruppe. Im Oktober 2008 versuchten sich mehrere hundert Wissenschaftler gegen die Diskreditierung ihrer Arbeit durch die Regierung zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig fanden in Victoria die gr√∂√üten Demonstrationen der letzten 15 Jahre gegen die Abholzung der letzten Urw√§lder auf Vancouver Island statt.

Eine weitere Gefahr f√ľr die Urw√§lder, aber ebenso sehr f√ľr die riesigen nachgewachsenen W√§lder stellt der in Kanada Mountain Pine Beetle genannte Bergkiefernk√§fer dar. Er hat bereits mehrere Millionen Hektar Wald vernichtet.

Die √ľber 250 Staud√§mme, die rund 58¬†% der in Kanada 2007 produzierten Strommenge von 612,6 Milliarden Kilowattstunden produzieren halfen (wovon Kanada √ľber 80 Milliarden Kilowattstunden exportierte), werden inzwischen ebenso kritisch mit Blick auf ihre Umweltbilanz betrachtet wie der Abbau der Bodensch√§tze. In beiden F√§llen kam es nicht nur zu h√§ufigen Zwangsumsiedlungen der Ureinwohner wie der Innu in Labrador, sondern auch zu erheblichen Umwelt- und Gesundheitsbelastungen wie beim Abbau der Athabasca-√Ėlsande in Alberta. Am 14. Oktober 2008 lehnten die Cree, denen die rechtlich privilegierte Rolle der Provinzen gegen√ľber der Bundesregierung in Fragen der Bodensch√§tze und der Stromgewinnung und gegen√ľber den indianischen Nationen bewusst ist, den ‚ÄěGr√ľnen Plan‚Äú der Quebecer Provinzregierung daher ab. Er h√§tte zudem Qu√©bec erneut die Verwaltung des riesigen James-Bay-Gebiets zur√ľckgegeben, die die Cree nach langen Verhandlungen erst 2002 errungen hatten. Seit 2009 k√§mpfen drei lokale Cree-Gruppen mit internationaler Unterst√ľtzung um den Wald im Broadback-Tal, einen gro√üen zusammenh√§ngenden borealen Urwald am Rand der Holzeinschlagszone.

Im Nordosten British Columbias kam es allein 2005 bis 2008 zu sieben von der Polizei als höchst gefährlich eingeschätzten Anschlägen auf Gasleitungen der Encana Corporation, in denen stark giftiger Schwefelwasserstoff transportiert wird.

Am 29. April 1998 unterzeichnete die Regierung das Kyoto-Protokoll und verpflichtete sich, die Treibhausgas-Emissionen bis 2012 um sechs Prozent zu senken. Stattdessen stiegen die Emissionen von 1990 bis 2004 um mehr als ein Viertel. Beim Klimaschutz-Index 2008 lag Kanada auf Platz 53 von 56 untersuchten Staaten, womit das Land beim Kohlenstoffdioxid-Aussto√ü nur noch vor Saudi-Arabien, den USA und Australien rangiert. Im Dezember 2011 erkl√§rte das Land kurz nach der UN-Klimakonferenz in Durban seinen R√ľckzug vom Kyoto-Protokoll. Damit sparte Kanada 14 Milliarden Dollar (10,5 Milliarden Euro) an Strafzahlungen f√ľr das Nichteinhalten der im Protokoll gesetzten Ziele. Unter anderem tr√§gt die √Ėlsandindustrie erheblich zum steigenden Treibhausgasaussto√ü des Landes bei.

Rechtlich liegt der Umweltpolitik vor allem der Canadian Environmental Protection Act von 1999 zugrunde. Das zuständige Ministerium ist das Department of the Environment unter Leitung von Jim Prentice (seit 2008). Ihm unterstehen neben anderen Organisationen Parks Canada und der Canadian Wildlife Service. Jede Provinz hat zudem ein eigenes Umweltministerium.

Wirtschaft

Allgemein

Kanada geh√∂rt zu den wohlhabendsten L√§ndern der Welt. Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt lag es 2016 mit umgerechnet 1.529.224 Millionen US-Dollar auf dem 10. Platz, bei der Kaufkraftparit√§t mit 1.682.364 Millionen internationalen Dollar auf Platz 17. Beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt das Land 2016 mit 42.210 US-Dollar auf Platz 18, sowie kaufkraftbereinigt mit 46.437 US-Dollar auf Platz 25. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen sch√§tzt Kanada aufgrund seines Index der menschlichen Entwicklung als Land mit ‚Äěsehr hoher menschlicher Entwicklung‚Äú ein. Das Land gilt zugleich als soziale Marktwirtschaft. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Kanada Platz 14 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 den siebten Platz von 180 L√§ndern.

Kanada war, laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017, das Land mit dem achtgrößten nationalen Gesamtvermögen weltweit. Der Gesamtbesitz der Kanadier an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 7.407 Milliarden US-Dollar. Das Vermögen pro erwachsene Person beträgt 259.271 Dollar im Durchschnitt und 91.058 Dollar im Median (Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Der Gini-Koeffizient bei der Vermögensverteilung lag 2016 bei 73,0 was auf eine mittlere Vermögensungleichheit hindeutet. Sowohl Einkommen als auch Vermögen sind in Kanada gleichmäßiger verteilt als in den benachbarten USA.

Der Mindestlohn unterscheidet sich in jeder Provinz und wird von den einzelnen Provinzen selber festgelegt. Besch√§ftigte des Staates Kanada erhalten mindestens den Mindestlohn, der in der Provinz gilt, in der sie besch√§ftigt werden. Im Jahre 2017 lag er zwischen 10,72 (Saskatchewan) und 13,00 Dollar (Nunavut). Von diesem Mindestlohn kann in einigen Bundesstaaten f√ľr verschiedene Besch√§ftigungsgruppen (z.¬†B. f√ľr Besch√§ftigte die Trinkgelder erhalten oder f√ľr Jugendliche) abgewichen werden. Ebenfalls haben einigen Bundesstaaten j√§hrliche automatische Anpassungen (z.¬†B. Anpassung an Teuerungsraten) eingef√ľhrt.

√úberdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Urproduktion, also des prim√§ren Wirtschaftssektors, was auf den Reichtum an nat√ľrlichen Ressourcen zur√ľckzuf√ľhren ist. Die in der Provinz Ontario abgebauten Mengen an Nickel decken etwa 20¬†% des Weltbedarfs, Kanada besitzt mit rund 28 Milliarden Tonnen die drittgr√∂√üten Erd√∂lreserven nach Venezuela und Saudi-Arabien (Stand 2017), verf√ľgt √ľber zehn Prozent des weltweiten Waldbestands, dazu bedeutende Vorkommen von Schwefel, Asbest, Aluminium, Gold, Blei, Kohle, Kupfer, Eisenerz, Kaliumcarbonat, Tantal, Uran und Zink. Vor der K√ľste der Atlantischen Provinzen liegen umfangreiche Vorkommen an Erdgas, in Alberta die Athabasca-√Ėlsande. Wald und Wasserkraft bilden die Grundlage f√ľr die Zellstoff- und Papierindustrie.

Zahlreiche Stauseen liefern Strom und bilden damit das R√ľckgrat der Energieproduktion. Allein 360.000 GWh stammten aus Wasserkraft, womit Kanada knapp hinter China der zweitwichtigste Stromproduzent auf diesem Sektor ist. In Kanada werden √ľber elf Prozent des Weltstrombedarfs gedeckt, und es ist eines der wenigen Industriel√§nder, die Netto-Exporteure von Energie sind. Die Verbindung innerhalb Nordamerikas ist dabei inzwischen so eng, dass sich riesige, grenz√ľberschreitende Versorgungsverb√ľnde entwickelt haben, wie die Western Interconnection, die bis nach Mexiko reicht. Weitere Energielieferanten sind Gas, √Ėl, Uran (18 produzierende Kernkraftwerke) und regenerative Energien. Kernkraftwerke lieferten im Jahr 2010 genau 85.219,889 von insgesamt 565.519,793¬†GWh Strom, also rund 15¬†% des Stroms. Insgesamt waren in Kanada Ende 2020 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 13,58¬†GW installiert (2017: 12,24¬†GW, 2018: 12,82¬†GW, 2019: 13,41¬†GW). Damit lag das Land weltweit auf Rang 9. Der gr√∂√üte Windpark mit 364¬†MW befindet sich in der Provinz Qu√©bec im Gemeindeverband La C√īte-de-Beaupr√©.

Kanada ist aufgrund seiner hohen √úbersch√ľsse einer der gr√∂√üten Lieferanten von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, doch ist das Produktspektrum in den Pr√§rieprovinzen sehr eng; im Mittelpunkt steht dabei ganz √ľberwiegend Weizen, bei dessen Produktion Kanada 2003 mit 50,168 Millionen Tonnen an achter Stelle nach Frankreich stand. Hinzu kommt Viehwirtschaft, vor allem Rinderzucht, in den letzten Jahren auch wieder die kommerzielle Zucht von Bisons. An den K√ľsten wird Fischzucht betrieben, die jedoch mit dem Fang von Wildfischen in Konflikt steht. Dabei ist British Columbia der gr√∂√üte Exporteur von Lachs und Heilbutt.

