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Staat Informationen : Benin

Informationen:


Benin [beˈniːn] (französisch BĂ©nin [beˈnɛ̃]) ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt im Westen an Togo, im Norden an Burkina Faso und Niger, im Osten an Nigeria und im SĂŒden an den Golf von Guinea, genauer die Bucht von Benin.

Bis 1975 hieß das Land Dahomey. Die Bezeichnung steht in Tradition zum historischen Königreich Dahomey, das bis zur Eroberung durch die Franzosen Ende des 19. Jahrhunderts den sĂŒdlichen Teil des modernen Staates und des Nachbarstaates Togo umfasste. Von 1975 bis 1990 hieß es Volksrepublik Benin.

Geographie

Lage

Die geographische Lage ist zwischen 6° 25’ und 12° 30’ nördlicher Breite sowie 0° 45’ und 4° östlicher LĂ€nge. Die grĂ¶ĂŸte Nord-SĂŒd-Ausdehnung betrĂ€gt 650 km, die grĂ¶ĂŸte West-Ost-Ausdehnung betrĂ€gt 320 km.

Die Landesgrenzen belaufen sich auf gesamt 1989 km, zu Burkina Faso 306 km, zu Niger 266 km, zu Nigeria 773 km und zu Togo 644 km. Die LĂ€nge der KĂŒste betrĂ€gt 121 km.

Landschaftsbild

Die Landschaft Benins gliedert sich in fĂŒnf verschiedene NaturrĂ€ume.

Die KĂŒstenregion ist flach und sandig und wird von GezeitensĂŒmpfen und Lagunen geschĂŒtzt. Genauer betrachtet besteht sie aus einer langen, mit Kokospalmen bewachsenen Sandbank. Die Lagunen sind im westlichen Teil des Landes schmaler, wo viele durch Verschlammung in SĂŒmpfe verwandelt wurden, und im Osten breiter, einige sind auch miteinander verbunden. Im Westen erstreckt sich die Grand-Popo-Lagune bis ins benachbarte Togo, wĂ€hrend die Porto-Novo-Lagune im Osten einen natĂŒrlichen Wasserweg zum Hafen von Lagos in Nigeria bildet, obwohl die Nutzung durch die politische Grenze erschwert wird. Nur bei Grand-Popo und Cotonou haben die Lagunen direkte Verbindungen zum offenen Meer.

Hinter der KĂŒstenregion beginnt das barre-Land – das Wort ist eine französische Adaption des portugiesischen Wortes barro („Ton“). Die Barre-Region ist eine fruchtbare, intensiv landwirtschaftlich genutzte Ebene und umfasst die Lama Marsh, ein riesiges Sumpfgebiet, das von Abomey bis Allada reicht. Die Landschaft ist im Allgemeinen flach, obwohl gelegentlich HĂŒgel auftreten, die bis zu 400 Meter hoch sein können.

Die vier Hochebenen von Benin befinden sich in der Gegend von Abomey, Kétou, Aplahoué (oder Parahoué) und Zagnanado. Die Plateaus bestehen aus Tonen auf kristalliner Basis und sind zwischen 90 und 230 Meter hoch.

Die Atakora-Gebirgskette im Nordwesten des Landes bildet eine Fortsetzung des sĂŒdlichen Togo-Gebirges. Sie verlĂ€uft von SĂŒdwesten nach Nordosten und erreicht an ihrem höchsten Punkt, dem Mont Sokbaro, eine Höhe von 658 Metern. In ihrem Inneren besteht sie aus stark metamorphem Quarzit-Gestein.

Die Niger-Ebene im Nordosten Benins senkt sich bis zum Tal des Niger-Flusses ab und besteht aus lehmigen Sandsteinen.

Die LandesflĂ€che betrĂ€gt 112.622 kmÂČ (Weltrang 100), davon 30 % Wald, 12 % Ackerland, 4 % Wiesen und Weiden.

Klima

Es werden zwei Klimazonen unterschieden.

Die sĂŒdliche Zone hat ein Ă€quatoriales Klima mit zwei feuchten und zwei trockenen Jahreszeiten. Die Hauptregenzeit liegt zwischen Mitte MĂ€rz und Mitte Juli. Auf diese folgt eine kĂŒrzere Trockenzeit bis Mitte September, eine kĂŒrzere Regenzeit bis Mitte November und eine grĂ¶ĂŸere Trockenzeit bis zum Wiedereinsetzen der RegenfĂ€lle im MĂ€rz. Die Regenmenge nimmt von Westen nach Osten zu. Grand-Popop erhĂ€lt nur etwa 800 Millimeter, wĂ€hrend in Cotonou und Porto-Novo jeweils etwa 1250 Millimeter Niederschlag pro Jahr fallen. Die Temperaturen sind relativ konstant und schwanken zwischen etwa 22 °C und 34 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit ist hĂ€ufig unangenehm hoch.

