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Staat Informationen : Schweden

Informationen:


Das K√∂nigreich Schweden (schwedisch Konungariket Sverige oder einfach Sverige ) ist eine parlamentarische Monarchie in Nordeuropa. Das Staatsgebiet umfasst den √∂stlichen Teil der Skandinavischen Halbinsel und die Inseln Gotland und √Ėland. Schweden ist Mitglied des Nordischen Rates und seit 1995 der Europ√§ischen Union, jedoch nicht Mitglied der NATO und milit√§risch b√ľndnisfrei. Hauptstadt sowie bev√∂lkerungsreichste schwedische Stadt ist Stockholm.

Geografie

Schweden grenzt an das Kattegat, die Staaten Norwegen und Finnland sowie die Ostsee und den √∂stlichsten Teil der Nordsee, seit der Inbetriebnahme der √Ėresundbr√ľcke im Jahr 2000 besteht zudem eine direkte Landverbindung zu D√§nemark. Zu Schweden geh√∂ren etwa 221.800 Inseln, Gotland (2994¬†km¬≤) und √Ėland (1347¬†km¬≤, beide in der Ostsee) sowie Orust (346¬†km¬≤, n√∂rdlich von G√∂teborg) sind die drei gr√∂√üten. Die l√§ngste Ausdehnung von Norden nach S√ľden betr√§gt 1572¬†km, von Osten nach Westen 499¬†km. Die Landgrenze zu Norwegen ist 1619¬†km lang, die zu Finnland 586¬†km.

W√§hrend weite Teile des Landes flach bis h√ľgelig sind, steigen entlang der norwegischen Grenze die Gebirgsmassive der Skanden bis auf √ľber 2000¬†m H√∂he an. Der h√∂chste Gipfel ist der Kebnekaise mit etwa 2100¬†m. √úber das Land verteilt gibt es 30¬†Nationalparks. Die fl√§chenm√§√üig gr√∂√üten befinden sich im Nordwesten des Landes.

Topografie

S√ľd- und Mittelschweden (G√∂taland und Svealand), das nur zwei F√ľnftel von Schweden umfasst, ist von S√ľden nach Norden in drei Gro√ülandschaften aufgeteilt, Nordschweden (Norrland), welches die restlichen drei F√ľnftel umfasst, ist von Westen nach Osten in drei Landschaften geteilt.

Die l√§ngsten Fl√ľsse Schwedens sind Klar√§lven, Torne √§lv, Dal√§lven, Ume √§lv und √Öngerman√§lven. Die gr√∂√üten Seen sind V√§nern, V√§ttern, M√§laren und Hj√§lmaren.

S√ľd- und Mittelschweden

Der s√ľdlichste Teil, die historische Provinz Schonen (Sk√•ne), ist eine Fortsetzung der Tiefebene Norddeutschlands und D√§nemarks. In Schonen liegt der tiefste Punkt Schwedens (ausgenommen Gew√§sser) mit 2,4¬†Metern unter dem Meeresspiegel und der s√ľdlichste Punkt Schwedens, Smygehuk. N√∂rdlich davon erstreckt sich das S√ľdschwedische Hochland, eine Hochebene umgeben von einer H√ľgellandschaft mit einer gro√üen Anzahl von langgestreckten Seen, die durch eiszeitliche Erosion entstanden sind. Die dritte Gro√ülandschaft ist die Mittelschwedische Senke, eine flache, zerkl√ľftete Landschaft mit gro√üen Ebenen, Horsten, Tafelbergen, Fjorden und einer Reihe von Seen.

Nordschweden

Der Westen Nordschwedens ist durch das Skandinavische Gebirge gepr√§gt, das die Grenze zu Norwegen bildet. Die Gebirgskette ‚Äď deren Bergtundra in Schweden Fj√§ll genannt wird ‚Äď weist H√∂hen zwischen 1000 und 2000¬†Metern √ľber dem Meeresspiegel auf. Im Skandinavischen Gebirge liegt auch Schwedens h√∂chster Berg, der etwa 2100¬†m hohe Kebnekaise. Im Dreil√§ndereck Norwegen/Schweden/Finnland befindet sich mit Treriksr√∂set Schwedens n√∂rdlichster Punkt.

Nach Osten hin schlie√üt sich das Vorland an, Schwedens ausgedehnteste Gro√ülandschaft. Entlang des Gebirges erstrecken sich gro√üe Hochlandebenen auf einer H√∂he von 600 bis 700¬†Metern √ľber dem Meeresspiegel, die in ein welliges H√ľgelland √ľbergehen, das nach Osten abf√§llt. In dieser Landschaft befinden sich auch die gro√üen Erzvorkommen (Eisen, Kupfer, Zink, Blei) Schwedens. Die gro√üen Fl√ľsse Schwedens, die ihren Ursprung im Skandinavischen Gebirge haben, flie√üen beinahe parallel in tiefen Talg√§ngen in Richtung Ostsee.

Entlang der Ostseek√ľste erstreckt sich die ebene K√ľstenlandschaft, die zwischen H√§rn√∂sand und √Ėrnsk√∂ldsvik von einem bis an die Ostseek√ľste reichenden Ausl√§ufer des Vorlandes (H√∂ga Kusten, Nationalpark) unterbrochen wird.

Geologie

Das proterozoische Grundgebirgskristallin Schwedens ist Teil des Baltischen Schildes und wird aus Metamorphiten (z.¬†B. Gneis) und Plutoniten (z.¬†B. Granit) aufgebaut. In J√§mtland und Teilen von Mittel- und S√ľdschweden sowie auf den Inseln √Ėland und Gotland werden auch aus Schiefern, Kalk- und Sandstein bestehende pal√§ozoische Serien angetroffen.

Die skandinavische Halbinsel war w√§hrend der Eiszeiten zeitweise vollst√§ndig von Eis bedeckt. Der Druck und die Bewegung der Eismassen hat die Landschaft in vielen Teilen wesentlich mitgestaltet. Durch den gro√üen skandinavischen Gletscher der letzten Eiszeit (Weichseleiszeit) ist die heutige Landschaft Schwedens mit den zahlreichen Seen, Fl√ľssen (siehe auch Liste der Fl√ľsse in Schweden) und Wasserf√§llen (siehe auch Liste der Wasserf√§lle in Schweden) entstanden. Die damit einhergehende Abschleifung und Aush√∂hlung hat neben den Mor√§nen die charakteristischen Ablagerungen aus Kieseln und runden Steinen hinterlassen, die in Schweden √•sar (dt. Os) genannt werden.

Ein auch heute noch wichtiger Faktor ist die postglaziale Landhebung. Das Abschmelzen der Eismassen, die die Erdkruste niedergedr√ľckt hatten, hat seit der letzten Eiszeit (ungef√§hr 10.000 v.¬†Chr.) zu einer Landhebung von 800¬†m gef√ľhrt. Heutzutage betr√§gt die Landhebung bis zu 10‚Äď11¬†mm j√§hrlich im H√∂ga Kusten, in der Stockholmer Gegend sind es j√§hrlich etwa 6¬†mm.

Klima

Schwedens Klima ist f√ľr seine geographische Lage ziemlich mild. Es wird vor allem durch die N√§he zum Atlantik mit dem warmen Golfstrom bestimmt. Gro√üe Teile Schwedens haben daher ein feuchtes Klima mit reichlich Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Kontinental beeinflusstes Klima mit geringeren Niederschl√§gen und h√∂heren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des S√ľdschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im n√∂rdlichen Hochgebirge vor. Die Durchschnittstemperatur f√ľr den Januar betr√§gt 0¬†¬įC bis ‚ąí2¬†¬įC im S√ľden und ‚ąí12¬†¬įC bis ‚ąí14¬†¬įC im Norden (ausgenommen das Hochgebirge), die Durchschnittstemperatur f√ľr den Juli betr√§gt 16¬†¬įC bis 18¬†¬įC im S√ľden und 12¬†¬įC bis 14¬†¬įC im Norden. K√§lterekorde wurden am 2.¬†Februar 1966 in Vuoggatj√•lme, Gemeinde Arjeplog mit ‚ąí52,6¬†¬įC, beziehungsweise am 13. Dezember 1941 in Malgovik, Gemeinde Vilhelmina mit ‚ąí53¬†¬įC gemessen.

Da sich Schweden zwischen dem 55. und 69. Breitengrad erstreckt und ein Teil nördlich des Polarkreises liegt, ist der Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit im Winter beträchtlich.

Flora und Fauna

In Nordschweden pr√§gen die ausgedehnten borealen Nadelw√§lder das Bild. Von S√ľden nach Norden werden die Baumsilhouetten als Folge der Anpassung an die l√§ngeren Winter immer schmaler. Zudem steigt der Anteil der Birken, die den √úbergang zum baumlosen Fj√§ll der Skanden und des √§u√üersten Nordens bilden. Je s√ľdlicher man kommt, desto h√§ufiger gibt es Mischw√§lder. Reine Laubw√§lder kommen nur in S√ľdschweden vor. Viele von ihnen mussten allerdings dem Ackerbau Platz machen oder wurden wegen des schnelleren Wachstums durch Nadelw√§lder ersetzt. Als markanter Grenzraum f√ľr Flora und Fauna gilt der sogenannte limes norrlandicus.

Auf den Inseln Gotland und √Ėland findet man, bedingt durch das Klima und die geologischen Voraussetzungen, eine besonders artenreiche Flora vor. Hier gibt es eine einzigartige Mischung, unter anderem mit Pflanzen, die sonst in Europa nur im Balkanraum vorkommen. Besonders erw√§hnenswert sind die zahlreichen Orchideenarten.

Das Wildschwein ist im s√ľdlichen Schweden inzwischen wieder stark verbreitet, obwohl es im 18. Jahrhundert vollst√§ndig ausgerottet worden war. Es konnte sich jedoch nach Ausbr√ľchen von Wildschweinen aus in den 1940er Jahren angelegten Wildgehegen in den 1970er Jahren wieder eine lebensf√§hige wilde Population entwickeln, die heute rund 80.000‚Äď100.000 Tiere umfasst. Die Population wuchs seit den 1990er Jahren um j√§hrlich 13¬†% an und nimmt auch heute noch zu. Zudem findet nach wie vor eine Ausbreitung in Richtung Norden statt, und so kommt das Wildschwein heute bis nach Dalarna und H√§lsingland vor. Inzwischen werden in Schweden j√§hrlich rund 25.000 Wildschweine erlegt.

Wie das Wildschwein ist auch der Rothirsch in Schweden vornehmlich in der s√ľdlichen Landesh√§lfte verbreitet. Er kommt vor allem in G√∂taland vor, isolierte Populationen gibt es aber auch in Dalarna, J√§mtland und sogar V√§sterbotten. Die meisten Best√§nde beruhen auf gezielten Aussetzungen, nur in Schonen gibt es noch einen urspr√ľnglichen Bestand. Das Reh ist im Vergleich zum Rothirsch etwas weiter verbreitet und kommt nordw√§rts bis Dalarna fl√§chendeckend und zahlreich vor. Gebiete weiter n√∂rdlich sind nur √§u√üerst sp√§rlich vom Reh besiedelt.

Besonders bekannt ist Schweden f√ľr die gr√∂√üte Zahl an Elchen in Europa. Sie stellen eine recht gro√üe Gefahr im Stra√üenverkehr dar ‚Äď 2006 wurden 4.957¬†Verkehrsunf√§lle mit Elchen gez√§hlt. Die Elche richten auch gro√üen Schaden in Waldpflanzungen an. In der Jagdsaison im Herbst wird bis zu einem Viertel des Elchbestands erlegt. Der Bestand ist durch die hohe Reproduktionsrate nicht gef√§hrdet.

Raubtiere wie Braunb√§ren, W√∂lfe, Luchse und Vielfra√üe sind in den letzten Jahren dank strenger Umweltbestimmungen wieder auf dem Vormarsch. Die vielen Seen und langen K√ľsten bieten viel Lebensraum f√ľr Wassertiere: S√ľ√ü- und Salzwasserfische gibt es reichlich, und auch Biber, Fischotter und Robben sind h√§ufig anzutreffen.

In Schweden kommen insgesamt 52 S√ľ√üwasserfischarten vor, wobei die Wassertemperatur die nat√ľrliche Ausbreitung begrenzt. Die schwedische Fluss- und Seenlandschaft ist international bekannt f√ľr ihren hervorragenden Salmonidenbestand. Die vorherrschenden Arten sind Bachforelle, Regenbogenforelle, Seeforelle, Lachs, Meerforelle, Bach- und Seesaibling. Die M√∂rrum in S√ľdschweden hat einen international bekannten Ruf als einer der besten Lachsfl√ľsse Europas. Des Weiteren gibt es in den sauerstoffreichen und schnellflie√üenden Waldfl√ľssen Mittelschwedens zahlreiche europ√§ische √Ąschen und arktische √Ąschen. Raubfische wie Hecht, Barsch, Zander, Rapfen nehmen unter Sportfischern, welche in Schweden einen Breitensport aus√ľben, die gr√∂√üte Rolle ein. Das Land gilt mit seinen 90.000 Seen, zahlreichen B√§chen, Fl√ľssen und seiner 3.200 Kilometer langen K√ľstenlinie als ‚ÄěAnglerparadies‚Äú. Hechte (auf Schwedisch G√§ddar) wachsen im Sch√§rengarten der Ostsee zu starken Gewichten an. Stinte suchen auf ihrer Laichwanderung in gro√üer Zahl Flussm√ľndungen auf. In den gr√∂√üeren Seen wie dem V√§nern findet man gro√üe Schw√§rme von Mar√§nen. Friedfische wie Karpfen, Schleie, Brasse, Rotauge, Rotfeder und Aland kommen je nach W√§rmebed√ľrfnis √ľberwiegend in S√ľdschweden vor.

