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Staat Informationen : Norwegen

Informationen:


Norwegen (norwegisch: Norge (Bokm√•l) oder Noreg (Nynorsk); nordsamisch: Norga; lulesamisch: Vuodna; s√ľdsamisch: N√∂√∂rje), amtlich K√∂nigreich Norwegen beziehungsweise Kongeriket Norge/Noreg ist ein Staat in Nordeuropa. Zum K√∂nigreich Norwegen geh√∂ren neben dem Hauptland die Inselgruppe Spitzbergen sowie die Insel Jan Mayen. Hauptstadt und Regierungssitz ist Oslo. Das Land liegt im Westen der Skandinavischen Halbinsel und grenzt im Osten an Schweden sowie im Nordosten an Finnland und Russland. Norwegen ist eines der fl√§chengr√∂√üten L√§nder Europas, aber mit nur 5.391.369 Einwohnern (Stand: 1.¬†Januar 2021) d√ľnn besiedelt. Ein Gro√üteil der Bev√∂lkerung konzentriert sich auf den S√ľden des Landes.

Durch die im Rahmen des Kieler Friedens geschlossene Vereinbarung zwischen Schweden und D√§nemark ging Norwegen im Jahr 1814 von der Union D√§nemark-Norwegen in eine Union mit Schweden √ľber. Am 17. Mai 1814 erhielt Norwegen seine eigene Verfassung. Seine heutige Unabh√§ngigkeit erlangte Norwegen schlie√ülich bei der Aufl√∂sung der Union mit Schweden im Jahr 1905. Norwegens Staats- und Regierungsform ist eine parlamentarische Monarchie. Das K√∂nigreich ist als dezentraler Einheitsstaat organisiert und das Hauptland ist in elf Fylker unterteilt. Norwegen ist unter anderem Mitglied der NATO, des Nordischen Rates, der Organisation f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der Europ√§ischen Freihandelsassoziation (EFTA) und der Vereinten Nationen. Norwegen ist kein Mitglied der Europ√§ischen Union (EU), aber Mitglied des Europ√§ischen Wirtschaftsraumes (EWR).

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen stuft Norwegen seit vielen Jahren als das weltweit am h√∂chsten entwickelte Land ein. Dar√ľber hinaus ist es laut dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist der demokratischste Staat der Welt. Norwegen ist ein sehr wohlhabendes Land; sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war 2016 das dritth√∂chste der Welt. Das Land verf√ľgt zudem √ľber eines der gro√üz√ľgigsten und besten Sozialsysteme der Welt.

Landesname

Die Bedeutung und Herkunft des norwegischen Landesnamens ist nicht sicher gekl√§rt. Es gibt vor allem zwei Theorien. Die eine postuliert eine Abstammung vom altnordischen nor√įrvegr, was ‚ÄěWeg nach Norden‚Äú oder ‚ÄěLand nach Norden‚Äú bedeutet. Als zweite M√∂glichkeit wird eine Herleitung von norvegr betrachtet. Die erste Silbe ginge dabei nicht auf die Himmelsrichtung Norden, sondern auf das Wort nor zur√ľck, welches ‚Äěschmaler oder enger Sund‚Äú bedeutet. Der Landesname insgesamt soll laut dieser Deutung ‚ÄěLand entlang der schmalen Fjorde‚Äú hei√üen.

Die fr√ľhesten Nennungen des Landesnamens stammen aus englischen Quellen, so lateinisch Nortuagia um 840, Nort(h)wegia um 900 und Norwegia um 950 sowie altenglisch Nor√įweg um 880. Die √§ltesten skandinavischen Nennungen sind nuruiak (Akkusativ, zu lesen als Norw√¶gh) auf einem der Runensteine von Jelling um 980, nuriki (Dativ, zu lesen als Noregi auf dem Kulistein) um 1034 und N√≥regr in f√ľnf skaldischen Strophen aus der Periode 970‚Äď1070. Unter Sprachwissenschaftlern umstritten ist, ob die √§lteren Quellen n√§her an der urspr√ľnglichen Form liegen oder ob diese bei ihrer Anfertigung von einem ausl√§ndischen Weltbild beeinflusst worden waren.

Geografie

Ausdehnung und Grenzen

Norwegen liegt im westlichen und n√∂rdlichen Bereich der Skandinavischen Halbinsel. Das Staatsgebiet des K√∂nigreiches umfasst eine Fl√§che von 385.207¬†km¬≤. Zum K√∂nigreich Norwegen geh√∂ren neben dem kontinentalen ‚ÄěHauptland‚Äú (norwegisch: Hovedland) die im Nordatlantik beziehungsweise im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen (Svalbard) mit der B√§reninsel (Bj√łrn√łya) sowie die Insel Jan Mayen. Ohne Spitzbergen und Jan Mayen ist das Hauptland 323.808¬†km¬≤ gro√ü.

Das Hauptland ist lang und schmal und hat zudem eine sehr lange K√ľstenlinie. Die Breite des norwegischen Hauptlandes variiert zwischen 431 und 1,7¬†km, die L√§ngenausdehnung betr√§gt in Luftlinie etwa 1748¬†km. Das Kap Kinnarodden stellt den n√∂rdlichsten Punkt des norwegischen und des europ√§ischen Festlandes dar. Norwegen hat drei Landgrenzen, die Grenze zu Schweden im Osten sowie die finnisch-norwegische Grenze und die Grenze zu Russland im Nordosten. Insgesamt erreicht die norwegische Landesgrenze eine L√§nge von etwa 2564¬†km. Im Norden, Westen und S√ľden ist das Land von Meer umgeben, wobei sich im Nordosten die Barentssee, im Nordwesten das Europ√§ische Nordmeer, im Westen und S√ľdwesten die Nordsee und im S√ľdosten mit dem Skagerrak die Verbindung zwischen der Nord- und Ostsee befindet. Die norwegische Wirtschaftszone grenzt in der Nordsee an D√§nemark im S√ľden und das Vereinigtes K√∂nigreich im Westen.

Gebiete, die unter norwegischer Verwaltung stehen, aber nicht ins K√∂nigreich Norwegen eingehen, werden im Norwegischen als Biland bezeichnet. Zu diesen geh√∂rt die unbewohnte Bouvetinsel (Bouvet√łya) im S√ľdatlantik. Des Weiteren werden die Peter-I.-Insel (Peter I √ėy) im S√ľdpolarmeer und das K√∂nigin-Maud-Land (Dronning Maud Land), ein Sektor des Kontinents Antarktika, von Norwegen beansprucht. Die Hoheit √ľber die als Biland eingestuften Gegenden kann im Gegensatz zu den zum K√∂nigreich geh√∂renden Gebieten ohne eine √Ąnderung der Verfassung aufgegeben werden.

Geologie und Landschaftsgliederung

Norwegen geh√∂rt zu den am d√ľnnsten besiedelten L√§ndern Europas. In der Fl√§chenstatistik des Jahres 2021 wurden 1,7¬†% der Gesamtfl√§che als bebautes Gebiet ausgewiesen. 37,4¬†% galten als Waldgebiet und 3,5¬†% als landwirtschaftlich genutzte Fl√§che. √úber 50¬†% des Gesamtareals wurde als Gebirge, Hochebene oder Moorfl√§che eingestuft, weitere 7¬†% als S√ľ√ügew√§sser oder Gletscher. Landschaftlich ist Norwegen gepr√§gt durch das Skandinavische Gebirge mit Gebirgsmassiven und kargen Hochebenen, den Fjells. Etwa 20¬†% des norwegischen Hauptlandes liegen auf einer H√∂he von mindestens 900¬†moh. Die h√∂chste Erhebung des Festlandes ist der im Gebirgszug Jotunheimen gelegene Berg Galdh√łpiggen mit 2469¬†moh.

Der Untergrund Norwegens wird grob in vier Bereiche unterteilt. So umfasst der Baltische Schild das w√§hrend der Zeit des Pr√§kambriums entstandene norwegische Grundgebirge. In der Gemeinde S√łr-Varanger werden die √§ltesten Gesteine des Landes mit einem Alter von bis zu 2900 Millionen Jahre angegeben. Ein weiterer Bereich ist der zum Ende der Periode Silur entstandene kaledonische Gebirgsg√ľrtel. Vor allem in den Regionen Vestlandet und Tr√łndelag liegt ein w√§hrend der geochronologischen Periode Devon geschaffener Untergrund vor. Der vierte und j√ľngste Bereich ist der Oslograben (norwegisch Oslofeltet).

Die Oberfl√§chenmodellierung geschah vor allem durch die Vergletscherung in den Kaltzeiten. Die Gletscher verst√§rkten die Erosion und schufen unter anderem u-f√∂rmige Trogt√§ler und an der K√ľste wurden Flusst√§ler zu Fjorden vertieft. Ebenfalls durch Gletscher oder Eisschilde entstanden viele Binnenseen (siehe Liste), sie sind also Fjordseen. Gr√∂√üter See Norwegens ist der See Mj√łsa mit einer Fl√§che von zirka 369¬†km¬≤, am tiefsten ist der See Hornindalsvatnet mit einer Tiefe von 514 Metern.

Die l√§ngsten Fl√ľsse Norwegens sind die Fl√ľsse Glomma, Tana und Pasvikelva. Die Glomma ist etwa 620¬†km lang und m√ľndet bei Fredrikstad in den Oslofjord. Das Einzugsgebiet des Flusses macht √ľber 12 Prozent der Fl√§che des norwegischen Festlandes aus. Im Vergleich mit anderen europ√§ischen L√§ndern sind die Einzugsgebiete der norwegischen Fl√ľsse meist verh√§ltnism√§√üig klein. Grund hierf√ľr ist, dass sich die h√∂chsten Erhebungen der Skandinavischen Halbinsel und somit auch die Hauptwasserscheide in der N√§he der Atlantikk√ľste befinden.

K√ľste

Die etwa 29.000¬†km lange K√ľste des norwegischen Festlandes besteht aus vielen schmalen und tiefen Buchten, den Fjorden, mit denen das salzige Meer vielerorts weit ins Land reicht. Der 200¬†km lange Sognefjord im Fylke Vestland ist der l√§ngste und tiefste Fjord Norwegens. Werden die K√ľstenlinien der etwa 239.000¬†Inseln mitgez√§hlt, erreicht die K√ľste des Hauptlandes eine L√§nge von √ľber 100.000¬†km. Die Grundlinie der K√ľste ohne die Fjorde und Inseln ist hingegen nur etwa 2500¬†km lang. Mit einer Fl√§che von 2204¬†km¬≤ ist die Insel Hinn√łya die gr√∂√üte des Hauptlandes. Die k√ľstennahen Gebiete sind am dichtesten besiedelt und etwa 80¬†% der Norweger leben weniger als zehn Kilometer vom Meer entfernt.

Die K√ľstengebiete sind durch verschiedene Faktoren gepr√§gt und unterscheiden sich regional. Gro√üe Teile der K√ľsten sind felsig, teilweise fallen wie am Nordkap steile Klippen ab. An gesch√ľtzteren Stellen gibt es etwas Sandstrand, so etwa im Fylke Rogaland. In einigen K√ľstenabschnitten liegen felsige Sch√§ren, die sich kaum √ľber die Wellen erheben, vor. Der Norwegische Kontinentalschelf wird besonders von der Erd√∂l- und Erdgasindustrie genutzt.

Das Verhalten der Gezeiten unterscheidet sich deutlich von dem an den s√ľdlichen und westlichen K√ľsten der Nordsee. Westlich der s√ľdwestnorwegischen Stadt Egersund liegt ein Amphidromiezentrum, weshalb es dort keinen Tidenhub gibt. Entsprechend ist an der S√ľdost- und S√ľdwestk√ľste Norwegens der Tidenhub gering. Weiter von diesem Zentrum entfernt, also an der n√∂rdlicheren Westk√ľste, ist der Tidenhub hingegen gr√∂√üer.

Klima

Das Klima in Norwegen ist von gro√üen Unterschieden innerhalb des Landes gepr√§gt. Das Skandinavische Gebirge trennt den schmalen, humid gepr√§gten K√ľstenstreifen im Westen vom kontinental gepr√§gten Klima im Osten. Norwegens Westk√ľste hat f√ľr seine n√∂rdliche Breite ein mildes und feuchtes Klima. Der Grund daf√ľr ist der Nordatlantikstrom, der relativ warmes Wasser bis weit in den Norden str√∂men l√§sst. Die mildernde Wirkung des Meeres ist ‚Äď bedingt durch auflandige Winde ‚Äď in den Lufttemperaturen zu sp√ľren.

