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Gebirge in Bayern: 57
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Schwäbisches Keuper-Lias-Land
Oberrheinisches Tiefland
Neckar- und Tauber-Gäuplatten
Mainfränkische Platten
Fränkisches Keuper-Lias-Land

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Region Informationen Bundesland: Bayern

Informationen:


Der Freistaat Bayern (¬†[ňąba…™ŐĮ…źn]; L√§ndercode BY) ist mit mehr als 70.500 Quadratkilometern das fl√§chengr√∂√üte der 16 L√§nder in Deutschland und liegt in dessen S√ľdosten. Mit mehr als 13¬†Millionen Einwohnern ist es nach Nordrhein-Westfalen das zweitbev√∂lkerungsreichste deutsche Land.

Der Freistaat hat im S√ľden Anteil am Hochgebirge der Ostalpen und an dem bis zur Donau reichenden flachen Alpenvorland. N√∂rdlich der Donau bestimmen Mittelgebirge wie der Bayerische Wald oder das Fichtelgebirge das Landschaftsbild.

Die gr√∂√üten St√§dte Bayerns sind nach Einwohnern mit der h√∂chsten Zahl zuerst M√ľnchen, N√ľrnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt und F√ľrth. In Bayern liegen zwei Zentren von europ√§ischen Metropolregionen, die Millionenmetropole M√ľnchen mit einer Agglomeration von 2.211.800 und 5,71 Millionen Einwohnern in der Metropolregion, sowie die Millionenmetropole N√ľrnberg mit einer Agglomeration von 1.206.200 und 3,56 Millionen Einwohnern in der Metropolregion. Zus√§tzlich besitzt Bayern mit Augsburg eine Halbmillionenmetropole mit einer Agglomeration von 510.100 Einwohnern. Weitere Gro√üst√§dte sind W√ľrzburg und Erlangen.

Bayern ist eine parlamentarische Republik mit dem Bayerischen Landtag als Legislative und der Bayerischen Staatsregierung, an deren Spitze der Ministerpräsident als Regierungschef steht, als Exekutive. Grundlage der Politik ist die Verfassung des Freistaates Bayern, gemäß der Bayern ein Volks-, Rechts-, Kultur- und Sozialstaat ist. Die Bezeichnung Freier Volksstaat bzw. Freistaat als Republik trägt Bayern seit 1918 mit der Ausrufung durch den revolutionären Ministerpräsidenten Kurt Eisner am 8. November 1918 und dem damit verbundenen Ende des Königreichs Bayern.

Bereits im Jahre 555¬†n.¬†Chr. und damit rund 500 Jahre vor der Verwendung des Begriffs deutsch im heutigen Sinn ist das √§ltere bayerische Stammesherzogtum nachgewiesen, das unter den Merowingern Teil des fr√§nkischen Herrschaftsbereichs wurde. Unter den Karolingern entstand erstmals ein baierisches K√∂nigtum, das diese entweder in Personalunion als K√∂nige oder Unterk√∂nige regierten oder Statthalter einsetzten. Nach dem Ende der Herrschaft der Karolinger erstarkte die baierische Eigenst√§ndigkeit im j√ľngeren bayerischen Stammesherzogtum. Mit Beginn der Herrschaft der Wittelsbacher 1180 folgte der √úbergang zum Territorialstaat. Sie regierten Bayern √ľber 700 Jahre bis 1918. Baiern war Kurf√ľrstentum des Heiligen R√∂mischen Reiches und ab 1806 K√∂nigreich. Durch die Verfassungen von 1808 und 1818 wurde Bayern konstitutionelle Monarchie. Bayern konnte auf dem Wiener Kongress 1814 als eine der Siegerm√§chte einen gro√üen Teil der Gebietsgewinne behalten; unter anderem kamen Ober-, Mittel- und Unterfranken, Teile Schwabens und die neugeschaffene linksrheinische Pfalz zu Bayern. 1918 brach die Wittelsbachermonarchie in der Novemberrevolution zusammen.

Nach der Besetzung durch die US-Armee wurde Bayern 1949 Teil der neu gegr√ľndeten Bundesrepublik. Die Pfalz wurde 1946 von Bayern abgetrennt und ist heute Teil von Rheinland-Pfalz. Es begannen ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine Entwicklung vom Agrarstaat zum modernen Industriestaat.

Bayern liegt fast vollständig im oberdeutschen Sprachraum. Traditionell gliedert es sich in die drei Landesteile Franken (heute die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken), Schwaben (gleichnamiger Regierungsbezirk) und Altbayern (Regierungsbezirke Oberpfalz, Ober- und Niederbayern).

Etymologie und Schreibweise

Die allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit ‚Äěy‚Äú geht auf eine Anordnung von K√∂nig Ludwig I. von Bayern vom 20.¬†Oktober 1825 zur√ľck, mit der die seit 1806 geltende Schreibweise ‚ÄěK√∂nigreich Baiern‚Äú abgel√∂st wurde. Diese Anordnung des K√∂nigs zur Schreibung mit dem ‚Äěgriechischen‚Äú Ypsilon steht im Zusammenhang mit dessen Philhellenismus. Bis dahin wurde der Landesname oft mit ‚Äěi‚Äú geschrieben, wenngleich es auch viele √§ltere Belege der Schreibung mit einem ‚Äěy‚Äú gibt. W√§hrend der M√ľnchner R√§terepublik kehrte man vor√ľbergehend zur Schreibweise ‚ÄěBaiern‚Äú zur√ľck.

Auch zur Kaiserzeit war die Schreibweise nicht reichseinheitlich: Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck verwendete im Briefwechsel mit Ludwig II. um 1880 die alte i-, der Bayernkönig hingegen die y-Schreibweise.

Der Stamm der einheimischen Bev√∂lkerung Altbayerns (also ohne Franken und bayerisches Schwaben) wird weiterhin als die Baiern (in anderen Abschnitten auch Altbayern genannt) bezeichnet, ebenso lautet die Bezeichnung f√ľr den Dialekt auf Bairisch (in dieser Schreibung bezeichnet das Wort auch die in √Ėsterreich gesprochenen Dialekte).

Der Begriff Bayern bzw. Baiern ist auf das Volk der Bajuwaren zur√ľckzuf√ľhren. Der volle Name der Bajuwaren wird hergeleitet aus einem mutma√ülichen germanischen Kompositum *BajowarjŇćz (Plural). √úberliefert ist dieser Name als althochdeutsch Beiara, Peigira, latinisiert Baiovarii. Es wird angenommen, dass es sich dabei um ein Endonym handelt. Hinter dem Erstglied Baio steckt das Ethnikon des zuvor bewohnenden keltischen Stammes der Boier, der im althochdeutschen Landschaftsnamen Bńďheima ‚ÄöB√∂hmen‚Äė (urgermanisch *Bajohaimaz ‚ÄöHeim der Boier‚Äė, sp√§tlateinisch dann Boiohaemum) und im onomastischen Ankn√ľpfungspunkt (Baias, Bainaib usw.) erhalten ist. Das Zweitglied -ware bzw. -varii der Bewohnerbezeichnung Bajuwaren stammt aus urgermanisch *warjaz ‚ÄöBewohner‚Äė (vgl. altnordisch R√≥mverjar ‚ÄöR√∂mer‚Äė, altenglisch burhware ‚ÄöStadtbewohner‚Äė), das zu wehren (urgermanisch *warjana-) geh√∂rt (vgl. auch walisisch gwerin ‚ÄöMenschenmenge‚Äė). Der Name ‚ÄöBaiern‚Äė wird deshalb als ‚ÄöBewohner B√∂hmens‚Äė gedeutet. Die Namensdeutung ist allerdings weiterhin umstritten.

Geographie

Gebiet und Landschaft

Als Binnenland grenzt Bayern an folgende Staaten: im Osten an Tschechien, im S√ľdosten und S√ľden an √Ėsterreich, im S√ľdwesten √ľber den Bodensee indirekt an die Schweiz. Hinzu kommen die deutschen Bundesl√§nder Baden-W√ľrttemberg (im Westen), Hessen (im Nordwesten), Th√ľringen (im Norden) und Sachsen (im Nordosten). Die Landesgrenze Bayerns ist insgesamt 2705¬†Kilometer lang. Bayern grenzt, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn an Baden-W√ľrttemberg (829¬†Kilometer Grenzl√§nge), Hessen (262¬†Kilometer), Th√ľringen (381¬†Kilometer), Sachsen (41¬†Kilometer), an die tschechischen Regionen Karlsbad, Pilsen und S√ľdb√∂hmen (357¬†Kilometer), an die √∂sterreichischen Bundesl√§nder Ober√∂sterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg (816¬†Kilometer) sowie an den Schweizer Kanton St. Gallen (19¬†Kilometer), wobei der Grenzverlauf im Bodensee nicht festgelegt ist.

Bis 1990 bildete die Grenze zu Th√ľringen, Sachsen und der damaligen Tschechoslowakei einen Abschnitt des Eisernen Vorhangs. Sie stellte durch die Grenzsicherungsanlagen eine physisch nahezu un√ľberwindbare Trennung zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt dar. Bei Prex gab es ein Dreil√§ndereck. Nicht zum bayerischen Staatsgebiet und daher nicht zum deutschen Bundesgebiet geh√∂ren die in √Ėsterreich gelegenen Saalforsten, die im privatrechtlichen Eigentum des Freistaates Bayern stehen. Andererseits geh√∂rt der Egerer Stadtwald, der historisch zur b√∂hmischen Stadt Eger (tschechisch. Cheb) geh√∂rt, zum bayerischen Staatsgebiet und wird von einer Stiftung verwaltet.

Bayern liegt in S√ľddeutschland und umfasst:

  • die Bayerischen Alpen im S√ľden
  • davon n√∂rdlich das Alpenvorland bis zur Donau mit den drei gro√üen Seen Oberbayerns
  • das ostbayerische Mittelgebirge und
  • die Stufenlandschaft der Schw√§bischen und Fr√§nkischen Alb.

Die Bayerischen Alpen im √§u√üersten S√ľden Bayerns geh√∂ren zu den N√∂rdlichen Kalkalpen. Bayern ist das einzige deutsche Bundesland, das Anteil an den Alpen hat. Meist werden unter den Bayerischen Alpen nur die zwischen den Fl√ľssen Lech und Saalach gelegenen Gebirgsteile verstanden. In diesem engeren Sinn z√§hlen daher die Allg√§uer Alpen, auf die sich das bayerische Staatsgebiet erst seit j√ľngerer Zeit erstreckt, und die Berchtesgadener Alpen nicht zu den Bayerischen Alpen. Er ist nicht mit dem Begriff der Bayerischen Voralpen, die n√∂rdlich an das Gebirge angrenzen, zu verwechseln. Letztere umfassen nur den bayerischen Anteil der Voralpen zwischen der Loisach im Westen und dem Inn im Osten. W√§hrend die Voralpen nur vereinzelt ausgepr√§gte Kalkfelsw√§nde haben, sind die Alpen durch die im Jungpleistoz√§n entstandenen Kare, Seen und die typischen U-T√§ler durch Gletscher gepr√§gt. Ablagerungen der eiszeitlichen Fl√ľsse sowie vor allem die Gletscher lie√üen insbesondere im Alpenvorland eine h√ľgelige Landschaft mit Seen und Mooren entstehen. Dort liegen etwa der Chiemgau, das F√ľnfseenland und das Allg√§u.

W√§hrend zwischen den Alpen und s√ľdlich der Donau das Gel√§nde flach bis h√ľgelig ist, liegen n√∂rdlich davon mehrere Gebirge, die eine H√∂he von √ľber Tausend¬†Metern erreichen, darunter beispielsweise der Bayerische Wald mit dem Gro√üen Arber als h√∂chstem Berg Bayens au√üerhalb der Alpen und das Fichtelgebirge mit dem Schneeberg als h√∂chstem Berg Frankens. Die Fr√§nkische Alb als geologische Fortsetzung des Schweizer Juras und der Schw√§bischen Alb zieht sich um einen Bogen durch den Norden Bayerns und schirmt Teile Frankens von Altbayern ab. N√∂rdlich davon liegen zahlreiche Zeugenberge wie der Hesselberg. Der √§u√üerste S√ľdwesten der Alb grenzt ans N√∂rdlinger Ries, Rest eines beim Ries-Ereignis vor etwa 14,6¬†Millionen Jahren entstandenen Einschlagkraters. Das Fr√§nkische Keuper-Lias-Land, in dem etwa Aischgrund, Steigerwald und Frankenh√∂he liegen, geht in die Mainfr√§nkischen Platten √ľber. S√ľdwestlich davon liegen die Mittelgebirge Odenwald, Spessart und Rh√∂n. Die √∂stliche H√§lfte Bayerns wird von Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald oder dem Frankenwald gepr√§gt. Dort befindet sich das gr√∂√üte nicht zerschnittene Waldgebiet Mitteleuropas. Teile des Vogtlands liegen in Bayern. Der westliche Teil Unterfrankens als Bestandteil der Tiefebene des Rheins geh√∂rt zum Bayerischen Untermain.

Die niedrigste Stelle Bayerns ist mit 100 m der Wasserspiegel des Mains in Kahl am Main (Unterfranken), die höchste auf dem Gipfel der Zugspitze (2962 m), des im Wettersteingebirge gelegenen höchsten deutschen Berges. Alle 30 höchsten Berggipfel Deutschlands liegen in den Bayerischen Alpen, konzentriert im Wettersteingebirge, in den Berchtesgadener Alpen und den Allgäuer Alpen. Die höchsten bayerischen Gipfel sind in den Berchtesgadener Alpen der Watzmann (2713 m) und in den Allgäuer Alpen die Hochfrottspitze (2649 m).

Der geographische Mittelpunkt Bayerns liegt etwa 500¬†Meter √∂stlich des Marktes Kipfenberg im Landkreis Eichst√§tt (Lage). Historisch betrachteten sich mehrere Orte in Bayern als Mittelpunkt Europas. Seit dem EU-Beitritt Kroatiens am 1.¬†Juli 2013 lag der geographische Mittelpunkt der Europ√§ischen Union im Landkreis Aschaffenburg, im Ortsteil Oberwestern der bayerischen Gemeinde Westerngrund (Lage). Durch den Beitritt des franz√∂sischen √úbersee-D√©partements Mayotte, einer Inselgruppe im Nordwesten Madagaskars, hatte er sich um 500¬†Meter verschoben (Lage). Seit dem Austritt des Vereinigten K√∂nigreiches am 31. Januar 2020 liegt der EU-Mittelpunkt im Landkreis W√ľrzburg, im Ortsteil Gadheim der Gemeinde Veitsh√∂chheim (Lage).

Gewässer

Der bedeutendste Fluss des Landes ist die Donau, diese flie√üt in der S√ľdh√§lfte des Landes von West nach Ost, gelangt bei Ulm auf das Landesgebiet und tritt bei Passau nach √Ėsterreich √ľber. Ihre gr√∂√üten Nebenfl√ľsse sind (stromabw√§rts):

  • Iller, Lech, Isar, Inn (von S√ľden)
  • W√∂rnitz, Altm√ľhl, Naab und Regen (von Norden)

Die vier s√ľdlichen Nebenfl√ľsse entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Inn und Lech f√ľhren (wegen des langen Oberlaufs) bei ihrer M√ľndung meist etwas mehr Wasser als die Donau.

Im Heimatkundeunterricht wird zur Donau vielerorts folgender Merkspruch aufgesagt: ‚ÄěBrigach und Breg bringen die Donau zu weg. Iller, Lech, Isar, Inn, flie√üen rechts zur Donau hin. W√∂rnitz, Altm√ľhl, Naab und Regen flie√üen links dagegen.‚Äú

Der gr√∂√üte Teil Frankens wird durch den Main von Ost nach West in den Rhein entw√§ssert. In seinem markant geschwungenen Lauf bildet er das sog. Maindreieck und Mainviereck. Seine gr√∂√üten Nebenfl√ľsse sind die Regnitz und Tauber von links und die Fr√§nkische Saale von rechts. Im Nordosten Oberfrankens entspringen die linken Nebenfl√ľsse der Elbe, die ‚ÄěS√§chsische‚Äú Saale und die Eger.

In den Endmor√§nenlandschaften im s√ľdlichen Teil des n√∂rdlichen Alpenvorlandes gibt es viele Seen, die teilweise ins Gebirge hineinragen, etwa der Tegernsee, der Starnberger See und der Schliersee. Bayern hat Anteil am Bodensee, dem gr√∂√üten See des westlichen Mitteleuropa. Der gr√∂√üte See innerhalb Bayerns ist der Chiemsee. N√∂rdlich der Fr√§nkischen Alb wurden die Stauseen des Fr√§nkischen Seenlands gebildet. Sie dienen zur Wasserregulierung Nordbayerns, insbesondere der Wasserversorgung des Main-Donau-Kanals, einer wichtigen Wasserstra√üe in Nordbayern. In den Alpen wurde 1924 das Walchenseekraftwerk in Betrieb genommen, das das nat√ľrliche Gef√§lle zwischen dem als ‚ÄěOberbecken‚Äú fungierenden Walchensee und dem ‚ÄěUnterbecken‚Äú Kochelsee zur Stromerzeugung nutzt.

Durch Teile Bayerns f√ľhrt die Europ√§ische Hauptwasserscheide. Sie trennt das zum Rhein geh√∂rige Flusssystem von dem der Donau.

Entlang dem Nordrand der Alb gibt es etliche Steinerne Rinnen. Die etwa 150¬†Meter lange und 0,2¬†Meter hohe K√§srinne bei Heidenheim und die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn mit 128¬†Metern L√§nge und 1,5¬†Metern H√∂he sind die l√§ngsten dieser ‚Äěwachsenden B√§che‚Äú in Bayern.

Schutzgebiete

In Bayern liegen der Nationalpark Bayerischer Wald und der Nationalpark Berchtesgaden. Von der UNESCO anerkannte Biosph√§renreservate sind das Biosph√§renreservat Berchtesgadener Land und das Biosph√§renreservat Rh√∂n. Es gibt 18 Naturparke in Bayern, das √§lteste ist das 1969 gegr√ľndete Naturpark Altm√ľhltal.

In Bayern sind 603¬†Naturschutzgebiete, 702¬†Landschaftsschutzgebiete, 674¬†Fauna-Flora-Habitat-Gebiete, 84¬†Europ√§ischen Vogelschutzgebiete, 160 Naturwaldreservate und √ľber 3.400¬†Geotope vom Bayerischen Landesamt f√ľr Umwelt ausgewiesen (Stand: M√§rz 2017). Einhundert besonders sehenswerte Geotope sind als Bayerns sch√∂nste Geotope ausgewiesen. Gr√∂√ütes Naturschutzgebiet sind die Allg√§uer Hochalpen, kleinstes ist der Drabafelsen.

