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Staat Informationen : Kasachstan

Informationen:


Kasachstan (kasachisch ÒšĐ°Đ·Đ°Ò›ŃŃ‚Đ°Đœ Qazaqstan [qɑzɑqˈstɑn], russisch ĐšĐ°Đ·Đ°Ń…ŃŃ‚Đ°Đœ, amtlich Republik Kasachstan, kasachisch ÒšĐ°Đ·Đ°Ò›ŃŃ‚Đ°Đœ РДспублОĐșасы Qazaqstan Respublikasy, russisch РДспублОĐșĐ° ĐšĐ°Đ·Đ°Ń…ŃŃ‚Đ°Đœ Respublika Kasachstan) ist ein Staat in Zentralasien und Osteuropa. Die Grenze zu Russland ist die einzige Nordgrenze des Landes und ĂŒber 7600 Kilometer lang. Im SĂŒden grenzt Kasachstan an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan und im SĂŒdosten, auf einer LĂ€nge von knapp 1800 Kilometer, an die Volksrepublik China. Die gesamte Landesgrenze Kasachstans betrĂ€gt 13 200 km. Mit mehr als 2,7 Millionen kmÂČ LandesflĂ€che ist Kasachstan der grĂ¶ĂŸte Binnenstaat und der neuntgrĂ¶ĂŸte Staat der Welt. Das Land ist landschaftlich vor allem von der Kasachensteppe geprĂ€gt und verfĂŒgt ĂŒber große Ölressourcen.

Kasachstan hat etwa 20 Millionen Einwohner, mehrheitlich muslimische Kasachen. Die Hauptstadt ist Astana mit 1,1 Millionen Einwohnern und einer FlÀche von 722 Quadratkilometern, einwohnerreichste Stadt ist Almaty mit 1,9 Millionen Einwohnern und einer FlÀche von 682 Quadratkilometern. Weitere wichtige StÀdte des Landes sind Schymkent und Qaraghandy.

Bereits im Altertum bestanden auf dem Gebiet des heutigen Kasachstans verschiedene Reiche. Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert entstand der westliche Teil des Ersten TĂŒrk-Kaganats. Im 13. Jahrhundert fielen die Mongolen unter Dschingis Khan ein. Nach der Eroberung durch den Usbeken Timur im 15. Jahrhundert konnten sich die Kasachen wieder vom Usbeken-Khanat trennen und unter einer einheimischen Dschingiskhaniden-Dynastie das Kasachen-Khanat errichten – damit wehrten sich die Kasachen gegen die EinfĂŒhrung des Islam und konnten den ĂŒberlieferten Traditionen verbunden bleiben. Im 17. und 18. Jahrhundert breitete sich das Dsungarische Khanat aus, bis sich die Kasachen dem russischen Zaren unterstellten. 1925 wurde die Kasachische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik gegrĂŒndet, die ab 1936 als Kasachische SSR eine Unionsrepublik innerhalb der Sowjetunion bildete.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion erklĂ€rte sich das Land am 16. Dezember 1991 als Republik Kasachstan unabhĂ€ngig. Kasachstan ist Vollmitglied in der Gemeinschaft UnabhĂ€ngiger Staaten. Die PrĂ€sidialrepublik wurde von 1991 bis 2019 von Nursultan Nasarbajew regiert. Das zu den Turksprachen zĂ€hlende Kasachisch und das den slawischen Sprachen zugehörige Russisch wurden mit der UnabhĂ€ngigkeit zu Amtssprachen erklĂ€rt und die bisherige Hauptstadt Alma-Ata in Almaty umbenannt. 1997 wurde der Regierungs- und Parlamentssitz nach Aqmola verlegt. Die Stadt wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und ein Jahr spĂ€ter in Astana („Hauptstadt“) umbenannt; dieser Name wurde 2019 in Nur-Sultan und am 17. September 2022 wieder in Astana geĂ€ndert.

Kasachstan wird autoritĂ€r regiert, Korruption ist weit verbreitet. Die Menschenrechtslage gilt als kritisch, so ist zum Beispiel die Meinungsfreiheit stark eingeschrĂ€nkt. 2022 kam es erstmals zu grĂ¶ĂŸeren Protesten gegen die Regierung, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Seitdem hat PrĂ€sident Qassym-Schomart Toqajew ein vorsichtiges Reformprogramm begonnen, das zu mehr Pluralismus fĂŒhren und das Land an westliche LĂ€nder annĂ€hern soll.

Geographie

Ausdehnung und Grenzen

Kasachstan liegt grĂ¶ĂŸtenteils in Zentralasien. Definiert man die innereurasische Grenze gemĂ€ĂŸ der Grenzziehung von Strahlenberg, wĂŒrden etwa 5,4 % der LandesflĂ€che dem Ă€ußersten Osteuropa zugerechnet.

Kasachstan ist mit einer FlĂ€che von 2.724.900 Quadratkilometern das neuntgrĂ¶ĂŸte Land der Erde und außerdem der grĂ¶ĂŸte Binnenstaat. Er liegt etwa in der Mitte Eurasiens und zieht sich von der Ebene der Wolga im Westen bis zum Altai-Gebirge im Osten. Dabei gehören 5 % der FlĂ€che, geographisch betrachtet, zu Europa. Die sĂŒdliche Begrenzung bilden der Tian-Schan-Gebirgszug, die Flussebene des Syr Darja (Jaxartes der Antike), der Aralsee und die Kysylkum-WĂŒste. Nach Norden reicht Kasachstan ohne natĂŒrliche Begrenzung in das Ural-Gebiet und das Westsibirische Tiefland hinein. Der grĂ¶ĂŸte Teil des Landes besteht aus Ebenen (Steppe und WĂŒste), im Nordwesten liegt das Mugodschar-Gebirge, im Zentrum die Kasachische Schwelle, wĂ€hrend sich im SĂŒdosten Berge des Tian-Schan bis zu 7010 Meter Höhe erheben.

Kasachstan besitzt im Norden eine 7644 Kilometer lange Grenze mit Russland. Diese bildet die weltweit zweitlĂ€ngste Landgrenze zwischen zwei Staaten. Im Osten trifft das kasachische Hoheitsgebiet auf die Volksrepublik China (1765 Kilometer), weiter sĂŒdlich auf die zentralasiatischen Staaten Kirgisistan (1212 Kilometer), Usbekistan (2330 Kilometer inkl. des 230 km ĂŒber den Aralsee verlaufenden Grenzabschnitts) und auf Turkmenistan (413 Kilometer). Die GesamtlĂ€nge der Landesgrenzen einschließlich der KĂŒstenlinie am Kaspischen Meer (bislang pseudo-internationaler GewĂ€sser-Status) betrĂ€gt 13.364 Kilometer.

Die kasachischen KĂŒstenlinien am nördlichen Ufergebiet des Aralsees – der zunehmend austrocknet – sind 1070 Kilometer und am Kaspischen Meer 1894 Kilometer lang.

Landschaft

Das Relief von Kasachstan ist vielfĂ€ltig, wobei allerdings der grĂ¶ĂŸte Teil des Territoriums aus Ebenen, niedrigen Bergen und HĂŒgeln besteht. Der Westen des Landes wird von der Kaspischen Senke geprĂ€gt, ein meist sumpfiges Gebiet unterhalb des Meeresspiegels, das im Osten in das Ustjurt-Plateau ĂŒbergeht. Westlich dieses Plateaus, auf der Mangghystau-Halbinsel, befindet sich die tiefste Stelle Kasachstans, die Karagije-Senke (132 Meter unter dem Meeresspiegel).

Von Osten wird die Kaspische Senke durch den sĂŒdlichen AuslĂ€ufer des Ural-Gebirges begrenzt, das bis 656 Meter hohe Mugodschar-Gebirge. Weiter sĂŒdöstlich liegt um den Aralsee die Turanische Senke, die auch die grĂ¶ĂŸten WĂŒsten des Landes mit einschließt, die Kysylkum sowie die Aralkum. Im Zentrum von Kasachstan befindet sich die Kasachische Schwelle (kasachisch Saryarka), ein von Steppen und HalbwĂŒsten geprĂ€gtes Gebiet mit vielen mittelgroßen (500 bis 1547 m) Bergen und Gebirgen wie dem Ulutau, dem Kökschetau oder dem Karkaraly. Im Nordwesten wird die Kasachische Schwelle vom Turgai-Plateau und im Norden von der Westsibirischen Ebene begrenzt. In diesen Regionen wird die Landschaft von fruchtbaren Steppen und Waldsteppen mit vielen Seen und FlĂŒssen geprĂ€gt. Im Osten der Republik befinden sich die mit WĂ€ldern bedeckten Gebirgsketten des Altai mit dem höchsten Berg der Region, Belucha (4506 Meter), die Sibirien von den mittelasiatischen WĂŒsten trennen.

SĂŒdlich der Kasachischen Schwelle liegt die Hungersteppe (kasachisch Betpak-Dala). Noch weiter sĂŒdlich dieser Steppe und des Balchaschsees liegt ein GĂŒrtel von WĂŒsten, Mujunkum, und das in der Vergangenheit fruchtbare Siebenstromland. Ganz im SĂŒden Kasachstans, an den Grenzen zu China und Kirgisistan, liegen Hochgebirge wie das Dsungarische Alatau, das Qaratau und vor allem das Tian Shan (chinesisch „Himmelsgebirge“); letzteres ist eine der höchsten Gebirgsketten der Erde. Die teils von WĂ€ldern und insbesondere von Gletschern bedeckten Gebirge erreichen im benachbarten Kirgisistan 7439 m Höhe. Der höchste Berg Kasachstans ist der Khan Tengri (7010 Meter), im Ă€ußersten SĂŒdosten gelegen.

Flora und Fauna

Wegen seiner GrĂ¶ĂŸe und der Ausdehnung ĂŒber viele Naturzonen besitzt Kasachstan eine ausgesprochen artenreiche Flora und Fauna. Die vielfĂ€ltigen NaturschĂ€tze werden in 16 kasachischen Nationalparks und Naturschutzgebieten geschĂŒtzt.

Im Norden, wo die Steppen und Waldsteppen vorherrschen, die zusammen 28,5 % der FlĂ€che Kasachstans ausmachen, wachsen viele Getreidepflanzen und GrĂ€ser, besonders hĂ€ufig in Steppen sind FedergrĂ€ser. Auch viele medizinisch nĂŒtzliche Pflanzen kommen vor, so etwa Adonisröschen (Adonis), JohanniskrĂ€uter (Hypericum) und Baldriane (Valeriana). Sehr verbreitet ist Wermut. In den Wald-„Inseln“ wachsen Birken, Espen, Weiden, JohannisbeerstrĂ€ucher; weiter westlich Fichten; nach Westen hin Eiche und Linde. In den WĂ€ldern gibt es viele Beeren. Die typischen Bewohner dieser Zone sind Nagetiere wie Zieselmaus, Murmeltiere, SpringmĂ€use, Eichhörnchen. Es gibt aber auch viele Hasen, Hermeline, Dachse, Wölfe und FĂŒchse. In den WĂ€ldern leben vereinzelt Wildschweine, Wapitis und Rehe, in der Steppe die seltene und geschĂŒtzte Saiga-Antilope. Vögel gibt es besonders viele, auch Wasservögel, da es in dieser Region ĂŒber 1500 Seen gibt, unter anderem SchwĂ€ne, Adler, Trappen (diese sind die grĂ¶ĂŸten Vögel Kasachstans, sie erreichen bis zu 16 Kilogramm Gewicht), Geier, Kraniche, Reiher, Enten, GĂ€nse, WaldhĂŒhner, Spechte, Lerchen und viele andere.

Über 14 % des Territoriums erstrecken sich HalbwĂŒsten. Hier trifft man auf deutlich geringeren Artenreichtum als in den Steppen. Besonders hĂ€ufig sind Wermut, Kamillen und FedergrĂ€ser. Auch Hasen, ZieselmĂ€use und SpringmĂ€use kann man hier noch finden, man trifft vielfach auf Wölfe und Korsak-FĂŒchse, etwas seltener auf Saiga und Kropfgazelle. Es gibt viele Arten von Eidechsen und Schlangen.

Als Naturraum am weitesten verbreitet sind in Kasachstan die WĂŒsten. Hier wachsen nur trockene, kleinwĂŒchsige Pflanzen mit langen Wurzeln. Riedgras, WĂŒstenfedergras und Wermut sind die hĂ€ufigsten. Im Sommer verbrennen die meisten Pflanzen an der Sonne. Ziemlich verbreitet sind StrĂ€ucher, besonders Saxaul. Große Tiere gibt es in der WĂŒste eher selten. HĂ€ufiger sind Huftiere wie Kropfgazellen oder Saigas oder Wildschweine, die nahe den Wasserquellen leben. Noch seltener sind Wölfe und Rohrkatzen. Asiatische Wildesel kommen beispielsweise im Altyn-Emel-Nationalpark und im Barsa Kelmes-Naturreservat vor. In einigen FlusswĂ€ldern innerhalb der Trockengebiete kommt der bedrohte Bucharahirsch vor, der einst die Hauptbeute des ausgestorbenen Kaspischen Tigers darstellte. Kleinere Tiere wie Igel, Schildkröten, SpringmĂ€use können sich an die extremen Bedingungen besser anpassen. In der WĂŒste ĂŒberall verbreitet sind Reptilien wie verschiedene Agamen und einige Schlangenarten; insgesamt kommen in Kasachstan etwa 50 bis 60 verschiedene Reptilienarten vor. Auch Skorpione gehören zu der in Kasachstan lebenden Fauna.

In den riesigen Bergen des Tian-Schan, die meist von FichtenwĂ€ldern bedeckt sind, trifft man gegenwĂ€rtig noch auf den Schneeleoparden – eines der Nationalsymbole Kasachstans. Stabile Populationen dieser Katze findet man allerdings nur noch in den Naturreservaten Aksu-Jabagly und Almaty. Auch der Luchs ist weit verbreitet, und im Altai gibt es zahlreiche BĂ€ren. Weiter sĂŒdlich kommt der Tienschan-BraunbĂ€r vor. Beide Gebirge sind zudem Heimat von Sibirischen Steinböcken und Riesenwildschafen. In den sĂŒdwestlichen Bergsteppen leben Steppenwildschafe.