Schweden richtete 1909 als erstes Land in Europa Nationalparks ein. Mittlerweile sind knapp 15¬†% des Landes durch Naturschutzgebiete oder -reservate sowie 30 Nationalparks gesch√ľtzt. Sollte die Einrichtung von elf neuen Nationalparks und die Erweiterung von sieben bereits bestehenden beschlossen werden, w√ľrde der Anteil der gesch√ľtzten Fl√§che auf 15,5¬†% steigen.

Bevölkerung

Demografie

Schweden hatte nach den Angaben des statistischen Zentralamtes SCB des Landes Ende November 2016 9,982¬†Millionen Einwohner. Im Januar 2017 wurde die Marke von zehn Millionen Einwohnern erstmals √ľberschritten. Die Bev√∂lkerung wuchs j√§hrlich um knapp 0,8¬†Prozent.

Die Geburtenrate von 1,88¬†Kindern pro Frau (2016) liegt einerseits unter der Reproduktionsschwelle von 2,1¬†Kindern pro Frau, andererseits weit √ľber dem EU25-Durchschnitt, der im selben Jahr bei 1,58¬†Kindern pro Frau lag. Die Lebenserwartung betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 81,9 Jahre (Frauen: 83,7, M√§nner: 80,0 Jahre). Das Durchschnittsalter betrug 2016 41,2 Jahre.

Ethnien

Die Mehrheit der Einwohner sind ethnische Schweden. Es gibt eine gr√∂√üere Minderheit von Schwedenfinnen im Land. Zum einen lebten Finnen √ľber mehrere Jahrhunderte in Teilen des heutigen Schwedens, zum anderen gibt es eine gr√∂√üere Anzahl von Finnen aufgrund von Migration nach dem Zweiten Weltkrieg. Schwedenfinnen bilden in Tornedalen eine gro√üe Gruppe. Es gibt heute insgesamt etwa 450.000 Einwohner mit finnischen Wurzeln.

Eine andere Minderheit sind die heute etwa 20.000 schwedischen Samen. Viele leben in den Gemeinden G√§llivare und Kiruna. Die traditionelle Rentierzucht spielt bis heute eine Rolle. Es gibt 51 samische lokale Gemeinschaften, genannt samebyar (schwedisch; w√∂rtlich ‚ÄěSamend√∂rfer‚Äú), in denen die Zucht betrieben wird. Die samischen Sprachen wurden im Jahr 2000 zu anerkannten Minderheitensprachen. Sie haben in Kiruna mit dem Sameting eine eigene parlamentarische Vertretung.

In Schweden leben Einwanderer aus fast allen L√§ndern der Welt. Im Jahr 2016 war der Bev√∂lkerungsanteil der im Ausland geborenen Einwohner bei knapp 18¬†Prozent (1,78¬†Millionen Einwohner). Schweden hat seit Jahrzehnten ein verh√§ltnism√§√üig liberales Einwanderungsrecht. Erste gro√üe Einwanderungswellen gab es ab den 1960er Jahren: prim√§r aus anderen europ√§ischen L√§ndern, wie aus Deutschland, Italien, Jugoslawien sowie auch der T√ľrkei. In den 1980er Jahren gab es einen Anstieg von Asylbewerbern, aus dem Irak, Iran, Libanon, Eritrea und zum Teil auch aus S√ľdamerika. Ab den 2000ern gab es eine vermehrte Einwanderung von Menschen aus anderen Regionen, wie Afrika sowie Vorder- und Zentralasien. Herkunftsl√§nder waren Irak, Afghanistan oder auch Somalia.

Aufgrund der Fl√ľchtlingskrise in Europa ab 2015 und der zahlreichen Aufnahme von Fl√ľchtlingen und Migranten, stieg die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund stark an. Die gr√∂√üte im Ausland geborene Personengruppe war 2016 mit 153.620 jene der Finnen. Weitere gro√üe Gruppen stellen Personen aus Syrien (149.418), aus dem Irak (135.129), aus Polen (88.704), aus dem Iran (70.637), dem ehemaligen Jugoslawien (66.539) sowie aus Somalia (63.853).

Der Bevölkerungsanteil von Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund ist regional sehr unterschiedlich, wobei die höchsten Anteile in den Großstädten Stockholm, Malmö und Göteborg erreicht werden. In den ländlichen Gebieten des Landes leben verhältnismäßig wenig Migranten.

Sprache

Die schwedische Sprache ist seit dem 1. Juli 2009 nicht nur de facto, sondern auch gesetzliche Amtssprache. In Schweden haben Finnisch, Tornedalfinnisch, Jiddisch, Romani, Samisch und die schwedische Gebärdensprache Svenskt teckenspråk den Status anerkannter Minderheitensprachen. Entlang der schwedisch-finnischen Grenze, in Tornedalen, wird von ungefähr der Hälfte der Bevölkerung Tornedalfinnisch (Meänkieli) gesprochen. Die samische Sprache wird von einigen Tausend Menschen als Hauptsprache verwendet, zusätzlich zur Schwedischen Sprache.

Fast 80¬†% der schwedischen Bev√∂lkerung sprechen Englisch als Fremdsprache, da Englisch zum einen die erste Fremdsprache an den Schulen darstellt und zum anderen im Fernsehen sehr stark vertreten ist (fremdsprachige Spielfilme werden √ľblicherweise nicht synchronisiert, sondern untertitelt). Als zweite Fremdsprache w√§hlt die Mehrheit (ca. 45¬†%) der Sch√ľler Spanisch. Auch Deutsch (rund 25¬†%) und Franz√∂sisch (rund 20¬†%) werden als zweite Fremdsprache angeboten; Deutsch war wie auch im restlichen Skandinavien bis etwa 1945 die erste Fremdsprache. Die norwegische Sprache wird aufgrund starker √Ąhnlichkeiten zum Schwedischen zumeist verstanden; f√ľr das D√§nische trifft das in geringerem Ma√üe zu, insbesondere au√üerhalb der ehemals d√§nischen Landesteile Halland, Blekinge und Schonen.

Religion

2019 geh√∂rten 56,4¬†% der schwedischen Bev√∂lkerung der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an, die von 1527 bis 1999 Staatskirche war. Seit 2000 ist die Mitgliederzahl deutlich r√ľckl√§ufig. Zwischen 2005 und 2015 haben etwa 740.000 Mitglieder (11¬†%) die Kirche verlassen. Die zweitgr√∂√üte Religionsgemeinschaft, die der Muslime, l√§sst sich zahlenm√§√üig nur schwer einsch√§tzen. Ihre Mitgliederzahl lag 2014 bei ungef√§hr 500.000 (5,1¬†%).

Nach einem Verbot im Verlauf der Reformation ist es Katholiken seit 1781 wieder erlaubt, ihre Religion √∂ffentlich zu praktizieren. 1783 wurde das erste apostolische Vikariat f√ľr Schweden mit Abt Nikolaus Oster eingerichtet. Die r√∂misch-katholische Kirche in Schweden hatte 2016 etwa 113.000 Mitglieder (1,1¬†% der Bev√∂lkerung), die Zahl der Mitglieder ist, haupts√§chlich durch Einwanderung bedingt, steigend.

Der orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen gehörten etwa 120.000 (1,2 %) Gläubige an. Evangelische Freikirchen sind vor allem im Raum Jönköping, in Bohuslän und in Västerbotten stärker vertreten und haben zusammen gut 250.000 Mitglieder, davon knapp die Hälfte in der Equmeniakyrkan.

Die neo-charismatische Bewegung Livets Ord hat ihren Hauptsitz in Uppsala. Daneben gibt es in Schweden etwa 23.000 Zeugen Jehovas (0,25¬†%). Etwa 10.000 Menschen geh√∂ren einer j√ľdischen Gemeinde (0,1¬†%) an. In Stockholm existiert eine mand√§ische Gemeinde mit eigenem Gotteshaus.

Gesundheit

Die Analysen der Werte f√ľr gesunde Lebensjahre weisen auf signifikante Ungleichheiten zwischen den europ√§ischen L√§ndern hin. In √Ėsterreich ergaben 2016 die Eigenausk√ľnfte der Befragten eine Gesundheitserwartung von 57,1¬†Jahren bei Frauen und 57,0¬†Jahren bei M√§nnern, die um 16¬†Jahre unter den Werten von 73,3 bzw. 73,0¬†Jahren in Schweden lagen.

Seit Januar 2020 ist auch Schweden von der weltweiten COVID-19-Pandemie betroffen, die im Dezember 2019 in der Volksrepublik China ihren Ausgang nahm. Die schwedische Regierung folgt bisher im Vergleich zu den anderen europ√§ischen Staaten einem zur√ľckhaltenderen Kurs gegen das Virus. Die meisten Ma√ünahmen zur Eind√§mmung der Epidemie in Schweden sind freiwillig. Die im Vergleich zu den Nachbarl√§ndern hohen Zahlen an COVID-19-Toten f√ľhrten allerdings zu einem R√ľckgang des Vertrauens in die schwedische COVID-19-Strategie in der Bev√∂lkerung. Dabei brach das Vertrauen in die Regierung von 63 auf 45 Prozent ein. Die Volksgesundheitsbeh√∂rde Beh√∂rde f√ľr √∂ffentliche Gesundheit verlor zwar ebenfalls an Vertrauen, liegt aber nach zuvor 73 Prozent immer noch bei einem Wert von 65 Prozent. Die Ma√ünahmen, etwa die ge√∂ffneten Schulen, werden in der Bev√∂lkerung auch begr√ľ√üt.

Bildung und Forschung

Das schwedische Bildungssystem umfasst vier Teilbereiche: Vorschule, Schule, Hochschulen und Universit√§ten sowie Erwachsenenbildung. Die Schulpflicht betr√§gt neun Jahre (7. bis 16.¬†Lebensjahr), an die sich ein freiwilliger dreij√§hriger Gymnasiumsbesuch anschlie√üt. Etwa 30¬†Prozent eines Jahrganges beginnen innerhalb von f√ľnf Jahren nach dem Abschluss des Gymnasiums ein Studium.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichten Schwedens Sch√ľler Platz 23 von 72 L√§ndern in Mathematik, Platz 28 in Naturwissenschaften und Platz 17 beim Leseverst√§ndnis. Die Leistung schwedischer Sch√ľler lag damit in allen drei Kategorien leicht √ľber dem OECD-Durchschnitt.

In der N√§he von Kiruna in Esrange wird ein Raketenstartplatz f√ľr den Start von H√∂henforschungsraketen betrieben.

Sicherheit

Der Global Peace Index stufte Schweden f√ľr das Jahr 2019 im Unterbereich der inneren Sicherheit auf Platz 6 in der Europ√§ischen Union ein (von 27 Mitgliedstaaten), und weltweit auf Platz 13. Der U.S. News & World Report stufte Schweden im Jahr 2019 als sechstbestes Land der Welt in puncto wahrgenommener Sicherheit ein. In den letzten Jahren hat sich die Situation in manchen Bereichen verbessert und in anderen verschlechtert. So ist die Mordrate insgesamt seit den 90er Jahren gesunken, bleibt aber leicht h√∂her als in Deutschland. Andererseits geben immerhin 13¬†% der Schweden an, dass sie in ihrem eigenen Wohngebiet bereits Probleme mit Kriminalit√§t, Gewalt oder Vandalismus hatten, was einer der h√∂chsten (subjektiven) Werte in Europa ist. Unter 13 untersuchten westeurop√§ischen L√§ndern war zwischen 2010 und 2015 das Risiko, Opfer einer Schie√üerei zu werden, in Schweden f√ľr den Gro√üteil der Bev√∂lkerung durchschnittlich, jedoch f√ľr 15 bis 29-j√§hrige M√§nner h√∂her als in den anderen untersuchten L√§ndern. Durch Bandenkriminalit√§t haben sich die gef√§hrdeten Gebiet in Schweden insbesondere innerhalb der zweiten H√§lfte der 2010er Jahre erh√∂ht.

Auch gilt seit März 2016 die Bedrohungslage wegen internationalem Terrorismus als erhöht. Die vom schwedischen National Centre for Terrorist Threat Assessment festgelegte Warnstufe liegt bei 3 von 5.

Geschichte

Schweden vor 1800

Die skandinavische Halbinsel wird erstmals in der Naturalis historia Plinius‚Äô des √Ąlteren aus dem Jahr 79 erw√§hnt. Er schreibt √ľber Scatinavia, eine gro√üe Insel, auf der das Volk der Hillevionen lebt. Manche sehen darin die erste Erw√§hnung der Schweden. Im Jahr 98 findet sich in Tacitus‚Äô Germania eine Erw√§hnung der Suionen (Absatz 44), die angeblich ‚Äěim Ozean selbst‚Äú leben und eine m√§chtige Flotte haben. Auf der Weltkarte des Ptolem√§us um 120 ist Skandinavien erstmals kartographisch erfasst. Im f√ľnften Jahrhundert beschrieb Prokop die Insel Thule im Norden, die zehnmal gr√∂√üer als Britannien sei und auf der im Winter 40¬†Tage lang keine Sonne scheine.

W√§hrend des fr√ľhen Mittelalters (um 800 bis 1000) beherrschten Wikinger die europ√§ischen Meere und K√ľstengegenden. Schwedische Wikinger, auch War√§ger genannt, orientierten sich vor allem Richtung Osten, nach Russland. Ab dem neunten Jahrhundert wirkten die auch Rus genannten Schweden am Aufbau der Kiewer Rus mit. Der erste Kontakt mit dem Christentum entstand durch die Missionst√§tigkeiten des heiligen Ansgars, des Erzbischofs von Hamburg und Bremen. Er unternahm um 830 und 853 zwei Missionsreisen nach Birka, dem wichtigsten Handelsplatz der Wikinger im M√§laren, die allerdings keinen Erfolg hatten. Im Jahr 1008 lie√ü Olof Sk√∂tkonung, K√∂nig von Schweden, sich jedoch taufen. Doch bis ins 12.¬†Jahrhundert waren weite Teile der Bev√∂lkerung heidnisch. So wurde 1160 K√∂nig Erik¬†IX. von anti-christlichen Adligen nach dem Besuch der Messe ermordet.

