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Staat Informationen : Niger

Informationen:


Niger (deutsch [ňąniňźg…ź], franz√∂sisch ¬†[niňą í…õňź Ā]), amtlich Republik Niger, ist ein Binnenstaat in Westafrika. Der namensgebende Fluss Niger durchflie√üt den relativ dicht besiedelten S√ľdwesten des W√ľsten- und Savannenstaates.

Niger grenzt im Norden an Algerien und Libyen, im Westen an Mali und Burkina Faso, im Osten an den Tschad und im S√ľden an Nigeria und Benin. Es ist ein Binnenstaat mit Anteil an der Sahara, dem Sahel und dem Sudan. Die Bev√∂lkerung von rund 23,3¬†Millionen Einwohnern w√§chst durch Geburten rasant, die Fertilit√§tsrate von 6,93 ist die h√∂chste weltweit. Die gr√∂√üte Stadt Nigers ist die Hauptstadt Niamey. Weitere Gro√üst√§dte sind Zinder, Maradi und Agadez.

Die ehemalige franz√∂sische Kolonie ist seit 1960 unabh√§ngig. Nach einer Phase von Staatsstreichen und Aufst√§nden der Tuareg scheint sich Niger politisch zu stabilisieren. Existenzbedrohend f√ľr den gr√∂√üten Teil der nigrischen Bev√∂lkerung sind regelm√§√üig wiederkehrende D√ľrren und Hungersn√∂te bei einer zu schnell wachsenden Bev√∂lkerung aufgrund mangelnder Geburtenkontrolle. Niger z√§hlt zu den √§rmsten L√§ndern der Welt und nahm 2019 im Index der menschlichen Entwicklung den letzten Platz von 189 ausgewerteten L√§ndern ein.

Geographie

Im Zentrum Nigers liegt das Gebirge A√Įr, dessen h√∂chster Gipfel Idoukal-n-Tagh√®s mit 2022¬†m gleichzeitig h√∂chster Punkt des Landes ist. Das A√Įrgebirge (Massif A√Įr) ist die s√ľd√∂stliche Fortsetzung des algerischen Hoggar- oder Ahaggar-Gebirges und bildet die geographische Grenze zum Tschadbecken. S√ľd√∂stlich des A√Įr liegt das Termit-Massiv. Von dessen s√ľdlichen Ausl√§ufern erstreckt sich das nahezu 200¬†km lange Tal der Dilia de Lagan√©, an dessen s√ľdlichem Ende noch die Ausl√§ufer des Mega-Tschad-Sees erkennbar sind.

Im Westen, S√ľden und Osten ist der A√Įr von W√ľsten umgeben, deren gr√∂√üte der √∂stlich gelegene Erg du T√©n√©r√© ist. Er nimmt etwa 30¬†% des Staatsgebietes ein, das nur am s√ľdwestlichen Rand dicht besiedelt ist. Weiter √∂stlich liegt der Grand Erg de Bilma mit dem Kaouar-Tal. Diese Saharagebiete reichen √∂stlich bis zur Grenze des Tschad. Im Norden geht der T√©n√©r√© in das Djadoplateau √ľber, im Nordosten ins Tibestigebirge. Diese W√ľsten, die s√§mtlich zur Sahara geh√∂ren, nehmen insgesamt etwa zwei Drittel der Staatsfl√§che ein. Gro√üe Teile der T√©n√©r√© und des A√Įr geh√∂ren zum 77.000¬†km¬≤ gro√üen A√Įr und T√©n√©r√© Naturreservat, einem Weltnaturerbe der UNESCO. Im S√ľden des A√Įr-Gebirges liegt die bedeutende Fossilfundst√§tte Gadoufaoua aus der Zeit der Unterkreide (Albium-Aptium, 126,3 bis 100,5 mya). Wegen der zahlreichen Dinosaurier√ľberreste, beispielsweise Nigersaurus oder Ouranosaurus nigeriensis, gilt das Gebiet als ein ‚ÄěSaurierfriedhof‚Äú der Sahara.

Etwa ein Drittel Nigers im S√ľden und S√ľdosten ist Teil des Sahels (Sahel = arab. ‚ÄěUfer‚Äú der W√ľste). Dieser Streifen befindet sich am n√∂rdlichen Rand der Trockensavanne. Seit Ende der Sechzigerjahre traten in der Dornbuschsavanne mehrere D√ľrren auf und verwandelten diese zunehmend in eine w√ľstenartige Landschaft. Im S√ľdosten liegt ein Teil des Tschadsees auf dem Gebiet Nigers, dessen Ausdehnung sich jedoch bei starker Trockenheit hinter die Grenze zum Tschad zur√ľckzieht.

Der S√ľdwesten ist vom Niger dominiert, dem drittgr√∂√üten Fluss Afrikas. Er durchflie√üt als Fremdlingsfluss auf 650 Kilometern L√§nge eine besonders fruchtbare Region des Landes und bildet im unteren Teil die Grenze zu Benin, bevor er das Land im S√ľden auf knapp 200¬†m H√∂he nach Nigeria verl√§sst.

1954 wurde der l√§nder√ľbergreifende Nationalpark W als einziger Nationalpark in Niger ausgewiesen.

Klima

Das Klima Nigers ist durchgehend hei√ü und trocken. Dem S√ľden des Landes bringt der westafrikanische Monsun eine von den Monaten Juni bis Oktober andauernde Regenzeit. W√§hrend dieser Zeit f√§llt beinahe der ganze Niederschlag des Jahres, der im Mittel zwischen 400 und 700 Millimeter betr√§gt. Etwa die H√§lfte des Niederschlages ist im August zu erwarten. In den n√∂rdlichen Teilen des Landes (W√ľstengebiete) gibt es in letzter Zeit praktisch keine Niederschl√§ge.

Die Tagestemperaturen in den W√ľstengebieten liegen im Januar durchschnittlich bei 17¬†¬įC, im Juni bei 34¬†¬įC. Im S√ľden werden im Januar 22 bis 24¬†¬įC und im Juni 32 bis 34¬†¬įC gemessen.

Dem trockenen Klima entsprechend geht die Trockensavanne von S√ľden nach Norden hin in Dornstrauchsavanne und bald in Halb- und Vollw√ľste √ľber. Im Norden sind weite Fl√§chen Sand- und Steinw√ľste. Als Folge der f√ľnfj√§hrigen D√ľrreperiode zwischen 1969 und 1974 in der gesamten Sahelzone ist der Grundwasserspiegel gesunken, die nat√ľrliche Vegetation ist teilweise komplett abgestorben, zum Teil auch durch Viehbest√§nde vernichtet. Dies hat wiederum die Viehbest√§nde reduziert und Menschenleben gekostet. Der nur durch Nomaden nutzbare Raum hat sich in der Folge um etwa 50¬†km weiter nach S√ľden ausgedehnt.

Hydrologie

Der Staat Niger entw√§ssert √ľber zwei Einzugsgebiete; das des Nigers und das des Tschadsees. Allerdings tr√§gt der Staat Niger zu beiden Einzugsgebieten kaum etwas bei. Im gro√üen Teilen des Landes liegen die Niederschlagsmengen unter 200 mm. Viele Flussbetten f√ľhren, wenn √ľberhaupt, nur kurze Zeit im Jahr Wasser und erreichen meist weder den Tschadsee noch den Niger.

