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Staat Informationen : Turkmenistan

Informationen:


Turkmenistan (turkmenisch TĂŒrkmenistan, amtlich Republik Turkmenistan, turkmenisch TĂŒrkmenistan Respublikasy, veraltet Turkmenien) ist ein 488.100 kmÂČ großer Binnenstaat in Zentralasien mit 5,9 Millionen Einwohnern. Die ehemalige Sowjetrepublik am Kaspischen Meer grenzt im Nordwesten an Kasachstan, im Nordosten an Usbekistan, im SĂŒdosten an Afghanistan und im SĂŒdwesten an den Iran.

Hauptstadt und mit 1 Million Einwohnern grĂ¶ĂŸte Stadt des dĂŒnnbesiedelten WĂŒstenstaates ist Aschgabat. Weitere wichtige StĂ€dte des islamisch geprĂ€gten und autoritĂ€r regierten Landes sind TĂŒrkmenabat, Daschogus und Mary. Turkmenistan verfĂŒgt ĂŒber die viertgrĂ¶ĂŸten Erdgasvorkommen der Welt.

Geographie

Turkmenistan grenzt an Kasachstan, Usbekistan, Afghanistan, Iran und das Kaspische Meer.

Nahezu 95 % der LandflĂ€che werden von der WĂŒste Karakum eingenommen, die sowohl aus Sand- als auch GeröllwĂŒstengebieten besteht. Im Westen erstrecken sich die Hochebene von TĂŒrkmenbaƟy und der Große Balkan (1880 m). Dieser fĂ€llt in Richtung SĂŒden zum Karakumkanal (Turkmenischer Hauptkanal) ab, auf dessen anderer Seite die Landschaft in das Kopet-Dag-Gebirge ĂŒbergeht, das sich grĂ¶ĂŸtenteils im Iran befindet, in Turkmenistan im Berg Reza 2942 m und im Iran 3191 m Höhe erreicht. WĂ€hrend Richtung SĂŒdosten nach Afghanistan noch einige AuslĂ€ufer des Gissargebirges aufragen, befindet sich der höchste Berg des Landes, der AĂœrybaba (3139 m), an der östlichen Grenze zu Usbekistan.

Klima

Überblick

Es herrscht ĂŒberall kontinentales Klima mit extrem heißen und trockenen Sommern und kalten Wintern.

Als sĂŒdlichste Region der ehemaligen Sowjetunion hat Turkmenistan die mit Abstand höchsten Temperaturen in Zentral-Asien, doch da selbst im Sommer die Luftfeuchtigkeit niedrig ist, ist die Hitze ertrĂ€glicher. Im SĂŒden ist das Klima etwas weniger kontinental als im Norden, und die Temperaturen fallen selten unter −5 °C. Die nördlichen Bereiche an der Grenze zu Usbekistan können im Winter bis zu −20 °C kalt werden.

Das ausgeprÀgte Kontinentalklima in Turkmenistan weist hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und auch von Jahreszeit zu Jahreszeit auf.

Der Norden

  • Die durchschnittliche Maximal-Temperatur betrĂ€gt zwischen 2 °C im Januar und 34 °C im Juli.
  • Die durchschnittliche Tiefst-Temperatur betrĂ€gt zwischen −4 °C im Januar und 22 °C im Juli.
  • Die durchschnittliche relative Luftfeuchte betrĂ€gt zwischen 35 % im Juli und 78 % im Januar.
  • Die durchschnittliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt oft ganzjĂ€hrig unter 5 mm.
  • Die meisten Tage mit Niederschlag hat der Monat Januar mit durchschnittlich 11 mm.
  • Die wenigsten Tage mit Niederschlag hat der Monat August mit durchschnittlich 2 mm.

Der SĂŒden

  • Die durchschnittliche Maximal-Temperatur betrĂ€gt zwischen 11 °C im Januar und 38 °C im Juli.
  • Die durchschnittliche Tiefst-Temperatur betrĂ€gt zwischen 0 °C im Januar und 24 °C im Juli.
  • Die durchschnittliche relative Luftfeuchte betrĂ€gt zwischen 23 % im August und 70 % im Dezember.
  • Die durchschnittliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt oft ganzjĂ€hrig unter 3 mm.
  • Die meisten Tage mit Niederschlag hat der Monat Januar mit durchschnittlich 5 mm.
  • Die wenigsten Tage mit Niederschlag haben die Monate Juni bis Oktober mit durchschnittlich 0 mm.

Das Zentralland

  • Die durchschnittliche Maximal-Temperatur betrĂ€gt zwischen 8 °C im Januar und 37 °C im Juli.
  • Die durchschnittliche Tiefst-Temperatur betrĂ€gt zwischen 1 °C im Januar und 23 °C im Juli.
  • Die durchschnittliche relative Luftfeuchte betrĂ€gt zwischen 29 % im Juli und 79 % im Dezember.
  • Die durchschnittliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt zwischen 1–2 mm im August und 38 mm im April.
  • Die meisten Tage mit Niederschlag hat der Monat Dezember mit durchschnittlich 10 mm.
  • Die wenigsten Tage mit Niederschlag hat der Monat August mit durchschnittlich 2 mm.

Klimawandel

Zusammen mit den anderen zentralasiatischen LĂ€ndern gehört Turkmenistan zu den LĂ€ndern, die nach EinschĂ€tzung der Weltbank vom globalen Klimawandel am meisten betroffen sind. Bei einer globalen Erhöhung der Temperatur des Weltklimas um zwei Grad wird in Kirgistan ein Anstieg um 6,5 °C vorhergesagt, was sich infolge von Gletscherschmelze und Verdunstung auf den Wasserhaushalt der Anrainerstaaten des Amudarja auswirken wird. Obwohl der Klimawandel von der Bevölkerung bislang kaum diskutiert wird (Armut und wirtschaftliche Not lenken den Blick auf konkrete wirtschaftliche Sorgen), sind die Folgen spĂ€testens seit der Austrocknung des Aralsees spĂŒrbar, dessen HauptzuflĂŒssen Amudarja und Syrdarja 90 Prozent seiner ursprĂŒnglichen Wassermenge zu BewĂ€sserungszwecken entzogen wird, was die Temperaturunterschiede vor allem im Sommer verschĂ€rft und das restliche Flusswasser durch Pestizide und AbwĂ€sser zusĂ€tzlich belastet. Der Anbau der wasserintensiven Baumwolle stellt – obwohl bereits rĂŒcklĂ€ufig – noch immer eine starke Belastung dar.

Durch den Ausbau der Wasserkraft in den „Oberliegerstaaten“ (d. h. an den OberlĂ€ufen der FlĂŒsse) Kirgistan und Tadschikistan droht den „Unterliegerstaaten“, an deren FlusslĂ€ufen es keine ZuflĂŒsse mehr gibt, die Kontrolle ĂŒber das Flusswasser zu entgleiten. Es kommt bereits zu militĂ€rischen Konflikten zwischen Ober- und Unterliegerstaaten, die sich mit zunehmendem Klimawandel verschĂ€rfen und nach Ansicht der Weltbank kĂŒnftig noch zunehmen werden. So gefĂ€hrdet Wassermangel auch die Versorgung mit Lebensmitteln. Die Weltbank hat fĂŒr die Zeit nach 2019 angekĂŒndigt, keine Öl- und Gasförderung mehr zu finanzieren, sondern stattdessen nach Aussage des ReprĂ€sentanten Ato Brown (Kasachstan) die Förderung von Klimaschutzprojekten zu erhöhen und in allen fĂŒnf zentralasiatischen Staaten die Suche nach nachhaltigen Lösungen zu unterstĂŒtzen.

Natur

Turkmenistan wird in weiten Teilen von Trockengebieten dominiert und beherbergt immer noch zahlreiche gefĂ€hrdete und seltene Tierarten, die fĂŒr Steppen und WĂŒsten charakteristisch sind. Etwa ein Drittel der Wirbeltier-Arten, die in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten der frĂŒheren UdSSR aufgezĂ€hlt sind, kommen in Turkmenistan vor. Dazu zĂ€hlen Halbesel und Kropfgazellen, vorwiegend die bergigen Regionen im SĂŒden werden auch von Urials und Wildziegen sowie von wenigen hundert Exemplaren des Persischen Leoparden als grĂ¶ĂŸtem Raubtier bewohnt. Ein bedeutendes Schutzgebiet Turkmenistans ist das Badkhyz-Naturreservat im SĂŒden des Landes, das einst die letzte Zuflucht des Turkmenischen Halbesels war und zugleich eines der bedeutendsten Refugien fĂŒr die Kropfgazelle in Turkmenistan darstellt.

Bevölkerung

Verteilung nach Sprachgruppen und Lebensalter

Den Hauptteil der Bevölkerung bilden die Turkmenen mit rund 77 %; die grĂ¶ĂŸten Minderheiten sind Usbeken (9 %), Russen (7 %), Kasachen (2 %), Tataren (1,1 %), Aserbaidschaner (0,8 %), Belutschen (0,8 %), Armenier (0,8 %), Ukrainer (0,5 %), daneben auch Koreaner und Tadschiken. Seit dem Ende der Sowjetzeit geht der Anteil der Russen an der Gesamtbevölkerung zurĂŒck, wĂ€hrend der der Turkmenen ansteigt.

Im Zeitraum von 2010 bis 2015 betrug die Lebenserwartung bei Geburt fĂŒr die Gesamtbevölkerung 67,3 Jahre (Frauen: 70,8 Jahre/MĂ€nner: 63,9 Jahre). Das Medianalter der Bevölkerung lag bei 27,5 Jahren, die FertilitĂ€tsrate bei 3 Kindern pro Frau.