Einer Verbindung vom Nordpolarmeer bis zum Kaspischen Meer vor der letzten Eiszeit ist zu verdanken, dass am Kaspischen Meer noch heute große Robbenkolonien vorzufinden sind. Die Kaspische Robbe ist neben der Baikalrobbe die einzige Binnenrobbenart.

Naturressourcen

Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten LĂ€nder der Erde.

Um das Kaspische Meer liegen große Erdöl- und Erdgasfelder, die fast den gesamten Westen des Landes einschließen, besonders die Gebiete von Mangghystau, Atyrau und Aqtöbe. Bedeutendste Quellen sind Makat, Dossor, Usen, Karazhanbas, Karatschaganak. Es werden außerdem Erdölvorkommen um den Aralsee vermutet. Weitere, Ă€rmere Erdöl- und Gasfelder gibt es im SĂŒden des Landes, in den Gebieten von Taras, Schymkent, Schesqasghan und Qysylorda.

Ein weltweit bedeutendes Steinkohlevorkommen ist das Becken von Qaraghandy. Die Region Qaraghandy war eine der wichtigsten Kohlelieferanten in der Sowjetunion. Auch die Becken von Ekibastus und Astana sind lÀngst noch nicht ausgeschöpft.

Im Gebiet von Qostanai befinden sich reiche Eisenerzvorkommen. Um Schesqasghan und Balqasch liegen die bedeutendsten Kupfervorkommen des Landes, und in den Altai-Bergen wird Gold gewonnen. Ergiebige Manganvorkommen existieren um Atassu und Schesdy nahe Schesqasghan. Im Gebiet von Aqtöbe liegt Nickel unter der Erde.

Etwa 200 Kilometer sĂŒdwestlich von Qostanai liegt die einst schöne Stadt Schitiqara (Dschetygara). Das Gold liegt hier buchstĂ€blich unter den HĂ€usern. Viele wurden abgerissen, um an das Gold zu gelangen.

Kasachstan nimmt weltweit den ersten Platz an Vorkommen folgender Rohstoffe ein: Chrom, Vanadium, Wismut, Fluor. Einen der fĂŒhrenden PlĂ€tze hat Kasachstan bei den Vorkommen von Uran, Eisen, Kupfer, Kohle, Cobalt, Wolfram, Blei, Zink und MolybdĂ€n. Bei der Uranprospektion wurden auch Opale gefunden.

GewÀsser

In Kasachstan gibt es einige bedeutende FlĂŒsse, die schiffbar sind. Sie alle fließen in den Randregionen des Landes, im zentralen Teil dagegen gibt es fast ausschließlich abflusslose SteppenflĂŒsse, die im Hochsommer hĂ€ufig austrocknen.

Die lĂ€ngsten FlĂŒsse Kasachstans sind Irtysch (4473 Kilometer, davon 1700 Kilometer in Kasachstan), Syrdarja (2212/1400 Kilometer), Schajyq (russisch und deutsch Ural) (2428/1100 Kilometer) und Ili (1001/815 Kilometer). Weitere wichtige FlĂŒsse sind Ischim, Tobol, Emba, Sarysu (der lĂ€ngste abflusslose Steppenfluss), TschĂŒi, und Nura. Irtysch und Nura verbindet der bedeutendste Kanal des Landes: der Irtysch-Qaraghandy-Kanal (500 Kilometer).

Kasachstan ist reich an Seen, besonders im Norden des Landes. Im ganzen Land gibt es etwa 48.000 große und kleine Seen, die mehrheitlich Salzseen sind. Der grĂ¶ĂŸte See Kasachstans ist das Kaspische Meer, das rund 371.000 Quadratkilometer groß ist, etwa ein Viertel seiner FlĂ€che entfĂ€llt auf Kasachstan. Der See verfĂŒgt ĂŒber reiche Naturreserven, beispielsweise in Form von Fischen; hier lebt auch die artengeschĂŒtzte Kaspische Robbe.

Der zweitgrĂ¶ĂŸte See ist der Aralsee, der auszutrocknen droht. Dieser Prozess dauert seit 1975 an und hat bereits zu nachhaltigen SchĂ€den an Mensch und Natur gefĂŒhrt. Es wird auch darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass Usbekistan ĂŒber Jahre hinweg große Wassermengen fĂŒr den Baumwollanbau abfĂŒhrte. Inzwischen hat sich der See in drei Teile aufgeteilt. Soweit bekannt, hat sich die Verkleinerung der WasseroberflĂ€che in den letzten Jahren stark verlangsamt.

Der Balchaschsee zĂ€hlt ebenso zu den weltweit bedeutendsten Seen. Er ist 18.428 Quadratkilometer groß und 620 Kilometer lang. Er gehört vollstĂ€ndig zu Kasachstan. Zu den Besonderheiten Balchaschs zĂ€hlt, dass er als einziger See der Erde zur HĂ€lfte aus SĂŒĂŸ- und zur anderen HĂ€lfte aus Salzwasser besteht.

In den Bergen des Altai liegt der naturreiche Saissansee. Weitere grĂ¶ĂŸere Seen Kasachstans sind der Siletinizsee im Norden, der Tengiz- und der Karakojynsee im Zentrum und der Alakol-See im SĂŒdosten des Landes. Touristisch bedeutend sind die prĂ€chtigen Seen von Burabai (Borowoje) und Markakol.

Die grĂ¶ĂŸten Stauseen sind der Qapschaghai, Buchtarma und Schardara.

Klima

Das Klima Kasachstans ist kontinental geprĂ€gt, das heißt nach kalten Wintern mit bis zu −40 Grad Celsius folgen direkt heiße lange Sommer mit ĂŒber +40 Grad Celsius.

WĂŒsten bedecken etwa 44 % der FlĂ€che Kasachstans. Es sind in der Regel SandwĂŒsten und KieswĂŒsten.

Verwaltungsgliederung

Kasachstan ist ein in 17 Gebiete (Regionen, kasachisch Oblys, Mehrzahl Oblystar) und drei StĂ€dte mit Sonderstatus (Stadt republikweiter Bedeutung, kasach. РДспублОĐșĐ°Đ»Ń‹Ò› ĐŒĐ°ÒŁŃ‹Đ·Ń‹ бар Ò›Đ°Đ»Đ° Republikalyq mangysy bar qala) gegliederter Staat. Diese subnationalen Einheiten sind nochmals in Kreise gegliedert.

Die letzte Änderung der Gebietsgrenzen erfolgte durch das PrĂ€sidialdekret Nr. 887 vom 3. Mai 2022, das am 8. Juni 2022 GĂŒltigkeit erlangte. Dabei wurden drei neue Gebiete geschaffen: Abai aus Teilen Ostkasachstans, Ulytau aus Teilen Qaraghandys und Schetissu aus Teilen Almatys.

Nach der Verwaltungsreform von 1997 wurden folgende Gebiete aufgelöst (Verwaltungszentren in Klammern):

  • Gebiet Torghai (Arqalyq/Arkalyk)
  • Gebiet Schesqasghan (Schesqasghan/Dscheskasgan)
  • Gebiet Kökschetau (Kökschetau/Koktschetaw)
  • Gebiet Taldyqorghan (Taldyqorghan/Taldy-Kurgan)
  • Gebiet Semei (Semei/Semipalatinsk).

StÀdte

Im Jahr 2021 lebten 58 Prozent der Einwohner Kasachstans in StĂ€dten. Hauptstadt und Regierungssitz ist das in Zentralkasachstan gelegene Astana mit 1.131.891 Einwohnern. Astana ist eines der großen Industrie- und Dienstleistungsballungszentren Kasachstans und UniversitĂ€tsstadt.

Metropole, grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes und zugleich wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Ballungszentrum des Landes ist das in SĂŒdostkasachstan gelegene Almaty (frĂŒher Alma-Ata). Die Stadt hat 1.909.471 Einwohner.

Die im SĂŒden des Landes gelegene Stadt Schymkent ist mit 1.033.478 Einwohnern die drittgrĂ¶ĂŸte kasachische Stadt, gefolgt von Aktöbe im Nordwesten mit 559.965 Einwohnern. Qaraghandy (485.300 Einwohner) in Zentralkasachstan, die Hauptstadt des Gebietes Qaraghandy, ist die fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte Stadt des Landes und ein wichtiger Wirtschaftsstandort fĂŒr die kasachische Industrie. Weitere wichtige StĂ€dte sind Taras (406.262 Einwohner), Pawlodar (334.105 Einwohner), Öskemen im Nordosten und die Erdölhochburgen Aqtau und Atyrau in Westkasachstan.

Bevölkerung

Demografie

Nach einer anfĂ€nglichen Bevölkerungsabnahme im Jahrzehnt nach der UnabhĂ€ngigkeit verzeichnet Kasachstan seit dem Jahr 2002 ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum. Nach offiziellen statistischen Angaben ĂŒberschritt die Bevölkerungszahl Kasachstans am 14. November 2023 die Marke von 20 Millionen. Laut der VolkszĂ€hlung im MĂ€rz 2009 hatte Kasachstan 16.009.600 Einwohner. Das jĂ€hrliche Bevölkerungswachstum betrug + 1,3 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein GeburtenĂŒberschuss (Geburtenziffer: 22,8 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 8,6 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2020 statistisch bei 3,1. Die Lebenserwartung der Einwohner Kasachstans ab der Geburt lag 2020 bei 71,4 Jahren (Frauen: 75,5, MĂ€nner: 67,1). Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2020 bei 30,7 Jahren. Im Jahr 2020 waren 29,2 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, wĂ€hrend der Anteil der ĂŒber 64-JĂ€hrigen 7,8 Prozent der Bevölkerung betrug.

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in Kasachstan betrĂ€gt 7 Einwohner pro Quadratkilometer und ist damit eine der niedrigsten der Welt. Am dichtesten besiedelt sind die Kreise im Ă€ußersten SĂŒden, um Almaty, Schymkent und Taras, sowie Steppenregionen im Norden, Gebiete von Astana, Petropawl, der Norden der Gebiete Qostanai und Qaraghandy; das rechte Ufer des Irtysch.

Entwicklung der Bevölkerung

Quellen: UN, stat.gov.kz, pop-stat.mashke.org

Bevölkerungsstruktur

In Kasachstan leben Angehörige von mehr als 50 ethnischen Gruppen mit heute jeweils mehr als 1.000 Angehörigen. Die grĂ¶ĂŸte Ethnie bilden laut Zensus 2021 mit 70,4 % der Bevölkerung die turksprachigen Kasachen. Die grĂ¶ĂŸte Minderheit bilden die Russen mit knapp 24 % (entsprechend knapp 3,0 Millionen). Zu den turksprachigen Minderheiten gehören die etwa 614.000 Usbeken, 290.000 Uiguren, 219.000 Tataren, ca. 86.000 Mescheten und 146.000 Aserbaidschaner sowie kleinere Gruppen von Baschkiren, Tschuwaschen, Turkmenen, Kirgisen, Karakalpaken, Krimtataren und Balkan-TĂŒrken. In den letzten Jahren wanderten jedoch viele Russen aus politischen und wirtschaftlichen GrĂŒnden nach Russland aus. Weitere Minderheiten europĂ€ischer Herkunft stellen Ukrainer (388.000), Deutsche (226.000, Kasachstandeutsche) und kleine Gemeinden von Polen, Letten, Litauern, Weißrussen und Griechen (alle Zahlen bezogen auf das Jahr 2021). Im Jahre 2017 waren 20 % der Bevölkerung nicht auf dem heutigen kasachischen Staatsgebiet geboren. Gleichzeitig lebten 2,5 Millionen in Kasachstan geborene Personen in Russland und 1 Million in Deutschland.

Zu den ebenfalls hier lebenden Kaukasusvölkern zÀhlen einige tausend Armenier sowie Georgier, Tschetschenen, Tscherkessen, Osseten, Awaren und Zachuren. In Kasachstan lebt zudem eine bedeutende Minderheit von etwa 100.000 Koreanern (bzw. Korjo-Saram), gut 0,6 % der Bevölkerung. Ferner leben in Kasachstan kleine iranischsprachige Minderheiten wie Kurden (38.000), Paschtunen und Perser. Andere Minderheiten, wie etwa Burjaten, Mongolen, Tibeter, Dunganen, Chinesen stellen nur einen geringen Bevölkerungsanteil (alle Angaben 2009).

Die meisten Angehörigen der nichtrussischen Minderheiten wurden zur Stalinzeit unter Zwang nach Kasachstan deportiert. Viele wurden in Arbeitslagern interniert. Viele immigrierten jedoch aus wirtschaftlichen GrĂŒnden nach Kasachstan. Bis zum Zerfall der UdSSR wurden von fast allen Hochschulen Absolventen mit entsprechender Spezialausbildung nach Kasachstan verpflichtet. Keine andere Sowjetrepublik nahm damals einen derartigen Strom von Migranten auf.

Zum Wandel seit der UnabhĂ€ngigkeit zĂ€hlen Bestrebungen der Regierung, die kasachische Sprache statt der russischen als vorherrschende Amtssprache durchzusetzen. Trotz der BemĂŒhungen um ein gutes VerhĂ€ltnis der verschiedenen Bevölkerungsgruppen breiten sich in Zentralasien Tendenzen zur VerdrĂ€ngung der ethnischen Minderheiten aus.