Das gr√∂√üte Einzugsgebiet ist das des Azawagh mit dem Dallol Bosso als M√ľndungsfluss. Es erstreckt sich als ein System von Wadis √ľber das A√Įr, das Ahaggar in Algerien und das Adrar des Ifoghas Gebirge in Mali als Grenze und entw√§sserte zu humideren Zeiten das Ullemmeden-Becken.

Flora

Im S√ľden finden sich in der Trockensavanne vorwiegend heimische Gr√§ser, Dornenb√ľsche und Trockenwald. In der tiefer gelegenen Region wachsen Tamarinden, Affenbrotb√§ume, Kapokb√§ume und Mahagonigew√§chse. Aufgrund von √úberweidung und Trockenheit hat der Pflanzenbestand der Savanne in den vergangenen Jahren sehr gelitten. Die Gebiete des Nordens sind praktisch vegetationslos.

Fauna

Die Tierwelt gro√üer Teile des Landes ist, bedingt durch die karge und wachsende W√ľstenvegetation, nicht sehr artenreich. Die W√ľstenregionen dominieren den gesamten Norden des Landes. Hier leben Fenneks und Gazellen, w√§hrend in den Bergen des A√Įr unter anderem Paviane und A√Įr-M√§hnenspringer anzutreffen sind. Gleichzeitig befindet sich im A√Įr eines der gr√∂√üten Schutzgebiete der Erde, das A√Įr und T√©n√©r√© Naturreservat. Die s√ľdlichen Landesteile, in denen nat√ľrlicherweise Savannen vorherrschen, sind naturgem√§√ü artenreicher. Wie in ganz Westafrika ist die Gro√ütierwelt jedoch inzwischen auf Reliktvorkommen beschr√§nkt. Im S√ľdwesten Nigers liegt der W-Nationalpark, der zusammen mit dem angrenzenden Pendjari-Nationalpark in Benin und dem Arli-Nationalpark in Burkina Faso eines der wichtigsten Gro√ütierschutzgebiete ganz Westafrikas bildet. Hier kommen noch L√∂wen, Antilopen, Giraffen, B√ľffel, Strau√üe, Elefanten und Flusspferde vor.

Bevölkerung

Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1960 wuchs die Bevölkerung Nigers von 3,2 auf 23,3 Millionen Menschen, was mehr als einer Versiebenfachung der Bevölkerungszahl entspricht. Die Regierung setzt kaum Maßnahmen, um die Bevölkerungsexplosion einzudämmen oder das Land landwirtschaftlich besser nutzbar zu machen. Die UN prognostiziert, dass die Bevölkerung weiter wachsen und im Jahr 2050 etwa 66 Millionen und 2100 rund 165 Millionen betragen wird.

Die Fertilit√§tsrate ist mit 6,92 Geburten pro Frau (2018) die weltweit h√∂chste und f√ľhrt zu einem j√§hrlichen Bev√∂lkerungswachstum von 3,8¬†%. Seit 1983, als die Fertilit√§tsrate mit 7,89 einen H√∂chststand erreicht hat, geht sie langsam zur√ľck. Der Anteil der Bev√∂lkerung unter 15 Jahren lag 2012 bei 49,8¬†%. Niger hatte mit 15,2 Jahren das j√ľngste Medianalter aller L√§nder.

Die meisten Br√§ute in Niger sind noch nicht vollj√§hrig, wenn sie heiraten ‚Äď einer Untersuchung des nigrischen Ministeriums f√ľr √Ėffentliche Gesundheit aus dem Jahr 2012 zufolge sind 75¬†% der M√§dchen erst zwischen 15 und 19 Jahre alt, wenn sie verheiratet werden. In einem Bericht des United Nations Children‚Äôs Fund von 2011 rangiert Niger damit auf Platz 1 der Liste mit den L√§ndern, in denen Kinderheiraten am meisten vorkommen.

Es gibt vor allem im Norden des Landes viele Oasenbewohner, Nomaden und Halbnomaden. Viele von ihnen geben jedoch den Nomadismus auf und ziehen in die zum Teil √ľberbev√∂lkerten St√§dte. Die Mehrheit der Bev√∂lkerung lebt im S√ľden, zumeist an der Grenze zu Nigeria und Benin.

Völker

Die politisch im Nigergebiet dominierenden Volksgruppen der Zarma und Songhai stellen etwa 21¬†% der Gesamtbev√∂lkerung. Etwa 55,4¬†% geh√∂ren zur Bev√∂lkerungsmehrheit der Hausa. Die Hausa bewohnen den mittleren S√ľden an der Grenze zu Nigeria. Bereits zu Zeiten der franz√∂sischen Kolonialzeit wurden bei der Vergabe politischer Schl√ľsselpositionen an Nigrer zumeist die Songhai und Zarma bevorzugt. Diese Unverh√§ltnism√§√üigkeit in Ansehung der Repr√§sentanz in der Bev√∂lkerung wurde w√§hrend der Zeit der unabh√§ngigen Republik fortgesetzt. Die drei ersten Pr√§sidenten Nigers waren allesamt Zarma, 1993 wurde mit Mahamane Ousmane erstmals ein Hausa zum Pr√§sidenten gew√§hlt.

Rund 9,3¬†% der Bev√∂lkerung geh√∂ren zu den Tuareg-Berbern, die als Nomaden oder sesshafte Oasenbewohner in der Halbw√ľste und W√ľste leben. In der Hauptsache besiedeln sie die Region Agadez im Norden des Landes. Etwa 4,7¬†% sind die in Niger so genannten Beri Beri (Kanuri). Die Volksgruppe der Fulbe lebt sesshaft oder als Hirtennomaden, mit 8,5¬†% Bev√∂lkerungsanteil in der Sahelzone. Au√üerdem leben im Land √ľber 3000 Franzosen, zumeist in den St√§dten. Im Jahre 2017 waren 1,4¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren. Die meisten Ausl√§nder kommen aus Nigeria und Mali und sind h√§ufig Fl√ľchtlinge.

Es gibt eine nigrische Diaspora, die vor allem in Frankreich und Nigeria lebt.

Sprachen

Die Amtssprache ist Französisch. Daneben gibt es zehn anerkannte Nationalsprachen. Von diesen weisen die beiden Sprachen Hausa (sie wird von rund 56 % der Bevölkerung als Erstsprache gesprochen und von etwa 85 % verstanden) sowie Songhai-Zarma mit etwa 20 % die höchsten Sprecherzahlen auf. Weitere Nationalsprachen sind Tamascheq (etwa 8 %), Fulfulde (etwa 8 %), Kanuri (etwa 5 %), Arabisch (etwa 1 %), Buduma, Gourmanchéma, Tasawaq und Tubu. Arabisch wird von 3 % der Bevölkerung gesprochen und wird zusätzlich landesweit zur islamisch-religiösen Bildung genutzt. Englisch oder Deutsch sind wenig verbreitet.

Religion

Die gro√üe Mehrheit der Nigrer bekennt sich zum Islam (95¬†% im Jahr 2007) ‚Äď davon nahezu alle Sunniten aus der Rechtsschule Malikiten ‚Äď, der Rest der Bev√∂lkerung teilt sich in Christen und Anh√§nger traditioneller afrikanischer Religionen.

