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Staat Informationen : Nigeria

Informationen:


Nigeria [niˈgeːʁiÌŻa] (amtlich englisch Federal Republic of Nigeria [naÉȘÌŻËˆdʒÉȘ(ə)ÉčÉȘÌŻÉ™], Bundesrepublik Nigeria, veraltet Nigerien) ist ein Bundesstaat in Westafrika. Es ist mit ĂŒber 200 Millionen Einwohnern (2018) mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und weltweit das Land mit der siebtgrĂ¶ĂŸten Bevölkerung. Im Zeitraum von 1989 bis 2019 hat sich die Bevölkerungszahl des Landes verdoppelt.

Nigeria grenzt an den Atlantik und die LĂ€nder Benin, Niger, Tschad und Kamerun. Hauptstadt des Landes ist Abuja, seine mit Abstand grĂ¶ĂŸte Stadt ist Lagos mit rund 22 Millionen Einwohnern. Weitere MillionenstĂ€dte sind Ibadan, Benin City, Kano, Port Harcourt und Kaduna.

Das Land beherbergte zahlreiche Staaten und Königreiche in vorkolonialer Zeit. Der heutige Staat basiert auf der Grenzziehung der Briten, als diese Nigeria im 19. Jahrhundert kolonialisierten. 1960 wurde Nigeria unabhĂ€ngig und wechselte nach einem BĂŒrgerkrieg von 1967 bis 1970 jahrzehntelang zwischen demokratisch gewĂ€hlten Regierungen und MilitĂ€rregierungen. 1999 wurde Nigeria erneut demokratisiert, wobei erst die Wahlen ab den 2010er Jahren als halbwegs fair eingestuft werden.

Nigeria ist ein Land mit großer kultureller Vielfalt: Zahlreiche westafrikanische Religionen werden praktiziert und es werden 514 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Die drei grĂ¶ĂŸten Volksgruppen sind die Igbo, Yoruba und Hausa. Englisch ist Amtssprache und weit verbreitete lingua franca. Oftmals mit Gewalt ausgetragene ethnische Konflikte herrschen zwischen dem muslimischen Norden und dem mehrheitlich christlich-animistischen SĂŒden.

Seit 2014 ist Nigeria vor SĂŒdafrika die grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft Afrikas. Es wird von der Weltbank als Schwellenmarkt angesehen.

Geographie

Nigeria liegt in Westafrika am Atlantischen Ozean und umfasst ein Gebiet von 923.768 Quadratkilometern mit einer Ost-West- und Nord-SĂŒd-Ausdehnung von 1200 beziehungsweise 1100 Kilometern. Ein markantes Merkmal des Landes sind der sĂŒdöstlich verlaufende Strom Niger und sein sĂŒdwestlich verlaufender Nebenfluss Benue, die in Nigeria zusammenfließen und im Nigerdelta in den Golf von Guinea mĂŒnden. Das Nigerdelta gehört zu den grĂ¶ĂŸten Flussdeltas der Erde und dehnt sich auf einer FlĂ€che von ca. 70.000 kmÂČ aus. Das entspricht ungefĂ€hr der GrĂ¶ĂŸe Bayerns.

Der rund 850 km lange KĂŒstenstreifen am Golf von Guinea ist geprĂ€gt von Lagunen (im Westen zum Beispiel die Lagune von Lagos) und von MangrovensĂŒmpfen. Er erreicht im Nigerdelta seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung. Der frĂŒher fast 100 Kilometer breite GĂŒrtel von tropischem Regenwald im Landesinneren wurde weitgehend gerodet und durch SekundĂ€rwald ersetzt. Weiter nördlich erstrecken sich eine Middle Belt genannte Region, in der sich die Feuchtsavanne des Sudans ausbreitet, an die sich die Trockensavanne des Sahel anschließt. Eine eigene Vegetationszone bildet das im Osten Nigerias gelegene Jos-Plateau, ein bis zu 1829 Meter hohes Hochland.

Die höchste Erhebung Nigerias ist mit einer Höhe von 2419 Metern der im Gebirgsland nahe der Grenze zu Kamerun gelegene Berg Chappal Waddi. Das einzige bekannte vulkanische Gebiet Nigerias bildet das Biu-Plateau.

Klima

Nigeria wird von zwei Klimazonen beeinflusst: tropisch feucht-heißes Klima im SĂŒden mit einer ergiebigen Regenzeit, die von April bis Oktober dauert. Die Luftfeuchtigkeit liegt ganzjĂ€hrig hoch, zwischen 85 und 95 Prozent. Die mittleren Temperaturen im sĂŒdlichen Bereich Nigerias betragen ca. 30 °C. Nachts kĂŒhlt es meist nur wenig ab. In Nordnigeria herrscht WĂŒstenklima mit höheren Temperaturen und weniger Niederschlag als im SĂŒden. Die Regenzeit des westafrikanischen Monsuns dauert von Juni bis September und die Trockenzeit mit DĂŒrreperioden dauert von November bis MĂ€rz; der Harmattan bringt in dieser Zeit trockene heiße Luft aus der Sahara. Die Temperaturen können im Norden bis auf 50 Grad ansteigen. Allerdings ist hier die Luftfeuchtigkeit wesentlich niedriger und angenehmer. Die Temperaturunterschiede betragen bis zu 20 Grad zwischen Tag und Nacht. Die Regenzeit ist in Nordnigeria weniger ausgeprĂ€gt.

Hydrologie

Nigeria ist in zwei Haupteinzugsgebiete aufgeteilt – das des Tschadsees und das des Niger. Dabei nimmt das Nigereinzugsgebiet etwa 63 % des Landes ein. Hauptzufluss des Niger ist der Benue, dessen ZuflĂŒsse sich ĂŒber Kamerun hinaus bis in den Tschad und das Scharieinzusgebiet erstrecken.

Das Tschadbecken wird aus dem nordöstlichen Viertel Nigerias gespeist. Das Bauchiplateau bildet die Wasserscheide zwischen den Flusssystemen des Niger/Benue und des Komadugu Yobe. Die flachen Ebenen im Nordosten Nigerias gehören geographisch zum Tschadbecken, in dem der Flusslauf des El Beid die Grenze zu Kamerun, vom Mandara-Gebirge bis zum Tschadsee, bildet. Das Flusssystem des Komadugu Yobe lĂ€sst in der Regenzeit die international bedeutenden Hadejia-Nguru-Feuchtgebiete und Ox-bow-Lakes rund um den Nguru-See entstehen. Weitere FlĂŒsse des Nordostens sind der Ngadda und der Yedseram, die beide die Sambisa-SĂŒmpfe durchfließen und dadurch ein Flusssystem bilden.

Daneben gibt es noch zahlreiche KĂŒstenflĂŒsse.

Einzugsgebietaufteilung des Landes in Prozent

Natur

Klima- und Vegetationszonen

Nigeria umfasst fĂŒnf unterschiedliche Vegetationszonen, in denen sich eine reiche Flora und Fauna entwickeln konnte. Diese reicht von den ausgedehnten MangrovenwĂ€ldern in den KĂŒstenregionen ĂŒber die tropischen RegenwĂ€lder der Bergregionen bis zu den Savannen des Sudans und Sahels. Dieser natĂŒrliche Reichtum ist ein Produkt der unterschiedlichen klimatischen VerhĂ€ltnisse, die eine Vielzahl unterschiedlicher Ökosysteme entstehen ließ. Der Niederschlag ist höchst ungleich verteilt und wird durch einen scharfen meridionalen Gradienten gekennzeichnet. Im Norden des Landes fallen zwischen 400 und 600 mm Niederschlag, in der Regenzeit des westafrikanischen Monsuns von Juni bis September. Dieser Niederschlag unterstĂŒtzt die Entwicklung der Biome in der Sahelzone im Nordosten, die ca. 10 % der LandesflĂ€che Nigerias einnimmt. Sie wird durch ausgedehnte Grassavannen bestimmt, die mit weitstĂ€ndigen TrockenwĂ€ldern durchsetzt sind, deren dominante Baumarten der Gattung der Akazien (Acacia sp.) angehören. Vom WWF wird diese Vegetationszone als Ökoregion der Sahel-Akazien-Savanne bezeichnet.

SĂŒdlich der Sahelzone schließt sich die Savannenlandschaft des Sudans an, in der jĂ€hrlich zwischen 600 und 1600 mm Niederschlag fallen. Diese Vegetationszone umfasst ca. 70 % der LandesflĂ€che, diese umfasst verschiedene Ökosysteme, die große Teile des nigerianischen Teils der Oberguineaschwelle bis zum Hochland von Adamaua umfassen. Die Flora in dieser Vegetationszone wird von aufgelockerten und weitstĂ€ndigen WĂ€ldern charakterisiert, die mit BuschwĂ€ldern durchsetzt sind und mit einem Unterwuchs von langhalmigen GrĂ€sern und breitblĂ€ttrigen KrĂ€utern unterlegt sind. Entlang der FlĂŒsse breiten sich GaleriewĂ€lder aus. Vom WWF wird diese Vegetationszone als Ökoregion der Westlichen Sudan Savanne bezeichnet. In der Westlichen Sudan Savanne lebt eine große Anzahl verschiedener Tierarten, von denen viele endemisch in dieser Savannen-landschaft sind. GrĂ¶ĂŸere Populationen des Buschbocks (Tragelaphus scriptus), des Warzenschweins (Phacochoerus africanus), des Steppenwarans (Varanus exanthematicus), des Anubispavians (Papio anubis) und des Mantelpavians (Papio hamadryas) leben in dieser Ökoregion. Die einstmals großen BestĂ€nde an afrikanischen SĂ€ugetieren, wie dem Elefanten, ĂŒberleben nur in den eingerichteten Schutzzonen. Eine Übergangszone zwischen den Savannen des Sudans und den Regenwaldgebieten bildet die Guineasavanne, sie zeichnet sich durch einen dichteren Baumbestand und durch sehr hohe Grassavannen aus. Sie beschrĂ€nkt sich auf die Bundesstaaten Ondo, Edo, Anambra, Oyo, Kaduna und Enugu.

SĂŒdlich der Savannenlandschaft des Sudans und der Guineasavanne schließen sich die Regenwaldgebiete an. Diese belegen zusammen mit den KĂŒstenregionen ca. 20 % der LandesflĂ€che Nigerias. Sie umfasst die Luvseite der Oberguineaschwelle, erstreckt sich bis zu den KĂŒstenregionen und ist im Durchschnitt ca. 100 km breit. In dieser Region betragen die NiederschlĂ€ge zwischen 1600 und 2500 mm, wobei in einigen KĂŒsten- und Hochgebirgsregionen ĂŒber 4000 mm erreicht werden können. In den Hochgebirgsregionen mit hohen NiederschlĂ€gen bildet sich ein Gebirgsregenwald aus und bildet dadurch die vierte Vegetationszone Nigerias. Die Ausdehnung des PrimĂ€rregenwaldes hat sich jedoch in den letzten 100 Jahren um ca. 90 % verringert. UnberĂŒhrte RegenwaldflĂ€chen finden sich nur noch auf dem Obudu- und Mambilla-Plateau sowie in den Oban-HĂŒgeln.

Die KĂŒstenregionen bilden die fĂŒnfte Vegetationszone Nigerias und umfassen unter anderem das Nigerdelta und die ausgedehnten MangrovenwĂ€lder, unterschiedliche Formen der Lagunen- und der KĂŒstenlandschaften. Die MangrovenwĂ€lder in Nigeria erstrecken sich auf einer FlĂ€che von 11.134 kmÂČ (nach US-AID 9723 kmÂČ) entlang einer 708 km langen KĂŒstenlinie. Die Ausdehnung der MangrovenwĂ€lder hat in den letzten 50 Jahren jedoch stark abgenommen, durch die starke Bevölkerungszunahme und durch wirtschaftliche AktivitĂ€ten, wie der Ölförderung. Trotzdem gehören die KĂŒstenregionen Nigerias zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde.