Im Jahr 1397 bildete die d√§nische K√∂nigin Margarethe I. die Kalmarer Union. Durch Erbschaft und Heirat hatte sie zuvor die norwegische und schwedische Krone erlangt. Diese Vereinigung dreier Reiche unter d√§nischen Unionsk√∂nigen blieb bis 1523 bestehen, auch wenn die Durchsetzung der Zentralmacht letztlich nicht gelang. Die Kalmarer Union wurde immer mehr von inneren K√§mpfen, besonders zwischen k√∂niglicher Zentralmacht und Hochadel, gepr√§gt. Zu gewissen Zeiten waren die Unionsk√∂nige auch in Schweden anerkannt, aber dazwischen regierten der schwedische K√∂nig Karl Knutsson (1448‚Äď1457, 1464‚Äď1465 und 1467‚Äď1470) beziehungsweise schwedische Reichsverweser. Der Konflikt kulminierte unter dem Reichsverweser Sten Sture dem J√ľngeren. Der d√§nische Unionsk√∂nig Christian¬†II. besiegte seine schwedischen Widersacher 1520 und lie√ü im November desselben Jahres √ľber 80 Oppositionelle im sogenannten Stockholmer Blutbad hinrichten. Dies f√ľhrte zum Aufruhr des Gustav Wasa, der 1521 zum Reichsverweser ernannt wurde, und dem endg√ľltigen Zusammenbruch der Kalmarer Union. Im Jahr 1523 wurde Gustav I. Wasa zum K√∂nig gew√§hlt. Nach dem Volksaufstand litt das schwedische Reich unter hohen Schulden und Gustav¬†I. sah sich nach M√∂glichkeiten zur Verbesserung der finanziellen Lage um. Daf√ľr vergab er unter anderem ein Fischereimonopol an die G√§vlefischer. Die Br√ľder Olavus und Laurentius Petri hatten in Deutschland Bekanntschaft mit Martin Luther gemacht. Die Opposition des Luthertums zu Kl√∂stern schuf eine Gelegenheit zur Auffrischung der finanziellen Situation. Aus diesem Grund unterst√ľtzte der K√∂nig die Gebr√ľder Petri. Da die Bev√∂lkerung zun√§chst nicht in Kontakt mit dem protestantischen Gedankengut kam, wurde die Reformation schrittweise eingef√ľhrt. Viele Traditionen, die im deutschen Protestantismus aufgehoben werden sollten, wurden beibehalten. 1544 wurde Schweden zum evangelischen Reich erkl√§rt.

Vor allem das 17.¬†Jahrhundert der schwedischen Geschichte ist gepr√§gt von Versuchen seitens des K√∂nigshauses, eine Hegemonialstellung in Europa zu erlangen. Durch den B√ľrgerkrieg in Russland konnte Schweden die Kontrolle √ľber Estland erlangen. Von 1611 bis 1613 fochten D√§nemark und Schweden den Kalmarkrieg aus, der zu einem Sieg der D√§nen und der Abgabe der Finnmark an das unter d√§nischer Herrschaft stehende Norwegen f√ľhrt. Sp√§ter schaltete sich Gustav¬†II. Adolf aktiv in den Drei√üigj√§hrigen Krieg ein und eroberte weite Teile Norddeutschlands, darunter Vorpommern, das Erzbistum Bremen und das Bistum Verden. 1632 fiel er allerdings in der Schlacht bei L√ľtzen. 1648 erlangte Schweden im Westf√§lischen Frieden gro√üe K√ľstengebiete auf dem Boden des Heiligen R√∂mischen Reichs. Nach einem Krieg gegen D√§nemark kam 1658 im Frieden von Roskilde das heutige S√ľdschweden einschlie√ülich des wichtigen Schonen hinzu. Ein j√§hes Ende fanden die Gro√ümachttr√§ume unter Karl¬†XII., der im Gro√üen Nordischen Krieg von den Russen und den D√§nen geschlagen wurde. Schweden musste daraufhin seine Besitzungen im Baltikum abgeben. In diese Zeit fallen auch verschiedene Kolonialisierungsbestrebungen au√üerhalb Europas. Diese umfassten die Gr√ľndung von schwedischen Niederlassungen und Kolonien in Nordamerika (1638‚Äď1655) und Westafrika (1650‚Äď1659), scheiterten letztlich aber.

Schweden ab 1800

Nach dem Verlust Finnlands an das russische Zarenreich 1809 und den Napoleonischen Kriegen, in deren Folge Schweden von D√§nemark das K√∂nigreich Norwegen abgetreten bekam, endete die schwedische Verwicklung in Kriege und gr√∂√üere Kampfhandlungen. Die oft beschworene schwedische Neutralit√§tspolitik nahm ihren Anfang. Sie war bis ins 20.¬†Jahrhundert hinein jedoch nie eine offizielle politische Doktrin, sondern mehr Ausdruck pragmatischer Politik. So war man versucht (und hatte jeweils auch bereits mobilisiert), in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (1848‚Äď1851) und im Deutsch-D√§nischen Krieg (1864) um das Herzogtum Schleswig und S√ľdj√ľtland auf Seiten D√§nemarks einzugreifen sowie Norwegens Unabh√§ngigkeitserkl√§rung von Schweden 1905 milit√§risch zu verhindern. Weitere Krisensituationen ergaben sich f√ľr Schweden insbesondere im Zweiten Weltkrieg, als man im sogenannten Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion 1939/1940 Finnland mit Freiwilligen und Hilfsg√ľtern unterst√ľtzte, sowie nach dem Unternehmen Weser√ľbung.

Im Juli 1945 löste eine sozialdemokratische Alleinregierung die Koalitionsregierung ab, zunächst weiterhin unter Per Albin Hansson, nach dessen Tod im Oktober 1946 unter Tage Erlander. In den folgenden Jahren wurde die durch den Krieg unterbrochene soziale Reformarbeit wieder aufgenommen und es entstand ein moderner Wohlfahrtsstaat nach den Grundsätzen des bereits genannten schwedischen Modells. Parallel mit dem Ausbau des Sozialsystems arbeitete man auch an einer Verfassungsreform, die in den 1970er Jahren durch mehrere Grundgesetze schrittweise verwirklicht wurde (siehe Verfassung von Schweden).

Nach der Empfehlung einer Aufnahme des Landes zu den Vereinten Nationen durch die Resolution 8 des UN-Sicherheitsrates trat es am 19. November 1946 der Internationalen Gemeinschaft bei.

Am 3. September 1967, dem Dagen H, wurde der Verkehr von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umgestellt. Verkehrsminister war zu dem Zeitpunkt Olof Palme, der 1969 Premierminister Erlander im Amt abl√∂ste. Palme pr√§gte in den kommenden Jahren das Bild Schwedens im Ausland durch seine engagierte Au√üenpolitik: durch seine harte Kritik am Vietnamkrieg, als UNO-Vermittler im Iran-Irak-Krieg und durch seine internationalen Abr√ľstungsinitiativen. Innenpolitisch begegnete er mehreren Schwierigkeiten. Einerseits erschwerten die Verfassungsreform und die neue parlamentarische Situation nach der Wahl von 1970 eine stabile Zusammenarbeit √ľber die Blockgrenzen hinweg, andererseits √ľberschatteten wirtschaftliche Probleme, vor allem nach der √Ėlkrise 1973, die soziale Reformarbeit. Zudem f√ľhrte die Wahl von 1973 zu einem Patt im Parlament: Regierung und Opposition erhielten je 175 Mandate. Oft wurden Abstimmungen im Reichstag daher per Losentscheid entschieden. Die Atomkraftdebatte entzweite die Sozialdemokraten und brachte einen neuen politischen Faktor ins Spiel, die Umweltpolitik und die gr√ľne Bewegung, und die gewerkschaftliche Forderung nach Einf√ľhrung von Arbeitnehmerfonds versch√§rfte die Gegens√§tze zu den b√ľrgerlichen Parteien. Nach der Wahlniederlage der Sozialdemokraten am 19.¬†September 1976 wurde Schweden von verschiedenen b√ľrgerlichen Koalitionen regiert, bis Palme 1982 wieder als Ministerpr√§sident einer sozialdemokratischen Regierung an die Macht kam.

Mit der U-Boot-Krise wird seit 1980 das Auftauchen sogenannter ‚Äěunbekannte Tauchobjekte‚Äú vor der K√ľste bezeichnet. Am 27.¬†Oktober 1981 strandete das sowjetische U-Boot U-137 vor der Marinebasis Karlskrona ‚Äď mitten in der milit√§rischen Verbotszone. Die Havarie l√∂ste eine U-Boot-Panik aus. Der sowjetische Kapit√§n Guschtschin behauptete, s√§mtliche Navigationsinstrumente seien ausgefallen. Die n√§heren Hintergr√ľnde blieben ungekl√§rt.

Die Sozialdemokraten waren stark von den neoliberalen Ideen aus den USA und Gro√übritannien beeinflusst worden. Unter dem neuen Finanzminister Kjell-Olof Feldt entbrannten heftige Debatten √ľber neoliberale Reformen des Sozialstaates. Der Konflikt entz√ľndete sich vor allem zwischen Feldt und dem Vorsitzenden des Gewerkschaftsbundes (LO), Stig Malm. Dieser ‚ÄěKrieg der Rosen‚Äú f√ľhrte letztlich zum Abgang von Feldt im Jahr 1990.

Nach Palmes Ermordung 1986 √ľbernahm Ingvar Carlsson die Regierung und f√ľhrte dessen Politik in allen wichtigen Punkten weiter. Gleichzeitig verursachte die Ermordung Palmes einen derartigen Schock, der zu einer gro√üen Stille in der politischen Auseinandersetzung f√ľhrte. Ein politischer Machtwechsel vollzog sich 1991 mit dem Wahlverlust der Sozialdemokraten. Carl Bildt, der einen Systemwechsel im Sinne neoliberaler Ideen gefordert hatte, bildete eine Koalitionsregierung b√ľrgerlicher Parteien und begann, diese Ideen zu verwirklichen. Die Periode wird durch fortdauernde (bereits im Jahr 1990 angefangene) Wirtschaftskrise (von 1990 bis 1994 sank das Pro-Kopf-Einkommen um etwa zehn Prozent) und damals f√ľr notwendig gehaltene wirtschaftliche Umgestaltungen gekennzeichnet. Bei der Reichstagswahl 1994 gewannen die Sozialdemokraten erneut und Ingvar Carlsson bildete eine Minderheitsregierung. 1996 √ľbergab er seine Amtsgesch√§fte an G√∂ran Persson. Die Politik der folgenden Jahre konzentrierte sich auf eine Stabilisierung der √∂ffentlichen Finanzen, was tiefe Eingriffe in das Sozialsystem zur Folge hatte. Trotz der dadurch verursachten Unzufriedenheit konnte die Sozialdemokratie in den Wahlen von 1998 und 2002 ihre Regierungsposition aufgrund der Unterst√ľtzung durch die Linkspartei und den Gr√ľnen behaupten.

1995 trat Schweden nach einer Volksabstimmung, bei der am 13. November 1994 52,3¬†% f√ľr einen Beitritt gestimmt hatten, der Europ√§ischen Union bei (siehe Erweiterung der Europ√§ischen Union). Schon die Volksabstimmung von 1994, aber auch die folgenden Wahlen und Meinungsumfragen zeigten, dass eine weitverbreitete Skepsis gegen√ľber der EU herrscht. Daher entschloss sich Schweden schon 1997, nicht an der W√§hrungsunion teilzunehmen. Im Herbst 2003 wurde diese Frage dem Volk zur Abstimmung vorgelegt. Eine Mehrheit der Bev√∂lkerung stimmte gegen die Einf√ľhrung des Euro. Das Referendum wurde von der Ermordung der Au√üenministerin Anna Lindh wenige Tage davor √ľberschattet, die von vielen als Nachfolger Perssons gesehen worden war.

Politik

Politisches System

Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 1973 König Carl XVI. Gustaf. Die Aufgaben des Staatsoberhauptes sind rein repräsentativ und zeremoniell; der König hat keine politischen Machtbefugnisse und nimmt nicht am politischen Leben teil.

Das Einkammerparlament, der Reichstag (schwed. Riksdag), hat 349 Abgeordnete und wird alle vier Jahre neu gew√§hlt. Die acht im Reichstag vertretenen Parteien sind die konservative Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet, M), die Liberale Partei (Liberalerna, L), die Zentrumspartei (Centerpartiet, C), die Christdemokraten (Kristdemokraterna, KD), die Gr√ľnen (Milj√∂partiet de Gr√∂na, MP), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (Sveriges socialdemokratiska arbetareparti, S), die Linkspartei (V√§nsterpartiet, V) und die Schwedendemokraten (Sverigedemokraterna, SD).

Der Ministerpräsident (statsminister) wird vom Reichstag ernannt, der seinerseits die weiteren Minister (schwed. statsråd) seiner Regierung ernennt.

Das allgemeine Wahlrecht f√ľr M√§nner wurde 1907/1909 durch eine Verfassungsreform, das Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene 1919/1921 ebenfalls im Rahmen einer Verfassungs√§nderung eingef√ľhrt. Die zweij√§hrige Frist r√ľhrt daher, dass es f√ľr eine Verfassungs√§nderung im schwedischen Parlament zwei Beschl√ľsse braucht, zwischen denen eine allgemeine Wahl liegt.

Schweden galt lange Zeit als sozialdemokratisches Musterland; es wurde von vielen europ√§ischen Linken als gelungenes Beispiel f√ľr einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gesehen. Das hat sich sp√§testens seit den Reformen in den 1990er Jahren ge√§ndert.

Schweden wurde 2006 von Human Rights Watch aufgrund seines Mitwirkens an der √úberstellung des asylsuchenden Mohammed al-Zari nach √Ągypten, der Missachtung des absoluten Folterverbots bezichtigt.