Sprachen

Nach dem Zensus von 1989, kurz vor der StaatsgrĂŒndung, sprachen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung Russisch entweder als Muttersprache oder als Fremdsprache. Auch 64 % der Kasachen gaben beim Zensus 1989 an, das Russische flĂŒssig zu sprechen. Ein erheblicher Anteil der ethnischen Kasachen insbesondere in den StĂ€dten beherrschte die kasachische Sprache nur unvollkommen oder sogar gar nicht. Kenntnisse des Kasachischen waren bei der nicht-kasachischen Bevölkerung nur wenig verbreitet. 1989 sprachen weniger als 1 Prozent der russischen Bevölkerung Kasachstans auch Kasachisch. Daher bildete die russische Sprache auch lange Zeit nach der UnabhĂ€ngigkeit die lingua franca, d. h. das Medium der Kommunikation zwischen den Ethnien Kasachstans. Bestrebungen zur Förderung der kasachischen Sprache gab es schon in den letzten Jahren der Sowjetzeit. 1987 verabschiedeten der Ministerrat und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kasachstans eine „Resolution zur Verbesserung des Studiums der kasachischen Sprache“. 1989 wurde nach öffentlicher Diskussion das „Gesetz ĂŒber die Sprachen“ und am 1. Juli 1991 das „Staatliche Programm zur Entwicklung der kasachischen Sprache und anderen NationalitĂ€tensprachen in der KSSR bis zum Jahr 2000“ in Kraft gesetzt. Die am 16. September 1990 veröffentlichte ErklĂ€rung der SouverĂ€nitĂ€t und die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung vom Dezember 1991 vermieden das schwierige Thema der Sprache Kasachstans. Auch in den Verfassungen von 1993 und 1995 wurde die Frage nicht abschließend geregelt. Eine erste dauerhafte Regelung stellte das Gesetz Nr. 151-I vom 11. Juli 1997 dar, das zwar das Kasachische als offizielle Staatssprache Kasachstans festlegte (Kapitel 1, Artikel 4) und jeden BĂŒrger zum Erlernen der Staatssprache verpflichtete, aber dem Russischen in praktisch allen Angelegenheiten (Behörden, Armee, Verwaltung, Erziehung und Wissenschaft) einen gleichberechtigten Status gewĂ€hrte.

Nach der UnabhĂ€ngigkeit betrieb die kasachische Regierung eine stetige Förderung der kasachischen Sprache auf allen Ebenen. Beispielhaft nahm der Anteil der Schulen mit ausschließlich kasachischer Unterrichtssprache von 32,4 % im Jahr 1990 auf 56,0 % im Jahr 2004 zu. Noch im Jahr 2003 besuchten aber immer noch 20 % aller ethnisch kasachischen SchĂŒler rein russischsprachige Schulen. Dieser Trend zur Aufwertung und Expansion der kasachischen Sprache in Gesellschaft und Staat wurde durch die anhaltende Emigration und damit verbundene relative und absolute Abnahme der russischsprachigen Bevölkerung begĂŒnstigt. Die kasachische Regierung betonte wiederholt die Notwendigkeit einer Harmonie zwischen den verschiedenen Sprachen und verurteilte „Sprachnationalismus“.

Der private Sprachverein Qazaq tili (kasachische Sprache) genießt heute halboffiziellen Status. Er forciert seit 1989/90 den verstĂ€rkten Gebrauch der eigenen Sprache und die Entwicklung und Verbreitung des Kasachischen in der Bevölkerung. Die in Angriff genommene Umstellung vom kyrillischen Alphabet auf das lateinische Alphabet hat u. a. die StĂ€rkung des Kasachischen gegenĂŒber dem Russischen zum Ziel. Die Übergangsfrist der Umstellung sollte zunĂ€chst bis 2025 betragen. Die Regierung hat fĂŒr die Umstellung ein Budget von 218 Milliarden Tenge (etwa 550 Millionen Euro) verabschiedet, wovon 90 % fĂŒr Bildungsprogramme eingesetzt werden sollen. Um die Laute des Kasachischen abbilden zu können, sollen lateinische Buchstaben mit diakritischen Zeichen eingesetzt werden.

Schrift

Kasachstan hat innerhalb von knapp 100 Jahren vier grundlegende Schriftreformen erlebt. Bis zur Oktoberrevolution 1917 war in dem islamisch geprĂ€gten Land die arabische Schrift gebrĂ€uchlich. De facto wurde diese bei einer Analphabetenquote von ca. 90 % aber nur von wenigen beherrscht. Als 1928 in der TĂŒrkei – das Kasachische gehört zur Sprachfamilie der Turksprachen – das arabische durch das lateinische Alphabet ersetzt wurde, fĂŒhrte auch Kasachstan 1929 die lateinische Schrift ein. In den 1940ern wurde in der Sowjetunion, der Kasachstan zu dieser Zeit angehörte, flĂ€chendeckend das kyrillische Alphabet eingefĂŒhrt (anders als Georgien, Armenien und die baltischen Staaten wurde Kasachstan von dieser Regel nicht ausgenommen). Seit der UnabhĂ€ngigkeit des Landes 1991 steht eine RĂŒckkehr zum lateinischen Alphabet auf der innenpolitischen Tagesordnung. 1998 erfolgte formal die Umstellung. Nachdem zunĂ€chst eine Übergangsfrist bis 2025 ausgegeben war, wurde im Dezember 2012 die Übergangsfrist der (in der Praxis schleppend verlaufenden) Umstellung auf die lateinisch-kasachische Schrift zwischenzeitlich auf 2015 verkĂŒrzt. Am 27. Oktober 2017 wies der kasachische PrĂ€sident Nursultan Nasarbajew seine Regierung an, bis 2025 das kyrillische durch das lateinische Alphabet zu ersetzen.

Religionen

Die genaue Bestimmung der Mitgliederzahlen einzelner Religionsgemeinschaften gestaltet sich schwierig, da bei entsprechenden Erhebungen oft die Religionszugehörigkeit analog zur ethnischen Zugehörigkeit (z. B. Slawen als orthodoxe Christen, Kasachen als Muslime usw.) angenommen wird. Allgemein wird Kasachstan zur islamischen Welt gerechnet, da Muslime mit ĂŒber 70 % die Mehrheit der Bevölkerung dieses Landes ausmachen.

Weitere 26 % der Bevölkerung sind Christen. Daneben gibt es in den StĂ€dten kleine jĂŒdische Gemeinden.

Die Zahl der religiösen Vereinigungen in Kasachstan betrĂ€gt 4.173, im Jahre 1990 waren es hingegen insgesamt nur 670. Die religiösen Vereinigungen haben 3129 KultstĂ€tten zur VerfĂŒgung – davon 2.229 Moscheen, 258 orthodoxe und 93 katholische Kirchen, 6 Synagogen und mehr als 500 protestantische Kirchen und GebetshĂ€user. Es arbeiteten in der Republik 384 Missionare aus mehr als 20 LĂ€ndern, im Jahre 1990 gab es insgesamt erst 12. Die religiösen Feiertage Kurban und Weihnachten sind in Kasachstan arbeitsfreie Feiertage.

Seit 2003 werden in Kasachstan auf Initiative von PrĂ€sident Nasarbajew die Kongresse der FĂŒhrer der Welt- und traditionellen Religionen durchgefĂŒhrt. Ebenfalls auf Initiative von PrĂ€sident Nasarbajew wurde das Jahr 2010 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung zum Internationalen Jahr der AnnĂ€herung der Kulturen ausgerufen.

Im Jahr 1995 wurde die Vollversammlung des Volkes von Kasachstan als beratendes Organ beim Staatsoberhaupt gegrĂŒndet.

Trotz des jahrzehntelangen erzwungenen Atheismus durch die Sowjetunion waren einer SchĂ€tzung fĂŒr das Jahr 2009 zufolge nur 2,8 % der Bevölkerung erklĂ€rte Atheisten. Im Jahr 2019 waren einer Aussage des Parlamentariers Wladimir Boiko zufolge 18,8 % der Bevölkerung Atheisten.

Islam

Rund 70 % der Bevölkerung gehören dem Islam an, die meisten davon sind Sunniten. Der erste Kontakt zum Islam fand im achten Jahrhundert statt. Durch die Schlacht am Talas im Jahre 751 wurde der chinesische Einfluss durch die Umayyaden aus dem Chorasan in Zentralasien eingedĂ€mmt, wodurch sich der Islam in der Region schnell ausbreiten konnte. Durch den Mongolensturm geriet diese Entwicklung vorerst ins Stocken. Als einige MongolenfĂŒhrer zum Islam ĂŒbertraten, nahm dieser Prozess wieder Fahrt auf. Der von Nomaden besiedelte Norden Kasachstans trat erst spĂ€ter in den Kontakt mit dem Islam. Viele Nomaden fĂŒhrten nach der Konversion ihre schamanistischen Traditionen fort. Unter Katharina II. wurde die islamische MissionarstĂ€tigkeit unter den Nomaden als Mittel der „Zivilisierung“ gefördert und der Koran auch in die russische Sprache ĂŒbersetzt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen russische Behörden den Islam jedoch zunehmend als Gefahr fĂŒr ihren Machterhalt wahr. Das Unterrichten der arabischen Schrift wurde verboten und das Publizieren von islamkritischen BĂŒchern gefördert. Zur gleichen Zeit siedelten sich auch christliche Siedler in vorher nomadischen Gebieten an. WĂ€hrend der Sowjetunion wurde der Islam, wie alle anderen Religionen, unterdrĂŒckt und alle Moscheen des Landes bis auf wenige Ausnahmen geschlossen oder umfunktioniert.

Die meisten Kasachen sind nach wie vor sĂ€kular und praktizieren ihre Religion nur an hohen Feiertagen wie dem Ramadan oder dem Opferfest, teilweise vermischt mit vorislamischen BrĂ€uchen. Dies trifft heute vor allem fĂŒr die kasachischen Nomaden und fĂŒr die Kasachen im Norden zu, die wĂ€hrend der Sowjetzeit russifiziert wurden. 1991 gab es in ganz Kasachstan wieder ĂŒber 170 Moscheen und 230 muslimische Gemeinden. Finanzielle Hilfe erhĂ€lt Kasachstan seit dieser Zeit aus der TĂŒrkei, Ägypten und von Saudi-Arabien. Die Zahl der Pilger nach Mekka aus Kasachstan steigt ebenfalls. WĂ€hrend die Zahl der Pilger im Jahr 2001 228 betrug, waren es 2007 bereits 4.300. Im Jahr 2006 wurde der Tag des muslimischen Opferfestes zum offiziellen Feiertag erklĂ€rt.

Christentum

26 % der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Den grĂ¶ĂŸten Anteil bilden die russisch-orthodoxen Christen. Aber auch die Armenische Apostolische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche und Georgische Orthodoxe Apostelkirche sind vertreten. Kasachstandeutsche sind meist Lutheraner (Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kasachstan) oder Mennoniten. Viele Einwohner osteuropĂ€ischer Abstammung in Kasachstan sind Katholiken, somit Teil der römisch-katholischen Kirche in Kasachstan oder der kasachischen griechisch-katholischen Kirche.

Die ersten Christen wanderten im dritten und vierten Jahrhundert aus dem heutigen Syrien und dem Byzantinischen Reich ĂŒber Persien in die zentralasiatische Region ein. Es waren Nestorianer. Diese Glaubensrichtung verschwand spĂ€testens im 14. Jahrhundert.

Die orthodoxe Glaubensrichtung ist die zweitgrĂ¶ĂŸte Religion nach dem Islam. Zu ihrer GrĂ¶ĂŸe gelangte die orthodoxe Kirche infolge der russischen Expansion. Nach verschiedenen Einwanderungswellen lebten 1871 bereits ca. 400.000 orthodoxe Christen in Zentralasien; sie unterhielten ĂŒber 300 Kirchen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion konnten glĂ€ubige Menschen wieder ihre Religion in Kasachstan ausĂŒben, was die Kirchen wiederbelebte und den Bau neuer Kirchen ermöglichte. Viele Russen aus Zentralasien wanderten nach Russland aus, da dort der Lebensstandard höher war als in anderen Nachfolgestaaten der UdSSR wie Kasachstan.

Die ersten Protestanten, die nach Kasachstan gelangten, waren Russlanddeutsche, die im russischen MilitÀrdienst standen. In den 1880er-Jahren gab es einen Zustrom von Lutheranern und Baptisten aus dem Westen des russischen Reiches. Durch die Deportation von Russlanddeutschen nach Zentralasien vervielfachte sich dort die Zahl der Protestanten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stieg die Anzahl der protestantischen Einrichtungen im Lande.

Zurzeit leben etwa 300.000 Katholiken in Kasachstan. Die ersten Missionare waren franziskanische OrdensmĂ€nner, die im 13. Jahrhundert nach Zentralasien kamen, um die dortigen regionalen Herrscher fĂŒr ihre Religion zu gewinnen. In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der Katholiken rasant durch Einwanderung aus westlichen Grenzregionen des russischen Reiches. Nach dem Zerfall der Sowjetunion nutzen viele Katholiken die Chance zur freien ReligionsausĂŒbung. Durch den Aufbau diplomatischer Beziehungen zwischen Kasachstan und dem Vatikan konnten die kasachischen Katholiken mehr UnterstĂŒtzung erfahren. Der Vatikan unterstĂŒtzt zudem seit 1998 die Katholische Hochschule in Qaraghandy. Zurzeit existieren in Kasachstan ca. 80 römisch-katholische und 6 griechisch-katholische Einrichtungen.

Judentum

1989 lebten 18.492 Juden in der Kasachischen SSR. 2010 gab es noch ungefĂ€hr 3700 Personen jĂŒdischen Glaubens, ein Anteil von weniger als 0,5 % der Gesamtbevölkerung im Land. Viele von ihnen sind nach Deutschland, in die Vereinigten Staaten oder nach Israel ausgewandert. Fast alle in Kasachstan lebenden Juden sind Aschkenasim. Die ersten Juden wanderten im 14. Jahrhundert ĂŒber den Iran nach Kasachstan ein. Heute leben viele Juden in den StĂ€dten, wie zum Beispiel in Astana, Almaty, Aqtöbe, Qysylorda, Petropawl, Taras und Schymkent. Insgesamt verfĂŒgt das Land ĂŒber 28 jĂŒdische Einrichtungen. Im Jahre 2004 eröffnete in Astana „Beyt Rahel-Habad Lyubovic“, die grĂ¶ĂŸte Synagoge Zentralasiens. Im Gegenzug zu den Juden im usbekischen Buxoro oder den Bergjuden in Aserbaidschan ist die jĂŒdische Gemeinde Kasachstans ĂŒber das ganze Land verstreut. Gerade in den Wintermonaten ist es oft schwierig, die abgelegenen jĂŒdischen Ortschaften zu erreichen. Um dieses Problems Herr zu werden, bietet American Jewish Joint Distribution Committee mit 13 landesweiten Hesed-BĂŒros soziale Dienste an und versorgt die Gemeinden u. a. mit Lebensmitteln, Medizin und Kleidung.

