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Staat Informationen : Kasachstan

Informationen:


Kasachstan (kasachisch “ö–į–∑–į“õ—Ā—ā–į–Ĺ Qazaqstan [q…Ďz…Ďqňąst…Ďn], russisch –ö–į–∑–į—Ö—Ā—ā–į–Ĺ, amtlich Republik Kasachstan, kasachisch “ö–į–∑–į“õ—Ā—ā–į–Ĺ –†–Ķ—Ā–Ņ—É–Ī–Ľ–ł–ļ–į—Ā—č Qazaqstan Respublikasy, russisch –†–Ķ—Ā–Ņ—É–Ī–Ľ–ł–ļ–į –ö–į–∑–į—Ö—Ā—ā–į–Ĺ Respublika Kasachstan) ist ein 2.724.900 km¬≤ gro√üer Binnenstaat in Zentralasien mit 18,8 Millionen Einwohnern. Die ehemalige Sowjetrepublik am Kaspischen Meer grenzt im Norden an Russland, im S√ľdosten an China und Kirgisistan sowie im S√ľdwesten an Usbekistan und Turkmenistan.

Hauptstadt des ölreichen Steppenstaates ist Nur-Sultan (ehemals Astana) mit 1,1 Millionen Einwohnern, größte Stadt ist Almaty mit 1,9 Millionen Einwohnern. Weitere wichtige Städte des islamisch geprägten und autoritär regierten Landes sind Schymkent und Qaraghandy. Kasachstan ist der größte Binnenstaat und der neuntgrößte Staat der Welt.

Kurzporträt

Kasachstan liegt gr√∂√ütenteils in Zentralasien. Definiert man die innereurasische Grenze gem√§√ü der Grenzziehung von Strahlenberg, w√ľrden etwa 5,4¬†% der Landesfl√§che dem √§u√üersten Osteuropa zugerechnet. Die Grenze zu Russland ist die einzige Nordgrenze des Landes und √ľber 7000 Kilometer lang. Im S√ľden grenzt Kasachstan an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan und im S√ľdosten an die Volksrepublik China. Diese Grenze ist knapp 1.600 Kilometer lang.

Bereits im Altertum bestanden auf dem Gebiet des heutigen Kasachstans verschiedene Reiche. Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert entstand der westliche Teil des Ersten T√ľrk-Kaganats. Im 13. Jahrhundert fielen die Mongolen unter Dschingis Khan ein. Nach der Eroberung durch den Usbeken Timur im 15. Jahrhundert konnten sich die Kasachen wieder vom Usbeken-Khanat trennen und unter einer einheimischen Dschingiskhaniden-Dynastie das Kasachen-Khanat errichten ‚Äď damit wehrten sich die Kasachen gegen die Einf√ľhrung des Islam und konnten den √ľberlieferten Traditionen verbunden bleiben. Im 17. und 18. Jahrhundert breitete sich das Dsungarische Khanat aus, bis sich die Kasachen dem russischen Zaren unterstellten. 1936 wurde Kasachstan als Kasachische SSR eine eigenst√§ndige Unionsrepublik innerhalb der Sowjetunion.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion erkl√§rte sich das Land am 16. Dezember 1991 als Republik Kasachstan unabh√§ngig. Kasachstan ist Vollmitglied in der Gemeinschaft Unabh√§ngiger Staaten. Die Pr√§sidialrepublik wurde von 1991 bis 2019 von Nursultan Nasarbajew regiert. Das zu den Turksprachen z√§hlende Kasachisch und das den slawischen Sprachen zugeh√∂rige Russisch wurden mit der Unabh√§ngigkeit zu Amtssprachen erkl√§rt und die bisherige Hauptstadt Alma-Ata in Almaty umbenannt. 1997 wurde der Regierungs- und Parlamentssitz nach Aqmola verlegt. Die Stadt wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und ein Jahr sp√§ter in Astana (‚ÄěHauptstadt‚Äú) umbenannt; dieser Name wurde 2019 in Nur-Sultan ge√§ndert.

Geographie

Ausdehnung und Grenzen

Kasachstan ist mit einer Fl√§che von 2.724.900 Quadratkilometern das neuntgr√∂√üte Land der Erde und au√üerdem der gr√∂√üte Binnenstaat. Er liegt etwa in der Mitte Eurasiens und zieht sich von der Ebene der Wolga im Westen bis zum Altai-Gebirge im Osten. Dabei geh√∂ren 5¬†% der Fl√§che, geographisch betrachtet, zu Europa. Die s√ľdliche Begrenzung bilden der Tian-Schan-Gebirgszug, die Flussebene des Syr Darja (Jaxartes der Antike), der Aralsee und die Kysylkum-W√ľste. Nach Norden reicht Kasachstan ohne nat√ľrliche Begrenzung in das Ural-Gebiet und das Westsibirische Tiefland hinein. Der gr√∂√üte Teil des Landes besteht aus Ebenen (Steppe und W√ľste), im Nordwesten liegt das Mugodschar-Gebirge, im Zentrum die Kasachische Schwelle, w√§hrend sich im S√ľdosten Berge des Tian-Schan bis zu 7010 Meter H√∂he erheben.

Kasachstan besitzt im Norden eine 6846 Kilometer lange Grenze mit Russland. Im Osten trifft das kasachische Hoheitsgebiet auf die Volksrepublik China (1533 Kilometer), weiter s√ľdlich auf die zentralasiatischen Staaten Kirgisistan (1051 Kilometer), Usbekistan (2203 Kilometer inkl. des 230¬†km √ľber den Aralsee verlaufenden Grenzabschnitts) und auf Turkmenistan (379 Kilometer). Die Gesamtl√§nge der Landesgrenzen einschlie√ülich der K√ľstenlinie am Kaspischen Meer (bislang pseudo-internationaler Gew√§sser-Status) betr√§gt 12.012 Kilometer.

Die kasachischen K√ľstenlinien am n√∂rdlichen Ufergebiet des Aralsees ‚Äď der zunehmend austrocknet ‚Äď sind 1.070 Kilometer und am Kaspischen Meer 1.894 Kilometer lang.

Landschaft

Das Relief von Kasachstan ist sehr vielf√§ltig, wobei allerdings der gr√∂√üte Teil des Territoriums aus Ebenen, niedrigen Bergen und H√ľgeln besteht. Der Westen des Landes wird von der Kaspischen Senke gepr√§gt, ein meist sumpfiges Gebiet unterhalb des Meeresspiegels, das im Osten in das Ustjurt-Plateau √ľbergeht. Westlich dieses Plateaus, auf der Mangghystau-Halbinsel, befindet sich die tiefste Stelle Kasachstans, die Karagije-Senke (132 Meter unter dem Meeresspiegel).

Von Osten wird die Kaspische Senke durch den s√ľdlichen Ausl√§ufer des Ural-Gebirges begrenzt, das bis 656 Meter hohe Mugodschar-Gebirge. Weiter s√ľd√∂stlich liegt um den Aralsee die Turanische Senke, die auch die gr√∂√üten W√ľsten des Landes mit einschlie√üt, die Kysylkum sowie die Aralkum. Im Zentrum von Kasachstan befindet sich die Kasachische Schwelle (kasachisch Saryarka), ein von Steppen und Halbw√ľsten gepr√§gtes Gebiet mit vielen mittelgro√üen (500 bis 1500¬†m) Bergen und Gebirgen wie dem Ulutau, dem K√∂kschetau oder dem Karkaraly. Im Nordwesten wird die Kasachische Schwelle vom Turgai-Plateau und im Norden von der Westsibirischen Ebene begrenzt. In diesen Regionen wird die Landschaft von fruchtbaren Steppen und Waldsteppen mit vielen Seen und Fl√ľssen gepr√§gt. Im Osten der Republik befinden sich die mit W√§ldern bedeckten Gebirgsketten des Altai mit dem h√∂chsten Berg der Region, Belucha (4506 Meter), die Sibirien von den mittelasiatischen W√ľsten trennen.

S√ľdlich der Kasachischen Schwelle liegt die Hungersteppe (kasachisch Betpak-Dala). Noch weiter s√ľdlich dieser Steppe und des Balchaschsees liegt ein G√ľrtel von W√ľsten, Mujunkum, und das in der Vergangenheit fruchtbare Siebenstromland. Ganz im S√ľden Kasachstans, an den Grenzen zu China und Kirgisistan, liegen Hochgebirge wie das Dsungarische Alatau, das Qaratau und vor allem das Tian Shan (chinesisch ‚ÄěHimmelsgebirge‚Äú); letzteres ist eine der h√∂chsten Gebirgsketten der Erde. Die teils von W√§ldern und insbesondere von Gletschern bedeckten Gebirge erreichen im benachbarten Kirgisistan 7439¬†m H√∂he. Der h√∂chste Berg Kasachstans ist der Khan Tengri (7010 Meter), im √§u√üersten S√ľdosten gelegen.

Flora und Fauna

Wegen seiner Gr√∂√üe und der Ausdehnung √ľber viele Naturzonen besitzt Kasachstan eine ausgesprochen reiche Palette von Flora und Fauna. Die vielf√§ltigen Natursch√§tze werden in 16 kasachischen Nationalparks und Naturschutzgebieten gesch√ľtzt.

Im Norden, wo die Steppen und Waldsteppen vorherrschen, die zusammen 28,5¬†% der Fl√§che Kasachstans ausmachen, wachsen viele Getreidepflanzen und Gr√§ser, besonders h√§ufig in Steppen sind Federgr√§ser. Auch viele medizinisch n√ľtzliche Pflanzen kommen vor, so etwa Adonisr√∂schen (Adonis), Johanniskr√§uter (Hypericum) und Baldriane (Valeriana). Sehr verbreitet ist Wermut. In den Wald-‚ÄěInseln‚Äú wachsen Birken, Espen, Weiden, Johannisbeerstr√§ucher; weiter westlich Fichten; nach Westen hin Eiche und Linde. In den W√§ldern gibt es viele Beeren. Die typischen Bewohner dieser Zone sind Nagetiere wie Zieselmaus, Murmeltiere, Springm√§use, Eichh√∂rnchen. Es gibt aber auch viele Hasen, Hermeline, Dachse, W√∂lfe und F√ľchse. In den W√§ldern leben vereinzelt Wildschweine, Wapitis und Rehe, in der Steppe die seltene und gesch√ľtzte Saiga-Antilope. V√∂gel gibt es besonders viele, auch Wasserv√∂gel, da es in dieser Region √ľber 1.500 Seen gibt. Unter anderem Schw√§ne, Adler, Trappen (diese sind die gr√∂√üten V√∂gel Kasachstans, sie erreichen bis zu 16 Kilogramm Gewicht), Geier, Kraniche, Reiher, Enten, G√§nse, Waldh√ľhner, Spechte, Lerchen und viele andere.

√úber 14¬†% des Territoriums erstrecken sich Halbw√ľsten. Hier trifft man auf deutlich geringeren Artenreichtum als in den Steppen. Besonders h√§ufig sind Wermut, Kamillen und Federgr√§ser. Auch Hasen, Zieselm√§use und Springm√§use kann man hier noch finden, man trifft vielfach auf W√∂lfe und Korsak-F√ľchse, etwas seltener auf Saiga und Kropfgazelle. Es gibt viele Arten von Eidechsen und Schlangen.

Als Naturraum am weitesten verbreitet sind in Kasachstan die W√ľsten. Hier wachsen nur trockene, kleinw√ľchsige Pflanzen mit langen Wurzeln. Riedgras, W√ľstenfedergras und Wermut sind die h√§ufigsten. Im Sommer verbrennen die meisten Pflanzen an der Sonne. Ziemlich verbreitet sind Str√§ucher, besonders Saxaul. Gro√üe Tiere gibt es in der W√ľste eher selten. H√§ufiger sind Huftiere wie Kropfgazellen oder Saigas oder Wildschweine, die nahe den Wasserquellen leben. Noch seltener sind W√∂lfe und Rohrkatzen. Asiatische Wildesel kommen beispielsweise im Altyn-Emel-Nationalpark und im Barsa Kelmes-Naturreservat vor. In einigen Flussw√§ldern innerhalb der Trockengebiete kommt der bedrohte Bucharahirsch vor, der einst die Hauptbeute des ausgestorbenen Kaspischen Tigers darstellte. Kleinere Tiere wie Igel, Schildkr√∂ten, Springm√§use k√∂nnen sich an die extremen Bedingungen besser anpassen. In der W√ľste √ľberall verbreitet sind Reptilien wie verschiedene Agamen und einige Schlangenarten; insgesamt kommen in Kasachstan etwa 50 bis 60 verschiedene Reptilienarten vor. Auch Skorpione geh√∂ren zu der in Kasachstan lebenden Fauna.