In der nördlichen Klimazone gibt es nur eine Trocken- und eine Regenzeit. Die Regenzeit dauert von Mai bis September, wobei die meisten RegenfĂ€lle im August auftreten. In den Atakora-Bergen und in Zentralbenin fallen jĂ€hrlich etwa 1350 Millimeter, weiter nördlich sinkt die Niederschlagsmenge auf etwa 965 Millimeter. In der Trockenzeit von Dezember bis MĂ€rz weht aus nordöstlicher Richtung der Harmattan, ein heißer und trockener Wind. Die Temperaturen liegen durchschnittlich bei 27 °C, aber der Temperaturbereich schwankt zwischen Tag und Nacht stark. Im MĂ€rz, dem heißesten Monat, können die Tagestemperaturen auf bis zu 43 °C klettern.

Hydrographie

Neben dem Niger, der mit seinen NebenflĂŒssen MĂ©krou, Alibori und Sota die nordöstlichen ĂŒber 40 Prozent des Landes entwĂ€ssert, ist der wichtigste Fluss des Landes der OuĂ©mĂ©. Er entwĂ€ssert mit dem Mono und dem Couffo die gesamte sĂŒdliche HĂ€lfte Benins. Der Mono, der in Togo entspringt, bildet die Grenze zwischen Togo und Benin nahe der KĂŒste. Der Couffo, in dessen NĂ€he sich Abomey befindet, fließt von den höheren Ebenen nach SĂŒden, um in die KĂŒstenlagunen von AhĂ©mĂ© zu mĂŒnden. Der OuĂ©mĂ© entspringt im Atakora-Gebirge und fließt 450 Kilometer nach SĂŒden; nahe seiner MĂŒndung teilt er sich in zwei Arme, von denen einer nach Osten in die Porto-Novo-Lagune und der andere nach Westen in den NokouĂ©-See abfließt.

Die Atakora-Berge bilden eine Wasserscheide zwischen dem Volta- und dem Nigerbecken. Die Gebiete westlich davon entwĂ€ssert ĂŒber den Oti und seine NebenflĂŒsse in das Volta System. Das Oti Einzugsgebiet umfasst 13,7 % der LandesflĂ€che.

Vegetation und Tierwelt

Der vorherrschende Vegetationstyp Benins ist die Savanne. Benin hat Anteil an zwei Landschaftszonen, der Sudanzone und der Guineazone, und liegt in einem nahezu waldfreien Korridor zwischen den oberguineischen und kongolesischen RegenwĂ€ldern, dem Dahomey Gap. Der ursprĂŒngliche tropische Regenwald, der den sĂŒdlichen Landesteil bedeckte, ist heute weitgehend abgeholzt und existiert nur noch in der NĂ€he von FlĂŒssen. An seiner Stelle wurden viele Öl- und RĂŽnierpalmen gepflanzt und Nutzpflanzen angebaut, daneben wachsen Kokospalmen, Kapok-, Mahagoni- und EbenholzgewĂ€chse. Außerdem gibt es TrockenwĂ€lder wie den ForĂȘt de la Lama im Zentrum Benins und den sehr eindrucksvollen Sumpfwald von Lokoli.

Die Flora Benins umfasst ungefĂ€hr 3000 Arten. Die Savannen im Norden des Landes werden durch den Nationalpark W und den benachbarten Nationalpark Pendjari, beide Teil des trinationalen und grenzĂŒberschreitenden WAP-Nationalparkkomplex, geschĂŒtzt. Hier kommen noch Elefanten, Leoparden, Löwen, Antilopen, Affen, Wildschweine, Krokodile und BĂŒffel vor. Es gibt auch viele Schlangenarten, darunter Pythons und Puffotter. Zu den Vögeln gehören PerlhĂŒhner, Wildenten und RebhĂŒhner sowie viele tropische Arten.

Siedlungsbild

Die sĂŒdlichen Provinzen machen ein Viertel der GesamtflĂ€che aus, werden aber von mehr als zwei Dritteln der Bevölkerung bewohnt. Sehr dicht besiedelt sind die Gegend um den Hafen von Cotonou, wo sich das politische und wirtschaftliche Leben des Landes konzentriert, und die offizielle Hauptstadt Porto-Novo. An den StadtrĂ€ndern ist der Anbau von SubsistenzfrĂŒchten wie Mais, Maniok und SĂŒĂŸkartoffeln sehr intensiv. Zum Norden hin nimmt die Siedlungsdichte ab. Die Dörfer, welche im SĂŒden noch hĂ€ufig anzutreffen sind, sind nun weiter zerstreut. Die aus Kolonialzeiten stammende Marktstadt Parakou bildet ein wichtiges Zentrum im Norden.

Die StĂ€dte zeigen traditionelle afrikanische, koloniale europĂ€ische und moderne EinflĂŒsse. Vorkoloniale LehmhĂ€user, MĂ€rkte, Schreine und Statuen finden sich KleinstĂ€dten ebenso wie in Abomey, Porto-Novo und in geringerem Maße in Cotonou. Die Somba-Region im Nordwesten wird von traditionellen Strohdach- und TurmhĂ€usern geprĂ€gt. In den meisten StĂ€dten dominieren koloniale europĂ€ische Stile. Zu den KolonialgebĂ€uden, von denen einige aus dem 18. Jahrhundert stammen, gehören Bahnhöfe, AmtsgebĂ€ude und PrivathĂ€user sowie Bauten wie das ehemalige portugiesische Fort in Ouidah, das ein Zentrum des Sklavenhandels bildete. Moderne Architektur findet man bei PrivathĂ€usern, Hafenanlagen und Hotels.

