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Karte Karte: Bundesland Sachsen

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Gebirge in Sachsen: 11
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Region Informationen Bundesland: Sachsen

Informationen:


Der Freistaat Sachsen [zaksnÌ©] (obersorbisch Swobodny stat Sakska) ist ein Land im Osten der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Dresden, die bevölkerungsreichste Stadt ist Leipzig, dritte Großstadt ist Chemnitz. Der Freistaat Sachsen entstand 1918 als Nachfolger des Königreiches Sachsen und wurde 1990 wieder gegrĂŒndet. Wie bereits als Land der Weimarer Republik bezeichnet sich Sachsen per Landesverfassung als Freistaat.

Mit rund vier Millionen Einwohnern (Platz sieben) und einer FlĂ€che von rund 18.400 Quadratkilometern (Platz zehn) nimmt Sachsen eine mittlere Stelle unter den 16 deutschen LĂ€ndern ein (Stand 2017). NachbarlĂ€nder sind Bayern im SĂŒdwesten, ThĂŒringen im Westen, Sachsen-Anhalt im Nordwesten, Brandenburg im Norden sowie die Republik Polen im Osten und die Tschechische Republik im SĂŒden.

Der Freistaat Sachsen gliedert sich seit der Kreisreform 2008 in zehn Landkreise und drei kreisfreie StÀdte.

Geographie und Geologie

Lage und Gliederungen

Sachsen liegt im Osten Mitteldeutschlands und grenzt an die LĂ€nder Bayern (LĂ€nge der Grenze 41 km), ThĂŒringen (274 km), Sachsen-Anhalt (206 km), Brandenburg (242 km), die Republik Polen (123 km) und die Tschechische Republik (454 km). Der Freistaat Sachsen gehört wie auch ThĂŒringen und Teile Sachsen-Anhalts zur Region Mitteldeutschland. Die Lage seines Mittelpunktes wird abhĂ€ngig vom zugrundeliegenden Berechnungsverfahren heute unterschiedlichen Ortschaften zugeordnet.

Nach topografischen Gesichtspunkten ist es sinnvoll, Sachsen in Flachland, HĂŒgelland und Mittelgebirge einzuteilen. Zum Flachland gehören vor allem die Leipziger Tieflandsbucht sowie die nördliche Oberlausitz. Beide sind durch jĂŒngere Ablagerungen aus dem eiszeitlichen PleistozĂ€n und den Flussniederungen gekennzeichnet sowie insbesondere durch deren tertiĂ€re Braunkohlevorkommen im Untergrund. Das MittelsĂ€chsische HĂŒgelland weiter sĂŒdlich mit seinen weitflĂ€chigen Lössablagerungen (LösshĂŒgelland) und der damit verbundenen hohen BodenqualitĂ€t geht auf die EndmorĂ€nenbildung zurĂŒck.

Die sĂ€chsischen Mittelgebirge gliedern sich von West nach Ost durch eher unscharfe Grenzen. Im SĂŒdwesten Sachsens erstreckt sich das bis nach Bayern, ThĂŒringen und Böhmen reichende Vogtland mit dem Erzgebirgsbecken als Nordgrenze und dem Elstergebirge im SĂŒdosten. Nach Osten folgt die Pultscholle des Erzgebirges, das meist in West- und Osterzgebirge (geteilt durch das Flöhatal), seltener auch zusĂ€tzlich in das Mittelerzgebirge untergliedert wird. Die Höhenlagen nehmen dabei von West nach Ost langsam ab, weshalb auch die höchste Erhebung Sachsens, der 1215 Meter hohe Fichtelberg, zum West- bzw. Mittelerzgebirge gehört. SĂŒdlich der Landesgrenze fĂ€llt das Erzgebirge steil zum Egertalgraben ab. Den sĂŒdlichen Bereich des Erzgebirges entlang der Kammlagen nimmt der Naturpark Erzgebirge/Vogtland ein. Östlich des Erzgebirges durchbricht die Elbe die Mittelgebirgskette und formte durch tiefe EinschĂŒrfungen das Elbsandsteingebirge. Am nordöstlichen Rand des Elbtals bildet die Lausitzer Verwerfung die scharfe Grenze zum Lausitzer Bergland, welches schließlich im Ă€ußersten SĂŒdosten Sachsens in das weit nach Tschechien reichende Lausitzer Gebirge ĂŒbergeht. Neben diesen Landschaftseinheiten gibt es zahlreiche weitere Unterscheidungen und Nuancen, welche in der Liste der Landschaften in Sachsen verzeichnet sind.

GewÀsser

Eine weitere Gliederung Sachsens kann nach hydrologischen Gesichtspunkten erfolgen. Der wichtigste, grĂ¶ĂŸte und einzig schiffbare Fluss ist die Elbe. Sie durchzieht den Freistaat von SĂŒdosten nach Nordwesten. Wichtige QuellflĂŒsse sind die Mulde, die Weißeritz, die Zschopau, die Weiße Elster und die Spree, deren allgemeine Fließrichtung Norden ist und die ebenfalls zum Flusssystem der Elbe gehören. Im Osten wird der Freistaat von der Lausitzer Neiße begrenzt, die in die Oder mĂŒndet.

Nirgends in Deutschland befinden sich die GewĂ€sser in einem schlechteren Zustand als in Sachsen. Die hohen GĂŒllemengen aus der Massentierhaltung machen den GewĂ€ssern zu schaffen.

Wald

Die sÀchsischen WÀlder nehmen mit insgesamt 520.539 Hektar eine landesweite Bewaldung von 28,2 % ein. Bei den verschiedenen Eigentumsarten hat den höchsten Anteil der Privat- und Treuhandrestwald mit 45,6 % und der Landeswald mit 39,4 %. Weitere Eigentumsformen sind der Körperschaftswald (8,2 %), der Bundeswald (4,7 %) und der Kirchenwald (2,0 %). Insgesamt sind die WÀlder zu 70 % von Nadelbaumarten geprÀgt.

HĂ€ufigste Baumarten sind die Fichte mit 35 % sowie die Kiefer mit 31 % Anteil. HĂ€ufigste Laubbaumarten sind die Birke mit 7 %, Eiche mit 6 % und Buche mit 3 %. In Sachsen sind 72 % aller BestĂ€nde jĂŒnger als 80 Jahre.

Die WaldflĂ€chen in Sachsen sind inhomogen verteilt. Waldreich sind das Erzgebirge und die SĂ€chsische Schweiz im SĂŒden sowie die nordöstlichen Teile von Sachsen. Geringer bewaldet oder sogar teils Ă€ußerst waldarm sind die intensiv landwirtschaftlich genutzten LĂ¶ĂŸgebiete Sachsens mit Schwerpunkt im nordwestlichen Teil des Freistaates. Der Erzgebirgskreis ist mit einer Bewaldung von 46,7 % der waldreichste Landkreis und der Landkreis Leipzig mit nur ca. 15 % Wald am wenigsten bedeckt.

Laut 5. Forstbericht wuchs in den WĂ€ldern Sachsens innerhalb von zehn Jahren der Holzvorrat um ĂŒber 20 % oder 25,88 Millionen mÂł auf heute 156,62 Millionen mÂł Holz zu. Zum Vergleich: der Orkan Kyrill verursachte im Januar 2007 ca. 1,82 Mio. mÂł Wurf- und Bruchholz.

Klima

Sachsen liegt in der gemĂ€ĂŸigten Klimazone Mitteleuropas bei vorherrschender Westwindströmung. Da zwischen den westlichen Meeren und dem Freistaat bereits einige schĂŒtzende Mittelgebirge liegen, ist das Klima kontinentaler geprĂ€gt als im Westen und Norden Deutschlands. Dies zeigt sich vor allem durch kĂ€ltere Winter und trockenere Sommer als in anderen Teilen der Bundesrepublik.

Innerhalb Sachsens gibt es große klimatische Unterschiede. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in den nördlichen Flach- und zentralen HĂŒgellĂ€ndern liegt zwischen 8,5 und 10 Grad Celsius (Zeitraum 1991–2005) mit dem Dresdner Stadtzentrum als wĂ€rmste Region Sachsens mit 10,4° im Jahresmittel. In den Mittelgebirgsregionen betrĂ€gt die Durchschnittstemperatur etwa 6 bis 7,5 Grad Celsius, am Fichtelberg als kĂ€lteste Region etwa 4 Grad Celsius. Das Gleiche gilt auch fĂŒr den durchschnittlichen Jahresniederschlag, bei 500 bis 800 Millimetern im Flachland (Zeitraum 1991–2005) und circa 900 bis 1200 Millimetern im Mittelgebirgsland (am Fichtelberg etwa 1250 Millimeter).

FlÀchennutzung

Der Freistaat Sachsen hat einen Nationalpark (9.350 ha), das BiosphÀrenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (30.000 ha) und drei Naturparke (insgesamt 198.837 ha) ausgewiesen. Des Weiteren sind 222 Naturschutzgebiete (insgesamt 55.032 ha) und 178 Landschaftsschutzgebiete (insgesamt 565.281 ha) festgesetzt.

Geschichte

Als Sachsen wird heute ein Gebiet an der oberen Mittelelbe, in der sĂŒdlichen Lausitz und im Erzgebirge bezeichnet. Es war nie Bestandteil des weitaus Ă€lteren Stammesherzogtums Sachsen, des Siedlungsraumes des historischen Volkes der Sachsen in Norddeutschland. Auf die oben genannten, grĂ¶ĂŸtenteils im spĂ€ten Mittelalter germanisierten Gebiete ging der Landesname erst durch verschiedene dynastische Verschiebungen ĂŒber. Die Bewohner des Freistaates stehen also nicht in direkter Tradition jener Sachsen, die in der Antike und SpĂ€tantike mit dem lateinischen Ausdruck Saxones (griechisch: ÎŁÎŹÎŸÎżÎœÎ”Ï‚) bezeichnet wurden. Von 1247 bis 1485 deckte sich die Geschichte Sachsens zudem in weiten Teilen mit der ThĂŒringens. Zur historischen Abgrenzung nennt man heutige Sachsen auch Obersachsen, im Unterschied zu Niedersachsen oder Altsachsen.

Schon in der Urgeschichte war das heutige Sachsen ein wichtiges Gebiet fĂŒr diejenigen, die ĂŒber die Mittelgebirge reisen wollten. ArchĂ€ologische Spuren weisen eine Besiedlung des Gebiets durch Bandkeramische Kulturen um 5500 v. Chr. aus dem spĂ€teren Böhmen heraus nach. Bevorzugter Siedlungsraum waren die weiten Flussauen von Elbe, Mulde und Spree im Vorland der Gebirge.