Die vom Meer aufgenommene Feuchtigkeit der Luft regnet an der Westseite der Gebirge ab. An der K√ľste gibt es Orte mit √ľber 3000¬†mm Niederschlag in einem durchschnittlichen Jahr. Im Lee der Gebirge sind die Niederschlagsmengen eher gering. Die Niederschlagsmenge ist entlang des gesamten K√ľstenstreifens im Fr√ľhjahr deutlich geringer als im Herbst.

Weiter im Landesinneren ist das Klima st√§rker kontinental gepr√§gt. Dies ist der abschirmenden Wirkung des Gebirges geschuldet, da die tats√§chliche Distanz zur K√ľste selbst keinen so gro√üen Unterschied bewirken w√ľrde. Im Landesinneren nehmen die Niederschl√§ge ab, die Temperaturen sind dort im Sommer h√∂her, im Winter hingegen deutlich niedriger als an der K√ľste.

Städte und Ballungsräume

Die norwegische Statistikbeh√∂rde Statistisk sentralbyr√• ver√∂ffentlicht neben den Einwohnerzahlen f√ľr die Kommunen auch Zahlen f√ľr sogenannte Tettsteder, also dichter besiedelte Gebiete unabh√§ngig von den Gemeindegrenzen. So hatte zum 1. Januar 2020 die Kommune Oslo 693.494 Einwohner, beim Tettsted Oslo wurden 1.036.059 Einwohner angeben. Zum Tettsted Oslo wurden unter anderem noch 115.134 Einwohner der Kommune B√¶rum sowie 68.132 Einwohner der Kommune Asker gez√§hlt.

Bevölkerungsreichste Tettsteder (Stand: 1. Januar 2020)

Flora und Fauna

Nationalparks

Auf dem norwegischen Hauptland gibt es 40 Nationalparks und √ľber 3100 Naturschutzgebiete. Damit waren Ende 2019 etwa 17,5¬†% der Fl√§che des norwegischen Hauptlandes unter Schutz gestellt. Die weiteren sieben Nationalparks des K√∂nigreichs befinden sich auf der Inselgruppe Spitzbergen, wo zum gleichen Zeitpunkt √ľber 64¬†% des Landareals einen Schutzstatus hatten. Auf der Insel Jan Mayen lag der Wert bei 99,5¬†%.

Samenpflanzen und Farne

In Norwegen leben √ľber 1300 Arten Samenpflanzen und Farne, wobei √ľber die H√§lfte der Pflanzenarten in Waldgebieten gedeiht. Im Laubwald √§ndert sich der Lichteinfall auf dem Waldboden stark im Lauf der Jahreszeit. Daher befinden sich im Laubwald viele Fr√ľhjahrsbl√ľher. Im Nadelwald leben Pflanzen unter konstanten Lichtverh√§ltnissen, da Nadelb√§ume ihre Nadeln nicht saisonal verlieren. Somit sind die Pflanzen am Boden st√§ndig in unterschiedlichem Ma√üe dem Schatten ausgesetzt. Dar√ľber hinaus gibt es in Norwegen zwei unterschiedliche Typen von Nadelw√§ldern, den Fichtenwald und den Kiefernwald. Im feuchteren Klima des Fichtenwaldes wachsen mehr arktische Arten als im trockenen Kiefernwald.

In Norwegen existieren √ľber 40.000¬†Seen und viele in Waldgebieten gelegene Moore und Sumpfgebiete. Pl√§tze, die ausreichend N√§hrstoffe zu Verf√ľgung stellen und reich an Mineralien sind, weisen eine hohe Artenvielfalt auf. In anderen Gebieten mit wenig N√§hrstoffen gedeihen nur wenige Arten, diese daf√ľr umso zahlreicher. Die Bruchw√§lder wechseln im Aussehen und ihrer √Ėkologie. Die meisten der Waldseen ohne Zu- und Abfluss sind dystrophe Gew√§sser, in denen nur wenige N√§hrstoffe und wenig Sauerstoff vorhanden sind. Das Wasser hat eine braune F√§rbung, und der Boden ist schlammig. Oft gibt es Torf an den Uferkanten. Andere Seen sind flach und bekommen all ihre N√§hrstoffe aus dem Regenwasser. H√§ufig entsteht dort Torf, da im sauerstoffarmen Moorboden keine Pflanzenreste verrotten k√∂nnen.

Wenn aus den Bergen stetig Wasser einsickert, entsteht eine √ľppige Vegetation. Solche Gebiete wurden im Volksmund Heumoore genannt, da die Bev√∂lkerung fr√ľher das Gras aberntete. Die gro√üen Seen in Norwegen sind meist oligotroph. Das Wasser ist klar mit gro√üer Sichttiefe und ebenfalls n√§hrstoffarm. Der Boden besteht aus Steinen, Kies und Sand. Hier herrscht eine andere Flora als in den Waldseen.

Moose

In Norwegen gibt es √ľber 800 Arten von Moosen. Die Mehrheit davon ist in Waldgebieten vertreten. Sie besiedeln zudem Moor- und Feuchtgebiete sowie langsam flie√üende, steinige B√§che und Fl√ľsse. Das im Wasser am h√§ufigsten verbreitete Moos ist das Gew√∂hnliche Quellmoos (Fontinalis antipyretica), das bis zu 20¬†cm lang werden kann. In Moor- und Feuchtgebieten dominieren Torfmoose, von denen in Norwegen 25 Arten bekannt sind. Sie wurden fr√ľher als D√§mmmaterial f√ľr den Hausbau eingesetzt. Im Vestlandet, wo ein feuchtes Klima eine lange Wachstumsphase erm√∂glicht, sind √ľber drei Meter dicke Torfmoosschichten bekannt. Wegen seiner Gr√∂√üe und des langsamen Wachstums sind Moose im Wald auf Standorte mit wenig Konkurrenz abgedr√§ngt, so etwa Steine, Holze, sandige H√§nge und dunkle Waldpartien.

Pilze

Es gibt 10.000 Arten an Pilzen (Fungi) in Norwegen, wovon rund 6000 im Wald beheimatet sind. Nur um die 2500¬†Arten davon bilden im Herbst Fruchtk√∂rper aus. Die Stielporlingsverwandten (Polyporaceae) stellen die wichtigste Gruppe der holzabbauenden Pilze dar, von denen es in Norwegen √ľber 300¬†Arten gibt. Diese Pilze verursachen in der Forstwirtschaft hohe Sch√§den.

Fauna

Aufgrund der gro√üen Ausdehnung des Landes ist der Unterschied in der Tierwelt zwischen dem S√ľden und dem Norden des Landes deutlich ausgepr√§gt. Im Norden, wo unter anderem Rentiere, Berglemminge, Polarf√ľchse und Vielfra√üe leben, ist sie arktisch gepr√§gt. Die Polarf√ľchse sind eine stark bedrohte Tierart und seit 1930 unter Schutz gestellt. Die im S√ľden lebenden Tiere haben h√§ufig ihren Ursprung in Mitteleuropa und verdr√§ngten die arktischen Tiere, als das Klima milder wurde.

Insgesamt gibt es in Norwegen etwa 90 Arten von Säugetieren. Die größten Säugetiere am Land sind die Elche, die in den Wäldern leben. Hirsche leben vor allem in Westnorwegen, weiter nördlich können sie im tieferen Schnee kein Futter finden. Sowohl in domestizierter als auch in wilder Form leben Rentiere in Norwegen. An Raubtieren gibt es im Land unter anderem Bären, Wölfe und Luchse. Des Weiteren sind Eisbären auf Spitzbergen heimisch. Amerikanische Nerze verbreiteten sich im ganzen Land, nachdem sie von Bauernhöfen ausgebrochen waren. Auf dem Dovrefjell wurden erfolgreich Moschusochsen angesiedelt. Die Vogelwelt Norwegens ist artenreich. Im Jahr 2020 wurde die Anzahl der Vogelarten mit 519 angegeben. Verhältnismäßig arm ist hingegen die Artenvielfalt der Amphibien und Reptilien. In Norwegen sind drei Arten von Schlangen vorzufinden: Die Kreuzotter, die Ringelnatter und die Schlingnatter. Es gibt auch einige Kröten, Frösche und Molch-Arten.

In den norwegischen Gew√§ssern leben 44 Arten von S√ľ√üwasserfischen. Im Vestlandet leben vor allem Arten, die auch in Salzwasser √ľberleben k√∂nnen. Zu diesen geh√∂ren Lachse und Forellen. Artenreicher ist der Fischbestand im √ėstlandet und in Nordnorwegen. Karpfenfische leben vor allem in den w√§rmeren Seen und Flussl√§ufen im S√ľdosten des Landes. In Nordnorwegen verbreitet sind unter anderem Barsche und Hechte. Es gibt auch einige Walarten vor der norwegischen K√ľste.

Bevölkerung

Demografie

Das Medianalter in Norwegen betrug 2020 39,5 Jahre. Auf 1000 Einwohner kamen im selben Jahr 12,09 Geburten und 8,01 Todesfälle und die Bevölkerung wuchs mit etwa 0,8 % pro Jahr. Die Fertilitätsrate lag 2020 bei 1,48 Kinder pro Frau und damit so niedrig wie nie zuvor. Das Durchschnittsalter von Frauen bei ihrer ersten Geburt wurde mit 29,9 Jahren angegeben. Der Anteil an Personen mit einem Alter von mindestens 67 Jahren stieg von 1950 bis 2020 von 8 auf 16 % an. Im gleichen Zeitraum sank die durchschnittliche Personenzahl in Haushalten von 3,3 auf 2,1.

Im 20.¬†Jahrhundert hat sich die Bev√∂lkerung des Landes mehr als verdoppelt: Von 2,22¬†Millionen (1900) stieg die Zahl der Einwohner auf 4,48¬†Millionen (2000). Die Marke der f√ľnf Millionen Einwohner wurde im Jahr 2012 √ľberschritten. In den ersten Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Bev√∂lkerung um etwa ein Prozent im Jahr an, wobei vor allem die hohe Geburtenzahl von Bedeutung war. Mit der Zeit sank die Zahl der Geburten und das Bev√∂lkerungswachstum erreichte in den 1970er-Jahren Werte von 0,3¬†% im Jahr. Ab 2004 trug die Einwanderung einen gr√∂√üeren Anteil zum Bev√∂lkerungswachstum bei als die Geburten. Im Jahr 2020 wurde bedingt durch die COVID-19-Pandemie und eine gesunkene Zahl an Einwanderern die Geburtenzahl erneut zum wichtigsten Faktor im Bev√∂lkerungswachstum.

Einwohnerzahl und Ethnien

Die Bev√∂lkerung des Landes verteilt sich mit etwa 82¬†% (Stand: 2020) auf als Tettsteder gewertete Gebiete und zu 18¬†% auf die restlichen Gebiete. Insgesamt gab es 2020 991 Tettsteder. Eine der am dichtesten besiedelten Regionen des Landes ist das Gebiet um den Oslofjord. In den an den Fjord angrenzenden Fylkern Oslo, Viken und Vestfold og Telemark lebten im Jahr 2020 44¬†% der Norweger. In Nordnorwegen waren es zum gleichen Zeitpunkt 9¬†%. Auch das Landesinnere hat eine geringe Bev√∂lkerungsdichte und die Bev√∂lkerung lebt dort vor allem in den T√§lern, durch die die Hauptkommunikationsadern f√ľhren. Insgesamt etwa 80¬†% der Einwohner des Landes leben weniger als zehn Kilometer vom Meer entfernt, in Nordnorwegen wohnen 90¬†% der Menschen in weniger als vier Kilometer Entfernung vom Meer.

In Norwegen lebt die wahrscheinlich gr√∂√üte Gruppe der Samen, einem im Norden Fennoskandinaviens lebenden indigenen Volk. Sch√§tzungen gehen von 60.000 bis 100.000¬†Samen in Norwegen aus, genaue Daten gibt es dazu nicht. Die Samen unterteilen sich in Norwegen in die Gruppe der S√ľdsamen, der Pite- und Lulesamen sowie in die der Nordsamen. In der Kommune Karasjok hat die samische Bev√∂lkerung mit dem Sameting eine eigene parlamentarische Vertretung. W√§hrend die Samen rechtlich als Urbev√∂lkerung gelten, haben die Waldfinnen, die Kvenen, die sogenannten Tatere, die Roma und die Juden einen Status als nationale Minorit√§t inne. In der Freedom-in-the-World-L√§nderliste 2019 erhielt Norwegen zwar 100 von 100 m√∂glichen Punkten, es wurde allerdings angemerkt, dass die Diskriminierung von Roma und anderen Minderheiten weiterhin ein Problem darstelle.