Entwicklung der Bevölkerung

Quelle: UN

Geografische Verteilung und StÀdte

Die höchsten Besiedlungsdichten weisen die Oasengebiete im Vorland des Kopet-Dag, die Regionen am Unterlauf von Tedschen und Murgab, das Tal des Amudarja und die am Karakumkanal gelegenen Gebiete auf. 46 % der Bewohner leben in StÀdten.

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand 2013): AƟgabat (860.221 Einwohner), TĂŒrkmenabat (234.765 Einwohner), DaƟoguz (285.872 Einwohner), Mary (126.141 Einwohner), Serdar (93.692 Einwohner) und BaĂœramaly (91.713 Einwohner)

Religionen

Etwa 90 % der Bevölkerung sind Muslime (Sunniten der hanafitischen Rechtsschule und Schiiten mit etwa 120.000 AnhĂ€ngern). 9 % gehören der Russisch-Orthodoxen Kirche an. Als weitere bedeutende religiöse Minderheiten sind folgende Gemeinschaften vertreten: JĂŒdische Religion, Römisch-katholische Kirche, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, Neuapostolische Kirche und Bahai.

Die jĂŒdische Religion ist in Turkmenistan nicht anerkannt. Die AusĂŒbung der Religion wird allerdings toleriert. Es gibt jedoch keine Synagogen. Etwa 1000 Juden leben in Turkmenistan. Die meisten von ihnen hatten sich wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs hier niedergelassen, sie waren FlĂŒchtlinge aus der Ukraine. Eine andere Gruppe sind die alteingesessenen bucharischen Juden. Viele turkmenische Juden sind im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion nach Deutschland oder Israel ausgewandert.

Sprachen

Russisch war zu Sowjetzeiten Amtssprache neben dem Turkmenischen, das als oghusische Sprache mit Aserbaidschanisch und TĂŒrkisch nĂ€her verwandt ist. Russisch wurde auch auf dem Land gesprochen und wird noch heute von 12 % der Einwohner als Muttersprache beherrscht, was ein Vielfaches des Anteils der russischen Minderheit im Land ist (nur 72 % der Einwohner sprechen Turkmenisch als Muttersprache) – da die ethnischen Minderheiten Russisch erlernen. Oft werden von den ethnischen Minderheiten vor allem in den StĂ€dten drei Sprachen gesprochen.

Jedoch ist durch die neue Sprachpolitik des diktatorischen Regimes seit 1990 eine starke Bevorzugung des Turkmenischen zu beobachten, weshalb die Kenntnis des Russischen bei jĂŒngeren Menschen immer weiter abnimmt und auf dem Land kaum noch vorhanden ist. Das Erlernen des Turkmenischen an Schulen ist allerdings aufgrund begrenzter Lernzeit, schlecht erarbeiteter Sprachprogramme sowie TextbĂŒcher problematisch. Aufgrund des Vorhandenseins multinationaler Erdöl- und Erdgasfirmen sind Kenntnisse von Malaiisch, TĂŒrkisch, Französisch und Englisch wichtig. TĂŒrkisch und Englisch werden auch als Fremdsprache an den Schulen gelehrt, jedoch kann es nur ein kleiner Teil der Einwohner sprechen. Ein spezieller Dialekt des Turkmenischen wird im Kopet-Dag-Gebirge in der Umgebung von Nokhur gesprochen.

Bildung

Es besteht eine zehnjĂ€hrige allgemeine Schulpflicht ab dem 7. Lebensjahr. Das Schulsystem gliedert sich in folgende Stufen: die vierjĂ€hrige Grundschule und die sechsjĂ€hrige (Klassen 5–10) Mittelschule. Das Hochschulwesen umfasst die Turkmenische StaatsuniversitĂ€t (gegrĂŒndet 1950) in AƟgabat sowie acht Hochschulen und Fachhochschulen. Die unter NyĂœazow eingefĂŒhrten Änderungen im Bildungssystem (neun- statt zehnjĂ€hrige Schulpflicht, zweijĂ€hriges Berufspraktikum vor der Zulassung zum Hochschulstudium, eingeschrĂ€nkte Wahl der StudienfĂ€cher, PflichtlektĂŒre der Ruhnama in allen LehrplĂ€nen) wurden grĂ¶ĂŸtenteils zurĂŒckgenommen. Allerdings ist bisher unklar, wie erfolgreich die von Berdimuhamedow begonnenen Reformen tatsĂ€chlich sind.

Geschichte

PalÀolithikum bis Mesolithikum

WĂ€hrend in Tadschikistan menschliche Spuren etwa 800.000 bis 900.000 Jahre zurĂŒckreichen (Kuldara im SĂŒden des Landes), sind die Ă€ltesten Funde in Turkmenistan deutlich jĂŒnger. Doch selbst die Ă€ltesten Funde in Zentralasien stehen in Widerspruch zur Tatsache, dass in China 1,6 Millionen Jahre alte Funde bekannt sind, denn Zentralasien gilt als Korridor zwischen Afrika-Westasien und Ostasien. Diesen hĂ€tten die aus Westen kommenden Zuwanderer passieren mĂŒssen, zumal die klimatischen Bedingungen denen ihres Herkunftsgebietes Ă€hnlich waren. Faustkeile aus dem AcheulĂ©en sind immerhin aus dem Westen Turkmenistans bekannt, doch sind sie zeitlich kaum einzuordnen und finden sich vor allem im Norden und Westen Kasachstans.

Im Gegensatz zum AltpalĂ€olithikum ist das MittelpalĂ€olithikum in Zentralasien deutlich besser reprĂ€sentiert – allerdings wiederum schlechter in Turkmenistan. In Usbekistan wurde 1938 in der Teschik-Tasch-Höhle nahe der Ostgrenze Turkmenistans ein Neandertalerkind entdeckt, das auf 70.000 Jahre datiert wurde. Dieser Fund gilt als ĂŒberragend fĂŒr ganz Zentralasien. In Sel-Ungur im Fergana-Becken fand man zehn ZĂ€hne, bei denen die Zuordnung zu Menschen allerdings widerlegt worden ist, wohingegen der dort entdeckte Oberarmknochen menschlich ist. Die organischen Überreste, vor allem Knochen der Jagdbeute, wurden auf 126.000 ± 5.000 Jahre datiert. Die Dominanz von Wildziegen und -schafen weist wohl auf eine steppenartige Landschaft hin. In jedem Falle bildet die Region das östlichste Vorkommen des Neandertalers. Genetische Untersuchungen an einem weiteren Neandertalerfossil, aus der 1962 entdeckten Obi-Rachmat-Höhle im Osten Usbekistans, legen nahe, dass die Neandertaler erst vor etwa 125.000 Jahren in der Region erschienen. Möglicherweise entwickelte sich in diesem Raum sogar eine distinkte Neandertalergruppe.

Geringer als die Kenntnisse zum MittelpalĂ€olithikum sind die zum JungpalĂ€olithikum, der Epoche, in der der Homo sapiens in der Region erschien. Zwar fand man Artefakte in der Stadt Samarkand, doch ist ihre Deutung umstritten. In Usbekistan ist die FundstĂ€tte Kulbulak eine der frĂŒhesten, sie liefert Datierungen zwischen 39.000 ± 4.000 und 82.000 ± 9.000 Jahre. Im Nordosten Afghanistans (Darra-i Kur) fanden sich etwa 30.000 Jahre alte Artefakte des Homo sapiens. Wahrscheinlich verschwand die menschliche Population, die sowieso als nur klein eingeschĂ€tzt wird, wĂ€hrend des letzten KĂ€ltemaximums zwischen 21.000 und 17.000 v. Chr. vollstĂ€ndig.

Im EpipalĂ€olithikum ist die Besiedlung vor allem an der FundstĂ€tte Dam-Dam-ÇeĆĄme (auch Cesme) sehr viel deutlicher zu belegen. In der Region wird diese Epoche, hĂ€ufig auch mit dem Mesolithikum gleichgesetzt, damit im Westen Turkmenistans besser fassbar. Sie dauerte von etwa 9500 bis 6000 v. Chr. Bei Dam-Dam-ÇeĆĄme handelt es sich um zwei FelsĂŒberhĂ€nge. Dabei reichten die Funde in Dam-Dam-ÇeĆĄme 1 vom JungpalĂ€olithikum bis zur Bronzezeit, wĂ€hrend Dam-Dam-ÇeĆĄme 2 erst an der Grenze zwischen JungpalĂ€olithikum und Mesolithikum einsetzt; nur dort ließ sich ein wachsender Anteil an Ziegen und Schafen belegen. Gejagt wurden ansonsten Gazellen. Hinzu kamen geringe Mengen an Onagern, Wildrindern und -katzen.

In der etwas weiter nördlich gelegenen Kailyu-Höhle nahe dem Kaspischen Meer auf dem Krasnowodsk-Plateau und an der FundstĂ€tte Hodscha fanden sich ebenfalls mesolithische Artefakte dieser JĂ€ger-, Sammler- und Fischerkultur. In Hodscha hinterließen die einstigen Fischer große Mengen an Stör. Außerdem fanden sich BegrĂ€bnisstĂ€tten mit Muscheln. Die beiden FundstĂ€tten bilden den Nordrand des Kaspischen Mesolithikums. Wahrscheinlich wurden die Abris nur saisonal aufgesucht.