Bis ins 6. Jahrhundert standen Teile des spĂ€teren Freistaates unter dem Einfluss der ThĂŒringer, die ihr Königreich im Jahre 531 an die Franken verloren, deren Siedlungen aber teils bis ins 8./9. Jahrhundert bestanden. Vom 7. bis ins 10. Jahrhundert besiedelten von Osten her slawische Völker (Sorben) das spĂ€tere Territorium Sachsens.

Die im Jahr 929 mit dem Burgbau in Meißen gegrĂŒndete Markgrafschaft Meißen kann als VorlĂ€ufer des heutigen Sachsens angesehen werden. Die weitere Geschichte der Markgrafschaft ist seit 1100 von der Besiedlung und Landnahme durch ĂŒberwiegend aus Franken stammende Zuwanderer (Ostsiedlung der Deutschen) geprĂ€gt, die bestehende slawische Burgen, Dörfer und stadtĂ€hnliche Anlagen ĂŒbernahmen und weiter entwickelten sowie neue Orte grĂŒndeten. Eine Vielzahl von Ortsnamen und GewĂ€ssernamen in Sachsen (zum Beispiel jene mit der Ortsnamensendung -itz) sind sorbischen Ursprungs.

Vor allem im Erzgebirge kam es, bedingt durch Erzbergbau und Handel zu Wohlstand und zu GrĂŒndungen von StĂ€dten. Im Jahr 1089 kam die Markgrafschaft und seine Bevölkerung in den Besitz der Wettiner, die bereits in ThĂŒringen ĂŒber Besitzungen herrschten.

Ab 1423 vergrĂ¶ĂŸerten die Wettiner ihren Herrschaftsbereich. Als wichtigsten Zugewinn bekamen sie das ehemals askanische Herzogtum Sachsen-Wittenberg. Es war mit der KurwĂŒrde verbunden. Als Folge der historischen Namensverschiebung wurde nun die Bezeichnung „Sachsen“ fĂŒr den gesamten Herrschaftsbereich der Wettiner ĂŒblich. Auch das bisherige askanische Wappen wurde weiter gefĂŒhrt. Durch die Leipziger Teilung von 1485 löste sich Sachsen von ThĂŒringen in der weiteren Entwicklung ab. In der Folge wurde Dresden zur Residenzstadt des sĂ€chsischen Herzogs ausgebaut.

Mit der durch Martin Luther 1517 ausgelösten Reformation fiel das ernestinische Kursachsen zunehmend in katholisch-kaiserliche Ungnade. Der ernestinische KurfĂŒrst konvertierte 1525 zum Luthertum. Der albertinische Herzog folgte 1539.

Nach dem Schmalkaldischen Krieg, den das ernestinische Kursachsen im Schmalkaldischen Bund verlor, ging mit der Herrschaft ĂŒber Teile Kursachsens 1547 auch die KurwĂŒrde von der ernestinischen auf die albertinische Linie der Wettiner ĂŒber. Die Konfession in beiden LĂ€ndern blieb aber lutherisch.

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg war Sachsen auf Seite der katholischen Habsburger und zog gegen Böhmen. Kursachsen besetzte dabei die Lausitz und erhielt diese zur Deckung der eigenen Kriegskosten zunĂ€chst als Pfand. Sachsen verhielt sich daraufhin neutral, wechselte aber spĂ€ter auf die protestantische Seite, als es seine NeutralitĂ€t durch PlĂŒnderungen in der Lausitz missachtet sah. In der Schlacht bei Breitenfeld (1631) gelang es Sachsen zusammen mit Schweden erstmals, kaiserliche Truppen zu schlagen. 1635 erhielt Sachsen im sog. Sonderfrieden von Prag endgĂŒltig die Herrschaft ĂŒber beide Lausitzen bei gleichzeitiger NeutralitĂ€tsverpflichtung sowie Bestandsgarantie fĂŒr die dortigen konfessionellen VerhĂ€ltnisse.

Das am 8. Oktober 1656 eröffnete Testament Johann Georgs I. sah vor, Teile Kursachsens seinen drei Söhnen August, Christian und Moritz zu vermachen und sie in einer kursĂ€chsischen Sekundogenitur als eigenstĂ€ndige HerzogtĂŒmer einzurichten. Es entstanden die HerzogtĂŒmer Sachsen-Weißenfels, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz. In den folgenden Jahrzehnten ging Sachsen vergleichsweise stark aus dem Krieg hervor und gehörte zu den FĂŒrstentĂŒmern, die sich am schnellsten erholen konnten. Sachsen verhielt sich dabei kaisertreu und stellte zum Beispiel 1683 Truppen fĂŒr die siegreiche Schlacht am Kahlenberg gegen die TĂŒrken. Unter Friedrich August I. (genannt August der Starke) versuchte Kursachsen seine Herrschaft und Stellung im Heiligen Römischen Reich auszubauen. Das Land durchlebte eine „goldene Ära“ die zu einer wirtschaftlichen und kulturellen BlĂŒte fĂŒhrte und als Augusteisches Zeitalter bezeichnet wird. Die wettinischen KurfĂŒrsten Friedrich August I. und sein Sohn Friedrich August II. regierten zeitweise Polen als König und Sachsen als KurfĂŒrst in der Personalunion Sachsen-Polen. Im Großen Nordischen Krieg wurde die Personalunion Sachsen-Polen verheert. Territorialgewinne blieben dem KurfĂŒrstentum verwehrt, wĂ€hrend sein nördlicher Nachbar und Konkurrent Preußen gestĂ€rkt wurde.

Die Preußisch-sĂ€chsischen Beziehungen verschlechterten sich seit den 1740er Jahren und im SiebenjĂ€hrigen Krieg wurde Sachsen durch Preußen besetzt. Es kĂ€mpfte spĂ€ter in einer Allianz aus Österreich, Russland und Frankreich gegen Preußen und Großbritannien und wurde 1759 von dieser Allianz befreit. 1760 belagerte Preußen Dresden erfolglos, richtete dabei aber erstmals große SchĂ€den in der Hauptstadt an. In der Folge ging Schlesien, welches eine Gebietsverbindung zwischen Sachsen und Polen hĂ€tte werden können, an Preußen. Das KurfĂŒrstentum wurde nach und nach wiederhergestellt.

GemĂ€ĂŸ der Pillnitzer Deklaration gehörte Sachsen zu den LĂ€ndern, die an der Seite Preußens gegen die Französische Revolution kĂ€mpften. Nachdem im spĂ€teren Verlauf Napoleon 1806 weit nach Deutschland eingedrungen war, stellten sich ihm die sĂ€chsischen und preußischen Truppen gemeinsam entgegen, wurden aber in der Schlacht bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen. Daraufhin besetzten die Franzosen neben Preußen auch Sachsen. Nach dem baldigen Beitritt zum Rheinbund wurde das KurfĂŒrstentum noch 1806 zum Königreich Sachsen erhoben. Bei den besonders von Preußen getragenen Befreiungskriegen im Jahr 1813 war Sachsen Hauptkriegsschauplatz und kĂ€mpfte weiter an der Seite Frankreichs bis zur Besetzung durch Preußen und Russen nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober. Daher wollte Preußen beim Wiener Kongress Sachsen vereinnahmen, was nur durch den Schutz Österreichs und auch die französische Position verhindert wurde. Sachsen blieb danach zwar weiterhin Königreich, musste jedoch im Norden ungefĂ€hr die HĂ€lfte seines Gebietes an Preußen abtreten. Die Revolution 1848/1849 wurde in Sachsen niedergeschlagen, indem preußische Truppen im Auftrag der Reichsexekution die RĂŒckkehr des wĂ€hrend des Dresdner Maiaufstands geflohenen Königs nach Dresden ermöglichten.

Im Deutschen Krieg 1866 stand Sachsen mit Österreich auf der Verliererseite. Wie 1815 beabsichtigte Preußen die vollstĂ€ndige Annexion Sachsens, was nur durch ausdrĂŒckliche FĂŒrsprache des Kaisers Franz Joseph fĂŒr den VerbĂŒndeten verhindert werden konnte. Sachsen wurde in Folge Mitglied des Norddeutschen Bunds und nahm 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teil. Das Königreich Sachsen war seit 1871 ein Bundesstaat des Deutschen Kaiserreichs, das als kleindeutscher Nationalstaat von Preußen geprĂ€gt wurde.

Am Ersten Weltkrieg nahm letztmals eine eigene sĂ€chsische Armee im Rahmen des deutschen Heeres teil. Im Zuge der Novemberrevolution wurde Sachsen im Herbst 1918 Freistaat im Deutschen Reich, das nun nach der Verfassung von 1919 Weimarer Republik genannt wurde (siehe: Geschichte Sachsens → Freistaat Sachsen (1918 bis 1933)). Mit der Gleichschaltung der LĂ€nder 1934 verlor der Freistaat Sachsen den Großteil seiner politischen Kompetenzen zugunsten der in Sachsen territorial deckungsgleichen NSDAP-Gaustruktur, wurde aber wie die ĂŒbrigen LĂ€nder im Reich nicht offiziell aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land durch die sowjetische Besatzungsmacht rekonstituiert und um die deutsch gebliebenen Teile der preußischen Provinz Schlesien erweitert. 1952 wurden die LĂ€nder im Rahmen der DDR-Verwaltungsreform aufgelöst. Am 3. Oktober 1990 entstand zugleich mit der deutschen Wiedervereinigung das Bundesland Sachsen. Es umfasste die Bezirke Dresden, Karl-Marx-Stadt/Chemnitz und Leipzig (ohne die Landkreise Altenburg und Schmölln, aber zuzĂŒglich der Landkreise Hoyerswerda und Weißwasser) der ehemaligen DDR.

Bevölkerung

Staatsvolk

Laut Art. 5 der sĂ€chsischen Verfassung gehören dem Volk des Freistaates Sachsen BĂŒrger deutscher, sorbischer und anderer Volkszugehörigkeit an.