Siehe auch:

Ausdehnung und Flächennutzung

Mit 70.541,57 Quadratkilometern ist Bayern das flächenmäßig größte deutsche Bundesland und hat damit knapp 22.000 Quadratkilometer mehr Fläche als Niedersachsen. Der Freistaat entspricht etwa 19 Prozent der deutschen Staatsfläche. Die Fläche Bayerns ist größer als die vieler Staaten Europas, etwa die der Niederlande oder Irlands.

Das Staatsgebiet Bayerns erstreckt sich von 47¬į¬†16‚Ä≤ bis zu 50¬į¬†34‚Ä≤ n√∂rdlicher Breite und von 8¬į¬†58‚Ä≤ bis 13¬į¬†50‚Ä≤ √∂stlicher L√§nge. Bayern erstreckt sich in west-√∂stlicher Richtung √ľber maximal 384, in nord-s√ľdlicher √ľber 362¬†Kilometer. Der s√ľdlichst gelegene Ort in Bayern ist Ein√∂dsbach, der westlichste Gro√üwelzheim, der n√∂rdlichste Weimarschmieden und der √∂stlichste Breitenberg. Die s√ľdlichste Stelle Bayerns und ganz Deutschlands ist das Haldenwanger Eck. Die Mitteleurop√§ische Zeit (MEZ) ist der Ortszeit an der √§u√üersten Westgrenze des Landes um 24¬†Minuten und 8¬†Sekunden, an der √§u√üersten Ostgrenze um 4¬†Minuten und 40¬†Sekunden voraus.

Etwa f√ľnf Sechstel (86,1¬†Prozent) der Fl√§che werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. 12,0¬†Prozent sind Siedlungs- und Verkehrsfl√§chen.

Klima

Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten vom Seeklima (Cfb) ins Kontinentalklima (Dfb) √ľber. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter null Grad Celsius, die Westwinde bringen durchschnittlich 700¬†mm Niederschlag, im Nordstau der Alpen lokal bis 1800¬†mm pro Jahr. Die mittlere j√§hrliche Sonnenscheindauer betr√§gt 1600 bis 1900¬†Stunden. Der w√§rmste Monat ist meist der Juli, k√§ltester der Januar. Der F√∂hn beeinflusst das Wetter im gesamten Alpenvorland und kann stellenweise bis an die Fr√§nkische Alb reichen. Der Norden Bayerns ist trockener und w√§rmer als der S√ľden; die Region um W√ľrzburg weist die meisten Sonnentage S√ľddeutschlands auf.

Auswirkungen des Klimawandels

Die Auswirkungen der globalen Erw√§rmung zeigen sich auch in Bayern. Die Sommermonate werden dabei tendenziell hei√üer und trockener. Zuletzt war bspw. der Juni 2019 der w√§rmste Juni in Bayern seit Beginn der Beobachtungen und der Winter 2019/2020 lag bayernweit drei Grad Celsius √ľber dem langj√§hrigen Mittel. Am 20. Dezember 2019 wurde in Piding eine Rekordtemperatur von 20,2¬†¬įC gemessen. Die Wintermonate werden tendenziell niederschlagsreicher, wobei der Niederschlag vermehrt in Form von Regen statt Schnee f√§llt. Extreme Wetterlagen, wie etwa das Hochwasser in Mitteleuropa 2013 oder das Starkschneeereignis im Januar 2019, nehmen zu. Eine Folge der Erw√§rmung ist u.¬†a. die fortschreitende Schmelze fast aller bayerischer Alpengletscher: Von den f√ľnf bayerischen Gletschern wird mit dem H√∂llentalferner mittelfristig nur einer bestehen. Beispielsweise ist seit den 1980er-Jahren der S√ľdliche Schneeferner, von √úberresten abgesehen, bereits vollst√§ndig verschwunden.

Flora

Bayern w√§re von Natur aus haupts√§chlich von W√§ldern bedeckt. Im Flach- und H√ľgelland w√ľrden buchendominierte Mischw√§lder vorherrschen, die in den Gebirgen in Bergmischw√§lder √ľbergehen w√ľrden. In den h√∂heren Gebirgslagen w√ľrden Fichtenw√§lder vorkommen und die Fl√ľsse w√ľrden von ausgedehnten Auw√§ldern begleitet. Nur die Gew√§sser und die Gebirgslagen oberhalb der Waldgrenze sowie Sonderstandorte wie Hochmoore w√§ren nat√ľrlicherweise nicht bewaldet. Durch umfangreiche Rodungen f√ľr landwirtschaftliche Fl√§chen und Siedlungen hat der Mensch bereits aber im Mittelalter die Waldfl√§che in Bayern zur√ľckgedr√§ngt. Aktuell sind mit 2,6¬†Millionen Hektar 36,9 Prozent der bayerischen Landesfl√§che bewaldet. Damit befindet sich rund ein Viertel der deutschen W√§lder in Bayern. Die Baumartenzusammensetzung der W√§lder in Bayern ist stark von der forstwirtschaftlichen Nutzung gepr√§gt. Die h√§ufigste Baumart in Bayerns W√§ldern ist die Gemeine Fichte mit 41,8¬†Prozent Fl√§chenanteil, gefolgt von der Waldkiefer mit 17,9¬†Prozent, der Rotbuche mit 13,9¬†Prozent und den Eichen mit 6,8¬†Prozent Anteilen. Besonders gro√üe Waldgebiete finden sich noch in den Mittelgebirgen in Nord- und Ostbayern, wie zum Beispiel im Spessart, im Fichtelgebirge, im Steigerwald und im Bayerischen Wald, sowie in den Bayerischen Alpen.

Dagegen sind insbesondere die Gegenden mit fruchtbaren B√∂den im Voralpenland, im H√ľgelland und in den Flussniederungen von √ľberwiegend landwirtschaftlich genutzten Offenlandschaften mit Wiesen, √Ąckern und nur wenigen Einzelb√§umen und kleineren W√§ldern gepr√§gt. Franken weist gebietsweise f√ľr S√ľddeutschland einzigartige Sandlebensr√§ume auf, die als Sandachse Franken gesch√ľtzt sind. In den Flusst√§lern entlang von Main und Tauber wurde die Landschaft f√ľr den Weinanbau umgestaltet. Weit verbreitet sind Magerrasen, ein extensiv genutztes Gr√ľnland an besonders n√§hrstoffarmen, ‚Äěmageren‚Äú Standorten. Besonders die S√ľdliche Frankenalb mit dem Altm√ľhltal ist gekennzeichnet von solchen Magerrasen. Viele dieser Gebiete sind als Schutzgebiet ausgewiesen.

Fauna

In den W√§ldern Bayerns leben, wie in anderen Teilen Deutschlands, nur noch relativ wenige Gro√ütierarten. Es gibt hier unter anderem verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe sowie Wildschweine und F√ľchse. In naturnahen Gebieten, wie dem Fichtelgebirge, leben Luchse und Auerh√§hne, aber auch Biber und Otter verbreiten sich wieder. Vereinzelt gibt es Sichtungen von seit l√§ngerem in Mitteleuropa ausgerotteten Tieren in Bayern, beispielsweise vom Wolf. In hochalpinen Regionen leben der wieder eingeb√ľrgerte Alpensteinbock und das Alpenmurmeltier. Seltener ist die G√§mse in einigen Mittelgebirgen, wie der Fr√§nkischen Alb, beheimatet. Der Steinadler kommt in den Bayerischen Alpen vor.

In Bayern wurden 19 verschiedene Amphibienarten nachgewiesen.

Geschichte

Antike

Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. gr√ľndeten keltische St√§mme im Alpenvorland erste befestigte, stadt√§hnliche Siedlungen. In dem Oppidum von Manching lebten damals bereits etwa 5.000 bis 10.000 Kelten innerhalb einer Stadtbefestigung. Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde das keltisch besiedelte Gebiet Altbayerns s√ľdlich der Donau Teil des R√∂mischen Reiches und seiner Provinzen Raetia und Noricum. Nach Zusammenbruch der r√∂mischen Herrschaft bildete sich das Volk der Bajuwaren. Vermutlich haben sich die Bajuwaren aus verschiedenen Volksgruppen gebildet:

  • aus Resten der keltischen Bev√∂lkerung (Vindeliker, Boier)
  • aus einheimischen R√∂mern
  • aus alemannischen, fr√§nkischen bzw. th√ľringischen, ostgotischen und langobardischen Volkssplittern
  • aus germanischen S√∂ldnern der r√∂mischen Grenztruppen

Es wird von einer Stammesbildung der Bajuwaren im eigenen Land, also dem Land zwischen Donau und Alpen, ausgegangen.

√Ąlteres Stammesherzogtum

F√ľr das Jahr 555¬†n.¬†Chr. ist die Existenz eines bairischen Stammesherzogtumes mit Sitz in Freising und Regensburg unter den Agilolfingern belegt, das unter den Merowingern Teil des fr√§nkischen Herrschaftsbereichs Austrasien wurde. Mit der Lex Baiuvariorum entstand das erste kodifizierte bairische Stammesrecht (um 741/743). Der Sieg Karls des Gro√üen √ľber den Bayernherzog Tassilo III. 788 markiert das Ende des sogenannten √§lteren Stammesherzogtums. Seit 788 bis zum Beginn des 10.¬†Jahrhunderts gab es keinen baierischen Herzog. Die Karolinger regierten als bayerische K√∂nige oder Unterk√∂nige und setzten zur Herrschaftsaus√ľbung bisweilen Statthalter (Pr√§fekten) ein.

J√ľngeres Stammesherzogtum

Der Niedergang der Karolinger erm√∂glichte ein Wiederaufleben der Eigenst√§ndigkeit der bayerischen Herz√∂ge im sogenannten j√ľngeren Stammesherzogtum. Nach Ende der Herrschaftsperiode der Karolinger kam es erneut dazu, dass die Eigenst√§ndigkeit der einzelnen Gebiete allm√§hlich erstarkte. Unterst√ľtzt wurde dies durch die Bedrohung von au√üen durch die Ungarneinf√§lle ab etwa 862. Markgraf Luitpold von Bayern fiel 907 in der Schlacht von Pressburg in einer Niederlage gegen die Ungarn, jedoch wird das Datum durch den Antritt seines Sohns Arnulf I. als Herzog von Bayern gleichzeitig als Beginn des j√ľngeren baierischen Stammesherzogtums gesehen. Nach dem Sieg in der Schlacht auf dem Lechfeld erfolgte eine zweite Welle baierischer Ostsiedlung mit Gewinn von Gebieten im heutigen Nieder√∂sterreich, Istrien und der Krain. Der Streit mit den Ottonen f√ľhrte wieder zu einer starken Abh√§ngigkeit vom deutschen K√∂nigtum. 976 wurde der S√ľdosten Bayerns als Teil eines neu geschaffenen Herzogtums K√§rnten abgetrennt. Zus√§tzlich regierte das Geschlecht der Babenberger in der Marcha Orientalis (Ostarrichi) zunehmend unabh√§ngiger vom bayerischen Herzog. 1014 wurde Herzog Heinrich IV. aus der bayerischen Linie der Ottonen als Heinrich II. r√∂misch-deutscher Kaiser.

Ab 1070 kam es unter den Welfen zu einem Wiedererstarken der Macht der bayerischen Herz√∂ge. 1156 wurde die Mark √Ėsterreich losgel√∂st und unter den Babenbergern, die zuvor kurzzeitig ganz Bayern regiert hatten, selbst zum Herzogtum erhoben. 1180 st√ľrzte Friedrich I. Barbarossa auf Betreiben der F√ľrsten den Welfen Heinrich den L√∂wen, den Herzog von Bayern und Sachsen. Das Herzogtum Bayern wurde durch die Abtrennung der Steiermark und der andechsischen Markgrafschaft Istrien weiter verkleinert. Auch die Grafen von Tirol agierten zunehmend unabh√§ngiger vom bayerischen Herzog und profitierten sp√§ter wie die Wittelsbacher vom Aussterben der Grafen von Andechs, die zuletzt auch das von Bayern abgetrennte Herzogtum Meranien besessen hatten.

Territorialherzogtum

Ab 1180 wurde das verkleinerte Bayern als Territorialherzogtum von den Wittelsbachern regiert, die bis zum Ende der Monarchie 1918 an der Macht blieben. 1214 fiel auch die Pfalz von den Welfen an die Wittelsbacher. Der herzogliche Vorort hatte sich in dieser Zeit mehrfach verschoben, zunächst von Regensburg bis 1231 nach Kelheim und dann bis 1255 nach Landshut.

Bayern erlebte von 1255 bis 1503 eine Periode zahlreicher Teilungen in Einzelherzogt√ľmer. Kurz vor der ersten Wiedervereinigung erlangte Ludwig IV. 1328 als erster Wittelsbacher die Kaiserw√ľrde, was f√ľr Bayern einen neuen H√∂hepunkt der Macht bedeutete. Gleichzeitig l√∂ste sich jedoch das Erzstift Salzburg endg√ľltig vom Mutterland Bayern. Im Hausvertrag von Pavia von 1329 teilte Ludwig den Besitz in eine pf√§lzische Linie mit der Rheinpfalz und der sp√§ter sogenannten Oberpfalz und in eine altbayerische Linie auf. Die von ihm neu hinzugewonnenen Gebiete Brandenburg, Tirol, die niederl√§ndischen Provinzen Holland, Seeland und Friesland sowie der Hennegau gingen unter seinen Nachfolgern sehr bald wieder verloren. Tirol fiel 1363 an die Habsburger, Brandenburg 1373 an die Luxemburger. Mit der Goldenen Bulle 1356 ging die Kurw√ľrde f√ľr die altbayerische Linie an die der Pfalz verloren.

1429 wurde nach dem Aussterben der Linie Straubing-Holland das Herzogtum Bayern-Straubing unter den Linien M√ľnchen, Ingolstadt und Landshut aufgeteilt. 1447 fiel Bayern-Ingolstadt an Bayern-Landshut, das seinerseits 1503 im Landshuter Erbfolgekrieg von Bayern-M√ľnchen gewonnen wurde. Durch das Primogeniturgesetz von Herzog Albrecht IV. von 1506 fanden die Landesteilungen ein Ende. Die an Bayern angrenzenden Freien Reichsst√§dte N√ľrnberg und Augsburg waren vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance bedeutende Handels- und Wirtschaftszentren, was in Augsburg vor allem auf den Einfluss der Kaufmannsfamilien Fugger und Welser zur√ľckging. In dieser Zeit z√§hlte beide Orte zusammen mit K√∂ln und Prag und zu den vier gr√∂√üten St√§dten des Heiligen R√∂mischen Reiches und hatten Regensburg eingeholt, das ebenfalls Freie Reichsstadt war.

Kurf√ľrstentum

In der Gegenreformation nahm Bayern eine f√ľhrende Stellung ein und ging aus dem Drei√üigj√§hrigen Krieg mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum Kurf√ľrstentum hervor: 1620 besiegten die Truppen der Katholischen Liga unter F√ľhrung des bayerischen Feldherrn Tilly in der Schlacht am Wei√üen Berge bei Prag die Protestanten. Anschlie√üend lie√ü Tilly die Pfalz besetzen. Zum Dank erhielt Maximilian I. 1623 die Kurw√ľrde und 1628 die von ihm besetzte Oberpfalz als Kriegsentsch√§digung. Nach dem Krieg widmete sich Kurf√ľrst Ferdinand Maria dem Wiederaufbau des verw√ľsteten Landes und verfolgte eine vorsichtige Neutralit√§tspolitik.

W√§hrend des Spanischen und √Ėsterreichischen Erbfolgekrieges und im Zuge der Gro√ümachtpolitik Maximilian II. Emanuels und sp√§ter seines Sohnes Karl Albrecht wurde das absolutistische Bayern zweimal vor√ľbergehend von √Ėsterreich besetzt. 1705 erhob sich das bayerische Volk gegen die kaiserliche Besatzung. Die bayerische Volkserhebung umfasste weite Gebiete Niederbayerns, das Innviertel und das √∂stliche Oberbayern. Ein Landesdefensionskongress tagte im Dezember 1705 im damals noch bayerischen Braunau am Inn. Erst die Schlacht von Aidenbach am 8.¬†Januar 1706 endete mit der v√∂lligen Niederlage der Volkserhebung. Nach der Kaiserkr√∂nung Karl Albrechts wurden weite Teile des Kurf√ľrstentums bis 1744 erneut besetzt. Karl Albrechts Sohn Maximilian III. Joseph beendete 1745 endg√ľltig die Gro√ümachtpolitik seiner Vorg√§nger und widmete sich inneren Reformen.

Nach dem Aussterben der altbayerischen Linie der Wittelsbacher entstand 1777 das Doppel-Kurf√ľrstentum Kurpfalz-Bayern unter der Regentschaft des Kurf√ľrsten Karl Theodor aus der pf√§lzischen Linie der Wittelsbacher. Graf Rumford begann unter Karl Theodor mit weiteren Reformen, unter anderem auch bei der Bayerischen Armee.

Königreich

Zur Zeit Napoleons stand Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und konnte durch S√§kularisation und Mediatisierung gro√üe Gebietsgewinne verzeichnen. So fielen Salzburg, Tirol, Vorarlberg sowie das 1779 verlorene Innviertel vor√ľbergehend an Bayern. Im Frieden von Pressburg, der am 26.¬†Dezember 1805 zwischen Frankreich und dem deutschen Kaiser Franz II. abgeschlossen wurde, wurde das mit Napoleon verb√ľndete Bayern zum K√∂nigreich proklamiert. K√∂nig Max I. Josephs Minister Maximilian Graf von Montgelas gilt dabei als Sch√∂pfer des modernen bayerischen Staates. Das neue K√∂nigreich beseitigte alle Relikte der Leibeigenschaft, die das alte Reich hinterlassen hatte. Durch das Religionsedikt von 1803 wurden alle drei christlichen Bekenntnisse gleichberechtigt ‚Äď Katholiken, Reformierte und Lutheraner. 1807 wurden die st√§ndischen Steuerprivilegien abgeschafft. 1805 wurden alle erblichen und k√§uflichen √Ąmter durch die gro√üe Dienstespragmatik abgeschafft. Das M√ľnchner Regulativ von 1805 und das Juden-Edikt von 1813 gew√§hrte den Israeliten im neuen Bayern erste Freiheiten. Am 27.¬†August 1807 f√ľhrte Bayern als erstes Land der Welt eine Pockenimpfung ein. 1812 wurde die bayerische Gendarmerie gegr√ľndet. Durch ein neues Strafgesetzbuch, das Anselm von Feuerbach entworfen hatte, wurde 1813 die Folter abgeschafft. Das F√ľrstentum Ansbach fiel 1806 durch einen von Napoleon erzwungenen Gebietstausch an das K√∂nigreich Bayern, das protestantische F√ľrstentum Bayreuth wurde 1810 von Napoleon an Bayern verkauft. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons im Vertrag von Ried konnte Bayern auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen Teil der Gebietsgewinne behalten. F√ľr den Verlust Tirols und der rechtsrheinischen Pfalz wurde es durch wirtschaftlich weiter entwickelte Gebiete um W√ľrzburg und Aschaffenburg entsch√§digt. Der neugeschaffene linksrheinische Rheinkreis kam im Tausch gegen Salzburg 1816 durch den Vertrag von M√ľnchen zu Bayern und war ab 1837 die bayerische Rheinpfalz.