Die Zentren der Industrie liegen im S√ľden der Provinzen Ontario und Qu√©bec, vor allem in den Gro√ür√§umen von Toronto und Montreal. Dabei spielen die Automobil- und die Luftfahrtindustrie eine bedeutende Rolle, hinzu kommen Metallindustrie, Nahrungsmittelverarbeitung sowie Holz- und Papierindustrie. Ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen die chemische und die elektrotechnische Industrie, vor allem aber der Hightech-Bereich. Dies h√§ngt mit dem Niedergang der gro√üen Automobilkonzerne in den USA zusammen, der vor allem die Zulieferer und D√©pendancen im Ballungsraum Toronto trifft. Alle Industrien, die sich dem Sektor der Gas- und √Ėlf√∂rderung anlagern, konzentrieren sich hingegen im Gro√üraum Calgary, doch leidet diese prosperierende Industrie j√ľngst unter rapidem Preisverfall bei steigenden Explorationskosten. Dies h√§ngt zum Teil mit geologisch bedingten Hemmnissen zusammen, mit dem inzwischen sehr hohen Lohnniveau und dem wachsenden Widerstand gegen die Zerst√∂rungen der Umwelt. Dennoch entwickelte sich Kanada 2018 zum weltweit viertgr√∂√üten F√∂rderer von Roh√∂l.

Die Exporte betrugen 2007 36,7¬†% und die Importe 32,8¬†% des BIP. Bei weitem wichtigster Handelspartner waren dabei die USA mit 76,4¬†% der Exporte und 65,0¬†% der Importe. Kanada belegt nach der EU, den USA, Japan und der Volksrepublik China den f√ľnften Platz in der Weltau√üenhandelsstatistik. Der Au√üenhandel ist weitgehend frei, nur in wenigen Schl√ľsselbereichen sind ausl√§ndische Investitionen auf Minderheitsbeteiligungen beschr√§nkt.

Mit Abstand am meisten Bedeutung besitzt der Dienstleistungssektor mit 66¬†% (2008) Anteil am Bruttoinlandsprodukt, gefolgt von der Industrie mit 32¬†% und der Landwirtschaft mit knapp 2¬†%. Sieben der zehn gr√∂√üten kanadischen Unternehmen ‚Äď wenn man den Umsatz zugrunde legt ‚Äď sind allein im Banken- und Versicherungsbereich t√§tig. War die Wirtschaft in der ersten H√§lfte des 20. Jahrhunderts noch weitgehend auf den Export nach Europa orientiert, vor allem in das Britische Empire, so wurden die Handelsbarrieren zum Nachbarland USA nach dem Zweiten Weltkrieg allm√§hlich weitgehend abgebaut. Ein erster wichtiger Schritt war das 1965 vereinbarte Canada-United States Automotive Agreement (auch Auto Pact genannt), das die Grenzen f√ľr die Automobilindustrie vollst√§ndig √∂ffnete. Das Kanadisch-Amerikanische Freihandelsabkommen von 1988 schaffte die Z√∂lle zwischen beiden L√§ndern ab und f√ľhrte zu einem deutlichen Anstieg des Handelsvolumens und der US-Investitionen in Kanada. Mit dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen wurde diese Freihandelszone 1994 auf Mexiko ausgedehnt. Weitere Freihandelsabkommen bestehen unter anderem mit der EFTA. Kanada ist Mitglied zahlreicher wirtschaftspolitischer Organisationen, wie der Welthandelsorganisation, der OECD, des Internationalen W√§hrungsfonds, der Weltbank und der G7.

Als eine der größten Schwächen der kanadischen Wirtschaft hat die OECD die mangelnde Umsetzung von Erfindungen in verwertbare Patente eingeschätzt. Daher stieß die Regierung 2007 ein Programm namens Mobilizing Science and Technology to Canada’s Advantage an. Es soll die geringe Zahl der Patente erhöhen und zu mehr Investitionen im Forschungs- und Entwicklungsbereich anregen. Es soll zugleich die Zusammenarbeit von staatlichen Bildungseinrichtungen und industriellen Komplexen fördern. Zudem wurden Centres of Excellence in Commercialisation and Research eingerichtet sowie ein College and Community Innovation Program.

Die gr√∂√üte Arbeitnehmervertretung bildet der Canadian Labour Congress (CLC) oder franz√∂sisch der Congr√®s du travail du Canada (CTC) mit seinen rund hundert Einzelgewerkschaften in 136 Distrikten, die nach eigenen Angaben drei Millionen Mitglieder haben. Er ist 1956 aus dem Zusammenschluss von Trades and Labour Congress of Canada (TLC) und Canadian Congress of Labour (CCL) hervorgegangen. W√§hrend die TLC √§hnlich wie in Europa nach Branchen organisiert war, war die CCL nach Orten organisiert und umfasste dort alle Gewerbe. Zudem hatte der TLC die Liberalen unterst√ľtzt, w√§hrend bei der CCL Anh√§nger der sozialistischen Co-operative Commonwealth Federation vertreten waren. Zugleich integrierte sie die kommunistische Workers Unity League (WUL), als sie 1939 ein B√ľndnis gegen den Faschismus bildeten. Auch die in British Columbia ans√§ssigen International Woodworkers of America galten als kommunistisch, wurden aber 1948 integriert. Wenig sp√§ter wurden die Kommunisten ausgeschlossen. Die CLC spielte eine wichtige Rolle bei der 1962 erfolgten Gr√ľndung der New Democratic Party und bek√§mpfte gemeinsam mit ihr das Freihandelsabkommen mit den USA. Vorsitzender des CLC ist seit 1999 Kenneth V. Georgetti. Closed Shops sind rechtlich zul√§ssig und in vielen Branchen √ľblich.

Die Finanzkrise ab 2007 blieb nicht ohne Wirkungen auf die kanadische Wirtschaft. Betroffen waren zun√§chst die Finanzdienstleister, die sich in Toronto ballen, wo die Toronto Stock Exchange (TSX) die drittgr√∂√üte B√∂rse Amerikas darstellt, aber auch die Immobilienindustrie, und mit der Insolvenz von Nortel im Januar 2009 auch die Ausr√ľster f√ľr Telekommunikationsunternehmen. Unter diesen Unternehmen ist BCE (Bell Canada Enterprises) das √§lteste und gr√∂√üte. Im 4. Quartal 2008 gingen die Exporte um 17,5¬†% zur√ľck. Die Arbeitslosigkeit lag im August 2009 jeweils bei 8,7¬†% (September 2007 5,9¬†%), seither liegt sie zwischen 7,2 und 7,5¬†%.

Kennzahlen

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 594,0 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 514,5 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 2,4¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 1.406 Mrd. US-Dollar oder 92 % des BIP. Trotz der hohen Staatsverschuldung werden kanadische Staatsanleihen von der Ratingagentur Standard & Poor’s mit der Bestnote AAA bewertet (Stand 2018).

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 10,0¬†%
  • Bildung: 5,2¬†% (2002)
  • Milit√§r: 1,1¬†% (2005)

Der Staatshaushalt finanziert das funktionierende System des kanadischen Finanzausgleichs.

Medien

Presse

Die erste Zeitung auf dem Gebiet Kanadas war John Bushells Halifax Gazette, die 1752 erschien. In Neufrankreich existierten keine Zeitungen, doch gr√ľndeten William Brown und Thomas Gilmore aus Philadelphia die zweisprachige Quebec Gazette in Qu√©bec. 1785 entstand durch Fleury Mesplet, den die Briten wegen seiner Aufforderung zum Anschluss an die USA inhaftiert hatten, das heute √§lteste Blatt, die Montreal Gazette. 1793 folgte in Niagara-on-the-Lake die erste Zeitung in Ontario, die Upper Canada Gazette. Diese fr√ľhen Bl√§tter hingen weitgehend von Zuwendungen der Regierung und von Anzeigenertr√§gen ab, kaum von K√§ufern und Abonnenten. Dies sollte sich in Kanada als Dauerzustand erweisen.

In Qu√©bec entstanden 1805 und 1811 der City Mercury und in Montreal der Herald als Sprachrohre der dortigen H√§ndlereliten, w√§hrend Le Canadien (1806) und La Minerve (1826) die Frankophonen vertraten. Gegen diese Kolonial- und H√§ndlereliten wandte sich in Ober-Kanada der Colonial Advocate, den William Lyon Mackenzie herausbrachte und der die Reform- und Farmergruppen vertrat. √Ąhnliches galt f√ľr Joseph Howes Novascotian (1824) in Halifax.

Die meisten Zeitungen hingen von Parteien ab, insbesondere den Reformern (den heutigen Liberalen) und den Konservativen, und zwar meist als Organe bestimmter politischer F√ľhrer. So war der Toronto Globe (1844) die Stimme des Reformers George Brown, die Toronto Mail (1872) hingegen wurde bald zur Stimme von John Macdonald, dem ersten Premier Kanadas. √Ąhnlich organisierten 1899 Gesch√§ftsleute den Toronto Star zugunsten von Wilfrid Laurier um. Dagegen kauften wiederum die dortigen Konservativen die Toronto News 1908 als Parteiorgan. Jede gr√∂√üere Stadt hatte folglich ein liberales und ein konservatives Blatt, das die jeweilige Klientel versorgte. Bis in die 1930er-Jahre hinein blieben die Quebecer Bl√§tter dabei von der jeweiligen Regierung abh√§ngig.

Bl√§tter, die nicht einer der F√ľhrungsgruppen angeh√∂rten, wie die kommunistische Presse, wurden immer wieder verboten. Der von streikenden Druckern 1892 gegr√ľndete Toronto Star ging ‚Äď wie die meisten Arbeiterzeitungen ‚Äď ein. In Qu√©bec erlie√ü die Regierung Maurice Duplessis den Padlock Act, der ihre Zeitungen traf. Noch 1970 √ľbte die Regierung eine Art Zensur aus, als es in der Oktoberkrise zu Entf√ľhrungen kam.