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl Sachsens war seit ca. 1950 bis 2013 rĂŒcklĂ€ufig, danach wuchs sie per Saldo wieder. Der lĂ€ndliche Raum, diverse Mittelzentren und auch manche oberzentrale Orte verloren Bevölkerung durch Abwanderung und zu niedrige Geburtenraten. Die Einwohnerzahlen der StĂ€dte Dresden, Leipzig und Chemnitz konnten in den 2010er Jahren teils signifikante ZuwĂ€chse verzeichnen, ebenso ihr Umland. Dresden erlebte so zwischen den Jahren 2000 bis 2011 eine Zunahme von annĂ€hernd 52.000 Einwohnern, Leipzig im selben Zeitraum eine Zunahme von mehr als 38.600 Einwohnern und Chemnitz zwischen 2011 und 2015 von gut 8.000 Einwohnern (jeweils ohne Änderung des Gebietsstandes). Diesen StĂ€dten wird ein weiteres Wachstum prognostiziert. Auch die Großen KreisstĂ€dte Radebeul als Wohnquartier fĂŒr Dresden, sowie Markkleeberg am Rande von Leipzig wuchsen in dieser Zeit signifikant.

Der AuslÀnderanteil in Sachsen betrug Ende 2016 4,2 Prozent, was etwa 171.000 AuslÀndern bei gut vier Millionen Einwohnern entsprach.

Die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen seit 1905:

Die Bevölkerungszahlen beziehen sich auf den jeweiligen Gebietsstand des sĂ€chsischen Staates. Bis 1927 betrug dieser ca. 14.993 kmÂČ. Infolge eines Gebietsaustausches mit ThĂŒringen schrumpfte dieser auf ca. 14.986 kmÂČ. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Sachsen die westlich der Neiße gelegenen Teile der preußischen Provinz Niederschlesien zugeschlagen. Der sĂ€chsische Gebietsstand betrug damit ca. 17.004 kmÂČ. Zwischen 1952 und 1990 gab es keinen sĂ€chsischen Staat, sondern auf weiten Teilen dessen Gebiets die Bezirke Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Die Angaben beziehen sich auf den heutigen Gebietsstand, der seit 1990 und der RĂŒckgliederung einiger vogtlĂ€ndischer Gemeinden nach Sachsen 1992 ca. 18.450 kmÂČ umfasst. Der Zuwachs ergab sich ganz ĂŒberwiegend aus der Zuteilung der nördlichen Gebiete des ehemaligen Bezirkes Leipzig um die StĂ€dte Torgau, Eilenburg und Delitzsch, die seit 1815 nicht mehr zu Sachsen gehört hatten.

Im Jahr 2014 wanderten 3819 Menschen aus Sachsen ab, insgesamt zogen aber 14.387 Menschen mehr zu als den Freistaat verließen. Das Durchschnittsalter der Sachsen betrĂ€gt 46,6 Jahre (2014). Die jĂŒngste Bevölkerung lebte in der sorbischen Gemeinde Ralbitz-Rosenthal (39,7), die Ă€lteste in Bad Brambach (50,7 Jahre).

Die durchschnittliche Kinderzahl in Sachsen lag im Jahr 2014 bei 1,57 je Frau und hat damit deutschlandweit die erste Stelle unter den BundeslĂ€ndern inne. Bei der Geburt ihres ersten Kindes waren sĂ€chsische MĂŒtter im Jahr 2015 durchschnittlich 28,9 Jahre alt (deutscher Durchschnitt: 29,6). 2019 lag die Kinderzahl bei 1,56 Kinder je Frau.

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Zeitraum 2015/17 bei 77,8 Jahren fĂŒr MĂ€nner und bei 83,8 Jahren fĂŒr Frauen. Die MĂ€nner belegen damit unter den deutschen BundeslĂ€ndern Rang 10, wĂ€hrend Frauen Rang 2 belegen. Regional hatten 2013/15 Dresden (Gesamtbevölkerung: 82,30 Jahre), Meißen (81,35) und SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge (80,86) die höchste, sowie Görlitz (80,12), Vogtlandkreis (80,08) und Zwickau (80,01) die niedrigste Lebenserwartung. In Deutschland wurde die Lebenserwartung von Frauen in Dresden (84,89) nur von Breisgau-Hochschwarzwald (84,96) ĂŒbertroffen.

Am 19. April 2016 veröffentlichte der Freistaat die 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung mit zwei Varianten. In Variante V1 fand eine Zuwanderung aus jĂŒngster Zeit (gemeint ist die Zeit der Erstellung der Prognose) besondere BerĂŒcksichtigung. Variante V2 basiert auf Annahmen aus der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes (Variante G1-L1-W2).

Sprachen und Dialekte

Im Freistaat Sachsen werden vorwiegend ostmitteldeutsche Dialekte gesprochen. Es handelt sich um das Meißnische und das OsterlĂ€ndische, die zusammen die Kerngruppe des ObersĂ€chsischen bilden und damit zur thĂŒringisch-obersĂ€chsischen Dialektgruppe gehören, sowie das Lausitzische. Kennzeichen all dieser Dialekte ist die Lenisierung der stimmlosen Konsonanten. So wird das Wort „Koffer“ als „Goffer“ ausgesprochen. Die SĂ€chsische Kanzleisprache, eine spĂ€tmittelalterliche Ausgleichsprache der ĂŒberwiegend ostmitteldeutschen Dialekte im wettinischen Herrschaftsgebiet, bildete fĂŒr Martin Luther die Grundlage des Neuhochdeutschen.

Weiter leben in den Mittelgebirgen SĂŒdsachsens insgesamt etwa 700.000 Sprecher des VogtlĂ€ndischen und des Erzgebirgischen. Beides sind eigenstĂ€ndige Dialekte mit Verwandtschaft zum OstfrĂ€nkischen und Nordbairischen. Beim SĂŒdvogtlĂ€ndischen im sĂŒdlichsten Gebietszipfel des Vogtlandes handelt es sich in der Tat um ein (mittlerweile) isoliertes altbairisches Sprachgebiet. Dies erklĂ€rt sich daraus, dass es bis 1945 der nördlichste Teil eines geschlossenen Sprachgebietes von Altbayern ĂŒber das Sudetenland (Ascher Zipfel) bis eben hierher war.

In der Lausitz werden auch mehrere Dialekte des Obersorbischen sowie Übergangsdialekte zwischen dem Ober- und Niedersorbischen gesprochen. Die sorbische Sprache zĂ€hlt zur westslawischen Sprachgruppe; im Freistaat Sachsen sprechen schĂ€tzungsweise 15.000 bis 20.000 Menschen Sorbisch als Alltagssprache. Das Obersorbische ist auch zweite Amtssprache, wird jedoch auch im Sorbischen Siedlungsgebiet heute nur noch von einer Minderheit aktiv verwendet. Eine Ausnahme ist das Obersorbische Kernsiedlungsgebiet als einziges Gebiet Deutschlands, wo in mehreren Gemeinden vorrangig eine nicht-deutsche Sprache im Alltag gesprochen wird. In der sĂŒdlichen Oberlausitz ist die Oberlausitzer Mundart verbreitet.

Vermutlich bereits mit Herausbildung des Neuhochdeutschen bildete sich, ausgehend von den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten und begĂŒnstigt durch eine relativ hohe Bevölkerungsdichte und Dichte der Infrastruktur im mitteldeutschen Raum, eine Regional- bzw. Umgangssprache heraus, die landlĂ€ufig als „SĂ€chsisch“ bezeichnet wird. Dieses SĂ€chsisch wird in einem unscharf abgegrenzten Raum gesprochen, der auch Teile Sachsen-Anhalts, ThĂŒringens und Brandenburgs umfasst.

Religionen

Der ĂŒberwiegende Teil der sĂ€chsischen Bevölkerung ist konfessionslos.

Die meisten Gemeinden gehören der evangelischen Religionsgesellschaft an, im Freistaat Sachsen vertreten durch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland sowie die Herrnhuter BrĂŒdergemeine. Zum Jahresende 2019 zĂ€hlten zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens 663.525 Personen.

Auch die römisch-katholische Kirche ist an vielen Orten vertreten und bildet in einigen ĂŒberwiegend sorbischen Gemeinden zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda die zahlenstĂ€rkste Konfession; ihre Gemeinden gehören zu einem Großteil zum Bistum Dresden-Meißen, ferner auch zu den BistĂŒmern Görlitz und Magdeburg. Im katholischen Bistum Dresden-Meißen mit Gemeinden in Sachsen und OstthĂŒringen wurden 140.363 Mitglieder im Jahr 2019 gezĂ€hlt.

Die altkatholische Kirche ist nur in einigen wenigen Orten vertreten.

Gemeinden der evangelisch-methodistischen Religionsgesellschaft gehören zur Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland.

Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten gehören zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Sachsen, K. d. ö. R.

Jenseits der öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften gibt es zahlreiche Freikirchen, darunter die in Sachsen entstandene Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK) und andere christliche Gemeinschaften.

Es gibt in Sachsen drei jĂŒdische Gemeinden mit jeweils einer eigenen Synagoge. Die Zahl der Gemeindemitglieder hat sich – vor allem durch die Zuwanderung aus Osteuropa – von 190 im Jahr 1992 auf 2.524 im Jahr 2018 kontinuierlich erhöht. Die Anzahl der Menschen muslimischen Glaubens in Sachsen betrug 2015 ca. 0,48 Prozent.

Nach dem Bevölkerungszensus von 2011 fĂŒhlen sich zudem 0,3 Prozent den orthodoxen Kirchen zugehörig; der jĂŒdischen und der muslimischen Minderheit (ca. 0,4 Prozent im Herbst 2014), sowie Gemeinden und Gruppen anderer Konfessionen bzw. Religionen gehören nur wenige Sachsen an.

Die Bevölkerungsanteile hinsichtlich der Religionen verteilten sich gemĂ€ĂŸ Ergebnis des Zensus 2011 (Berichtszeitpunkt 9. Mai 2011) wie folgt:

Politik

Basis

Grundlage des sĂ€chsischen politischen Systems ist die Verfassung des Freistaates Sachsen vom 27. Mai 1992. Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wurde das Land Sachsen zum Freistaat Sachsen, einem der seitdem 16 Gliedstaaten der Bundesrepublik. Dieser Freistaat, der sich am 26. Mai 1992 seine Landesverfassung gab, ist eine parlamentarische Republik und der erste demokratische sĂ€chsische Staat mit eigener Verfassungsgerichtsbarkeit und drei geteilten Staatsgewalten. Der Freistaat Sachsen ist als deutsches Land originĂ€res Staatsrechtssubjekt. Am 9. November 1990 wurde der Freistaat Sachsen erstmals bei einer Sitzung des Bundesrates vertreten und kann seitdem wieder ĂŒber diese Vertretung der Gliedstaaten an der Bundesgesetzgebung und -verwaltung mitwirken.

Staatsregierung

Die SĂ€chsische Staatsregierung wird von einem MinisterprĂ€sidenten gefĂŒhrt, der vom Landtag gewĂ€hlt wird. Sitz der Regierung ist die SĂ€chsische Staatskanzlei in der Dresdner Inneren Neustadt.