In den riesigen Bergen des Tian-Schan, die meist von Fichtenw√§ldern bedeckt sind, trifft man gegenw√§rtig noch auf den Schneeleoparden ‚Äď eines der Nationalsymbole Kasachstans. Stabile Populationen dieser Katze findet man allerdings nur noch in den Naturreservaten Aksu-Jabagly und Almaty. Auch der Luchs ist weit verbreitet, und im Altai gibt es zahlreiche B√§ren. Weiter s√ľdlich kommt der Tienschan-Braunb√§r vor. Beide Gebirge sind zudem Heimat von Sibirischen Steinb√∂cken und Riesenwildschafen. In den s√ľdwestlichen Bergsteppen leben Steppenwildschafe.

Einer Verbindung vom Nordpolarmeer bis zum Kaspischen Meer vor der letzten Eiszeit ist zu verdanken, dass am Kaspischen Meer noch heute große Robbenkolonien vorzufinden sind. Die Kaspische Robbe ist neben der Baikalrobbe die einzige Binnenrobbenart.

Naturressourcen

Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde.

Um das Kaspische Meer liegen gro√üe Erd√∂l- und Erdgasfelder, die fast den gesamten Westen des Landes einschlie√üen, besonders die Gebiete von Mangghystau, Atyrau und Aqt√∂be. Bedeutendste Quellen sind Makat, Dossor, Usen, Karazhanbas, Karatschaganak. Es werden au√üerdem Erd√∂lvorkommen um den Aralsee vermutet. Weitere, √§rmere Erd√∂l- und Gasfelder gibt es im S√ľden des Landes, in den Gebieten von Taras, Schymkent, Schesqasghan und Qysylorda.

Ein weltweit bedeutendes Steinkohlevorkommen ist das Becken von Qaraghandy. Die Region Qaraghandy war eine der wichtigsten Kohlelieferanten in der Sowjetunion. Auch die Becken von Ekibastus und Nur-Sultan sind längst noch nicht ausgeschöpft.

Im Gebiet von Qostanai befinden sich reiche Eisenerzvorkommen. Um Schesqasghan und Balqasch liegen die bedeutendsten Kupfervorkommen des Landes, und in den Altai-Bergen wird Gold gewonnen. Ergiebige Manganvorkommen existieren um Atassu und Schesdy nahe Schesqasghan. Im Gebiet von Aqtöbe liegt Nickel unter der Erde.

Etwa 200 Kilometer s√ľdwestlich von Qostanai liegt die einst sch√∂ne Stadt Schitiqara (Dschetygara). Das Gold liegt hier buchst√§blich unter den H√§usern. Viele wurden abgerissen, um an das Gold zu gelangen.

Kasachstan nimmt weltweit den ersten Platz an Vorkommen folgender Rohstoffe ein: Chrom, Vanadium, Wismut, Fluor. Einen der f√ľhrenden Pl√§tze hat Kasachstan bei den Vorkommen von Uran, Eisen, Kupfer, Kohle, Cobalt, Wolfram, Blei, Zink und Molybd√§n. Bei der Uranprospektion wurden auch Opale gefunden.

Gewässer

In Kasachstan gibt es einige bedeutende Fl√ľsse, die schiffbar sind. Sie alle flie√üen in den Randregionen des Landes, im zentralen Teil dagegen gibt es fast ausschlie√ülich abflusslose Steppenfl√ľsse, die im Hochsommer h√§ufig austrocknen.

Die l√§ngsten Fl√ľsse Kasachstans sind Irtysch (4473 Kilometer, davon 1700 Kilometer in Kasachstan), Syrdarja (2212/1400 Kilometer), Schajyq (russ. und dt. Ural) (2428/1100 Kilometer) und Ili (1001/815 Kilometer). Weitere wichtige Fl√ľsse sind Ischim, Tobol, Emba, Sarysu (der l√§ngste abflusslose Steppenfluss), Tsch√ľi, und Nura. Irtysch und Nura verbindet der bedeutendste Kanal des Landes: der Irtysch-Qaraghandy-Kanal (500 Kilometer).

Kasachstan ist reich an Seen, besonders im Norden des Landes. Im ganzen Land gibt es etwa 48.000 gro√üe und kleine Seen, die mehrheitlich Salzseen sind. Der gr√∂√üte See Kasachstans ist das Kaspische Meer, das rund 371.000 Quadratkilometer gro√ü ist, etwa ein Viertel seiner Fl√§che entf√§llt auf Kasachstan. Der See verf√ľgt √ľber reiche Naturreserven, beispielsweise in Form von Fischen; hier lebt auch die artengesch√ľtzte Kaspische Robbe.

Der zweitgr√∂√üte See ist der Aralsee, der auszutrocknen droht. Dieser Prozess dauert seit 1975 an und hat bereits zu nachhaltigen Sch√§den an Mensch und Natur gef√ľhrt. Es wird auch darauf zur√ľckgef√ľhrt, dass Usbekistan √ľber Jahre hinweg gro√üe Wassermengen f√ľr den Baumwollanbau abf√ľhrte. Inzwischen hat sich der See in drei Teile aufgeteilt. Soweit bekannt, hat sich die Verkleinerung der Wasseroberfl√§che in den letzten Jahren stark verlangsamt.

Der Balchaschsee z√§hlt ebenso zu den weltweit bedeutendsten Seen. Er ist 18.428 Quadratkilometer gro√ü und 620 Kilometer lang. Er geh√∂rt vollst√§ndig zu Kasachstan. Zu den Besonderheiten Balchaschs z√§hlt, dass er als einziger See der Erde zur H√§lfte aus S√ľ√ü- und zur anderen H√§lfte aus Salzwasser besteht.

In den Bergen des Altai liegt der naturreiche Saissansee. Weitere gr√∂√üere Seen Kasachstans sind der Siletinizsee im Norden, der Tengiz- und der Karakojynsee im Zentrum und der Alakol-See im S√ľdosten des Landes. Touristisch bedeutend sind die pr√§chtigen Seen von Burabai (Borowoje) und Markakol.

Die größten Stauseen sind der Qapschaghai, Buchtarma und Schardara.

Klima

Das Klima Kasachstans ist kontinental gepr√§gt, das hei√üt nach kalten Wintern mit bis zu ‚ąí40 Grad Celsius folgen direkt hei√üe lange Sommer mit √ľber +40 Grad Celsius.

W√ľsten bedecken etwa 44¬†% der Fl√§che Kasachstans. Es sind in der Regel Sandw√ľsten und Kiesw√ľsten.

Verwaltungsgliederung

Kasachstan ist ein in 14 Gebiete (Regionen, kasach. Oblys, Mehrzahl Oblystar) und drei St√§dte mit Sonderstatus (Stadt republikanischer Bedeutung, kasach. –†–Ķ—Ā–Ņ—É–Ī–Ľ–ł–ļ–į–Ľ—č“õ –ľ–į“£—č–∑—č –Ī–į—Ä “õ–į–Ľ–į Republikalyq mangysy bar qala) gegliederter Staat. Diese subnationalen Einheiten sind nochmals in Kreise gegliedert.

Nach der Verwaltungsreform von 1997 wurden folgende Gebiete aufgelöst (Verwaltungszentren in Klammern):

  • Gebiet Torghai (Arqalyq/Arkalyk)
  • Gebiet Schesqasghan (Schesqasghan/Dscheskasgan)
  • Gebiet K√∂kschetau (K√∂kschetau/Koktschetaw)
  • Gebiet Taldyqorghan (Taldyqorghan/Taldy-Kurgan)
  • Gebiet Semei (Semei/Semipalatinsk).

Städte

Hauptstadt und Regierungssitz ist das in Zentralkasachstan gelegene Nur-Sultan mit 1.131.891 Einwohnern. Nur-Sultan ist eines der großen Industrie- und Dienstleistungsballungszentren Kasachstans und Universitätsstadt.

Metropole, gr√∂√üte Stadt des Landes und zugleich wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Ballungszentrum des Landes ist das im S√ľdostkasachstan gelegene Almaty (fr√ľher Alma-Ata). Die Stadt hat 1.909.471 Einwohner.

Die im S√ľden des Landes gelegene Stadt Schymkent ist mit 1.033.478 Einwohnern die drittgr√∂√üte kasachische Stadt. Qaraghandy (485.300 Einwohner) in Zentralkasachstan, die Hauptstadt des Gebietes Qaraghandy, ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort f√ľr die kasachische Industrie. Weitere wichtige St√§dte sind Taras (406.262 Einwohner), Pawlodar (495.554 Einwohner), √Ėskemen im Nordosten und die Erd√∂lhochburgen Aqtau und Atyrau in Westkasachstan.

Bevölkerung

In Kasachstan kam es nach 1991 zun√§chst zu einem massiven Bev√∂lkerungsr√ľckgang. In den Jahren 1992 bis 2002 sank die Bev√∂lkerungszahl um 10¬†% auf unter 15 Millionen Menschen. Gr√ľnde daf√ľr waren die Emigration vornehmlich der russischen und deutschen Bev√∂lkerung (insgesamt haben 2,1 Millionen Menschen das Land in den 1990er-Jahren verlassen) sowie die sinkenden Geburtenzahlen. Seit 2003 w√§chst die Bev√∂lkerung wieder. Laut der letzten Volksz√§hlung im M√§rz 2009 hatte Kasachstan 16.009.600 Einwohner. Bis 2017 stieg sie auf knapp 18 Millionen an. Die Lebenserwartung betrug 2015 69,1 Jahre (M√§nner: 64,3 Jahre, Frauen: 73,9 Jahre)

Die durchschnittliche Bev√∂lkerungsdichte in Kasachstan betr√§gt 7 Einwohner pro Quadratkilometer und ist damit eine der niedrigsten der Welt. Am dichtesten besiedelt sind die Kreise im √§u√üersten S√ľden, um Almaty, Schymkent und Taras, sowie Steppenregionen im Norden, Gebiete von Nur-Sultan, Petropawl, der Norden der Gebiete Qostanai und Qaraghandy; das rechte Ufer des Irtysch. Dazu ist noch anzumerken, dass die h√∂chste Bev√∂lkerungsdichte in Kasachstan bezogen auf Regionen lediglich 25 Einwohner pro Quadratkilometer betr√§gt, niedriger als in Vorpommern.

Entwicklung der Bevölkerung

Quellen: UN, stat.gov.kz, pop-stat.mashke.org

Ethnien

In Kasachstan leben Angeh√∂rige von mehr als 50 ethnischen Gruppen mit heute jeweils mehr als 1.000 Angeh√∂rigen. Die gr√∂√üte Ethnie bilden laut Zensus 2009 mit 63¬†% der Bev√∂lkerung die turksprachigen Kasachen (nach Berechnungen bis 2014 gestiegen auf etwa 65,5¬†%). Eine der gr√∂√üten Minderheiten bilden die Russen mit knapp 24¬†% (entsprechend knapp 3,8 Millionen, bis 2018 gesunken auf etwa 21,5¬†%). Zu den turksprachigen Minderheiten geh√∂ren die etwa 457.000 Usbeken, 225.000 Uiguren, 204.000 Tataren, 97.000 Mescheten und 85.000 Aserbaidschaner sowie kleinere Gruppen von Baschkiren, Tschuwaschen, Turkmenen, Kirgisen, Karakalpaken, Krimtataren und Balkan-T√ľrken. In den letzten Jahren wanderten jedoch viele Russen aus politischen Gr√ľnden nach Russland aus. Weitere Minderheiten europ√§ischer Herkunft stellen Ukrainer (2¬†%), Deutsche (1,1¬†%, Kasachstandeutsche) und kleine Gemeinden von Polen, Letten, Litauern, Wei√ürussen und Griechen. Im Jahre 2017 waren 20¬†% der Bev√∂lkerung nicht auf dem heutigen kasachischen Staatsgebiet geboren. Gleichzeitig lebten 2,5 Millionen in Kasachstan geborene Personen in Russland und 1 Million in Deutschland.