Der erste Versuch einer Tageszeitung, der Montreal Daily Advertiser, ging nach einem Jahr 1834 in den Konkurs. Doch 1873 gab es bereits 47 Tageszeitungen, 1913 gar 138. Im äußersten Westen erschien der British Colonist ab 1858, die Manitoba Free Press 1872, der Saskatchewan Herald 1878 und das Edmonton Bulletin 1880. Die Verbreitung des Radios ab den 30er Jahren und des Fernsehens ab den 50er Jahren kostete die Zeitungen viele Werbekunden, so dass 1953 nur noch 89 Tageszeitungen existierten. 1986 erholte sich die Zahl wieder auf 110, doch nur noch acht Städte hatten zwei oder mehr Tageszeitungen.

Heute geh√∂ren die meisten Zeitungen zu gro√üen Konglomeraten der Medienindustrie. Die Erlaubnis, in beiden Bereichen der Medien, Fernsehen und Printmedien, Unternehmen zu erwerben, war lange umstritten, doch seit Brian Mulroney gibt es darin keine Begrenzung mehr. Im englischen Sprachraum ist Postmedia Network f√ľhrend, sie bieten in den meisten Provinzhauptst√§dten die f√ľhrende Tageszeitung an. 90¬†% der frankophonen Zeitungen geh√∂ren drei Medienunternehmen: Pierre Karl P√©ladeaus Quebecor Inc., der allein die H√§lfte der Gesamtauflage liefert, Paul Desmarais' Gesca und Jacques FrancŇďurs UniM√©dia. Schon 1950 beherrschten die vier gr√∂√üten Medienunternehmen 37,2¬†% des Gesamtmarktes, 1970 waren dies 52,9¬†%, 1986 gar 67¬†%. 80¬†% der Einnahmen stammen dabei aus Werbung, nur 20¬†% aus Verkaufserl√∂sen.

Radio

Mit dem Radio experimentierte zun√§chst Guglielmo Marconi ab 1896, 1901 gelang ihm die erste drahtlose Signal√ľbertragung √ľber den Atlantik von Cornwall nach Neufundland. Weil die Radiotechnik zun√§chst eher der Kontaktaufnahme zu Schiffen diente, unterstand die Aufsicht √ľber den Radiotelegraph Act von 1913 dem Minister f√ľr Marine und Fischerei. Die √úberlebenden der Titanic verdankten ihre Rettung den von Marconi gesendeten Radiowellen. Er war auch der erste, der 1919 eine private Sendelizenz in Kanada erhielt. Im Jahre 1928 bestanden bereits 60 Radiostationen.

Dennoch stellte eine Kommission unter Leitung von John Aird in diesem Jahr fest, dass viele Kanadier US-Stationen lauschten. Erst 1932 entschied das britische Judicial Committee of the Privy Council, dass der Staat die Oberaufsicht √ľber die Radiokommunikation zu Recht beanspruche. 1936 begann die √∂ffentliche Canadian Broadcasting Corporation (CBC) ihren Sendebetrieb, der seit 1932 von der Radio Commission begonnen worden war. Bis dahin hatte sich die Zahl der Radioempf√§nger binnen f√ľnf Jahren auf eine Million verdoppelt.

Die heutige Struktur der CBC ist ein Produkt der Weltwirtschaftskrise: Es entstanden nur f√ľnf zentrale Sender, deren Sendungen von privaten Distributoren weitergeleitet wurden. So entstand ein gemischtes System staatlicher und privater Sender, in dem den privaten Sendern nur eine regionale Ausstrahlung gestattet wurde. Kanada wurde eines der L√§nder mit den meisten Radiostationen, und eines der ersten mit Satellitensendern. Dennoch ist die US-amerikanische Konkurrenz stark vertreten.

Fernsehen

Seit 1952 gibt es Fernsehen in Kanada, wobei die CBC die Regulierungsaufgaben wahrnahm und zugleich der bedeutendste Sender wurde. Auch hier dienten private Netzwerke als Distributoren f√ľr CBC-TV. Einer Kampagne der Privatsender gegen das CBC-Monopol folgte der Broadcasting Act von 1958 unter John Diefenbaker. Es entstand ein 15-k√∂pfiger Board of Broadcast Governors (BBG), der die Antr√§ge f√ľr neue Sender annahm und eher Privatsender f√∂rderte. Das TV expandierte schnell, und 1961 entstand ein zweites Netzwerk, CTV. Zwischen BBG und CBC kam es zu heftigen Streitigkeiten, so dass 1968 die Lizenzvergabe an die Canadian Radio-Television Commission (heute Canadian Radio-Television and Telecommunications Commission, CRTC) vergeben wurde, die auch das 1968 etablierte Kabel-TV an sich zog. Der Anspruch auf ‚ÄěSchutz, Bereicherung und St√§rkung der kulturellen, politischen, sozialen und √∂konomischen Struktur Kanadas‚Äú, wie es im Gesetz hei√üt, sollte dabei gewahrt werden. Dennoch f√ľhrten Sparma√ünahmen in den letzten vier Jahrzehnten zu einer zunehmenden Abh√§ngigkeit von Werbeetats und Einschaltquoten.

Dabei sind US-Sender √ľber Kabel praktisch √ľberall zu empfangen. Folglich besetzen sie im englischsprachigen Kanada rund 75¬†% der besten Sendezeit, w√§hrend dieser Anteil in Qu√©bec nur bei 40¬†% liegt. Hier spielt TVA die wichtigste Rolle.

Inwiefern das Internet die entstandene Medienmacht relativieren kann, ist noch offen, zumal alle etablierten Medien in diesem neuen Markt zunehmend engagiert sind. Die Interessen der unabhängigen Medienunternehmen vertritt seit 1948 die Assoziation der kanadischen Film- und Fernsehproduktion.

Verkehr

Die Hauptverkehrsachse des Ostens verläuft entlang dem Sankt-Lorenz-Strom durch Ontario und Québec und verbindet Toronto, Montreal, Québec und Ottawa miteinander. Der gesamte Norden des Landes ist verkehrsmäßig wenig erschlossen, da hier, außer in den Gebieten der Rohstoffförderung, kaum Bedarf besteht. Die Ballungsräume des Westens sind, wie im Osten, hauptsächlich nahe der amerikanischen Grenze durch Verkehrssysteme verbunden, sieht man einmal von der Anbindung Edmontons ab. Dies ist vor allem dem politischen Willen der kanadischen Regierung zu verdanken, die allein durch drei transkontinentale Eisenbahnlinien und diverse Stichbahnen die weit auseinander liegenden Provinzen miteinander verbinden wollte. Davor war dies durch Kanäle geschehen, nach der Eisenbahnepoche folgten Straßenbauten, schließlich Fluglinien.

Straßen

Das Straßensystem Kanadas hatte 2011 eine Gesamtlänge von 1.042.300 km und ist damit das siebt-längste der Welt. Asphaltierte Straßen hatten eine Länge von 415.600 km, wovon 17.000 km Autobahnen waren. Nach China und den Vereinigten Staaten hatte Kanada damit das drittlängste Autobahnnetz.

Das dichteste Stra√üennetz befindet sich im Bereich der h√∂chsten Bev√∂lkerungsdichten in den Atlantikprovinzen, in S√ľd-Ontario, in Qu√©bec entlang des St. Lorenz, in den s√ľdlichen Pr√§rieprovinzen und im Bereich der Fraserm√ľndung um Vancouver. Als ein alle Provinzen verbindendes Element wurde von Victoria am Pazifik bis St. John‚Äôs am Atlantik der Trans-Canada-Highway gebaut, mit 8000¬†km eine der l√§ngsten Stra√üen der Welt. In den Ballungsr√§umen und als Verbindung zwischen gr√∂√üeren Zentren ist diese Stra√üe als Autobahn ausgebaut. Durch Ontario f√ľhren zwei Routen dieser Stra√üe, eine n√∂rdlichere und eine s√ľdlichere. Der Trans-Canada-Highway ist die einzige Bundesstra√üe Kanadas.

Die √ľbrigen Landstra√üen, auch die Autobahnen, werden von den Provinzen gebaut und unterhalten. Die verkehrsreichste Autobahn Kanadas bildet das R√ľckgrat des Qu√©bec-Windsor-Korridors, in Ontario mit der Stra√üennummer ‚Äě401‚Äú. Mit 16 Spuren durch den Ballungsraum Toronto geh√∂rt der 401 zu den breitesten Autobahnen der Welt. Nach Norden f√ľhren nur wenige Stra√üen, von denen die meisten wegen gro√üer Bauma√ünahmen (Staud√§mme, Bergbau etc.) gebaut wurden, oder aus milit√§rischen Gr√ľnden entstanden (zum Beispiel der Alaska Highway).

In Kanada von Bedeutung sind √úberlandbusse. Jede Region verf√ľgt √ľber ein ausgedehntes Busnetz; die gr√∂√üte Busgesellschaft Greyhound Canada stellte jedoch im Mai 2021 im Nachgang zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise den nationalen Betrieb ein. Aufrechterhalten wird lediglich der grenz√ľberschreitende Verkehr in die U.S.A.

