Beschreibung der Tour:
Sehr monotone und lange Strecke über 14km Fahrstraße entlang des Karwendelbachs.
Eigentlich steht für den heutigen Tag die vielversprechende Tour über den Gjaidsteig zur Hochlandhütte an, doch da meine Fersen nur noch aus rotem Fleisch bestehen, beschließen wir unsere geplante Karwendeldurchquerung abzubrechen. Von der Hüttenwirtin erfahren wir, dass es ein Hüttentaxi geben soll, welches uns holen kommen könnte, doch nachdem wir erst über eine halbe Stunde vergeblich Handy-Empfang suchen und dann bei extrem schlechter Verbindung den Preis von 100 Euro hören, beschließen wir lieber zu Fuß den Marsch nach Scharnitz anzutreten.
Humpelnd machen wir uns also auf den Weg die extrem lange und langweilige Fahrstraße.
Nach ein paar engen steilen Kehren passieren wir die Lochalm und ab hier folgen wir nahezu die ganze Zeit dem Karwendelbach anfangs steiler bis etwa zur Angeralm und dann nur noch ganz sanft abfallend über die staubige Straße. Zu den schmerzenden Füßen kommt jedoch ab dem flacher werdenden Weg eine echte Plage auf uns zu: Bremsen! Wir werden plötzlich über eine Stunde lang regelrecht attackiert von mehreren Bremsen, die blutige Spuren auf den Armen hinterlassen. Ständig mir den Armen um uns wedelnd verscheuchen wir gegenseitig die lästigen Viecher von Armen, Nacken und Gesicht, um nicht total zerstochen zu werden. Über diese Nerverei vergesse ich sogar kurzzeitig die Schmerzen in den Füßen, immerhin etwas Gutes hat es also doch...
Einige kleine Highlights gibt es auf dem sonst recht öden Weg dann doch. Ein recht hoher Wasserfall, ein schmaler geländeloser Steg über den Karwendelbach und eine große Wildfütterungsstelle leider aber ohne Wild lenken uns teilweise kurz ab.
Nach der Larchetalm blickt man auf eine nahezu endlose gerade Staße und der Weg scheint kein Ende zu nehmen. Erst als die Vegetation dichter wird und wir von der Sonne fast gebraten sind keimt wieder Hoffnung auf Scharnitz doch noch in Kürze zu erreichen. Nach dem Abstieg durch den Wald können wir die ersten Gebäude zwischen den Bäumen entdecken und plötzlich sind wir dann auch am Ortsrand von Scharnitz. Ironischerweise gehen wir an dem Haus vorbei wo das Hüttentaxi stationiert ist und wandern weiter durch den Ort zum Bahnhof, von wo uns der Zug nach Innsbruck bringen soll.
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit uns und der Bahnhof ist wegen Bauarbeiten gesperrt, so dass wir auf den Schienenersatzverkehr sprich den Bus umsteigen müssen... Dieser bringt uns nach einer Stunde Wartezeit nach Seefeld wo wir dann in den Zug nach Innsbruck steigen. Im Zug haben wir Zeit, um in Ruhe zu betrachten, was die Bremsen mit uns angestellt haben. Riesige rote Beulen an Hals und armen lassen nichts Gutes erahnen und später soll es sich als Blutvergiftung herrausstellen...
Von Innsbruck geht es nach einer Rast bei McDonals mit dem Zug weiter nach Jenbach, und von dort nach erneuter langer Wartezeit mit dem Bus zurück nach Pertisau, wo wir glücklicherweise wieder im Haus Garni Berghof einen Schlafplatz finden.
Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
Diese Strecke ist absolut nur für Radfahrer empfehlenswert, und wurde von uns nur aufgrund von Blasen an den Füßen gewählt, die ein geplantes Fortsetzen unserer Tour verhindert haben.