Zu den ebenfalls hier lebenden Kaukasusvölkern zählen einige tausend Armenier sowie Georgier, Tschetschenen, Tscherkessen, Osseten, Awaren und Zachuren. In Kasachstan lebt zudem eine bedeutende Minderheit von etwa 100.000 Koreanern (bzw. Korjo-Saram), gut 0,6 % der Bevölkerung. Ferner leben in Kasachstan kleine iranischsprachige Minderheiten wie Kurden (38.000), Paschtunen und Perser. Andere Minderheiten, wie etwa Burjaten, Mongolen, Tibeter, Dunganen, Chinesen stellen nur einen geringen Bevölkerungsanteil (alle Angaben 2009).

Die meisten Angeh√∂rigen der Minderheiten wurden zur Stalinzeit unter Zwang nach Kasachstan deportiert. Viele wurden in Arbeitslagern interniert. Viele immigrierten jedoch aus wirtschaftlichen Gr√ľnden nach Kasachstan. Bis zum Zerfall der UdSSR wurden von fast allen Hochschulen Absolventen mit entsprechender Spezialausbildung nach Kasachstan verpflichtet. Keine andere Sowjetrepublik nahm damals einen derartigen Strom von Migranten auf.

Zum Wandel seit der Unabh√§ngigkeit z√§hlen Bestrebungen der Regierung, die kasachische Sprache statt der russischen als vorherrschende Amtssprache durchzusetzen. Trotz der Bem√ľhungen um ein gutes Verh√§ltnis der verschiedenen Bev√∂lkerungsgruppen breiten sich in Zentralasien Tendenzen zur Verdr√§ngung der ethnischen Minderheiten aus.

Sprachen

Die vorherrschende Sprache in Kasachstan ist nach wie vor das Russische, das von 84,8¬†% der Einwohner in Wort und Schrift beherrscht wird (m√ľndliches Sprachverst√§ndnis 94,4¬†%), obwohl die Rolle des Kasachischen, einer Turksprache, die von 62,0¬†% der Einwohner beherrscht wird (m√ľndlich 74,0¬†%), seit der Unabh√§ngigkeit w√§chst. Beide Sprachen sind Amtssprachen und Pflichtfach in allen Schulen, es gibt sowohl Schulen mit Kasachisch als auch mit Russisch als Unterrichtssprache. Es herrschen neun Jahre Schulpflicht. Die Rate der Analphabeten ist mit etwa 0,2¬†% ungef√§hr so hoch wie in Deutschland. Russisch ist insbesondere in Nordkasachstan vorherrschend, wo ein Gro√üteil der russischen Minderheit lebt, aber auch in den meisten St√§dten ist es oftmals die im Alltag dominierende Sprache. Auch viele Kasachen (besonders die Ober- und Mittelschicht), insbesondere im Norden des Landes, sprechen oft Russisch als Muttersprache.

Der private Sprachverein Qazaq tili (kasachische Sprache) genie√üt heute halboffiziellen Status. Er forciert seit 1989/90 den verst√§rkten Gebrauch der eigenen Sprache und die Entwicklung und Verbreitung des Kasachischen in der Bev√∂lkerung. Die in Angriff genommene Umstellung vom kyrillischen Alphabet auf das lateinische Alphabet hat u.¬†a. die St√§rkung des Kasachischen gegen√ľber dem Russischen zum Ziel. Die √úbergangsfrist der Umstellung sollte zun√§chst bis 2025 betragen. Die Regierung hat f√ľr die Umstellung ein Budget von 218 Milliarden Tenge (etwa 550 Millionen Euro) verabschiedet, wovon 90¬†% f√ľr Bildungsprogramme eingesetzt werden sollen. Um die Lautsprache des Kasachischen abbilden zu k√∂nnen, sollen lateinische Buchstaben mit diakritischen Zeichen eingesetzt werden.

Schrift

Kasachstan hat innerhalb von knapp 100 Jahren vier grundlegende Schriftreformen erlebt. Bis zur Oktoberrevolution 1917 war in dem muslimisch gepr√§gten Land die arabische Schrift gebr√§uchlich. De facto wurde diese bei einer Analphabetenrate von ca. 90¬†% aber nur von wenigen beherrscht. Als 1928 in der T√ľrkei ‚Äď das Kasachische geh√∂rt zur Sprachfamilie der Turksprachen ‚Äď das arabische durch das lateinische Alphabet ersetzt wurde, f√ľhrte auch Kasachstan 1929 die lateinische Schrift ein. In den 1940ern wurde in der Sowjetunion, der Kasachstan zu dieser Zeit angeh√∂rte, fl√§chendeckend das kyrillische Alphabet eingef√ľhrt (anders als Georgien, Armenien und die baltischen Staaten wurde Kasachstan von dieser Regel nicht ausgenommen). Seit der Unabh√§ngigkeit des Landes 1991 steht eine R√ľckkehr zum lateinischen Alphabet auf der innenpolitischen Tagesordnung. 1998 erfolgte formal die Umstellung. Nachdem zun√§chst eine √úbergangsfrist bis 2025 ausgegeben war, wurde im Dezember 2012 die √úbergangsfrist der (in der Praxis schleppend verlaufenden) Umstellung auf die lateinisch-kasachische Schrift zwischenzeitlich auf 2015 verk√ľrzt. Am 27. Oktober 2017 wies der kasachische Pr√§sident Nursultan Nasarbajew seine Regierung an, bis 2025 das kyrillische durch das lateinische Alphabet zu ersetzen.

Religionen

70 % der Bevölkerung sind Muslime und 26 % Christen. Daneben gibt es in den Städten kleine Gemeinden der Juden.

Die Zahl der religi√∂sen Vereinigungen in Kasachstan betr√§gt 4.173, im Jahre 1990 waren es hingegen insgesamt nur 670. Die religi√∂sen Vereinigungen haben 3129 Kultst√§tten zur Verf√ľgung ‚Äď davon 2.229 Moscheen, 258 orthodoxe und 93 katholische Kirchen, 6 Synagogen und mehr als 500 protestantische Kirchen und Gebetsh√§user. Es arbeiteten in der Republik 384 Missionare, aus mehr als 20 L√§ndern, im Jahre 1990 gab es insgesamt erst 12. Die religi√∂sen Feiertage Kurban und Weihnachten sind in Kasachstan arbeitsfreie Feiertage.

Seit 2003 werden in Kasachstan auf Initiative von Pr√§sident Nasarbajew die Kongresse der F√ľhrer der Welt- und traditionellen Religionen durchgef√ľhrt. Ebenfalls auf Initiative von Pr√§sident Nasarbajew wurde das Jahr 2010 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung zum Internationalen Jahr der Ann√§herung der Kulturen ausgerufen.

Im Jahr 1995 wurde die Vollversammlung des Volkes von Kasachstan als beratendes Organ beim Staatsoberhaupt gegr√ľndet.

Trotz des jahrzehntelangen erzwungenen Atheismus durch die Sowjetunion waren einer Sch√§tzung f√ľr das Jahr 2009 zufolge nur 2,8¬†% der Bev√∂lkerung erkl√§rte Atheisten. Im Jahr 2019 waren einer Aussage des Parlamentariers Wladimir Boiko zufolge 18,8¬†% der Bev√∂lkerung Atheisten.

Islam

Rund 70¬†% der Bev√∂lkerung geh√∂rt dem Islam an, die meisten davon sind Sunniten. Der erste Kontakt zum Islam fand im achten Jahrhundert statt. Durch die Schlacht am Talas im Jahre 751 konnte der chinesische Einfluss durch die Umayyaden aus dem Chorasan in Zentralasien einged√§mmt werden, wodurch sich der Islam in der Region schnell ausbreiten konnte. Durch den Mongolensturm geriet diese Entwicklung vorerst ins Stocken. Als einige Mongolenf√ľhrer zum Islam √ľbertraten, nahm dieser Prozess wieder Fahrt auf. Der von Nomaden besiedelte Norden Kasachstans trat erst sp√§ter in den Kontakt mit dem Islam. Viele Nomaden f√ľhrten nach der Konversion ihre schamanistischen Traditionen fort. Unter Katharina II. wurde die islamische Missionarst√§tigkeit unter den Nomaden als Mittel der ‚ÄěZivilisierung‚Äú gef√∂rdert und der Koran auch in die russische Sprache √ľbersetzt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen russische Beh√∂rden den Islam jedoch zunehmend als Gefahr f√ľr ihren Machterhalt wahr. Das Unterrichten der arabischen Schrift wurde verboten und das Publizieren von islamkritischen B√ľchern gef√∂rdert. Zur gleichen Zeit siedelten sich auch christliche Siedler in vorher nomadischen Gebieten an. W√§hrend der Sowjetunion wurde der Islam, wie alle anderen Religionen, unterdr√ľckt und alle Moscheen des Landes bis auf wenige Ausnahmen geschlossen oder umfunktioniert.

Die meisten Kasachen sind nach wie vor s√§kular und praktizieren ihre Religion nur an hohen Feiertagen wie dem Ramadan oder dem Opferfest, teilweise vermischt mit vorislamischen Br√§uchen. Dies trifft heute vor allem f√ľr die kasachischen Nomaden und f√ľr die Kasachen im Norden zu, die w√§hrend der Sowjetzeit russifiziert wurden. 1991 gab es in ganz Kasachstan wieder √ľber 170 Moscheen und 230 muslimische Gemeinden. Finanzielle Hilfe erh√§lt Kasachstan seit dieser Zeit aus der T√ľrkei, √Ągypten und von Saudi-Arabien. Die Zahl der Pilger nach Mekka aus Kasachstan steigt ebenfalls. W√§hrend die Zahl der Pilger im Jahr 2001 228 betrug, waren es 2007 bereits 4.300. Im Jahr 2006 wurde der Tag des muslimischen Opferfest zum offiziellen Feiertag erkl√§rt.

Christentum

26 % der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Den größten Anteil bilden die russisch-orthodoxen Christen. Aber auch die Armenische Apostolische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche und Georgische Orthodoxe Apostelkirche sind vertreten. Kasachstandeutsche sind meist Lutheraner (Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kasachstan) oder Mennoniten. Viele Einwohner osteuropäischer Abstammung in Kasachstan sind Katholiken, somit Teil der Römisch-katholischen Kirche in Kasachstan oder der Kasachischen Griechisch-Katholischen Kirche.

Die ersten Christen wanderten im dritten und vierten Jahrhundert aus dem heutigen Syrien und dem Byzantinischen Reich √ľber Persien in die zentralasiatische Region ein. Es waren Nestorianer. Diese Glaubensrichtung verschwand sp√§testens im 14. Jahrhundert.

Die orthodoxe Glaubensrichtung ist die zweitgr√∂√üte Religion nach dem Islam. Zu ihrer Gr√∂√üe gelangte die orthodoxe Kirche infolge der russischen Expansion. Nach verschiedenen Einwanderungswellen lebten 1871 bereits ca. 400.000 orthodoxe Christen in Zentralasien; sie unterhielten √ľber 300 Kirchen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion konnten gl√§ubige Menschen wieder ihre Religion in Kasachstan aus√ľben, was die Kirchen wiederbelebte und den Bau neuer Kirchen erm√∂glichte. Viele Russen aus Zentralasien wanderten nach Russland aus, da dort der Lebensstandard h√∂her war als in anderen Nachfolgestaaten der UdSSR wie Kasachstan.

Die ersten Protestanten, die nach Kasachstan gelangten, waren Russlanddeutsche, die im russischen Militärdienst standen. In den 1880er-Jahren gab es einen Zustrom von Lutheranern und Baptisten aus dem Westen des russischen Reiches. Durch die Deportation von Russlanddeutschen nach Zentralasien vervielfachte sich dort die Zahl der Protestanten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stieg die Anzahl der protestantischen Einrichtungen im Lande.

Zurzeit leben etwa 300.000 Katholiken in Kasachstan. Die ersten Missionare waren franziskanische Ordensm√§nner, die im 13. Jahrhundert nach Zentralasien kamen, um die dortigen regionalen Herrscher f√ľr ihre Religion zu gewinnen. In der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der Katholiken rasant durch Einwanderung aus westlichen Grenzregionen des russischen Reiches. Nach dem Zerfall der Sowjetunion nutzen viele Katholiken die Chance zur freien Religionsaus√ľbung. Durch den Aufbau diplomatischer Beziehungen zwischen Kasachstan und dem Vatikan konnten die kasachischen Katholiken mehr Unterst√ľtzung erfahren. Der Vatikan unterst√ľtzt zudem seit 1998 die Katholische Hochschule in Qaraghandy. Zurzeit existieren in Kasachstan ca. 80 r√∂misch-katholische und 4 griechisch-katholische Einrichtungen.

