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Staat Informationen : Tadschikistan

Informationen:


Tadschikistan [taňądÕú íiňźk…™sta[ňź]n] (tadschikisch –Ę–ĺ“∑–ł–ļ–ł—Ā—ā–ĺ–Ĺ Todschikiston, amtlich Republik Tadschikistan, tadschikisch “∂—É–ľ“≥—É—Ä–ł–ł –Ę–ĺ“∑–ł–ļ–ł—Ā—ā–ĺ–Ĺ Dschumhurii Todschikiston) ist ein 143.100 km¬≤ gro√üer Binnenstaat in Zentralasien mit 9,1 Millionen Einwohnern. Er grenzt im Norden an Kirgisistan, im Osten an China, im S√ľden an Afghanistan und im Westen an Usbekistan.

Hauptstadt und mit rund 780.000 Einwohnern größte Stadt der ehemaligen Sowjetrepublik ist Duschanbe. Weitere wichtige Städte des islamisch geprägten und autoritär regierten Landes sind Chudschand, Kulob und Qurghonteppa.

Geographie

Geologie

Tadschikistan ist ein Hochgebirgsland, das an Usbekistan, Kirgisistan, die Volksrepublik China und Afghanistan grenzt. Mehr als zwei Drittel der Fl√§che sind Hochgebirge. Fast die H√§lfte des Staatsgebietes liegt auf einer H√∂he von 3000¬†m und h√∂her. Der Osten des Landes wird vom Pamir-Gebirge und dem gr√∂√üten Teil des Pamir-Hochlandes gepr√§gt. Dort befindet sich auch der h√∂chste Berg des Landes, der 7495¬†m hohe Pik Ismoil Somoni (fr√ľher Pik Kommunismus). Im Norden des Landes erstreckt sich die Gebirgskette des Alai. S√ľdlich der Serafschankette liegt im Westen das Fan-Gebirge. Nur im √§u√üersten Norden besitzt Tadschikistan mit einem Teil des Ferghanatals Tiefland, das durch den gr√∂√üten Fluss des Landes, den Syrdarja, bew√§ssert wird und intensiv ackerbaulich genutzt werden kann. Im gr√∂√üten Teil des Landes ist wegen der H√∂henlage und des Reliefs nur extensive Viehzucht m√∂glich. Der gr√∂√üte See ist der Karakul (380 km¬≤) im Osten des Landes; weitere gro√üe Seen sind der Saressee (‚Čą 80¬†km¬≤) und der Zorkulsee 38,9¬†km¬≤. Der gr√∂√üte Stausee ist der Kairakkum-Stausee (520¬†km¬≤) am Syrdarja. Insgesamt verf√ľgt Tadschikistan √ľber mehr als 60 Prozent der zentralasiatischen Wasserressourcen in fester und fl√ľssiger Form.

Klima

Tadschikistan befindet sich in der trockenen subtropischen Klimazone. Das Klima ist extrem kontinental mit kalten Wintern und hei√üen Sommern. Au√üer in den Tal- und Beckenl√§ndern, wo ein subtropisches feuchtes Klima herrscht, werden in den Sommermonaten Temperaturen von bis zu 45¬†¬įC erreicht. Es bestehen gro√üe Temperaturunterschiede zwischen den tiefer und den h√∂her gelegenen Regionen des Landes. Die Jahresniederschlagsmengen sind relativ niedrig, so dass Steppenvegetation vorherrscht. Im Ferganabecken betr√§gt die Niederschlagsmenge gerade einmal 140¬†mm Niederschlag im Jahr. Nur die S√ľdh√§nge des Hissargebirges sind mit 1700¬†mm im Jahr sehr niederschlagsreich.

Bevölkerung

Zusammensetzung und Entwicklung

Mit 84,3¬†% Bev√∂lkerungsanteil (2010) bilden die Tadschiken, ein iranisches Volk, die Mehrheit. Etwa 13,8¬†% der Bev√∂lkerung sind Usbeken und etwa 0,8¬†% Kirgisen. Weitere Minderheiten sind Russen (0,5¬†%), Tataren, Ukrainer, Deutsche und andere. Nach seinem Austritt aus der Sowjetunion und im Verlauf des anschlie√üenden B√ľrgerkriegs haben viele Nicht-Tadschiken das Land verlassen. Lebten 1989 noch fast 400.000 Russen in Tadschikistan, so waren es 2005 noch knapp 140.000. Viele Bucharische Juden und Aschkenasen (1989 noch etwa 15.000 Menschen) verlie√üen das Land, so dass sich die Gesamtzahl der Juden Tadschikistans auf rund 1000 reduzierte. Ein Teil der Auswanderer wurde 1992 in einer wenig bekannten Luftbr√ľcke nach Israel ausgeflogen. Der Anteil der Tadschiken stieg von 62¬†% im Jahr 1989 auf fast 80¬†% im Jahr 2000.

Die Geburtenrate betrug 2016 2,7 Kinder pro Frau. 32,5¬†% der Bev√∂lkerung waren unter 15 Jahre alt. Tadschikistan hat eine der j√ľngsten und am schnellsten wachsenden Bev√∂lkerungen in Asien.