In Kanada herrscht Rechtsverkehr und die Geschwindigkeiten sind in km/h angegeben. Das Nationalit√§tskennzeichen ist CDN (nicht CND f√ľr Canada) und steht f√ľr Canadian Dominion. Dieses wird auch als Abk√ľrzung in Herkunftsangaben z.¬†B. bei Spielfilmen verwendet.

Der Straßenverkehr des Landes gilt als weitestgehend sicher. 2013 kamen in Kanada insgesamt 6,1 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Das Land hat eine im weltweiten Vergleich hohe Motorisierungsrate. 2016 kamen im Land 662 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner.

Flugverkehr

Zur √úberwindung der gro√üen Entfernungen ist der Inlandsflugverkehr von erheblicher Bedeutung. Etwa 75 Fluggesellschaften, darunter Air Canada, die mit 34 Millionen transportierten Passagieren gr√∂√üte Fluggesellschaft Kanadas, Westjet Airlines und Porter Airlines sorgen f√ľr regionale Flugverbindungen. In Westkanada fliegen Air BC, die inzwischen zu Jazz Aviation geh√∂ren und Horizon Air, in Ostkanada Air Alliance (Sitz in Qu√©bec) und Air Ontario (Ontario). Im Norden fliegen Gesellschaften wie Air Creebec (im Besitz der Cree), Air North (Whitehorse), Bearskin Airlines, Canadian North (Yellowknife) oder Air Inuit (Dorval) sowie First Air (Ottawa), die im Besitz von Inuit sind.

Air Transat und Air Canada fliegen auf internationalen und innerkanadischen Strecken, wobei Air Canada 1937 aus einer Eisenbahngesellschaft hervorging. Flughäfen mit interkontinentalen Verbindungen befinden sich in Toronto, Montreal, Calgary, Ottawa, Edmonton, Vancouver, Québec, Halifax sowie Winnipeg.

1909 flog das erste kanadische Flugzeug 800¬†m weit (in Baddeck), 1915 entstand mit der Curtiss JN-3 das erste Serienflugzeug. Im Ersten Weltkrieg stellte Kanada bereits 22.000 Mitarbeiter bei den Luftstreitkr√§ften, obwohl die Canadian Air Force erst 1920 entstand. In den 30er Jahren erfolgte ein massiver Ausbau der Flugh√§fen, so dass mehr als die H√§lfte der gesamten Luftfracht in Kanada bewegt wurde und das Land 1945 587 Flugpl√§tze aufwies. 1937 wurde Trans-Canada Airlines gegr√ľndet, aus der 1964 Air Canada hervorging. 2009 wurde der 23. Februar zum National Aviation Day erkl√§rt.

Die Stadt Montreal ist Sitz der zwei weltweiten Zivilluftfahrtorganisationen, der IATA und der ICAO.

Eisenbahn

Die Eisenbahn ist im 19. Jahrhundert vom kanadischen Staat umfassend gef√∂rdert worden, um die Besiedlungspolitik zu unterst√ľtzen und die nationale Einheit zu sichern. Dazu sollten die Distanzen zwischen den Provinzmetropolen durch transkontinentale Eisenbahnlinien √ľberwunden werden. Doch seit den 1930er Jahren ging ihre Bedeutung zugunsten des Stra√üenverkehrs erheblich zur√ľck und besitzt seither nur noch innerhalb des Qu√©bec-Windsor-Korridors gro√üe Bedeutung im Personen(nah)- und G√ľterverkehr.

Au√üerhalb dieses Gebietes beschr√§nkt sich die Bedeutung auf den Masseng√ľterverkehr und den Tourismus, vergleichbar den Schienenkreuzfahrten in Europa. Der √ľberregionale transkontinentale G√ľterverkehr wird von den beiden Bahngesellschaften Canadian Pacific Railway und Canadian National Railway durchgef√ľhrt. Betreiberin des √∂ffentlichen Schienenpersonenverkehrs ist die VIA Rail Canada, der regionale G√ľterverkehr wird von vielen privaten Gesellschaften betrieben. Zu diesen Hauptlinien kommen zahlreiche Nebenlinien, die zum Teil in privater Initiative wiederbelebt worden sind, wie die Esquimalt and Nanaimo Railway auf Vancouver Island.

Innerstädtischer Nahverkehr

Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten verf√ľgen kanadische Gro√üst√§dte √ľber eine Vielfalt sehr gut ausgebauter Nahverkehrssysteme. W√§hrend in den Metropolen Toronto und Montreal seit den 1950er Jahren gebaute, klassische U-Bahnen das R√ľckgrat des innerst√§dtischen Nahverkehrs bilden, werden in kleineren Gro√üst√§dten wie Calgary und Edmonton seit den 1980er Jahren Stadtbahnsysteme (Light Rail) aufgebaut. In den √ľbrigen St√§dten werden vornehmlich Diesel- und teilweise Oberleitungsbusse eingesetzt; in Ottawa gibt es ein Bus-Rapid-Transit-Netz.

Die beiden größten Nahverkehrsnetze liegen in Toronto mit der Toronto Transit Commission und Montreal mit je vier Schnellbahnstrecken und je etwa 150 Buslinien. In Toronto ist außerdem noch ein größeres Straßenbahnnetz mit elf Linien in Betrieb. Der im Zuge der Weltausstellung Expo 86 eröffnete, vollautomatische SkyTrain in Vancouver war lange das längste automatische Transportsystem der Welt.

Schifffahrt

Wichtige Seeh√§fen befinden sich in den St√§dten am Sankt-Lorenz-Strom und in Vancouver. Zudem besteht auf den Gro√üen Seen eine bedeutende Binnenschifffahrt. Wo keine nat√ľrlichen Wasserwege bestanden, baute man ab Anfang des 19. Jahrhunderts Kan√§le. F√ľr die wirtschaftliche Entwicklung Kanadas ab 1821 war der Lachine-Kanal von entscheidender Bedeutung. In Zentralkanada war das Kanu schon seit jeher das gegebene Transportmittel, und auch heute noch sind viele Seen mit F√§hrschiffen ausgestattet und der Warenverkehr folgt dem Wasser.

Manche Orte sind nur √ľber See zu erreichen, wie entlang der Westk√ľste von Vancouver nach Port Hardy auf Vancouver Island oder Prince Rupert gegen√ľber von Haida Gwaii.

Die fr√ľhe Erschlie√üung des Landes erfolgte durch das Kanu und durch den Kanalbau, der einen weitl√§ufigen Binnenverkehr erm√∂glichte. Bis in die 1950er Jahre trugen Schiffe einen erheblichen Teil der Passagiere, vor allem in abgelegenen Gebieten, doch stellten die meisten Linien, √§hnlich wie zahlreiche Eisenbahnstrecken, den Verkehr ein, als die gro√üen √úberlandstra√üen wie der Alaska Highway entstanden.

Telekommunikation

Im Jahr 2017 nutzten 93 Prozent der Einwohner Kanadas das Internet. Die digitale Infrastruktur gilt insbesondere in den Städten als sehr leistungsstark und eine der besten der Welt.

Kultur

Das heutige Kanada wird √ľberwiegend durch die europ√§ischen Einfl√ľsse der Pioniere, Forscher, H√§ndler und Fischer aus Gro√übritannien, Frankreich und Irland, regional auch aus Deutschland und Osteuropa gepr√§gt. In j√ľngerer Zeit wird das Bild in gr√∂√üeren St√§dten auch von Asiaten (zum Beispiel Vancouver, Toronto) und von Schwarzen aus der Karibik und aus Afrika erg√§nzt. Viele ihrer Traditionen bleiben weiterhin Teil von Kanada, etwa ihre Nahrung, Sprache, Erz√§hlungen, Geschichte, Feiertage und Sport. Die kulturellen Feste dieser Einwanderer sind ein fester Bestandteil des kanadischen Lebens, zum Beispiel das chinesische Neujahrsfest in Vancouver oder der Caribana-Umzug in Toronto. Viele Kanadier k√∂nnen noch heute ihre Wurzeln zur√ľck zu diesen L√§ndern verfolgen und sind stolz auf ihre Herkunft. Der in vielen St√§dten urspr√ľnglich vorherrschende britische Geist wurde mit der zunehmenden Einwanderung aus anderen L√§ndern weitgehend verwischt. Am deutlichsten ist er noch in Victoria zu erkennen. Dies gilt auch f√ľr das frankophone Kanada, das ebenfalls starken Einfl√ľssen durch die Einwanderung ausgesetzt ist.

Kanada und Großbritannien teilen einen Abschnitt ihrer Geschichte und Kanada ist Mitglied des Commonwealth of Nations. Beide Länder sind in Personalunion verbunden. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner, und von dort kommen nach den USA die meisten ausländischen Touristen. Die Verbindungen Kanadas zu anderen frankophonen Ländern sind in der Organisation internationale de la Francophonie institutionalisiert und es gibt einen regen kulturellen Austausch mit Frankreich. So ist Kanada beispielsweise am französischsprachigen Fernsehkanal TV5 Monde beteiligt.

Deutsche Einfl√ľsse sind vor allem in S√ľdontario um die Stadt Kitchener (ehemals Berlin) pr√§sent. In ganz S√ľdontario, besonders im Gebiet von Kitchener sind Orte mit deutschen Namen verstreut. Kitchener wirbt damit, dass dort das gr√∂√üte Oktoberfest au√üerhalb M√ľnchens gefeiert wird.