Artenvielfalt

In Nigeria sind mehr als 1340 an Land lebende Wirbeltierarten bekannt, darunter 274 SĂ€ugetier-, 885 Vogel-, 109 Amphibien- und 135 Reptilienarten. Darunter befinden sich die nördlichste Gorillaart Afrikas, der vom Aussterben bedrohte Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli). Andere nahezu endemisch vorkommende Primatenarten sind der Nigerdelta-Stummelaffe (Piliocolobus epieni), Nigeria-Blaumaulmeerkatze (Cercopithecus sclateri) und die Rotbauchmeerkatze (Cercopithecus erythrogaster). Weiterhin sind darĂŒber hinaus ca. 20.000 Insektenarten (darunter ĂŒber 1000 Schmetterlingsarten allein in beiden Sektoren des Cross-River-Nationalparks), 77 Weichtier- und fĂŒnf StachelhĂ€uterarten in Nigeria bekannt. In den BinnengewĂ€ssern Nigerias sind ca. 247 Fischarten und in den marinen ozeanischen KĂŒstengewĂ€ssern 648 Fischarten dokumentiert.

Die Flora Nigerias ist naturgemĂ€ĂŸ artenreicher, so sind 848 Algen- und 5103 GefĂ€ĂŸpflanzenarten dokumentiert. Von diesen sind jedoch nur ein Bruchteil endemisch in Nigeria. UrsprĂŒnglich aus Nigeria stammende Saatpflanzen sind die Sorghumhirse (Sorghum bicolor), Augenbohne (Vigna unguiculata), der westafrikanische Reis Oryza sativa, Bambara-Erdnuss (Vigna subterranea), Erdbohnen (Macrotyloma geocarpum) und die Afrikanische Yambohne (Sphenostylis stenocarpa). Die BiodiversitĂ€ts-Studie von 1992 listet weiterhin 3423 Pilz-, 500 Virus- und 55 Bakterienarten, jedoch ist ĂŒber diesen Teilaspekt der BiodiversitĂ€t wenig bekannt.

Naturschutzgebiete

Die GrĂ¶ĂŸe der geschĂŒtzten Gebiete in Nigeria entspricht ca. 3,22 Prozent der LandesflĂ€che, deren Kernzonen die acht nationalen Naturschutzgebiete der Nationalpark Tschadbecken, der Cross-River-Nationalpark, der Gashaka-Gumti-Nationalpark, der Kainji-Nationalpark, der Kamuku-Nationalpark, der Okomu-Nationalpark, der Old-Oyo-Nationalpark und der Yankari-Nationalpark bilden. Andere Klassifikationen der Naturschutzgebiete bilden die Game Reserves (Jagdschutzgebiete), Forest Reserves und die Sacred Coves. Drei grenzĂŒberschreitende BiosphĂ€renkorridore konnten zusammen mit Kamerun geschaffen werden, diese verbinden das Afi Mountain Wildlife Sanctuary und Mbe Mountains Community Wildlife Sanctuary mit dem Okwangwo-Sektor des Cross-River-Nationalparks und dem Takamanda-Nationalpark, sowie den Oban-Sektor des nigerianischen Nationalparks mit dem Korup-Nationalpark. Der dritte BiosphĂ€renkorridor verbindet den Nationalpark Tschadbecken mit dem Waza-Nationalpark. Seit 2001 gehört Nigeria zu den Unterzeichnerstaaten der Ramsar-Konvention. Es wurden 2008 insgesamt elf Schutzgebiete der Feuchtgebiete mit internationaler Bedeutung ausgewiesen, dieses sind: Apoi Creek Forest Reserve, Baturiya Wetlands Game Reserve, Dagona Sanctuary Lake, Foge Islands, Lake Chad Wetlands in Nigeria, Lower Kaduna-Middle Niger Floodplain, Maladumba-See, Nguru Lake (and Marma Channel) complex, Oguta-See, Pandam and Wase Lakes Wildlife Park und das Upper Orashi Forest Reserve.

Umweltprobleme

Schwerste SchĂ€den entstanden im Nigerdelta durch die seit mehr als 50 Jahren andauernde Erdölförderung. Wasser und Luft sowie Nahrungsmittel sind verseucht. Laut einer im August 2011 veröffentlichten Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) werden bis zu eine Million Menschen durch die gravierende Umweltverschmutzung bedroht. Eine Sanierung der verseuchten Gebiete allein im Siedlungsgebiet der Ogoni-Ethnie wird bis zu 30 Jahre dauern und alleine in den ersten fĂŒnf Jahren der vorgeschlagenen AufrĂ€umaktion Kosten in Höhe von einer Milliarde US-Dollar verursachen.

Bei Explosionen von Ölpipelines sind in den letzten Jahren immer wieder zahlreiche Menschen getötet worden. Bei einer Explosion einer Pipeline bei Abule Egba am 26. Dezember 2006 kamen etwa 500 Menschen ums Leben, eine Explosion der Iljegun-Pipeline am 16. Mai 2008 forderte etwa 40 Todesopfer. Im Mai 2010 traten aus einer Pipeline in Akwa Ibom binnen sieben Tagen ĂŒber 3000 Barrel Öl aus und zerstörten einen der grĂ¶ĂŸten MangrovenwĂ€lder der Erde.

Bevölkerung

Die letzte VolkszĂ€hlung fand vom 21. bis 28. MĂ€rz 2006 statt; sie ergab eine Gesamtbevölkerung von 140 Millionen. Die vorletzte VolkszĂ€hlung von 1997 ergab eine Einwohnerzahl von 88,9 Millionen. FĂŒr 2016 wurde die Bevölkerung von der nationalen Statistikbehörde auf ca. 190 Millionen geschĂ€tzt. Nigerias Bevölkerung soll sich bis Mitte des Jahrhunderts noch einmal auf ca. 400 Millionen verdoppeln. 2016 lebten 48,6 % der Bevölkerung in StĂ€dten.

Die Lebenserwartung betrug 2019 54,7 Jahre, was eine der niedrigsten Lebenserwartungen weltweit ist. Die Geburtenrate je 1000 Menschen ist 37,5. Die FertilitĂ€t pro Frau liegt im Durchschnitt bei ĂŒber 5,3 Kindern. Die Zahl sinkt jedoch langsam seit Beginn der 1980er Jahre. Das Medianalter lag 2020 bei geschĂ€tzten 18,1 Jahren. Dementsprechend sind 43,7 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt.

Nigeria hat eine große Diaspora-Bevölkerung. Große Gruppen an Auslandsnigerianern leben in den Vereinigten Staaten (280.000), dem Vereinigten Königreich (210.000) und in Italien (60.000). Das Land erlebt deshalb einen starken Brain-Drain. Aufgrund der diversen Konflikte im Land sind zudem Personen aus Nigeria in die benachbarten Staaten Kamerun, Niger und Tschad geflĂŒchtet.

46 % der Bevölkerung leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, gemĂ€ĂŸ der Armutsgrenze der Weltbank sind es 53,5 % in absoluter Armut von unter 2 Dollar pro Tag (Stand 2009).

Volksgruppen

In Nigeria leben mehr als 250 Ethnien. Die grĂ¶ĂŸten und politisch einflussreichsten Völker in Nigeria sind die im Norden lebenden Hausa und Fulbe (muslimisch), die zusammen 29 Prozent der Bevölkerung ausmachen und zur Gruppe Hausa-Fulani zusammengefasst werden, die Yoruba mit 21 Prozent im SĂŒdwesten und die Igbo (christlich) mit 18 Prozent im SĂŒden. Hinzu kommen weitere Ethnien, unter ihnen die Ijaw (10 %) im SĂŒden, die Kanuri (4 %) im Nordosten, die Ibibio (3,5 %) im SĂŒdosten und die Tiv (2,5 %) im Osten, sowie zahlreiche kleinere Völker wie die Umon. Im Jahre 2017 waren 0,6 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Die grĂ¶ĂŸten Gruppen kommen aus Benin (360.000), Ghana (230.000) und Mali (170.000).

Weil die von Hausa oder Yoruba dominierte Regierung und vor 1960 die britische Kolonialmacht ihre Forderungen nach politischer Partizipation zurĂŒckwies, wehrten sich einzelne ethnische Minderheiten gegen die politische Benachteiligung oder die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen etwa durch umweltschĂ€dliche Erdölförderung. So mĂŒndete im Jahr 1964 die UnterdrĂŒckung christlicher Tiv im von muslimischen Haussa-Fulbe dominierten Norden Nigerias, die sich unter anderem in einer fĂŒr die Tiv nachteiligen Steuererhebung manifestierte, in Unruhen, die bis zu 4000 Todesopfer forderten.

Sprachen

Gesprochen werden vor allem Yoruba, Hausa, Igbo, Fulfulde und Kanuri sowie eine dreistellige Zahl anderer Sprachen – insgesamt 514 verschiedene Sprachen und Idiome; von diesen haben Ibibio, Tiv, Ebira, Igala, Edo, Izon, Nupe, Idoma und Efik jeweils mehr als eine Million Sprecher. Amtssprache ist jedoch die Sprache der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien, Englisch. Weitere Amtssprachen sind Igbo, Yoruba und Hausa. Der Alphabetisierungsgrad betrĂ€gt inzwischen 59,6 % (bei MĂ€nnern 69,2 %, bei Frauen 49,7 % / Stand 2015). Analphabetismus ist vor allem im armen Norden verbreitet.

Daneben haben Hausa, Igbo und Yoruba halboffizielle Stellungen. Auf regionaler Ebene jedoch haben die meisten Bundesstaaten Englisch als Amtssprache. In Nordnigeria ist aus religiös-kulturellen und historischen GrĂŒnden zudem die Arabische Sprache in Gebrauch. Auch die Hausa-Sprache wird in der arabischen Schrift geschrieben (dem sogenannten Adschami). Die Schriften der Igbo und der Yoruba hingegen basieren auf dem lateinischen Alphabet. Im Nigerdelta, wo vor der Ankunft der EuropĂ€er zahlreiche unterschiedliche Sprachen gesprochen wurden, entwickelte sich bereits frĂŒh eine neue Kreolsprache, die nigerianische Pidginsprache, welche auf dem Englischen basiert. Außerdem spielt die französische Sprache durch die geographische Situation eine Rolle (sĂ€mtliche Nachbarstaaten haben das Französische als Amtssprache) und ist in gebildeten Kreisen als Fremdsprache verbreitet.

Religionen

In Nigeria besteht eine kaum ĂŒberschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften. Eine nigerianische Studie ermittelte 2003 Bevölkerungsanteile von 50,5 % fĂŒr Muslime und 48,2 % fĂŒr Christen. Auch zahlreichen anderen SchĂ€tzungen zufolge sind etwa 50 % der Nigerianer Muslime, zwischen 40 und 46 % sind Christen und der restliche Teil bekennt sich zu einer traditionellen afrikanischen Religion.

Christentum

Von den bis zu 48 % Christen sind 74 % Protestanten, 25 % Katholiken und 1 % gehören anderen Konfessionen an. Einzelnen christlichen SchĂ€tzungen zufolge sollen hingegen Christen mit 50,8 % eine hauchdĂŒnne Mehrheit im Land stellen. Als Dachverband der nigerianischen Christen, die vor allem im SĂŒden des Landes leben, fungiert der Christian Council of Nigeria innerhalb des Dachverbandes der Christian Association of Nigeria.