Quelle: UN

Religionen

Die Einwohner Tadschikistans sind zu √ľber 90¬†% Anh√§nger des Islam, vorwiegend sunnitisch. Lediglich im Osten gibt es einige Anh√§nger des schiitischen Islam, vor allem Ismailiten. Daneben leben auch ungef√§hr 230.000 (3,1¬†%) Christen im Land (Russisch-Orthodoxe, Evangeliumschristen-Baptisten, Tadschikische Katholiken, Siebenten-Tags-Adventisten, Koreanische Protestanten, Tadschikische Lutheraner sowie Zeugen Jehovas). Die Siebenten-Tags-Adventisten und vor allem die Baptisten zeichnen sich durch best√§ndige Missionierung und durch Katastrophenhilfen aus. Au√üerdem leben in Tadschikistan noch Bahais, Zoroastrier, Anh√§nger von Hare Krishna und Juden (0,014¬†%), darunter sowohl Aschkenasim als auch Bucharische Juden.

Dass oppositionelle Islamisten die Errichtung eines islamischen Gottesstaates anstreben, dient der Regierung als Vorwand, um seit 2007 Moscheen zu schließen. Im selben Jahr verbot das Kulturministerium die Zeugen Jehovas wegen ihrer Wehrdienstverweigerung (es gibt in Tadschikistan keinen zivilen Ersatzdienst) und ihrer öffentlichen Missionstätigkeit.

2009 trat ein neues, restriktives Religionsgesetz in Kraft. Gem√§√ü diesem ‚ÄěGesetz √ľber die Gewissensfreiheit und religi√∂se Vereinigungen‚Äú ist jede religi√∂se Bet√§tigung ohne staatliche Registrierung verboten. Alle bestehenden Religionsgemeinschaften mussten um neue Registrierung ansuchen. Mangels erfolgter Registrierung ist derzeit die T√§tigkeit zahlreicher Moscheen, der einzigen Synagoge des Landes und einiger protestantischer Gruppen wie der Baptisten verboten, Gottesh√§user wurden vom Staat konfisziert.

2011 wurde ein neues Gesetz beschlossen, das Minderjährigen jegliche Teilnahme an Gottesdiensten, religiösen Veranstaltungen und Religionsunterricht nichtregistrierter Glaubensgemeinschaften verbietet. Eltern, die ihren Kindern trotzdem religiöse Werte und Überzeugungen zu vermitteln versuchen, werden mit mehrjährigen Haftstrafen bedroht.

Sprache

Vor allem in den St√§dten werden zwei oder mehr Sprachen gesprochen. Die prim√§re Amtssprache in Tadschikistan ist das Tadschikische, das als Dialekt der persischen Sprache klassifiziert wird. Die offizielle Bezeichnung lautet ‚ÄěTńĀdschńękńę‚Äú (Tadschikisch), umgangssprachlich wird auch die Bezeichnung ‚ÄěPersisch‚Äú (‚ÄěFńĀrsńę‚Äú) verwendet und entspricht somit dem arabo-persisch geschriebenen ‚ÄěDarńę‚Äú der Tadschiken in Afghanistan. Im Unterschied zu der im Iran und in Afghanistan verwendeten Standardvariet√§t verwendet das Tadschikische seit den 1920er Jahren die kyrillische Schrift statt des persischen Alphabets.

Eine wichtige Umgangssprache ist Russisch, in Tadschikistan die Sprache der internationalen Politik und Wirtschaft sowie Pflichtfach an Schulen. Im Jahr 2011 erhielt Russisch wieder eine offizielle Stellung. Es wurde in der tadschikischen Verfassung offiziell als Sprache der ‚Äěinterethnischen Kommunikation‚Äú festgelegt. 25¬†% der Einwohner sprechen flie√üend Russisch, 60¬†% m√§√üig und 15¬†% schlecht oder gar nicht. Ebenfalls eine gewisse Rolle spielt die usbekische Sprache aufgrund der gro√üen usbekischen Minderheit im Land. In den Seitent√§lern des Pjandsch und im Pamir existieren noch viele kleine iranische Sprachen, wie z.¬†B. Jaghnobi.

Die Zahl der Sprecher anderer Fremdsprachen (Deutsch, T√ľrkisch, Franz√∂sisch und Englisch) ist mit 1,5 bis 2¬†% sehr gering.

Deutsche Minderheit

In Tadschikistan lebt auch heute noch eine kleine Minderheit von Deutschst√§mmigen. Ihre Zahl ist jedoch stark zur√ľckgegangen, insbesondere nach dem Zerfall der Sowjetunion.

Heute geh√∂ren deutschst√§mmige Menschen zur √§rmsten Bev√∂lkerungsschicht in Tadschikistan. Sie leben inzwischen weniger in eigenen D√∂rfern (z.¬†B. Th√§lmann, nach Ernst Th√§lmann) in der Provinz Chatlon als vielmehr in der Hauptstadt Duschanbe. Ehemalige deutsche Siedlungen wie die in den 1940er Jahren von Deutschen in der Provinz Sughd gegr√ľndete Stadt Taboschar werden heute von Tadschiken bewohnt. Die deutsch-tadschikische Stiftung ‚ÄěWiedergeburt‚Äú hat den Erhalt von deutschen Gottesh√§usern und Friedh√∂fen zum Ziel. Vor einigen Jahren veranstaltete die deutsche Botschaft in Duschanbe eine Weihnachtsfeier f√ľr die deutschst√§mmige Bev√∂lkerung.