Judentum

1989 lebten 18.492 Juden in der Kasachischen SSR. 2010 gab es noch ungef√§hr 3700 Personen j√ľdischen Glaubens, ein Anteil von weniger als 0,5¬†% der Gesamtbev√∂lkerung im Land. Viele von ihnen sind nach Deutschland, in die Vereinigten Staaten oder nach Israel ausgewandert. Fast alle in Kasachstan lebenden Juden sind Aschkenasim. Die ersten Juden wanderten im 14. Jahrhundert √ľber den Iran nach Kasachstan ein. Heute leben viele Juden in den St√§dten, wie zum Beispiel Nur-Sultan, Almaty, Aqt√∂be, Qysylorda, Petropawl, Taras und Schymkent. Insgesamt verf√ľgt das Land √ľber 28 j√ľdische Einrichtungen. Im Jahre 2004 er√∂ffnete in Astana ‚ÄěBeyt Rahel-Habad Lyubovic‚Äú, die gr√∂√üte Synagoge Zentralasiens. Im Gegenzug zu den Juden im usbekischen Buxoro oder Bergjuden in Aserbaidschan ist die j√ľdische Gemeinde Kasachstans √ľber das ganze Land verstreut. Gerade in Wintermonaten ist es oft schwierig, die abgelegenen j√ľdischen Ortschaften zu erreichen. Um dem Problem Herr zu werden, bietet American Jewish Joint Distribution Committee mit 13 landesweiten Hesed-B√ľros soziale Dienste an und versorgt die Gemeinden u.¬†a. mit Lebensmitteln, Medizin und Kleidung.

Buddhismus

Den ersten Kontakt mit dem Buddhismus erhielt Zentralasien wohl im 1. Jahrhundert v. Chr. Im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus gelangten buddhistische Missionare aus Indien in diese Region. Ab dem sechsten Jahrhundert stand die turkst√§mmige Bev√∂lkerung unter dem Einfluss des Buddhismus. Die Dzungar-Mongolen, von denen sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Kalm√ľcken abspalteten, betrieben vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Kl√∂ster in der Semiretschje(Siebenstromland)-Region von Ostkasachstan und s√ľdlich und √∂stlich vom Balchaschsee. Sie pflegten die Gelug-Tradition des tibetischen Buddhismus. Allerdings konnte sich die Religion nicht in der Gesellschaft verankern. Heute wird der Buddhismus vor allem von aus dem Ausland stammenden Minderheiten wie Sowjet-Koreanern oder Tibetern praktiziert.

Bildung

In Kasachstan gibt es ein einheitliches, nationales Bildungssystem. Im Alter von f√ľnf bis sechs Jahren steht zun√§chst der Besuch einer Vorschule an, die f√ľr alle Kinder kostenfrei ist. Hier sollen die individuellen Bed√ľrfnisse der einzelnen Kinder gef√∂rdert werden. Wichtigster Bestandteil des kasachischen Bildungsmodells ist die Mittelschule. Sie beginnt mit der Unterstufe (Klasse 1‚Äď4), wird mit der Hauptstufe (Klasse 5‚Äď7) fortgesetzt und endet mit der Oberstufe (Klasse 10‚Äď11 beziehungsweise 12). Der Unterricht f√ľr die zirka 3,2 Millionen Sch√ľler erfolgt, je nach Region, in sieben verschiedenen Sprachen (Kasachisch, Russisch, Usbekisch, Uigurisch, Tadschikisch und an jeweils einer Schule auf Ukrainisch und auf Deutsch). 2015 konnten √ľber 99¬†% der erwachsenen Bev√∂lkerung lesen und schreiben.

Die Hochschulbildung kann man in verschiedenen Einrichtungen absolvieren, unter anderem an der Universität, der Akademie, an einem Institut und diesen gleichgestellte Einrichtungen wie Konservatorium, Hochschule und Fachhochschule. In der Hochschulstruktur gibt es drei Stufen. Am Ende steht der Universitätsabschluss oder der Magister.

Zurzeit gibt es in Kasachstan ungef√§hr 170 Hochschulen, von denen 110 nicht staatlich sind, und 60 staatliche Universit√§ten. Zu den gr√∂√üten Universit√§ten z√§hlen die Staatliche Universit√§t Qaraghandy (KSU), die Staatliche Universit√§t Pawlodar (PSU) und die Al-Farabi-Universit√§t. Des Weiteren gibt es in Almaty auch eine Kasachisch-Britische Technische Universit√§t und eine Deutsch-Kasachische Universit√§t. Technische Universit√§ten befinden sich mit der Kasachischen Nationalen Technischen Universit√§t Almaty (KAZNPU) in Almaty, in Qaraghandy und in √Ėskemen.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen kasachische Sch√ľler Platz 42 von 72 L√§ndern in Mathematik, Platz 43 in Naturwissenschaften und Platz 51 beim Leseverst√§ndnis.

Geschichte

Altertum und Fr√ľhmittelalter

Im Altertum entstanden auf dem Gebiet des sp√§teren Kasachstan verschiedene Reiche. Am bekanntesten sind die Reiche der turkst√§mmigen Kangly, Scha-t‚Äôo, Kirgisen, Kimek und Naimanen, die vor allem das n√∂rdliche, s√ľdliche und √∂stliche Kasachstan beherrschten. Der S√ľden wurde vor allem durch das iranische Reich des Choresm-Schah gebildet, dem auch formal die Gebiete der turkst√§mmigen Karachaniden und der T√ľrgesch untertan waren. Das sp√§tere Westkasachstan unterstand den Reichen der Kyptschaken und der Oghusen.

Vom Mittelalter zur Neuzeit

Im 13. Jahrhundert wurde Kasachstan von den Mongolen Dschingis Khans √ľberrannt und seinem Reiche einverleibt: Gro√üe Teile des heutigen Kasachstans z√§hlten zu der Orda-Horde. Im Westen des Landes befand sich das Gebiet der Goldenen Horde, w√§hrend der S√ľden de jure durch das Khanat Tschagatai kontrolliert wurde. Im s√ľdwestlichen Kasachstan, in den Gebieten zwischen dem Kaspischen Meer und dem Aralsee, herrschten de facto seit dem 15. Jahrhundert die Khane der Nogaier-Horde.

Im 14./15. Jahrhundert von Timurs Eroberungen betroffen, bildeten sich nun das Usbekische und Kasachische Khanat heraus. In der Folgezeit entstanden auf Basis des Letzteren drei Nachfolge-Khanate (‚Äě√Ąlterer/Gro√üer Schus‚Äú im Siebenstromland (kas. “Ī–Ľ—č –∂“Į–∑), ‚ÄěMittlerer Schus‚Äú in Zentralkasachstan (kas. –ě—Ä—ā–į –∂“Į–∑) und ‚ÄěJ√ľngerer/Kleiner Schus‚Äú (kas. –ö—Ė—ą—Ė –∂“Į–∑)). Sp√§ter gingen sie im Russischen Zarenreich auf. Diese staats√§hnlichen Gebilde spielen auch in der Gegenwart eine Rolle.

Ab 1640 bildeten in der √∂stlichen Nachbarschaft von Kasachstan die mongolischen Oiraten das Dsungarische Khanat und fielen ab dem fr√ľhen 18. Jahrhundert immer wieder in Kasachstan ein. 1718 besiegten die Dsungaren die Kasachen am Fluss Ajagus (am Balchaschsee), damit begann die Zeit des ‚ÄěGro√üen Ungl√ľcks‚Äú f√ľr die Kasachen. Es folgten wiederholte √úbergriffe der Dsungaren auf kasachisches Gebiet, bis 1755 die Chinesen das Dsungarische Khanat besiegten.

Russische Herrschaft

Um dem Einverleiben durch China zu entgehen, unterstellte sich das sp√§tere Kasachstan Mitte des 18. Jahrhunderts nach und nach dem russischen Kaiserreich. Es kam nun dort zur Bildung der drei kasak-kirgisischen Horden. Im 19. Jahrhundert begann der kasachische Widerstand gegen die russische Herrschaft: Auf dem Gebiet der einstigen Nogaier-Horde wurde 1812 die kasachische B√∂key-Horde begr√ľndet, die das Khanat unter ihrer F√ľhrung wiederherstellen wollte. Ihr F√ľrst B√∂key war ein Dschingiskhanide und Ende des 18. Jahrhunderts Anw√§rter auf den Khantitel der Kleinen Horde gewesen. Nachdem er gescheitert war, bat er den russischen Zaren um Aufnahme. Er lie√ü sich mit seinen Anh√§ngern im Gebiet zwischen Wolga und Ural nieder und B√∂key Khan wurde ein treuer Vasall des Zaren. Dieser setzte ihn 1812 als zweiten Khan in der Mittleren Horde ein. Doch wenig sp√§ter wurden alle Horden aufgel√∂st und das nachmalige Kasachstan durch General Kaufmann (‚Ć 1882) unterworfen und dadurch dem Generalgouvernement Turkestan unterstellt.

Die meisten St√§dte Kasachstans sind w√§hrend dieser Periode von Russen gegr√ľndet worden. Dazu geh√∂ren unter anderem Nur-Sultan, Almaty, Semipalatinsk, Ust-Kamenogorsk, Petropawl und andere.

Sowjetische Herrschaft

Nach der Februarrevolution 1917 in Petrograd und dem Sturz des autokratischen Zaren Nikolaus¬†II. wurden auch in Kasachstan die neuen Ideen der Revolution verbreitet. Noch im selben Jahr proklamierte die kasachische Nationalbewegung Alasch die Autonomie Kasachstans innerhalb eines f√∂derativen Russland. Da die Alasch Orda die Anerkennung der Macht√ľbernahme der Bolschewiki verweigerte, geriet sie in Konflikt mit der neuen russischen Sowjetregierung. Im Laufe des russischen B√ľrgerkrieges war das Gebiet des heutigen Kasachstan zwischen den Bolschewiki, der Alasch Orda sowie russischen antikommunistischen Gruppierungen umk√§mpft, wobei die Allianzen und Machtverh√§ltnisse mehrmals wechselten. 1919 wurde das Gebiet schlie√ülich von den Sowjets unterworfen.

Am 26. August 1920 wurde aus dem n√∂rdlichen und zentralen Teil des heutigen Kasachstan die Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der RSFSR gebildet. Deren erste Hauptstadt wurde das heute zu Russland geh√∂rende Orenburg. Das Frauenwahlrecht wurde mit der ersten Verfassung der UdSSR am 31. Januar 1924 anerkannt. Nach der Aufl√∂sung der ASSR Turkestan wurden der Kirgisischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik 1924/1925 auch das heutige s√ľdliche Kasachstan sowie das heutige Karakalpakistan angegliedert. Im April 1925 wurde sie in Kasachische Autonome Sowjetrepublik umbenannt. Orenburg wurde von der Kasachischen ASSR getrennt und unmittelbar Teil der RSFSR, neue Hauptstadt wurde 1925 zun√§chst Qysylorda, 1929 dann Alma-Ata (heute Almaty).

Die Bev√∂lkerung Kasachstans litt in den Jahren von 1928 bis 1933 unter einer beispiellosen Agrarkrise, Folge der gewaltsamen und in der gesamten Sowjetunion durchgef√ľhrten Zwangskollektivierung und Entkulakisierung und nicht zuletzt der damit einhergehenden administrativen Sesshaftmachung der Nomaden Kasachstans. Die soziale und √∂konomische Lage war gekennzeichnet durch massenhafte Enteignungen, Massendeportationen, Massenflucht und weit verbreitete Unruhen. Hungerkatastrophen kosteten zirka 1,3 bis 1,5 Millionen Menschenleben. Andere Stellen sprechen von 1,5 bis 1,7 Millionen Todesopfern sowie bis zu 42¬†% der Bev√∂lkerung, die dem Hunger zum Opfer fielen.

Am 5. Dezember 1936 wurde Kasachstan als Kasachische SSR zu einer von der RSFSR getrennten eigenständigen Unionsrepublik der Sowjetunion erklärt, während Karakalpakistan als autonome Republik dem benachbarten Usbekistan zugeschlagen wurde.

W√§hrend der Sowjetzeit kam es zu einem massiven Entwicklungsschub f√ľr Kasachstan. Das bis dahin eher nomadisch gepr√§gte Land wurde mit neuen Eisenbahnlinien erschlossen. In den St√§dten wurden Industriebetriebe angesiedelt, und dank der Einwanderungswelle der Fachkr√§fte aus Russland kam es zu starkem Bev√∂lkerungswachstum. Im Zweiten Weltkrieg diente Kasachstan sowohl als Evakuierungsort f√ľr zahlreiche Menschen aus dem europ√§ischen Teil der Sowjetunion, als auch als Deportationsziel f√ľr V√∂lker, die der Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Deutschland bezichtigt wurden (Krimtataren, Tschetschenen, Inguschen, Koreaner, aber auch Russlanddeutsche).

Nikita Chruschtschow betrieb ein umfangreiches und kostspieliges Agrarprogramm zur landwirtschaftlichen Erschlie√üung der nordkasachischen Steppen. Es entstanden riesige Bew√§sserungsanlagen, im Gespr√§ch war sogar ein Projekt der Umleitung der sibirischen Fl√ľsse nach S√ľden, der sogenannte Dawydow-Plan. Unter Chruschtschow wurde in Kasachstan auch der Weltraumbahnhof Baikonur errichtet.

Unabhängigkeit

1990 erklärte Kasachstan seine Souveränität innerhalb der UdSSR. Nursultan Nasarbajew wurde Staatsoberhaupt.

Am 16. Dezember 1991 erkl√§rte die Republik Kasachstan ihre Unabh√§ngigkeit. Kasachisch wurde Amtssprache, die Hauptstadt Alma-Ata wurde in Almaty umbenannt, der 16. Dezember wurde Nationalfeiertag. Nursultan Nasarbajew war bereits am 1. Dezember 1991 in den ersten direkten Wahlen zum Pr√§sidenten gew√§hlt worden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erhob Kasachstan territoriale Anspr√ľche gegen√ľber den Nachbarstaaten. So beanspruchte es beispielsweise von Usbekistan alle von S√ľdkasachen bewohnten Gebietsteile einschlie√ülich der von den Karakalpaken bewohnten Autonomen Republik. Zu dieser Zeit favorisierte auch die Mehrheit dieser ethnischen Minderheit den Anschluss ihrer Gebietsteile an das sprachverwandte Kasachstan.

1992 gr√ľndete Kasachstan zusammen mit Usbekistan, Kirgisistan, Turkmenistan, Aserbaidschan und der T√ľrkei den Zentralasiatisch-T√ľrkischen Gipfel.

Am 28. Januar 1993 wurde mit der Verfassung des unabhängigen Kasachstan das aktive und passive Frauenwahlrecht anerkannt.

1997 zogen Regierung und Parlament von Almaty nach Aqmola um. Aqmola wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und 1998 in Astana (Hauptstadt) umbenannt. Als Gr√ľnde hierf√ľr f√ľhrte man die besseren langfristigen Entwicklungsm√∂glichkeiten Astanas gegen√ľber dem in einem erdbebengef√§hrdeten Talkessel gelegenen Almaty an. Eine weitere Rolle d√ľrfte die zentralere Lage Astanas gegen√ľber dem in der N√§he der kirgisischen Grenze gelegenen Almaty gespielt haben. M√∂glicherweise wollte man separatistischen Tendenzen des von vielen ethnischen Minderheiten (vor allem Russen) bev√∂lkerten Nordens des Landes entgegenwirken, indem man eine n√§her an diesen Gebieten gelegene Stadt zur Hauptstadt machte.

Politik

Staat

Das Land ist nach der Kasachischen Verfassung von 1995 eine Pr√§sidialrepublik. Die Amtszeit des Staatsoberhauptes betr√§gt f√ľnf Jahre und sie ist auf zwei Amtszeiten beschr√§nkt ‚Äď diese Regelung galt indes nicht f√ľr Nursultan Nasarbajew, den Pr√§sidenten von der Staatsgr√ľndung 1991 bis 2019.

Das Parlament besteht aus einem Zweikammersystem ‚Äď aus Senat und Unterhaus.

Das Unterhaus (M√§schilis) z√§hlt 107 Mitglieder. 98 von ihnen werden im Proporz gew√§hlt, neun vom Pr√§sidenten als Vertreter der ethnischen Minderheiten ernannt. F√ľr den Einzug in die M√§schilis ben√∂tigt eine Partei einen W√§hleranteil von 7¬†%.

Politische Indizes

Innenpolitik

Die Innenpolitik wird auch nach dem autorit√§ren Regierungsstil der Pr√§sidentschaft Nasarbajews weiterhin durch diesen gepr√§gt, blieb dieser doch Vorsitzender des Sicherheitsrates auf Lebenszeit und ist seine Position als ‚ÄěF√ľhrer der Nation‚Äú in der Verfassung verankert.

F√ľr Aufsehen sorgte im Februar 2006 der Mord am Oppositionspolitiker Altynbek Sarsenbajew.

Bei den Wahlen im August 2007 erhielt die Partei Nur Otan von Nursultan Nasarbajew 88¬†% der Stimmen. Da keine der sechs angetretenen Oppositionsparteien die Sieben-Prozent-H√ľrde √ľberwinden konnte, errang Nur Otan alle 98 Sitze des Parlamentes. Die Opposition hatte bis dahin einen Sitz innegehabt. Die Organisation f√ľr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erkl√§rte, die Wahl habe vor allem bei der Stimmenausz√§hlung und der Umsetzung neuer Rechtsvorschriften nicht den internationalen Standards entsprochen. Die Oppositionsparteien erkannten das Ergebnis nicht an und sprachen von massiven Manipulationen.

Somit konnte auch die Kommunistische Partei Kasachstans, deren Vorsitzender Nursultan Nasarbajew bis 1991 selbst war, nicht ins Parlament einziehen.

Am 15. Januar 2012 fanden vorgezogene Parlamentswahlen statt. Nur Otan erhielt 83 Sitze. Seit den Wahlen 2016 hält Nur Otan 84 Sitze.

Namensdebatte

2014 √§u√üerte Pr√§sident Nasarbajew die Absicht, den Namen des Landes zu √§ndern. Hintergrund der Initiative ist die Abgrenzung zu anderen Staaten, deren Namen die Endung -stan enthalten, insbesondere zu Afghanistan und Pakistan, da der Pr√§sident bef√ľrchtet, im Ausland negativ wahrgenommen zu werden, weil der Name Kasachstan negative Assoziationen hervorrufe. Nasarbajew argumentierte, die Mongolei sei f√ľr Ausl√§nder interessanter, da der Landesname nicht die Silbe -stan enthalte. Ein Vorschlag f√ľr einen neuen Namen ist Kasach Eli, √ľbersetzt Land der Kasachen.

Außenpolitik

Kasachstan unterh√§lt strategische Partnerschaften mit Russland, China und den USA. Mit dem Nachbarn Russland verbindet Kasachstan der Vertrag √ľber Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe aus dem Jahr 1992; daneben die gemeinsame Grenze, eine starke handelspolitische Verflechtung und ein hoher russischer Bev√∂lkerungsanteil. Auch befindet sich der Weltraumbahnhof Baikonur, der von Russland gepachtet wird, im S√ľden Kasachstans. Die Partnerschaft mit China existiert seit 2005, sie basiert namentlich auf dem gemeinsamen Interesse, die Transportinfrastruktur zwischen den Nachbarn auszubauen. Die Beziehungen zu den USA sind vor allem gepr√§gt durch das Engagement gro√üer US-amerikanischer Unternehmen im Land, aber auch durch gemeinsame Interessen, wie den Kampf gegen Terrorismus und gegen Drogen. Wegen Wasser- und Energiefragen nicht immer frei von Spannungen ist hingegen das Verh√§ltnis zum Nachbarland Usbekistan. Verst√§rkt haben sich die Beziehungen mit Europa. Sie gr√ľnden auf dem am 23. Januar 1995 in Br√ľssel unterschriebenen Abkommen √ľber Partnerschaft und Zusammenarbeit, das am 1. Juli 1999 in Kraft trat.

Kasachstan ist Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen wie der UNO und allen UNO-Organisationen (z.¬†B. UNESCO), der Shanghaier Organisation f√ľr Zusammenarbeit (SCO), der Organisation des Vertrags √ľber kollektive Sicherheit, der GUS, der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), der Organisation f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO) und der Organisation f√ľr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Im Jahr 2010 hatte Kasachstan den OSZE-Vorsitz inne. Kasachstan ist des Weiteren aktives Mitglied des T√ľrkischen Rates sowie der T√úRKSOY-Gemeinschaft. In den letzten Jahren hat das Land seine Aktivit√§ten im T√ľrkischen Rat massiv erh√∂ht und plant, zuk√ľnftig eine aktivere Rolle im Rat einzunehmen. So wurde zum Beispiel auf Initiative Kasachstans die s√ľdkasachische Stadt T√ľrkistan zur "spirituellen Hauptstadt der t√ľrkischen Welt".

In der geostrategischen Analyse von Zbigniew BrzeziŇĄski in seinem grundlegenden Werk ‚ÄěDie einzige Weltmacht‚Äú wird Kasachstan aus US-amerikanischer Perspektive als ‚ÄěSchild (Usbekistan als die Seele) des nationalen Erwachens der verschiedenen V√∂lker der Region‚Äú verstanden. Kasachstan sch√ľtze die anderen L√§nder vor direktem russischen Druck, da es allein an Russland grenzt. Kasachstan rivalisiere mit Usbekistan um die regionale Vorherrschaft. Kasachstan sei f√ľr Russland ‚Äěh√∂chst verlockend‚Äú, "weil es aufgrund seiner ethnischen Probleme in einer offenen Konfrontation mit Moskau mit Sicherheit den k√ľrzeren z√∂ge." Au√üerdem wirkt die Angst der Kasachen vor China und die Unruhe der Regierung √ľber den chinesischen Umgang mit den Uiguren in Xinjang zugunsten einer Ann√§herung an Russland. Eine Abh√§ngigkeit von Russland w√ľrde Kirgistan und Tadschikistan in die Einflusssph√§re Moskaus bringen, das dann ‚Äěsowohl Usbekistan als auch Turkmenistan st√§rker unter Druck setzen k√∂nnte‚Äú.

Die Europ√§ische Union formuliert ihre politischen Ziele gegen√ľber dem Land seit 2007 unter anderen durch ihre EU-Zentralasienstrategie.

Am 30. November 2015 trat Kasachstan nach 20-jährigen Verhandlungen als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei.

Durch das Partnerschaftsabkommen mit der Europ√§ischen Union, welches am 21. Dezember 2015 in Astana unterzeichnet wurde, erhofft sich die Regierung Kasachstans, das Land f√ľr den Tourismus zu √∂ffnen. Zudem fand die Expo 2017 in der Hauptstadt Astana statt. Deutschland bezog dabei einen der gr√∂√üten Pavillons.

Militär

Kasachstan gab 2017 knapp 0,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,3 Milliarden US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus. Das Land ist weiterhin ein Verb√ľndeter Russlands.

Nukleare Testgebiete

Von 1949 bis 1989 fanden ‚Äď ohne Menschen aus dem d√ľnn besiedelten Gebiet abzusiedeln ‚Äď auf dem im Nordosten des Landes gelegenen Atomwaffentestgel√§nde Semipalatinsk nahe Kurtschatow 470 Atomtests (davon 124 oberirdisch) statt. Das stark verseuchte Areal wurde am 29. August 1991 geschlossen.

Zu Zeiten der Sowjetunion gab es weitere kleine Atomtestgebiete, u.¬†a. zwei im Nordwesten Kasachstans, auf der kaspischen Halbinsel Mangyschlak und n√∂rdlich des Aralsees. √úber das Land sind f√ľnf Standorte f√ľr Raketentests verteilt. Auf dem Raketentestgel√§nde Saryschagan befindet sich au√üerdem das Lasertestzentrum Terra-3.

Menschenrechte

In Kasachstan ist die Menschenrechtslage angespannt; jedoch hat das Land in den letzten zehn Jahren nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes (Stand 2012) begrenzte Fortschritte auf dem Weg zu einem Rechtsstaat gemacht. Im Oktober 2010 hatte der UN-Sonderberichterstatter Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafen in Kasachstan kritisiert. Das Land verberge das volle Ausmaß der Folter und anderer Misshandlungen in seinem Haft- und Gefängnissystem weiterhin. Korruption und politische Intervention im Rechtsbereich sind an der Tagesordnung. In Strafverfahren werden häufig Verfahrensregeln verletzt. Reformanstöße von innen und außen werden zögernd angenommen und umgesetzt.