Islam

Die Muslime leben vor allem im Norden des Landes, muslimische Mehrheiten gibt es aber auch in den ĂŒberwiegend von Yoruba bewohnten und an Lagos heranreichenden sĂŒdwestlichen Bundesstaaten Oyo, Ogun und Osun. Traditionell ist der Islam in Nigeria sehr stark von den sufischen Bruderschaften geprĂ€gt. In den 1940er und 1950er Jahren erlebten die Sufi-Orden der QādirÄ«ya und TidschānÄ«ya eine starke Popularisierung. In dem Gebiet des Zusammenflusses von Niger und Benue ist besonders die von Ibrahim Baye Niass gegrĂŒndete Niass-TidschānÄ«ya verbreitet. QādirÄ«ya und TidschānÄ«ya bekĂ€mpften sich allerdings in den 1950er und 1960er Jahren gegenseitig, wobei es auch zu gewaltsamen ZusammenstĂ¶ĂŸen kam.

Unter dem Einfluss von Abubakar Gumi, der 1962 zum Ober-Kadi von Nord-Nigeria ernannt wurde und in BĂŒchern und im Radio die Praktiken und religiösen Konzepte der sufischen Bruderschaften heftig kritisierte, verschob sich die islamische IdentitĂ€t in Nigeria ab 1970 weg von der Sufik hin zu einer explizit anti-sufischen Haltung. Eine besonders wichtige Rolle spielte hierbei die im MĂ€rz 1978 in Jos gegrĂŒndete Organisation Yan Izala, die sich zwischen 1978 und 1980 gewaltsame Auseinandersetzungen mit den beiden sufischen Bruderschaften lieferte und 1985 von staatlicher Seite als Körperschaft anerkannt wurde. In StĂ€dten wie Kano nahm der Islamismus stark zu, und wahhabitische Klassiker aus Saudi-Arabien erlebten eine starke Verbreitung. Nach der Islamischen Revolution in Iran hielten außerdem schiitische-revolutionĂ€re Lehren Einzug in Nigeria, was den Konflikt zwischen den verschiedenen islamischen Gruppen noch einmal verkomplizierte. Eine erste Initiative zur Überwindung der Zwietracht unter den nigerianischen Muslimen war der sogenannte Sokoto Accord von 1988.

Aufgrund dieser speziellen religiösen PrĂ€gung ist in Nigeria Polygamie weit verbreitet. SchĂ€tzungen zufolge lebt im Nordosten des Landes bei 40 Prozent der verheirateten Frauen mindestens eine weitere Ehefrau mit demselben Mann. Die meisten polygamen Ehen werden statistisch von wohlhabenden MĂ€nnern höheren Alters gefĂŒhrt, die wenigsten von mittellosen jungen MĂ€nnern.

Einheimische Religionen

Obwohl kaum noch ein Zehntel der Bevölkerung traditionellen Religionen angehört, sind die ÜbergĂ€nge zwischen ihnen und dem afrikanischen Volksislam, dem Christentum westafrikanischer Kirchen und ihren lokalen Varianten fließend. Ahnenkult und Fetischismus spielen sowohl bei nigerianischen Christen als auch Muslimen eine große Rolle. In Nordnigeria gehören die Besessenheitskulte der Bori- und Dodo-Geister zu den von der muslimischen Mehrheit verschmĂ€hten Traditionen. Im SĂŒden wird der Einfluss der Religion der Yoruba bei den Festlichkeiten in der heiligen Stadt Ile-Ife ersichtlich.

Interreligiöse Konflikte

Es kam in der Vergangenheit oft zu Streitigkeiten zwischen den Religionsgruppen. Seit der Demokratisierung Nigerias 1999 nehmen Islamisierungstendenzen im ganzen Land zu. So wurde auf Druck islamischer Gruppen in den Bundesstaaten im Nordteil des Landes die Scharia eingefĂŒhrt. Seither fielen Tausende religiösen Pogromen zum Opfer. Islamistische Gruppen wie Boko Haram setzen sich fĂŒr die EinfĂŒhrung der islamischen Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein, was immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit Christen oder gemĂ€ĂŸigten Muslimen fĂŒhrt. Von 1999 bis 2004 soll der Konflikt auf beiden Seiten etwa 10.000 Menschenleben gekostet haben. Bei wiederholten Übergriffen wie den AnschlĂ€gen auf christliche Kirchen 2011 kam es zu zahlreichen Toten, bei einem Anschlag gegen eine Koranschule wurden sieben Menschen verletzt.

Soziale Lage

Gesundheit

Kranke, Arme und Alte sind auf Familienhilfe angewiesen, nur Regierungsbedienstete kommen in den Genuss öffentlicher FĂŒrsorge. Niedrige Einkommen, die schnell wachsende Bevölkerung und die leere Staatskasse fĂŒhrten zum Scheitern aller PlĂ€ne, ein Gesundheits- und Rentensystem zu schaffen. Epidemien fordern unter der unterernĂ€hrten und schlecht versorgten Landbevölkerung oft Tausende von Opfern. Der erste Ausbruch von Ebolafieber in Nigeria (in Lagos und Port Harcourt) im Zuge der Ebolafieber-Epidemie 2014 konnte jedoch recht schnell eingedĂ€mmt werden.

Die Gesundheitsbehörde National Agency for Food and Drug Administration and Control (NAFDAC) wurde 1993 gegrĂŒndet und bis 2009 unter der FĂŒhrung von Dora Akunyili zu einer starken Organisation ausgebaut.

Wegen des aus religiösen GrĂŒnden verhĂ€ngten Impfverbots in nördlichen Teilen Nigerias waren 2004 fast zwei Drittel der weltweit ĂŒber 1250 Polio-FĂ€lle (KinderlĂ€hmung) in Nigeria anzutreffen. Damals hatten die Behörden die Impfungen ausgesetzt, nachdem muslimische Geistliche das GerĂŒcht verbreiteten, der Impfstoff mache unfruchtbar. Auch in die angrenzenden LĂ€nder wurde Polio durch dieses Verbot transportiert. Nachdem die WHO 2015 Nigeria von der Liste der LĂ€nder gestrichen hatte, in denen Polio endemisch ist, wurde August 2016 wieder bei zwei Kindern mit LĂ€hmungserscheinungen der Polio-Virus diagnostiziert.

Die Kindersterblichkeit konnte stark gesenkt werden. 1950 starben ein Drittel der Kinder vor ihrem 5. Geburtstag, im Jahr 2017 sind es noch ein Zehntel.

Die Trinkwasserversorgung im Land ist wie in den Nachbarstaaten Niger und Tschad sehr schlecht. Zugang zu sauberem Trinkwasser, seit 2010 ein offizielles Menschenrecht der UNO, besitzt laut WHO und UNICEF nicht einmal jeder zweite nigerianische BĂŒrger.

Bildung

In Nigeria herrscht eine neunjĂ€hrige Schulpflicht vom 6. bis zum 15. Lebensjahr. Die Einschulungsrate von 93 Prozent ist im Vergleich zu den Nachbarstaaten relativ hoch. Dennoch besuchen inzwischen nur noch etwa 50 Prozent aller Kinder im Schulalter eine Schule. Betrug der Bildungsetat 1985 noch 12,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, so sanken die Ausgaben 2003 auf 4,6 Prozent. Da deshalb der Besuch öffentlicher Schulen schon lĂ€ngst nicht mehr gewĂ€hrleistet, Rechnen, Schreiben oder Lesen zu lernen, wĂ€chst vor allem in den StĂ€dten Lagos und Abuja die Zahl privater Bildungseinrichtungen, welche versuchen den Erwartungen der aufstrebenden Mittelschicht gerecht zu werden. Allerdings befinden sich Schulen und besonders Hochschulen in außerordentlich schlechtem Zustand. Hinzu kommt, bedingt durch ausbleibende Gehaltszahlungen, die geringe Motivation der LehrkrĂ€fte und die enorme Zahl an Streiks, weswegen der Unterricht zuweilen vollstĂ€ndig unterbleibt.

Neben dem westlichen Schulsystem gibt es in Nigeria das islamische Schulsystem der Madrasas. Dieses hat seit den 1970er Jahren eine starke Expansion erfahren. Ein besonders wichtiges Zentrum islamischer Bildung ist Ilorin, wo die Ansaru 'l-Islam Society 1947 eine Schule aufbaute, die westliche und islamische Bildung miteinander kombiniert. Schon 1962 wurde außerdem ein Zweiginstitut der al-Azhar-UniversitĂ€t in Ilorin eröffnet.

KriminalitÀt

Neben den allgemeinen KriminalitÀtsformen treten drei KriminalitÀtsfelder immer wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses:

  1. Kriminelle Banden zapfen Öl-Pipelines an und verkaufen das abgezapfte Öl auf dem Schwarzmarkt. Da dies sehr oft unter Billigung der Bevölkerung geschieht, kommt es hĂ€ufig zu Menschenansammlungen an den illegalen Entnahmestellen. Ausgelöst durch Funkenbildung hat es schon eine Vielzahl von Explosionen gegeben, die teilweise mehrere Hundert Menschenleben gefordert haben.
  2. Eine weitere bekannte KriminalitĂ€tsform ist der Vorauszahlungs- oder Vorschussbetrug, der auch als Nigerianische Betrugsmasche (in Deutschland auch unter dem Begriff „Nigeria-Connection“) bekannt ist.
  3. In Nigeria sind EntfĂŒhrungen keine Seltenheit. Dahinter stehen in der Regel kriminelle Banden oder Rebellenorganisationen. WĂ€hrend sich kriminelle Organisationen von der EntfĂŒhrung ein Lösegeld versprechen, kĂ€mpfen Rebellenorganisationen oft fĂŒr politische Forderungen. Die meisten Geiseln kommen nach Zahlung eines Lösegeldes nach einigen Tagen wieder frei.

Geschichte

In vorkolonialer Zeit existierten auf dem Gebiet des heutigen Nigeria verschiedene Staaten, so beispielsweise die Yoruba-Königreiche Oyo und Ife im SĂŒden, das Königreich Benin im SĂŒdwesten, das Kalifat von Sokoto im Nordwesten und die Emirate der Hausa im Norden, aber auch Gesellschaften ohne eine zentrale politische AutoritĂ€t.

1861 begann die Kolonisierung Nigerias durch Großbritannien. 1960 erhielt Nigeria mit einer föderalen Verfassung die UnabhĂ€ngigkeit.

Bis zum Jahre 1966 regierte Premierminister Abubakar Tafawa Balewa das Land, wÀhrend der UnabhÀngigkeitsprÀsident Benjamin Nnamdi Azikiwe nur zeremonielle Funktionen innehatte.

InstabilitÀt von 1967 bis 1970

Nach zahlreichen inneren Unruhen, Wahlmanipulationen und GewaltausbrĂŒchen ĂŒbernahm das MilitĂ€r die Macht und beendete die I. Republik. Am 30. Mai 1967 wurde im SĂŒdosten Nigerias die Republik Biafra proklamiert, die mit dem Biafra-Krieg 1970 endete. Im Jahre 1975 wurde der MilitĂ€rdiktator Yakubu Gowon unblutig durch General Murtala Mohammed gestĂŒrzt, der selbst sechs Monate spĂ€ter bei einem gescheiterten Putschversuch getötet wurde. Sein Nachfolger wurde General Olusegun Obasanjo, der das Demokratisierungsprogramm seines VorgĂ€ngers fortsetzte und 1979 die Regierungsgewalt an den zivil gewĂ€hlten PrĂ€sidenten Shehu Shagari ĂŒbergab. Die 1970er-Jahre waren ökonomisch durch einen massiven Ölboom gekennzeichnet, Nigeria wurde der grĂ¶ĂŸte Erdölexporteur Afrikas.