Bildung

√Ėffentliche Bildungsausgaben lagen im Zeitraum 2002‚Äď2005 bei 3,5¬†% des BIP. Etwa ein Viertel der M√§dchen in Tadschikistan vollendet die Grundschule trotz formaler Pflicht aufgrund von Armut und geschlechtsspezifischer Diskriminierung nicht. Tadschikistan hat mehrere Universit√§ten, am bekanntesten ist die Tadschikische Nationaluniversit√§t.

Gesundheit

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion brach das zuvor gut ausgebaute Gesundheitswesen zusammen, dies auch durch den Wegzug eines Teils der russischstämmigen Bevölkerung. Die Aus- und Fortbildung musste weniger spezialisiert neu aufgebaut werden.

√Ąrzte haben oft kaum ein Einkommen und gehen teils Nebenerwerben nach. Die Konsultation bei einem Dorfarzt in Tadschikistan ist im Prinzip zwar kostenlos, diese beinhaltet jedoch keinerlei Arzneimittel oder weitergehenden Untersuchungen, welche sich die Bewohner oft nicht leisten k√∂nnen. Die Infrastruktur entsprach im Jahr 2017 gem√§√ü einem Schweizer Helfer jener in der Schweiz vor √ľber 100 Jahren.

2004 betrugen die √∂ffentlichen Gesundheitsausgaben 1¬†% des BIP. In den fr√ľhen 2000er Jahren waren etwa 200 √Ąrzte pro 100 000 Einwohner vorhanden. 2005 lag die S√§uglingssterblichkeit bei 5,9¬†% der Lebendgeburten. 2017 lag sie bei 3,0¬†%.

2010 kam es zu einem vermehrten Auftreten von schlaffen L√§hmungen (Kinderl√§hmung), bis Ende Juni 2010 wurden 643 F√§lle gemeldet. In 334 F√§llen konnte das Poliowildvirus Typ 1 (WPV Typ 1) nachgewiesen werden, darunter 14 Todesf√§lle. Es handelt sich hierbei um 75¬†% der Poliomyelitis-F√§lle weltweit f√ľr 2010. Tadschikistan war bislang von der WHO als poliofrei deklariert. In Tadschikistan wurde eine gro√üangelegte Impfaktion durchgef√ľhrt, auch in den benachbarten L√§ndern Afghanistan und Usbekistan wurden Impfkampagnen gestartet. Die Ern√§hrungslage in Tadschikistan gilt als unsicher, und laut WHO sind 33,3¬†% der Bev√∂lkerung unterern√§hrt.

Die Lebenserwartung war nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gesunken und betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 70,4 Jahre (Männer: 67,7 Jahre, Frauen: 73,5 Jahre).

Entwicklung der Lebenserwartung

Quelle: UN

Geschichte

F√ľr den √úbergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit und vom Nomadentum zu einer sesshaften Ackerbaukultur steht in Tadschikistan beispielhaft die proto-urbane Siedlung Sarasm, die von etwa 3500 v. Chr. bis 2000 v. Chr. existierte. In dieser Zeit entwickelte sich Sarasm zu einem der gr√∂√üten Zentren f√ľr die Verarbeitung von Zinn und Kupfer in Zentralasien und f√ľr den Fernhandel mit Metallen bis nach Mesopotamien und ins Indus-Tal.

Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. war das Gebiet Tadschikistans abwechselnd unter der Herrschaft der Perser und Saken, ab etwa 330 v. Chr. geh√∂rte es zum Reich Alexanders des Gro√üen. Im 8. Jahrhundert erreichte der Islam die Region. W√§hrend des Mittelalters geh√∂rte Tadschikistan zum Kaiserreich Persien. 1868 wurde Tadschikistan Kolonie Russlands, 1924 entstand die der Usbekischen SSR unterstellte Tadschikische ASSR, die 1929 ‚Äď erweitert um die Region um Chodschent ‚Äď zur Tadschikischen Sozialistischen Sowjetrepublik erhoben wurde. 1924, unter sowjetischer Verwaltung, wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht eingef√ľhrt.

1991 erkl√§rte sich Tadschikistan f√ľr unabh√§ngig. Das Frauenwahlrecht wurde best√§tigt. Der Staat versank sofort im Tadschikischen B√ľrgerkrieg zwischen islamischen Fundamentalisten und der Regierung von Emomalij Rahmonow. Der B√ľrgerkrieg endete mit einer Regierungsbeteiligung der Fundamentalisten.

Zur Beilegung √ľber Jahrhunderte andauernder Grenzstreitigkeiten mit China hat das tadschikische Parlament nach zw√∂lf Jahren Verhandlungen am 12.¬†Januar 2011 ein Gesetz zur √úbergabe von 1100¬†km¬≤ unbewohntem Hochland im Pamir an das √∂stliche Nachbarland ratifiziert. Dadurch soll die Stabilit√§t und Sicherheit des Landes gew√§hrleistet bleiben.

Nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 in den USA wurden US-Truppen in Chorugh und Duschanbe sowie Soldaten Frankreichs in Duschanbe stationiert. Trotzdem spielt Russland nach wie vor durch seine Truppenpräsenz die Rolle einer wichtigen Ordnungsmacht der Region (die Grenzsicherung nach Afghanistan erfolgte bis zum Sommer 2005 durch russische Truppen).