K√∂nig Ludwig I., der seit 1825 regierte, baute die bayerische Hauptstadt M√ľnchen zur Kunst- und Universit√§tsstadt aus. Er f√ľhrte die Zensur wieder ein und beseitigte die Pressefreiheit. Das Hambacher Fest 1832 in der Pfalz auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstra√üe hatte seine Wurzeln in der Unzufriedenheit der pf√§lzischen Bev√∂lkerung mit der bayerischen Verwaltung. Wegen einer Aff√§re mit der T√§nzerin Lola Montez musste er 1848 im Zuge der M√§rzunruhen abdanken. Unter seinem Sohn und Nachfolger Max II. Joseph kam es zu einer schrittweisen Liberalisierung aber auch zum Pf√§lzer Aufstand. Der K√∂nig war ein Anh√§nger der Trias-Politik, die vorsah, die deutschen Mittelstaaten unter F√ľhrung Bayerns zur dritten Kraft neben den beiden Gro√üm√§chten Preu√üen und √Ėsterreich zu entwickeln. 1861 erfolgte im Inneren mit der Abschaffung der alten Landgerichte die Trennung von Justiz und Verwaltung.

1864 wurde Ludwig II. zum K√∂nig von Bayern proklamiert. Er ging wegen des Baues von Neuschwanstein und anderer Schl√∂sser als M√§rchenk√∂nig in die Geschichte ein. Im Deutschen Krieg 1866 erlitt Bayern an der Seite √Ėsterreichs eine Niederlage gegen Preu√üen. 1868 erfolgte die Gr√ľndung der konservativen, gro√üdeutschen Patriotenpartei (1887 umbenannt in Bayerisches Zentrum).

1871 wurde Bayern Teil des neu gegr√ľndeten Deutschen Reiches, erhielt dabei sogenannte Reservatrechte (eigenes Post-, Eisenbahn- und Heereswesen sowie eigene Diplomatie). 1886 √ľbernahm Prinzregent Luitpold die Regentschaft. Die ‚ÄěPrinzregentenzeit‚Äú, wie die Epoche Prinz Luitpolds h√§ufig bezeichnet wird, gilt aufgrund der politischen Passivit√§t Luitpolds als √Ąra der allm√§hlichen R√ľckstellung bayerischer Interessen hinter die des Reichs. 1893 erfolgte der erste Einzug der SPD in den bayerischen Landtag, 1906 die Angleichung des Landtagswahlgesetzes an das Reichswahlrecht. 1913 wurde Ludwig III. K√∂nig, im Jahr darauf brach der Erste Weltkrieg aus. Noch am 2. November 1918 kam es zu einer Wahlrechts- und Parlamentsreform. Im Rahmen der Novemberrevolution 1918 wurde jedoch kurz darauf die Wittelsbacher Monarchie abgesetzt.

Freistaat (Bamberger Verfassung)

Im Verlauf der Novemberrevolution rief am 8. November 1918 Kurt Eisner, Schriftsteller und Journalist, Gr√ľndungsmitglied der USPD, Bayern als Volksstaat bzw. Freistaat aus, den Freien Volksstaat Bayern. Nach dem Staatsgrundgesetz der Republik Bayern vom 4. Januar 1919 wurde die Bamberger Verfassung vom 14. August 1919 ersten demokratischen Verfassung Bayerns und beendete das 1806 gegr√ľndete K√∂nigreich Bayern. (Zwischenzeitlich vermochten jedoch noch ab dem 7. April 1919 sozialistische Gruppen f√ľr vier Wochen die ‚ÄěM√ľnchner R√§terepublik‚Äú zu installieren.)

Durch eine Volksabstimmung kam am 1. Juli 1920 der Freistaat Coburg zu Bayern (‚Üí Landkreis Coburg). Durch die Bestimmungen des Versailler Vertrag mussten am 10. Januar 1920 das Bezirksamt St. Ingbert sowie Teile der Bezirks√§mter Homburg und Zweibr√ľcken an das neu geschaffene, unter V√∂lkerbundsverwaltung stehende Saargebiet abgetreten werden. Erst 1930 erfolgte der Abzug der Besatzung der Franzosen und die vollst√§ndige R√ľckgliederung der Pfalz an Bayern.

Als Hochburg ultra-konservativer und reaktion√§rer Kr√§fte wurde Bayern in den ersten Jahren der Weimarer Republik als ‚ÄěOrdnungszelle‚Äú bezeichnet. Am 8. und 9. November 1923 wurde Bayern Schauplatz des Hitlerputsches, der aber von der bayerischen Landespolizei niedergeschlagen werden konnte. St√§rkste Partei war die Bayerische Volkspartei, die meist auch den Ministerpr√§sidenten stellte.

Verlust der Souveränität (Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg)

Als Verwaltungseinheit bestand Bayern auch w√§hrend der Zeit des Nationalsozialismus (1933 bis 1945), war aber weitgehend bedeutungslos. Die Stadt M√ľnchen, in der Adolf Hitler seit 1913 lange gelebt und seinen politischen Aufstieg begonnen hatte, wurde von den Nationalsozialisten allerdings propagandistisch zur Hauptstadt der Bewegung stilisiert. Mit dem KZ Dachau errichtete das NS-Regime nur wenige Wochen nach der sogenannten Machtergreifung das erste durchgehend betriebene Konzentrationslager. Im fr√§nkischen N√ľrnberg hielt die NSDAP von 1933 bis 1938 auf dem Reichsparteitagsgel√§nde ihre Reichsparteitage und andere Propagandaveranstaltungen ab. 1935 traten die N√ľrnberger Gesetze in Kraft. Auf dem Obersalzberg nahe Berchtesgaden lie√ü Hitler den Berghof errichten, der ihm als zweiter Regierungssitz diente und sich zu einem zentralen Ort der Macht im nationalsozialistischen Deutschen Reich entwickelte. 1939 wurde der Regierungsbezirk Niederbayern-Oberpfalz um ein bis zum M√ľnchner Abkommen 1938 zur Tschechoslowakei geh√∂rendes Gebiet, die Landkreise Bergreichenstein, Markt Eisenstein und Prachatitz, erweitert, das 1945 wieder abgetrennt wurde.

Im Zweiten Weltkrieg erlitten bayerische St√§dte wie Aschaffenburg, Augsburg, M√ľnchen, N√ľrnberg und W√ľrzburg starke Zerst√∂rungen (siehe Luftangriffe auf Aschaffenburg, Augsburg, M√ľnchen, N√ľrnberg und W√ľrzburg).

Wiederherstellung als Staat nach 1945 (Teil der amerikanischen Besatzungszone)

Die Besatzungsm√§chte leiteten Vertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland gezielt in das d√ľnn besiedelte Bayern. Dadurch wuchs die Bev√∂lkerung bis 1949 um ein Viertel. Es entstanden mehrere Vertriebenenst√§dte.

General Eisenhower stellte mit der Proklamation Nummer 2 vom 28. September 1945 Bayern offiziell als Staat wieder her; die Exekutive lag zwischen 1945 und 1952 in den Händen von US-amerikanischen Militärgouverneuren. Nach der Besetzung durch US-Truppen wurde Bayern Bestandteil der amerikanischen Besatzungszone, während im Jahr 1946 die in der französischen Besatzungszone gelegene stark industrialisierte Rheinpfalz dem neugebildeten Land Rheinland-Pfalz eingegliedert wurde.

Da die US-Milit√§rregierung entschieden gegen die Wiederherstellung einer Monarchie eingestellt war, verbot sie 1946 die wiedergegr√ľndete Bayerische Heimat- und K√∂nigspartei. (Nach dem Ende der Milit√§rregierung 1949 konnte die Partei jedoch neu konstituiert werden.)

Ab dem 30.¬†Juni 1946 tagte in M√ľnchen eine Verfassungsgebende Versammlung. Eine neue, republikanische Verfassung des Freistaates Bayern wurde 1946 mit gro√üer Mehrheit durch das Volk angenommen (N√§heres im Artikel Bayerische Verfassungsgeschichte).

Freistaat (innerhalb der Bundesrepublik Deutschland)

1948 entschied der Landtag auf Antrag der Staatsregierung, das Grundgesetz abzulehnen, es aber dann als verbindlich anzuerkennen, wenn zwei Drittel der Bundesl√§nder es annehmen w√ľrden. 1949 wurde Bayern auf dieser Basis als Land Teil der Bundesrepublik Deutschland. Die R√ľckgliederung des Landkreises Lindau nach Bayern erfolgte am 1. September 1955. Ein langanhaltender Wirtschaftsaufschwung (‚ÄěWirtschaftswunder‚Äú) trug dazu bei, dass Bayern nicht nur Agrarland blieb, sondern Heimat vieler Industriebetriebe wurde. Von 1962 bis 2008 sowie von 2013 bis 2018 hatte die CSU die absolute Mehrheit in Bayern inne. Bayern wechselte 1987 erstmals im L√§nderfinanzausgleich vom Nehmerland zum Geberland und ist seit 2008 ununterbrochen das gr√∂√üte Geberland.

Bevölkerung

Demografie

Rund 13 Millionen Einwohner oder 16 Prozent der deutschen Bevölkerung leben im Freistaat Bayern. Nach Nordrhein-Westfalen ist Bayern die bevölkerungsreichste subnationale Entität der Europäischen Union und einer der bevölkerungsreicheren Gliedstaaten in der westlichen Welt.

Bayerns Bevölkerung wächst. Seit 1840 hat sich die Einwohnerzahl Bayerns mehr als verdreifacht. Zur Volkszählung 1970 wurden erstmals mehr als 10 Millionen Einwohner gezählt. Zum 31. Dezember 2016 belief sich der Bevölkerungsstand auf 12.930.751 Personen, davon waren rund 50,5 % weiblich. Obwohl im Freistaat mehr Menschen sterben als geboren werden, erhöht sich aufgrund einer deutlich höheren Zuwanderung im Vergleich zur Abwanderung die Bevölkerungszahl seit 2012 kontinuierlich um insgesamt mehr als 400.000. Ende 2012 entsprach der Ausländeranteil 9,6 Prozent. Bayern hatte mit 1,55 Kinder pro Frau im Jahr 2017 eine zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer, die leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 1,57 lag.

Wie in ganz (West-)Deutschland kam es ab den 1950er Jahren vor dem Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders zu Zuwanderung insbesondere aus der T√ľrkei, dem damaligen Jugoslawien und Italien und verst√§rkt um 1990 nach dem Ende des Kalten Krieges aus ostmitteleurop√§ischen und osteurop√§ischen L√§ndern.

‚ÄěVier St√§mme Bayerns‚Äú

Anfang 1778 wurden das Kurf√ľrstentum Bayern und die Kurpfalz durch Erbfolge der Wittelsbacher wiedervereinigt. W√§hrend in napoleonischer Zeit die rechtsrheinische Pfalz an Baden kam, fielen gro√üe Teile der linksrheinischen Pfalz 1816 als Rheinkreis an Bayern zur√ľck. Gleichzeitig kamen durch Napoleon weitere schw√§bische Gebiete und gro√üe Teile Frankens an das K√∂nigreich Bayern. Bis zum Zweiten Weltkrieg verstand man unter den vier St√§mmen Bayerns die Altbayern, Franken, Schwaben und Pf√§lzer. Zahlreiche Monumente aus dieser Zeit betonen diesen Sachverhalt.

Nach 1945 gelangten √ľber zwei¬†Millionen Fl√ľchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem die als Sudetendeutsche bezeichneten Deutschb√∂hmen, Deutschm√§hrer und Sudetenschlesier, nach Bayern. Die Sudetendeutschen wurden von Franz Josef Strau√ü als ‚Äěvierter Stamm‚Äú bezeichnet, wobei die deutschb√∂hmische, -m√§hrische und sudetenschlesische Bev√∂lkerung aus unterschiedlichen Dialekt- und Kulturr√§umen des deutschen Sprachraumes innerhalb der damaligen Tschechoslowakei stammte und somit heterogen ist. Sinti und Jenische haben ebenfalls eine staatlich bisher nicht anerkannte lange Tradition in Bayern.

Seit dem Zweiten Weltkrieg und dem endg√ľltigen Verlust der Rheinpfalz 1946 wird nun die urspr√ľnglich ans√§ssige und die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zugewanderte deutsch-b√∂hmische Bev√∂lkerung Bayerns in ‚ÄěVier St√§mme‚Äú (siehe Deutsche St√§mme f√ľr die Wortherkunft) untergliedert und setzt sich zusammen aus den drei traditionell ans√§ssigen St√§mmen, den Franken, den Schwaben und den f√ľr den Freistaat namensgebenden Altbayern sowie als viertem Stamm den Sudetendeutschen, f√ľr die Bayern die ‚ÄěSchirmherrschaft‚Äú √ľbernahm.

Unterscheidungsmerkmale der drei urspr√ľnglich ans√§ssigen St√§mme sind etwa eigene Dialekte (bairisch, ostfr√§nkisch, alemannisch), eigene K√ľchen (bayerisch, fr√§nkisch, schw√§bisch), eigene Traditionen, Trachten und teilweise Architekturstile. Es werden gelegentlich den einzelnen St√§mmen sogar unterschiedliche Mentalit√§ten zugeschrieben, so etwa sind laut Bayerischer Staatsregierung die Altbayern weltoffen, beharrlich und musisch begabt, Franken hingegen zeichnen ein ausgepr√§gter ‚ÄěGemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsverm√∂gen‚Äú aus, w√§hrend man Schwaben als sparsame Menschen sieht, die einen ‚ÄěHang zur Untertreibung‚Äú haben. Bei Kabinettsbildungen werden aus Proporzgr√ľnden die √Ąmter nach den St√§mmen verteilt. Auch die drei CSU-Ministerposten des Bundeskabinetts Merkel III waren auf die drei St√§mme Franken, Baiern und Schwaben verteilt.

Bekannt ist vor allem der lange Streit zwischen den Franken und den Altbayern um die angebliche Ungleichbehandlung der Franken durch die Bayern. Franken sei einigen Organisationen gem√§√ü in den Parteistrukturen unterrepr√§sentiert und bekomme weniger Steuermittel. Auch werde sich generell weniger um Belange und Probleme der fr√§nkischen Regierungsbezirke gek√ľmmert. Gelegentlich wird auch die R√ľckgabe von sogenannter Beutekunst, Kunstwerke aus fr√§nkischen St√§dten und Schatzkammern, die vom K√∂nigreich Bayern im 19. Jahrhundert konfisziert und nach M√ľnchen gebracht wurden, gefordert. Viele derartige Beschwerden gelten allerdings als gegenstandslos. So sind beispielsweise fr√§nkische Politiker in den Strukturen der gro√üen Parteien nicht unterrepr√§sentiert. Auch ist die Forderung der R√ľckgabe von Kunstsch√§tzen problematisch, da etwa der Hofer Altar in M√ľnchen und einige D√ľrer-Gem√§lde in der Alten Pinakothek nicht geraubt, sondern freiwillig abgegeben wurden.

Religion und Weltanschauung

Bayern ist mit 47,7¬†% (Stand: 2020) nach dem Saarland das Bundesland mit dem h√∂chsten r√∂misch-katholischen Bev√∂lkerungsanteil in Deutschland. Weitere 17,6¬†% der Bev√∂lkerung sind evangelisch-lutherisch. Diese beiden Konfessionen verteilen sich ungleich √ľber die Bezirke. So sind Altbayern und Unterfranken √ľberwiegend katholisch, Mittelfranken und Teile Oberfrankens protestantisch gepr√§gt.

Die Zahl der Katholiken und Protestanten hat sich seit 1970 deutlich verringert. Sowohl die Markgraft√ľmer Ansbach und Bayreuth als auch die Mehrzahl der freien Reichsst√§dte (wie etwa N√ľrnberg oder Rothenburg ob der Tauber) z√§hlten zum lutherischen Kernland und waren Hochburgen der Reformation.

Der bayerische Staat zahlt der r√∂misch-katholischen Kirche j√§hrlich 65¬†Millionen Euro und der evangelischen Kirche 21¬†Millionen Euro Staatsdotationen aus dem allgemeinen Haushalt. Die katholischen Pfarreien geh√∂ren dem Bistum W√ľrzburg, dem Bistum Eichst√§tt und dem Erzbistum Bamberg in der Kirchenprovinz Bamberg sowie dem Bistum Regensburg, dem Bistum Passau, dem Bistum Augsburg und dem Erzbistum M√ľnchen und Freising in der Kirchenprovinz M√ľnchen und Freising an. Weitere katholische Gemeinden unterstehen der Jurisdiktion katholischer Ostkirchen.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist eine Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und gliedert sich in sechs Kirchenkreise Ansbach-W√ľrzburg, Augsburg, Bayreuth, M√ľnchen, N√ľrnberg und Regensburg. Zur EKD geh√∂ren ebenfalls die zehn bayerischen Gemeinden der Evangelisch-reformierten Kirche.

Evangelische Freikirchen finden sich vor allem in den Ballungsr√§umen. Die altkatholische Kirche verf√ľgt √ľber ein bayerisches Dekanat.

J√ľdische Gemeinden gab es bis zum 19.¬†Jahrhundert vor allem in l√§ndlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsst√§dten wie etwa in N√ľrnberg (Ansiedlungsverbot 1499 bis 1850) und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden, seit der Judenemanzipation aber zunehmend in bayerischen St√§dten. Von fast 200¬†j√ľdischen Gemeinden vor dem Holocaust existieren in Bayern noch oder wieder 13 Gemeinden. Sie sind in der IKG M√ľnchen und Oberbayern sowie im Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern organisiert.

Von wachsender Bedeutung ist insbesondere in Großstädten der Islam. Viele Moscheegemeinden versuchen, ihre bisherigen Hinterhofmoscheen durch repräsentative Neubauten zu ersetzen. Eine Studie des Bundesministeriums des Innern beziffert den Anteil der Muslime an der bayerischen Gesamtbevölkerung im Jahr 2008 auf ungefähr 4 Prozent (etwa 13 Prozent der in Deutschland wohnhaften Muslime).