Ab 2004 galt ein Moratorium (Aufschiebung, Einstellung) f√ľr den Vollzug der Todesstrafe. 2009 hatte Pr√§sident Nasarbajew ein Gesetz zur Aufhebung der Todesstrafe unterzeichnet. Davon ausgenommen waren jedoch einige terroristische Straftaten und Kriegsverbrechen. 2016 wurde Ruslan Kulekbajew, ein Sympathisant der ultraradikalen salafistischen Str√∂mung, zum Tode verurteilt, nachdem er auf einer Polizeistation in der Stadt Almaty zehn Personen, darunter acht Polizisten erschossen hatte. Anfang 2021 schaffte Kasachstan die Todesstrafe endg√ľltig ab; Pr√§sident Toqajew unterzeichnete nach offiziellen Angaben eine entsprechende Verf√ľgung. Das Todesurteil Ruslan Kulekbajews wurde in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

Rechtsstaat

2010 f√ľhrten die Beh√∂rden eine Reihe von Ma√ünahmen ein, die darauf abzielten, Folter zu verhindern. Dazu geh√∂rten ein erleichterter Zugang unabh√§ngiger √∂ffentlicher Beobachter zu Hafteinrichtungen und eine √∂ffentliche Verpflichtung, gegen√ľber Folter eine ‚ÄěNull-Toleranz-Politik‚Äú walten zu lassen.

2010 verschob die Regierung die Einrichtung des Nationalen Pr√§ventionsmechanismus, eines unabh√§ngigen √úberwachungsmechanismus f√ľr Haftanstalten, um drei Jahre. Trotz erster Ma√ünahmen berichteten Personen laut Amnesty International, die sich im Polizeigewahrsam befanden, dass sie sowohl vor als auch nach der formalen Registrierung ihrer Haft in einer Polizeistation h√§ufig Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt waren. Polizeibeamte verstie√üen oft gegen das Strafvollzugsgesetz, das eine Registrierung von Gefangenen binnen drei Stunden nach ihrer Inhaftierung vorsieht.

Meinungsfreiheit

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2020, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Kasachstan Platz 157 von 180 L√§ndern. Laut dem Bericht der Nichtregierungsorganisation ist die Situation der Pressefreiheit im Land ‚Äěschwierig‚Äú. Die Meinungs- und Medienfreiheit ist eingeschr√§nkt. Kritik am Pr√§sidenten und seiner Familie kommt vor, jedoch nur punktuell. Missliebige Journalisten werden drangsaliert und im kasachischen Internet werden bestimmte Seiten blockiert.

Bolat Atabajew, ein prominenter kasachischer Theaterregisseur und Menschenrechtler, war etwa wegen seiner kritischen √Ąu√üerungen im Zusammenhang mit der gewaltsamen Niederschlagung der friedlichen Proteste von √Ėlarbeitern in der Stadt Schanga√∂sen (siehe Schanga√∂sen-Massaker) im Juni 2012 verhaftet worden. Rund drei Wochen sp√§ter kam er wieder frei und ging anschlie√üend ins Exil nach Deutschland. F√ľr seinen Einsatz f√ľr mehr Demokratie in Kasachstan wurde Atabajew im August desselben Jahres die Goethe-Medaille verliehen.

Religions- und Versammlungsfreiheit

Die Religions- und Versammlungsfreiheit wird vom Staat restriktiv gehandhabt. Religiöse Gruppen am Rande des religiösen Spektrums werden als Gefährdung wahrgenommen. Wer sich zu seinem Glauben bekennt, riskiert mehrjährige Haftstrafen. Der UN-Menschenrechtsausschuss forderte Kasachstan daher 2016 auf, seine Verfassung zu ändern, um Religionsfreiheit zu gewähren. Der Islam spielt eine zunehmende Rolle im täglichen Leben, ist aber mit wenig Ausnahmen weitgehend tolerant.

Frauenrechte und Minderheitenschutz

Frauen sind in Spitzenpositionen von Politik und Wirtschaft trotz ihrer relativ hohen Bildungs- und Erwerbst√§tigkeitsquote wenig vertreten. Kernproblem ist der deutliche Lohnnachteil f√ľr Frauen, ihre schlechte soziale Absicherung (hohe Alleinerziehungsquote) sowie ihr unzul√§nglicher Gesundheitsschutz. Die Vielehen (ein Mann und zwei oder mehrere Frauen) nehmen derzeit bei muslimischen M√§nnern zu (Stand 2013). Anders als in anderen Staaten kann hier ein Imam ohne das Standesamt Ehen schlie√üen. Ein entsprechendes Gesetz zur offiziellen Erlaubnis von Vielehen ist geplant. Im Global Gender Gap Report, der die Gleichberechtigung von M√§nnern und Frauen in einer Gesellschaft misst, belegte Kasachstan 2017 Platz 52 von 144 L√§ndern.

Homosexualität

Homosexualität ist in großen Teilen der Gesellschaft in Kasachstan tabuisiert, seit 1998 jedoch legal. Die vom Staat größtenteils veröffentlichte Meinung diskriminiert homosexuelle Menschen in Kasachstan und staatliche Behörden wie die Polizei bedrängen LGBT-Aktivisten im Land.

Wahlfreiheit (Präsidentenwahl 2019)

Wahlfreiheit ist in Kasachstan aufgrund verschiedener Gesetze schwierig, da die Gesetze immer wieder versch√§rft wurden und somit hohe Barrieren f√ľr eine Pr√§sidentschaftskandidatur von der Opposition geschaffen haben, zum Beispiel, dass man erst, nachdem man 15 Jahre pausenlos in Kasachstan gelebt hat, zur Pr√§sidentschaftswahl antreten darf.

Nach der Abdankung des langj√§hrigen Pr√§sidenten Nursultan Nasarbajew fanden am 9. Juni 2019 Pr√§sidentenwahlen statt. Dabei geht die fr√ľhere Senatorin Sauresch Battalowa davon aus, dass Nursultan Nasarbajew auch aufgrund seines Strafverfolgungsschutzes (‚ÄěElbasy‚Äú) abgetreten ist. Sein vorbestimmter Nachfolger Qassym-Schomart Toqajew, der Nursultan Nasarbajews langj√§hriger Vertrauter ist, wird durch diese ‚ÄěScheinwahl‚Äú vereidigt. Zudem wurde Nursultan Nasarbajew nach der Abdankung zum Ehrensenator ernannt. Und als Chef der Regierungspartei Nur-Otan wird er ‚Äěweiterhin die Politik vorgeben‚Äú.

Fr√ľhere Oppositionsf√ľhrer haben sich meistens in die Nachbarl√§nder (vor allem Russland und Mongolei) abgesetzt um der Strafverfolgung zu entgehen. In dem heutigen Parlament ist eine Opposition nicht zu finden.

Arbeitnehmerrechte

Laut einer Studie des Internationalen Gewerkschaftsbundes aus dem 2020 geh√∂rt Kasachstan unter den 144 untersuchten Staaten zu den zehn, in denen Arbeitnehmerrechte am schwersten verletzt werden. Der Staat wird insbesondere f√ľr das Vorgehen gegen unabh√§ngige Gewerkschaften und die juristische Verfolgung der Vorsitzenden kritisiert. So wurde auf Initiative mehrerer Mineral√∂lkonzerne im Jahr 2021 durch eine Regionalbeh√∂rde eine Klage eingereicht, deren Ziel die Aufl√∂sung der Gewerkschaft der Energieindustrie ist.

Wirtschaft

Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre (seit 1999) betrug im Durchschnitt 9,3¬†%. 2004 legte das BIP (Bruttoinlandsprodukt) um 9,4¬†% zu. Im 1. Halbjahr 2005 betrug das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum 9,1¬†% (f√ľr das Gesamtjahr auf 8,8¬†% prognostiziert). Damit ragt Kasachstan in der Region Zentralasien als Vorbild f√ľr eine Transformations-Wirtschaft hervor und l√§sst alle anderen L√§nder der Region weit hinter sich. Die wirtschaftliche Lage Kasachstans hat sich weiterhin verbessert und die Regierung f√∂rdert zunehmend ausl√§ndische Direktinvestitionen. Von den √Ėl- und Gasressourcen des Landes profitiert jedoch nur eine schmale Elite. Seit 2003 erfolgen Versuche zur Reduzierung der Rohstoffabh√§ngigkeit der Wirtschaft. Zu den seit 2008 realisierten Projekten der Intensivierung der Wertsch√∂pfung durch Weiterverarbeitung einheimischer Rohstoffe geh√∂ren Walzstahl- und Siliziumwerke in Karaganda, die Chromerzaufbereitung in Aqt√∂be und ein Eisenlegierungswerk in Taras. Mit dem Sinken der Rohstoffpreise verlangsamte sich das Wachstum ab 2014 deutlich. 2016 betrug es noch knapp 1¬†%.

Kasachstan ist die größte Wirtschaft und das reichste Land Zentralasiens. 2020 betrug das BIP (kaufkraftbereinigt) pro Kopf 26.565 internationale US-Dollar.

Das Finanzzentrum des Landes ist die ehemalige Hauptstadt Almaty. Hier haben alle gro√üen Kreditinstitute Kasachstans ihren Hauptsitz, unter anderen Kazkommertsbank, Halyk Bank und Alliance Bank. Der BTA Bank stellten viele westliche Gro√übanken erhebliche Kreditmittel zur Verf√ľgung; ihr ehemaliger Vorstand Muchtar √Ąbljasow ist derzeit Mittelpunkt von Ermittlungen √ľber den Verbleib der Gelder. Die Kasachische B√∂rse befindet sich im neuen Finanzbezirk Almatys.

Das Genossenschaftswesen spielt eine gewisse Rolle. An Erzeuger-, Verbraucher-, Mietergenossenschaften usw. sind etwa 5 % bis 10 % der Einwohner Kasachstans beteiligt.

Als Folge der Krise 2009 wurden von Zollabgaben freie Wirtschaftszonen gegr√ľndet. Die Wirtschaftskommission f√ľr Europa (UNECE) konstatiert jedoch deutliche Defizite bei der Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen und bei der Gr√ľndungsf√∂rderung.

Kasachstan ist Gr√ľndungsmitglied der seit dem 1. Januar 2015 existierenden Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Im Dezember 2015 trat Kasachstan als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Die Beitrittsverhandlungen dauerten fast 20 Jahre an und werden als die schwierigsten √ľberhaupt bezeichnet. In besonderem Ma√üe haben dazu die Verhandlungen um die Zolltarife mit den Mitgliedstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion beigetragen. Nun soll durch das geschlossene Abkommen der Importzoll des Landes binnen 5 Jahren auf 6,1¬†%, f√ľr Agrarg√ľter auf 7,6¬†% gesenkt werden. Aus Sicht des kasachischen Pr√§sidenten Nursultan Nasarbajew ergeben sich durch die Mitgliedschaft weitere M√∂glichkeiten f√ľr das Wachstum der kasachischen Wirtschaft, bereits circa 90¬†% des Handels entfielen auf WTO-Staaten.

Bei dem Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos warb der kasachische Ministerpr√§sident K√§rim M√§ssimow verst√§rkt um Investoren. Er betonte die investorfreundlichen Reformen und meinte, dass der niedrige √Ėlpreis eine ideale Voraussetzung f√ľr die Umsetzung solcher Reformen bilde. Zudem wolle Kasachstan beim n√§chsten Weltwirtschaftsforum in einer verbesserten Ausgangssituation dastehen.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegte Kasachstan Platz 53 von 138 L√§ndern (Stand 2016‚Äď2017). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte Kasachstan 2017 Platz 42 von 180 L√§ndern. Der Staat hat nach wie vor viel Einfluss auf die kasachische Wirtschaft, auch wenn in den letzten Jahren zahlreiche Privatisierungen durchgef√ľhrt wurden.

