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Staat Informationen : Irland

Informationen:


Irland ([ˈÉȘʁlant], amtlicher deutscher Name; irisch Éire [ˈeːrÊČə] , englisch Ireland) ist ein Inselstaat in Westeuropa. Er umfasst etwa fĂŒnf Sechstel der gleichnamigen Insel sowie eine Vielzahl kleinerer Inseln, welche ihr – ĂŒberwiegend im Westen des Landes – vorgelagert sind. Die Republik Irland grenzt im Norden an Nordirland und damit an das Vereinigte Königreich. Im Osten liegt die Irische See, im Westen und SĂŒden ist das Land vom Atlantik umgeben. Hauptstadt und grĂ¶ĂŸte Stadt Irlands ist Dublin, gelegen im östlichen Teil des Landes. In der Metropolregion Dublin lebt etwa ein Drittel der 4,9 Millionen Einwohner. Irland ist seit 1973 Mitglied der EuropĂ€ischen Union. Der grĂ¶ĂŸere Teil der Bevölkerung bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben.

Das lange Zeit verarmte und daher von Auswanderung betroffene Irland hat sich inzwischen zu einer hochmodernen, in manchen Gegenden multikulturellen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft gewandelt. Es hat jĂ€hrlich 10 Millionen auslĂ€ndische Touristen. Irland war 2018 nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (kaufkraftbereinigt) das zweitreichste Land Europas, in der Welt das fĂŒnftreichste.

Geographie

Physische Geographie

Im Landesinneren der Insel finden sich ĂŒberwiegend Ebenen, die außen von hĂŒgeligem Gebiet eingeschlossen sind.

Der Fluss Shannon, der von Norden nach SĂŒden verlĂ€uft, ist mit etwa 370 km der lĂ€ngste der Insel. In den Ebenen liegen zahlreiche Seen, welche die Landschaft maßgeblich prĂ€gen. Lough Corrib ist der grĂ¶ĂŸte See Irlands und nach Lough Neagh, der zu Nordirland gehört, der zweitgrĂ¶ĂŸte der irischen Insel.

Der höchste Berg ist mit 1039 m der Carrauntoohil (andere Namen Carrantuohill, Carrantual, Carntuohil). Er liegt im SĂŒdwesten der Insel in den Macgillicuddy’s Reeks.

Über das Land verteilt gibt es eine Reihe von Nationalparks.

StÀdte

2016 lebten 63,5 % der Bevölkerung in StÀdten oder stÀdtischen RÀumen.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Irlands ging Mitte des 19. Jahrhunderts drastisch zurĂŒck. Missernten, Hungersnöte und Repressalien durch die britische Herrschaft ließen die Einwohnerzahl von rund 6,5 Millionen (einschließlich der Bevölkerung der nördlichen auch zum Vereinigten Königreich gehörenden Landesteile) im Jahr 1841 schrumpfen. Zur UnabhĂ€ngigkeit der Republik im Jahr 1921 betrug die Bevölkerung ausschließlich des dichter bevölkerten Nordirlands ca. drei Millionen. Viele Iren wanderten aus, vor allem in das Vereinigte Königreich und in die USA. Die UnabhĂ€ngigkeit vom Vereinigten Königreich ab Beginn der 1920er Jahre fĂŒhrte zwar zu allmĂ€hlichen Verbesserungen der LebensumstĂ€nde, die Bevölkerung schrumpfte aber weiterhin, wenn auch nicht mehr ganz so stark. Die Anzahl der Menschen irischer Abstammung im Ausland wird auf ĂŒber 40 Millionen geschĂ€tzt, fast zehnmal so hoch wie Irlands heutige Einwohnerzahl.

Der Tiefpunkt war mit rund 2,82 Millionen Einwohnern in den 1960er Jahren erreicht. Seither hat sich die Bevölkerungszahl wieder positiv entwickelt und mit rund 4,5 Millionen Einwohnern (ĂŒber sechs Millionen einschließlich Nordirlands) wieder den Stand von Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht. Die Zunahme erfolgt zwar in erster Linie durch Zuwanderung, jedoch auch durch GeburtenĂŒberschuss. Irlands FertilitĂ€tsrate liegt bei 1,9 Kindern pro Frau und ist eine der höchsten in Europa. Die Lebenserwartung betrug laut Angaben der UN zwischen 2010 und 2015 80,9 Jahre (Frauen 83,0 und MĂ€nner 78,7). Das irische Durchschnittsalter von 36,4 Jahren ist eines der niedrigsten in Europa. Im Jahr 2017 waren 16,9 Prozent der Bevölkerung Migranten. HĂ€ufigste HerkunftslĂ€nder waren das Vereinigte Königreich (280.000 Personen), Polen (140.000) und Litauen (40.000).

Die Bevölkerung spricht ĂŒberwiegend Englisch, auch wenn eine (wiederkehrende) Zunahme der keltischen Sprache Irisch, die auch die ursprĂŒngliche Sprache der Iren ist, angestrebt wird.

Landesname

Der amtlich verwendete deutsche Name ist Irland. Die offizielle Eigenbezeichnung lautet irisch Éire bzw. englisch Ireland. HĂ€ufig wird zur Unterscheidung von Nordirland auch der Begriff Republik Irland verwendet (irisch Poblacht na hÉireann, engl. Republic of Ireland).

Poeten und irische Nationalisten des 19. Jahrhunderts verwendeten Erin im Englischen als romantischen Namen fĂŒr Irland. Oft wurde Erin’s Isle verwendet. So trĂ€gt auch die weibliche Personifikation Irlands den Namen Erin (neben Hibernia). Erin ist die hiberno-englische Derivation des irischen Wortes Éirinn. Éirinn ist der Dativ des irischen Wortes fĂŒr Irland, Éire; der Dativ wird verwendet mit PrĂ€positionen wie „go hÉirinn“ – „nach Irland“, „in Éirinn“ – „in Irland“ oder „ó Éirinn“ – „aus Irland“.

Landessprache

Es gibt zwei Amtssprachen: Englisch und Irisch; letztere wird auf Deutsch auch Irisch-GĂ€lisch genannt. Als lebende Sprache wird Irisch nur von einer Minderheit gesprochen, vor allem in der sogenannten Gaeltacht.

Bevölkerungsentwicklung

Religion

Die Bevölkerung Irlands bekannte sich 2016 zu 78,3 Prozent zum römisch-katholischen Glauben, 2,7 Prozent gehörten der anglikanischen Gemeinschaft an. Etwa 1,3 Prozent der Bevölkerung waren Muslime, 9,8 Prozent gaben an, keiner Religion anzugehören. Daneben gibt es noch kleinere methodistische und evangelisch-lutherische Kirchen. Mit 1591 Mitgliedern (2005) sind die QuĂ€ker zwar eine vergleichsweise kleine Gemeinschaft, aber sie ist nach der im Vereinigten Königreich die zweitgrĂ¶ĂŸte in Europa. Die presbyterianische Kirche ist vor allem unter den Nachfahren der schottischen Ansiedler stark verwurzelt. Deshalb ist sie am stĂ€rksten in Nordirland verbreitet.

Laut einer reprĂ€sentativen Umfrage des Worldwide Independent Network und der Gallup International Association, die zwischen 2011 und 2012 durchgefĂŒhrt wurde, bezeichneten sich zehn Prozent der befragten Iren als â€žĂŒberzeugter Atheist“, 44 Prozent nannten sich „nicht-religiös“ und 47 Prozent gaben an, eine religiöse Person zu sein. Zwischen 2005 und 2011/12 fiel der Anteil der Iren, die sich als religiös bezeichnen, um 22 Prozentpunkte (von 69 Prozent auf 47 Prozent). GemĂ€ĂŸ einer reprĂ€sentativen Umfrage des Eurobarometers glaubten indes im Jahr 2005 73 Prozent der Menschen in Irland an Gott, weitere 22 Prozent glaubten an eine andere spirituelle Kraft. Vier Prozent der Befragten glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft, ein Prozent der Befragten war unentschlossen.

Die römisch-katholische Kirche in Irland besteht aus vier Kirchenprovinzen mit den ErzbistĂŒmern Armagh, Dublin, Tuam und Cashel und deren Suffragandiözesen. Der katholische Primas von ganz Irland ist der Erzbischof von Armagh. Die anglikanische Church of Ireland teilt sich in die beiden Kirchenprovinzen Armagh und Dublin und deren Diözesen. Sitz des anglikanischen Primas von ganz Irland ist ebenfalls Armagh.