Am 1.¬†Januar 2021 lebten 800.100 im Ausland geborene Einwanderer in Norwegen. Dies machte einen Anteil von 14,8¬†% der Bev√∂lkerung entsprach. In Oslo lag zu diesem Zeitpunkt der Anteil an Immigranten in allen Stadtteilen √ľber dem Landesdurchschnitt. Die gr√∂√üte Gruppe machten dabei die Einwanderer aus Polen aus. 197.000 Personen und damit etwa 3,7¬†% der Bev√∂lkerung geh√∂rten am 1. Januar 2021 zu den in Norwegen geborenen Einwohnern, die zwei au√üerhalb des Landes geborene Elternteile und vier im Ausland geborene Gro√üeltern hatten. Der Anteil dieser Gruppe liegt in Oslo bei 8,4¬†%. Insgesamt lebten in Oslo 24¬†% der Einwanderer oder Kinder von Einwanderern Norwegens und 27¬†% im Nachbarfylke Viken.

Sprachen

Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, die nahe mit dem D√§nischen und Schwedischen verwandt ist. Die Schriftsprache teilt sich in zwei gesetzlich gleichgestellte Variet√§ten: Etwa 85‚Äď90¬†% der Einheimischen schreiben eine als Bokm√•l (w√∂rtlich: ‚ÄěBuchsprache‚Äú) oder bis 1929 als Riksm√•l (‚ÄěReichssprache‚Äú) bezeichnete Sprachform, die als von den st√§dtischen Mundarten Norwegens beeinflusste Variante des D√§nischen anzusehen ist. Etwa 10‚Äď15¬†% schreiben hingegen Nynorsk (‚ÄěNeunorwegisch‚Äú). Diese Sprache, die bis 1929 als Landsm√•l (‚ÄěLandessprache‚Äú) bezeichnet wurde, ist seit 1885 als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt; sie wurde von Ivar Aasen auf der Grundlage der norwegischen Dialekten geschaffen und sp√§ter weiterentwickelt. In der gesprochenen Sprache spielen die Dialekte eine gr√∂√üere Rolle als in vielen anderen L√§ndern.

Die von den Samen gesprochenen Sprachen aus der samischen Sprachfamilie sind gesetzlich dem Norwegischen gleichgestellt. Da die Samen den Status als Urbev√∂lkerung Norwegens innehaben, werden die samischen Sprachen st√§rker gesch√ľtzt als die weiteren Minderheitensprachen. Die samische Sprachfamilie unterteilt sich unter anderem in die Sprachen Nord-, Lule-, S√ľd-, Pite- und Umesamisch. Im Zuge der Norwegisierungspolitik wurde der Gebrauch dieser Sprachen ab Mitte des 19. Jahrhunderts lange zur√ľckgedr√§ngt. Weitere Minderheitensprachen sind die von finnischen Einwanderern ins Land gebrachte Sprache Kvenisch sowie Romani. Die Norwegische Geb√§rdensprache wurde im Jahr 2009 als vollwertige Sprache anerkannt. Norwegische Sch√ľler lernen meist Englisch als erste Fremdsprache und sp√§ter als Wahlfach Deutsch, Spanisch oder Franz√∂sisch.

Religionen und Weltanschauungen

Religionen

In der Verfassung von 1814 wurde die evangelisch-lutherische Religion zur √∂ffentlichen Religion des Staates ernannt, Personen j√ľdischen Glaubens wurden vom Zugang zum norwegischen Reich ausgeschlossen. Der entsprechende Paragraph wurde im Jahr 1851 aufgehoben und alle Einwohner Norwegens erhielten das Recht auf freie Religionsaus√ľbung. Die Zahl der j√ľdischen B√ľrger lag im Jahr 1940 bei etwa 2170, wovon 767 w√§hrend der deutschen Okkupation Norwegens ins KZ Auschwitz deportiert wurden (siehe Hauptartikel: Geschichte der Juden in Norwegen).

Gr√∂√üte Glaubensgemeinschaft blieb auch nach Einf√ľhrung der Religionsfreiheit die vom Pr√§ses der Bischofskonferenz geleitete evangelisch-lutherische Volkskirche. Im Jahr 2020 hatte sie 3.655.556 Mitglieder, was einem Anteil von 68¬†% an der Bev√∂lkerung entsprach, wobei die Mitgliederzahl r√ľckl√§ufig war. Durch eine Verfassungs√§nderung im Jahr 2012 wurde die Verkn√ľpfung zwischen Staat und Kirche gelockert, die Volkskirche nimmt gegen√ľber den weiteren Religionsgemeinschaften aber weiter eine Sonderrolle ein. So wird beispielsweise die Zahlung der Geh√§lter kirchlicher Angestellter staatlich unterst√ľtzt. Diskriminierung aufgrund der Religionszugeh√∂rigkeit ist gesetzlich verboten. Ab dem Alter von 15 Jahren hat jede Person das Recht, selbst in Religionsgemeinschaften einzutreten oder sie zu verlassen.

Eine Sch√§tzung des statistischen Zentralb√ľros Statistisk sentralbyr√• √ľber die Mitgliedschaft in religi√∂sen Gemeinschaften lieferte im Dezember 2019 folgende Werte:

  • Mitglieder der Norwegischen Kirche: 69¬†%
  • Muslime: 3,2¬†%
  • R√∂misch-katholische Kirche: 3¬†%
  • andere Christen: 3,7¬†%
  • andere: 2,5¬†%
  • ohne Religionszugeh√∂rigkeit: 17¬†%

Unter die weiteren Religionen fielen etwa 21.000 Buddhisten, 11.400 Hindus, 4000 Sikhs und 1500 Juden. Die Mehrheit derer, die in einer Religionsgemeinschaft au√üerhalb der Norwegischen Kirche Mitglied waren, z√§hlen zur Gruppe der Immigranten, sind also selbst nach Norwegen eingewandert oder haben zwei im Ausland geborene Elternteile. Sie sind je nach Herkunftsland meist r√∂misch-katholischen oder muslimischen Glaubens. Muslime leben dabei besonders h√§ufig in der Region um Oslo und die j√ľdische Gemeinschaften haben den Gro√üteil ihrer Mitglieder in den St√§dten Oslo und Trondheim.

Weltanschauungsgemeinschaften

In Norwegen gibt es einen humanistischen Verband, den Human-Etisk Forbund, eine Weltanschauungsgemeinschaft von nichtreligi√∂sen und bekenntnisfreien Menschen. Der Verband wurde 1956 gegr√ľndet und hatte 2020 100.000¬†Mitglieder, was ihn zum gr√∂√üten Verband dieser Art in Norwegen macht.

Bildung

In Norwegen besteht eine Bildungspflicht f√ľr Kinder ab sechs Jahren bis zum Ende der zehnten Jahrgangsstufe. Alle Kinder haben das Recht auf einen kostenlosen Besuch einer √∂ffentlichen Schule. Der Besuch von privaten Schulen und Hausunterricht ist ebenfalls gestattet. Des Weiteren haben alle Sch√ľler das Recht, nach der Grundschule eine weiterf√ľhrende Schule (videreg√•ende skole) zu besuchen. Die Schulpflicht wurde im Jahr 1739 eingef√ľhrt. Im Jahr 1889 wurde festgelegt, dass die Schulpflicht sieben Jahre dauert. Sp√§ter wurde die Dauer der Pflicht verl√§ngert, im 1969 wurde sie auf neun und 1997 auf zehn Jahre gesetzt.

Die Kinderg√§rten unterliegen neben den Schulen ebenfalls dem Bildungsministerium. Sie werden von den Kommunen oder von privater Hand betrieben. Im Jahr 2020 besuchten 92,8¬†% der ein- bis f√ľnfj√§hrigen Kinder zwischen einen Kindergarten, bei den Kindern zwischen drei und f√ľnf Jahren lag der Wert bei 97,3¬†%.

Die zehnj√§hrige Grundschule (grunnskole) wird in eine siebenj√§hrige Stufe f√ľr Kinder (barnetrinn) und eine dreij√§hrige f√ľr Jugendliche (ungdomstrinn) unterteilt. Der √ľberwiegende Teil der Sch√ľler besucht nach Abschluss der Grundschule eine weiterf√ľhrende Schule. Diese ist geteilt in studienvorbereitende Schulzweige, die der gymnasialen Oberstufe entsprechen, sowie berufsvorbereitende Schulzweige. Fachschulen (fagskoler) bieten im Anschluss an die weiterf√ľhrende eine berufliche Ausbildung an.

Samische Sch√ľler haben das Recht auf Unterricht in einer samischen Sprache. F√ľr Einwandererkinder im Schulalter muss der norwegische Staat in jeder Kommune Sprachkurse anbieten.

In Norwegen gibt es zehn Universit√§ten und sechs wissenschaftliche Hochschulen. Im Jahr 2020 hatten 35,3¬†% der Norweger √ľber 16 Jahre einen Universit√§ts- oder Hochschulabschluss, drei Prozent einen Fachschulabschluss und 36,9¬†% einen Abschluss an der weiterf√ľhrenden Schule als h√∂chsten Abschluss. Bei den Frauen lag der Anteil an Universit√§ts- oder Hochschulabsolventinnen bei 39,8¬†%. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen norwegische Sch√ľler Platz 19 von 72¬†L√§ndern in Mathematik, Platz 24 in Naturwissenschaften und Platz¬†9 beim Leseverst√§ndnis. Norwegen liegt damit im oberen Drittel unter den OWZE-Staaten.

Lebensstandard

Der Lebensstandard in Norwegen gehört zu den höchsten weltweit, in der Rangfolge des Index der menschlichen Entwicklung nimmt das Land seit 1996 fast durchgängig (Stand: 2020) den ersten Platz ein.

Beschäftigung

Nach Angaben der Statistikbeh√∂rde Statistisk sentralbyr√• waren im vierten Quartal des Jahres 2020 insgesamt 2.681.548 arbeitst√§tig. Dies entsprach einem Anteil von etwa 66¬†% der Bev√∂lkerung zwischen 15 und 74 Jahren. Die Zahl der im Jahr 2020 im Schnitt als arbeitslos registrierten Personen setzte die Beh√∂rde NAV mit 141.939 fest. F√ľr den Mai 2021 gab sie die Anzahl an Arbeitslosen mit 94.086 an, davon z√§hlen 45.364 zur Gruppe der Einwanderer.

Frauenrechte

Norwegen gilt als Pionier der Frauenrechte. So wurde die Norwegische Frauenrechtsvereinigung bereits 1884 von vielen der prominentesten Pers√∂nlichkeiten der Zeit, darunter mehreren Ministerpr√§sidenten, gegr√ľndet.

Frauen durften sich bereits ab 1901 an Regionalwahlen beteiligen. Voraussetzung war jedoch, dass sie √ľber Grundbesitz verf√ľgten oder mit Grundbesitzern verheiratet waren. In der Wahl von 1906 unterst√ľtzen die Bef√ľrworterinnen des Frauenwahlrechts die Radikalen, und ein Sieg der Radikalen f√ľhrte dazu, dass 1907 diejenigen Frauen, die bereits √ľber das regionale Wahlrecht verf√ľgten, auch auf nationaler Ebene dieses Recht erhielten. 1913 wurden alle Beschr√§nkungen aufgehoben. Damit f√ľhrte Norwegen das Frauenwahlrecht 1913 als vierter Staat der Erde nach Neuseeland, Australien und Finnland ein.

1978 wurde Eva Kolstad die weltweit erste Ombud f√ľr Gleichstellung.

Im Global Gender Gap Report 2020, der die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in einem Land misst, belegte Norwegen den zweiten Platz hinter Island.

Geschichte

Die menschliche Besiedlung des heutigen Staatsgebiets begann nach der letzten Kaltzeit etwa im 8. Jahrtausend v. Chr., als Jäger und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden folgten.

Der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur Skandinaviens folgten in der Bronze- und Eisenzeit germanische Einfl√ľsse. In der Zeit der Wikinger (800‚Äď1050) wurde Norwegen durch K√∂nig Harald H√•rfagre um das Jahr¬†900 geeint. In dieser Zeit wurden von Norwegen aus Island, die F√§r√∂er und Gr√∂nland besiedelt. Einige Wikinger ‚Äď unter der F√ľhrung von bspw. Bjarni Herj√ļlfsson, Thorvald Eiriksson und Leif Eriksson ‚Äď erreichten auf mehreren Fahrten um 1000¬†n.¬†Chr. sogar Neufundland vor der Nordostk√ľste des etwa 500¬†Jahre sp√§ter als Amerika bezeichneten Kontinents. Auch die Normandie in Frankreich wurde von den ‚ÄöNordm√§nnern‚Äė besiedelt, von denen die meisten allerdings aus dem heutigen D√§nemark kamen. Die Orkney- und die Shetlandinseln wurden gleichfalls von norwegischen Wikingern in Besitz genommen und geh√∂rten bis 1472 zu Norwegen.