Neolithikum und Kupferzeit

Das Neolithikum setzte im SĂŒden Turkmenistans bereits in der zweiten HĂ€lfte des 7. Jahrtausends v. Chr. mit der Dscheitun-Kultur ein. Diese archĂ€ologische Kultur erhielt ihren Namen von Dscheitun, der Ă€ltesten neolithischen Siedlung des Landes; wenig jĂŒnger ist Namazgadepe, 80 km sĂŒdöstlich von AƟgabat. Gelegen im sĂŒdlichen Turkmenistan, etwa 25 km nördlich von AƟgabat im Kopet-Dag, wurde die 0,7 ha große Tell-Siedlung Dscheitun seit den 1950er Jahren ausgegraben. Sie bestand aus etwa 30 HĂ€usern. Nach David R. Harris war keine der Wildformen von Einkorn oder Gerste in dieser Region vorhanden; Ă€hnliches gilt auch fĂŒr die Schafe. Sie mĂŒssen also mitgebracht worden sein, möglicherweise ĂŒber das Zāgros-Gebirge aus der Levante. Die Wildform der Ziege (Capra aegagrus) hingegen war auch in Zentralasien verbreitet und könnte demnach dort domestiziert worden sein.

Am Anfang der Kupferzeit steht die Stufe Anau IA, die weit ĂŒber Turkmenistan bis in den Iran reichte; daher wurde angenommen, dass möglicherweise Gruppen aus dem Iran zugewandert waren. Kennzeichnend fĂŒr die nachfolgenden, partiell noch auf Jagd angewiesenen Gesellschaften, sind neben dem Kupfergebrauch eine spezifisch bemalte Keramik und komplexere Bauwerke als noch in der Dscheitun-Kultur.

Das sich dem Neolithikum anschließende sĂŒdturkmenische Äneolithikum wird anhand der sich wandelnden Keramik in drei Stufen gegliedert, nĂ€mlich Namazga I bis III. Die erste Stufe wurde in das 5. Jahrtausend, Namazga II in die erste HĂ€lfte des 4. Jahrtausends, Namazga III schließlich in das spĂ€te 4. Jahrtausend v. Chr. datiert. Auch hier bildet der Iran keine Grenze, wie die dortigen Fundorte im Atrek-Gebiet und in der Gorgan-Ebene erweisen. Besterforschter Ort ist die Geoksjur-Oase im ehemaligen Tedschen-Delta, wo Tell-Siedlungen, wie z. B. DaĆĄlydĆŸi-Tepe, Jalangač-Tepe oder Geoksjur-Tepe 1 entstanden, SiedlungshĂŒgel, die auf generationenlange KontinuitĂ€t hinweisen. Die HĂ€user in der Stufe Namazga I bestanden aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Die quadratischen oder rechteckigen HĂ€user wiesen meist einen oder zwei RĂ€ume auf, selten mehr. Die meist freistehenden HĂ€user waren durch Umfassungsmauern zu geschlossenen Gehöften verbunden. Dieser einfache Typus wurde in der Stufe Namazga II komplexer. So kamen Speicherbauten (?) hinzu, sowie RundhĂ€user, die Bastionen Ă€hneln. Namazga III weist bereits GebĂ€udekomplexe auf, wĂ€hrend die EinzelhĂ€user, wie sich in Kara-depe erwies, fast verschwanden. So wurden gleichartige HĂ€user aneinandergereiht, es entstanden Innenhöfe, schmale Gassen und kleine PlĂ€tze, die die grĂ¶ĂŸeren Komplexe voneinander rĂ€umlich trennten. Diese Art der Gliederung in Quartiere sollte sich in der Bronzezeit verstĂ€rken.

Extensiver Getreideanbau, vor allem von Weizen und Gerste, war in dem ariden Gebiet ohne kĂŒnstliche BewĂ€sserung kaum zu bewerkstelligen. WĂ€hrend das Rind weniger bedeutend war, dominierten Schafe und Ziegen als domestizierte Arten. Zwar wurden auch Schweine gehalten, doch war ihre Zahl gering. Wildtiere wie Gazelle und Wildpferd, Hirsch, Wildschwein oder Hase deckten nur noch etwa 10 % des Fleischbedarfes. Auch das Kamel lĂ€sst sich bereits nachweisen.

Wichtiger Fundort ist neben Namazgadepe die 1976 entdeckte proto-urbane Siedlung Sarasm (Anfang 4. Jahrtausend bis 2000 v. Chr.) im Nordwesten Tadschikistans, das von Kolonisten aus Namazgadepe und benachbarten Oasen gegrĂŒndet wurde. In seiner NĂ€he befanden sich die beiden Ă€ltesten der fĂŒr die Herstellung von Bronze notwendigen Zinn-LagerstĂ€tten in Zentralasien. Mit einer FlĂ€che von mindestens 35 ha, vielleicht sogar 100 oder gar 150, war Sarasm die grĂ¶ĂŸte Siedlung einer frĂŒhen Ackerbaukultur in Zentralasien.

Bereits frĂŒhbronzezeitlich ist Namazga IV (1. HĂ€lfte bis mindestens Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr.). Am Altyndepe, einem der herausragenden SiedlungsplĂ€tze in SĂŒdturkmenistan, entstanden HĂ€userkomplexe, die durch StraßenzĂŒge getrennte Blöcke aufwiesen. Sie waren von Befestigungsanlagen mit Toren umgeben. Aus ihnen gingen spĂ€ter in der Stufe Namazga IV urbane Zentren hervor. Die Gesellschaft war bereits ausgeprĂ€gt arbeitsteilig, ein erheblicher Teil der Keramik wurde auf der schnell rotierenden Töpferscheibe hergestellt. Spezialisten verarbeiteten Zinn und Arsen und Bronzelegierungen.

Außerhalb SĂŒdturkmenistans breiteten sich Siedlungstypen aus den Stufen Namazga III und IV nur ostwĂ€rts aus, sieht man von Sarazm auf einer Terrasse am SĂŒdufer des Serafschan ab, der sich im nordwestlichen Tadschikistan befindet. Nördlich dieses Raumes bestanden eher mesolithische Kulturen, wie die Hissar-Kultur in Tadschikistan. Dabei lĂ€sst sich erweisen, dass Kommunikationsnetzwerke SĂŒdturkmenistan mit dem Iranischen Hochland, dem östlichen Mesopotamien und dem nordwestlichen Industal verbanden.

Insgesamt belegen die Funde, dass SĂŒdturkmenistan zwischen Kaspischem Meer und Margiana vom spĂ€ten 7. bis ins frĂŒhe 2. Jahrtausend eine Peripherregion des Vorderen Orients darstellte, die sich nur geringfĂŒgig nordwĂ€rts ausbreiten konnte. Dabei nahm in der Bronzezeit die Hierarchisierung der Gesellschaft weiter zu. Im mittelbronzezeitlichen Namazga V entstanden um 2000 v. Chr. stĂ€dtische Zentren, öffentliche Bauten und eigene Handwerkerviertel. Eine öffentliche Verwaltung, wie in Sumer, lĂ€sst sich allerdings nicht belegen.

Von der Antike bis zum 19. Jahrhundert

Alexander der Große eroberte das Gebiet im 4. Jahrhundert v. Chr. auf seinem Weg nach Indien. 150 Jahre spĂ€ter errichtete das Partherreich seine Hauptstadt in Nisa, einem Gebiet um das heutige AƟgabat. In der SpĂ€tantike standen Teile des Gebiets unter Herrschaft des Sassanidenreichs und der iranischen Hunnen.

Im frĂŒhen 8. Jahrhundert n. Chr. nahmen die Araber die Region ein, wodurch die Bevölkerung mit dem Islam und der Kultur des Nahen Ostens in BerĂŒhrung kam. Um diese Zeit entwickelte sich die Seidenstraße zu einem wichtigen Handelsweg zwischen Asien und Europa. Schon bald wurde das Gebiet des heutigen Turkmenistan als Chorasan bekannt, als der Kalif der Abbasiden, al-Ma'mĆ«n, Merw zu seiner Hauptstadt erhob. Zu allen Zeiten mussten sich die Menschen an die wechselnden Wasserressourcen anpassen. Es entstanden neben Oasen- auch Flusskulturen. So siedelten an den Ufern des Usboi, der zusammen mit dem Amudarja das ganze Land durchzog, vom 5. Jahrhundert vor Christus bis zum 17. Jahrhundert nach Christus eine Flusskultur. Als der Amudarja die Sarykamysch-Senke nicht mehr erreichte, gaben die Bewohner des Usboi ihre Siedlungen auf. Die Überlebenden fĂŒhrten ein Leben als Nomaden.

Mitte des 11. Jahrhunderts versuchten die Seldschuken ĂŒber Turkmenistan in Afghanistan einzufallen. Das Seldschukenreich zerfiel im spĂ€ten 12. Jahrhundert und die Turkmenen verloren ihre UnabhĂ€ngigkeit, als Dschingis Khan auf seinem Zug nach Europa die Kontrolle ĂŒber die Regionen östlich des Kaspischen Meeres erlangte. Die nĂ€chsten sieben Jahrhunderte lang lebten die Turkmenen unter verschiedenen Herrschern und fĂŒhrten Stammeskriege untereinander. Über die turkmenische Geschichte vor der Besetzung durch Russland im 19. Jahrhundert ist wenig bekannt. Als die Turkmenen aus dem Gebiet der Mangyschlak-Halbinsel in das heutige Kasachstan bis an die Grenzen des Iran und in das Becken des Amudarja wanderten, festigten sich die Stammestraditionen und entwickelten sich weiter, wodurch sie die ersten AnsĂ€tze des heutigen turkmenischen Nationalbewusstseins bilden.