Wie in vielen Gegenden Deutschlands w√§chst auch in Bayern der Anteil konfessionell ungebundener Einwohner. Die Humanistische Vereinigung versteht sich als Weltanschauungsgemeinschaft und Interessenvertretung nichtreligi√∂ser Menschen. Der Verband, der im M√§rz 2019 rund 2100 Mitgliedern ausgewiesen hatte, ist in Bayern unter anderem Tr√§ger des Humanistischen Lebenskundeunterrichts, er betreibt seit 2008 eine Grundschule in freier Tr√§gerschaft sowie √ľber ein Dutzend Kindertagesst√§tten. Er unterh√§lt ein eigenes Sozialwerk und den Turm der Sinne in N√ľrnberg.

Besonders in Ballungszentren gibt es kleinere buddhistische, alevitische, hinduistische und Bahai-Gemeinden, K√∂nigreichss√§le der Zeugen Jehovas und Gemeinden kleinerer christlicher Kirchen wie der Siebenten-Tags-Adventisten. In M√ľnchen hat die fast ausgestorbene Religionsgemeinschaft der Mand√§er Zuflucht gefunden und eine Gemeinde gegr√ľndet. Aufgrund des Konflikts mit dem deutschen Staat um die Schulpflicht gerieten die Zw√∂lf St√§mme bei N√∂rdlingen negativ in die Schlagzeilen. Seit 1966 hat Bayern auch eine mittlerweile gro√üe assyrisch-aram√§ische Gemeinde, die gr√∂√ütenteils der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien angeh√∂rt. Die meisten dieser Suryoye kommen aus dem Kalksteingebirge Tur Abdin, das sich im S√ľdosten der T√ľrkei befindet.

Bevölkerungsreichste Städte

Gr√∂√üte Stadt sowie einzige Millionenstadt Bayerns ist die Landeshauptstadt M√ľnchen mit rund 1,45¬†Millionen Einwohnern. Sie ist deutschlandweit die drittgr√∂√üte Stadt und die elftgr√∂√üte Stadt der Europ√§ischen Union und z√§hlt zu den Weltst√§dten der Kategorie Beta+. Sie ist die gr√∂√üte Stadt Deutschlands, die kein Stadtstaat ist. Zudem ist M√ľnchen mit rund 4670 Einwohnern je Quadratkilometer (Dezember 2015) die am dichtesten bev√∂lkerte Gemeinde Deutschlands sowie mit 519¬†m¬†√ľ.¬†NN dessen h√∂chstgelegene Gro√üstadt. N√ľrnberg ist mit seinen rund 520.000 Einwohnern landesweit die zweitgr√∂√üte Stadt, belegt bundesweit den 14. sowie in der Europ√§ischen Union den 51. Platz und z√§hlt zu den Weltst√§dten der Kategorie Gamma‚ąí. Aufgrund der Bedeutung N√ľrnbergs stellt M√ľnchen in Bayern keine Primatstadt dar. Augsburg ist mit fast 300.000 Einwohnern landesweit die drittgr√∂√üte Stadt und belegt bundesweit den 23. Platz. In Bayern gibt es insgesamt acht Gro√üst√§dte. J√ľngste Gro√üstadt (mindestens 100.000 Einwohner) Bayerns ist F√ľrth (seit 1990), das zuvor bereits von 1951 bis 1956 und von 1972 bis 1976 eine Gro√üstadt war. N√ľrnberg bildet zusammen mit Erlangen, F√ľrth und Schwabach ein ausgepr√§gtes St√§dteband mit rund 800.000 Einwohnern. Metropolregionen in Bayern stellen die Metropolregion M√ľnchen und die Metropolregion N√ľrnberg dar. Des Weiteren sind Teile zum Rhein-Main-Gebiet zugeh√∂rig.

Gesundheitswesen

In Bayern gibt es √ľber 400 Krankenh√§user, davon f√ľnf Universit√§tskliniken. Sie verf√ľgen insgesamt √ľber rund 73.000¬†Betten und rund 4.000¬†teilstation√§re. Etwa 60 Prozent der Krankenh√§user befinden sich in √∂ffentlicher Tr√§gerschaft. In Bayern gibt es zudem √ľber 3.200 Apotheken und rund 60.000 √Ąrzte. Die Arztdichte betr√§gt 208¬†Einwohner je Arzt, damit hat Bayern nach dem Saarland einen Spitzenwert unter den Fl√§chenl√§ndern. Dennoch wird vor den Folgen eines √Ąrztemangels in Bayern, vor allem auf dem Land und unter Fach√§rzten, gewarnt. Die meisten Bewohner Bayerns sind bei der AOK Bayern krankenversichert.

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Zeitraum 2015/17 bei 79,13 Jahren f√ľr M√§nner und bei 83,63 Jahren f√ľr Frauen. Die M√§nner belegen damit unter den deutschen Bundesl√§ndern Rang 2, w√§hrend Frauen Rang 3 belegen. Regional hatten 2013/15 Starnberg (Erwartung der Gesamtbev√∂lkerung: 83,39 Jahre), M√ľnchen (Stadt) (83,02) und der Landkreis M√ľnchen (82,97) die h√∂chste, sowie Amberg (79,04), Straubing (78,80) und Hof (Saale) (78,75) die niedrigste Lebenserwartung.

Sprache und Dialekt

Amts- und Verkehrssprache ist Deutsch. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen bzw. den entsprechenden Migrationshintergrund haben.

In Bayern dominieren Dialekte der oberdeutschen Dialektfamilie. Daneben werden räumlich eng begrenzt mitteldeutsche Mundarten gesprochen.

Die Dialekte in Bayern lassen sich folgenden Dialektgruppen zuordnen (von Nord nach S√ľd):

Mitteldeutsche Dialekte:

  • Rheinfr√§nkisch als S√ľdhessisch um Aschaffenburg (Unterfranken)
  • Th√ľringisch-Obers√§chsisch als S√ľdostth√ľringisch in Ludwigsstadt (Landkreis Kronach, Oberfranken)

Oberdeutsche Dialekte:

  • Ostfr√§nkisch als Mainfr√§nkisch und Oberfr√§nkisch vor allem in den fr√§nkischen Regierungsbezirken
  • Bairisch als Nord- und Mittelbairisch, am Rand zu Tirol S√ľdbairisch, vor allem in Altbayern
  • Alemannisch als Schw√§bisch und Niederalemannisch vor allem im Regierungsbezirk Schwaben

Zwischen diesen Mundartr√§umen bestehen nicht zu untersch√§tzende √úbergangsgebiete, die sich nicht ohne Bruch einem dieser Gebiete zuordnen lassen. Es existieren bairisch-fr√§nkische (etwa N√ľrnberg und Umgebung), bairisch-schw√§bische (unter anderem Lechrain) und schw√§bisch-fr√§nkische (Gebiet um Dinkelsb√ľhl und Hesselberggebiet) √úbergangsgebiete, in manchen Orten sogar bairisch-schw√§bisch-fr√§nkische Mischdialekte (zum Beispiel Treuchtlingen, Eichst√§tt).

Die Dialekte sind bei den Einheimischen, besonders au√üerhalb der gro√üen St√§dte, sehr verbreitet, wobei in Ballungsgebieten wie M√ľnchen ein Aussterben der Dialekte zu beobachten ist.

Lexikographisch erfasst werden die bairischen Dialekte durch das Bayerische W√∂rterbuch, die schw√§bischen durch das Schw√§bische W√∂rterbuch und die ostfr√§nkischen durch das Fr√§nkische W√∂rterbuch, wozu noch zahlreiche W√∂rterb√ľcher √ľber Orts- und Regionalmundarten kommen. Areallinguistisch werden die Dialekte Bayerns vom Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben, dem Sprachatlas von Mittelfranken, dem Sprachatlas von Niederbayern, dem Sprachatlas von Nordostbayern, dem Sprachatlas von Oberbayern und dem Sprachatlas von Unterfranken aufgearbeitet.

Zahlreiche weitere deutsche und nichtdeutsche Dialekte werden von jenen gesprochen, die aus anderen Dialekt- oder Sprachregionen kommen.

Politik

Staatsaufbau

Grundlage der Politik in Bayern ist die durch Volksabstimmung am 1. Dezember 1946 angenommene Verfassung des Freistaates Bayern. Die Verfassung trat am 8. Dezember 1946 in Kraft. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem.

Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle f√ľnf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gew√§hlt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverb√§nde ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8.¬†Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Bis dahin war Bayern das einzige deutsche Land mit einer zweiten Kammer. Sie hatte jedoch nur bedingten Einfluss, weil sie keine Gesetze einbringen durfte, sondern nur das Recht der Mitwirkung besa√ü.

Die Staatsregierung wird vom Bayerischen Ministerpr√§sidenten gef√ľhrt. Er leitet die Gesch√§fte, bestimmt die Richtlinien der Politik, vertritt Bayern nach au√üen und ernennt die Staatsminister und -sekret√§re.

Au√üer vom Landtag k√∂nnen in Bayern Gesetze und Verfassungs√§nderungen durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Zwingend notwendig ist ein Volksentscheid bei jeder √Ąnderung der Bayerischen Verfassung.

Legislative

Der Bayerische Landtag ist das Landesparlament des Freistaates Bayern. Sein Sitz ist das Maximilianeum in M√ľnchen. Eine Legislaturperiode dauert f√ľnf Jahre. Im Bayerischen Landtag sind momentan sechs Parteien vertreten. Nach der Wahl vom 14. Oktober 2018 ergaben sich folgende Sitzverteilung und Stimmenanteile (insgesamt 205 Sitze):

*2013 nicht angetreten

Exekutive

Die Staatsregierung ist die oberste Beh√∂rde des Freistaates Bayern. Der vom Landtag gew√§hlte Ministerpr√§sident beruft und entl√§sst die Staatsminister und die Staatssekret√§re mit Zustimmung des Landtags. Er weist den Staatsministern einen Gesch√§ftsbereich oder eine Sonderaufgabe zu, den diese nach dem Ressortprinzip und den vom Ministerpr√§sidenten bestimmten Richtlinien der Politik (Richtlinienkompetenz) eigenverantwortlich verwalten. Die Staatssekret√§re sind gegen√ľber ihren Staatsministern weisungsgebunden. Die Bayerische Staatskanzlei unterst√ľtzt den Ministerpr√§sidenten und die Staatsregierung in ihren verfassungsm√§√üigen Aufgaben. Die verfassungsrechtliche H√∂chstgrenze der 18 Mitglieder im Kabinett der Staatsregierung wird meist voll ausgesch√∂pft.

Judikative

Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des Weiteren gibt es diverse obere Landesgerichte, darunter drei Oberlandesgerichte in M√ľnchen, N√ľrnberg und Bamberg, den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, zwei Landesarbeitsgerichte (M√ľnchen und N√ľrnberg), das Bayerische Landessozialgericht sowie die restliche Judikative. Das Bayerische Oberste Landesgericht als oberstes bayerisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit wurde mit Wirkung zum 1.¬†Juli 2006 aufgel√∂st, zum 15. September 2018 wiedererrichtet, jedoch mit weniger Kompetenzen.

Wahlrecht

Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk (Stimmkreis) die Wahl gewonnen haben, k√∂nnen nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die H√ľrde von f√ľnf¬†Prozent erreicht hat.

Dar√ľber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesl√§ndern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme √ľber die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was √ľblicherweise dazu f√ľhrt, dass Erststimmen h√§ufiger den gro√üen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer bei einer bayerischen Landtagswahl eine kleinere Partei mit beiden Stimmen w√§hlt, verschenkt seine Erststimme also nicht, da beide Stimmen dieser Partei zugutekommen, selbst wenn der entsprechende Stimmkreiskandidat den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollte. Zudem besteht bei der Zweitstimme die M√∂glichkeit diese einem bestimmten Kandidaten einer Partei zu geben, sodass sich die Reihung der Bewerber gegen√ľber den von den Parteien aufgestellten Listen √§ndern kann.

Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Es besteht die M√∂glichkeit des Kumulierens (‚ÄěH√§ufeln‚Äú, bis zu drei Stimmen k√∂nnen f√ľr einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen k√∂nnen auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden).

Direkte Demokratie

In Bayern gibt es zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben Volksbegehren und Volksentscheid auf Landesebene wurde am 1.¬†Oktober 1995 durch einen Volksentscheid die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingef√ľhrt. Das bayerische Verfassungsgericht hat die Regelungen 1997 zwar versch√§rft (unter anderem durch Einf√ľhrung eines Abstimmungsquorums), dennoch initiieren die Bayern j√§hrlich rund 100 B√ľrgerentscheide.

Landr√§te und B√ľrgermeister

Bei den Kommunalwahlen sind die drei gr√∂√üten Kr√§fte meist CSU, SPD und Freie W√§hler. Von den 71 Landr√§ten werden 50 von der CSU, 6 von der SPD, 13 von den Freien W√§hlern und zwei von den Gr√ľnen gestellt; f√ľnf Landr√§te sind weiblich. Von den Oberb√ľrgermeistern der 25 kreisfreien St√§dte werden elf von der CSU und elf von der SPD, darunter in N√ľrnberg (Marcus K√∂nig) und M√ľnchen (Dieter Reiter) gestellt. Ferner sind je ein CDU-Mitglied, eine Parteilose und ein Kandidat der W√§hlervereinigung Bayreuther Gemeinschaft ins Amt gew√§hlt worden. Die letzte Bayerische Kommunalwahl fand am 15.¬†M√§rz 2020 statt.

Parteienlandschaft

Die Parteienlandschaft im Freistaat Bayern weist Merkmale auf, die in der √ľbrigen Bundesrepublik nicht vorhanden sind: die CDU als Volkspartei ist mit keinem eigenen Landesverband vertreten und nimmt nicht an Wahlen teil. Stattdessen √ľberl√§sst sie der CSU als Schwesterpartei den Vortritt. Ungew√∂hnlich f√ľr ein deutsches Fl√§chenland ist auch, dass die CSU seit 1957 ununterbrochen den Ministerpr√§sidenten stellt; des √Ėfteren in Verbindung mit einer absoluten Mehrheit im Landtag.

Die SPD hat in Bayern mit den geringsten Zuspruch aller SPD-Landesverb√§nde. Sie war die gr√∂√üte Oppositionspartei mit einem F√ľnftel bis zu einem Drittel der Stimmen bei Landtagswahlen bis zur Landtagswahl in Bayern 2018. Bei dieser Wahl erreichte sie nur noch knapp 10¬†% und wurde damit nach CSU, Gr√ľnen (17,5¬†%), den Freien W√§hlern und der AfD f√ľnftst√§rkste Partei. Hingegen zogen in der Vergangenheit die bayerischen Gr√ľnen stets mit etwas unter zehn¬†Prozent der Stimmen ins Parlament ein. Bei der letzten Landtagswahl erhielten sie erstmals sechs Direktmandate. Im Gegensatz zu anderen Bundesl√§ndern und zur Bundesebene ziehen in Bayern die Freien W√§hler regelm√§√üig ins Landesparlament ein, w√§hrend Die Linke, die Piratenpartei und die FDP politisch kaum eine Rolle spielen und nur selten bzw. noch nie in den Landtag gew√§hlt wurden. Der AfD gelang es 2018, als sie das erste Mal zur Wahl antrat, in den neuen bayerischen Landtag einzuziehen.

In Bayern sind mehrere Regionalparteien aktiv. Die Bayernpartei z.¬†B. setzt sich f√ľr die M√∂glichkeit einer Volksabstimmung √ľber den Austritt Bayerns aus dem deutschen Staatsverband ein. W√§hrend sie in den 1950er und 1960er Jahren in den Landtag und Bundestag einzog und sich von 1962 bis 1966 an der Staatsregierung beteiligte, verlor diese Partei nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag vollkommen an Bedeutung. 2009 gr√ľndete sich in Bamberg die Partei f√ľr Franken, eine regionale Kleinpartei, die sich unter anderem f√ľr eine bessere wirtschaftliche Gleichstellung Frankens innerhalb des Freistaates einsetzt. Au√üer bei den Kommunalwahlen 2014 konnte diese Partei bisher keine besonderen Wahlerfolge vorweisen.

Partner- und Patenschaften

Am 5.¬†Juni 1954 √ľbernahmen der Freistaat Bayern und die Bayerische Staatsregierung unter Hans Ehard die Patenschaft f√ľr die sudetendeutsche Volksgruppe, die nach der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei in die Bundesrepublik zogen.

Mit folgenden Partnerregionen pflegt der Freistaat Bayern Kontakte:

  • seit 1987: China Volksrepublik Shandong, Volksrepublik China
  • seit 1989: Kanada Qu√©bec, Kanada
  • seit 1995: Sudafrika Westkap, S√ľdafrika
  • seit 1995: Sudafrika Gauteng, S√ľdafrika
  • seit 1997: Brasilien S√£o Paulo, Brasilien
  • seit 2004: China Volksrepublik Guangdong, Volksrepublik China
  • seit 2007: Indien Karnataka, Indien
  • seit 2007: Vereinigte Staaten Georgia, Vereinigte Staaten

Staatsverschuldung

Die Staatsverschuldung des Freistaates Bayern entwickelte sich wie auf Bundesebene und in anderen Bundesländern langfristig nach oben. Seit 2011 werden jährlich Schulden getilgt. 1992 lagen die Schulden noch bei rund 15 Milliarden, 2010 wurde ein Höchststand von 29 Milliarden erreicht. 2016 waren es 19 Milliarden Euro Schulden., Ende 2018 15 Milliarden Euro und Ende 2019 13 Milliarden Euro. Die Staatsregierung möchte mittelfristig bis 2030 alle Schulden tilgen.

Innere Sicherheit

Die bayerische Polizei ist der größte Polizeiverband der Bundesrepublik. Im Jahr 2007 wurden in Bayern 666.807 Straftaten statistisch erfasst. 428.766 Fälle (64,3 Prozent) konnten aufgeklärt, 305.711 Tatverdächtige ermittelt werden. Dies stellt die höchste Aufklärungsquote im Bundesgebiet dar. Die bayerische Polizei unterhält mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern außerdem die größte Polizeihubschrauberstaffel einer Landespolizei.

Militär

Eine Bayerische Armee existierte als stehendes Heer von 1682 bis zu seiner Aufl√∂sung im Jahre 1919. √úber eine gewisse Eigenst√§ndigkeit verf√ľgte bis 1924 die Bayerische Reichswehr. In der Gegenwart hat die Bundeswehr rund 60¬†Standorte in Bayern mit insgesamt 50.700 Dienstposten, im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr schlie√üen in Bayern drei Standorte und die Anzahl an Dienstposten sinkt auf 31.000. Gr√∂√üte Kaserne Bayerns ist die Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall.