Bevölkerung

2019 lebten 11,8 Millionen Menschen in Benin, wovon die Mehrheit in der landwirtschaftlichen KĂŒstenregion und im ca. 200 km ins Landesinnere reichenden Gebiet wohnt. Die FertilitĂ€tsrate liegt bei 4,8 Kindern pro Frau und geht seit ihrem Höchststand von 7,03 Kindern pro Frau 1980 kontinuierlich zurĂŒck. FĂŒr das Jahr 2050 wird laut der mittleren Bevölkerungsprognose der UN mit einer Bevölkerung von ca. 24 Millionen gerechnet.

Etwa 39,2 % der Gesamtbevölkerung gehören den Fon an, welche gleichzeitig die gesellschaftlich dominante Bevölkerungsgruppe im Land, speziell im SĂŒden, ist. 15,2 % der Einwohner sind Adja. 12,3 % der Bevölkerung vor allem im Osten sprechen yoruboide Sprachen, gehören also den Yoruba und Ă€hnlichen Ethnien an. Die ehemals eigenstaatlichen Bariba stellen 9,2 % der Bevölkerung. Eine große Minderheit stellen mit 7 % die Fulbe, die in der gesamten Sudanzone verbreitet sind. Die Otamari bilden 6,1 % der Bevölkerung Benins. Yoa-Lokpa und verwandte Völker stellen 4 % und die Dendi im Norden bilden eine kleine Minderheit von 2,5 % der Einwohner. Daneben gibt es Angehörige der Atakora-Gruppe (abwertend Somba genannt).

Sprachen

Alleinige Amtssprache ist seit der französischen Herrschaftszeit das Französische. Neben Französisch werden 53 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Schwerpunkte bilden Gur- (die Sprecher der Lama- und der Atakora-Sprachen), Hausa-Sprachen, die Sprachgruppe der EvĂ© (darunter Fon) oder Mina. Im sĂŒdlichen Benin ist Fon Hauptverkehrssprache und wird von ca. 1,7 Mio. Einwohnern gesprochen; insgesamt sprechen 47 % der Bevölkerung Fon als Muttersprache.

Religion

Bei der VolkszÀhlung 2002 gaben nur noch 23,4 % der Einwohnerschaft traditionelle Religionen als ihren Glauben an. Zu diesen gehören in Benin die Religion der Yoruba und die Religion der Ga; offiziell bekannten sich 17,3 % zur Voodoo-Religion.

Doch dĂŒrften viele der 6,5 % der Bevölkerung, welche keinem Bekenntnis angehören, und etliche Christen und Muslime diese Religion ebenfalls ausĂŒben. Hochburgen des Kults sind die Departements Atlantique, Couffo, Mono und Zou. Das Departement Atakora ist eine weitere Hochburg der traditionellen Religionen.

GrĂ¶ĂŸte Religion ist offiziell das Christentum mit einem Bevölkerungsanteil von 42,3 %. Darunter sind 23,0 % Katholiken, 5,1 % AnhĂ€nger der Eglise de CĂ©leste und 4,2 % Methodisten als grĂ¶ĂŸte Einzelgemeinschaften. Die Katholiken stellen zwar nur im Departement Littoral die absolute Mehrheit, sind aber mit Ausnahme der Departements Alibori und Couffo ĂŒberall stark vertreten. Die AnhĂ€nger der Eglise de CĂ©leste sind vor allem in den Departements OuĂ©mĂ©, Atlantique, Zou und Plateau zu finden. Die Hochburgen der Methodisten sind die Departements Collines, OuĂ©mĂ© und Plateau. Weitere christliche Gemeinschaften sind die Pfingstbewegung (z. B. AssemblĂ©es de Dieu), die Mormonen, die Neuapostolische Kirche, die Nigerianische Apostolische Kirche, die Zeugen Jehovas und die Baptisten.

Etwa 27,8 % der Bevölkerung Benins sind Muslime. Zu ihnen gehören von den grĂ¶ĂŸeren Völkern beinahe alle Fulbe und Dendi und eine geringe Anzahl der Otamari (Minderheit von Christen) und etwa die HĂ€lfte der Yoruba (45 % Christen). Der Islam ist in den nördlichen Departements Alibori, Borgou und Donga die Religion des Großteils der Bevölkerung und hat auch in den Departementen Atakora, Collines, Littoral, OuĂ©mĂ© und Plateau zahlreiche AnhĂ€nger. Ein erheblicher Teil der Zuwanderer aus Westafrika (Burkina Faso, Mali, Niger, Nigeria und Senegal) gehört ihm an.

Zudem gibt es Gemeinden der Bahai, der Moon und der Eckankar.