Gesundheit

Gro√üen Teilen der Bev√∂lkerung bleibt der Zugang zu Gesundheitsleistungen verwehrt, da Behandlungen im Voraus bezahlt werden m√ľssen, was sich viele Menschen nicht leisten k√∂nnen. Auch Medikamente m√ľssen selbst finanziert werden. Bei station√§ren Behandlungen m√ľssen Verwandte den Patienten h√§ufig mit Essen versorgen. Es gibt zwar eine eine Krankenkasse, in der jedoch nur wenige Angestellte und Beamte versichert sind.

Der Zugang wird auch dadurch erschwert, dass es zu wenige √Ąrzte gibt. Nach einem WHO-Bericht existieren 42 Krankenh√§user, knapp 600 Gesundheitszentren und gut 1000 medizinische Stationen, doch fehlt es meist an Ausstattung und Medikamenten und (qualifiziertem) Personal. Auf einen Arzt kommen statistisch rund 9000 Menschen; von der WHO empfohlen sind maximal 600 Patienten pro Arzt. 2004 lag die Zahl der √Ąrzte in Niger unter 400. Neben den staatlichen Einrichtungen gibt es private Krankenh√§user, Medizinstationen oder niedergelassene √Ąrzte mit ambulanten Kliniken ‚Äď zum Teil auch unter europ√§ischer F√ľhrung.

Die Bev√∂lkerung des Niger ist von vielf√§ltigen Krankheiten bedroht wie z.¬†B.: Gelbfieber, Tuberkulose, Lepra, Typhus, Noma, Brucellose, Hepatitis, Bilharziose und HIV/Aids. Die drei Haupttodesursachen (etwa 40¬†% der Todesf√§lle) sind: Grippe/Lungenentz√ľndung, Malaria und Durchfallerkrankungen wie Cholera; aber auch Verkehrsunf√§lle geh√∂ren in diese Kategorie. In der hei√üen Jahreszeit (M√§rz bis zum Beginn der Regenzeit im Juli) leidet das Land regelm√§√üig unter heftigen, teilweise fast epidemieartigen Ausbr√ľchen von Meningitis.

Die Gesundheitssituation von M√ľttern und Kindern im Niger ist schlecht. Mangel-, Fehl- und Unterern√§hrung sind, u.¬†a. aufgrund des starken Bev√∂lkerungsanstiegs und immer wiederkehrenden D√ľrren keine Seltenheit. Die S√§uglingssterblichkeit ist mit 47 von 1000 Lebendgeborenen hoch, ebenso die Kindersterblichkeit mit 80 von 1000 Lebendgeborenen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt liegt laut HDI bei 62,4, laut WHO bei 63,3 Jahren. Zugang zu sauberem Trinkwasser, seit 2010 ein Menschenrecht der UNO, hatte 2017 laut WHO nur jeder zweite Mensch in Niger, wobei es große Unterschiede zwischen Stadt (84 %) und Land gibt (44 %). Im Jahr 2000 hatte erst rund ein Drittel der Bevölkerung Zugang.

Im Vergleich zu anderen Staaten in Afrika ist AIDS in Niger nur wenig verbreitet. 2019 waren 0,3 % der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert.

Bildung

69,4¬†% der Nigrer sind Analphabeten, womit das Land die weltweit niedrigsten Alphabetisierungsraten aufweist. Im Niger stieg die mittlere Schulbesuchsdauer von Personen √ľber 25 zwar von 0,7 Jahren im Jahr 1990 auf 2,1 im Jahr 2019. Mit diesem Wert belegt Niger aber weltweit den vorletzten Platz (vor Burkina Faso mit 1,6 Jahren). Die erwartete Schulbesuchsdauer der aktuellen Sch√ľlergeneration betr√§gt 6,5 Jahre im Jahr 2019. Auch hier belegt der Niger damit den vorletzten Platz (vor S√ľdsudan mit 5,3 Jahren). Im Durchschnitt erhalten M√§dchen mit 5,7 Jahren weniger Schulbildung als Jungen mit 7,2 Jahren. Kinderarbeit ist dementsprechend verbreitet.

Das Land hat Universitäten, darunter die Abdou-Moumouni-Universität Niamey.

Geschichte

Zahlreiche Funde wie die Gr√§ber von Gobero und Felszeichnungen belegen die Besiedlung des nigrischen Territoriums seit fr√ľhester Zeit. Zum Zeitpunkt der Ausbreitung des Islam um das Jahr 660 waren die V√∂lker Nigers bereits in Staaten organisiert, die sich bis zur Ankunft der Franzosen eine bedeutende Stellung erhalten konnten. Im Jahr 1921 wurde Niger eine franz√∂sische Kolonie innerhalb Franz√∂sisch-Westafrikas. Die Grenzziehung erfolgte hierbei ohne Ber√ľcksichtigung der historischen, kulturellen und sprachlichen Gegebenheiten. Das Frauenwahlrecht wurde 1956 eingef√ľhrt. Das bei den Wahlen zur Territorialversammlung am 14. Dezember 1958 gew√§hlte Parlament sollte dem Land eine eigene Verfassung geben. Am 18. Dezember wurde Niger eine autonome Republik innerhalb der Franz√∂sischen Gemeinschaft (Communaut√© fran√ßaise, zuvor Union fran√ßaise). Zwei Jahre sp√§ter, am 3. August 1960, folgte schlie√ülich die Unabh√§ngigkeit.

1995 konnte eine Rebellion der Tuareg mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages vorl√§ufig beendet werden. Da die Regierung sich nicht an die Vertragspunkte hielt, brach Anfang 2007 der Konflikt durch einen Aufstand der Mouvement des Nig√©riens pour la Justice (MNJ) erneut aus; im August 2007 griff der Konflikt auf die Tuareg im benachbarten Mali √ľber. Hintergrund des Konflikts ist die Forderung der Tuareg, ihre traditionellen Weidefl√§chen in den Gebieten nutzen zu k√∂nnen, die die Regierung Nigers ausl√§ndischen Firmen f√ľr den Uranabbau √ľberlassen hat.

1999 wurde der Pr√§sident Ibrahim Bar√© Ma√Įnassara, der 1996 bei einem Milit√§rputsch die politische F√ľhrung √ľbernommen und eine demokratische Ordnung eingeleitet hatte, bei einem Milit√§rputsch erschossen; zum Pr√§sidenten lie√ü sich Daouda Malam Wank√© ausrufen. Nach Wahlen √ľbernahm im Jahr 2000 Mamadou Tandja das Pr√§sidentenamt. Er wurde bei den Wahlen 2004 im Amt best√§tigt.

Die Parlamentswahlen vom 20. Oktober 2009 wurden im Vorfeld heftig kritisiert, da Präsident Mamadou Tandja bereits zwei Amtszeiten hinter sich hatte und laut Verfassung keine dritte Amtszeit möglich war. Wegen der umstrittenen Wahlen setzte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) die Mitgliedschaft Nigers aus.

Durch die Verfassungs√§nderung kam es am 19. Februar 2010 zum Milit√§rputsch. Unter der durch Major Salou Djibo angef√ľhrten Junta wurde Mamadou Tandja gest√ľrzt und festgesetzt. Der Luftverkehr wurde durch den Obersten Rat f√ľr die Wiederherstellung der Demokratie ausgesetzt sowie die Landesgrenzen geschlossen. Die Verfassung wurde au√üer Kraft gesetzt. Infolgedessen suspendierte die Afrikanische Union am 20. Februar vor√ľbergehend die Mitgliedschaft Nigers.