In M√ľnchen und W√ľrzburg befinden sich Bundeswehrfachschulen. Die aus der Division S√ľd entstandene 10. Panzerdivision der Bundeswehr sitzt in Veitsh√∂chheim. In M√ľnchen haben die Sanit√§tsakademie der Bundeswehr, das Truppendienstgericht S√ľd und die Universit√§t der Bundeswehr, in Erding das Wehrwissenschaftliches Institut f√ľr Werk- und Betriebsstoffe ihren Sitz. Oberste Kommandobeh√∂rde Bayerns ist das Landeskommando Bayern. Im Freistaat gibt es √ľber 150.000 verbandlich organisierte Reservisten.

In Bayern gibt es mehrere US-amerikanische Milit√§rbasen. Drittgr√∂√üter Truppen√ľbungsplatz Europas ist der Truppen√ľbungsplatz Grafenw√∂hr.

Die einst f√ľr die Landesverteidigung zust√§ndigen Gebirgssch√ľtzen nehmen heute in der Regel nur noch repr√§sentative Aufgaben war, so bilden sie beispielsweise auf Bitte der Staatsregierung bei offiziellen Besuchen ausl√§ndischer Staatsoberh√§upter in Bayern eine Ehrenformation.

Bayern in Europa

Mit der Verbindung zur Europ√§ischen Politik und Verwaltung ist die Staatsministerin f√ľr Europaangelegenheiten und Internationales Melanie Huml betraut. Die Bayerische Staatskanzlei besitzt eine Vertretung bei der Europ√§ischen Union in Br√ľssel.

Bayern hat viele Beziehungen und Kooperationen zu den europ√§ischen Nachbarstaaten, unter anderem zur Koordinierung der Alpen- und Donaupolitik. Der Freistaat Bayern wird durch Politiker im Ausschuss der Regionen vertreten. Dem Europ√§ischen Parlament geh√∂ren zw√∂lf Abgeordnete aus Bayern an: f√ľnf von der CSU, drei von der SPD jeweils einer von B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen, Freie W√§hler, √ĖDP und Linkspartei.

Der Freistaat Bayern erh√§lt zahlreiche F√∂rderungen von der EU, etwa 495¬†Millionen Euro aus dem Europ√§ischen Fonds f√ľr Regionale Entwicklung (EFRE) und knapp 300¬†Millionen Euro aus dem Europ√§ischen Sozialfonds (ESF), jeweils in der F√∂rderperiode 2014 bis 2020.

Bayern im Bund

Im Bundesrat hat Bayern ebenso wie Niedersachsen, Baden-W√ľrttemberg und Nordrhein-Westfalen die h√∂chstm√∂gliche Anzahl von sechs Stimmen. Vertreten wird Bayern durch den Ministerpr√§sidenten Markus S√∂der sowie Hubert Aiwanger, Florian Herrmann, Joachim Herrmann, Thorsten Glauber und Georg Eisenreich. Die Arbeit im Bundesrat wird von der Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund koordiniert. F√ľr Bundesangelegenheiten zust√§ndig ist im bayerischen Kabinett Florian Herrmann als Staatsminister f√ľr Bundesangelegenheiten und Medien.

Konsulate

Die wirtschaftliche Bedeutung Bayerns f√ľr den Au√üenhandel der Bundesrepublik Deutschland sowie die Bedeutung als wichtiges Zentrum von Industrie, Handel und Logistik, als Sitz von ausl√§ndischen Unternehmen und mit einer Bev√∂lkerung, in der zahlreiche verschiedene Staatsangeh√∂rigkeiten vertreten sind, hat dazu gef√ľhrt, dass auf dem Gebiet des Freistaats Bayern 115 Staaten mit ihren Konsulaten (Juni 2015) vertreten sind. Darunter sind 42 berufs- sowie 73 honorarkonsularische Vertretungen. Die meisten Vertretungen befinden sich in M√ľnchen und seinem Umland. Ferner sind ausl√§ndische Vertretungen in N√ľrnberg, F√ľrth und Regensburg vorhanden. Doyen des bayerischen Corps Consulaire ist der italienische Generalkonsul Filippo Scammacca Del Murgo.

Auszeichnungen

Die h√∂chste Auszeichnung, die der Freistaat Bayern verleiht, ist der 1853 gestiftete Bayerische Maximiliansorden f√ľr Wissenschaft und Kunst. Zur Anerkennung f√ľr hervorragende Verdienste werden etwa der Bayerische Verdienstorden, die Bayerische Verfassungsmedaille und zahlreiche weitere Orden, Medaillen und Ehrenzeichen verliehen. Auf Vorschlag von Jurys verleiht der Freistaat zahlreiche Auszeichnungen wie etwa den Bayerischen Filmpreis oder den Bayerischen Printpreis.

Hoheitliche Symbole

Das Bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene L√∂we, urspr√ľnglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht f√ľr die Oberpfalz, der ‚Äěfr√§nkische Rechen‚Äú f√ľr die drei fr√§nkischen Bezirke, der blaue Panther f√ľr die Altbayern und die drei schwarzen L√∂wen f√ľr Schwaben. Der wei√ü-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der K√∂nigskrone die Volkssouver√§nit√§t. Das kleine Staatswappen zeigt die bayerischen Rauten und die Volkskrone. Als Wappenzeichen fungieren die bayerischen Rauten und der fr√§nkische Rechen.

Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen, die wei√ü-blau gerautete Flagge und die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Wei√ü und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, wei√üe Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten. Die gleichen wei√ü-blauen Rauten sind in vielen Stadt- und Kreiswappen in den Gebieten der historischen Kurpfalz zu finden, da die Wittelsbacher auch in der Pfalz beg√ľtert waren. Ein Flaggenstreit besteht um die Frankenfahne.

Die Landeshymne ist das Bayernlied. Der Ursprungstext umfasst drei Strophen und wurde von Michael √Ėchsner verfasst, die Melodie stammt von Konrad Max Kunz. Dieser historisch-korrekte Text ist auch heute noch die offizielle Version (ersten beiden Strophen), wird in Schulen gelehrt sowie zu offiziellen und staatlichen Veranstaltungen gespielt. Das Bayernlied (Originalfassung) hat seit 1966 Hymnen-Status der Bundesrepublik Deutschland.

Die Bavaria (der latinisierte Ausdruck f√ľr Bayern) ist die weibliche Symbolgestalt Bayerns und tritt als personifizierte Allegorie f√ľr das Staatsgebilde Bayern in verschiedenen Formen und Auspr√§gungen auf. Sie stellt damit das s√§kulare Gegenst√ľck zu Maria als religi√∂ser Patrona Bavariae dar. Der Bayerische L√∂we ist Symbolfigur des Freistaats Bayern, unter anderem auf Denkm√§lern und Auszeichnungen. Die Landesfarben sind wei√ü-blau.

Verwaltungsgliederung

Regierungsbezirke und Bezirke

Das Staatsgebiet des Freistaates Bayern ist f√ľr den Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung in Verwaltungssprengel eingeteilt, die Regierungsbezirke (laut Verfassung Kreise) genannt werden. Die Regierungsbezirke werden durch die Regierungen geleitet, denen je ein Regierungspr√§sident vorsteht, der vom Innenminister ernannt wird. Die Regierungen sind die Mittelbeh√∂rden der allgemeinen und inneren Verwaltung und unterstehen dem Staatsministerium des Inneren. Nachstehend sind die Regierungsbezirke sortiert nach dem Amtlichen Gemeindeschl√ľssel (AGS) und mit den Abk√ľrzungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern.

Geografisch deckungsgleich mit den Regierungsbezirken sind in Bayern die Bezirke gleichen Namens. Anders als die Regierungsbezirke, welche die √∂rtliche Zust√§ndigkeit der Regierungen festlegen, sind die Bezirke kommunale Gebietsk√∂rperschaften des √∂ffentlichen Rechts. Der Bezirk ist in Bayern die dritte kommunale Ebene √ľber den Gemeinden (erste Ebene) und Landkreisen (zweite Ebene). Sie sind Selbstverwaltungsk√∂rperschaften und haben daher demokratisch gew√§hlte Verwaltungsorgane, den Bezirkstag, der alle f√ľnf Jahre von den Wahlberechtigten des Bezirks direkt gew√§hlt wird und einen Bezirkstagspr√§sidenten, der aus der Mitte des Bezirkstags gew√§hlt wird. Sie k√∂nnen anders als die Regierungsbezirke Wappen und Flaggen wie eine Gemeinde oder ein Landkreis f√ľhren.

Planungsregionen

Bayern hat 18 Planungsregionen. Sie sind regionale Planungsr√§ume, in denen nach dem Bayerischen Landesentwicklungsprogramm ausgewogene Lebens- und Wirtschaftsbeziehungen erhalten oder entwickelt werden sollen. Hierzu wird f√ľr jede Region ein Regionalplan aufgestellt. Die Region Donau-Iller (15) ist die erste l√§nder√ľbergreifende Planungsregion Deutschlands mit einem √∂stlichen Teil in Bayern und einem westlichen Teil in Baden-W√ľrttemberg.

Unterfranken
Bayerischer Untermain (1)
Planungsregion W√ľrzburg (2)
Planungsregion Main-Rhön (3)
Mittelfranken
Planungsregion N√ľrnberg (7)
Planungsregion Westmittelfranken (8)
Oberfranken
Planungsregion Oberfranken-West (4)
Planungsregion Oberfranken-Ost (5)
Oberpfalz
(Oberfranken-Ost; 5)
Planungsregion Oberpfalz-Nord (6)
Planungsregion Regensburg (11)
Niederbayern
(Regensburg; 11)
Planungsregion Donau-Wald (12)
Planungsregion Landshut (13)
Schwaben
Planungsregion Augsburg (9)
Region Donau-Iller (15)
Planungsregion Allgäu (16)
Oberbayern
Planungsregion Ingolstadt (10)
Planungsregion M√ľnchen (14)
Planungsregion Oberland (17)
Planungsregion S√ľdostoberbayern (18)

Landkreise und kreisfreie Städte

Die sieben Regierungsbezirke unterteilen sich in 71¬†Landkreise und 25¬†kreisfreie St√§dte. Die Landkreise und die kreisfreien St√§dte sind kommunale Gebietsk√∂rperschaften mit Selbstverwaltungsrecht. Die Landkreise haben als Verwaltungsorgane den Kreistag und den Landrat. Die kreisfreie Stadt handelt durch den Stadtrat und den Oberb√ľrgermeister. Sowohl der Landrat beziehungsweise der Oberb√ľrgermeister als auch der Kreistag beziehungsweise der Stadtrat werden von den Wahlberechtigten auf die Dauer von sechs Jahren gew√§hlt (s√ľddeutsche Ratsverfassung).

Die Landkreise bilden gleichzeitig Sprengel, welche die √∂rtliche Zust√§ndigkeit der Unterbeh√∂rden der allgemeinen und inneren Verwaltung festlegen. Anders als auf der Ebene der Regierungsbezirke hat der Staat hier jedoch keine eigenen inneren Beh√∂rden errichtet, sondern bedient sich durch Organleihe des Landrates zur Erf√ľllung der Aufgaben der staatlichen Verwaltung; der Landrat ist insoweit Kreisverwaltungsbeh√∂rde. Bei den kreisfreien St√§dten ist im Gegensatz dazu eine Vollkommunalisierung gegeben, da ihnen die Aufgaben der unteren staatlichen Verwaltungsbeh√∂rde zur selbstst√§ndigen Erledigung √ľbertragen werden.

Fl√§chengr√∂√üter Landkreis Bayerns ist der Landkreis Ansbach (Mittelfranken). Der Landkreis M√ľnchen (Oberbayern) ist mit rund 330.000¬†Einwohnern der einwohnerst√§rkste Landkreis des Freistaates. Schwabach (Mittelfranken) ist Bayerns kleinste kreisfreie Stadt.

Die 71 Landkreise des Freistaates Bayern mit Kfz-Kennzeichen:

Die 25 kreisfreien Städte in Bayern mit Kfz-Kennzeichen:

Gemeinden

Der Freistaat Bayern besteht aus 2056 politisch selbständigen Gemeinden sowie 192 gemeindefreien Gebieten, meist Seen und Forste (Stand: 13. Februar 2013). Von den 2031 kreisangehörigen Gemeinden sind 985 Mitgliedsgemeinden in einer der 312 Verwaltungsgemeinschaften (Stand: 12. Februar 2013).

Die Gemeinden verteilen sich (Stand: 12.¬†Februar 2013) auf 25 kreisfreie St√§dte und 29 Gro√üe Kreisst√§dte. Zum 1.¬†Januar 2009 gab es 262 sonstige St√§dte, 386 M√§rkte und 1355 sonstige Gemeinden. Zus√§tzlich sind 13 Orte zu leistungsf√§higen kreisangeh√∂rigen Gemeinden ernannt worden, die bestimmte Aufgaben der Bauaufsicht √ľbernehmen. W√§hrend kreisfreie St√§dte die gleichen Aufgaben wie Landkreise √ľbernehmen, haben Gro√üe Kreisst√§dte nur einige Aufgaben, die √ľber die einer ‚Äěnormalen‚Äú kreisangeh√∂rigen Gemeinde hinausgehen. Obwohl das Marktrecht heute keine rechtliche Bedeutung hat, k√∂nnen gr√∂√üere kreisangeh√∂rige Gemeinden auf deren Antrag auch heute noch von der Bayerischen Staatsregierung offiziell zum ‚ÄěMarkt‚Äú erkl√§rt werden. Der Begriff ‚ÄěMarktgemeinde‚Äú ist in Bayern keine offizielle Bezeichnung f√ľr eine Kommune. Es kommt dort aber vor, dass der Begriff ‚ÄěMarkt‚Äú offizieller Bestandteil des Gemeindenamens ist, zum Beispiel Markt Berolzheim oder Markt Einersheim.

Fl√§chengr√∂√üte und einwohnerst√§rkste Gemeinde Bayerns ist M√ľnchen, fl√§chenkleinste Gemeinde ist Buckenhof im Landkreis Erlangen-H√∂chstadt, einwohner√§rmste Gemeinde ist Chiemsee im Landkreis Rosenheim. Unterhaching ist die einwohnerst√§rkste Gemeinde Bayerns ohne eigenes Markt- oder Stadtrecht.

Verwaltungsreformen

Die einzige Kreisreform in Bayern fand mit Wirkung vom 1.¬†Juli 1972 statt. Alle weiteren √Ąnderungen der Kreisgrenzen sind auf kleinere, nicht grundlegende Reformen zur√ľckzuf√ľhren, bei denen es sich haupts√§chlich um Gemeindegebietsreformen handelte. Manchmal wurden Gemeinden in bestehende Gemeinden eingemeindet, manchmal wurde auch eine neue Gemeinde gebildet. Von 1971 bis 1980 wurden in Folge von Gemeindefusionen die Effizienz der Gemeinden stark vergr√∂√üert. Die Zahl der Gemeinden wurde von etwa 7000 auf rund 2050 reduziert, die Zahl der Landkreise sank von 143 auf 71, die Zahl der kreisfreien St√§dte sank von 48 auf 25. Zugleich wurde die Verwaltungseinheit der Gro√üen Kreisstadt eingef√ľhrt.

Wirtschaft und Verkehr

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarker und reicher Staat, er hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologiestandort entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2014 522¬†Milliarden Euro; das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2014 39.691 Euro, der Anteil Bayerns an der deutschen Wirtschaftsleistung betrug 18,0¬†Prozent. Die wirtschaftlich st√§rkste Region ist der Gro√üraum M√ľnchen mit Automobilindustrie (BMW, Audi, MAN, Knorr-Bremse), IT-Sektor (Siemens, Nokia Networks, Infineon, Microsoft, Nemetschek SE), Medien und Verlagen (ProSiebenSat.1 Media, Vodafone Kabel Deutschland, Hubert Burda Media), R√ľstungsindustrie (Airbus, Krauss-Maffei), Touristik (Museen, Oktoberfest, Kongressen, Messen). Weitere bedeutende Wirtschaftsstandorte in S√ľdbayern sind Augsburg (Airbus, Fujitsu Technology Solutions, MAN, KUKA, UPM-Kymmene, Verlagsgruppe Weltbild), Ingolstadt (Audi, MediaMarktSaturn Retail Group) und das Bayerische Chemiedreieck zwischen Chiemsee, Inn und Salzach.

Der Gro√üraum N√ľrnberg mit Industrieunternehmen (Siemens, Leistritz Group, Dehn, Schmitt + Sohn), Sportartikelherstellern (Adidas, Puma, uvex), Spielwarenproduzenten (Playmobil, Simba-Dickie-Group, Trix), Schreibwarenherstellern (Faber-Castell, Lyra, Staedtler, Schwan-Stabilo), Automobilindustrie (Leoni, MAN, Schaeffler), R√ľstungsunternehmen (Diehl, RUAG Ammotec), Dienstleistern (DATEV, Ergo Direkt, GfK, N√ľrnberger Versicherung), Druckereien und Verlagen (Olympia-Verlag, Tessloff Verlag, Verlag N√ľrnberger Presse) sowie Touristik (Museen, Christkindlesmarkt, Kongressen, Messen) ist ein weiterer wichtiger Wirtschaftsstandort.

Daneben kann in Nordbayern der Raum zwischen Aschaffenburg und W√ľrzburg/Schweinfurt sehr gute Wirtschaftsdaten aufweisen, etwa eine Arbeitslosigkeit von durchschnittlich unter sechs¬†Prozent und eine florierende Wirtschaft. Gleiches gilt f√ľr Regensburg (Continental Automotive, Maschinenfabrik Reinhausen, BMW, Siemens, Infineon, Osram Opto Semiconductors), das seit Jahren an Wirtschaftskraft zunimmt. Ein weiterer Wirtschaftsraum ist Hochfranken. Vertreten sind dort Nexans, Dennree, Scherdel und Netzsch.

Manche Grenzregionen sind durch Wettbewerbsvorteile in den Nachbarstaaten einesteils und mangelnde Infrastruktur andernteils von Subventionen abh√§ngig. Speziell der Bayerische Wald hatte zu Zeiten des Kalten Krieges durch seine abseitige Lage im Zonenrandgebiet wenig Standortattraktivit√§t besessen. Zwar fiel nach 1990 dort der Eiserne Vorhang zur CSFR, gleichzeitig wurde im wiedervereinigten Deutschland die Zonenrandf√∂rderung aufgehoben, und zugleich bot das angrenzende Tschechien ‚Ästab 2004 EU-Mitglied¬†‚Äď oft bessere Investitionsanreize.