Rohstoffe

Erd√∂l- und Erdgasf√∂rderung sowie √Ėlprodukte bilden die Basis der kasachischen Wirtschaft. In den 1990er-Jahren wurden im Norden des Kaspischen Meeres und in der kasachischen Steppe die gr√∂√üten Erd√∂lreserven der letzten 30 Jahre gefunden. Experten sch√§tzen sie auf rund neun Milliarden Barrel. Die Ausbeutung erfolgt mit Hilfe ausl√§ndischer Gesellschaften. Sie m√ľssen von der F√∂rdermenge zwischen 40¬†% und 50¬†% an den kasachischen Staat abgeben. Allein im Jahr 2002 wurden in Kasachstan rund 360 Millionen Barrel im Wert von 7 Milliarden Euro gef√∂rdert. Dank der zunehmenden Ausbeutung der in den 1990er-Jahren entdeckten riesigen Vorkommen konnte die F√∂rdermenge bis zum Jahr 2010 auf rund 580 Millionen Barrel gesteigert werden. Dank dem gleichzeitig stark gestiegenen √Ėlpreis stiegen die √Ėleink√ľnfte daher um ein Vielfaches und verhelfen Kasachstan zu einem sehr starken Wirtschaftswachstum.

Die F√∂rdermenge soll auch in Zukunft weiter ausgeweitet werden, da wichtige Felder im Kaspischen Meer noch erschlossen werden. Die Gasf√∂rderung in Kasachstan hat sich in den zehn Jahren zwischen 2000 und 2010 von 10,4 Milliarden m¬≥ auf 33,6 Milliarden m¬≥ mehr als verdreifacht. Kasachstan ist eines der L√§nder, die in der strategischen Ellipse liegen. In Kasachstan sind weite Landstriche durch die radioaktiven Abf√§lle aus √Ėl- und Gasf√∂rderung verseucht.

Als Energieträger hat Steinkohle nach wie vor große Bedeutung. Kasachstan besitzt außerdem reiche Reserven an Zinn, Uran, Blei, Zink, Bauxit, Eisen, Gold, Silber, Phosphor, Mangan, Kupfer und anderem.

Produktion

Sehr gut entwickelt ist auch die H√ľttenindustrie (Schwarz- und Buntmetalle) sowie deren Erzeugnisse. In Kasachstan werden zudem chemische Erzeugnisse (D√ľnger, Kunststoffe), Maschinen, Ausr√ľstungen, Textilien und Lebensmittel hergestellt. Die wichtigsten Industriezentren sind Almaty, Qaraghandy, Schymkent, Pawlodar und Aqt√∂be.

Landwirtschaft

Rund 75¬†% der Landesfl√§che sind landwirtschaftlich nutzbar. So deckt Kasachstan seinen Bedarf an Getreide dank der fruchtbaren Steppenb√∂den und trotz geringer Ertr√§ge aufgrund von Trockenheit vollst√§ndig selbst und exportiert die √úbersch√ľsse in H√∂he von vier bis f√ľnf Millionen Tonnen. Seit 2005 wird ein Teil der Exporte √ľber die lettischen Hafenst√§dte LiepńĀja und Ventspils abgewickelt. Das von den beiden Staaten gemeinsam errichtete Ventspils Grain Terminal ist f√ľr die Verschiffung von j√§hrlich 2,5 Millionen Tonnen Getreide ausgelegt. Im Norden besteht um die Hauptstadt Nur-Sultan ein landwirtschaftlich gut erschlossenes Gebiet. Der russische Name der Stadt von 1961 bis 1991 (Zelinograd, ‚ÄěNeulandstadt‚Äú) deutet darauf hin, dass es sich um urbar gemachtes Steppenland handelt, das auf Gehei√ü des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion unter Nikita Chruschtschow ab 1954 erschlossen wurde. W√§hrend das Niveau der Getreideertr√§ge in den ersten Jahrzehnten nach der Urbarmachung weit hinter den Erwartungen zur√ľckblieb, gelang nach der Jahrtausendwende eine Stabilisierung. In den s√ľdlichen Gebieten von Almaty bis Schymkent werden Fr√ľchte angebaut. Von gro√üer Bedeutung vor allem f√ľr die Bewohner der Halbw√ľsten- und W√ľstengebiete ist die Viehhaltung. Es werden haupts√§chlich Schafe gez√ľchtet, au√üerdem Ziegen, K√ľhe und Pferde. In russisch oder fr√ľher deutsch dominierten Regionen ist auch Schweinezucht verbreitet.

Im S√ľden steht der Aralsee infolge extensiver Wasserentnahme¬†‚Äď auf kasachischer Seite entlang dem Syr-Darja, einem der beiden Hauptzufl√ľsse¬†‚Äď zur landwirtschaftlichen Kultivierung der Region vor dem Austrocknen, was eine der gr√∂√üten √∂kologischen Katastrophen der heutigen Zeit darstellt.

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen: Bruttoinlandsprodukt und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 27,25 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 23,35 Milliarden US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 3,9¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 21,1 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,6¬†%
  • Bildung: 2,3¬†% (2005)
  • Milit√§r: 0,9¬†% (2002)

Infrastruktur

Eisenbahn

Das Streckennetz in Kasachstan wird von der staatlichen Bahngesellschaft Kasachstan Temir Scholy (KTZ) betrieben, es umfasst 13.700 Kilometer Strecken in der Russischen Breitspur (1.520 Millimeter Spurweite), davon sind 3.700 Kilometer elektrifiziert (2006).

Die bekannteste Verkehrsachse ist die Turkestan-Sibirische Eisenbahn (Turksib) von Semei √ľber Almaty nach Arys. Von der Station Schu, 300¬†km westlich von Almaty, erfolgt der direkte Anschluss der Turksib √ľber die Karaganda-Eisenbahn (–ö–į—Ä–į–≥–į–Ĺ–ī–ł–Ĺ—Ā–ļ–į—Ź –∂–Ķ–Ľ–Ķ–∑–Ĺ–į—Ź –ī–ĺ—Ä–ĺ–≥–į Karagandinskaja schelesnaja doroga) nach Karaganda an das nordkasachische Streckennetz. In Arys werden die westkasachischen St√§dte Aqt√∂be, Atyrau und Aqtau √ľber die Strecke, die durch Qysylorda verl√§uft, verbunden.

Bis 2015 soll der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der Hauptstadt Nur-Sultan und Almaty beendet sein. Auf der Strecke sollen die Z√ľge eine Geschwindigkeit von 350 Kilometer pro Stunde erreichen k√∂nnen und f√ľnf Millionen Passagiere j√§hrlich transportieren. Beim Bau der Strecke wird eng mit der Volksrepublik China zusammengearbeitet.

Kasachstan ist ein wichtiges Transitland im G√ľterverkehr, weil durch das Land die k√ľrzeste Eisenbahnverbindung zwischen Europa und China verl√§uft. Dies wurde mit Testz√ľgen des Trans-Eurasia-Express bewiesen. Bisher wurde hierzu der Grenz√ľbergang Alashankou/Dostyk benutzt, √ľber den j√§hrlich mehr als 15 Millionen Tonnen Fracht abgewickelt werden. Zur Erweiterung der Kapazit√§ten wurde am 22. Dezember 2012 die weiter s√ľdlich verlaufende, 293 Kilometer lange Neubaustrecke Korgas‚ÄďZhetygen er√∂ffnet, die f√ľr ein √§hnlich hohes G√ľtervolumen vorgesehen ist. Da Kasachstan und China unterschiedliche Spurweiten benutzen, sind in den beiden Grenzbahnh√∂fen Dostyk und Korgas Umspurungsanlagen vorhanden.

Straßennetz

Das Fernstra√üennetz ist auf dem Papier durchschnittlich entwickelt und umfasst etwa 141.000 Kilometer, europ√§ischen Standards entspricht lediglich die Magistrale Nur-Sultan‚ÄďAlmaty. Die Fernstra√üen sind au√üerhalb der Ballungsgebiete nicht wie die Schnellstra√üen oder Autobahnen ausgebaut und auch bei gr√∂√üeren breiten Stra√üen nicht voneinander durch Leitplanken getrennt. In Nordkasachstan erinnern einsame, aber fertig ausgebaute, Autobahnkreuze am Stadtrand einiger mittelgro√üer St√§dte daran, wie gro√ü einmal die sowjetischen Pl√§ne f√ľr das Stra√üennetz waren. Von diesen Inseln abgesehen ist das Stra√üennetz nur im Gro√üraum Almaty einigerma√üen gut und sicher befahrbar. Im Norden und Osten des Landes weisen die Stra√üen regelm√§√üig gro√üe Sch√§den auf, die Fahrzeug und Insassen stark gef√§hrden k√∂nnen. Vereinzelt (z.¬†B. die A7 s√ľdlich des Alak√∂lsee) sind Fernstra√üen sogar nur im Schritttempo befahrbar (Sommer 2014). Im S√ľden des Landes herrscht zwar vermehrte Baut√§tigkeit an Stra√üen, aufgrund der enormen Gr√∂√üe Kasachstans wird es jedoch voraussichtlich noch Jahrzehnte dauern, bis zumindest die Fernstra√üen sicher befahrbar sein werden (vgl. Kasachstan 2050). Durch das Investitionsprogramm Nurly Schol investiert die kasachische Regierung seit 2015 j√§hrlich mehrere Hundert Millionen ‚ā¨ in den Neu- und Ausbau von Stra√üen in Kasachstan.

Die wichtigsten internationalen Fernstraßen in Kasachstan sind die M32, M36 und M38.

Wasserstraßen

In Atyrau und Aqtau befinden sich Häfen am Kaspischen Meer. Wichtige Wasserstraßen sind Irtysch und Schajyq.

Flugverkehr

Die gr√∂√üten Flugh√§fen Kasachstans sind die in der Hauptstadt Nur-Sultan und in Almaty. Sie werden von mehreren internationalen Fluggesellschaften angeflogen. Die Lufthansa verbindet die beiden St√§dte mit Frankfurt am Main. Ein weiterer wichtiger Flughafen ist der Flughafen Qaraghandy Sary-Arka. Daneben verf√ľgt beinahe jede Gro√üstadt des Landes √ľber einen kleineren Flughafen.

Die Air Astana ist die nationale Fluggesellschaft und war bis Ende 2016 die einzige aus Kasachstan, die nicht auf der Liste der Betriebsuntersagungen f√ľr den Luftraum der Europ√§ischen Union steht. Eine weitere gro√üe Fluggesellschaft ist SCAT Airlines.

Nahverkehr

Der √∂ffentliche Nahverkehr war zu sowjetischen Zeiten gut aufgebaut, in den gr√∂√üeren St√§dten verkehrten Stra√üenbahnen und Oberleitungsbusse. Diese wurden im unabh√§ngigen Kasachstan deutlich reduziert. In Almaty wurde bereits zu sowjetischer Zeit mit dem Bau einer Metro begonnen, die erste Strecke wurde 2011 er√∂ffnet. Das Projekt der Stadtbahn Astana ist j√ľnger, der erste Teilabschnitt soll 2014 er√∂ffnet werden.

Weltraumbahnhof

In Baikonur befindet sich der gr√∂√üte Weltraumbahnhof der Welt (Kosmodrom Baikonur). Er ist von Russland f√ľr 115 Millionen Dollar j√§hrlich bis 2050 gepachtet worden. Seit 2012 baut Russland am Kosmodrom Wostotschny auf eigenem Staatsgebiet.

Tourismus und Sehensw√ľrdigkeiten

Das Ministerium f√ľr Sport und Tourismus hat im M√§rz 2011 zur F√∂rderung des Fremdenverkehrs in Deutschland ein offizielles Tourismusb√ľro er√∂ffnet. F√ľr die Einreise in die Republik Kasachstan ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige ein g√ľltiger Reisepass, aber seit 2014 kein Visum mehr notwendig.

Weltkulturerbe und Weltnaturerbe

Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen folgende kasachische Stätten:

  • Tamgaly
  • Mausoleum von Hodscha Ahmad Yasawi
  • Sary Arka

In die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes wurden folgende Dokumente aus Kasachstan aufgenommen:

  • Sammlung von Manuskripten von Chodscha Ahmed Yasavi, Nationalbibliothek der Republik Kasachstan, Astana (2003)
  • Audiovisuelle Dokumente der internationalen Anti-Atom-Bewegung ‚ÄěNevada-Semipalatinsk‚Äú, Semei (2005)
  • Das Archiv zum Aralsee, welches dessen √∂kologische Ver√§nderungen von 1965 bis 1990 dokumentiert (2011).