Ab 1380 in Personalunion mit D√§nemark, trat Norwegen 1397 der Kalmarer Union bei und wurde hierin ein relativ unbedeutendes Mitglied. Das Kalmarer Reich hielt formell bis zum Ausscheiden Schwedens (1523), mit D√§nemark bis 1814. Wegen politischer Unterst√ľtzung Frankreichs musste D√§nemark nach den Napoleonischen Kriegen Norwegen am 14.¬†Januar 1814 im Kieler Frieden an den K√∂nig von Schweden abtreten. Allerdings gab es keine direkte √úbergabe, so dass Norwegen f√ľr kurze Zeit unabh√§ngig wurde und sich in einer Nationalversammlung am 17.¬†Mai 1814 in Eidsvoll eine Verfassung gab, die mit leichten √Ąnderungen bis heute G√ľltigkeit besitzt. Das Storting arrangierte im Jahr 1836 die erste 17.-Mai-Feier; seit diesem Tag wird der 17.¬†Mai als Norwegens Nationalfeiertag angesehen.

Es folgten 91 Jahre Personalunion mit Schweden, bevor diese nach einer Volksabstimmung, in der sich eine √ľberw√§ltigende Mehrheit der Norweger f√ľr die Beendigung der Union ausgesprochen hatte, am 13.¬†August 1905 aufgel√∂st wurde. Norwegischer K√∂nig wurde als Haakon¬†VII. Prinz Carl aus dem Haus Gl√ľcksburg.

Im Ersten Weltkrieg erklärte Norwegen zusammen mit Dänemark und Schweden seine Neutralität. 1920 trat das Land dem Völkerbund bei.

Am 9.¬†April 1940 geriet das neutrale Norwegen im Zweiten Weltkrieg im Unternehmen Weser√ľbung unter deutsche Besatzung. Als Reichskommissar f√ľr Norwegen wurde Josef Terboven ernannt. Milit√§risch wurde die Okkupation begr√ľndet mit der bevorstehenden Landung britischer Truppen sowie den strategisch bedeutenden H√§fen an der norwegischen K√ľste, die f√ľr den Nachschub an Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna wichtig waren. Vor allem die Bedeutung Narviks f√ľr die deutsche Kriegswirtschaft ist heute umstritten, denn das Dritte Reich war weniger auf die schwedischen Eisenerzlieferungen angewiesen als gemeinhin angenommen. Das findet seine Best√§tigung in der Anweisung Hitlers, die Hafenanlagen f√ľr den Gegner unbrauchbar zu machen. Wichtiger f√ľr die deutsche Kriegswirtschaft waren die norwegischen Rohstoffe, haupts√§chlich Aluminium, Molybd√§n und Schwefelkies, wobei im Rahmen der nationalsozialistischen Europapl√§ne die Schaffung eines ‚ÄěEurop√§ischen Gro√üwirtschaftsraumes‚Äú unter deutscher Hegemonie geplant war. Norwegen leistete sechs Wochen lang milit√§rischen Widerstand, war aber der deutschen Kriegsmarine unterlegen. Norwegische Nationalsozialisten (Vidkun Quisling) verb√ľndeten sich mit den Deutschen und kamen dadurch an die Macht. Da der gr√∂√üte Teil der norwegischen Bev√∂lkerung ihnen ablehnend gegen√ľberstand, erlangten Widerstandsorganisationen einen hohen Stellenwert.

Eine Folge der deutschen Besatzungszeit waren die sogenannten tyskerbarna, die von deutschen Soldaten mit Norwegerinnen gezeugten ‚ÄěDeutschenkinder‚Äú. Ihre M√ľtter bezeichnete man abwertend als tyskert√łser (etwa ‚ÄěDeutschenflittchen‚Äú). Die etwa 10.000‚Äď12.000¬†Kinder waren in der norwegischen Nachkriegsgesellschaft massiven Diskriminierungen ausgesetzt und wurden teilweise misshandelt. Erst 1998 bat Ministerpr√§sident Kjell Magne Bondevik die tyskerbarn um Entschuldigung f√ľr das an ihnen begangene Unrecht. Lange unerforscht blieb die Entrechtung und Deportation der norwegischen Juden. Knapp 800 der zirka 2100 Juden, die haupts√§chlich in Oslo und Trondheim lebten, wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert und dort ermordet. Zu den Opfern z√§hlten Ruth Maier und die 15-j√§hrige Sch√ľlerin Kathe Lasnik, deren Schicksal der Philosoph Espen S√łbye aufgearbeitet hat.

1949 geh√∂rte Norwegen zu den Gr√ľndungsmitgliedern der NATO, 1960 wurde mit D√§nemark, √Ėsterreich, Portugal, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten K√∂nigreich die Europ√§ische Freihandelsassoziation (EFTA) gegr√ľndet. Die moderne Geschichte seit 1969 ist gepr√§gt von Wachstum und Reichtum durch das Erd√∂l. Ein Beitritt zur Europ√§ischen Union wurde in Volksabstimmungen zweimal abgelehnt (25. September 1972 und 28. November 1994). Norwegen ist als Mitglied im Europ√§ischen Wirtschaftsraum (EWR) in vielen Belangen einem EU-Mitglied gleichgestellt und dar√ľber hinaus als Teil der Nordischen Passunion Mitglied des Schengener Abkommens (siehe: Norwegen und die Europ√§ische Union).

Am 22.¬†Juli 2011 wurden zwei verheerende Anschl√§ge in Oslo und auf der Insel Ut√łya ver√ľbt, die insgesamt 77¬†Todesopfer forderten. Premierminister Jens Stoltenberg bezeichnete den Anschlag als ‚Äěnationale Trag√∂die‚Äú und als schlimmste Gewalttat seit dem Zweiten Weltkrieg.

Politik

Verfassung

Grundlagen und Geschichte

Die norwegische Verfassung vom 17. Mai 1814 ist von der franz√∂sischen Verfassung von 1791 inspiriert. Das Prinzip der Gewaltenteilung von Montesquieu war ein wesentlicher Grundsatz. Trotz der liberalen Ausrichtung des Staatsrechts war Juden das Betreten des Reichs bis 1851 verboten. Der urspr√ľnglich d√§nisch verfasste und bis 2012 nur vorsichtig modernisierte Verfassungstext wurde zum zweihundertsten Geburtstag der Verfassung in zwei offizielle norwegische Fassungen √ľbertragen, eine in Bokm√•l und eine in Nynorsk.

Die in der Verfassung festgeschriebene Gewaltenteilung f√ľhrte im Verlauf des 19.¬†Jahrhunderts zu mehreren Machtproben zwischen der Regierungsb√ľrokratie (Exekutive), die wesentlich vom schwedischen K√∂nigshaus kontrolliert wurde, und dem Storting (der norwegischen Nationalversammlung; Legislative). Die Krone versuchte, ihre Privilegien als Exekutivmacht auszubauen und das Storting unter Berufung auf die Verfassung weitgehend von den Regierungsgesch√§ften auszuschlie√üen. Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als sich im Zuge der Industrialisierung die Klassenunterschiede zwischen der beamteten Machtelite und dem aufsteigenden B√ľrgertum in Norwegen versch√§rften. In der Gesellschaft wuchs die Ablehnung des k√∂niglichen Beamtenstaates. In der Kommunalpolitik war der nationale Regierungsapparat bereits 1837 durch die Einf√ľhrung der lokalen Selbstverwaltung praktisch entmachtet. Entsprechend energisch bem√ľhte sich der schwedische Adel um die Wahrung seines Einflusses auf nationaler Ebene.

Die Spannungen eskalierten bis 1884, dem Jahr, das in Norwegen die Einf√ľhrung des Parlamentarismus markiert. Der b√ľrgerlich-liberale Stortingsabgeordnete Johan Sverdrup setzte gegen den Widerstand von K√∂nig Oskar¬†II. das staatsrechtliche Prinzip durch, dass eine Regierung f√ľr den eigenen Machterhalt die Unterst√ľtzung des Storting ben√∂tigt. Durch diese Abh√§ngigkeit war die durch die Gewaltenteilung festgeschriebene politische Souver√§nit√§t der Monarchie zugunsten einer St√§rkung des Parlaments faktisch aufgehoben. Der K√∂nig musste Sverdrup als neuen Ministerpr√§sidenten mit der Regierungsbildung beauftragen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verf√ľgte die sozialdemokratische Arbeiterpartei unter Einar Gerhardsen von 1945 bis 1961 √ľber eine absolute Mehrheit. Danach wurden in der Regel Minderheitsregierungen gebildet. In j√ľngster Vergangenheit war die Tendenz zu beobachten, Koalitionsregierungen mit fester Mehrheit im Parlament zu bilden und auf Grundlage eines Koalitionsvertrags zu agieren. Gro√üe Koalitionen zwischen Sozialdemokraten und Konservativen hat es bislang nicht gegeben. 2007 wurde mit einer √Ąnderung von Artikel 15 der Verfassung das seit 1884 gewohnheitsrechtlich praktizierte System des Parlamentarismus im Grundgesetz festgehalten.

Bei der Parlamentswahl am 9.¬†September 2009 wurde die Arbeiderpartiet mit 30,8¬†% der Stimmen st√§rkste Partei im Storting. Die Koalition aus Arbeiderpartiet, Senterpartiet und Sosialistisk Venstreparti wurde nach der Parlamentswahl 2013 von einer Koalition der H√łyre (Konservative) und Fremskrittspartiet (dt. ‚ÄěFortschrittspartei‚Äú) unter der F√ľhrung von Ministerpr√§sidentin Erna Solberg abgel√∂st. Dieser Regierung trat nach den Parlamentswahlen 2017 im Januar 2018 die sozialliberale Venstre bei, seit Januar 2019 ist auch die christdemokratische Kristelig Folkeparti Mitglied der Koalition. Am 24.¬†Januar 2020 stieg die Fremskrittspartiet aus der Regierung aus.

Politisches System

Das Staatsoberhaupt ist K√∂nig Harald V. Er spielt im politischen System eine zeremonielle Rolle: Er ernennt formal den Ministerpr√§sidenten und die Minister, leitet gewisse Sitzungen der Regierung, er√∂ffnet das Parlament und akkreditiert die ausl√§ndischen Botschafter; bis zu einer Verfassungs√§nderung 2012 war er auch das Oberhaupt der lutherischen Kirche des Landes. Gegen vom Parlament beschlossene Gesetze gestand ihm schon die Verfassung von 1814 lediglich ein beschr√§nktes Einspruchsrecht (Veto) zu, das vom Parlament zur√ľckgewiesen werden kann. Seit der Losl√∂sung Norwegens von Schweden 1905 hat kein K√∂nig mehr von diesem Recht Gebrauch gemacht.

Exekutive: Der K√∂nig ernennt den Ministerpr√§sidenten und auf dessen Vorschlag die Minister, die keine Mehrheit des Parlaments gegen sich haben d√ľrfen (‚Äěnegativer Parlamentarismus‚Äú). Anders als in Deutschland oder Gro√übritannien gilt in Norwegen wie in den anderen skandinavischen L√§ndern das Prinzip des negativen Parlamentarismus: Eine Regierung bedarf zwar keiner ausdr√ľcklichen Mehrheit im Parlament, sie kann jedoch von einer Mehrheit des Parlaments gest√ľrzt werden. √úber die unter der Leitung des K√∂nigs regelm√§√üig stattfindenden Sitzungen des Staatsrates, dem alle Minister angeh√∂ren und in dessen Rahmen das Staatsoberhaupt die Gesetze und Verordnungen unterzeichnet, ist dieses formal in die Handlungen der Regierung eingebunden.

Legislative: Das Parlament, das Storting, besteht aus 169 Abgeordneten, die alle vier Jahre (bis 1936 jedes dritte Jahr) gewählt werden. Es tagt seit 2009 in einer Kammer. Die zuvor existierende, mehr formale als reale Gliederung in ein Odelsting und ein Lagting wurde mit Verfassungsänderung von 2007 per 2009 aufgehoben.

In Norwegen gab es bisher sechs Volksabstimmungen:

  • 1905 √ľber die Aufl√∂sung der Union mit Schweden. (Ergebnis: Ja)
  • 1905 √ľber die Einsetzung Prinz Carls von D√§nemark als K√∂nig Haakon VII. (Ergebnis: Ja)
  • 1916 √ľber das Verbot von Alkohol. (Ergebnis: Ja)
  • 1927 √ľber die Aufhebung dieses Verbots. (Ergebnis: Ja)
  • 1972 √ľber den Beitritt in die Europ√§ische Gemeinschaft. (Ergebnis: Nein)
  • 1994 √ľber den Beitritt in die Europ√§ische Union. (Ergebnis: Nein)

Unbeschadet des einheitsstaatlichen Aufbaus Norwegens ist die kommunale Selbstverwaltung gewährleistet.