Buddhismus

Den ersten Kontakt mit dem Buddhismus erlebte Zentralasien wohl im 1. Jahrhundert v. Chr. Im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus gelangten buddhistische Missionare aus Indien in diese Region. Ab dem sechsten Jahrhundert stand die turkstĂ€mmige Bevölkerung unter dem Einfluss des Buddhismus. Die Dzungar-Mongolen, von denen sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts die KalmĂŒcken abspalteten, betrieben vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Klöster in der Semiretschje (Siebenstromland) -Region von Ostkasachstan sowie sĂŒdlich und östlich des Balchaschsees. Sie pflegten die Gelug-Tradition des tibetischen Buddhismus. Allerdings konnte sich die Religion nicht dauerhaft in der Gesellschaft verankern. Heute wird der Buddhismus vor allem von aus dem Ausland stammenden Minderheiten wie Sowjet-Koreanern oder Tibetern praktiziert.

Bildung

In Kasachstan gibt es ein einheitliches, nationales Bildungssystem. Im Alter von fĂŒnf bis sechs Jahren steht zunĂ€chst der Besuch einer Vorschule an, die fĂŒr alle Kinder kostenfrei ist. Hier sollen die individuellen BedĂŒrfnisse der einzelnen Kinder gefördert werden. Wichtigster Bestandteil des kasachischen Bildungsmodells ist die Mittelschule. Sie beginnt mit der Unterstufe (Klasse 1–4), wird mit der Hauptstufe (Klasse 5–7) fortgesetzt und endet mit der Oberstufe (Klasse 10–11 beziehungsweise 12). Der Unterricht fĂŒr die zirka 3,2 Millionen SchĂŒler erfolgt, je nach Region, in sieben verschiedenen Sprachen (Kasachisch, Russisch, Usbekisch, Uigurisch, Tadschikisch und an jeweils einer Schule auf Ukrainisch und auf Deutsch). 2015 konnten ĂŒber 99 % der erwachsenen Bevölkerung lesen und schreiben.

Die Hochschulbildung kann man in verschiedenen Einrichtungen absolvieren, unter anderem an der UniversitÀt, der Akademie, an einem Institut und diesen gleichgestellte Einrichtungen wie Konservatorium, Hochschule und Fachhochschule. In der Hochschulstruktur gibt es drei Stufen. Am Ende steht der UniversitÀtsabschluss oder der Magister.

Zurzeit gibt es in Kasachstan ungefĂ€hr 170 Hochschulen, von denen 110 nicht staatlich sind, und 60 staatliche UniversitĂ€ten. Zu den grĂ¶ĂŸten UniversitĂ€ten zĂ€hlen die Staatliche UniversitĂ€t Qaraghandy (KSU), die Staatliche UniversitĂ€t Pawlodar (PSU) und die Al-Farabi-UniversitĂ€t. Des Weiteren gibt es in Almaty auch eine Kasachisch-Britische Technische UniversitĂ€t und eine Deutsch-Kasachische UniversitĂ€t. Technische UniversitĂ€ten befinden sich mit der Kasachischen Nationalen Technischen UniversitĂ€t Almaty (KAZNPU) in Almaty, in Qaraghandy und in Öskemen.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen kasachische SchĂŒler Platz 42 von 72 LĂ€ndern in Mathematik, Platz 43 in Naturwissenschaften und Platz 51 beim LeseverstĂ€ndnis.

Geschichte

Altertum und FrĂŒhmittelalter

Im Altertum entstanden auf dem Gebiet des spĂ€teren Kasachstan verschiedene Reiche. Am bekanntesten sind die Reiche der turkstĂ€mmigen Kangly, Scha-t’o, Kirgisen, Kimek und Naimanen, die vor allem das nördliche, sĂŒdliche und östliche Kasachstan beherrschten. Der SĂŒden wurde vor allem durch das iranische Reich des Choresm-Schah gebildet, dem auch formal die Gebiete der turkstĂ€mmigen Karachaniden und der TĂŒrgesch untertan waren. Das spĂ€tere Westkasachstan unterstand den Reichen der Kyptschaken und der Oghusen.

Vom Mittelalter zur Neuzeit

Im 13. Jahrhundert wurde Kasachstan von den Mongolen Dschingis Khans ĂŒberrannt und seinem Reiche einverleibt: Große Teile des heutigen Kasachstans zĂ€hlten zu der Orda-Horde. Im Westen des Landes befand sich das Gebiet der Goldenen Horde, wĂ€hrend der SĂŒden de jure durch das Khanat Tschagatai kontrolliert wurde. Im sĂŒdwestlichen Kasachstan, in den Gebieten zwischen dem Kaspischen Meer und dem Aralsee, herrschten de facto seit dem 15. Jahrhundert die Khane der Nogaier-Horde.

Im 14./15. Jahrhundert von Timurs Eroberungen betroffen, bildeten sich nun das Usbekische und Kasachische Khanat heraus. In der Folgezeit entstanden auf Basis des Letzteren drei Nachfolge-Khanate („Älterer/Großer Schus“ im Siebenstromland (kas. Ò±Đ»Ń‹ Đ¶ÒŻĐ·), „Mittlerer Schus“ in Zentralkasachstan (kas. Орта Đ¶ÒŻĐ·) und „JĂŒngerer/Kleiner Schus“ (kas. Кіші Đ¶ÒŻĐ·)). SpĂ€ter gingen sie im Russischen Zarenreich auf. Diese staatsĂ€hnlichen Gebilde spielen auch in der Gegenwart eine Rolle.

Ab 1640 bildeten in der östlichen Nachbarschaft von Kasachstan die mongolischen Oiraten das Dsungarische Khanat und fielen ab dem frĂŒhen 18. Jahrhundert immer wieder in Kasachstan ein. 1718 besiegten die Dsungaren die Kasachen am Fluss Ajagus (am Balchaschsee), damit begann die Zeit des „Großen UnglĂŒcks“ fĂŒr die Kasachen. Es folgten wiederholte Übergriffe der Dsungaren auf kasachisches Gebiet, bis 1755 die Chinesen das Dsungarische Khanat besiegten.

Russische Herrschaft

Um dem Einverleiben durch China zu entgehen, unterstellte sich das spĂ€tere Kasachstan Mitte des 18. Jahrhunderts nach und nach dem russischen Kaiserreich. Es kam nun dort zur Bildung der drei kasak-kirgisischen Horden. Im 19. Jahrhundert begann der kasachische Widerstand gegen die russische Herrschaft: Auf dem Gebiet der einstigen Nogaier-Horde wurde 1812 die kasachische Bökey-Horde begrĂŒndet, die das Khanat unter ihrer FĂŒhrung wiederherstellen wollte. Ihr FĂŒrst Bökey war ein Dschingiskhanide und Ende des 18. Jahrhunderts AnwĂ€rter auf den Khantitel der Kleinen Horde gewesen. Nachdem er gescheitert war, bat er den russischen Zaren um Aufnahme. Er ließ sich mit seinen AnhĂ€ngern im Gebiet zwischen Wolga und Ural nieder und Bökey Khan wurde ein treuer Vasall des Zaren. Dieser setzte ihn 1812 als zweiten Khan in der Mittleren Horde ein. Doch wenig spĂ€ter wurden alle Horden aufgelöst und das nachmalige Kasachstan durch General Kaufmann († 1882) unterworfen und dadurch dem Generalgouvernement Turkestan unterstellt.

Die meisten StĂ€dte Kasachstans sind wĂ€hrend dieser Periode von Russen gegrĂŒndet worden. Dazu gehören unter anderem Astana, Almaty, Semipalatinsk, Ust-Kamenogorsk, Petropawl und andere.

Sowjetische Herrschaft

Nach der Februarrevolution 1917 in Petrograd und dem Sturz des autokratischen Zaren Nikolaus II. wurden auch in Kasachstan die neuen Ideen der Revolution verbreitet. Noch im selben Jahr proklamierte die kasachische Nationalbewegung Alasch die Autonomie Kasachstans innerhalb eines föderativen Russland. Da die Alasch Orda die Anerkennung der MachtĂŒbernahme der Bolschewiki verweigerte, geriet sie in Konflikt mit der neuen russischen Sowjetregierung. Im Laufe des russischen BĂŒrgerkrieges war das Gebiet des heutigen Kasachstan zwischen den Bolschewiki, der Alasch Orda sowie russischen antikommunistischen Gruppierungen umkĂ€mpft, wobei die Allianzen und MachtverhĂ€ltnisse mehrmals wechselten. 1919 wurde das Gebiet schließlich von den Sowjets unterworfen.

Am 26. August 1920 wurde aus dem nördlichen und zentralen Teil des heutigen Kasachstan die Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der RSFSR gebildet. Deren erste Hauptstadt wurde das heute zu Russland gehörende Orenburg. Das Frauenwahlrecht wurde mit der ersten Verfassung der UdSSR am 31. Januar 1924 anerkannt. Nach der Auflösung der ASSR Turkestan wurden der Kirgisischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik 1924/1925 auch das heutige sĂŒdliche Kasachstan sowie das heutige Karakalpakistan angegliedert. Im April 1925 wurde sie in Kasachische Autonome Sowjetrepublik umbenannt. Orenburg wurde von der Kasachischen ASSR getrennt und unmittelbar Teil der RSFSR, neue Hauptstadt wurde 1925 zunĂ€chst Qysylorda, 1929 dann Alma-Ata (heute Almaty).

Die Bevölkerung Kasachstans litt in den Jahren von 1928 bis 1933 unter einer beispiellosen Agrarkrise, Folge der gewaltsamen und in der gesamten Sowjetunion durchgefĂŒhrten Zwangskollektivierung und Entkulakisierung und nicht zuletzt der damit einhergehenden administrativen Sesshaftmachung der Nomaden Kasachstans. Die soziale und ökonomische Lage war gekennzeichnet durch massenhafte Enteignungen, Massendeportationen, Massenflucht und weit verbreitete Unruhen. Hungerkatastrophen kosteten zirka 1,3 bis 1,5 Millionen Menschenleben. Andere Stellen sprechen von 1,5 bis 1,7 Millionen Todesopfern sowie bis zu 42 % der Bevölkerung, die dem Hunger zum Opfer fielen.

Am 5. Dezember 1936 wurde Kasachstan als Kasachische SSR zu einer von der RSFSR getrennten eigenstÀndigen Unionsrepublik der Sowjetunion erklÀrt, wÀhrend Karakalpakistan als autonome Republik dem benachbarten Usbekistan zugeschlagen wurde.

WĂ€hrend der Sowjetzeit kam es zu einem massiven Entwicklungsschub fĂŒr Kasachstan. Das bis dahin eher nomadisch geprĂ€gte Land wurde mit neuen Eisenbahnlinien erschlossen. In den StĂ€dten wurden Industriebetriebe angesiedelt, und dank der Einwanderungswelle der FachkrĂ€fte aus Russland kam es zu starkem Bevölkerungswachstum. Im Zweiten Weltkrieg diente Kasachstan sowohl als Evakuierungsort fĂŒr zahlreiche Menschen aus dem europĂ€ischen Teil der Sowjetunion, als auch als Deportationsziel fĂŒr Völker, die direkt der Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Deutschland bezichtigt wurden (Krimtataren, Tschetschenen, Inguschen), oder die als mögliche Kollaborateure mit dem Feind galten (Russlanddeutsche, Koreaner).

Nikita Chruschtschow betrieb ein umfangreiches und kostspieliges Agrarprogramm zur landwirtschaftlichen Erschließung der nordkasachischen Steppen. Es entstanden riesige BewĂ€sserungsanlagen, im GesprĂ€ch war sogar ein Projekt der Umleitung der sibirischen FlĂŒsse nach SĂŒden, der sogenannte Dawydow-Plan. Unter Chruschtschow wurde in Kasachstan auch der Weltraumbahnhof Baikonur errichtet.

Nach der UnabhÀngigkeit

1990 erklÀrte Kasachstan seine SouverÀnitÀt innerhalb der UdSSR. Nursultan Nasarbajew wurde Staatsoberhaupt.

Am 16. Dezember 1991 erklĂ€rte die Republik Kasachstan ihre UnabhĂ€ngigkeit. Kasachisch wurde Amtssprache, die Hauptstadt Alma-Ata wurde in Almaty umbenannt, der 16. Dezember wurde Nationalfeiertag. Nursultan Nasarbajew war bereits am 1. Dezember 1991 in den ersten direkten Wahlen zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt worden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erhob Kasachstan territoriale AnsprĂŒche gegenĂŒber den Nachbarstaaten. So beanspruchte es beispielsweise von Usbekistan alle von SĂŒdkasachen bewohnten Gebietsteile einschließlich der von den Karakalpaken bewohnten Autonomen Republik. Zu dieser Zeit favorisierte auch die Mehrheit dieser ethnischen Minderheit den Anschluss ihrer Gebietsteile an das sprachverwandte Kasachstan.

1992 grĂŒndete Kasachstan zusammen mit Usbekistan, Kirgisistan, Turkmenistan, Aserbaidschan und der TĂŒrkei den Zentralasiatisch-TĂŒrkischen Gipfel.

Am 28. Januar 1993 wurde mit der Verfassung des unabhÀngigen Kasachstan das aktive und passive Frauenwahlrecht anerkannt.

1997 zogen Regierung und Parlament von Almaty nach Aqmola um. Aqmola wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und 1998 in Astana (Hauptstadt) umbenannt. Als GrĂŒnde hierfĂŒr fĂŒhrte man die besseren langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten Astanas gegenĂŒber dem in einem erdbebengefĂ€hrdeten Talkessel gelegenen Almaty an. Eine weitere Rolle dĂŒrfte die zentralere Lage Astanas gegenĂŒber dem in der NĂ€he der kirgisischen Grenze gelegenen Almaty gespielt haben. Möglicherweise wollte man separatistischen Tendenzen des von vielen ethnischen Minderheiten (vor allem Russen) bevölkerten Nordens des Landes entgegenwirken, indem man eine nĂ€her an diesen Gebieten gelegene Stadt zur Hauptstadt machte.