Seit den 1970er Jahren sind in Kanada viele Asiaten eingewandert, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea. Insbesondere in Vancouver (sp√∂ttischer Name: Hongcouver) und Toronto bilden sie starke ethnische Minderheiten und die Chinatowns mit ihren chinesischen Stra√üen- und Werbeschildern geh√∂ren zu den Sehensw√ľrdigkeiten.

Die Schaffung und der Schutz einer eigenst√§ndigen kanadischen Kultur wird durch Programme, Gesetze und Einrichtungen der Bundesregierung, zum Beispiel der CBC/Radio-Canada, dem NFB (National Film Board of Canada/Office national du film du Canada) und der CRTC (Canadian Radio-Television and Telecommunications Commission/Conseil de la radiodiffusion et des t√©l√©communications canadiennes) unterst√ľtzt.

Indigene Kultur

Die Kulturformen der weit √ľber 600 First Nations, wie die Indianer sich ganz √ľberwiegend selbst bezeichnen, sind nicht einheitlich. Innerhalb des Landes, zwischen Stadt und Land, zwischen den ethnischen Gruppen sind die Unterschiede denkbar gro√ü. Die verschiedenen Gruppen entwickelten eigene Identit√§ten und kulturelle Strukturen. Dabei lassen sich gro√üe Kulturareale unterscheiden. An der Pazifikk√ľste war die Kultur von Fischfang dominiert, vor allem vom Lachs, oder vom Walfang, wie bei den Nuu-chah-nulth auf Vancouver Island. Dort finden sich auch die gewaltigen Totempf√§hle, deren gr√∂√üter √ľber 50¬†m hoch ist. Im Binnenland dominierten Jagd, Sammeln und Flussfischerei. In den gro√üen Ebenen, den Plains, war die Bisonjagd von zentraler Bedeutung, in anderen der Elch. Durch die Verbreitung des Pferdes entwickelte sich nach 1700 ein Reiternomadismus. An den Gro√üen Seen hingegen dominierte eine agrarische Kultur mit Gro√üd√∂rfern.

Die nicht mit den Indianern verwandten Inuit im Norden des Landes, von denen man 2006 genau 50.485 z√§hlte, entwickelten eine √ľberwiegend von den arktischen Lebensumst√§nden gepr√§gte Kultur, die sich in vielerlei Hinsicht auf das ganze Kanada auswirkt. Ein Beispiel daf√ľr stellt das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver dar, ein Inuksuk, das aus aufeinander gestapelten Steinen besteht und eine menschliche Gestalt symbolisiert.

Die fr√ľhesten kommerziellen Erfolge feierten jedoch die bildenden K√ľnste der Inuit schon seit den sp√§ten 1940er Jahren. Serpentin- und Marmorskulpturen, Arbeiten in Knochen und Karibugeweih, aber auch Kunstgrafik, Wandbeh√§nge und -teppiche, Schmuck, Keramiken und Puppen standen dabei im Mittelpunkt. Ihre Motive und Materialien gingen auf die nat√ľrlichen Umgebungen und vorhandene Traditionen zur√ľck, wobei die erzwungene Sesshaftigkeit nun erheblich gr√∂√üere Werke zulie√ü. Zudem waren die rund 25 Gemeinden, deren Bewohner nicht mehr autark-nomadisch lebten, nun auf Geldeinnahmen angewiesen, zu denen ihnen der Kunsthandel verhalf.

Zu den bekanntesten Inuit-Autoren z√§hlen der ehemalige ‚ÄěCommissioner of Nunavut‚Äú Peter Irniq, der Schriftsteller, Dichter, Cartoonist und Fotograf Alootook Ipellie (1951‚Äď2007) und Zebedee Nungak (geb. 1951). Aus der Verbindung von Inuit-Musik und amerikanisch-kanadischer Popmusik formten die Inuit eine eigene Musik. Daneben bestehen weiterhin einfache Gesangsformen und der Kehlgesang (Throat singing). Die in Kanada erfolgreichste S√§ngerin ist die 1967 in Churchill geborene Susan Aglukark.

Die Erfolge der Inuit und die der US-amerikanischen Indianer inspirierten die indianischen K√ľnstler Kanadas, eigenst√§ndig an eine au√üerindianische √Ėffentlichkeit zu treten. Fr√ľh bekannt waren dabei die Masken und Totempf√§hle der Pazifikk√ľste, die noch heute eine wichtige Rolle im Selbstverst√§ndnis, aber auch auf dem Kunstmarkt spielen. √Ąhnlich wie die Literatur verfolgt die indianische Kunstszene aber nicht nur traditionelle Elemente, sondern verbindet sie mit euro-kanadischen Mitteln. Andere Indianerk√ľnstler produzieren losgel√∂st von diesen Traditionen in deren Genres und mit deren Mitteln. Dabei sind dennoch K√ľnstler mit einem spezifisch indianischen Weg, wie Norval Morrisseau, oder der Bildhauer und Schnitzk√ľnstler Bill Reid, der das Werk Charles Edenshaws fortf√ľhrte, erst seit den 60er-Jahren anerkannt worden. Meist stehen in der Literatur √∂kologische Probleme, Armut und Gewalt, entmenschte Technik oder Spiritualit√§t im Vordergrund. Dabei lassen sich die meisten ungern als ‚ÄěIndianerk√ľnstler‚Äú etikettieren.

Musik

Seit der Kolonisierung ab dem fr√ľhen 17. Jahrhundert brachten die Einwanderer, je nach ethnischer Zusammensetzung, verschiedene europ√§ische Musiktraditionen nach Kanada. Die Parallelentwicklung zur europ√§ischen Musik ist vom Barock √ľber die Klassik und Romantik bis hin zur Gegenwartsmusik nie abgerissen. Doch fehlten in der Neuen Welt lange die n√∂tigen Ressourcen, um gro√üe Auff√ľhrungen wie Opern in nennenswertem Umfang durchf√ľhren zu k√∂nnen. Erst die Anpassung von Texten, aber auch der Austausch von Elementen zwischen den Einwanderergruppen brachte kanadische Eigenheiten hervor, zu denen Einfl√ľsse aus den USA kamen.

John Braham war einer der ersten S√§nger, die im ganzen Land bekannt wurden (ab 1841), √§hnlich Jenny Lind. Zudem bestanden zahlreiche Kirchench√∂re und philharmonische Gesellschaften. Die ersten Gesellschaften dieser Art waren die New Union Singing Society aus Halifax (1809) und die Qu√©bec Harmonic Society (1820). Popul√§r waren Balladen, Tanzmusik und patriotische Hymnen. Deutsche brachten erstmals den Klavierbau nach Kanada (Thomas Heintzman), ihm folgte der Orgelbau (Joseph Casavant). 1903 organisierte C. A. E. Harriss den Cycle of Musical Festivals of the Dominion of Canada, an dem sich landesweit √ľber 4000 S√§nger und Musiker in 15 St√§dten beteiligten. Mit dem Ersten Weltkrieg und der danach anwachsenden Schallplattenindustrie war der H√∂hepunkt selbst gemachter Musik, aber auch der Operngesellschaften √ľberschritten. Dennoch entstanden vor und nach der Weltwirtschaftskrise Symphonieorchester, insbesondere in den drei gr√∂√üten St√§dten Montreal, Toronto und Vancouver. Sir Ernest MacMillan war der erste und einzige kanadische Musiker, der zum Ritter geschlagen wurde, und weitere S√§nger sangen auf den wichtigsten B√ľhnen.

Erst Feldforscher wie Marius Barbeau, W. Roy Mackenzie, Helen Creighton und zahlreiche andere entdeckten die Volksmusik und die Musik der Indigenen. Wenn man von kanadischer Musik sprach, so war es nun die Gesamtheit der Folkmusik, die man im Land antraf. Doch blieb die Musikausbildung konservativ, d.¬†h. stark angebunden an Gro√übritannien und Frankreich. Dennoch entstanden in den 1930er-Jahren Musikerverb√§nde, die nach dem Krieg die Suche nach kanadischer Identit√§t auch in der Musik st√§rkten. Auch wurde diese Musik vom Staat gef√∂rdert, Sammlungen traditioneller und indianischer Musik inspirierten die aufgeschlossenere Generation. Publikationen wie The Canadian Music Journal (1956‚Äď1962), Opera Canada (seit 1960) und The Canada Music Book (1970‚Äď1976) untermauerten diese Entwicklung. Die Abkopplung der kanadischen Musik von der ausl√§ndischen Avantgarde endete.

Kanadische Musiker beeinflussten die westliche Musik, wie etwa Rock- und Popmusik, in erheblichem Ausma√ü, wof√ľr Namen wie Bryan Adams, Paul Anka, Michael Bubl√©, Leonard Cohen, C√©line Dion, Nelly Furtado, Avril Lavigne, Joni Mitchell, Alanis Morissette, Shania Twain oder Justin Bieber stehen.

Bekannte Vertreter der Rockmusik sind Rush, Alannah Myles, Billy Talent, die Crash Test Dummies, Nickelback, Saga, Steppenwolf und Neil Young.

Zu den bedeutenden Jazzmusikern zählen Paul Bley, Maynard Ferguson, Diana Krall, Moe Koffman und Oscar Peterson.