Die CDU ist in Sachsen seit der Wiedervereinigung die mit Abstand stĂ€rkste Partei und stellt seitdem den MinisterprĂ€sidenten. Kurt Biedenkopf regierte von 1990 bis April 2002 in einer CDU-Alleinregierung. Auf ihn folgte Georg Milbradt, der nach der Wahl 2004 eine schwarz-rote Koalition mit der SPD einging. Nach Milbradts RĂŒcktritt im Mai 2008 ĂŒbernahm Stanislaw Tillich das Amt des MinisterprĂ€sidenten und setzte die CDU-SPD-Koalition bis zur Landtagswahl 2009 fort. Zwischen September 2009 und 2014 regierte Tillich in einer schwarz-gelben Koalition zusammen mit der FDP, seit der Landtagswahl 2014 mit dem Ausscheiden der FDP aus dem Landtag erneut mit der SPD. Das Amt des MinisterprĂ€sidenten ĂŒbernahm ab Dezember 2017 Michael Kretschmer. Nach der Landtagswahl 2019 regiert Kretschmer seit Dezember 2019 mit einer Koalition von CDU, GrĂŒnen und SPD.

Zusammensetzung der amtierenden Staatsregierung (siehe auch Kabinett Kretschmer I und Kabinett Kretschmer II):

  • MinisterprĂ€sident: Michael Kretschmer (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Staatsminister und Stellvertretender MinisterprĂ€sident: Wolfram GĂŒnther (GrĂŒne)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Staatsminister und Zweiter Stellvertretender MinisterprĂ€sident: Martin Dulig (SPD)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium der Finanzen, Staatsminister: Hartmut Vorjohann (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium der Justiz und fĂŒr Demokratie, Europa und Gleichstellung, Staatsministerin: Katja Meier (GrĂŒne)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium des Innern, Staatsminister: Roland Wöller (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Kultus, Staatsminister: Christian Piwarz (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Staatsministerin: Petra Köpping (SPD)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Wissenschaft, Kultur und Tourismus, Staatsminister fĂŒr Wissenschaft: Sebastian Gemkow (CDU), Staatsministerin fĂŒr Kultur und Tourismus: Barbara Klepsch (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Regionalentwicklung, Staatsminister: Thomas Schmidt
  • SĂ€chsische Staatskanzlei, Staatsminister fĂŒr Bundesangelegenheiten und Medien und Chef der Staatskanzlei: Oliver Schenk (CDU)

Die HauptgebĂ€ude der Staatsregierung befinden sich in Dresden – rĂ€umlich getrennt von der Legislative – im Regierungsviertel in der Inneren Neustadt.

Legislative

Die Legislative des Freistaates Sachsen ist der SĂ€chsische Landtag. Er besteht in der siebten Wahlperiode (seit 2019) aus 119 Abgeordneten (regulĂ€r 120). Diese teilen sich wie folgt auf: CDU 45 Sitze, AfD 38 Sitze, Linke 14 Sitze, GrĂŒne 12 Sitze und SPD 10 Sitze. LandtagsprĂ€sident ist Matthias RĂ¶ĂŸler (CDU). Es existieren drei VizeprĂ€sidenten: Andrea Dombois (CDU), AndrĂ© Wendt (AfD) und Luise Neuhaus-Wartenberg (Linke). Der Vorsitzende der CDU-Fraktion ist Christian Hartmann, der AfD-Fraktion Jörg Urban, der Linke-Fraktion Rico Gebhardt, der GrĂŒne-Fraktion Wolfram GĂŒnther und der SPD-Fraktion Dirk Panter.

Justiz

Der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen befindet sich in Leipzig. Dieser ist neben der Landesregierung und dem Landtag ein oberstes und im Sinne der Gewaltenteilung unabhÀngiges Staatsorgan.

Die sonstigen Gerichte in Sachsen sind dem SÀchsischen Staatsministerium der Justiz nachgeordnete Behörden. Die Rechtsprechung ist dabei unabhÀngig und nur dem Gesetz unterworfen.

Das Oberlandesgericht Dresden ist das höchste Gericht der sĂ€chsischen Ordentlichen Gerichtsbarkeit. Ihm sind fĂŒnf Landgerichte in Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig und Zwickau nachgeordnet.

Weiterhin gibt es in Sachsen Gerichte der Fachgerichtsbarkeit. Der Sitz des SÀchsischen Oberverwaltungsgerichtes ist Bautzen. In Chemnitz befinden sich das sÀchsische Landessozial- und Landesarbeitsgericht. Das SÀchsische Finanzgericht befindet sich in Leipzig.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat ihren Sitz in Dresden. Dieser nachgeordnete Staatsanwaltschaften gibt es an den Standorten der Landgerichte. Der Freistaat Sachsen fĂŒhrt zehn Justizvollzugsanstalten. Das LandesjustizprĂŒfungsamt beim SĂ€chsischen Staatsministerium der Justiz ist das sĂ€chsische PrĂŒfungsamt fĂŒr die juristischen Staatsexamen.

In Sachsen befinden sich Einrichtungen der bundesstaatlichen Justiz, die dem Bundesministerium der Justiz nachgeordnet sind. In Leipzig befinden sich das Bundesverwaltungsgericht und der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes mit einem Teil der Behörde des Generalbundesanwalts.

Europapolitik

Viele Entscheidungen der europĂ€ischen Institutionen haben unmittelbaren Einfluss auf die Menschen und Organisationen in den Regionen Europas, so auch in Sachsen. Die sĂ€chsische Europapolitik wird durch eine Vielzahl von Akteuren und Institutionen geprĂ€gt. Über verschiedene Wege werden die Interessen des Freistaats in der EuropĂ€ischen Union wahrgenommen. Durch die SĂ€chsische Staatskanzlei wird die Europapolitik Sachsens in der Staatsregierung koordiniert.

Auf Bundesebene wirkt die Staatsregierung ĂŒber den Bundesrat, die Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund und die Europaministerkonferenz auch an der europĂ€ischen Gesetzgebung mit.

In BrĂŒssel unterhĂ€lt die Staatsregierung das Sachsen-VerbindungsbĂŒro BrĂŒssel, das u. a. die aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen der europĂ€ischen Institutionen beobachtet, dann fĂŒr den Freistaat relevante Themen identifiziert und an die zustĂ€ndigen Stellen in der Staatsregierung und dem Landtag ĂŒbermittelt. Im Ausschuss der Regionen wird Sachsen durch den Europaminister JĂŒrgen Martens und Landtagsabgeordneten Heinz Lehmann (CDU) vertreten. FĂŒnf Abgeordnete vertreten derzeit die sĂ€chsischen BĂŒrger im EuropĂ€ischen Parlament: Cornelia Ernst (Linke), Peter Jahr (CDU), Holger Krahmer (FDP), Constanze Krehl (SPD) und Hermann Winkler (CDU).

Zur Zusammenarbeit mit den unmittelbaren europĂ€ischen Nachbarn unterhĂ€lt der Freistaat seit 2012 zwei weitere Auslandsvertretungen in Tschechien und Polen – das VerbindungsbĂŒro in Prag (im BarockgebĂ€ude des Wendischen Seminars) und das VerbindungsbĂŒro in Breslau.

Im SĂ€chsischen Landtag befasst sich der Verfassungs-, Rechts- und Europaausschuss unter Vorsitz von Martin Modschiedler (CDU) mit europapolitischen Grundsatzfragen. Im April 2011 haben Landtag und Staatsregierung eine SubsidiaritĂ€tsvereinbarung geschlossen, die die Informationspflichten der Regierung gegenĂŒber dem Parlament und die Mitwirkungsrechte des Landtages an europapolitischen Positionen des Landes regelt.

Rechtspopulismus und Rechtsextremismus

In der 2016 veröffentlichten Studie Sachsen-Monitor 2016 der sĂ€chsischen Regierung heißt es: „Ressentiments gegen Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit – insbesondere gegen AuslĂ€nder und Muslime – sind in Teilen der sĂ€chsischen Bevölkerung verbreitet. Eine Mehrheit der Sachsen ist der Meinung, dass Deutschland aufgrund der hier lebenden AuslĂ€nder in einem gefĂ€hrlichen Maß â€šĂŒberfremdet‘ sei.“ Nach Recherchen des Tagesspiegels ist die Bevölkerung „deutlich fremdenfeindlicher als der Durchschnitt der Bevölkerung im Rest der Republik“.

In Sachsen geschahen 2014 die mit Abstand meisten rassistisch motivierten Körperverletzungen gegen FlĂŒchtlinge. Auch 2015 erfolgten dort ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig rassistische Angriffe auf AuslĂ€nder und FlĂŒchtlinge, in absoluten Zahlen nach dem deutlich bevölkerungsreicheren Nordrhein-Westfalen die zweitmeisten im Vergleich der BundeslĂ€nder. 2015 wurde in Sachsen ein FĂŒnftel aller Angriffe auf Asylbewerberheime in Deutschland begangen.

Auch der organisierte Rechtspopulismus und Rechtsextremismus sind in Sachsen ĂŒberdurchschnittlich prĂ€sent. Völkische, rassistische Organisationen wie Pegida entwickelten sich in Sachsen und sind dort so stark wie in keinem anderen Bundesland. In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Immobilien, die dauerhaft von Rechtsextremisten zu politischen Zwecken genutzt werden. 2012 fanden in Sachsen mit Abstand die meisten Neonazi-Konzerte statt, fast ein Viertel allein in einem einzigen Gasthof im nordsĂ€chsischen Staupitz.

Die acht Mitglieder der rechtsterroristischen Gruppe Freital, die mehrere SprengstoffanschlĂ€ge auf FlĂŒchtlingsunterkĂŒnfte und politische Gegner in Freital und Dresden verĂŒbt hatten und wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes beziehungsweise Beihilfe dazu vom Oberlandesgericht Dresden zu mehrjĂ€hrigen Haftstrafen verurteilt wurden, waren in Sachsen tĂ€tig.

Die rechtsextreme NPD zog 2004 und 2009 in den Dresdner Landtag ein. Heute ist Sachsen eine der Hochburgen der rechtspopulistischen Alternative fĂŒr Deutschland (AfD). Bei der Bundestagswahl 2017 wurde die AfD in Sachsen nach Zweitstimmen, wenngleich nicht nach Erststimmen, stĂ€rkste Kraft und gewann drei der sechzehn sĂ€chsischen Bundestagswahlkreise direkt.