Nach ĂŒber 30 Jahren an der Macht als autoritĂ€rer Herrscher trat Nasarbajew im MĂ€rz 2019 zurĂŒck und ĂŒbergab die Macht an den von ihm als Nachfolger ausgesuchten Qassym-Schomart Toqajew. Unter dessen Regie wurde die Hauptstadt Astana zu Ehren Nasarbajews in „Nursultan“ umbenannt. Im Januar 2022 kam es zu schweren Unruhen bei gegen die Regierung gerichteten Protesten, bei denen mehr als 200 Menschen ums Leben kamen. Die Proteste wurden auch mit Hilfe russischer Truppen niedergeschlagen. Kurz nach den Ereignissen wurde die Hauptstadt des Landes in einer Abwendung vom herrschenden Personenkult wieder in „Astana“ rĂŒckbenannt. Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 folgte eine vorsichtige Distanzierung Kasachstans vom langjĂ€hrigen Partner Russland. Außerdem wurden politische Reformen eingeleitet wie eine Begrenzung der Amtszeit des PrĂ€sidenten.

Ethnischer Wandel seit der UnabhĂ€ngigkeit, Politik der „Kasachisierung“

Massenhafte Emigration und Immigration

Seit dem Zerfall der Sowjetunion und der UnabhĂ€ngigkeit vollzog sich ein massiver Wandel in der ethnischen Zusammensetzung Kasachstans. Zum Zeitpunkt der UnabhĂ€ngigkeit 1990 war Kasachstan die ethnisch und linguistisch am weitgehendsten russifizierte der zentralasiatischen Republiken. Bei der VolkszĂ€hlung von 1989 machten die Kasachen nur 39,7 % der Bevölkerung der damaligen Kasachischen Sowjetrepublik aus. 37,7 % der Bevölkerung waren ethnische Russen. Der Anteil turksprachiger Völker (Kasachen, Usbeken, Kirgisen, Uiguren, Karakalpaken und Tataren) lag im Jahr 1989 zusammengenommen bei 48 %. Damit war Kasachstan die einzige Sowjetrepublik, in der das nominelle Staatsvolk keine Mehrheit bildete. Schon zehn Jahre spĂ€ter zeigte sich bei der VolkszĂ€hlung 1999 ein deutlich anderes Bild. Die Kasachen machten mit 55,3 % eine knappe Mehrheit der Bevölkerung aus, wĂ€hrend der Anteil der russischen Bevölkerung auf 29,9 % abgesunken war. Die oben aufgezĂ€hlten Turkvölker bildeten zusammen 61 % der Bevölkerung. Ursache fĂŒr diesen deutlichen ethnischen Wandel war hauptsĂ€chlich eine massenhafte Emigration insbesondere der slawischen Bevölkerungsteile grĂ¶ĂŸtenteils nach Russland und der zahlenmĂ€ĂŸig starken deutschen Minderheit nach Deutschland. Hauptgrund fĂŒr die massenhafte Emigration war die desolate wirtschaftliche Lage Kasachstans in den 1990ern. In der Dekade zwischen 1989 und 1999 verlor Kasachstan trotz GeburtenĂŒberschuss fast 9 % seiner Bevölkerung. Zur Zunahme der turksprachigen Bevölkerung trug auch die höhere Geburtenrate derselben (mit Ausnahme der Tataren) bei. Nach Berechnungen aus den amtlichen Statistiken wanderten in den Jahren 1991 bis 1999 etwa 3,36 Millionen in Kasachstan Geborene aus. Zwischen 1991 und 2010 emigrierten mehr als 1,9 Millionen ethnische Russen nach Russland. In den Jahren 1992 bis 2010 wanderten fast 800.000 Kasachstandeutsche ganz ĂŒberwiegend nach Deutschland aus.

Die kasachische Regierung forderte Auslandskasachen auf, bzw. ermutigte sie, wieder ihren Wohnsitz in Kasachstan zu nehmen. In den Jahren 1991 bis 1999 wanderten 759.000 Personen nach Kasachstan ein. Die Immigranten kamen vor allem aus den GUS-Staaten (Usbekistan, Turkmenistan, Russland und Tadschikistan) und zu einem kleineren Teil aus anderen Staaten (hauptsĂ€chlich Mongolei, China, Iran und TĂŒrkei). Beispielhaft wurde geschĂ€tzt, dass in den ersten drei Jahrzehnten der UnabhĂ€ngigkeit mehr als 150.000 ethnische Kasachen aus China nach Kasachstan einwanderten. Zwischen 1991 und 2015 wanderten nach Angaben des kasachischen Statistikamts insgesamt 953.908 ethnische Kasachen nach Kasachstan ein.

Nach der Jahrtausendwende nahm die Dynamik der Migration und die negative Wanderungsbilanz stark ab und im Jahr 2004 verzeichnete Kasachstan zum ersten Mal seit 1968 eine positive Wanderungsbilanz (68.300 Immigranten, 65.500 Emigranten). In den Jahren zwischen 2001 und 2010 machten Immigranten aus Usbekistan und Russland 85,9 % der Gesamt-Immigration aus und die Emigration ging vorwiegend in Richtung Russland (72,2 %). Der Anteil der Migranten nach Deutschland nahm stark ab (1999–2006: 24,7 %, 2006–2010: 4,6 %). Die VolkszĂ€hlung von 1999 zeigte außerdem eine deutliche Zunahme der Kenntnisse der kasachischen Sprache. WĂ€hrend 1989 weniger als 1 % der „europĂ€ischen“ Bevölkerung Kenntnisse des Kasachischen hatten, waren dies im Jahr 1999 schon 15 %.

Politik der „Kasachisierung“

Der Wille der staatstragenden kasachischen Eliten, die kasachischen Sprache im ganzen Staat zu fördern, kam symbolhaft in der Verlegung der Staatshauptstadt vom sĂŒdlichen Almaty in das im nördlichen, russisch beeinflussten Kernland gelegene Astana zum Ausdruck. Auch durch entsprechende Verwaltungsreformen wurde versucht, mehrheitlich kasachische Verwaltungseinheiten zu schaffen. Die Oblaste Semipalatinsk und Schesqasghan mit 54 bzw. 49 % ethnisch kasachischer Bevölkerung wurden mit den Oblasten Ostkasachstan (67 % slawische Bevölkerung) und Karaganda (63 % slawische Bevölkerung) zusammengelegt. Teile von Kökschetau wurden an Akmola und Nordkasachstan angeschlossen. Die Oblast Kostanai wurde durch Teile von Torgai vergrĂ¶ĂŸert.

Von offizieller kasachischer Seite wurde immer wieder hervorgehoben, dass sich Kasachstan nicht als Nationalstaat der Kasachen verstehe, sondern dass Kasachstan ein multiethnischer Staat sei. Jeglicher Ethno-Nationalismus wurde scharf verurteilt. In den 1990ern proklamierte der damalige StaatsprĂ€sident Nasarbajew als Ziel, eine NationalidentitĂ€t zu begrĂŒnden, die nicht auf der ethnische Zugehörigkeit basierte. TatsĂ€chlich gab es in Kasachstan im Gegensatz zu anderen ehemaligen Sowjetrepubliken (z. B. im Kaukasus) nach der UnabhĂ€ngigkeit keine offenen gewalttĂ€tigen ethnischen Konflikte. Der Staat zeigte sich bemĂŒht, die Kulturen der zahlreichen verschiedenen ethnischen Gruppen zu fördern. Zu diesem Zweck ließ Nasarbajew im Jahr 1995 die Versammlung der Völker Kasachstans einrichten, in der ReprĂ€sentanten der verschiedenen Ethnien vertreten waren. In der Praxis war die Politik des Staates nach Ansicht westlicher Politikanalysten gegenĂŒber den verschiedenen Ethnien jedoch durchaus unterschiedlich. Ethnien ohne Nationalstaat (z. B. Dunganen, Kurden und Uiguren) genossen die grĂ¶ĂŸten Freiheiten, ebenso solche, die zahlenmĂ€ĂŸig schwach vertreten waren und als sozial schwach bzw. einflusslos galten (Tschetschenen, BurjĂ€ten). Die zweite Gruppe bildeten NationalitĂ€ten, die ĂŒber enge Kontakte zu ihrem Ursprungsland verfĂŒgten und von diesem hĂ€ufig materiell unterstĂŒtzt wurden (Deutsche, Koreaner, und in geringerem Maße Ukrainer, Polen und Griechen). Die dritte Gruppe bildeten die ethnischen Russen, die aufgrund ihrer großen Zahl kaum mehr als Minderheit gelten konnten. Wiederholt von Vertretern der russischen Minderheit vorgetragene Forderungen nach der Einrichtung autonomer Regionen fĂŒr ihre Volksgruppe wurden von den staatlichen AutoritĂ€ten zurĂŒckgewiesen bzw. unterdrĂŒckt. Der Staat bemĂŒhte sich, den Gebrauch der kasachischen Sprache zu fördern und seit Ende der 1990er mussten staatliche Angestellte ihre Kenntnisse des Kasachischen in einem Test unter Beweis stellen. Die Verwaltungssprache wurden zunehmend auf Kasachisch umgestellt und der Einfluss des Russischen zurĂŒckgedrĂ€ngt.

Politik

Politisches System

Das Land ist nach der Kasachischen Verfassung von 1995 eine PrĂ€sidialrepublik. Die Amtszeit des Staatsoberhauptes betrug bis September 2022 fĂŒnf Jahre und es war eine einmalige Wiederwahl möglich. Diese Regelung galt indes nicht fĂŒr Nursultan Nasarbajew, den PrĂ€sidenten von der StaatsgrĂŒndung 1991 bis 2019. Mit der VerfassungsĂ€nderung 2022 wurde die Amtszeit auf eine siebenjĂ€hrige Periode begrenzt.

Das Parlament besteht aus einem Zweikammersystem – aus Senat und Unterhaus.

Das Unterhaus (MĂ€schilis) zĂ€hlt seit 2022 98 Mitglieder, die in einer Mischung aus VerhĂ€ltniswahl (69 Abgeordnete) und Mehrheitswahl in Wahlkreisen (29 Abgeordnete) gewĂ€hlt werden. FĂŒr den Einzug in die MĂ€schilis benötigt eine Partei einen Stimmenanteil von 5 %.

Politische Indizes

Innenpolitik

Die Innenpolitik wurde auch nach dem Ende der autoritĂ€ren Regierungszeit PrĂ€sident Nasarbajews im Jahr 2019 zunĂ€chst weiterhin durch diesen geprĂ€gt, blieb dieser doch Vorsitzender des Sicherheitsrates auf Lebenszeit und ist seine Position als „FĂŒhrer der Nation“ in der Verfassung verankert.

FĂŒr Aufsehen sorgte im Februar 2006 der Mord am Oppositionspolitiker Altynbek Sarsenbajew.

Bei den Wahlen im August 2007 erhielt die Partei Nur Otan von Nursultan Nasarbajew 88 % der Stimmen. Da keine der sechs angetretenen Oppositionsparteien die Sieben-Prozent-HĂŒrde ĂŒberwinden konnte, errang Nur Otan alle 98 Sitze des Parlamentes, somit konnte auch die Kommunistische Partei Kasachstans, deren Vorsitzender Nursultan Nasarbajew bis 1991 selbst war, nicht ins Parlament einziehen. Die Opposition hatte bis dahin einen Sitz innegehabt. Die Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erklĂ€rte, die Wahl habe vor allem bei der StimmenauszĂ€hlung und der Umsetzung neuer Rechtsvorschriften nicht den internationalen Standards entsprochen. Die Oppositionsparteien erkannten das Ergebnis nicht an und sprachen von massiven Manipulationen.

Am 15. Januar 2012 fanden vorgezogene Parlamentswahlen statt, Nur Otan erhielt 83 Sitze. Seit den Wahlen 2016 hielt Nur Otan 84 Sitze, bei den Wahlen 2021 verlor sie davon 8 und hÀlt nun 76 Sitze.

Nach der PrÀsidentenwahl 2019 wÀre regulÀr 2024 der nÀchste Wahltermin gewesen. Nach den Massenprotesten in Kasachstan zur Jahreswende 2021/2022 wurde der Aufstand von OVKS-Truppen in Kasachstan gawaltsam niedergeschlagen.

Die kasachische Hauptstadt wurde im September 2022 von Nur-Sultan in Astana rĂŒckbenannt. Im September 2022 kĂŒndigte PrĂ€sident Kassym-Schomart Tokajew vorgezogene Neuwahlen an, die am 20. November 2022 durchgefĂŒhrt wurden.

Namensdebatte

2014 Ă€ußerte PrĂ€sident Nasarbajew die Absicht, den Namen des Landes zu Ă€ndern. Hintergrund der Initiative ist die Abgrenzung zu anderen Staaten, deren Namen die Endung -stan enthalten, insbesondere zu Afghanistan und Pakistan. Der PrĂ€sident befĂŒrchtete, im Ausland negativ wahrgenommen zu werden, weil der Name Kasachstan negative Assoziationen hervorrufe. Nasarbajew argumentierte, die Mongolei sei fĂŒr AuslĂ€nder interessanter, da der Landesname nicht die Silbe -stan enthalte. Ein Vorschlag fĂŒr einen neuen Namen ist Kasach Eli, ĂŒbersetzt Land der Kasachen.

Außenpolitik

Kasachstan unterhĂ€lt strategische Partnerschaften mit Russland, China und den USA. Mit dem Nachbarn Russland verbindet Kasachstan der Vertrag ĂŒber Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe aus dem Jahr 1992; daneben die gemeinsame Grenze, eine starke handelspolitische Verflechtung und ein hoher russischer Bevölkerungsanteil. Auch befindet sich der Weltraumbahnhof Baikonur, der von Russland gepachtet wird, im SĂŒden Kasachstans. Die Partnerschaft mit China existiert seit 2005, sie basiert namentlich auf dem gemeinsamen Interesse, die Transportinfrastruktur zwischen den Nachbarn auszubauen. Die Beziehungen zu den USA sind vor allem geprĂ€gt durch das Engagement großer US-amerikanischer Unternehmen im Land, aber auch durch gemeinsame Interessen, wie den Kampf gegen Terrorismus und gegen Drogen. Wegen Wasser- und Energiefragen nicht immer frei von Spannungen ist hingegen das VerhĂ€ltnis zum Nachbarland Usbekistan. VerstĂ€rkt haben sich die Beziehungen mit Europa. Sie grĂŒnden auf dem am 23. Januar 1995 in BrĂŒssel unterschriebenen Abkommen ĂŒber Partnerschaft und Zusammenarbeit, das am 1. Juli 1999 in Kraft trat.