Politische Indizes

Verwaltungsgliederung

Das norwegische Hauptland ist seit dem 1. Januar 2020 in elf Verwaltungsprovinzen (Fylker) eingeteilt, die traditionell in f√ľnf Landesteile (landsdel) zusammengefasst werden. Alle Fylker bis auf Oslo sind in mehrere Kommunen unterteilt, insgesamt gibt es in Norwegen seit dem 1. Januar 2020 356 Kommunen. Im Juni 2017 wurde eine umfassende Verwaltungsgebietsreform beschlossen, die am 1. Januar 2020 abgeschlossen wurde. Sie beinhaltete die Regionalreform und die Kommunalreform und sowohl die Zahl der Fylker als auch die der Kommunen sank im Rahmen ihrer Durchf√ľhrung. Alle vier Jahre werden Volksvertretungen sowohl auf Ebene der Kommunen als auch der Verwaltungsprovinzen gew√§hlt.

Die Inselgruppe Spitzbergen besitzt administrativ eine Sonderrolle. So heißt der Repräsentant der Zentralregierung in einem Fylke Statsforvalter und ist dem Kommunalministerium unterstellt, während der Sysselmann auf Spitzbergen unter der Aufsicht des Justizministeriums steht.

Fylker

Insgesamt gibt es in Norwegen elf Fylker. Vor Durchf√ľhrung der Regionalreform lag die Anzahl bei 19.

Kommunen

Insgesamt gibt es in Norwegen 356 Kommunen. In der Liste aufgef√ľhrt werden Kommunen, die am 1.¬†Januar 2021 mehr als 50.000 Einwohnern hatten.

Parteien

Bei der Parlamentswahl 2017 zogen Abgeordnete folgender neun Parteien ins Storting ein:

  • Arbeiderpartiet (Ap)
  • H√łyre (H)
  • Fremskrittspartiet (FrP)
  • Sosialistisk Venstreparti (SV)
  • Kristelig Folkeparti (KrF)
  • Senterpartiet (Sp)
  • Venstre (V)
  • Milj√łpartiet De Gr√łnne (MDG)
  • R√łdt (R)

Weitere kleinere Parteien, die vor allem in Kommunalparlamenten oder Fylkestingen vertreten sind, sind unter anderem die Kystpartiet, die Norges Kommunistiske Parti, die Demokratene, die Folkeaksjonen nei til mer bompenger und die Pensjonistpartiet.

Staatshaushalt

Die Staatsverschuldung betrug 2017 36,5¬†% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Der Staatshaushalt umfasste 2020 Ausgaben 1951 Milliarden NOK, denen Einnahmen von 1848 Milliarden NOK gegen√ľberstanden. Die Staatsausgaben im Jahr 2020 verteilten sich laut der Statistikbeh√∂rde Statistisk sentralbyr√• wie folgt:

  • Sozialausgaben: 758,4 Milliarden NOK
  • Gesundheit: 319,6 Milliarden NOK
  • Wirtschaftsangelegenheiten: 264,4 Milliarden NOK
  • Bildung: 200,0 Milliarden NOK
  • √Ėffentliche Verwaltung: 164,6 Milliarden NOK
  • Milit√§r: 69,1 Milliarden NOK
  • Freizeit, Kultur und Religion: 66,0 Milliarden NOK
  • √Ėffentliche Ordnung und Sicherheit: 43,7 Milliarden NOK
  • Umweltschutz: 34,6 Milliarden NOK
  • Wohnen und kommunale Einrichtungen: 30,7 Milliarden NOK

Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden Norwegens Staatsanleihen bereits seit dem Jahre 1990 unverändert mit der Bestnote AAA bewertet (Stand: April 2021).

Gewerkschaften

In Norwegen waren im Jahr 2020 etwa 1,94 Millionen Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft. Davon gehörten 970.000 dem Dachverband Landsorganisasjonen i Norge (LO), 380.000 Unio, 228.000 dem Yrkesorganisasjonenes Sentralforbund (YS) und 231.000 den Akademikerne an.

Außenpolitik

Norwegen ist Mitglied im Nordischen Rat, einem Forum der Nordischen L√§nder. Wirtschaftlich ist es Mitglied der Europ√§ischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Teil des Europ√§ischen Wirtschaftsraumes. Weiterhin nimmt Norwegen am Europ√§ischen Binnenmarkt der Europ√§ischen Union (EU) teil. Die Bev√∂lkerung lehnte in zwei Referenden den EU-Beitritt ab. Das Ausw√§rtige Amt schrieb im Jahr 2017, dass Norwegen sich international unter anderem f√ľr politische und wirtschaftliche Stabilit√§t und den Ausbau des V√∂lkerrechts einsetze. Zu den Hauptzielen der norwegischen Au√üenpolitik geh√∂re dabei neben der Wahrung der nationale Souver√§nit√§t das Engagement im Bereich der Menschenrechte sowie die Einbindung in internationale Organisationen wie der NATO. Die norwegische Wirtschaftspolitik sei dabei auch von maritimen Interessen gepr√§gt.

Mit Deutschland unterh√§lt Norwegen direkte Beziehungen seit der Unabh√§ngigkeit im Jahr 1905. Deutschland gilt als einer der wichtigsten Zusammenarbeitspartner in der EU. Im Jahr 1999 zog die norwegische Botschaft von Bonn nach Berlin, wo die nordischen Staaten den Komplex der Nordischen Botschaften unterhalten. √Ėsterreich und Norwegen nahmen 1906 diplomatische Beziehungen auf. √úber die Zeit hinweg lagen die f√ľr √Ėsterreich zust√§ndigen Botschaften in Berlin, Prag und Bern. Im Jahr 1960 wurde die norwegische Botschaft in Wien er√∂ffnet. Sowohl √Ėsterreich und Norwegen geh√∂ren zu den Gr√ľndungsmitgliedern der EFTA. Die norwegische Botschaft in Bern ist neben der Schweiz auch f√ľr Liechtenstein und Vatikanstadt zust√§ndig. Liechtenstein und die Schweiz geh√∂ren gemeinsam mit Norwegen zu den verbleibenden EFTA-Mitgliederstaaten. Deutschland, √Ėsterreich und die Schweiz haben jeweils Botschaften in Oslo.

Vor der Februarrevolution 1917 hatte eine rege Handelst√§tigkeit mit Russland bestanden, welche eine eigene Mischsprache (Russenorsk) hervorgebracht hatte. Nach dem Ende der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde die Zusammenarbeit erneut verst√§rkt. Im Jahr 2010 konnten sich Norwegen und Russland auf eine Grenze der jeweiligen Hoheitsgebiete in der Barentssee einigen. F√ľr die Grenzbewohner Russlands und Norwegens wurde 2012 eine visumsfreie Zone von etwa 30 Kilometern auf beiden Seiten der Grenze eingerichtet. Ab Mitte der 2010er-Jahre verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den L√§ndern erneut.

Umweltpolitik

Norwegen verfolgt das Ziel, bis 2025 im Bereich der PKW und leichten Nutzfahrzeuge keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zuzulassen. Der Kauf von Elektroautos wird unter anderem durch eine niedrigere Besteuerung staatlich gef√∂rdert. 2020 war Norwegen das weltweit erste Land mit einer Elektroauto-Zulassungsquote von √ľber 50¬†%.

Militär

Die norwegische Armee (Forsvaret) besteht aus den vier Teilstreitkr√§ften Heer (H√¶ren), Marine (Sj√łforsvaret), Luftwaffe (Luftforsvaret) und der Heimatschutzmiliz (Heimevernet). Norwegen ist ein Gr√ľndungsmitglied der NATO und das Land war der erste NATO-Mitgliedsstaat, der bei allen Positionen im Milit√§r die Zugangsbeschr√§nkung f√ľr Frauen aufhob. Es existiert eine zw√∂lfmonatige Wehrpflicht f√ľr M√§nner und Frauen. Norwegen gab 2019 etwa 1,86 Prozent seiner Wirtschaftsleistung f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Mitte des Jahres 2007 hat die norwegische Luftwaffe von den USA den Schutz des Nachbarlandes Island √ľbernommen, das √ľber keine eigenen Streitkr√§fte verf√ľgt.

Wirtschaft

Allgemein

Norwegen ist ein an Naturressourcen wie Fischen, Erd√∂l, Erdgas und Mineralien reicher und hoch entwickelter Industriestaat. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf geh√∂rt es zu den reichsten L√§ndern der Welt. Norwegens Wirtschaftsraum gilt als eine gelenkte Volkswirtschaft und die meisten Unternehmen haben private Eigent√ľmer. Der Staat ist allerdings Haupteigent√ľmer mehrerer gro√üer Industriebetriebe wie der Gas- und √Ėlf√∂rdergesellschaft Equinor und dem Aluminiumproduzenten Norsk Hydro. Eine wichtige Einnahmequelle ist der Export von Erd√∂l und -gas. Norwegen ist des Weiteren Europas gr√∂√üter und weltweit zweitgr√∂√üter Exporteur von Fisch und Meeresfr√ľchten und der Fischfang ist von gr√∂√üerer wirtschaftlicher Bedeutung.

Die Einnahmen aus der √Ėlindustrie stellen die Grundlage f√ľr den Staatlichen Pensionsfonds (Statens pensjonsfond utland oder Oljefondet) dar. Der im Jahr 1996 gegr√ľndete Pensionsfonds hat einen Marktwert von etwa 10.398¬†Mrd. NOK (ca.¬†997¬†Mrd. Euro). Nach der sogenannten Handlungsregel d√ľrfen j√§hrlich maximal 4¬†% des Kapitalstocks aus dem Fonds zur Finanzierung des Staatshaushalts entnommen werden. Diese Obergrenze soll zuk√ľnftig auf 3¬†% abgesenkt werden. Im Haushaltsjahr 2016 wurden dem √Ėlfonds insgesamt 220¬†Mrd. NOK (etwa 26¬†Mrd. Euro) entnommen. Das sind etwa 3¬†% des Kapitalstocks. In der norwegischen Politik und √Ėffentlichkeit besteht Konsens dar√ľber, dass die norwegischen √Ėl- und Gasreserven unter Beachtung von strengen Umwelt- und Sicherheitsstandards ausgebeutet und dem Nutzen der Allgemeinheit zugef√ľhrt werden sollen. Im Haushalt 2017 rechnet die Regierung mit Einnahmen aus dem √Ėl- und Gassektor in H√∂he von 164¬†Mrd. NOK (ca.¬†18¬†Mrd. Euro), das sind 14¬†% der gesamten erwarteten Staatseinnahmen.

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2019 bei 3,72¬†% und war damit eher niedrig. Die Jugendarbeitslosigkeit betrug im Jahr 2018 einer Sch√§tzung zufolge 9,7¬†%. Im Jahr 2016 arbeiteten 2,1¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Land- und Forstwirtschaft, 19,3¬†% in der Industrie und 78,6¬†% im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wurde f√ľr Ende 2020 mit 2,68 Millionen angegeben, wovon etwa 1,26 Millionen Personen Frauen waren.

Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards (EU27 = 100) erreichte Norwegen 2019 einen Index von 147. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Norwegen Platz 11 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit wird das Land 2021 auf Platz 28 von 178 L√§ndern gef√ľhrt. Norwegen stand, laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017, auf Rang¬†23 weltweit beim nationalen Gesamtverm√∂gen. Der Gesamtbesitz an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 1.286¬†Milliarden US-Dollar. Das Verm√∂gen pro erwachsener Person betr√§gt 320.475¬†Dollar im Durchschnitt und 130.543¬†Dollar im Median (in Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Beim Verm√∂gen je Einwohner geh√∂rte Norwegen damit zu den Top¬†10 L√§ndern weltweit. Insgesamt war 28,6¬†% des gesamten Verm√∂gens der Norwegen finanzielles Verm√∂gen und 71,4¬†% nicht-finanzielles Verm√∂gen. Der Gini-Koeffizient bei der Verm√∂gensverteilung lag 2017 bei 80,5 was auf eine relativ hohe Verm√∂gensungleichheit hindeutet. Insgesamt 5¬†% der Norweger sind Verm√∂gensmillion√§re.

Norwegen hat 2003 als erstes Land eine Geschlechterquote eingef√ľhrt. Seit 2008 ist eine Quote von mindestens 40¬†% Frauen in Aufsichtsr√§ten b√∂rsennotierter Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben.

