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Region Informationen Region: Aostatal

Informationen:
Wikipedia.
Die Region Aostatal ist als einzige in Italien nicht in Provinzen, für die es zweibuchstabige Abkürzungen gibt, eingeteilt. Die Regionen haben Nummern (hier 32), als Abkürzung wird hier "AO" benutzt.

Das Aostatal (italienisch Valle d’Aosta, französisch VallĂ©e d’Aoste; frankoprovenzalisch Val d’OĂ»ta; walserdeutsch Augschtalann oder Ougstalland; deutsch veraltet Augsttal) ist eine autonome Region mit Sonderstatut in Italien. Die Region, amtlich Regione Autonoma Valle d’Aosta – RĂ©gion Autonome VallĂ©e d’Aoste, hat eine FlĂ€che von 3262 kmÂČ und 125.501 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019). Sie ist somit die kleinste Region Italiens, sowohl flĂ€chen- als auch bevölkerungsmĂ€ĂŸig. Die Hauptstadt ist Aosta (französisch Aoste).

Geographie

Das Aostatal grenzt nördlich an die Schweiz (Kanton Wallis), westlich an Frankreich (DĂ©partemente Haute-Savoie und Savoie), sĂŒdlich und östlich an die Region Piemont (Metropolitanstadt Turin, Provinzen Biella und Vercelli).

Die Region besteht aus dem Tal der Dora Baltea (französisch Doire BaltĂ©e), eines Nebenflusses des Po, und mehreren NebentĂ€lern in den Alpen. Der bedeutende Zufluss der Dora Baltea ist der Buthier. Große SeitentĂ€ler sind im Norden das Ferret-Tal das Valpelline-Tal, das Valtournenche, das Ayas-Tal und das Lystal (auch Gressoney-Tal), und im SĂŒden das Val VĂ©ny, das Tal von La Thuile, das Valgrisenche-Tal, das RhĂȘmes-Tal, das Valsavarenche-Tal und das Cogne-Tal.

An der Westgrenze des Tales liegt der Mont Blanc, der höchste Gipfel der Alpen, an der Nordgrenze der Monte Rosa (frz. Mont Rose). Das Gebiet umfasst den nördlichen Teil des Nationalparks Gran Paradiso, einen Regionalpark (italienisch Parco Naturale del Mont-Avic, französisch Parc naturel du Mont-Avic) und mehrere kleinere Naturschutzgebiete sowie Skigebiete.

Unionen Aostataler Gemeinden

Das Aostatal ist nicht in Provinzen unterteilt. Alle provinzialen Kompetenzen sind an die Region ĂŒbergegangen. Allerdings sind die 74 Gemeinden – mit der Ausnahme Aostas – in acht Unionen Aostataler Gemeinden (französisch UnitĂ©s des Communes ValdĂŽtaines) organisiert, welche die frĂŒheren Berggemeinschaften (italienisch ComunitĂ  montane, französisch CommunautĂ©s de montagne) abgelöst haben.

Gemeinden

Die Gemeindenamen wurden wĂ€hrend des Faschismus italianisiert, nach dem Zweiten Weltkrieg aber in ihrer französischen Fassung wiederhergestellt. Die italienischen Übersetzungen sind, anders als in SĂŒdtirol, abgeschafft worden. Nur die Hauptstadt trĂ€gt neben einem französischen zusĂ€tzlich einen italienischen Ortsnamen.

Nachstehend sind die grĂ¶ĂŸten Gemeinden (> 2000 Einwohner) aufgelistet (Stand: 31. Dezember 2007):

Geschichte

UrsprĂŒnglich von den keltischen Salassern bewohnt, wurde die Region ab dem 2. Jahrhundert vor Christus teilweise und im Jahr 25 vor Christus endgĂŒltig von den Römern erobert, die das Volk der Salasser durch Deportation und Versklavung auslöschten.

Die Römer grĂŒndeten die Kolonie Augusta Praetoria, das heutige Aosta, am Fusse der Passwege ĂŒber den Kleinen und den Grossen St. Bernhard.