Gesundheit

Benin verfĂŒgt ĂŒber ein staatliches Gesundheitssystem, das KrankenhĂ€user in Cotonou, Porto-Novo, Parakou (finanziert von China), Abomey, Ouidah und Natitingou unterhĂ€lt sowie GeburtshĂ€user und andere kleine, spezialisierte Gesundheitseinrichtungen. Die Zahl der Ärzte lag bei vier pro 100.000 Einwohnern. Internationale Organisationen stellen Finanzhilfen zur VerfĂŒgung, um einen Mangel an medizinischem Personal und Medikamenten auszugleichen. Wie auch in den NachbarlĂ€ndern existiert in Benin ein illegaler Markt, auf dem nicht mehr haltbare Medikamente, Medikamente ohne Verpackung und Beipackzettel und vor allem gefĂ€lschte Medikamente (vorwiegend aus China und Indien) gehandelt werden, was hohe Risiken mit sich bringt und fĂŒr Apotheken existenzgefĂ€hrdend ist. Mehrfach hat die Weltzollunion Millionen Arzneimittel in Benin beschlagnahmt. Im November 2018 wurde fĂŒnf GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Medikamentendistributionsunternehmen wegen Komplizenschaft bei illegalen Praktiken in der Pharmazie zu vier Jahren GefĂ€ngnis verurteilt. Trotz der EinfĂŒhrung gĂŒnstiger Generika blĂŒht der Schwarzhandel weiterhin.

Eines der grĂ¶ĂŸten Gesundheitsrisiken ist Malaria, vor allem fĂŒr kleine Kinder. 2019 lag die Kindersterblichkeit bei 90 von 1000 Lebendgeburten, die SĂ€uglingssterblichkeit betrug 59 pro 1000 Lebendgeburten. In lĂ€ndlichen Gebieten sind MĂ€ngel, wie der Zugang zu sauberem Trinkwasser oder das Fehlen von sanitĂ€ren Einrichtungen wie Latrinen, Ursache fĂŒr viele Erkrankungen. Die Lebenserwartung lag 2019 bei 61,8 Jahren.

Die PrĂ€valenz fĂŒr HIV/AIDS in Benin liegt weit unter dem Durchschnitt der afrikanischen LĂ€nder sĂŒdlich der Sahara und ist Ă€hnlich oder niedriger als die der NachbarlĂ€nder. Im Februar 2016 verabschiedete die Regierung einen nationalen Plan im Kampf gegen AIDS.

Unter der Regierung von PrĂ€sident Patrice Talon gab es einige Reformen im Gesundheitssystem, die jedoch seitens der Gewerkschaften als Privatisierungsmaßnahmen gesehen, kritisiert und weitgehend blockiert werden.

Gerade im lĂ€ndlichen Raum, wo Ärzte oder KrankenhĂ€user oft ĂŒberhaupt nicht erreichbar oder zu teuer sind oder wo es aufgrund der zahlreichen Sprachen und Dialekte Kommunikationsschwierigkeiten gibt, wenden sich viele Menschen traditioneller Medizin und Heilungsverfahren zu, "die von lokaler Biomedizin bis zu verschiedenen Formen spiritueller oder religiöser Heilverfahren reicht. Oft werden die Ursachen der Krankheit oder des Todes nicht einem Erreger, sondern einem Hexer zugesprochen, der z.B. aufgrund von Eifersucht eines Nachbarn hinzugezogen wurde."

Bildung

Das öffentliche Bildungssystem folgt seit der Kolonialzeit dem französischen Muster. Auf einen sechsjĂ€hrigen Grundschulzyklus (fĂŒr Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren) schließt eine Schule ĂŒber vier Jahre an. Darauf folgt eine dreijĂ€hrige Schule, die mit dem Hochschulzugang Baccalaureat abschließt. Die erwartete Schulbesuchsdauer der aktuellen SchĂŒlergeneration liegt bei 12,6 Jahren. Aufgrund der geringen Schulbesuchsdauer der ĂŒber 25-JĂ€hrigen, die bei nur 3,8 Jahren liegt, betrug die Analphabetenrate im Jahr 2020 in der Altersgruppe aber immer noch 57,6 %.

Mitte der 1970er Jahre wurden große Reformen im Einklang mit der damals vorherrschenden marxistisch-leninistischen Ideologie eingeleitet, auch um den französischen Einfluss abzuschĂŒtteln. Die Reformen scheiterten, da Lehrer, Eltern und Studenten gegen die Senkung der Standards protestierten und die Reformen wurden Ende der 1980er Jahre weitgehend aufgegeben.