Bildung

Der Bildungsetat Irlands betrug 2017 etwa 9,5 Milliarden Euro. FĂŒr die nĂ€chsten Jahre soll das Budget nur geringfĂŒgig steigen. Um im laufenden und den kommenden Jahren die steigende Anzahl an SchĂŒlern mit ausreichend Lehrern zu versorgen, sollten im Jahr 2017 rund 2400 zusĂ€tzliche Lehrer eingestellt werden.

Das irische Bildungssystem ist dreistufig angelegt: primary school (Grundschule), secondary school (WeiterfĂŒhrende Schule) und higher – „third level“ – education.

Die zum großen Teil unter TrĂ€gerschaft der katholischen Kirche stehenden öffentlichen Primarschulen sind schulgeldfrei. Privatschulen, deren Zahl in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat, erheben zum Teil betrĂ€chtliche SchulgebĂŒhren. Allerdings werden die dort beschĂ€ftigten LehrkrĂ€fte vom irischen Staat bezahlt. Eine Initiative der Regierung, sukzessive Schulen aus der TrĂ€gerschaft der katholischen Kirche herauszulösen und ihre Umwandlung in nicht- oder multikonfessionelle Einrichtungen zu betreiben, kommt nur schleppend voran. Gleichzeitig wĂ€chst der öffentliche Druck von Eltern, die große Schwierigkeiten haben, fĂŒr nicht katholisch getaufte Kinder in zumutbarer Entfernung eine Schule zu finden.

Die Ergebnisse der zentralen staatlichen AbschlussprĂŒfung („leaving certificate“) entscheiden ĂŒber den Zugang zu den Hochschulen des Landes. 2015 bestritten 56.587 SchĂŒler die AbschlussprĂŒfung. Von diesen bewarben sich 47.654 um StudienplĂ€tze. Der von der OECD zwischen 2000 und 2009 festgestellte starke Leistungsabfall in den schulischen Grundfertigkeiten konnte zwischenzeitlich gestoppt werden. Die letzte PISA-Studie zeigt fĂŒr Irland wieder einen leichten AufwĂ€rtstrend. Irland befindet sich im Vergleich zu den europĂ€ischen PartnerlĂ€ndern im Mittelfeld. UrsĂ€chlich hierfĂŒr ist die Vergabe von Bonuspunkten fĂŒr Mathematik und naturwissenschaftliche FĂ€cher. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen Irlands SchĂŒler Platz 17 von 72 LĂ€ndern in Mathematik, Platz 19 in Naturwissenschaften und Platz 5 beim LeseverstĂ€ndnis. Irische SchĂŒler gehörten damit zu den besseren unter allen teilnehmenden LĂ€ndern.

Zu den Hauptzielen der Regierung gehört eine umfassende Reform des irischen Bildungssystems. Hierzu sollen zunĂ€chst die Anforderungen fĂŒr das „junior certificate“ (Sekundarschulabschluss I) und das „leaving certificate“ (Sekundarschulabschluss II) geĂ€ndert werden. Ein weiterer Schritt auf diesem Wege ist die Reform des Zulassungssystems fĂŒr die UniversitĂ€ten. Es wurde ein neues Punktesystem fĂŒr die Vergabe von StudienplĂ€tzen eingerichtet. Es soll fĂŒr den Abschlussjahrgang 2017 erstmalige Anwendung finden. Anreize fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die sich bei der FĂ€cherwahl fĂŒr das Ansammeln benötigter Punktzahlen in eher leichteren FĂ€cher entschieden, anstatt ihren Neigungen nachzugehen und auf beruflich benötigte Qualifikationen zu achten, sollen damit aufgehoben werden.

Traditionell haben Gewerkschaften einen erheblichen Einfluss auf die Ausgestaltung und die Fortentwicklung des Schulsystems. Allein die Primar- und Sekundarschullehrer sind in drei, UniversitĂ€tsprofessoren und Dozenten in zwei verschiedenen Gewerkschaften organisiert. Die Reform des „junior certificate“ wird von einer großen Lehrergewerkschaft abgelehnt. Die Gewerkschaftsmitglieder boykottieren die Umsetzung von 2016. Sie wenden sich vor allem gegen den fĂŒr Irland neuen Ansatz, dass Lehrer ihre eigenen SchĂŒler prĂŒfungsrelevant bewerten sollen.

Geschichte

Die Geschichte Irlands beginnt mit der Besiedlung etwa 7000 v. Chr. Keltische Einwanderer brachten etwa ab 300 v. Chr., am Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit, keltische Sprache und Kultur auf die Insel.

Im Römischen Reich war die Insel Irland unter dem Namen Hibernia bekannt. Im Laufe der Geschichte gab es eine Reihe von Königreichen und FĂŒrstentĂŒmern in Irland. Der Christianisierung Anfang des 5. Jahrhunderts durch Sklaven aus der bis etwa 410 römischen Provinz Britannien, unter ihnen auch der heutige Nationalheilige Patrick von Irland, folgte die erste irische BlĂŒtezeit, in der unzĂ€hlige Klostersiedlungen (u. a. mit den berĂŒhmten RundtĂŒrmen) entstanden; diese wurde ab etwa 800 durch die BeutezĂŒge der Wikinger unterbrochen bzw. beendet.

Es folgte im Jahre 1169 die Eroberung durch die Normannen, die eine fortgesetzte Dominanz Englands ĂŒber Irland einlĂ€utete. Anglo-Normannen konfiszierten den Landbesitz der Iren und vertrieben sie in den weniger fruchtbaren Westen der Insel. Ab etwa 1600 wurden von der englischen Krone im Nordosten der Insel anglikanische und presbyterianische Siedler aus England und Schottland angesiedelt. Diese sogenannte Plantation war die Wurzel eines Jahrhunderte schwelenden ethno-religiösen Konflikts, besonders schwer und fortdauernd in Nordirland, dem Siedlungsschwerpunkt.

Die Politik der britischen Großgrundbesitzer in Irland fĂŒhrte zusammen mit der KartoffelfĂ€ule zur Hungersnot von 1845–1849. Bis zu 1,5 Millionen Iren verhungerten, und viele wanderten in die USA aus. Britische Behörden verschleppten bewusst Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Hungersnot. Diese spielt eine bedeutende Rolle in der historischen Entwicklung anti-britischer Ressentiments. Die VorwĂŒrfe der irischen Bevölkerung reichen hierbei von verantwortungsloser UntĂ€tigkeit bis hin zu systematischem Genozid. Diese strittige historische Debatte kommt zu unterschiedlichen Ergebnissen. Besonders zulasten der britischen Kolonialherren geht hierbei das Argument, dass Irland wĂ€hrend der gesamten Hungersnot durchgehend Nettoexporteur von Lebensmitteln blieb und kein Exportstopp verhĂ€ngt wurde, um die Lebensmittelpreise in Irland zu drĂŒcken. Des Weiteren werden die ĂŒberwiegend um 1700 erlassenen Penal Laws als Vorbedingung fĂŒr die Entwicklung der prekĂ€ren Lage der Iren angesehen. Diese die katholische irische Bevölkerung diskriminierenden Gesetze umfassten u. a.: Das Verbot der AusĂŒbung öffentlicher Ämter, die Vorenthaltung des aktiven Wahlrechts, die Verwehrung des Zugangs zu höherer Bildung, die Untersagung des dauerhaften Erwerbs oder der Pacht von Grundbesitz und eine EinschrĂ€nkung des Vermögenserwerbs.

Ein blutiger BĂŒrgerkrieg (1919–1921) fĂŒhrte nach dem Ersten Weltkrieg in Richtung politische UnabhĂ€ngigkeit fĂŒr einen großen Teil der Insel; der Dominion-Status am 6. Dezember 1921 gewĂ€hrte eine grĂ¶ĂŸere innenpolitische EigenstĂ€ndigkeit und ermöglichte die GrĂŒndung des Irischen Freistaats 1922 (VorgĂ€nger der heutigen Republik Irland). Sechs Grafschaften in der Provinz Ulster blieben allerdings nach dem Abkommen Bestandteil des Vereinigten Königreichs. Der seit ungefĂ€hr 1600 latent bestehende Konflikt setzte sich wegen der Teilung fort und ĂŒberschattete die irisch-britische und innerirische Politik bis in die 2000er Jahre (Nordirlandkonflikt).