Bayern konnte im Jahr 2006 ein Wirtschaftswachstum von 4,0¬†Prozent verbuchen. Dieser Wert entsprach 2006 etwa dem Bundesdurchschnitt. Nach zwischenzeitlichem R√ľckgang des Wachstums 2008 (+0,8¬†Prozent) und dem Fall in die Rezession im Jahr 2009 (‚ąí2,4¬†Prozent) infolge der weltweiten Finanzkrise erholte sich die Bayerische Wirtschaft wieder und konnte bereits 2010 wieder ein Wirtschaftswachstum von 5,5¬†Prozent verzeichnen. Im Jahr 2011 erreichte es 6,6¬†Prozent, 2012 2,6¬†Prozent, 2013 2,7¬†Prozent und 2014 stieg das Wachstum auf 3,5¬†Prozent.

Eine große Bedeutung haben in Bayern die Familienunternehmen. Im Ranking der 1000 größten Unternehmen dieses Typus liegt Bayern mit 193 Unternehmen im Bundesländervergleich (nach Nordrhein-Westfalen) auf Rang zwei. Die größten Unternehmen in maßgeblichem Unternehmerbesitz sind BMW, Schaeffler und Knauf.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europ√§ischen Union, ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards, erreichte Bayern 2014 einen Index von 151 (Oberbayern: 186; EU-28: 100; Deutschland: 131; Hamburg: 215). Die Arbeitslosenquote betrug 3,2¬†% (September 2021); damit hat Bayern die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland. Die h√∂chste Arbeitslosenquote Bayerns hat Schweinfurt.

Bayern¬†‚Äď insbesondere der Raum N√ľrnberg¬†‚Äď musste immer wieder Werkschlie√üungen und die Verlagerung von Arbeitspl√§tzen hinnehmen. Mitte der 1980er Jahre begann der Niedergang des B√ľromaschinenherstellers Triumph-Adler; 2003 l√∂ste sich die Grundig AG auf. Von 2005 bis 2007 erfolgte die Schlie√üung und Verlagerung des AEG-Stammwerks ins Ausland. Der ehemals weltgr√∂√üte Versandhaus-Konzern Quelle GmbH ging im Juni 2009 in Insolvenz und wurde ab Oktober des Jahres aufgel√∂st.

International bedeutende Messen befinden sich in M√ľnchen und N√ľrnberg.

Tourismus

Der Tourismus gilt aufgrund seines hohen Beitrags zur bayerischen Wirtschaft als ‚ÄěLeit√∂konomie‚Äú. So betrug der Bruttoumsatz der Tourismuswirtschaft 2016 fast 24¬†Milliarden Euro, die Tagesreisen stellten mit 63¬†Prozent den gr√∂√üten Anteil davon. Die Beherbergungsindustrie spielt in Bayern mit 13.400 Beherbergungsbetrieben mit mindestens neun Betten und 548.000 G√§stebetten eine gro√üe Rolle. Das bedeutet, dass sich etwa jeder vierte deutsche Beherbergungsbetrieb in Bayern befindet. Nach Mecklenburg-Vorpommern war Bayern im Jahre 2014 das zweitbeliebteste innerdeutsche Urlaubsziel (gemessen an Reisen ab f√ľnf Tagen Dauer). 2018 hat der Tourismus in Bayern mit 39,1 Mio. Ank√ľnften und 98,7 Mio. √úbernachtungen den achten Ankunfts- und √úbernachtungsrekord in Folge erzielt. Bayern war 2018 das beliebteste Reiseziel ausl√§ndischer G√§ste in Deutschland.

Touristisch sind neben M√ľnchen besonders die Regionen um die bayerischen Seen und in den Alpen, die kulturhistorisch bedeutenden St√§dte N√ľrnberg (mit der historischen Meile, Reichsparteitagsgel√§nde und seinen Museen), Augsburg (mit der Fuggerei, Stadtmauer, Renaissancebauten) sowie Regensburg (mit der historischen Altstadt als UNESCO-Welterbe seit 2007) stark. Oberbayern nimmt mit 38,0 Mio. √úbernachtungen einen Spitzenplatz unter den Regierungsbezirken ein, die zweitst√§rkste Destination ist Bayerisch Schwaben mit 15,5 Mio. Die offizielle Marketinggesellschaft der bayerischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist seit Jahresbeginn 2000 die Bayern Tourismus Marketing GmbH (M√ľnchen). Der Claim lautet: ‚ÄěBayern ‚Äď traditionell anders‚Äú. Zust√§ndig f√ľr die touristischen Angebote und die zugeh√∂rige Qualit√§tssicherung sind die vier regionalen Tourismusverb√§nde: Tourismusverband Allg√§u/Bayerisch Schwaben, Tourismusverband Franken, Tourismusverband Ostbayern und der Tourismus Oberbayern M√ľnchen.

Energie

Verbrauch

Der Prim√§renergieverbrauch im Land ist recht konstant und lag im Jahr 2010 bei 578,2¬†Mrd.¬†kWh, nach 556,8¬†Mrd.¬†kWh im Jahr 2009 und 566,6¬†Mrd.¬†kWh im Jahr 2008. Dies kann einer steigenden Energieproduktivit√§t zugeschrieben werden, also einer verbesserten wirtschaftlichen Produktivit√§t im Verh√§ltnis zur eingesetzten Energie. Diese ist seit 1995, das als Basisjahr angelegt wird, fast durchgehend gestiegen. Die Jahre 2008 und 2009 fallen hinter den Bestwert im Jahr 2007 zur√ľck.

Die gr√∂√üten Energieverbraucher im Jahr 2010 waren die Privathaushalte, die 29¬†Prozent des Endenergieverbrauches ausmachten. Die Bereiche Industrie und Verkehr ben√∂tigten gleicherma√üen 28¬†Prozent der Endenergie und damit nur geringf√ľgig weniger als die Haushalte. Etwas abgeschlagen war der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen mit insgesamt 15¬†Prozent am Endenergieverbrauch.

Energieversorger

In Bayern sind im Jahr 2013 ungefähr 420 Energieversorger angesiedelt, die in einem oder mehreren Bereichen tätig sind: Circa 350 dieser Versorger engagieren sich in der Stromversorgung, ungefähr 100 wirtschaften im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung, etwa 140 befassen sich mit der Erdgas-Sparte.

Strommix

Die Kernenergie bildet mit 48,7¬†Prozent den gr√∂√üten Anteil an der Nettostromerzeugung. Auf dem zweiten Platz folgen erneuerbare Energien mit 29,2¬†Prozent. Beide Anteile sind damit im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt (18 bzw. 21¬†Prozent) √ľberdurchschnittlich gro√ü. Konventionelle Gase tragen mit 15,5¬†Prozent zur Nettostromerzeugung bei ‚Äď dieser Anteil liegt nahezu im Bundesdurchschnitt (14¬†Prozent). Die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken ist relativ unbedeutend, ihr Anteil betr√§gt 4,1¬†Prozent (Bundesweiter Durchschnitt von Braun- und Steinkohle insgesamt 42¬†Prozent). Einen noch geringeren Anteil besitzen mineralische √Ėle mit 2,6¬†Prozent, die bundesweit im Schnitt seltener genutzt werden (Heiz√∂l, Pumpspeicher und andere hier insgesamt 5¬†Prozent) (Stand: jeweils 2011).

Kernenergie

An zwei Standorten in Bayern befinden sich Kernkraftwerke (KKW Isar und KKW Gundremmingen), au√üerdem wird in Garching bei M√ľnchen ein Forschungsreaktor betrieben (FRM II). Eine Studie des Deutschen Instituts f√ľr Wirtschaftsforschung (DIW) stellte 2015 fest, dass der Atomausstieg die Versorgungssicherheit in Bayern und Deutschland nicht gef√§hrdet.

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien trugen 2014 mit 36,2¬†% zur Bruttostromerzeugung bei. Der hohe Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung fu√üt vor allem auf dem bedeutenden Anteil der bereits seit Jahrzehnten genutzten Wasserkraft: Ihr Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien liegt bei 35,3¬†Prozent. Zweitwichtigster regenerativer Energielieferant ist mittlerweile die Photovoltaik mit 35,2¬†Prozent am Gesamtanteil der erneuerbaren Energien, die mit im Rahmen der Energiewende stark ausgebaut wurde. Die Stromerzeugung aus Biomasse hatte einen Anteil von 25,4¬†Prozent. Weiterhin eher unbedeutend ist die Nutzung der Windenergie ‚Äď der Beitrag bel√§uft sich auf 5,6¬†Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung (Stand: jeweils 2014). Im Bundesl√§ndervergleich ‚ÄěErneuerbare Energien‚Äú belegte Bayern im Jahr 2012 den zweiten Platz nach Brandenburg. Bis 2021 sollen erneuerbare Energien dem Bayerischen Energiekonzept (2011) zufolge einen Anteil von 20¬†Prozent am Endenergieverbrauch und 50¬†Prozent am Stromverbrauch erreichen.

Nach diesem Energiekonzept sollte die Windenergie bis 2025 ca.¬†6 bis 10¬†Prozent des Strombedarfes decken, was etwa dem Neubau von 1000 bis 1500¬†zus√§tzlichen Windkraftanlagen entspricht. Im Widerspruch zu diesem Ziel wurden 2014 deutlich versch√§rfte restriktive Abstandsregelungen in Form der 10-H-Regelung eingef√ľhrt und ein Jahr sp√§ter das Windenergieausbauziel auf 5 bis 6¬†Prozent des Strombedarfes reduziert. Daraufhin brachen die Zahl der Baugenehmigungen von 336 im Jahr 2014 auf 25 im Jahr 2015 ein. Bei einer Gesamth√∂he von 200¬†m stehen f√ľr die Windenergienutzung theoretisch nur 0,05¬†% der Landesfl√§che zur Verf√ľgung; unter Ber√ľcksichtigung, dass nur manche Standorte auch gen√ľgend Wind aufweisen nur 0,01¬†%. Bis Mitte 2018 waren 1159 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2510¬†MW installiert.

Medien

Bayern ist Sitz mehrerer bedeutender Medienunternehmen, insbesondere in der Landeshauptstadt M√ľnchen. Dort, beziehungsweise im Umland von M√ľnchen, befinden sich etwa √∂ffentlich-rechtliche Medien wie der Bayerische Rundfunk und die Programmdirektion des ARD-Gemeinschaftsprogramms Das Erste und des ZDF-Landesstudios Bayern sowie private Fernseh- und H√∂rfunkanbieter wie Antenne Bayern, ProSiebenSat.1 Media, Sport1 oder Sky Deutschland. Des Weiteren sind in M√ľnchen etwa 250 ans√§ssige Verlage und gro√üe Zeitungen wie etwa die S√ľddeutsche Zeitung (SZ) angesiedelt. N√ľrnberg bildet einen der gr√∂√üten Verlagsstandorte Deutschland; dort werden beispielsweise das bundesweit erscheinende Sportmagazin Kicker des N√ľrnberger Olympia-Verlags und die N√ľrnberger Nachrichten, eine der gr√∂√üten deutschen Tageszeitungen mit einer Auflage von rund 300.000 Exemplaren, herausgegeben.

BayernWLAN

Der Freistaat Bayern hatte sich das Ziel gesetzt, bis Ende 2020 mit einem engmaschigen Netz von rund 20.000 kostenfreien BayernWLAN-Hotspots ausgestattet zu sein. Heute sind bereits √ľber 23.000 Hotspots in Betrieb. BayernWLAN verzeichnete 2019 ca. 9,3 Mio. Nutzer pro Monat. Damit ist der Freistaat Nr. 1 unter den Fl√§chenl√§ndern in Deutschland. Seit April 2018 gibt es auch ein Unterst√ľtzungsprogramm f√ľr WLAN in √ĖPNV-Bussen. Der Freistaat stellt Kommunen vier Hotspots kostenlos zur Verf√ľgung.

Verkehr

Internationaler Verkehr

Im internationalen Stra√üen- und Bahnverkehr sind die Verbindungen von Deutschland nach √Ėsterreich und dar√ľber hinaus nach Italien und S√ľdosteuropa von √ľberragender Bedeutung. Beispielhaft sind hier die Verbindungen von N√ľrnberg √ľber Regensburg und Passau nach Linz, die Verbindungen von W√ľrzburg bzw. N√ľrnberg und M√ľnchen √ľber Rosenheim nach Salzburg beziehungsweise Innsbruck sowie die Verbindung von M√ľnchen √ľber Lindau nach Bregenz und Z√ľrich zu erw√§hnen. Hingegen sind die Verkehrsverbindungen ins benachbarte Tschechien bei weitem nicht von vergleichbarer Relevanz, lediglich die Bundesautobahn¬†6 wurde nach der politischen Wende in der Tschechischen Republik verwirklicht. Insbesondere die Bahnverbindungen in die Tschechische Republik sind bis heute nicht sehr leistungsf√§hig. Eine Elektrifizierung wurde bisher auf keiner nach Tschechien f√ľhrenden Verbindung umgesetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich in der tschechoslowakischen Stadt Cheb (Eger) ein Bahnknotenpunkt, der mittels Korridorverbindungen im deutschen Binnenverkehr genutzt wurde. Seit seinem Bestehen unterstand er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bayerischen beziehungsweise deutschen Bahnverwaltungen. Zu Zeiten des Kalten Krieges besa√ü die Verbindung von N√ľrnberg √ľber Cheb nach Prag eine vergleichsweise wichtige Bedeutung. Heute besteht von N√ľrnberg aus nur noch Umsteigeverbindungen mit Regionalz√ľgen √ľber Cheb und Furth im Wald, w√§hrend von M√ľnchen aus mit dem Alex eine Direktverbindung √ľber Regensburg (Richtungswechsel), Schwandorf (erneuter Richtungswechsel) und Furth im Wald nach Prag besteht. F√ľr die Zukunft wird im Rahmen des Projektes Donau-Moldau-Bahn eine Elektrifizierung der Verbindung geplant. F√ľr den Fernverkehr von N√ľrnberg nach Prag bietet die Deutsche Bahn Fernbusse an.

Straßen

Durch Bayern f√ľhren unter anderem die Autobahnen A¬†3, 6, 7, 8, 9 und 70 sowie die seit dem Herbst 2005 fertiggestellte A¬†71 und die im August 2008 fertiggestellte A¬†73, die beide Bayern mit Th√ľringen verbinden. Anbindung an das Bundesland Hessen besteht √ľber die A¬†3, die A¬†7 sowie ein kleines Teilst√ľck der A¬†45. √úber die A¬†72 erh√§lt man Anschluss an den Freistaat Sachsen. Sternf√∂rmig von M√ľnchen aus f√ľhren die A¬†95 nach Garmisch-Partenkirchen, die A¬†96 √ľber Memmingen nach Lindau, die A¬†93 √ľber Regensburg nach Hof, die A¬†92 √ľber Landshut nach Deggendorf und die A¬†94 in Abschnitten nach Passau. Von der A¬†95 zweigt die A¬†952 als Verbindung zum Starnberger See ab. S√ľdlich verbindet ein St√ľck der A¬†93 die A¬†8 mit der Brenner Autobahn. Seit den 1970er Jahren geplant, bisher wegen Streitigkeiten um die Trassenf√ľhrung nur in Abschnitten fertiggestellt ist die A¬†94 von M√ľnchen √ľber Alt√∂tting nach Passau. Daneben f√ľhrt auch eine gro√üe Anzahl an Bundesstra√üen durch Bayern. Den M√ľnchner Ring bilden die Autobahnen A¬†99 mit der Eschenrieder Spange (auch A¬†99a genannt) und die A¬†995. Erg√§nzt werden diese durch Staats-, Kreis- und Gemeindestra√üen.

Bayern ist damit straßenverkehrsmäßig gut erschlossen. Dennoch stammen mit 344 Projekten zu Bundesautobahnen und Bundesstraßen 18,5 Prozent der Anmeldungen zum Bundesverkehrswegeplan 2030 aus Bayern.

Bayern bekam vom seit 2009 CSU-gef√ľhrten Bundesverkehrsministerium im Zeitraum von 2009 bis 2018 vermehrt Investitionen aus Bundesmitteln zugewiesen. Gemessen an Infrastruktur und Einwohnerzahl waren dies √ľberproportional viele Gelder vor allem f√ľr Fernstra√üen. Von 2014 bis 2019 wurden beispielsweise in Bayern 243 Br√ľcken von insgesamt ca. 4700 saniert, in Nordrhein-Westfalen 100 von fast 4400. In die Fernstra√üen in Bayern wurden 2 Milliarden Euro investiert, im bev√∂lkerungsreichsten Bundesland NRW 1,4 Milliarden Euro. Bayern erhielt auch √ľber den Gesamtzeitraum die h√∂chste Mittelzuweisung und hatte dabei die gr√∂√üte Aufstockung der Mittel. So konnten in Bayern (bzw. im Vergleich dazu in NRW) von 2011 bis 2018 an neu gebauten Stra√üenkilometern fertig gestellt werden: Autobahnen 13 km (24 km); Bundesstra√üen 120 km (0 km).

Im S√ľden wird Bayern √ľberdies gerne als Abk√ľrzung im inner√∂sterreichischen Verkehr benutzt, da aufgrund der geographischen Gegebenheiten der Weg durch die Alpen bei weitem l√§nger ist als von Innsbruck √ľber die A¬†8 oder von Lofer √ľber die B¬†21 oder B¬†305 nach Salzburg (‚ÄěGro√ües‚Äú bzw. ‚ÄěKleines Deutsches Eck‚Äú).

Schienen-, Flug- und Schiffsverkehr

Bayern verf√ľgt √ľber ein dichtes Streckennetz im Eisenbahnverkehr mit zahlreichen Bahnh√∂fen. Der M√ľnchener und der N√ľrnberger Hauptbahnhof sind zwei der gr√∂√üten in Deutschland und stellen dabei wichtige Knotenpunkte im transeurop√§ischen Verkehr dar. Die St√§dte M√ľnchen und N√ľrnberg verf√ľgen √ľber U- und S-Bahnen mit einem weiten Einzugsgebiet.

Eines der gr√∂√üten europ√§ischen Drehkreuze f√ľr den Flugverkehr ist der Flughafen M√ľnchen ‚ÄěFranz Josef Strau√ü‚Äú. Neben dem internationalen Flughafen N√ľrnberg ‚ÄěAlbrecht D√ľrer‚Äú, gibt es noch den Flughafen Memmingen und zahlreiche Verkehrslandepl√§tze. 2018 kam es viermal zu einem Treibstoffschnellablass √ľber Bayern. Dabei wurden insgesamt 107 Tonnen Kerosin abgelassen.

Die meisten Binnenschifffahrten finden auf der Donau, dem Main sowie auf dem Main-Donau-Kanal statt. Hierf√ľr gibt es zahlreiche G√ľterh√§fen.