Verwaltungsstruktur

Schweden ist in 21 Provinzen (schwed. län) gegliedert. Die staatlichen Verwaltungsaufgaben auf regionaler Ebene werden von einem Regierungspräsidenten (schwed. landshövding) und einer Provinzialregierung (schwed. länsstyrelse) wahrgenommen.

Die Urspr√ľnge des schwedischen politischen Systems liegen in den Verwaltungsreformen des Axel Oxenstierna von 1618. Im Gegensatz zu den meisten Demokratien d√ľrfen die Minister, also die Regierung, die ausf√ľhrenden Organe nicht direkt steuern (Ostnordische Verwaltungsform, auch in Finnland gebraucht). Vielmehr sind es die unabh√§ngig agierenden Zentral√§mter (schwed. √§mbetsverk) (beispielsweise Trafikverket, Skolverket ‚Äď es gibt ungef√§hr 200 in unterschiedlicher Gr√∂√üe), welche die Aufgaben erf√ľllen, die in anderen L√§ndern von Ministerien oder Landesverwaltungen realisiert werden. Demgegen√ľber haben die Ministerien die Aufgabe, Gesetzesvorlagen auszuarbeiten und im besten Fall die M√∂glichkeit, die Arbeit der Zentral√§mter durch Verordnungen zu beeinflussen.

Die kommunale Selbstverwaltung geschieht auf zwei Ebenen: den (seit 2003) 290 Gemeinden (schwed. kommun) und den Provinziallandtagen (schwed. landsting), welche eine Art Kommunenverbund darstellen (nicht zu verwechseln mit den staatlichen l√§nsstyrelse). Die Gemeinden nehmen die kommunalen Aufgaben, wie unter anderem das Schulwesen, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur wahr, jedoch werden die Rahmenbedingungen von den zentralen Beh√∂rden, beispielsweise Skolverket, bestimmt. Die Provinziallandtage hingegen sind f√ľr diejenigen Bereiche der kommunalen Selbstverwaltung zust√§ndig, die die Kraft einzelner Gemeinden √ľbersteigen, wie unter anderem das Gesundheitswesen und die Krankenpflege, den Regionalverkehr und die Verkehrsplanung. Die Gemeinden und die Provinziallandtage finanzieren ihre T√§tigkeit durch die Erhebung von Einkommenssteuern, mit Abgaben und staatlichen Zusch√ľssen.

√Ėffentlichkeitsprinzip und Ombudsm√§nner

In Schweden gilt das √Ėffentlichkeitsprinzip, das hei√üt, dass beh√∂rdliche Schriftst√ľcke mit geringen Ausnahmen der Presse und allen Privatpersonen zug√§nglich sind. Niemand muss angeben, warum er ein Schriftst√ľck einsehen m√∂chte, noch muss man sich ausweisen. Es ist seit 1766 verfassungsrechtlich garantiert und ist damit die weltweit √§lteste Verfassungsregelung zur Informationsfreiheit. Auch auf dem Gebiet des Datenschutzes, des Gegenst√ľcks zur Informationsfreiheit, geh√∂rt Schweden zu den Vorreitern: W√§hrend das weltweit erste Datenschutzgesetz 1970 in Hessen verk√ľndet wurde, trat das weltweit erste nationale Datenschutzgesetz 1973 in Schweden in Kraft.

Eine weitere skandinavische Besonderheit ist das System der Ombudsm√§nner (schwed. ombudsman). Sie sollen die Rechte des Einzelnen beim Kontakt mit den Beh√∂rden sch√ľtzen und die Befolgung wichtiger Gesetze sicherstellen. B√ľrger, die meinen, ungerecht behandelt worden zu sein, k√∂nnen sich an die Ombudsm√§nner wenden, die den Fall untersuchen und eventuell als Sonderankl√§ger vor Gericht bringen. Gleichzeitig sollen sie in Zusammenarbeit mit den Beh√∂rden die Lage in ihren jeweiligen Bereichen erfassen, Aufkl√§rungsarbeit betreiben und Vorschl√§ge f√ľr Gesetzes√§nderungen machen. Neben den Justizombudsm√§nnern gibt es einen Verbraucherombudsmann, einen Kinderombudsmann und einen Diskriminierungsombudsmann.

Währungspolitik

Am 14. September 2003 wurde in Schweden √ľber die Einf√ľhrung des Euro als Landesw√§hrung abgestimmt. Die Einf√ľhrung war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden, und letztlich setzten sich die Euro-Skeptiker durch (Wahlbeteiligung: 81,2¬†%, Wahlausgang: 56,1¬†% dagegen, 41,8¬†% daf√ľr, 2,1¬†% Enthaltungen, 0,1¬†% ung√ľltig). Die Skeptiker sahen in der Euro-Einf√ľhrung eine Bevormundung der schwedischen W√§hrungspolitik durch die Europ√§ische Zentralbank (EZB). Die Abstimmung wurde durch die Ermordung der schwedischen Au√üenministerin Anna Lindh schwer √ľberschattet.

Wahlen

Die Reichstagswahlen 2014 gewann keine der beiden gro√üen Bl√∂cke. Eine am 2.¬†Oktober 2014 stattfindende Vertrauensabstimmung im Parlament gewann Stefan L√∂fven (Sveriges socialdemokratiska arbetareparti) und trat damit die Nachfolge von Fredrik Reinfeldt als Staatsminister (Ministerpr√§sident) an. Obgleich die rot-gr√ľne Regierung L√∂fven √ľber keine Mehrheit verf√ľgt, wurde die Wahl m√∂glich, weil sich sowohl die b√ľrgerliche Opposition als auch die sozialistische Linkspartei der Stimme enthielt. Nachdem der Haushaltsentwurf der Regierung am 3.¬†Dezember 2014 gescheitert war, weil die Oppositionsparteien gegen diesen Entwurf mehr Stimmen als die Regierung erreichten, k√ľndigte L√∂fven Neuwahlen zum 22.¬†M√§rz 2015 an. Auf einer Pressekonferenz gab L√∂fven am 27.¬†Dezember 2014 bekannt, dass in einem ‚ÄěDezemberabkommen‚Äú der rot-gr√ľnen Minderheitsregierung mit den vier Oppositionsparteien der B√ľrgerlichen Allianz vereinbart wurde, dass diese bei der n√§chsten Abstimmung √ľber das Budget 2015 den Vorschlag der Regierung nicht ablehnen werden. Die bereits angek√ľndigten, aber offiziell erst am 29.¬†Dezember 2014, also drei Monate nach der letzten Parlamentswahl auszurufenden Neuwahlen fanden daher nicht statt.

Bei der Europawahl 2004 errang die Junilistan aus dem Stand 14,5 % der Stimmen und entsendet erstmals drei von 19 schwedischen Abgeordneten ins Europaparlament.

Bei der Europawahl 2009 errang die schwedische Piratpartiet (eine Piratenpartei) aus dem Stand 7,1¬†% der Stimmen und entsendet erstmals einen der 18 schwedischen Abgeordneten ins Europaparlament. Die PP wurde damit f√ľnftst√§rkste Partei, nach den Parteien Arbetarepartiet-Socialdemokraterna (24,6¬†%), Moderata samlingspartiet (18,8¬†%), Folkpartiet liberalerna (damaliger Parteiname der Liberalerna) (13,6¬†%) und Milj√∂partiet de gr√∂na (10,8¬†%). Das bemerkenswert hohe Ergebnis der Piratenpartei, deren Hauptforderung ‚Äěein reformiertes Urheberrecht‚Äú ist, wird auf die hohe Aufmerksamkeit der schwedischen Bev√∂lkerung auf die Verurteilung von vier Verantwortlichen des Torrent-Portals The Pirate Bay zu Haftstrafen Mitte April 2009 zur√ľckgef√ľhrt.

Bei der Europawahl 2014 errang die schwedische Feministiskt initiativ aus dem Stand 5,3 % der Stimmen und entsendet erstmals einen der 20 schwedischen Abgeordneten ins Europaparlament.

Politische Indizes

Provinziale Verwaltung

Die staatliche Verwaltung Schwedens ist derzeit (Stand 2016) in 21 Provinzen (l√§n) unterteilt. Diese lehnen sich teilweise an die historischen Provinzen (landskap) an, in die das Reich bis 1634 eingeteilt war, was sich in der Namensgebung vieler Provinzen spiegelt. Mehr oder weniger deckungsgleich mit den historischen Provinzen sind Gotland, Sk√•ne, Blekinge, √Ėsterg√∂tland, V√§rmland und Dalarna; in anderen F√§llen sind die historischen Provinzen in mehrere heutige Provinzen aufgeteilt (z.¬†B. die alten Lappland und Sm√•land) oder aber mehrere historische Landschaften in einer einzigen Provinz zusammengefasst (z.¬†B. im Fall der heutigen J√§mtlands l√§n und V√§stra G√∂talands l√§n). Die Provinzgrenzen folgen insgesamt grob den fr√ľheren Landskapsgrenzen, es gibt jedoch viele kleinfl√§chige Abweichungen.

Eine Reform des bestehenden Systems mit dem Ziel der Einteilung des Landes in acht bis zehn Gro√üprovinzen war insbesondere ab den 1990er-Jahren im Gespr√§ch. Mit der Umsetzung dieser Pl√§ne wurde 1997/1998 mit der Schaffung von Sk√•ne l√§n und V√§stra G√∂talands l√§n aus zwei beziehungsweise drei fr√ľheren Provinzen begonnen. Diese Entwicklung sollte urspr√ľnglich bis 2014 abgeschlossen sein, aber bis heute (Stand 2021) kam es zu keinen weiteren √Ąnderungen.

Die heutigen Provinzen sind:

Anmerkung: anf√§ngliche Sortierung der Tabelle in der in schwedischen Statistiken √ľblichen Reihenfolge der Provinzen, ab Stockholms l√§n grob im Uhrzeigersinn

Kommunale Verwaltung

Die kommunale Selbstorganisation findet auf der Ebene der Provinziallandtage und der Gemeinden statt; dabei sind die Provinziallandtage derzeit f√ľr das Gesundheitswesen, die Kulturpflege und gemeinsam mit den Gemeinden f√ľr den √∂ffentlichen Nahverkehr zust√§ndig.

Provinziallandtage und Regionen (sekundärkommuner)

Derzeit decken sich die Gebiete der Provinziallandtage/Regionen mit den zugehörigen Provinzen; jede Provinz hat einen Provinziallandtag. In den Provinzen, in denen es zu einer Zusammenschlagung der Provinziallandtage zu Regionen gekommen ist (Västra Götaland, Skåne) hat man auch die Provinzen entsprechend zusammengefasst. Ebenfalls Regionen gebildet haben 2010 Halland und Gotland. Diese Regionen werden wohl permanent verbleiben; die Zusammenfassung der Provinziallandtage im Übrigen ist jedoch ein Prozess, der sich fortsetzen wird; welche Provinziallandtage zu welchen Regionen zusammengefasst werden ist jedoch vor allem in Mittelschweden noch unklar; ein Beschluss dazu wird 2014 erwartet. Ab 2015 soll dann die neue Gliederung in Kraft treten; dabei darf eine Provinz ein oder mehrere Provinziallandtage/Regionen enthalten, eine Provinzgrenze wird jedoch nicht quer durch einen Provinziallandtag verlaufen.

Gemeinden (primärkommuner)

Die Gemeinden stellen die Verwaltungseinheit unter den Provinziallandtagen dar. In Schweden gibt es 290 Gemeinden.

Städte

Mit Abstand gr√∂√üter Ballungsraum Schwedens ist die Hauptstadt Stockholm, gefolgt von G√∂teborg und Malm√∂. Weitere Gro√üst√§dte sind Uppsala, V√§ster√•s, √Ėrebro, Link√∂ping und Helsingborg.

Sozialsystem

Das ‚Äěschwedische Modell‚Äú, ein Begriff vor allem der 1970er-Jahre, bezieht sich auf den Wohlfahrtsstaat, ein umfassendes System sozialer Sicherheit und sozialer F√ľrsorge, das das Ergebnis einer einhundertj√§hrigen Entwicklung ist. Zwischen 1890 und 1930 wurden teilweise die Grundlagen f√ľr ein Sozialsystem geschaffen, aber erst ab den 1930er-Jahren, insbesondere nach der Regierungs√ľbernahme der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1932, wurde der Aufbau des Wohlfahrtsstaates als politisches Projekt vorangetrieben. Das schwedische Sozialsystem erfasste schlie√ülich alle, vom Kleinkind (√ľber die kommunale Kinderf√ľrsorge) bis zum Rentner (√ľber die kommunale Altenf√ľrsorge). Erst im letzten Jahrzehnt kam es zu einschneidenden Ver√§nderungen. Eine schwere Wirtschaftskrise zu Beginn der 1990er-Jahre f√ľhrte zu einer K√ľrzung von Sozialleistungen und die erwartete demographische Entwicklung f√ľhrte zu einem radikalen Umbau des Rentensystems, das nun an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt ist.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 250,8¬†Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 248,3¬†Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 0,3¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 215,8 Mrd. US-Dollar oder 41,6 % des BIP. Schwedische Staatsanleihen werden von der Ratingagentur Standard & Poor’s mit der Bestnote AAA bewertet (Stand 2018).

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 9,2¬†% (√ľberwiegend durch regionale Landsting-Steuern finanziert)
  • Bildung: 7,1¬†% (2005)
  • Milit√§r: 1,5¬†% (2005)

Polizei und Militär

Die schwedische Polizei (Polisen) verf√ľgt √ľber ca. 26.000 Mitarbeiter, davon mehr als 18.000 Polizisten. (Angaben zur Mitarbeiterzahl schwanken je nach Quelle, weshalb hier die kleinste gefundene Zahl genannt wird.)

Die schwedische Sicherheitspolizei (Säkerhetspolisen) ist ein Nachrichtendienst mit polizeilichen Befugnissen.