Russische und sowjetische Herrschaft

Bis 1894 hatte das Russische Reich die Herrschaft ĂŒber Turkmenistan erlangt. Die Oktoberrevolution von 1917 in Russland fĂŒhrte zu einer Phase der InstabilitĂ€t. Nach einer britischen MilitĂ€rintervention in den Jahren 1918/1919 folgte die Eingliederung Turkmenistans in die Turkestanische ASSR. Die Ausrufung der Turkmenischen Sozialistischen Sowjetrepublik als eine der Republiken der Sowjetunion erfolgte im Jahre 1925. Zu dieser Zeit wurden die heutigen Staatsgrenzen Turkmenistans gezogen. Unter sowjetischer Verwaltung wurde 1927 das aktive und passive Frauenwahlrecht eingefĂŒhrt.

Als Sowjetrepublik war Turkmenistan auch am Zweiten Weltkrieg beteiligt. In der Turkmenischen SSR wurden 38 MilitÀrhospitÀler errichtet und in diesen 43.500 Verwundete versorgt.

Im Verlauf des Krieges wurde der Orden Held der Sowjetunion auch an mehrere turkmenische Soldaten verliehen. Zwei TrÀger der Auszeichnung, Klytschnijas Asalow und Tatschmamed Nijasmamedow, wurden im Sommer 1945 von Mitgliedern der antikommunistischen und ukrainisch-nationalistischen Organisation OUN-UPA auf der Heimreise ermordet.

1948 wurde die Hauptstadt AƟgabat von einem verheerenden Erdbeben zerstört.

Beim ersten UnabhĂ€ngigkeitsreferendum im MĂ€rz 1991 stimmten 99,8 % der WĂ€hler fĂŒr den Verbleib bei der Sowjetunion. Durch den Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991 wurde Turkmenistan am 27. Oktober ein eigenstĂ€ndiger Staat. Ein zweites Referendum hatte 94-prozentige Zustimmung fĂŒr eine SelbstĂ€ndigkeit ergeben. Das Frauenwahlrecht wurde bestĂ€tigt. Bei der PrĂ€sidentschaftswahl in Turkmenistan 1992 wurde Saparmyrat NyĂœazow zum ersten PrĂ€sidenten Turkmenistans gewĂ€hlt.

UnabhÀngigkeit

Die Ära des TĂŒrkmenbaƟy NyĂœazow von 1991 bis 2006

Der frĂŒhere Vorsitzende der Kommunistischen Partei, Saparmyrat NyĂœazow, fĂŒhrte den Staat bis zu seinem Tod im Dezember 2006 als Staats- und Regierungschef mit Hilfe des MilitĂ€rs und eines sehr starken Geheimdienstes Ă€ußerst rigoros und etablierte dabei einen allgegenwĂ€rtigen Personenkult. Mit der Parlamentswahl in Turkmenistan 1994 wurden erstmals Parlamentswahlen in dem jungen Staat abgehalten. Diese entbehrten jedoch jeglichen demokratischen Wettbewerbs, Oppositionsparteien wurden von der Wahl ausgeschlossen.

Ende 1999 ließ sich NyĂœazow durch das Parlament zum PrĂ€sidenten auf Lebenszeit ernennen. Die Opposition wurde zunehmend unterdrĂŒckt, besonders nach einem inszenierten Attentat auf NyĂœazow am 25. November 2002. Im Jahr 2003 ließ er sich von seinem Ministerkabinett zum Propheten ausrufen.

NyĂœazow ließ auch Theater und Oper verbieten, ebenso das Rauchen in der Öffentlichkeit und die freie Wahl von StudienfĂ€chern. Eines seiner BĂŒcher – die Ruhnama – bestimmte er zur offiziellen PflichtlektĂŒre fĂŒr sein Volk. Überall wurden Statuen von ihm, seinem Vater und seiner Mutter aufgestellt. In der Hauptstadt entstanden luxuriöse ReprĂ€sentationsbauten und großzĂŒgige PlĂ€tze.

Gleichzeitig reduzierte der TĂŒrkmenbaƟy („FĂŒhrer der Turkmenen“), wie sich NyĂœazow nennen ließ, die Sozialausgaben des Staates. 2004 wurden 15.000 Hospitalangestellte entlassen und durch Wehrpflichtige ersetzt. NyĂœazow plante alle KrankenhĂ€user im Land zu schließen, bis auf eines in der Hauptstadt. Anfang 2006 wurden auch die Renten und BehindertenzuschĂŒsse drastisch gekĂŒrzt. Am Ende von NyĂœazows Herrschaft waren sĂ€mtliche Oppositionsparteien verboten, die meisten Oppositionspolitiker ins Ausland geflohen.

Die letzte Parlamentswahl unter seiner Herrschaft fand am 19. Dezember 2004 statt. Es waren nur Kandidaten der Regierungspartei, der Demokratischen Partei Turkmenistans, zugelassen.

Die Ära Berdimuhamedow seit 2006

Als NyĂœazow am 21. Dezember 2006 starb, ernannte der Sicherheitsrat den VizeministerprĂ€sidenten Gurbanguly Berdimuhamedow zum ÜbergangsprĂ€sidenten. GemĂ€ĂŸ der Verfassung hĂ€tte eigentlich der ParlamentsprĂ€sident Öwezgeldi AtaĂœew die AmtsgeschĂ€fte ĂŒbernehmen sollen. Unmittelbar nach dem Tod des „TĂŒrkmenbaƟy“ eröffnete aber die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen AtaĂœew, um ihn sogleich zu verhaften.

Bei der PrĂ€sidentschaftswahl in Turkmenistan 2007 gingen nach offiziellem Ergebnis 89,23 % der abgegebenen Stimmen an Berdimuhamedow, bei einer Wahlbeteiligung von fast 99 %. Neben Berdimuhamedow hatten sich fĂŒnf weitere Kandidaten um das PrĂ€sidentenamt beworben, allesamt Mitglieder der Regierungspartei. Die Opposition und internationale Organisationen sprachen deshalb von inszenierten bzw. unfairen Wahlen.

Im Vorfeld der Wahlen und anlĂ€sslich der AmtseinfĂŒhrung am 14. Februar 2007 kĂŒndigte Berdimuhamedow Reformen an. Er versprach, allen BĂŒrgern Zugang zum Internet zu verschaffen und die Bildungsangebote, die medizinische Versorgung und den Wohnungsbau auszuweiten. Er fĂŒgte aber hinzu, den von NyĂœazow vorgegebenen Kurs beibehalten zu wollen, namentlich in der Außenpolitik sowie bei den VergĂŒnstigungen fĂŒr die Bevölkerung (Gas, Wasser, Strom und Salz sind kostenlos, Brot und Benzin sehr billig).

Auch unter der Herrschaft von Berdimuhamedow wurden weltweit wahrscheinlich einzigartige Verbote eingefĂŒhrt. Weil die Farbe Weiß die Lieblingsfarbe Berdimuhamedows ist, wurden ab 2015 nur noch weiße Autos erlaubt und andersfarbige Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Des Weiteren ist Frauen das Lenken eines Fahrzeuges untersagt. Die Einfuhr, nicht jedoch der Verkauf, von Bikinis und kurzen Badehosen ist gestattet. Zuletzt wurde Berdimuhamedow bei der PrĂ€sidentschaftswahl in Turkmenistan 2017 mit mehr als 97 % der Stimmen im Amt bestĂ€tigt.

Politik

Turkmenistan ist gemĂ€ĂŸ der Verfassung von 1992 eine PrĂ€sidialrepublik.

Regierung

Der Inhaber des StaatsprĂ€sidentenamtes ist zugleich Staats- sowie Regierungschef und ist mit weitgehend diktatorischen Vollmachten ausgestattet. Laut Verfassung wird er auf fĂŒnf Jahre direkt vom Volk gewĂ€hlt. Er bestimmt die Richtlinien der Politik, verfĂŒgt ĂŒber ein uneingeschrĂ€nktes Verordnungsrecht und ernennt die Mitglieder der Regierung. Ferner ist das Amt eines stellvertretenden MinisterprĂ€sidenten vorgesehen.

Der PrĂ€sident des Landes ist kraft seines Amtes auch Vorsitzender beider Parlamentskammern, jedoch wird fĂŒr jede Parlamentskammer ein VizeprĂ€sident bestimmt, der die Vorsitzendenfunktion faktisch ausĂŒbt. Diese Ämter, ebenso der Posten des Vize-MinisterprĂ€sidenten bis 2001, erlebten in den Jahren vor NyĂœazows Tod einen hĂ€ufigen Personalwechsel.

Der gegenwĂ€rtige PrĂ€sident ist Gurbanguly Berdimuhamedow, der im Dezember 2006 nach dem Tod NyĂœazows die Macht ĂŒbernahm. Er wurde im Februar 2007 ins Amt gewĂ€hlt und im Februar 2012 als PrĂ€sident bestĂ€tigt. Durch VerfassungsĂ€nderungen im Jahr 2016 wurde die Altersobergrenze von 70 Jahren fĂŒr PrĂ€sidentschaftskandidaten aufgehoben und die Amtszeit des PrĂ€sidenten von fĂŒnf auf sieben Jahre verlĂ€ngert. Daraufhin wurde der amtierende PrĂ€sident im Februar 2017 wiedergewĂ€hlt.