Auch als Irland am 18. April 1949 nach ĂŒber drei Jahrhunderten britischer Herrschaft aus dem Commonwealth ausschied, verblieben die sechs nordirischen Grafschaften im Vereinigten Königreich. Jedoch zeichnet sich seit dem Karfreitagsabkommen aus dem Jahr 1998 und dem dort festgelegten Verzicht der Republik Irland auf die Forderung nach einer Wiedervereinigung mit Nordirland eine deutliche Entspannung ab. Zwar besteht nach wie vor die Möglichkeit einer Vereinigung der beiden Gebiete, diese kann aber nur durch einen Mehrheitsbeschluss der nordirischen Bevölkerung herbeigefĂŒhrt werden.

Politik

Politisches System

Im Demokratieindex 2020 belegt Irland Platz 8 von 167 LĂ€ndern, womit es als eine „vollstĂ€ndige Demokratie“ gilt.

Am 2. Juni 1918 wurde das Frauenwahlrecht fĂŒr Frauen ab 30 Jahre eingefĂŒhrt, MĂ€nner durften bereits ab 21 Jahren wĂ€hlen. Nach dem Irischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg erhielten Frauen mit der Verfassung des Irischen Freistaats von 1922 das aktive und passive Wahlrecht auf derselben Basis wie MĂ€nner. Damit konnten Frauen und MĂ€nner nach denselben Kriterien wĂ€hlen.

Der Premierminister (irisch Taoiseach, gesprochen [tiːʃəx]) wird vom Parlament nominiert und vom PrĂ€sidenten ernannt. Üblicherweise ist er der Parteichef der stĂ€rksten Parlamentspartei oder der grĂ¶ĂŸten Koalitionspartei.

Das Parlament (Oireachtas) besteht aus zwei Kammern und dem PrĂ€sidenten: Dabei bildet der Senat (Seanad Éireann) das Oberhaus und das ReprĂ€sentantenhaus (DĂĄil Éireann) das Unterhaus. Der Senat besteht aus 60 Mitgliedern, von denen elf durch den Premierminister ernannt und 49 von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gewĂ€hlt werden (Landwirtschaft und Arbeiterschaft je elf, Industrie und Handel neun, Öffentliche Verwaltung sieben, UniversitĂ€ten sechs und Kultur und Erziehung fĂŒnf). Diese Wahlen finden innerhalb von 90 Tagen nach der Auflösung des ReprĂ€sentantenhauses statt.

Das Unterhaus besteht aus 158 Mitgliedern, wobei die Zahl der Mitglieder von der Einwohnerzahl Irlands abhĂ€ngt. Auf je 20.000 bis 30.000 Einwohner kommt ein Abgeordneter. Die Mitglieder des Unterhauses werden nach der ĂŒbertragbaren Einzelstimmgebung (engl. Single Transferable Vote) in 40 Wahlkreisen gewĂ€hlt, in denen je zwischen drei und fĂŒnf Mandate zu vergeben sind. Wahlen mĂŒssen innerhalb von 30 Tagen nach der Auflösung des ReprĂ€sentantenhauses stattfinden. Das Unterhaus wird fĂŒr höchstens fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt, eine frĂŒhere Auflösung ist aber möglich.

Die Regierung (An Rialtas) besteht aus höchstens 15 Mitgliedern. Dabei dĂŒrfen nicht mehr als zwei Minister aus dem Senat kommen, der Premier, der Stellvertreter des Premier und der Finanzminister mĂŒssen dem ReprĂ€sentantenhaus angehören.

Eine Auswahl irischer Parteien:

  • Fianna FĂĄil
  • Fine Gael
  • Sinn FĂ©in
  • Green Party
  • Labour Party

Mit Pat Cox war von 2002 bis 2004 ein Ire PrÀsident des Europaparlaments.

Seit September 2020 reprĂ€sentiert Mairead McGuinness Irland als Kommissarin fĂŒr Finanzdienstleistungen, FinanzstabilitĂ€t und KapitalmĂ€rkte in der EuropĂ€ischen Kommission. Ihr VorgĂ€nger war Phil Hogan, zunĂ€chst als Kommissar fĂŒr Landwirtschaft und lĂ€ndliche Entwicklung in der „Kommission Juncker“ und seit 2019 als Kommissar fĂŒr Handel in der Kommission von der Leyen. Seine VorgĂ€ngerin fĂŒr die Zeit von 2010 bis 2014 war MĂĄire Geoghegan-Quinn (Forschung, Innovation und Wissenschaft), deren VorgĂ€nger waren Charlie McCreevy (2004–2009) und David Byrne (1999–2004).

Aktuelle Politik

Am 29. MĂ€rz 2004 fĂŒhrte Irland als erstes EU-Land ein totales Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen ein. Das Verbot gilt nicht fĂŒr Hotelzimmer, GefĂ€ngnisse und psychiatrische Anstalten. Mit dieser Entscheidung nahm Irland eine Vorreiterrolle in Europa ein. Um die Einhaltung zu ĂŒberwachen, wurden rund 400 amtliche Kontrolleure eingestellt. Zudem drohen Strafen bis zu 3000 Euro. Das Rauchverbot wird von der irischen Öffentlichkeit breit unterstĂŒtzt und weitgehend eingehalten.

In den letzten Jahren steht das veraltete und wenig effektive Gesundheitssystem aufgrund öffentlichen Druckes verstÀrkt im Blickfeld.

Auch die hohe Zahl der Verkehrstoten aufgrund mangelnder westlicher Standards stellt ein großes Problem dar.

Außerdem wird versucht, den großen wirtschaftlichen Unterschied zwischen den beiden großen Zentren – Dublin und Cork – auf der einen Seite und den Midlands bzw. den Counties an der WestkĂŒste auf der anderen Seite zu beheben.

Auch gibt es einen hohen Anteil an relativer Armut – mit etwa 22 % den höchsten in Westeuropa. Damit sind auch große soziale Unterschiede verbunden. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs hat sich die Lage der Unterschicht sehr verschlechtert. ArbeitsplĂ€tze sind fast nur in den StĂ€dten zu finden, in den abgelegenen lĂ€ndlichen Gebieten gibt es somit kaum Verbesserung. Die Teuerung von Produkten des tĂ€glichen Lebens war bis etwa zum Sommer 2008 erheblich. Dann wurde in Irland und anderen LĂ€ndern eine Bankenkrise sichtbar, die spĂ€ter auch auf andere LĂ€nder ĂŒbergriff, zu einer Wirtschaftskrise im Jahr 2009 fĂŒhrte und viele westliche LĂ€nder veranlasste, ihre staatliche Neuverschuldung massiv zu erhöhen. Dies fĂŒhrte zur Eurokrise und insbesondere ab Herbst 2009 zur griechischen Staatsschuldenkrise.

Im ersten Halbjahr 2013 hielt Irland zum insgesamt siebten Mal den Vorsitz im Rat der EuropÀischen Union (siehe auch Irische EU-RatsprÀsidentschaft 2013).

Im Mai 2015 entschied Irland als weltweit erstes Land per Referendum positiv ĂŒber die Erlaubnis zur Schließung gleichgeschlechtlicher Ehen.

Irland hat zurzeit 17 Ministerien und 14 Minister (da die Zahl der Kabinettsminister laut Verfassung beschrĂ€nkt ist, stehen einige zwei Ministerien vor). Die letzten Parlamentswahlen fanden im Februar 2020 statt. Die Fine Gael, die zuvor den Regierungschef gestellt hatte, verlor knapp fĂŒnf Prozentpunkte und 15 Sitze und wurde mit 20,9 % und 35 Sitzen nur noch drittstĂ€rkste Partei. Auf die Fianna FĂĄil entfielen 22,2 % der Stimmen und 37 Sitze, die Sinn FĂ©in erhielt mit 24,5 % gleichfalls 37 Sitze. UnabhĂ€ngige Kandidaten gewannen 20 Sitze, die Green Party 12 Sitze und kleinere Parteien und Gruppierungen insgesamt 18 Sitze.

In einer 2018 zeitgleich mit der StaatsprĂ€sidentenwahl stattfindenden Volksabstimmung votierten die Iren mit 64,85 % fĂŒr eine Entfernung der Blasphemieklausel aus der Verfassung. Der Minister fĂŒr Justiz und Gleichstellung, Charles Flanagan, begrĂŒĂŸte den Entscheid als zeitgemĂ€ĂŸ fĂŒr eine „moderne, liberale Gesellschaft“.