Ende Oktober 2016 begann die tadschikische Regierung mit der Umsetzung des noch aus der Sowjetzeit stammenden weltweit gr√∂√üten Staudamm-Projekts am Fluss Wachsch, um mit einem Wasserkraftwerk die Energieknappheit des Landes zu lindern. Die Bauarbeiten am Rogun-Staudamm sollen Ende 2018 abgeschlossen werden. Das Vorhaben f√ľhrte zu Verstimmungen insbesondere mit dem benachbarten Usbekistan, das ebenfalls unter Wasserknappheit leidet.

Politik

√úberblick

Tadschikistan ist laut seiner Verfassung eine demokratische Präsidialrepublik. Nationalfeiertag ist der 9. September (Tag der Unabhängigkeit). Zu Tadschikistan gehört die Autonome Provinz Berg-Badachschan im Osten des Landes, die 44,5 % der Fläche des Landes umfasst.

Pr√§sident Tadschikistans ist der zuletzt 2013 wiedergew√§hlte Emomalij Rahmon, der bei der Wahl am 6.¬†November 2013 83,92¬†% aller Stimmen erhielt. Das demokratische Zustandekommen des Ergebnisses wird angezweifelt, da drei ernsthafte Gegenkandidaten ihre Kandidatur zur√ľckzogen, was nicht zuletzt daran liegt, dass Rahmon rigoros gegen die Opposition vorgeht.

Ende April 2015 lief eine der zentralen Figuren des tadschikischen Sicherheitsapparats, der Kommandeur der tadschikischen OMON (‚ÄěMobiles Polizeikommando besonderer Bestimmung‚Äú), der 40-j√§hrige Oberst Gulmurod Chalimow, zum Islamischen Staat √ľber. Im September 2017 verk√ľndete das Russische Verteidigungsministerium Chalimows Tod.

Am 4. September 2015 kam es nach Regierungsangaben in Duschanbe und in dem ca. 20¬†km √∂stlich gelegenen Wachdat zu bewaffneten √úberf√§llen auf eine Kaserne bzw. ein Polizeirevier. Dabei sollen acht Polizisten und neun Angreifer ums Leben gekommen sein. Das Innenministerium bezichtigte einige Stunden sp√§ter den angeblich am Vortag entlassenen Vizeverteidigungsminister General Abduchalim Nasarsoda ‚Äď im Tadschikischen B√ľrgerkrieg Kommandant der Vereinigten Tadschikischen Opposition (VTO) mit dem Kampfnamen Hadschi Halim ‚Äď, hinter den als Umsturzversuch bezeichneten Vorf√§llen zu stehen und mit der ‚ÄěIslamischen Partei der Wiedergeburt Tadschikistans‚Äú (PIWT) verbunden zu sein, was dieser bestritt. In der Folge wurden Nasarsoda und ca. 60 seiner Anh√§nger im ca. 45¬†km nord√∂stlich Duschanbes gelegenen Romit-Tal nach 12-t√§gigen K√§mpfen get√∂tet. Alternative Quellen legen dagegen unter Verwendung von Zeugenaussagen andere Abl√§ufe und Hintergr√ľnde nahe. Danach h√§tten Nasarsoda und weitere VTO-Anh√§nger Kenntnis von ihrer bevorstehenden Verhaftung erhalten und seien aus Furcht vor den Haftbedingungen k√§mpfend aus Duschanbe geflohen, was die Regierung zur endg√ľltigen Zerschlagung der PIWT genutzt habe. Am 4. August 2016 teilte Generalstaatsanwalt Jussuf Rachmon mit, dass bereits 170 Beteiligte der Ereignisse verurteilt worden seien.

Menschenrechte

Tadschikistan gilt als einer der repressivsten Staaten der Welt. Unter Pr√§sident Emomali Rahman hat sich ein autorit√§res Regime herausgebildet. Amnesty International berichtet √ľber zahlreiche und gravierende Menschenrechtsverst√∂√üe. Unter dem Vorwand der Gew√§hrleistung nationaler Sicherheit und Terrorismusbek√§mpfung w√ľrden in Tadschikistan Jahr f√ľr Jahr demokratische Grundrechte massiv beschnitten und Oppositionelle gnadenlos verfolgt. 2016 sorgten etwa die drastischen Ma√ünahmen gegen die Mitglieder der Islamischen Partei der Wiedergeburt Tadschikistans f√ľr Schlagzeilen, wobei die F√ľhrungsriege der Partei in unfairen und von der √Ėffentlichkeit geheim gehaltenen Gerichtsprozessen zu langen Haftstrafen verurteilt wurde. Im Dezember 2017 wurde der Journalist und Leiter des Satirevereins KVN Khayrullo Mirsaidow, der zuvor als Medientrainer f√ľr die Deutsche Welle t√§tig war und als eine der letzten kritischen Stimmen in Tadschikistan gilt, unter dem Vorwurf der vermeintlichen Unterschlagung, des Aufrufs zum ethnisch-religi√∂sen Hass und Falschaussagen gegen√ľber den Sicherheitsbeh√∂rden verhaftet.

Gemäß dem Ergebnis des Transformationsindex (BTI) 2018, den die Bertelsmann-Stiftung alle zwei Jahre veröffentlicht, gehört Tadschikistan in Sachen Demokratie, Menschenrechte und Leistungsfähigkeit des Staatsapparats neben Burundi zu den größten Verlierern, da sich die autokratischen Tendenzen in den letzten Jahren verstärkt hätten.

Bedrohung durch islamistischen Terrorismus

Seit der sowjetischen Invasion in Afghanistan im Jahr 1979 gab es immer wieder Bef√ľrchtungen, bewaffnete islamistische Gruppen k√∂nnten sich auch im benachbarten Tadschikistan niederlassen. Doch von regionalen Spannungen abgesehen, etwa im Isfara-Tal um Tschorkuh, gelang es dschihadistischen und islamistischen Gruppierungen seit dem Fall der Sowjetunion kaum, nennenswerten Einfluss auszu√ľben. Seit 2018 h√§ufen sich jedoch die Schlagzeilen mit Bezug auf die Terrormiliz Islamischer Staat in Tadschikistan. Dies wird immer wieder mit einem neuen Vormarsch der Taliban im benachbarten Afghanistan in Verbindung gebracht. Allerdings ist unklar, inwieweit auch die harte Vorgehensweise des autorit√§ren Regimes gegen√ľber jeglicher Form politischer Opposition zu Zulauf f√ľr dschihadistische Terrorgruppen f√ľhrt. Laut dem im Oktober 2017 ver√∂ffentlichten Bericht des in New York ans√§ssigen Soufan Center h√§tten sich 5000 K√§mpfer aus zentralasiatischen Staaten den islamistischen Terrorgruppen im Nahen Osten angeschlossen. 1300 davon sollen aus Tadschikistan stammen.

Im April 2020 nahmen deutsche Sicherheitskr√§fte in Nordrhein-Westfalen vier Tadschiken mit mutma√ülichen Verbindungen zum Islamischen Staat fest. Die vier Verhafteten sowie ein bereits in Haft sitzender weiterer Tatverd√§chtiger sollen urspr√ľnglich Aktionen gegen die Regierung in Tadschikistan geplant haben, dann jedoch auf Deutschland als Zielland ausgewichen sein. Im Juli 2020 begann der Anklageprozess gegen den ersten Verd√§chtigen, der bereits im M√§rz 2019 in Untersuchungshaft sa√ü. Zu Geldbeschaffungszwecken f√ľr die Terrormiliz IS soll der Beschuldigter erfolglos versucht haben, einen Auftragsmord in Albanien durchzuf√ľhren.

Korruption in der Verwaltung

Das Land z√§hlt damit zu den korruptesten Staaten der Welt. Die in Washington, D.C. ans√§ssige UN-Nichtregierungsorganisation Freedom House charakterisierte Tadschikistan in ihrem L√§nderbericht 2019 als ‚ÄěFamilien-Kleptokratie‚Äú.

Parlament

Das Parlament, die Oberste Versammlung Tadschikistans, ist ein Zweikammerparlament, das sich aus der Repräsentantenversammlung und dem Nationalrat (Senat) zusammensetzt. Die Repräsentantenversammlung hat 63 Abgeordnete.

Diese verteilten sich 2010 auf die folgenden Parteien:

  • Volksdemokratische Partei Tadschikistans 46 Sitze
  • Kommunistische Partei Tadschikistans 2 Sitze
  • Islamische Partei der Wiedergeburt Tadschikistans 2 Sitze
  • Partei der Landwirte 2 Sitze
  • Partei der Wirtschaftsreformen 2 Sitze
  • Unabh√§ngige 9 Sitze

Die Organisation f√ľr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sah in der Wahl die Verletzung demokratischer Wahlstandards. Hierzu wurde die Verfolgung der Opposition, die Fehlerhaftigkeit der Wahlzettel und die Tatsache, dass einige Familienoberh√§upter f√ľr alle Wahlberechtigten ihrer Familie abstimmten, angef√ľhrt.

Der Nationalrat hat 33 Mitglieder, von denen 25 durch lokale Parlamente gewählt und weitere acht vom Präsidenten ernannt werden.

Außenpolitik

Tadschikistan ist Mitglied der Shanghaier Organisation f√ľr Zusammenarbeit (SCO), der Organisation des Vertrags √ľber kollektive Sicherheit (OVKS), der Gemeinschaft Unabh√§ngiger Staaten (GUS), der Economic Cooperation Organization (ECO), der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und der Organisation f√ľr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Tadschikistan ist aufgrund seiner Binnenlage auf gute Beziehungen mit seinen Nachbarstaaten angewiesen. Wichtigste au√üenpolitische Partner sind Russland und die Volksrepublik China. Russland unterh√§lt in dem Land eine Milit√§rbasis auf der rund 7.500 russische Soldaten stationiert sind. Der Vertrag √ľber die Milit√§rbasis wurde 2012 bis ins Jahr 2051 verl√§ngert. Russland gilt als Schutzmacht und √ľber eine Million Menschen tadschikischer Abstammung leben in Russland, was der Beziehung eine zus√§tzliche politische und kulturelle Bedeutung verleiht. Im B√ľrgerkrieg 1992‚Äď1997 unterst√ľtzte Russland die tadschikische Regierung gegen die islamistischen Rebellen.