Burgunder, Ostgoten, Langobarden und Franken ergriffen sukzessive von dem Gebiet Besitz. Seit dem 11. Jahrhundert und bis 1946 gehörte das Aostatal zum Herrschaftsgebiet des Hauses Savoyen. Nur fĂŒr kurze Zeit fiel es unter französische Herrschaft (1691; 1704–1706, wĂ€hrend des Spanischen Erbfolgekrieges; 1796–1814 Anschluss durch Napoleon). Als Teil der Region Savoyen war es aber französisch- und frankoprovenzalischsprachig.

Im Jahre 1861 wurde das Aostatal Teil des Italienischen Königreiches und der Provinz Turin zugeschlagen. Das restliche Savoyen trat Italien an Frankreich ab.

Seit dem zweitgeborenen Sohn des ersten italienischen Königs Viktor Emanuel II., Amedeo, 1870–1873 König von Spanien, der Titel eines Duca di Aosta (Herzog von Aosta) verliehen wurde, fĂŒhrte diese Linie des Königshauses (bis 1946) den Titel fort.

WÀhrend des Faschismus wurde die Italianisierung massiv vorangetrieben. Französisch wurde verboten und eine massive Immigration von Italienern gefördert. 1927 wurde das Aostatal von Turin getrennt und zur Provinz erklÀrt.

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges war das Aostatal eines der wichtigsten Zentren des italienischen Widerstandes (Resistenza) und wurde dafĂŒr mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die kleine Region mit einem Sonderstatut versehen, um den annexionistischen Bestrebungen Frankreichs entgegenzusteuern und dem Wunsch der Valdostaner nach Autonomie zu entsprechen. Erster PrÀsident wurde der Historiker Federico Chabod.

Bevölkerung und Sprachen

Das Aostatal ist offiziell eine mehrsprachige Region.

Amtssprachen sind Italienisch und Französisch, die offiziell gleichgestellt sind. Sogar in der italienischen Verfassung ist die doppelsprachige Version Valle d’Aosta/VallĂ©e d’Aoste verankert. Alle öffentlichen Ämter richten sich nach der Zweisprachigkeit. In der Schule haben Italienisch und Französisch denselben Stellenwert. So mĂŒssen Abiturienten aus dem Aostatal sowohl eine Italienisch- als auch eine FranzösischprĂŒfung ablegen.

Aus einer Umfrage der Stiftung Émile Chanoux ergab sich jedoch, dass Italienisch fĂŒr die weitaus meisten Valdostaner Muttersprache ist und nur noch ein Teil der Bevölkerung die traditionelle Volkssprache, einen frankoprovenzalischen Dialekt (Patois), als erste Sprache betrachtet.

Immerhin haben beinahe 80 % der Einwohner des Aostatals aufgrund der Schulbildung Kenntnisse im Französischen, Frankoprovenzalisch beherrschen annĂ€hernd 70 % der BĂŒrger.

In den Ortschaften Gressoney-la-TrinitĂ©, Gressoney-Saint-Jean und Issime wird namentlich von der Ă€lteren Bevölkerung eine deutsche Mundart gesprochen. Das regionale Statut sieht den Schutz der kulturellen und sprachlichen Minderheit ausdrĂŒcklich vor und gewĂ€hrleistet den muttersprachlichen Unterricht.

Das Walserdeutsche wird auch in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola und in der Provinz Vercelli gesprochen. Die Anzahl der Sprecher wird auf 1.000 geschÀtzt.

Autonomie und Politik

Aufgrund des Sonderstatuts von 1948 ist das Aostatal eine autonome Region. Der Regionalrat ĂŒbt die betrĂ€chtlichen Gesetzgebungsbefugnisse aus. Er besteht aus 35 RegionalrĂ€ten. DarĂŒber hinaus gibt es einen Regionalausschuss, dem der PrĂ€sident der Region vorsteht.

In Sachen Finanzen stehen dem Aostatal 90 % der eingetriebenen Steuern zu. Das heißt, die Region hat pro Jahr und Einwohner ca. 12.000 € zur VerfĂŒgung.

Im römischen Parlament ist das Aostatal durch einen Senator und einen Abgeordneten vertreten, die gemĂ€ĂŸ dem Mehrheitswahlrecht gewĂ€hlt werden. WĂ€hrend alle anderen Regionen bei der Versammlung zur Wahl des StaatsprĂ€sidenten drei Vertreter entsenden, ist das Aostatal wegen seiner geringen GrĂ¶ĂŸe aber nur durch einen Deputierten vertreten.