Kasachstan ist Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen wie der UNO und allen UNO-Organisationen (z. B. UNESCO), der Shanghaier Organisation fĂŒr Zusammenarbeit (SCO), der Organisation des Vertrags ĂŒber kollektive Sicherheit, der GUS, der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), der Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO) und der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Im Jahr 2010 hatte Kasachstan den OSZE-Vorsitz inne. Kasachstan ist des Weiteren aktives Mitglied des TĂŒrkischen Rates sowie der TÜRKSOY-Gemeinschaft. In den letzten Jahren hat das Land seine AktivitĂ€ten im TĂŒrkischen Rat massiv erhöht und plant, zukĂŒnftig eine aktivere Rolle im Rat einzunehmen. So wurde zum Beispiel auf Initiative Kasachstans die sĂŒdkasachische Stadt TĂŒrkistan zur „spirituellen Hauptstadt der tĂŒrkischen Welt“.

In der geostrategischen Analyse von Zbigniew BrzeziƄski in seinem grundlegenden Werk „Die einzige Weltmacht“ wird Kasachstan aus US-amerikanischer Perspektive als „Schild (Usbekistan als die Seele) des nationalen Erwachens der verschiedenen Völker der Region“ verstanden. Kasachstan schĂŒtze die anderen LĂ€nder vor direktem russischen Druck, da es allein an Russland grenzt. Kasachstan rivalisiere mit Usbekistan um die regionale Vorherrschaft. Kasachstan sei fĂŒr Russland „höchst verlockend“, "weil es aufgrund seiner ethnischen Probleme in einer offenen Konfrontation mit Moskau mit Sicherheit den kĂŒrzeren zöge." Außerdem wirkt die Angst der Kasachen vor China und die Unruhe der Regierung ĂŒber den chinesischen Umgang mit den Uiguren in Xinjang zugunsten einer AnnĂ€herung an Russland. Eine AbhĂ€ngigkeit von Russland wĂŒrde Kirgistan und Tadschikistan in die EinflusssphĂ€re Moskaus bringen, das dann „sowohl Usbekistan als auch Turkmenistan stĂ€rker unter Druck setzen könnte“.

Die EuropĂ€ische Union formuliert ihre politischen Ziele gegenĂŒber dem Land seit 2007 unter anderen durch ihre EU-Zentralasienstrategie.

Am 30. November 2015 trat Kasachstan nach 20-jÀhrigen Verhandlungen als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei.

Durch das Partnerschaftsabkommen mit der EuropĂ€ischen Union, welches am 21. Dezember 2015 in Astana unterzeichnet wurde, erhofft sich die Regierung Kasachstans, das Land fĂŒr den Tourismus zu öffnen. Zudem fand die Expo 2017 in der Hauptstadt Astana statt.

MilitÀr

Kasachstan gab 2017 knapp 0,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,3 Milliarden US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus. Das Land ist weiterhin ein VerbĂŒndeter Russlands.

Nukleare Testgebiete

Von 1949 bis 1989 fanden – ohne Menschen aus dem dĂŒnn besiedelten Gebiet auszusiedeln – auf dem im Nordosten des Landes gelegenen AtomwaffentestgelĂ€nde Semipalatinsk nahe Kurtschatow 470 Atomtests (davon 124 oberirdisch) statt. Das stark kontaminierte Areal wurde am 29. August 1991 geschlossen.

Zu Zeiten der Sowjetunion gab es weitere kleine Atomtestgebiete, u. a. zwei im Nordwesten Kasachstans, auf der kaspischen Halbinsel Mangyschlak und nördlich des Aralsees. Über das Land sind fĂŒnf Standorte fĂŒr Raketentests verteilt. Auf dem RaketentestgelĂ€nde Saryschagan befindet sich außerdem das Lasertestzentrum Terra-3.

Menschenrechte

In Kasachstan ist die Menschenrechtslage angespannt; jedoch hat das Land in den letzten zehn Jahren nach EinschĂ€tzung des AuswĂ€rtigen Amtes (Stand 2012) begrenzte Fortschritte auf dem Weg zu einem Rechtsstaat gemacht. Im Oktober 2010 hatte der UN-Sonderberichterstatter Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafen in Kasachstan kritisiert. Das Land verberge das volle Ausmaß der Folter und anderer Misshandlungen in seinem Haft- und GefĂ€ngnissystem weiterhin. Korruption und politische Intervention im Rechtsbereich sind an der Tagesordnung. In Strafverfahren werden hĂ€ufig Verfahrensregeln verletzt. ReformanstĂ¶ĂŸe von innen und außen werden zögernd angenommen und umgesetzt.

Ab 2004 galt ein Moratorium (Aufschiebung, Einstellung) fĂŒr den Vollzug der Todesstrafe. 2009 hatte PrĂ€sident Nasarbajew ein Gesetz zur Aufhebung der Todesstrafe unterzeichnet. Davon ausgenommen waren jedoch einige terroristische Straftaten und Kriegsverbrechen. 2016 wurde Ruslan Kulekbajew, ein Sympathisant der radikalen salafistischen Strömung, zum Tode verurteilt, nachdem er auf einer Polizeistation in der Stadt Almaty zehn Personen, darunter acht Polizisten erschossen hatte. Anfang 2021 schaffte Kasachstan die Todesstrafe endgĂŒltig ab; PrĂ€sident Toqajew unterzeichnete nach offiziellen Angaben eine entsprechende VerfĂŒgung. Das Todesurteil Ruslan Kulekbajews wurde in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

Rechtsstaat

2010 fĂŒhrten die Behörden eine Reihe von Maßnahmen ein, die darauf abzielten, Folter zu verhindern. Dazu gehörten ein erleichterter Zugang unabhĂ€ngiger öffentlicher Beobachter zu Hafteinrichtungen und eine öffentliche Verpflichtung, gegenĂŒber Folter eine „Null-Toleranz-Politik“ walten zu lassen.

2010 verschob die Regierung die Einrichtung des Nationalen PrĂ€ventionsmechanismus, eines unabhĂ€ngigen Überwachungsmechanismus fĂŒr Haftanstalten, um drei Jahre. Trotz erster Maßnahmen berichteten Personen laut Amnesty International, die sich im Polizeigewahrsam befanden, dass sie sowohl vor als auch nach der formalen Registrierung ihrer Haft in einer Polizeistation hĂ€ufig Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt waren. Polizeibeamte verstießen oft gegen das Strafvollzugsgesetz, das eine Registrierung von Gefangenen binnen drei Stunden nach ihrer Inhaftierung vorsieht.

Meinungsfreiheit

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2023, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wurde, belegte Kasachstan Platz 134 von 180 LĂ€ndern. Laut dem Bericht der Nichtregierungsorganisation ist die Situation der Pressefreiheit im Land „schwierig“. Die Meinungs- und Medienfreiheit ist eingeschrĂ€nkt. Kritik am PrĂ€sidenten und seiner Familie kommt vor, jedoch nur punktuell. Missliebige Journalisten werden drangsaliert und im kasachischen Internet werden bestimmte Seiten blockiert.

Bolat Atabajew, ein prominenter kasachischer Theaterregisseur und Menschenrechtler, war etwa wegen seiner kritischen Äußerungen im Zusammenhang mit der gewaltsamen Niederschlagung der friedlichen Proteste von Ölarbeitern in der Stadt Schangaösen (siehe Schangaösen-Massaker) im Juni 2012 verhaftet worden. Rund drei Wochen spĂ€ter kam er wieder frei und ging anschließend ins Exil nach Deutschland. FĂŒr seinen Einsatz fĂŒr mehr Demokratie in Kasachstan wurde Atabajew im August desselben Jahres die Goethe-Medaille verliehen.

Religions- und Versammlungsfreiheit

Die Religions- und Versammlungsfreiheit wird vom Staat restriktiv gehandhabt. Religiöse Gruppen am Rande des religiösen Spektrums werden als GefÀhrdung wahrgenommen. Wer sich zu seinem Glauben bekennt, riskiert mehrjÀhrige Haftstrafen. Der UN-Menschenrechtsausschuss forderte Kasachstan daher 2016 auf, seine Verfassung zu Àndern, um Religionsfreiheit zu gewÀhren. Der Islam spielt eine zunehmende Rolle im tÀglichen Leben, ist aber mit wenig Ausnahmen weitgehend tolerant.

Frauenrechte und Minderheitenschutz

Frauen sind in Spitzenpositionen von Politik und Wirtschaft trotz ihrer relativ hohen Bildungs- und ErwerbstĂ€tigkeitsquote wenig vertreten. Kernproblem ist der deutliche Lohnnachteil fĂŒr Frauen, ihre schlechte soziale Absicherung (hohe Alleinerziehungsquote) sowie ihr unzulĂ€nglicher Gesundheitsschutz. Die Polygamie (nach der islamischen Scharia sind einem Muslim bis zu vier Ehefrauen erlaubt), die selbst zu Sowjetzeiten nie ganz aus Kasachstan verschwunden war, spielt bei muslimischen MĂ€nnern weiterhin eine gewisse Rolle – sei es auch nur als Statussymbol (Stand 2013). Offiziell werden Mehrehen staatlicherseits nicht anerkannt, allerdings wurde die Polygamie im Jahr 1998 in Kasachstan im Gegensatz zu den anderen zentralasiatischen Nachbarstaaten dekriminalisiert. Mehrfach wurden GesetzesentwĂŒrfe zur Legalisierung der Polygamie im Parlament eingebracht, scheiterten dort jedoch auch am Widerstand weiblicher Abgeordneter. BefĂŒrworter der Legalisierung argumentierten, dass damit den Nebenfrauen und deren Kindern ein rechtlich gesicherter Status verschafft wĂŒrde. Im Global Gender Gap Report, der die Gleichberechtigung von MĂ€nnern und Frauen in einer Gesellschaft misst, belegte Kasachstan 2017 Platz 52 von 144 LĂ€ndern.

HomosexualitÀt

HomosexualitĂ€t ist in großen Teilen der Gesellschaft in Kasachstan tabuisiert, seit 1998 jedoch legal. Die vom Staat grĂ¶ĂŸtenteils veröffentlichte Meinung diskriminiert homosexuelle Menschen in Kasachstan und staatliche Behörden wie die Polizei bedrĂ€ngen LGBT-Aktivisten im Land.

Politische Freiheit

Wahlfreiheit ist in Kasachstan aufgrund verschiedener Gesetze schwierig, da die Gesetze immer wieder verschĂ€rft wurden und somit hohe Barrieren fĂŒr eine PrĂ€sidentschaftskandidatur von der Opposition geschaffen haben, zum Beispiel, dass man erst, nachdem man 15 Jahre ohne Unterbrechung in Kasachstan gelebt hat, zur PrĂ€sidentschaftswahl antreten darf.

Nach der Abdankung des langjĂ€hrigen PrĂ€sidenten Nursultan Nasarbajew fanden am 9. Juni 2019 PrĂ€sidentenwahlen statt. Dabei geht die frĂŒhere Senatorin Sauresch Battalowa davon aus, dass Nursultan Nasarbajew auch aufgrund seines Strafverfolgungsschutzes („Elbasy“) abgetreten ist. Sein vorbestimmter Nachfolger Qassym-Schomart Toqajew, der Nursultan Nasarbajews langjĂ€hriger Vertrauter ist, wird durch diese „Scheinwahl“ vereidigt. Zudem wurde Nursultan Nasarbajew nach der Abdankung zum Ehrensenator ernannt. Und als Chef der Regierungspartei Nur-Otan wird er „weiterhin die Politik vorgeben“.

FrĂŒhere OppositionsfĂŒhrer haben sich meistens in die NachbarlĂ€nder (vor allem Russland und Mongolei) abgesetzt, um der Strafverfolgung zu entgehen. In dem heutigen Parlament ist eine Opposition nicht zu finden.

Arbeitnehmerrechte

Laut einer Studie des Internationalen Gewerkschaftsbundes aus dem 2020 gehört Kasachstan unter den 144 untersuchten Staaten zu den zehn, in denen Arbeitnehmerrechte am schwersten verletzt werden. Der Staat wird insbesondere fĂŒr das Vorgehen gegen unabhĂ€ngige Gewerkschaften und die juristische Verfolgung der Vorsitzenden kritisiert. So wurde auf Initiative mehrerer Mineralölkonzerne im Jahr 2021 durch eine Regionalbehörde eine Klage eingereicht, deren Ziel die Auflösung der Gewerkschaft der Energieindustrie ist.

Wirtschaft

Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre (seit 1999) betrug im Durchschnitt 9,3 %. 2004 legte das BIP (Bruttoinlandsprodukt) um 9,4 % zu. Damit ragte Kasachstan in der Region Zentralasien als Vorbild fĂŒr eine Transformations-Wirtschaft hervor und ließ alle anderen LĂ€nder der Region weit hinter sich. Die wirtschaftliche Lage Kasachstans hat sich weiterhin verbessert und die Regierung fördert zunehmend auslĂ€ndische Direktinvestitionen. Von den Öl- und Gasressourcen des Landes profitiert jedoch nur eine schmale Elite. Seit 2003 erfolgen Versuche zur Reduzierung der RohstoffabhĂ€ngigkeit der Wirtschaft. Zu den seit 2008 realisierten Projekten der Intensivierung der Wertschöpfung durch Weiterverarbeitung einheimischer Rohstoffe gehören Walzstahl- und Siliziumwerke in Karaganda, die Chromerzaufbereitung in Aqtöbe und ein Eisenlegierungswerk in Taras. Mit dem Sinken der Rohstoffpreise verlangsamte sich das Wachstum ab 2014 deutlich. 2016 betrug es noch knapp 1 %.

Kasachstan ist die grĂ¶ĂŸte Wirtschaft und das reichste Land Zentralasiens. 2020 betrug das BIP (kaufkraftbereinigt) pro Kopf 26.565 internationale US-Dollar.

Das Finanzzentrum des Landes ist die ehemalige Hauptstadt Almaty. Hier haben alle großen Kreditinstitute Kasachstans ihren Hauptsitz, unter anderen Kazkommertsbank, Halyk Bank und Alliance Bank. Der BTA Bank stellten viele westliche Großbanken erhebliche Kreditmittel zur VerfĂŒgung; ihr ehemaliger Vorstand Muchtar Äbljasow ist derzeit Mittelpunkt von Ermittlungen ĂŒber den Verbleib der Gelder. Die Kasachische Börse befindet sich im neuen Finanzbezirk Almatys.