Am 31. Januar 2011 fand der erste Wahlgang der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. In einem zweiten Wahlgang am 12. März 2011 setzte sich Mahamadou Issoufou mit 58 % aller abgegebenen Stimmen gegen Seini Oumarou durch. Bei den Präsidentschaftswahlen am 20. März 2016 wurde Issoufou mit 92 % der Stimmen wiedergewählt, allerdings hatten Teile der Opposition die Wahlen boykottiert.

Politik

Politisches System

Die 2010 durch Referendum gebilligte Verfassung ist nach dem Vorbild Frankreichs als semi-pr√§sidentielles Regierungssystem mit Direktwahl des Pr√§sidenten (alle f√ľnf Jahre) gestaltet. Dieser ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte und mit weitgehenden Befugnissen ausgestattet. Er ernennt und entl√§sst die Regierung unter Vorsitz eines Premierministers. Die Amtszeit ist auf zwei Perioden begrenzt.

Die Präsidenten der Republik Niger:

  • 1958‚Äď1974 Hamani Diori (abgesetzt durch Putsch unter Seyni Kountch√©)
  • 1974‚Äď1987 Seyni Kountch√©
  • 1987‚Äď1993 Ali Saibou
  • 1993‚Äď1996 Mahamane Ousmane (abgesetzt durch Putsch unter Ibrahim Bar√© Ma√Įnassara)
  • 1996‚Äď1999 Ibrahim Bar√© Ma√Įnassara (abgesetzt durch Putsch unter Daouda Malam Wank√©)
  • 1999 Daouda Malam Wank√©
  • 1999‚Äď2010 (de facto) Mamadou Tandja (abgesetzt durch Putsch unter Salou Djibo)
  • 2010‚Äď2011 (de facto) Salou Djibo
  • 2011‚Äď2021 Mahamadou Issoufou
  • seit 2021 Mohamed Bazoum

Bei den Pr√§sidentschaftswahlen am 21. Februar 2020 wurde der Kandidat der Regierungspartei, Mohamed Bazoum, mit knapp 56 Prozent der Stimmen zum neuen Pr√§sidenten gew√§hlt. Auf den ehemaligen Pr√§sidenten Mahamane Ousmane entfielen rund 44 Prozent der W√§hler. Es w√§re der erste demokratische Machtwechsel in dem Land. Bazoum gilt als Gefolgsmann seines Vorg√§ngers und steht damit eher f√ľr Kontinut√§t und nicht f√ľr einen wirklichen Machtwechsel. Die Opposition beansprucht den Sieg jedoch f√ľr sich.

Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung, einem Einkammer-Parlament mit 171 Abgeordneten, welches ebenfalls alle f√ľnf Jahre direkt gew√§hlt wird. 158 Abgeordnete werden nach Verh√§ltniswahlrecht in acht Mehrpersonenwahlkreisen gew√§hlt, in denen zwischen 6 und 32 Mandate vergeben werden. Die Wahlkreise entsprechen den sieben Regionen und der Hauptstadt Niamey. Acht Sitze sind f√ľr Vertreter nationaler Minderheiten reserviert (ein Sitz pro Wahlkreis), f√ľnf Sitze f√ľr die nigrische Diaspora (ein Sitz pro Kontinent).

Bei der letzten Parlamentswahl am 27. Dezember 2020 erhielt die Partei des Pr√§sidenten, die Nigrische Partei f√ľr Demokratie und Sozialismus (PNDS-Tarayya) 80 Sitze und verpasste damit nur knapp die absolute Mehrheit. Zweitst√§rkste Partei wurde die Nigrische Demokratische Bewegung f√ľr eine Afrikanische F√∂deration (MODEN-FA Lumana Africa) von Hama Amadou mit 19 Sitzen. Insgesamt zogen 19 Parteien ins Parlament ein.

Die traditionellen Herrscher (chefs traditionnels) unterstehen staatlicher Kontrolle. Sie √ľbernehmen auf lokaler Ebene unter anderem Aufgaben in der Rechtsprechung.

Unter den Orden und Ehrenzeichen der Republik Niger ist der Nationalorden Nigers die höchste Auszeichnung.

Außenpolitik

Niger versucht eine ausgeglichene Au√üenpolitik zu verwirklichen und dabei gute Beziehungen zu allen L√§ndern zu f√ľhren, da es als armer Binnenstaat auf die Zusammenarbeit mit Drittstaaten angewiesen ist, um eine Chance zu haben, seine √∂konomische und soziale Lage zu verbessern. W√§hrend der Zeit des kalten Krieges versuchte das Land seine Unabh√§ngigkeit und au√üenpolitische Neutralit√§t zu wahren und trat der Bewegung der Blockfreien bei. Weitere wichtige multilaterale Organisationen, in denen das Land Mitglied ist, sind u.¬†A. die Afrikanische Union, die ECOWAS, die Organisation f√ľr Islamische Zusammenarbeit und die Vereinten Nationen. Besondere Priorit√§t genie√üen f√ľr Niger die Beziehungen zu den westafrikanischen Nachbarstaaten, den L√§ndern der islamischen Welt, den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Wichtigstes Partnerland ist allerdings weiterhin die ehemalige Kolonialmacht Frankreich, von der das Land 1960 seine Unabh√§ngigkeit erlangte. Die Zusammenarbeit mit Frankreich beruht dabei auf einer gemeinsamen Geschichte, Sprache und einer engen wirtschaftlichen Verflechtung. Zusammen mit den Vereinigten Staaten, der Weltbank und dem IWF z√§hlt Frankreich zu den wichtigsten Gebern von Entwicklungshilfe, mit der ein gro√üer Teil der staatlichen Aufwendungen des Landes finanziert werden. Frankreich dagegen bezieht den gr√∂√üten Teil seines Urans, das f√ľr seine Nuklearindustrie ben√∂tigt wird, aus Niger. Deshalb besitzen die gemeinsamen Beziehungen, f√ľr beide Seiten, eine hohe strategische Bedeutung. Bei den Beziehungen zu den restlichen Staaten der Europ√§ischen Union und der Volksrepublik China liegt der Schwerpunkt auf der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Niger erhofft sich hierbei eine Vertiefung der Handelsbeziehung, Entwicklungshilfe und Investitionen zur weiteren Erschlie√üung der Rohstoffvorkommen des Landes. Enge kulturelle Beziehungen bestehen zu den L√§ndern der Organisation f√ľr Islamische Zusammenarbeit und den Nachbarstaaten, vor allem mit Nigeria, in der eine bedeutende Minderheit der Hausa-Volksgruppe lebt, die in Niger die Mehrheit der Bev√∂lkerung stellt. Vor allem auf die sicherheitspolitische Zusammenarbeit ausgerichtet sind die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Im Land sind amerikanische Soldaten stationiert, um einheimische Truppen auszubilden und die Instabilit√§t in den kaum kontrollierten Regionen des Landes zu bek√§mpfen. Anfang 2018 fielen vier amerikanische Soldaten bei K√§mpfen mit islamistischen Aufst√§ndischen. Die USA bauen derzeit (Anfang 2019) eine Drohnenbasis im Land f√ľr zuk√ľnftige Eins√§tze in Afrika.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 2.250 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1.715 Mio. US-Dollar gegen√ľber. Das Defizit wird durch Budgethilfe ausgeglichen.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 3,4 Mrd. US-Dollar oder 45,9 % des BIP.