Außenhandel

Norwegen ist Mitglied der Europ√§ischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Teil des Europ√§ischen Wirtschaftsraums (EWR). Das EWR-Abkommen (norwegisch: E√ėS-avtalen) gilt als Norwegens wichtigstes Handelsabkommen. Die meisten der Freihandelsabkommen zwischen Norwegen und anderen L√§ndern sind gemeinsam mit den weiteren EFTA-Mitgliedsstaaten verhandelt worden. Insgesamt ist der Au√üenhandel f√ľr Norwegen positiv, 2020 lag der Export√ľberschuss bei 10,4 Milliarden NOK. Im Vergleich zum Vorjahr war der Export um 15,5¬†% eingebrochen, der √úberschuss lag 2019 noch bei einem Wert von 156,75 Milliarden NOK. Wichtige Importg√ľter sind unter anderem Maschinen und Fahrzeuge. Der Export von Brennstoffen stellt eine wichtige Einnahmequelle dar und machte 2019 etwa 47¬†% des Gesamtexports aus.

Kennzahlen

Energie

Energie allgemein

Die elektrische Energie stellt eine wichtige Energiequelle f√ľr Norwegen dar, wobei die Wasserkraft eine bedeutende Rolle spielt. Im Jahr 2018 hatte Norwegen mit 24.047 kWh pro Kopf nach Island den zweith√∂chsten Stromverbrauch der Welt, der OECD-Schnitt lag bei etwa 8000 kWh. Die Industriebetriebe standen im Jahr 2019 f√ľr zirka 85¬†% des Bedarfs. Die elektrische Energie ist im europ√§ischen Vergleich eher billig und der Anteil an Haushalten, in denen das Heizsystem auf ihr aufbaut, ist im europ√§ischen Vergleich hoch. Im Bereich des Transports sind jedoch vor allem auf Petroleum basierende Kraftstoffe verbreitet. Etwa 90¬†% des Stroms wird in Anlagen gewonnen, die Eigentum von Kommunen, Fylkeskommunen oder dem norwegischen Staat darstellen. Der Staat ist durch den staatlichen Energiekonzern Statkraft im Besitz von etwa 35¬†% der Produktion. Im norwegischen Hauptland existieren weder Kern- noch Kohlekraftwerke, was unter anderem auf einen Beschluss des Nationalparlaments aus dem Jahr 1979 zur√ľckzuf√ľhren ist. In diesem wurde festgelegt, weiter auf den Ausbau der Wasserkraft zu setzen.

Wasserkraft

Ein gro√üer Teil des Strombedarfs des Landes wird durch heimische Wasserkraftwerke gedeckt. Zu Beginn des Jahres 2021 existierten etwa 1680 Wasserkraftwerke in Norwegen, welche f√ľr etwa 90¬†% der norwegischen Stromerzeugung sorgten. Die Speicherkapazit√§t der norwegischen Speicherkraftwerke liegt bei etwa 70¬†% des j√§hrlichen Energiebedarfs. Die Nutzung der Wasserkraft hat in Norwegen eine lange Tradition und war Grundlage der Industrialisierung des Landes. Auf einfache Wasserm√ľhlen folgten wassergetriebene Generatoren und sp√§ter kleinere und gr√∂√üere Wasserkraftwerke zur Gewinnung elektrischer Energie.

Zwischenstaatlicher Stromtransport

Mit seinem zu einem hohen Anteil aus Pumpspeicherkraftwerken gewonnenen Strom beteiligt sich Norwegen am Stromaustausch mit anderen europ√§ischen Staaten. In Zeiten, in denen die Wasserkraftwerke viel Strom erzeugen k√∂nnen, verkauft Norwegen Strom an andere Staaten. Wird hingegen die Stromproduktion in den Wasserkraftwerken nicht durch hohe Niederschlagswerte oder die Schneeschmelze beg√ľnstigt und ist der Strom in anderen L√§ndern kosteng√ľnstiger, kauft Norwegen Strom zu. In den norwegischen Pumpspeicherkraftwerken wird dann Wasser f√ľr sp√§ter gespeichert.

Neben mehreren Leitungen zwischen Norwegen und Schweden bestehen unter anderem die √úbertragungsleitungen Cross-Skagerrak zwischen Kristiansand und D√§nemark. 2008 wurde mit NorNed eine etwa 580 Kilometer lange Seekabelverbindung zwischen Norwegen und den Niederlanden in Betrieb genommen. Das Seekabel NordLink zwischen Norwegen und Deutschland ist seit 2021 im Regelbetrieb; es kann eine Leistung von 1.400¬†MW √ľbertragen. Weitere Projekte befinden sich in der Umsetzungsphase. Die von National Grid und Statnett vereinbarte Seekabelverbindung NSN Link zwischen Norwegen und England soll 2021 in Betrieb gehen. Zus√§tzlich ist eine Seekabelverbindung NorGer zwischen Norwegen und Deutschland geplant, deren Umsetzung aber noch unklar ist.

Erdgas

Norwegen war 2017 (geschätzt) mit 123,9 Mrd. m³ das weltweit siebtgrößte Erdgasförderland. Die norwegischen Erdgasfelder befinden sich in der Nordsee, im Europäischen Nordmeer und in der Barentssee. Norwegen war 2017 (geschätzt) mit 120,2 Mrd. m³ das weltweit drittgrößte Erdgasexportland. Statoil kontrollierte 2017 etwa 70 % der norwegischen Gasexporte. Norwegen deckt etwa ein Drittel des deutschen Erdgasbedarfs (2017). Die beiden Europipe-Erdgasleitungen verbinden das norwegische Erdgasfeld Ekofisk (Europipe 1) in der Nordsee sowie das norwegische Festland (Europipe 2) mit Deutschland.

Erdöl

Norwegen war im Jahr 2018 mit einer gesch√§tzten Produktionsmenge von 1.517.000 Barrels pro Tag das weltweit f√ľnfzehntgr√∂√üte Erd√∂lf√∂rderland. Nachdem man erste norwegische Bohrinseln in der Nordsee gebaut hatte, stieg die Produktion ab den 1970er-Jahren an. Sp√§ter erweiterte man die Aktivit√§t auch auf das Europ√§ische Nordmeer und die Barentssee, die allerdings im Vergleich zur Nordsee weniger erforscht worden sind. Das √Ėlf√∂rdermaximum wurde in den Jahren 2000/2001 erreicht, die F√∂rdermengen sind seitdem r√ľckl√§ufig.

Die starke norwegische Erd√∂lindustrie und die vergleichsweise geringe Bev√∂lkerung bewirken Norwegens sehr hohes Pro-Kopf-Einkommen. Um die Finanzierung des teuren, sehr engmaschigen sozialen Netzes langfristig zu sichern, wurde 1990 der staatlich gef√ľhrte Norwegische Staatliche Pensionsfonds Ausland (Statens pensjonsfond utland oder Oljefondet) eingerichtet. In ihm werden die Ertr√§ge aus dem √Ėlexport angelegt. Das geschieht ausschlie√ülich auf ausl√§ndischen M√§rkten, um ein finanzielles √úberhitzen der inl√§ndischen Wirtschaft und eine zu starke Aufwertung der norwegischen Krone zu verhindern. Der Wert des norwegischen √Ėlfonds betrug im Ende 2019 ca. 949 Milliarden Euro (10.088 Milliarden NOK), was einem Betrag von ca. 179.000¬†Euro je Norweger entsprach.

Nach dem Einbruch des √Ėlpreises in der zweiten Jahresh√§lfte 2014 stockten sowohl die F√∂rderung als auch die Erschlie√üungst√§tigkeiten f√ľr die √Ėlgewinnung in gr√∂√üeren Tiefen wegen der hohen Kosten. In Norwegen sollen rund zehn Prozent der rund 100.000¬†Arbeitspl√§tze in der √Ėlindustrie zur Disposition stehen. Der staatliche Energiekonzern Statoil geriet 2014 erstmals seit seinem B√∂rsengang in die roten Zahlen.

In Stavanger befindet sich das wirtschaftliche Zentrum der norwegischen Erdölindustrie sowie das Norwegische Erdölmuseum.

Windenergie

Zu Beginn des Jahres 2021 lagen in Norwegen 53 Windparks mit einer Kapazit√§t von insgesamt 3977 MW. Im Jahr 2020 wurden etwa 6,4¬†% des produzierten Stroms mit Wind gedeckt. Der erste Windpark war der Sm√łla vindpark, der im Jahr 2002 in Betrieb genommen wurde. Die Nutzung von Windenergie wird ausgebaut: 2014 waren Windkraftanlagen mit einer Leistung von 819¬†MW installiert, Ende 2017 waren es 1.188¬†MW und 2019 2.444¬†MW. Der gr√∂√üte landgebundene Windpark Europas ist der Windpark Fosen Vind, der seit dem Abschluss des Testbetriebs im M√§rz 2021 Strom liefert.

Tourismus

Norwegen ist j√§hrlich das Ziel von mehreren Millionen Touristen. 2019 besuchten 5,88 Millionen Touristen das Land, die etwa 4,9¬†Milliarden US-Dollar ausgaben. Im Bereich des Tourismus waren im Jahr 2017 etwa 6,9¬†% der Arbeitspl√§tze zu verorten und die Einnahmen durch den Tourismus machten 4,3¬†% der Gesamteinnahmen aus. F√ľr einzelne Gegenden, wie etwa Spitzbergen ist der Tourismus eine sehr wichtige Einnahmequelle. Im Jahr 2018 wurden 33,8 Millionen √úbernachtungen verzeichnet, etwa 10,1 Millionen wurden auf Ausl√§nder zur√ľckgef√ľhrt. Die bedeutendsten Herkunftsl√§nder waren dabei Deutschland, Schweden und die Vereinigten Staaten. Neben Hotels und hotel√§hnlichen Betrieben, die etwa 70¬†% der √úbernachtungen verzeichneten, waren Camping und die sogenannten Hytten die meist genutzten √úbernachtungsarten. Des Weiteren sind Kreuzfahrten, wie etwa mit der Postschifflinie Hurtigruten, weit verbreitet. Die Sommersaison ist die Zeit mit den meisten Besuchern. Im Jahr 2019 verteilten sich 52¬†% der √úbernachtungen auf die Monate Mai bis August. Bedeutende Faktoren f√ľr Urlaubsreisen nach Norwegen au√üerhalb des Sommers sind vor allem der Wintersport und die Polarlichter.

F√ľr die Tourismusstrategie Norwegens ist die halbstaatliche Gesellschaft Innovasjon Norge zust√§ndig. F√ľr das Jahr 2006 gab diese an, dass unter anderem die Skisprungschanze Holmenkollbakken und das dazu geh√∂rende Museum, das historische Stadtviertel und Weltkulturerbe Bryggen in Bergen, der Tierpark Kristiansand Dyrepark sowie der Freizeitpark TusenFryd zu den meistbesuchten Einrichtungen z√§hlten. Laut Sch√§tzungen war der Vigelandspark in Oslo mit √ľber einer Million Personen am meisten besucht. Gefragte Ausflugsziele waren des Weiteren die Wasserf√§lle V√łringsfossen, Kjosfossen, L√•tefossen und Steinsdalsfossen, die Passstra√üe Trollstigen sowie die Fjorde Geirangerfjord und N√¶r√łyfjord. Zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen z√§hlen heute die Oslo-Region, die Gegend um Troms√ł, die Inselgruppe Lofoten sowie die Gegend um Bergen. Von der norwegischen Stra√üenverkehrsbeh√∂rde Statens vegvesen wurden sogenannte Landschaftsrouten konzipiert.

In Norwegen gibt es insgesamt acht UNESCO-Welterbestätten.

Nahrungswirtschaft

Fischerei und Walfang

Norwegen gehört zu den größten Fischerei-Nationen der Welt und die Fischerei ist eine der ältesten Wirtschaftszweige des Landes. Im Jahr 2018 lag Norwegen gemessen an der Fischfangmenge nach Angaben der Weltbank auf Platz elf im weltweiten Vergleich. Norwegen brachte laut diesem Bericht im Jahr 2018 etwa 4,0 Millionen Tonnen an Land. 2016 stammten 1,33 Millionen Tonnen des gesamten norwegischen Fangs aus Aquakulturen, womit Norwegen in diesem Bereich auf Platz neun lag.

Im Jahr 2019 wurde Fisch im Wert von etwa 104 Milliarden Kronen exportiert, wobei der Lachsexport mit einem Wert von etwa 72 Milliarden Kronen vor Kabeljau die wichtigste Einnahmequelle waren. Weitere bedeutende Fischarten waren unter anderem Heringe und Makrelen.

Walfang in Norwegen hat eine lange Tradition. Durch gesetzliche Beschr√§nkungen ging die Bedeutung allerdings zur√ľck. Gemeinsam mit Island widersprach Norwegen dem Internationalen √úbereinkommen zur Regelung des Walfangs der Internationalen Walfangkommission (IWC). Entsprechend ist kommerzieller Walfang erlaubt und es werden j√§hrliche Fangquoten festgelegt.