Kultur

Theater, Schauspiel und Oper

Bayern verf√ľgt √ľber mehrere Staatstheater. Die Bayerische Staatsoper im Nationaltheater M√ľnchen gilt als das national und international renommierteste Haus in Bayern. Des Weiteren spielen in M√ľnchen das Bayerische Staatsschauspiel, das Residenztheater M√ľnchen, das Bayerische Staatsballett und das Staatstheater am G√§rtnerplatz. Daneben bestehen das Staatstheater N√ľrnberg und das Staatstheater Augsburg, die aus den jeweiligen st√§dtischen B√ľhnen hervorgegangen sind.

Sechzehn Theater werden von bayerischen Kommunen getragen. Mehrspartenh√§user sind hierbei die Theater in Regensburg, W√ľrzburg, Hof und Coburg. Vorwiegend oder ausschlie√ülich Sprechtheater bieten das E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg, Das Theater Erlangen, das Stadttheater F√ľrth und das Stadttheater Ingolstadt sowie in der bayerischen Landeshauptstadt die M√ľnchner Kammerspiele und das M√ľnchner Volkstheater. Die vier Landesb√ľhnen sind in Memmingen, Landshut/Passau/Straubing, Coburg und Dinkelsb√ľhl beheimatet.

Theater f√ľr Kinder und Jugendliche bieten neben den Kinder- und Jugendsparten der kommunal gef√∂rderten H√§user unter anderem die Schauburg in M√ľnchen oder das Theater Pf√ľtze und das Theater Mummpitz in N√ľrnberg an. Internationale Bekanntheit erlangte die Augsburger Puppenkiste durch ihre Fernsehproduktionen, das Figurentheater bietet jedoch auch ein Programm f√ľr Erwachsene an.

Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an freien und privaten Theatern sowie Volks- und Bauerntheatergruppen.

Die von Richard Wagner gegr√ľndeten Bayreuther Festspiele sind ein international bedeutendes Festival. J√§hrlich finden in wechselnden St√§dten die Bayerischen Theatertage statt.

Musik

Bayern wird traditionell als die Heimat der Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler angesehen. Aus Bayern stammen bekannte Komponisten wie Max Reger, Carl Orff, Wilfried Hiller, Richard Strauss und Christoph Willibald Gluck. Die Regensburger Domspatzen, die Augsburger Domsingknaben, der T√∂lzer Knabenchor und der Windsbacher Knabenchor sowie der M√ľnchener Bach-Chor sind weltweit bekannte Ch√∂re. Zu den bekanntesten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern z√§hlen die M√ľnchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bamberger Symphoniker, die Hofer Symphoniker das Bayerische Staatsorchester am Nationaltheater, die Augsburger Philharmoniker am Staatstheater Augsburg, das M√ľnchener Bach-Orchester, die Bayerische Kammerphilharmonie in Augsburg, die M√ľnchner Symphoniker, das M√ľnchener Kammerorchester, das Georgische Kammerorchester in Ingolstadt, die N√ľrnberger Philharmoniker am Staatstheater N√ľrnberg und die N√ľrnberger Symphoniker.

Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Bayreuther Festspiele und die M√ľnchner Opernfestspiele. Ein weiteres Highlight in der Musikszene sind die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele, die in Regensburg seit mehreren Jahren unter dem Protektorat von Gloria von Thurn und Taxis gegeben werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Besucher stetig an. Ebenfalls beachtenswert ist der M√ľnchner Kaiserball sowie der N√ľrnberger Opernball.

Auch erfreuten sich in den letzten Jahren lokale Bands und Solok√ľnstler gr√∂√üerer Beliebtheit. Die Gruppe LaBrassBanda feiert seit 2008 gro√üe Erfolge nicht nur in Bayern, sondern auch auf Bundesebene und in benachbarten deutschsprachigen L√§ndern.

Film

Bayern ist zusammen mit der Stadt M√ľnchen, dem Bayerischen Rundfunk sowie der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft Gesellschafter der Internationalen M√ľnchner Filmwochen GmbH, die sowohl das allj√§hrliche Filmfest M√ľnchen als auch das Internationale Festival der Filmhochschulen M√ľnchen organisieren.

In N√ľrnberg finden im j√§hrlich wechselnden Turnus das Nuremberg International Human Rights Film Festival sowie der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis statt. Zus√§tzlich beheimatet die Stadt neben dem Filmfestival T√ľrkei/Deutschland auch das Fantasy Filmfest.

In Hof (Saale) finden allj√§hrlich die Hofer Filmtage statt. Ihr Gr√ľnder Heinz Badewitz starb 2016, das Festival existiert aber weiterhin. Bei den Filmtagen stehen vor allem deutsche, aber auch internationale Weltpremieren im Vordergrund.

K√ľche

Durch das Nebeneinander der zwei bayerischen St√§mme Altbayern und Franken, dazu kulturelle Teile von Schwaben, ist die bayerische K√ľche sehr vielf√§ltig:

  • Schweinsbraten, Schweinshaxe, Sch√§ufele (Schweineschulter), Kalbshaxe, Spanferkel
  • Semmelkn√∂del, Kartoffelkn√∂del oder fr√§nkisch Klo√ü, Leberkn√∂del und -suppe
  • Sauerkraut, Krautwickel, Krautsp√§tzle, Krautkrapfen
  • Lebersp√§tzle(suppe), Speckkn√∂del(suppe), Pfannkuchensuppe (F√§dlesuppe)
  • Wei√üwurst, Wollwurst, Stockwurst, Regensburger Wurst, Fr√§nkische Bratwurst, Blaue Zipfel, Hofer Rindfleischwurst
  • Dampfnudeln, Rohrnudeln, Schmalznudeln, Bayerisch Creme
  • Bayerischer Kartoffelsalat, Bayerischer Wurstsalat
  • Obazda oder fr√§nkisch: Gerupfter
  • Leberk√§se
  • Schwaben und Allg√§u: K√§sspatzen
  • Fingernudeln (Schupfnudeln)
  • Saures L√ľngerl
  • Hofer Schnitz (Gem√ľseeintopf aus dem Osten Oberfrankens)

Veranstaltungen

Volksfeste und Kirchweihen sind in Bayern weit verbreitet. Anf√§nglich gedachte man damit der Kirchenweihe. Vielerorts gibt es viele Kirchweih-Traditionen, wie etwa das Aufstellen eines Kirchweihbaumes. In gr√∂√üeren St√§dten wird meist anstatt einer Kirchweih ein Volksfest begangen. Das gr√∂√üte Volksfest der Welt ist das M√ľnchner Oktoberfest (Wiesn) mit 6,3¬†Millionen Besuchern im Jahr 2014. Weitere gro√üe Volksfeste in Bayern sind das G√§ubodenvolksfest in Straubing, die Erlanger Bergkirchweih, das Karpfhamer Fest, das N√ľrnberger Volksfest, der Augsburger Pl√§rrer, das W√ľrzburger Kiliani-Volksfest, die Regensburger Dult, die F√ľrther Michaeliskirchweih und der Hofer Schlappentag.

Bayern hat offiziell kein Landesfest, jedoch hat der Tag der Franken, der seit 2006 in Franken begangen wird, den Charakter eines Landesfesttags. Der N√ľrnberger Christkindlesmarkt ist ein Weihnachtsmarkt auf dem Hauptmarkt und geh√∂rt mit √ľber zwei¬†Millionen Besuchern j√§hrlich zu den gr√∂√üten Weihnachtsm√§rkten Deutschlands und den bekanntesten weltweit.

Aush√§ngeschild unter den traditionellen Dorfkirchweihfesten ist die Limmersdorfer Lindenkirchweih im oberfr√§nkischen Thurnau (Landkreis Kulmbach), in deren Mittelpunkt der Tanz in der Lindenkrone z√§hlt. Sie wird seit mindestens 1729 als fr√§nkische Plankirchweih ununterbrochen durchgef√ľhrt. 2014 wurde sie deshalb als Sinnbild d√∂rflicher fr√§nkischer Festkultur als einer von 27 Br√§uchen in Deutschland in die Nationale Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Kartenspieltradition

Siehe: Schafkopf, Watten

Kleidung

Siehe: Bayerische Tracht, Fränkische Tracht

Industriekultur

Mit der Maxh√ľtte (Sulzbach-Rosenberg) verf√ľgt Bayern √ľber eines der bedeutendsten Industriedenkmale Europas. Die technik- und architekturhistorisch einmalige Anlage wird trotz bestehenden Denkmalschutzes teilweise demontiert. Aktuell wird versucht, das Industriedenkmal vor einem endg√ľltigen Abriss zu bewahren.

Sehensw√ľrdigkeiten

Bayern kann auf eine √ľber 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zur√ľckblicken. Laut Artikel¬†3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat Bayern f√∂rdert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit j√§hrlich √ľber 500¬†Millionen Euro, zus√§tzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater Tr√§ger hinzu.

Die ersten Steinbauten in Bayern entstanden in der R√∂merzeit. Beispielsweise wurde in Wei√üenburg eine r√∂mische Therme ausgegraben. Zeugnisse aus dem Fr√ľhmittelalter gibt es nur wenige. Ein Beispiel ist jedoch die Krypta des Bamberger Doms aus der Zeit Kaiser Heinrichs¬†II. Im Hochmittelalter wurden Augsburg, N√ľrnberg, W√ľrzburg und Regensburg zu wohlhabenden Handelsst√§dten. In Regensburg und N√ľrnberg entstanden wie in Italien m√§chtige Geschlechtert√ľrme. Der Regensburger Dom ist ein Hauptwerk der gotischen Architektur in S√ľddeutschland. Da die Steinerne Br√ľcke lange Zeit die einzige Br√ľcke zwischen Ulm und Wien an der Donau war, f√ľhrte sie den Handel hierher. Zu den historischen Stadtkernen geh√∂ren neben den gro√üen St√§dten auch Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsb√ľhl, Straubing und N√∂rdlingen. Die Stadt Landshut ist f√ľr die Martinskirche, den gr√∂√üten Backsteinturm der Welt sowie f√ľr die Stadtresidenz mit ihren Renaissancemalereien bekannt. In Augsburg errichteten die Fugger die Fuggerei, die √§lteste Sozialsiedlung der Welt. Das Rathaus der Stadt gilt als das Paradest√ľck dieser Zeit. Zu den Sehensw√ľrdigkeiten in M√ľnchen geh√∂ren das Siegestor und die Antikensammlungen. In N√ľrnberg z√§hlen die historischen Sehensw√ľrdigkeiten der Altstadt, das Reichsparteitagsgel√§nde aus der Zeit des Nationalsozialismus sowie das Memorium N√ľrnberger Prozesse zu den bedeutendsten touristischen Anlaufpunkten. Unter K√∂nig Ludwig¬†II. entstanden Schloss Neuschwanstein, Schloss Linderhof und Herrenchiemsee.

UNESCO-Welterbe

Zum Welterbe der UNESCO innerhalb Bayerns geh√∂rt unter anderem seit 1981 die W√ľrzburger Residenz, ein Schlossbau des s√ľddeutschen Barocks, samt Hofgarten und angrenzendem Residenzplatz. Die bemerkenswert pr√§chtig ausgestattete Wieskirche bei Steingaden wurde 1983 zum Welterbe erkl√§rt. 1993 wurde die Altstadt von Bamberg zum Weltkulturerbe erkl√§rt. Seit 2005 geh√∂rt der Obergermanisch-Raetische Limes, mit insgesamt 550¬†Kilometern L√§nge das l√§ngste Bodendenkmal Europas, zum Welterbe. Teil des Welterbes sind mehrere zum Limes geh√∂rende Bauten wie die Thermen in Wei√üenburg. 2006 wurde die Altstadt von Regensburg mit Altem Rathaus, Dom und Steinerner Br√ľcke aufgenommen, 2011 die pr√§historischen Pfahlbauten um die Alpen mit mehreren urgeschichtlichen Siedlungen, 2012 folgte das Markgr√§fliche Opernhaus in Bayreuth. Der letzte bayerische Neuzugang als UNESCO-Welterbe war 2019 das Augsburger Wassermanagement-System.

Zum Weltdokumentenerbe der UNESCO geh√∂ren seit 2003 die Bamberger Apokalypse, einer Handschrift des Klosters Reichenau, sowie seit 2013 das Lorscher Arzneibuch. Beide Schriften werden in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrt. In der Bayerischen Staatsbibliothek in M√ľnchen liegen das 2003 aufgenommene Perikopenbuch Heinrichs II., das 2009 aufgenommene Hohenems-M√ľnchener Handschrift A, das 2003 aufgenommene Evangeliar aus dem Bamberger Dom, das 2003 aufgenommene Evangeliar Ottos III. und das 2005 aufgenommene Bibliotheca Corviniana. Eine Goldene Bulle (aufgenommen 2013) lagert im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, eine weitere im Staatsarchiv N√ľrnberg.

Museen

Bayern ist mit rund 1350 Museen das museumsreichste Bundesland Deutschlands und eine der museumsreichsten Regionen des Kontinents. Zur vielf√§ltigen Museumslandschaft z√§hlen Sammlungen, Schl√∂sser, G√§rten und private Sammlungen. Zu den gr√∂√üten und bekanntesten geh√∂ren das Germanische Nationalmuseum in N√ľrnberg und das Bayerische Nationalmuseum in M√ľnchen. Gr√∂√ütes naturwissenschaftlich-technisches Museum der Welt ist das Deutsche Museum in M√ľnchen. Zu den gr√∂√üten und bedeutendsten ihrer Art geh√∂ren das seit 1976 bestehende Fr√§nkische Freilandmuseum in Bad Windsheim und das seit 1990 bestehende Fr√§nkische Freilandmuseum in Fladungen. Einen wesentlichen Teil des Gem√§lde- und Kunstbesitzes des Freistaates Bayern betreuen die Bayerischen Staatsgem√§ldesammlungen.

Bibliotheken und Archive

Gr√∂√üte Bibliothek des Freistaates ist die Bayerische Staatsbibliothek in M√ľnchen. Sie ist die zentrale Landesbibliothek Bayerns und eine der bedeutendsten europ√§ischen Forschungs- und Universalbibliotheken mit internationalem Rang. Mit 10,22¬†Millionen Medieneinheiten ist sie die drittgr√∂√üte Bibliothek Deutschlands und besitzt eine der gr√∂√üten Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Gr√∂√üte Universit√§tsbibliothek ist die M√ľnchner Universit√§tsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universit√§t. √Ąlteste √∂ffentliche Bibliothek ist die Stadtbibliothek N√ľrnberg, gr√∂√üte hingegen die M√ľnchner Stadtbibliothek. Die zweitgr√∂√üte Bibliothek Bayerns ist die Bibliothek der Friedrich-Alexander-Universit√§t Erlangen-N√ľrnberg. Um die Versorgung mit wissenschaftlicher Literatur in allen Regionen zu gew√§hrleisten, existieren zehn staatliche Regionalbibliotheken, die gr√∂√üte hiervon ist die Staatsbibliothek Bamberg.

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv in M√ľnchen ist das gr√∂√üte bayerische Staatsarchiv und aufgrund der langen staatlichen Existenz Bayerns auch eines der bedeutendsten Archive in Europa. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Staatsarchive.

Tier- und Wildparke

(Auswahl)

Gartenschauen

In Bayern fand schon zweimal die Bundesgartenschau statt: Die Bundesgartenschau 1983, die mit der Internationalen Gartenbauausstellung zusammenfiel, und die Bundesgartenschau 2005, die beide jeweils in M√ľnchen stattfanden.

Bayern konzipierte als eines der ersten Bundesl√§nder eine eigene Landesgartenschau, die erstmals 1980 zusammen mit dem Land Baden-W√ľrttemberg in Neu-Ulm/Ulm stattfand.

M√ľnzen

Seit 2006 erscheinen j√§hrlich 2-Euro-Gedenkm√ľnzen mit einem Motiv des Landes, das den Pr√§sidenten des Bundesrates stellt. 2012 war dies Bayern, somit wurden mit dem Ausgabedatum 3.¬†Februar 2012 rund 30¬†Millionen 2-Euro-M√ľnzen mit dem Schloss Neuschwanstein als Motiv gepr√§gt, die als offizielles Zahlungsmittel im Umlauf sind und beim M√ľnzen sammeln beliebt sind.

Feiertage

Neben den bundesweit g√ľltigen Feiertagen Neujahr (1.¬†Januar), Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag, Tag der Arbeit (1.¬†Mai), Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag und Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (3.¬†Oktober) sowie der 1. und 2.¬†Weihnachtsfeiertag (25./26.¬†Dezember) gibt es im Freistaat Bayern gem√§√ü dem Gesetz √ľber den Schutz der Sonn- und Feiertage noch weitere Feiertage. In ganz Bayern als Feiertag g√ľltig sind Heilige Drei K√∂nige (6.¬†Januar), Fronleichnam und Allerheiligen (1.¬†November). Aus Anlass des 500.¬†Reformationsjubil√§ums im Jahr 2017 war der Reformationstag am 31.¬†Oktober 2017 ein einmaliger gesetzlicher Feiertag. Mari√§ Himmelfahrt (15.¬†August) ist nur in Gemeinden mit √ľberwiegend katholischer Bev√∂lkerung ein gesetzlicher Feiertag. Das Augsburger Friedensfest (8.¬†August) ist nur in der Stadt Augsburg ein gesetzlicher Feiertag. Ebenso ist der Schlappentag nur in der Stadt Hof ein Feiertag. Bu√ü- und Bettag war bis 1994 Feiertag. Seitdem ist der Tag zwar Werktag, jedoch haben Sch√ľler unterrichtsfrei.

Mit zw√∂lf landesweit g√ľltigen Feiertagen ist Bayern das Bundesland mit den meisten Feiertagen, inklusive Mari√§ Himmelfahrt sind es in katholischen Gebieten 13¬†Feiertage, in Augsburg sind es 14.

Neben den Feiertagen sind stille Tage, an denen besondere Einschr√§nkungen zu beachten sind, festgelegt. Es sind √∂ffentliche Unterhaltungsveranstaltungen verboten, die nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen, beispielsweise herrscht an Karfreitag Tanzverbot. Die stillen Tage in Bayern sind Aschermittwoch, Gr√ľndonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Allerheiligen, Volkstrauertag, Totensonntag, Bu√ü- und Bettag sowie der Heilige Abend (24.¬†Dezember).

Bildung

Schulsystem

Es sind etwa 5500 Schulen im Freistaat Bayern vorhanden, die nach dem Bayerischen Gesetz √ľber das Erziehungs- und Unterrichtswesen arbeiten. Es folgt nach der vierj√§hrigen Grundschule das dreigliedrige Schulsystem mit Mittelschule, Realschule und Gymnasium mit Abitur nach der 12. Klasse. Ab der 7.¬†Klasse gibt es die M√∂glichkeit, die Wirtschaftsschule, und ab der 10., die Berufliche Oberschule (Fachoberschule und Berufsoberschule) mit Erlangung des bayerischen Abiturs nach der 13. Klasse zu besuchen.