2018 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Bildung: 3,5¬†%
  • Milit√§r: 1,8¬†%

Verwaltungsgliederung

Das Staatsgebiet teilt sich in die sieben Regionen Agadez, Diffa, Dosso, Maradi, Tahoua, Tillab√©ri und Zinder sowie die Hauptstadtgemeinde Niamey, die den Status einer Region aufweist. Die Regionen gliedern sich weiter in 63 Departements und diese wiederum in 254 Gemeinden. Die vier St√§dte Niamey, Maradi, Tahoua und Zinder sind Gemeinden mit besonderem Status. Sie sind in Arrondissements gegliedert. Hinzukommen 37 Stadtgemeinden und 214 Landgemeinden. Die unterste Verwaltungsebene, die teilweise nur statistischen Zwecken dient, besteht in Stadtvierteln, administrativen D√∂rfern, traditionellen D√∂rfern, Weilern, Lagern, Wasserstellen und Inseln. Jede Region wird von einem von der Zentralregierung ernannten Gouverneur geleitet, dem jeweils ein Regionalrat als beratendes Gremium zur Seite steht. Dem entsprechen auf der Ebene der Departements ernannte Pr√§fekte und beratende Departementsr√§te. In den Gemeinden gibt es durch Direktwahl ermittelte Gemeinder√§te mit B√ľrgermeistern an der Spitze. Parallel zur Gliederung in Regionen, Departements und Gemeinden besteht das staatlich anerkannte Verwaltungssystem der traditionellen Herrschaft (chefferie traditionnelle). Es gibt f√ľnf Sultanate in Niger: A√Įr, Damagaram, Dosso, Gobir und Katsina-Maradi. Ihnen hierarchisch untergeordnet sind Kantone und nomadische Gruppen. Auf der untersten Ebene stehen die einfachen traditionellen Dorfchefs. Bei Wahlen zur Nationalversammlung ist Niger in acht Wahlkreise und acht Sonderwahlkreise unterteilt, in denen jeweils eine festgelegte Anzahl an Abgeordneten gew√§hlt wird.

Städte

2016 lebten 19,0 % der Bevölkerung in Städten oder städtischen Räumen. Die 5 größten Städte sind (Stand Zensus 2012):

  1. Niamey: 978.029 Einwohner
  2. Maradi: 267.249 Einwohner
  3. Zinder: 235.605 Einwohner
  4. Tahoua: 117.826 Einwohner
  5. Agadez: 110.497 Einwohner

Kultur

Architektur

Die Wohnh√§user in den St√§dten sind √ľblicherweise aus Lehmziegeln erbaut und von mauernumfassten H√∂fen umgeben. Der Grundriss eines typischen Hausa-Hauses erm√∂glicht eine Trennung zwischen G√§ste- und Privatbereich und nach Geschlechtern. Die Gro√üst√§dte Agadez, Maradi, Tahoua und Zinder sind bekannt f√ľr die reichen Verzierungen an ihren Wohngeb√§uden. Die historische Altstadt von Agadez mit ihrer traditionellen Lehmziegelarchitektur z√§hlt zum Weltkulturerbe. J√ľngeren Datums sind Einfl√ľsse der Villenarchitektur der Golfregion und des Mediterranean Revival aus Kalifornien. In den l√§ndlichen Gebieten Nigers wohnt die Bev√∂lkerung zumeist in Grash√ľtten, verbreitet ist ferner eine Kombination aus Lehmziegelmauern mit Grasd√§chern. Die nomadische Bev√∂lkerung lebt in Zelten.

Die Gro√üe Moschee von Agadez mit ihrem markanten Minarett z√§hlt zu den h√∂chsten aus Lehm errichtete Geb√§uden der Welt. Sie steht in der architektonischen Schule der Lehmmoscheen von Timbuktu des 16. Jahrhunderts. Ebenfalls stadtbildpr√§gend ist die in den 1970er Jahren erbaute Gro√üe Moschee von Niamey. Ein in seiner Verbindung von traditioneller Hausa-Architektur mit modernen Einfl√ľssen stilbildender Sakralbau ist die Gro√üe Moschee von Yama in Badaguichiri, die in ihrer jetzigen Form aus den 1980er Jahren stammt. Zu den bedeutendsten Profanbauten z√§hlen der Palast des Zarmakoye in Dosso, erbaut 1904, und der Sultanspalast von Zinder, errichtet Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Pavillons des Nigrischen Nationalmuseums in Niamey sind im dekorativen Hausa-Stil gehalten.

Kunsthandwerk, Mode und Körperkunst

Das Kunsthandwerk hat in Niger eine lange Tradition. Kunstschmiede der Tuareg stellen Schmuck wie das silberne Kreuz von Agadez her. Im ganzen Land werden Lederwaren und von Frauen geflochtene Matten produziert. Beliebt sind besonders die bunten Bodenmatten der Kanuri aus dem S√ľdosten, der Hausa aus der Stadt Madaoua und der Fulbe aus der Stadt Say. Die Kunst des Korbflechtens ist bei Tuareg- und Kanuri-Frauen verbreitet, w√§hrend Fulbe-Frauen f√ľr ihre Kalebassen bekannt sind. Zentren der T√∂pferei sind Dorf Boubon am Niger-Fluss und die Stadt Mirriah im Osten. Eine Messe speziell f√ľr von Frauen hergestelltes Kunsthandwerk ist der Salon International de l‚ÄôArtisanat pour la Femme in Niamey.

Bei allen Ethnien des Landes verbreitet sind besondere lange Gew√§nder f√ľr formelle und festliche Anl√§sse. Bei M√§nnern ist dies der Boubou. Die Tuareg stellen repr√§sentative Kleidung typischerweise aus mit Indigo gef√§rbten Baumwollstoffen her, woher ihr Beiname als ‚Äěblaues Volk‚Äú r√ľhrt. Mit dem vom Designer Alphadi ins Leben gerufene Festival International de la Mode en Afrique verf√ľgt Niger √ľber ein renommiertes Modefestival. Besonders bei Frauen spielen kunstvolle Frisuren eine wichtige Rollen. Die Art des Haare-Flechtens dient neben ihrer √§sthetischen oft auch einer symbolischen, die soziale Rolle der Tr√§gerin widerspiegelnden Funktion. Bei Frauen im ganzen Land sind Henna-Verzierungen an H√§nden und F√ľ√üen verbreitet. Gesichtsskarifizierungen, eine Tradition in den meisten nigrischen Kulturen, sind auf Grund von Gesundheitsrisiken im R√ľckgang begriffen.

Musik, Literatur und darstellende Kunst

Niger hat eine vielf√§ltige, oft rituell verankerte und mit Tanz verkn√ľpfte Musiktradition. Zu den traditionellen Musikinstrumenten des Landes geh√∂ren die Blasinstrumente Algaita und Kakaki, die Zupfinstrumente Goge und Molo sowie die Trommeln Ganga, Kalangu und Tend√©. In der breite Bev√∂lkerungsschichten ansprechenden musique tradi-moderne werden Elemente der eigenen musikalischen √úberlieferung mit Stilen und Instrumenten der Popmusik verbunden. Zu den erfolgreichsten Bands der musique tradi-moderne z√§hlen Mamar Kassey und Etran Finatawa. Ein wichtiger Musikpreis f√ľr diese Musikrichtung ist der Prix Dan Gourmou. Mitte der 1990er Jahre wurde zudem nigrischer Rap popul√§r, der auch von Frauen praktiziert wird und oft gesellschaftskritische Botschaften weitertr√§gt.