Avril Lavigne, Sarah McLachlan, Sloan und weitere Musiker haben sich der Initiative Canadian Music Creators Coalition (CMCC) angeschlossen und k√ľndigten in einer Grundsatzerkl√§rung an, k√ľnftig wieder f√ľr sich selbst sprechen zu wollen. Prozesse und das Digital Rights Management (DRM), vor allem aber die staatliche F√∂rderung seien zu verbessern. Die CMCC forderte die Regierung auf, die K√ľnstler gegen die Vermarktungspolitik meist ausl√§ndischer und auf einen ausl√§ndischen Markt gerichteter Musikkonzerne zu unterst√ľtzen.

Immer noch von gro√üer Bedeutung ist die Country-Musik, die auch von zahlreichen Indianern gespielt wird. Die Canadian Country Music Association ehrt j√§hrlich die bedeutendsten K√ľnstler mit der Aufnahme in die Canadian Country Music Hall of Fame. Wichtige Interpreten sind bzw. waren etwa Wilf Carter, Hank Snow und Gordon Lightfoot.

Auf dem Gebiet der klassischen Musik ist der bekannteste Kanadier sicherlich Glenn Gould (1932‚Äď1982), der einer breiteren √Ėffentlichkeit als begnadeter Interpret vor allem der Werke Johann Sebastian Bachs bekannt ist. Ber√ľhmtheit erlangte der damals 22-J√§hrige im Jahr 1955 mit einer aufsehenerregenden Einspielung der Goldberg-Variationen. Seit 1987 vergibt eine nach dem Musiker benannte Stiftung den Glenn-Gould-Preis.

Auch die Symphonieorchester in Montreal und Toronto haben Weltruf, die Kammermusik hat einen erstklassigen Rang: Tafelmusik und das St. Lawrence String Quartet haben verschiedene Preise gewonnen. S√§nger wie Jon Vickers, Russell Braun und Michael Schade, der Fl√∂tist Robert Aitken sowie der Pianist Marc-Andr√© Hamelin und die Liedbegleiterin C√©line Dutilly sind bekannte Interpreten. Auch Werke der Komponisten R. Murray Schafer und Claude Vivier werden regelm√§√üig aufgef√ľhrt.

Film

Als erster Filmemacher gilt James Freer (1855‚Äď1933), ein Farmer, der ab 1897 Dokumentationen vorf√ľhrte. 1917 richtete die Provinz Ontario das Ontario Motion Picture Bureau ein, um Filme zu Unterrichtszwecken drehen zu lassen. Bereits im folgenden Jahr entstand das Canadian Government Motion Picture Bureau.

Auf Anraten von John Grierson, der als Vater des britischen und kanadischen Dokumentarfilms gilt, wurde 1939 der National Film Act verabschiedet, ein Gesetz, das es gestattete, Propagandafilme f√ľr Kriegszwecke zu drehen. 1950 wurde das Aufgabenspektrum des dazu gegr√ľndeten National Film Board of Canada beauftragt, Kanada den Kanadiern zu erkl√§ren, aber auch Nichtkanadiern. Mit der Canadian Film Development Corporation, aus der sp√§ter Telefilm Canada hervorging, f√∂rderte der Staat Filmproduktionen. Das f√ľr das Kulturerbe verantwortliche Department of Canadian Heritage stockte 2001 die Mittel f√ľr Telefilm Canada auf. Den gleichen Zielen dient die Auszeichnung mit dem Genie Award, die jedes Jahr f√ľr die besten kanadischen Filme erfolgt.

Kanada ist auch als Hollywood des Nordens bekannt. Wichtigste Produktionsstätten kanadischer und US-amerikanischer Filme sind heute Vancouver, gefolgt von Montreal und Toronto. Dabei ist Alliance Films das einst größte Medienunternehmen, heute nur noch ein Rechtehändler. Der französische Film ist innerhalb von Kanada häufig erfolgreicher als der englische, weil der Quebecer Filmmarkt von US-Produktionen kaum direkt erreicht wird.

Das kanadische Autorenkino gewinnt dank erfahrener Cineasten wie Atom Egoyan (der bei der Berlinale 2002 Präsident der Jury war), David Cronenberg, Denys Arcand und Léa Pool, aber auch durch junge Filmemacher wie Jean-François Pouliot, Denis Villeneuve, Don McKellar, Keith Behrman und Guy Maddin immer mehr an Bedeutung.

Filmregisseure wie Jean-Claude Lauzon (‚ÄěNight Zoo‚Äú (1987), L√©olo (1992)) und Denys Arcand (unter anderem ‚ÄěDer Untergang des amerikanischen Imperiums‚Äú (1986), ‚ÄěJesus von Montreal‚Äú (1989) und ‚ÄěJoyeux Calvaire‚Äú (1996), ‚ÄěDie Invasion der Barbaren‚Äú (2003)) haben dem kanadischen Film zu internationaler Geltung verholfen.

Bekannte kanadische Schauspieler sind: Mary Pickford, Glenn Ford, Lorne Greene, Raymond Massey, Walter Huston, Jack Carson, Raymond Burr, Christopher Plummer, Donald Sutherland, Kiefer Sutherland, Geneviève Bujold, Keanu Reeves, Dan Aykroyd, Pamela Anderson, Hayden Christensen, Leslie Nielsen, John Candy, Jim Carrey, Michael J. Fox, Mike Myers, William Shatner, Bruce Greenwood, Ryan Gosling, Ryan Reynolds, Carrie-Anne Moss und Sandra Oh. Wie man durch diese Aufzählung erkennen kann, sind viele kanadische Schauspieler häufig in Hollywood-Produktionen tätig und genießen internationales Ansehen.

Theater

Das kanadische Theater, das aus einer starken m√ľndlichen Tradition hervorgeht, hat nicht nur weltweit bekannte Regisseure wie Robert Lepage oder Denis Marleau hervorgebracht, sondern auch eine gro√üe Anzahl von Theaterautoren, die in verschiedene Sprachen ‚Äď unter anderem auch ins Deutsche ‚Äď √ľbersetzt werden. So sind in j√ľngster Zeit zum Beispiel Texte von Michel Marc Bouchard, Daniel Danis, Michel Tremblay, George F. Walker, David Young und Colleen Wagner von deutschen Ensembles aufgef√ľhrt worden.

Literatur

Die kanadische Literatur ist anfangs dadurch gekennzeichnet, dass sie h√§ufig von Autoren stammt, die entsprechend ihrer ethnischen Herkunft bestimmte Erwartungen an das Land herantrugen. Daher erscheint das Land oft als abweisend mit Blick auf seine Natur, als kulturelle W√ľste, die von au√üen belebt wird, und als Rohstoff f√ľr Karriere und Investitionen. Dabei spielten auch Erwartungen und Stereotype des Publikums von der Wildnis, unvorstellbarer Weite, von der Einf√ľhrung der Zivilisation vor allem durch Europ√§er eine gro√üe Rolle. Doch √ľberwiegt inzwischen der Drang, die eigene Kultur, die sich entwickelt hat, in ihrem Reichtum zu erfassen, ohne die Wurzeln abzuschneiden.

W√§hrend des 19. Jahrhunderts drangen indigene (igloo) und lokale Wortsch√∂pfungen (moose) in die Literatur ein, aber auch franz√∂sische (gopher) in die englische und umgekehrt. Dennoch wird die englische Sprache im ganzen Land verstanden und von √ľbergreifenden Sprachstandards dominiert. In der franz√∂sischen Literatur kommt als weiteres Element eine starke Anbindung an Frankreich und seinen Lebensstil hinzu, woraus sich eine Skepsis gegen√ľber dem als britisch aufgefassten Rest-Kanada partiell erkl√§rt.

Ein hervorstechendes Merkmal kanadischer Literatur ist der Humor, der allerdings eher untergr√ľndig, zuweilen schwarz, und oft als Understatement eingesetzt wird. Dabei spielen regionale Traditionen des Erz√§hlens und des Anekdotischen eine wichtige Rolle, weniger die Themenwahl ‚Äď es sei denn, es handelt sich um lokale Besonderheiten oder Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen. Zu den h√§ufig anzutreffenden Motiven z√§hlt die ‚Äěgarrison mentality‚Äú (Bunkermentalit√§t), die Entfremdung von der Heimat, in die man zur√ľckkehrt, die Fremdheit im eigenen Land oder der spezifischen Kultur, aber auch das Zelebrieren der Wildnis, die f√ľr spirituelle Gesundung sorgt.

Kanadier sind besonders ausgepr√§gt an der Geschichte ihrer Vorfahren interessiert, und so existiert eine gro√üe Zahl von biographischen Versuchen zu den historisch bedeutsamen M√§nnern und Frauen. Doch auch dort sind Klischees fast unausweichlich. So gilt das katholische Qu√©bec als mysteri√∂s, Ontario als zwischen moralischer Klarheit und Lavieren hin- und hergerissen, die Pr√§rien als isolierend und besitzergreifend, die Westk√ľste als Projektionsfl√§che f√ľr Hoffnungen und Erwartungen, die man selbst entlarven muss. Dabei steht das Landleben √ľberproportional im Vordergrund, w√§hrend die St√§dte lange beinahe ignoriert wurden. Dagegen waren Autoren wie Frances Brooke (1724‚Äď1789), Susanna Moodie (1803‚Äď1885), Sara Jeannette Duncan (1861‚Äď1922) und Nellie McClung (1873‚Äď1951) die Analytikerinnen des politischen Lebens, das sich in den St√§dten ballt.

Ein Gegensatz besteht zwischen der Wahrnehmung Europas und der des Nachbarn USA. Europa gilt als Hort der Verfeinerung, aber auch der extremen Regionalisierung, der Nachbar als Land der sozialen Härte und der Fixierung auf ökonomischen Erfolg.