Legislative

Die Legislative besteht aus zwei Parlamentskammern:

  • Die Versammlung (Mejlis) stellt das eigentliche Parlament dar, deren 125 Mitglieder fĂŒr eine Legislaturperiode von fĂŒnf Jahren gewĂ€hlt werden. Erstmals seit EinfĂŒhrung einer neuen Verfassung haben am 14. Dezember 2008 Parlamentswahlen stattgefunden. Bei VerkĂŒndigung der Resultate am 22. Dezember 2008 wurde ĂŒber die Parteizugehörigkeit der GewĂ€hlten nichts bekannt. Indes gehörten fast alle zugelassenen Kandidaten der Regierungspartei von PrĂ€sident Berdimuhamedow an.
  • Der Volksrat (Halk Maslahaty) besteht aus 2507 Mitgliedern, deren grĂ¶ĂŸter Teil anhand eines ProporzschlĂŒssels, der die regionale Herkunft des Abgeordneten berĂŒcksichtigt, ernannt wurde. Ein kleiner Anteil der Mitglieder wurde am 7. April 2003 gewĂ€hlt. Seit der Verfassungsreform vom 26. September 2008 kommt dem Halk Maslahaty nur noch beratende Funktion zu.

Parteien

Das Land hat ein PrĂ€sidentielles Regierungssystem mit einer herrschenden Einheitspartei, der Demokratischen Partei Turkmenistans. Die neue Verfassung aus dem Jahr 2008 erlaubt jedoch ParteigrĂŒndungen. Nachdem in Turkmenistan wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaft NyĂœazows stets ein Einparteiensystem vorherrschte, förderte dessen Nachfolger Berdimuhamedow die GrĂŒndung neuer Parteien und billigte dazu im Januar 2012 ein Gesetz, das die in der Verfassung vorgesehene Möglichkeit zur GrĂŒndung von Parteien bestĂ€tigte und prĂ€zisierte. Im August 2012 wurde mit der Partei der Industriellen und Unternehmer Turkmenistans eine zweite politische Partei in Turkmenistan registriert. Die neue Partei konnte bei der Parlamentswahl in Turkmenistan 2013 mit 14 Abgeordneten in das Parlament einziehen. Diese Entwicklung war allerdings nur möglich, da die Partei der Industriellen und Unternehmer Turkmenistans loyal gegenĂŒber dem PrĂ€sidenten ist und keine politische Opposition darstellt. Die Registrierung oppositioneller Parteien ist in Turkmenistan weiterhin nicht möglich, sodass oppositionelle Gruppen wie die Republikanische Partei Turkmenistans aus dem Exil agieren mĂŒssen.

Politische Indizes

Menschenrechte

Die Lage der Menschenrechte in Turkmenistan ist nach Ansicht zahlreicher Menschenrechtsorganisationen unbefriedigend. Zwar ist die Todesstrafe seit dem 1. Januar 2000 abgeschafft, doch werden individuelle Freiheitsrechte – insbesondere die Medienfreiheit und die Religionsfreiheit – oft missachtet. So ist nach EinschĂ€tzung von Human Rights Watch die Gewalt gegen Menschenrechtler so groß, dass im Land keine Menschenrechtsbewegung existieren kann.HomosexualitĂ€t in Turkmenistan wird ĂŒberwiegend geĂ€chtet.

Turkmenistan zĂ€hlt zu den LĂ€ndern mit den repressivsten Mediengesetzen der Welt. Alle inlĂ€ndischen Medien sind staatlich gelenkt und unterstehen der Zensur. Kritische Journalisten mĂŒssen mit Verhaftung oder Folter rechnen.

Im August 2011 wurde der Besitz aller SatellitenschĂŒsseln fĂŒr den Fernsehempfang verboten. Offizielle BegrĂŒndung des PrĂ€sidenten lautet, durch die SatellitenschĂŒssel werde die Außenseite/Fassade von GebĂ€uden „verschandelt“. Als Ersatz wird der Bevölkerung der Umstieg zum Kabelfernsehen angeboten. Menschenrechtler befĂŒrchten, dass durch das Verbot fĂŒr SatellitenschĂŒsseln die Bevölkerung nunmehr vollstĂ€ndig von der Außenwelt abgeschnitten wird. Denn auch das Abonnement/Bezug auslĂ€ndischer Zeitungen und Magazine ist in Turkmenistan verboten.

Zwar ist die Religionsfreiheit in der Verfassung festgeschrieben, doch waren lange nur der sunnitische Islam und die Russisch-Orthodoxe Kirche offiziell anerkannt. Missionierungsversuche durch Nicht-Muslime werden hĂ€ufig unterbunden. Im FrĂŒhjahr 2004 wurden aufgrund internationalen Drucks, insbesondere der USA, die Bestimmungen fĂŒr die Zulassung von religiösen Minderheiten gelockert. Aufgrund des internationalen Drucks sind mittlerweile folgende weitere Religionsgemeinschaften zugelassen: Baptisten, Sieben-Tage-Adventisten, Bahai, Hare Krishna, Greater Christchurch, Church of Christ, Light of the East, Full Gospel Christian, Neuapostolische Kirche und Source of Light. Die Religionsfreiheit entspricht aber immer noch nicht den in westlichen LĂ€ndern ĂŒblichen Standards. Schiitische Muslime, katholische Christen, Juden und Jehovas Zeugen sind in Turkmenistan weiterhin nicht registriert.

Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ist Teil des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit nach Artikel 18 des Internationalen Paktes ĂŒber bĂŒrgerliche und politische Rechte, den Turkmenistan 1997 ratifiziert hat. Außerdem findet sich dieses Recht ebenso in den Verpflichtungen zur menschlichen Dimension der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), wo Turkmenistan am 30. Januar 1992 beigetreten ist. Dennoch musste der UN-Menschenrechtsausschuss am 15. und 16. MĂ€rz 2012 in den Abschließenden Beobachtungen (Concluding Observations) der 104. Sitzung nach einer Diskussion ĂŒber die Menschenrechtslage in Turkmenistan erklĂ€ren:

Diese RĂŒge fußt auf der Feststellung des Ausschusses, dass eine Reihe von Personen, die den Zeugen Jehovas angehören immer wieder verfolgt und inhaftiert werden, weil sie den Wehrdienst verweigern (vgl. Diskriminierung und Verfolgung der Zeugen Jehovas)

In Turkmenistan dĂŒrfen Frauen nicht mehr Auto fahren. Seit Januar 2018 dringen aus dem abgeschotteten Land Berichte, wonach Frauen am Steuer nicht nur die Fahrerlaubnis, sondern auch das Auto eingezogen wird. Die HintergrĂŒnde sind unklar, allerdings gibt es Hinweise, dass das Verbot nicht auf den Islam zurĂŒckzufĂŒhren ist, sondern auf die Vorlieben des diktatorisch regierenden StaatsprĂ€sidenten. Angeblich beruft sich das Innenministerium auf Statistiken, wonach an UnfĂ€llen mehrheitlich Frauen beteiligt seien.

Außenpolitik

Turkmenistan ist Mitglied der UNO, der ECO, der OIC, des OATCT sowie der OSZE und ist mit der GUS assoziiert. Es hat sich außenpolitisch fĂŒr neutral erklĂ€rt. Unter anderem bedingt durch seine Regierungsform befindet sich Turkmenistan politisch in einer relativen internationalen Isolation. Die NeutralitĂ€t soll dem Land in einer geopolitisch konfliktreichen Region einerseits alle Optionen zum Export seiner Energieressourcen offenhalten, andererseits erfordert die Isolation westlichen Beobachtern zufolge fortwĂ€hrende, teils gravierende staatliche Eingriffe in individuelle Freiheitsrechte und behindert die Modernisierung der Wirtschaft. Als besonders gut gelten die Beziehungen zur Volksrepublik China, zu Russland, zum Iran und zur TĂŒrkei. Es bestehen diplomatische Beziehungen zum Vatikan, obwohl die römisch-katholische Kirche in Turkmenistan nicht anerkannt und zugelassen ist. Konfliktfelder gibt es allerdings auch mit den Nachbarstaaten.

Anfang Oktober 2017 stattete Russlands PrÀsident Wladimir Putin Turkmenistan einen offiziellen Besuch ab, um mit dem turkmenischen Amtskollegen Berdimuhamedow die Stationierung russischer Truppen an der turkmenisch-afghanischen Grenze zu diskutieren. Hintergrundgedanke war die verstÀrkte und koordinierte BekÀmpfung des islamistischen Terrorismus. Doch das turkmenische Staatsoberhaupt verwies auf den neutralen Status seines Landes und stellte sich grundsÀtzlich gegen die PrÀsenz auslÀndischer StreitkrÀfte in Turkmenistan.

Rauchverbote

Turkmenistan ist das Land mit dem weltweit geringsten Anteil an Rauchern. Durch verschiedene Verbote hat Turkmenistan die Quote der Raucher von 27 % im Jahr 1990 auf etwa 8 % im Jahr 2015 senken können.

MilitÀr

Die Turkmenischen StreitkrĂ€fte haben 18.500 Angehörige und sind in die TeilstreitkrĂ€fte Heer, Luftwaffe, Luftverteidigung und Marine gegliedert. Es gibt außerdem eine Nationalgarde. 1992 wurde ein bilaterales Verteidigungsabkommen mit Russland abgeschlossen, rund 12.000 russische Soldaten waren fĂŒr die Sicherung der Grenze zu Afghanistan und Iran stationiert. Mit Verschlechterung der Beziehungen verließen 1999 die letzten russischen Truppen das Land.

Verwaltungsgliederung

Turkmenistan ist in fĂŒnf Provinzen (welaĂœatlar, Singular welaĂœat) mit ĂŒber 50 Distrikten sowie den Hauptstadtdistrikt AƟgabat ĆŸĂ€heri unterteilt.