Gedruckte literarische Werke aus Niger sind vorwiegend in franz√∂sischer Sprache verfasst. Bekannte nigrische Schriftsteller sind Ibrahim Issa, Abdoulaye Mamani, Id√© Oumarou und vor allen Boubou Hama, nach dem der staatliche Literaturpreis Prix Boubou Hama benannt ist. Die m√ľndliche Literatur in den Nationalsprachen ist bei allen Ethnien des Landes verbreitet. Popul√§r sind insbesondere Erz√§hlungen auf Songhai-Zarma und Lyrik auf Tamascheq und Fulfulde. Eine Kaste berufsm√§√üiger S√§nger und Dichter sind die Griots. Nationalsprachen in Schriftform finden sich in islamischen kalligrafischen Werken in der Adschami-Schrift und in der Tifinagh-Schrift der Tuareg.

Die in die repr√§sentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommenen joking relationships Nigers werden bei einer Vielzahl √∂ffentlicher Anl√§sse aufgef√ľhrt. Traditionelles Theater wird insbesondere bei den Hausa praktiziert. Der nigrische Film hatte seine Bl√ľtezeit in den 1960er und 1970er Jahren. Zu nennen sind hier besonders die Regisseure Moustapha Alassane und Oumarou Ganda. Als erster genuin nigrischer Film gilt Alassanes Aour√© aus dem Jahr 1962.

Sport

Die popul√§rsten Sportarten in Niger sind Fu√üball und die Lutte traditionnelle. Die nigrische Fu√üballnationalmannschaft, genannt M√©na, qualifizierte sich erstmals 2012 f√ľr die Fu√üball-Afrikameisterschaft. Fu√üballspieler aus Niger machten sich einen Namen durch ihren Einsatz f√ľr Vereine in Europa, Kamerun und Burkina Faso. Bei der in den nationalen Medien breit behandelten Lutte traditionnelle, einer in Westafrika verbreiteten Form des Ringkampfs, treten die K√§mpfer einzelner D√∂rfer gegeneinander an und werden dabei von Musikern und Griots begleitet.

Kamelrennen sind in den W√ľsten der Regionen Agadez und Tahoua verbreitet. In den von Kanuri bewohnten Gebieten im Osten des Landes haben Pferderennen eine lange Tradition. Vor allem im Schulsport werden Basketball, Volleyball und Tischtennis praktiziert.

Die bislang einzigen Medaillen in der olympischen Geschichte Nigers gewannen der Boxer Issaka Daboré bei den Sommerspielen 1972 und der Taekwondoin Abdoulrazak Issoufou Alfaga bei den Sommerspielen 2016. Im Jahr 2005 war Niamey die Gastgeberstadt der 5. Spiele der Frankophonie, an denen 25.000 Athleten teilnahmen. In Niamey befindet sich mit dem General-Seyni-Kountché-Stadion die größte Sportstätte des Landes.

Essen und Trinken

Die nigrische K√ľche basiert auf Getreide, Gem√ľse, Fleisch und Fisch aus der Region. Hirse und Reis dienen als Grundnahrungsmittel. Sie werden oft zu einem Teig weiterverarbeitet, der zu Kn√∂deln geformt wird. Das Trockenfleisch Kilishi gilt als ein Nationalgericht Nigers. H√§ufig anzutreffen ist auch ein Erdnussbutter-Eintopf. Als Street Food werden beispielsweise Reis mit Bohnen und Bohnenkuchen in verschiedenen Variationen verkauft. Als Standardspeise bei Festessen hat sich das Lammgericht Meschoui durchgesetzt. Regionale Unterschiede sind etwa bei Brot festzustellen. Ein Beispiel ist das W√ľsten-Fladenbrot der Tuareg, das in einem Sandofen gebacken und mit Sauce gegessen wird. Fischgerichte sind hingegen vor allem im Flusstal des Niger im S√ľdwesten anzutreffen.

Ein typisches Getr√§nk Nigers ist in kleinen Gl√§sern gereichter bitters√ľ√üer Tee. Gek√ľhltes Trinkjoghurt und Sauermilch, genannt solani oder kossam, werden in verschiedenen Geschmacksrichtungen verkauft. Zu den verbreiteten Erfrischungsgetr√§nken z√§hlen au√üerdem Bissap, Ingwer- und Tamarindenlimonade.

Feiertage und Feste

Der Nationalfeiertag Nigers wird am 18. Dezember begangen. Er erinnert an die Gr√ľndung der Republik Niger innerhalb der Communaut√© fran√ßaise am 18. Dezember 1958. Am 3. August wird im Gedenken an die an diesem Tag des Jahres 1960 erfolgte Verlesung der Unabh√§ngigkeitserkl√§rung durch Hamani Diori der Unabh√§ngigkeitstag gefeiert. Er f√§llt mit dem Tag des Baumes zusammen, an dem traditionell im ganzen Land B√§ume gepflanzt werden. Der Tag der Eintracht am 24. April wurde anl√§sslich des Friedensabkommens vom 24. April 1995 zwischen der Regierung und den Rebellen der Organisation des bewaffneten Widerstands eingef√ľhrt.

Zu den gesetzlichen Feiertagen z√§hlen ferner unter anderem mehrere islamische und christliche Feste. Es ist in Niger √ľblich, dass Muslime und Christen einander gegenseitig zu ihren religi√∂sen Feiern einladen. Vor allem im Osten des Landes wird das zweit√§gige islamische Opferfest mit musikalischen Darbietungen √∂ffentlich auf den Stra√üen gefeiert. Bei der Cure Sal√©e handelt es sich um ein Fest von Fulbe- und Tuareg-Nomaden in der Regenzeit, das j√§hrlich bei Ingall begangen wird. Beim traditionellen Brautschau-Festival Gu√©rewol der Wodaabe stellen ledige M√§nner ihre Sch√∂nheit zur Schau. In der Stadt Agadez findet allj√§hrlich das mehrw√∂chige Volksfest Bianou statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Entwicklung

Die nigrische Volkswirtschaft erreichte 2019 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 12,912 Milliarden US-Dollar. Ausgehend von einem sehr niedrigen Wert von 2,236 Milliarden US-Dollar im Jahr 2000, hat sich das BIP in den letzten zwei Jahrzehnten versechsfacht. Aufgrund eines gleichzeitig hohen Bevölkerungswachstums ist der BIP pro Kopf jedoch nur relativ gering von 429 auf 563 US-Dollar pro Kopf gestiegen. Damit zählt Niger zu den 10 ärmsten Staaten der Welt. 41,6 % des Volkseinkommens stammen aus der Landwirtschaft, während der industrielle Sektor nur etwa 19,5 % der Gesamtleistung ausmacht. Die restlichen 38,7 % werden von den Dienstleistungen erbracht (Stand 2017).

2014 belief sich der Anteil der Bev√∂lkerung unter der absoluten Armutsgrenze (weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag) auf √ľber 44,5¬†%.

Die offizielle Arbeitslosenrate ist sehr niedrig und impliziert Vollbesch√§ftigung, allerdings sind die Angaben wenig aussagekr√§ftig, da nahezu alle Besch√§ftigungsverh√§ltnisse informeller Natur sind und Unterbesch√§ftigung weit verbreitet ist. 2012 arbeiteten 79,2¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 17,5¬†% im Dienstleistungssektor und 3,3¬†% in der Industrie. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 6,5 Millionen gesch√§tzt.