Der Politikwissenschaftler Hans VorlĂ€nder legte im Februar 2016 basierend auf seinen Untersuchungen dar: „Sachsen sind, nach dem[,] was wir aus Befragungen wissen, nicht auslĂ€nderfeindlicher oder islamfeindlicher als die Bewohner anderer BundeslĂ€nder im Westen oder im Osten.“ Die teils aggressiven Einstellungen gegenĂŒber Zugewanderten seien vielmehr ein Ausdruck einer vor allem kleinbĂŒrgerlichen Unzufriedenheit mit politischen Entscheidungen. Das Gewaltmonopol des Staates werde von der Landesregierung nicht mit der nötigen „Entschiedenheit“ bzw. dem nötigen „Augenmaß“ durchgesetzt.

Verwaltungsgliederung

Landesdirektion Sachsen

Im Jahr 2012 wurden die bisherigen drei Direktionsbezirke Chemnitz, Dresden und Leipzig zur Landesdirektion Sachsen mit Hauptsitz in Chemnitz zusammengefasst. Sie enthÀlt insgesamt zehn Landkreise und drei kreisfreie StÀdte.

Die zehn sÀchsischen Landkreise:

  • Bautzen (BudyĆĄin)
  • Erzgebirgskreis
  • Görlitz (Zhorjelc)
  • Leipzig
  • Meißen
  • Mittelsachsen
  • Nordsachsen
  • SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge
  • Vogtlandkreis
  • Zwickau

Die drei kreisfreien StÀdte Sachsens:

  • Chemnitz
  • Dresden
  • Leipzig

Landkreise

Der Großteil der bis zum 31. Juli 2008 bestehenden Landkreise wurde in den Kreisreformen von 1994 und 1996 gebildet. Im Rahmen der Verwaltungsreform der Landesbehörden entstanden zum 1. August 2008 durch eine erneute Kreisreform zehn neue Landkreise. Die Zahl der kreisfreien StĂ€dte verringerte sich dabei von sieben auf drei. In den kreisangehörigen Gemeinden des Landes leben 2.832.288, in den kreisfreien StĂ€dten 1.304.763 Einwohner (Dezember 2011).

StÀdte und Gemeinden

Sachsen besteht aus insgesamt 423 politisch selbstĂ€ndigen StĂ€dten und Gemeinden (Stand: 1. Januar 2017). Diese unterteilen sich in 170 StĂ€dte, darunter drei kreisfreie StĂ€dte und 50 Große KreisstĂ€dte sowie 253 nichtstĂ€dtische Gemeinden. Die kreisangehörigen Gemeinden haben sich teilweise zur Erledigung ihrer VerwaltungsgeschĂ€fte zu Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen. 164 Gemeinden sind in 67 Verwaltungsgemeinschaften und 21 Gemeinden in sechs VerwaltungsverbĂ€nden eingebunden.

Nach der Wiedervereinigung verloren zunĂ€chst sehr viele StĂ€dte rasch an Einwohnern. Am stĂ€rksten betroffen davon waren die StĂ€dte Leipzig, Dresden, Chemnitz und auch die damalige Großstadt Zwickau, in denen sich die Folgen der Suburbanisierung und der Abwanderung in die alten BundeslĂ€nder am stĂ€rksten auswirkten. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist die Einwohnerzahl im Freistaat Sachsen durch Abwanderung und SterbeĂŒberschuss aufgrund geringer Geburtenraten um 600.000 Einwohner zurĂŒckgegangen.

Seit der Jahrtausendwende begann sich diese Entwicklung jedoch auszudifferenzieren, was sich in den Jahren danach noch verstĂ€rkte. So konnten Leipzig und Dresden sowie deren jeweils unmittelbar angrenzenden NachbarstĂ€dte Markkleeberg beziehungsweise Radebeul seit etwa 2000 wieder kontinuierlich durch leichte GeburtenĂŒberschĂŒsse und positiven Wanderungssaldo wachsen und damit dem Trend der Schrumpfung entgegenwirken. Dabei gehört die sĂ€chsische Landeshauptstadt in den letzten Jahren sogar zu den StĂ€dten mit dem durchschnittlich höchsten Bevölkerungswachstum der Bundesrepublik. In Chemnitz verringerte sich die Schrumpfung weitgehend und eine stĂ€rkere Stabilisierung setzt ein. Zwickau hingegen ist seit 2003 keine Großstadt mehr und verliert schrittweise an Einwohnern.

Alle anderen StĂ€dte des Freistaates, insbesondere die in lĂ€ndlichen Gebieten, sind von einem mehr oder weniger starken Grad an Abwanderung (rĂ€umliche Bevölkerungsentwicklung) sowie Geburtendefizit und der damit resultierenden Überalterung (natĂŒrliche Bevölkerungsentwicklung) betroffen. Dabei existieren auch regionale Unterschiede, so sind beispielsweise Gebiete in Ost- und SĂŒdsachsen stĂ€rker vom BevölkerungsrĂŒckgang betroffen als Gebiete in Mittel- und Westsachsen. Insbesondere StĂ€dte mit einer großen und vielfĂ€ltigen Anzahl an Bildungs-, Forschungs- und Kultureinrichtungen sowie ausgeprĂ€gten Gewerbe und Industrie profitieren von Bevölkerungszuwachs.

In der folgenden Tabelle sind alle sĂ€chsischen Mittel- und GroßstĂ€dte, geordnet nach ihrer Einwohnerzahl am 31. Dezember 2018 aufgefĂŒhrt.

1 Eingemeindung von Großbardau am 1. Januar 2007, Eingemeindung von Großbothen und Nerchau am 1. Januar 2011, Eingemeindung von Mutzschen am 1. Januar 2012
2 Eingemeindung von Hirschfelde (mit Dittelsdorf und Schlegel) am 1. Januar 2007
3 Eingemeindung von Döbernitz am 1. MÀrz 2004
4 Eingemeindung von Ebersbach am 1. Juli 2011

Kultur und Sport

Museen

Landesweit werden von der Bevölkerung Sachsens die Bauwerke (z. B. Residenzschloss, Zwinger und Semperoper Dresden, Lustschloss Pillnitz, Jagdschlösser Moritzburg und Hubertusburg) und Sammlungen (z. B. GrĂŒnes Gewölbe, GemĂ€ldegalerie Alte und Neue Meister, RĂŒstkammer) der sĂ€chsischen KurfĂŒrsten als sĂ€chsische KulturgĂŒter wahrgenommen. Der Freistaat Sachsen betreibt diese in Nachfolge zur Wettiner Adelsfamilie. Auf Volksfesten personifiziert wird diese mit dem Hofstaat Augusts des Starken inkl. Premierminister Heinrich von BrĂŒhl, MĂ€tresse GrĂ€fin Cosel und Hofnarr Fröhlich, obwohl auch andere KurfĂŒrsten zu den Bauten und Sammlungen beitrugen. Die Fokussierung auf August den Starken ist vor allem auf die Filme Der galante König – August der Starke (1920) und Sachsens Glanz und Preußens Gloria (1985–1987) zurĂŒckzufĂŒhren, letzterer basiert auf den BĂŒchern der Sachsentrilogie JĂłzef Ignacy Kraszewskis.

Die in den Dresdner GemĂ€ldegalerien vorhandenen Bilder werden wegen der frĂŒh begonnenen Sammlung der KurfĂŒrsten i. A. zur sĂ€chsischen Kultur gezĂ€hlt, auch wenn die KĂŒnstler nur einen Teil ihres Lebens in Sachsen verbrachten. Dies trifft insbesondere auf GemĂ€lde mit typisch sĂ€chsischen Landschaftsmotiven zu, z. B. die Darstellungen von Dresden und Pirna des italienischen Malers Canaletto sowie der SĂ€chsischen Schweiz des gebĂŒrtigen Greifswalders Caspar David Friedrich.

Musik

In Sachsen werden mehrere Festivals veranstaltet, so werden mit Festivals wie Internationales Dixieland Festival Dresden, Kosmonaut Festival, Leipziger Jazztage, Highfield-Festival, Bachfest Leipzig, Th!nk?, Nachtdigital, Dresdner Gitarrenfest, Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik, Wave-Gotik-Treffen und dem Endless Summer Open Air viele verschiedene Musikrichtungen bedient.

Musikalisch sind in Dresden die AuffĂŒhrungen der weltberĂŒhmten SĂ€chsischen Staatskapelle in der Semperoper und des Kreuzchores in der Kreuzkirche hervorzuheben. Die Orgellandschaft Sachsen ist durch das Wirken von Gottfried Silbermann, dem Vollender der mitteldeutschen Barockorgel, geprĂ€gt. 31 seiner berĂŒhmten Instrumente sind noch erhalten, fast alle stehen in Sachsen.

Leipzig ist weithin als Musikstadt bekannt. Der Komponist Johann Sebastian Bach war der bekannteste Thomaskantor des seit 1212 existierenden Leipziger Thomanerchores. Das Bachfest Leipzig ist ein Festival fĂŒr klassische Musik. Das Gewandhausorchester Leipzig ist ebenso wie die Leipziger Oper eine bĂŒrgerliche GrĂŒndung. Das Museum der bildenden KĂŒnste zeigt unter anderem das bei der SĂ€chsisch-ThĂŒringischen-Gewerbeausstellung 1897 noch umstrittene GemĂ€lde Christus im Olymp und die Beethoven-Skulptur Max Klingers.

Weitere KulturgĂŒter

Weitere ĂŒber seine Grenzen bekannte KulturgĂŒter Sachsens sind das Meißner Porzellan, welches das erste europĂ€ische Porzellan ist und die besonders in Seiffen beheimate erzgebirgische Holzschnittkunst. Überregional bekannt und seit 2014 als immaterielles Kulturerbe eingetragen sind die Feste und BrĂ€uche der Sorben in der Lausitz.

Kulturdenkmale

Die Kulturdenkmale in den StĂ€dten und Gemeinden des Freistaats werden ĂŒber die Liste der Kulturdenkmale in Sachsen erschlossen.

Feiertage

Neben den bundesweit gĂŒltigen Feiertagen Neujahr, Karfreitag, Ostern, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten sind in Sachsen das Reformationsfest und der Buß- und Bettag gesetzliche Feiertage (§ 1 Abs. 1 SĂ€chsSFG). In bestimmten Gemeinden und Gemeindeteilen des Landkreises Bautzen (katholische Teile des sorbischen Siedlungsgebiets) ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag (§ 1 FronleichnamsVO). In den anderen Gemeinden und Gemeindeteilen ist Fronleichnam (wie auch Erscheinungsfest, FrĂŒhjahrsbußtag, GrĂŒndonnerstag, Johannestag, Peter und Paul, MariĂ€ Himmelfahrt, Allerheiligen und MariĂ€ EmpfĂ€ngnis) ein religiöser Feiertag (§ 3 Abs. 1 SĂ€chsSFG).