Verwaltungsgliederung

Irland besteht aus vier historischen Provinzen (Connacht, Leinster, Munster, Ulster), die wiederum in Grafschaften (Counties) aufgeteilt sind. Die Provinzen haben keine Bedeutung mehr fĂŒr die Verwaltung des Staates, spielen jedoch zum Beispiel im Sport noch eine Rolle.

Die Grafschaften wurden in der Folge der anglonormannischen Eroberung Irlands im 12. Jahrhundert gebildet und bestehen im Wesentlichen, abgesehen von einigen Aufteilungen und Fusionen, als lokale Verwaltungseinheiten fort.

1994 wurden jeweils mehrere Grafschaften zu insgesamt acht Regionen zusammengefasst, deren Verwaltung aber lediglich die Koordination öffentlicher Dienste und die Verteilung der Gelder aus dem EU-Strukturfonds zur Aufgabe hat.

Polizei

Garda SĂ­ochĂĄna na hÉireann, kurz auch Garda oder Gardai, bezeichnet die Nationalpolizei in der Republik Irland. Die Behörde untersteht einem von der irischen Regierung eingesetzten PolizeiprĂ€sidenten (Commissioner), das Hauptquartier befindet sich im Phoenix Park in Dublin. Die gebrĂ€uchlichste Kurzform im Sinne des Kollektivums „Die Polizei“ ist Garda, wie auch der einzelne Polizist heißt. Der Plural Polizisten = GardaĂ­ kommt ebenfalls hĂ€ufig als Sammelbezeichnung vor.

Die Garda existiert seit 1922, ihre etwa 9000 uniformierten Mitglieder sind in der Regel unbewaffnet, auch um sich von der VorgĂ€ngereinheit, der Royal Irish Constabulary (RIC) zu unterscheiden. Daneben gibt es rund 1700 mit Handfeuerwaffen ausgestattete nicht uniformierte Garda Detectives, die unter anderem fĂŒr den Personenschutz verantwortlich sind und die schwer bewaffnete Emergency Response Unit. Irland gliedert sich in sechs Polizeiregionen, darunter die Dublin Metropolitan Region, die jeweils von einem Regional Assistant Commissioner geleitet werden.

Kommunale PolizeikrÀfte gibt es seit der Zusammenlegung der Dubliner Polizei mit der Garda im Jahr 1925 nicht mehr. Die Airport Police auf dem Flughafen von Dublin, die Harbour Police und die Railway Police, die auf dem GelÀnde von Bahnhöfen Dienst tut, sind keine klassischen PolizeikrÀfte, sondern eher als Sicherheitsdienste zu bezeichnen. Verhaftungen werden auch hier nur von der Garda vorgenommen.

MilitÀr

Die Irish Defence Forces (IDF, Irisch: Óglaigh na hÉireann) sind die StreitkrĂ€fte der Republik Irland. Sie bestehen aus den TeilstreitkrĂ€ften

  • Heer (Irish Army, irisch: Arm na hÉireann) mit:
dem Defence Forces Headquarters
1st Brigade in den „Collison Barracks“ in Cork
2nd Brigade in den „Cathal Brugha Barracks“ in Rathmines (Dublin)
Defence Forces Training Center im „Curragh Camp“ im County Kildare

Das Heer besteht aus folgenden Waffengattungen:

Infanterie
Kavallerie
Communications and Services (CIS)
Pioniere
Logistik
SanitÀtsdienst
Transport
MilitÀrpolizei
  • Marine (Naval Service, irisch: SeirbhĂ­s Chabhlaigh na hÉireann)
  • Luftwaffe (Irish Air Corps, irisch: AerchĂłr na hÉireann).

In der irischen Armee dienten 2019 knapp 8.700 MĂ€nner und Frauen, davon rund 7.300 im Heer. Die Marine verfĂŒgt ĂŒber acht Patrouillenschiffe. Die Aufgaben der Luftwaffe bestehen hauptsĂ€chlich in der UnterstĂŒtzung des Heeres und dem Transport von Menschen und Material. Sie verfĂŒgt nicht ĂŒber dĂŒsengetriebene Kampfflugzeuge. ZusĂ€tzlich zur Berufsarmee gibt es noch die Reserve Defence Force, die aus der Army Reserve (Irisch: CĂșltaca an Airm) und der Naval Service Reserve (NSR, CĂșltaca na SeirbhĂ­se Cabhlaigh) besteht.

Irland gab 2017 knapp 0,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,1 Milliarden Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Außenpolitik

Seit 1973 ist Irland Mitglied der EU (EuropĂ€ische Union, damals noch EG). Seine Außenpolitik wird geprĂ€gt durch eine pro-europĂ€ische Grundeinstellung, das Eintreten fĂŒr AbrĂŒstung, die Belange der EntwicklungslĂ€nder, Menschenrechte und starke Vereinte Nationen (Mitglied seit 1955). Die Mitgliedschaft in der EuropĂ€ischen Union wirkte sich fĂŒr Irland nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht vorteilhaft aus. So dĂŒrften die Fortschritte im Nordirland-Friedensprozess durch die damalige gemeinsame EU-Mitgliedschaft Irlands und des Vereinigten Königreichs begĂŒnstigt worden sein. Erhebliche VerĂ€nderungen etwa in der Sozialgesetzgebung gehen auf die EU-Zugehörigkeit zurĂŒck. Als kleines Land, das seine UnabhĂ€ngigkeit von London erst 1922 erlangte, ist Irland auf die Wahrung seiner EigenstĂ€ndigkeit bedacht. Gleichwohl war das Vereinigte Königreich, bis zu seinem EU-Austritt, der mit Abstand engste Partner Irlands innerhalb der EU. Der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU nach dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 beunruhigt die Regierung Irlands sowohl unter wirtschaftlichen als auch politischen Gesichtspunkten. Die Irische Regierung hatte sich hochrangig und auch öffentlich und gegenĂŒber britischem Publikum klar fĂŒr einen Verbleib des Vereinigten Königreiches in der EU ausgesprochen.

Die Beziehungen zu den USA sind traditionell von besonderer Bedeutung (USA zweitwichtigster Handels- und wichtigster Investitionspartner, ĂŒber 40 Mio. US-Amerikaner geben eine irische Abstammung an); politisch wie wirtschaftlich besteht ein enges VerhĂ€ltnis. Traditionell wird der irische Premierminister zum irischen Nationalfeiertag (Saint Patrick’s Day am 17. MĂ€rz) vom US-PrĂ€sidenten in das Weiße Haus eingeladen.

Wirtschaft

Allgemeines

Irland war bis in die 1990er-Jahre im Vergleich zu anderen Staaten der EG ein wirtschaftlich wenig entwickeltes Land. Insbesondere aus den USA kam es auf der Suche nach einem Standort fĂŒr den Export in den europĂ€ischen Wirtschaftsraum zu Investitionen in Irland. Es kam auch zu grĂ¶ĂŸerer Immigration nach Irland, insbesondere aus Osteuropa. Das inflationsbereinigte Pro-Kopf-BIP in Irland stieg auf einen der höchsten Werte in der EU. Allerdings war das BIP kĂŒnstlich erhöht, z. B. werden Gewinne von den Unternehmen teils nur buchhalterisch nach Irland verschoben und fließen nur vorgeblich ins Land. Der Grund dafĂŒr sind die geringen SteuersĂ€tze: die Unternehmenssteuer betrug frĂŒher 10 % und stieg auf 12,5 %. Dies ist noch immer einer der geringsten Werte innerhalb der EU. Das Bruttonationaleinkommen stieg weniger stark an, unter anderem nahm jedoch die Arbeitslosigkeit tatsĂ€chlich ab (2000–2007 betrug sie rund fĂŒnf Prozent) und durch den 2000 eingefĂŒhrten gesetzlichen Mindestlohn liegt das monatliche Einkommen bei erwachsenen Vollzeitangestellten nicht unter 1183 Euro. Irland wurde wegen seiner wirtschaftlichen Entwicklung oft als „Keltischer Tiger“ bezeichnet.

Allerdings wurde Irland von der Finanzkrise ab 2007 besonders hart getroffen, weil der wachsende Wohlstand auch auf einer Immobilienblase beruhte, die schließlich „platzte“. Außerdem ist die irische Wirtschaft sehr stark von auslĂ€ndischen Direktinvestitionen abhĂ€ngig. Die sehr laxe Regulierung des Finanzsektors zog zwar viele auslĂ€ndische Banken an, Irlands Gesamtwirtschaft ist dafĂŒr aber im Ausland sehr stark verschuldet. Die Summe der ausstehenden Kredite, Derivate und Hypothekendarlehen irischer Banken ĂŒbersteigt das Bruttoinlandsprodukt beinahe um das Vierfache. Durch die nun fallenden Immobilienpreise sind viele irische Haushalte ĂŒberschuldet.