Sch√ľler mit einem Abschlusszeugnis der Realschule, der Wirtschaftsschule oder des M-Zuges an Mittelschulen k√∂nnen an ausgew√§hlten Gymnasien in so genannte Einf√ľhrungsklassen √ľbertreten und bei erfolgreichem Bestehen in die 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums √ľbertreten. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein √úbertritt in die 11. Klasse auch ohne Besuch der Einf√ľhrungsklasse m√∂glich bzw. ein √úbertritt in die regul√§re 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums m√∂glich. Hinzu treten sonderp√§dagogische F√∂rderschulen sowie Schulen f√ľr Kranke. Das Schulsystem ist generell durchl√§ssig, und jedem Sch√ľler steht mit jedem erreichten Abschluss der Weg zum n√§chsth√∂heren schulischen Abschluss offen.

Als Schulen besonderer Art sind in Bayern f√ľnf Gesamtschulen vorhanden. Ferner gibt es in Bayern zahlreiche Internate, Privatschulen sowie Einrichtungen des zweiten Bildungswegs. Eine Besonderheit im bayerischen Bildungswesen sind Schulvorbereitenden Einrichtungen f√ľr Kinder mit sonderp√§dagogischem F√∂rderbedarf, die es so in der Form in keinem anderen Bundesland gibt. Weitere Besonderheiten des bayerischen Schulsystems sind Jahrgangsstufentests, Absentenheftf√ľhrer sowie das Elitenetzwerk Bayern zur akademischen Spitzenausbildung.

In den von der OECD durchgef√ľhrten PISA-Studien erreichen die Sch√ľler Bayerns regelm√§√üig Spitzenpl√§tze.

Im gesamtdeutschen Bildungsvergleich liegt Bayern (stand 2019) auf dem zweiten Platz hinter Sachsen.

Universitäten und Hochschulen

In Bayern existieren neun staatliche Universit√§ten des Freistaates, sowie die Universit√§t der Bundeswehr M√ľnchen. Bis 1962 existierten lediglich vier Universit√§ten in M√ľnchen (LMU, TU), W√ľrzburg und Erlangen (ab 1966 Erlangen-N√ľrnberg). Zwischen 1962 und 1975 wurden in Regensburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth und Passau f√ľnf weitere durch den Freistaat gegr√ľndet. Hinzu kam 1973 noch die neu gegr√ľndete Bundeswehruniversit√§t. Seit 2018 befindet sich mit der Technischen Universit√§t N√ľrnberg die zehnte staatliche Universit√§t im Aufbau.

Daneben gibt es 18 staatliche Fachhochschulen in Bayern, wie etwa in Aschaffenburg, Hof, Landshut, Kempten und N√ľrnberg die zwischen 1971 und 1996 gegr√ľndet wurden. Dar√ľber hinaus existiert mit der 1980 gegr√ľndeten Katholischen Universit√§t Eichst√§tt-Ingolstadt eine kirchliche Universit√§t, sowie vier weitere private bzw. kirchliche Hochschulen und 10 Kunsthochschulen.

Sport

Ballsportarten

Zu den beliebtesten Sportarten geh√∂rt der Fu√üball. Der Bayerische Fu√üball-Verband z√§hlt rund 1,5¬†Millionen Mitglieder und ist damit der mitgliederst√§rkste Verband des Deutschen Fu√üball-Bunds. International bekannt ist der FC Bayern M√ľnchen, er ist Rekordmeister der Fu√üball-Bundesliga, der er seit 1965 angeh√∂rt, und dar√ľber hinaus mehrfacher Gewinner von internationalen Fu√üballwettbewerben wie der UEFA Champions League. Ebenfalls in der h√∂chsten deutschen Spielklasse spielt seit 2011 der FC Augsburg. In der zweith√∂chsten Spielklasse, der 2. Fu√üball-Bundesliga, spielen aktuell vier bayerische Vereine: Der neunfache deutsche Meister und langj√§hrige Rekordmeister 1. FC N√ľrnberg, der dreifache deutsche Meister SpVgg Greuther F√ľrth, der SSV Jahn Regensburg und die W√ľrzburger Kickers. In der Saison 2020/21 spielen zudem der FC Ingolstadt 04, die SpVgg Unterhaching, der langj√§hrige Erstligist TSV 1860 M√ľnchen, T√ľrkg√ľc√ľ M√ľnchen sowie die Zweitvertretung des FC Bayern M√ľnchen in der 3. Fu√üball-Liga. Der 1.¬†FC N√ľrnberg belegt bei der Anzahl der gewonnenen Meisterschalen den zweiten Platz.

Bei den Frauen ist ebenfalls die Mannschaft des FC Bayern M√ľnchen, deutscher Meister 1976, 2015 und 2016, in der Bundesliga vertreten.

Im Volleyball sind in der 1. Bundesliga der mehrmalige deutsche Meister der Frauen Roten Raben Vilsbiburg und NawaRo Straubing sowie die Herren von WWK Volleys Herrsching und dem TSV Unterhaching aktiv.

Die Basketballmannschaften von Brose Bamberg, medi Bayreuth, Bayern M√ľnchen und s.Oliver W√ľrzburg spielen in der h√∂chsten deutschen Spielklasse. Brose Bamberg wurde 2005, 2007, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2015 deutscher Meister und 2010, 2011 und 2012 Pokalsieger. Im Damen-Basketball konnte die in der 1. Bundesliga spielende Mannschaft des TSV Wasserburg in den Jahren 2004 bis 2007 den deutschen Meistertitel erringen und wurde zudem 2005 bis 2007 deutscher Pokalsieger.

Derzeit (Saison 2020/21) sind der HC Erlangen und der HSC 2000 Coburg (beide Bundesliga) die h√∂chstklassig spielenden Handballvereine der M√§nner im Freistaat Bayern. Die Handballabteilung des TV Gro√üwallstadt aus dem Landkreis Miltenberg spielte lange Jahre in der 1.¬†Handball-Bundesliga und spielt heute in der 2.¬†Bundesliga, in der auch die DJK Rimpar vertreten ist. Bekannt, wenn auch ebenso nicht mehr erstklassig, sind die M√ľnchener Vereine TSV Milbertshofen und MTSV Schwabing.

Im Damenhandball ist der 1. FC N√ľrnberg das erfolgreichste bayerische Team. In der j√ľngeren Vergangenheit wurden sie 2005, 2007 und 2008 Deutscher Meister und stie√üen 2007/2008 bis in die Hauptrunde der EHF Champions League vor.

Jedes Jahr findet in M√ľnchen ein gro√ües Tennisturnier statt, das von BMW gesponsert wird: Die BMW Open. Sie gelten als Eingangstor f√ľr sp√§tere Karrieren. Namhafte Tennisspieler der ganzen Welt reisen dorthin, um wichtige ATP-Punkte mitzunehmen. Weibliche Tennisspieler nehmen an den WTA-Wettk√§mpfen teil. Ein gro√ües WTA-Turnier, der N√ľrnberger Versicherungscup findet seit 2013 j√§hrlich in N√ľrnberg statt. Bekannte Repr√§sentanten des bayerischen Tennis sind Philipp Kohlschreiber aus Augsburg und David Prinosil aus Amberg. Bayern steht mit 163 Golfpl√§tzen deutschlandweit an der Spitze, Oberbayern hat gemeinsam mit der Metropolregion Hamburg die gr√∂√üte Golfplatzdichte. Es sind 110.000 aktive Golfer registriert.

Im Baseball haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Mannschaften hervorgebracht, die erfolgreich in der 1.¬†und 2. Baseball-Bundesliga spielen. Dazu z√§hlt unter anderem der deutsche Meister der Saison 2008, 2010 und 2011 aus Regensburg, die Regensburg Legion√§re. Zu den weiteren erfolgreichen bayerischen Teams geh√∂ren die Gauting Indians, die Ingolstadt Schanzer und die Haar Disciples. Auf Landesverbandsebene geh√∂ren unter anderem die Augsburg Gators, die Erlangen White Sox, die F√ľrth Pirates, die Deggendorf Dragons und die Garching Atomics zu den bayerischen Vereinen. Mit rund 60 angemeldeten Vereinen ist der BBSV, der Bayerische Baseball- und Softball-Verband, einer der gr√∂√üten in Deutschland.

Auch im American Football ist Bayern mit einigen Mannschaften in den h√∂chsten Spielklassen vertreten. In der Bundesliga, genannt GFL (German Football League), spielen die Munich Cowboys, die Ingolstadt Dukes und die Allg√§u Comets aus Kempten. In der zweith√∂chsten Spielklasse, GFL2, sind drei bayerische Mannschaften vertreten, die Kirchdorf Wildcats, die Straubing Spiders und die Fursty Razorbacks. Im Damenfootball sind die Munich Cowboys Ladies und die M√ľnchen Rangers Ladies in der Bundesliga vertreten, sowie die Allg√§u Comets Ladies, die N√ľrnberg Rams Ladies und die Regensburg Phoenix Ladies in der zweiten Liga.

Korbball wird vor allem in Franken, aber auch im Allgäu gespielt. Schweinfurt gilt seit 1937 als Zentrum des Korbballs. In der Region nehmen mehr als 80 Vereine am Spielbetrieb teil.

Wintersport

Speziell im alpinen Raum hat der Wintersport eine traditionell gro√üe Bedeutung. G√ľnstige Bedingungen f√ľr Ski-Rennlauf finden sich in den Bayerischen Alpen. Die herausragenden Vertreter dieser Sportart sind Mirl Buchner, Heidi Biebl, Rosi Mittermaier, Marina Kiehl, Christa Kinshofer, Martina Ertl-Renz, Hilde Gerg, Maria H√∂fl-Riesch, Franz Pfn√ľr und Markus Wasmeier. Aus dem Biathlon-Bundesleistungszentrum in Ruhpolding gingen zahlreiche Gewinner internationaler Wettbewerbe hervor, die bekanntesten unter ihnen sind Fritz Fischer, Michael Greis, Uschi Disl, Martina Glagow und Magdalena Neuner. Im Langlauf erreichten Tobias Angerer und Evi Sachenbacher-Stehle bedeutende Resultate.

In Bayern gibt es f√ľnf Eishockey-Vereine in der Deutschen Eishockey Liga; die Augsburger Panther, den ERC Ingolstadt, den EHC Red Bull M√ľnchen, die N√ľrnberg Ice Tigers und die Straubing Tigers. In der DEL2 spielen die Mannschaften des EHC Bayreuth, des EV Landshut, des ESV Kaufbeuren und der T√∂lzer L√∂wen. In der Oberliga S√ľd sind alle 12 Mannschaften aus Bayern, obwohl die S√ľd-Gruppe theoretisch auch Baden-W√ľrttemberg und das s√ľdliche Sachsen umfasst. Weitere, besonders durch ihre Nachwuchsarbeit bekannte Vereine sind die Starbulls Rosenheim sowie der EV F√ľssen.

Vor allem im Gebiet des Oberallgäuer Orts Oberstdorf und in Garmisch-Partenkirchen finden zahlreiche Sportveranstaltungen statt, etwa die ersten beiden Springen der Vierschanzentournee. In Garmisch fanden die Olympischen Winterspiele 1936 statt. Auch zahlreiche Welt- und Europameisterschaften, etwa im Bereich Rennrodeln, Eiskunstlauf, Curling oder Skiflug, fanden dort stat

Siehe auch: Eishockey in Bayern

Weitere Sportarten

Nicht zuletzt durch den Dokumentarfilm Am Limit wurden die Sportkletterer Thomas und Alexander Huber einem gr√∂√üeren Publikum ein Begriff. Auch fr√ľher waren Bayern unter den weltbesten Gipfelst√ľrmern, unter anderen Johann Grill, Josef Enzensperger, Otto Herzog, Anderl Heckmair oder Toni Schmid.

In Bayern haben sich einige Brauchtumssportarten wie Fingerhakeln und Eisstockschie√üen erhalten, die in organisierten Ligen betrieben werden. Auch das Sautrogrennen geh√∂rt zu den bayerischen Brauchtumssportarten. Besondere Beliebtheit erfreut sich diese Sportart im S√ľden Bayerns an den Fl√ľssen Donau, Iller, Isar und Lech. In Franken wird anl√§sslich von Volksfesten in den meist noch vorhandenen √∂rtlichen Dorf- bzw. L√∂schwasserteichen diesem Sport gehuldigt. Unter gr√∂√üter Belustigung der Zuschauer werden ernste regionale und √ľberregionale Meisterschaften bestritten, seit 2010 in Schwarzenbach an der Saale sogar echte Weltmeisterschaften.

Im Bereich des Motorsports gibt es die allj√§hrlichen Tourenwagenrennen zur DTM auf dem Norisring in N√ľrnberg-Dutzendteich. Speedwayrennen gibt es in Landshut, Pocking, Abensberg und Olching, sowie Sandbahnrennen in M√ľhldorf am Inn, Pfarrkirchen, Vilshofen, Dingolfing und Plattling. In Inzell gibt es internationale Eisspeedwayrennen. Sportschie√üen wird in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Bogen, Wurfscheibe, Laufende Scheibe und Armbrust im gesamten Land ausge√ľbt. Die Sportsch√ľtzen stellen mit dem Bayerischen Sportsch√ľtzenbund (BSSB) den viertgr√∂√üten Sportfachverband im Land. Viele bayerische Teilnehmer bei Olympischen Spielen konnten bereits Erfolge erzielen.

Im Tanzsport tanzen die Latein- und die Standardformation des RGC N√ľrnberg in der zweiten Bundesliga. Im Einzeltanzbereich gibt es sehr viele erfolgreiche T√§nzer. Viele Turnvereine haben in Bayern eine lange Tradition. Das Landesleistungszentrum war in N√ľrnberg, wurde aber mit dem Bundesleistungszentrum in Frankfurt am Main zusammengelegt. Zentren sind Augsburg, W√ľrzburg, Schweinfurt, N√ľrnberg, Landshut, Passau und Rosenheim. Bayerische Turnerinnen belegten in den 1920er Jahren oftmals weltweit Spitzenpl√§tze.

Seit 2000 gibt es f√ľr Kinder eine ‚ÄěBayerische Kinderturnolympiade‚Äú. Austragungsort war f√ľnf Mal Neumarkt in der Oberpfalz, im Jahre 2000, 2004, 2008, 2012 und 2016. 2012 fanden in Neumarkt zudem die 31.¬†Turnerjugend-Festspiele im Rahmen der Kinderturnolympiade statt. Im Jahre 2020 wird die n√§chste Kinderturnolympiade ausgetragen.

Statistik und Studien

Kriminalitätsrate

Im deutschlandweiten Vergleich weist Bayern eine sehr niedrige Kriminalitätsrate auf. 2017 gab es 4868 Straftaten pro 100.000 Einwohner, wie aus der polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Das war der niedrigste Wert unter allen Bundesländern.

Privatinsolvenzen

Bayern hatte 2017 unter allen Bundesl√§ndern die niedrigste Quote an Privatinsolvenzen. Auf 100.000 B√ľrger gerechnet waren nur 86 zahlungsunf√§hig. Der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 123 privaten Insolvenzen je 100.000 Einwohner. In Bremen waren es mit 212 am meisten.

Fremdenfeindlichkeit

Laut der sogenannten Mitte-Studie der Universit√§t Leipzig von 2015 stimmen 33,1¬†% der Bayern ausl√§nderfeindlichen Aussagen zu. Das war im L√§ndervergleich der zweith√∂chste Wert nach Sachsen-Anhalt. Dort waren es 42,2¬†%. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 24,3. Dar√ľber hinaus ist von allen Bundesl√§ndern in Bayern mit 12,6¬†% die Zustimmung zu antisemitischen Aussagen am h√∂chsten (Bundesdurchschnitt: 8,4¬†%). Damit w√§ren ausl√§nderfeindliche und antisemitische Einstellungen in Bayern weit verbreitet.

Eine Studie der LMU M√ľnchen von 2016 kam dagegen zu einem differenzierteren Bild. Demnach f√§nden feindliche Einstellung gegen√ľber Ausl√§ndern allgemein kaum Zustimmung, sondern 56¬†% der Bayern seien ablehnend speziell gegen√ľber Muslimen, 32¬†% gegen√ľber Fl√ľchtlingen und 21¬†% antisemitisch.

Siehe auch

Literatur

  • Institut f√ľr Bayerische Geschichte: Einf√ľhrende Bibliographie zur Geschichte Bayerns (Zusammenstellung grundlegender Literatur und Quellensammlungen; PDF; 51¬†kB).
  • Bayerische Bibliographie
  • Karl Bosl (Hrsg.): Handbuch der historischen St√§tten Deutschlands. Band 7: Bayern (= Kr√∂ners Taschenausgabe. Band 277). 3. Auflage. Kr√∂ner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-27703-4.
  • Max Spindler (Hrsg.), Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Bayerischer Schulbuchverlag, M√ľnchen 1969.
  • Max Spindler, Alois Schmid (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. Beck, M√ľnchen 1971ff. (4 B√§nde).
  • Wilhelm Volkert, Richard Bauer: Handbuch der bayerischen √Ąmter, Gemeinden und Gerichte: 1799‚Äď1980. Beck, M√ľnchen 1983, ISBN 3-406-09669-7.
  • Peter Claus Hartmann: Bayerns Weg in die Gegenwart. Vom Stammesherzogtum zum Freistaat heute. 2. Auflage. Pustet, Regensburg 2004, ISBN 3-7917-1875-4.
  • Benno Hubensteiner: Bayerische Geschichte. Staat und Volk, Kunst und Kultur. 18. Auflage. Rosenheim 2013, ISBN 978-3-475-53756-1.
  • Gerald Huber: Lecker derbleckt. Eine kleine bairische Wortkunde. Societ√§tsverlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-7973-1100-9.
  • Bayerisches Jahrbuch. 86. Jahrgang. K. G. Saur, M√ľnchen 2007, ISBN 978-3-598-23666-2. (auch CD-ROM-Ausgabe: ISBN 978-3-598-23667-9 (wichtiges Nachschlagewerk mit Informationen zu mehr als 7.000 Institutionen und ca. 12.500 Personen))
  • Franz X. Bogner: Bayern aus der Luft. St√ľrtz, W√ľrzburg 2009, ISBN 978-3-8003-4014-9.

Weblinks

  • Website der Bayerischen Staatsregierung
  • Bayerische Landesbibliothek Online
  • Haus der Bayerischen Geschichte
  • Detaillierte Karten fl√§chendeckend
  • Au√üenwirtschaftsportal Bayern
  • bavarikon Kunst- und Wissenssch√§tze Bayerns
  • Literatur √ľber Bayern im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Bezeichnung der Region: Bundesland

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Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 50.5647142
südlichster Punkt: 47.2701114
westlichster Punkt: 8.9763497
östlichster Punkt: 13.8396373

 
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