SĂ€chsischer BĂŒrgerpreis

Der Freistaat Sachsen verleiht gemeinsam mit der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank den SĂ€chsischen BĂŒrgerpreis. Er wird in den Kategorien gesellschaftlich-soziales Engagement und kulturell-geistliches Engagement vergeben und ist mit jeweils 5000 Euro dotiert. Die erste Verleihung fand 2011 statt.

Sport

In Sachsen waren im Jahr 2016 641.213 Mitglieder in 4.486 Vereinen registriert.

American Football

Das als Saxonia Monarchs am Anfang des Jahres 1992 gegrĂŒndete American Football Team wurde Mitte 1992 in Dresden Monarchs umbenannt und nimmt seit 2003 erfolgreich im Spielbetrieb der German Football League teil.

Basketball

Die NINERS Chemnitz spielen in der ersten Basketball-Bundesliga und die Dresden Titans in der zweithöchsten Basketball-Bundesliga. Die Basketballerinnen der ChemCats Chemnitz spielten von 2013 bis 2019 in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga, zogen sich aber in der Saison 2019/2020 in die 2. Bundesliga zurĂŒck, um den Nachwuchs zu fördern.

Floorball/Unihockey

Die Mannschaften der Floor Fighters Chemnitz und des MFBC Leipzig spielen in der Floorball-Bundesliga, die Mannschaften der Unihockey Igels Dresden und des SC DHfK Leipzig in der 2. Floorball-Bundesliga.

Fußball

Fußball ist der Sport mit der höchsten Zuschauerresonanz, so sind in der Saison 2020/21 RB Leipzig in der 1. Bundesliga, der FC Erzgebirge Aue in der 2. Bundesliga sowie der FSV Zwickau und die SG Dynamo Dresden in der 3. Liga und der Chemnitzer FC, der 1. FC Lokomotive Leipzig, die BSG Chemie Leipzig, der VfB Auerbach sowie der Bischofswerdaer FV 08 in der Regionalliga Nord-Ost vertreten.

Handball

Das Frauenteam des HC Leipzig, mehrfacher deutscher Meister und Pokalsieger, musste 2017 insolvenzbedingt aus der Frauen-Handball-Bundesliga in die 3. Liga zwangsabsteigen. DafĂŒr rĂŒckten die Damen des HC Rödertal aus Großröhrsdorf zur Saison 2017/18 in die 1. Bundesliga nach. Beide Frauen-Mannschaften treten ab der Saison 2019/20 in der 2. Handball-Bundesliga an. Die Herren des DHfK Leipzig spielen seit 2015 in der Handball-Bundesliga. Zudem spielt der EHV Aue seit der Saison 2012/13 in der 2. Bundesliga. Mit dem HC Elbflorenz aus Dresden stieg zur Saison 2017/18 eine weitere sĂ€chsische Mannschaft in die 2. Bundesliga auf.

Tennis

Die erste Damenmannschaft des TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz stieg 2016 in die 2. Bundesliga auf und spielt seit 2019 in der 1. Bundesliga.

Die erste Herrenmannschaft spielte 2007 und von 2014 bis 2016 in der 2. Bundesliga und seit 2019 in der Regionalliga SĂŒdost (3. Liga).

Volleyball

Die Mannschaften der Damen des Dresdner SC sind in der 1. Bundesliga, die Damen des VC Olympia Dresden und des VV Grimma in der 2. Bundesliga SĂŒd, sowie die Herren der L.E. Volleys aus Leipzig, des GSVE Delitzsch und des VC Dresden in der 2. Bundesliga SĂŒd vertreten.

Eishockey

Weiterhin zĂ€hlt in Sachsen auch Eishockey zu den verbreiteten Sportarten. Dabei nehmen in der 2. Eishockey-Bundesliga die Mannschaften des Eispiraten aus Crimmitschau, der Lausitzer FĂŒchse aus Weißwasser und die Dresdner Eislöwen teil.

In der dritthöchsten Spielklasse sind die Icefighters Leipzig in der Oberliga Nord vertreten.

Der EHV Schönheide 09 ist seit der Saison 2017/18 unter dem neuen Namen Schönheider Wölfe aufgrund von Insolvenz in die Regionalliga Ost abgestiegen. Die Teams des SV Rot-Weiß Bad Muskau, der Chemnitz Crashers, der Dresdner Eislöwen 1b, des ELV Tornado Niesky und der ESC Black Panther Jonsdorf gehen in der viertklassigen Eishockey-Regionalliga auf Punktejagd.

Para-Eishockey

Im Jahr 1998 wurde die Dresdner Para-Eishockeymannschaft Dresdner Eislöwen Sledge gegrĂŒndet, die im ESC Dresden als Abteilung organisiert ist. Seit der Spielzeit 2000/01 spielt das Team in der Deutschen Sledge-Eishockey Liga und wurde in der Spielzeit 2019/20 deutscher Meister.

Motorsport

Motorsport hat eine lange Tradition, so findet seit 1995 auf dem Flugplatz in Großenhain ein Lauf der internationalen deutschen Meisterschaft im Supermoto sowie jĂ€hrlich seit 1998 im Juli der deutsche Motorrad-Weltmeisterschafts-Grand-Prix auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal statt. Im offroad-Bereich sind die Sparten Auto- und Rallycross, Enduro, Motocross und Speedway in verschiedenen Regionen im Freistaat seit vielen Jahren Tradition. In verschiedenen Eisstadien und -hallen werden dabei auch Eisspeedway-Rennen ausgetragen.

Weitere regionale Wettbewerbe

  • Wintersport

Hier gibt es das Olympiazentrum um Oberwiesenthal mit Bob- und Rennrodelbahnen sowie Sprungschanzen und Loipen. HÀufig werden talentierte Sportler von renommierten Firmen gefördert.

  • Drei-Talsperren-Marathon

Seit dem Jahr 1995 organisiert der Sportverein Eibenstock fĂŒr die sĂ€chsischen Verwaltungen einen Marathonlauf, der im Rahmen der SĂ€chsischen Behördenmeisterschaft ausgetragen wird. Die LĂ€ufer/LĂ€uferinnen legen die ĂŒbliche Marathonstrecke zurĂŒck, die auf den Staumauern der Talsperren Eibenstock, Carlsfeld und Sosa verlĂ€uft.

Wirtschaft und Infrastruktur

Überblick

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurden seit 1946 im Auftrag der Sowjetischen MilitÀradministration in Deutschland viele Industriezweige zu Volkseigenen Betrieben (VEB) umstrukturiert und bis zum Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens (Treuhandgesetz) vom 17. Juni 1990 gab es eine eigene Wirtschaftsentwicklung Sachsens innerhalb der DDR.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung hat die sĂ€chsische Wirtschaft einen starken Strukturwandel erlebt. Viele der meist stark rĂŒckstĂ€ndigen Industriebetriebe wurden geschlossen. Braunkohletagebaue und -kraftwerke wurden stillgelegt oder durch neue ersetzt. Zahlreiche ehemalige Tagebaurestlöcher befinden sich in der Rekultivierung.

Heute steht Sachsen vor ThĂŒringen auf einem Spitzenplatz der ostdeutschen Wirtschaft. Im Dezember 2018 waren etwa 118.000 Menschen in Sachsen arbeitslos, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,6 %.

Sachsen hat mit Wachstumsraten einzelner Industriebereiche zwischen acht und zehn Prozent die höchsten in Deutschland und kann in Teilen bei wichtigen Wohlstandsindikatoren zu den westlichen BundeslĂ€ndern bereits aufschließen. So liegt das verfĂŒgbare Einkommen der Altersgruppe von 20 bis 35 ĂŒber dem Bundesdurchschnitt, jedoch wird das Gesamtergebnis von den niedrigen Einkommen der Gruppen ab 40 kompensiert. Insgesamt ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EuropĂ€ischen Union (EU-27: 100) ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreichte Sachsen 2004 einen Index von 85,9. Im Jahr 2010 wurde ein Index von 86 ermittelt, wobei nach Regierungsbezirken aufgeschlĂŒsselt Dresden 87, Chemnitz 83 und Leipzig 91 erreichte. Zu beachten ist allerdings, dass bei diesen Zahlen die Pendlerströme z. B. nach Bayern unberĂŒcksichtigt sind.

Im Jahr 2016 betrug die Wirtschaftsleistung in Sachsen gemessen am Bruttoinlandsprodukt rund 118,5 Milliarden Euro.

Der Schuldenstand des Freistaats Sachsen liegt bei 2.656 Euro pro Einwohner, das ist neben Bayern bundesweit der niedrigste Wert.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EuropĂ€ischen Union, ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards, erreicht Sachsen einen Indexwert von 94,0 (EU-28: 100,0 Deutschland: 126,0) im Jahr 2014. Damit liegt Sachsen leicht unter dem EU-Durchschnitt, jedoch deutlich unter dem Wert Deutschlands.

In Sachsen lebten im Jahr 2014 139 EinkommensmillionÀre, mit 36 die meisten davon in der Stadt Dresden, in der Stadt Leipzig 30 und im Landkreis Leipzig lebten 21 EinkommensmillionÀre.

BallungsrÀume und Infrastruktur

Das Ballungsgebiet Dresden ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der wirtschaftlich stÀrkste Raum Sachsens. Dresden spielt dabei durch die Ansiedlung von Globalfoundries und Infineon sowie vieler Zulieferbetriebe eine wichtige Rolle in der Mikrotechnologie. Daneben sind die BallungsrÀume Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau ebenfalls Antrieb der sÀchsischen Wirtschaft. Leipzig, Zwickau und Chemnitz gehören zur Metropolregion Mitteldeutschland.

Außerdem gibt es in der sĂŒdlichen Lausitz, dem Vogtland und dem Erzgebirge auch verdichtete lĂ€ndliche RĂ€ume, die dĂŒnnbesiedelten Gebieten in Nordsachsen gegenĂŒberstehen.

Die Autobahn 4 durchzieht Sachsen auf einer West-Ost-Achse. Die wichtigsten Streckenabschnitte entstanden schon in den 1930er Jahren. Sie wurden nach 1990 auf einen modernen Stand gebracht. Zugleich erfolgte mit dem Ausbau von Bautzen bis zur Grenzstadt Görlitz ein LĂŒckenschluss im europĂ€ischen Autobahnnetz. Wichtiges Autobahnbauprojekt ist die Verbindung der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig. Bereits fertiggestellt sind die A 17 zwischen Dresden und Prag und die A 38 als SĂŒdumfahrung Leipzigs.