Die schwedischen Streitkräfte (schwedisch Försvarsmakten) bestehen aus den vier Teilstreitkräften

  • Schwedisches Heer (Arm√©n)
  • Schwedische Marine (Svenska marinen)
  • Schwedische Luftstreitkr√§fte (Flygvapnet)
  • Schwedische Heimwehr (Hemv√§rnet)

Die schwedische Armee ist formell als Verwaltungsbeh√∂rde organisiert. Als solche untersteht sie direkt der schwedischen Regierung und nicht, wie in vielen anderen Staaten, dem Verteidigungsminister. Den Oberbefehl sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten f√ľhrt ein Vier-Sterne-General mit dem Titel √Ėverbef√§lhavaren.

Die elf- bis siebzehnmonatige Wehrpflicht wurde am 1. Juli 2010 ausgesetzt, nachdem seit Ende des Kalten Krieges bereits immer weniger Soldaten eingezogen wurden (45.000 Wehrdienstleistende im Jahr 1975 gegen√ľber 15.000 Wehrdienstleistenden im Jahr 2003). In Krisenzeiten kann die Regierung die allgemeine Wehrpflicht, aus Gr√ľnden der Gleichstellung auch f√ľr Frauen, per Beschluss wieder einf√ľhren. Tats√§chlich k√ľndigte das Verteidigungsministerium im September 2016 an, dass die Wehrpflicht im Jahr 2018 f√ľr M√§nner und Frauen wieder eingef√ľhrt wird.

Der Verteidigungshaushalt betr√§gt umgerechnet etwa 4,2¬†Milliarden Euro (44¬†Mrd. SEK, Stand: 2016), worin alle laufenden Aufwendungen f√ľr die Streitkr√§fte und Ausgaben f√ľr Forschung und Entwicklung sowie die Materialbeschaffung enthalten sind.

Außenpolitik

Aufgrund des Kalten Krieges sah Schweden einen Beitritt zu den Europ√§ischen Gemeinschaften vor 1989 als unvereinbar mit seiner Neutralit√§tspolitik an. 1995 trat Schweden in der vierten Erweiterungsrunde der EU bei. Die schwedische Regierung setzt sich f√ľr eine EU ein, die transparent arbeitet, Gleichberechtigung f√∂rdert und eine friedliche Globalisierung als Priorit√§t versteht. Das Land sprach sich f√ľr die Erweiterung um die L√§nder Mittel- und Osteuropas, darunter auch die baltischen Staaten aus. Ferner geh√∂rt Schweden zu den st√§rksten Bef√ľrwortern eines EU-Beitritts der T√ľrkei. Vom 1.¬†Juli bis zum 31.¬†Dezember 2009 hatte Schweden die Pr√§sidentschaft des Europ√§ischen Rates inne.

Wirtschaft

Noch in der ersten H√§lfte des 19.¬†Jahrhunderts war Schweden ein ausgepr√§gter Agrarstaat, in dem 90¬†% der Bev√∂lkerung von der Landwirtschaft lebte. Erst in der zweiten H√§lfte des 19.¬†Jahrhunderts setzte eine umfassende Industrialisierung ein, die bis zur Weltwirtschaftskrise von 1929 die Grundlagen f√ľr eine moderne Industriegesellschaft legte. Die Industrialisierung basierte anf√§nglich auf gutem Zugang zu Rohstoffen und der Verarbeitung dieser Ressourcen an Ort und Stelle (beispielsweise Eisenerz mit H√ľtten in Svealand, unendliche W√§lder im Norden, einer Vielzahl an S√§gewerken entlang der norrl√§ndischen K√ľste). Erst in den 1890er-Jahren bildete sich eine sehr fortschrittliche Werkstattindustrie, vor allem in Mittelschweden, heraus (beispielsweise Nobel AB, ASEA (heute ABB), Bahco, LM¬†Ericsson, Alfa Laval, SKF). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schweden zu einer der f√ľhrenden Industrienationen der Welt. Die Entwicklung erreichte in der Mitte der 1960er-Jahre ihren H√∂hepunkt, seit den 1970er-Jahren geht die Anzahl der Besch√§ftigten in der Industrie zur√ľck, w√§hrend der Dienstleistungsbereich w√§chst. 2000 betrug der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch 2¬†% und der des sekund√§ren Sektors 28¬†%, w√§hrend 70¬†% des BIP durch den terti√§ren Sektor erwirtschaftet wurden.

Schweden hat in den zur√ľckliegenden Jahren die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise vergleichsweise gut gemeistert. 2014 betrug der Anstieg des BIP 2,3¬†% (2013: 1,5¬†%). F√ľr das Jahr 2015 werden von der schwedischen Regierung 2,8¬†% Wirtschaftswachstum erwartet. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreichte Schweden 2015 einen Indexwert von 123 (EU-28:100) und damit etwa 98¬†% des deutschen Wertes. Schweden belegte im Global Competitiveness Index 2017‚Äď2018 Rang 7. Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 19 von 180 L√§ndern.

Schweden stand, laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017, auf Rang 18 weltweit beim nationalen Gesamtvermögen. Der Gesamtbesitz an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 1.994 Milliarden US-Dollar. Das Vermögen pro erwachsene Person beträgt 260.667 Dollar im Durchschnitt und 45.235 Dollar im Median (in Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Der Gini-Koeffizient bei der Vermögensverteilung lag 2016 bei 83,2, was auf eine inzwischen recht hohe Vermögensungleichheit hindeutet.

Die Arbeitslosenquote betrug im November 2018 6,1¬†% und liegt damit unter dem EU-Durchschnitt. Im Jahr 2017 betrug die Jugendarbeitslosigkeit 18,3¬†%. 2014 arbeiteten 2,0¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 12¬†% in der Industrie und 86¬†% im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 5,36 Millionen gesch√§tzt; davon sind 47,7¬†% Frauen.

Land- und Forstwirtschaft

Die schwedische Landwirtschaft ist durch die geologischen Voraussetzungen und das Klima gepr√§gt. 10¬†% der Staatsfl√§che werden landwirtschaftlich genutzt. 90¬†% der Anbaufl√§che befinden sich in S√ľd- und Mittelschweden. Ein Gro√üteil der Landwirtschaftsbetriebe ist in Familienbesitz. Angebaut werden vor allem Getreide, Kartoffeln und √Ėlpflanzen. Mehr als die H√§lfte der landwirtschaftlichen Einnahmen (58¬†%) wird aber durch die Tierhaltung erwirtschaftet, hier vor allem durch die Milchproduktion. Die Landwirtschaftssubventionen der EU belaufen sich auf 24¬†% der Einnahmen. Drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe verf√ľgen auch √ľber Wald und verbinden Landwirtschaft mit Forstwirtschaft.

Die Forstwirtschaft ist daher ebenfalls von gro√üer Bedeutung, da Schweden eines der waldreichsten L√§nder der Erde ist; 56¬†% der Staatsfl√§che sind von Wald bedeckt. Im Juli 2018 waren W√§lder in Mittel- und S√ľdschweden von den gr√∂√üten Waldbr√§nden seit Jahrzehnten betroffen (siehe D√ľrre und Hitze in Europa 2018).

Bergbau

Schweden ist reich an Bodensch√§tzen, die schon ab dem Mittelalter abgebaut wurden. Eisenerz wird, nach der Eisen- und Stahlkrise der 1970er-Jahre, nur noch in Norrland (Kiruna, G√§llivare-Malmberget) abgebaut und exportiert. Kupfer, Blei und Zink √ľbersteigen den Eigenbedarf um das Mehrfache und werden ebenfalls exportiert, w√§hrend Silber zu 60¬†% und Gold zu 80¬†% den Eigenbedarf decken. Gr√∂√üere Erzreserven sind vorhanden, deren Abbau ist aber zurzeit unwirtschaftlich.

Der Steinkohlenbergbau erlangte in Schweden nie eine größere Bedeutung. Kohleflöze von geringer Mächtigkeit gibt es rund um Höganäs. Während des Zweiten Weltkrieges, als die deutschen und britischen Kohlelieferungen ausblieben, wurden mehr als 500.000 Tonnen pro Jahr gefördert. 1961 waren es noch 250.000 Tonnen, 1976 nur noch 12.000 Tonnen. Ende der 1970er Jahre wurde der schwedische Steinkohlenbergbau eingestellt.

Industrie

Was die schwedische Industrie auszeichnet, ist der verh√§ltnism√§√üig hohe Anteil von Gro√üunternehmen. Nach einer Krise am Beginn der 1990er-Jahre (mit einem Produktionsr√ľckgang von 10¬†% innerhalb von zwei Jahren) hat sich die Industrie wieder erholt. Die gr√∂√üten Industriezweige sind Fahrzeugbau (1996: 13¬†% der industriellen Wertsch√∂pfung) mit Unternehmen wie Volvo, Scania, Saab AB (Flugzeuge und Raumfahrttechnik) und andere, die Holz- und Papierindustrie (ebenfalls 13¬†% der industriellen Wertsch√∂pfung) mit vier Gro√üunternehmen, der Maschinenbau (12¬†% der industriellen Wertsch√∂pfung) mit Unternehmen wie Electrolux, SKF, Tetra-Pak und Alfa Laval und die Elektro- und Elektronikindustrie (10¬†% der industriellen Wertsch√∂pfung) mit den dominierenden Unternehmen Ericsson und ABB.

Seit 2006 finden in ganz Schweden mit Schwerpunkt auf dem hohen Norden verst√§rkte Anstrengungen bei der Suche nach Erzen statt. Die Samen bef√ľrchten dabei erhebliche negative Auswirkungen des Bergbaus auf die Rentierwirtschaft und die empfindliche Natur.

Viele Softwareunternehmen wie Mojang Studios, King Digital Entertainment und Spotify kommen aus Schweden. Des Weiteren ist der Erfinder und Entwickler der meistinstallierten Software der Welt, cURL, Schwede. Auch die Umstrittene Torrent-Seite The Pirate Bay kommt aus Schweden.

Energie

Hauptenergiequellen

Elektrische Energie wird in Schweden vor allem durch erneuerbare Energien und Kernenergie produziert: im Jahr 2015 stammten 57¬†% der Stromproduktion von erneuerbaren Energien, wobei gerade Wasserkraftwerke an den gro√üen Fl√ľssen (Lule√§lv, Indals√§lv, Ume√§lv und √Öngerman√§lv) im Norden des Landes, der Rest aus Kernkraftwerken. Auch am Prim√§renergieverbrauch hat die Wasserkraft einen erheblich Anteil: 2011 lieferte sie rund 15¬†%. Unter den Mitgliedstaaten der Europ√§ischen Union tr√§gt Schwedens Wasserkraft am meisten zur Versorgung aus erneuerbaren Energiequellen bei: Im Jahre 2011 wurden 66¬†TWh erzeugt ‚Äď das entspricht mehr als 20¬†% der insgesamt in den EU-L√§ndern erzeugten Energie aus Wasserkraft.

2015 gab die Regierung bekannt, in allen Verbrauchssektoren, d.¬†h. Strom, W√§rme und Verkehr, vollst√§ndig aus der Nutzung fossiler Energietr√§ger aussteigen zu wollen, um die Energiewende sowie den Klimaschutz voranzubringen. Zugleich sollen erneuerbare Energien, Energieeffizienzma√ünahmen, Speicher und nachhaltige Verkehrsl√∂sungen st√§rker gef√∂rdert werden. Bis 2040 soll die gesamte Energieversorgung Schwedens zu 100¬†Prozent auf erneuerbaren Energien basieren. Hierf√ľr soll vor allem die Windenergie an Land ausgebaut werden, wobei die schwankende Energieabgabe der Windkraftanlagen durch die vorhandenen Wasserkraftwerke sowie st√§rkere Vernetzung mit Nachbarstaaten zum √ľberregionalen Stromaustausch ausgeglichen werden soll. 2017 setzte sich das Land zudem in einem Klimaschutzgesetz das Ziel, bis 2045 vollst√§ndig treibhausgasneutral zu sein. Der Beschluss kam mit 254 zu 41 Stimmen angenommen, wobei alle Parteien au√üer den weit rechts im Parteienspektrum stehenden Schwedendemokraten den Beschluss unterst√ľtzten.

Schweden belegt im Klimaschutz-Index, einem Vergleichsinstrument zur Bewertung von Klimaschutzbem√ľhungen der weltweit gr√∂√üten Treibhausgasemittenten, regelm√§√üig den vordersten Platz, so auch im Jahr 2021.

Atomausstieg

Nach der partiellen Kernschmelze in Three Mile Island in den USA (1979) wurde in Schweden eine Volksabstimmung gegen Kernenergie erfolgreich durchgef√ľhrt. Das hatte zur Folge, dass das Parlament 1980 entschied, keine weiteren Kernkraftwerke mehr zu bauen und die zw√∂lf vorhandenen bis 2010 abzuschalten.

Dieser Ausstiegsplan wurde nur teilweise vollzogen. 1997 nahm der Schwedische Reichstag die Vorlage √ľber ‚Äěeine nachhaltige Energieversorgung‚Äú an. Diese bestimmte unter anderem, einen der Reaktoren am Standort Barseb√§ck vor dem 1.¬†Juli 1998 und den zweiten vor dem 1.¬†Juli 2001 stillzulegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass deren Stromproduktion kompensiert werden kann. Der fr√ľhere Beschluss, alle Reaktoren bis 2010 stillzulegen, wurde aufgehoben. Barseb√§ck Block 1 wurde schlie√ülich am 30.¬†November 1999 stillgelegt, Barseb√§ck Block¬†2 am 1.¬†Juni 2005.

Der Verzicht auf die Nutzung der Kernenergie wird in Schweden kontrovers diskutiert. Die Industrie bef√ľrchtet den Verlust einer preiswerten Stromerzeugung und damit eine Beeintr√§chtigung ihrer internationalen Wettbewerbsf√§higkeit. Zudem betonen Kritiker, dass ein Verzicht auf die Kernenergienutzung ohne √ľber ausreichende andere und verl√§ssliche Stromerzeugungstechniken zu verf√ľgen erhebliche negative Folgen f√ľr die schwedische Volkswirtschaft haben k√∂nne.