Die UniversitĂ€t Abomey-Calavi (1970–75 als UniversitĂ€t Dahomey und 1975–2001 Nationale UniversitĂ€t von Benin bekannt) mit Sitz in Cotonou wurde 1970 gegrĂŒndet. Die Studentenschaft der UniversitĂ€t ist neben den Arbeitern seit Anfang der 1980er Jahre die wichtigste politische Kraft des Landes. Die UniversitĂ€t Parakou wurde 2001 gegrĂŒndet.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Staates Benin bildete seit dem 17. Jahrhundert den grĂ¶ĂŸten Teil des Königreichs Dahomey, bis es 1805 von den Franzosen im Auftrag Napoleon Bonapartes besetzt wurde und als Kolonie dem französischen Kaiserreich einverleibt wurde. Die Kolonie wurde aber 1814 mit der Niederlage gegen Großbritannien im Britisch-Französischen Kolonialkonflikt aufgegeben. Um 1830 wurde das Gebiet zu einem Protektorat Frankreichs und war spĂ€ter als Kolonie Dahomey Bestandteil der Föderation Französisch-Westafrika. Am 1. August 1960 wurde es als Republik Dahomey in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen. 1961 besetzte und annektierte Dahomey die kleine portugiesische Kolonie SĂŁo JoĂŁo Baptista d’AjudĂĄ. Die Annexion wurde von Portugal erst 1975 nach der portugiesischen Nelkenrevolution anerkannt. 1974 wurde der Marxismus-Leninismus zur Staatsideologie, wodurch es auch zur EinfĂŒhrung eines Einparteiensystems und zu Verstaatlichungen der Betriebe kam. Zugleich wurde die Republik Dahomey 1975 in die Volksrepublik Benin umbenannt. Der Name bezieht sich auf die Bucht von Benin, die sich wiederum auf das vom 13. Jahrhundert bis 1897 existierende schwarzafrikanische Königreich Benin bezieht, das allerdings zum grĂ¶ĂŸten Teil auf dem Gebiet des heutigen Nigeria lag.

Benin litt zwölf Jahre lang unter einer instabilen Regierung und mehreren Staatsstreichen, die drei Jahre nach der UnabhĂ€ngigkeit begannen. Das Regime von PrĂ€sident Mathieu KĂ©rĂ©kou, der 1972 durch einen Putsch an die Macht kam, brachte zunĂ€chst mehr StabilitĂ€t. Seine von ihm 1974 eingefĂŒhrte marxistisch-leninistische Politik gipfelte in den spĂ€ten 1970er Jahren in einer repressiven MilitĂ€rherrschaft, die jedoch Anfang der 1980er Jahre weitgehend beendet war. WĂ€hrend dieser Zeit war die VolksrevolutionĂ€re Partei Benins (PRPB) die einzige zugelassene politische Partei.

Benin war das erste afrikanische Land, das nach dem Kalten Krieg einen Übergang weg vom Marxismus-Leninismus vollzog. Im Dezember 1989 gab KĂ©rĂ©kou selbst die marxistisch-leninistische Lehre auf, die er Mitte der 1970er Jahre verkĂŒndet hatte. Im Dezember 1990 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die Menschenrechte, die Freiheit zur GrĂŒndung politischer Parteien, das Recht auf Privateigentum und allgemeines Wahlrecht garantiert.

In den Jahren 1989 und 1990 erzwang die Bevölkerung mit Unruhen aufgrund der katastrophalen Wirtschaftslage eine Nationalkonferenz unter Leitung des katholischen Erzbischofs von Cotonou, Isidore de Souza. Sie benannte den ehemaligen Exekutivdirektor der Weltbank, NicĂ©phore DieudonnĂ© Soglo, zum Premierminister und legte die Richtlinien eines demokratischen Neuanfangs fest, darunter die Aufgabe der marxistisch-leninistischen Doktrin, die BegrĂŒndung einer Demokratie, die Zulassung politischer Parteien, die Achtung der Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Pressefreiheit sowie die EinfĂŒhrung der Marktwirtschaft. Soglo wurde bei den ersten Mehrparteienwahlen 1991 PrĂ€sident – dann aber 1996 wieder abgelöst von KĂ©rĂ©kou. Die ersten Kommunalwahlen Benins im Dezember 2002 bedeuteten einen wichtigen Schritt fĂŒr die Dezentralisierung des Landes.

Politik

Benin hat sich in den Indizes in den letzten Jahren verschlechtert. In der Rangliste der Pressefreiheit belegt das Land 2002 noch Rang 21. Beim Demokratieindex verzeichnete es den niedrigsten Wert sowie den niedrigsten Rang seit Beginn der Untersuchungen 2006 und wurde von einer fehlerhaften Demokratie zum Hybridregime zurĂŒckgestuft. "Das Land galt lange als stabile Demokratie in Westafrika mit einer Verfassung, die fĂŒr andere Staaten beispielhaft war." Nun hat die Demokratie "zunehmend schlechte Karten". Beobachter sprechen von "Demokratie-Abbau" und der Entstehung einer "Scheindemokratie". Hans-Joachim Preuß von der Friedrich-Ebert-Stiftung bezeichnet Benin als Wahlautokratie, in der es Oppositionelle zunehmend schwer haben, da es "gewisse Repressionsmechanismen" gibt, "die fĂŒr eine gewisse EinschĂŒchterung sorgen".