Ab dem ersten Quartal 2008 befand sich Irland mehrere Jahre lang in einer Rezession, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2008 um 1,3 % und im zweiten Quartal um 0,8 % schrumpfte; insgesamt ging das BIP allein im Jahr 2008 um 1,7 % zurĂŒck. Die konservative irische Regierung unter Brian Cowen beschloss, gegen die massiv ansteigenden Staatsschulden eine AusteritĂ€tspolitik durchzufĂŒhren. Im Jahr 2014 ĂŒberwand Irland schließlich die Krise. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2014 um 5,2 %, im Jahr 2015 sogar um 7,8 % Damit weist Irland das sechstgrĂ¶ĂŸte Wirtschaftswachstum der Welt und das grĂ¶ĂŸte Wirtschaftswachstum Europas auf.

Das Bruttoinlandsprodukt Irlands betrug im Jahr 2015 214,6 Mrd. Euro. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 46.200 Euro. Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Irland Platz 24 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–18). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 9 von 180 LĂ€ndern. Irland zĂ€hlt zu den liberalsten Volkswirtschaften der Welt.

Die Arbeitslosenquote stieg im letzten Jahrzehnt als Folge von Finanzkrise und Rezession vorĂŒbergehend stark an: Ausgehend von ca. 8 % zum Jahresende 2008 erreichte sie ĂŒber 13 % im Jahre 2010 und 14,7 % in 2012, bevor sie ĂŒber 7,8 % (Mai 2016) bis Juni 2018 auf 5,1 % und damit unter den EU-Durchschnitt zurĂŒckfiel. Im Jahr 2017 betrug die Jugendarbeitslosigkeit 13,6 %. 2015 arbeiteten 5 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 11 % in der Industrie und 84 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 2,23 Millionen geschĂ€tzt; davon sind 44,9 % Frauen.

Irland stand, laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017, auf Rang 32 weltweit beim nationalen Gesamtvermögen. Der Gesamtbesitz an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 853 Milliarden US-Dollar. Je erwachsene Person betrĂ€gt es 248.466 Dollar im Durchschnitt und 84.592 Dollar im Median (in Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Beim durchschnittlichen Vermögen gehört Irland damit zu den wohlhabendsten LĂ€ndern der Welt. Höhere Durchschnittsvermögen als in Deutschland sind vor allem mit dem grĂ¶ĂŸeren Anteil an Immobilienbesitzern zu erklĂ€ren.

Insgesamt war 41,5 % des gesamten Vermögens der Bevölkerung finanzielles Vermögen und 58,5 % nicht-finanzielles Vermögen. Der Gini-Koeffizient bei der Vermögensverteilung lag 2017 bei 81,3 was auf eine hohe Vermögensungleichheit hindeutet. Die obersten 10 % der irischen Bevölkerung besaßen 65,8 % des Vermögens und die obersten 1 % besaßen 33,1 % des Vermögens. Insgesamt 33,1 % der Bevölkerung hatten ein privates Vermögen von weniger als 10.000 Dollar und 3,6 % hatten ein Vermögen von mehr als 1 Million Dollar. Mitte 2018 lebten in Irland 8 MilliardĂ€re.

Anteil auslÀndischer Unternehmen

Einen nicht unerheblichen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung Irlands haben auslĂ€ndische Unternehmen. Der Anteil auslĂ€ndischer Unternehmen an der irischen Wertschöpfung erreichte 1995 23,8 %. Allein im Sektor Informations- und Kommunikationstechnologie lagen die Exporte im Jahr 2003 ĂŒber 21 Milliarden € und erzielten damit einen Anteil von 26 % der Exporte. Viele ab 1989 zugewanderte weltweit agierende Unternehmen wie z. B. IBM, Intel, Hewlett Packard, Symantec, Dell und Microsoft beschĂ€ftigten 2003 mehr als ein Prozent der Bevölkerung. In den letzten Jahren wanderten diese Unternehmen aber teils wieder weiter.

Heftige Kritik an irischen Praktiken der Unternehmensbesteuerung („Double Irish“) hat dazu gefĂŒhrt, dass die Regierung beschlossen hat, diese in Einklang mit Vorgaben von OECD und EU zu bringen. Die Bewahrung seines Körperschaftssteuersatzes von 12,5 % bleibt fĂŒr Irland, dessen Wirtschaft exportorientiert und von auslĂ€ndischen Investoren abhĂ€ngig ist, allerdings ein vorrangiges Ziel. Die Entscheidung der EU-Kommission im Fall Apple am 30. August 2016 (Irland habe dem US-Multi Apple unzulĂ€ssige SteuervergĂŒnstigungen in Höhe von 13 Mrd. € gewĂ€hrt) hat neuen Druck aufgebaut.

Das Land ist, vor allem wegen seiner offenen Grenze zu Nordirland, kein Mitglied des Schengen-Raums.

Viele europĂ€ische Finanzunternehmen haben in den vergangenen Jahren eine DĂ©pendance in Irland installiert. Im Jahr 2007 befanden sich unter den 35 grĂ¶ĂŸten Banken Irlands insgesamt 15 Niederlassungen deutscher Banken. So hat die Depfa-Bank, eine Tochter der Hypo Real Estate, ihren Hauptsitz in Irland.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von 80,8 Milliarden Dollar. Dem standen Einnahmen von 78,1 Milliarden Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar beziehungsweise 0,9 % des BIPs.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 200,6 Milliarden Euro oder 75,4 % des BIP. Irische Staatsanleihen werden von der Ratingagentur Standard & Poor’s mit der Note A+ bewertet (Stand: Dezember 2018).

Irland, das aufgrund der Bankenkrise binnen vier Jahren seine Staatsschulden von unter 25 % bis Ende 2010 vervierfacht hatte, beantragte Hilfen aus dem EU-Rettungsschirm. Am 28. November 2010 einigten sich die Finanzminister der Eurozone auf ein 85 Milliarden Euro-Hilfspaket, das von der EU und vom Internationalen WĂ€hrungsfonds IWF zur VerfĂŒgung gestellt werden sollen. Seitdem hat sich die Lage der öffentlichen Finanzen weitestgehend stabilisiert und Irland konnte seine Staatsschulden durch Einsparungen und wirtschaftliches Wachstum von 119,5 % (2013) auf 75,4 % (2016) der Wirtschaftsleistung senken.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 7,5 %
  • Bildung: 4,7 % (2005)
  • MilitĂ€r: 0,9 % (2005)

Kenndaten

VerÀnderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real Eurostat

Die irische Wirtschaft konnte sich nach einem Einbruch wĂ€hrend der Finanzkrise wieder erholen. Das ungewöhnlich hohe Wirtschaftswachstum von 25,6 % im Jahre 2015 liegt allerdings in einer Änderung in der statistischen Erfassung des Bruttoinlandsprodukts Irlands.

Entwicklung des BIP (nominal), Eurostat

Entwicklung des Außenhandels (GTAI)

Haupthandelspartner Irlands (2016), Quelle: GTAI

Infrastruktur

Irland verfĂŒgt ĂŒber eine moderne und leistungsfĂ€hige Infrastruktur. Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird, belegte Irland 2016 den 29. Platz unter 160 LĂ€ndern.

SeehÀfen

Wichtige SeehĂ€fen fĂŒr den FĂ€hrverkehr befinden sich in Dublin, von wo aus Verbindungen nach Großbritannien und Cherbourg in Frankreich bestehen, und in Rosslare Harbour, von wo aus ebenfalls Großbritannien sowie Roscoff und Cherbourg in Frankreich erreichbar sind.

Flugverkehr

In Irland registrierte Fluglinien transportierten im Jahr 2017 weltweit ĂŒber 153 Millionen Personen. Die mit weitem Abstand grĂ¶ĂŸte Airline des Landes ist Ryanair, die inzwischen zweitgrĂ¶ĂŸte Fluggesellschaft Europas.

