Beschreibung der Tour:
Früh morgens bevor die Straße zum Vilsalpsee geschlossen wird fahren wir zum großen Parkplatz am See. Im Schatten ist es noch eiskalt als wir aufbrechen, doch es geht stetig bergauf und schon bald kommt die Sonne raus, so dass es uns schnell warm wird.
Über Wiesen und durch den Wald geht es hinauf bis zur Oberen Roßalpe von wo aus man auch schon den eindrucksvollen Gipfel des Gaishorn sehen kann.
Ohne große Pause gehen wir weiter über die Wiesen auf den Grasrücken. Da hier der Weg meist schattseitig verläuft und noch Restschnee auf dem Weg liegt und schmilzt, ist der Pfad extrem matschig, aber recht flach, und wir genießen die tolle Weitsicht.
Als wir die Felsen erreichen liegen diese noch im Schatten und der Pfad zweigt hier nach rechts um die Felsen herum ab. Wir treffen hier schon auf die ersten Schneefelder und das wird auch so bleiben, da wir uns jetzt auf der Nordseite befinden, wo im Oktober nicht mehr viel Sonne hingelangt.
Der Weg wird nun felsiger und steiler je weiter es nach oben geht. Da der Schnee hart ist müssen wir ihm immer wieder in den Fels ausweichen. Kurz vor dem Gipfelgrat gibt es ein steiles Schneefeld zu queren, aber zum Glück hat es hier eine gut ausgetretene Spur. Es folgt etwas Fels und dann wieder ein steiles Schneefeld. Dieses Mal fast gerade hoch.
Nachdem dieses unangenehme Stück absolviert ist gelangen wir auf den Grat und werden von der wärmenden Sonne empfangen. Herrlich!
Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zum Gipfel wo wir erst mal eine ausgiebige Rast machen und das traumhafte Panorama bestaunen.
Nach der Pause steigen wir recht einfach zum Gaiseckjoch ab und gehen zunächst sanft ansteigend den Grasrücken Richtung Rauhhorn hinauf. Mit zunehmender Höhe wird der Grat nun felsiger und rauher, ganz wie der Name schon sagt. Je weiter wir uns dem Gipfelkreuz nähern, desto öfter müssen wir nun auch die Hände zur Hilfe nehmen. Schwerer als I-er Kletterei wird es aber meist nicht. Schlüsselstelle im Aufstieg ist eine Felswand vor dem eigentlichen Gipfel, die man mit II bewerten könnte, aber der Fels ist hier fest und man findet guten Halt. Im letzten Aufschwung zum höchsten Punkt gibt es auch ein kurzes Stahlseil um über eine Felskante und weiter bis zum Gipfel zu gelangen.
Auch von hier haben wir ein traumhaftes Panorama, aber da es am Gipfel wenig Platz gibt steigen wir bald weiter. Der Pfad windet sich nun eindrucksvoll durch die bizarre Felslandschaft. Gut ausgetreten und markiert eine super Kraxelei für Leute, die das Gelände beherrschen. Das ist auch heute natürlich nicht immer der Fall. Es kommen uns auch Wanderer entgegen, die sich auf einem Spaziergang scheinbar verlaufen haben und ängstlich und unsicher die Rinnen hinabsteigen.
Nicht immer ist der Fels fest und es gibt auch einige bröselige Abstiege, aber es macht riesigen Spaß durch dieses wilde Gelände zu klettern. Zwar ist der Grat meist nicht schmal, aber dennoch sollte man hier absolut trittsicher und schwindelfrei sein, denn an einigen Stellen wäre ein Ausrutscher vermutlich tödlich.
Nach einer steilen Felsrinne flacht der Weg dann ab und verläuft am Hang entlang durch die Wiese bis hinab in die Hintere Schafswanne. Hier könnte man jetzt auf dem schnellsten Weg über der Jubiläumsweg wieder zurück zum Vilsalpsee absteigen.
Doch das Wetter ist toll und wir haben Lust auf mehr und daher steigen wir weiter und wieder hinauf. Anfangs über Wiesen und dann über spannende Felsbänder. Ein großer Felsblock wird umgangen und schon stehen wir auf dem eher unscheinbaren Gipfel des Kugelhorn.
Hier machen wir dann noch mal eine Rast ehe es über den langen Grasrücken wieder weiter und abwärts geht. Auf dem Weg zum Knappenkopf öffnet sich uns der Blick auf den berühmten Schrecksee, der täglich von Wanderern überflutet wird. Er ist aber auch wirklich sehr schön anzzusehen! Den Gipfel des Knappenkopfs erreichen wir dann fast unbemerkt, da er nur eine kleine Erhebung im Grasgrat darstellt.
Der Abstieg wird jetzt noch mal kurz schmaler und steil ehe er flach ins den Kirchdachsattel ausläuft. Von hier noch mal ein letzter Blick runter zum Schrecksee ehe wir auf der anderen Seite absteigen müssen.
Hier startet dann auch die sehr anspruchsvolle Schrecksee-Umrahmung über Kirchendach, Kälbelespitze, Kastenkopf, Schreckenjöchle und Älpelekopf.
Unser Weg führt uns aber jetzt relativ eben zum Kastenjoch. Mittlerweile hat uns der Schatten eingeholt und wir freuen uns ab dem Kastenjoch wieder in der Sonne gehen zu können. Hier gehen wir weiter durch eine traumhafte Landschaft mit einmaligem Blick in die umliegenden Berge.
Kurz überlegen wir noch ob wir über die Steinkarspitze gehen sollen, doch das Tageslich wird langsam knapper und so gehen wir direkt weiter zum Westlichen Lachenjoch. Von hier sehen wir bereits die Landsberger Hütte zu der wir jetzt absteigen. Leider wieder im Schatten, doch dafür werden die Gipfel rundherum wunderschön von der Abendsonne angestrahlt. Der Trubel an der Landsberger Hütte ist schon vorbei und nur noch der Hüttenwirt ist am Abend dort zu treffen. So gehen wir auch direkt weiter, denn der Abstieg zum Traualpsee ist mitunter steil und glitschig von den vielen Schuhen, die hier den Fels glattpoliert haben.
Wir gehen an dem völlig ruhigen und glatten Traualpsee vorbei, passieren die Obere Traualpe und blicken zurück auf die goldenen Spitzen der Gipfel hinter uns.
Beim Abstieg zum Vilsalpsee geht die Sonne unter und wir beeilen uns die Schotterwege hinunterzukommen. Als wir unten am See ankommen dämmert es bereits und kurz vor der Dunkelheit sind wir dann an der Gaststätte, wo wir einkehren und ich vor lauter Hunger nach dem langen Tag direkt 2 Hauptgerichte bestelle. Auf mehrfache Nachfrage bestätige ich meinen Wunsch und mit großen Augen beobachten die Kellner, wie ich auch beide Teller restlos leerputze.
Danach fahren wir leicht überfressen zurück zur Pension und fallen glücklich ins Bett nach einem fantastischen Tag, der am liebsten nie hätte enden sollen.
Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
Traumtour über den Grat von Rauhorn und Kugelhorn.
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich!