Tour Karwendel-Durchquerung Ost-West Extended
MTT zu Favoriten
8
MTT gefällt 8 Benutzern
  • Sheldon
  • pebbls
  • Björn
  • degener
  • Catharina
  • timforb
  • Kati_B
  • meikelratz

Foto Foto Info Details zur Mehrtagestour

  Die östliche Karwendelspitze durch das natürliche Fenster 
Beschreibung:
Die normale Ost-West-Durchquerung des Karwendels lässt sich in 4 Tagen relativ gemütlich bewältigen. Wir planten jedoch eine Erweiterung auf 7 Tage mit einigen schönen Besteigungen.
Auf der ersten Etappe hängten wir noch die Lamsenspitze an. Am zweiten Tag schoben wir eine Extraschicht auf das Sonnjoch.
Der dritte Tag endet für gewöhnlich schon auf der Falkenhütte, wir gingen jedoch weiter bis zum Karwendelhaus und sparten uns so einen Tag.
Dort gingen wir an Tag 4 die so genannte Königsetappe über den Brendelsteig auf die Birkkarspitze, der höchste Gipfel des Karwendels.
(An Tag 5 sollte dann der Weg über den Gjaidsteig und Wörner zur Hochlandhütte erfolgen.
Und an Tag 6 der Weg über die Westliche Karwendelspitze nach Mittenwald.)
Wir stiegen an Tag 5 allerdings nach Scharnitz ab.
Da wir das Auto an der Grameialm stehen ließen, erfolgte nun die Rückfahrt mit Bus und Bahn über Innsbruck zurück nach Pertisau.

Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
Leider plagten mich schon nach 3 Tagen riesige Blasen an beiden Fersen, die mir meine neuen Socken beschert haben, daher kürzten wir die geplanten letzten beiden Etappen mit dem direkten Abstieg nach Scharnitz ab.
 
Typ: Strecke Typische Vertreter einer Mehrtagestour in Streckenform sind Gebirgsdurchquerungen in Ost-West oder Nord-Süd-Richtung. Hier befinden sich Start und Ziel meist weit auseinander und es sind teilweise lange Zug- oder Busfahrten notwendig, um wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen.
5 Etappen
Tour Zeitraum:
11.07.2010 - 15.07.2010
Der Zeitraum der Mehrtagestour ergibt sich automatisch aus den Daten der einzelnen Tagestouren.
5143 Hm Aufstieg
5446 Hm Abstieg
35:00 Stunden Gehzeit gesamt
66.69 Die Streckenlängen werden automatisch aus der Route errechnet.
Daher kann dieser Wert ungenau sein.
Je genauer die Route bestimmt wird, desto genauer wird auch die Streckenlänge.
km Streckenlänge
erstellt von Tom Hofer
- erstellt von Tom Hofer am 15.09.2010 09:38
- letzte Änderung am 09.08.2017 11:07

Karte Gesamtroute aller Etappen:

Höhenprofil Höhenprofil: aktuelle Höhe:   m | aktuelle Streckenposition: 0 km | Höhe min. 959 m
 

Tour Etappe 1: Lamsenspitze

Lamsenspitze mit Nordostgrat rechts 
Beschreibung der Tour:
Über den Normalweg, der jedoch auch Kletterei erfordert und Trittsicherheit und Schwindelfreiheit bedingt, da es teils recht luftig zugeht.

Der Start unserer Karwendeldurchquerung.
Unser Gastgeber vom Hotel Garni Berghof in Pertisau, welches ich jedem Gast nur ans Herz legen kann, brachte uns morgens freundlicherweise mit seinem Bus zur Gramei-Alm, so dass uns kilometerlanger Fußweg über Teer und Schotterstraße erspart blieben. Da die Gramei-Alm mit dem Auto erreichbar ist herrscht hier erwartet viel Gedränge von Leuten die den kleinen Rundweg durch den Gramaier Grund angehen wollen. Am Alpengasthof Gramai ist für jedes Alter was dabei, ein kleiner Streichelzoo und Abenteuerspielplatz für die Kleinen und eine Käserei und sonstiges Kulinarisches für die Großen. Man muss sagen, dass sich hier trotz des Tourismus eine gewisse Urtümlichkeit gehalten hat und man nicht den Eindruck hat sich ausserhalb in einem Vergnügungspark zu befinden.
Wir sind jedoch zum Bergsteigen hier und verweilen nicht lange hier, auch wenn es dazu einlädt. Unser Weg führt uns anfangs flach und breit zusammen mit einigen Spaziergängern weiter ins Tal. Nach etwa einer halben Stunde trennen sich dann jedoch unsere Wege und der Pfad wird schmaler. Bei nahezu unerträglicher Hitze gehen wir schwitzend durch das steinige Gelände das komplette Tal aus. Die kleine Lärchen bieten uns nur sehr wenig Schatten, doch die beeindruckenden Felswände ringsum lassen uns die Anstrenung leichter scheinen. Auch unser Tagesziel Lamsenspitze ragt nahezu unerklimmbar vor uns auf und wir steigen weiter sanft am Hang entlang bis Talende. Erst hier wird der Weg steiler und enger in Serpentinen bis zur Lamsenjochhütte. Wir erreichen die Hütte und die gut gefüllte Terrasse lässt uns bereits ahnen, dass es voll wird in der Nacht.
Nachdem wir uns gestärkt haben und beim etwas unfreundlichen Hüttenwirt unser Nachtlager gebucht haben, laden wir das unnötige Gepäck ins Winterlager, welches die einzigen noch freien Zimmer bot, und machen uns weiter auf den Weg zur Lamsenspitze.
Der steile Pfad führt uns geradewegs in Serpentinen auf den Westlichen Grat der Lamsenspitze zu. Als wir den Fuß der Felswand erreichen quert der Weg durch losen Schotter und wir müssen kurz vor dem Einstieg zur Lamsenscharte noch ein Schneefeld umgehen.
Ein kleiner Klettersteig führt uns hinauf in die Lamsenscharte, und wer sich hierbei nicht wohlfühlt, weil es neben ihm ein gutes Stück senkrecht bergab geht, sollte lieber umkehren, da es später nicht besser wird.
Einige Drahtseile helfen uns bis hinauf in die Lamsenscharte, um uns auf der anderen Seite erneut am Fuße der Felswand der Lamsenspitze ein langes Geröllfeld zu queren bis wir am eigentlichen Einstieg zur Lamsenspitze sind.
Wir haben den Berg jetzt nahezu komplett umrundet und stehen vor einer steilen Rinne die aber gut mit Drahtseilen versichert ist. Wir verlassen die Rinne und wechseln in den griffigen stufigen Fels der uns weiter nach oben führt. Als die Kletterei vorbei ist und abgelöst wird durch steile Serpentinen aus losen Schotter hören wir den ersten Donner. Zum Gipfel sind es noch etwa 100m und ich beschließe im Eiltempo die letzten Meter dennoch zurückzulegen. Auch ein paar andere Bergsteiger lassen sich nicht vom nahenden Gewitter abhalten. Zügig gehe ich die letzten flachen Meter bis zum Gipfel. Die Wolken sind netterweise sehr hoch, so dass ich trotz der Bewölkung eine tolle Sicht auf die umliegenden Karwendelgipfel habe. Lange verweile ich jedoch nicht hier oben, das ein paar weitere Donner mich antreiben. Schon beim Abstieg deutet sich aber an, dass sich das Gewitter verzieht oder woanders austobt, denn es wird wieder heller.
Der Abstieg erfolgt über den gleichen Weg und das Abklettern erweist sich als unangenehmer als das Raufklettern. Doch nachdem wir aus der Rinne heraus sind und das Geröllfeld queren ist das Schlimmste geschafft. Der Abstieg aus der Lamsenscharte ist problemlos, nur die Umgehung des Schneefelds bei dem losen Geröll ist etwas hakelig. Dafür können wir jetzt zur Hütte abkürzen indem wir in großen ausladenden Schritten den losen Schotter hinabrutschen, der wie eine breite Autobahn den Hang herunterführt. Diese Art des Abstiegs ist besondern Gelenkschonend und zudem auch noch sehr schnell, so dass wir sehr flott wieder an der Hütte sind, wo wir unsere kalkweißen Schuhe ausziehen und unser verdientes Nachtlager aufsuchen, um uns auf den Abend vorzubereiten.

Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
100m unter dem Gipfel begann es zu donnern, dennoch lief ich noch zum Gipfel. Glücklicherweise verzog sich das Gewitter und es regnete nicht.
Wandern T4 T4: Alpinwandern

Klicke für mehr Informationen
1380 Hm Aufstieg
689 Hm Abstieg
05:45 05:45 Stunden. Manuell eingetragen.

Gehzeit Aufstieg
manuell: 04:45 Stunden

Gehzeit Abstieg
manuell: 01:00 Stunden

Gehzeit manuell: Die Gehzeit wurde vom Benutzer manuell eingetragen.
Gehzeit automatisch: Die Gehzeit wurde vom System anhand der Route und den anfallenden Höhenmetern und Kilometern errechnet und kann daher von den tatsächlichen Werten abweichen.
Stunden Gehzeit
8.76 Dies ist die manuell eingegebene Streckenlänge.
Diese kann durchaus von der automatischen abweichen.
km Streckenlänge
11 Tour gegangen
am 11.07.2010 Sonntag

 

Tour Etappe 2: Lamsenjochhütte - Östliches Lamsenjoch - Westliches Lamsenjoch - Hahnkampl - Sonnjoch - Gramaialm Hochleger - Hahnkampl - Westliches Lamsenjoch - Östliches Lamsenjoch - Lamsenjochhütte

Obligatorisches Gipfelfoto 
Beschreibung der Tour:
Schöne Tour, herrliches Panorama, etwas Trittsicherheit und gewisse Schwindelfreiheit schaden nicht.

Schon von der Hütte aus kann man den mächtigen Felsbrocken sehen, der jedoch noch in weiter Ferne steht. Auch das Zwischenziel auf dem Weg zum Sonnjoch dem Hahnkampl kann deutlich tiefer und näher gelegen schon ausmachen.
Nach einem kurzen Abstieg auf dem Normalanstieg zur Lamsenjochhütte von gestern verläuft der Weg an den Ausläufern der Lamsenspitze flach bis zum westlichen Lamsenjoch und man kann das große Tal Gramaier Grund komplett einsehen. Im Lamsenjoch sehen wir ein paar Gämsen die völlig ungestört ein kleines Stück unter uns äsen.
Wir biegen im Lamsenjoch nach rechts ab und auf dem teils schmalen Grasgrat gehen wir sehr abwechslungsreich durch Fels und Wiesen bis zum Gipfelkreuz des Hahnkampl. Vom Grat aus kann man zum ersten Mal auch den höchsten Gipfel des Karwendels sehen, die Birkkarspitze, welche in 2 Tagen auf dem Programm steht.
Vom Gipfel des Hahnkampl steht man vor einer beeindruckenden Kulisse. Ganz dicht hinter uns die mächtige Nordwand der Lamsenspitze, die sich prima für ein paar Gipfelfotos als Hintergrund eignet. Und auch die höchsten Gipfel des Karwendel reihen sich im Westen auf. Ein gutes Stück unter uns sehen wir auch schon die Gramaialm-Hochleger, zu der wir jetzt absteigen werden.
Auch deutlich zu erkennen ist der Weg hinauf zum Sonnjoch im Gegenhang, den wir gleich benutzen werden.
Der Abstieg vom Hahnkampl ist anfangs steil und steinig. Auf halbem Weg zum Binssattel oder auch Gramaisattel biegen wir auf den unbeschilderten Abzweig Richtung Gramaialm-Hochleger ab, die wir aber rechts liegen lassen nach unseren Abstieg und uns direkt an den Wiederaufstieg zum Sonnjoch machen. Wir folgen dem mäßig steilen Pfad durch dünn bewachsene Wiesen, die in der wärmer werdenden Sonne wenig Schatten bieten. Der Weg wird nun immer steiler bis wir nahezu ohne Kurven den Hang hinaufschreiten bis wir den Südwestgrat erreichen. Der Grat ist nicht all zu schmal und besteht aus Fels und losem Schotter. Wer nicht ständig im Schotter ausrutschen möchte, dem sei nahegelegt stattdessen direkt auf dem Fels zu gehen, was zwar steiler aber trotzdem angenehmer ist. Schon bald erreichen wir das breite Gipfelplateau und müssen nur noch die letzten Meter bis zum Gipfelkreuz auslaufen, welches sich nicht auf der höchsten Stelle befindet, sondern am östlichsten Rand platziert ist, so dass es vom Tal aus sichtbar ist. Der eigentliche Gipfel ist einige Dutzend Meter weiter im Inneren und deutlich mit mehreren Steinmännchen markiert.
Der Blick von hier oben ist einfach fantastisch. Im Nordosten kann man bis Pertisau und dem blaugrünen Achensee schauen, im Süden sieht man die Lamsenjochhütte von der wir aufgebrochen sind mitsamt Talanstieg und Weiterweg zum westlichen Lamsenjoch. Davor thront die Lamsenspitze und dahinter geht der Blick bis ins Zillertal. Und auch die höchsten des Karwendels sind wieder sichtbar: Birkkarspitze, Ödkarpsitzen, Kaltwasserkarspitze und die mächtigen Lalidererwände.
Nachdem wir die Aussicht lange genug genossen haben machen wir uns auf gleichem Weg wieder hinunter, teilweise von Stein zu Stein hüpfend, um dem rutschigen Schotter zu entgehen. Unten an der Gramaialm-Hochleger angekommen machen wir erst mal eine ausgiebige Rast mit Kaiserschmarrn und Skiwasser. Da anfängt zu donnern bleiben wir noch eine Weile länger auf der Alm und warten ab bis sich das Wetter beruhigt hat. Nach einer kleinen kurzen Schauer starten wir den Rückweg zur Lamsenhochhütte wieder über Hahnkampl und westliches Lamsenjoch. An der Hütte angekommen muss ich mit Bedauern feststellen, dass ich eine große Blase an der Ferse habe. Nachdem diese versorgt ist blicken wir mit Genugtuung zurück Richtung Sonnjoch und freuen uns auf den morgigen Tag.

Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
Dieser Abstecher gehört nicht unbedingt in die Karwendeldurchquerung, aber aufgrund der schönen Strecke und der tollen Aussicht empfiehlt es sich trotzdem diese Etappe zwischen zu schieben.
Wandern T3 T3: anspruchvolles Bergwandern

Klicke für mehr Informationen
1170 Hm Aufstieg
1170 Hm Abstieg
08:00 08:00 Stunden. Manuell eingetragen.

Gehzeit Aufstieg
manuell: 04:00 Stunden

Gehzeit Abstieg
manuell: 04:00 Stunden

Gehzeit manuell: Die Gehzeit wurde vom Benutzer manuell eingetragen.
Gehzeit automatisch: Die Gehzeit wurde vom System anhand der Route und den anfallenden Höhenmetern und Kilometern errechnet und kann daher von den tatsächlichen Werten abweichen.
Stunden Gehzeit
5.85 Dies ist die manuell eingegebene Streckenlänge.
Diese kann durchaus von der automatischen abweichen.
km Streckenlänge
12 Tour gegangen
am 12.07.2010 Montag

 

Tour Etappe 3: Lamsenjochhütte - Karwendelhaus

Blick zurück auf Hohljoch und Lamsenspitze 
Beschreibung der Tour:
Lange Tour, die sich am Ende zieht, aber mit herrlicher Aussicht und schönen Einkehrmöglichkeiten auf der Falkenhütte und der Rasthütte Engalm.

Erneut begrüßt uns morgens ein sonniger Tag und wir marschieren nach 2 Tagen auf der Lamsenjochhütte neuen Zielen entgegen. Wie am vorigen Tag steigen wir kurz ein Stück ab und gehen dann flach bis zum westlichen Lamsenjoch. Dort biegen wir aber heute nicht ab zum Hahnkampl sonder steigen ab Richtung Engtal. Es führt ein breiter Weg in sanften Kehren mäßig steil stetig bergab.
Kur bevor wir die Binsalm Biederleger erreichen biegen wir links auf den Panoramaweg ab, der uns zum einen ein tolles Panorama bieten soll und zum anderen den Weg über die breite Fahrstraße runter ins Engtal erspart. Ich kann diese Alternative nur weiter empfehlen, auch wenn man zuerst wieder recht steil auf breitem Weg bergauf steigen muss, um auf den wirklichen Panoramaweg zu gelangen.
Nachdem wir die Drijaggenalm passiert haben kommen wir dann tatsächlich in den Genuss auf die mächtigen Lalidererwände zu blicken. Rundum die felsigen Kalkwände der höchsten Gipfel des Karwendels, wahrlich eine tolle Aussicht die zum pausieren auf einer der Bänke einlädt.
Auf der gegenüberliegenden Seite ist auch schon der weitere Wegverlauf erkennbar: Man muss den gesamten Teil den man absteigt auf der anderen Seite wieder hinauf... Und die Gebäude die man dort oben erkennt sind noch nicht die Falkenhütte, sondern nur die Lalidersalm-Hochleger an denen man nicht direkt vorbeikommt.
Wir verlassen den Panoramaweg und steigen anfangs steil durch den Wald ab, und später dann noch steiler auf fast geradem Weg über schmale Pfade durch Wiesen bis wir fast den großen Ahornboden erreichen. Hier wird der Weg dann wieder etwas breiter und flacher und kurz vor der Engalm treffen wir wieder auf den Adlerweg der hier eine breite Straße ist.
In der Eng angekommen treffen wir trotz der guten Erreichbarkeit mit dem Bus und der daher gut erschlossenen Touristik auf einige urige alte Hütten und freundliche Leute. In der Rasthütte Engalm machen wir unsere erste richtige Rast und gönnen uns Germknödel und Kakao.
Nach der Stärkung geht es weiter zuerst nahezu flach über von Kühen bevölkerte Wiesen, dann etwas steiler und steiniger durch den Wald, der sich bald lichtet und so gehen wir angenehm steigend die letzten Meter hoch zum Hohljoch. Von hier kann man auf dem nächsten Hügel schon die Falkenhütte sehen, doch zwischen der Hütte und uns liegt ein weiteres Tal, wir queren jedoch ohne allzu großen Höhenverlust durch die Laliderer Reisen, dem Geröllfeld unterhalb der Lalidererwände. Kurz vor erreichen der Hütte treffen wir auf die Fahrstraße, die aus dem Tal bis hoch zur Falkenhütte führt und folgen dieser in ein paar Kurven bis zu unserem eigentlichen Tagesziel.
An der Hütte geniessen wir erstmal bei einem Stück Topfenkuchen die irre Aussicht. Man sitzt hier direkt im Angesicht der Lalidererspitze und der gesamten Pracht der Nordwände der höchsten Gipfel des Karwendels. Auch der Blick zurück über Hohljoch bis zur Lamsenspitze und der Blick vorraus zur Birkkarspitze sind frei, so dass wir von hier aus fast den gesamten Streckenverlauf der Karwendeldurchquerung überblicken können.
Nach der Stärkung beschließen wir um halb 3 kurzfristig heute noch den für morgen geplanten Weiterweg zum Karwendelhaus in Angriff zu nehmen, um so einen Tag einzusparen. Also steigen wir auf geradem Weg von der Falkenhütte über die Wiesen auf einem wie von Hand angelegten weißen Steinpfad steil ab, bis wir wieder auf den Fahrweg treffen. Diesem folgen wir vorbei an einer sehr urigen Hütte an der Ladizalm bis wir im Saudisswald die Fahrstraße verlassen und auf einen breiten Weg wechseln. Dieser führt normalerweise zum kleinen Ahornboden, doch eine kleine dünn gepunktete Linie auf der Karte lässt uns kurze Zeit später den Normalweg verlassen und auf den sehr schmalen und leicht zu verfehlenden Trampelpfad überschwenken. Nicht direkt eine Abkürzung, auch wenn es auf der Karte so aussieht, wohl aber der wohl lohnenswerteste Abschnitt des gesamten Urlaubs. Der Pfad ist nicht beschildert und scheint auch nicht sehr oft begangen, denn er ist teils stark verwildert, doch gerade das macht den Reiz des Pfades aus. Über Stock und Stein geht es nahezu auf einer Höhe bleibend erst durch den Wald dann später über Geröll und Steine bis wir an eine Stelle kommen wo ein riesiger Erdrutsch mehr als 100m des Weges mit sich weggespült hat. Da man die Fortsetzung des Weges auf der anderen Seite jedoch gut erkennen kann kämpft man sich einfach querfeldein durch den losen Fels und Steinmix bis man wieder auf den Pfad trifft.
Hier geht es eine steile ausgewaschene Rinne hinauf, die dann wieder zu einem sehr schmalen Pfad wird und schon bald wieder auf die ursprünliche Fahrstraße vom kleinen Ahornboden trifft.
Ab hier beginnt die Tortur des ewigen Wartens auf das Karwendelhaus, denn ohne groß Höhe zu gewinnen oder zu verlieren marschiert man um zig Kurven und Hügel und erwartet jeden Moment die Hütte. Kurve um Kurve fühlt man sich am Ziel, um dann doch enttäuscht zu werden. Fast so wie auf dem Weg zur Martin-Busch-Hütte in Vent, falls jemand den Weg kennt...
Erst hinter dem Hochalmsattel ist es dann endlich so weit und man sieht das Karwendelhaus, auch wenn man jetzt schon fast da ist freut man sich nach der langen Strecke am Ziel zu sein.
Die Freude währt jedoch nur kurz, denn nachdem ich mich meiner Schuhe entledigt habe, offenbart sich ein grausiger Anblick. Der wohl größte Fehlkauf meines Bergsteigerlebens, ein paar neue Socken, stellt sich als besonders blasenfördernd heraus, so dass zwei riesige rote Wunden meine Fersen schmücken.
Meine Moral von der Geschicht: Tausche nie die Socken nicht!

Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
Ursprüngliches Ziel war die Falkenhütte. Kurz entschlossen sind wir dann aber doch weiter gegangen bis zum Karwendelhaus.
Wandern T2 T2: Bergwandern

Klicke für mehr Informationen
1269 Hm Aufstieg
1453 Hm Abstieg
09:00 09:00 Stunden. Manuell eingetragen.

Gehzeit Aufstieg
automatisch: 05:35 Stunden

Gehzeit Abstieg
automatisch: 04:20 Stunden

Gehzeit manuell: Die Gehzeit wurde vom Benutzer manuell eingetragen.
Gehzeit automatisch: Die Gehzeit wurde vom System anhand der Route und den anfallenden Höhenmetern und Kilometern errechnet und kann daher von den tatsächlichen Werten abweichen.
Stunden Gehzeit
22.23 Dies ist die manuell eingegebene Streckenlänge.
Diese kann durchaus von der automatischen abweichen.
km Streckenlänge
13 Tour gegangen
am 13.07.2010 Dienstag

 

Tour Etappe 4: Brendelsteig - Birkkarspitze

Die östliche Karwendelspitze durch das natürliche Fenster 
Beschreibung der Tour:
Die Königsetappe der Karwendeldurchquerung mit Besteigung des höchsten Gipfels des Karwendels!
Der Hinweis auf dem Abzweig Richtung Brendelsteig: Für Geübte sollte durchaus ernst genommen werden. Teilweise sehr ausgesetzte Kletterei an versichertem Steig und rutschigen Abhängen.

Gleich hinter der Hütte geht es los mit den ersten versicherten Stellen, und wer sich hier nicht absolut sicher durchmanövriert, sollte die Tour lieber abbrechen, denn das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was noch kommen soll!
Die Seile führen uns mitten durch die Metallwälle die zum Schutz gegen Lawinen und Steinschlag hier aufgestellt wurden. Nach dieser kurzen Kraxelei führt uns der Pfad recht flach durch dichtes Nadelholz. Schon nach kurzer Zeit biegt rechts der Pfad ab Richtung Brendelsteig. Wie in der Info schon angesprochen ist es ratsam dem Hinweis: Nur für Geübte absoluten Glauben zu schenken, denn nur Trittsichere und Schwindelfreie sollten sich an die Überschreitung der Ödkarspitzen wagen.
Wir steigen nun ab in den Schlauchkargraben, um dann unterhalb des nördlichen Ausläufers der Ödkarspitzen leicht ansteigend durch Schotter zu queren. Schon bald befinden wir uns an den ersten Seilversicherungen, wo der eigentliche Brendelsteig beginnt. In einigen steilen Kehren in unwegsamen Gelände gelangen wir auf den Sattel nordwestlich der Ödkarspitzen. Wem das zu steil oder zu ausgesetzt ist, dem sei spätestens hier zur Umkehr geraten.
Nun gehen wir südlich den breiten Grat hinauf wobei es steil und felsig ist, teilweise unterstützt von Metallseilen. Schon vom Sattel konnte man eine Felswand sehen, die scheinbar unüberwindbar ist, diese wird dann auch der Punkt sein, ab dem man anfängt den Berg zu umgehen. Wir bleiben auf gleicher Höhe und steigen teils versichert um den Fuß der Ödkarspitzen herum bis ins Marxenkar. Dieses wird nun leicht ansteigend südlich ausgegangen durch losen Schotter. Kurz vor dem eigentlichen Anstieg auf die westliche Ödkarspitze müssen wir einige Schneefelder passieren, hier ist darauf zu achten nicht versehentlich auszurutschen, und nach Verlassen zu bedenken, dass die Schuhe noch nass sind und nicht ganz so griffig. Vom Einschnitt zwischen Marxenkarspitze und westlicher Ödkarspitze beginnt dann der Schlussanstieg der sich in steilen Serpentinen durch den Schotter zieht. Der Gipfel ist recht unscheinbar nur mit zwei großen Steinmännern markiert. Wir befinden uns jetzt knapp 1000 Höhenmeter über dem Karwendelhaus, welches wir von hier sehen können. Schon von hier bietet sich ein herrliches Panorama und eine Aussicht auf das was noch vor uns liegt.
Nach einer kurzen Rast steigen wir ein Stück ab, und dann wieder durch Schotter auf zur mittleren Ödkarspitze, der höchsten der drei ödkarspitzen, dem höchsten Punkt des Brendelsteigs und immerhin zweithöchster Gipfel des Karwendels. Hier steht dann auch ein einfaches Holzkreuz. Bis hier traue ich es jedem durchschnittlichen Wanderer mit ein wenig Mut zu zu bestehen. Doch schon der Anblick der östlichen Ödkarspitze vermag nicht gutes zu bedeuten. Der Anstieg sicht steil und felsig aus, und es gibt einige Stellen an denen man kaum mehr auf das Stahlseil verzichten kann. Dagegen wirkte der bisherige Steig wie ein Spaziergang. Endlich oben angekommen begüßt uns ein einfacher Steinmann. Ohne große Pause beschließen wir weiter zu gehen.
Es folgt der mit Abstand haarigste Teil der Tour, denn der Abstieg ist eher ein Abklettern, fast ständig am Seil und teilweise sehr ausgesetzt. Dazu kommt viel loser Schotter der einem nicht das Gefühl von sicherem Untergrund gibt selbst wenn es einen Pfad gibt. Nach dieser Schlüsselstelle geht es es felsiger und rutschiger Art weiter bis ins Schlüsselkar, wo das Birkkar-Notbiwak steht. Am Biwak beschließen wir, uns zu trennen und Jenny bleibt am Biwak um sich für den anstehenen Abstieg zu erholen.
Der Aufstieg zur Birkarspitze wirkt nach dem anspruchsvollen Abstieg von der östlichen Ödkarspitze nahezu leicht. Es gibt zwar auch einige Stahlseile, die man jedoch selten benötigt, und auch ist der Hang nicht so ausgesetzt. Flott bin ich auf dem Gipfel und geniesse den Rundblick auf die Berge des Karwendel, schliesslich gibt es weit und breit keinen höheren Berg.
Ich beginne den Abstieg vom Gipfel auf dem selben Weg wie hoch, und ab dem Schlauchkarsattel geht es gemeinsam an den langen Abstieg durchs Schlauchkar.
Die ersten Meter gestalten sich als äußerst unangenehm, da einige Schneefelder den normalen Weg blockieren und umgangen werden müssen. Dazu kommt, dass es sehr steil und rutschig ist. So dauert auch der Abstieg deutlich länger als geplant. Es wird dann aber nach und nach etwas flacher und bald geht es zügiger voran. Da die Sonne nach wie vor scheint, merken wir wieso jeder sagt, dass das Schlauchkar seinen Namen zurecht trägt, auch wenn der Ursprung wohl ein anderer war, aber die Hitze staut sich hier und der lange Marsch schlaucht gewaltig. Da können wir froh sein, dass wir nur den Abstieg durch diese Glut machen müssen. Nach schier endlosem Schutt kommt langsam das Grün näher und es wir zunehmend flach. Nach einigen Kehren treffen wir wieder auf den Abzweig Richtung Brendelsteig und wissen, dass es fast geschafft ist. Nur das das kurze Stück durch die Nadelhölzer, dann der Abstieg durch die Lawinengitter und wir sind wieder an der Hütte.

Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
Alles in allem ein sehr schöne Tour, die jedoch anspruchsvoller als gedacht war. Speziell der Abstieg von der östlichen Ödkarspitze stellte sich als äußerst pikant heraus, und einmal dort kann man auch kaum noch umkehren.
Zudem ist die Tour nur bei gutem Wetter zu empfehlen, bei Regen wird dies eine zu gefährliche Angelegenheit!
Weitere interessante Information zur Besteigung findet ihr auch auf Bergzeit.
Wandern T5 T5: anspruchvolles Alpinwandern

Klicke für mehr Informationen
Runde Bei Rundtouren befindet sich das Ziel am selben Ort wie der Start. sehr schwierig
1204 Hm Aufstieg
1214 Hm Abstieg
08:00 08:00 Stunden. Manuell eingetragen.

Gehzeit Aufstieg
manuell: 06:00 Stunden

Gehzeit Abstieg
manuell: 02:00 Stunden

Gehzeit manuell: Die Gehzeit wurde vom Benutzer manuell eingetragen.
Gehzeit automatisch: Die Gehzeit wurde vom System anhand der Route und den anfallenden Höhenmetern und Kilometern errechnet und kann daher von den tatsächlichen Werten abweichen.
Stunden Gehzeit
10.4 Dies ist die manuell eingegebene Streckenlänge.
Diese kann durchaus von der automatischen abweichen.
km Streckenlänge
14 Tour gegangen
am 14.07.2010 Mittwoch

 

Tour Etappe 5: Abstieg Karwendelhaus nach Scharnitz

Sinnbildlich für die Strecke ist dieser Abschnitt ... 
Beschreibung der Tour:
Sehr monotone und lange Strecke über 14km Fahrstraße entlang des Karwendelbachs.

Eigentlich steht für den heutigen Tag die vielversprechende Tour über den Gjaidsteig zur Hochlandhütte an, doch da meine Fersen nur noch aus rotem Fleisch bestehen, beschließen wir unsere geplante Karwendeldurchquerung abzubrechen. Von der Hüttenwirtin erfahren wir, dass es ein Hüttentaxi geben soll, welches uns holen kommen könnte, doch nachdem wir erst über eine halbe Stunde vergeblich Handy-Empfang suchen und dann bei extrem schlechter Verbindung den Preis von 100 Euro hören, beschließen wir lieber zu Fuß den Marsch nach Scharnitz anzutreten.
Humpelnd machen wir uns also auf den Weg die extrem lange und langweilige Fahrstraße.
Nach ein paar engen steilen Kehren passieren wir die Lochalm und ab hier folgen wir nahezu die ganze Zeit dem Karwendelbach anfangs steiler bis etwa zur Angeralm und dann nur noch ganz sanft abfallend über die staubige Straße. Zu den schmerzenden Füßen kommt jedoch ab dem flacher werdenden Weg eine echte Plage auf uns zu: Bremsen! Wir werden plötzlich über eine Stunde lang regelrecht attackiert von mehreren Bremsen, die blutige Spuren auf den Armen hinterlassen. Ständig mir den Armen um uns wedelnd verscheuchen wir gegenseitig die lästigen Viecher von Armen, Nacken und Gesicht, um nicht total zerstochen zu werden. Über diese Nerverei vergesse ich sogar kurzzeitig die Schmerzen in den Füßen, immerhin etwas Gutes hat es also doch...
Einige kleine Highlights gibt es auf dem sonst recht öden Weg dann doch. Ein recht hoher Wasserfall, ein schmaler geländeloser Steg über den Karwendelbach und eine große Wildfütterungsstelle leider aber ohne Wild lenken uns teilweise kurz ab.
Nach der Larchetalm blickt man auf eine nahezu endlose gerade Staße und der Weg scheint kein Ende zu nehmen. Erst als die Vegetation dichter wird und wir von der Sonne fast gebraten sind keimt wieder Hoffnung auf Scharnitz doch noch in Kürze zu erreichen. Nach dem Abstieg durch den Wald können wir die ersten Gebäude zwischen den Bäumen entdecken und plötzlich sind wir dann auch am Ortsrand von Scharnitz. Ironischerweise gehen wir an dem Haus vorbei wo das Hüttentaxi stationiert ist und wandern weiter durch den Ort zum Bahnhof, von wo uns der Zug nach Innsbruck bringen soll.
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit uns und der Bahnhof ist wegen Bauarbeiten gesperrt, so dass wir auf den Schienenersatzverkehr sprich den Bus umsteigen müssen... Dieser bringt uns nach einer Stunde Wartezeit nach Seefeld wo wir dann in den Zug nach Innsbruck steigen. Im Zug haben wir Zeit, um in Ruhe zu betrachten, was die Bremsen mit uns angestellt haben. Riesige rote Beulen an Hals und armen lassen nichts Gutes erahnen und später soll es sich als Blutvergiftung herrausstellen...
Von Innsbruck geht es nach einer Rast bei McDonals mit dem Zug weiter nach Jenbach, und von dort nach erneuter langer Wartezeit mit dem Bus zurück nach Pertisau, wo wir glücklicherweise wieder im Haus Garni Berghof einen Schlafplatz finden.


Zusatzinformationen / persönliche Anmerkungen:
Diese Strecke ist absolut nur für Radfahrer empfehlenswert, und wurde von uns nur aufgrund von Blasen an den Füßen gewählt, die ein geplantes Fortsetzen unserer Tour verhindert haben.
Wandern T1 T1: Wandern

Klicke für mehr Informationen
120 Hm Aufstieg
920 Hm Abstieg
04:15 04:15 Stunden. Manuell eingetragen.

Gehzeit Aufstieg
automatisch: 01:10 Stunden

Gehzeit Abstieg
manuell: 04:15 Stunden

Gehzeit manuell: Die Gehzeit wurde vom Benutzer manuell eingetragen.
Gehzeit automatisch: Die Gehzeit wurde vom System anhand der Route und den anfallenden Höhenmetern und Kilometern errechnet und kann daher von den tatsächlichen Werten abweichen.
Stunden Gehzeit
19.45 Dies ist die manuell eingegebene Streckenlänge.
Diese kann durchaus von der automatischen abweichen.
km Streckenlänge
15 Tour gegangen
am 15.07.2010 Donnerstag

 

Lage Lage der Mehrtagestour

Kommentar Meinungen und Kommentare


Optionen Downloads und Optionen

Bücher und Karten Bücher und Karten

MTT Weitere Mehrtagestouren

Karwendel-Durchquerung Ost-West Extended
Karwendel-Durchquerung Ost-West Extended ,5 Etappen, Touren: Lamsenspitze Lamsenjochhütte - Östliches Lamsenjoch - Westliches Lamsenjoch - Hahnkampl - Sonnjoch - Gramaialm Hochleger - Hahnkampl - Westliches Lamsenjoch - Östliches Lamsenjoch - Lamsenjochhütte Lamsenjochhütte - Karwendelhaus Brendelsteig - Birkkarspitze Abstieg Karwendelhaus nach Scharnitz

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.