Irland hat internationale FlughÀfen in Dublin, im County Donegal in Carrickfinn, im County Kerry in Farranfore, im County Clare in Shannon sowie in Cork und Knock, die von Austrian Airlines, der Lufthansa, Swiss, TUIfly und den einheimischen Fluggesellschaften Aer Lingus und Ryanair angeflogen werden. Nach dem Streichen der staatlichen Subventionen wird der Flughafen von Galway seit Oktober 2011 nicht mehr von Linienmaschinen angeflogen. Ebenso existiert eine Inlandsfluglinie, die Stobart Air. Dazu sind noch zahlreiche lokale FlughÀfen vorhanden.

Schienenverkehr

Weiterhin existiert ein recht dĂŒnnes Eisenbahnnetz in 1600 mm Spurweite, das aber ausgebaut wird. Wichtigste Bahngesellschaft ist die staatliche IarnrĂłd Éireann.

Busverkehr

Bus Éireann ist die nationale Busgesellschaft, die eine große Zahl von Verbindungen anbietet. Vergleichbar mit den amerikanischen Greyhound-Bussen verbinden zahlreiche Überlandbusse die einzelnen Regionen.

Von den zentralen Haltepunkten, die jedoch nicht immer zwingend im Zentrum der angefahrenen StÀdte liegen, fahren lokale Buslinien auch in entferntere Gegenden. Die FahrplÀne sind jedoch genau zu studieren, da einige Verbindungen doch recht selten fahren, je nach Wochentag und Lage der jeweiligen Ortschaft nur ein- oder zweimal tÀglich.

Straßensystem

Das gesamte asphaltierte Straßennetz umfasste 2014 etwa 96.036 km.

Ein PKW darf mit einem EU-FĂŒhrerschein gelenkt werden, wobei zu beachten ist, dass in Irland (wie im benachbarten Nordirland und auf der britischen Insel) Linksverkehr herrscht.

Die Straßen in der Republik sind bedingt durch die geringe Bevölkerungsdichte meist schlechter als auf dem europĂ€ischen Festland. Radreiseverkehr profitiert von der geringen Verkehrsdichte am Land. Straßen werden in Irland einer von vier Klassen zugeordnet.

Motorway (KĂŒrzel M)

Ein Motorway (irisch MĂłtarbhealach) entspricht in etwa einer vierspurigen deutschen Autobahn mit Mittelstreifen und befestigten Seitenstreifen als Nothaltespuren (hard shoulders). Sie fĂŒhren sternförmig aus dem Großraum Dublin nach Waterford, Cork, Limerick, Galway und zur Grenze nach Nordirland bei Dundalk (und weiter in Richtung Belfast). Auch die Ringstraße, die Dublin westlich umschließt, ist als Motorway (M50) klassifiziert. Alle Motorways sind Teil einer oder bilden eine National Road. Die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit auf Motorways betrĂ€gt 120 km/h. Einige Abschnitte von Motorways, beispielsweise der M4, sind gebĂŒhrenpflichtig; die Maut betrĂ€gt zwischen 1,80 und 3 Euro fĂŒr PKW und bis zu 1,40 Euro fĂŒr MotorrĂ€der (Stand: 08/2008). Die Beschilderung fĂŒr Richtungs- und Entfernungsinformationen auf Motorways ist in blau gehalten. Irland hat in Westeuropa im VerhĂ€ltnis zur Bevölkerung die geringste Dichte an Autobahnen.

National Road (KĂŒrzel N)

National Roads entsprechen in ihrer Funktion den deutschen Bundesstraßen. Die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit ist 100 km/h. Es wird unterschieden in National primary roads – N1 bis N11, die von Dublin aus fĂ€cherförmig ins Land fĂŒhren und N12 bis N33, welche die grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte miteinander verbinden – sowie National secondary roads (mit Nummern höher als 50). Viele der National primary roads sind inzwischen gut, einige zum Teil vierstreifig ausgebaut, oder verfĂŒgen zumindest ĂŒber einen breiten Seitenstreifen. Einige der besser ausgebauten Strecken entsprechen der Spezifikation der Motorways, werden aber (noch) nicht als solcher klassifiziert, um auch langsamerem Verkehr wie beispielsweise Landmaschinen die Benutzung zu ermöglichen. National secondary roads entsprechen in ihrem Standard oft nur Regional Roads oder sind wenig besser. Die Beschilderung fĂŒr Richtungs- und Entfernungsinformationen auf National Roads ist in grĂŒn gehalten.

Regional Road (KĂŒrzel R)

Regional roads sind nachrangige lĂ€ndliche Fahrbahnen zum Teil ohne Markierungslinien. Da sie besonders durch lĂ€ndliche Gegenden fĂŒhren, werden sie oft von Schafen, KĂŒhen, Pferden oder Wildtieren ĂŒberquert oder begangen. ZulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit auf Regional roads ist 80 km/h. Die Beschilderung fĂŒr Richtungsangaben auf Landstraßen ist Schwarz auf Weiß gehalten und hĂ€ufig mangelhaft. Ortsangaben finden sich in einigen lĂ€ndlichen Gegenden Irlands, vor allem in Gaeltachten, vorwiegend in irischer Sprache.

Local Road (KĂŒrzel L) und andere Straßen

Local roads sind kleine Verbindungsstraßen oder -wege zwischen kleinen Ortschaften, die nicht unbedingt asphaltiert sein mĂŒssen ("Landstraßen"). Sie sind oft von Mauern oder hohen Hecken begrenzt und sehr schmal, zumeist einspurig und mit direktem Gegenverkehr. Auch hier gilt generell eine zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Gelegentlich findet man, vor allem in lĂ€ndlichen Gegenden, noch alte Straßenbeschilderungen mit den ĂŒberholten Typbezeichnungen „T“ (fĂŒr „trunk road“ = Fernstraße, entspricht weitgehend der jetzigen National Road) und „L“ (fĂŒr „link road“ = Verbindungsstraße, entspricht der jetzigen Regional Road).

Ausbesserungsarbeiten

Seit Ende der 1990er-Jahre baut die irische Regierung das Straßennetz durch Investitionsprogramme im Umfang mehrerer Milliarden Euro aus. Seitdem finden kontinuierlich Ausbesserungsarbeiten an einem Großteil des Straßennetzes statt. Zum Einsatz kommen dabei jedoch nicht Asphalt oder Beton, sondern zumeist Rollsplitt, der durch die Nutzung der Straße allmĂ€hlich in einen weicheren bituminösen Untergrund eingepresst wird. Irische Straßen erscheinen dadurch rau und uneben.

Umstellung auf das metrische Maßsystem im Straßenverkehr

Anfang 2005 stellte die Republik Irland vom angloamerikanischen Maßsystem auf das metrische System um, seitdem werden Geschwindigkeiten in km/h statt in mph und Entfernungen in Kilometern und nicht mehr in Meilen gemessen. Jedoch ist die Entfernung auf vielen Ă€lteren Verkehrsschildern noch in Meilen angegeben, wobei dann die Maßeinheit fehlt. Auf den neuen Schildern steht das KĂŒrzel km. Auch alte Tachometer in Kraftfahrzeugen zeigen noch mph statt km/h an.

Grenzkontrolle

Grenzkontrollen zwischen der Republik Irland und Nordirland finden nicht statt. Aus diesem Grund ist die Republik Irland dem Schengen-Raum bislang noch nicht beigetreten, da man dies mit RĂŒcksicht auf die offene Grenze zu Nordirland nur zusammen mit dem Vereinigten Königreich tun könnte.

Kultur

Das kulturelle Leben spielt sich hauptsĂ€chlich in den wenigen großen Zentren (Dublin, Cork, Galway und Limerick) ab. Das Leben außerhalb dieser StĂ€dte (unter anderem in den Midlands) ist in dem sehr dĂŒnn besiedelten Land beschaulich und grĂ¶ĂŸtenteils von Landwirtschaft und Fischerei geprĂ€gt. Dennoch gibt es auch dort zum Teil verstĂ€rkten Aufbau von Tourismus, vor allem in der Region um den Fluss Shannon.

Die Förderung von Kunst erfolgt hauptsĂ€chlich ĂŒber den Arts Council, einem von der Regierung ernannten Gremium mit der Aufgabe, irische Kunst zu entwickeln, zu fördern und zu bewerben. FĂŒr 2016 standen ihm 60,1 Millionen Euro an staatlichen Mitteln zur VerfĂŒgung. Hiermit wurde der Kunstetat im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht, er verbleibt jedoch weit unter dem Budget von 83 Millionen Euro, das ihm 2007 und somit vor der Wirtschaftskrise zur VerfĂŒgung stand. Hinzu kommen Mittel zur Förderung von Filmprojekten. Die Regierung hofft, internationale Filmstudios in Irland ansiedeln zu können. Besondere Förderung erhielten 2016 die Gedenkfeierlichkeiten zum 100-jĂ€hrigen JubilĂ€um des Osteraufstandes von 1916.