Das Genossenschaftswesen spielt eine gewisse Rolle. An Erzeuger-, Verbraucher-, Mietergenossenschaften usw. sind etwa 5 % bis 10 % der Einwohner Kasachstans beteiligt.

Als Folge der Krise 2009 wurden von Zollabgaben freie Wirtschaftszonen gegrĂŒndet. Die Wirtschaftskommission fĂŒr Europa (UNECE) konstatiert jedoch deutliche Defizite bei der Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen und bei der GrĂŒndungsförderung.

Kasachstan ist GrĂŒndungsmitglied der seit dem 1. Januar 2015 existierenden Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Im Dezember 2015 trat Kasachstan als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Die Beitrittsverhandlungen dauerten fast 20 Jahre an und werden als die schwierigsten ĂŒberhaupt bezeichnet. In besonderem Maße haben dazu die Verhandlungen um die Zolltarife mit den Mitgliedstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion beigetragen. Nun soll durch das geschlossene Abkommen der Importzoll des Landes binnen 5 Jahren auf 6,1 %, fĂŒr AgrargĂŒter auf 7,6 % gesenkt werden. Aus Sicht des ehemaligen kasachischen PrĂ€sidenten Nursultan Nasarbajew ergeben sich durch die Mitgliedschaft weitere Möglichkeiten fĂŒr das Wachstum der kasachischen Wirtschaft, bereits circa 90 % des Handels entfielen auf WTO-Staaten.

Bei dem Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos warb der kasachische MinisterprĂ€sident KĂ€rim MĂ€ssimow verstĂ€rkt um Investoren. Er betonte die investorfreundlichen Reformen und meinte, dass der niedrige Ölpreis eine ideale Voraussetzung fĂŒr die Umsetzung solcher Reformen bilde. Zudem wolle Kasachstan beim nĂ€chsten Weltwirtschaftsforum in einer verbesserten Ausgangssituation dastehen.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegte Kasachstan Platz 53 von 138 LĂ€ndern (Stand 2016–2017). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte Kasachstan 2017 Platz 42 von 180 LĂ€ndern. Der Staat hat nach wie vor viel Einfluss auf die kasachische Wirtschaft, auch wenn in den letzten Jahren zahlreiche Privatisierungen durchgefĂŒhrt wurden.

Rohstoffe

Erdöl- und Erdgasförderung sowie Ölprodukte bilden die Basis der kasachischen Wirtschaft. In den 1990er-Jahren wurden im Norden des Kaspischen Meeres und in der kasachischen Steppe die grĂ¶ĂŸten Erdölreserven der letzten 30 Jahre gefunden. Experten schĂ€tzen sie auf rund neun Milliarden Barrel. Die Ausbeutung erfolgt mit Hilfe auslĂ€ndischer Gesellschaften. Sie mĂŒssen von der Fördermenge zwischen 40 % und 50 % an den kasachischen Staat abgeben. Allein im Jahr 2002 wurden in Kasachstan rund 360 Millionen Barrel im Wert von 7 Milliarden Euro gefördert. Dank der zunehmenden Ausbeutung der in den 1990er-Jahren entdeckten riesigen Vorkommen konnte die Fördermenge bis zum Jahr 2010 auf rund 580 Millionen Barrel gesteigert werden. Dank dem gleichzeitig stark gestiegenen Ölpreis stiegen die ÖleinkĂŒnfte daher um ein Vielfaches und verhelfen Kasachstan zu einem sehr starken Wirtschaftswachstum.

Die Fördermenge soll auch in Zukunft weiter ausgeweitet werden, da wichtige Felder im Kaspischen Meer noch erschlossen werden. Die Gasförderung in Kasachstan hat sich in den zehn Jahren zwischen 2000 und 2010 von 10,4 Milliarden mÂł auf 33,6 Milliarden mÂł mehr als verdreifacht. Kasachstan ist eines der LĂ€nder, die in der strategischen Ellipse liegen. In Kasachstan sind weite Landstriche durch die radioaktiven AbfĂ€lle aus Öl- und Gasförderung verseucht.

Als EnergietrĂ€ger hatte Steinkohle fĂŒr viele Jahre und auch noch 2021 fĂŒr das Land die grĂ¶ĂŸte Bedeutung. Kasachstan ist andererseits der weltgrĂ¶ĂŸte Exporteur von Uran und besitzt reiche Reserven an Zinn, Uran, Blei, Zink, Bauxit, Eisen, Gold, Silber, Phosphor, Mangan, Kupfer und anderem.

Industrielle Produktion

Sehr gut entwickelt ist auch die HĂŒttenindustrie (Schwarz- und Buntmetalle) sowie deren Erzeugnisse. In Kasachstan werden zudem chemische Erzeugnisse (DĂŒnger, Kunststoffe), Maschinen, AusrĂŒstungen, Textilien und Lebensmittel hergestellt. Die wichtigsten Industriezentren sind Almaty, Qaraghandy, Schymkent, Pawlodar und Aqtöbe.

Landwirtschaft

Rund 75 % der LandesflĂ€che sind landwirtschaftlich nutzbar. So deckt Kasachstan seinen Bedarf an Getreide dank der fruchtbaren Steppenböden und trotz geringer ErtrĂ€ge aufgrund von Trockenheit vollstĂ€ndig selbst und exportiert die ÜberschĂŒsse in Höhe von vier bis fĂŒnf Millionen Tonnen. Seit 2005 wird ein Teil der Exporte ĂŒber die lettischen HafenstĂ€dte Liepāja und Ventspils abgewickelt. Das von den beiden Staaten gemeinsam errichtete Ventspils Grain Terminal ist fĂŒr die Verschiffung von jĂ€hrlich 2,5 Millionen Tonnen Getreide ausgelegt. Im Norden besteht um die Hauptstadt Astana ein landwirtschaftlich gut erschlossenes Gebiet. Der russische Name der Stadt von 1961 bis 1991 (Zelinograd, „Neulandstadt“) deutet darauf hin, dass es sich um urbar gemachtes Steppenland handelt, das auf Geheiß des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion unter Nikita Chruschtschow ab 1954 erschlossen wurde. WĂ€hrend das Niveau der GetreideertrĂ€ge in den ersten Jahrzehnten nach der Urbarmachung weit hinter den Erwartungen zurĂŒckblieb, gelang nach der Jahrtausendwende eine Stabilisierung. In den sĂŒdlichen Gebieten von Almaty bis Schymkent werden FrĂŒchte angebaut. Von großer Bedeutung vor allem fĂŒr die Bewohner der HalbwĂŒsten- und WĂŒstengebiete ist die Viehhaltung. Es werden hauptsĂ€chlich Schafe gezĂŒchtet, außerdem Ziegen, KĂŒhe und Pferde. In russisch oder frĂŒher deutsch dominierten Regionen ist auch Schweinezucht verbreitet.

Im SĂŒden steht der Aralsee infolge extensiver Wasserentnahme – auf kasachischer Seite entlang dem Syrdarja, einem der beiden HauptzuflĂŒsse – zur landwirtschaftlichen Kultivierung der Region vor dem Austrocknen, was eine der grĂ¶ĂŸten ökologischen Katastrophen der heutigen Zeit darstellt.

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen: Bruttoinlandsprodukt und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 27,25 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 23,35 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,9 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 21,1 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,6 %
  • Bildung: 2,3 % (2005)
  • MilitĂ€r: 0,9 % (2002)

Infrastruktur

Feuerwehr

In der Feuerwehr in Kasachstan waren im Jahr 2019 landesweit 17.500 Berufs- und 43.000 freiwillige Feuerwehrleute organisiert, die in 413 Feuerwachen und FeuerwehrhĂ€usern, in denen 3.172 Löschfahrzeuge und 340 Drehleitern bzw. Teleskopmasten bereitstehen, tĂ€tig sind. Die kasachischen Feuerwehren wurden im selben Jahr zu 63.727 EinsĂ€tzen alarmiert, dabei waren 13.850 BrĂ€nde zu löschen. Hierbei wurden 323 Tote von den Feuerwehren bei BrĂ€nden geborgen und 978 Verletzte gerettet. Die nationale Feuerwehrorganisation im Ministerium fĂŒr Notfallsituationen reprĂ€sentiert die kasachischen Feuerwehren.

Eisenbahn

Das Streckennetz in Kasachstan wird von der Staatsbahn Kasachstan Temir Scholy (KTZ) betrieben, es umfasst 13.700 Kilometer Strecken in der Russischen Breitspur (1.520 Millimeter Spurweite), davon sind 4.237,5 Kilometer elektrifiziert (2022).

Die bekannteste Verkehrsachse ist die Turkestan-Sibirische Eisenbahn (Turksib) von Semei ĂŒber Almaty nach Arys. Von der Station Schu, 300 km westlich von Almaty, erfolgt der direkte Anschluss der Turksib ĂŒber die Karaganda-Eisenbahn (ĐšĐ°Ń€Đ°ĐłĐ°ĐœĐŽĐžĐœŃĐșая Đ¶Đ”Đ»Đ”Đ·ĐœĐ°Ń ĐŽĐŸŃ€ĐŸĐłĐ° Karagandinskaja schelesnaja doroga) nach Karaganda an das nordkasachische Streckennetz. In Arys werden die westkasachischen StĂ€dte Aqtöbe, Atyrau und Aqtau ĂŒber die Strecke, die durch Qysylorda verlĂ€uft, verbunden.

Bis 2015 soll der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der Hauptstadt Astana und Almaty beendet sein. Auf der Strecke sollen die ZĂŒge eine Geschwindigkeit von 350 Kilometer pro Stunde erreichen können und fĂŒnf Millionen Passagiere jĂ€hrlich transportieren. Beim Bau der Strecke wird eng mit der Volksrepublik China zusammengearbeitet.

Kasachstan ist ein wichtiges Transitland im GĂŒterverkehr, weil durch das Land die kĂŒrzeste Eisenbahnverbindung zwischen Europa und China verlĂ€uft. Dies wurde mit TestzĂŒgen des Trans-Eurasia-Express bewiesen. Bisher wurde hierzu der GrenzĂŒbergang Alashankou/Dostyk benutzt, ĂŒber den jĂ€hrlich mehr als 15 Millionen Tonnen Fracht abgewickelt werden. Zur Erweiterung der KapazitĂ€ten wurde am 22. Dezember 2012 die weiter sĂŒdlich verlaufende, 293 Kilometer lange Neubaustrecke Korgas–Zhetygen eröffnet, die fĂŒr ein Ă€hnlich hohes GĂŒtervolumen vorgesehen ist. Da Kasachstan und China unterschiedliche Spurweiten benutzen, sind in den beiden Grenzbahnhöfen Dostyk und Korgas Umspurungsanlagen vorhanden.

Straßennetz

Das Fernstraßennetz ist auf dem Papier durchschnittlich entwickelt und umfasst etwa 141.000 Kilometer, europĂ€ischen Standards entspricht lediglich die Magistrale Astana–Almaty. Die Fernstraßen sind außerhalb der Ballungsgebiete nicht wie die Schnellstraßen oder Autobahnen ausgebaut und auch bei grĂ¶ĂŸeren breiten Straßen nicht voneinander durch Leitplanken getrennt. In Nordkasachstan erinnern einsame, aber fertig ausgebaute, Autobahnkreuze am Stadtrand einiger mittelgroßer StĂ€dte daran, wie groß einmal die sowjetischen PlĂ€ne fĂŒr das Straßennetz waren. Von diesen Inseln abgesehen ist das Straßennetz nur im Großraum Almaty einigermaßen gut und sicher befahrbar. Im Norden und Osten des Landes weisen die Straßen regelmĂ€ĂŸig große SchĂ€den auf, die Fahrzeug und Insassen stark gefĂ€hrden können. Vereinzelt (z. B. die A7 sĂŒdlich des Alakölsee) sind Fernstraßen sogar nur im Schritttempo befahrbar (Sommer 2014). Im SĂŒden des Landes herrscht zwar vermehrte BautĂ€tigkeit an Straßen, aufgrund der enormen GrĂ¶ĂŸe Kasachstans wird es jedoch voraussichtlich noch Jahrzehnte dauern, bis zumindest die Fernstraßen sicher befahrbar sein werden (vgl. Kasachstan 2050). Durch das Investitionsprogramm Nurly Schol investiert die kasachische Regierung seit 2015 jĂ€hrlich mehrere Hundert Millionen € in den Neu- und Ausbau von Straßen in Kasachstan.

Die wichtigsten internationalen Fernstraßen in Kasachstan sind die M32, M36 und M38.

Wasserstraßen

In Atyrau und Aqtau befinden sich HĂ€fen am Kaspischen Meer. Wichtige Wasserstraßen sind Irtysch und Schajyq.

Flugverkehr

Die grĂ¶ĂŸten FlughĂ€fen Kasachstans sind die in der Hauptstadt Astana und in Almaty. Sie werden von mehreren internationalen Fluggesellschaften angeflogen. Die Lufthansa verbindet die beiden StĂ€dte mit Frankfurt am Main. Ein weiterer wichtiger Flughafen ist der Flughafen Qaraghandy Sary-Arka. Daneben verfĂŒgt beinahe jede Großstadt des Landes ĂŒber einen kleineren Flughafen.

Die Air Astana ist die nationale Fluggesellschaft. Eine weitere große Fluggesellschaft ist SCAT Airlines.

Im Juli 2009 ordnete die EuropĂ€ische Kommission durch Verordnung ein Betriebsverbot in der EuropĂ€ischen Union fĂŒr sĂ€mtliche in Kasachstan registrierten Fluggesellschaften an. Die fĂŒr die Sicherheitsaufsicht ĂŒber die in Kasachstan zugelassenen Luftfahrtunternehmen zustĂ€ndige Behörde erwies sich nach Ansicht der Kommission als nicht in der Lage, die geltenden internationalen Sicherheitsnormen anzuwenden und durchzusetzen. Air Astana durfte ab Dezember 2015 wieder FlĂŒge in die Union durchfĂŒhren. Im Dezember 2016 wurde auch das EU-Betriebsverbot fĂŒr die ĂŒbrigen Fluggesellschaften des Staates aufgehoben.