Politisches System

Nach der Verfassung von 1990 ist Benin eine prĂ€sidentielle Republik. Der PrĂ€sident wird fĂŒr maximal zwei aufeinanderfolgende fĂŒnfjĂ€hrige Amtszeiten direkt gewĂ€hlt und ist zugleich Staats- und Regierungschef. Der PrĂ€sident kann vom Premierminister unterstĂŒtzt werden, obwohl diese Position nicht verfassungsrechtlich vorgeschrieben ist und von Mai 1998 bis Mai 2011 sowie ab August 2013 nicht besetzt wurde. Im April 2016 wurde Patrice Talon im zweiten Wahlgang mit 65 % zum neuen PrĂ€sidenten von Benin gewĂ€hlt. Die Wahl verlief nach demokratischen Standards. Die letzten Wahlen fanden am 11. April 2021 statt. Neben Talon gab es nur zwei weitere Kandidaten, was auf das 2019 eingefĂŒhrte Patensystem zurĂŒckzufĂŒhren ist, nach dem ein Bewerber nur dann zur Wahl zugelassen wird, wenn er im Vorfeld die UnterstĂŒtzung von zehn Prozent der BĂŒrgermeister und Parlamentarier hat (Ă€hnlich wie in Frankreich). DarĂŒber hinaus wurden zahlreiche Kandidaten von der Wahlkommission abgelehnt. Talon gewann die Wahl im ersten Wahlgang mit 86,3 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von etwa 50 %.

Die Legislative wird von der Nationalversammlung ausgeĂŒbt, deren 83 Abgeordnete fĂŒr eine Amtszeit von vier Jahren nach VerhĂ€ltniswahlrecht gewĂ€hlt werden. Nachdem die Wahlen 2015 noch demokratischen Standards entsprachen und elf Parteien ins Parlament einzogen, galten die Parlamentswahlen vom April 2019 nicht mehr als frei und fair, da die Opposition durch ein neues Wahlrecht faktisch ausgeschlossen wurde (z. B. durch bĂŒrokratische HĂŒrden und RegistrierungsgebĂŒhren). Über 80 % der WĂ€hler blieben daher am Wahltag der Urne fern. Im Ergebnis zogen lediglich zwei regierungsnahe Parteien ins Parlament ein, die Progressive Union mit 47 Sitzen und der Republikanische Block mit 36 Sitzen. Der damalige VizeprĂ€sident der Nationalversammlung, Eric HoundĂ©tĂ©, kritisierte: „Das ist keine Wahl, sondern die Nominierung von Abgeordneten einer Einheitspartei, die in zwei Teile geteilt ist.“ Ohne Opposition im Parlament gibt es jedoch auch keine Kontrolle der Exekutiven.

Die Entwicklung des Frauenwahlrechts war von den VerhĂ€ltnissen in Frankreich bestimmt. Entsprechend der Loi Lamine GuĂšye von 1946 hatten alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger bei Wahlen zum französischen Parlament und auch bei lokalen Wahlen ein Wahlrecht. Das passive Wahlrecht wurde in dem Gesetz nicht ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt, war aber auch nicht ausgeschlossen. Bei den Wahlen zum Pariser Parlament gab es in Französisch-Westafrika, wozu Dahomey gehörte, kein Zweiklassenwahlrecht wie in anderen französischen Kolonien, fĂŒr alle örtlichen Wahlen jedoch schon. 1956 wurde die loi-cadre Defferre eingefĂŒhrt, die in Artikel 10 das allgemeine aktive passive Wahlrecht garantierte. Bei der UnabhĂ€ngigkeit des Landes 1960 wurde diese Rechtssituation bestĂ€tigt.

Seit der Demokratisierung des Landes im Jahr 1991 gab es mehrere freie Wahlen und gewaltlose Regierungswechsel, womit das Land zu den stabilsten Demokratien in Afrika zĂ€hlte. Bei der Wahl am 28. April 2019 waren jedoch erstmals seit der Demokratisierung keine Oppositionsparteien zur Wahl zugelassen, davor wurden Demonstrationsrechte fĂŒr die Opposition aufgehoben.

Menschenrechte

Amnesty International stuft die Haftbedingungen in GefĂ€ngnissen als Ă€ußerst hart ein. Sie liegen weit unter dem internationalen Standard. Die SicherheitskrĂ€fte mĂŒssen nach wie vor keine strafrechtliche Verfolgung befĂŒrchten, auch wenn sie nachweislich fĂŒr brutale Gewaltanwendung und Misshandlungen verantwortlich sind. Kinder leiden unter den Haftbedingungen besonders. FĂŒr sie gibt es keine gesonderte Behandlung oder Unterbringung. Homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen werden nach Paragraph 88 des Strafgesetzbuches von 1996 als Straftat angesehen und mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. In der Praxis scheint jedoch bislang niemand nach diesem Paragraphen verurteilt worden zu sein. Mit EinfĂŒhrung des neuen Strafgesetzbuches im Jahr 2019 stehen diese Beziehungen nicht mehr unter Strafe. Zahlreiche EinschrĂ€nkungen der Meinungsfreiheit und der Versammlungsfreiheit bestehen weiterhin. HĂ€ufig wird bei Demonstrationen von exzessiver und willkĂŒrlicher Gewalt berichtet, die von den SicherheitskrĂ€ften ausgeht.

Verwaltungsgliederung

Der Staat gliedert sich in zwölf Départements.