Wahrzeichen

  • Kleeblatt (Shamrock)
  • RundtĂŒrme
  • Keltenkreuz
  • Leprechaun
  • Harfe

Musik

Die irische Musik ist vor allem bekannt durch die typischen Instrumente wie die Fiddle (Geige), deren Spiel sich durch den wilden irischen Stil auszeichnet, die Flöte, vor allem die Tin Whistle, und die Harfe, die das Àlteste irische Instrument ist. Lange Zeit waren die instrumentale und die vokale Musik getrennt; erst im 18. Jahrhundert wurden beide zusammengebracht. Obwohl die Volksmusik vieler LÀnder vor allem bei der Jugend an PopularitÀt verlor, ist die traditionelle irische Musik weiterhin beliebt.

Ein besonderes Element der irischen Musik ist das Tanzen. Stepptanz, Set Dance und Formationstanz sind in Irland sehr beliebt und haben eine lange Tradition.

Mit sieben Siegen ist Irland das erfolgreichste Land beim Eurovision Song Contest, gefolgt von Schweden mit sechs Siegen (Stand 2019).

Dichtung

Neben Balladen, in denen umfangreiche Dichtung mit Musik verbunden ist, sind zwei kurze in Irland entstandene Gedichtformen weit ĂŒber die Landesgrenzen hinaus bekannt, der Limerick und der Irische Segen.

Literatur

Irland hat eine große Zahl bedeutender Schriftsteller hervorgebracht, darunter die Literaturnobelpreis-TrĂ€ger William Butler Yeats, George Bernard Shaw, Samuel Beckett und Seamus Heaney. Weitere bekannte irische Schriftsteller sind Jonathan Swift, Oscar Wilde, James Joyce, Brian O’Nolan und Bram Stoker.

Bibliothekswesen

Die erste öffentliche Bibliothek des Landes war die 1701 von Erzbischof Narcissus Marsh (1638–1713) erbaute Dubliner Marsh’s Library, sie ist zugleich eine der Ă€ltesten der Britischen Inseln. 1947 wurde mit dem Public Library Act der Bibliotheksrat An Chomhairle Leabharlanna ins Leben gerufen. Damit wurde das Bibliothekswesen revolutioniert und die Leabharlann NĂĄisiĂșnta na hÉireann erfĂŒllt die Funktion einer Nationalbibliothek. An Chomhairle Leabharlanna, zunĂ€chst gegrĂŒndet, um die Versorgung und Entwicklung von Bibliotheksdienstleistungen zu gewĂ€hrleisten, bekam 2001 zusĂ€tzliche Aufgaben. Diese Aufgaben sind im Wesentlichen, die Hauptbibliotheken zu beraten und ihnen zu helfen, Empfehlungen und Gutachten fĂŒr die Ministerien zu erstellen und die Kooperation zwischen den öffentlichen und den wissenschaftlichen Bibliotheken zu unterstĂŒtzen und zu erleichtern. Außerdem ist An Chomhairle Leabharlanna in viele AktivitĂ€ten und Programme, die die Bibliotheken fördern, integriert. (Zum Vergleich: in Deutschland gibt es weder ein Bibliotheksgesetz noch – seit der Schließung des Deutschen Bibliotheksinstituts (DBI) im Jahre 2000 – eine zentrale Beratungs- und Entwicklungsagentur)

In Irland gibt es 32 Hauptbibliotheken. Davon werden 27 von den Landkreisen getragen und vier von den StĂ€dten Cork, Dublin, Limerick und Waterford. Eine Bibliothek liegt dabei zwischen zwei Countys und wird deshalb von beiden unterstĂŒtzt. Die Strategien und Methoden der Bibliotheken variieren von Stadt zu Stadt, denn die Hauptbibliotheken handeln unabhĂ€ngig voneinander.

Zu den 32 Hauptbibliotheken kommen weitere 345 Zweigbibliotheken hinzu. Dazu zĂ€hlen auch Bibliotheken von KrankenhĂ€usern, Schulen, GefĂ€ngnissen und so genannte Kommunikationszentren. Auch die 29 Fahrbibliotheken sind hier mit einberechnet, welche entlegene oder bevölkerungsarme Landstriche mit BĂŒchern und anderen Medien versorgen.

Zu den Angeboten der Bibliotheken gehören im Allgemeinen Sachliteratur und Belletristik, Service und Programme fĂŒr Kinder und Jugendliche, Referenzmedien, Informationen zur Weiterbildung und allgemeine, lokale Informationen. Außerdem wird in jeder Bibliothek ein öffentlicher Zugang zum Internet angeboten. Alle Hauptbibliotheken bieten zusĂ€tzlich in der Bibliothek Opacs an, welche den Nutzern zur VerfĂŒgung stehen. Das heißt, dass alle Bibliotheken ein elektronisches Verwaltungssystem besitzen. Einige Kataloge sind auch ĂŒber das Internet abrufbar.

In den öffentlichen Bibliotheken gibt es etwa 12,5 Millionen Medieneinheiten. Dazu gehören BĂŒcher, Manuskripte, Bilder, Loseblattsammlungen, CDs, CD-ROMs, DVDs, Kassetten, Videos und vieles mehr. Im Gegensatz zu Deutschland wird in irischen öffentlichen Bibliotheken pro Einwohner weniger ausgeliehen. In Deutschland sind es 4,1 Medieneinheiten pro Einwohner, in Irland 3,4. Die öffentlichen Bibliotheken werden dennoch von etwa 21 % der Bevölkerung genutzt. 2002 gab es 809.158 Leser mit einem Bibliotheksausweis.

Mit den Sachkosten liegen die irischen Bibliotheken jedoch höher als deutsche Bibliotheken. In Irland werden 2,10 € pro Einwohner und in Deutschland 1,10 € pro Einwohner ausgegeben.

Finanziert werden die Bibliotheken hauptsĂ€chlich ĂŒber Steuern. UngefĂ€hr zehn Prozent werden ĂŒber MitgliedsbeitrĂ€ge, NutzergebĂŒhren und Bußgelder finanziert. Außerdem unterstĂŒtzt das Department of the Environment and Local Government die Bibliotheken seit 1998 mit 34 Millionen €, die fĂŒr den Bau und das Mieten von GebĂ€uden verwendet werden. Aber auch die Automatisierung von ArbeitsablĂ€ufen und der Bestandsaufbau wird mit diesen Geldern gefördert.

Medien und Telekommunikation

In Irland spielen Radio und Printmedien eine vergleichsweise große Rolle. Die Berichterstattung ist weitgehend frei von staatlichen und kirchlichen EinflĂŒssen. Reporter ohne Grenzen sah Irland 2020 auf Platz 13 der Rangliste der Pressefreiheit. Es dominieren nationale Themen bzw. Themen aus dem englischsprachigen Ausland. Vor allem international interessierte Iren greifen hĂ€ufig auf Medien des Vereinigten Königreich zurĂŒck.

Radio Nach Angaben der staatlichen Radioanstalt RTÉ hören 83 % der irischen Bevölkerung tĂ€glich Radio. Der grĂ¶ĂŸte und halb-staatliche Sender RTÉ bietet drei englischsprachige und ein irischsprachiges Programm an. Daneben bieten auch die privaten Anbieter Newstalk 106 und Today FM ein nationales Radioprogramm an. Es gibt zahlreiche örtliche Radiosender.

Fernsehen Neben den staatlichen Anbietern RTÉ One, RTÉ Two und TG4 (irischsprachig) gibt es mehrere private irische Sender, der grĂ¶ĂŸte davon Virgin Media One. Daneben werden britische Sender viel gesehen, v. a. BBC Northern Ireland.