Wirtschaft

Wirtschaftliche Situation

Wirtschaftlich arbeitet Turkmenistan mit zahlreichen LĂ€ndern zusammen, die Interesse an den reichen Erdgas- und Erdölvorkommen Turkmenistans haben, unter anderem mit Russland, der TĂŒrkei und den USA. Als deutsche Konzerne profitieren vor allem die Deutsche Bank, Siemens und die Daimler AG von AuftrĂ€gen des Landes (z. B. Telefonnetz, Staatskarossen, High Tech). Landwirtschaftlich wird Turkmenistan vor allem durch den Anbau von Baumwolle genutzt, was ĂŒberwiegend im Norden und SĂŒden der Fall ist, wo gleichzeitig BewĂ€sserungsland vorhanden ist. Die Bedeutung des Melonenanbaus wird durch die Observanz des Tages der turkmenischen Melone hervorgehoben.

Turkmenistan ist auch ein Nettoexporteur von elektrischer Energie in die zentralasiatischen Republiken und die sĂŒdlichen NachbarlĂ€nder. Praktisch der gesamte Strom und die WĂ€rme werden aufgrund der bedeutenden Reserven des Landes aus Erdgas erzeugt. Das erste ElektrizitĂ€tswerk Turkmenistans wurde 1909 gebaut und 1913 in Betrieb genommen. Im Jahr 2019 war es immer noch in Betrieb. Das ursprĂŒngliche Dreifach-Turbinen-Wasserkraftwerk am Hindukusch, das von der österreichisch-ungarischen Firma Ganz Works am Murghab-Fluss gebaut wurde, war fĂŒr eine Leistung von 1,2 Megawatt bei 16,5 Kilovolt ausgelegt.

Die Industrie des Landes besteht ĂŒberwiegend aus Textil- und Chemieindustrie sowie Erdölraffinerien und anderen petrochemischen Anlagen. Durch die extrem hohen Erdgasreserven und eine begrenzte Bevölkerungszahl sind in Turkmenistan Gas, ElektrizitĂ€t, Wasser und Salz fĂŒr die Bevölkerung zum privaten Verbrauch seit 1993 kostenlos.

Die Aufhebung der Preise erfolgte trotz weit verbreiteten politischen Widerstandes. Direkt bei der Bekanntgabe am 4. Januar 1993 sagte der PrĂ€sident "Eine solche Maßnahme steigere das Realeinkommen des Volkes besser als Banknoten, die mit Lichtgeschwindigkeit entwertet wĂŒrden". Die BefĂŒrchtung der Geldentwertung bestand, da im Januar 1993 Turkmenistan erst seit 14 Monaten ein unabhĂ€ngiger Staat war und die Preise fĂŒr Erdgas auf einem sehr niedrigem Niveau lagen, Erdgas kostete 1993 weniger als noch 1982 unter der Sowjetunion. Erst ab 2000 fand eine massive Erhöhung der Erdgaspreise statt.

Bis dahin jedoch versank die Bevölkerung in der Ära NyĂœazow zunehmend in der Armut, wĂ€hrend die Korruption grassierte und der Staat sich einen bizarren Personenkult um den PrĂ€sidenten leistete. Immerhin hat der Nachfolger NyĂœazows im PrĂ€sidentenamt vorsichtige politische, wirtschaftliche und soziale Reformen begonnen.

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2020 bei 4,1 %.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben. 2019 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 46,7 Milliarden US-Dollar. Das reale Wachstum betrug 6,3 %. Dank seiner Rohstoffe gehört Turkmenistan zu den sich am rasantesten entwickelnden Nachfolgestaaten der Sowjetunion und hat inzwischen ein relativ hohes BIP pro Kopf. Offizielle Wirtschaftsdaten aus dem Land sind allerdings mit erheblichen Unsicherheiten belegt.

BodenschÀtze

Turkmenistan verfĂŒgt ĂŒber erhebliche Erdöl- und Erdgasvorkommen. Testiert sind 44,5 Milliarden Tonnen ÖlĂ€quivalent. SchĂ€tzungen gehen aber davon aus, dass bis zu 250 Milliarden Tonnen vorhanden sein könnten. 2007 und 2008 investierten auslĂ€ndische Unternehmen 0,8 und 2,2 Milliarden Dollar im Öl- und Gassektor. 2009 sollen es etwa 3,8 Milliarden Dollar sein.

FĂŒr die Erschließung, Ausbeutung und Verarbeitung sind die staatlichen Konzerne TurkmenGeologiya (TG), TurkmenNeft (TN), TurkmenGas (TG) und TurkmenNefteGazStroy (TNGS) zustĂ€ndig. Sie gehen dabei Joint Ventures (JVs) und Production-sharing agreements (PSAs) mit auslĂ€ndischen Konzernen ein, wobei die turkmenische Seite immer einen Anteil von grĂ¶ĂŸer 50 % hĂ€lt.

Das erste nach einem internationalen Klassifizierungssystem erstellte Gutachten zu den turkmenischen Gasvorkommen wurde im Oktober 2008 von der britischen Agentur Gaffney Cline and Associates veröffentlicht. Der Vertreter der britischen Energiezertifizierungsagentur betonte dabei, dass die Gasreserven Turkmenistans erheblich grĂ¶ĂŸer sind als bisher angenommen. Demzufolge besitzt Turkmenistan eines der grĂ¶ĂŸten Erdgasfelder der Welt. Das South Yolotan-Osman Field in der NĂ€he der afghanischen Grenze enthĂ€lt förderbare Reserven von 4 bis 14 Billionen Kubikmeter Erdgas (umgerechnet 140 bis 495 Tcf). Mit 4 Billionen Kubikmetern wĂ€re es eines der zehn grĂ¶ĂŸten Felder und mit 14 Billionen Kubikmetern das grĂ¶ĂŸte an Land befindliche Gasfeld der Welt. Mit 6 Billionen Kubikmetern wĂŒrde es das ergiebigste turkmenische Gasvorkommen Dowletabad um das FĂŒnffache ĂŒbertreffen.

Turkmenistan exportiert das Öl und Gas ĂŒber Russland, Kasachstan, Iran, Aserbaidschan und die TĂŒrkei auf die WeltmĂ€rkte. Öl wird auch per Schiff nach Baku (Aserbaidschan) und Neka (Iran) transportiert.

2008 wurden aus ĂŒber 40 Feldern Öl und Gas gefördert.

AuslÀndische Produzenten:

  • Dragon Oil (Irland; 51 % der Anteile hĂ€lt das Emirat Dubai)
  • Eni (Italien)
  • Petronas (Malaysia)
  • Maersk Oil (DĂ€nemark) + Wintershall (Deutschland) + ONGC (Indien)

Tourismus

Nach anfĂ€nglicher Öffnung des Landes fĂŒr den internationalen Tourismus zu Beginn der 1990er Jahre ist das Land heute AuslĂ€ndern gegenĂŒber eher abweisend. Zwar gibt es eine in Teilen vergleichsweise gute Infrastruktur aus Verkehrsmitteln, Hotels und Restaurants fĂŒr Touristen, doch kaum noch Besucher. Turkmenen selbst reisen wenig und besuchen dabei vorwiegend die eigene Verwandtschaft. Turkmenistan ist ein an antiken StĂ€tten reiches Land, insbesondere die verlassenen Oasen Merw und Nisa sowie die Stadt KöneĂŒrgenç (mit dem höchsten Minarett Zentralasiens). Doch auch die bizarre WĂŒstenlandschaft bietet Touristen einzigartige Erlebnisse. Naturwunder sind die brennenden Gaskrater bei Derweze, der thermale Höhlensee Kow-Ata bei Baharly (ehem. Bakharden/BĂ€herden) und der weltgrĂ¶ĂŸte Salzwasserfall am Zufluss der Garabogazköl-Bucht. Deutsche, Schweizer und Österreicher können ein Touristenvisum mit einer Aufenthaltsdauer von bis zu 30 Tagen bei den zustĂ€ndigen turkmenischen Konsulaten beantragen. DafĂŒr ist jedoch vor Beantragung des Visums die Buchung von Leistungen bei einem turkmenischen Reiseveranstalter notwendig (Voucher). Einfacher und flexibler ist ein Transitvisum mit einer Aufenthaltsdauer bis zu sieben Tagen.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 4,7 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,7 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 0,9 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 23,8 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,8 %
  • Bildung: 3,9 % (1991)
  • MilitĂ€r: 3,4 % (2005)

Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Das Land ist ein WĂŒstenstaat. Die Auto-Verkehrswege verlaufen gebĂŒndelt entlang der ehemaligen Seidenstraße in Ost-West-Richtung von Samarkand (Usbekistan) ĂŒber AƟgabat nach TĂŒrkmenbaƟy am Kaspischen Meer.

Im Jahr 2015 trat ein Importverbot fĂŒr schwarze Autos in Kraft. Es gibt Berichte, dass dunkle Fahrzeuge von der Polizei gestoppt und aus dem Verkehr gezogen werden. Schwarze wie auch dunkelblaue und rote Autos wĂŒrden an den Grenzen aufgehalten werden. Offiziell heißt es von Regierungsseite, nicht die persönliche Vorliebe des PrĂ€sidenten sei Grundlage der Entscheidung, vielmehr sorgten dunkle Farben fĂŒr verheerende Auswirkungen bei dem in Turkmenistan herrschendem subtropischen WĂŒstenklima.

Seit Dezember 2017 gibt es in Turkmenistan ein Autofahrverbot fĂŒr Frauen. Es ist damit nach der Aufhebung des Frauenfahrverbots in Saudi-Arabien das einzige Land, in dem Frauen nicht Auto fahren dĂŒrfen.