Alkohol

Norwegen betreibt eine restriktive Alkoholpolitik, die im 19. Jahrhundert mit Steuern und Produktionsbeschr√§nkungen begann. W√§hrend der 1914 gestarteten Prohibition in Norwegen wurde der Verkauf von Alkohol beschr√§nkt und teilweise verboten. Im Jahr 1936 f√ľhrte Norwegen als erstes Land der Welt eine Promillegrenze f√ľr das F√ľhren von Kraftfahrzeugen ein. Diese sank im Jahr 2001 von 0,5 auf 0,2 Promille. Alkoholische Getr√§nke bis zu 4,7 Volumenprozent d√ľrfen in Lebensmittelgesch√§ften verkauft werden. Getr√§nke, deren Alkoholgehalt h√∂her ist, k√∂nnen nur im Vinmonopolet und in Einrichtungen mit Schankgenehmigung erworben werden. Erste Vinmonopole wurden im Jahr 1922 im Rahmen einer Lockerung der Prohibition er√∂ffnet. Neben dem besteuerten Verkauf gibt es auch nicht-besteuerten Verkauf, der vor allem an Flugh√§fen und auf F√§hren praktiziert werden darf. Im Vergleich zu anderen europ√§ischen L√§ndern wird in Norwegen wenig Alkohol erworben. Im Jahr 2017 wurde der Alkoholverkauf pro mindestens 15 Jahre altem B√ľrger mit etwa 6,72 Liter reinem Alkohol auf das Jahr verteilt angegeben. Der davon nicht in Norwegen besteuerte Teil, wozu auch der im Grenzhandel eingef√ľhrte Alkohol z√§hlt, wurde mit 0,78 Litern angesetzt.

Telekommunikation

In der 2020er-Ausgabe des Medienberichts Norsk mediebarometer des Statistischen Zentralb√ľros wurde festgestellt, dass 98¬†% der Bev√∂lkerung Zugang zum Internet haben sowie dass 99¬†% ein Mobiltelefon und 96¬†% ein Smartphone besitzen. Neun von zehn Personen verwendeten im Jahr 2020 an einem durchschnittlichen Tag das Internet, das beliebteste soziale Medium war Facebook. Bereits im Jahr 2004 besa√üen 90¬†% ein eigenes Mobiltelefon und 66¬†% hatten einen Internetzugang. Gr√∂√üter Telekommunikationsanbieter des Landes ist Telenor.

Transport und Verkehr

Aufgrund der L√§nge und der geologischen Verh√§ltnisse des Landes ist der Bau und die Instandhaltung von Verkehrsinfrastruktur aufwendig und teuer. Bis in die zweite H√§lfte des 19. Jahrhunderts bildete deshalb die Seefahrt vielerorts die Grundlage f√ľr das Transportwesen. Erst dann konnte durch den Aufbau von Eisenbahnstrecken ein Teil des Verkehrs aufs Land verlegt werden. Im 20. Jahrhundert wuchs die Bedeutung des Luft- und Stra√üenverkehrs f√ľr den Personentransport an, auch im G√ľtertransport fand eine Verlagerung vom Seeweg auf die Stra√üen statt. Der von der Weltbank erstellte Logistics Performance Index 2018 listet Norwegen auf Platz 21.

Straßenverkehr

In Norwegen erreichte im Jahr 2018 das √∂ffentliche Stra√üennetz eine L√§nge von insgesamt etwa 94.902 Kilometern. Die heutige Aufteilung des Stra√üennetzes in Riksveier (deutsch: Reichsstra√üen), Fylkesveier (deutsch: Fylkesstra√üen) und kommunale Stra√üen geht weitgehend auf ein Gesetz aus dem Jahr 1931 zur√ľck. Aufgrund der geographischen Verh√§ltnisse gehen viele Br√ľcken und Tunnel, teilweise in Form von Unterwassertunneln, in das Stra√üennetz ein. Besonders in den von Fjorden gepr√§gten K√ľstenregionen sind Autof√§hren weiterhin von gro√üer Bedeutung.

Schienenverkehr

Die erste Bahnstrecke wurde im Jahr 1854 er√∂ffnet und verband Oslo mit Eidsvoll. Im Jahr 1861 erfolgte die Inbetriebnahme der ersten rein staatlichen Bahnlinie. In den folgenden Jahren wurde das Netz weiter ausgebaut, die Linie Bergensbanen stand 1909 fertig. Ab etwa 1957 ging die Gesamtschienenl√§nge durch die Einstellung kleinerer Seitenlinien zur√ľck. Wegen des verst√§rkten Automobilaufkommens ab den 1960er-Jahren verlor die Eisenbahn weiter an Bedeutung.

Das Schienennetz umfasste im Jahr 2020 etwa 4200¬†Kilometer, von denen 2541¬†Kilometer elektrifiziert waren. Betrieben werden die meisten Personenz√ľge durch das Unternehmen Vy. Die Oslo Sentralstasjon (Oslo S) ist der gr√∂√üte Bahnhof des Landes. Weitere wichtige Bahnh√∂fe sind unter anderem der Bahnhof von Bergen sowie die Bahnh√∂fe in Trondheim, Bod√ł, Stavanger und Kristiansand. Keine Bahnanbindung hat das Fylke Troms og Finnmark. Die Umsetzung des Eisenbahnprojekts Nord-Norgebanen, das eine Anbindung bis Troms√ł vorsieht, wurde im Mai 2020 vom Storting abgelehnt.

Im Jahr 1894 erhielt Oslo als erste norwegische Stadt eine elektrische Straßenbahn, 1897 folgte Bergen und 1901 Trondheim. Ein U-Bahn-System gibt es nur in Oslo (Oslo T-bane).

Luftverkehr

Aufgrund der Gebirge und langgezogenen Fjorde werden oft auf verh√§ltnism√§√üig kurzen Distanzen im Luftverkehr im Vergleich zum Stra√üenverkehr gro√üe Reisezeitersparnisse erzielt. Erste Fl√ľge fanden in Norwegen im Jahr 1912 statt. Ab den 1970er-Jahren und erneut ab 2002 begann die Zahl der j√§hrlichen Flugpassagiere in Norwegen stark zu steigen.

Die dem Verkehrsministerium unterstellte Gesellschaft Avinor betreibt 44 Flugh√§fen in Norwegen, weitere Flugh√§fen sind in privatem Besitz. Der gr√∂√üte Verkehrsflughafen Norwegens ist Oslo-Gardermoen. Den Betrieb der kleineren Flugh√§fen finanziert Avinor aus den Gewinnen an den gr√∂√üten Flugh√§fen. Die wichtigsten einheimischen Fluggesellschaften sind SAS Scandinavian Airlines, Norwegian Air Shuttle und die Regionalfluggesellschaft Wider√łe, deren Fl√ľge im d√ľnn besiedelten Norden subventioniert werden. Neben Oslo-Gardermoen sind die weitere wichtige Flugh√§fen die in Bergen, Stavanger, Trondheim, Troms√ł, Bod√ł, √Ölesund, Sandefjord-Torp und Kristiansand.

Schiffsverkehr

Norwegen geh√∂rt zu den gr√∂√üten Schifffahrtsnationen und hat die viertgr√∂√üte Handelsflotte der Welt. Im Jahr 2020 waren 1571 Schiffe √ľber 1000¬†BRT in Norwegen registriert. Die Geographie Norwegens gibt der Schifffahrt eine besonders gro√üe Bedeutung. F√ľr die Verwaltung der K√ľsteninfrastruktur ist die Beh√∂rde Kystverket zust√§ndig.

Ab 1893 stellten Schiffe der Hurtigruten die Verbindung zwischen Trondheim und Hammerfest her, sp√§ter wurde die Linie verl√§ngert. Dort werden bis heute Waren, Post und Passagiere transportiert, mit der Zeit wurden auch Touristen auf die Verbindung aufmerksam. Insgesamt werden 34 H√§fen im t√§glichen Liniendienst angesteuert. Mit dem verst√§rkten Ausbau der Infrastruktur auf dem Land verloren viele Schiffsverbindungen an Bedeutung, die als Kystruta bekannte Route zwischen Oslo und Bergen wurde beispielsweise im Jahr 1969 eingestellt. Vor allem in den Provinzen Vestland, Tr√łndelag und Nordland werden Schnellboote wie Katamarane im Lokalverkehr eingesetzt.

Kultur

Im Jahr 2000 war die Stadt Bergen die Kulturhauptstadt Europas, 2008 war es Stavanger. In Oslo wird jährlich der Friedensnobelpreis vergeben.

K√ľche

Bildende Kunst und Architektur

Als bekannteste Maler Norwegens z√§hlt Edvard Munch, seine Werke sind gr√∂√ütenteils im Munch-Museum in Oslo zu sehen. Als wichtigster Bildhauer des Landes gilt Gustav Vigeland. Im 19. Jahrhundert wurden Maler wie Johan Christian Clausen Dahl, Adolph Tidemand und Hans Gude international bekannt. Der auf Landschaftsmalerei spezialisierte Dahl wird auch als ‚ÄěVater der norwegischen Malerei‚Äú bezeichnet.

Da Norwegen lange Zeit ein eher armes Land war, wurden bis ins Mittelalter kaum monumentale Bauwerke errichtet. Holz war bis zur Christianisierung Norwegens und dem Bau erster Kirchengeb√§ude aus Stein das dominierende Baumaterial, wurde aber auch danach noch h√§ufig genutzt. Durch die Pestepidemien kam es ab Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem R√ľckgang der Baut√§tigkeit, der erst im 16. Jahrhundert mit neuen Renaissance-Bauwerken endete. Ab etwa 1700 begannen die reichsten Stadtbewohner prunkvollere Privath√§user zu erbauen, so etwa Stiftsg√•rden in Trondheim.

Im 19. Jahrhundert wurden von √∂ffentlicher Hand mehrere klassizistische Geb√§ude wie das K√∂nigliche Schloss Oslo erbaut. Bedeutende Architekten waren hierbei unter anderem Hans Ditlev Franciscus von Linstow und Christian Heinrich Grosch. Wie in vielen anderen L√§ndern wurde auch in Norwegen in der Zeit um 1900 versucht, einen eigenen Architekturstil zu entwickeln, wobei der Drachenstil entstand. Neben den mittelalterlichen Stabkirchen z√§hlten auch die als Lebensmittelspeicher verwendeten Stabbur zur typisch norwegischen Baukunst. Auf die Zeit der norwegischen Nationalromantik folgten Perioden, in denen Neobarock, Neoklassizismus und Funktionalismus gr√∂√üere Verbreitung fanden. Bedeutende Architekten im 20. Jahrhundert waren unter anderem Henrik Bull und Sverre Fehn. Anfang der 2000er-Jahre begann das Architekturb√ľro Sn√łhetta internationale und nationale Projekte wie das Opernhaus Oslo umzusetzen.

Bekannte norwegische Bauwerke sind heute unter anderem die h√∂lzernen Stabkirchen. Von den 28 erhaltenen Stabkirchen werden die Stabkirche Borgund und die Stabkirche Urnes als UNESCO-Weltkulturerbe gef√ľhrt. Zu den bekanntesten modernen Kirchen z√§hlt die Eismeerkathedrale in Troms√ł.

Medien

Bibliotheken

Wichtiger Bestandteil des Bibliothekswesen Norwegens ist die Tatsache, dass die Nutzung von Bibliotheken f√ľr alle Bewohner Norwegens gratis ist, wobei jede Kommune zum Betrieb einer Bibliothek verpflichtet ist. Norwegen hat eines der umfassendsten Systeme f√ľr Pflichtexemplarabgabe weltweit.

Rundfunk

Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Norsk rikskringkasting (NRK) bietet landesweite Fernseh- und Radioprogramme sowie regionale Angebote. Größere private Fernsehsender sind TV 2 und TVNorge. Im Jahr 2020 sahen 48 % der Bevölkerung an einem Durchschnittstag Fernsehen, ohne Einberechnung von Onlineangeboten waren es 39 %. Die beliebtesten Fernsehsender waren NRK1 und TV 2. 49 % der Norweger hörten 2020 täglich Radio, im Jahr 1991 lag der Wert noch bei 71 %. Die Radiosender mit der größten Hörerschaft waren NRK P1 und P4 Radio Hele Norge.

Zeitungen

Im Jahr 2020 lasen an einem durchschnittlichen Tag etwa 24¬†% der Bev√∂lkerung eine gedruckte Zeitung, im Jahr 1994 lag der Wert bei 85¬†%. Der Anteil der Bev√∂lkerung die Onlinezeitungen oder Zeitungen im gedruckten Format lasen, lag 2020 bei 77¬†%. 2012 nutzten nach einer repr√§sentativen Befragung f√ľr das Norsk mediebarometer 25¬†Prozent der Befragten zwei und mehr Zeitungen; 1991 waren das noch 50¬†Prozent.