MilitÀrdiktaturen ab 1983

Ende 1983 wurde die II. Republik unter Shagari gestĂŒrzt, General Muhammadu Buhari putschte sich an die Macht, wurde aber kurz darauf 1985 durch seinen Kameraden General Ibrahim Babangida in einem Palastcoup abgelöst. Babangida regierte bis 1993. Korruption und Repression stiegen wĂ€hrend seiner Regierungszeit permanent an, ein Demokratisierungsprozess zur GrĂŒndung einer III. Republik endete als Fehlschlag, Babangida ließ die abschließenden PrĂ€sidentschaftswahlen annullieren. Nach dem Mordprozess des innenpolitischen Vertreters „Marcus L’Hoste“ trat er daraufhin im August 1993 die Macht an eine kurzzeitige Übergangsregierung („III. Republik“) ab, die schließlich noch im November desselben Jahres dem MilitĂ€rdiktator Sani Abacha weichen musste. Es folgte eine der brutalsten MilitĂ€rdiktaturen in der nigerianischen Geschichte, die unter anderem durch die Hinrichtung der „Ogoni Nine“ (unter anderem Ken Saro-Wiwa) gekennzeichnet wurde, woraufhin Nigeria im Jahr 1995 mit sofortiger Wirkung aus dem Commonwealth of Nations ausgeschlossen wurde.

Demokratisierung 1998

Abacha starb im Jahre 1998, sein Nachfolger Abdulsalami Abubakar zog innerhalb eines Jahres ein eilig zusammengestelltes Demokratisierungsprogramm durch, das vor allem zum Ziel hatte, Nigeria wieder als gleichberechtigtes Mitglied in die internationale Staatengemeinschaft zurĂŒckzufĂŒhren. 1999 wurde der ehemalige MilitĂ€rprĂ€sident Olusegun Obasanjo als erster PrĂ€sident der IV. Republik vereidigt und 2003 in umstrittenen Wahlen fĂŒr eine zweite Amtszeit bestĂ€tigt. Die IV. Republik war durch eine aktive Außenpolitik in der Lage, die SchĂ€den der Abacha-Diktatur zu beseitigen (etwa durch die Wiederaufnahme ins Commonwealth), sah sich jedoch starken innenpolitischen Unruhen ausgesetzt, die bis heute andauern.

2020 protestierten vor allem junge Nigerianer gegen die grassierende Polizeigewalt im Land. Der polizeilichen Sondereinheit SARS (Special Anti-Robbery Squad) werden Erpressung nach willkĂŒrlichen Festnahmen, Korruption, Folter, Mord und Vergewaltigung vorgeworfen. Die Regierung löste die Einheit auf, versprach eine Verbesserung der VerhĂ€ltnisse und ging mit massiver Gewalt gegen die Proteste vor. Bei einer Demonstration im Oktober 2020 erschossen SicherheitskrĂ€fte dutzende Menschen.

Politik

Politisches System

GemĂ€ĂŸ der nach amerikanischem Vorbild entworfenen Verfassung von 1989, die jedoch erst am 17. Mai 1999 in Kraft trat, verfĂŒgt Nigeria ĂŒber ein prĂ€sidiales Regierungssystem mit einem Senat (109 Abgeordnete) und einem ReprĂ€sentantenhaus (360 Abgeordnete). DarĂŒber hinaus gewĂ€hrleistet die Verfassung ein Mehrparteiensystem und alle vier Jahre stattfindende Wahlen. Der PrĂ€sident verfĂŒgt ĂŒber weitreichende Vollmachten und ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und Oberbefehlshaber der Armee. Der VizeprĂ€sident tritt im Falle des Todes oder des RĂŒcktritts des PrĂ€sidenten ohne Wahl an dessen Stelle.

Die vorletzten Wahlen, bei denen Umaru Yar’Adua mit 70 % der Stimmen zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt wurde, fanden im April 2007 statt. Im November 2009 erkrankte Umaru Yar’Adua an Perikarditis (HerzbeutelentzĂŒndung) und wurde in Saudi-Arabien behandelt. Die AmtsgeschĂ€fte wurden in dieser Zeit durch VizeprĂ€sident Goodluck Jonathan gefĂŒhrt; die Mutmaßungen ĂŒber die AmtsunfĂ€higkeit des PrĂ€sidenten fĂŒhrten zu einer innenpolitischen Krise. Das nigerianische Parlament ernannte Jonathan am 9. Februar 2010 zum amtierenden PrĂ€sidenten und bereits am 17. MĂ€rz löste dieser die Regierung auf. Kurz nach dem Tod Yar’Aduas am 5. Mai 2010 wurde Jonathan als PrĂ€sident vereidigt; bei den PrĂ€sidentschaftswahlen 2011 wurde er fĂŒr vier weitere Jahre im Amt bestĂ€tigt. Die PrĂ€sidentschaftswahl in Nigeria 2015 wurde durch den Kandidaten der Opposition, Muhammadu Buhari gewonnen. Der Nigeria-Experte Heinrich Bergstresser hatte zuvor geĂ€ußert, dass es ein politisch-kultureller Fortschritt in Nigeria wĂ€re, wenn es gelĂ€nge, einen Amtsinhaber in demokratischer Weise aus dem Amt zu wĂ€hlen. 2019 wurde Buhari wiedergewĂ€hlt.

Parteien

Seit der Aufhebung des Parteienverbots unter Sani Abacha im Jahr 1998 hat sich eine große Vielfalt an Parteien entwickelt. Bei den Wahlen 2003 ging die 1998 gegrĂŒndete konservativ-liberale People’s Democratic Party (PDP) als stĂ€rkste Partei hervor. Weitere Parteien sind die konservative All Nigeria People’s Party (ANPP; hervorgegangen aus der All People’s Party), die liberale Alliance for Democracy (AD) und der ebenfalls liberale Action Congress (AC).

Justizwesen

Wie in vielen föderalen Staaten gibt es sowohl im zivilrechtlichen als auch im strafrechtlichen Bereich ein komplexes, von Pluralismus geprĂ€gtes Rechtssystem. Neben dem Bundesrecht gibt es fĂŒr jeden der 36 Bundesstaaten eigene Rechtsgrundlagen. Neben dem AngelsĂ€chsischen Recht aus dem Common Law existieren muslimisches Recht und fĂŒr den zivilrechtlichen Bereich vielfach zusĂ€tzlich ethnisch definierte gewohnheitsrechtliche Grundlagen. Recht wird gesprochen nach Wohnort, nach ethnischer Zuschreibung und nach Religionszugehörigkeit. FĂŒr das Strafrecht sieht die Verfassung seit 1999 vor, dass die Gesetze von einer gesetzgebenden Versammlung verabschiedet und in englischer Sprache schriftlich niedergelegt sein mĂŒssen. Die muslimischen StrafgesetzbĂŒcher des Nordens sind nicht in jedem Bundesstaat dieselben und sie unterscheiden bei Strafmaß und Vergehen nach Religionszugehörigkeit (beispielsweise Alkoholkonsum und -vertrieb). Auf internationaler Ebene ist Nigeria an internationale Menschenrechtsstandards gebunden und war Unterzeichner der Kairoer ErklĂ€rung der Menschenrechte im Islam.

Menschenrechte

Die Situation der HĂ€ftlinge in den GefĂ€ngnissen ist nach Angaben von Amnesty International keineswegs zufriedenstellend. Unmenschliche oder erniedrigende Behandlung auf Polizeiwachen und in GefĂ€ngnissen gehören demnach zur Tagesordnung. Die GefĂ€ngnisse sind nach wie vor ĂŒberbelegt. Aufgrund der schlechten hygienischen VerhĂ€ltnisse und der mangelhaften ErnĂ€hrung erkranken die Insassen in vielen FĂ€llen an Tuberkulose, HIV und anderen schweren Infektionskrankheiten. Daher ist die Sterblichkeitsrate in den Anstalten sehr hoch. Die generelle medizinische Versorgung fĂŒr die Gefangenen ist schlecht und politischen Gefangenen wird auch bei schweren Erkrankungen die Ă€rztliche Behandlung verweigert. Folter und Misshandlung von politischen Gefangenen, aber auch von StraftatverdĂ€chtigen, durch Soldaten oder durch die Polizei sind in Nigeria nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen eher die Regel als die Ausnahme. Die Opfer werden direkt bei der Verhaftung gefoltert oder misshandelt, auch mit dem Ziel, GestĂ€ndnisse von ihnen zu erpressen.

Die Anzahl der Hinrichtungen in Nigeria ist nach wie vor hoch, speziell im Norden des Landes. Seit 1983 wurden ĂŒber 1200 Todesurteile vollstreckt. Allein im Jahr 1997 wurden in Nigeria 33 Menschen hingerichtet und 43 zum Tode verurteilt. Etwa 800 zum Tode verurteilte Personen befanden sich 1997 noch in Haft. Im muslimisch geprĂ€gten Norden Nigerias kann die Todesstrafe auch bei MinderjĂ€hrigen angewandt werden, da dort seit der Jahrtausendwende das islamische Recht, die Scharia, gilt. Zu den bereits Hingerichteten zĂ€hlte auch der 17-jĂ€hrige Chidiebere Onuoha, der im Juli 1997 vor Tausenden von Schaulustigen öffentlich erschossen wurde. Das UN-Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe hat Nigeria jedoch unterzeichnet und mittlerweile auch ratifiziert.

Das Leben vieler Kinder in Nigeria ist gezeichnet von Armut, Krankheit und Entbehrungen. Viele sind gezwungen zu arbeiten. Etwa 13 % aller Kinder unter 14 Jahren verrichten Arbeit. Darunter werden auch viele von militanten Gruppen und Banden rekrutiert oder sogar in andere LÀnder verschleppt, um dort als Kindersoldaten in den Krieg zu ziehen. Ein besonderes Problem stellt auch die Situation der MÀdchen dar. Sie werden in den Armeen und Rebellengruppen hÀufig Opfer sexueller Gewalt. Viele Kinder des Landes sind AIDS-Waisen.

Die Lage der Homosexuellen in Nigeria ist besonders schwierig: Das örtliche Scharia-Strafrecht sieht schon jetzt in den zwölf nördlichen Bundesstaaten Nigerias fĂŒr homosexuelle Menschen die Todesstrafe durch Steinigung vor. In anderen Teilen muss man lebenslang ins GefĂ€ngnis.

Internationale politische Beobachter befĂŒrchten, dass das gegenwĂ€rtig im Gesetzgebungsverfahren befindliche schwulenfeindliche Gesetz unter dem Titel The Prohibition of Relationships Between Persons of the Same Sex, Celebration of Marriage by Them, and for Other Matters Connected Therewith, internationale Verpflichtungen und eingegangene VertrĂ€ge Nigerias gegenĂŒber den Vereinten Nationen, dem Commonwealth und der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker verletzt. BetĂ€tigungen in nichtstaatlichen oder zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich fĂŒr schwule Gleichberechtigung einsetzen, sollen automatisch mit fĂŒnf Jahren GefĂ€ngnis bestraft werden.

Peter Tatchell von der LGBT- und Menschenrechtskampagne bezeichnete das geplante Gesetz als das weltweit repressivste Gesetz. Es verschĂ€rfe das aus dem 19. Jahrhundert stammende Strafgesetz, Kapitel 42, Paragraph 214, welches in der britischen Kolonialzeit eingefĂŒhrt wurde. Der Gesetzesentwurf verstoße außerdem gegen die nigerianische Verfassung.