Schienenverkehr

Der Schienenverkehr in Turkmenistan wird von der staatlichen Eisenbahngesellschaft TĂŒrkmendemirĂœollary auf einem 4980 km langen Schienennetz mit einer Spurweite von 1520 mm (russische Breitspur, 4 Fuß 1127⁄32 Zoll) betrieben.

Flugverkehr

Die einzige internationale Fluggesellschaft des Landes ist Turkmenistan Airlines. Sie operiert vom grĂ¶ĂŸten Flughafen in Turkmenistan, dem Flughafen Asgabat.

Neben dem internationalen Flughafen in Asgabat gibt es noch fĂŒnf weitere FlughĂ€fen in Turkmenistan, wovon der Flughafen Turkmenabat (CRZ) auch aus Moskau Sheremetyevo (SVO) viermal in der Woche bedient wird.

Die restlichen vier FlughÀfen werden nur national durch Turkmenistan Airlines mit Boeing 737 bedient. Es handelt sich um folgende FlughÀfen:

  • Dasoguz Airport (TAZ)
  • Mary International Airport (MYP) – bis zu vier mal am Tag gibt es FlĂŒge zwischen Mary und der Hauptstadt AƟgabat.
  • Turkmenbashi International Airport (KRW) – bis zu vier mal am Tag gibt es FlĂŒge zwischen TĂŒrkmenbaƟy und der Hauptstadt AƟgabat.
  • Balkanabat Airport (BKN)

BewÀsserung

Die turkmenische Regierung begann im Jahr 2000 mit der Anlage eines kĂŒnstlichen Sees, dem „See des Goldenen Zeitalters“, in der Ustjurt-Steppe. Die Fertigstellung des Ein-Milliarden-US-Dollar-Projektes wird fĂŒr das Jahr 2020[veraltet] erwartet. Wo sich in der Senke im Karakum-See saisonal Regenwasser sammelt, floss das erste Wasser aus dem Usboi im Juli 2009 hinein. Das Großprojekt in der 120 Kilometer langen Karaschor-Senke, das der Entsalzung der AnbauflĂ€chen dienen soll, ist umwelt- und geopolitisch umstritten.

Kultur

Literatur

Seit dem 11. Jahrhundert schrieben turkmenische Poeten vorwiegend in Farsi, aber auch in tĂŒrkischer Sprache, von der sich eine eigene turkmenische Schriftsprache erst allmĂ€hlich abhob. Die Ă€ltesten LiteraturdenkmĂ€ler in turkmenischer Sprache (14. bis 15. Jahrhundert) tragen religiös-didaktischen Charakter und sind der Sufi-Tradition verpflichtet. Verschiedene Dichter wie Azadi (1700–1760) schrieben auch auf Tschagataisch.

Klassische turkmenische Dichtung

Im 18. Jahrhundert entstanden umfangreiche epische Werke der romantischen Destan-Dichtung in einer Versform, die dem tĂŒrkischen KoƟma Ă€hnelt. Sie behandelt Geschichten von Liebenden, Heldentaten und traurigen Ereignissen, die in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts einen zunehmend patriotischen Anstrich erhielt und sich der Volkssprache annĂ€herte. Von Kurbanali Magrupi (ca. 1735–1805) stammen die in Zentralasien weitverbreitete HeldenerzĂ€hlung Iusup i Akhmed (russische Ausgabe 1944; dt. „Jussup und Achmed“) sowie Gedichte. Die Verbindung von Volks- und Kunstdichtung vollzog der bedeutendste klassische Dichter der Turkmenen, Mahtumkulu Firaki (turkmenisch Magtymguly Pyragy, 1733–1813?). Diese Tradition wurde von dem Lehrer und Juwelier Mollanepes (* etwa 1810, † 1862) fortentwickelt, der neben Liebeslyrik auch zeitkritischen Schriften verfasste. Er schrieb das volkstĂŒmliche Epos Zochre und Tachir.

Sowjetzeit

Die moderne turkmenische Schriftsprache entstand in den 1920er Jahren. Sie wurde zuerst in arabischer, 1928–1940 in lateinischer, anschließend in kyrillischer Schrift und seit 1993 schrittweise wieder in lateinischer Schrift geschrieben. Einer der BegrĂŒnder der turkmenischen Sowjetliteratur war Berdy Kerbabayev mit seinem Roman ĂŒber den BĂŒrgerkrieg in Turkmenien nach 1917 (Der entscheidende Schritt, Berlin 1952) und anderen, allerdings von sozialistischen Klischees durchdrungenen Werken. Als bedeutende Autoren der sowjetischen Periode gelten u. a. der Lyriker Aman Kekilow (1912–1974) sowie die Prosaschriftsteller Agakhan DurdyĂœew (1904–1947) (Die Schönheit in den Klauen des Drachen und andere Kurzgeschichten) und Beki SeitĂ€kow (* 1914). Zu den traditionellen VolkssĂ€ngern, die die Tradition des Epengesangs fortsetzen (siehe unten unter Musik), zĂ€hlte Durdy Gylytsch (1886–1950).

Im Buchhandel sind mangels Neuerscheinungen immer noch BĂŒcher aus der sowjetischen Periode erhĂ€ltlich (Stand in den 2010er Jahren).

Seit 1991

Nach der UnabhĂ€ngigkeit 1991 wurden zunĂ€chst einige klassische Werke in lateinischer Schrift herausgegeben, doch orientierten sich die Inhalte der in Turkmenistan erhĂ€ltlichen BĂŒcher immer stĂ€rker an ideologischen Vorgaben. Die Regierung kontrolliert den Druck sĂ€mtlicher BĂŒcher. Der Import auslĂ€ndischer BĂŒcher unterliegt strengen Regeln. Rachim Ėsenov (* 1927) wurde fĂŒr die angebliche historische Ungenauigkeit seines Romans Ventsenosny Skitalets („Der gekrönte Wanderer“), der in der Mogulzeit spielt, 1997 mit einem Schreibverbot belegt und zu einer GefĂ€ngnisstrafe verurteilt. Er hatte die Hauptfigur seiner Romantrilogie, den Politiker, Feldherrn und Dichter Bayram Khan, mit der Schia in Verbindung gebracht, obwohl er offiziell als Sunnit gilt.

Musik

Die Musik Turkmenistans ist im Wesentlichen die Musik der Turkmenen, die auch von den turkmenischen Minderheiten in den NachbarlĂ€ndern Afghanistan und Iran gepflegt wird. Eigenheiten ihrer Melodiebildung basieren auf bis in vorislamische Zeit zurĂŒckreichenden iranischen Traditionen, die sich mit den Gesangstechniken der vom 10. bis 13. Jahrhundert eingewanderten Turkvölker vermischt haben. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die turkmenische Gesellschaft ohne zentrale AutoritĂ€t und in StĂ€mme gegliedert, die kulturelle Eigenheiten besaßen. Die einschneidenden politischen und gesellschaftlichen VerĂ€nderungen durch die sowjetische FĂŒhrung Anfang der 1920er Jahre betrafen die anderen zentralasiatischen Staaten, deren Feudalherrscher die Bolschewiki zerschlagen mussten, jedoch kaum das Gebiet von Turkmenistan. Hier konnte die Volksmusik ihren alten Charakter beibehalten und wurde nicht unter staatlicher Leitung zu einem Konzertwesen nach westlichem Muster umfunktioniert.

Die turkmenische Musik ist zunĂ€chst vokal und gliedert sich in den Bereich der von Amateuren (Musikliebhabern) gesungenen Volkslieder und des umfangreichen Liedguts der Berufsmusiker (bachschi, bachĆĄy), den SĂ€ngern epischer Lieder. Es gibt insgesamt nur wenige turkmenische Musikinstrumente: Am weitesten verbreitet sind die gezupfte Langhalslaute dutar und danach die dreisaitige Spießgeige ghichak. Wenn auch seltener, gehört die lĂ€ngsgeblasene Rohrflöte tĂŒidĂŒk ebenfalls zu den drei am meisten wertgeschĂ€tzten und von professionellen Musikern verwendeten Instrumenten. Hinzu kommen im Bereich der Amateurmusik das kleine, von Hirten gespielte Einfachrohrblattinstrument dilli tĂŒĂœdĂŒk und die BĂŒgelmaultrommel kopys, die zur Musik der Frauen und Kinder gehört. Vor EinfĂŒhrung der zweisaitigen dutar begleiteten sich die frĂŒheren EpensĂ€nger (ozan, entsprechend dem tĂŒrkischen aĆŸÄ±k) auf der gestrichenen Schalenhalslaute kobys oder auf der ebenfalls kobys genannten Langhalslaute komuz. In der Musik der Turkmenen fehlen Trommeln wie etwa die in Zentralasien verbreitete Rahmentrommel daira. Trommeln kommen nur im Osten des Landes in Gebieten vor, in denen Usbeken leben.