Kultur

Literatur, Kunst

  • Abai Qunanbajuly (kasachischer Epiker, Lyriker und Denker 1845‚Äď1904)
  • √Ąbdisch√§mil Nurpeissow (kasachischer Schriftsteller, geboren 1924)
  • Muchtar Auesow (kasachischer Schriftsteller, 1897‚Äď1961)

Film

Kasachfilm ist die staatliche Filmgesellschaft. Sie wurde 1934 als Filmstudio in Alma-Ata gegr√ľndet und war w√§hrend der Sowjetunion f√ľr praktisch alle kasachischen Filme verantwortlich. In den 1980er-Jahren entstand mit der ‚ÄěNeuen kasachischen Welle‚Äú eine Bewegung junger kasachischer Filmhochschulabsolventen, die sich vom klassischen Propagandafilm entfernten und k√ľnstlerisch innovative Filme schufen, die international auf Filmfestivals Erfolg hatten. Zu ihren Vertretern z√§hlen unter anderem Raschid Nugmanow und Dareshan Omirbaew.

Medien

Die Medienfreiheit ist nicht gegeben. Die Medien liegen in staatlicher Hand und werden zensiert. In Kasachstan erscheinen 8 national verbreitete Tageszeitungen. Zu den auflagenstärksten Blättern gehören die regierungsamtlichen Zeitungen Kasachstanskaja Prawda und Egemen Qazaqstan und die private Wremja. Daneben erscheinen mehrere Wochenzeitungen. Auf Englisch erscheinen The Kazakhstan Monitor und The Almaty Herald, auf Deutsch erscheint die Deutsche Allgemeine Zeitung.

Im Jahr 2019 nutzten 82 Prozent der Einwohner Kasachstans das Internet. Anfang Juli 2009 lie√ü Nursultan Nasarbajew eine Internet-Zensur einf√ľhren.

Sport

In Kasachstan erf√§hrt Sport eine relativ hohe Wertsch√§tzung, was auf den sehr hohen Stellenwert und die dazugeh√∂rige Sportf√∂rderung in der UdSSR zur√ľckgef√ľhrt werden kann (siehe auch: Sport in der Sowjetunion). Die beliebtesten Sportarten der Kasachen sind Fu√üball und Eishockey, aber auch Boxen, Ringen, Judo und Gewichtheben sind in dem zentralasiatischen Land sehr beliebt.

Boxen

Im Boxen z√§hlt das Land weltweit zur Spitze; zwischen 1993 und 2016 erk√§mpften kasachische Boxer 22 Medaillen (7 √ó Gold, 7 √ó Silber und 8 √ó Bronze) bei Olympischen Sommerspielen und 34 Medaillen (10 √ó Gold, 10 √ó Silber 14 √ó Bronze) bei Weltmeisterschaften. In diesem Zeitraum fanden sechs Olympische Sommerspiele und zw√∂lf Weltmeisterschaften statt; keines dieser Ereignisse war ohne kasachischem Medaillengewinn. Wie sehr kasachische Boxer allein den asiatischen Raum dominieren, zeigten die Ergebnisse der Asienmeisterschaften 2013 in Jordanien. Dabei wurden in zehn Gewichtsklassen gleich sieben Goldmedaillen und eine Silbermedaille erk√§mpft. Mit einem Olympiasieger und vier Weltmeistern in ihren Reihen, war Kasachstan im Jahr 2014 erfolgreichste Boxnation der Welt. Dar√ľber hinaus befanden sich in sieben der zehn Gewichtsklassen, kasachische Boxer unter den Top-3 der AIBA-Weltrangliste.

Außerdem war Kasachstan bereits Austragungsort internationaler Wettkämpfe im Amateurboxsport. In Astana etwa, wurden der Weltcup 2002, die Juniorenweltmeisterschaften 2011 und die asiatischen Olympiaqualifikationen der Jahre 2008 und 2012 abgehalten, während in Almaty die Universitätsweltmeisterschaften 2006 und die Weltmeisterschaften 2013 stattfanden.

Erfolgreichster Profiboxer des Landes ist mit Oktober 2015 der Mittelgewichts-Rekordweltmeister Gennadi Golowkin, der als bester Boxer dieser Gewichtsklasse weltweit gilt.

Fußball

Die höchste Spielklasse im kasachischen Fußball ist die Premjer-Liga. Die wichtigsten Fußballvereine sind neben dem Rekordmeister Irtysch Pawlodar, der kasachische Vorzeigeverein zu den Sowjetzeiten Kairat Almaty, der seit 2005 dominierende FK Aqtöbe, der stets in den oberen Rängen zu findende Tobol Qostanai und der wiedererstarkte Schachtjor Qaraghandy. Obwohl das kasachische Staatsgebiet fast ausschließlich in Asien liegt, ist der kasachische Fußballverband Mitglied der UEFA und nimmt an deren Turnieren (Europameisterschaft, Champions-League, Europa League) teil.

Radsport

Die kasachische Radsportmannschaft Team Astana wird zu den f√ľhrenden Mannschaften weltweit gez√§hlt. Zum Kader des Teams geh√∂rten bereits prominente Fahrer wie Lance Armstrong, Andreas Kl√∂den, Levi Leipheimer, Haimar Zubeldia, Alberto Contador und Alexander Winokurow, der 2012 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Stra√üenrennen gewinnen konnte.

Eishockey

Das Eishockeyteam Barys Astana, dem neben den besten kasachischen Spielern auch namhafte Legion√§re wie Branislav Mezei, Kevin Dallman, Tom√°Ň° Klouńćek, Trevor Letowski, Jozef St√ľmpel angeh√∂ren, spielt auf h√∂chstem Niveau in der russischen KHL. Ein weiterer bedeutender Eishockeyverein ist Kaszink-Torpedo Ust-Kamenogorsk.

Rugby

Die kasachische Rugbynationalmannschaft der M√§nner geh√∂rt zu den f√ľhrenden Mannschaften im asiatischen Raum und konnte bei den Asian Five Nations 2009 sogar den zweiten Rang erk√§mpfen, ist jetzt aber in die zweite Division Asiens abgestiegen. Die Frauen-Rugby-Nationalmannschaft qualifiziert sich fast regelm√§√üig als Asien-Sieger (meist vor Japan) f√ľr die Weltmeisterschaften. So auch wieder f√ľr 2014.

Weiteres

Die Kasachen konnten seit ihrer Unabh√§ngigkeit bisher 16 Olympiasieger feiern (Stand: 12. August 2016). Insgesamt wurden 69 olympische Medaillen gewonnen. Zu den Sommerspielen 2008 in Peking sandte Kasachstan 132 Athleten, f√ľr 2012 in London wurden insgesamt 116 Athleten in 16 Sportarten nominiert.

Die Metropolen Astana und Almaty richteten 2011 zum ersten Mal die Winter-Asienspiele in Kasachstan aus. Die asiatischen Meisterschaften im Gewichtheben fanden 2009 in Taldyqorghan im S√ľd-Osten des Landes statt.

Bei den Weltmeisterschaften im Gewichtheben 2009 belegten die Athleten aus Kasachstan hinter China den zweiten Rang in der Nationenwertung.

K√ľche

Typisch f√ľr die kasachische K√ľche ist Beschbarmaq. Die Speise wird mit fettem gekochtem Hammel- oder Pferdefleisch zubereitet und mit lasagne√§hnlichen hauchd√ľnn ausgerollten, gekochten Teigfladen mit der Hand gegessen. Plow, ein f√ľr ganz Zentralasien typisches Reisgericht mit Hammelfleisch, und das auch im Ausland bekannte Schaschlik sind weitere popul√§re Gerichte. Im Sommer wird bevorzugt Kumys getrunken.

Die kasachische K√ľche ist auf Grund von Lage, Sprache, Kultur und Religion eng mit den benachbarten zentralasiatischen und slawischen L√§ndern verbunden.

Siehe auch

Literatur

  • Jonathan Aitken: Kazakhstan: Surprises and Stereotypes After 20 Years of Independence. Continuum Intl., New York 2012, ISBN 978-1-4411-1654-3 (englisch).¬†
  • Gundula Bahro: Durch die Atomindustrie verseuchte Gebiete in Kasachstan. In: Ernst Giese, Gundula Bahro, Dirk Betke: Umweltzerst√∂rungen in Trockengebieten Zentralasiens (West- und Ost-Turkestan). Ursachen, Auswirkungen, Ma√ünahmen. Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07374-4, S. 33¬†ff.
  • Sally N. Cummings: Kazakhstan: Power and the Elite. I.B. Tauris, London 2005, ISBN 1-86064-854-1 (englisch).¬†
  • Michael Fergus, Janar Jandosova: Kazakhstan: coming of age. Stacey International, London 2003, ISBN 1-900988-61-5 (englisch).¬†
  • Valerija Ibraeva: Die Kunst Kasachstans als politisches Projekt. In: Boris Groys, Anne von der Heiden, Peter Weibel (Hrsg.): Zur√ľck aus der Zukunft. Osteurop√§ische Kulturen im Zeitalter des Postkommunismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-12452-8, S. 407‚Äď471.
  • Philipp Meuser (Hg.): Architekturf√ľhrer Kasachstan. Berlin 2014, ISBN 978-3-86922-272-1.
  • Martha Brill Olcott: Kazakhstan: Unfulfilled Promise? Carnegie Endowment for International Peace, Washington DC 2010, ISBN 978-0-87003-243-1 (englisch).¬†
  • Sebastian Schiek: Widerspr√ľchliche Staatsbildung. Kasachstans konservative Modernisierung. Nomos, Baden-Baden 2014, ISBN 978-3-8487-0765-2.¬†
  • Sebastian Schiek: Das politische System Kasachstans. In: Jakob Lempp, Sebastian Mayer, Alexander Brand (Hrsg.): Die politischen Systeme Zentralasiens. Interner Wandel, externe Akteure, regionale Kooperation. Springer VS, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31633-4, S. 43‚Äď56.
  • Boris Shiryayev: Gro√üm√§chte auf dem Weg zur neuen Konfrontation? Das ‚ÄěGreat Game‚Äú am Kaspischen Meer. Eine Untersuchung der neuen Konfliktlage am Beispiel Kasachstan. Dr. Kovac, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3749-1.¬†
  • Thomas Kunze: Zentralasien. Portr√§t einer Region. Christoph Links Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-86153-995-7.¬†
  • Michael Reinhard He√ü: Uiguren in Kasachstan. Untersuchungen zu Demographie, Geschichte und Sprache. Shaker, D√ľren 2019, ISBN 978-3-8440-6867-2.

Studien und Zeitschriftenartikel

  • Andrea Schmitz: Kasachstan: neue F√ľhrungsmacht im postsowjetischen Raum? (PDF; 326¬†kB). In: SWP-Studie 2009/S 07. Stiftung Wissenschaft und Politik, M√§rz 2009.

Weblinks

  • Offizielle Webseite der kasachischen Regierung (kasachisch/englisch/russisch)
  • Botschaft der Republik Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland
  • cia.gov Dossier des CIA √ľber Kasachstan (engl.; enth√§lt Informationen √ľber Geographie, Einwohner, Regierung, Wirtschaft, Kommunikationswesen, Transportwesen und Milit√§r)
  • Ausf√ľhrliches, Kasachstan bei eu-asien.de
  • Informationen und Bilder zu Kasachstan deutsch, bei kasach.de
  • Religion in Kasachstan
  • Kasachstan im Austria-Forum (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (14)

Bezeichnung der Regionen: Gebiet
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Almaty 47.329847 42.202049 73.807397 82.630859  
Aqmola 53.708545 50.111386 65.25715 74.197559  
Aqt√∂be 51.339557 45.162695 53.526118 64.180761  
Atyrau 49.270703 46.12439 46.994003 56.370936  
Mangghystau 46.461712 41.240135 49.993938 56.696327  
Nordkasachstan 55.431812 52.193208 65.967137 73.960276  
Ostkasachstan 51.400814 45.566072 76.769242 87.31266  
Pawlodar 54.457916 50.023726 73.282956 79.590622  
Qaraghandy 51.389282 46.001395 62.600536 77.621187  
Qostanai 54.712582 48.197313 60.05291 68.028963  
Qysylorda 47.854687 42.421028 58.78829 68.013568  
Schambyl 46.036623 42.22123 68.993908 75.77343  
S√ľdkasachstan 46.028366 40.571277 66.006905 70.899376  
Westkasachstan 51.766598 48.002499 46.491856 54.557465  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

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Flagge: Kazakhstan

Name englisch: Kazakhstan
Hauptstadt: Astana
Kfz: KZ
ISO: KZ
ISO3: KAZ
Fläche: 2717300 km²
Tld: .kz
Wärung Einheit: KZT
Währung: Tenge
Vorwahl: 7

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 55.441984
südlichster Punkt: 40.568584
westlichster Punkt: 46.493672
östlichster Punkt: 87.315415


 
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