Die Leistung der drei noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke ist in den letzten Jahren erheblich gesteigert worden. Diese Steigerung erm√∂glichte die Kompensation des 2005 abgeschalteten Kernkraftwerks Barseb√§ck. Eine Ausnutzung von vorhandenen weiteren gro√üen Wasserkraftpotenzialen ist nicht m√∂glich. Der Schwedische Reichstag beschloss 1998, aus Naturschutzgr√ľnden keine weiteren Ausbauten von Gew√§ssern zuzulassen. Per Gesetz gesch√ľtzt sind die Fl√ľsse Kalix√§lv, Pite√§lv, Torne√§lv und Vindel√§lv.

Die Betreiber von Kernkraftwerken gehen von einer Nutzungszeit der bestehenden Anlagen etwa bis zum Jahr 2050 aus. 2004 gab es einen Beschluss des Parlaments, dass ein Ausstieg ‚Äěin den n√§chsten 30 bis 40¬†Jahren‚Äú anzustreben sei. Im Januar 2008 sprach sich Jan Bj√∂rklund, der Vorsitzende der liberalen Partei Schwedens, f√ľr einen Neubau von vier weiteren Reaktoren aus. Eine Umfrage im Juni 2008 ergab, dass 40¬†% der Schweden diesen Pl√§nen zustimmten, wohingegen 42¬†% nur den Betrieb der derzeitigen Anlagen bef√ľrworteten, nicht aber einen Neubau weiterer Anlagen. Am 5.¬†Februar 2009 beschloss der Schwedische Reichstag den Neubau von zehn Reaktoren in den drei bestehenden Kraftwerken.

November 2014 erkl√§rte der Direktor des Staatskonzerns Vattenfall, Magnus Hall, alle Pl√§ne zum Ausbau der Atomenergie in Schweden auf Eis gelegt zu haben ‚Äď einer √úbereinkunft der rot-gr√ľnen Regierung folgend. 2015 soll eine parlamentarische Energiekommission auf Initiative von Energieminister Ibrahim Baylan ein neues Zukunftskonzept zur Versorgung Schwedens mit nachhaltiger Energie erarbeiten. Mittelfristig sollen drei Kernkraftwerksbl√∂cke geschlossen werden. Vattenfall k√ľndigte an, zwei Bl√∂cke im Kernkraftwerk Ringhals 2018 bzw. 2020 zu schlie√üen, w√§hrend EON einen Betrieb von Oskarshamn¬†2 gegen 2020 aufgrund wirtschaftlicher Probleme einstellen will, da sich eine notwendige Modernisierung nicht lohne. In Schweden w√§chst in den letzten Jahren die Zustimmung zu dieser Form der Energiegewinnung. Laut einer Umfrage des √∂ffentlich-rechtlichen Fernsehen sprechen sich 66 Prozent der Bev√∂lkerung positiv zur Kernenergie aus.

√Ėlausstieg

Im Jahr 2006 erkl√§rte die schwedische Regierung, bis 2020 vollst√§ndig auf erneuerbare Energien umsteigen zu wollen, um sich von der Abh√§ngigkeit von fossilen Rohstoffen zu befreien. Im selben Jahr richtete der sozialdemokratische Ministerpr√§sident G√∂ran Persson f√ľr diesen Zweck ein Komitee f√ľr √Ėl-Unabh√§ngigkeit (Komiteeen f√∂r att bryta oljeberoendet i Sverige till √•r 2020) ein, das konkrete Pl√§ne erarbeitete. Der Bericht empfiehlt bis zum Jahr 2020 folgende Ziele zu verwirklichen:

  • Verringerung des √Ėlkonsums im Stra√üenverkehr um 40 bis 50 Prozent
  • Einschr√§nkung des √Ėlkonsums in der Industrie um 25 bis 40 Prozent
  • vollst√§ndiger Verzicht auf √Ėlheizungen bei Geb√§uden
  • Erh√∂hung der Energieeffizienz um insgesamt 20 Prozent

Um die Ziele zu erreichen sollen bis zum Jahr 2020 mindestens 75¬†Prozent aller neuen Geb√§ude in Niedrigenergiebauweise errichtet werden. Bestehende H√§user sollen modernisiert und auf Fern- bzw. Nahw√§rme, Biokraftstoffe oder W√§rmepumpenheizungen umger√ľstet werden. Im Jahr 2013 war Schweden das Land, in dem die Energiewende weltweit am weitesten vorangeschritten war.

Dienstleistungen

Der Dienstleistungsbereich erwirtschaftet heute 70¬†% des BIP, was sich vor allem darauf zur√ľckf√ľhren l√§sst, dass der √∂ffentliche Sektor in den letzten Jahrzehnten so stark gewachsen ist. Dennoch steht der private Dienstleistungsbereich f√ľr mehr als zwei Drittel der Produktion.

Tourismus

Der Fremdenverkehr tr√§gt mit etwa 3¬†% (3,3¬†Mrd. Euro, 2000) zu Schwedens BIP bei. Vier F√ľnftel der Touristen sind Inl√§nder und nur ein F√ľnftel kommt aus dem Ausland. Von den Auslandstouristen kamen 1998 23¬†% aus Deutschland, 19¬†% aus D√§nemark, 10¬†% aus Norwegen und je 9¬†% aus Gro√übritannien und den Niederlanden. 2016 wurde das Land von √ľber 10 Millionen ausl√§ndischen Touristen besucht. Im Land gibt es insgesamt 15 UNESCO-Welterbest√§tten.

Außenhandel

Schwedens Wirtschaft ist stark vom internationalen Handel abhängig. Die wichtigsten Exportländer sind Deutschland (10,2 % des Exportes im Jahr 2016), Norwegen (10,1 %), Vereinigte Staaten (7,0 %), Dänemark (7,0 %) und Finnland (6,7 %). Die wichtigsten Exportprodukte sind Maschinen (14,2 % des Exportes 2016), Elektro- und Elektronikprodukte (14,9 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (12,6 %). Die wichtigsten Importländer sind Deutschland (18,8 % des Importes im Jahr 2016), Niederlande (8,3 %) und Norwegen (8,2 %). Die wichtigsten Importprodukte sind Elektro- und Elektronikprodukte (15,3 % des Importes 2016), KFZ und KFZ-Bestandteile (12,1 %) und Nahrungsmittel (9,7 %)

Vergleichsweise hoch ist der Anteil ausl√§ndischer Direktinvestitionen in Schweden. Das kann darauf zur√ľckgef√ľhrt werden, dass die schwedische Wirtschaft von einer kleinen Anzahl international t√§tiger Konzerne dominiert wird. Etwa 50 Konzerne kommen f√ľr zwei Drittel des schwedischen Exportes auf.

Schweden ist der zehntgr√∂√üte R√ľstungsexporteur der Welt.

Kennzahlen

Verkehr

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Schweden 2018 den zweiten Platz unter 160 Ländern.

Eisenbahn

Schweden besitzt ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz, das vor allem im dichter besiedelten S√ľden die wichtigsten St√§dte miteinander verbindet. Gr√∂√üter Anbieter sind die Statens J√§rnv√§gar (SJ). Daneben existieren mehrere kleinere Eisenbahngesellschaften mit lokaler Bedeutung. In den letzten Jahren ist das Eisenbahnnetz aus √∂konomischen Gr√ľnden verkleinert worden. Das betraf beispielsweise die Inlandsbahn nach Nordschweden. Von Bedeutung ist der Hochgeschwindigkeitsverkehr mit dem modernen SJ X2, der Stockholm, G√∂teborg, Malm√∂/Kopenhagen und mehrere kleinere St√§dte miteinander verbindet. Schweden ist mit D√§nemark zwischen Malm√∂ und Kopenhagen √ľber die √Ėresundverbindung verbunden. Gr√∂√üter Logistikanbieter im Schieneng√ľterverkehr ist die Green Cargo AB.

Straße

Das gesamte Straßennetz umfasste 2016 etwa 573.134 km, wovon 140.010 km asphaltiert sind.

Im Straßenverkehr gehört das Land zu den sichersten der Welt. 2013 kamen in Schweden insgesamt 2,8 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit 272 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Das Land hat eine im weltweiten Vergleich hohe Motorisierungsrate, die jedoch unter dem EU-Durchschnitt liegt. 2016 kamen im Land 542 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner (in Deutschland waren es 610 Fahrzeuge).

Schweden besitzt ein sehr gut ausgebautes Stra√üennetz mit einer guten Infrastruktur an Rastst√§tten, das auf st√§rker frequentierten Strecken autobahnartig ausgebaut wird. Autobahnen (motorv√§g) verbinden haupts√§chlich die drei Ballungsregionen um Stockholm, G√∂teborg und Malm√∂. √úber die √Ėresundbr√ľcke verl√§uft eine mautpflichtige Autobahn.

Weit verbreitet sind bei Fernstra√üen wechselseitig dreispurige Stra√üen, wobei die mittlere Spur als √úberholspur jeweils einer Richtung benutzt wird. Landstra√üen und kleinere Wege sind in ganz Schweden oft unbefestigt. Bis 1967 herrschte in Schweden Linksverkehr. (Siehe Hauptartikel Dagen H, ‚ÄöTag H‚Äė, H f√ľr schwedisch h√∂gertrafikoml√§ggningen ‚Äď ‚ÄöRechtsverkehrumstellung‚Äė)

√úberlandbus

√úberlandbusse stellen ein beliebtes Verkehrsmittel dar, weil sie preisg√ľnstig sind und ein engmaschiges Netz anbieten.

Flugverkehr

Von gro√üer Bedeutung bei den l√§ngeren Inlandsverbindungen beispielsweise nach Nordschweden ist der Flugverkehr. Fast jede Mittel- und Gro√üstadt verf√ľgt √ľber einen Verkehrsflughafen. Die gr√∂√üten Flugh√§fen sind die Flugh√§fen Stockholm/Arlanda, G√∂teborg/Landvetter, Stockholm-Skavsta sowie der Flughafen Malm√∂.

Schifffahrt

Als Land mit einer langen K√ľstenlinie und vielen nat√ľrlichen Seeh√§fen hat Schweden traditionell eine weit entwickelte Schifffahrt. Insbesondere die K√ľstenschifffahrt und die F√§hrverbindungen besitzen eine hohe Bedeutung. Wichtige H√§fen befinden sich in G√∂teborg, in Malm√∂, in Helsingborg, in Trelleborg, in Karlshamn, in Karlskrona und im Raum Stockholm.

Marktf√ľhrer der Personen- und Fahrzeugbef√∂rderung mit F√§hren ist die Stena Line.

Kultur

Schwedische K√ľche

Feste, Bräuche und Humor

Am 6. Januar wird Trettondedag jul (dreizehnter Weihnachtstag, auch Trettondag jul) begangen. Dieser Tag entspricht dem deutschen Dreikönigstag und ist im hauptsächlich protestantischen Schweden ein staatlicher Feiertag.

Am Tjugondedag jul (zwanzigster Weihnachtstag, auch Tjugondag jul) oder Tjugondag Knut (13. Januar) ist die Weihnachtszeit vorbei. Es finden gelegentlich Abschlussfeste mit Weihnachtsbaumpl√ľnderung statt. Die Kerzen und der Schmuck werden entfernt und der Baum hinausbef√∂rdert.

P√•sk (Ostern) wird im ganzen Land gefeiert ‚Äď bis in die 1970er Jahre hinein war der Karfreitag ein stiller Tag mit geschlossenen Gesch√§ften und Trauermusik im Radio, heute ist das au√üer in strikt religi√∂sen Kreisen Vergangenheit. Am Karsamstag laufen die Kinder als Osterhexen (p√•skh√§xor) verkleidet herum, um S√ľ√üigkeiten oder Geld einzusammeln. Karfreitag und Ostermontag sind gesetzliche Feiertage.

Der Valborgsm√§ssoafton wird am 30. April gefeiert und entspricht der deutschen Walpurgisnacht. Das Volk versammelt sich um gro√üe Lagerfeuer. Es werden Reden √ľber den Fr√ľhling gehalten und Fr√ľhlingslieder gesungen. Vor allem in den beiden alten Universit√§tsst√§dten Lund und Uppsala ist Valborg oder Siste april am Abend vor dem 1.¬†Mai ein wichtiges Studentenfest. In Uppsala beginnt das Fest nach einem Sektfr√ľhst√ľck bereits um 10:00¬†Uhr, wenn selbstgebaute fantasievolle Boote beim Wettrennen durch den Fyris√•n gesteuert werden. Im Anschluss an das feierliche M√ľtzenaufsetzen um 15:00¬†Uhr zieht man im champagne-galopp den Carolinah√ľgel hinunter bis in die √ľberf√ľllten Studentenkneipen, wo ausgelassene Trinkgelage beginnen. Die Studenten feiern den beginnenden Fr√ľhling oft bis in die fr√ľhen Morgenstunden in den Parks und Stra√üen der Stadt mit Spielen, Picknick und Alkoholgenuss.

Der 6. Juni, Svenska flaggans dag, ist der offizielle Nationalfeiertag Schwedens. Urspr√ľnglich 1916 als ‚ÄěFlaggentag‚Äú ins Leben gerufen, ist der 6.¬†Juni seit 1983 ‚ÄěNationaltag‚Äú und seit 2005 auch gesetzlicher Feiertag. Dieser Nationaltag wird nicht richtig gefeiert und unter der Bev√∂lkerung weithin als unbedeutend empfunden.