Sachsen besaß in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts das dichteste Eisenbahnnetz Europas. Zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war kaum ein Ort in Sachsen mehr als 15 km von einem Bahnhof oder Haltepunkt entfernt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Schmalspurbahnen im Tiefland um MĂŒgeln, um Wilsdruff und im Erzgebirge. Noch heute sind in Sachsen sieben Schmalspurbahnen hauptsĂ€chlich fĂŒr touristische Zwecke unterwegs. Eine große Zahl von Strecken wurde allerdings stillgelegt.

GegenwĂ€rtig werden die Strecken Leipzig–Riesa–Dresden und Dresden–Berlin fĂŒr den Schnellverkehr ausgebaut. Im Dezember 2015 wurde die Neubaustrecke Leipzig/Halle–Erfurt fertiggestellt. Der Bau des Leipziger City-Tunnels, welcher die Grundlage fĂŒr das neue Mitteldeutsche S-Bahn-Netz ist, wurde Ende 2013 abgeschlossen. Ein weiteres S-Bahn-Netz besteht im Großraum Dresden.

Sachsen ist, trotz des dichten Eisenbahnnetzes, das Land mit den wenigsten Fernbahnhöfen der neuen BundeslĂ€nder (sechs Bahnhöfe im Vergleich zu sieben in ThĂŒringen, acht in Brandenburg, neun in Sachsen-Anhalt und 13 in Mecklenburg-Vorpommern). Vier dieser Bahnhöfe liegen in oder bei Dresden und Leipzig. Der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau gehört zu den Großstadtregionen mit den schlechtesten Bahnanbindungen in Deutschland. Der Leipziger Hauptbahnhof ist der flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Kopfbahnhof Europas.

Dresden und Leipzig verfĂŒgen ĂŒber internationale FlughĂ€fen, daneben existieren eine Reihe von VerkehrslandeplĂ€tzen und SonderflugplĂ€tzen (siehe Karte).

Im internationalen Verkehr sind die Verbindungen nach Tschechien von Bedeutung, wĂ€hrend der Großteil des Verkehrs in Richtung Polen ĂŒber Görlitz verlĂ€uft.

Tourismus

Touristisch gesehen lĂ€sst sich der Freistaat in sechs Regionen einteilen: Erzgebirge im SĂŒden, Burgen- und Heideland im Nordwesten, Elbland im Norden, SĂ€chsische Schweiz im SĂŒdosten, Oberlausitz im Osten und das Vogtland im SĂŒdwesten.

Insbesondere das Erzgebirge, das Vogtland, die SĂ€chsische Schweiz und das Zittauer Gebirge sind als sĂ€chsische Landschaften vom Tourismus geprĂ€gt. Hauptreiseziel in Sachsen ist Dresden mit rund 4,5 Millionen Übernachtungen (2018), weitere Ziele im StĂ€dtetourismus sind Leipzig, Bautzen, Görlitz und Chemnitz. Neben Erholungs- und Sportmöglichkeiten begrĂŒndet sich die Tourismuswirtschaft insbesondere in der Architektur und den kulturellen Gegebenheiten vor allem in den Groß- aber auch KleinstĂ€dten. Ebenso die kulinarischen (SĂ€chsische KĂŒche) und handwerklichen Produkte (Erzgebirgische Volkskunst) des Freistaates sind ein maßgebender Zweig der Tourismuswirtschaft.

Die Anzahl der Übernachtungen im Freistaat ist seit der Wiedervereinigung stetig steigend. So hat sich die Übernachtungs- und Beherbergungsbetriebeanzahl im Zeitraum von 1992 bis 2012 fast verdreifacht. WĂ€hrend 1992 noch 6.749.402 Sachsenurlauber in 862 Beherbergungsbetrieben ĂŒbernachteten waren es 2012 schon 18.355.248 GĂ€ste in 2 182 Beherbergungsbetrieben. Dabei lag die Anzahl der angebotene Betten im Juni 2012 bei 120.929, mit einer durchschnittlichen Auslastung von 41,3 %.

Im Jahr 2012 waren 75,4 % der insgesamt 779.239 auslĂ€ndischen GĂ€ste EuropĂ€er, 10,8 % Asiaten, 10,7 % Amerikaner, 1,3 % Touristen aus Ozeanien und 0,5 % Afrikaner (fĂŒr 1,4 % existieren keine Angaben).

Nicht zuletzt auf Grund vieler kultureller und historischer SehenswĂŒrdigkeiten fĂŒhrte Sachsen Ende 2007 das Ranking der inlĂ€ndischen Kultururlaubsziele vor Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen an. Der StĂ€dtetourismus ins Land wird hĂ€ufig auch mit EinkĂ€ufen kombiniert, die großen Einkaufszentren können dabei als Zugpferde wirken.

Seit 1990 wurden mehrere touristische Radrouten in Sachsen konzipiert und auf bestehender oder neu gebauter Infrastruktur umgesetzt.

Energie

Der Endenergieverbrauch im Land ist seit der Wende stark gesunken und erreichte im Jahr 1992 einen vorlÀufigen Tiefpunkt mit 320,7 Petajoule. Im Jahr 1990 betrug er noch 544,1 Petajoule. Seitdem ist der Verbrauch allerdings wieder etwas gestiegen, befindet sich seit 1996 jedoch auf einem recht konstanten Niveau bei 365,1 Petajoule im Jahr 2010. Die EnergieproduktivitÀt, also das VerhÀltnis von wirtschaftlicher ProduktivitÀt zur eingesetzten Energie, verÀndert sich in den letzten Jahren nur unwesentlich: Zwar ist der Wert wendebedingt schnell gestiegen und erreichte im Jahr 1999 seinen bisherigen Höhepunkt bei 230,96 % im Vergleich zum Basisjahr 1991. Seitdem ist die EnergieproduktivitÀt leicht gesunken und erneut gestiegen, bewegt sich aber in einem kleineren Rahmen und erreichte im Jahr 2010 217,22 %.

Bei der Stromerzeugung in Sachsen dominiert der Einsatz von Braunkohle bei faktischer Abwesenheit von Steinkohle: Mit fast 78,8 % hat die Braunkohle den mit Abstand grĂ¶ĂŸten Anteil an der Bruttostromerzeugung im Jahr 2010. Im bundesweiten Schnitt trĂ€gt dieser EnergietrĂ€ger nur zu 23,2 % bei, zusammen mit der Steinkohle belĂ€uft sich der bundesweite Schnitt auf 41,8 %. Auf dem zweiten Rang befindet sich die Nutzung von Erdgas, die mit 9,1 % zur Bruttostromerzeugung beitrĂ€gt. Der bundesweite Schnitt liegt mit 13,8 % nur geringfĂŒgig höher. Unterdurchschnittlich ist die Nutzung von erneuerbaren Energien, die 2010 einen Anteil von 8,6 % besaßen – der bundesweite Durchschnittsanteil lag bei 16,4 %. Pumpspeicherwasser trĂ€gt mit 2,8 % bei, Mineralölprodukte mit 0,1 % und andere mit 0,5 %.

Die grĂ¶ĂŸten Energieverbraucher im Jahr 2010 sind die privaten Haushalte, die einen Anteil von 33,1 % am Endenergieverbrauch auf sich vereinen. Einen fast ebenso großen Anteil hat der Verkehrsbereich, der 30,6 % der Endenergie verbraucht. Etwas abgeschlagen ist die Industrie mit 21,9 %. Sie liegt jedoch vor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und ĂŒbrigen Verbrauchern, die insgesamt 14,3 % der Endenergie benötigen.

Der Energiewirtschaft wird eine hohe wirtschaftliche Bedeutung zugeschrieben. Der gesamte Wirtschaftsbereich „Energie- und Wasserversorgung“ besaß 2008 einen Anteil von 3,7 % an der Bruttowertschöpfung im Land und war damit ĂŒberdurchschnittlich hoch (bundesdeutscher Durchschnittswert: 2,7 %). Das Land liegt dabei in Deutschland an dritter Stelle hinter Brandenburg (5,1 %) und Nordrhein-Westfalen (4,0 %). In der Energiewirtschaft einschließlich des Braunkohlebergbaus arbeiteten im Jahr 2009 etwa 15.000 Arbeitnehmer. Dieser Bereich umfasst somit ca. fĂŒnf Prozent der BeschĂ€ftigten im gesamten produzierenden Gewerbe.

Gesundheitswesen

In Sachsen gibt es 79 KrankenhÀuser mit ca. 26.300 Krankenhausbetten. Mit etwa 45.000 Mitarbeitern sind die KrankenhÀuser, vertreten durch die Krankenhausgesellschaft Sachsen, einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Freistaat. JÀhrlich werden ca. 945.000 Patienten stationÀr behandelt. Darunter sind das Klinikum Chemnitz, das UniversitÀtsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und das UniversitÀtsklinikum Leipzig als Maximalversorger sowie neun Schwerpunktversorger, die kommunalen HÀuser Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Klinikum Görlitz, Klinikum St. Georg Leipzig und Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau, die teilprivatisierten in Freiberg und Hoyerswerda (beide Sana Kliniken) sowie die beiden Helios Kliniken in Aue und Plauen.

Die Elblandkliniken sind die grĂ¶ĂŸte kommunale Klinikengruppe in Sachsen mit Standorten in Riesa, Meißen, Radebeul und Großenhain. Die Klinikengruppe verfĂŒgt ĂŒber 1000 Betten im somatischen und psychiatrischen Bereich. BeschĂ€ftigt sind dafĂŒr rund 2500 Mitarbeiter.

Das grĂ¶ĂŸte Krankenhaus in Sachsen ist mit 1765 Betten (Stand: 2017) das Klinikum Chemnitz; mit seinen drei Standorten ist es gleichzeitig das grĂ¶ĂŸte kommunale Haus seiner Art in Ostdeutschland. Außerdem ist es am Schneeberger Krankenhaus beteiligt.

Die Gesundheitsausgaben in Sachsen stiegen 2009 um 3,7 %. Mit 3328 Euro lagen die Gesundheitsausgaben je Einwohner 2009 nur noch 2 % unter dem Bundesdurchschnitt, 2006 waren es noch 8 %.

Das Gesundheitsziel Sachsens ist mit dem Ziel „Aktives Altern – Altern in Gesundheit, Autonomie und Mitverantwortlichkeit“ Vorreiter in Deutschland.