Historisch gesehen flossen vor allem franz√∂sische, englische und irische Stile zusammen, die in ihren Heimatl√§ndern en vogue waren. Doch schon in den Reiseberichten entwickelte sich ein kanadisch gepr√§gtes Genre, wie bei Samuel Hearne (1745‚Äď1792), Alexander MacKenzie, David Thompson, Catharine Parr Traill (1802‚Äď1899) oder Anna Jameson (1794‚Äď1860), wobei das Spektrum vom romantisierenden Abenteuerbericht (John R. Jewitt, 1783‚Äď1821) bis zur pr√§zisen Analyse reicht (Susanna Moodie: Roughing It in The Bush, oder Forest Life in Canada, 1852). Mit der Konf√∂deration (1867) stellte sich die Frage nach der nationalen Kultur. Ab Ende des 19. Jahrhunderts dominierten vier Figuren die literarische Szene: Duncan Campbell Scott (1862‚Äď1947), Charles G. D. Roberts (1860‚Äď1943), Archibald Lampman (1861‚Äď1899) und Bliss Carman (1861‚Äď1929), die auch als Confederation Poets (oder auch ‚ÄěConfederation Group‚Äú) bekannt waren.

Der Erste Weltkrieg brachte die Au√üenwelt wieder st√§rker in den Blick, und zugleich sch√§rfte die Einwanderung die Aufmerksamkeit auf die zahlreichen Kulturen, auch die der Indianer, die nun selbst begannen, sich auszudr√ľcken. Die Malerin und Autorin Emily Carr (1871‚Äď1945) war hier f√ľr den Westen von gr√∂√üter Bedeutung, wenn sie auch in British Columbia lange auf Ablehnung stie√ü. Die Weltwirtschaftskrise brachte eine zunehmende Besch√§ftigung mit sozialen Problemen mit sich, der Zweite Weltkrieg wiederum zwang zur Besch√§ftigung mit Fragen der Macht, der Not, des Todes und wiederum der Heimkehr. Nach dem Krieg unterwarf Merrill Denison (1893‚Äď1975) den √ľbertriebenen Nationalismus einer satirischen Betrachtung, und auch Autoren der Linken kritisierten den politischen und wirtschaftlichen Weg und die zunehmende Dominanz der USA. Zugleich machten sich in Qu√©bec antiklerikale Autoren deutlicher bemerkbar. Unter dem √∂ffentlichen Optimismus der 1950er und 1960er Jahre entdeckten Malcolm Lowry (1909‚Äď1957) (Under the Volcano, 1947) und Ethel Wilson (1888‚Äď1980) (Swamp Angel, 1954) Alkoholprobleme und die Enge des Frauenlebens in dieser Zeit.

Materielle Unterst√ľtzung und ein gr√∂√üeres Publikum sorgten in den 60er-Jahren f√ľr ein Anwachsen des literarischen Marktes, Zeitschriften wie Canadian Literature und Journal of Canadian Studies erschienen, dazu kamen Paperbackausgaben, die erschwinglicher waren. Nischenm√§rkte entstanden, deren Publikum dennoch Autoren ern√§hren konnte. Sowohl die einzelnen Kulturen, als auch Frauen meldeten sich verst√§rkt zu Wort, wie etwa Margaret Atwood.

Nach etwa 1985 wurden staatliche Mittel in einer konservativeren Phase zur√ľckgefahren. Verlage wie Coach House Press, Deneau, Williams-Wallace mussten schlie√üen. Zudem lie√ü Kanada st√§rkere ausl√§ndische Konkurrenz zu, vor allem aus den USA. Autoren wie Timothy Findley (1930‚Äď2002) versuchten sich gegen Restriktionen zu wehren, indianische Literatur fand Vertreter in Eden Robinson (Haisla, geb. 1968), Jeannette C. Armstrong (Okanagan), die das Schulsystem kritisierte, der Satiriker Thomas King (Cherokee, geb. 1948) oder der Dramatiker Tomson Highway (Cree, geb. 1943). Daneben traten eher poetische Autoren, wie Wayne Keon Turner (Ojibway, geb. 1976), Rita Joe (Mi'kmaq), Marilyn Dumont (M√©tis, geb. 1955) oder Alootook Ipellie (Inuit, 1951‚Äď2007).

Seit den 70er Jahren hat sich das Interesse an kanadischer Literatur verstetigt. So sind Autoren wie Leonard Cohen, Pierre Valli√®res, Margaret Atwood, Michel Tremblay und Michael Ondaatje auch au√üerhalb der Landesgrenzen bekannt. Zugleich entstand ein riesiger Markt f√ľr popul√§re Literatur innerhalb des Landes, wie die von Joy Fielding oder Douglas Coupland (Generation X).

2013 erhielt Alice Munro den Nobelpreis f√ľr Literatur als ‚ÄěVirtuosin der zeitgen√∂ssischen Kurzgeschichte‚Äú.

Bildende Kunst und Architektur

Wie in den meisten K√ľnsten, so ignorierten die ersten Zuwanderer aus Europa weitgehend die Kunst der Ureinwohner. Sie brachten schon in ihren ersten Wohngeb√§uden und befestigten Hofanlagen sowie naturgem√§√ü im Festungsbau (zum Beispiel Louisbourg) und in Stadtanlagen europ√§ische Traditionen mit. Auch die D√∂rfer des frankophonen Kanada lagern sich wie in Frankreich um die Kirche, wobei die Missionskirchen und die Kirchen von Qu√©bec meist als Vorbilder dienten. Als Material herrschten Stein und Holz vor, Ziegel sind selten. √Ąhnlich wie in der Bildhauerei kamen die in Frankreich und England vorherrschenden Stile jedoch, bedingt durch die Kommunikationsverh√§ltnisse, mit deutlicher Versp√§tung an. Das galt auch f√ľr die √úbernahme der Klassik, nachdem die Briten Kanada erobert hatten.

Dennoch nahm die Malerei zwangsl√§ufig die Ureinwohner auf, denn sie sollten f√ľr die Berichterstattung bei Hof dargestellt werden. Sie waren zum Teil von gro√üer Genauigkeit, wie die Indianer- und Inuit-Portr√§ts von John White (etwa 1540 bis etwa 1593), oder die Zeichnungen von Louis Nicolas (Codex canadiensis). Ende des 18. Jahrhunderts brachten Briten und die aus den USA geflohenen Loyalisten neue Einfl√ľsse, die sich vor allem in den neuen Siedlungen, wie Toronto, dominierend bemerkbar machten. Es kam sogar zu einem Goldenen Zeitalter der Qu√©becer Malerei, wobei der Stil europ√§isch blieb, doch die Motive wurden kanadischer. Der Schweizer Peter Rindisbacher dokumentierte etwa seine Reise durch die Hudson Bay in die Red-River-Kolonie, Paul Kane reiste durch den halben Kontinent.

In der Architektur bevorzugte man neo-klassische und neo-gotische Motive, wie in Europa, doch erhielt der britische Einfluss immer mehr √úbergewicht. Mit dem repr√§sentativen Ausbau Ottawas und jeder Provinzhauptstadt versuchte man eine spezifisch kanadische Tradition auszudr√ľcken. Zwischen 1873 und 1914 herrschten historisierende Stile vor, wobei sich die mitgebrachten Stile anderer europ√§ischer V√∂lker, wie der Italiener bemerkbar machten. Mit der Industrialisierung drangen neue Bautypen, wie Stahlbr√ľcken oder Bahnh√∂fe vor, neue Materialien, vor allem Metalle dominierten. Dazu kamen Glas und schlie√ülich Beton. James Wilson Morrice gilt als Vater des Modernismus in der Malerei. In der Skulptur herrschten historische Monumente auf Pl√§tzen vor, vor allem Kriegsdenkm√§ler nach dem Ersten Weltkrieg. Doch weiterhin herrschte hierin Europa vor, bis hin zum Art d√©co.

Die Group of Seven versuchte eine kanadische Malerei zu entwickeln; sie bezog ihre Inspiration aus der Landschaft. Als eine der ersten nahm Emily Carr dabei nicht nur die spezifische Landschaft des Westens auf, sondern auch die grandiose Kunst der Indianer der Pazifikk√ľste.

John Lyman gr√ľndete 1939 die Contemporary Arts Society, und √ľber Quebec kamen kubistische Einfl√ľsse, dort entstand die Gruppe der Automatistes. Gegen sie und den Surrealismus entstanden die Plasticiens, allen voran Guido Molinari und Claude Tousignant, Struktur- und Farbfragen traten st√§rker in den Vordergrund. √Ąhnlich in Toronto, wo sich Jack Bush und Harold Town gegen den abstrakten Expressionismus wandten. Dabei versuchten diese Gruppen sich zugleich gegen den Einfluss der USA abzusetzen. √Ąhnliches galt f√ľr Bildhauer wie Robert Murray oder Armand Vaillancourt. Hingegen unterscheidet sich die Architektur kaum von der internationalen. Der Fotograf Yousuf Karsh geh√∂rte zu den bedeutendsten Portr√§tfotografen des 20. Jahrhunderts.

In der Bildenden Kunst hat sich Kanada in Europa durch innovative K√ľnstler einen Namen gemacht. Jeff Wall, Rodney Graham, Ken Lum, Ian Wallace und Genevi√®ve Cadieux haben fotografische Techniken auf neuartige Weise f√ľr sich genutzt; Louis-Philippe Demers verwendet in seinen k√ľnstlerischen Arbeiten die neuen Technologien, und Jana Sterbak hat au√üergew√∂hnliche konzeptuelle Environments geschaffen.