Nahverkehr

Der öffentliche Nahverkehr war zu sowjetischen Zeiten gut ausgebaut, in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten verkehrten Straßenbahnen und Oberleitungsbusse. Diese wurden im unabhĂ€ngigen Kasachstan deutlich reduziert. In Almaty wurde bereits zu sowjetischer Zeit mit dem Bau einer Metro begonnen, die erste Strecke wurde 2011 eröffnet. Das Projekt der Stadtbahn Astana ist jĂŒnger, der erste Teilabschnitt soll 2014 eröffnet werden.

Weltraumbahnhof

In Baikonur befindet sich der grĂ¶ĂŸte Weltraumbahnhof der Welt (Kosmodrom Baikonur). Er ist von Russland fĂŒr 115 Millionen Dollar jĂ€hrlich bis 2050 gepachtet worden. Seit 2012 baut Russland am Kosmodrom Wostotschny auf eigenem Staatsgebiet.

Tourismus und SehenswĂŒrdigkeiten

Das Ministerium fĂŒr Sport und Tourismus hat im MĂ€rz 2011 zur Förderung des Fremdenverkehrs in Deutschland ein offizielles TourismusbĂŒro eröffnet. FĂŒr die Einreise in die Republik Kasachstan ist fĂŒr deutsche Staatsangehörige ein gĂŒltiger Reisepass, aber seit 2014 kein Visum mehr notwendig.

Weltkulturerbe und Weltnaturerbe Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen folgende kasachische StÀtten:

  • Tamgaly
  • Mausoleum von Hodscha Ahmad Yasawi
  • Sary Arka

In die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes wurden folgende Dokumente aus Kasachstan aufgenommen:

  • Sammlung von Manuskripten von Chodscha Ahmed Yasavi, Nationalbibliothek der Republik Kasachstan, Astana (2003)
  • Audiovisuelle Dokumente der internationalen Anti-Atom-Bewegung „Nevada Semipalatinsk“, Semei (2005)
  • Das Archiv zum Aralsee, welches dessen ökologische VerĂ€nderungen von 1965 bis 1990 dokumentiert (2011).

Kultur

Literatur, Kunst, Musik

Wichtige kasachische Schriftsteller waren

  • Abai Qunanbajuly (kasachischer Epiker, Lyriker und Denker 1845–1904)
  • ÄbdischĂ€mil Nurpeissow (kasachischer Schriftsteller, 1924–2022)
  • Muchtar Auesow (kasachischer Schriftsteller, 1897–1961)

Ein bedeutender Maler war

  • Äbilchan Qastejew (1904–1973)

Die traditionelle kasachische Musik vereint Elemente aus verschiedenen Kulturen. Seit der UnabhÀngigkeit werden auch Popmusik und Rap populÀr und es entwickelte sich das Genre des Q-Pop.

Film

Kasachfilm ist die staatliche Filmgesellschaft. Sie wurde 1934 als Filmstudio in Alma-Ata gegrĂŒndet und war wĂ€hrend der Sowjetunion fĂŒr praktisch alle kasachischen Filme verantwortlich. In den 1980er-Jahren entstand mit der „Neuen kasachischen Welle“ eine Bewegung junger kasachischer Filmhochschulabsolventen, die sich vom klassischen Propagandafilm entfernten und kĂŒnstlerisch innovative Filme schufen, die international auf Filmfestivals Erfolg hatten. Zu ihren Vertretern zĂ€hlen unter anderem Raschid Nugmanow und Dareshan Omirbaew. Ein bekannter Filmregisseur ist auch Timur Nuruachitowitsch Bekmambetow (* 1961).

Medien

Die Medienfreiheit ist nicht gegeben. Die Medien liegen in staatlicher Hand und werden zensiert. In Kasachstan erscheinen 8 national verbreitete Tageszeitungen. Zu den auflagenstÀrksten BlÀttern gehören die regierungsamtlichen Zeitungen Kasachstanskaja Prawda und Egemen Qazaqstan und die private Wremja. Daneben erscheinen mehrere Wochenzeitungen. Auf Englisch erscheinen The Kazakhstan Monitor und The Almaty Herald, auf Deutsch erscheint die Deutsche Allgemeine Zeitung.

Im Jahr 2021 nutzten 90,9 Prozent der Einwohner Kasachstans das Internet. Anfang Juli 2009 ließ Nursultan Nasarbajew eine Internet-Zensur einfĂŒhren.

Sport

In Kasachstan erfĂ€hrt Sport eine relativ hohe WertschĂ€tzung, was auf den sehr hohen Stellenwert und die dazugehörige Sportförderung in der UdSSR zurĂŒckgefĂŒhrt werden kann (siehe auch: Sport in der Sowjetunion). Die beliebtesten Sportarten der Kasachen sind Fußball und Eishockey, aber auch Boxen, Ringen, Judo und Gewichtheben sind in dem zentralasiatischen Land sehr beliebt.

Boxen

Im Boxen zĂ€hlt das Land weltweit zur Spitze; zwischen 1993 und 2016 erkĂ€mpften kasachische Boxer 22 Medaillen (7 × Gold, 7 × Silber und 8 × Bronze) bei Olympischen Sommerspielen und 34 Medaillen (10 × Gold, 10 × Silber 14 × Bronze) bei Weltmeisterschaften. In diesem Zeitraum fanden sechs Olympische Sommerspiele und zwölf Weltmeisterschaften statt; keines dieser Ereignisse war ohne kasachischen Medaillengewinn. Wie sehr kasachische Boxer allein den asiatischen Raum dominieren, zeigten die Ergebnisse der Asienmeisterschaften 2013 in Jordanien. Dabei wurden in zehn Gewichtsklassen gleich sieben Goldmedaillen und eine Silbermedaille erkĂ€mpft. Mit einem Olympiasieger und vier Weltmeistern war Kasachstan im Jahr 2014 die erfolgreichste Boxnation der Welt. DarĂŒber hinaus befanden sich in sieben der zehn Gewichtsklassen kasachische Boxer unter den Top-3 der AIBA-Weltrangliste.

Außerdem war Kasachstan bereits Austragungsort internationaler WettkĂ€mpfe im Amateurboxsport. In Astana etwa wurden der Weltcup 2002, die Juniorenweltmeisterschaften 2011 und die asiatischen Olympiaqualifikationen der Jahre 2008 und 2012 abgehalten, wĂ€hrend in Almaty die UniversitĂ€tsweltmeisterschaften 2006 und die Weltmeisterschaften 2013 stattfanden.

Erfolgreichster Profiboxer des Landes ist mit Stand Oktober 2015 der Mittelgewichts-Rekordweltmeister Gennadi Golowkin, der als bester Boxer dieser Gewichtsklasse weltweit gilt.

Fußball

Die höchste Spielklasse im kasachischen Fußball ist die Premjer-Liga. Die wichtigsten Fußballvereine sind neben dem Rekordmeister Irtysch Pawlodar, der kasachische Vorzeigeverein zu den Sowjetzeiten Kairat Almaty, der seit 2005 dominierende FK Aqtöbe, der stets in den oberen RĂ€ngen zu findende Tobol Qostanai und der wiedererstarkte Schachtjor Qaraghandy. Obwohl das kasachische Staatsgebiet fast ausschließlich in Asien liegt, ist der kasachische Fußballverband Mitglied der UEFA und nimmt an deren Turnieren (Europameisterschaft, Champions-League, Europa League) teil.

Radsport

Die kasachische Radsportmannschaft Team Astana wird zu den fĂŒhrenden Mannschaften weltweit gezĂ€hlt. Zum Kader des Teams gehörten bereits prominente Fahrer wie Lance Armstrong, Andreas Klöden, Levi Leipheimer, Haimar Zubeldia, Alberto Contador und Alexander Winokurow, der 2012 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Straßenrennen gewinnen konnte.

Eishockey

Das Eishockeyteam Barys Astana, dem neben den besten kasachischen Spielern auch namhafte LegionĂ€re wie Branislav Mezei, Kevin Dallman, TomĂĄĆĄ Klouček, Trevor Letowski, Jozef StĂŒmpel angehören, spielt auf höchstem Niveau in der russischen KHL. Ein weiterer bedeutender Eishockeyverein ist Kaszink-Torpedo Ust-Kamenogorsk.

Rugby

Die kasachische Rugbynationalmannschaft der MĂ€nner gehört zu den fĂŒhrenden Mannschaften im asiatischen Raum und konnte bei den Asian Five Nations 2009 sogar den zweiten Rang erkĂ€mpfen, ist jetzt aber in die zweite Division Asiens abgestiegen. Die Frauen-Rugby-Nationalmannschaft qualifiziert sich fast regelmĂ€ĂŸig als Asien-Sieger (meist vor Japan) fĂŒr die Weltmeisterschaften. So auch wieder fĂŒr 2014.

Tennis

Jelena Rybakina (* 1999) hat 2022 das Tennis-Grand-Slam-Turnier in Wimbledon gewonnen. Mit dem Titelgewinn ist ein Preisgeld von ÂŁ 2.000.000 (2.324.391,51 €) verbunden. Die gebĂŒrtige Russin tritt seit 2018 fĂŒr Kasachstan an. Sie besiegte im Finale Ons Jabeur (Tunesien). 2021 erreichte sie in Wimbledon bereits das Achtelfinale und bei den French Open erstmals das Viertelfinale bei einem Grand Slam. Neben Rybakina rangieren Julija Putinzewa (33), Sarina Dijas (200), Anna Danilina (345) und Schibek Qulambajewa (493) unter den 500 besten Tennisspielerinnen der WTA-Weltrangliste (Stand: Juli 2022).

Olympische Wettbewerbe

Die Kasachen konnten seit ihrer UnabhĂ€ngigkeit bisher 16 Olympiasieger feiern (Stand: 12. August 2016). Insgesamt wurden 69 olympische Medaillen gewonnen. Zu den Sommerspielen 2008 in Peking sandte Kasachstan 132 Athleten, fĂŒr 2012 in London wurden insgesamt 116 Athleten in 16 Sportarten nominiert.

Special Olympics Kasachstan wurde 1990 gegrĂŒndet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil. Der Verband hat seine Teilnahme an den Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin angekĂŒndigt. Die Delegation wird vor den Spielen im Rahmen des Host Town Programs vom Werra-Meißner-Kreis betreut.

Weiteres

Die Metropolen Astana und Almaty richteten 2011 zum ersten Mal die Winter-Asienspiele in Kasachstan aus. Die asiatischen Meisterschaften im Gewichtheben fanden 2009 in Taldyqorghan im SĂŒd-Osten des Landes statt.

Bei den Weltmeisterschaften im Gewichtheben 2009 belegten die Athleten aus Kasachstan hinter China den zweiten Rang in der Nationenwertung.

KĂŒche

Typisch fĂŒr die kasachische KĂŒche ist Beschbarmaq. Die Speise wird mit fettem gekochtem Hammel- oder Pferdefleisch zubereitet und mit lasagneĂ€hnlichen hauchdĂŒnn ausgerollten, gekochten Teigfladen mit der Hand gegessen. Plow, ein fĂŒr ganz Zentralasien typisches Reisgericht mit Hammelfleisch, und das auch im Ausland bekannte Schaschlik sind weitere populĂ€re Gerichte. Im Sommer wird bevorzugt Kumys getrunken.

Die kasachische KĂŒche ist auf Grund von Lage, Sprache, Kultur und Religion eng mit den benachbarten zentralasiatischen und slawischen LĂ€ndern verbunden.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Franke und Britta Wollenweber (Hrsg.): Kasachstan - Das Land und seine ReichtĂŒmer. Wostock, Berlin 2021, ISBN 978-3-932916-77-9. 
  • Sebastian Schiek: Das politische System Kasachstans. In: Jakob Lempp, Sebastian Mayer, Alexander Brand (Hrsg.): Die politischen Systeme Zentralasiens. Interner Wandel, externe Akteure, regionale Kooperation. Springer VS, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31633-4, S. 43–56. 
  • Dagmar Schreiber: ReisefĂŒhrer Kasachstan - Mit Almaty, Nur-Sultan, Tien Schan und Kaspischem Meer. 7. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-89794-510-4. 
  • Philipp Meuser (Hrsg.): ArchitekturfĂŒhrer Kasachstan. Berlin 2014, ISBN 978-3-86922-272-1. 

Weblinks

  • Offizielle Website der kasachischen Regierung (kasachisch/englisch/russisch)
  • Botschaft der Republik Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland
  • cia.gov Dossier des CIA ĂŒber Kasachstan (englisch; enthĂ€lt Informationen ĂŒber Geographie, Einwohner, Regierung, Wirtschaft, Kommunikationswesen, Transportwesen und MilitĂ€r)
  • AusfĂŒhrliches, Kasachstan bei eu-asien.de
  • Informationen und Bilder zu Kasachstan deutsch, bei kasach.de
  • Religion in Kasachstan
  • Kasachstan im Austria-Forum (englisch)
  • Kasachstan. Riesiges Land mit viel Ressourcen am 6. Januar 2022 auf tagesschau.de
  • LĂ€nderinformationen des deutschen AuswĂ€rtigen Amtes zu Kasachstan

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (14)

Bezeichnung der Regionen: Gebiet
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Almaty 47.329847 42.202049 73.807397 82.630859  
Aqmola 53.708545 50.111386 65.25715 74.197559  
Aqtöbe 51.339557 45.162695 53.526118 64.180761  
Atyrau 49.270703 46.12439 46.994003 56.370936  
Mangghystau 46.461712 41.240135 49.993938 56.696327  
Nordkasachstan 55.431812 52.193208 65.967137 73.960276  
Ostkasachstan 51.400814 45.566072 76.769242 87.31266  
Pawlodar 54.457916 50.023726 73.282956 79.590622  
Qaraghandy 51.389282 46.001395 62.600536 77.621187  
Qostanai 54.712582 48.197313 60.05291 68.028963  
Qysylorda 47.854687 42.421028 58.78829 68.013568  
Schambyl 46.036623 42.22123 68.993908 75.77343  
SĂŒdkasachstan 46.028366 40.571277 66.006905 70.899376  
Westkasachstan 51.766598 48.002499 46.491856 54.557465  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Kazakhstan

Name englisch: Kazakhstan
Hauptstadt: Astana
Kfz: KZ
ISO: KZ
ISO3: KAZ
Fläche: 2717300 km²
Tld: .kz
Wärung Einheit: KZT
Währung: Tenge
Vorwahl: 7

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 55.441984
südlichster Punkt: 40.568584
westlichster Punkt: 46.493672
östlichster Punkt: 87.315415


 
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