Zeitungen Nach Angaben des irischen Zeitungsverbandes lesen 83 % der 4,6 Millionen Iren regelmĂ€ĂŸig Zeitung. Von den großen politischen Tageszeitungen kommt nach Angaben des Audit Bureau of Circulations der Irish Independent im ersten Halbjahr 2016 auf eine Auflage von 102.537, die Irish Times auf 72.011 Printexemplare sowie 9.875 in der digitalen Version und der Herald auf 40.847 Exemplare. Die Regenbogenpresse dominieren der Irish Daily Star (Anteilseigner sind zu 50 % das Medienunternehmen Independent News & Media und die anderen 50 % besitzt das Medienunternehmen Northern & Shell, den Herausgeber des Daily Star im Vereinigten Königreich) mit 46.524 Exemplaren und die Irish Sun (Ableger der UK Sun) mit 59.813 Exemplaren. Beachtlich ist die Auflage der Wochenzeitungen Sunday Independent mit 199.210 und Sunday World mit 162.938 Exemplaren. Die Irish Times hat als einzige irische Zeitung einen Deutschlandkorrespondenten und widmet aktuellen Entwicklungen in Deutschland regelmĂ€ĂŸig Aufmerksamkeit.

Internet und Soziale Medien 81,0 % der Bevölkerung nutzten 2016 das Internet. Das junge Durchschnittsalter in Irland von 35 Jahren schlÀgt sich auch in der Nutzung sozialer Medien nieder. 60 % der Bevölkerung sind Mitglied bei Facebook, 72 % davon tÀglich aktiv. 26 % der Iren nutzen Twitter, davon 35 % tÀglich.

Irische Renaissance

Sport

Die beliebtesten Sportarten Irlands sind die beiden traditionellen Ballsportarten Gaelic Football und Hurling. Sowohl Gaelic Football als auch Hurling sind reine Amateursportarten unter ZustĂ€ndigkeit der Gaelic Athletic Association (GAA). Die Spiele um die jĂ€hrlich ausgetragenen All-Ireland Senior Football Championship bzw. All-Ireland Senior Hurling Championship locken viele Fans in die grĂ¶ĂŸten Stadien des Landes. Austragungsort der Finalspiele dieser beiden Meisterschaften ist der Croke Park in Dublin, der zugleich Hauptsitz der GAA ist. Neben diesen beiden Wettbewerben der County-Auswahlteams gibt es auch Wettbewerbe auf Vereinsebene. Die AtmosphĂ€re bei den Spielen ist meist friedlich. Trotz großer RivalitĂ€t zwischen den einzelnen Countys sind Ausschreitungen die Ausnahme. An öffentlichen, meist katholischen Schulen waren lange Zeit nur Hurling und Gaelic Football erlaubt.

Fast ebenso populĂ€r wie die zuvor genannten irischen Nationalsportarten sind die als „englisch“ bezeichneten Rugby und Fußball. Die Rugby-Nationalmannschaft gehört weltweit zu den Spitzenmannschaften. Sie nimmt an den vierjĂ€hrlich stattfindenden Weltmeisterschaften und am jĂ€hrlichen Sechs-Nationen-Turnier der besten Teams Europas teil. Das besondere an der irischen Nationalmannschaft ist, dass sie seit ihrer GrĂŒndung 1874 die gesamte Insel und damit sowohl die Republik Irland als auch Nordirland reprĂ€sentiert. Die Auswahlen der vier irischen Provinzen Ulster, Munster, Leinster und Connacht spielen in der Celtic League, der höchsten professionellen Liga mit Mannschaften aus Irland, Wales und Schottland. Daneben gibt es nationale irische Meisterschaften. Nationalstadion ist das Aviva Stadium in Dublin. Es werden aber auch LĂ€nderspiele im Ravenhill Stadium in Belfast ausgetragen.

Die Fußballbegeisterung wurde geschĂŒrt, als Jack Charlton Anfang der 1980er Jahre Teamchef der irischen Fußballnationalmannschaft wurde. Da der Fußballsport in Irland damals noch unterentwickelt war, bestand Charltons erste Amtshandlung darin, einen Ahnenforscher anzustellen, der ihm helfen sollte, in England nach Fußballprofis mit irischen Wurzeln zu suchen, um sie in die irische Nationalmannschaft berufen zu können. Das Team erreichte 1990 ĂŒberraschend das Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Italien und qualifizierte sich zudem fĂŒr die WM 1994 in den USA sowie fĂŒr die WM 2002 in Japan und SĂŒdkorea, die EM 2012 in Polen und der Ukraine sowie fĂŒr die EM 2016 in Frankreich. Bei diesen Turnieren schied das Team jedoch meist frĂŒh aus. In der ewigen WM-Tabelle steht Irland auf Platz 39, in der ewigen EM-Tabelle auf Platz 25. Die nationale Fußballliga heißt League of Ireland. Sie besteht aus zwei Leistungsklassen und wird im Halb-Profibetrieb gespielt. Die Premier League besteht aus zwölf Vereinen, die First Division aus zehn. Die Liga wird vom irischen Fußballverband FAI organisiert.

Das ebenfalls als „englisch“ empfundene Cricket war einst eine Randsportart in Irland, die Erfolge der irischen Nationalmannschaft bei den vergangenen Cricket World Cups 2007, 2011 und 2015 fĂŒhrten jedoch zu einer zunehmenden Beliebtheit dieser Sportart in Irland. Dabei ist besonders der Sieg ĂŒber England beim 2011-Turnier erwĂ€hnenswert. Am 22. Juni 2017 wurde Irland zusammen mit Afghanistan Teststatus zuerkannt, was zur Teilnahme an der angesehensten Stufe des Crickets berechtigt. Wie im Rugby und Hockey ist die irische Cricket-Nationalmannschaft eine gesamtirische Mannschaft und vertritt beide Landesteile gleichermaßen.

Im Nordwesten des Landes wird Road Bowling, eine Form des Boßelns beziehungsweise Klootschießens, als Volkssport betrieben. Dieses wurde wohl durch niederlĂ€ndische Soldaten 1689 nach Irland gebracht, von wo es weiter nach Schottland diffundierte.

Siehe auch

Literatur

  • The Encyclopaedia of Ireland. hrsg. von Brian Lalor. Gill & Macmillan, Dublin 2003, ISBN 0-7171-3000-2.
  • Rolf Breuer: Irland: Eine EinfĂŒhrung in seine Geschichte, Literatur und Kultur. Fink, MĂŒnchen 2007, ISBN 3-8252-2406-6.
  • Richard Killeen: A Brief History of Ireland. Land, People, History. Running Press, 2012, ISBN 0-7624-3990-4.
  • Michael Richter: Irland im Mittelalter. Kultur und Geschichte. Lit, MĂŒnster 2003, ISBN 3-8258-6437-5.
  • Wolfgang Ziegler: Irland: Entdeckungsfahrten zu den KunststĂ€tten der „GrĂŒnen Insel“, Kunst, Kultur und Landschaft. DuMont Verlag, Köln 1974, ISBN 3-7701-0735-7.

Weblinks

  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Irland

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (26)

Bezeichnung der Regionen: County
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Carlow 52.916 52.466 -7.093 -6.496  
Cavan 54.299 53.773 -8.049 -6.748  
Clare 53.166 52.557 -9.936 -8.278  
Cork 52.379 51.446 -10.163 -7.852  
Donegal 55.386 54.464 -8.798 -6.939  
Dublin 53.635 53.177 -6.529 -6.051  
Galway 53.717 52.968 -10.203 -7.969  
Kerry 52.577 51.687 -10.478 -9.118  
Kildare 53.449 52.863 -7.144 -6.456  
Kilkenny 52.888 52.247 -7.668 -6.92  
Laois 53.208 52.78 -7.728 -6.931  
Leitrim 54.478 53.808 -8.414 -7.575  
Limerick 52.755 52.277 -9.363 -8.155  
Longford 53.935 53.524 -8.032 -7.372  
Louth 54.111 53.715 -6.684 -6.107  
Mayo 54.338 53.475 -10.266 -8.583  
Meath 53.917 53.376 -7.339 -6.198  
Monaghan 54.413 53.905 -7.333 -6.55  
Offaly 53.428 52.853 -8.077 -6.988  
Roscommon 54.115 53.276 -8.817 -7.885  
Sligo 54.475 53.912 -9.135 -8.157  
Tipperary 53.17 52.207 -8.477 -7.365  
Waterford 52.36 51.945 -8.148 -6.955  
Westmeath 53.795 53.325 -7.963 -6.948  
Wexford 52.792 52.125 -7.019 -6.151  
Wicklow 53.224 52.682 -6.784 -5.993  
 

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Flagge: Ireland

Name englisch: Ireland
Hauptstadt: Dublin
Kfz: IRL
ISO: IE
ISO3: IRL
Fläche: 70280 km²
Tld: .ie
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 353

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 55.3885
südlichster Punkt: 51.4219377
westlichster Punkt: -10.66958
östlichster Punkt: -5.9947001


 
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