Speisen und Getränke

Die Produktion von Nahrungsmitteln h√§ngt stark von den nat√ľrlichen Bedingungen ab. Daher weisen die Regionalk√ľchen, wie etwa die der K√ľstens√§ume und der Graslandschaften der Pr√§rieprovinzen, entsprechende Schwerpunkte auf. W√§hrend etwa an der Atlantikk√ľste der Fang von Hummern, genauer von Hummerartigen (Lobster) einen wichtigen Wirtschaftszweig darstellt, war es an der Westk√ľste der von Wildlachs; letzter wurde allerdings von Lachszuchten fast vollst√§ndig verdr√§ngt, so dass einige Lachsarten, die noch vor wenigen Jahren in riesigen Laichz√ľgen zu bewundern waren, inzwischen zu den bedrohten Tierarten gerechnet werden m√ľssen.

Neben dem Umgang mit den nat√ľrlichen Ressourcen spielen aber auch kulturelle Unterschiede eine betr√§chtliche Rolle. Der franz√∂sische Einfluss in Qu√©bec ist nicht zu √ľbersehen, es gibt zahlreiche Restaurants mit der entsprechenden K√ľche. Die Pr√§rieprovinzen sind hierin sehr stark vom mittleren Westen der USA beeinflusst, w√§hrend sich im √§u√üersten Westen ein starker britischer Einfluss bemerkbar macht, wo der englische Tee im Alltag immer noch seinen Platz hat.

Im S√ľden Kanadas, vor allem auf der Niagara-Halbinsel und im Okanagan-Gebiet sowie im S√ľdosten von Vancouver Island in British Columbia wird Wein angebaut. Der √ľber 200 Jahre alte Weinanbau nahm einen neuen Aufschwung, da ab 1974 erstmals neue Weinbaulizenzen ausgegeben wurden, und weil die Weinbauverb√§nde (Vintners Quality Alliance) auf h√∂here Qualit√§ten dr√§ngten. Kanadische Weine tragen etwa die H√§lfte zum Gesamtkonsum des Landes bei, wobei bis 2006 Vincor International und Andres Wines dominierten. Vincor wurde allerdings vom US-Weinproduzenten Constellation Brands aufgekauft.

Spirituosen k√∂nnen nur in besonderen Gesch√§ften oder in Restaurants gekauft werden, die die Bezeichnung Licensed Premises tragen. Viele Restaurants gestatten ihren G√§sten, eigenen Wein, Bier oder Ahornsirup mitzubringen. Das Mindestalter f√ľr den Alkoholkauf liegt zwischen 18 und 19 Jahren.

Die bei weitem vorherrschende Kaffee- und Fast-Food-Kette ist Tim Hortons, ein Unternehmen, das 1964 in Hamilton gegr√ľndet wurde und 2008 65.000 Mitarbeiter hatte. Das Unternehmen unterhielt Ende 2008 (Anfang 2008) nach eigenen Angaben 3437 (3257) Restaurants, davon 2917 (2857) in Kanada und 520 (406) in den USA. Der sch√§rfste Konkurrent beim Fast Food ist McDonald‚Äôs mit 1375 Restaurants beziehungsweise im Kaffeesektor das US-Unternehmen Starbucks.

Sport

Der Sport in Kanada ist vielf√§ltig und umfasst zahlreiche Winter- und Sommersportarten. Als Nationalsportart seit 1859 offiziell anerkannt war bis 1994 nur das auf indianische Wurzeln zur√ľckgehende Lacrosse. Es gilt seit 1994 als nationale Sommersportart. Seit 1994 ist Eishockey die nationale Wintersportart. Kanada gilt nicht nur als Mutterland des Eishockeys, sondern geh√∂rt auch zu den weltweit erfolgreichsten L√§ndern. Sieben kanadische Mannschaften sind in der NHL, der bedeutendsten Profiliga der Welt, vertreten. Auch im Lacrosse ist Kanada √ľberaus erfolgreich und besiegte beim World Lacrosse Championship von 2006 in London die USA.

Die bei Zuschauern beliebteste Sportart im Sommer ist neben Lacrosse Canadian Football, das gro√üe √Ąhnlichkeiten mit dem American Football aufweist. Das Meisterschaftsendspiel, der Grey Cup, weist bei im Fernsehen √ľbertragenen Sportereignissen die h√∂chste Einschaltquote auf. Ebenfalls auf Interesse sto√üen Baseball, Basketball, Cricket, Curling, Fu√üball, Rugby Union und Softball. Die am h√§ufigsten ausge√ľbten Einzelsportarten sind Eislaufen, Golf, Leichtathletik, Ringen, Schwimmen, Skateboarden, Skifahren, Snowboarden und Tennis. Da das Land √ľberwiegend ein k√ľhles Klima besitzt, sind die Erfolge bei Wintersportarten tendenziell zahlreicher als bei Sommersportarten.

Kanada war Gastgeber zahlreicher internationaler Sportveranstaltungen, darunter die Olympischen Sommerspiele 1976 in Montreal und die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary. Die Olympischen Winterspiele 2010 wurden in Vancouver ausgerichtet. Zudem waren kanadische Städte Ausrichter von vier Commonwealth Games und zahlreichen Weltmeisterschaften.

Feiertage

Dar√ľber hinaus gibt es bewegliche Feiertage, wie z.¬†B. den Tag der Familie oder den Louis Riel Day.

Siehe auch

  • Frankfurter Buchmesse: Kanada wird 2020 das ‚ÄěGastland‚Äú der Messe sein, was einen gewissen, aktuellen H√∂hepunkt der Beziehungen zwischen dem Land und den drei deutschsprachigen L√§ndern bilden wird

Literatur

  • Robert Bothwell: The Penguin history of Canada. Penguin Canada, Toronto 2006, ISBN 0-670-06553-6.¬†
  • Albrecht Iwersen, Susanne Iwersen-Sioltsidis: Kanada. Beck, M√ľnchen 1998, ISBN 3-406-39869-3.¬†
  • Karl Lenz: Kanada: Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-13841-4.¬†
  • Udo Sautter: Geschichte Kanadas. Beck, M√ľnchen 2007, ISBN 978-3-406-44737-2.¬†
  • Robert Weaver, William Toye: The Oxford Anthology of Canadian Literature. Oxford University Press, Toronto, Kanada 1981, ISBN 0-19-540376-2.¬†
  • Lori G. Beaman: Religion and Canadian Society. Traditions, Transitions, and Innovations. Canadian Scholars‚Äô Press, Toronto 2006 ISBN 1-55130-306-X
  • Ursula Lehmkuhl Hg.: L√§nderbericht Kanada. Schriftenreihe der BpB, 10200. Bundeszentrale f√ľr politische Bildung BpB, Bonn am Rhein 2018 (568 S.)
  • Heide, Markus und Claudia Kotte. Kanadischer Film: Geschichte, Themen, Tendenzen. Konstanz: Universit√§tsverlag Konstanz, 2006. ISBN 3-89669-604-1.

Weblinks

  • Offizielle Website von Kanada (englisch/franz√∂sisch)
  • Topographie Kanadas ‚Äď amtliche Pl√§ne und Karten (Portal) (englisch/franz√∂sisch)
  • Earth Sciences Sector (ESS) der Natural Resources Canada (NRCan), geomatische Daten
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Kanada, im Juli 2018 6440 Titel zu Kanada, GIGA, Leibniz-Institut f√ľr globale und regionale Studien
  • Suchmaske im OPAC der SUB G√∂ttingen, deutschsprachige Schwerpunktbibliothek f√ľr Canadiana (Juli 2018: ca. 12000 Titel)
  • Statistiken zu Kanada (englisch/franz√∂sisch)
  • Kanada (englisch, franz√∂sisch) In: The Canadian Encyclopedia.
  • L√§nderprofil des Statistischen Bundesamtes

Einzelnachweise


 

Region Regionen (13)

Bezeichnung der Regionen: Provinz,Territorium
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Alberta 60.000062 48.996667 -120.000522 -109.999855  
British Columbia 60.000149 48.224556 -139.05707 -114.054221  
Manitoba 60 48.993 -102.002 -88.947  
New Brunswick 48.075 44.614 -69.064 -63.771  
Newfoundland and Labrador 60.377744 45.7675001 -67.8216849 -51.9999959  
Northwest Territories 79.572773 59.999954 -136.498167 -101.999999  
Nova Scotia 47.69405 40.451472 -67.7425278 -57.9999979  
Nunavut 83.6381 51.6274319 -121.049249 -59.999977  
Ontario 56.861 41.669 -95.161 -74.348  
Prince Edward Island 47.067 45.951 -64.417 -61.977  
Qu√©bec 62.600852 44.9913581 -79.7794738 -57.1054859  
Saskatchewan 60 48.993 -110 -101.364  
Yukon Territory 70.500203 59.996889 -141.00187 -123.800918  
 

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Flagge: Canada

Name englisch: Canada
Hauptstadt: Ottawa
Kfz: CDN
ISO: CA
ISO3: CAN
Fläche: 9984670 km²
Tld: .ca
Wärung Einheit: CAD
Währung: Dollar
Vorwahl: 1

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 83.115061
südlichster Punkt: 41.676556
westlichster Punkt: -141.00187
östlichster Punkt: -52.620402


 
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