Gemessen an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen belegt Niger 2020 Platz 38 der 52 untersuchten afrikanischen Staaten. Keines der 17 Ziele gilt als erreicht. Bei 11 Zielen sind noch große Herausforderungen zu meistern (major challenges remain).

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Bergbau

Wichtigstes Exportgut ist das durch den franz√∂sischen Staatskonzern Orano (fr√ľher AREVA) n√∂rdlich von Agadez (Arlit) abgebaute Uran, dessen Ausfuhr 70¬†% der Gesamtexporte generiert. Niger ist der gr√∂√üte afrikanische Uranproduzent und der f√ľnftgr√∂√üte weltweit. Es liefert 40¬†% des Uranbedarfs Frankreichs. Mittlerweile meldet auch China verst√§rkt Interesse an den nigrischen Uranvorkommen an.

Am 18. Dezember 2008 reiste die Chefin des franz√∂sischen Atomkonzerns, Anne Lauvergeon, nach Niamey, um mit Pr√§sident Mamadou Tandja die Abbaugenehmigung f√ľr das Uranvorkommen Imouraren auszuhandeln. Imouraren liegt ungef√§hr 80 Kilometer s√ľdlich des bisherigen Abbaugebiets von Arlit. Tandja handelte nach harten Preisk√§mpfen eine staatliche Beteiligung von 33,5¬†% an dem neuen Uranprojekt aus. Die Abbaulizenz beinhaltet eine Steigerung der Erl√∂se f√ľr Niger um 50¬†% gegen√ľber den bisherigen Ertr√§gen aus dem Uranabbau von Arlit. Nicht vor 2020 soll der Tagebau Imouraren in Betrieb gehen. Laut Firmenangaben w√§re es eines der gr√∂√üten Uranbergwerke der Welt mit einer F√∂rderung von 3000 bis 8000 Tonnen im Jahr.

In der Region Liptako an der Grenze zu Burkina Faso wird seit 2004 in der Mine Samira Gold abgebaut, das zweitwichtigstes Exportgut. Auch im Norden des Landes wurden in Djado Vorkommen entdeckt.

Seit 2011 geh√∂rt Niger auch zu den erd√∂lexportierenden Staaten. Nachdem an der Grenze zu Algerien Erd√∂l entdeckt wurde, erhielt das chinesische Unternehmen China National Petroleum Corporation (CNPC) den Zuschlag zur Ausbeutung. In Zinder wurde die erste Erd√∂lraffinerie des Landes gebaut, an der CNPS 60¬†% der Anteile besitzt und der nigirische Staat 40¬†%. 2020 wurde mit dem Bau einer Pipeline an die K√ľste Benins begonnen.

Nachdem 2012 in der Region Tahoua Kohlevorkommen entdeckt wurden, k√ľndigte die Regierung den Bau eines 600 Megawatt Kohlekraftwerks an. Realisiert werden sollte dies mit Hilfe des amerikanischen Konzerns Source California Services Inc. Da die Umsetzung sich aber immer wieder verz√∂gerte, wandte sich der Staat letztendlich der China Exim-Bank zu.

Weitere Rohstoffe, die im Niger abgebaut und verarbeitet werden, sind Phosphat, Gips und Kalk.

Nahrungsmittelversorgung

Die folgenden Punkte gelten als urs√§chlich f√ľr die immer wiederkehrenden katastrophalen Hungersn√∂te im Land, insbesondere in den von Hirtenfamilien bewohnten Departements Filingu√©, Dakoro und T√©ra:

  • Bev√∂lkerungswachstum durch eine der h√∂chsten Geburtenraten der Welt.
  • Mangelnde Bildung ‚Äď auch aufgrund einer teilweise bildungsfeindlichen Tradition ‚Äď, besonders was den Schulbesuch von M√§dchen angeht.
  • Niger ist ein reines Binnenland und besteht √ľberwiegend aus W√ľste.
  • Die fortschreitende Desertifikation (W√ľstenbildung) gef√§hrdet das landwirtschaftlich nutzbare Land; versch√§rft wird sie durch menschliche Einfl√ľsse wie Abholzung, √úberweidung und √úbernutzung der Nutzfl√§chen sowie durch den Einfluss des Klimawandels.
  • Heuschreckenplagen zerst√∂ren die Ernten.
  • Zus√§tzliche Probleme verursachen √úberflutungen wie beispielsweise die Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010.

Die Hungersn√∂te sind unter anderem ein Grund f√ľr das vermehrte Auftreten der Krankheit Noma in Niger. Auf 100.000 Einwohner werden laut Studien 14 Erkrankte gez√§hlt.

Landwirtschaft

In der nigrischen Sahara-Region ist nur in Oasen, etwa im A√Įr-Gebirge, Bew√§sserungsfeldbau m√∂glich. Nur der schmale Streifen entlang der nigerianischen Grenze befindet sich in der Sahelzone und ist somit f√ľr den Regenfeldbau geeignet. Die Regenzeit ist extrem kurz, knapp drei bis vier Monate. Dar√ľber hinaus ist die Regenzeit durch eine hohe Variabilit√§t der Regenf√§lle gekennzeichnet: Regional k√∂nnen ebenso stark unterschiedliche Regeng√ľsse niedergehen, wie die zeitliche Verteilung des Regens w√§hrend der Regenzeit sehr ungleichm√§√üig ausfallen kann.

Anbauprodukte sind haupts√§chlich verschiedene Hirsearten sowie Bohnen und Erdn√ľsse. Nur in Trockenflusssenken werden im Bew√§sserungsanbau unter anderem Gem√ľsearten, Henna, Capsicum-Arten, Tabak angebaut. Mobiles Kapital sind Kleinviehherden, die in Notzeiten zun√§chst vermarktet und dann verzehrt werden. Das Land ist der zweit-gr√∂√üte Hirseproduzent weltweit (Stand: 2016).

Produktionsmittel sind heute der individualisierte Besitz an Grund und Boden sowie das durch den gemeinsam wirtschaftenden Haushalt erworbene Saatgut, das unter Umst√§nden in Kooperativen hinzugekauft werden muss. Dies geschieht, wenn das Saatgut wegen Nahrungsknappheit verzehrt statt ausgebracht wird. Bei staatlichen Kooperativen oder reichen H√§ndlern verschulden sich die Bauern teilweise auch durch den Kauf von Insektiziden und D√ľngemittel.

Die Arbeitsmittel sind die einer weitgehend nicht mechanisierten Landwirtschaft: die kurzstielige Hacke und ein langstieliges J√§teisen (Kanuri: ashasha). Ochsengezogene Pfl√ľge befinden sich in der Regel im Besitz reicher Bauern, die meist identisch mit der einheimischen Aristokratie sind. Der √ľberwiegende Teil der Bauern hat hierzu keinen Zugang.

Die vorkoloniale Gesellschaftsstruktur sieht eine gemeinschaftliche Nutzung der B√∂den durch eine Gro√üfamilie, ein gandu (Hausa: Haushalt) vor. Individueller Besitz an Grund und Boden war weitgehend unbekannt. Seit der Kolonialzeit hat sich durch die Konsolidierung famili√§rer Besitzanspr√ľche und einer zunehmenden Vermarktung von Grund und Boden ein individueller Besitz von Boden etabliert. Der Bev√∂lkerungsdruck f√ľhrte zu Landknappheit. Erbteilung f√ľhrte zur Fragmentierung von Landbesitz. Individuelle Parzellen k√∂nnen heute eine (Klein-)Familie kaum noch ern√§hren.