China wurde in den letzten Jahren als Investor und Handelspartner immer wichtiger f√ľr Tadschikistan. Auch die tadschikisch-chinesische Zusammenarbeit auf den Gebieten von Politik und Sicherheit hat sich in den letzten Jahren vertieft. Im Jahr 2017 hat der √∂stliche Nachbar Russland als gr√∂√üten handelswirtschaftlichen Partner Tadschikistans abgel√∂st. Beim offiziellen Besuch des Pr√§sidenten Rahmon in Peking im August desselben Jahres ging es haupts√§chlich um die Gew√§hrleistung eines chinesischen Kredits in H√∂he von 2,3 Milliarden Dollar. Neben Vorteilen warnen die Experten vor den Gefahren einer billigen Kreditpolitik Chinas, die zur verst√§rkten monet√§ren Abh√§ngigkeit Tadschikistans f√ľhren und seine Auslandsschulden erh√∂hen k√∂nne. Diese w√ľrde au√üerdem vor dem Hintergrund fr√ľherer territorialer Anspr√ľche Chinas gegen√ľber Tadschikistan die nationale Sicherheit des Landes auf das Spiel setzen.

Eine Sonderrolle nimmt zudem das Verhältnis zum Iran ein, mit dem sprachlich und kulturell eine enge Verbindung besteht.

Die Europ√§ische Union formuliert ihre politischen Ziele gegen√ľber dem Land unter anderen durch ihre EU-Zentralasienstrategie.

Verwaltung

Politische Gliederung

Tadschikistan gliedert sich in zwei Provinzen (–≤–ł–Ľ–ĺ—Ź—ā“≥–ĺ/wilojatho bzw. ŔąŔĄōßŘĆō™Ŕáōß; in Klammern die Hauptst√§dte):

  • Chatlon (Qurghonteppa)
  • Sughd (Chudschand)

eine Autonome Provinz (–≤–ł–Ľ–ĺ—Ź—ā–ł –ľ—É—Ö—ā–ĺ—Ä/wilojati muchtor bzw. ŔąŔĄōßŘĆō™ ŔÖōģō™ōßōĪ):

  • Berg-Badachschan (Chorugh)

einen direkt von der Zentralregierung verwalteten Distrikt (–Ě–ĺ“≥–ł—Ź“≥–ĺ–ł —ā–ĺ–Ī–Ķ—ä–ł “∑—É–ľ“≥—É—Ä”£ bzw. ŔÜōßō≠ŘĆŔá‚ÄĆŔáōßŘĆ ō™ōßō®ōĻ ō¨ŔÖŔáŔąōĪŘĆ):

  • Nohijahoi tobei dschumhurij (Duschanbe) (dt. der Republik unterstellte Gebiete; ehemalige Provinz Karotegin (Kofarnihon))

sowie die Hauptstadt Duschanbe, die einen Sonderstatus (—ą–į“≥—Ä/schahr bzw. ōīŔáōĪ, dt. ‚ÄěStadt‚Äú) besitzt.

Quelle: Statistisches Jahrbuch, Duschanbe, 2006 (Russisch)

Die Provinzen, die autonome Provinz und der von der Zentralregierung verwaltete Bezirk sind in insgesamt 58 Distrikte (Nohija) gegliedert, Duschanbe zudem in vier Stadtdistrikte.

Städte

Die sechs größten Städte (2016):

  1. Duschanbe 802.700 Einwohner
  2. Chudschand 175.400 Einwohner
  3. Qurghonteppa (russ. Kurgan-Tjube) 105.400 Einwohner
  4. Kulob (russ. Kuljab) 102.400 Einwohner
  5. Istarawschan (russ. Ura-Tjube) 61.200 Einwohner
  6. Tursunsoda 52.800 Einwohner

Wirtschaft

√úberblick

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) f√ľr 2017 wird auf 7,3 Milliarden US-Dollar gesch√§tzt. In Kaufkraftparit√§t betr√§gt das BIP 28,4 Milliarden US-Dollar oder 3200 US-Dollar je Einwohner. Damit geh√∂rt Tadschikistan zu den √§rmsten L√§ndern der Erde und ist die √§rmste der ehemaligen Sowjetrepubliken. Erschwerend f√ľr die wirtschaftliche Entwicklung ist die Tatsache, dass Tadschikistan ein Binnen-Entwicklungsland (ohne Meereszugang) ist. Die Anteile der Industrie am BIP und an der Besch√§ftigung beliefen sich 2016 auf 15,1¬†% bzw. 10,6¬†%, die des Dienstleistungssektors auf 64,2¬†% bzw. 46,4¬†%.

Die Hauptindustrien in dem Land sind der Bergbau, die Metallverarbeitung und die Landwirtschaft. Tadschikistans Wirtschaft ist stark abh√§ngig von den R√ľck√ľberweisungen der in Russland lebenden und arbeitenden knapp 1 Million z√§hlenden Auslandstadschiken. Sch√§tzungen zufolge machen ihre √úberweisungen knapp 50¬†% der Wirtschaftsleistung aus. Durch die Auslands√ľberweisung kann Tadschikistan sein hohes Handelsbilanzdefizit teilweise ausgleichen.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Landwirtschaft

Nach wie vor ist die Bedeutung der Landwirtschaft sehr gro√ü. Sie trug 2016 mit 20,7¬†% zum BIP bei, w√§hrend 43,0¬†% der Erwerbst√§tigen in der Landwirtschaft arbeiteten. Nur etwa 7¬†% des Landes sind landwirtschaftlich intensiv nutzbar. Einen Schwerpunkt bildet der Anbau von Baumwolle. Die Anpflanzung von Getreide, Gem√ľse, Obst und Tabak ist sekund√§r. Die extensive Bew√§sserung tr√§gt dabei massiv zur Bodenversalzung und zum Austrocknen des Flusses Pjandsch bei. Daneben werden Rinder, Schafe und Ziegen gehalten sowie Seidenraupen gez√ľchtet.