Die Departements unterteilen sich in 77 Kommunen, die wiederum in Arrondissements und schließlich in Dörfer oder in Stadtbezirke geteilt sind.

StÀdte

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind laut Zensus 2013: Cotonou 679.000 Einwohner, Porto-Novo 264.000 Einwohner, Parakou 255.000 Einwohner, Godomey 253.000 Einwohner, Abomey-Calavi 118.000 Einwohner, Djougou 95.000 Einwohner, Bohicon 94.000 Einwohner und EkpĂ© 75.000 Einwohner.

MilitÀr

Das Beninische MilitĂ€r verfĂŒgt ĂŒber eine Landstreitkraft, eine Marine und eine Luftstreitkraft und hat zurzeit rund 7.250 Soldaten im Dienst. Es besteht eine 18 Monate lange selektive Wehrpflicht. Benin gab 2020 knapp 0,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 55,8 Millionen US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Verkehr

Benin hat ein 578 km langes Eisenbahnnetz in Meterspur, das sich von der KĂŒste bis Parakou erstreckt. Die Personenbeförderung sollte Ende 2015 zunĂ€chst auf dem 25 km langen TeilstĂŒck Cotonou – Pahou aufgenommen werden, die Wagen dafĂŒr wurden gebraucht von der Zentralbahn aus der Schweiz ĂŒbernommen. Eine 574 km lange Neubaustrecke von Parakou bis Niamey im Nachbarland Niger ist geplant.

Wirtschaft

Benin ist eines der Ă€rmsten LĂ€nder der Erde. Knapp die HĂ€lfte der Beniner lebt laut Definition der Weltbank in absoluter Armut (weniger 1,90 US-Dollar pro Tag). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fĂŒr 2019 wird auf 14,4 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Wirtschaft des Landes wird maßgeblich von der Landwirtschaft (primĂ€rer Sektor) geprĂ€gt, die 2017 26,1 % der BIP erwirtschaftete. Die Industrie (sekundĂ€rer Sektor) erwirtschaftete 22,8 %, der Dienstleistungssektor (tertiĂ€rer Sektor) 51,1 %.

Von großer Bedeutung fĂŒr die nationale Wirtschaft ist der Seehafen von Cotonou. Ein Großteil aller im Seehafen umgeschlagenen Waren stammen aus GeschĂ€ften mit dem Nachbarland Nigeria. Auch fĂŒr die LĂ€nder Niger, Burkina Faso und Mali ist Benin ein sehr wichtiges Transitland. Der Seehafen macht als Wirtschaftsfaktor ĂŒber zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Aufgrund der hohen Auslandsverschuldung ist Benin gegenwĂ€rtig nicht in der Lage, an den grĂ¶ĂŸeren internationalen Programmen der Entwicklungszusammenarbeit teilzunehmen, die eine gewisse Eigenbeteiligung erfordern.

Das Wirtschaftswachstum wird partiell beeintrÀchtigt wegen unzureichender Reformschritte im öffentlichen Finanzmanagement und der schlecht ausgebauten Infrastruktur des Landes. Neben der vorhandenen Korruption fehlt es dem Privatsektor auch an Rechtssicherheit.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Benin Platz 120 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 96 von 180 LĂ€ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Landwirtschaft

In Benin ist die Landwirtschaft, neben den Zolleinnahmen vom Seehafen von Cotonou, die zweite konstitutive SĂ€ule der Wirtschaft und trĂ€gt erheblich zur gesamten wirtschaftlichen Lage des Landes bei, denn ein Viertel aller wirtschaftlichen Leistungen wird mit ihr erzielt. In der Landwirtschaft arbeiten mehr als zwei Drittel der Bevölkerung. Vorwiegend werden Mais, Sorghum, Maniok, Yamswurzel, SĂŒĂŸkartoffeln und HĂŒlsenfrĂŒchte angebaut. Es herrscht die traditionelle Hackbauernkultur vor. Zu den traditionellen FeldfrĂŒchten kommen als cash crops Baumwolle, Cashew und Ananas hinzu.

Die Viehzucht hat im Wesentlichen Statuscharakter, die Rinder werden nicht zu wirtschaftlichen Zwecken gehalten.

Außenhandel

Importiert werden vor allem IndustriegĂŒter, Nahrungsmittel und Brennstoffe (ca. 5,3 Mrd. US-Dollar). Exportiert wird vor allem Baumwolle (insgesamt ca. 3 Mrd. US-Dollar).

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2017 Ausgaben von umgerechnet 2,15 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,58 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 6,2 % des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2017 54,2 % des BIP.

Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,7 % (2017)
  • Bildung: 2,9 % (2018)
  • MilitĂ€r: 0,4 % (2020)

Kultur

Das kulturelle Leben, insbesondere der gebildeten Bevölkerungsschichten in den sĂŒdlichen StĂ€dten, ist von der französischen Kolonialherrschaft und den damit verbundenen engen Beziehungen zu Frankreich geprĂ€gt. Dieser französische Einfluss vermischt sich auch hĂ€ufig mit den verschiedenen jahrhundertealten Traditionen, die im weitgehend muslimischen Norden sowie im animistischen und christlichen SĂŒden ausgeĂŒbt werden.