Frauenbewegung

Bereits vor 150 Jahren entstand in Nigeria unter FĂŒhrung der Dichterin Nana Asma’u die Yan’Taru Bewegung, eine islamisch religiöse Bewegung, die sich die Weitergabe von religiösem sowie alltĂ€glichen Wissen von Frauen an Frauen zum Ziel gesetzt hatte. Heute gibt es eine Anzahl sĂ€kularer sowie religiöser Frauen, die sich als Aktivistinnen oder Akademikerinnen fĂŒr Frauenrechte einsetzen. Zu den wichtigsten Frauenorganisationen gehören u. a. Women In Nigeria, der National Council of Women’s Societies, das Women’s Aid Collective und die Federation of Muslim Women’s Association in Nigeria. Wichtige Namen der Frauenbewegung sind beispielsweise Ayesha Imam und Joy Ezeilo.

Außenpolitik

Das VerhĂ€ltnis zu den westafrikanischen Nachbarstaaten ist von der engen Zusammenarbeit im Rahmen der Regionalorganisation geprĂ€gt. Dabei sind die Grenzen aufgrund der Niederlassungsfreiheit und des relativ freien Waren- und Personenverkehrs fĂŒr ECOWAS-BĂŒrger weitgehend offen. Viele Nigerianer leben in den ECOWAS-LĂ€ndern und viele Menschen aus den anderen ECOWAS-LĂ€ndern leben und arbeiten in Nigeria. Mit Niger und Tschad gibt es eine Zusammenarbeit zur Sicherung der Grenzen in der Tschadsee-Region. Zur BekĂ€mpfung der islamistischen Terroristen (Boko Haram) arbeitet Nigeria mit den LĂ€ndern der Region eng zusammen.

Die Beziehungen zu den Nachbarn im Golf von Guinea, Äquatorialguinea und Sao TomĂ© und Principe sind gut. Sie werden vor allem von Fragen der Nutzung der Öl- und Gasreserven geprĂ€gt. Mit Sao TomĂ© und Principe besteht eine gemeinsame Wirtschaftszone zur Erschließung der Rohstoffvorkommen im Seegebiet zwischen beiden LĂ€ndern.

Nach der außenpolitischen Isolierung wĂ€hrend der MilitĂ€rherrschaft in den 1990er Jahren engagierte sich Nigeria unter der Amtszeit Obasanjos wieder stĂ€rker in internationalen Organisationen. Nigeria nimmt inzwischen eine FĂŒhrungsrolle in ganz Afrika ein.

In der Gruppe der EntwicklungslĂ€nder nimmt Nigeria eine wichtige Rolle als Sprecher fĂŒr afrikanische Belange ein. Darauf grĂŒndet sich der weiterhin erhobene Anspruch auf einen stĂ€ndigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Zusammenhang mit dessen Reform. 2010/2011 und 2014/2015 war Nigeria nichtstĂ€ndiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, fĂŒr 2018/2020 bewirbt sich Nigeria um einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat.

Nigeria ist nach Ansicht vieler Beobachter der mĂ€chtigste Staat Westafrikas. Entsprechend hat es den Vorsitz der ECOMOG, des Sicherheitsapparats der ECOWAS inne. DarĂŒber hinaus ist es Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen, darunter:

  • Afrikanische Union
  • Commonwealth
  • ECOWAS

Außerdem strebt Nigeria einen stĂ€ndigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an, in dem bisher kein afrikanisches Land dauerhaft vertreten ist

  • NEPAD (welche auf Initiative Nigerias gegrĂŒndet wurde)
  • OPEC (seit 1971)
  • OIC (seit 1986).

Nigeria ist Mitglied der Internationalen Kakao-Organisation.

2008 wurde ein seit 1981 bestehender, gewaltsamer Grenzkonflikt mit Kamerun endgĂŒltig beigelegt.

Sicherheit

Die Sicherheitslage in Nigeria gilt trotz der politischen StabilitĂ€t als nicht ausreichend. Boko Haram ist seit Mitte 2010 fĂŒr zahlreiche schwere AnschlĂ€ge mit Tausenden von Todesopfern verantwortlich. Seitdem fielen diesem Konflikt unterschiedlichen unabhĂ€ngigen SchĂ€tzungen zufolge zwischen 20.000 und 30.000 Menschenleben zum Opfer. Das FlĂŒchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR zĂ€hlt etwa 1,8 Millionen Binnenvertriebene und etwa 200.000 nigerianische FlĂŒchtlinge in den NachbarlĂ€ndern, die vor den KĂ€mpfen im Nordosten Nigerias geflohen sind.

Die von Boko Haram betroffenen Staaten haben sich im Februar 2015 auf die Aufstellung einer 8700 Mann starken Multinational Joint Task Force zur gemeinsamen BekĂ€mpfung von Boko Haram verstĂ€ndigt. Bis Oktober 2015 konnte Boko Haram aus allen von ihr kontrollierten StĂ€dten und aus fast allen Landkreisen im Nordosten Nigerias vertrieben werden, ohne dass es den nigerianischen Sicherheitsbehörden bisher gelungen ist, diese Gebiete vollstĂ€ndig abzusichern und vor weiteren Angriffen der Islamisten zu schĂŒtzen. Mit SelbstmordanschlĂ€gen in den StĂ€dten und Angriffen auf einzelne Orte, vor allem in lĂ€ndlichen Regionen, bleiben die Islamisten weiterhin aktiv.

In Zentralnigeria flammten die Konflikte zwischen muslimischen Hausa-Fulani-Hirten und einheimischen christlichen Bauern wieder stĂ€rker auf, besonders in den Bundesstaaten Kaduna, Plateau, Taraba und Benue. In einzelnen FĂ€llen forderten diese Auseinandersetzungen mehrere hundert Tote. Der Konflikt um Land und Ressourcen nimmt durch die fortschreitende WĂŒstenbildung in Nordnigeria, das Bevölkerungswachstum und die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage zu.

Im Nigerdelta kam es zu heftigen Angriffen auf die Ölinfrastruktur seitens militanter Gruppen. Ein von der nigerianischen Regierung aufgelegtes Amnestie-Programm wurde daraufhin bis Ende 2017 verlĂ€ngert. Nachdem sie zuerst eher auf militĂ€rische Lösungen zu setzen schien, zeigt sich die Regierung mittlerweile bereit, mit Interessengruppen aus dem Nigerdelta zu verhandeln. Im August 2016 konnte eine Waffenruhe vereinbart werden, die weiterhin – mit einigen wenigen Unterbrechungen – anhĂ€lt. Die Lage bleibt allerdings fragil.

MilitÀr

Nigeria verfĂŒgt ĂŒber eine Berufsarmee mit 77.100 Mann (Heer 80,4 %; Marine 7,3 %; Luftwaffe 12,3 %). Nigeria gab 2017 knapp 0,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,6 Mrd. US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Chef des Verteidigungsstabes ist seit 2008 Air Marshal Paul Dike. Dem Verteidigungsstab gehören daneben die Chefs des Armeestabes Generalmajor A. B. Dambazau, des Luftwaffenstabes Air Marshal Oluseyi Petinrin sowie des Marinestabes Konteradmiral Isaiah Iko Ibrahim an.

Bei der Luftwaffe stehen Maschinen des Typs MiG-21 (Versionen MF, UM und bis), F-7NI (chinesische Version der MiG-21), L-39, Alpha Jet als Kampfjets, ATR 42MP zur Überwachung der KĂŒste, Dornier 228, Aeritalia G.222 und eine C-130H Hercules als Transportmaschinen sowie Hubschrauber vom Typ A109 und Mil Mi-24 bzw. Mi-35 im Dienst.

Militante Bewegungen

Insbesondere seit dem Ende der MilitĂ€rdiktatur 1999 haben sich in Nigeria zahlreiche BĂŒrgerwehren, Schutztruppen, Milizen, GeheimbĂŒnde und Gangs formiert, die sich teils als ethnische, teils als religiöse, teils als politische Bewegungen verstehen.

  • Im Nigerdelta sind das etwa die Egbesu Boys, die Iduwini Volunteer Force (IVF), die Niger Delta People’s Volunteer Force (NDPVF), die South-South Liberation Movement (SSLM); Die Niger Delta Liberation Force (NDLF) und das Movement for the Emancipation of the Niger Delta (MEND);
  • in den nördlichen, islamischen Bundesstaaten die Hisbah Gruppen, welche als Islamische Religionspolizei fungiert; sowie die Terrorgruppe Boko Haram, die seit 2009 auch in VerbĂ€nden von mehr als 100 KĂ€mpfern Gefechte mit nigerianischen Streit- und SicherheitskrĂ€ften ausgetragen hat, oder Massaker verĂŒbte.
  • im SĂŒdwesten der O’odua People’s Congress (OPC);
  • im SĂŒdosten die Bakassi Boys, die Bewegung fĂŒr die Verwirklichung eines souverĂ€nen Staates Biafra (MASSOB), der Anambra Vigilance Service (AVS), die National Association of Road Transport Owners (NARTO) und die National Union of Road Transport Workers (NURTW);
  • an den UniversitĂ€ten magische GeheimbĂŒnde wie die The Black Axe Confraternity
  • sowie in den GroßstĂ€dten eine Vielzahl von Jugendbanden, die allgemein als Area Boys bezeichnet werden.

Verwaltung

Bundesstaaten

Nigeria ist seit 1967 in Bundesstaaten eingeteilt. In mehreren Reformen wurde die Zahl der Bundesstaaten von zwölf auf heute 36 (seit 1996) erhöht. Vor der Neuordnung 1967 war Nigeria in Regionen und vor der UnabhÀngigkeit 1960 in Provinzen gegliedert.

Local Government Areas

Zu den Bundesstaaten kommt das Hauptstadtterritorium (Federal Capital Territory, FCT) um Abuja. Auf zweiter Ebene sind die Bundesstaaten in insgesamt 774 Local Government Areas (LGA) gegliedert.

StÀdte

Besonders den SĂŒden des Landes prĂ€gen eine sehr starke Urbanisierung und eine relativ große Zahl von StĂ€dten. Einer SchĂ€tzung von 2015 zufolge gibt es in Nigeria 20 StĂ€dte mit mehr als 500.000 Einwohnern, darunter zehn MillionenstĂ€dte.

Die mit Abstand bevölkerungsreichste Agglomeration ist Lagos mit 13,34 Millionen Einwohnern. Weitere StÀdte sind Kano (4.030.000 Einwohner), Ibadan (3.060.000 Einw.), Abuja (2.710.000 Einw.) und Port Harcourt (2.010.000 Einw.).

Wirtschaft

Nach einer im April 2014 erfolgten Neuberechnung des nationalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2013, die seitdem Internet- und HandyumsĂ€tze sowie die Filmindustrie korrekt berĂŒcksichtigt, ist Nigeria mit umgerechnet 372 Milliarden Euro vor der Republik SĂŒdafrika die grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft Afrikas. 2016 lag es nach einer Neuberechnung wieder auf dem zweiten Platz hinter SĂŒdafrika. Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Nigeria Platz 125 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte Nigeria 2017 Platz 115 von 180 LĂ€ndern.

Das Wirtschaftswachstum ist selbst fĂŒr westafrikanische VerhĂ€ltnisse sehr hoch. Doch das mit ca. 1450 US-Dollar vergleichsweise hohe BIP pro Kopf (2011) ist Ă€ußerst ungleich verteilt. Ein weiteres gravierendes Problem stellt die Korruption dar. Zudem ist die Wirtschaft wenig diversifiziert und stark von der Rohölausfuhr abhĂ€ngig.