Die politische BĂŒhne wird von der autonomistischen Bewegung Union ValdĂŽtaine dominiert. Bei den Parlamentswahlen 2013 konnte sie ihren Kandidaten Albert LaniĂšce an der Spitze der Liste VallĂ©e d'Aoste fĂŒr den italienischen Senat durchsetzen. In der Abgeordnetenkammer wird die Region vom Kandidaten der Stella Alpina Rudi Marguerettaz vertreten. In der Region regiert die Union ValdĂŽtaine, die auch den RegionalprĂ€sidenten stellt, zusammen mit der Stella Alpina.

Durch das Regionalgesetz 6/2006 vom 16. MĂ€rz 2006 wurde das Lied Montagnes valdĂŽtaines zur Hymne des Aostatals erkoren. Die Melodie stammt von Alfred Roland und hatte ursprĂŒnglich den Titel „Tyrolienne des PyrĂ©nĂ©es“.

Wirtschaft

Die Landwirtschaft spielt im Aostatal eine wichtige Rolle. Aus dem Bergtal stammt der als geschĂŒtzte Marke eingetragene KĂ€se Fontina. ZusĂ€tzlich ist die Denomination Valle d’Aosta ein bekanntes italienisches Weinbaugebiet.

Der bedeutendste Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Bekannt sind die Wintersportorte Courmayeur und Breuil-Cervinia, das eine Skischaukel mit dem schweizerischen Zermatt verbindet.

Traditionell gehört das Aostatal zu den wohlhabendsten Regionen Italiens. Die Gemeinde Ayas ist die reichste im gesamten Staat, das Durchschnittseinkommen pro Steuerzahler liegt hier bei 66.408 Euro.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreicht die Region einen Index von 122 (EU-28:100) (2015). Im Jahr 2017 lag die Arbeitslosenquote bei 7,8 %.

Infrastruktur

Die von Turin kommende italienische Autobahn A5 durchlĂ€uft das gesamte Aostatal und ist ĂŒber den Mont-Blanc-Tunnel an das französische Autobahnnetz (A40) angebunden.

Über den Alpenpass Kleiner Sankt Bernhard besteht eine Verbindung zum französischen Ort Bourg-Saint-Maurice. Der Alpenpass Grosser St. Bernhard mit dem 1964 eröffneten Grossen-St.-Bernhard-Tunnel verbindet den Ort Martigny in der Schweiz mit der Stadt Aosta.

Außerdem wird das Aostatal durch eine Eisenbahnstrecke von Chivasso ĂŒber Aosta nach PrĂ©-Saint-Didier erschlossen.

Der Flughafen Aosta ist der Regionalflughafen des Tales.

SehenswĂŒrdigkeiten

Das Aostatal ist mit den Orten Bard und Étroubles in der Liste der Vereinigung I borghi piĂč belli d’Italia (die schönsten Orte Italiens) vertreten.

In Aosta und andern Gemeinden sind Monumente aus der römischen Zeit erhalten geblieben. Aus dem Mittelalter stammen mehrere große Burgen, und am Unterlauf der Dora Baltea steht auf einem mĂ€chtigen Felsmassiv die neuzeitliche Festung von Bard.

Der Nationalpark Gran Paradiso wurde 1922 als erster Nationalpark in Italien eingerichtet.

Siehe auch

  • Euroregion Alpi-Mediterraneo/Alpes-MĂ©diterranĂ©e

Weblinks

  • Literatur zum Aostatal im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Alexis BĂ©temps: Aostatal. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise


 

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auch: Valle d'Aosta (ital.), Vallée d'Aoste (franz.), Valle d'Aosta, Aosta Valley, Val d'Aoste, Vallée d'Aoste
Wappen/Flagge: Aostatal

ISO 3166-2: IT-32
Bezeichnung der Region: Region

Fläche ca.: 3310.80 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 45.987877
südlichster Punkt: 45.46711
westlichster Punkt: 6.80086
östlichster Punkt: 7.939906

 
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