In Cotonou gibt es viele LokalitĂ€ten mit französischem Flair, wie etwa Restaurants, CafĂ©s oder Diskotheken. Diplomaten auslĂ€ndischer Regierungen und viele Eliten Benins leben in Neubaugebieten, wo Kinos und Hotels fĂŒr Unterhaltung nach modernen MaßstĂ€ben sorgen. In den anderen Stadtteilen jedoch wird das kulturelle Leben von der Tradition beherrscht. Großfamilien leben hier in großen Wohnanlagen, wo religiöse Riten praktiziert und Feste mit Musik und Tanz gefeiert werden. Wichtige Zentren des tĂ€glichen Lebens sind MĂ€rkte, wo Lebensmittel, Kleidung und traditionelle Medikamente als auch Kunstwaren verkauft werden.

Traditionen

Das traditionelle Kunsthandwerk in Benin ist sehr alt und in praktisch jedem Dorf vertreten. Am wichtigsten ist die plastische Kunst. Geschnitzte Holzmasken, die Abbildungen und Geister der Verstorbenen darstellen, werden fĂŒr traditionelle Zeremonien verwendet. Weitere Kunstwerke sind Bronzestatuetten, Töpferwaren, applizierte Wandteppiche, die die Geschichte der Könige des vorkolonialen Dahomey erzĂ€hlen, sowie Brandgravuren auf Holzschalen, die oft religiöse Bedeutung haben. Die wohl bekanntesten Kunstobjekte sind die Holzmasken der Yoruba aus der Region Porto-Novo, die fĂŒr das Gelede-Fest verwendet werden.

Am 9. April 2005 beschloss der Staat Benin als erster afrikanischer Staat öffentlich und offiziell das Ende der Beschneidung junger MĂ€dchen. Bereits 2003 war die Beschneidung weiblicher Genitalien in Benin verboten worden. WĂ€hrend der Feier prĂ€sentierten ĂŒber 200 ehemalige Beschneiderinnen ihr teilweise archaisches Handwerkszeug, das nicht wenigen Opfern das Leben gekostet und zahlreichen Frauen lebenslange Leiden eingebracht hatte.

Kulturelle Einrichtungen

Die KönigspalÀste von Abomey, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, sind Sitz eines historischen Museums. Ferner existiert ein Völkerkundemuseum in Porto-Novo, ein historisches Museum in Ouidah und ein völkerkundliches Freilichtmuseum in Parakou. Die Nationalbibliothek befindet sich in Porto-Novo. Von der französischen und amerikanischen Regierung geförderte Kulturzentren unterhalten Bibliotheken und organisieren VortrÀge, Konzerte und andere kulturelle AktivitÀten. Kunstgalerien sind im Centre Arts et Cultures und im Centre Culturel Français in Ouidah untergebracht.

Medien

Aus Cotonou werden Radioprogramme in Französisch, Englisch und einer Reihe von Landessprachen ausgestrahlt. Es gibt auch ein eingeschrĂ€nktes TV-Angebot. In Cotonou erscheint eine Tageszeitung, La Nation, die von der Regierung kontrolliert wird. Neben zwei weiteren Tageszeitungen gibt es auch einige wöchentliche und zweiwöchentliche Publikationen. In Buchhandlungen und Kiosken werden darĂŒber hinaus französischsprachige Zeitungen aus dem Senegal und der ElfenbeinkĂŒste angeboten.

Literatur

  • Thomas Bierschenk: Democratization without Development: Benin 1989–2009. In: International Journal of Politics, Culture and Society, 22, 2010, S. 337–357
  • Jennifer C. Seely: The Legacies of Transition Governments in Africa: The Cases of Benin and Togo. Palgrave Macmillan, Hampshire 2009, ISBN 978-0-230-61390-4

Weblinks

  • CIA World Factbook: Benin (englisch) – Dossier aus dem The World Factbook (englisch)
  • LĂ€nderĂŒbersicht Benin auf WebprĂ€senz AuswĂ€rtiges Amt
  • WebprĂ€senz der Botschaft der Republik Benin in Deutschland
  • WebprĂ€senz der Regierung der Republik Benin (französisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Benin
  • Benin profile auf BBC News (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
BJ.AL Alibori  
BJ.AK Atakora  
BJ.AQ Atlantique  
BJ.BO Borgou  
BJ.CL Collines  
BJ.DO Donga  
BJ.CF Kouffo  
BJ.LI Littoral  
BJ.CF Mono  
BJ.OU OuĂ©mĂ©  
BJ.PL Plateau  
BJ.ZO Zou  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Benin

Name englisch: Benin
Hauptstadt: Porto-Novo
Kfz: BJ
ISO: BJ
ISO3: BEN
Fläche: 112620 km²
Tld: .bj
Wärung Einheit: XOF
Währung: Franc
Vorwahl: 229

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 12.4086111
südlichster Punkt: 6.2356319
westlichster Punkt: 0.7766672
östlichster Punkt: 3.8433429


 
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