Zu den florierenden Gebieten zĂ€hlen die Millionenmetropole Lagos sowie neuerdings auch die Hauptstadt Abuja. Weitere wirtschaftliche Zentren sind die Hafenstadt Port Harcourt und Kano im Norden. Da der SĂŒden des Landes besser entwickelt ist, ziehen viele Menschen aus anderen Landesteilen aus wirtschaftlichen Motiven in den sĂŒdlichen Teil des Landes.

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei 13,4 %. Insgesamt verfĂŒgte das Land im Jahr 2017 ĂŒber arbeitende Bevölkerung von 60 Millionen, der grĂ¶ĂŸte Teil davon im informellen Sektor. UnterbeschĂ€ftigung und Jugendarbeitslosigkeit sind Probleme. Insgesamt sind 29 Industriegewerkschaften im Dachverband Nigeria Labour Congress (NLC) zusammengeschlossen. Ferner gibt es auch Gewerkschaften leitender Angestellter sowie Gewerkschaften von Freiberuflern.

Entwicklung

1956 wurden im SĂŒden des Landes die ersten Erdölvorkommen entdeckt, und ab 1958 wurde vom Konzern Shell-BP Erdöl nach Großbritannien exportiert. Als Nigeria in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen wurde, war der wichtigste Wirtschaftszweig noch die Landwirtschaft. Es stammten noch 80 % der Einkommen des Landes aus dem Agrarsektor, spĂ€ter kamen noch rund 70 % der ExportgĂŒter aus der Landwirtschaft. Bis in die 1950er-Jahre hinein waren ErdnĂŒsse das Hauptanbauprodukt, in den 1970er-Jahren war fĂŒr den Weltmarkt fast nur noch der Kakaoanbau wichtig. Im Gegensatz zu anderen Staaten in Afrika wurden sie nicht großmaßstĂ€blich auf Plantagen erzeugt, sondern von Kleinbauern angebaut. Das Land konnte damals noch Lebensmittel ausfĂŒhren.

In den 1970er-Jahren kam es durch die Ölkrise zum Einbruch des Wachstums und einer Wirtschaftskrise, das Land ist seit den 1980er-Jahren hoch verschuldet. Außerdem hat Nigeria seit 1999 mit der National Space Research and Development Agency eine Raumfahrtorganisation. GegenĂŒber 2006 versiebenfachten sich auslĂ€ndische Investitionen im Jahr 2007 auf 2 Mrd. US-Dollar. 2007 lag das Wirtschaftswachstum wieder bei 8,26 %, die Inflationsrate jedoch bei 7 %. Der NSE Index war 2007 der weltweit siebterfolgreichste Börsenindex. Die Wirtschaft konnte auch in den nĂ€chsten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnen bis zum Einbruch des Ölpreises 2014. 2016 sank die Wirtschaftsleistung erstmals seit den 1990er-Jahren wieder um −1,5 %.

Korruption

Aufgrund der weiterhin grassierenden Korruption in Nigeria geht der wirtschaftliche Aufschwung an der einheimischen Bevölkerung beinahe komplett vorbei. Nigeria liegt im Korruptionswahrnehmungsindex 2010 der Organisation Transparency International auf Platz 134 von 178 LĂ€ndern, wobei den 178. Platz der korrupteste Staat besetzt. Um gegen dieses Problem vorzugehen, wurde 2002 die Regierungsbehörde Economic and Financial Crimes Commission (Kommission fĂŒr Wirtschafts- und Finanzverbrechen) gegrĂŒndet, welche zur Aufgabe hat, Formen der WirtschaftskriminalitĂ€t wie Vorschussbetrug und GeldwĂ€sche zu bekĂ€mpfen und zu ahnden.

Betrug und Schmiergeldzahlungen sind trotzdem bis heute weit verbreitet. Die politische FĂŒhrung bereichert sich seit Jahrzehnten durch Korruption, wĂ€hrend die Bevölkerungsmehrheit verarmt: Mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut und muss mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen. Wegen des hohen Bevölkerungswachstums von 2,3 % bis 3 % jĂ€hrlich dĂŒrfte sich dieser Trend weiter verschĂ€rfen.

Wirtschaftszweige

Der Hauptschwerpunkt liegt in der Rohölförderung. Etwa 88 % der Exporterlöse des Landes und 80 % der Staatseinnahmen stammt aus der Erdölförderung. Nigeria ist einer der grĂ¶ĂŸten Ölproduzenten innerhalb der OPEC-Staaten. Die Rohölförderung begann kurz nach der Entdeckung des Ölfeldes im Nigerdelta. Da sich die Wirtschaft inzwischen einseitig auf die Ausfuhr von Rohöl ausrichtet und die Landwirtschaft sowie die Industrie vernachlĂ€ssigt werden, muss das Land mittlerweile Lebensmittel importieren. Des Weiteren schĂ€digt die mit der intensiven Ölförderung einhergehende Umweltverschmutzung in Teilen des Landes zusĂ€tzlich massiv den traditionell wichtigen primĂ€ren Wirtschaftssektor.

Angebaut werden vor allem ErdnĂŒsse und Kakao. Nigeria ist zudem der weltweit grĂ¶ĂŸte Produzent von Maniok und Yams sowie der zweitgrĂ¶ĂŸte von Sorghum, Ingwer und SĂŒĂŸkartoffeln. Die Landwirtschaft kann allerdings weder die eigene Bevölkerung ernĂ€hren noch wesentlich zum Exportgewinn beitragen, obwohl die HĂ€lfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhĂ€ngig ist. Besonders der Norden ist im Landesvergleich stĂ€rker agrarisch geprĂ€gt. Mit der Guaranty Trust Bank ist seit 2007 die erste subsaharische Bank an der Londoner und Frankfurter Börse gelistet. Der Landwirtschaftssektor erwirtschaftete 2016 noch knapp 20 % des Bruttoinlandsprodukt.

Der Dienstleistungssektor machte 2016 60 % des Bruttoinlandsprodukt aus. Aufgrund seiner jungen und großen Bevölkerung ist Nigeria ein Konsumentenmarkt von beachtlicher GrĂ¶ĂŸe.

Außenhandel

Da Nigeria in erster Linie Rohöl exportiert, ist die Handelsbilanz stark von der Entwicklung des Ölpreises abhĂ€ngig.

Zu den wichtigsten Handelspartnern zĂ€hlen China, die USA, Indien, die Mitgliedsstaaten der EuropĂ€ischen Union (vor allem Frankreich, die Niederlande, Spanien, Deutschland), Großbritannien, Brasilien und SĂŒdafrika. China bleibt an der Spitze der HerkunftslĂ€nder von Importen nach Nigeria. Inzwischen hat Indien die USA als Hauptabnehmer des nigerianischen Erdöls abgelöst. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Nigeria betrug 2015 ca. 2,9 Milliarden EUR (2014: 5,4 Milliarden EUR). Damit ist Nigeria nach SĂŒdafrika immer noch zweitwichtigster Handelspartner Deutschlands in Subsahara-Afrika. Exportiert wurden aus Deutschland 2015 GĂŒter im Wert von rund 1,0 Milliarden EUR (2014: 1,4 Milliarden EUR), v. a. Maschinen, Fahrzeuge sowie chemische Erzeugnisse. Der Wert der deutschen Importe (v. a. Rohöl) sank 2015 auf 1,9 Milliarden EUR (2014: 3,95 Milliarden EUR), was v. a. dem PreisrĂŒckgang beim Rohöl geschuldet ist.

Kennzahlen

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 21,2 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 11,4 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,4 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Die Staatsverschuldung betrug 2016 75,5 Mrd. US-Dollar oder 18,6 % des BIP. Rund 70 Prozent der Steuereinnahmen kommen aus dem Ölsektor. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung zahlt in Nigeria Steuern. Der Staat verliert zudem jedes Jahr Milliarden an Einnahmen durch Korruption. Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note B bewertet (Stand November 2018). Aufgrund seiner niedrigen KreditwĂŒrdigkeit muss Nigeria hohe Zinsen auf neue Schulden zahlen.

2009 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 5,8 %
  • Bildung: 0,9 % (1991)
  • MilitĂ€r: 1,5 %

Infrastruktur

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die QualitÀt der Infrastruktur misst, belegte Nigeria 2018 den 110. Platz unter 160 LÀndern.

Straßenverkehr

Bis 1972 herrschte Linksverkehr in Nigeria.

Der Ölboom der 1970er Jahre ermöglichte einen Ausbau des Straßennetzes, so dass Nigeria als der fĂŒr den Verkehr am besten erschlossene Staat Subsahara-Afrikas gelten kann. Zumindest alle HauptstĂ€dte der Bundesstaaten sind an das Fernstraßennetz angebunden; besonders stark frequentierte Strecken sind durch Schnellstraßen verbunden, beispielsweise Lagos und Ibadan (Schnellstraße A 5), Lagos und Benin City (A 121), Onitsha und Enugu (A 232) oder Kano und Kaduna (A 2). Das Straßennetz hat eine LĂ€nge von ungefĂ€hr 200.000 km, von denen 60.000 km asphaltiert sind.

Dass der Autoverkehr im nigerianischen Transportwesen sehr wichtig geworden ist, beweist die Tatsache, dass im Jahr 1991 rund 90 % des Waren- und Personenverkehrs ĂŒber die Straße liefen. Schlecht befestigte Straßen, ĂŒberhöhte Fahrgeschwindigkeiten und fehlende oder nur spĂ€rlich vorhandene Verkehrszeichen fĂŒhren besonders im SĂŒdosten des Landes zu einer großen Zahl von VerkehrsunfĂ€llen. Allein im Jahr 1988 verloren mehr als 9000 Menschen auf den nigerianischen Straßen ihr Leben. 2013 lag die Anzahl der Verkehrstoten bei 35.621 Personen. Zum Vergleich: In Deutschland gab es im selben Jahr 3540 Tote im Straßenverkehr.

BrĂŒcken

Im Jahr 2022 werden landesweit siebenunddreißig BrĂŒcken gewartet und repariert, einige davon sind schon seit Jahrzehnten fĂ€llig. Darunter ist die BrĂŒcke vom Festland nach Bonny Island, von der aus das gleichnamige Rohöl verladen wird. Außerdem das Loko-Oweto-BrĂŒckenprojekt, die Third Mainland Bridge in Lagos, die Murtala Mohammed Bridge in Koton Karfi und die Isaac Boro Bridge in Port Harcourt. Weitere sind die Chanchangi-BrĂŒcke im Bundesstaat Niger und die Tambuwara-BrĂŒcke in Kano.

Die zweite NigerbrĂŒcke bei Onitsha steht kurz vor der Vollendung (Stand Januar 2022).

Schienenverkehr

Das von der Nigerian Railway Corporation betriebene Schienennetz belÀuft sich auf 3505 km. Es ist in Kapspur (1067 mm) und Normalspur (1435 mm) errichtet und befindet sich in einer allgemein guten Verfassung, nachdem es mit chinesischer Hilfe instand gesetzt wurde. Die Zahl der einsatzfÀhigen Eisenbahnfahrzeuge ist allerdings sehr beschrÀnkt.

Kapspur

Die Nigerian Railway Corporation betreibt ein 3.505 Kilometer langes Streckennetz in Kapspur bestehend aus folgenden Strecken:

  • Lagos–Agege–Ifaw–Ibadan–Ilorin–Minna–Kaduna–Zaria–Kano, 1126 Kilometer
  • Ifaw–Ilaro, 20 Kilometer
  • Minna–Baro, 155 Kilometer
  • Zaria–Kaura Namoda, 245 Kilometer
  • Kano–Nguru
  • Kaduna–Kafanchan–Kuru–Bauchi–Maiduguri, 885 Kilometer
  • Kuru–Jos, 55 Kilometer
  • Kafanchan–Makurdi–Enugu–Port Harcourt, 737 Kilometer

Im Bau ist die 1.443 km lange Eastern Rail Line von Port Harcourt nach Maiduguri seit dem 9. MĂ€rz 2021. Die Baumaßnahmen umfassen dabei die Renovierung bzw. den Wiederaufbau bestehender Strecken. Zu diesem Projekt gehören auch neue Zweigstrecken nach Owerri und Damaturu, die die GesamtlĂ€nge 2.044 km erhöhen. Die Fertigstellung ist fĂŒr 2024 geplant.