Das Midsommarfest wird in der ersten Nacht zum Samstag nach dem 21.¬†Juni gefeiert. Die Intensit√§t des Feierns dieses Wochenendes ist nur mit Weihnachten vergleichbar. Am Johannisabend Ende Juni ist das Sonnenlicht im Norden 24¬†Stunden lang zu sehen und im S√ľden geht es nur wenige Stunden lang in blauen D√§mmerschein. Der Feiertag ist eine uralte Tradition und wurzelt in den vorgeschichtlichen Sommersonnenwendfeiern. Um den mit Birkenreisig und Blumen geschm√ľckten Maibaum, das vielleicht bekannteste schwedische Nationalsymbol, wird √ľberall in Schweden getanzt und gesungen. Im ganzen Land herrscht ausgelassene Feststimmung.

Im August kamen fr√ľher die ersten frischen Krebse auf den Markt. Das dazugeh√∂rige Fest wird Kr√§ftskiva genannt und kann zu beliebiger Zeit stattfinden. Man isst, so viel man schafft, von den in einem kr√§ftigen Dillsud gekochten Krebsen und trinkt dazu Schn√§pse. Als Schmuck dienen Girlanden und lustige H√ľte.

In Nordschweden gibt es zum Ende des Sommers noch das Surstr√∂mmingsskiva. Der Verzehr der in einer Dose vorgegorenen Heringe mit Kartoffeln oder tunnbr√∂d (D√ľnnbrot ‚Äď eine Vorstufe des Kn√§ckebrots aus Norrland) erfordert aber unempfindliche Geruchsnerven.

Das Luciafest beginnt am Morgen des 13.¬†Dezember und ist in Schweden der Tag der Lichterk√∂nigin. Die √§lteste Tochter erscheint als Luciabraut in einem wei√üen Kleid und einem Kranz aus Preiselbeerzweigen und brennenden Kerzen auf dem Kopf. Die ‚ÄěLussebrud‚Äú weckt die Familie und serviert das Fr√ľhst√ľck am Bett. Im ganzen Land werden Schulen und Arbeitsst√§tten in den fr√ľhen Morgenstunden von magisch schimmernden Luciaz√ľgen besucht. Junge M√§dchen in fu√ülangen wei√üen Gew√§ndern mit Kerzen auf dem Kopf und in den H√§nden werden von wei√ügekleideten jungen M√§nnern begleitet, den ‚ÄěSternjungen‚Äú, die bei dieser Gelegenheit einen langen, spitzen, mit einem Stern gekr√∂nten Hut tragen. Zusammen singen sie die traditionellen Ges√§nge, die zur Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten geh√∂ren. Von diesem Tag an und √ľber die gesamte Weihnachtszeit hinweg isst man ein besonderes, mit Safran gew√ľrztes und gef√§rbtes, Hefegeb√§ck (Lussekatter).

Architektur

Medien

Radio und Fernsehen

Die √∂ffentlich-rechtliche Fernsehgesellschaft Sveriges Television AB (SVT) sowie Sveriges Radio haben ihren Sitz in Stockholm. Dort befindet sich auch seit Anfang der 1990er Jahre das private TV4, w√§hrend das Ende der 1980er-Jahre gegr√ľndete private TV3 in London ihren Sitz fand, um das damalige Monopol von SVT zu umgehen.

Nachdem in den 80er Jahren Kabelfernsehen eingef√ľhrt wurde und somit auch ausl√§ndische Privatsender in Schweden zu sehen waren, wurden ab 1990 auch schwedische Anbieter f√ľr privates Radio und Fernsehen zugelassen.

Druckmedien

√úberregionale Tageszeitungen sind die in Stockholm erscheinenden Dagens Nyheter, Svenska Dagbladet und Dagens Industri. Zu weiteren Printmedien siehe auch die Liste schwedischer Zeitungen.

Internet

Im Jahr 2019 nutzten 94 Prozent der Einwohner Schwedens das Internet.

Literatur

Unter ‚Äěschwedischer Literatur‚Äú versteht man die in schwedischer Sprache geschriebene Literatur, also neben der Literatur aus Schweden ‚Äď einschlie√ülich der von Einwanderern in Schwedisch geschriebenen ‚Äď auch die Literatur von den √Öland-Inseln und die von Finnlandschweden geschriebene Literatur. Die schwedische Literatur ist ein Teil der skandinavischen Literatur.

Musik

Seit ABBA gilt schwedische Popmusik als Exportschlager. Infolge des Erfolgs von ABBA schafften in den 1980er und 1990er Jahren weitere schwedische Popbands wie Roxette, Rednex und Ace of Base den internationalen Durchbruch. Auch im Bereich des Rock und Metal erlangten zahlreiche schwedische Bands seit den 80er Jahren weltweiten Erfolg ‚Äď die Bandbreite international bekannter schwedischer Rockbands reicht von Glam-Rock (Europe) √ľber Sleaze Rock (The Hellacopters, Backyard Babies), Indie-/Alternative Rock (The Cardigans, Peter Bjorn and John, Shout Out Louds) und Punkrock (Refused, The Hives, The (International) Noise Conspiracy) bis hin zu Heavy Metal (In Flames, Evergrey, Hammerfall). Im Bereich des Metal wurde allem die G√∂teborger Metal-Szene der 90er Jahre international bekannt und einflussreich, als Bands wie At the Gates, In Flames, Dark Tranquillity und Soilwork dazu beitrugen, einen Stil zu entwickeln, der heute als Melodic Death Metal bekannt ist. Ein weltbekannter schwedischer DJ ist Avicii. Max Martin ist der erfolgreichste schwedische Musikproduzent und Songschreiber ‚Äď er wurde in den 90er Jahren durch seine Arbeit f√ľr Rednex und Ace of Base bekannt und schrieb und produzierte ab den sp√§ten 90ern Songs unter anderem f√ľr Britney Spears, Katy Perry, *NSYNC, die Backstreet Boys und Bon Jovi. Heute gilt Schweden deshalb neben den USA, Gro√übritannien, Kanada und Australien als eine der wichtigsten Musikexport-Nationen der Welt.

Auch Chormusik aus Schweden ‚Äď die von traditioneller Folklore √ľber die beliebten Trinklieder bis zu klassischer Chorliteratur eine gro√üe Bandbreite bietet ‚Äď hat in Deutschland eine Anh√§ngerschaft, die zur Gr√ľndung einiger speziell darauf ausgerichteter Ch√∂re gef√ľhrt hat: Unter anderem ‚ÄěDe tokiga trollen‚Äú aus Leverkusen, ‚ÄěSchwedischer Chor M√ľnchen‚Äú, ‚ÄěSwensk Ton‚Äú in Frankfurt oder ‚ÄěDer Schwedische Chor in Stuttgart‚Äú.

Volksmusik

Zu den √§ltesten Volksmelodien d√ľrften die Weisen der schwedischen Kuhhirtinnen geh√∂ren (vall√•t). Die Melodien sind Signalrufe f√ľr andere Kuhh√ľterinnen, die verschiedene Bedeutungen haben k√∂nnen (verlorenes Tier, wiedergefundenes Tier usw.) oder direkte Anweisungen an die Herde (Rast, Schlaflieder, Weidelieder usw.). Ob die Melodiefolgen durch Musikinstrumente (Kuhh√∂rner, Luren) gepr√§gt sind oder von Anfang an gesungen wurden, kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden.

Viele Hirtenweisen sind in die Tanzmusik √ľbergegangen oder dienten als Quelle f√ľr die nationalromantische klassische Musik (Alfv√©n, Atterberg). In der Tanzmusik, die sich wohl vor allem im Barock entwickelte, dominieren die Geige (Spielmannsmusik), die sich seit Ende des 17.¬†Jahrhunderts in Schweden verbreitete, und die Tanzformen der Polka (urspr√ľnglich aus B√∂hmen), des Menuetts und der Polska. Dabei ist man sich nicht einig, inwieweit die Tanzform der Polska teilweise bereits als Bauerntanz vor polnischen Einfl√ľssen im 16. und 17.¬†Jahrhundert existierte. Vor dem allgemeinen Gebrauch der Geige waren die Schl√ľsselfidel (schwedisch nyckelharpa, seit dem Sp√§tmittelalter gebr√§uchlich) und die Sackpfeife √ľbliche Volksinstrumente. Die nyckelharpa konnte sich als Instrument bis in die Gegenwart halten. Nach technischen Weiterentwicklungen (chromatische Nyckelharpa) erlebt sie heute einen neuen Aufschwung auch au√üerhalb der Volksmusik, beispielsweise in der Musik der Mittelalterszene.

Die schwedische Volksmusik geriet durch die pietistischen und fr√∂mmlerischen Bewegungen auf dem Lande im Laufe des 19. Jahrhunderts in starke Bedr√§ngnis. Instrumente der Volksmusik galten als Troll- und Teufelszeug. Entscheidend zum √úberleben der Volksmusik beigetragen hat der Maler Anders Zorn, der unterhalb des Gesundaberges am Siljanssee nahe seinem Heimatort Mora in Dalarna seit 1906 Volksmusikwettbewerbe durchf√ľhrte. Auf diese Weise gelang es ihm, die alten Melodien und Instrumente wieder popul√§r zu machen. Eine √§hnliche Gef√§hrdung erlebten die samische Volksmusik, der Joik und die Samentrommel, die w√§hrend der Zeit der Missionierung im 17. und 18.¬†Jahrhundert als Teufelsmusik verp√∂nt waren. Die Trommeln wurden systematisch eingesammelt. Die Trommeln wurden im Rahmen von schamanistischen Br√§uchen verwendet (Wahrsagen, Opfer, Voraussagen usw.). Der Joik ist ein Lied, das im Text und lautmalerisch in der Melodie die Natur, Tiere, Menschen, freudvolle oder traurige Ereignisse beschreibt.

Bekannte zeitgenössische Volksmusiker und Sänger sind z. B. Ulrika Bodén, Emma Härdelin, Lena Willemark, Anders Norudde und Benny Andersson.

Kunstmusik

Johan Helmich Roman (1694‚Äď1758) gilt als eigentlicher Vater der schwedischen Kunstmusik. Roman orientierte sich an Georg Friedrich H√§ndel, schrieb Tafelmusik (Drottningholmsmusiken), aber auch die erste schwedischsprachige Messe (Then svenska messan). Unter Gustav¬†III. erlebte die Oper eine erste Bl√ľtezeit (damals entstanden auch Werke mit betont nationalen Inhalten wie etwa Johann Gottlieb Naumanns Gustav Vasa).

Franz Berwald (1796‚Äď1868) und Adolf Fredrik Lindblad (1801‚Äď1878) geh√∂ren zu den ersten bedeutenden Sinfonikern, die an die deutsche Klassik und Romantik ankn√ľpfen. F√ľr beide war Beethoven das gro√üe Vorbild. Berwald erlangte mit seinen Sinfonien auch internationale Anerkennung und schrieb erste Tondichtungen (√Ąlvalek). Lindblad erlangte vor allem wegen seiner Chorwerke und Lieder gro√üe Beliebtheit. Ludvig Norman (1831‚Äď1855) dominierte als Sinfoniker die Mitte des 19.¬†Jahrhunderts. Seine Symphonien schlie√üen an die romantische Musik Niels Wilhelm Gades an und stehen der deutschen Romantik Schumanns und Mendelssohns nahe. Ivar Hallstr√∂m folgte mit seinen Opern (Den Bergtagna) und Balletten franz√∂sischen Vorbildern. Dagegen schloss sich Andreas Hall√©n der neudeutschen Schule an mit seinen Tondichtungen Die Toteninsel oder seiner Oper Harald Viking, in der Ankl√§nge an Wagners Werk unverkennbar sind.

Die Volksmusik und ihr reicher Melodienschatz wurde von August S√∂derman ‚Äěwiederentdeckt‚Äú. Mit seinen Tanzsuiten, seiner Schauspielmusik und Chorwerken versuchte er eine nationale schwedische Musiksprache zu finden. Seine Versuche wurden zur Inspirationsquelle der Sp√§tromantiker. Die Musik der Jahrhundertwende wurde von mehreren gro√üen Pers√∂nlichkeiten gepr√§gt, denen es gelang, eine nationale schwedische aber auch pers√∂nliche Musiksprache zu schaffen: Wilhelm Stenhammar, Hugo Alfv√©n und Wilhelm Peterson-Berger. Wilhelm Stenhammar ist von den dreien der ‚Äěklassischste‚Äú und der √ľberlegene Beherrscher der musikalischen Gro√üformen (Sinfonien, Klavierkonzerte, Kantaten). Brahms und Wagner sind f√ľr seine Musiksprache Vorbilder. Hugo Alfv√©n schuf mit seinen Rhapsodien (Midsommarvaka, Uppsala rapsodi, Dalarapsodi), die schwedische Volksmusik als Motive verwenden, eine nationale schwedische Musiksprache. Wilhelm Peterson-Berger schuf bedeutende Sinfonien, Opern (Arnljot) und Klavierwerke (Fr√∂s√∂blomster, I Somras), in denen er Naturstimmungen in Klang und Melodie umsetzt. Auch er steht Wagner nahe, aber auch Edvard Grieg und klingt zuweilen √ľberraschend modern und erinnert in seinen Kl√§ngen an den Impressionismus Debussys, den er eigentlich ablehnte.

Die schwedische Sp√§tromantik ist intensiv und dauerte bis um 1950 an. Dominante Musikerpers√∂nlichkeit dieser Zeit ist Kurt Atterberg mit seinen Sinfonien, deren Musiksprache sich an Richard Strauss orientiert. Auch Atterberg gelingen ungew√∂hnliche Klangfarben zur Schilderung von Naturstimmungen, die zum Teil sein Vorbild Strauss an Raffinesse noch √ľbertreffen. In den 1930er-Jahren beginnt eine Gruppe von Komponisten, die sogenannten ‚Äě30-talisterna‚Äú, an neuere Musikstr√∂mungen anzukn√ľpfen mit neoklassizistischen Werken (Lars-Erik Larsson, Gunnar de Frumerie, Dag Wir√©n). Hilding Rosenberg wurde mit seinen Sinfonien, die sich inhaltlich mit komplexen geistigen Zusammenh√§ngen auseinandersetzen (Johannesapokalypse), zum gro√üen Neuerer der Sinfonik. Karl-Birger Blomdahl setzte mit seiner Weltraumoper Aniara (1959) neue Ma√üst√§be f√ľr die Entwicklung der modernen Musik in Schweden, in dem er auch elektronische Kl√§nge (Tonband) einf√ľhrte, obwohl die Musik sich zu einem gro√üen Teil noch konservativ an der neoklassizistischen Tonsprache der 1940er-Jahre orientiert.