Ein weiteres Problem stellt die gro√üfl√§chige Abholzung zur Gewinnung von Brennmaterial dar, sowie das fast vollst√§ndige Abtragen von Pflanzenmaterial nach der Ernte, so dass Ackerfl√§chen zum einen vor der Sonneneinstrahlung nicht mehr gesch√ľtzt sind und zum anderen der D√ľngungseffekt durch verrottendes Pflanzenmaterial ausbleibt. Die B√∂den verarmen. Seit Mitte der 1980er Jahre wird diesem Problem mit einer systematischen Begr√ľnung entgegengetreten. Hilfreich war dabei insbesondere die Bepflanzung mit der Akazienart Faidherbia albida. Bis 2006 konnten so 3 Millionen Hektar Land begr√ľnt werden, von denen 250.000 Hektar bereits wieder landwirtschaftlich nutzbar sind. In diesen Gebieten sind die Niederschlagsmengen von 1982 bis 1999 um 10 bis 20¬†% gestiegen.

Die lange Trockenzeit macht ein Vorratshaltungssystem notwendig, das in vorkolonialer Zeit sozial und religi√∂s sanktioniert war. Diese Vorratshaltung war eng an die vorkoloniale Struktur der Haushalte, ihrer Arbeits- und Konsumptionsstruktur gebunden. Mit der Fragmentierung der Haushalte und der Individualisierung von Bodenbesitz vor allem seit der Dekolonisierung geht eine Aufl√∂sung dieser vorkolonialen Umverteilungsstrukturen einher. Heutige (Klein-)Familien k√∂nnen kaum noch auf ein Netz famili√§rer und nachbarschaftlicher Solidarit√§tsstrukturen zur√ľckgreifen, vor allem angesichts des allgemein herrschenden Drucks auf die √∂kologisch fragile Klimazone.

Medien und Telekommunikation

In der Rangliste der Pressefreiheit 2020 von Reporter ohne Grenzen belegte Niger Platz 57 von 180 L√§ndern. Die Situation der Pressefreiheit im Land beurteilt die Nichtregierungsorganisation ‚Äěals erkennbar problematisch‚Äú, gleichwohl geh√∂re sie zu den freiz√ľgigeren innerhalb Afrikas. Ein Journalist sitzt in Niger derzeit in Haft.

Unter den Massenmedien des Landes ist der H√∂rfunk am bedeutsamsten. Der Anteil der nigrischen Haushalte, die √ľber ein Radioger√§t verf√ľgten, stieg von 37,3¬†% im Jahr 1994 auf 55¬†% im Jahr 2005 an. Im selben Zeitraum wuchs der Anteil der Haushalte mit Fernsehger√§t von 5,2¬†% auf 6,8¬†%. Die Auflagenh√∂he und Reichweite von Druckerzeugnissen sind insbesondere au√üerhalb der Hauptstadt gering. In der Geschichte des unabh√§ngigen Landes mit seinen wechselnden Regierungsformen war die Pressefreiheit immer wieder Einschr√§nkungen unterworfen. Die staatliche Rundfunkanstalt ORTN betreibt den Radiosender Voix du Sahel sowie die Fernsehprogramme T√©l√© Sahel und Tal TV. Landesweit gibt es 31 Privatradios und 121 lokale B√ľrgerradios. Die vier nigrischen Privatfernsehsender Bonf√©rey TV, Canal 3 TV, Dounia TV und T√©n√©r√© TV haben ihren Sitz in Niamey. Die Tageszeitung Le Sahel und die Wochenzeitung Sahel Dimanche werden von der nigrischen Regierung herausgegeben. Das Amtsblatt der Republik ist der Journal officiel de la R√©publique du Niger. Daneben erscheinen eine Reihe privater Printmedien.

Das Internet wurde 2016 von lediglich 2,1¬†% aller Einwohner ab 15 Jahren genutzt. Die l√§nderspezifische Top-Level-Domain Nigers lautet .ne. Im Markt der Mobiltelefon-Netzbetreiber konkurrieren das Telekommunikationsunternehmen SONITEL und mehrere ausl√§ndische Lizenzinhaber. Im Jahr 2008 nutzten 19,9¬†% aller Nigrer ab 15 Jahren Mobiltelefone, in der Hauptstadt Niamey und in der d√ľnnbesiedelten und unwegsamen Region Agadez waren es jeweils mehr als die H√§lfte. Nur sehr wenige Nigrer verf√ľgen √ľber einen eigenen Festnetzanschluss.

Verkehr

Die Infrastruktur Nigers wurde in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. So wuchs etwa das Stra√üennetz seit 2005 um fast das Doppelte auf nunmehr 18.949¬†km, darunter 3912¬†km befestigte Stra√üen. Des Weiteren verf√ľgt das Land √ľber insgesamt 27 Flugh√§fen, von denen zehn befestigte Start- und Landebahnen haben. Der Fluss Niger ist auf 300¬†km L√§nge schiffbar. Eine Eisenbahnverbindung nach Benin befindet sich im Bau.

Literatur

  • Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo (Hrsg.): Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow Press, Lanham MD 2012.
  • Thomas Krings, Sahell√§nder, WBG-L√§nderkunden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2006, ISBN 3-534-11860-X.
  • Cornelia Nicodemus: Indigene Vorratshaltung und koloniale Krisenpr√§ventionspolitik. Zwangsspeicher und Soci√©t√©s Indig√®nes de Pr√©voyance in der Kolonie Niger nach 1932. Lang, Frankfurt 2000, ISBN 3-631-36578-0.
  • Mano Dayak: Geboren mit Sand in den Augen: Die Autobiographie eines F√ľhrers der Tuareg-Rebellen. Unionsverlag, Z√ľrich 1997, ISBN 3-293-00237-4.
  • Holger Weiss: Babban Yunwa. Hunger und Gesellschaft in Nord-Nigeria und den Nachbarregionen in der fr√ľhen Kolonialzeit. Helsinki 1997.
  • Boureima Alpha Gado: Une histoire des famines au Sahel. √Čtude des grandes crises alimentaires (XIX-XXe si√®cles). Paris 1993.
  • Polly Hill: Population, Prosperity and Poverty. Rural Kano 1900 and 1970. Cambridge 1977.
  • Guy Nicolas: Dynamique et appr√©hension du monde au sein d¬īune soci√©t√© haoussa. Paris 1975.
  • Claude Raynaut: Structures normatives et relations √©lectives. √Čtude d¬īune communaut√© villageoise haoussa. Paris 1972.

Weblinks

  • Offizielle Website der Regierung (franz√∂sisch)
  • Offizielle Website des Parlaments (franz√∂sisch)
  • L√§nder- und Reiseinformation des deutschen Ausw√§rtigen Amtes
  • Ausf√ľhrliche Landesinformationen auf der Website der GIZ
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Niger

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
NE.AG Agadez  
NE.DF Diffa  
NE.DS Dosso  
NE.MA Maradi  
NE.NI Niamey  
NE.TH Tahoua  
NE.ZI Zinder  
 

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Flagge: Niger

Name englisch: Niger
Hauptstadt: Niamey
Kfz: RN
ISO: NE
ISO3: NER
Fläche: 1267000 km²
Tld: .ne
Wärung Einheit: XOF
Währung: Franc
Vorwahl: 227

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 23.5000002
südlichster Punkt: 11.693756
westlichster Punkt: 0.1666672
östlichster Punkt: 15.9990339


 
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