Die Mittel fĂŒr die unter chinesischer Leitung zu bauende Bahnstrecke Lagos–Calabar entlang der nigerianischen KĂŒste wurden zwar Anfang 2021 freigegeben, der Baubeginn scheint sich aber auf einen Termin nach der nigerianischen Parlamentswahl 2023 zu verzögern.

Die Strecke nach Gusau ist seit dem Einsturz einer BrĂŒcke seit 2002 gesperrt.

Das Netz der NRC hat noch keine Verbindung zum Bahnnetz benachbarter Staaten. Im Februar 2021 wurde jedoch mit geplanter Inbetriebnahme 2023 unter der FederfĂŒhrung der portugiesischen Mota-Engil SGPS SA mit dem Bau einer Kapspurverbindung von Kano nach Maradi, der zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt im Niger, begonnen, die eine der ersten Bahnstrecken in Niger sein wird.

Normalspur

Im Landesinneren entwickelt sich ein Normalspurnetz.

Die Ă€lteste Normalspurstrecke ist die ursprĂŒnglich 217 Kilometer lange Strecke von Oturkpo zum Stahlwerk Ajaokuta. Eine frĂŒhere Normalspurstrecke von 51,5 Kilometer LĂ€nge wurde zwischen den Itakp-Minen und dem Stahlwerk in Ajaokuta betrieben. Am 29. September 2020 wurde ein Ausbau, die Warri–Itakpe Railway, offiziell von PrĂ€sident Muhammadu Buhari in einer virtuellen Zeremonie eröffnet. 2018 waren zwei Mal Mitarbeiter der China Civil Engineering Construction, die an diesem Projekt arbeiteten, durch "Banditen" angegriffen worden. PassagierzĂŒge verkehren auf der Normalspurstrecke seit Oktober 2020 und FrachtzĂŒge seit April 2021. Es gibt auch hier PlĂ€ne fĂŒr einen Ausbau: Von Ajaokuta nach Abuja. Die Strecke hĂ€tte damit eine LĂ€nge von 500 Kilometer. Eine weitere geplante Strecke verlĂ€uft von Port Harcourt nach Makurdi ĂŒber eine LĂ€nge von 463 Kilometer.

Im Februar 2011 erfolgte der Baubeginn der Strecke Abuja–Kaduna durch die chinesische Baugesellschaft CCECC, deren Einweihung schließlich am 26. Juli 2016 erfolgte. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 870 Millionen US-Dollar. FĂŒr die 186,5 Kilometer lange Strecke, die in Idu 20 Kilometer westlich des Zentrums von Abuja beginnt, benötigen die SchnellzĂŒge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zwei Stunden Fahrzeit. Im August 2020 vermeldete die NRC, dass ca. 50 % der Einnahmen ihres gesamten Schienennetzes (ca. 4.000 km) von der Normalspurstrecke Abuja-Kaduna (186 km) generiert wĂŒrden. Dass Nigerianer zwischen der Hauptstadt Abuja und der nĂ€chstgrĂ¶ĂŸeren Stadt Kaduna gerne den Zug nehmen, hat auch sehr ernste GrĂŒnde. Die "Autobahn" zwischen beiden StĂ€dten ist nĂ€mlich stĂ€ndiges Ziel von StraßenrĂ€ubern. Eine Zugreise ist damit fĂŒr die Einwohner beider StĂ€dte die sicherere Alternative zum Auto. Ein Zugreisender meint 2019: "Ich wurde entfĂŒhrt und jetzt reise ich nur noch mit dem Zug!" Auch Prominente sind betroffen: Noch am 20. November 2021 starb der Gouverneurskandidat fĂŒr den Bundesstaat Zamfara Sagir Hamidu auf dem besagten Expressway Abuja-Kaduna bei einem Überfall. Die Zugreisende Agatha Ameh meint: "Manche Leute reisen immer noch ĂŒber die Straße, weil es billiger ist. Ich bevorzuge den Zugservice jeden Tag und zu jeder Zeit. Er ist sicherer, einfacher und sogar schneller." Sie lobt besonders die E-ticketing Plattform der Strecke Abuja-Kaduna.

Die zweigleisige Strecke Lagos–Ibadan wurde seit MĂ€rz 2017 durch die CCECC gebaut und am 10. Juni 2021 im neuen Hauptbahnhof von Lagos eingeweiht. Sie ist 157 km lang und fĂŒhrt ĂŒber Abeokuta. Sie ist die erste zweigleisige Normalspurstrecke in West-Afrika. Eine Fahrt Lagos-Ibadan dauert zweieinhalb Stunden, halb so lange wie die entsprechende Autofahrt. Alle Abteile (Standardklasse, Business Class und First Class) sind klimatisiert und haben drei Overhead-Bildschirme. Die FensterplĂ€tze sind mit Steckdosen und USB-Ladestationen ausgestattet. Kritisiert wird, dass Tickets nicht online und nur gegen Barzahlung erhĂ€ltlich sind, sowie, dass in beiden Richtungen jeweils nur zwei Fahrten am Tag stattfinden. Gelobt werden PĂŒnktlichkeit und Reinlichkeit der ZĂŒge. Die weiterhin bestehenden Kapspurgleise sollen von der "Roten Linie" der im Bau befindlichen S-Bahn von Lagos, der Lagos Light Rail, mit benutzt werden.

Entlang aller neuen Normalspurstrecken wurden moderne BahnhofsgebĂ€ude errichtet. Der neue Hauptbahnhof von Lagos, Mobolaji Johnson, etwa bietet z. B. klimatisierte WarterĂ€ume, behindertengerechten Zugang zu den Gleisen, flughafenĂ€hnliche Anzeigetafeln der Abfahrtzeiten, saubere Toiletten, ausgebildetes Personal fĂŒr medizinische NotfĂ€lle etc.

Flugverkehr

Es gibt in Nigeria 22 FlughĂ€fen mit asphaltierten Start- und Landebahnen. 21 weitere Pisten dienen hauptsĂ€chlich der Luftwaffe oder Ölfirmen. FĂŒr den Betrieb der FlughĂ€fen ist die Behörde Federal Airports Authority of Nigeria zustĂ€ndig. Steigende Kosten fĂŒr Flugzeuge fĂŒhrten in den letzten Jahrzehnten zu einem Abbau des Inlandflugnetzes. 2009 flogen insgesamt 12.526.464 FluggĂ€ste mit insgesamt 221.272 FlĂŒgen in Nigeria. 3.012.726 der FluggĂ€ste flogen von den elf internationalen FlughĂ€fen ins Ausland. Insgesamt 82 % der FluggĂ€ste flog von den vier grĂ¶ĂŸten FlughĂ€fen Ikeja/Lagos, Abuja, Kano und Port Harcourt ab. Unter diesen nimmt Lagos noch einmal eine herausgehobene Stellung war. Alleine dieser Flughafen fertigte 2009 insgesamt 5.644.572 FluggĂ€ste ab.

Die staatliche Fluglinie Nigeria Airways war 2003 hoffnungslos ĂŒberschuldet und wurde von der britischen Virgin Group aufgekauft; seit dem 28. Juni 2005 flog sie unter dem Namen Virgin Nigeria Airways. Ende 2008 kĂŒndigte die Virgin Group den RĂŒckzug aus der Fluggesellschaft an, so dass seit September 2009 die Fluggesellschaft als Nigerian Eagle Airlines firmiert. Zur grĂ¶ĂŸten Fluggesellschaft in Nigeria zĂ€hlt mittlerweile die 2004 gegrĂŒndete Arik Air. Sie besitzt eine Flotte von ĂŒber 20 Flugzeugen und bedient nationale sowie internationale Ziele.

Am 29. Oktober 2006 forderte der Absturz einer Boeing 737-200 der Fluggesellschaft ADC Airlines in der NĂ€he des Flughafens von Abuja rund 100 Menschenleben. Unter den Passagieren befand sich auch Mohammadu Maccido, der Sultan von Sokoto. Bereits in den Jahren zuvor war es in Nigeria zu mehreren FlugzeugabstĂŒrzen mit vielen hundert Todesopfern gekommen.

Am 3. Juni 2012 stĂŒrzte der Dana-Air-Flug 9J-992 der nigerianischen Fluglinie Dana Air von Abuja nach Lagos auf einen dicht besiedelten Stadtteil Lagos. An Bord befanden sich 147 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Es gab keine Überlebenden.

HĂ€fen, Wasserwege

  • Die LĂ€nge der Wasserwege belĂ€uft sich auf 8575 km.
  • Freihafen fĂŒr die Öl- und Gas-Industrie: Onne
  • Ölverladung:
    • ExxonMobil: Qua-Iboe (Fluss) 4° 32â€Č 30″ N, 7° 59â€Č 0″ O.
    • Royal Dutch Shell: Forcados 5° 21â€Č N, 5° 21â€Č O; Bonny (Insel) 4° 25â€Č N, 7° 9â€Č O
  • ÜberseehĂ€fen finden sich in Lagos, Calabar, Warri und Port Harcourt

Telekommunikation

Auf 1000 Einwohner kommen im Durchschnitt:

  • im Jahr 2003 51 Fernseher,
  • im Jahr 2011 4,2 Festnetz-TelefonanschlĂŒsse, 2012 nur noch 2,5 Festnetz-TelefonanschlĂŒsse (wobei im gleichen Zeitraum die Anzahl der MobiltelefonanschlĂŒsse um 90 pro 1000 Einwohner gestiegen ist), und
  • im Jahr 2004 6,3 Computer.

Nach Internet World Stats gab es 2016 in Nigeria ĂŒber 86 Mio. Internetnutzer (46,1 %). Laut Weltbank nutzte 2012 etwa jeder dritte Einwohner das Internet (32,9 %).

Seit Mitte der 1990er-Jahre ist ein Aufschwung im Mobilfunkbereich mit einer stetig wachsenden Zahl an Mobiltelefonen zu verzeichnen. Im Jahr 2012 kamen auf 100 Einwohner etwa 68 MobilfunkvertrÀge. Drei Netzbetreiber haben eine zunehmende FlÀchendeckung und Roaming-VertrÀge mit allen wichtigen europÀischen Netzen.

Stromversorgung

Im Jahr 2005 wurden 22,53 Milliarden kWh elektrische Energie erzeugt, davon 7,87 Milliarden aus Wasserkraftwerken und 14,66 Milliarden aus WĂ€rmekraftwerken. Jedoch haben nur 40 % der Haushalte Zugang zu elektrischer Energie; diese sind vor allem in den stĂ€dtischen RĂ€umen. Die Stromerzeugung fluktuiert stark, was an der UnzuverlĂ€ssigkeit der Kraftwerke und an der hĂ€ufig unterbrochenen Versorgung mit PrimĂ€renergie liegt. Im Jahr 2008 waren von insgesamt 111 installierten Generatoren in Kraftwerken 58 Generatoren in nicht funktionsfĂ€higem Zustand, was einer Rate von mehr als 50 % entspricht. StromausfĂ€lle gehören zur Tagesordnung, viele Haushalte mĂŒssen sich deshalb oft mit eigenen und mit Diesel angetriebenen Stromerzeugungsaggregaten behelfen, was die Energiekosten erhöht. Die Maßnahmen der Regierung Nigerias waren bisher vor allem organisatorischer Natur: die National Electric Power Authority, das frĂŒhere staatliche Monopol, wurde in die Power Holding Company of Nigeria (PHCN) umgewandelt, die wiederum in 18 Unternehmen aufgespalten wurde, welche zur Privatisierung anstehen. Daneben wurde eine Regulierungsbehörde geschaffen, welche die privaten Unternehmungen beaufsichtigen soll. Die Privatisierung war bisher jedoch nicht besonders erfolgreich, da Nigeria von Investoren als sehr riskanter Markt eingeschĂ€tzt wird.