Bodenschätze und Industrie

Das Land verf√ľgt √ľber Reserven an Erd√∂l, Erdgas und Braunkohle. Wichtigstes Exportgut mit einem Anteil von 50¬†% an den Exporterl√∂sen ist Aluminium aus der Aluminiumfabrik TALCO in Tursunsoda; 23¬†% werden durch den Export von Elektrizit√§t, die durch Wasserkraft √ľberwiegend am Nurek-Staudamm erzeugt wird, erzielt. Derzeit sind weitere Wasserkraftwerke unter anderem mit russischer und chinesischer Unterst√ľtzung in Bau oder in Planung.

Geplant ist ein internationales Hochspannungsnetz CASA 1000. Dieses Projekt soll die technische und infrastrukturelle Basis f√ľr den Energieexport Tadschikistans und Kirgisistans nach Afghanistan und Pakistan erm√∂glichen.

Zus√§tzlich kommen in Tadschikistan weitere Erze einschlie√ülich Zinn, Blei, Antimon, Seltene Erden, Quecksilber, Silber, Gold und Uran vor, die zum Teil noch abgebaut und verh√ľttet werden.

Die Hinterlassenschaften des Uranbergbaus, der im Norden des Landes bis Anfang der 1990er Jahre stattfand, f√ľhren mit Abraumhalden, Absetzseen und technischen Einrichtungen zu einer m√∂glichen Gef√§hrdung der Bev√∂lkerung, des Trinkwassers und der Umwelt in diesen Regionen durch radioaktive Stoffe.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 1,98 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,81 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 2,9¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 35,3 % des BIP.

2015 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 6,9¬†% (2014)
  • Bildung: 5,2¬†% (2015)
  • Milit√§r: 3,9¬†% (2005)

Infrastruktur

Die Verkehrserschließung Tadschikistans ist aufgrund der Oberflächengestalt des Landes sehr schwierig.

Straßen

Der Verkehr st√ľtzt sich vor allem auf das nur mangelhaft ausgebaute Stra√üennetz. Der Pamir Highway ist die einzige Fernstra√üe im Osten des Landes, die das kirgisische Osch mit der tadschikischen Stadt Chorugh verbindet.

Seit 2007 gibt es bei Pandschi Pojon (ehemals russisch Nischni Pjandsch) an der Grenze zwischen Afghanistan und Tadschikistan eine Br√ľcke √ľber den Grenzfluss Pandsch. Sie ist 670 Meter lang und wurde von den USA mit Beteiligung Norwegens finanziert. Die Br√ľcke verk√ľrzt die Transportwege in der Region erheblich. Seitdem k√∂nnen bei diesem √úbergang um ein Vielfaches mehr Fahrzeuge den Fluss √ľberqueren.

Eisenbahn

Das Land verf√ľgt √ľber Eisenbahnstrecken von insgesamt 510¬†Kilometern L√§nge. Die Hauptstadt Duschanbe ist durch die Transkaspische Eisenbahn an das internationale Eisenbahnnetz angeschlossen, mit der Verbindungen √ľber Taschkent nach Moskau bestehen. Seit 2016 sind die bisher isolierten Netze von Duschanbe und Qurghonteppa in das usbekische Termiz durch eine neu gebaute Gebirgsstrecke zwischen Wahdat und Jovon direkt √ľber tadschikisches Territorium miteinander verbunden. Der grenz√ľberschreitende Verkehr nach Termiz war jedoch wegen einer gesprengten Br√ľcke seit November 2011 unterbrochen. Nach deren Reparatur konnte diese Verbindung entlang des Amudarja Anfang M√§rz 2018 wieder er√∂ffnet werden.

2018 liegt die baureife Planung einer grenz√ľberschreitenden Eisenbahnstrecke von Kolchosobod √ľber Pandschi Pojon, den Grenzfluss Pandsch nach Schirchan Bandar in Afghanistan vor. Mit dem Bau sollte Ende 2018 begonnen werden. Dar√ľber hinaus wird eine Verl√§ngerung bis Kundus erwogen.

Kultur

Die Tadschiken sind sprachlich, kulturell und ethnisch eng mit den Persern verwandt und stellen auch im Nachbarland Afghanistan einen Bev√∂lkerungsanteil von 30 Prozent. Zu den √§ltesten und wichtigsten Br√§uchen des Landes geh√∂rt das traditionelle Neujahrsfest, Nouruz, das am Fr√ľhlingsanfang feierlich begangen wird. Das Wappen Tadschikistans ist eine Reinterpretation des Wappens aus der Zeit vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991.

Die traditionellen Lehmh√§user in den Altstadtvierteln (Mahalla) und D√∂rfern (Kischlak) im Westen des Landes sind um einen Innenhof errichtet und von der Au√üenwelt durch eine hohe fensterlose Umfassungsmauer getrennt, durch die nur ein h√∂lzernes Tor hineinf√ľhrt. Die Wohnh√§user, Stallungen und Nebengeb√§ude sind mit einem Flachdach aus Holzbalken und Lehm gedeckt, das von einem meist aus Wellblech bestehenden Satteldach √ľberragt wird, unter dessen Schutz Winterfutter f√ľr die Tiere lagert. Im Sommer bildet der Innenhof den haupts√§chlichen Lebensraum der Familie. Eine im Innenhof aufgestellte, quadratische h√∂lzerne Plattform (Taptschan) dient als Schlafst√§tte, Ruhe- und Essplatz. Das Essen wird dort auf einem Tischtuch (Dastarchan) serviert.