Theater

Schweden hat eine Reihe von Opern- und Theaterh√§usern, die meisten davon befinden sich in Stockholm, wie die K√∂nigliche Oper, das Schlosstheater Drottningholm, das K√∂nigliche Dramatische Theater, das Chinateatern, das Regina Theater und das J√ľdische Theater Stockholm. Weitere H√§user befinden sich unter anderem in Malm√∂ (Musiktheater Malm√∂), in Ume√• (NorrlandsOperan), in Kristianstad (Theater Kristianstad), in Karlstad (Wermland Opera) und in G√∂teborg (G√∂teborgsOperan).

Film

Um 1910 begann man mit der regelm√§√üigen Produktion von Spielfilmen. Der schwedische Film erreichte bald eine Qualit√§t, die ihn international bekannt machte. Die Regisseure Victor Sj√∂str√∂m und Mauritz Stiller sowie die Schauspielerin Greta Garbo erlangten Weltruhm. Aber mit der Einf√ľhrung des Tonfilmes und der damit verbundenen Begrenzung auf den kleinen, schwedischsprachigen Markt sank der Film auf ein provinzielles Niveau ohne k√ľnstlerischen Anspruch ab. Mit Ingrid Bergman hatte Schweden allerdings bereits den zweiten gro√üen Hollywoodstar. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der schwedische Film selbst einen neuerlichen k√ľnstlerischen Aufschwung, zuerst im Dokumentarfilm, beispielsweise Arne Sucksdorffs 1948 mit dem Oscar ausgezeichneten Film ‚ÄěMenschen in der Stadt‚Äú, und danach als Autorenfilm mit Ingmar Bergman, Jan Troell und Bo Widerberg als herausragende Pers√∂nlichkeiten. Bergman erreichte mit Filmen wie Wilde Erdbeeren, Szenen einer Ehe, Das siebente Siegel, Herbstsonate und Fanny und Alexander einen weltweit legend√§ren Status. Auch schwedische Kinder- und Jugendfilme, zumeist von Olle Hellbom nach einer Vorlage von Astrid Lindgren verfilmt, erlangten internationale Aufmerksamkeit. Die Schaffung des Schwedischen Filminstitutes in den 1960er-Jahren trug zu einer Qualit√§tssicherung bei, die bis heute andauert.

Welterbe und Sehensw√ľrdigkeiten

Zum ‚ÄěWelterbe in Schweden‚Äú geh√∂ren (Stand 2017) f√ľnfzehn UNESCO-Welterbest√§tten, darunter dreizehn St√§tten des Weltkulturerbes, eine St√§tte des Weltnaturerbes und eine gemischte Kultur- und Naturerbest√§tte. Zwei dieser St√§tten sind grenz√ľberschreitend oder transnational. Die erste Welterbest√§tte wurde 1991 in die Welterbeliste aufgenommen, die bislang letzte Welterbest√§tte wurde 2012 eingetragen.

Sport

Idrott (Leibes√ľbungen) haben in Schweden eine lange Tradition. Schon in den H√∂hlenzeichnungen wurden Skil√§ufer und Schwimmer abgebildet. Olaus Magnus beschreibt Leibes√ľbungen als Teil der nationalen Identit√§t im 15. Jahrhundert. Bei den Olympischen Spielen 1912 (in Stockholm) war Schweden zusammen mit den USA das mit Abstand erfolgreichste Land. Um vor allem gegen√ľber den Nachbarn D√§nemark, Norwegen und Finnland zu gl√§nzen sowie die √úberlegenheit der Schwedischen Gymnastik gegen√ľber dem Sport zu demonstrieren, gab es erhebliche Investitionen in die F√∂rderung des Spitzensports. Durch das Einmischen des amerikanischen Pr√§sidenten Theodore Roosevelt in die Olympischen Spiele 1908 waren zudem die Spiele so politisiert, dass es wichtig wurde zu gewinnen. Schweden umging die Amateurbedingungen der Zeit, indem es die M√§nnermannschaft (sofern die M√§nner interessiert waren) zu sechs Monaten Wehrdienst einzog und insofern den Staatsamateur erfand.

In Schweden erfreuen sich heute Mannschaftssportarten wie Eishockey, Handball, Innebandy, Bandy oder Fu√üball gro√üer Beliebtheit, da sich hiermit die nationale Identit√§t besser darstellen l√§sst als durch Individualsportarten ‚Äď zumal das Herausstellen des Individuums nicht dem schwedischen Nationalcharakter entspricht. Daneben sind insbesondere Wintersportarten (speziell Langlauf) popul√§r.

Das Eishockeyteam Schwedens geh√∂rt zu den besten der Welt. Unter anderem spielen Spieler wie Peter Forsberg, Markus Naslund, Mats Sundin, Henrik Zetterberg, Nicklas Lidstr√∂m, Daniel Alfredsson f√ľr das ‚ÄěTre Kronor‚Äú-Team. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin holten sie die Goldmedaille im Finale gegen den Erzrivalen Finnland. Das bedeutete zugleich den achten Weltmeistertitel f√ľr das schwedische Team. Die Damenauswahl konnte bei diesen Olympischen Spielen mit einem Sieg gegen die USA zum ersten Mal ein rein nordamerikanisches Finale verhindern. Im Endspiel scheiterte das Team aber an Kanada.

Die erfolgreichsten schwedischen alpinen Skiläufer sind Ingemar Stenmark, Pernilla Wiberg und Anja Pärson. Die bekanntesten Schweden im nordischen Skisport sind die Langläufer Gunde Svan, Thomas Wassberg und Torgny Mogren sowie der Skispringer Jan Boklöv, der als Erfinder des sogenannten V-Stils gilt. Magdalena Forsberg ist die erfolgreichste Biathletin in der Geschichte des Weltcups.

Schweden dominierte vor dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit √Ėsterreich die Herrenkonkurrenz im Eiskunstlauf. Ulrich Salchow ist mit zehn Weltmeisterschaftstiteln bis heute unangefochten der erfolgreichste Eiskunstl√§ufer bei Weltmeisterschaften. Gillis Grafstr√∂m ist mit drei Olympiasiegen und einer Silbermedaille der erfolgreichste Eiskunstl√§ufer bei Olympischen Spielen.

Im Fu√üball stand Schweden 1958 bei der Fu√üball-Weltmeisterschaft im eigenen Land im Finale gegen Brasilien. 1950 und 1994 erreichte die Mannschaft Platz¬†3. Zuletzt spielten f√ľr das Nationalteam viele internationale Stars wie Henrik Larsson, Freddie Ljungberg oder Olof Mellberg, derzeit noch Zlatan Ibrahimovińá. An der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland nahmen sie ebenfalls teil, schieden aber im Achtelfinale nach einer Niederlage gegen Deutschland aus. F√ľr die Weltmeisterschaft 2010 konnte sich Schweden aber nicht qualifizieren. Die Frauen-Nationalmannschaft geh√∂rt zu den besten der Welt und die schwedische Damallsvenskan gilt neben der deutschen Bundesliga als st√§rkste Liga Europas.

1954, 1958, 1990 und 1999 war die schwedische M√§nner-Handballnationalmannschaft Weltmeister. Europameister wurden das Land 1994, 2000 und 2002. 1992, 1996 und 2000 belegte das schwedische Handballteam jeweils den zweiten Platz bei den Olympischen Spielen. Aktuelle schwedische Nationalspieler sind unter anderem Stefan L√∂vgren, Marcus Ahlm, Pelle Linders, Kim Andersson, Mattias Andersson und Henrik Lundstr√∂m. Der Schwede Magnus Wislander wurde zum Welt-Jahrhundert-Spieler gek√ľrt.

Im Tennis hat Schweden einige der weltbesten Spieler hervorgebracht. Dazu geh√∂ren der f√ľnfmalige Wimbledonsieger Bj√∂rn Borg (elf Grand Slam Titel), sowie Mats Wilander (sieben Grand Slam Titel) und Stefan Edberg (sechs Grand Slam Titel).

Auch im Tischtennis kamen einige Weltklassespieler aus Schweden, so u.¬†a. Jan-Ove Waldner (zweifacher Weltmeister) und Mikael Appelgren. Die Nationalmannschaft geh√∂rte seit den 1980er Jahren zu den besten der Welt, konnte u.¬†a. 1989, 1991 und 1993 dreimal in Folge die Weltmeisterschaft gewinnen und ist mit 14 Titeln Rekordeuropameister. Die letzten gro√üen internationalen Erfolge (Weltmeister 2000, Europameister 2002) liegen jedoch inzwischen schon l√§ngere Zeit zur√ľck.

In der Mannschaftssportart Unihockey (innebandy) gewann das schwedische Herrenteam sechs der bisher sieben ausgetragenen Weltmeisterschaften; die schwedischen Damen gewannen zweimal den Weltmeistertitel. Neben Finnland und der Schweiz geh√∂rt Schweden zu den Gr√ľndungsv√§tern des Unihockey-Weltverbandes IFF.

Auch im Motorsport gab es einige erfolgreiche Schweden wie z.¬†B. die beiden Rallye-Weltmeister Bj√∂rn Waldegard und Stig Blomqvist sowie in der Formel 1 den zweimaligen Vizeweltmeister Ronnie Peterson. Im Speedway gewannen Tony Rickardsson, Ove Fundin, Per Jonsson, Anders Michanek und Bj√∂rn Knutsson insgesamt 14 Goldmedaillen f√ľr Schweden in der Speedway-Einzelweltmeisterschaft. Tony Rickardsson ist mit sechs WM-Titeln der erfolgreichste Speedwayfahrer aller Zeiten. Erik Stenlund und Per-Olof Serenius wurden jeweils Eisspeedway-Weltmeister. Anders Michanek gewann 1977 zudem noch die Langbahn-Weltmeisterschaft.

Literatur

  • Anemone Schlich: Das Bild der Europ√§ischen Union in der schwedischen √Ėffentlichkeit. Der Andere Verlag, Osnabr√ľck 2004, ISBN 3-89959-243-3.¬†
  • J√∂rg-Peter Findeisen: Schweden. Von den Anf√§ngen bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2005, ISBN 3-7917-1561-5.¬†
  • Ralph Tuchtenhagen: Kleine Geschichte Schwedens. Verlag C.¬†H. Beck, M√ľnchen 2008, ISBN 3-406-53618-2.

Weblinks

  • L√§nderinformationen zu Schweden (Ausw√§rtiges Amt, Berlin)
  • L√§nderprofil des Statistischen Bundesamtes
  • Das offizielle Portal Schwedens (deutsch und viele andere Sprachen)
  • Schwedisches Institut (de/en/es/fr/sv)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (21)

Bezeichnung der Regionen: län
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
K Blekinge l√§n 56.502214 55.9901429 14.352885 16.0679243 Blekinge l√§n  
W Dalarnas l√§n 62.280241 59.852169 12.133113 16.74354 Dalarnas l√§n  
X G√§vleborgs l√§n 62.37083 60.201385 14.459403 17.6414757 G√§vleborgs l√§n  
I Gotlands l√§n 58.3987317 56.9048658 17.9564486 19.3504135 Gotlands l√§n  
N Hallands l√§n 57.573174 56.324419 11.8689446 13.717681 Hallands l√§n  
Z J√§mtlands l√§n 65.073133 61.569695 11.968866 17.064891 J√§mtlands l√§n  
F J√∂nk√∂pings l√§n 58.153372 56.885171 13.068845 15.65625 J√∂nk√∂pings l√§n  
H Kalmar l√§n 58.17907 56.1946958 15.336081 17.1506082 Kalmar l√§n  
G Kronobergs l√§n 57.238187 56.356644 13.276732 15.844141 Kronobergs l√§n  
BD Norrbottens l√§n 69.063072 65.059122 15.372375 24.162408 Norrbottens l√§n  
T √Ėrebro l√§n 60.10566 58.655094 14.243871 15.78801 √Ėrebro l√§n  
E √Ėsterg√∂tlands l√§n 59.015372 57.702259 14.5409418 17.0853315 √Ėsterg√∂tlands l√§n  
M Sk√•ne l√§n 56.542606 55.3366825 12.4451603 14.584478 Sk√•ne l√§n  
D S√∂dermanlands l√§n 59.5228214 58.541968 15.5932 17.7453119 S√∂dermanlands l√§n  
AB Stockholms l√§n 60.2557827 58.735698 17.237537 19.2976477 Stockholms l√§n  
C Uppsala l√§n 60.7313641 59.405013 16.678336 18.7711579 Uppsala l√§n  
S V√§rmlands l√§n 61.069454 58.8308258 11.681877 14.48975 V√§rmlands l√§n  
AC V√§sterbottens l√§n 66.340329 63.4054637 14.25681 21.6169478 V√§sterbottens l√§n  
Y V√§sternorrlands l√§n 64.002235 62.139791 14.776302 19.2867076 V√§sternorrlands l√§n  
U V√§stmanlands l√§n 60.190657 59.2273556 15.41747 16.945859 V√§stmanlands l√§n  
O V√§stra G√∂talands l√§n 59.262034 57.14008 10.9631866 14.717377 V√§stra G√∂talands l√§n  
 

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Flagge: Sweden

Name englisch: Sweden
Hauptstadt: Stockholm
Kfz: S
ISO: SE
ISO3: SWE
Fläche: 449964 km²
Tld: .se
Wärung Einheit: SEK
Währung: Krona
Vorwahl: 46

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 69.0600236
südlichster Punkt: 55.3367024
westlichster Punkt: 10.9631866
östlichster Punkt: 24.1665923


 
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