Die auflagenst√§rksten Titel des Lands waren im Jahr 2019 die Aftenposten, die Boulevardzeitungen Verdens Gang (VG), Dagbladet sowie die Bergener Tageszeitung Bergens Tidende. Im digitalen Bereich f√ľhrend waren die Webauftritte von VG, dem norwegischen Rundfunk NRK, von Dagbladet und von TV 2. Es gibt noch zahlreiche Regionalzeitungen. Ende 2010 erschienen 226 Zeitungen in Norwegen, Ende 2019 noch 218. Die beiden gr√∂√üten Zeitungskonzerne waren im Jahr 2019 Schibsted und Amedia, die zusammen 86 Zeitungen herausgaben.

Literatur

Theater

Das erste professionelle Theater Norwegens wurde im Jahr 1827 gegr√ľndet, wobei der Betrieb zun√§chst in privater Hand lag. Erst ab den 1920er-Jahren wurden erste Staatszusch√ľsse verteilt. Wichtige Sprechtheaterb√ľhnen sind heute das in Oslo gelegene Nationaltheatret als das gr√∂√üte norwegische Theater, Den Nationale Scene in Bergen als das √§lteste norwegische Theater und das Norske Teatret in Oslo, welches in der Sprachform Nynorsk spielt. Weitere gr√∂√üere Theater sind das Tr√łndelag Teater in Trondheim, das Rogaland Teater in Stavanger, das Agder Teater in Kristiansand, das Drammens Teater in Drammen sowie das samische Beaivv√°Ň° S√°mi NaŇ°un√°late√°hter in Kautokeino. Das gr√∂√üte Musiktheater Norwegens ist Den Norske Opera & Ballett, beheimatet im Opernhaus Oslo.

Einer der wichtigsten Dramatiker war der Nationaldichter Henrik Ibsen (1828‚Äď1906) mit heute noch viel gespielten Dramen, wie Peer Gynt oder die Die Wildente. Ein weitere einflussreiche Person im Bereich des norwegischen Theaters ist etwa der Literaturnobelpreistr√§ger Bj√łrnstjerne Bj√łrnson.

Film

Musik

Volksmusik hat in Norwegen eine lange Tradition und taucht bereits in altnordischen literarischen Quellen auf. In der samischen Volksmusik gehört Joik zu den wichtigsten Elementen. In moderner Zeit ist die Sängerin Mari Boine eine der bekanntesten Vertreterinnen der samischen Musik Norwegens. Als bekanntester norwegische Komponist gilt Edvard Grieg mit seinen romantischen Kompositionen. Weitere Komponisten von Bedeutung sind u. a. Johan Svendsen, Ole Bull, und Ludvig Mathias Lindeman.

Im Bereich der Populärmusik zählt die Band a-ha zu den erfolgreichsten norwegischen Vertretern. Wencke Myhre ist eine der bekanntesten Schlagersängerinnen, die in den 1960er-Jahren auch in deutschsprachigen Ländern erfolgreich wurde. Ab Ende der 1990er-Jahre wurde HipHop von größerer Bedeutung in der Jugendkultur, wobei in Norwegen das Duo Karpe zu den erfolgreichsten Akteuren des Genres gezählt wird. Im Bereich der elektronischen Musik gelang es etwa Kygo und dem Duo Stargate internationale Erfolge zu erzielen.

In der Metal-Szene ist Norwegen ber√ľhmt f√ľr seine zahlreichen Black-Metal-Bands wie Enslaved. Die norwegischen Bands werden f√ľr das Genre als pr√§gend angesehen. Norwegen verf√ľgt des Weiteren √ľber eine sehr vitale Jazz-Szene mit mehreren Jazzveranstaltungen wie beispielsweise das Kongsberg Jazzfestival. Wichtige Vertreter sind unter anderem Jan Garbarek, Knut Riisn√¶s, Terje Rypdal und Karin Krog. Bedeutende norwegische Musikpreise sind der Spellemannpris, der Kritikerpris und der Buddypris f√ľr Jazzmusik.

Welterbe

Bisher wurden acht Welterbestätten in Norwegen von der UNESCO anerkannt. Zuletzt wurden im Jahr 2015 die Industriestädte Rjukan und Notodden in die Liste der Welterbestätten aufgenommen.

Die acht Welterbestätten sind:

  • das Hanseviertel Bryggen in der Stadt Bergen
  • die Stabkirche Urnes
  • die ehemalige Kupferbergbaustadt R√łros in Mittelnorwegen
  • die Steinritzungen in Alta in Nordnorwegen
  • der Vega-Archipel, eine einmalig offene Kulturlandschaft
  • der Struve-Bogen, ein geod√§tischer Messpunkt
  • die westnorwegischen Fjorde Geirangerfjord und N√¶r√łyfjord
  • die Rjukan-Notodden Industrie-Erbe-St√§tten mit der Rjukanbanen

Sport

Norwegen ist in erster Linie eine Wintersportnation und hat eine lange Tradition im nordischen Skisport. Viele Entwicklungen des Skisports, vor allem im Bereich des Skispringens und des Skilanglaufs, haben ihren Ursprung in Norwegen. Das Land ist in vielen Wintersportdisziplinen bei internationalen Wettbewerben oft f√ľhrend. Es gingen erfolgreiche Wintersportler wie Oscar Mathisen, Sonja Henie, Kjetil Andr√© Aamodt, Marit Bj√łrgen und der erfolgreichste Biathlet aller Zeiten Ole Einar Bj√łrndalen hervor. In Oslo fanden die Olympischen Winterspiele 1952 statt, die Winterspiele 1994 wurden in Lillehammer ausgerichtet.

Im Bereich der Sommersportarten waren lange Zeit vor allem der Segel- und der Schie√üsport von Bedeutung. So nahmen unter anderem die norwegischen K√∂nige Olav¬†V. und Harald¬†V. f√ľr ihr Land im Segeln an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teil. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden Sportarten wie Fu√üball und Leichtathletik oder der Radsport bedeutender. Die mitgliederst√§rksten Sparten des Sportverbands Norges idrettsforbund og olympiske og paralympiske komit√© (NIF) sind heute die Sparten Fu√üball, Skisport, Golf und Handball. Der Verband ist Norwegens gr√∂√üte Freiwilligenorganisation, er erhielt vor allem ab den 1970er-Jahren gr√∂√üere Bedeutung, nachdem der Sport von staatlicher Seite als Teil des ‚Äěerweiterten Kulturbegriffs‚Äú anerkannt worden war. Auch Schach ist ein in Norwegen beliebter Sport, erfolgreiche Spieler sind Simen Agdestein und Magnus Carlsen.

Frauen durften wie auch in anderen L√§ndern lange viele Sportarten nicht aus√ľben oder waren f√ľr Wettbewerbe nicht zugelassen. Nach der allm√§hlichen √Ėffnung, die vor allem in den 1970er-Jahren den Zugang zum Spitzensport vieler Disziplinen brachte, konnten unter anderem die Nationalteams der Fu√üball- und der Handballspielerinnen internationale Titel gewinnen. Die L√§uferin Grete Waitz gewann 1983 die erste Frauen-Weltmeisterschaft im Marathonlauf. Skispringen wurde schlie√ülich ab den 1990er-Jahren auch bei den Frauen zu einem weiter verbreiteten Sport.

Siehe auch

Literatur

  • Matthias Hannemann: Die Freunde im Norden. Norwegen und Schweden im Kalk√ľl der deutschen Revisionspolitik 1918‚Äď1939. LIT Verlag, M√ľnster 2011, ISBN 978-3-643-11432-7
  • Julia Fellinger: Norwegen. Im Slalom durch den Sittenpracours des hohen Nordens. Conbook Verlag, Meerbusch 2011, ISBN 978-3-934918-56-6
  • Willy Brandt: Krieg in Norwegen. Europa, Z√ľrich 2007, ISBN 978-3-905811-00-1
  • Ebba D. Drolshagen: Gebrauchsanweisung f√ľr Norwegen. Piper, M√ľnchen 2007, ISBN 978-3-492-27558-3
  • Fritz Petrick: Norwegen: Von den Anf√§ngen bis zur Gegenwart. Pustet, Regensburg 2002, ISBN 3-7917-1784-7
  • Klaus Betz: Norwegen. Vista Point, K√∂ln 1999 (4. Auflage), ISBN 978-3-88973-347-4
  • Heiko Uecker (Hrsg.): Deutsch-Norwegische Kontraste. Spiegelungen europ√§ischer Mentalit√§tsgeschichte- Nomos, Baden-Baden 2001, ISBN 3-7890-7371-7
  • Deutsch-Norwegische Gesellschaft Oslo (Hrsg.): 40 √•r norsk-tyske forbindelser. 40 Jahre Deutsch-norwegische Beziehungen. Oslo 1989, ISBN 82-991908-0-0

Weblinks

  • Norwegen im Store norske leksikon (norwegisch)
  • L√§nder- und Reiseinformationen des Ausw√§rtigen Amtes
  • Visit Norway, L√§nder- und Reiseinformationen von Innovation Norway
  • Norgeskart, staatliche Kartenseite (Sprache: norwegisch, englisch)
  • Lovdata, Rechtssammlung (Sprache: norwegisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (31)

Bezeichnung der Regionen: Fylke
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Agder 59.6726869 57.7590052 6.1496994 9.6688766 Agder  
Bouvetinsel -54.38661 -54.4541673 3.2806286 3.4333805  
Innlandet 62.6969279 59.8407846 7.3425305 12.8708552 Innlandet  
Jan Mayen 71.1604247 70.8259669 -9.0771747 -7.9285258  
M√łre og Romsdal 63.7681691 61.9233438 4.8166029 9.3648315 M√łre og Romsdal  
Nordland 69.5967006 64.9394973 10.5780605 18.1513549 Nordland  
Oslo 60.1351064 59.8093113 10.4891652 10.9513894 Oslo  
Rogaland 59.8445742 58.0278534 4.4542745 7.2146667 Rogaland  
Spitzbergen 81.028076 74.1354394 9.4208925 34.6891253  
Troms og Finnmark 71.3848787 68.3560138 15.5925416 31.7614911 Troms og Finnmark  
Tr√łndelag 65.4701752 62.2557267 7.6480964 14.3259858 Tr√łndelag  
Vestfold og Telemark 60.1882718 58.6033109 7.0962875 10.6750198 Vestfold og Telemark  
Vestland 62.3823948 59.4754202 4.0875274 8.322053 Vestland  
Viken 61.0917205 58.7609604 7.4388425 11.9460045 Viken  
Akershus (ehemalig) 60.5966479 59.471882 10.3290797 11.9260507 Akershus  
Aust-Agder (ehemalig) 59.6704092 58.1050169 6.8245331 9.3692582 Aust-Agder  
Buskerud (ehemalig) 61.0917204 59.4078709 7.4388424 10.6190307 Buskerud  
Finnmark (ehemalig) 71.1854761 68.5545918 21.1739389 31.1682684 Finnmark  
Hedmark (ehemalig) 62.6969236 59.8414017 9.5838267 12.8708485 Hedmark  
Hordaland (ehemalig) 61.0352379 59.4759812 4.633478 7.7321147 Hordaland  
Nord-Tr√łndelag (ehemalig) 65.3944128 63.1806873 10.1335961 14.3259858 Nord-Tr√łndelag  
Nordland (ehemalig) 69.3391961 64.9394972 11.021421 18.1513548 Nordland  
Oppland (ehemalig) 62.3784024 60.1316098 7.3425304 11.1328 Oppland  
Sogn og Fjordane (ehemalig) 62.2168707 60.6755476 4.5000011 8.3220529 Sogn og Fjordane  
Svalbard (ehemalig) 80.834053 70.8274841 -9.0781403 33.4970932 Svalbard  
S√łr-Tr√łndelag (ehemalig) 64.4654 62.2557267 8.2337801 12.2467012 S√łr-Tr√łndelag  
Telemark (ehemalig) 60.1882718 58.767385 7.0962874 9.895088 Telemark  
Troms (ehemalig) 70.3197615 68.3560138 15.5925416 22.8944658 Troms  
Vest-Agder (ehemalig) 59.1888457 57.9584972 6.3765278 8.2098325 Vest-Agder  
Vestfold (ehemalig) 59.6915912 58.9369791 9.7553356 10.6001918 Vestfold  
√ėstfold (ehemalig) 59.7905146 58.8768946 10.5763606 11.9460044 √ėstfold  
 

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Flagge: Norway

Name englisch: Norway
Hauptstadt: Oslo
Kfz: N
ISO: NO
ISO3: NOR
Fläche: 324220 km²
Tld: .no
Wärung Einheit: NOK
Währung: Krone
Vorwahl: 47

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 81.028076
südlichster Punkt: -54.654
westlichster Punkt: -9.6848146
östlichster Punkt: 34.6891253


 
Norwegen: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Norwegen. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

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