Die tadschikische Musik wird in eine Kunstmusik mit Wurzeln haupts√§chlich in der persischen Tradition, die in den St√§dten im Westen des Landes und im Ferghanatal gespielt wird, und in eine Volksmusik im S√ľden und in den l√§ndlichen Regionen unterteilt. Der wichtigste Stil der im Emirat Buchara gepflegten Kunstmusik ist der Schaschmaqam. Die Gesangsstimme wird von verschiedenen gezupften Langhalslauten, der Streichlaute Ghichak und der Rahmentrommel Doira begleitet. Beliebte Vokalstile der Volksmusik hei√üen Falak und Katta Aschula. In der eigenen Musiktradition von Badachschan dient vor allem die Laute Rubab der Gesangsbegleitung. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbinden eine Reihe von tadschikischen Komponisten den Schaschmaqam und andere eigene Stile mit westlicher klassischer Musik.

Als wichtigster Autor und ‚Äěnationaler Poet‚Äú Tadschikistans gilt Sadriddin Aini (1878‚Äď1954), der die tadschikische Sprache, die w√§hrend des Emirats von Buchara unterdr√ľckt war, in der Zeit der Sowjetunion wiederbelebte. (Bis in die 1920er Jahre war die Tschagataische Sprache Amtssprache des Emirats.) Auch Muhammadschon Schakurij (1925‚Äď2012) machte sich um den Erhalt der tadschikischen Sprache verdient.

Medien

Zu den Medien in Tadschikistan geh√∂ren 268 Zeitungen, 136 Zeitschriften (Publikum-, Fachzeitschriften usw.) und 8 Presseagenturen. Die Situation der Pressefreiheit in Tadschikistan wird von Reporter ohne Grenzen als ‚Äěschwierig‚Äú eingestuft. In Tadschikistan sa√ü 2018 ein Journalist in Haft.

Sport

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking gewann der Judoka Rassul Boqijew Bronze und damit die erste olympische Medaille f√ľr Tadschikistan √ľberhaupt. Die erste Goldmedaille f√ľr Tadschikistan gewann der Hammerwerfer Dilschod Nasarow bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro.

Städtepartnerschaften

Duschanbe ist seit 1973 Partnerstadt der K√§rntner Landeshauptstadt Klagenfurt sowie seit 1990 der baden-w√ľrttembergischen Stadt Reutlingen.

Literatur

  • Sonja Bill, Dagmar Schreiber: Tadschikistan: Zwischen Duschanbe, Pamir und Fan-Gebirge. Reisef√ľhrer, Trescher, Berlin 2016, ISBN 978-3-89794-291-2.
  • Sophie Ibbotson, Max Lovell-Hoare: Tajikistan. Bradt Travel Guides, Bucks 2013, ISBN 978-1-84162-455-6.
  • Renee Browning: Tajikistan. Including Its History, the Dushanbe Zoo, the Yagnob Valley, and More. Earth Eyes Travel Guides, 2012, ISBN 978-1-249-22252-1.
  • Kamoludin Abdullaev, Shahram Akbarzaheh: Historical Dictionary of Tajikistan. 2. Aufl. Scarecrow Press, 2010.
  • Elke Windisch: Zentralasien: Politische Reisereportagen. Dagyeli, J & D, Berlin 2010, ISBN 978-3-935597-80-7.
  • Paul Bergne: The birth of Tajikistan. National identity and the origins of the republic. London/New York 2007, ISBN 978-1-84511-283-7.
  • Thomas Kunze: Zentralasien. Portrait einer Region.Portrait einer Region. Christoph Links Verlag, Berlin 2018. ISBN 978-3-86153-995-7.

Weblinks

  • Die OSZE in Tadschikistan (englisch)
  • Website der Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (Inwent)
  • Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung: Destabilisierungs und Konfliktpotential prognostizierter Umweltver√§nderungen in der Region Zentralasien bis 2020/2050 (PDF-Datei; 1,7¬†MB)
  • Tadschikistan im CIA World Factbook (engl.)
  • Offizielle Website des Komitees f√ľr Tourismus der Republik Tadschikistan
  • Deutsch-Tadschikische Gesellschaft e.V.
  • Tadschikistan, Deutsche Gesellschaft f√ľr Internationale Zusammenarbeit

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (4)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Berg-Badachschan 39.468815 36.674137 70.216537 75.137222  
Chatlon 38.783459 36.92828 67.78373 70.349647  
Nohijahoi tobei Dschumhurij 39.613621 37.909393 68.058128 72.159843  
Sughd 41.042244 38.926113 67.387131 70.984337  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Tajikistan

Name englisch: Tajikistan
Hauptstadt: Dushanbe
Kfz: TJ
ISO: TJ
ISO3: TJK
Fläche: 143100 km²
Tld: .tj
Wärung Einheit: TJS
Währung: Somoni
Vorwahl: 992

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 41.044367
südlichster Punkt: 36.6719898
westlichster Punkt: 67.342012
östlichster Punkt: 75.1539563


 
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