Der Strombedarf wird mit Stand 2008 zu 39 % aus Gaskraftwerken, zu 35 % aus Wasserkraftwerken und zu 24 % aus Ölkraftwerken gedeckt. Die Netzspannung fĂŒr Endkunden betrĂ€gt 240 V bei einer Netzfrequenz von 50 Hz. Technisch besteht das Stromnetz auf Übertragungsnetzebene aus einem Hochspannungsnetz mit einer Nennspannung von 330 kV und einer LeitungslĂ€nge von 2200 km. Als Verteilnetz, primĂ€r in BallungsrĂ€umen, kommt die Spannungsebene mit 132 kV mit einer LeitungslĂ€nge von 809 km zur Anwendung. Die durchschnittlichen Übertragungsverluste sind, da die Leitungen und Leistungstransformatoren meist ĂŒberlastet sind, mit 30 % bis 35 % sehr hoch. Stand der Technik wĂ€ren Verluste um 6 %. Da sich das Stromnetz praktisch permanent im gestörten Zustand befindet, kommt es laufend zu SpannungseinbrĂŒchen und StromausfĂ€llen.

Wasserversorgung

Die Kontrolle der öffentlichen Wasserversorgung liegt in Nigeria in der Obhut der Bundesstaaten und unterscheidet sich dadurch je nach Bundesstaat. Insbesondere im Nordosten, welcher zur Sahelzone gehört, herrscht ein hoher Wassermangel. Ein öffentliches Wasserleitungsnetz wie es in IndustrielĂ€ndern ĂŒblich ist, gibt es in Nigeria zudem meist nicht. Stattdessen sammeln viele Haushalte ihr Trink- und Nutzwasser in Wassertanks, welche beispielsweise mit Grundwasser vollgepumpt werden, Regenwasser sammeln oder von einem Wassertankfahrzeug aufgefĂŒllt werden. Ärmere Menschen entnehmen das Wasser an einer zentralen Wasserentnahmestelle und tragen es in Eimern nach Hause.

Kultur

Die nigerianische Kultur ist nicht nur von Traditionen und kulturellen EinflĂŒssen der zahlreichen Ethnien durchsetzt, sondern auch durch islamisch-arabische EinflĂŒsse im Norden und europĂ€ische EinflĂŒsse im SĂŒden geprĂ€gt.

  • Nationalfeiertag: 1. Oktober (Tag der UnabhĂ€ngigkeit von Großbritannien im Jahre 1960)
  • SehenswĂŒrdigkeiten: Reiches kĂŒnstlerisches Erbe, insbesondere Skulpturen und Holzschnitzereien aus Benin und Ife
    • Die Terrakotten der eisenzeitlichen Nok-Kultur sind weltweit bekannt, jedoch bei weitem nicht die Ă€ltesten Hinterlassenschaften nigerianischer Vorgeschichte.
  • Film: Aus Nollywood werden Filme und Soaps nach ganz Afrika ausgestrahlt. Einige nigerianische Drehbuchautoren konnten ihre Skripte nach Hollywood verkaufen.
  • Sport: Sportlich international bekannt wurde das Land vor allem durch die Nigerianische Fußballnationalmannschaft.

Musik

Der vielleicht berĂŒhmteste Musiker Nigerias ist der Erfinder des Afrobeat Fela Anikulapo Kuti, der mit seiner Band „Africa 70“ im „Shrine“ in Lagos legendĂ€re Konzerte gab. Weitere charakteristische Musikstile sind etwa JĂčjĂș, Apala, Fuji oder Sakara.

Im Bereich Pop-Musik waren in Europa lebende nigerianische Musiker wie Sade Adu oder Dr. Alban in den 1980er und 1990er Jahren sehr erfolgreich. In Deutschland gehört Nneka zu den bekanntesten nigerianischen Popmusikerinnen. Einer der ganz wenigen nigerianischen KĂŒnstler, die in Nigeria leben und in Deutschland kommerziellen Erfolg hatten, ist D’Banj. Er erreichte im Sommer 2012 mit Oliver Twist sogar die deutschen und britischen Single-Charts. Wizkid erreichte im Jahr 2016 an der Seite von Drake die Nummer 1.

Medien

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Nigeria Platz 122 von 180 LĂ€ndern. Laut dem Bericht der Nichtregierungsorganisation ist die Situation der Pressefreiheit im Land „schwierig“. Journalisten sind in Nigeria Gewalt und EinschĂŒchterung ausgesetzt. Besonders schlecht ist die Lage fĂŒr Journalisten in den Krisenregionen des Landes.

In Nigeria erscheinen etwa 25 ĂŒberregionale Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von rund 1,7 Millionen StĂŒck. Die meisten von ihnen, wie This Day, The Guardian oder Vanguard, erscheinen auf Englisch, aber es gibt auch Zeitungen in Yoruba, Hausa und Igbo. Das fĂŒr Information zustĂ€ndige Regierungsorgan Nigeriafirst ist mit dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vergleichbar.

Der private Rundfunk wird von der Nigerianischen Rundfunk-Kommission (Nigerian Broadcasting Commission, NBC) kontrolliert. Die Berichterstattung ĂŒber sensible Themen wird oft behindert.

Literatur

Nigeria war bereits in den 1960er Jahren ein bedeutendes Zentrum der englischsprachigen afrikanischen Literatur. Es besitzt eine Literaturszene, die – anders als die vieler anderer westafrikanischer LĂ€nder – ĂŒber die Grenzen des Landes hinweg einem internationalen Publikum bekannt gemacht und teilweise auch ins Deutsche ĂŒbersetzt wurde. Zu den bekanntesten Autoren gehören Wole Soyinka, der 1986 als erster Vertreter der afrikanischen Literatur den Nobelpreis fĂŒr Literatur entgegennahm, und der Romancier Chinua Achebe (Things Fall Apart), TrĂ€ger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Neben seiner literarischen TĂ€tigkeit wurde auch der Schriftsteller Ken Saro-Wiwa bekannt, der im November 1995 von der MilitĂ€rregierung unter Sani Abacha erhĂ€ngt wurde.

Weitere bedeutende Autoren oder Autorinnen sind Amos Tutuola (The Palm-Wine Drinkard), Chris Abani, Cyprian Ekwensi, Buchi Emecheta, Ben Okri, Christopher Okigbo, John Pepper Clark und Chimamanda Ngozi Adichie.

Literatur

  • Fatima L. Adamu: Women’s struggle and the politics of difference in Nigeria. 2006 (PDF)
  • Heinrich Bergstresser, Sibylle Pohly-Bergstresser: Nigeria. (= Aktuelle LĂ€nderkunden; Beck’sche Reihe; Bd. 839.) Beck, MĂŒnchen 1991, ISBN 3-406-33185-8.
  • Heinrich Bergstresser: Nigeria: Macht und Ohnmacht am Golf von Guinea. Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-86099-672-0.
  • Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums – Warlords, Konzerne, Schmuggler und die PlĂŒnderung Afrikas, Westend, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-86489-148-9
  • Wolf-Ulrich Cropp: Schwarze Trommeln. (= LĂ€nderkunde Nigeria) Frederking & Thaler-Verlag, MĂŒnchen 1989, ISBN 3-89405-008-X.
  • Eckart Diezemann: Nigeria. Land und Leute. Kunst und Kultur. Ortsbeschreibungen mit ausfĂŒhrlichem Lagos-Teil. Praktische Hinweise. Goldstadt-ReisefĂŒhrer, Pforzheim 1990, ISBN 3-87269-204-6.
  • Kenneth Onwuka Dike: Trade and politics in the Niger Delta, 1830–1885. An introduction to the economic and political history of Nigeria. Clarendon Press, Oxford 1956 (Inhaltsverzeichnis)
  • Hassan Tai Ejibunu: Nigeria’s Delta Crisis: Root Causes and Peacelessness (Memento vom 29. November 2007 im Internet Archive). – EPU Research Papers: Issue 07/07, Stadtschlaining 2007.
  • Wolfgang Gieler: Nigeria zwischen MilitĂ€r- und Zivilherrschaft. Eine Analyse der politischen Entwicklung seit der UnabhĂ€ngigkeit 1960–1990. Lit, MĂŒnster 1993, ISBN 3-89473-975-4 (zugl. Diss., UniversitĂ€t MĂŒnster, 1991).
  • John Iliffe: Obasanjo, Nigeria and the World. Verlag James Curry, Woodbridge, Suffolk, England 2011 ISBN 978-1-84701-027-8.
  • Sani Musa: The Nigerian Political Economy in Transition. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2006 (PDF)
  • Nigeria-Jahrbuch. Politische und ökonomische Entwicklungen in der Bundesrepublik Nigeria. Duehrkohp und Radicke, Göttingen 2000–2003 (ISSN 1617-3554)
  • Eberhard Stahn: Nigeria. ReisefĂŒhrer mit Landeskunde. 4. Auflage. Mai, Dreieich 1995, ISBN 3-87936-220-3.
  • Muhammad Sani Umar: „Changing Islamic Identity in Nigeria from the 1960s to the 1980s: From Sufism to Anti-Sufism“ in Louis Brenner (Hrsg.): Muslim Identity and Social Change in Sub-Saharan Africa. Hurst&Company, London, 1993. S. 154–178.

Siehe auch

Weblinks

  • Website der Regierung (englisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Nigeria
  • LĂ€nderinformationen bei AuswĂ€rtigen Amt
  • Detaillierte Sprachenkarten von Nigeria
  • Emmanuel I. Ede: Nigeria. In: LIPortal (Überblicke zu Geschichte & Staat, Wirtschaft & Entwicklung, Gesellschaft und Alltag)

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
NG.AB Abia  
NG.AD Adamawa  
NG.AK Akwa Ibom  
NG.AN Anambra  
NG.BA Bauchi  
NG.BY Bayelsa  
NG.BE Benue  
NG.BO Borno  
NG.CR Cross River  
NG.DE Delta  
NG.EB Ebonyi  
NG.ED Edo  
NG.EK Ekiti  
NG.EN Enugu  
NG.FC Federal Capital Territory  
NG.GO Gombe  
NG.IM Imo  
NG.JI Jigawa  
NG.KD Kaduna  
NG.KN Kano  
NG.KT Katsina  
NG.KE Kebbi  
NG.KO Kogi  
NG.KW Kwara  
NG.LA Lagos  
NG.NA Nassarawa  
NG.NI Niger  
NG.OG Ogun  
NG.ON Ondo  
NG.OS Osun  
NG.OY Oyo  
NG.PL Plateau  
NG.RI Rivers  
NG.SO Sokoto  
NG.TA Taraba  
Water body  
NG.YO Yobe  
NG.ZA Zamfara  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Nigeria

Name englisch: Nigeria
Hauptstadt: Abuja
Kfz: NGR
ISO: NG
ISO3: NGA
Fläche: 923768 km²
Tld: .ng
Wärung Einheit: NGN
Währung: Naira
Vorwahl: 234

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 13.8856449
südlichster Punkt: 4.2698571
westlichster Punkt: 2.676932
östlichster Punkt: 14.6779814


 
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