Der professionelle EpensĂ€nger bachschi genießt noch heute eine besondere WertschĂ€tzung, weil er das kulturelle Erbe des zentralasiatischen Schamanen ĂŒbernommen hat und als Bewahrer des kulturellen GedĂ€chtnisses gilt. Wenige professionelle SĂ€ngerinnen bewegen sich seit Ende des 20. Jahrhunderts in der MĂ€nnerdomĂ€ne des bachschi, der in der Nachfolge eines Meisters steht, von dem er seine Kunst erlernt hat. Zentrum der Epentradition ist die Nordprovinz DaƟoguz welaĂœaty (Taschaus). Die dortigen Epen handeln vom Helden Görogly, unter dessen FĂŒhrung sich die turkmenischen StĂ€mme vereinten. Der bachschi begleitet seinen Gesang allein auf der dutar, gelegentlich wird er von einer zweiten dutar und einer ghichak unterstĂŒtzt. Die tĂŒidĂŒk bachschi singen im Wechsel mit der Flöte. Ein oder mehrere bachschi treten bei Familienfeiern (Hochzeit, Geburt, Beschneidung) oder bei Einladungen zum Abendessen (saz söchbet), die bis zum frĂŒhen Morgen dauern können, in PrivathĂ€usern auf. Familienfeiern (töj) sind in Turkmenistan die HauptanlĂ€sse fĂŒr die AuffĂŒhrung von Musik. Das Repertoire ist musikalisch und inhaltlich ĂŒber die ganze Dauer der AuffĂŒhrung nach bestimmten Regeln strukturiert. In diesem Konzept bewegt sich der bachschi musikalisch auf der „richtigen“ Reise (jol, „Weg“, bedeutet „Ordnung“, „Regel“) bis zu einem mit Spannung erwarteten expressiven Höhepunkt. Der Melodieverlauf orientiert sich an dem verwendeten mukam, einem melodischen GrundgerĂŒst, das dem Namen nach, jedoch nur entfernt in der Struktur mit dem orientalischen maqam verwandt ist. Ein bachschi kennt einige dieser mukam-Kompositionen und improvisiert daraus die ĂŒbrigen Melodien. Der Rhythmus basiert auf komplexen Metren, der Text wird in Strophen vorgetragen. Der epische Vortrag steht mit entsprechenden Gesangsformen der usbekischen und tadschikischen Musik in Verbindung.

Zu den Volksliedern, die auf der tĂŒidĂŒk, aber nicht auf der dutar begleitet werden, gehören Arbeitslieder, Wiegenlieder (lĂ€le chĂŒvdi) und Hochzeitslieder (jar jar). Anstelle des bachschi wird heute hĂ€ufig zu Hochzeitsfeiern eine populĂ€re Unterhaltungsmusikband eingeladen. Frauen tanzen bei Familienfeiern, aber ansonsten selten.

Aus der sowjetischen Zeit stammt die von Weli Muhadow komponierte Melodie der Nationalhymne Turkmenistans. Muhadow war einer der am Moskauer Konservatorium ausgebildeten Komponisten, die fĂŒr einen von Pathos geprĂ€gten, westlich-klassischen Musikstil im Dienst des Staates standen. Die erste turkmenische Nationaloper mit dem Titel Sudba Bachschi („Das Schicksal des bachschi“) wurde 1941 im neueröffneten Opern- und Balletttheater aufgefĂŒhrt. Sinfonische Musik und die ĂŒbrigen westlichen Kunstformen fielen dem Nationalismus nach der UnabhĂ€ngigkeit 1991 zum Opfer, sie wurden seitdem nicht mehr gefördert und 2001 verboten.

Eine ĂŒber die Landesgrenzen hinaus in der Weltmusikszene bekannte Band, die neben Hochzeiten auch bei öffentlichen Ereignissen auftritt, heißt Ashkhabad. Der SĂ€nger und dutar-Spieler Atabay Tsharykuliev wird – typisch fĂŒr einen neuen populĂ€ren Stil – von Mitmusikern begleitet, die traditionelle Melodien mit einer Klarinette anstelle der tĂŒidĂŒk und einer Violine anstelle der ghichak spielen, ergĂ€nzt durch Akkordeon und Synthesizer.

Medien

In Turkmenistan erscheinen drei national verbreitete Tageszeitungen. Verbreitet sind etwa TĂŒrkmenistan (turkmenischsprachig) und Nejtralnyj Turkmenistan (russisch). Der Turkmenische Rundfunk ist als Staatssender direkt der turkmenischen Regierung unterstellt. Von sieben Hörfunksendern werden vier ĂŒber Satellit ausgestrahlt. Der Staat betreibt fĂŒnf landesweite Fernsehprogramme, ein Auslands-Fernsehprogramm in sieben Sprachen und einen regionalen Fernsehsender fĂŒr die Hauptstadtregion AƟgabat. Alle Fernsehprogramme sind unverschlĂŒsselt ĂŒber Satellit und als Livestream verfĂŒgbar.

Im Jahr 2017 nutzten 21 Prozent der Einwohner Turkmenistans das Internet. Die Breitbandverbreitungsquote lag 2002 unter 0,01 %. Einzige Internet-Anbieterin ist die staatliche Monopolgesellschaft Turkmentelekom.

Sport

Der Sport wird vom autoritĂ€r regierenden PrĂ€sidenten Berdimuhamedow gezielt eingesetzt, um sein Land im Inneren auf Stimmung zu halten und nach außen in ein positiveres Licht zu rĂŒcken. Bedeutende Sportarten in Turkmenistan sind Ringen und Reiten. Im Ringen sind turkmenische Athleten auch bei internationalen Wettbewerben erfolgreich. Der Reitsport blickt in Turkmenistan auf eine lange Tradition zurĂŒck, insbesondere die Pferderasse der Achal-Tekkiner stellt einen wichtigen Teil turkmenischer Reitsportkultur dar. Im Rahmen des Tages des turkmenischen Pferdes, der insbesondere im Hippodrom Asgabat stattfindet, werden zahlreiche Pferderennen ausgetragen, an denen auch der PrĂ€sident teilnimmt.

Bei Olympischen Spielen war Turkmenistan 1996 in Atlanta erstmals vertreten und nahm seitdem stets an den Sommerspielen teil. Das erste und bislang einzige olympische Edelmetall fĂŒr Turkmenistan errang 2021 die Gewichtheberin Polina Gurjewa bei den olympischen Sommerspielen in Tokio. In der Leichtgewichtsklasse bis 59 kg landete die Sportlerin auf Platz zwei und holte sich damit die Silbermedaille.

Die bisher grĂ¶ĂŸte Sportveranstaltung in Turkmenistan stellten die Asian Indoor & Martial Arts Games 2017 dar, die im September 2017 in Asgabat stattfanden. Die Spiele sollten Turkmenistan als sportbegeistertes Land und guten Gastgeber darstellen, gingen aber Beobachtern zufolge mit verstĂ€rkter Überwachung der Bevölkerung einher. Eine freie Berichterstattung war nicht möglich.

Die turkmenische Fußballnationalmannschaft konnte bislang international kaum in Erscheinung treten. Eine Qualifikation fĂŒr eine Fußball-Weltmeisterschaft ist dem Team noch nicht gelungen, 2004 und 2019 nahm die Mannschaft an Asienmeisterschaften teil.

Zunehmende Bedeutung erlangt Eishockey, dessen Entwicklung durch den Bau zahlreicher Eisstadien staatlich unterstĂŒtzt wird.

AnlĂ€sslich des Weltfahrradtages finden in Turkmenistan große Fahrradparaden statt, außerdem wurde angeordnet, dass alle turkmenischen BĂŒrger ein Fahrrad erwerben mĂŒssen. Nahe der Hauptstadt AƟgabat ließ der ehemalige PrĂ€sident NyĂœazow mehrere Wege ins Kopet-Dag-Gebirge anlegen, die als Gesundheitspfad bekannt sind. Diese Maßnahme diente der sportlichen ErtĂŒchtigung der turkmenischen Bevölkerung.

Literatur

  • Markus Wehner: Im Reich des großen FĂŒhrers: Turkmenistan – eine zentralasiatische Despotie. In: Osteuropa. 2001, Heft 2, S. 127–134.
  • V. Fet & K. I. Atamuradov (Eds.) Biogeography and Ecology of Turkmenistan. (1994) Kluwer Acad. Publ., ISBN 0-7923-2738-1
  • Ein Volk. Ein Reich. Ein Turkmenbaschi. In: GEO. Heft 11/2005, S. 152–176.
  • Peter Böhm: Der graueste Flecken auf Erden. Die Weltwoche, 11. August 2005, Nr. 32, S. 34
  • Thomas Kunze: Zentralasien. Portrait einer Region. Christoph Links, Berlin 2018, ISBN 978-3-86153-995-7.
  • Mittelasien – ArchitekturdenkmĂ€ler 9.–19. Jahrhundert. Planeta, Moskau 1987, Bildband
  • Thea-Marianne Bobrowski: VolksmĂ€rchen aus Turkmenien. Raduga, Moskau 1987.
  • Jean-Baptiste JeangĂšne Vilmer: TurkmĂ©nistan. Éditions Non Lieu, Paris 2009, ISBN 978-2-35270-068-5.
  • SĂ©bastien Peyrouse: Das politische System Turkmenistans. In: Jakob Lempp, Sebastian Mayer, Alexander Brand (Hrsg.): Die politischen Systeme Zentralasiens. Interner Wandel, externe Akteure, regionale Kooperation. Springer VS, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31633-4, S. 105–117.

Weblinks

  • Offizielle Website der turkmenischen Regierung (turkmenisch, russisch, englisch)
  • Botschaft von Turkmenistan in der Bundesrepublik Deutschland
  • Turkmenistan.ru – Internet-Zeitung (russisch, englisch)
  • Chronicles of Turkmenistan. Publication of Turkmen initiative for Human Rights. (englisch, russisch)
  • Turkmenistan Helsinki Foundation For Human Rights (englisch, russisch)

Einzelnachweise


 

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Flagge: Turkmenistan

Name englisch: Turkmenistan
Hauptstadt: Ashgabat
Kfz: TM
ISO: TM
ISO3: TKM
Fläche: 488100 km²
Tld: .tm
Wärung Einheit: TMM
Währung: Manat
Vorwahl: 993

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 42.798844
südlichster Punkt: 35.12876
westlichster Punkt: 52.4477432
östlichster Punkt: 66.7073531


 
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