In Sachsen studierten und arbeiteten viele bekannte Mediziner wie Heinrich Braun (Braunsche Schiene), Carl Gustav Carus, Paul Ehrlich (Nobelpreis 1908), Paul Flechsig, Hermann Hartmann (GrĂŒnder des Hartmannbundes), Johann Christian August Heinroth (Inhaber der weltweit ersten Psychiatrieprofessur), Wilhelm His, Bernard Katz (Nobelpreis 1970), Carl Ludwig, Moritz Schreber („SchrebergĂ€rten“), Carl Thiersch und Friedrich Trendelenburg.

Bildung

Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Der Freistaat Sachsen hat vier traditionsreiche und leistungsstarke UniversitÀten, darunter Dresden als eine der elf deutschen ExzellenzuniversitÀten und die einzige Ostdeutschlands. Die Standorte Dresden, Leipzig, Chemnitz und Freiberg zeichnet ein breites FÀcherangebot von Ingenieur-, Natur-, Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften aus:

  • TU Dresden
  • UniversitĂ€t Leipzig
  • TU Chemnitz
  • TU Bergakademie Freiberg

FĂŒr ein praxisnahes Studium eignen sich die fĂŒnf Hochschulen fĂŒr angewandte Wissenschaften in Sachsen:

  • HTWK Leipzig
  • HTW Dresden
  • Hochschule Mittweida
  • WestsĂ€chsische Hochschule Zwickau
  • Hochschule Zittau/Görlitz

Insbesondere in Dresden und Leipzig haben sich Forschungseinrichtungen der großen deutschen Forschungsinstitute angesiedelt. So gibt es heute acht Institute der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz, sechs Institute der Max-Planck-Gesellschaft, 17 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft und drei Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Medien

Der Freistaat Sachsen besitzt eine lebendige Medienlandschaft aus Printmedien, landesweiten und lokalen Hörfunk- und Fernsehprogrammen.

Zeitungen

In Sachsen erscheinen mehrere Tageszeitungen mit ihren regionalen Ausgaben. Zu den auflagenstĂ€rksten und meistverkauften zĂ€hlen die SĂ€chsische Zeitung und Dresdner Neueste Nachrichten im Gebiet der Stadt sowie dem ehemaligen Direktionsbezirk Dresden, die Leipziger Volkszeitung in der Region Leipzig und die Freie Presse im Raum Chemnitz. Hinzu kommen die Lausitzer Rundschau und die Serbske Nowiny, die einzige Tageszeitung in obersorbischer Sprache fĂŒr den ostsĂ€chsischen Raum. Als tĂ€gliche Boulevardzeitungen erscheinen die Bild-Zeitung und die Morgenpost mit ihren jeweiligen Regionalausgaben. DarĂŒber hinaus werden wöchentlich mehrere kostenlose AnzeigenblĂ€tter, wie zum Beispiel der WochenSpiegel oder der BLICK veröffentlicht.

Hörfunk

Im Sendegebiet erfolgt die Ausstrahlung ĂŒber UKW und zunehmend ĂŒber DAB+.

Öffentlich-rechtliche Hörfunkveranstalter

  • MDR Aktuell
  • MDR Jump
  • MDR Klassik
  • MDR Kultur
  • MDR Sachsen (inkl. Sorbischer Rundfunk)
  • MDR Sputnik

Freie Radios

  • Radio Blau
  • coloRadio
  • Radio T
  • mephisto 97.6

Private Hörfunkveranstalter

  • Apollo radio
  • Hitradio RTL Sachsen
  • R.SA
  • Radio PSR
  • Energy Sachsen
  • Lausitzwelle
  • Radio Chemnitz
  • Radio Zwickau
  • Radio Erzgebirge
  • Radio Leipzig
  • Radio Lausitz
  • Radio Dresden
  • Vogtland Radio
  • SecondRadio

Fernsehen

Öffentlich-rechtliche Fernsehsender

  • MDR Fernsehen

Private Fernsehsender

  • Sachsen Fernsehen
  • Dresden Fernsehen
  • Leipzig Fernsehen
  • TV Zwickau
  • Vogtland Regional Fernsehen
  • Lausitzwelle Fernsehen
  • erzTV
  • Mittel-Erzgebirgs-Fernsehen

Literatur

  • Karlheinz Blaschke: Bevölkerungsgeschichte von Sachsen bis zur Industriellen Revolution. Böhlau Verlag, Weimar 1967.
  • Karlheinz Blaschke: Geschichte Sachsens im Mittelalter. C.H. Beck, MĂŒnchen 1990, ISBN 3-406-31722-7.
  • Reiner Groß: Geschichte Sachsens. Edition Leipzig, Berlin 2001 (4., erw. und aktualisierte Aufl., Edition Leipzig, Leipzig 2012, ISBN 978-3-361-00674-4).
    • als Braille-Ausgabe/Blindenschrift, Deutsch: Reiner Groß: Geschichte Sachsens. Pdb. 6 (= 3. Aufl.). ZDB, Leipzig 2007, OCLC 213396645.
  • Wolfgang Ismayr, Klemens H. Schrenk: Freistaat Sachsen. In: Uwe Andersen, Wichard Woyke: Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 6. Auflage, VS-Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-15727-6, S. 394–399.
  • Rainer Karlsch, Michael SchĂ€fer: Wirtschaftsgeschichte Sachsens im Industriezeitalter. Edition Leipzig, Dresden/Leipzig 2006, ISBN 3-361-00598-1.
  • Hartmut Kowalke (Hrsg.): Sachsen (= Reihe Perthes LĂ€nderprofile). Klett-Perthes-Verlag, Gotha/Stuttgart 2000, ISBN 3-623-00672-6 (23 Übersichten und 115 Tabellen; im Anhang ein farbiger Bildteil mit Kommentaren).
  • Karl Mannsfeld, Olaf Bastian: SĂ€chsische Landschaften. Zwischen DĂŒbener Heide und Zittauer Gebirge. Edition Leipzig, Leipzig 2012, ISBN 978-3-361-00678-2.
  • Joachim Menzhausen: Kulturgeschichte Sachsens. Erg. und aktualis. Neuaufl., Edition Leipzig, Leipzig 2007, ISBN 978-3-361-00628-7; (als Sonderausg. fĂŒr die SĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung) erg. und aktualisierte Neuaufl., SĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung, Dresden/Leipzig 2008.
  • Carl Friedrich Mosch: Sachsen historisch-topographisch-statistisch und mit naturhistorischen Bemerkungen. Dresden/Leipzig 1816 (2 BĂ€nde; Digitalisat).
  • Friedrich Ludwig MĂŒller, Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld, Florian Monheim: Barock in Sachsen (= Monumente-Edition). Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2000, ISBN 3-935208-01-4.
  • Norman Pohl, Mathias Deutsch: Umweltgeschichte Sachsens. Edition Leipzig, Leipzig 2013, ISBN 978-3-361-00686-7.
  • Steffen Raßloff: Kleine Geschichte Sachsens. Rhino, Ilmenau 2018 (2. Aufl. 2019), ISBN 978-3-95560-062-4.
  • Steffen Raßloff: Mitteldeutsche Geschichte. Sachsen – Sachsen-Anhalt – ThĂŒringen. Leipzig 2016, ĂŒberarbeitete Neuausgabe Sax Verlag, Markkleeberg 2019, ISBN 978-3-86729-240-5.
  • Michael Richter: Die Bildung des Freistaates Sachsen. Friedliche Revolution, Föderalisierung, deutsche Einheit 1989/90 (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts fĂŒr Totalitarismusforschung. Band 24). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-36900-X.
  • SĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung/Landesverein SĂ€chsischer Heimatschutz e. V. (Hrsg.): Sachsen. Heimatgeschichte, Volkskunde, Denkmalpflege, Dorfgestaltung, Natur und Landschaft. Dresden 2007, OCLC 254068271.
  • Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreichs Sachsen. 2 BĂ€nde, Leipzig 1839/40.
  • Ulrich Walz, Frank Ueberfuhr, Peter Schauer, Esther Halke: Historische Kulturlandschaften Sachsens. In: Schriftenreihe des Landesamtes fĂŒr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. ISSN 1867-2868, Heft 33/2012, Dresden 2012 (Kurzfassung in Deutsch; Volltext (PDF; 2 MB); Anlagenband; PDF; 6,1 MB).
  • Frank-Lothar Kroll (Hrsg.): Die Herrscher Sachsens, Markgrafen, KurfĂŒrsten, Könige. 1089–1918. C.H. Beck, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-406-54773-7; u. a. Friedrich der Weise S. 56–65, Johann Georg III, S. 160–167, August der Starke S. 173–191.
  • Prinz Ernst Heinrich von Sachsen: Mein Lebensweg vom Königsschloss zum Bauernhof. Paul List Verlag, MĂŒnchen 1968, S. 115–152; Sohn von Friedrich August III., berichtet in Erinnerungen ĂŒber seinen Vater und ĂŒber seine Erfahrungen wĂ€hrend der Wilhelminischen Ära, Erster Weltkrieg, Novemberrevolution, Weimarer Republik, Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg, Irland.

Film

  • Staatsarchiv Leipzig (Hrsg.): Land, Leute und Maschinen. Sachsen im Film 1912–1940. DVD, Bearbeitet von Stefan Gööck, Musik von Hubertus Schmidt, Veröffentlichungen des SĂ€chsischen Staatsarchivs. Reihe D: Digitale Veröffentlichungen. Band 2. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2008, ISBN 978-3-89812-528-4.
  • August der Starke und die Liebe, 6. Teil von Die Deutschen II. (Autoren: Jan Peter und Yury Winterberg, Leitung: Guido Knopp und Peter Arens). ZDF Enterprises GmbH, Gruppe 5 Filmproduktion GmbH, Köln 2010, ISBN 978-3-8312-9952-2.

Siehe auch

  • Liste der sĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten
  • Liste der Mitglieder des SĂ€chsischen Landtags (7. Wahlperiode)

Weblinks

  • sachsen.de – Portal des Freistaates Sachsen
  • Daten und Fakten (Statistisches Landesamt)
  • Literatur von und ĂŒber Sachsen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • SĂ€chsische Bibliographie
  • Linkkatalog zum Thema Sachsen bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • SACHSEN.digital, die interdisziplinĂ€re Wissensplattform zur Geschichte, Kultur und Landeskunde Sachsens

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch: Saxony
Wappen/Flagge: Sachsen

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Bundesland

Fläche ca.: 18155.30 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 51.684874
südlichster Punkt: 50.171303
westlichster Punkt: 11.872253
östlichster Punkt: 15.041854

 
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